9 1 Z R Ä M JAN |
T H E AT E R Z E IT U
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Mi 23.01.
EINE S T UND E
R U H E
So 27.01.
NEUES VON E B E R G A N N Ö L S U A L E M I CH Di 29.01. ET T HAG EN Q UAR T Do 21.02. E R WUNS CHK IND Di 26.02. A S S C ANAD IAN BR C A R N AV A L ! Di 12.03.
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Wo man sich nicht nur fĂźr mich engagiert, sondern auch fĂźr Kultur und Sport, bin ich am richtigen Ort.
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VORWORT Ich musste beim Lesen etwas schmunzeln. Auf der Homepage der Künstleragentur des Hagen Quartetts steht unter der Rubrik «on Tour» für den Januar: Amsterdam, Gent, Amsterdam, Wien, Olten, Salzburg. Im Februar geht’s dann weiter mit Hamburg, Berlin, Toulouse. Und dann im März wieder Wien, New York, Boston und so weiter. Ganz unscheinbar, scheint sich Olten in die Liste von Weltstädten mit weltbekannten Konzertsälen einzureihen. Da stehen wir, das Stadttheater Olten, zwischen dem Concertgebouw, der Elbphilharmonie und der Carnegie Hall. Olten – so unauffällig es sich in diese Liste einfügt, so spektakulärer ist doch die Erwähnung darin. Weniger noch die Nennung als viel mehr die Tatsache, dass das Hagen Quartett wirklich nach Olten kommt. Aber es steht da. Und wir dürfen also das unfassbare Glück erleben, dass das Quartett von Weltrang auf ihren Reisen auch einen Halt in der Schweiz macht. Und uns freut es natürlich umso mehr, dass der Halt in Olten ist. Denn so selbstverständlich und einfach, wie das auf den ersten Blick scheinen mag, ist es gar nicht. Nicht jeder Interpret ist dazu bereit, in einer so kleinen Stadt wie Olten ein Konzert zu geben: Man will ja auf möglichst grossen Bühnen der Welt spielen, sein Prestige vergrössern, seine Musik in die weite Welt tragen und mit einem Konzert ein möglichst grosses Publikum erreichen. Das können wir hier in Olten kaum bieten. Dennoch, das Hagen Quartett gibt uns die Ehre und verwandelt unseren Konzertsaal kurzfristig einmal mehr in einen Konzertsaal von Weltrang. Denn – und darin liegt unser Glück und auch das Überraschende in dieser Branche – oft sind es die Grossen, die schon weltbekannten Künstler, denen genau das nichts ausmacht. Sie wollen am liebsten überall spielen, egal ob Millionenmetropole oder Kleinstadt. Und um so schöner ist es, dass es dem Stadttheater Olten gelungen ist, den Halt des Hagen Quartetts in Olten zu ermöglichen. Somit dürfen wir einmal mehr Musik von höchster Qualität geniessen, gespielt von Interpreten, die seit dreissig Jahren beweisen, dass sie Meister ihrer Kunst sind.
Edith Scott Redakteurin Theaterzeitung
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I N H A LT Vorwort 3 Eine Stunde Ruhe
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Neues von Michel aus Lönneberga
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Hagen Quartett
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Backstage 25 Wunschkinder 28 Canadian Brass – Carnaval!
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Richard III.
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Gönnerinnen- und Gönnervereinigung
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Sponsoren und Medienpartner
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Adressen und Ortsplan, Vorschau
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EINE STUNDE RUHE
KOMÖDIE VON FLORIAN ZELLER
Jugendzeit für das Album «Me, Myself And I» seines Idols Niel Youart schwärmt, hat diese LP zufällig auf einem Flohmarkt gefunden. Überglücklich eilt er nach Hause, um sie sofort zu hören. Doch die ganze Welt scheint sich gegen ihn verschworen zu haben. Niemand gönnt ihm auch nur eine einzige Minute (geschweige denn eine Stunde) Ruhe: weder seine Frau, noch ihre beste Freundin (gleichzeitig seine Geliebte); und auch sein Sohn, sein Nachbar und ein sich als Pole ausgebender portugiesischer Klempner hindern ihn am Hörgenuss. Katastrophe folgt auf Katastrophe – eine katastrophaler als die andere. Eheliche, uneheliche, freundschaftliche, väterliche und nachbarliche Beziehun-
Eine Stunde Ruhe ©Saskia Valencia
Schon bei seinem weltweiten Bühnenerfolg «Die Wahrheit» (EURO-STUDIO-Tournee mit Helmut Zierl, Karin Boyd u.a.) zeigte der französische Star-Dramatiker Florian Zeller seine Begabung für pointengenaue Dialoge mit untrüglichem, fast schon musikalischem Gespür für Timing. Dass er auch ernsthafter schreiben kann, wissen auch die Oltner Theaterbesucher spätestens seit seinem Demenz-Drama «Vater» (als Koproduktion der Schauspielbühnen in Stuttgart mit dem EURO-STUDIO Landgraf mit dem 2. INTHEGA-Preis DIE NEUBERIN 2017 ausgezeichnet). Doch in «Eine Stunde Ruhe» regiert wieder eindeutig der feine französische Humor. Jazz-Liebhaber Michel, der seit seiner
Benjamin Kernen ©Albers Art, Pascal Breuer ©Loredana LaRocca
gen zersplittern – und dank des Klempnerpfuschs wird auch noch die Wohnung geflutet. Nach Lügen, Ablenkungsmanövern und Manipulationen könnte Michel am Ende eigentlich seine heissgeliebte Platte hören – wenn, ja wenn… In diesem spritzigen Komödien-Juwel (UA 2013) dreht Autor Florian Zeller kräftig an der Chaos-Schraube. Und wenn man denkt, schlimmer könne es für Michel gar nicht kommen, legt Zeller noch einen Zahn zu. Die irrwitzig turbulente, amüsante und mit souveräner Virtuosität geschriebene Katastrophen-Komödie ist Unterhaltung in bester französischer Tradition.
