Heft 6 | Frühling 2016
Das Magazin vom Sterntalerhof Pferdinand gewinnen!
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tern Frohe Os
reier Wieviele Oenste m Heft? sich in diese versteck
Garten-Schau Im Reich der Kräuter bei Bio-Gärtnerin Elke Piff Wesens-Züge Was unsere Pferde zu Co-Therapeuten macht
Aus-Zeit
Wie Elli mit ihrer Familie zu neuen Kräften kommt
Vorwort
Mag. Harald Jankovits, geschäftsführender Vorstand
Zwei Therapeuten haben vor knapp 20 Jahren ihr Herz in die Hand genommen: Peter Kai und Regina Heimhilcher konnten und wollten nicht länger zusehen, wie Familien durch die schwere Erkrankung eines Kindes in Krisen schlittern und oftmals zerbrechen; mit schwerwiegenden gesundheitlichen, sozialen und finanziellen Folgen für alle Beteiligten, die Eltern genauso wie das kranke Kind oder die Geschwister. Sie entwickelten ein neuartiges Kinderhospiz-Konzept, gründeten den Sterntalerhof und begannen 1999 mit ihrer Mission:
“
Das Gefühl von Unbeschwertheit und Glück, Zuversicht und Lebensfreude für Kinder und deren Familien, die nicht wissen, wie lange es noch ein gemeinsames Morgen gibt.
Mit der Erkrankung des Kindes geht zumeist eine finanzielle Problematik einher, sodass sich kaum eine Familie die Betreuung am Sterntalerhof leisten könnte. Gleichzeitig haben wir noch nie eine Familie aus finanziellen Gründen abgewiesen. Daher ist die Zivilgesellschaft nicht nur wichtig, sondern von existenzieller Bedeutung für unsere Arbeit. Ob uns Unterstützung in Form von Geld, Zeit oder Material gewährt wird – ob es sich um eine einmalige Benefizaktion handelt oder um eine langfristige Unternehmenspartnerschaft: Es ist immer ein Mensch, der sich entscheidet, uns ein Stück des Weges zu begleiten.
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Der Sterntaler | Frühling 2016
Zu sehen, wie sich all diese Menschen als ehrenamtliche Helfer, Paten, Spender, Partner oder mit Benefizen uneigennützig in den Dienst unserer Arbeit stellen, ist - zusätzlich zur konkreten Hilfe - eine schier unerschöpfliche Kraftquelle für uns MitarbeiterInnen am Sterntalerhof! Zu tun gibt es nach wie vor genug oder besser gesagt, mehr denn je. Gleichzeitig können wir unsere Arbeit nur so ausbauen, wie es die Unterstützung zulässt. Daher bin ich für jede und jeden Einzelnen dankbar, die/der sich entscheidet, uns zur Seite zu stehen; ob finanziell oder materiell, einmalig oder regelmäßig, uns ist jede Hilfe willkommen! Mit den Worten eines langjährigen Unterstützers lade ich Sie ein, sich von unserem in zwei Jahrzehnten gereiften Konzept „Kinderhospiz als Herberge für betroffene Familien“ zu überzeugen – und sich der Sterntalerhof-Familie anzuschließen:
„VIELEN DANK FÜR IHRE AUFOPFERNDE ARBEIT MIT DEN KRANKEN KINDERN! MIT MEINER SPENDE, DIE EINEM SANDKORN GLEICHT, HOFFE ICH, DASS VIELE SANDKÖRNER DAZUKOMMEN MÖGEN UND SIE SICH ZU EINER ‚DÜNE DER HOFFNUNG‘ ANHÄUFEN MÖGEN.“ Christian Miediniger
Inhalt
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Aktuell
Puzzle
Von kuriosen Kisten, mobiler
Ein Jahr am Sterntalerhof –
Versorgung und Frühlingsgefühlen
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Kinder 6
Die Geschichte von Elli, ihren Eltern und ihren kleinen Brüdern
Streifzüge 16
Sterntaler 10
Menschen, die uns unterstützen – und was sie darüber sagen.
aus formaler wie persönlicher Sicht
Zu Besuch im Reich der Düfte: bei Bio-Kräutergärtnerin Elke Piff
Menschen 18
Fünf Fragen an Dr. Peter Okeke, Seelsorger am Sterntalerhof
Pferde 12
Wesen mit Wesens-Zügen – und was sie zu leisten vermögen
IMPRESSUM
SPENDENKONTO
Medieninhaber, Verleger und Herausgeber:
Ärztebank –
Sterntalerhof – Verein für ganzheitliche Lebensbegleitung
Bank für Ärzte und Freie Berufe AG
Dorfstraße 35, 7410 Loipersdorf-Kitzladen, Österreich
IBAN: AT11 1813 0802 5454 0001
E-Mail: begegnung@dersterntaler.at
BIC: BWFBATW1
Konzept & Realisation: Tonality Communications GmbH, 2070 Retz, www.tonality.at
SMS-Spende: +43 664 660 1001
Redaktion: Harald Jankovits (Chefredaktion), Sandra Frank, Nicolas Thal Design: Nicolas Thal, Stephan Zwiauer Fotos: Sterntalerhof, Benjamin Thal, Stephan Zwiauer, KHM, iStockphoto LP Druck: Niederösterreichisches Pressehaus, auf Papier von Norske Skog Bruck GmbH Zur besseren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Schreibweise verzichtet. Entsprechende Bezeichnungen gelten ausdrücklich für beide Geschlechter.
