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Backstage Saison 2015|16

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DER BLICK HINTER DIE BÜHNE – eine Rückblende auf die Saison 2015/16 von André Albrecht und Corinne Remund


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Liebes Theaterpublikum Seit einiger Zeit werfen die Journalistin Corinne Remund und der Fotograf André Albrecht einen Blick hinter die Kulissen unseres Theaters und vermitteln Eindrücke, die Ihnen normalerweise als Besucherinnen und Besucher nicht zugänglich sind. BACKSTAGE nennt sich dieses von unserem Grafiker René Meier gestaltete kleine Magazin innerhalb der Theaterzeitung. Das Echo ist jeweils so positiv, dass wir uns entschlossen haben, alle Ausgaben der vergangenen Saison in der nun vorliegenden Broschüre zusammenzufassen. Viel Vergnügen beim Durchblättern!

Mit Ihnen freue ich mich auf den Start der neuen Saison 2016/17.

Titelbild Seite 1: Aschenbroedel (a.gon Ensemble) Seite 2: Dornröschen (Märchentournéetheater Fidibus)

Herbert Schibler

Power! Percussion 5 Orpheus in der Unterwelt 7 Pasión de Buena Vista 11 Hänsel und Gretel 13 Drei Haselnüsse für Aschenbrödel 17 I Barocchisti – Maurice Steger 19 The King's Speech 23 Elvis – Das Musical 25 Dornröschen 27 La Traviata 29


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VIRTUOSE TROMMELKUNST UND KÖSTLICHE GAUMENFREUDEN Mit einem Trommelfeuerwerk, einer Symphonie aus geballter Kraft und einer ganzen Batterie an Orchesterpauken, mächtigen Trommeln und Riesengongs wurde die Konzert- und The­ atersaison 2015/16 des Stadt­ theaters Olten gestartet. «Power Percussion» mache einfach nur Spass, meinte Rudi Bauer aus München, einer der Protagonisten. Bereits als kleiner Junge sei es sein Traum gewesen, Schlagzeuger zu werden. «Wir wollen unseren Spass am Rhythmus auf

das Publikum übertragen und Urinstinkte wecken», so Stefan Wildfeuer, der die Truppe «Power Percussion» vor 15 Jahren gegründet hatte. PROGRAMM MIT VIEL H E R Z B LU T Grossen Spass hatte das Publi­ kum denn auch – ob so viel Vir­ tuo­sität wurde es sichtlich von den Stühlen gerissen. Zuvor wurde die Saison allerdings mit kulinarischen Gaumenfreuden und einem Ausblick auf ein anre-

gendes Konzert- und Theater­ angebot eröffnet. Von allen Sei­­ten wurde das vielfältige Programm gelobt. «Seit über 40 Jahren bin ich Abonnentin und ich wurde noch nie enttäuscht», meinte Mädi Leuenberger. «Die Zusammenarbeit mit Herbert Schibler macht grosse Freude und ist äusserst fruchtbar. Er verfügt über ausgezeichnete Kontakte», lobten Christof Obrecht sowie Kilian Rosenberg von Obrasso Classics den Theater­ direktor. Diesem Kompliment


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«Ob so viel Virtuosität wurde das Publikum sichtlich von den Stühlen gerissen.»

schloss sich Verwaltungs­rats­ präsidentin und Stadträtin Iris Schelbert gleich an: «Das gros­­se Engagement von Herbert Schibler ist ansteckend. Man spürt bei jeder einzelnen Aufführung sein grosses Herzblut, das auch dieses Jahr wieder in dem vielfältigen Programm steckt.»


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WIENER SCHMÄH IN DER GARDEROBE In Reih und Glied stehen die dunkelbraunen, von den vielen Reisen abgenützten Schrank­ koffer hinter der Bühne. Ihr Innenleben birgt ein ganzes Sammelsurium an Gewändern, feins­ten Stoffen, Korsagen, Netzstrümpfen, Federboas, Engels­ flügeln, neckischen Büstenhaltern und vielen anderen Schätzen aus Seide oder hauchzartem Chiffon. Die Luft vibriert leicht im roten Scheinwerferlicht, es riecht etwas muffig, vermischt mit Schweiss. Die letzten Requisiten

werden in «Pluto‘s Reich der Unterwelt» montiert und installiert. Währenddessen erhebt sich der klare Singsang einer Geige aus dem Orchestergraben, begleitet von einer Klarinette. «Drei Viertel und Auftakt», so die bestimmte Anweisung der Dirigentin in Deutsch mit osteuropäischem Akzent.

