T H E AT E R ZEITUNG
Va te r D o n G io v a n n i Te rro r Ta n n h ä u se r H ö c h st e Ze it ! e st e r Zü ri c h To n h a ll e -O rc h
Angelika Mann © DERDEHMEL
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VORWORT Geschätzte Leserin, geschätzter Leser Schon wieder neigt sich eine Theatersaison dem Ende zu. Noch dürfen wir uns jedoch auf weitere musikalische, gesangliche und schauspielerische Leckerbissen freuen und wie immer ist für alle etwas Passendes im Programm. Was gibt es Schöneres, als am Abend ins Stadttheater zu gehen. Vielleicht war es ein anstrengender Tag, möglicherweise wenig inspirierender Alltag und der abendliche Theaterbesuch ist das Highlight dieses Tages. Wie auch immer. Das Eintauchen in Musik, Schauspiel, Musical oder Oper tut Geist und Seele gut, entspannt, erschüttert, regt zum Denken an, bringt einen zum Lachen oder beschert interessante Pausengespräche. Als Verwaltungsratspräsidentin der Stadttheater Olten AG bin ich mit Recht stolz auf unsere Kulturinstitution, die weit über Olten ausstrahlt. Dank des grossen Engagements Herbert Schiblers, unseres stets präsenten Geschäftsführers und des Künstlerischen Beirats, können wir ein hochklassiges und vielfältiges Programm zu moderaten Preisen anbieten. Unser Theater ist auch bei Künstlerinnen und Künstlern sehr beliebt, denn sie werden freundlich und zuvorkommend aufgenommen, schätzen die Nähe zum Publikum und sind begeistert ob der kompetenten Dienstleistungen unserer Techniker. Herbert Schibler bringt ihnen jeweils die Stadt Olten näher und generiert etliche Logiernächte in ansässigen Hotels. Die optimale Anbindung an den öffentlichen Verkehr durch die bahnhofnahe Lage bringt uns zudem viele auswärtige Besucherinnen und Besucher nach Olten. Damit das Theater nicht nur aus Sicht eines ansprechenden Programms sondern auch in baulicher Hinsicht einer erfolgreichen Zukunft entgegen sehen kann, beschäftigen sich Geschäftsleitung und Verwaltungsrat vorausschauend mit notwendigen Investitionen, unter anderem im Bereich des Bühnenhauses. Vorerst freuen wir uns auf einen gelungenen und gefreuten Abschluss der laufenden Saison und sind gespannt auf die kommende Saison 2017/2018! Iris Schelbert-Widmer Verwaltungsratspräsidentin
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I N H A LT Vorwort 3 Inhalt
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Vater 6 Don Giovanni
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Terror 14 Tannhäuser 18 Backstage 20 Höchste Zeit!
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Tonhalle-Orchester Zürich
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GönnerInnen-Vereinigung 41 Sponsoren und Medienpartner
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Adressen und Ortsplan
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VAT E R TRAGIKOMÖDIE VON FLORIAN ZELLER Das Besondere an diesem Theaterstück ist die ungewöhnliche Erzählstruktur. Erlebt wird die Handlung nicht chronologisch, sondern aus der Erlebniswelt des 80-jährigen. Dadurch wird der Zuschauer an diese Hauptfigur gebunden und erlebt mit ihr alle Schattierungen des Glücks und auch des Ausgeliefertseins. Und es wird immer wie schwieriger zu erkennen, was Realität, Wunschvorstellung oder Halluzination ist. «Vater» ist ein theatralisches Erlebnis, das einem Spiegelkabinett gleicht, manchmal überraschend schräg, beängstigend, aber auch komisch und schrill. Es erhielt grossartige Kritiken, und Le Figaro meint, dass dies eines der besten Stücke von Florian Zeller sei.
Fotos © Sabine Haymann
«Vater» ist ein berührendes Stück über einen alten Mann, der an Demenz erkrankt ist. Der 80-jährige André merkt, dass sich etwas verändert. Noch lebt er allein in seiner Pariser Wohnung und versucht vor Anne, seiner ältesten Tochter, den Eindruck aufrecht zu erhalten, dass alles in Ordnung sei. Doch Anne spürt, dass er nicht mehr allein zurechtkommt. Also organisiert sie Pflegehilfen, mit denen er sich ständig streitet. Das Publikum erlebt einen Mann, der verzweifelt auf der Spurensuche nach sich selbst ist, und der nach und nach in eine Welt gerät, in der seine Biografie nicht mehr gilt, in der sie am Verlöschen ist.