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www.sterntalerhof.at
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Aktuell
So spannend kann Museum sein: Kinder auf Entdeckungsreise im KHM
125 Jahre Kunsthistorisches Museum:
Kuriose Kisten & Rauschende Feste Sammeln, Forschen, Bewahren, Präsentieren, Vermitteln: die Aufgaben eines Museums können so unglaublich spannend sein – wenn man denn selber sammeln und forschen darf. Für die Kinder, die sich im Rahmen der Sterntalerhof-Geschwisterwoche einen Tag im Kunsthistorischen Museum auf Spurensuche begaben – begann alles mit einer kuriosen Kiste. Aus dem Umfeld Erzherzog Ferdinands II. soll sie stammen, so erzählte ein mysteriöser Film zu Beginn des Tages. In Gruppen machten sich die kleinen Forscher eifrig an die Untersuchung und Entschlüsselung des rätselhaften Inhalts, der sie in der Kunstkammer über Umwege zu Objekten der Sammlung führte. Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen künstlerischer Arbeit im Atelier: Einfache, selbst erworbene Alltagsobjekte verwandelten sich in prachtvolle Kunstkammer-Unikate, die in einer umgebauten Museumsvitrine zu einer wunderbaren Ausstellung arrangiert wurden. Das Projekt „Kuriose Kiste – ein Tag in der Kunstkammer Wien“ ist ein ganztägiges Vermittlungsprogramm, das Kindern das historische Phänomen Kunst- und Wunderkammer spielerisch näher bringt. Ein „Museum für alle“ will das Kunsthistorische Museum sein, ganz besonders in diesem Jahr: Zum 125. Mal jährt sich heuer die Eröffnung durch Kaiser Franz Joseph und das KHM lädt zu einem Jahr des gemeinsamen Forschens und – Feierns. Auf dem Programm
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Der Sterntaler | Frühling 2016
steht eine große Sonderausstellung zum Thema „Festkulturen“, an der sich alle Sammlungen des Hauses beteiligen. Die Schau wird durch Leihgaben aus nationalen und internationalen Sammlungen bereichert, wie etwa Goyas „La gallina ciega“ aus dem Prado oder ein Designer-Outfit von Alexander Mc-Queen aus dem V&A Museum in London.
Spenden hilft! Am Sterntalerhof wird keine Familie aus finanziellen Gründen abgewiesen. Das ist nur möglich, wenn Sie uns helfen zu helfen. Ihre Spende kommt an – garantiert!
Spendenkonto Ärztebank – Bank für Ärzte und Freie Berufe AG IBAN: AT11 1813 0802 5454 0001 BIC: BWFBATW1 SMS-Spende: +43 664 660 1001 oder ganz bequem online unter www.sterntalerhof.at
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MOBILE VERSORGUNG
Sozialarbeiterin
für vorarlberg
Mobile Versorgung – das bedeutet Sicherstellen, dass Familien auch dann gut weiterbetreut sind, wenn sie den Sterntalerhof wieder verlassen. Um das zu gewährleisten, arbeitet der Sterntalerhof seit Jahren daran, ein starkes Netzwerk engagierter Menschen in ganz Österreich aufzubauen, die am Wohnort über teils längere Zeiträume für „unsere“ Familien im Einsatz sind. Umso mehr freuen wir uns, Ihnen an dieser Stelle Frau Rita A. Sutterlüty BA vorstellen zu dürfen. Als erfahrene Palliativ-Sozialarbeiterin wird sie in ganz Vorarlberg auch für Familien vom Sterntalerhof tätig sein. Dabei kooperiert der Sterntalerhof eng mit Hospiz Vorarlberg – mit dem Ziel, die sozialarbeiterische Begleitung von Familien mit lebensbedrohlich erkrankten Kindern dauerhaft zu etablieren.
Ab sofort in Vorarlberg für „unsere Familien“ im Einsatz: Rita A. Sutterlüty, BA
Ostereier zählen, Pferdinand gewinnen! Rezept-Tipp aus der m Sterntalerhof Küchenwerkstatt vo
Juhu, wir backen
ein Osternest! ZUTATEN
1 kg Mehl glatt 2 Pkg. Trockengerm ½ l Milch 2 - 3 Eier 15 dag Butter 2 Esslöffel Zucker 1 Esslöffel Rum 1 Pkg. Vanillezucker abgeriebene Zitronenschale gekochte, gefärbte Eier
SO EINFACH GEHT‘S... Milch erwärmen und Butter darin schmelzen. Mehl, Trockengerm, Zucker, Vanillezucker, Rum und Zitrone vermischen. Eier zugeben, das Milch-Butter-Gemisch unterrühren und alles zu einem glatten Teig kneten. Den Teig bei 50 Grad etwa 25 Minuten im Ofen gehen lassen. Anschließend den Teig nochmals durchkneten, in gleich große Teile schneiden und diese zu ca. 30cm langen Strängen ausrollen. Immer zwei Stränge miteinander verdrehen und ein Nest bilden. Die Nester bzw. die Osterhasen auf einem Backblech nochmals 15 Min. bei 50 Grad im Ofen gehen lassen.
Jeden Monat ein neues Rezept erhalten? Abonnieren Sie unseren Newsletter: Online oder ganz einfach mit der Karte im Umschlag!
Wie viele Ostereier verstecken sich in diesem Heft? Alle entdecken, die Antwort auf die Karte im Umschlag schreiben und ab die Post! Die ersten zehn richtigen EinsenderInnen gewinnen Pferdinand, das Original-Plüschpferdchen vom Sterntalerhof!
Wer lieber Osterhasen mag, formt ein Kopfteil und zwei lange Ohren – mit Mandeln, Rosinen oder Hagelzucker gibt man ihm ein Gesicht!