stellerinnen «Eurydice» und die «Öffentliche Meinung» vor dem Schminktisch. Vor sich eine grosse Auslegeordnung an Lippenstiften, Lidschatten, Kajal, Mascara, Farben, Puder, Cremes, Döschen, Haarbürsten etc. Geschickt werden Wimpern verlängert, Lippen blutrot gemalt, ein Hauch Rouge auf die Wangen gezaubert und Haarteile angeH A A R T E I L E U N D FA L S C H E steckt. Von Minute zu Minute WIMPERN verwandeln sich die SängerinSzenenwechsel: In der Gardero- nen und schlüpfen optisch in be sitzen die beiden Hauptdar- ihre Rollen. Dabei plaudern sie in


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ihrem herrlichen Wienerisch mit der Journalistin und bringen den weltbekannten Wiener Schmäh in die Garderobe. Keine Spur nervös, sondern offen, herzlich und weltgewandt – wie man sich das von den Wienern gewohnt ist – wird über Land und Leute gesprochen. Der offene Humor des Schweizer Publikums gefalle ihnen, so die Damen. «Operetten scheinen in der Schweiz sehr gefragt zu sein. Die Schweizer sind ein dankbares Publikum», bemerkt die «Öffent­ liche Meinung», während sie in ihr DominaKostüm steigt. Das Oltner Publikum war denn auch begeistert von «Orpheus in der Unterwelt». Besonders der wienerische Humor von Hans Styx in seinem Lied der «Prinz aus Arkadien» hatte es dem Publikum besonders angetan und es verdankte es mit Ovationen.


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EIN LEBEN FÜR DIE MUSIK Kubanische Lebensfreude herrscht hinter Büh- Ebenso die Männer: Tänzelnd kommen sie aus ne. Die 32-köpfige Crew aus Kuba macht mit der Dusche, schlüpfen in ihre Kleidung, aber ihrer Musik- und Tanzshow Halt im Stadttheater immer in Bewegung, den Rhythmus im Blut. Olten. Seit 2009 touren die Künstlerinnen und Künstler in der ganzen Welt herum und haben schon über 500 Shows gezeigt. Bereits am Morgen wird das aufwändige Bühnenbild mit einem typisch kubanischen Auto aufgestellt. Wir brauchen rund vier Stunden zum Installieren», erklärt Tourleiter Marc Dannbacher. «Ein Leben für die Musik» ist das Motto der kubanischen Gäste. Und wahrlich: In den Garderoben ist die Seele von Kuba greifbar. Die Tänzerinnen schminken sich sorgfältig, aber leise summen sie eine Melodie vor sich hin.


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KUBANISCHE LEBENSFREUDE In Reih und Glied hängen die farbenfrohen, exotischen Kostüme in den Schrankkoffern hinter der Bühne. Dort kommt eines nach dem anderen zum Einsatz. Immer wieder überraschen die Tänzerinnen und Tänzer mit einer neuen Kreation. Das Publikum taucht ein – akustisch und optisch – in diese karibische Trauminsel und lässt sich von der kubanischen Lebensfreude betören.


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SÜSSE MÄRCHENTRÄUME IM WUNDERLAND Hinter der Bühne sieht es aus wie im Schlaraffenland: Da stehen Papierbäume, behangen mit Bonbons, die in farbig glänzendes Papier eingepackt sind, grosse rot-weisse Zuckerstangen sowie Schalen mit Süssigkeiten und Naschzeug. „Unterzuckert sind wir nie, hier gibt es immer etwas zum Schlecken», meint das «Sandmännchen» lachend, das sich gerade seine Schürzentasche mit ganz viel Glimmer füllt. Auch die Garderobe hat sich in ein Wunderland

verwandelt: Da wartet der prächtig ausstaffierte Hut der Hexe auf seinen Einsatz, farbige Kostüme werden sorgfältig aus den Transportkisten befreit, Perücken gestylt und die Protago­ nisten ausstaffiert. Das Kleid der Hexe wird noch ausgebessert und mit Süssigkeiten gefüllt, während Hänsel und Gretel sich in die Märchenfiguren verwandeln. Vor ihnen ausgebreitet auf dem Schminktisch ein ganzes Arsenal an Lidschatten in den verschiedensten Nuancen, Mas­

cara, Haarspray, Make-up, Pin­ sel, Wimpernzange usw. Mit flinken Händen und viel Erfahrungen wird geschickt geschminkt und frisiert. SÜSSIGKEITEN VON DEN B Ä U M E N P F LÜ C K E N Im Treppenhaus ertönt das Trällern einer Tonleiter – rauf und runter und unmittelbar hinter der Bühne summt eine Klarinette vor sich hin. Ein Feuerwerk an Farben, Klängen, Gesang vermischt mit viel Humor, Action


