Heft 1 | Winter 2013/14
der
Sterntaler Das Magazin vom Sterntalerhof
Charakter-Tiere Das vielseitige Wesen der Pferde Natur-Kur Heilwasser und seine Wirkung auf die Gesundheit Paradies-Frucht Die s端ndige Geschichte des Apfels zu Weihnachten
Lebens-
Geschichte
Familie Gruber und ihre Zeit am Sterntalerhof
Vorwort
österreichweit betreuen, wenn sie vom Sterntalerhof nach Hause zurückkehren. Damit arbeiten mittlerweile mehr als 100 Menschen in allen Regionen Österreichs wie auch am Sterntalerhof selbst an diesem unserem einen großen Ziel: Familien mit schwer, chronisch und sterbenskranken Kindern auf ihrem Weg zu begleiten. Da sich der Sterntalerhof vom ersten Tag an ausschließlich über private Mittel finanziert, ist die anfangs erwähnte Zivilgesellschaft nicht nur wichtig, sondern von existenzieller Bedeutung für unsere Arbeit. Egal ob uns Unterstützung in Form von Geld, Zeit oder Material gewährt wird, egal ob es sich um eine einmalige Benefizaktion handelt oder eine langfristige Mag. Harald Jankovits, Geschäftsführer
Und es gibt sie doch, diese schwer greifbare ZIVILGESELLSCHAFT. Zwei Therapeuten haben vor knapp 20 Jahren ihr Herz in die Hand genommen: Peter Kai und Regina Heimhilcher konnten und wollten nicht länger zusehen, wie Familien durch die schwere Erkrankung eines Kindes in Krisen schlittern und oftmals zerbrechen; mit schwerwiegenden gesundheitlichen, sozialen und finanziellen Folgen für alle Beteiligten, die Eltern genauso wie das kranke Kind oder die Geschwister. Sie entwickelten ein neuartiges Kinderhospiz-Konzept, gründeten den Sterntalerhof und begannen 1999 mit ihrer Mission: Kindern und ihren Familien ein Heute ZU schenken, deren Morgen in den Sternen steht. Der Sterntalerhof ist permanent bemüht, seine Arbeit an den Bedürfnissen der betroffenen Familien zu orientieren. So ist im Laufe der Jahre diese einzigartige Kombination entstanden: Einerseits die stationäre Herberge, wo ein interdisziplinäres therapeutisch-pädagogisches Team in einer liebevollen, sehr persönlichen und natürlichen Atmosphäre betroffene Familien auffängt; andererseits ein mobiles Netzwerk, in dem unsere Partner (ambulante Therapeuten, soziale Dienste, Beratungseinrichtungen etc.) die Familien
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Der Sterntaler | Winter 2013/14
Unternehmenspartnerschaft, es ist immer ein Mensch, der sich entschieden hat, uns ein Stück des Weges zu begleiten. All diesen Menschen, von der Mindestrentnerin mit ihren monatlichen € 7,- bis zum Konzernchef mit seiner regelmäßigen Materiallieferung, sage ich in aller Demut: HERZLICHEN DANK! Denn zu sehen, wie sich jeder von ihnen als ehrenamtlicher Helfer, Pate, Spender, Partner oder mit einem Benefiz uneigennützig in den Dienst unserer Arbeit stellt, ist – zusätzlich zur konkreten Hilfe – eine schier unerschöpfliche Kraftquelle für uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Sterntalerhof! Sie alle sind jene Glücksbringer, die uns – Sterntaler für Sterntaler – Kraft und Mut geben, unseren Weg weiter zu gehen. Unser neues kleines Magazin trägt daher auch diesen Namen: Es soll uns alle gemeinsam als Sterntalerhof-Familie ein bisschen stolz auf das Erreichte sein lassen, regelmäßig zeigen, was eine Gemeinschaft zu leisten im Stande ist, und letztendlich Ansporn sein, nie aus den Augen zu verlieren, worum es Woche für Woche geht:
Familien mit kranken Kindern, die schwer zu tragen haben, so lange zu stützen, bis sie wieder selbständig im Leben stehen!
Inhalt Aktuell 4
Von Glücksbringern, verwaisten Familien, Märchen und Geschenken
Pferde 14
Kinder 6
Die Geschichte von Famile Gruber und ihrer Zeit am Sterntalerhof
Der Apfel – verbotene Frucht und in alten Sorten verboten gut
und was sie zu leisten vermögen
Gesundheit 16
Streifzüge 10
Die vielen Charaktere der Pferde -
Mehr als nur Wellness: Heilwasser und seine Wirkung auf den Körper
Menschen 18
Fünf Fragen an Lisa Graschopf, Therapeutin am Sterntalerhof
Zeitreise 12
Die Geschichte des Sterntalerhofs in sechs spannenden Stationen
impressum
spendenKonto
Medieninhaber, Verleger und Herausgeber:
Ärztebank –
Sterntalerhof – Verein für ganzheitliche Lebensbegleitung
Bank für Ärzte und Freie Berufe AG
Kitzladen 139, 7411 Loipersdorf-Kitzladen, Österreich
BLZ: 18130, Konto-Nr.: 802 5454 0001
e-Mail: begegnung@dersterntaler.at
BIC: BWFBATW1
konzept & realisation: Tonality Communications OG, 2070 Retz, www.tonality.at
IBAN: AT111813080254540001
redaktion: Harald Jankovits (Chefredaktion), Nicolas Thal Design: Nicolas Thal, Stephan Zwiauer Fotos: Sterntalerhof, Istockphoto.com, Baumschule Schiller,
Ihre Spende ist gemäß
Kurbad Tatzmannsdorf AG Controlling: Karin Mayer Druck: Niederösterreichisches
Spendenbegünstigungsbescheid
Pressehaus, auf Papier von Norske Skog Bruck GmbH
§ 4a Z. 3 und 4 EStG des BMF
Zur besseren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Schreibweise verzich-
steuerlich absetzbar!
tet. Entsprechende Bezeichnungen gelten ausdrücklich für beide Geschlechter.