Mi 23. Jan.
19.30 Uhr
Abo A, S, F freier Verkauf Abendkasse Beginn Ende ca.
18.30 Uhr 19.30 Uhr 21.30 Uhr
Preise 50.– / 40.– / 30.– Schüler, Auszubildende und Studierende 50% Ermässigung.
Florian Zeller So etwas gibt es eigentlich nur im Märchen: Was immer der französische Autor Florian Zeller beginnt – es gelingt ihm! Gleich sein erster Roman «Neiges artificielles»
Landgraf Aus dem Französischen von Annette und Paul Bäcker
Raphael Grosch ©Loredana LaRocca
mit Timothy Peach, Saskia Valencia, Nicola Tiggeler, Benjamin Kernen, Johannes Lukas, Raphael Grosch, Reinhard Froboess Regie: Pascal Breuer Bühnenbild: Bettina Neuhaus Kostüme: Claudia Weinhart
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EINE STUNDE RUHE KOMÖDIE VON FLORIAN ZELLER
(«Künstlicher Schnee»), den er mit 22 Jahren veröffentlichte, katapultierte ihn an die Spitze der französischen Literaturszene. Er wurde dafür mit dem renommierten Prix de la fondation Huchette ausgezeichnet. Durch seine Fähigkeit, zündende und temporeiche Dialoge zu schreiben, gelang auch sein Sprung auf die Theaterbühne. Die Pariser Kritik und das Publikum bejubelten schon seine ersten drei Theaterstücke «L’Autre» («Der Andere») 2004, «Le Manège» («Der Dreh») 2005 und «Si tu mourais» («Wenn du tot wärst») 2006. Die Uraufführung seiner weltberühmten Komödie «Die Wahrheit» («La Vérité») fand 2011 in Paris statt, die deutsche Erstaufführung noch im selben Jahr in Hamburg. 2011 erschien das Bühnenstück «Le Père»
(«Vater»). In dieser tragischen Farce entdeckt man eine ganz neue Seite von Florian Zeller. Zeller erhielt für dieses aus der Perspektive eines an Demenz erkrankten Mannes erzählte Schauspiel den Prix Molière 2014 als bestes Stück und den Prix du Brigadier. Das berührende Stück war und ist aber nicht nur in Frankreich, sondern auch in England ein Hit und wurde 2016 in London für den Laurence Olivier Award als bestes neues Stück nominiert. Auch die Broadway-Produktion von «Vater» machte Furore: Sie war sowohl nominiert für den Theater-Oscar TONY (bestes Stück) als auch für den Outer Critics Circle Award als herausragendes Broadway-Stück. 2016 wurde Zellers bisher letztes Stück, eine Beziehungskomödie, uraufgeführt: «L’Envers du décors».
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Für die Eltern ist Michel vom Hof Katthult im schwedischen Småland, wo er zusammen mit Vater Anton, Mutter Alma, seiner Schwester Klein-Ida, dem Knecht Alfred und der Magd Lina lebt, ein Stück Fernsehnostalgie. Für die Kinder jemand, den man sich zum Freund wünscht, denn er hat’s wirklich in sich: Er wirbelt vom Anfang bis Schluss über die Bühne und fordert seine Umgebung tüchtig heraus. «Michel!», tönt es regelmässig aus Papa Antons Mund, und dann weiss der lebhafte Junge, dass er wieder was angestellt hat. Mit viel Witz und packender Musik inszeniert Brigitt Maag einmal mehr ein wunderbares Kindermusical rund um den
Neues von Michel aus Lönneberga @theaterfoto.ch
Der strohblonde Lausbub Michel hat mehr Unfug im Kopf als irgendein anderer Junge in ganz Lönneberga oder ganz Småland oder ganz Schweden oder vielleicht sogar auf der ganzen Welt! Doch bei allem Unfug, den er anstellt – der Michel hat sein Herz am rechten Fleck. Weihnachten steht vor der Tür und Michel bringt einen Korb voller köstlicher Leckereien ins Armenhaus, denn auch die Armen sollen ein schönes Weihnachtsfest haben. Als Michel herausfindet, dass die gierige Vorsteherin des Armenhauses alles alleine verputzt hat, wird er so richtig wütend und lässt sich kurzerhand etwas ganz Besonderes einfallen…
Neues von Michel aus Lönneberga @theaterfoto.ch
So 27. Jan.