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und einem Happy End präsentiert sich dem jungen Publikum auf der Bühne. Die märchenhafte Kinder­ oper von Hänsel und Gretel – hier in der Kurzfassung – fasziniert die Mädchen und Buben: Der Gesang habe ihr gefallen, aber auch das Blödeln von Hänsel und Gretel im Wald hätte sie lustig gefunden, meint die sechsjährige Sophie, die zusammen mit ihrer Grossmutter Annemarie das Märchen im Stadttheater anschaut. Jessica und Leni haben es besonders die Süssigkeiten angetan und sie wären am liebsten auf die Bühne gesprungen, um sie dort selber von den Bäumen zu pflücken. Julian und Laurin haben das Märchen


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gekannt. «Die Musik war toll und auch die ganze Show mit dem Licht», so ihr Fazit. Aber am allerbesten hat den jungen Besucherinnen und Besuchern die Szene mit der Hexe gefallen, die Johnny Depp in Alice im Wunderland gleicht. «Super, dass die Hexe verbrannt wurde», sind sie erleichtert über den positiven Ausgang der Kinderoper.


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WENN DER TRAUM VOM M Ä R C H E N P R I N Z E N F Ü R E I N PA A R S T U N D E N WA H R W I R D… Zauberhaft ist die Welt von Aschenbrödel – nicht nur auf der Bühne, sondern auch dahinter. Bereits verkabelt und geschminkt übt Aschenbrödel mit ihrem Prinzen das Bogenschiessen. Das Paar steht der Journalistin geduldig und gelassen Red und Antwort. Nochmals werden mit den Musikern auf der Bühne schwierige Passagen geprobt. Die letzten Requisiten werden platziert und die Türen mit Holzkeilen fixiert, damit sie während der Aufführung offen bleiben. «Die Bühne ist etwas ungewohnt, da sie schräg abfällt. Das müssen wir bei dieser Aufführung miteinbeziehen», erklärt Michael Müller, der Vincent und Willi spielt. «Aber sonst ist dieses Theater wirklich sehr charmant.» Die böse Stiefmutter wird in grüne Seide gehüllt und ihre

Lieblingstochter Dorchen in pinkigen Tüll. Die blonden Locken des Aschenputtels werden von den Lockenwicklern befreit und sorgfältig unter der weissen Haube versteckt. Noch etwas entspannen, ein Blick aufs Natel, ein Schluck warmer Tee und ein letzter Bissen vom Sandwich, spendiert vom Haus.


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KINDER VERLEIHEN DEM STÜCK EINE BESONDERE DYNAMIK Auch das Lampenfieber darf nicht fehlen. «Dies gehört vor jeder Vorstellung dazu», meint das Aschenbrödel alias Julia Hiemer. Für sie, wie auch ihren Prinzen Thorin Kuhn, passt «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» einfach zu Weihnachten. «Dieses Stück stimmt Gross und Klein auf Weihnachten ein – wer kennt nicht die bekannte Melodie des gleichnamigen Märchenfilms», so Kuhn. Ein besonderes Vergnügen ist es für die beiden Hauptdarsteller, vor den Kindern zu spielen. Sie sind sich einig: «Mit Kindern im Publikum bekommt das Stück eine ganz spezielle Dynamik. Sie lachen herzlich und lassen sich völlig auf das Stück ein. Sie zünden einen Funken, der sich auf uns überträgt, uns motiviert und puscht – ein tolles Gefühl.» Besonders angetan habe es Hiemer die Szene, als Aschenbrödel die Tauben um Hilfe bitte. «Diese ist zusammen mit dem Duett mit dem Prinzen eine meiner Lieblingsstellen. Sie hat so einen besonderen Zauber inne.» Das Oltner Publikum lässt sich vom Witz und Charme des Familienmusicals anstecken und begleitet das Aschenbrödel auf seinem Weg zum Schloss, bzw. zum Herzen des Prinzen. Und für ein paar Stunden wird für die weiblichen Besucher der Traum vom Märchenprinzen wahr … Ein ganz besonderes Märchenerlebnis für Jung und Alt, das mit grossem Applaus verdankt wird und sicher noch lange in Erinnerung bleibt.


