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Der Sterntaler – Frühling 2022

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Heft 16 | Frühling 2022

Das Magazin vom Sterntalerhof

Im Wald Wo Superhelden auftanken: Ein Ausflug mit Erik Im Fluss Wo die Seele baumeln kann: Ein Streifzug zur Lafnitz Im Gespräch Pflegeberufe zwischen Hoffnung und Erschöpfung

Frühlingserwachen am Sterntalerhof


Vorwort

Inhalt

Liebe Sterntaler! “Die Zeiten sind tatsächlich anspruchsvoll und unsicher. Das was Ihr macht ist hingegen beständig, gut und notwendig.” Diese Worte eines Unternehmers, der unsere Arbeit seit vielen Jahren unterstützend begleitet, vor kurzem in einem Email gesendet, spendeten Kraft und Zuversicht zur rechten Zeit. Denn die aktuelle Situation mit der Bewältigung der Omikron-Welle stellt schon nochmals eine besondere Herausforderung dar. Im Laufe des Jahres mehrere Mitarbeiter*innen positiv getestet immer wieder zuhause, weitere mit positiv getesteten Kindern, das Ganze trotz eines umfassenden und laufend an die aktuellen Vorgaben angepassten Sicherheitskonzepts … wir alle waren gefordert. Doch solange niemand ernsthaft erkrankt ist alles "nur" eine Frage der Organisation. Diese muss selbstverständlich gleichermaßen seriös und professionell, umsichtig und durchdacht, flexibel und realisierbar sein – aber das schaffen wir schon! Dank kraftspendender Sätze wie jenem oben und dank Menschen wie Ihnen, denen wir zu verdanken haben, dass wir auch das zweite Jahr der Pandemie heil überstehen konnten und unserer Arbeit nach wie vor möglichst uneingeschränkt nachgehen können. Denn wir erleben es immer noch, wie wertvoll und wichtig es für

Aktuell betroffene Familien ist, gerade in dieser schwierigen Zeit nicht alleine gelassen zu werden! Nichtsdestotrotz hoffen wir, bald wieder wie gewohnt ohne diese permanente Distanz arbeiten zu können. Denn die persönliche Begegnung, das Gespräch in einer vertrauensvollen Atmosphäre, das ungezwungene Miteinander in der Musiktherapie oder beim Basteln, das Hantieren in der Küche oder die körpernahen Einheiten bei den Pferden etc., das alles geht uns, und "unseren" Familien doch sehr ab! Ich wünsche Ihnen einen friedvollen Lesegenuss sowie gesunde und fröhliche Ostern. Ich darf Ihnen im Namen all unserer Mitarbeiter*innen am Sterntalerhof versichern, wir geben unser Bestes, um Ihrem Vertrauen gerecht zu werden und weiterhin bestmöglich für "unsere" Familien da zu sein.

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Auf Papageienbesuch im Urwald mit Erik, Summer und Michi

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Der Baubericht zum Sternenhaus: Ein Danke an alle Mitwirkenden!

Sechs Ideen für die vielleicht sinnvollste Spende, die Sie je verschenkt haben

Menschen

Sternenhaus 10

Naturnahe Flusslandschaft als Erholungsraum: Eine Ode an die Lafnitz

Schenken Hilft

Kinder

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Fünf Fragen an Hermi Muik, ehrenamtliche Hospizbegleiterin

Interview mit KRAGESZentralbetriebsrat Ochsenhofer

Mag. Harald Jankovits Geschäftsführender Vorstand

!!! HERZLICHEN DANK !!!

Der Sterntaler | Frühling 2022

Von Festen, Sterntalern und einem nagelneuen Hoflader

Gesundheit

DASS SIE UNS NACH ÜBER ZWEI JAHREN PANDEMIE WEITERHIN TREU ZUR SEITE STEHEN, DAFÜR SAGEN WIR

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Streifzüge

IMPRESSUM

SPENDENKONTO

Medieninhaber, Verleger und Herausgeber:

Österreichische Ärzte- und

Sterntalerhof – Verein für ganzheitliche Lebensbegleitung

Apothekerbank AG

Dorfstraße 35, 7410 Loipersdorf-Kitzladen, Österreich

IBAN: AT81 1813 0802 5454 0002

E-Mail: begegnung@dersterntaler.at Telefon: +43 664 214 03 98

BIC: BWFBATW1

Konzept & Realisation: Tonality Communications GmbH, 2070 Retz, www.tonality.at Redaktion: Harald Jankovits (Chefredaktion), Nicolas Thal, Stephan Zwiauer Design & Illustration: Tatjana Bauer Fotos: Sterntalerhof, tonality., Werner Zangl, iStockphoto LP, Wikimedia Commons Druck: Niederösterreichisches Pressehaus, auf Papier von Norske Skog Bruck GmbH Zur besseren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Schreibweise verzichtet. Entsprechende Bezeichnungen gelten ausdrücklich für beide Geschlechter.

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www.sterntalerhof.at

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Aktuell

SAVE THE DATE

AM 8. OKTOBER

Das Sternenhaus

EIN STERNTALER IM STERNTALER

Alte Drahtesel frisch gesattelt!

wird eingeweiht. Nach einem guten Dreivierteljahr Bauzeit (Baubericht auf Seite 10) ist es nun soweit und unser neues Sternenhaus ist Realität. Es wird Kinder beherbergen, die am Sterntalerhof ihre letzte Geschichte schreiben – und ihre Familien, die sie dabei begleiten. Am Samstag, den 8. Oktober wollen wir es festlich einweihen – und dabei auch unseren frisch gebackenen Hospizbegleitern ihre Zertifikate überreichen. Zu diesen Feierlichkeiten am Sterntalerhof laden wir auch Sie, liebe Leserin, lieber Leser, sehr herzlich ein!