Anschließend die Teile mit Eigelb bestreichen. Das gekochte Ei in die Mitte jedes Nestes setzen und die Nester eventuell mit Hagelzucker bestreuen. Dann die Osternester bzw. die Osterhasen bei 180 Grad Heißluft ca. 15-20 Min. backen bis sie goldgelb sind. Das gekochte Ei abschließend durch ein schönes buntes, gefärbtes Osterei austauschen – guten Appetit!
www.sterntalerhof.at
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Kinder
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Der Sterntaler | Fr端hling 2016
Aus-
Zeiten
Gute Nacht, Sterntalerhof. Gute Nacht, Lisa. Gute Nacht, Karli. Die Geschichte von Elli, ihren Eltern und ihren kleinen Brüdern. Es ist kühl heute im Dschungel. Der Herbst ist da, die Sonne steht schon etwas tiefer, mit letzter Kraft erreichen ihre Strahlen die Gräser am Wegesrand, tauchen den Wald in diffuses Licht. Ein magisches Szenario für Ellis Phantasie. Sanft schaukelt das fünfjährige Mädchen auf dem Rücken von Karli, dem gefleckten Shetland-Pony, immer tiefer in den Dschungel hinein. Überall sind wilde Tiere. Zwischen den Büschen schleicht ein Tiger, im plätschernden Bach lauern die Krokodile, in den Bäumen schreit ein Affe, schreckt bunte Papageien auf. Elli beobachtet sie, entdeckt immer neue Tiere, macht Bewegungen, die zu den Tieren passen, ahmt ihre Laute und Geräusche nach. Immer wieder mahnt sie die Erwachsenen, leise zu sein. Und doch ist sie froh, dass sie da sind, Mama und Papa. Und Lisa, die das Pony an der Hand führt. Zu viert sind sie heute ausgeritten, auf ein Abenteuer in den Dschungel. Es sind zwei Stunden, die nur Elli gehören, mit ihrer Mama und ihrem Papa. Ihr ganz kleiner Bruder Alexis schläft in seinem Wagen, er ist noch ein Baby, er wird die wilden Tiere nicht aufschrecken. Und ihr anderer kleiner Bruder Oscar ist am Hof geblieben, er ist in guten Händen.
Die zwei Stunden im Wald, sie gehören nicht nur Elli, sie gehören auch ihren Eltern Hannelore und Daniel. Nur zwei von vielen schönen Stunden in zwei viel zu kurzen Wochen, es ist ihr erstes Mal am Sterntalerhof. Hinter ihnen liegen drei Jahre Ausnahmezustand. Mit der Geburt des kleinen Oscar hat sich ihr Leben für immer verändert. Ihr zweites Kind kommt mit einer seltenen Chromosomenanomalie zur Welt, kann von Beginn seines Lebens kaum selbständig atmen oder schlucken, braucht ein Heer an Maschinen und mehrere Operationen, um zu überleben. Ein halbes Jahr verbringt Hannelore mit Oscar fast durchgehend im Krankenhaus. Es folgen quälende Monate der Angst, zwischen Operationssälen und Therapien, Arztgesprächen und Behörden. Der Alltag, er kommt erst viel später und wird nie mehr so sein wie früher – rund um die Uhr braucht Oscar Pflege. Auf matte 30 Prozent beziffert Hannelore ihren Energiepegel beim Erstgespräch am Sterntalerhof, geben muss sie 130 Prozent, jeden Tag und jede Nacht. Daniel, von Beruf Pilot, reduziert seinen Dienst, um seiner Frau bestmöglich beizustehen, dennoch machen ihm die Schichtdienste schwer zu schaffen. Dazu kommt für beide ein tiefes Gefühl der Schuld – weil vor lauter Ausnahmezustand für Elli kaum Zeit bleibt.
www.sterntalerhof.at
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Kinder
Zeit gewinnen – gemeinsame Zeit des Füreinander-Daseins, eine Aus-Zeit in schweren Zeiten. Ruhe finden, Kraft tanken, Zuversicht gewinnen: Am Sterntalerhof ist es möglich.
BÖSE MÄNNER, RITTER, RÄUBER Zeit. Es ist nur Zeit, die sie sich wünschen. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute wollen sie nutzen. Gemeinsame Zeit. Eine Aus-Zeit, wie Therapeutin Lisa Graschopf es nennt. Eine Auszeit vom Ausnahmezustand – in einem Umfeld, das für Familien wie diese geschaffen ist, das diese Auszeit bieten kann, weil es die Familie als Ganzes sieht. In den ersten Tagen begegnet Elli diesem Umfeld noch mit schüchterner Zurückhaltung – und mit der angepassten Bravheit, die Lisa von anderen Geschwisterkindern kennt. Das Vertrauen in die neuen Gesichter, es muss erst wachsen. Und mit dem Vertrauen ist das so eine Sache, weiß Lisa: Es kann nur wachsen, wenn man auch sich selbst vertraut. Sie stellt Elli den Pferden vor. Behutsam nähert sich das kleine Mädchen den großen Tieren, wie spricht man mit einem Pferd, wie berührt man es? Und welches der Pferde wird Elli für sich wählen? Lisa beobachtet Elli, zieht Rückschlüsse aus ihrem Verhalten, wertvolle Grundlagen für ihre Arbeit mit dem Kind. Über die Tage will die Fünfjährige alle Pferde ausprobieren, bevor sie schließlich Karli zu ihrem Lieblingspferd beruft. Sie lernt, was Karli gefällt und was nicht. Wie man mit ihm kuscheln kann. Und dass auch ein so großes und starkes Tier wie ein Pferd – Angst haben kann. Mit den Tagen wächst ihr Vertrauen – auch zu Lisa. Dann beginnt sie zu erzählen. Von den langen Monaten, die sie bei der Großmutter verbrachte. Davon, dass Mama und Papa so selten Zeit haben, weil Oscar sie so braucht. Dass sie Oscar aber trotzdem sehr lieb hat. Und
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Der Sterntaler | Frühling 2016
dass sie alles tut, um Mama und Papa zu helfen. Und sie erzählt von ihren Träumen. Von bösen Männern, von Räubern, bösen Rittern, die kommen, um die Medizin von der Fee zu stehlen und von dem Frosch, den die Fee dann zaubert, der die Ritter vertreibt. Die Aus-Zeit, sie beginnt zu wirken. Hannelore tankt neue Kraft in der Kunsttherapie. Daniel findet endlich wieder Schlaf. Oscar genießt das tägliche Reiten, schläft besser, knirscht kaum mehr mit den Zähnen. Spaziergänge, Ausritte, gemeinsames Essen – gemeinsame Zeit. Elli blüht von Tag zu Tag auf. Lisa initiiert frechen Schabernack, treibt das Kind dazu an, etwas auszuhecken, will gegensteuern zum routinierten Funktionieren, das für Geschwisterkinder so typisch ist. Lisa zeigt ihr aber auch die alte Weide am Hof, aus deren Zweigen sie gemeinsam einen Traumfänger basteln. Für die bösen Träume einen Traumfänger. Und für die vielen Sorgen – ein Sorgenbuch, in dem die Sorgen fest aufgehoben sind, in das man aber auch etwas Lautes, Trotziges oder gar Wütendes hineinmalen darf, wenn man denn will. Und das man weiterführen kann, wenn man wieder zuhause ist. ZUM TANZ, IHR BALLONE! Als Hannelore, Daniel, Elli, Oscar und Alexis im Frühling an den Sterntalerhof zurückkehren, reist die Vorfreude mit – und ein paar kleine Erfolgsgeschichten. Hannelore berichtet, dass Oscars Physiotherapeutin kaum glauben konnte, welche Fortschritte das kranke Kind auf dem Rücken der Pferde gemacht hat. Sie erzählt davon, wie Elli den ganzen Winter lang jeden Abend am Fenster stand, um dem Sterntalerhof
Vertrauen schöpfen – zwischen Elli und Shetland-Pony Karli entwickelt sich eine tiefe Freundschaft.