Lausbub, basierend auf den Erzählungen von Astrid Lindgren. Singend, tanzend und theaterspielend führen die sechs Schauspieler mit einer beachtlichen Leistung durch die Geschichte. «Raffinierte Wechsel im Bühnenbild machten das Stück auch visuell zum Erlebnis.» (Schwyz Kultur, 19.3.2018) Ein musikalisches Lausbubentheater für die ganze Familie.
14.00 Uhr
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13.00 Uhr 14.00 Uhr 15.30 Uhr
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Rahel Fischer ©rahel-fischer.ch
Kindermusicals / Balzer Event Musikalische Leitung Jonas Zellweger Regie Birgitt Maag Geschichte Astrid Lindgren (Originaltitel: Winter in Lönneberga) Bühnenbild & Requisiten Affentheater Winterthur: Peter Affentranger, Barbara Ott, Natalie Péclard, Tim Sigg Kostüme & Requisiten Maja Kuhn
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H AG E N Q UA R T E T T sinfonien, die wesentlich eine Art homogener Gesamtklang waren, oder den Divertimenti a quattro älterer Kollegen wie Ignaz Holzbauer und Johann Christoph Wagenseil. Die Streichquartette Op. 55 komponierte Haydn in seiner burgenländisch-ungarischen Abseitigkeit zwischen Eisenstadt und Schloss Esterháza, zwischen etwa 1786 und 1790. Somit zählen sie bereits zu den späten Streichquartetten Haydns. Nach der anfänglich noch gesuchten «gantz neuen Besonderen Art» (so beschrieb Haydn seine Streichquartette op. 33) konnte Haydn diese in den späteren Werken weiterentwickeln und vertiefen. In Op. 55
Fotos: Hagen Quartett ©Harald Hoffmann
«Höchste Konzentration der Arbeit, grösster Reichtum der Gestalten bei strenger Begrenzung des Materials, einfache Klarheit der Form bei subtiler Feinheit des Details, klar überschaubare Gruppierung, Zielstrebigkeit der Entwicklung und höchste Mannigfaltigkeit in strengster Einheit.» So beschreibt Ludwig Finscher gewissermassen das Ideal des klassischen Streichquartetts. Joseph Haydn war es, der den Weg der Gattung wesentlich prägte. Er entwickelte die Königsdisziplin der Wiener Klassik von den Quartett
Fotos: Hagen Quartett ©Harald Hoffmann
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Di 29. Jan.
lässt er folglich der 1. Geige eine stärkere Betonung zukommen, wodurch das Quartett einen virtuoseren Charakter erhält. Den Anfang macht in diesem Werk ein Allegro-Satz in dem nach gewohnter Art ein Haupt- und ein Seitenthema eingeführt werden. In der Durchführung kehrt das triumphierend im Dreiklang aufsteigende Hauptthema in C-Dur zurück. Zu Beginn des Adagio cantabile sind nur drei Stimmen zu hören. Nach nur acht Takten übernimmt die 1. Violine die Melodie der 2. Violine
Abendkasse Beginn Ende ca.
F. Schubert (1797-1828) Streichquartett Nr. 8 in B-Dur, op. 168, op.post, D 112 1. Allegro ma non troppo 2. Andante sostenuto 3. Menuetto: Allegro – Trio 4. Presto
18.30 Uhr 19.30 Uhr 21.30 Uhr
Preise 75.– / 65.– / 55.– Schüler, Auszubildende und Studierende 50% Ermässigung.
Violine Violine Viola Violoncello
J. Haydn (1732-1809) Streichquartett in A-Dur, op. 55, Nr. 1, Hob.III:60 1. Allegro 2. Adagio cantabile 3. Menuetto – Trio 4. Finale: Vivace
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ABO K, F freier Verkauf
R. Schumann (1810-1856) Streichquartett in A-Dur, op. 41, Nr. 3 1. Andante espressivo – Allegro molto moderato 2. Assai agitato 3. Adagio molto 4. Finale. Allegro molto vivace
Fotos: Hagen Quartett ©Harald Hoffmann
Lukas Hagen Rainer Schmidt Veronika Hagen Clemens Hagen
19.30 Uhr
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HAGEN QUARTETT
eine Oktave höher, ein ganz wunderbarer Augenblick dieses Satzes. Das obligate Akkompagnement gipfelt in einer vierstimmigen ornamentalen Kadenz. Im Trio-Teil des Menuetts liegt die einfache Melodie bei der 2. Violine, die 1. Violine kontrapunktiert dazu in hoher Lage im leichtesten Staccato, um dann die Melodie wieder in tiefster Lage auf der G-Saite abzuschliessen. Mitten im Finale überrascht uns statt der Wiederkehr des neuntaktigen Themas ein rasantes Fugato mit einem Thema in traditionellem Stil mit grossen Notenwerten und den Achtelnoten des eigentlichen Themas als Kontrasubjekt. Der Satz endet wie ein Rondo, mit hübschen kleinen Varianten in der Harmonisierung. Am 5. September 1814 notierte Franz Schubert, er habe den Kopfsatz des B-Dur-Quartetts «in 4 ½ Stunden verfertigt». Nur wenige Tage zuvor beendete er sein Praktikum als Schulgehilfe und erhielt sein Diplom. Zudem bestanden reelle Aussichten darauf, dass seine im Frühsommer geschriebene F-Dur-Messe (D 105) aufgeführt würde. Genügend Gründe, um den Schaffenseifer des jungen Schuberts zu verstehen. Bereits am 13. September schloss Schubert seine Arbeit am Quartett ab. Das Stück des 22-Jährigen fällt in eine Zeit, in der sich Schubert, verglichen mit anderen seiner schon vielzählig komponierten