Unsere BMF-Reg.Nr.: SO 1157.
www.sterntalerhof.at
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Aktuell
Glücks-
Bringer
Geld, Zeit und Arbeit: wie Johnson & Johnson hilft Geld allein macht nicht glücklich. Und dennoch wird es am Sterntalerhof dringend gebraucht: Eine Woche Betreuung für eine Familie kostet rund 3.000 Euro. Das Gesundheitsunternehmen Johnson & Johnson reagierte darauf im vergangenen Frühling getreu seinem ins Firmenleitbild geschriebenen Motto: „Unsere Sorge um das Wohl anderer verändert die anderen und verändert uns.“ Einen ganzen Monat lang wurden von jedem verkauften Produkt der berühmten Penaten-Babypflegeserie 30 Cent an den Sterntalerhof gespendet! Weil aber eben Geld allein nicht glücklich macht, reiste das Team von Johnson & Johnson kurzerhand an den Sterntalerhof, um selbst tatkräftig mitanzupacken: Einen ganzen Tag reparierten die Mitarbeiter Zäune, jäteten Unkraut, halfen beim Austausch der Glasfenster und stellten eine Außenüberdachung für die Pferde auf. Wir meinen: So sieht entschlossene Unterstützung aus! Und bedanken uns ganz herzlich – im Namen aller uns anvertrauten Kinder! projeKt gestartet Verwaiste Familien am sterntalerhoF
Spenden hilft! Am Sterntalerhof wird keine Familie aus finanziellen Gründen abgewiesen. Das ist nur möglich, wenn Sie uns helfen zu helfen. Ihre Spende kommt an – garantiert!
Spendenkonto Seit einem Jahr begleiten wir am Sterntalerhof auch Familien mit Kindern aus der Region, in denen ein Elternteil oder ein Kind verstorben ist. Dabei kommt ambulant unser ganzes Know-How zur Geltung: therapeutisch, pädagogisch und psychologisch. In einer naturverbundenen und liebevollen Atmosphäre werden die Familien unterstützt und stabilisiert, um gemeinsam im Alltag wieder Fuß zu fassen. Dabei berücksichtigen wir die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Familienmitglieds. Mehr erfahren Sie unter www.sterntalerhof.at
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Ärztebank – Bank für Ärzte und Freie Berufe AG BLZ: 18130, Konto-Nr.: 802 5454 0001 BIC: BWFBATW1, IBAN: AT111813080254540001 SMS-Spende: +43 664 660 1001 oder ganz bequem online unter www.sterntalerhof.at Ihre Spende ist gemäß Spendenbegünstigungsbescheid § 4a Z. 3 und 4 EStG des BMF steuerlich absetzbar! Unsere BMF-Reg.Nr.: SO 1157.
Schenken hilft. Alle Jahre wieder kommen die Sterntaler-Geschenkboxen – besondere Geschenke, liebevoll zusammengestellt mit hochwertigen Produkten aus unserer Region. Mit den Sterntaler-Geschenkboxen schenkt man Freunden, der Familie und Geschäftspartnern Freude – und den Kindern am Sterntalerhof Zuversicht! Die Sterntaler-Geschenkboxen erhalten Sie in unserem Online-Shop unter www.sterntalerhof.at
z.B. unsere Box „Danke sagen“ – mit einer edlen Flasche Merlot, Spaghetti und feinem Pesto, einem Grünen Veltliner Brut in der kleinsten Sektflasche der Welt, sowie handgeschöpfter Zotter-Bergmilchschokolade. Für sinnvolle 30 Euro erhältlich in unserem Online-Shop!
ein grosses dankeschön ans niederösterreichische pressehaus! Dass es den Sterntalerhof in seiner heutigen Form gibt, verdanken wir nicht nur unseren Spendern, sondern auch Partnern – wie dem Niederösterreichischen Pressehaus. Das bekannte Druck- und Verlagshaus in St. Pölten bestellte letzten Winter eine gute Auswahl unserer Geschenkboxen (siehe links). Heute druckt es die erste Ausgabe des Sterntalers die Sie gerade in Händen halten – auf Papier der Norske Skog Bruck GmbH! Wir bedanken uns bei beiden Partnern recht herzlich für die Unterstützung!