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«JEDES MAL EIN NEUES ABENTEUER» Maurice Steger hat schnelle Finger – blitzschnell rasen sie über den Holzkörper seiner Blockflöte: Wie ein Hexenmeister entlockt er ihr virtuose barocke Klänge. Mit einer unglaub­ lichen Leichtigkeit tanzen die Töne trillernd und zwitschernd nach seiner Regie. Er kitzelt, streichelt und liebkost seine Blockflöte mit grosser Inbrunst und unvergleichbarer Virtuosität: Hüpfend, lebendig und dynamisch kullern die Töne aus der Flöte. Unverkennbar, welch

grossen Spass Steger an diesem spielen. Mit dem Direktor verSpiel hat. binde ihn eine schöne Freundschaft. «Ich lasse bei jedem « D A S O LT N E R P U B L I K U M I S T Konzert aufs Neue die Seele GRANDIOS» dieses leblosen Instrumentes Locker und doch effizient geht erklingen. Das ist immer wieder es beim Proben auf der Bühne ein Abenteuer, denn Blockflömit dem Orchester «I Barocchisti» ten haben keinen Resonanzkörzu und her. Schnell noch eine per», erklärt Steger. Er freue sich Bemerkung, ein kurzes Lachen immer, wenn er das Publikum und schon absolviert Steger mit seiner Musik faszinieren und konzentriert seinen Part. Bereits berühren könne. «Ich erzähle zum fünften Mal trete er im mit meinen Blockflöten eine Stadttheater Olten auf. Es ma- musikalische Geschichte und che ihm immer Freude hier zu möchte die Zuhörer natürlich


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emotional berühren», so Steger. Auf der Bühne realisiere man schnell, wie präsent das Publikum sei. «Hier in Olten ist das Publikum grandios und auch ich komme auf der Bühne immer voll auf meine Kosten.» Die begeisterten Zuhörer und Fans entlassen den Blockflötenvirtuosen nicht ohne Zugabe. Ein wundervolles Konzert und eine Win-win-Situation für alle Beteiligten – Solist, Orchester und Publikum.


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«ES MACHT AUCH NACH 200 MAL SPIELEN N O C H S PA S S » Uschis Tourneekiste steht zusammen mit anderen Requisiten und Garderobenschränken hinter der Bühne. Fein säuberlich verpackt, finden sich darin Schokolade, Klebeband, Sicherheitsnadeln, Haushaltspapier, Watte, Putzmittel und Verbandszeug – ein ganzes Potpourri an nützlichen Helfern im Alltag. Uschi ist das «Mädchen für alles», wie sie sich selber nennt. «Ich bin für jeden Notfall gerüstet», meint sie lachend. Sie begleitet die Theatercrew von «The King`s Speech» auf ihrer Tournee. Sie mache diesen Job seit 27 Jahren und es gefalle ihr immer noch. «Schauspieler sind Individualisten, jeder hat einen ganz besonderen Charakter. Es macht einfach Spass mit ihnen zu arbeiten», erklärt Uschi und sie ergänzt: «Wir brauchen einander, sonst geht es nicht.» Geschickt, mit flinken Händen,

zaubert sie der Herzogin von York (Daniela Kiefer) eine königliche Frisur: Da werden Locken gewickelt, geformt, fixiert und geföhnt und schon kommt der nächste daran. Sie liebe das Theater. Dies zeigt nicht nur ihre Herzlichkeit und Fürsorge, mit der sie ihre «Schützlinge» betreut, sondern auch ihr originelles T-Shirt mit der Aufschrift «Ein Leben ohne Theater ist möglich, aber sinnlos».