Samstag

8. Oktober

VON LANDTECHNIK KAPPEL:

Brachte kurzerhand alle Sterntalerhof-Bikes zur überfälligen Generalüberholung. Danke Sven!

nagelneuer Sterntalerhoflader Damit unser alter Steyr Traktor nach 65 Jahren (!) in den wohlverdienten Ruhestand gehen kann – stellt uns Landtechnikspezialist Kappel aus Mariasdorf kurzerhand zu Sonderkonditionen einen Hoflader vom Typ Schäffer 23e zur Verfügung! Dank des vielfältigen Einsatzbereichs wird er uns die Arbeit am Hof enorm erleichtern – und schont dabei dank E-Motor auch das Klima! Wir bedanken uns ganz herzlich im Namen unserer Mitarbeiter*innen! v.l.n.r. Sterntalerhof Mitarbeiter*innen Heinz Szander, Sarah Ochsenhofer, Michaela Scherzer, Suneit Mazlami und Kappel-Verkäufer Ernst Halwachs

Fruchtiges Erdbeertörtchen 1. LOS GEHT’S MIT DEM TEIG: Eier und Zucker dickschaumig rühren, Öl und Wasser dazugeben, langsam verrühren, dann Mehl und Backpulver vermischen und unterrühren. 2. DANN BEREITEN WIR DIE CREME VOR: Schlagobers steif schlagen. Topfen, Mascarpone und Staubzucker verrühren, Schlagobers unterziehen. Jetzt auch schon für die Verzierung vorbereiten: Erdbeeren in dicke Scheiben schneiden. 3. UND SO WIRD’S ZUBEREITET: Teig auf ein Backblech streichen, bei 180° Umluft 25-30 Minuten backen, auskühlen lassen! Danach 8 cm große Kreise ausstechen, diese dick mit Erdbeermarmelade bestreichen. Crème mit Dressiersack kuppelartig aufspritzen. Mit frischen Erdbeeren wie eine Blume verzieren – und genießen!

REZEP T AUS U -TIPP NSERE R KÜCH E WERK NSTAT T ZUTATEN 5 Eier, 250 g Zucker 1/8l Öl, 1/8l Wasser, 250 g Mehl, 1 Tl Backpulver, 250 g Magertopfen, 250 g Mascarpone, 1/8l Schlagobers, 200 g Staubzucker, 300 g frische Erdbeeren, Erdbeermarmelade

ENDLICH WIEDER MÖGLICH

Benefize & Events in Planung Endlich wird es wieder wärmer – und endlich sind wieder Veranstaltungen möglich. Nach zwei schweren Jahren freuen wir uns sehr, dass Benefize wieder von engagierten Unterstützern in Planung sind – und wollen Ihnen nur einige davon wärmstens für Ihren Termninkalender ans Herz legen...

11.06. "Sternderl schau’n" mit der regionalen Musikgruppe "Pride" im Kreativ-Pavillon am Sterntalerhof 13.07. "Vienna Stars" zeigen ihr Können auf der Bühne der MSC Hennersdorf 06.08. Live Eight & One Festival in Jakling, St. Andrä 14.09. Sternenhaus-Gala im Radiokulturhaus Wien 18.09. Vienna Charity Run im Türkenschanzpark Wien (und in ganz Österreich) 18.09.

Es sind Geschichten wie diese, die uns allen gut tun. Und Menschen wie er, die den Sterntalerhof möglich machen. Sven Büscher (Bild links) ist Miteigentümer von Radsport Samer in Stegersbach. Bei einem Besuch am Sterntalerhof musste er erkennen, dass unsere kleine Sammlung an Fahrrädern zum Teil in nicht optimalem Zustand ist und hat kurzerhand angeboten, alle Drahtesel mitzunehmen, zu servicieren und irreparable Modelle sogar auszutauschen. Dass er das kostenlos macht ist für ihn genauso selbstverständlich, wie dass dies kein einmaliges, sondern ein langfristiges Angebot ist. Im Namen "unserer" Kinder und Familien sagen wir von Herzen DANKE und holen ihn hier vor den Vorhang – stellvertretend für alle Sterntalerinnen und Sterntaler, die sich als Teil der Zivilgesellschaft für uns, für unsere Arbeit, für unsere Tiere und vor allem für unsere Kinder und Familien einsetzen – und es möglich machen, dass sich der Sterntalerhof seit Anbeginn nur durch private Zuwendungen finanziert!

UNSER CREDO lautet vom ersten Tag an: Eine Familie, die Hilfe sucht, wird nie aus finanziellen Gründen abgewiesen. In all den Jahren ist es uns immer gelungen, dieses Versprechen einzuhalten. Weil es Menschen gibt, dieMag. mit Harald ihrer Spende Jankovits Geschäftsführender Vorstand unsere Arbeit ermöglichen. Dafür bedanken wir uns von ganzem Herzen – im Namen all der uns anvertrauten Kinder und Familien!

Spendenkonto Österreichische Ärzte- und Apothekerbank AG IBAN: AT81 1813 0802 5454 0002 oder ganz bequem online unter www.sterntalerhof.at

Kinderflohmarkt im Wiener Prater

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Kinder

Erik’s Papagei Wo der Wald zum Urwald wird und ein Superheld zum König – wohnt die unbeugsame Kraft grenzenloser Fantasie: Unterwegs auf neuen Pfaden mit einem Achtjährigen, einem Pferd und einer Therapeutin vom Sterntalerhof

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Der Sterntaler | Frühling 2022