Die Sterntaler
Zum Vor- und Selberlesen: Das Märchen im Originaltext Es war einmal ein kleines Mädchen, dem war Vater und Mutter gestorben, und es war so arm, dass es kein Kämmerchen mehr hatte, darin zu wohnen, und kein Bettchen mehr hatte, darin zu schlafen, und endlich gar nichts mehr als die Kleider auf dem Leib und ein Stückchen Brot in der Hand, das ihm ein mitleidiges Herz geschenkt hatte. Es war aber gut und fromm. Und weil es so von aller Welt verlassen war, ging es im Vertrauen auf den lieben Gott hinaus ins Feld. Da begegnete ihm ein armer Mann, der sprach: „Ach, gib mir etwas zu essen, ich bin so hungerig.“ Es reichte ihm das ganze Stückchen Brot und sagte: „Gott segne dir‘s“, und ging weiter. Da kam ein Kind, das jammerte und sprach: „Es friert mich so an meinem Kopfe, schenk mir etwas, womit ich ihn bedecken kann.“ Da tat es seine Mütze ab und gab sie ihm. Und als es noch eine Weile gegangen war, kam wieder ein Kind und hatte kein Leibchen an und fror: da gab es ihm seins; und noch weiter, da bat eins um ein Röcklein, das gab es auch von sich hin. Endlich gelangte es in einen Wald, und es war schon dunkel geworden, da kam noch eins und bat um ein Hemdlein, und das fromme Mädchen dachte: „Es ist dunkle Nacht, da sieht dich niemand, du kannst wohl dein Hemd weggeben“, und zog das Hemd ab und gab es auch noch hin. Und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel, und waren lauter blanke Taler; und ob es gleich sein Hemdlein weggegeben, so hatte es ein neues an, und das war vom allerfeinsten Linnen. Da sammelte es sich die Taler hinein und war reich für sein Lebtag. (Quelle: Fink-Henseler [Hrsg.]: Grimms Märchen Gesamtausgabe, Gondrom Verlag, Bayreuth, 8. Auflage1985, S. 489)
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Kinder
Kleine
GroĂ&#x;e
Schwester 6
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Dies ist die Geschichte von Bastian. Aber auch die seiner Eltern Sonja und Paul. Und die von Bettina, seiner Schwester. „Bei uns ist einfach so viel schief gelaufen.“ Es sind einfache Worte, mit denen Sonja Gruber auf die letzten Jahre zurückblickt – auf eine Zeit unvorstellbarer Krise für ihre junge Familie. Dabei hatten sie und ihr Mann Paul sich so auf Bastian gefreut. Ihr zweites Kind, ein Sohn, ein kleines Geschwisterchen für die damals drei Jahre alte Bettina. Alles war vorbereitet – für eine glückliche, gemeinsame Zukunft zu viert. Es sollte anders kommen. Ans Ende der Kräfte Die Diagnose „Herzfehler“ trifft das Paar noch während der Schwangerschaft. Mit der Geburt beginnt ein nicht enden wollendes Hoffen und Bangen – lange Wochen im Krankenhaus, geprägt von Angst und Zuversicht, ganze drei Mal wird der kleine Bastian am offenen Herzen operiert. Nach zehrenden Monaten endlich zu Hause, versuchen sich Sonja und Paul der Situation bestmöglich zu stellen. Durchwachte Nächte, schwierige, langwierige Tage mit einem schwer kranken Kind. Berge von Medikamenten und Arztterminen, ein Dschungel aus Behörden und Ämtern, Anträgen und Debatten – nicht immer stoßen sie auf Wohlwollen. Sonjas Plan, nach der Karenz wieder zu arbeiten, rückt in weite Ferne – alternative Therapieformen und das plötzlich so aufwendig gewordene Leben belasten auch die finanzielle Situation, der Druck auf die Familie steigt und steigt. Bastian schläft nicht, isst nicht, trinkt nicht. Und dann ist da noch Bettina, sie ist jetzt vier
Jahre alt. Irgendwann sagt sie zu ihrem kleinen Bruder „Eigentlich sollten wir teilen und Du hast die Mama viel mehr als ich, aber Du bist halt so krank und ich hab Dich trotzdem lieb.“ Sonja kommen die Tränen, wie so oft in letzter Zeit. Es ist eine Mitarbeiterin der Organisation „Herzkinder“, die erkennt, dass die Familie am Ende ihrer Kräfte steht und einen Aufenthalt am Sterntalerhof vorschlägt. „Anfangs waren wir skeptisch“ erzählt Paul heute „es war für uns unvorstellbar, mit Bastian woanders hinzufahren als ins Krankenhaus.“ Aber die medizinisch-pflegerische Versorgung ist garantiert, und auch die Finanzierung wird ermöglicht. Wenige Wochen später treffen Sonja, Paul, Bettina und Bastian am Sterntalerhof ein. Vom ersten Moment an steht jedes Familienmitglied im Mittelpunkt. Eine umfassende Betreuung entlastet Sonja und Paul, sie sollen vor allem Zeit bekommen, zu sich finden, Energie tanken. Für Geschwisterchen Bettina beginnen zwei wunderbare Wochen. Schon am ersten Tag ist da jemand, der Zeit für sie hat, und nicht nur eine Stunde, sondern richtig viel Zeit. Herr Hubert, bitte Schritt! HPV-Therapeutin Lisa nimmt Bettina an der Hand und führt sie zur Pferdekoppel. Gemeinsam stehen die beiden eine Weile lang am Zaun und beobachten die Tiere. Welches Pferd wird Bettina sich aussuchen? Und warum? Das Große, das Weiße, das Ruhige oder das
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Kinder