Quartette, von seinen Vorbildern zu lösen versucht. Er ist auf der Suche nach einem eigenen Stil, einer eigenen Ausdrucksweise. Obwohl man in der einen oder anderen Art den Einfluss von Mozart und Haydn auch in diesem Werk hören kann, finden sich bereits die später für Schubert typischen Merkmale seiner Musik: die aprupten Wechsel von tiefster Trauer und unbeschwerter Heiterkeit, der Hang zu alpenländischen Tänzen und die weitfassenden Melodien. Dazu kommt eine vollkommene Beherrschung der formalen Probleme. Der Kopfsatz beginnt schwebend auf der Quint mit einem Thema, das weniger das Hauptthema ist, sondern viel mehr eine Einstimmung auf das Kommende. Im Andante finden sich für Schubert typische Elemente mit den plötzlichen Einbrüchen von Forte-Akkorden im Gegensatz zu den scheinbaren liedhaften Phrasen. Das Menuett hört sich an wie ein ländlicher Tanz, dem im Trio lyrische Kantilenen gegenüberstehen. Das Hauptthema des Presto-Satzes drängt in seiner unruhigen, weniger spielerischen Art dem Ende entgegen. Darin finden sich Motive und Techniken, die sich später in Schuberts grosser C-Dur-Sinfonie wiederfinden, was glauben lässt, hier bereits den späten Schubert zu hören. «In diesem Quartett ist damit zum ersten Mal eine wirklich innere Geschlossenheit erreicht, und zugleich tritt überall der Wille zu persönlichem Ausdrucksstil in Erscheinung» (Walther Vetter 1934).
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Wie bei Schubert war das musikalische Erbe auch für Robert Schumann gross. Und wie Schubert lag auch Schumann daran, das Streichquartett mit neuem Geist zu beleben. «Haydn’s, Mozart’s, Beethoven’s Quartette, wer kennte sie nicht, wer dürfte einen Stein auf sie werfen? Ist es gewiss das sprechendste Zeugnis der unzerstörbaren Lebensfrische ihrer Schöpfungen, dass sie noch nach einem halben Jahrhundert aller Herzen erfreuen, so doch gewiss kein gutes für die spätere Künstlergeneration, dass sie in so langem Zeitraume nichts jenen vergleichbares zu schaffen vermochte», schrieb Schumann 1842 in der Neuen Zeitschrift für Musik. Noch im gleichen Jahr machte er selbst den Anfang zu einer romantischen Neubelebung der Gattung, die ihrerseits auf die folgenden Generationen nachwirkte. Schumann ging sein Vorhaben akribisch an: 1842 notierte er unter dem Namen «quartettistische Gedanken» erste Ideen zur Gattung. Dem folgte ein intensives Studium der Streichquartette Haydns, Mozarts und Beethovens bevor er sich dann noch im selben Jahr an die «Quartettversuche» heranwagte. Daraus gingen in der für Schumann charakteristischen Schnelligkeit, d.h. in gerade mal sechs Wochen, gleich drei vollständige Streichquartette hervor. Schumanns Arbeit war damit aber noch nicht beendet. Den Erstfassungen schloss
sich eine intensive Zeit der Erprobung durch das Quartett des Leipziger Konzertmeisters Ferdinand David an, in der noch manches geändert wurde. Erst im Januar 1843 beförderte der Komponist die Quartette als sein Opus 41 zum Druck, verbunden mit der Widmung an «seinen Freund Felix Mendelssohn-Bartholdy in inniger Verehrung». Es sollten Schumanns einzige Streichquartette bleiben. Eine nur sieben Takte lange Einleitung bereitet den ersten Satz «gleichsam wie aus der Ferne» (Hans Kohlhase) vor. Zaghaft und von Pausen unterbrochen scheint sich der Quartettklang langsam zu erheben. Das von der 1. Violine angedeutete Quintmotiv wird erst im Hauptthema des Allegros konkreter fassbar, quasi zum Thema. Dem steht eine Liedmelodie mit pochenden Achteln im Seitensatz entgegen. Der zweite Satz steht in der für ein Scherzo ungewöhnlichen Variationenform. An sein unruhiges synkopisches Thema in fis-Moll schliessen sich vier sehr unterschiedliche Variationen an, die ein Fugato ebenso einbeziehen wie ein kanonisches Poco adagio. Dessen Siciliano-Duktus und die Synkopen der Schlussvariation erinnern an die Variationen in Mozarts d-Moll-Quartett, KV 421. Das eigentliche Adagio ist einer der grossartigsten langsamen Sätze, die Schumann geschrieben hat: ein lyrischer Gesang nach Mendelssohns Vorbild, der allmählich in zerrissene Dialoge zwischen erster Violine und Bratsche übergeht. Gerade an diesen Stellen hat Schumann lange um
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HAGEN QUARTETT
die beste klangliche Lösung gerungen. Das Quartett endet im Finale mit einem tänzerischen Rondo.