Superhelden können das. Erik atmet durch. Was, wenn der Papagei heute nicht mehr da ist. Michi sagt, er wird wieder da sein. Schließlich war er auch gestern wieder da, an genau derselben Stelle im Urwald, nicht weit entfernt von der Wiese mit dem Blumeneistee. Erik ist sich sicher, dass er die Stelle wieder finden wird. Superhelden können das. Und schließlich hat er ja Summer, das Pferd auf dem er sitzt – und natürlich Michi, die das Pferd und seinen kleinen Reiter zu Fuß begleitet. Die Morgensonne bricht durch die Bäume und legt ein frühlingshaft funkelndes Licht auf den Urwaldweg. Bis vor kurzem noch konnte man Summers Atem sehen, kleine Dampfwölkchen stieß sie aus, jetzt wird es von Minute zu Minute wärmer, der Frühling setzt sich durch. Eine gute Stunde sind sie schon unterwegs, Erik kennt den Weg bereits, die Kurven, die Felsen, die Stolpersteine. Was sehen wir, was riechen wir, was hören wir, fragt Michi. Den Urwald, sagt Erik. Die Bäume, die Tiere, die Sonne, die sich in den Ästen bricht. Das Rauschen der Blätter. Summers Hufe im Kies. Erik drängt weiter, zur Lichtung mit der Wiese mit dem Blumeneistee. Wie diese Wiese duftet – so wunderbar einzigartig wie sie gestern geduftet hat und vorgestern, als er sie zum ersten Mal durchritten hat. Woran das wohl liegen mag. Am Ende der Wiese schlagen sich Michi, Summer und Erik wieder in die Büsche und wandern noch tiefer in den Urwald hinein. Der Weg macht nun zwei enge Kehren, führt dann etwas bergab und dort, wo das Geäst besonders dicht ist und man nicht so recht weiß, wie es dahinter weitergeht, genau dort, man sieht ihn erst auf den zweiten Blick, dort – ist der Papagei. Und er ist auch heute da. Es wäre Zeit für eine kleine Pause findet Erik, Summer hat sich eine Wegzehrung verdient. Nur noch ein ganz kleines bisschen muss Michi beim Absteigen

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Kinder

helfen, Erik kann es fast schon allein, Superhelden können das, auch wenn sie eine Beinschiene tragen. Dann setzen sich Michi und Erik neben Summer auf einen Baumstamm und rasten. Erik öffnet seinen kleinen Rucksack, zieht für Summer eine Karotte heraus und gönnt sich selbst jenes ganz besondere Schlückchen Coca-Cola, das es nur gibt, wenn man mit Michi in den Urwald reitet, um den Papagei zu besuchen. Michi kramt zwei kleine Würfel mit Symbolen aus ihrer Tasche. Summer, was werden wir würfeln? Das Pferd schnaubt und wiegt seinen großen Kopf. Erik würfelt eine Krone. Michi würfelt ein Schwert. Und schon ist Erik der König und der Urwald ist sein Königreich. Und Michi ist nun die Frau Ritter, die den König beschützen wird. Der Papagei fliegt herbei, setzt sich auf ihre Schulter, flüstert ihr eine geheime Mission ins Ohr. „Ah, ich verstehe…“ sagt Frau Ritter Michi, bedankt sich höflich bei dem Papagei und wendet sich dann mit ernster Miene an den König. „So setzet euch denn wieder auf Euer Pferd, edler König, es gilt die verlorene Prinzessin zu suchen und vor den bösen Drachen zu beschützen.“ Erik nimmt die Mission an. Superhelden können das. DAS GLÜCK DIESER ERDE Superhelden können eine ganze Menge, überhaupt am Sterntalerhof – und sie können sich eine Menge wünschen. Sie können sich wünschen, wie sie ihre Zeit hier verbringen möchten, etwa mit Therapeutin Michi in den Urwald zu reiten. Sie können sich ein

Reich der Fantasie: Tiergeschützte Therapie arbeitet mit spannenden Geschichten.

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Der Sterntaler | Frühling 2022

seiner Mama einen kleinen Streich spielt und Summer mal einen Huf in die Küchenwerkstatt steckt, obwohl die Küchenwerkstatt für Pferde doch bitte tabu ist, sowas aber auch! Momente der Leichtigkeit, Augenblicke unbeschwerten Kindseins, nach, zwischen oder vor den nächsten Heldentaten.

Zufluchtsort und Herberge in schwierigen Zeiten: Das Familienhaus am Sterntalerhof

Pferd herbeiwünschen, das sie mobil macht, das sie begleitet, das sie trägt und in Sicherheit wiegt. Sie können wählen, zwischen Pferden wie Maxi, dem frechen Shetlandponymix oder Hannibal dem mächtigen, dunklen Riesen und sich dann für die gutmütige Summer entscheiden, die Eriks Herz mit ihrem sanften, aufmerksamen Wesen gewann. Sie können lernen, wie man ein Pferd pflegt und striegelt, wie man es für einen Ausritt vorbereitet. Sie können lernen, wie man auf ein Pferd aufsteigt, um dann selbst auf dem Rücken der Pferde zu sitzen, wo nicht nur sprichwörtlich das Glück dieser Erde liegt. Sie können lernen, sich zu trauen und einem Pferd zu vertrauen und machen dabei ganz beiläufig die Erfahrung, dass Pferde Fluchttiere sind und dass selbst ein so großes, so mächtiges und so starkes Tier wie ein Pferd – Angst haben kann. Angst, von der Superhelden wie Erik oder Superheldinnen wie Eriks Mama bislang glaubten, sie seien damit allein. Und Angst, auf die der Sterntalerhof nebst der tiergestützten Therapie noch eine Reihe anderer Antworten bereithält: Von den unterschiedlichsten Therapieformen über Trauerbegleitung und Psychotherapie bis hin zur Seelsorge reicht das Spektrum an Kraftquellen, aus dem große und kleine Superheldinnen und Superhelden hier schöpfen können. Superhelden können sich am Sterntalerhof aber auch wünschen, was sie gerne essen möchten, überhaupt dann, wenn sie ein bisschen „heiklig“ sind, so wie Erik, wenn ihnen schnell übel wird oder sie von vielen Dingen Kopfweh oder Bauchweh bekommen. Dann gibt’s auch gerne einfach mal Nudeln mit weißer Sauce, so wie Erik sie mag. Und kein Gemüse. Dafür aber ein Fläschchen Coca-Cola als Wegzehrung im Rucksack, zum Apfelsaft dazu, einfach nur weil es so unglaublich gut schmeckt! Denn Superhelden dürfen, ja sollen sogar ein bisschen Schabernack treiben: Therapeutin Michi bemüht sich, Situationen zu schaffen, in denen Erik etwas stibitzt oder