Wilde, das Alte oder das Junge? Die Therapeutin kann aus Bettinas Wahl bereits erste Rückschlüsse ziehen. Bettina sucht sich Herrn Hubert aus, ein erfahrenes Pferd, das eine weise Gutmütigkeit ausstrahlt. Noch am selben Tag begrüßt sie Herrn Hubert, Nase an Nase lernt das Mädchen ihr Pferd kennen. Bettina hat einen Draht zu Pferden, schnell lernt die Vierjährige, wo das Zaumzeug hängt, wie man ein Pferd striegelt und mit ihm spricht. Dabei baut das Kind eine Beziehung auf. Was mag das Pferd und was nicht? Wie reagiert es auf mich und was empfindet es? Wenn Herr Hubert ungeduldig wird, stampft er mit dem Fuß. Und obwohl Herr Hubert so unglaublich groß und stark ist, scheint er vor gewissen Dingen Angst zu haben. Von den Emotionen des Pferds schlägt die Therapeutin eine Brücke zur Seele des Mädchens, thematisiert Furcht, Zorn und Wut, sucht und bietet Wege zum Umgang mit Gefühlen. Dann folgt das Reiten, ein großer Moment. Das rhythmische Schaukeln auf dem Pferderücken gleicht dem embryonalen Schaukeln im Mutterleib, weckt verloren geglaubtes Urvertrauen. Selbstbestimmung und Selbstwert kehren zurück. Bettina wird bewusst, sie ist nicht allein, das gleichaltrige Mädchen der anderen Gastfamilie am Sterntalerhof hat auch ein krankes Geschwisterchen. Bettina blüht auf. Ihre Eltern blühen auf. Und Bastian – schläft besser. Entspannung macht sich breit, Sonja und Paul machen „die schönsten Fotos von unserem Sohn, die wir haben.“ Fotos, auf denen Bastian glücklich wirkt. Der familienorientierte Therapieansatz am Sterntalerhof zeigt Wirkung: Die ganzheitliche Begleitung aller Familienmitglieder wirkt sich positiv auf das kranke Kind aus. Umso dicker sind nach zwei Wochen die Abschiedstränen, und es ist nicht zuletzt Bettina, der das Team ein Wiedersehen fest versprechen muss. Wenige Monate später stirbt Bastian. Zu Herzfehler und Thrombozytopenie hatten sich Krampfanfälle eingestellt, zu viel für den kleinen Körper. Sonja und Paul waren bis zuletzt nicht mehr von seiner Seite gewichen, nirgends mehr hingefahren, hatten in ständiger Angst vor dem nächsten Anfall Tage verbracht, die
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sich wie Wochen anfühlten und doch immer zu kurz schienen. Was nun bleibt ist tiefe Leere, eine Erschöpfung, durchdrungen von Kämpfen mit Ämtern und Spitälern und einer ohnmächtigen Wiederaufnahme alter Lebensgewohnheiten. Sonja und Paul trauern sich auseinander, Vorwürfe und Schuldgefühle bedrohen die Beziehung, für ihre Tochter bleibt kaum Zeit. Ein neuer Ort der Zuflucht Es ist wieder Sommer und Bettina ist fünf Jahre alt, als die Familie drei Monate nach Bastians Tod zu dritt an den Sterntalerhof zurückkehrt. Bettina leidet an Alpträumen und Verlustängsten; es ist dieser Aufenthalt am Sterntalerhof, dem sie über Wochen entgegenfiebert – und dann kommt es tatsächlich, das Wiedersehen mit Herrn Hubert. Inzwischen versuchen Sonja und Paul etwas Zeit für sich zu finden und das Erlebte mit ihrer Beziehung in Einklang zu bringen, eine Psychologin unterstützt sie dabei. In diesen zwei Wochen der Trauerbegleitung gestaltet der Sterntalerhof eine bewusste Zeit des Abschieds für die Familie. In einer nahen Gärtnerei suchen Sonja, Paul und Bettina ein passendes Bäumchen für Bastian aus, einen Platz dafür haben sie schon: nahe der kleinen Kapelle soll es auch in späteren Zeiten ein
Ort der Rückkehr und der Zuflucht sein. Gemeinsam graben sie ein Loch, setzen das Bäumchen behutsam in die Erde, schaufeln das Loch wieder zu und gießen erstes Wasser darüber. Paul spricht einen irischen Segen, Therapeutin Claudia liest Bettina ein Bilderbuch vor – „der alte Bär muss Abschied nehmen“. Sie hat auch Luftballone vorbereitet. Hier beim Bäumchen schreibt jeder einen Brief an Bastian auf ein Kärtchen und hängt es an einen der Ballone. Es kostet Kraft, die Ballone endlich loszulassen – und alle drei sehen ihnen lange hinterher, so lange es nur irgendwie geht. Hoffnung und Zuversicht begleiten Sonja, Paul und Bettina auf ihrem Weg nach Hause. Sie wissen, dass sie wieder kommen werden – weil Trauer ein Prozess ist, der nie ganz enden wird. „Wir sind dankbar.“ sagt Sonja heute. „Wir haben uns aus heutiger Sicht noch niemals und nirgends vorher so gut erholt und uns nachhaltig so gut betreut gefühlt, wie am Sterntalerhof.“ Diese Dankbarkeit richtet sich aber auch an Bastian, „denn er war es, der uns hierher gebracht hat, an diesen wunderbaren Ort, an dem wir uns so glücklich gefühlt haben!“ Das erklärt vielleicht, warum es für Bastian unbedingt ein Gravensteiner Apfelbäumchen sein sollte – weil ein Apfelbaum den Menschen reich beschenkt.
Eine liebevolle, naturverbundene Herberge mit Raum und Zeit für besondere Bedürfnisse: der Sterntalerhof im Sommer.
Streifzüge
Die
verbotene
Frucht
Warum wir den Apfel mit dem Weihnachtsfest verbinden. Und warum alte Sorten besonders gut schmecken. Der Apfel fällt nicht weit vom Weihnachtsbaum. Er gehört einfach dazu, wenn es in der festlichsten Zeit des Jahres nach Nüssen, Mandarinen, Tannen und Rosinen duftet. Und eben nach Äpfeln. Wir braten ihn, verwenden ihn für Kuchen und Mehlspeisen, zur Dekoration oder gar als Baumschmuck. Er passt zu Zimt und Zucker, sein glänzendes Rot verkörpert die fruchtgewordene Christbaumkugel. Dabei sind es gar nicht so sehr seine geschmacklichen Attribute, die dem Apfel seinen Weg in die weihnachtliche Stube ebneten.