Mama-Zeit – Momente der Verbundenheit nach dem Tanz mit den Luftballonen.
und Lisa und Karli eine gute Nacht zu wünschen. Und sie ist glücklich über das kleine bisschen bewusste Mama-Zeit, das sie für Elli schaffen konnte, einen fixen Nachmittag in der Woche. Und wieder ist es nur Zeit, die sie sich wünschen für ihre Tage am Sterntalerhof, Zeit um füreinander da zu sein. Füreinander da ist man aber auch, wenn man nur zu zweit ist, sagt Lisa. Etwa, wenn Daniel mit Oscar stille Runden in der Reithalle dreht. Wenn Elli mit dem kleinen Alexis spielt, der jetzt langsam zum Kleinkind wird, mit dem man es lustig haben kann, an dem man sich aber auch mal reiben kann. Wenn Hannelore und Daniel einen Spaziergang unternehmen, nur zu zweit. Oder wenn Therapeutin Claudia ihre Version eines Mama-Nachmittags inszeniert – dazu hat sie Elli und Hannelore in den Musikraum geladen. Sie hat Luftballone vorbereitet und Stifte, mit denen man auf die Luftballone schreibt, was man am anderen mag. Die Luftballone, sie sind ein Geschenk, was auf ihnen steht, eine Überraschung. Versunken malt Elli ein Herz auf den Ballon. Musik erklingt, Mama beginnt zu tanzen, Elli ist sofort dabei. Zunächst tanzen sie beide für sich, dann gemeinsam, minutenlang, Hand in Hand. Immer lauter erklingt die Musik, immer wilder drehen sich beide im Kreis, über ihnen tanzen zappelnd die Luftballone. Leicht verschwitzt und etwas schwindlig bleiben sie stehen, als die Musik verstummt. Hannelore übergibt Elli ihren Luftballon, es ist ihr Geschenk. Danke, steht darauf geschrieben. Danke für deine Hilfe. Für deine tägliche Unterstützung. Für deine
Geduld. Und dann steht da noch, dass sie Elli furchtbar lieb hat. Ihre kleine Tochter sieht sie mit großen Augen an. Hannelore presst die Lippen zusammen, die Tränen schießen ihr in die Augen. Elli macht einen Satz und umarmt sie, hält sie minutenlang fest, lässt sie nicht mehr los. Mama-Zeit. Es ist gut, dass du da bist. Es ist schon fast vorsommerlich warm im Dschungel an diesem Tag vor der Abreise. Die wilden Tiere, sie sind alle da, die Tiger, die Krokodile, die Affen, die Papageien. Aber so richtig will sich Elli nicht auf sie einlassen. Ob Lisa sie denn mal mit Karli besuchen komme, wünscht sie sich vom Rücken des Shetland-Ponys aus mit klagender Stimme. Daniel lächelt. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute wollten sie nutzen. Dass Hannelore gestern sagte, sie habe ihn seit drei Jahren nicht mehr so locker erlebt. Und dass sie plötzlich wieder singt, wie ihn das freut. Mitten im Dschungel bringt Lisa das Pony zum Stehen und hebt Elli auf den Boden. Einen Stein soll sie suchen, einen ganz besonderen Stein, den schönsten, den sie findet, einen magischen Diamanten aus dem Dschungel. Einen Stein für die Erinnerungsbox, die Elli morgen mitnehmen darf, eine kleine, selbst gebastelte Schachtel mit allerlei Schönem vom Sterntalerhof. Da liegt er dann, gut aufgehoben, neben einem Hufeisen, einem Zweig von der Weide und ein paar Haaren von Karli, dem Shetland-Pony. Und erinnert Elli auch zuhause daran, dass das hier alles kein Traum war. Dass Lisa und Karli sich auf ein Wiedersehen freuen. Und dass nach jeder Regenzeit ein Dschungel wartet, voller wilder Tiere – und magischer Steine.
www.sterntalerhof.at
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Unsere
Sterntaler Es sind immer einzelne Menschen, die sich entscheiden, uns zu helfen: Als SpenderInnen mit einem einmaligen oder regelmäßigen Beitrag, als ehrenamtliche HelferInnen bei den vielen Arbeiten im Laufe des Jahres, als Initiatoren von Benefizen oder als „Netzwerker“, die ihren guten Namen und ihre Möglichkeiten in den Dienst unserer Arbeit stellen. Ihre Hilfe macht den Sterntalerhof möglich: dafür ein dickes Dankeschön – von ganzem Herzen und im Namen all „unserer“ Kinder und Familien!