EINE KISTE FÜR ZUHAUSE Für Erik ist aber auch Michi eine Superheldin. Schließlich ist sie maßgeblich daran beteiligt, dass Summer so schnell bereit zum Ausreiten ist. Teamwork nennt Michi das und Erik schätzt Tempo, er will keine Zeit verlieren, schon gar nicht heute, am letzten Tag seiner Woche am Sterntalerhof. Einmal noch will er in den Urwald ziehen, mit Summer und Michi – aber heute auch mit seiner Mama: Er will ihr den Urwald zeigen, den Papagei, die verlorene Prinzessin, all das, was er in dieser Woche mit Michi erlebt hat. Jetzt sind es erstmals zwei Pferde, die an Michis Seite über die Felder in Richtung Urwald ziehen, Eriks Mama hat die dunkle Stute Elsa für sich gewählt. Erik führt die kleine Gruppe an. Was, wenn der Papagei heute nicht mehr da ist. Diesmal wird er Michi nicht fragen, denn der Papagei war gestern da und vorgestern, er war jeden Tag da, er wird auch heute da sein. Der Weg durch den Urwald, es ist Eriks Weg. Es sind Eriks Kurven, Eriks Felsen, Eriks Stolpersteine. Sanft spricht er mit Summer, dem Pferd. Mit triumphierendem Unterton weiht er seine Mutter in die Geheimnisse des Urwalds ein, was sehen wir, was hören wir. Michi lächelt. Auch Eriks Mama kann sie spüren, die Magie des Waldes, die Bäume, die Tiere, die Sonne, die sich in den Ästen bricht. Das Rauschen der Blätter. „Summer bitte steh.“, sagt Erik sanft zu seinem Pferd, als die Gruppe die Lichtung mit der Wiese erreicht. Es duftet, wie es gestern geduftet hat, vielleicht sogar noch ein bisschen stärker, weil heute Eriks Mama mit dabei ist – und wunderbar einzigartig, das muss Mama unumwunden zugeben. Aber wonach es hier duftet, da kommt sie nie drauf. „Weichspüler?“, vermutet sie vorsichtig, „oder Kaugummi?“ – „Blumeneistee!“, lacht Erik, es duftet nach Blumen und nach Eistee, macht zusammen Blumeneistee, so duftet es hier und nur hier duftet es so. Michi zieht eine kleine Kiste aus ihrem Rucksack. Erik hat die Kiste gestern Abend mit Michi gebastelt, eine Holzkiste, er hat sie aufwendig bemalt und mit aufgeklebten Glitzersteinen verziert. Es ist eine Erinnerungskiste, mit Dingen vom Sterntalerhof. Eine Kiste für wenn er wieder zu Hause ist, eine Kiste für schwierige Zeiten. So schwungvoll wie es seine Beinschiene zulässt, steigt Erik vom Pferd. Er geht durch

die Wiese, schnuppert an den duftenden Pflanzen, wählt ein besonders schönes Exemplar und pflückt es für seine Kiste. Michi macht den Moment zur langen Pause. Der Geruch dieser Wiese, den er als wunderbaren Duft wahrnimmt – Erik soll ihn tief in sich aufnehmen. Schon bald wird er davon zehren müssen. Schon bald wird er wieder kämpfen müssen. Gegen schlechte Gerüche. Gegen Übelkeit. Die Kiste wird da sein und sie wird nach Blumeneistee duften. Er wird sich an den Wald erinnern, an die wunderbare Lichtung. Er wird in seinen Gedanken dem Weg folgen, zwei enge Kehren weiter und dann etwas bergab dorthin, wo das Geäst besonders dicht ist, wo mitten in den Büschen eine Eisenstange aus dem Boden ragt, an der ein grüner Kanister mit einem roten Punkt befestigt ist – der Papagei. Er wird sich an all die spannenden Geschichten erinnern, die er hier erlebt hat. Er wird darauf vertrauen, dass er zurückkehren kann – an den Sterntalerhof, zu Michi und zu Summer. Und dann wird er kämpfen. Gegen die Übelkeit. Gegen den Tumor in seinem Kopf. Gegen die Tränen seiner Mama. Er wird kämpfen – und er wird siegen. Superhelden können das.

Gutmütige Co-Therapeutin: Warmblut-Stute „Summer“ im Einsatz am Sterntalerhof.

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Dipl. Ing. Harald Hofbauer von der Vermessung Angst ZT GmbH vermaß ein ruhiges Fleckchen Sterntalerhof.

Sternenhaus

Für das Dach bedanken wir uns bei Thomas Böhm von Hochegger Dächer GmbH, einem langjährigen Partner aus der Region.

Der Weg zum Sternenhaus Ein neues Haus – viele starke Partner: Ein dickes DANKE! allen Unternehmen, die für unser neues Sternenhaus die Ärmel hochgekrempelt haben...

Das Sternenhaus (Wände, Dachstuhl, Wintergarten) ist ein Holzbau aus dem Hause Longin in Dobersberg (Waldviertel). Die Fenster und Türen lieferte und montierte unser langjähriger Partner Katzbeck aus Rudersdorf.

Planung & Bauaufsicht des neuen Sternenhauses übernahm Sterntalerhof-Vorstand DI Johann Konvicka, der mit seinem Unternehmen Kplus 3 Architekten auch für die anderen Gebäude am Sterntalerhof verantwortlich zeichnet.

Für die Verfliesung der Nassräume und des Vorraums durften wir auf die Erfahrung der Firma Binder Kachelöfen & Fliesen aus unserer Nachbargemeinde vertrauen

"ICH WOLLT FORMENSP E EINE VERTRAUTH RACHE, DIE E FAMILIEN ER IT BEI DEN WE KEINE ZUS CKT UND SPANNUNG ÄTZLICHE ERZEUGT." DI Joh ann Konvick a, Architekt und Sternta lerhof-Vorsta nd

Josef Hackl organisierte Farben (von Sefra) und Parkettböden (von Pardor Parkettwerke), und schritt auch gleich als Bodenleger ans Werk.

Judith Pölzl von Timelapse Systems hat es möglich gemacht, dass wir den Baufortschritt des Sternenhauses dokumentieren konnten – auch für Sie, liebe Leserin, lieber Leser!