Vielmehr stammt er auch hier – einfach vom Baum ab. Denn dieser Weihnachtsbaum, wie wir ihn heute als geschmückte Tanne kennen, verbreitete sich erst im 19. Jahrhundert von Deutschland aus über die ganze christliche Welt. Seine Vorläufer jedoch waren oft Laubbäume, die sich im Mittelalter zu Weihnachten vor allem in Kirchen fanden, in denen sogenannte Paradiesspiele aufgeführt wurden. In dieser Zeit galt der 24. Dezember als liturgischer Gedenktag Adam und Evas: Man stellte einen „Paradiesbaum“ auf, seine Äpfel – ein Symbol der verbotenen Frucht vom Baum der Erkenntnis – sollten an die Befreiung des Menschen von der Erbsünde durch Jesus Christus erinnern. Ein bedeutsames Erbe, das der Apfel heute mit süß-saurer Leichtigkeit trägt. Jetzt darf er einfach nur noch verführerisch duften, wunderbar schmecken und kraftvoll glänzen. Vergessen ist das sündige Gleichnis der verbotenen Frucht. Transport-Gut? Vergessen ist aber auch, dass der Apfel damals am Paradiesbaum noch eine saisonale Kostbarkeit war. Ein über den Sommer gereiftes Stück Natur, das erst im Herbst und nur im Herbst am Baum hing und allein bei sorgfältiger Lagerung die Wochen bis Weihnachten
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überstehen konnte. Auch das ist heute anders. Seinen vielen guten Eigenschaften als gesunder, vielseitig einsetzbarer Energielieferant verdankt es der Apfel, dass wir ihn haben wollen – und zwar immer, nicht nur im Herbst und auch nicht nur zu Weihnachten. Und so halten die Regale der Supermärkte heute ganzjährig tonnenweise Äpfel bereit – in den fernsten Winkeln der Erde gewachsen, am Schiff gereift und mit nachhaltig ökologischem Fußabdruck ins Land geliefert. siebenschläFer und siebenKant Von solchen Äpfeln kann Markus Schiller nur wenig berichten. Sein Vater begann bereits in den sechziger Jahren alte Obstsorten zu erhalten, zu pflegen und zu vermehren. „Das war lange vor der grünen Welle“, sagt Markus heute, „anfangs haben sie ihn belächelt, dann kam die grüne Welle und plötzlich waren sie alle da“. Heute bietet der Familienbetrieb in Wolfau, unweit des Sterntalerhofs, ein Sortiment aus über hundert alten, regionalen Apfelsorten an – mit klingenden Namen wie Siebenschläfer, Siebenkant, Lederapfel, Renetten oder den etwas besser bekannten Kronprinz Rudolf. Und die sind nur ein Bruchteil dessen, was einst an Sortenreichtum vorhanden war: Schätzungen gehen davon aus, dass allein in der Region Südburgenland/ Oststeiermark bis zu 800 verschiedene Apfelsorten kultiviert wurden. Aber was können sie heute besser, die Siebenschläfer und Siebenkants der Baumschule Schiller? Markus lächelt: „Sie schmecken anders, spannender, vielleicht sogar besser. Heutige Züchtungen müssen gegen alle möglichen Dinge resistent sein – mit dem Ergebnis, dass sie irgendwann alle sehr ähnlich schmecken, nicht schlecht aber halt ähnlich“. Mit geheimnisvollem Unterton schwärmt er weiter: „Wer alte Sorten pflegt, kultiviert die Vielfalt, die Nuance in Geschmack und Charakter.“ Ein reines Qualitätsmerkmal im Sinne unverfälschter, regionaler Echtheit also – auch für weihnachtliche Bratäpfel, Kuchen und Marmeladen. Oder für das Apfelbrot aus der Sterntalerhof-Küchenwerkstatt, das wir Ihnen im Kasten nebenan zum Nachbacken ans Herz legen. Und das auch nach Weihnachten absolut köstlich schmeckt.
„Sie schmecken anders, spannender, vielleicht sogar besser“ : der Betrieb der Familie Schiller in Wolfau zählt zu den Vorreitern bei der Wiederbelebung alter Apfelsorten.
bacKen am sterntalerhoF Es ist die Vielfalt regionaler Schätze, die wir bei unseren Streifzügen rund um den Sterntalerhof entdecken und einzufangen versuchen – nicht zuletzt für unsere Küchenwerkstatt: Dabei achtet das Team besonders auf Authentizität, Nachhaltigkeit und bewusste, facettenreiche Ernährung. unser apFelbrot-reZept: 15 dag Feigen, grob schneiden 15 dag Rosinen 15 dag Nüsse, grob reiben oder hacken 15 dag Rohrzucker 75 dag Äpfel grob reiben Zutaten durchmischen und 12 Stunden ziehen lassen. 50 dag Bio-Vollwert Roggenmehl 1/2 Teelöffel Zimtpulver 1/2 Teelöffel Nelkenpulver 1 Packung Backpulver untermengen Gut durchkneten, kleine Wecken formen und bei 180 Grad 1,5 Stunden backen.
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Zeitreise
Ein
LANGER WEG Die Geschichte des Sterntalerhofs: Sechs von vielen Stationen intensiver Arbeit.
1999
2003
2006
Hinter dem Tiroler Peter Kai liegen 20 Jahre als Seelsorger an Krankenhäusern wie dem St. Anna Kinderspital und dem AKH in Wien. Hinter der Voltigiertrainerin Regina Heimbichler liegt die traurige Geschichte von Isabella, einem Mädchen aus ihrer Trainingsgruppe, das an einem Gehirntumor erkrankt und stirbt. Isabellas Schicksal bringt Peter Kai und Regina Heimhichler zusammen. Mit ihrem Ersparten kaufen die beiden einen kleinen Bauernhof im Südburgenland und beginnen als unabhängiger mildtätiger gemeinnütziger Verein mit ihrer Arbeit.
Beide blicken auf erste intensive Jahre zurück. Peter Kai: „Wenn ich gewusst hätte, was auf uns zukommt, hätte ich es vielleicht bleiben lassen. Aber mein Tiroler Sturschädel und der Glaube, dass der Herrgott schon weiß, was er tut, ließen mich durchhalten.” Harald Jankovits lernt das engagierte Duo kennen und erlebt deren Erschöpfung und wirtschaftliche Sorge als potenzielle Bedrohung für das Projekt. Ehrenamtlich beginnt er sich für den Sterntalerhof einzusetzen, um das Sozialprojekt gemeinsam von einer Priviatinitiative zu einer nachhaltigen Organisation zu entwickeln.