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Sa 1. April
19.30 Uhr
Abo A, S, F freier Verkauf Abendkasse 18.30 Uhr Werkeinführung 19.00 Uhr (Konzertsaal) (Madeleine Schüpfer, Kulturjournalistin)
Beginn Ende ca.
19.30 Uhr 21.10 Uhr Pause nach ca. 50 Min.
Preise 50.– / 40.– / 30.– Schüler, Auszubildende und Studierende 50% Ermässigung Florian Zeller, 1979 in Paris geboren, gehört zu den begabtesten zeitgenössischen Autoren, er erhielt zahlreiche Preise, darunter auch den Prix Molière. Seine Komödie «Die Wahrheit» wurde bereits in Olten mit grossem Erfolg gezeigt.
Regie Ausstattung
Rüdiger Hentzschel Marcus Ganser
André Anne Pierre Laura Ein Mann Eine Frau
Ernst-Wilhelm Lenik Irene Christ Dieter Bach Juliane Köster Benjamin Kernen Maja Müller
Altes Schauspielhaus Stuttgart Landgraf
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D O N G I O VA N N I OPER VON WOLFGANG A. MOZART Der britische Regisseur Richard Jones entwirft eine Welt voller Coolness und Routine, ganz im Sinne von «Wer ist hier der Verführer?». Von erotischer Eroberung will Don Giovanni nichts wissen. Augenkontakt genügt, um den Willen der jeweils Anvisierten zu beugen. Und so verschwindet jede während der Ouvertüre über die Bühne defilierenden Damen für einen Augenblick zu einem Stelldichein mit dem Libertin hinter einer der Türen, die ihnen der Diener Leporello diskret aufhält. Nun erlebt der Zuschauer eine Welt der Doppeldeutigkeiten, sowohl im Inhalt als auch bildlich. Donna Annas Festhalten des Eindringlings Don Giovanni in der ersten Szene kennzeichnet diese Doppeldeutig-
keit, Jones betont sie, indem er das Zusammentreffen der beiden als sexualisiertes Spiel um Begehren, Macht und Gewalt in Szene setzt. Viele kleine faszinierende Szenenbilder und Handlungen entstehen. Klug und facettenreich ist das Basler Ensemble besetzt. Neben Kiandra Howarth, die als Donna Anna mit leicht abgedunkeltem Sopran ihre Gefühlslage zwischen Trauer und verborgener Leidenschaft in der Schwebe hält, sticht Anna Rajah als Donna Elvira furios hervor. Vor allem musikalisch erlebt man Höhepunkte unter dem Dirigenten Erik Nielsen unter Begleitung des Baslers Sinfonieorchesters. Faszinierend ist auch der stumme Doppelgänger Leporellos, der als männliche Eroberung Don Giovannis am Anfang des Abends
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Sa 22. April
19.30 Uhr
Abo A, M, F Kein freier Verkauf Besammlung Schützenmatte Abfahrt Beginn Ende ca. Rückkehr ca.
17.30 Uhr 17.45 Uhr 19.30 Uhr 22.50 Uhr 23.45 Uhr
Chor des Theater Basel Sinfonieorchester Basel Statisterie des Theater Basel
Fotos © Priska Ketterer
für das Schmunzeln sorgt. In der Tat geht es Jones nicht nur um die Verkleidung und Kleidung, sondern um die Identitäten von Herrn und Diener. Riccardo Fassi bringt dies als Giovanni überzeugend hinüber. Man erlebt eine Oper, die tief packt und berührt, die die Musik Mozarts wundersam zum Klingen bringt, alles Lebendige herauskristallisiert und diese Inszenierung zu einem herrlichen Höhepunkt macht. Die Sinnlichkeit des Augenblicks wird voll ausgelebt, Don Giovanni bleibt ein uneingelöstes Versprechen.