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Für stimmige Beleuchtung sorgte die Firma Lichtprojekt Aigner & Wöber Gmbh...

...während sich Peter Schweitzer von Elektro Schweitzer einmal mehr um verlässliche ElektroInstallationen kümmerte.

Für die Erdarbeiten, das Fundament und den Kanalanschluss vertrauten wir einmal mehr auf das Bauunternehmen von Wolfgang Kremnitzer.

Die Malerarbeiten übernahm der Malermeister Patrick Mauerbauer.

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Sternenhaus Die Sternenhaus-Küche wurde von Dr. Johann Pichler und dem Küchenstudio Neusiedl gesponsert! Sie entstand im wunderbaren Zusammenwirken von DANKüchen, Electrolux (Geräte) und der Axora GmbH (Spüle) – den Aufbau übernahmen David Leitner und Andreas Weber von "Der Einrichter".

Harald Thurner von Security Access baute (wie zuvor schon in allen anderen Gebäuden am Sterntalerhof) ein elektronisches Schließsystem ein. Christian Sommerbauer von Styria Plant pflanzte eine Platane zur Beschattung von Wintergarten und Terrasse.

Christian Kinelly von Installation Hega (ein langjähriger regionaler Partner) kümmerte sich um die Installationen

Helmut Cernec von Noris Feuerschutzgeräte rüstete das Sternenhaus mit Feuerlöschern aus.

Die Einrichtung des Badezimmers erfolgte durch die Kleine Wolke Textilgesellschaft mbH & Co KG und die Firma Spirella

Gerhard Lasselsberger von Leifheit Österreich sorgte für Haushaltsgeräte wie Mistkübel, Besen, Küchenutensilien und mehr. Wenn die letzten Bauarbeiten abgeschlossen sind, freuen wir uns auf Pflanzen, Büsche und Bäume von der Baumschule Schiller.

Für die Top-Inneneinrichtung des neuen Sternenhauses (mit Möbeln von Ada und DAN) zeichnet Dr. Georg Emprechtinger von Team7 verantwortlich.

Ein extra-Dankeschön geht dabei auch an Sabine Limberg von Bio Bloom für die Unterstützung bei der Wiederherstellung unserer Grünanlage!

Die Innentüren lieferte die Schrenk GmbH aus Vitis im Waldviertel

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Die Spezial-Ausstattung des Pflegebads im Sternenhaus übernahmen die Spezialisten von Arjo Austria GmbH

Die Holzfassade entstand unter der Aufsicht von Andreas Neubauer (Johann Neubauer GmbH, einem langjährigen Sterntalerhof-Partner, der u.a. auch für unseren Kreativpavillon tätig wurde.

Für die Vorhänge bedanken wir uns bei Raumausstattung Luisser.

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Gesundheit

"Es gibt viele, die nimmer können."

Dietmar Ochsenhofer ist Zentralbetriebsrat der KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten Gesellschaft) und vertritt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenhäuser Güssing, Kittsee, Oberpullendorf und Oberwart. Im vergangenen Februar trafen wir ihn zum Gespräch über Menschen zwischen Pflege, Hoffnung und Erschöpfung – in (und nach) einer Pandemie? HERR OCHSENHOFER, WIE HABEN SIE DIE PANDEMIE ERLEBT? In Wellen. Alle Entwicklungen und Veränderungen kamen und gingen in Wellen. Einerseits basiert unser Alltag auf den Erfahrungen, die wir in den Wellen zuvor gemacht haben – andererseits ändern sich mit den Wellen auch die Herausforderungen, denen wir im Gesundheitswesen gegenüberstehen. INWIEFERN HAT SICH DAS VERÄNDERT? Nun, die erste Welle brach wie ein Ausnahmezustand über uns herein. Niemand wusste, wie man mit dem Virus umgehen musste – und wie gefährlich es war. Überall fehlte es an Schutzausrüstung. Erinnern Sie sich an das fieberhafte Zusammentragen von Masken aus den Zeiten der Vogelgrippe? An die versprochenen Flieger mit Schutzausrüstung aus China, die an den Flughäfen von Menschen mit Geldkoffern abgefangen wurden? Dieses Chaos mischte sich mit Unsicherheit – und mit Angst.

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AUCH IN DER BELEGSCHAFT DER KRANKENHÄUSER? Natürlich. Wenn Kolleginnen und Kollegen erkrankt sind, weil es an Schutzausrüstung fehlte – hat man sich gefragt, ob man der oder die Nächste ist. Oder ob es die Angehörigen treffen würde. Und wenn man sah, wie mitunter auch junge Menschen auf Intensivstationen behandelt werden mussten oder sogar starben – dann hat das zu dieser Angst beigetragen. Erst die Schutzausrüstung, die FFP2-Masken brachten hier einen signifikanten Paradigmenwechsel – sie brachten aber auch neue Belastungen. WEIL DAS ARBEITEN MIT MASKE SCHWIERIG IST? Zunächst mal hat uns die Maske Sicherheit gebracht. Aber ja, 12 Stunden lang Maske tragen ist anstrengend, vor allem im Sommer. Pflege ist mitunter auch körperliche Arbeit – und Schutzausrüstungen aus Kunststoff oder Kautschuk machen sie nicht leichter. Daran kann man gut erkennen wie sich die Herausforderungen über die Wellen verändern.