Schritt für Schritt gehen alle daran, ein interdisziplinäres Team aus Therapie und Pädagogik, Psychologie und Seelsorge aufzubauen. Kombiniert mit Therapeutischem Reiten und ergänzt um medizinisches und pflegerisches Knowhow entsteht ein einzigartiges Therapiekonzept. Harald Jankovits: „Die wirkliche Herausforderung lag darin, in allen Bereichen professionelle Strukturen zu etablieren und gleichzeitig unsere persönliche und herzliche Atmosphäre zu bewahren.” Der Sterntalerhof wächst, ein Standortwechsel kündigt sich an.
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2012
2013
8. März: Die erste Familie bezieht das neue Familien-Haus der neuen Anlage in Loipersdorf-Kitzladen. Mit der Hilfe vieler Unternehmen wird es möglich, nach einem Jahrzehnt fachlicher Aufbauarbeit endlich auch eine professionelle räumliche Infrastruktur zu errichten. „Unsere” Kinder und Familien fühlen sich pudelwohl, die Mitarbeiter können richtig gut arbeiten und Peter Kai gibt uns seinen Segen: „Mit diesem interdisziplinären Team, das auf höchstem fachlichen und menschlichen Niveau arbeitet, und den professionellen organisatorischen Strukturen ist meine Vision Wirklichkeit geworden!”
Wir organisieren unser therapeutisches Know-How wie auch unsere Infrastruktur derart, dass wir auch betroffenen Kindern aus der Region unsere Hilfe zukommen lassen können. In unserer ambulanten Begleitung kommt das Kind ein bis zwei Mal pro Woche für eine Einheit auf den Sterntalerhof zu einem unserer Therapeuten. Das Ziel dabei: in natürlicher und liebevoller Atmosphäre mit professioneller Begleitung spüren und genießen – die Wirkung von Therapiepferden, Musik- und Kunsttherapie, Ausdrucks- und Tanzpädagogik und vieles mehr!
Im Laufe der Jahre stellen wir fest, dass nach dem wertvollen “Auftanken” am Sterntalerhof Unterstützung für die Familien fehlt, wenn sie wieder nach Hause zurückkehren. Im Jänner 2013 etablieren wir die mobile Versorgung – ob es sich um die Weiterführung der Reittherapie für das kranke Kind oder um eine Familienassistenz für die Mutter handelt, endlich können wir uns auch darum kümmern. In weiterer Folge entsteht ein Partner-Netzwerk mit FamilienBegleitern, sozialen Diensten und Therapeuten für diese Familien.
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Pferde
Charakter-
Stärke
Warum Pferde Wesen mit Wesens-Zügen sind. Und was das für uns Menschen bedeuten kann. Pferde begleiten den Menschen seit langer Zeit. Als reines Arbeitstier, als zuverlässiger Reisebegleiter oder heute als Sportkamerad und Freizeitpartner stand und steht das Pferd dem Menschen zur Seite. Ein Herdentier, ein Fluchttier – dessen starker Sozialverband mit festen Strukturen innerhalb der Herde sein Überleben in der Wildnis sicherte. Wertfreie Therapeuten Darüber hinaus jedoch besitzen Pferde Charaktereigenschaften, die uns Menschen tief berühren. Pferde richten uns nicht nur äußerlich körperlich, sondern auch seelisch auf, sie bringen uns durch ihre Bewegung ins Gleichgewicht, sie borgen uns ihre Beine, um unterwegs zu sein und sind feinfühlige, nicht wertende soziale Wesen. Kompetent und einfühlsam ausgebildet sind sie wunderbare Co-Therapeuten: Sie lassen sich beobachten, berühren, pflegen, füttern, reiten. Sie haben ein feines Gespür für menschliche Befindlichkeiten und sind absolut authentisch in ihrem Verhalten. Und sie bewerten, bemitleiden und bestrafen nicht. Pferde vermitteln uns das Gefühl getragen zu werden, was uns hilft, verletztes Vertrauen zu heilen
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und unser Bedürfnis nach positiver Zuwendung zu befriedigen. Das Erleben eigener Leistungen oder das Bewältigen von Aufgaben rund um das Pferd führt zu Erfolgserlebnissen, die das Vertrauen in sich selbst und in die eigenen Fähigkeiten bestärkt. Das therapeutische Können der Pferde kommt am Sterntalerhof in drei Sparten zum Einsatz: dem Heilpädagogischen Reiten und Voltigieren, der Hippotherapie und der Reitpädagogik. Doch bevor ein Pferd als Co-Therapeut eingesetzt werden kann, will es sorgsam und fachkundig ausgesucht und ausgebildet werden, seine individuellen Wesenszüge müssen ergründet, erkannt und weiter geformt werden . Diese spezifischen Wesenszüge sind es, die ein Therapiepferd ausmachen. Denn wie auch der Mensch, mit dem es arbeiten soll, ist jedes Pferd einzigartig. Gioiella oder Estrella? Wir machen uns auf zu einem Streifzug über die Koppeln am Sterntalerhof. Insgesamt acht Therapiepferde leben hier. Gleich zu Beginn treffen wir Maxi, den Shetlandpony-Wallach, einen frechen Lausbub. Durch seine bunte Fellzeichnung ist er ein richtiger
„Hingucker“ – Rebellion, Freiheit und Lebensfreude stehen ihm auf die Stirn geschrieben. Er spricht Kinder an, die selbst sehr aufgeweckt und munter sind. Oder Kinder, die gerne aufgeweckt und munter wären. Ein paar Meter weiter grast der Tinker-Wallach Benji, ein harmonisches Pferd. Seine Sicherheit, sein innerer Frieden berührt ängstliche, kranke wie sehr sensible Menschen. Nur wenige Schritte entfernt finden wir Hubert, einen polnischen Warmblut-Wallach, der durch seine Geradlinigkeit und Erfahrung Menschen anspricht, die selbstbewusst durchs Leben gehen oder sich danach sehnen, selbstbewusst durchs Leben zu gehen. Nicht nur, aber auch wirkt sich das Geschlecht eines Pferds auf sein Naturell aus. Wir begegnen der verspielten Quarter-Stute Gioiella, die in einem hohen Maß Weiblichkeit ausstrahlt. Besonders Mädchen und Frauen finden sich in ihr wieder. Estrella, die feinfühlige und zierliche Quarter-Stute, verzaubert besonders zarte Seelen, unsichere und zerbrechliche Menschen, während Karli, der reserviert abwartende Shetlandpony-Wallach mit seinen süßen Punkten, besonders scheuen Kindern ins Auge sticht. Sprichwörtliches Getragensein Ein Streifzug wie dieser gehört zu den ersten Begegnungsmomenten mit Neuankömmlingen am Sterntalerhof. Der Mensch wählt sein Pferd. Oder wählt das Pferd seinen Menschen? Was folgt, ist eine Beziehung, die über Stunden, Tage und Wochen intensiver wird. Zeit, die wir als Prozess wahrnehmen, als eine Reihe dichter und wunderbarer Momente. Wir spüren und empfinden das Pferd und sein Wesen, wir werden von ihm getragen. Wir tanken Mut oder verlieren die Kontrolle, stehen Gefühlen wie Angst oder Wut plötzlich neu gegenüber und erobern die Freude in uns selbst zurück. In diesen Momenten begleitet uns das Pferd – als vierbeiniger Spiegel unserer menschlichen Seele. Dass es uns dabei hilft, in unser Unterbewusstsein vorzudringen und auf unbekannte Verhaltensmuster zu reagieren, ist ein unverzichtbarer Bestandteil der interdisziplinären Arbeit am Sterntalerhof – und wohl eines der größten Geschenke, die das Pferd dem Menschen je gemacht hat.
