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SONDERAUSGABE
11. - 15. September 2015
Hüstener Kirmes und Tierschaufest Herkunft und Geschichte eines Volksfestes Auszüge aus der Festschrift von 1927
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s wäre eine reizvolle Aufgabe, an dieser Stelle eine eingehende geschichtliche Darstellung des ältesten Hüstener Volksfestes, der Kirmes, zu geben, doch der Raum fehlt. Die volkskundliche Seite dieses früheren Kirchweihfestes der späteren ,,Kiärmisse“ (Kirchmesse) oder der jetzigen Kirmes, hat eine Fülle von alten Gebräuchen und Sitten, die sich früher und zum Teil auch jetzt noch um dieses wirkliche Volksfest ranken. Allgemein reicht wohl der Brauch, eine Feier zur Erinnerung an die Einweihung einer Kirche zu begehen, bis ins vierte Jahrhundert zurück. Im Jahre 802 wird von Hüften berichtet, dass Thankgrim gewisse Güter der Kirche in Werden bzw. dem Abt Ludger übergeben hat. Christliche Einwohner hat es daher um diese Zeit in Hüften schon gegeben. Die Frage, ob damals eine selbständige Kirche mit zugeteiltem Pfarrbezirk in Husten bestand, ist schwer zu beantworten. Anzunehmen ist aber, daß damals schon eine kirchliche Station bzw. Kapelle auf dem Haupt- oder Herrnhofe (capella dominicalis) bestand. Die Tatsache, dass Hüsten eine der ältesten Stätten christlichen Gottesdienstes im Sauerlande ist, bleibt bestehen. Im 11.Jahrhundert wird die Pfarrei Hüften als zum Dekanat Attendorn gehörig urkundlich erwähnt. Arnsberg wurde 1173 als eigene Pfarrei von Hüften abgetrennt, 1179 unterzeichnet ein Helmricus als Verwefer der Kirche zu Hüsten. Von der ältesten Hüstener Kirche sind bestimmte Aufzeichnungen über Größe usw. nicht bekannt. Die gegen Mitte des 12. Jahrhunderts erbaute Kirche war in romanischer Bauart. In ,,Lübte, Mittelalterliche Kunst in Westfalen“ sind auf 2 Tafeln Grundriß und verschiedene Einzelheiten verzeichnet, und in mehreren kunstgeschichtlichen Werken wird die Hüstener Kirche erwähnt. Das ist wohl ein Beweis dafür, dass diese Kirche ein Denkmal baulicher Kunst damaliger Zeit war. Die Bewohner Hüstens haben sicher ein Freudenfest zur Einweihung veranstaltet, das später als Erinnerungs- oder Kirchweihfest sich alljährlich wiederholte. Die Entstehung der Hüftener Kirmes ist daher wohl in diese Zeit zu Verlegen.
Im Laufe der Jahrhunderte hat das Fest natürlich auch den Stempel der Zeit erhalten. Zu den ursprünglichen großen Festmählern, zu denen alle Verwandten und Freunde der weiteren Umgebung eingeladen wurden, kamen bald Jahrmärkte auf dem Kirchplatz oder Marktplatz, zu den Schaubuden der fahrenden Künstler Verkaufsbuden und allerlei Lustbarkeiten, Tanzvergnügen usw. Es soll auch mal die Freude an lustigem Spiel und Tanz im Rauer und Prügeln geendet haben - es war ja nur einmal Kirmes im Jahr.
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er Chronist kann aber insbesondere von wüsten Ausschreitungen auf der Hüstener Kirmes nichts berichten. Wie tief gerade die Kirchweih in der Volksseele wurzelt, beweist die Tatsache, dass im 16. und 17.Jahrhundert die Kirchweih schlechthin für jede ausgelassene Lustbarkeit gebraucht wurde, und heute noch sagt der Volksmund von sorglos Dahinlebenden: „Bei denen ist jeden Tag Kirmes.“ Unser Landsmann Friedrich Wilhelm Grimme, dessen 100. Geburtstag wir in diesem Jahre feiern, hat in seinem Lustspiel Jaust un Durtel einen Kirmestrubel beschrieben, mit den Augen des Volksmannes gesehen und dem fröhlichen Herzen des mitfeiernden Sauerländers empfunden. So wie da ist seit Menschengedenken auch die Hüstener Kirmes ein Volksfest im wahrsten Sinne des Wortes gewesen, an dem sich groß und klein, arm und reich immer gern beteiligten. Später ist der Zeitpunkt der Kirmes in den Herbst gelegt worden, um die Zeit nach der Ernte-Arbeit zum fröhlichen Erntefest auszuwerten. Es war bei der Gründung des Landwirtschaftlichen Lokalverein Hüsten eine naturgemäße Folgerung, dass er sein Fest mit der Kirmes verband und so der ganzen Veranstaltung wieder die notwendige feste Grundlage gab. Schon 1876 wurde ein Festausschuss gewählt, der die Vorbereitungen traf, während die Dinge, die die eigentliche Tierschau betrafen, Vom Vorstand des Vereins in Gemeinschaft mit dem Festausschuss erledigt wurden. Und so hat in gleicher Weise diese Arbeitsgemeinschaft bis heute bestanden.
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üstener Tierschau und Hüstener Kirmes sind ein Begriff geworden. In den großen Städten geht in der Hochflut moderner Zerstreuungen das Althergebrachte fast gänzlich zugrunde. In Hüften aber hält man fest an diesem überlieferten Brauch.