ES GIBT ALSO KEINEN „GEWÖHNUNGSEFFEKT“? HAT SICH DER BLICK AUF DIE Ich würde eher sagen, mit den Wellen hat sich die ProbGESUNDHEITSBERUFE MIT DER lematik verlagert. Heute sind es die Personalausfälle, mit PANDEMIE GEÄNDERT? denen wir zu kämpfen haben. Früher hatte man nach Das steht zu hoffen. Für unsere Belegschaft ist es mir einem Nachtdienst vielleicht zwei Tage frei – heute musst wichtig, dass die Gesamtheit erkannt wird. Jede und jeder du oft schon am nächsten Tag wieder für eine erkrankte leistet einen Beitrag – und nicht immer in SchutzausrüsKollegin einspringen. Dazu kommen Belastungen im tung: Auch der hauswirtschaftliche Dienst, die Küche, Privatleben, vor allem wenn man Kinder hat, die Technik, die Verwaltung, das Reinigungsetwa durch Unregelmäßigkeiten im Schulbepersonal zählen zum Team. trieb oder ungeplante Schließungen WÜRDEN SIE SICH DAFÜR MEHR im Kindergarten. Und das alles trifft WIR SIND DAS ANERKENNUNG WÜNSCHEN? auf eine Belegschaft, die nach GESUNDHEITSIch würde mir vor allem wünschen, zwei Jahren Pandemie einfach PERSONAL – WIR dass der Personalmangel bei erschöpft ist. Ärzt*innen, Pflege und Medizinisch WOLLEN HELFEN. AUCH PSYCHISCH? Technische Diensten erkannt wird. Es DAS IST, WAS UNS Die panische Sorge der gibt Prognosen die sagen, dass schon ANTREIBT! ersten Welle ist einer gewissen im Jahr 2030 jede(r) Fünfte einen Gewöhnung gewichen – dennoch Gesundheitsberuf ergreifen müsste, bleiben immer Narben zurück. Mit der damit wir unserer demografischen Entwickzweiten und dritten Welle hat sich dann ein lung gerecht werden. Als Gesellschaft werden zermürbender Dauerstress eingestellt. Alles wir uns fragen müssen: Was ist uns Gesundheit wert? ist immer wieder anders. Ständig werden neue Prioritäten Wir werden echte Arbeitszufriedenheit schaffen müssen, gesetzt. Und wenn Operationen am Knie verschoben um als Berufsfeld für junge Menschen wieder attraktiv zu werden müssen, damit Krebspatienten dringende Eingriffe sein. Dazu gehört Wertschätzung. Dazu gehört aber auch, erhalten können – dann ist das immer auch für uns dass wir nach Corona zu einer positiven Grundeinstellung Menschen im Gesundheitswesen eine unbefriedigende zurückfinden. Situation, weil es den Druck greifbar macht, unter dem wir „NACH CORONA“ – DAS KLINGT OPTIMISTISCH? als Gesellschaft stehen. Ich bin überzeugt, dass das auch Natürlich (lacht). Ich bin ein optimistischer Mensch. Noch einen Effekt auf die Psyche hat. sind sie da, die Durchhalteparolen in unseren KrankenWIE DEUTLICH SPÜREN SIE DIESEN EFFEKT? häusern. Die Frage ist nur, wie lange noch? Aber wir Es gibt viele, die nimmer können. Es herrscht eine allgehaben bis jetzt durchgehalten, wir werden auch weiter meine Angespanntheit, die Menschen sind gereizt – und durchhalten – denn am Ende geht’s um den Patienten. ich denke, das liegt nicht an der momentanen, tatsächliEs ist immer der Patient, der im Mittelpunkt steht. Wir sind chen Arbeitsbelastung, sondern eher an dieser langanhalGesundheitspersonal. Wir wollen helfen. Das ist, was uns tenden, diffusen Unsicherheit. Das ständige Einspringen. antreibt. Das ist auch, was uns durchhalten lässt. Die immer wieder wechselnden Teststrategien. Das Hin und Her bei den Regelungen. …DIE DEBATTEN UM MASKEN UND IMPFUNG? Nein, diese Diskussionen haben wir kaum. Wenn auch die allgemeine Gereiztheit der Gesellschaft nicht an den Gesundheitsberufen vorbeigeht. DIE WAR JA ZULETZT ÜBERALL ZU SPÜREN. Vereinzelt spüren wir das auch. Vor allem rund um die sich immer wieder ändernden Bestimmungen bezüglich Tests, Zutrittsregelungen und Besuchszeiten entsteht Reibungsfläche. Besonders wenn Besucher Unverständnis für die von uns gesetzten Maßnahmen zeigen. Das ist aber glücklicherweise selten der Fall.

„Wertschätzung ist ein Teil der Arbeitszufriedenheit.“ Wenn KRAGES-Zentralbetriebsrat Dietmar Ochsenhofer "Danke sagt" – dann mit Geschenken aus dem Schenken Hilft Sortiment vom Sterntalerhof. Dafür sagen wir ganz herzlich: DANKE!

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Streifzüge

Das Leben ist ein Fluss Und manchmal ist es wie die Lafnitz. Ein Gastbeitrag von Brigitte Huber, Reise/Natur-Bloggerin.

Die Lafnitz (ung. Lapincs, slow. Lapinč), ein 114 Kilometer langer, linker Nebenfluss der Raab – nahe des Sterntalerhofs begeistert sie als Artenparadies mit naturnahem Charakter.

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Für die einen mag das Leben wie ein rauschender Fluss sein: Pläne werden geschmiedet, Ziele verfolgt, und in einer dynamischen Bewegung fließt es leicht und unbemerkt in die richtige Richtung. Für manch andere birgt der Fluss des Lebens jedoch unerwartete Wendungen: Wo gerade noch Struktur und Alltag die Reise bestimmten, folgt ganz plötzlich eine abrupte Kursänderung. Von heute auf morgen ist auf einmal unklar, wohin – und vor allem wie – der Weg weiterführen soll. Vielleicht kein Zufall, dass sich gerade hinter dem Sterntalerhof die Lafnitzauen verbergen. Eines jener seltenen Naturparadiese, in denen der Flusslauf nie in ein straffes Korsett gezwängt wurde – und sich nach jeder Windung von Neuem orientieren muss. Die Lafnitz findet ihren Weg, immer wieder.