Regie Musikalische Leitung
Richard Jones Erik Nielsen
Don Giovanni Der Komtur Donna Anna Don Ottavio Donna Elvira Leporello Masetto Zerlina Elviras Zofe
Riccardo Fassi Michael Hauenstein Kiandra Howarth Simon Bode Anna Rajah Biagio Pizzuti Nicholas Crawley Maren Favela Mirjam Karvat
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TERROR SCHAUSPIEL VON FERDINAND VON SCHIRACH Major Lars Koch, Pilot eines Kampfjets der Deutschen Bundeswehr, steht vor Gericht. Die Anklage lautet auf mehrfachen Mord. Dem jungen Mann wird angelastet, am 26. Mai 2013 ein Passagierflugzeug auf dem Flug LH 2047 von Berlin nach München abgeschossen und dabei sämtliche Menschen an Bord –164 an der Zahl – getötet zu haben. Soweit eindeutig, doch der Fall ist viel brisanter. Das Flugzeug war kurz zuvor von einem Terroristen gekapert worden und hielt jetzt Kurs auf die ausverkaufte Münchner Allianz Arena, in der gerade 70'000 Zuschauer ein Länderspiel zwischen Deutschland und England
verfolgten. Major Koch musste schnell reagieren, mit seinem Jagdflieger nahm er die Verfolgung auf und versuchte die Maschine abzudrängen, doch ohne Erfolg. Er feuerte einen Warnschuss ab, doch auch der hatte nicht die gewünschte Wirkung. Ein Abschuss wurde von der höchsten Stelle verweigert. Was sollte er tun? Er entschloss sich zu schiessen, entgegen dem Befehl seiner Vorgesetzten und im vollen Bewusstsein seiner Tat. Nun gilt es darüber zu richten, ob sich Lars Koch eines Verbrechens schuldig gemacht hat. Hochspannende Prozessverhandlun-
Terror © Ilja-Mess
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gen spielen sich im Bühnenraum ab. Sachlich, kühl und mit viel intellektueller Schärfe. Gewöhnliche Wertemassstäbe versagen: Darf Leben gegen Leben, gleich in welcher Zahl, abgewogen werden? Um welche Gründe kann es gehen, um ein Unheil durch ein anderes, kleineres Unheil abzuwehren?
Di 25. April
19.30 Uhr
Abo C, S, F, Y freier Verkauf Abendkasse 18.30 Uhr Werkeinführung 19.00 Uhr (Konzertsaal) (Dramaturgie TOBS)
Beginn Ende ca.
Dem mehrfach preisgekrönten deutschen Schriftsteller und Strafverteidiger Ferdinand von Schirach gelang mit «Terror» ein packendes Justizdrama von erdrückender Aktualität. Das Publikum wird mit eingebunden und muss am Schluss selbst ein Urteil fällen!
19.30 Uhr 21.50 Uhr
Preise 50.– / 40.– / 30.– Schüler, Auszubildende und Studierende 50% Ermässigung
Inszenierung Bühnenbild und Kostüme Dramaturgie
Katharina Rupp Vazul Matusz Margrit Sengebusch
Vorsitzender Lars Koch, Angeklagter Biegler, Verteidiger Nelson, Staatsanwältin Christian Lauterbach Franziska Meiser Wachtmeister
Günter Baumann Jan-Philip Walter Heinzel Jörg Seyer Atina Tabé Daniel Hajdu Margrit Maria Bauer Basil Medici
Katharina Rupp © Ilja-Mess
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TA N N H ÄUS E R ROMANTISCHE OPER VON RICHARD WAGNER Die sinnliche Welt des Venusberges bietet dem ausgelassenen Lebenswandel des Minnesängers Tannhäuser eine Heimat, wobei diesem der Realitätsbezug mehr und mehr verloren geht. Beim Sängerkrieg auf der Wartburg kommt es zum Eklat, als Tannhäuser das Tabu bricht und der fleischlichen Lust huldigt, indem er das wahre Wesen der Liebe mit sinnlichem Genuss im Venusberg beschreibt. Er zieht sich den Zorn des Publikums zu, Elisabeth wirft sich im letzten Moment in die wüten-
de Meute und erbittet für ihren Geliebten Tannhäuser die Chance, sein Seelenheil in einer Wallfahrt wiederherzustellen zu können. Der katalanische Regisseur Calixto Bieito lenkt den Fokus auf den Gegensatz zwischen ureigenen menschlichen Impulsen und gesellschaftlichen Konventionen. Der Minnesänger Tannhäuser ist zwischen Realität und Illusion hin-und hergerissen und zerreibt sich zwischen künstlerischer Frei-
Foto: Richard Wagner
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heit und gesellschaftlichen Zwängen. Dabei lehnt er sich eng an die Idee Richard Wagners in der für Paris geschriebenen “Romantischen Oper“ an, in der sich der Künstler gegen sinnlose Konventionen und das Verleugnen der menschlichen Natur in einer seelenlosen Gesellschaft stellt. Es ist dies ein Thema und eine Problematik, die auch heute noch ihre volle Bedeutung hat, denn die künstlerische Freiheit wird oft nicht verstanden oder akzeptiert, wenn sich auch heute vieles in diesem Bereich verändert hat.