Seid glücklich und macht andere glücklich! Das ist für mich der Sterntalerhof. Was hier von Menschen für Menschen geleistet wird, ist nur zu erahnen. OA Dr. Elisabeth Schwendwein „Der liebe Gott möge es Ihnen allen «ewig vergelten», denn für uns Menschen ist Ihr Wirken an Leib und Seele unbezahlbar!“ A. & F. B.
SpenderInnen nach Bezirken in den Jahren 2014/15 © BEV 2016, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV – Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, N 13326/2016
Menschen in ganz Österreich für Familien in ganz Österreich Nicht nur Familien aus ganz Österreich kehren am Sterntalerhof ein – auch die Unterstützung, die wir erfahren stammt aus dem ganzen Land. Dass wir wissen, aus welcher Region wir welche Spende erhalten, verdanken wir auch rmDATA: Das Unternehmen ist heimischer Marktführer für Vermessungs-Software, kennt unser Land bis in den letzten Winkel und – hat obige Karte angefertigt, die uns eindrücklich zeigt, dass wir in jedem Bezirk Österreichs UnterstützerInnen haben. Herzlichen Dank dafür! Eine interaktive Version dieser Karte findet sich auf unserer Website unter www.sterntalerhof.at
"Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft und Enthusiasmus für Ihr wunderbares Projekt. Mögen Sie auf viele Menschen treffen, die Ihr Herz am rechten Fleck haben und durch ihre Unterstützung den Sterntalerhof als Zufluchtsstätte und Kraftquelle für Mitmenschen weiterbestehen lassen." Sandra Gall
„Es ist für mich ein unbezahlbares Glück, 3 gesunde Kinder zu haben. Im Laufe der Jahre ist der Stern-talerhof für viele Familien, die dieses Glück nicht haben, entscheidend gewesen, um wieder auf den Weg zurück in den Alltag zu finden. Davon konnte ich mich überzeugen, und daher unterstütze ich dieses Sozialprojekt so gut ich kann!“ Steffen Hofmann, Kapitän SK Rapid Wien
“Es ist unbeschreiblich, mit wieviel Herzblut und Leidenschaft Harald Jankovits und sein Team diese einzigartige Einrichtung für Familien mit kranken Kindern betreiben!” Leobersdorfer Brückenlauf ”Mir ist bewusst, dass mein finanzieller Beitrag nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein sein kann. Ich weiß aber leider nicht, was ich sonst tun könnte. Ich wünsche Ihnen jedenfalls viele solche "Tropfen" von Menschen, die wie ich ihr unverdientes Glück kennen und etwas davon abzugeben bereit sind.” Univ. Prof. Dr. Ulrich Schmid
Danke für die Sommerausgabe des Sterntalers. Die Geschichte von Kilian „Schmale Schultern, schwere Last“ hat uns ganz besonders berührt. Dass Sie dabei einem alten Mann die Tränen in die Augen getrieben haben, dafür brauchen Sie sich diesmal nicht zu schämen. Horst Köppl
Unser Besuch bei Ihnen im Frühling dieses Jahres hat uns alle, Lehrerinnen und SchülerInnen, sehr ergriffen und nachhaltig beeindruckt. Welch ein Glück für Menschen in solch unfassbar schlimmen Situationen, dass es Sie und Ihre Organisation und alle die liebevollen Menschen am Sterntalerhof gibt! Sabine Ondrasch, Lehrerin VS Sacre Coeur
Pferde
Pferde-
stärken Wertfrei, sensibel und 100% authentisch: Warum Pferde verlässliche Co-Therapeuten sind. Die Kinder können ihn meist kaum erwarten, den ersten gemeinsamen Gang zu den Koppeln am Sterntalerhof. Wo Pferde sind, riecht es nach Abenteuer – und dieses Abenteuer beginnt mit dem ersten Begegnungsmoment: Der Mensch wählt sein Pferd. Oder wählt das Pferd seinen Menschen? Was folgt, ist eine Beziehung, die wächst – von Stunde zu Stunde beginnt das Pferd eine seiner allergrößten Stärken auszuspielen: seinen Charakter. Pferde richten uns nicht nur äußerlich körperlich auf – sondern auch seelisch: Sie bringen uns durch ihre Bewegung ins Gleichgewicht. Sie borgen uns ihre Beine, um unterwegs zu sein und vermitteln uns dabei das Gefühl, getragen zu werden. Darüber hinaus sind sie feinfühlige, soziale Wesen. Sie haben ein feines Gespür für menschliche Befindlichkeiten und sind absolut authentisch in ihrem Verhalten: sie bewerten nicht, sie bemitleiden nicht und sie bestrafen nicht.
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Der Sterntaler | Frühling 2016
Kompetent und einfühlsam ausgebildet sind sie wunderbare Co-Therapeuten: Sie lassen sich beobachten, berühren, pflegen, füttern und reiten. Dabei helfen sie uns, verletztes Vertrauen zu heilen und unser Bedürfnis nach positiver Zuwendung zu stillen. Das Erleben eigener Leistungen oder das Bewältigen von Aufgaben rund um das Pferd führt zu Erfolgserlebnissen, die das Vertrauen stärken: Mit dem wachsenden Vertrauen in das Pferd wächst das Vertrauen in sich selbst und in die eigenen Fähigkeiten. Das therapeutische Können der Pferde kommt am Sterntalerhof in drei Sparten zum Einsatz: dem Heilpädagogischen Reiten und Voltigieren, der Hippotherapie und der Reitpädagogik. Doch bevor ein Pferd als Co-Therapeut eingesetzt werden kann, will es sorgsam und fachkundig ausgesucht und ausgebildet werden, seine individuellen Wesenszüge müssen ergründet, erkannt und weiter geformt werden.