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Streifzüge

UNBERÜHRTES NATURPARADIES: EIN ZUFLUCHTSORT NICHT NUR FÜR FLORA UND FAUNA Die Lafnitz ist ein Fluss-Eldorado, das sich zwischen dem Sterntalerhof und der angrenzenden Steiermark verbirgt. Die einstige Grenze zu Ungarn – eine der ältesten Europas – wurde als Grenzfluss nie reguliert und durfte sich ohne größere Einschnitte in ihrem natürlichen Lauf frei entfalten. In ihrem oberen Mittellauf bei LoipersdorfKitzladen mäandert die Lafnitz heute naturbelassen vor sich hin, das idyllische Natura 2000 Schutzgebiet bietet Lebensraum für seltene Flora und Fauna, die in anderen Flussgebieten längst verschwunden ist. Ein Streifzug an die Lafnitz führt an den Rand des Augebiets. Schmetterlinge und Libellen begleiten den Weg, Vögel zwitschern, Bienen summen und beständig brummt auch die Südautobahn aus dem Off – ja, das Leben geht weiter und muss auch weitergehen – doch an der Lafnitz darf zumindest für einen Moment innegehalten werden. Doch zuerst muss einmal ein Zugang zur Lafnitz gefunden werden. Der naturnahe Fluss versteckt sich hinter einer üppigen Schutzwand aus Auwald und Brennnesseln und möchte sein Inneres nicht auf den ersten Blick offenbaren. Dafür öffnet sich die Welt rundherum – und scheint für einen Augenblick still zu stehen, wenn es mitten im Sommer zu schneien scheint und weiße Wollpünktchen in ganzen Schwärmen von den Pappeln hinunterregnen. Ein kurzer Moment des Zaubers in einer überlebensgroßen Schneekugel. Und dann, ganz unerwartet, tut sich im grünen Dickicht aus Bruchweiden und Grauerlen wirklich ein

Platz auf, an dem man sich neben der Lafnitz niederlassen darf. Nur wenige Einstiege zum Fluss finden sich in dieser lose besiedelten Region, kein Trubel stört in diesem Paradies für Eisvogel, Fischotter und Biber, die Badeplätze hat man oft für sich. Einzelne Baumstämme haben sich bereits vor Jahren über den Fluss gelegt, es scheint, als wären die Uferanbrüche und Sandbänke an der Lafnitz noch nie von Menschenhand berührt worden. Kein Bademekka, sondern ein idyllisches Naturparadies, an dem man gut zur Ruhe kommen kann. Alles ist im Fluss – so wie auch das Leben fließt und sich für seinen weiteren Weg bereits entschieden hat, ohne sich von außen kontrollieren und steuern zu lassen.

Als Paradies für Flora und Fauna...

... bahnt sich die Lafnitz ungezähmt ihren Weg.

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Der Sterntaler | Frühling 2022

EINFACH SEIN LASSEN, WAS IST Womöglich ist es gerade deswegen so schön hier an der Lafnitz. Weil sie nichts aufdrängt, aber viel anbietet. Zum Beispiel in den Auen zu spazieren – wenn gerade keine Worte Trost spenden können. Oder im erfrischenden Wasser zu baden – wenn Momente der Lebensfreude für einen Augenblick die anderen Themen verdrängen. Oder einfach nur, um sich zurückzuerinnern, wenn beides nicht mehr geht. Die Lage unseres Sternenhauses zur Sterbe- und Trauerbegleitung haben wir deshalb auch ganz bewusst direkt am Waldrand gewählt. Beim Blick aus dem Wintergarten können unsere Familien noch einmal die Momente, die sie in den Lafnitzauen verbringen durften, Revue passieren lassen. Und sich von denen verabschieden, die wie die Lafnitz ihren Weg alleine weitergehen müssen – aber trotzdem nicht alleine sind, weil sie für immer im Herzen getragen werden.

FNITZ DIE LA ER UND D RHOF TALE STERN

Das Schiffchen-Ritual

Für viele Kinder vom Sterntalerhof ist die Lafnitz nicht nur Ausflugsziel für Badespaß – sondern auch ein Ort des Abschieds. Lesen Sie hier einen Auszug aus der Geschichte "Schmale Schultern, schwere Last" (Sterntaler Heft 2, Frühling 2014) über den 7jährigen Kilian, der seinen Bruder an die Krankheit MPS verloren hat. [...] Wenige Tage später wandern die Kinder wieder zur Lafnitz, diesmal jedoch nicht um zu baden. Gemeinsam mit Therapeutin Claudia haben sie kleine Papierschiffchen gebastelt, die sie heute auf einem kleinen Seitenarm des Flusses fahren lassen wollen. Jedes der Schiffchen trägt einen kleinen Brief, Kilian hat einen für Martin geschrieben. Als sie sich dem Wasser nähern, spürt er wie sein Herz zu klopfen beginnt. Was wohl die richtige Stelle ist, um das Schiffchen ins Wasser zu lassen. Und dass hoffentlich keine Steine im Weg sind und keine Äste, damit Martin den Brief auch ja bekommt. Gut, dass Lisa da ist. Er fasst sich ein Herz, kniet sich in den Kies und lehnt sich langsam übers Wasser. Kleine Kreise

entstehen, als das Schiffchen die Wasseroberfläche berührt. Zweimal nimmt er es wieder aus dem Wasser und bringt es neu in Position – dann endlich lässt er es los. Langsam steuert das Schiffchen zur Flussmitte, ganz von selbst, mit dem Brief sicher an Bord. Dort reiht es sich ein, in die kleine Flotte der anderen Kinder. Kilian steht am Ufer und sieht ihm zu, wie es im Sonnenlicht flussabwärts tänzelt – er sieht ihm nach, solange es nur irgendwie geht. Wenige Meter noch, dann ist es hinter der Biegung verschwunden. Baba, Martin, ich hab dich lieb. Er möchte es sagen, kann aber nicht. Noch nicht.

Jetzt weiterlesen!

Lesen Sie Kilians ganze Geschichte "Schmale Schultern, schwere Last" online unter www.dersterntaler.at

Jeden Tag aufs neue, mal ruhig, ....