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FRISCHER WIND MIT DER NEUBESETZUNG DER HAUPTROLLE «The King`s Speech» sei ein tolles Stück, sagt Myrtle, Lionels Frau (Mona Perfler). «Es macht auch nach 200 Mal Spielen noch Freude. Die grosse Kunst sei es, auch bei so viel Routine, lebendig zu spielen, gibt der australische Sprachlehrer Lionel Logue (Steffen Wink) zu bedenken. «Das Spiel untereinander darf nicht gefällig werden. Nach wie vor müssen wir in jeder einzelnen Aufführung dem Partner zuhören und auf ihn reagieren.» Mit der Neubesetzung der Hauptrolle durch Herbert Schäfer sei das Stück wieder mit neuem Wind aufgefrischt worden. Dies mache allen Spass. Begeistert ist die Truppe vom wunderschönen Oltner Theater und der herzlichen Gastfreundschaft: «Wir kommen gerne nach Olten. Dieses Bühnenbild passt perfekt auf diese Bühne.» Es herrscht eine lockere, fast lustige Stimmung in der Garderobe. Ein paar witzige Sprüche fallen sogar. Doch man darf sich nicht täuschen lassen, auch das Lampenfieber gehört dazu. «Das ist eigentlich ein angenehmes Gefühl, es macht einem vor der Aufführung wach und konzentriert», so Steffen Wink. Noch rasch einen Schluck warmen Tee, ein paar Stimmübungen, ein letzter Blick in den Spiegel, ob die Kleidung sitzt, und dann kann es losgehen.


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EIN HAUCH GLAMOUR D E S E C H T E N E LV I S P R E S L E Y Elvis Presley lebt – jedenfalls für einen Abend lang im Stadttheater Olten, dank dem fulminanten Auftritt von Star-Double Grahame Patrick. Ein bisschen Glamour des echten Elvis Presley bringt Ed Enoch mit. Der 70-jährige Backgroundsänger stand von 1971 bis 1977 mit Elvis bei mehr als 1000 Shows auf der Bühne. «Er war ein guter Freund, wie ein Bruder zu mir. Und immer sehr zuvorkommend», erinnert sich der Amerikaner. Ein grosses Kränzchen windet er auch dem Elvis-Imitator Grahame Patrick: «Er ist unglaublich, er ist ein ausgezeichneter Darsteller. Von der Stimme wie vom Charakter her versteht er es meisterhaft, den echten Elvis zu imitieren.» Es mache grossen Spass mit ihm auf der Bühne aufzutreten. Für Direktor Herbert Schibler war es eine grosse Ehre, mit Ed Enoch Elvis' ehemaligen Begleiter beherbergen zu können.

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V O M I M I TATO R Z U M S U P E R S TA R Ed Enoch freut sich im Stadttheater Olten Halt zu machen. «Es ist ein schönes Gebäude mit viel Charakter. Man spürt hier die Geschichte», so der Amerikaner. Auch Grahame Patrick scheint sich sichtlich wohl zu fühlen. In stoischer Ruhe pflegt und hegt er die verschiedenen Perücken und bereitet sie auf ihren Einsatz vor. Aus einer grossen Schmuckschachtel ordnet er sorgfältig Ringe und Ketten, ein Markenzeichen von Elvis. Der Imitator stimmt sich mit Musik seines Idols Elvis auf seinen Auftritt ein. Schnell den Knopf des Vintage-Kofferradios noch etwas aufdrehen, etwas Mascara und Schminke auftragen und sorgfältig den Haarschmuck des Superstars anziehen und schon steht der leibhaftige Elvis in der Garderobe. Und er singt sich ins Herz des begeisterten Publikums.


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«I M MÄ R C H E N IS T ALL ES MÖG L IC H!» Es riecht nach Haarspray und Make-up in der Garderobe. Nebst vielen Schminkutensilien, Pinseln sowie Accessoires, stehen Mineralwasserflaschen und Proviant auf dem Tisch. Dornrös­chen (Mirjam Wiggenhauser) crèmt sich die Hände ein, König Gluggsi (Manuel Kühne) schlüpft in seine königliche Robe, richtet sich die Krone und trimmt seinen Bart, während sich die böse Fee (Rahel Roy) ein gefürchtiges Aus­sehen ins Gesicht malt. Es herrscht sowohl in der Garderobe wie auch im jungen Publikum eine heitere Stimmung: Lachen – Sprüche klopfen – albern. Und dann gilt es ernst: Der Vorhang öffnet sich und viele erwartungsvolle Kinderaugen warten gespannt auf die Protagonisten und ihre Geschichte.