So 30. April
17.00 Uhr
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15.00 Uhr 15.15 Uhr 17.00 Uhr 20.45 Uhr 21.45 Uhr
Chor Konzert Theater Bern Berner Symphonieorchester
Regie Musikalische Leitung Bühne Kostüme
Calixto Bieito Kevin John Edusei Rebecca Ringst Ingo Krügler
Hermann, Landgraf von Thüringen Tannhäuser Wolfram von Eschenbach Walther von der Vogelweide Biterolf Heinrich der Schreiber Reinmar von Zweter Elisabeth Venus Ein junger Hirt
Kai Wegner Daniel Frank Jordan Shanahan Andries Cloete Andreas Daum Ralf Simon Carl Rumstadt Liene Kinca Claude Eichenberger Mitglied Musikschule Köniz Kinderchor
Kevin John EduseiKonzert ©Theater Bern
Foto©Theater Bern
Besuch im Konzert Theater Bern
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B AC K S TAG E
«HIER SIND WIR GUT AUFGEHOBEN!» Nüchtern und karg, in jungfräulichem Weiss – mit drei grossen Leinwänden und einem Sofa in der Mitte – präsentiert sich das Bühnenbild zur Komödie «Kunst». Schauspieler Leonard Lansink, einer der drei Protagonisten, gefällt dieser schlichte Auftritt: «Der Ballhaus-Stil wird hier ein wenig imitiert, ich mag das sehr.» Er sitzt in der Garderobe, nascht Süsskram von Haribo und beantwortet mit grosser Gelassenheit die Fragen der Journalistin. In einer Stunde stehen die drei Männer auf der Bühne. Aber das scheint sie überhaupt nicht zu kümmern. «Wir haben nur vor der Premiere Lampenfieber, dann nicht mehr», sagt Lansink, der sich in der Rolle des Privatdetektivs Georg Wilsberg in den Münster-Krimis des ZDF einen Namen gemacht hat. Es herrscht eine friedliche, ruhige Atmosphäre
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CORINNE REMUND
hinter der Bühne und die deutschen Gäste reden mit Journalistin und Fotograf über Gott und die Welt. Sie spielten gerne in der Schweiz. «Die Schweizer sind ein speziell aufmerksames und dankbares Publikum», sagt Kollege Heinrich Schafmeister. «Das Oltner Stadttheater ist wunderschön. Wir sind sehr gerne hierhergekommen», betont Bodo Mehr, Tourneeleiter der Konzertdirektion Landgraf. «Wir sind hier gut aufgehoben.» Dies hätte sehr viel mit Direktor Herbert Schibler zu tun, der sich immer sehr herzlich um die Truppe kümmere, sie verpflege und auch gerne bei einem guten Tropfen fachsimple. «Das ist nicht selbstverständlich, wir schätzen das alle sehr und fühlen uns unendlich wohl», so Mehr.
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Backstage-Fotos ©André Albrecht
« D A S W E S E N D E R M Ä N N E R W I R D H I E R V E R S TA N D E N » Für Heinrich Schafmeister ist «Kunst» ein sehr intelligentes Stück mit viel Unterhaltungswert und einer grossen Prise Humor. «Yasmina Reza hat hier über drei Männer geschrieben und ihr Wesen dabei total verstanden. Ich fühle mich jedenfalls verstanden in dem Stück», meint er lachend. Die Herausforderung sei viel Text in sehr kurzer Zeit. «Eigentlich ist es Text für Zwei», ergänzt Schafmeister, «aber es macht Spass.» Grossen Spass hatte auch das Oltner Publikum an diesem einfallsreichen Stück und seinen geistsprühenden Protagonisten. Es verdankte es mit langanhaltendem Applaus.