Vorbe-Reiten: gegenseitiges Vertrauen ist die Grundlage jeder engen Freundschaft.
Reiten: auf Pferden unterwegs zu sein, heißt getragen zu werden.
Kuscheln: Pferde sind soziale Wesen mit einem feinen Gespür für uns Menschen.
Summer freut sich auf den Sommer! Sie lutscht ihre Leckerlis wie ein Zuckerl – Neuzugang “Summer” ist eine Genießerin par excellence! Die elfjährige Stute ist ein Huzulen-Mix und verzaubert durch ihr warmherziges Temperament und ihre tiefen, dunklen Augen. Wir heißen sie in unseren Stallungen ganz herzlich willkommen!
Diese spezifischen Wesenszüge sind es, die ein Therapiepferd ausmachen. Sie wirken sich auf die tägliche Arbeit aus, die es verrichten wird. Und sie wirken sich auf den Menschen aus, mit dem es arbeitet. RENDEZ-VOUS AUF DER KOPPEL Der Mensch wählt sein Pferd. Oder wählt das Pferd seinen Menschen? Auf der Koppel begegnen wir Herrn Hubert, dem erfahrenen polnischen Warmblut-Wallach – er wirkt geradlinig, selbstbewusst und sensibel. Maxi, der Shetlandpony-Wallach, verkörpert den frechen Lausbub, steht für Rebellion, Freiheit und Lebensfreude und spricht Kinder an, die aufgeweckt und munter sind – oder Kinder, die gerne aufgeweckt und munter wären. Nur wenige Schritte entfernt grast der Tinker-Wallach Benji, ein ausgeglichenes Pferd. Seine Sicherheit, sein innerer Frieden berührt ängstliche, kranke wie sehr sensible Menschen.
Die verspielte Quarter-Stute Gioiella spricht besonders Mädchen und Frauen an, während Karli, der reserviert abwartende Shetlandpony-Wallach mit seinen süßen Punkten, besonders schüchternen Kindern ins Auge sticht. Wie auch immer Mensch oder Pferd sich gegenseitig wählen – es beginnt eine gemeinsame Zeit voller wunderbarer und dichter Momente. Wir spüren und empfinden das Tier und sein Wesen, wir werden von ihm getragen. Wir tanken Mut, geben die Verantwortung ab, stehen Gefühlen wie Angst oder Wut plötzlich neu gegenüber – und erobern die Freude in uns selbst zurück. In diesen Momenten begleitet uns das Pferd – als vierbeiniger Spiegel unserer menschlichen Seele ist es ein unverzichtbarer Bestandteil der interdisziplinären Arbeit am Sterntalerhof geworden. Diese Begleitung, diese Unterstützung als Co-Therapeut – ist wohl eines der größten Geschenke, die das Pferd dem Menschen je gemacht hat.
www.sterntalerhof.at
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Dem Konzept Sterntalerhof liegt die Vision zugrunde: „Jede Familie, die aufgrund einer lebensbedrohlichen oder lebenslimitierenden Erkrankung ihres Kindes in eine psychosoziale Ausnahemsituation gerät, wird aufgefangen, gestützt und auf dem Weg zurück in einen normalen Alltag begleitet.“
„Der Begriff Hospiz bedeutet Herberge, und genau das soll der Sterntalerhof für Familien sein.“ Mag.a Nicola Wieland, Stationäre Betreuung
Ein Jahr am
Sterntalerhof
Im Berichtszeitraum wurden in 84 Familienwochen insgesamt 142 Kinder und 95 Erwachsene begleitet und betreut.
ist ein großes Ganzes aus Menschen und ihren Geschichten – aber auch aus Zielen, Zahlen und Visionen. Nie könnten sie alle auf eine Doppelseite passen. Dennoch wagt dieses Puzzle einen kleinen Einblick in das, was der Sterntalerhof heute ist: mit Fakten aus unserem Tätigkeitsbericht, den wir als Träger des Spendengütesiegels einmal im Jahr vorlegen. Und mit Auszügen aus den Résumées unserer Mitarbeiterinnen – aus den unterschiedlichsten Bereichen unserer Arbeit. Den Tätigkeitsbericht 2015 sowie alle Résumées in voller Länge finden Sie unter www.sterntalerhof.at
„Am Ende dieses emotionalen, intensiven Jahres sind wir dankbar – für die Weisheit der Kinder, für die vielen berührenden Momente, für Gesagtes und Ungesagtes und für eine gemeinsame Zeit, die wir erleben durften, auf jedem einzigen und individuellen Trauerweg.“
Die Mission vom „Das Gefühl von heit und Glück, Lebensfr Kinder un Familien, wissen, wie noch ein ge Morgen
Claudia Ritter, integrative Trauerbegleitung
„Es ist eine ganz besondere Aufgabe, Kinder in ihrem Wachsen und Werden ein Stück begleiten und stärken zu dürfen.“ Mag.a Elisabeth Polster, ambulante Begleitung
AM STERNT WERDEN N SCHWER, C BZW. STE KRANKE BEGLE SONDERN DIE GANZE
Um den Bedarf betroffener Familien zuhause gut erheben und professionell decken zu können, wird konsequent an der Professionalisierung einer entsprechenden Datenbank gearbeitet.
„Das Besondere an der Ambulanten Begleitung ist, dass die Kinder über einen langen Zeitraum jede Woche zu uns auf den Sterntalerhof kommen. Das gibt uns die einzigartige Möglichkeit, ihre Entwicklung hautnah mitzuerleben.“
In der stationären Betreuung sind im Laufe des Jahres 3.412 Stunden an therapeutischen und pädagogischen Einheiten absolviert und weitere 1.417 Stunden allgemeiner Begleitung für betroffene Familienmitglieder geleistet worden.