Fotos: Hagen Quartett ©Harald Hoffmann
Hagen Quartett
Die Saison 18/19 verspricht neuen Hörgenuss und «unvergessliche […] Sternstunden der Musik» (Drehpunkt Kultur) mit einem Repertoireschwerpunkt um Franz Schubert. Dazu wird das Hagen Quartett vor allem Schostakowitsch, aber auch Beethoven, Dvorák und Schumann in all ihren klangfarblichen Schattierungen beleuchten und in ihrer komprimierten Tiefe ausloten. Ihr Weg führt sie wieder ins Concertgebouw Amsterdam, in die Wigmore Hall
London, zudem nach Brüssel, Hamburg, Köln, Paris und Berlin. Sie sind ebenso wieder bei den Salzburger Festspielen und bei der Schubertiade Hohenems zu Gast. In Asien steht eine Tournee an mit Konzerten in Japan, China, Macao und Taiwan. Das Hagen Quartett wird in die Vereinigten Staaten reisen für Konzerte in der Carnegie Hall New York, in Baltimore, Cincinnati, Indianapolis und Philadelphia. Die beispiellose, bereits drei Jahrzehnte andauernde Karriere des Hagen Quartetts begann 1981. Die ersten Jahre waren geprägt von Wettbewerbserfolgen und einem Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon Gesellschaft. Innerhalb der zwanzigjährigen Zusammenarbeit entstanden etwa 45 CD Einspielungen, die der Erarbeitung des schier endlosen Quartettrepertoires galten, woraus sich das unverwechselbare Profil des Hagen Quartetts entwickelte. Dabei ist dem Hagen Quartett die Zusammenarbeit mit Künstlerpersönlichkeiten wie Nikolaus Harnoncourt (†) und György Kurtág ebenso wichtig, wie gemeinsame Konzertauftritte mit Maurizio Pollini, Mitsuko Uchida, Sabine Meyer, Krystian Zimerman, Heinrich Schiff (†) oder Jörg Widmann. Als Lehrer und Mentoren am Salzburger Mozarteum, der Hochschule Basel und bei internationalen Meisterkursen geben sie diesen grossen Erfahrungsschatz an ihre jüngeren Kollegen weiter. Das Hagen Quartett spielt auf alten italienischen Meisterinstrumenten.
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Die Vorfreude auf das Märchen «Rumpelstilzchen» ist im Theater spürbar. An der Bartheke sind mehr Süssigkeiten aufgetischt als bei anderen Vorstellungen, denn heute sind besonders viele Kinder ins Theater gekommen. Sie springen aufgeregt umher. Während die kleinen und grossen Besucher ihre Jacken an der Garderobe abgeben, schminken sich die Künstler in der Garderobe noch fertig. Hinter der Bühne herrscht
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ebenfalls eine fröhliche und gelöste Stimmung. Die Kostüme hängen alle sorgfältig an den Wandhaken, auf den Tischen sind Schminke und Haarsprays griffbereit ausgelegt. Im Hintergrund läuft rockige Weihnachtsmusik – und die Schauspielerinnen und Schauspieler singen lauthals mit. Nicht nur im Foyer und im Theatersaal ist also die Vorfreude spürbar – auch in der Garderobe. Frage an Lilly (rechts) und Vanessa: Auf was freut ihr euch am meisten heute Nachmittag? Wir sind gespannt, wie das Bühnenbild aussehen wird. Und wir sind aufgeregt, im Theater zu sein. Uns nimmt auch Wunder, wie Rumpelstilzchen angezogen sein wird und wie alle anderen Personen auf der Bühne aussehen werden.
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Fragen an Rumpelstilzchen (Denis Maurer): Denis, wie bist du zu dieser Rolle als Rumpelstilzchen gekommen? Ich habe vor einem Jahr ein Märchen des Reisetheaters Zürich gesehen, weil eine Kollegin von mir da mitspielte. Es hat mir sehr gut gefallen und ich wollte sofort selber ein Teil dieser Gruppe werden. Ausserdem ist es ein super Engagement für mich, da ich nebenher die Schauspiel- und Musicalschule in Zürich absolviere. Nach einem Gespräch mit dem Regisseur Fabio Romano und einer Probe mit den Schauspielerinnen und Schauspielern, wurde ich in die Gruppe aufgenommen.