B AC K S TAG E
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«KEINE ANTWORT AUF GANZ VIELE FRAGEN » Eine Stunde vor Theaterbeginn steht das Bühnenbild – ein modernes Wohnzimmer ganz in Weiss gehalten. Es erfolgen noch die letzten Detailarbeiten, da einen Stuhl zurechtrücken und dort eine Schraube anziehen und natürlich wird nochmals gründlich gesaugt. Währenddessen sind die Schauspielerinnen und Schauspieler hinter der Bühne eingetroffen. Sie begeben sich in die Maske, wo sie für ihren Auftritt hergerichtet werden. Da wird ausgiebig rasiert, die Wimpern getuscht, die Haare onduliert und vieles mehr. Aus den Garderoben hört man angeregte Diskussionen über Gott und die Welt, die Hauptprotagonistin checkt mit Lockenwickler auf dem Kopf ihre
CORINNE REMUND
E-Mails, während eine andere Schauspielerin mit ihrem Kind zu Hause telefoniert.
VIEL POTENZIAL ZUM DISKUTIEREN Es sei spannend in die Rolle der Journalistin Rebecca zu schlüpfen, sagt Lena Dörrie. «Es war ein hartes Stück Arbeit, die Biografie der Figur zu verinnerlichen und in der schwierigen Thematik des Stückes neutrale Fragen zu stellen.» Zorn, das Schauspiel von Joanna Murray-Smith, komme im Publikum gut an, weiss Dörrie von anderen Aufführung in Deutschland und der Schweiz. «Das Schweizer Publikum ist eher etwas verhalten, doch wenn es Standing Ovation gibt, ist das für uns eine hohe Auszeichnung», so Dörrie. Das tiefgründige Stück handelt von aktuellen Themen wie Radikalisierung, Erziehungsfragen, Umgang mit Schuld, Vergangenheitsbewältigung, Gewalt, Klassensystemen sowie politischem Kampf. «Man bekommt keine Antworten, nur ganz viele Fragen», stellt Isabell Fischer fest, welche die Annie spielt. Und sie ergänzt: «In diesem Stück hat jeder Recht und Unrecht. Es hat für das Publikum viel Potenzial danach darüber zu diskutieren.»
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HÖCHSTE ZEIT! EINE REVUE VON TILMANN VON BLOMBERG, CARSTEN GERLITZ UND KATJA WOLFF
Fotos © DERDEHMEL
Kultverdächtig kann es werden, wenn die vier Damen aus dem Wechseljahre-Musical «Heisse Zeiten», das im Dezember 2013 im ausverkauften Stadttheater das Publikum zum Toben brachte, sich mit Verve in ein neues Abenteuer stürzen: Denn jetzt wird endlich geheiratet! Zwischen Freudentränen und Panikattacken sehen sich Hausfrau (Angelika Mann), Vornehme (Heike Jonca), Karrierefrau (Charlotte Heinke) und Junge (Wiebke Wötzel) wieder einmal vor die grossen Fragen des menschlichen Miteinanders gestellt: Gibt es den perfekten Partner? Wie funktioniert eine gute Ehe?
Und: Warum macht mir der Mistkerl nicht endlich einen Heiratsantrag? Nach «Heisse Zeiten» wird es Höchste Zeit! für das Autorenteam Tilmann von Blomberg (Buch), Carsten Gerlitz (Songtexte, Arrangements) und Katja Wolff (kreative Entwicklung, Regie), die schon mit der Vorgänger-Produktion grosse Erfolge feierten, die Musicalkomödien-Schraube noch etwas fester anzuziehen und das hinreissende Damen-Quartett mit dem (angeblich) schönsten Tag im Leben einer Frau zu konfrontieren – Katastrophen inbegriffen.
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Do 4. Mai
19.30 Uhr
Abo C, M, F freier Verkauf Abendkasse Beginn Ende ca.
18.30 Uhr 19.30 Uhr 21.50 Uhr Pause nach ca. 65 Min.
Preise 60.– / 50.– / 40.– Schüler, Auszubildende und Studierende 50% Ermässigung Erleben Sie selbst, wie die vier Ladies und die vierköpfige Live-Band unter Leitung von Dominik Walenciak auf der Bühne zu legendären Songs der 1970er bis 1990er Jahre mit neuen deutschen Texten für jedes vor- und nacheheliche Problem genau den richtigen Ton treffen: mal unverblümt, mal zornig, mal schnippisch – aber stets erfrischend und urkomisch!