Die Noriker-Stute Falbe (links) vereint Werte wie Kraft, Halt und Zuversicht, während Gioiella (rechts) besonders Frauen und Mädchen anzuziehen scheint.
Benji und Tobias: Ein Unglaubliches erlebnis Als der neunjährige Tobias an den Sterntalerhof kam, hatte er die letzten Monate im Krankenhaus verbracht. Seine Angst, nicht mehr aufzuwachen war so stark geworden, dass er nicht mehr schlafen konnte. Wochenlang hatten durchwachte Nächte ihn und seine Familie aufs Äußerste strapaziert. Am Sterntalerhof schloss er Freundschaft mit dem ruhigen Tinker-Wallach Benji und ließ sich an einem sonnigen Nachmittag von ihm in den Wald tragen. Dabei schaukelte das Pferd „sein Kind“ in den Schlaf. Und noch während seine Eltern berührt um Fassung rangen, blieb der Wallach plötzlich stehen. Er stand einfach da, mitten im Wald, mit dem schlafenden Kind auf seinem Rücken. Und er hielt so lange inne, bis Tobias seine Augen wieder öffnete. Dann erst – ging er ruhigen Schrittes weiter.
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Gesundheit
Auf Kur mit
der Natur
Viel mehr als nur Wellness: Natürliche Heilmittel und ihre Wirkung auf die Gesundheit Es ist die schmeichelnde, wohlige Wärme des Thermalwassers nach der wir uns sehnen. In der sich jede Faser unseres Körpers entspannt, jetzt, wo es draußen so kalt ist und noch für Monate kalt bleiben wird. Die Wärme, in der wir uns reinwaschen – vom Stress, vom Druck, der das ganze Jahr über auf uns zu lasten scheint. In der wir uns erholen. Dabei kann Wasser viel mehr bewirken, als nur gefühlte Erholung. perlen des lebens Rund um den Sterntalerhof hat die Natur das Land mit Bodenschätzen beschenkt, die die Menschen hier seit Jahrhunderten kultivieren und für die wohl wichtigste Säule des Mensch-seins verwenden: für die Gesundheit. Seit dem Jahre 1621 beispielsweise nutzt man im nahen Bad Tatzmannsdorf die Kraft kohlensäurehaltigen Heilwassers. „Kohlensäuremineralwasser spannt seine schützenden Schwingen über den Sauerstoffgehalt des Körpers“ umschrieb ein Schweizer Wissenschaftler die Wirkungsweise des kostbaren Boden-
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Der Sterntaler | Winter 2013/14
schatzes: Das im Wasser gelöste Kohlensäuregas dringt während des Bades durch die Haut in den Körper, wo es im Blut zur Lunge transportiert und wieder abgeatmet wird. Dabei entfaltet es seine volle Kraft: Die Blutgefäße werden erweitert, was zu einer Verbesserung der Durchblutung führt. Das im Wasser enthaltene CO2 fördert weiters die Sauerstoffabgabe vom Blut in das Gewebe, was eine Erhöhung des Spannungszustandes der Venenwände bewirkt. Altes Wissen, das längst von der Wissenschaft bestätigt wurde – nicht zuletzt durch die langjährige Forschungsarbeit des Ludwig Boltzmann Forschungsinstituts in Bad Tatzmannsdorf. die KraFt der erde Wärme und Heilung suchten die Tatzmannsdorfer auch in der Wirkung des Moors, das hier seit über hundert Jahren gestochen wird. Sie wussten warum. Aufgrund seines Wasserbindungsvermögens und seiner Eigenschaft, Wärme über einen längeren Zeitraum konstant hoch zu halten, eignet sich das Heilmoor
hervorragend zur Behandlung chronisch entzündlicher und degenerativer Erkrankungen des Bewegungsapparates – durch die milde und dennoch intensive Erwärmung der Gelenke, Sehnen und Muskeln werden Schmerzen nachhaltig gelindert. Verstärkt wird dieser heilende Effekt durch die im Moor vorkommenden Huminsäuren, die der Erde nicht nur ihre typisch dunkelbraune, fast schwarze Farbe verleihen, sondern darüber hinaus stark entzündungshemmend wirken. entspannende wärme Tief unter dem Moor jedoch liegt der wohl größte Bodenschatz der Region, das Thermalwasser. Mit großem Aufwand erbohrt, sprudelt es hier seit 1988 als „Natrium-Hydrogencarbonat-Chlorid-Mineral“Thermalwasser aus einer Tiefe von rund 1.000 Metern. Ein wunderbares Naturprodukt, reich an inneren Werten: Mit 2.308 Milligramm pro Liter weist es eine hohe Konzentration an gelösten Stoffen auf. Im Kurzentrum Bad Tatzmannsdorf wird es therapeutisch jedoch vorwiegend zur Unterwassergymnastik und zur Streckbehandlung der Wirbelsäule verwendet. Zuguterletzt attestiert die Wissenschaft dem Thermalwasser aber auch die „Förderung von Erholungsvorgängen bei chronischen Erschöpfungs- und Ermüdungserscheinungen“. Wir dürfen uns also auch einfach nur wohlfühlen – in seiner schmeichelnden, wohligen Wärme. Und uns ein bisschen erholen.