Fotos Backstage: André Albrecht
Was macht dir besonders Freude an dieser Rolle? Als Rumpelstilzchen kann ich energisch auf der Bühne herumtoben, muss keine Rücksicht auf Gepflogenheiten nehmen und kann mich ungehalten bis tierisch verhalten. Eine wunderbare Erfahrung, die Spass macht. Wie fühlt es sich an, vor einem jungen Publikum zu spielen? Toll! Wir schätzen die Ehrlichkeit der jungen Zuschauer – man erhält immer ehrliche Rückmeldungen. Ausserdem sind die Kinder ungehemmt und rufen auch mal etwas während der Vorstellung zur Bühne hoch. Das ist meist sehr spannend und auch lustig. Nina Knapp
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WUNSCHKINDER
KOMÖDIE VON LUTZ HÜBNER UND SARAH NEMITZ
der frappierenden Alltagsrealität der Texte durchaus angesprochen fühlen – sind es ja Themen, die auch zu Hause am Küchentisch durchgekaut werden. Bettine und Gerd haben ein Problem: Ihr Sohn Marc, der vor ein paar Monaten mit Ach und Krach sein Abi geschafft hat, hängt seitdem zuhause rum und tut nichts als schlafen, fernsehen, kiffen, den Kühlschrank leerfressen und Party – und das natürlich inklusive Wäschewasch-Service in elterlicher «Vollpension». Keine Initiative, kein Plan in Sicht. Nichts. Das treibt besonders Vater Gerd zur Weissglut, der als leitender Bauingenieur eines
Plakatsujet: Wunschkinder ©Konzertdirektion Landgraf
Für ihre Alltagsnähe und ihre witzig formulierten und bühnenwirksamen Dialoge wird das erfolgreiche Autorenpaar Hübner/Nemitz gefeiert. Ihre Stücke gehören seit einigen Jahren zu den meistgespielten im deutschsprachigen Raum. «Wunschkinder» beschäftigt sich nicht mehr mit Eltern von Grundschulkindern und ihren Sorgen um den Übergang ins Gymnasium (wie in ihrem Theaterhit «Frau Müller muss weg»). Es legt den Fokus auf den später folgenden Abnabelungsprozess der Jugendlichen vom Elternhaus, inmitten von Generationenkonflikten und gegenseitigem Unverständnis. Dabei dürfte sich der eine oder andere im Saal von
Claudia Wenzel ©Bjoern Kommerell, Katharina Heyer ©Niklas Vogt
Do 21. Feb.
internationalen Konzerns lösungsorientiertes Handeln gewöhnt ist. Genauso könnte man einen Pudding nach dem Sinn des Lebens fragen, klagt er. Doch Druck hilft nicht. Und Diskussionen schon gar nicht! Aber ganz raushalten und einfach machenlassen, wie es Bettines alleinerziehende Schwester Katrin vorschlägt, ist auch keine Lösung. Dabei meinen es Bettine und Gerd doch nur gut. Was haben sie bloss falsch gemacht? Aber dann lernt Marc Selma kennen, die in puncto Zielstrebigkeit sein genaues Gegenteil ist: Sie holt an der Abendschule gerade ihr Abi nach, hat zwei Jobs und kümmert sich auch noch um ihre psychisch labile Mutter Heidrun, die als Köchin in einer Werkskantine arbeitet. Aus den beiden ungleichen 19-Jährigen wird ein Liebespaar. Und endlich scheint es auch aufwärts
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zu gehen mit Marcs Antriebskraft. Er und Selma wollen sogar zusammenziehen. Doch dann ist Selma plötzlich schwanger. Sofort startet Bettines und Gerds Fürsorge-Wahn. Sie machen sich an die Zukunftsplanung für Sohn und Enkelkind in spe. Dafür sind Eltern ja schliesslich da! Nur Selma und Marc hat noch niemand gefragt…
Der Autor Lutz Hübner «Lutz vor Bert» kommentierte der SPIEGEL als Lutz Hübner nach der Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins 1999/2000 Brecht als meistgespielten deutschsprachigen Dramatiker überrundet hatte. Kaum ein führender Dramatiker hat ein vergleichbar untrügliches Gespür für Themen, die in der Luft liegen, kaum einem anderen Autor gelingt es, brandaktuelle Themen so aufzubereiten, dass Ernst und Unterhaltung die richtige Balance halten.
Hübners grosse Kunst besteht in der emotionalen Glaubwürdigkeit der Menschen, die er auf die Bühne stellt – Menschen, die so nah am Alltäglichen sind, dass man das Gefühl hat, man würde sie kennen. Dass Hübners Stücke gut gemachtes Konversations- und Gebrauchstheater und ausserdem auch noch intelligent gebaut sind, dass die frappierend genau zur jeweiligen Person passenden Dialoge mit unwiderstehlichen Zeitgeistpointen bestückt sind, dass er Schauspielprofis bestes Rollenfutter liefert, verrät seine Vergangenheit als Regisseur und Schauspieler – wie er versichert «mit ordentlichem Abschluss» (Staatliche Hochschule Saarbrücken). Vor dem ordentlichen Abschluss an der Staatlichen Hochschule Saarbrücken in Regie und Schauspiel hatte der 1964 in Heilbronn geborene Autor schon in Münster ein Studium der Germanistik, Philosophie und Soziologie hinter sich. Er spielte, inszenierte und schrieb sechs Jahre lang parallel: Gastverträge führten ihn an das Saarländische Landestheater und an das Staatstheater Karlsruhe. 1990–1995 war er Schauspieler und Regisseur am Landestheater Neuss, 1993–1996 in den gleichen Positionen am Theater der Landeshauptstadt Magdeburg. Immer erweist sich Hübner als hoch sensibler Seismograph für gesellschaftsrelevante Themen, die aktuell sind. Inzwischen gibt es mehr als 35 Theaterstücke von Lutz Hübner.