Katja Wolff
Die Hausfrau Die Karrierefrau Die Vornehme Die Junge
Angelika Mann Charlotte Heinke Heike Jonca Wiebke Wötzel
Sprechstimme (Spiegel)
Viktor Neumann
Keyboard E-Gitarre E-Bass Schlagzeug
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TONHALLE-ORCHESTER ZÜRICH KONZERT
Foto: Tonhalle Orchester Zürich
Die finnische Komponistin Kaija Saariaho wurde 1952 in Helsinki geboren. Nach Studien beim Avantgardisten Paavo Heininen an der Sibelius-Akademie ihrer Heimatstadt gründete sie zusammen mit Magnus Lindberg und andern jungen Komponisten die Gruppe «Open Ears». In Freiburg im Breisgau fand sie weitere Anregungen bei den renommierten Komponisten Brian Ferneyhough und dem Schweizer Klaus Huber. Sie nahm an den Darmstädter Ferienkursen teil und studierte ab 1982 am – vom legendären Dirigenten und Komponisten Pierre
Boulez initiierten – «Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique» (IRCAM) im Centre Pompidou in Paris. Es entstanden zahlreiche Kompositionen, in denen sie mit Hilfe von Computer, Tonband oder Live-Elektronik zu einem persönlichen Stil fand: «Verblendungen» (1984), «Du Cristal» (1989), «…à la Fumée» (1990) und ihr bekanntestes Werk «Graal théâtre», ein Konzert für Violine und Orchester, an dem sie von 1994 bis 1997 arbeitete.
Kaija Saariaho©Priska Ketterer
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Lionel Bringuier Xavier de Maistre Mojca Erdmann Katharina Konradi Christian Elsner
Leitung Harfe Sopran 1 Sopran 2 Tenor
So 7. Mai
Abo K6, F Kein freier Verkauf Besammlung Schützenmatte Abfahrt Beginn Ende ca. Rückkehr ca.
Zürcher Singakademie Kaija Saariaho, * 1952 «Trans» für Harfe und Orchester (2015) Fugitif Vanité Messager (Schweizer Erstaufführung)
«Ich harrete des Herrn» Duett Sopran I und II und Chor «Stricke des Todes halten uns umfangen» Tenor «Die Nacht ist vergangen» Sopran «Die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeigekommen» und «Nun danket alle Gott» Chor «Drum sing ich meinem Liede» Duett Sopran und Tenor «Ihr Völker, bringet her dem Herrn Ehre und Macht!» Schlusschor
Xavier de Maistre © Gregor Hohenberg
Kantate «Alles was Odem hat, lobe den Herrn» Chor; Sopran und Frauenchor «Saget es, die ihr erlöset seid» und «Er zählet unsere Tränen in der Zeit der Not» Tenor Rezitativ und Arie «Sagt es, die ihr erlöset seid» Chor
15.00 Uhr 15.15 Uhr 17.00 Uhr 19.30 Uhr 20.30 Uhr
Tonhalle-Orchester Zürich Besuch in der Tonhalle Zürich
Felix Mendelssohn Bartholdy, 1809 – 1847 Lobgesang op. 52 (Leipzig 1840) Sinfonia Maestoso con moto / Allegro Allegretto poco agitato Adagio religioso
17.00 Uhr
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TONHALLE-ORCHESTER ZÜRICH KONZERT
Werke von Kaija Saariaho waren bei bedeutenden Festivals in London, Jakarta, Paris und Wien zu hören, und bei den Salzburger Festpielen 2000 wurde ihre erste Oper «L’Amour de loin» unter der Leitung von Kent Nagano zu einem grossen Erfolg. Im Jahre 2011 wurde die Einspielung dieser Oper durch das Deutsche Sinfonie-Orchester Berlin und den Rundfunkchor Berlin ebenfalls unter der Leitung von Kent Nagano als beste Opern-Aufnahme des Jahres mit einem begehrten Grammy ausgezeichnet. 2012 wurde Saariaho in die American Academy of Arts and Sciences gewählt und für die Saison 2016/17 ist die Aufführung von «L’Amour de loin» an der Metropolitan Opera in New York geplant. Im Auftrag der japanischen Suntory Foundation, des Finnish und des Swedish Radio Symphony Orchestras, der Tonhalle-Gesellschaft Zürich, von Radio France und des HR-Sinfonieorchesters hat Kaija Saariaho 2015 mit «Trans» ein Werk für Harfe und Orchester geschrieben. Es ist dem Franzosen Xavier de Maistre, dem ehemaligen Soloharfenisten der Wiener Philharmoniker – der mit seinem Spiel auch schon das Oltner Publikum zu begeistern wusste – gewidmet. Die Uraufführung des faszinierenden dreisätzigen Werkes, in dem die Komponistin ihre besondere