einer unserer sterntaler im
Sterntaler
Wir bedanken uns bei Mag. Rudolf Luipersbeck und dem Team der Kurbad Tatzmannsdorf AG für die langjährige Unterstützung beim Aufbau und Betrieb des Sterntalerhofs! Details zum Gesundheitsressort Bad Tatzmannsdorf und seinen Leistungen finden Sie im Internet unter www.gesundheitsressort.at
www.sterntalerhof.at
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Menschen
Fünf FRAGEN an Mag.a Lisa Graschopf, fachliche Koordinatorin am Sterntalerhof
Was ist „Glück“ für Dich? Glück ist für mich das Gefühl des gleichzeitig Verbundenseins von allem und des Freiseins von allem. Glück spüre ich da, wo Kinderaugen zu leuchten beginnen, wo man sich getragen fühlen kann und gleichzeitig entwickeln darf, wo Zusammenhalt spürbar ist, der nicht einschränkt, wo ich sicher und trotzdem frei bin. WIe hat dich der sterntalerhof geprägt? Von Anfang an. Die Ruhe und die liebevolle Atmosphäre haben mir sofort ein Gefühl von Heimat gegeben, einen Platz, an dem ich eine sinnvolle und zutiefst erfüllende Aufgabe leben kann. Als geborene Wienerin bin ich ins Südburgenland gezogen und darf nun seit sieben Jahren jeden Tag daran arbeiten und dafür leben, dieses Gefühl auch anderen Menschen mitzugeben. Menschen, von denen ich selbst viel lernen kann – über die Lektionen, die das Leben bereithält. Was bedeutet Teamwork für Deine Arbeit? Teamwork ist ein entscheidender Faktor am Sterntalerhof. Die Arbeit verlangt ein funktionierendes Team, das sich gegenseitig unterstützt und trägt, wie bei einem Netz, das viel aushalten kann. Dafür braucht es auch Kritikfähigkeit, Mut zur Ehrlichkeit und Zeit für Kommunikation. Wir können unseren Familien keinen Halt geben, wenn wir selbst nicht gut mit uns und mit-
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einander umgehen. Gerade die Familien am Sterntalerhof haben durch ihre Geschichte hochsensible Antennen für Stimmungen und Atmosphäre entwickelt. Sie wünschen sich einen Ort, wo sie sich von Anfang an wohl fühlen können – das zu verwirklichen ist mein Anspruch! Wie gehst Du mit traurigen Momenten um? Meistens hilft mir der Austausch mit Kollegen und Kolleginnen. In besonders traurigen Momenten, wenn zum Beispiel ein lange begleitetes Kind stirbt, machen wir auch ein gemeinsames Gedenkritual. Wir haben eine kleine Kapelle, die wir dafür nutzen können. Für unsere Arbeit ist es wichtig, mit unserer Trauer sorgsam umzugehen. Wir haben auch die Möglichkeit zur Supervision, um zu lernen, besonders schwierige Situationen besser zu bewältigen. Für welches Thema möchtest Du die GEsellschaft weiter sensibilisieren? Für inneren Frieden. Jeder Mensch hat die Entscheidung jeden Tag, jede Sekunde Frieden mit sich und der ganzen Welt zu schließen. Der Rest ergibt sich von selbst. Vielleicht nicht sehr politisch aber wahr...
Mag.a Lisa Graschopf arbeitet seit sieben Jahren am Sterntalerhof. Sie ist fachliche Koordinatorin, Sonder- und Heilpädagogin und HPV-Therapeutin.
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Antwort-Karte Bitte senden Sie mir künftig 2x jährlich den Sterntaler kostenlos zu (Bitte Adresse umseitig angeben) Ja, ich möchte Glücksbringer* beim Sterntalerhof werden Bitte senden Sie mir ein entsprechendes Formular zu! * Als Glücksbringer unterstützen Sie ein einzigartiges Sozialprojekt in Europa und helfen schwerkranken Kindern und ihren Familien, in liebevoller Atmosphäre Ruhe zu finden, Kraft zu tanken und Zuversicht zu gewinnen. Sie sind zu nichts verpflichtet und können Ihre Unterstützung jederzeit ohne Angabe von Gründen einstellen. Als Glücksbringer sind Sie ferner herzlich eingeladen, den Sterntalerhof zu besuchen um sich von der Richtigkeit Ihrer Unterstützung zu überzeugen.
sagt DANKE Ihre Spende ist gemäß Spendenbegünstigungsbescheid § 4a Z. 3 und 4 EStG des BMF steuerlich absetzbar! Unsere BMF-Reg.Nr.: SO 1157.
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Senden Sie diese Karte bitte in einem Kuvert an: Sterntalerhof, Kitzladen 139, 7411 Loipersdorf-Kitzladen
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Meine Spende für die Arbeit am Sterntalerhof.
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BWFBATW1 Bewegte momente vom sterntalerhof: wenige minuten, die es wert sind...
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