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«DIE KINDER MOTIVIEREN UNS IMMER WIEDER» Man müsse schon gut vorbereitet sein, wenn man vor Kindern spiele. Sie schlüpfe immer eine halbe Stunde vor der Aufführung in ihre Rolle, erklärt Melanie Schütz, die als Fidibus den erzählenden Part übernimmt und die Mädchen und Buben in die Märchenwelt entführt. «Wenn die Kinder begeistert sind, dann springt der Funke der Begeisterung auch automatisch auf die Bühne über», sagt Claudia Sommerfeld alias Rondella. Die Energie auf der Bühne hänge zum Teil auch vom Publikum ab. «Gerade bei Kindern, die im Spiel miteinbezogen werden, ist dies immer wieder ein Erlebnis», so Mirjam Wiggenhauser, die das Dornröschen spielt. Die Theatercrew des Märlitheaters Fidibus ist sich einig: «Die Kinder motivieren uns immer wieder, mit ganzem Herzblut zu spielen und alles zu geben. So macht es auch nach der 58. Auf­ führung noch Spass.» Ein Märchen sei zeitlos. «In einem Märchen ist alles möglich», so Mischa Löwenberg, der den Küchenburschen Strizzi spielt. Oft sei er auf der Bühne selbst nochmals Kind. Das Schönste sei, vom Publikum getragen zu werden. «Das grösste Kompliment ist für uns das Lachen der Kinder und die staunenden Kinderaugen am Ende der Vorführung.»


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EIN RAUSCHENDER OPERN­ ABEND MIT VIEL GLAMOUR Im Keller des Stadttheaters unter der Bühne herrscht emsiges Treiben wie in einem Bienenhaus. Rund 90 Personen bereiten sich hinter der Bühne auf die Opernaufführung «La Traviata» von Giuseppe Verdi vor, gespielt vom Theater Orchester Biel Solothurn TOBS. «Dies ist eine der grössten Produktionen, die im Stadttheater Olten bis jetzt über die Bühne gingen», freut sich Theaterdirektor Herbert Schibler. Es ertönt der Singsang der verschiedenen Instrumente, die Geige erhebt ihre hohe Stimme, die Klarinette summt vor sich hin und die Oboe pfeift. Die Musiker richten sich im Orchestergraben ein, bis der Dirigent das Wort, bzw. den Dirigentenstab ergreift: Er gibt auf Französisch klare Anweisungen: «plus forte», «super», «parfait», «encore une fois» etc.

Hinter der Bühne stapeln sich weisse Masken und edle Kerzenständer warten auf ihren Auftritt. Ein kehliges Lachen hallt durchs Treppenhaus und ein Hauch Parfüm hängt in der Luft. Die Garderobenfrau, die die Darstellenden mit Requisiten aus­stattet, vertreibt sich die Zeit mit Zeitungslesen und die Chormitglieder kichern vor sich hin, checken die letzten Meldungen auf dem Natel oder verpflegen sich.


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Dieter Kaegi, Rudolf Dellenbach, Remo Ankli, Heikki Leime

G R O S S E S LO B In der Pause hat sich rund um Direktor Herbert Schibler ein Grüppchen prominenter Gäste geschart. Dieter Kaegi, Intendant des Theater Orchester Biel Solothurn, AKB-CEO Rudolf Dellenbach, der Solothurner Kulturminister Remo Ankli sowie der ehemalige Trainer des EHC Olten, Heikki Leime, stossen auf den ersten gelungenen Part an. Kaegi ist nicht nur von dieser Opernaufführung begeistert, sondern auch von dem exzellenten Theater­ programm, das Herbert Schibler und sein Team immer wieder auf die Beine stellt. Auch Dellenbach – die AKB ist übrigens Hauptsponsor der Klassikreihe im Stadttheater Olten – kommt immer wieder gerne nach Olten. «Die Akustik ist hier sehr gut. Da ich selber Cello spiele, fühle ich mich der klassischen Musik sehr verbunden», so der AKB-CEO. Besonders angetan vom Bühnenbild ist Regierungsrat Remo Ankli. «Eine Aufführung im Stadttheater Olten ist immer wieder eine Reise wert in den Westen des Kantons», meint er lachend.


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Impressum Herausgegeben von: Stadttheater Olten AG Kultur und Tagung Frohburgstrasse 1, 4601 Olten Fotos: AndrĂŠ Albrecht, Olten Texte: Corinne Remund, Olten Layout: grafikmeier.ch, Olten


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Backstage Saison 2015|16 by Stadttheater Olten - Issuu