Mag.a Elisabeth Polster, ambulante Begleitung
„Es ist vor allem dieses In-Kontakt-Bleiben mit unseren Familien, ihnen quasi eine Tür offen zu halten für Zeiten, in denen sie Unterstützung und Begleitung brauchen – das meine Arbeit sehr lebendig und beziehungsreich macht.“
TALERHOF NICHT NUR HRONISCH ERBENSKINDER EITET, N IMMER E FAMILIE.
DSA Barbara Mayer-Schulz, mobile Versorgung
„In diesem Jahr mussten wir uns von sechs mutigen Kindern und zwei tapferen Müttern verabschieden.“
Der Sterntalerhof finanziert seine Arbeit ausschließlich über Spenden.
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Claudia Ritter, integrative Trauerbegleitung
„Wenn wir es schaffen, Familien die so schwer zu tragen haben, ein Stück Entlastung zu schenken, ist dies für mich das Schönste, das es gibt.“ Mag.a Lisa Graschopf, fachliche Koordinatorin
„Glück und Lebensfreude prägen unseren Alltag.“
Mag.a Nicola Wieland, Stationäre Betreuung
Mit 2015 haben wir die Etablierung von regionalen KoordinatorInnen (fünf bis sechs österreichweit), allesamt diplomierte SozialarbeiterInnen in regional tätigen Einrichtungen, in Angriff genommen.
Streifzüge
„Immer etwas Neues kreieren“ Bio-Kräutergärtnerin Elke Piff
Zu Besuch im Reich der Düfte – bei Bio-Kräutergärtnerin Elke Piff.
Pifferminze In einem kleinen Topf am Herd der Landhausküche köchelt eine Mischung aus Zitronenverbene, Orangenminze, Himbeerblatt, Pfefferminze, Frauenmantelblüte und Indianernessel. Es ist der belebend-erfrischende Frühstückstee von Elke Piff. Es sei zwar früher Nachmittag, aber – den könne man immer genießen, lächelt die passionierte Biogärtnerin. Wir befinden uns auf einem unserer Streifzüge durch das sonnige Umland des Sterntalerhofs, in Willersdorf, in der Gemeinde Oberschützen. Elkes Haus liegt auf einem Hügel, die Nachmittagssonne taucht die beschauliche Ortschaft in goldenes Licht. Ist es der erstaunlich warme Wintertag, der Frühlingsgefühle in uns kribbeln lässt – oder ist es die Indianernessel im Tee? Der Raum wird erfüllt von den unterschiedlichsten Gerüchen. Vor uns stehen Schalen und Töpfe voller
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Der Sterntaler | Frühling 2016
Blätter und Blüten, von einem Stöfchen aus betören Räucherkräuter die Sinne. Manches duftet bekannt, manches gibt uns Rätsel auf: Was denn da so exotisch orientalisch rieche, fragen wir neugierig. Die Antwort bleibt aus, die Mischung sei noch in Entwicklung und daher leider geheim. Die Räucherkräuter, sie sind die jüngste Ergänzung zum breiten Angebot von Elke Piff, das nicht nur Kräuter, sondern auch aromatische Sirupe und feinste Marmeladen enthält. Es ist diese Vielfalt und Abwechslung, die Lust auf Neues, die für Elke den Reiz ihrer Arbeit ausmacht. „Man muss immer etwas Neues kreieren“ ist Elke überzeugt. Nicht nur weil es irgendwann einfach genug Varianten von Kräutersalz gibt. Sondern auch weil das sich ändernde Klima immer neue Pflanzen hervorbringt. So lernen wir, dass Liebstöckl, Melisse und die heilsame Engelwurz auf
Elkes sandig-trockenem Boden nicht mehr so gut gedeihen wollen. Mediterrane Kräuter jedoch – fühlen sich auf genau diesen Böden in Willersdorf zunehmend wohl. Ob denn der Klimawandel gar eine Bedrohung für ihren Betrieb darstelle, möchten wir wissen. „Man könnte es so sehen“, lächelt Elke – aber das möchte sie nicht. Sie erfreut sich lieber an der Entfaltung neuer Kulturen aus fernen Ländern – und an den ungewohnten Gerüchen in ihrer Küche. RUNDE UND ECKIGE SCHNECKEN Die Sonne draußen steht tief – wenn wir die Kräutergärten noch sehen möchten, dann müssen wir jetzt los. Wenige Gehminuten vom Haus der Familie Piff entfernt staunen wir nicht schlecht: In spannenden geometrischen Formen liegen drei großen Gärten vor uns. Die Kräuterkulturen sind in Form einer rechtwinkeligen, die Tee- und Sirup-Kräuter als runde Schnecke gepflanzt. Wer darin einen tieferen Sinn vermutet, liegt falsch – die kunstvolle Anordnung der Pflanzen entspringt einfach nur Elkes Verständnis von Spaß bei der Arbeit: „Man kann sie sogar bei Google Earth sehen“, erzählt sie mit einer Mischung aus Erheiterung und Stolz. „Und nun – das ist nur eine von drei Anbauflächen.“ Seit sie 2011 ihren Beruf im Sozialwesen hinter sich gelassen hat, um sich hauptberuflich den Kräutern zu widmen, ist ihr Betrieb stetig gewachsen. Heute erstrecken sich Ihre Gärten über eine Fläche von 1,2 Hektar. Verteilt auf drei Standorte werden über 50 verschiedene Produkte aus Kräutern, Pflanzen und Früchten erzeugt. Dass dies nach streng biologischen Richtlinien und komplett von Hand geschieht, scheint uns fast unglaublich. „Ohne die tatkräftige Unterstützung
meiner Familie wäre das auch nicht möglich“, lächelt Elke. So erledigt ihr Mann Gottfried auf seiner Fahrt zur Arbeit nach Graz regelmäßig Lieferungen zu Kunden – oder holt neues Verpackungsmaterial von Partnerbetrieben. Und auch auf ihre Kinder Hannes, Lukas und Marie ist immer Verlass, wenn Not am Mann ist. Besonders Lukas scheint Mamas Faible für die Natur und den Garten geerbt zu haben. „Er kann alles, was ich kann“, lacht Elke. Er war es auch, durch den Elke den Sterntalerhof kennenlernte: als er mit der Schule an zwei der freiwilligen Arbeitseinsätze teilnahm und dabei den Umbau des Sterntalerhofs unterstützte. „Begeistert hat er zuhause davon erzählt!“, erinnert sich Elke. Seit damals freuen sich sinnvoll Beschenkte in ganz Österreich über kleine gelbe Boxen mit duftend-entspannenden Grüßen aus dem Südburgenland (siehe Kasten). Was denn jetzt zubereitet werde, fragen wir, zurück in Elkes Küche. Die Sonne ist inzwischen fast untergegangen. „Apfelminze, Zitronenverbene, Lavendel, Kamille, Ringelblume und wieder ein bisschen Indianernessel“, erwidert Elke geheimnisvoll. Zeit für einen entspannenden Abendtee.