Zeitungsanzeige von 1901
Wir wünschen viel Spaß auf der Hüstener Kirmes
Der erste Festausschuss bestand aus den Vereinsmitgliedern: 1. Gastwirt Heinrich Schumacher, Bruchhausen, Vorsitzender 2. Schlossermeister Franz Nückel Hüsten, 3. Klempnermeister Martin Westermann, Hüsten, 4. Landwirt Norbert Risse, Hüsten, 5. Schlossermeister H. Kleinsorgen Hüsten, 6. Heinrich Spiekermann, Hüsten, 7. Landwirt Heinrich Rosenbaum gt. Schwingenheuer, Hüsten, 8. Johann Stein, Hüsten.
Wir wünschen der Kirmesgesellschaft und allen Festteilnehmern viel Spaß auf der Hüstener Kirmes!
Vorsitzende des Festausschusses waren: 1877 Gastwirt Heinrich Schumacher, Bruchhausen, 1878 - 1880 Direktor Krell, Bruchhausen, 1881/82 Gastwirt Heinrich Schumacher, Bruchhausen, 1883 Kaufmann Nöggerath, Hüsten, 1884 Bauunternehmer Franz Becker, Hüsten, 1885 - 1888 Rentmeister Widenberg, Hüsten, 1889 - 1890 Bauunternehmer Franz Becker, Hüsten, 1891 - 1893 Buchhalter August Linneborn, Hüsten, 1894 - 1900 Buchhalter Wilhelm Jäger, Bruchhausen, 1901 derselbe und Heinrich Beckschäfer, Hüsten, 1902 kein Fest, weil der Kreisverein in Hüsten feierte, 1903 - 1923 Heinrich Beckschäfer, Hüsten, ab 1923 Wilhelm Flesch, Hüsten.
Zeitungsanzeige von 1902
Der weithin bekannte Leiter des Festausschusses Heinrich Beckschäfer konnte auf eine dreißigjährige Zugehörigkeit zum Festausschuss zurückblicken; 20 Jahre lang war er Vorsitzender desselben. Nicht nur der glatten Abwicklung der alljährlichen Festveranstaltung galt seine Arbeit. In klarer Erkenntnis der Entwicklung hat er in bester Weise für die Zukunft vorgesorgt. Da die alte Riggenweide in nassen Jahren infolge ihrer tiefen Lage gegenüber der Straße an den Kirmestagen häufig einem Morast glich und unpassierbar wurde, hat Heinrich Beckschäfer als Mitglied der Gemeindevertretung energisch eingegriffen, und es ist ihm wohl in erster Linie zu verdanken, dass die Gemeinde die Weide mit Material aus den Müscheder Steinbrüchen bis zum Niveau der Straße anschüttete und planierte. So ist der heutige, schöne Ausstellungs- und Kirmesplatz erstanden, um den andere Orte Hüsten beneiden. Die Schaffung dieser Anlage ist für den verdienten Leiter des Festausschusses ein Denkmal seiner Weitsicht und auch der kraftvollen Durchführung eines als richtig erkannten Planes. Und mit diesem Dankeswort an den Förderer des schönen altüberlieferten Hüstener Volksfestes, der Kirmes, schließt der Chronist seinen Jubiläumsbericht.
Heinrich Beckschäfer
Vorsitzender des Festausschusses 1903-1923
Zeitungsanzeige von 1900
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Wenn der Hunger kommt: Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Die Hüstener Kirmes besticht nicht nur durch die Vielzahl und die bunte Mischung der unterschiedlichsten Fahrgeschäfte. Auch für „Karussell-Muffel“ gibt es auf dem Festplatz und im Festzelt viel zu erleben. Und wenn Hunger oder Durst sich melden, ist das kein Problem. Das Angebot auf der Riggenweide reicht von A wie Asia-Snack bis Z wie Zuckerwatte. Ob Fastfood - wie Pommes, Hamburger und Co. - oder der auf Buchenholz geräucherte Flammlachs: hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Horror Lazarett
Beim „Horror Lazarett“ handelt es sich um ein Geschäft mit nie dagewesener Ausstattung - eine Mischung aus Laufgeschäft und Geisterbahn. In jedem Raum erwartet den Besucher ein faszinierend gruseliges Zusammentreffen mit den „lebendigen Toten“. Die Patienten besuchen das Lazarett in kleinen Gruppen von 3 bis 5 Personen. Dadurch kann man das Horrorszenario besonders intensiv erleben, so dass es noch lange in Erinnerung bleibt. Ein in Europa einzigartiges Laufgeschäft, das in Ausstattung und Dekoration bis in kleinste Detail überzeugt. Einfach nur gruseln war gestern...
Herausgeber: Stadtgespräch Werbeagentur Inh.: A.Schomacker Heinrich-Klasmeyer-Str.40, 59755 Arnsberg Tel.: (02932) 6193069, Fax: (02932) 4348075 www.stadtgespraech-arnsberg.de Gesamtleitung: Kay Schönyan k.schoenyan@stadtgespraech-arnsberg.de Redaktion: Hüstener Kirmesgesellschaft, Stadtgespräch Werbeagentur Fotos: Hüstener Kirmesgesellschaft, Fahrgeschäfte Betreiber Für unverlangt eingereichtes Material (Bilde (Bilder, Manuskripte etc.) wird keine Haftung übernommen. Nachdruck oder online Veröffentlichung von Berichten und Fotos,auch auszugsweise, nur mit vorheriger Genehmigung der Agentur. Von der Agentur gestaltete Anzeigen sowie redaktionelle Beiträge unterliegen dem Urheberrecht und dürfen ohne Genehmigung nicht verwendet werden.