Zuneigung zur Harfe mit all ihren vielfältigen klanglichen Möglichkeiten in eindrücklicher Art dokumentiert, hat am 30. August 2016 in der Suntory Hall in Tokyo stattgefunden. Den Auftrag zur Komposition des «Lobgesangs» erhielt Felix Mendelssohn Bartholdy im Jahre 1839 vom Rat der Stadt Leipzig: Das Werk sollte zur Vierhundertjahrfeier der Erfindung der Buchdruckerkunst durch Johannes Gutenberg erklingen. Lange rang der Komponist um eine geeignete Form. Konnte eher ein Oratorium oder eine Psalmenvertonung seinen Ansprüchen genügen? Vielleicht auch angeregt durch Beethovens letzte Sinfonie, in der im Schlusssatz Gesangssolisten und Chor zum Orchester treten, entschied sich Mendelssohn zu einer Mischform: einer dreisätzigen Sinfonia stellte er einen umfangreichen Kantatenteil gegenüber. In dieser Form erklang das Werk bei einem grossen Festkonzert am 25. Juni 1840 in der Thomaskirche in Leipzig. Die Uraufführung wurde für Mendelssohn zum beachtlichen Erfolg und der «Lobgesang» gehörte in der Folge zu den meistaufgeführten Werken des Komponisten zu dessen Lebenszeit. 1842 hatte Mendelssohn seine «Schottische Sinfonie» als Sinfonie Nr. 3 veröffent-
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Xavier de Maistre © Marco Borggreve
licht. Eine Sinfonie Nr. 2 war jedoch nie erschienen. Möglicherweise hatte er diese Nummer für seine schon vorher komponierte «Italienische» reserviert, die er nach der Uraufführung 1833 noch einmal umarbeiten wollte. Nach seinem frühen Tod wurde die «Italienische» aber als Nr. 4 veröffentlicht. Um die Lücke in der Nummerierung zu schliessen, wurde Jahrzehnte nach seinem Tod in der ersten Gesamtausgabe seiner Werke der «Lobgesang» – wohl ganz entgegen den Vorstellungen des Komponisten – als Sinfonie Nr. 2 veröffentlicht. Erst 2009 wurde der «Fehler» korrigiert: Im neuen Werkverzeichnis ist der «Lobgesang» nicht mehr unter den
Sinfonien, sondern unter den Vokalwerken zu finden. Das Werk gliedert sich in zwei Teile: auf den ersten sinfonischen Teil mit drei ohne Pausen ineinander übergehenden, rein instrumentalen Sätzen folgt der weit umfangreichere Kantaten-Teil. Die beiden Werkteile sind aber durch die Verarbeitung der musikalischen Themen eng miteinander verknüpft; so klingt das eröffnende Hornmotiv später im Kantatenteil mit dem Choral « Alles was Odem hat, lobe den Herrn» erneut an und hat so wohl auch zur Namensgebung beigetragen. Kurt Heckendorn
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Leistungen: n Sie erhalten regelmässig Informationen des Stadttheaters Olten. n Ihre Bestellungen werden bevorzugt behandelt. n Sie werden zu einem speziellen Anlass nur für Gönnerinnen und Gönner eingeladen. n Sie erhalten ein bzw. zwei Abonnements 1. Kat. nach Wahl: 5 Aufführungen in Olten, 1 Auswärtsbesuch
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Impressum Herausgegeben von Stadttheater Olten AG Layout: grafikmeier.ch, Olten Druck: Dietschi Print&Design AG, Olten
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