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C A N A D I A N B R A S S – C A R N AVA L ! fünf Mitglieder ihre Begeisterung für den Bläserklang mit immer neuem Publikum. Sie beherrschen nicht nur ihre Instrumente mit äusserster Perfektion, sondern auch die Bühne. Canadian Brass entwickelte im Laufe der Zeit eine ausserordentliche Bühnenpräsenz und einen einzigartigen Bezug zum Publikum. Markenzeichen eines jeden Canadian Brass-Auftritts sind Unterhaltung, Spontanität, Virtuosität und vor allem Spass – aber egal was für Musik gespielt wird, sie steht immer im Zentrum und wird mit höchster Hingabe, Virtuosität und Spielfreude wiedergegeben. Mit einer Diskografie von über 130 Alben und ausgedehnten Tourneen gehören
Canadian Brass ©Bo Huang
Die weissen Turnschuhe stehen für mehr als nur für eine modische Marotte der fünf Musiker: Sie sind Markenzeichen und Programm. Leichtfüssig und energiegeladen, mit kraftvollem und dabei geschmeidigem Sound durcheilen Canadian Brass die Musikgeschichte. Von den Freunden Chuck Daellenbach und Gene Watts 1970 gegründet, gehören die Canadian Brass heute zu den besten Brass-Ensembles auf internationaler Ebene. Jedes ihrer Konzerte zeigt die volle Bandbreite von Barock über Dixieland bis hin zu neuen und eigens für die Band arrangierten Kompositionen. Jeder für sich ein Virtuose auf einem Instrument, teilen die
Canadian Brass ©Bo Huang
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Di 26. Feb.
Canadian Brass zu den Pionieren, die Brassmusik einem breiten und weltweiten Publikum bekannt machen wollen. In den vergangenen Jahren füllten Canadian Brass Konzerthäuser in den USA, Kanada, Japan und Europa. Sie traten als erstes westliches Bläser-Ensemble in der Volksrepublik China auf, spielten in Australien, im Mittleren Osten, in Russland und in Südamerika. In der Geschichte von Canadian Brass kommt der Lehre eine wesentliche Rolle zu. Jedes Mitglied ist gleichsam darum bemüht, die nächste Generation von Brass-Spielern zu formen. Während ihren Reisen rund um die Welt legen sie entsprechend immer wieder Pausen für Masterklassen ein und arbeiten auf der ganzen Welt mit Studenten und jungem Publikum. Derzeit sind Canadian Brass das «Ensemble in Residence» an der University of Toronto nachdem sie mehrere Jahre lang «Chamber Quintet-in-Residence» an der Music Academy of the West in Santa Barbara, Kalifornien, waren. In Zusammenarbeit mit der Hal Leonard Corporation haben Canadian Brass ihre umfassende Bibliothek von Werken für Brass-Ensemble für Musiker aller Levels zur Verfügung gestellt.
Abendkasse Beginn Ende ca.
arr. Hudson: Carnival of Venice R. Schumann: Auswahl aus «Carnaval» div. Komponisten: Tribute to Jazz and Dixieland G. Bizet, arr. Mills: Carmen
18.30 Uhr 19.30 Uhr 21.30 Uhr
Preise 70.– / 60.– / 50.– Schüler, Auszubildende und Studierende 50% Ermässigung.
Posaune Horn Trompete Trompete Tuba
W. A. Mozart, arr. Ken Watkin: Ouvertüre «Die Zauberflöte» J. S. Bach: Jazzed up Bach Arrangements div. Komponisten: Latin Journey ***
Abo F freier Verkauf
Chuck Daellenbach © canadianbrass.com
Achilles Liarmakopoulos Jeff Nelsen Caleb Hudson Chris Coletti Chuck Daellenbach
19.30 Uhr
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R I C H A R D I I I. DRAMA VON WILLIAM SHAKESPEARE tiefst amoralisch und ausgestattet mit satanischer Intelligenz und intrigantem Kalkül. Um sich einen Weg an die Spitze zu bahnen tut er alles, ohne Rücksicht auf Verluste. König Richard III. ist aber vor allem eines: ein grandioser Schauspieler. Er nutzt das Teuflische als Verkleidung, die er anlegt, um nicht nackt zu sein: Und so bekleid ich meine nackte Bosheit Mit alten Fetzen, aus der Schrift gestohlen Und schein ein Heil'ger, wo ich Teufel bin. Oder etwas moderner, von Marius von Mayenburg übersetzt: Und so kleid ich meine nackte Niedertracht in unzusammenhängende alte Fetzen, geklaut
Richard III. © Rebecca ter Braak
Das Skelett des gefallenen Königs wurde im Sommer 2012 bei Bauarbeiten unter einem Parkplatz in Leicester, England gefunden. Richard III. wurde, Historikern zufolge, ohne Sarg und respektlos in aller Eile beerdigt. Nach einer gebührenden Bestattung 2015 ist sein Grab heute in der Kathedrale von Leicester zu besichtigen. Die Form seiner ursprünglichen Beerdigung sagt bereits viel über die Bedeutung, die Verachtung und die Abscheu, mit deren man König Richard III. betrachtete. Bis heute gilt er als einer der diabolischsten Könige – und eine der diabolischsten Figuren aus Shakespeares Werk. Ein Teufel in menschlichem Kostüm, zu-