SCHENKEN HILFT.
Geschenkbox
„WOHL FÜHLEN“ Unser Entspannungs-Packerl mit duftenden Kostbarkeiten aus dem Bio-Kräutergarten von Elke Piff in Willersdorf: ein Kräuterkissen, zwei Badesalze (Rose und Kräuter), ein Lavendelzauber im Glastiegel und ein Teelicht aus BioBienenwachs inkl. original Sterntalerhof Zündholzschachterl! Für sinnvolle 24 Euro. Nur eine von vielen Sterntaler-Geschenkboxen, die Freude bereiten: Den beschenkten Freunden, dem Geschäftspartner – aber auch den Kindern, den Familien, den Tieren am Sterntalerhof. Weil Partner wie Elke Piff auf ihren Gewinn verzichten! Die ganze Auswahl zum online bestellen: www.sterntalerhof.at/schenken
Menschen
Fünf
Fragen
an Dr. Peter Okeke, Seelsorger und systemischer Familientherapeut am Sterntalerhof. WIE VERSTEHEN SIE IHRE ROLLE AM STERNTALERHOF? Ich freue ich mich sehr, dass es den Sterntalerhof gibt. In den Extremsituationen unserer Familien stellen sich Lebensfragen wie: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Welchen Sinn hat das Leben? Als Seelsorger versuche ich behutsam mit den Leidenden die möglichen Antworten zu finden. Der leidende Mensch ist nicht die „Niere von Zimmer 3“, sondern ein vielfältiges Ebenbild Gottes. Meine Rolle ist es, den gesamten Menschen und sein System im Blick zu behalten. „Wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit, wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle anderen Glieder mit ihm“. (1 Korinther 12,29). Anders ausgedrückt, die Krankheit eines Familienmitgliedes macht viel mit seinem Familiensystem. Ich sehe meine Aufgabe auch in der Vermittlung der Botschaft, dass die Wirkkraft des Lebens nicht mit dem Tod dieses Menschen endet. AUS IHRER SICHT – WELCHE BEDEUTUNG HAT DER STERNTALERHOF HEUTE IN ÖSTERREICH? Eine sehr hohe Bedeutung. Das Leben eines Menschen findet inmitten von sozialen Kontakten statt. Kein Mensch lebt für sich und allein in sich – gerade in den Extremsituationen des Lebens. Das Leben ist „prägend“ und wird auch geprägt. Diese Dynamik gilt für jedes Leben, wie unscheinbar es nach außen auch immer wirken mag. Jede gemeinsam durchgestandene Schwierigkeit schafft Bindung – ebenso wie das geteilte Schöne. All das erlebe ich am Sterntalerhof. Die beste Medizin des Menschen ist der Mensch.
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Der Sterntaler | Frühling 2016
„Die Beste Medizin des Menschen ist der Mensch.“ Dr. Okeke ist Seelsorger und Familientherapeut am Sterntalerhof.
WIE DEFINIEREN SIE „GLÜCK“? Wenn Leute mich fragen was sie tun müssen, um glücklich zu werden, sage ich immer: „Das Wichtigste ist, die guten Seiten des Lebens wahrzunehmen und sich nicht das eigene Leben zu verbittern, indem man auf die schlechten Seiten achtet. Das ist auch meine Definition des Glücks. Deswegen bin ich auch ein Mensch, der gerne schöne Momente sammelt – mit Dankbarkeitsgefühl. Manchmal erkennst du den wahren Wert eines Moments erst, wenn er zur Erinnerung wird. WIE GEHEN SIE MIT TRAURIGEN MOMENTEN UM? Am Institut für Ehe- und Familienberatung in Wien (wo ich montags psychotherapeutisch aktiv bin), haben wir eine Supervisions- und Intervisionsgruppe, die sich monatlich trifft. Da habe ich die Möglichkeit über die Dinge zu reden, die mir am Herzen liegen. Wer nicht spricht, zerbricht. Aber auch Humor wirkt therapeutisch für mich. Der Humortherapeut Andreas Kienzl sagte einmal: „Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt“. FÜR WELCHES THEMA MÖCHTEN SIE UNSERE GESELLSCHAFT STÄRKER SENSIBILISIEREN? Für die Psychotherapie – und dafür, wie wichtig sie für Menschen ist, die mit psychischen Problemen oder Grenzsituationen zu kämpfen haben. Weil aber die Psychotherapie für viele Menschen unleistbar ist, wäre es wünschenswert, dass die Krankenkassen die gesamten Kosten übernehmen würden!
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