...mal wild – wie der Fluss des Lebens.

www.sterntalerhof.at

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Schenken Hilft

t f l i h n e k n e Sch

Frühlings-Potpourri Kunstvoll Freude schenken: Unser FrühlingsPotpourri enthält einen Kunstkalender, ein Frühlingsbillet und ein Lesezeichen, gestaltet von der Künstlerin Claudia Jäger Für sinnvolle 12 Euro

Köstliche Schoko-Sterntaler, erlesene Weine oder verführerische Marmeladen – die Geschenkboxen aus unserem SCHENKEN HILFT Sortiment bereiten gleich zweimal Freude: Nicht nur den Beschenkten – sondern auch den Kindern, den Familien, den Tieren am Sterntalerhof. Die volle Auswahl finden Sie unter schenkenhilft.at

Bemerkenswerte Motive Bei Kerzenlicht Nicht nur dieser Tage ein starkes Zeichen: Unsere Kerze “Hoffnung” wird sorgfältig gefertigt von Gasser Kerzen aus Klagenfurt und ist in zwei Größen erhältlich. Ab sinnvollen 6 Euro

Schoko Sterntaler Exquisite Haselnuss-Nougatcreme mit Keksstückchen in feinster VollmilchSchokolade: Die köstlichen Schoko-Sterntaler aus der Confiserie Heindl in Wien sind eine zartschmelzende Verführung! 3 Stück für sinnvolle 2,75 Euro (mehrere Größen erhältlich)

Karten & Billets Billets und Karten gezeichnet von "unseren" Kindern am Sterntalerhof, sowie von Künstlern und Künstlerinnen aus Amsterdam, Berlin und Wien. Diverse Motive für sinnvolle 1,20 Euro

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Der Sterntaler | Frühling 2022

Ein Memory voller Motive gestaltet von "unseren" Kindern am Sterntalerhof. Perfekt für’s Training Ihrer grauen Zellen. Na, wie gut ist Ihr Gedächtnis? Für sinnvolle 7,20 Euro

Danke schön Die Box für Genießer: eine Flasche Blaufränkisch Eisenberg DAC vom Weingut Kopfensteiner, hausgemachte Spaghetti vom Landhof Werkovits, herrliches Paradeiserchutney von Stekovics und drei zartschmelzende Schoko-Sterntaler. Für sinnvolle 30 Euro

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Menschen

"Sensibilität und Wahrhaftigkeit haben bei Kindern einen hohen Stellenwert." – Hermine Muik über die Arbeit am Sterntalerhof.

Fünf

Fragen an Hermine Muik, ehrenamtliche Hospizbegleiterin am Sterntalerhof.

WIE VERSTEHST DU DEINE ROLLE AM STERNTALERHOF? Seit jeher haben mich die Themen Sterben und Tod sehr beschäftigt – und schon rund um meine frühere Tätigkeit als Gesundheits- und Krankenschwester am LKH Oberwart habe ich mehrere hospizliche Kurse und Fortbildungen absolviert. Der Sterntalerhof war mir schon seit Beginn in Stegersbach unter Peter Kai ein Begriff und ich habe die Arbeit dort mit großer Bewunderung verfolgt– bis ich dann 2016 den Kinderhospizkurs für Ehrenamtliche am Sterntalerhof abgeschlossen habe. Die ersten Einsätze haben mich an meine emotionalen Grenzen gebracht – dennoch war es eine enorme Bereicherung und so freue ich mich, dass ich bleiben konnte. WIE HAT DICH DER STERNTALERHOF GEPRÄGT? Er ist für mich ein Ort der Bewunderung. Ich bewundere das Team, das mit ungeheurem Einsatz arbeitet und vielen Grenzerfahrungen ausgesetzt ist. Und ich bewundere die Familien, die hier Zuflucht suchen und finden. Schwerkranke Erwachsene und schwerkranke Kinder unterscheiden sich meiner Meinung nach grundlegend voneinander. Sensibilität und Wahrhaftigkeit haben für mich bei Kindern einen besonders hohen Stellenwert. Ich bin durch die Einblicke am Sterntalerhof noch viel dankbarer für meine zwei gesunden Kinder geworden.

lich hilft mir mein Glaube, auch weil ich davon überzeugt bin, dass das irdische Leben nicht das Ende ist. Auch in meinem Garten gelingt es mir gut, neue Kraft zu tanken. Beruflich haben mir Gespräche zur Aufarbeitung von "traurigen Momenten" sehr geholfen. Ich hatte das Glück, in einem Team zu arbeiten, wo es ein Miteinander gab und einer für den anderen da war. Das war in schwierigen und traurigen Situationen sehr hilfreich. WIE DEFINIERST DU GLÜCK? Glück ist für mich ein Zusammentreffen von innerer Zufriedenheit, Gesundheit und Harmonie im engeren Umfeld. Glück erlebe ich in der Natur – oder wenn ich meine zwei wunderbaren Enkelkinder in die Arme schließen kann. WENN DU DIR EINES AUSSUCHEN KÖNNTEST – FÜR WELCHES THEMA WÜRDEST DU UNSERE GESELLSCHAFT STÄRKER SENSIBILISIEREN? Für den Frieden – der im Kleinen beginnen muss und sich dann über die ganze Erde ausbreitet. Und ich bin der festen Überzeugung, dass viele "Wertigkeiten", die bis in meine Generation sehr wichtig waren, verloren gegangen sind. Dazu zähle ich Ehrlichkeit, Vertrauen, Würde, Wahrhaftigkeit. Das ist vielleicht dem umtriebigen schnelllebigen Zeitgeist geschuldet, aber ich finde es sehr schade, ja sehr bedenklich!

WIE GEHST DU MIT DEN TRAURIGEN MOMENTEN DEINER ARBEIT UM? Für mich ist es sehr wichtig, mich während meiner Lebensreise mit Anfang und Ende auseinander zu setzen. Kein Mensch weiß, wann sein Lebenslicht erlischt. Persön-

Online weiterlesen!

Alle Geschichten aus Der Sterntaler online nachlesen unter www.dersterntaler.at

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Der Sterntaler | Frühling 2022


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Bitte senden Sie das ausgefüllte Formular an den Sterntalerhof: Per Post: Dorfstraße 35, 7410 Loipersdorf-Kitzladen Per E-Mail: pate@sterntalerhof.at

NÖ Pressehaus Druck- und Verlagsgesmbh. FN 90810w

Kinderhospiz & Familienherberge

ANGLE-LEFT Einmalige Spende Kein Betrag ist zu klein,

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