Richard III. ©Sabine Haymann
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Di 12. März
aus der heiligen Schrift, und seh aus wie ein Heiliger, wo ich am meisten den Teufel spiele. Und den Teufel spielt er gerne, um an sein Ziel zu gelangen – auf den Thron Englands. Dafür beseitigt er nach und nach seine Verwandten, die in der Erbfolge vor ihm stehen, und die Adeligen, die sich ihm widersetzen. Er umwirbt Prinzessin Anna, die Witwe seines Neffen Eduard V. und macht ihr inmitten des Trauerzuges für den ermordeten König Heinrich, ihren Schwiegervater, einen Heiratsantrag. Da sie annimmt, dass Richard ihren Gatten und dessen Vater getötet hat, reagiert sie empört, lässt aber doch das Schwert fallen, das Richard ihr mit entblösster Brust als Liebesbeweis hinhält. Mit Hilfe des ihm ergebenen Herzogs von Buckingham erreicht er endlich sein Ziel und besteigt als Richard III. den Thron von England. Doch das Mass ist voll. Unter Führung des jungen Grafen Heinrich von Richmond aus dem Hause Tudor sammeln sich seine Gegner und rüsten zum Kampf. Am Vorabend der Entscheidungsschlacht bei Bosworth erscheinen dem jungen Richmond die Geister der Toten und verkünden ihm den Sieg, während den englischen König schwere Gewissensbisse befallen. Richard III. kommt in der Entscheidungsschlacht um («Ein Pferd, ein Pferd, mein Königreich für ein Pferd!») und Graf von Richmond ergreift als Heinrich VII. das Königszepter.
Regie Manfred Langner Ausstattung Beate Zoff Kostüme Uschi Haug
mit Max Tidof, Reinhold Weiser, Stephanie von Borcke, Martin Böhnlein, Serjoscha Ritz, Kim Zarah Langner, Marcus Born, Axel Weidemann, Christoph Bangerter u.a.
ABO B, S, F freier Verkauf Abendkasse Werkeinführung Beginn Ende ca.
18.30 Uhr 19.00 Uhr 19.30 Uhr 22.00 Uhr
Preise 50.– / 40.– / 30.– Schüler, Auszubildende und Studierende 50% Ermässigung.
Richard III., Max Tidof ©Sabine Haymann
Schauspielbühnen Stuttgart Thespiskarren / Landgraf
19.30 Uhr
Richard III., Martin Boehnlein, Gideon Rapp, Max Tidof_©Sabine Haymann
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RICHARD III. DRAMA VON WILLIAM SHAKESPEARE
Max Tidof Max Tidof begann seine Schauspiellaufbahn 1979 in München am Studiotheater und an den Kammerspielen, dann am Schauspiel Bonn (1987/88) und an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin. Seit seiner Rolle in Klaus Emmerichs legendärer TV-Serie Rote Erde (II) von 1982 spielte er in zahlreichen Fernsehspielen und -Serien und hatte Gastauftritte u.a. in Kommissar Rex, HeliCops, Der Alte, Der Fahnder, Polizeiruf 110, Ein Fall für Zwei und anderen. Im Kino debütierte er 1985 in Slavo Luthers Vergesst Mozart. Für seine Rolle als Ari Leschnikoff in Joseph Vilsmaiers Drama über die legendäre Männergesangs-
gruppe wurde er 1998 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. In den letzten Jahren ist Max Tidof überwiegend in Fernsehproduktionen, wie unter anderem Der Meineidbauer (2012), Auf der Suche nach dem G-Punkt (2009), Kasimir und Karoline (2011) zu sehen gewesen. In Erinnerung geblieben ist er als Michael in Sechs Tanzstunden in sechs Wochen von 2004 der Komödie im Bayrischen Hof und 2014 war er als Charlie in «Auf und davon» zunächst an der Komödie im Marquart zu sehen und zwei Jahre später auf erfolgreicher Tournee. Die deutschsprachige Erstaufführung 2016 von «Ein Picasso» gelang ihm eindrucksvoll am Alten Schauspielhaus in Stuttgart.
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Stadttheater Olten AG Frohburgstrasse 1 4601 Olten Telefon 062 289 7000 Fax 062 289 7001 info@stadttheater-olten.ch www.stadttheater-olten.ch
Impressum Herausgegeben von Stadttheater Olten AG Redaktion: Edith Scott Layout: grafikmeier.ch, Olten Druck: Dietschi Print&Design AG, Olten
Internet-Vorverkauf Einzeleintritte www.kulturticket.ch Telefon 0900 585 887 (Mo–Fr, 10.30 –12.30 Uhr, Fr. 1.20/Min.) oder kulturticket.ch – Vorverkaufsstellen Vorschau Theaterzeitung Nr. 5 2018|19 Do 14.03.19 Saturday Night Fever Fr 15.03.19 Münchener Kammerorchester So 17.03.19 Zwerg Nase Mi 20.03.19 Die Glasmenagerie So 24.03.19 Madama Butterfly Mi 03.04.19 «Le Bal»
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