

Internes aus der Vereinigung
Personelle Veränderungen und Beauftragungen in der BWV
Der Landesausschuss der Baden-Württembergischen Vereinigung hat in mehreren Sitzungen personelle Veränderungen, Neuanstellungen sowie Dienstbeendigungen beschlossen beziehungsweise zur Kenntnis genommen. Nachfolgend ein Überblick über die wichtigsten Entscheidungen.
Neueinstellungen und Beauftragungen
Wiebke Kramp wird ab dem 01.09.2026 als Pastorin im Traineeprogramm (50 %) im Bezirk Schorndorf tätig sein. Die Mentorenschaft übernimmt Simone Castoro.
Leo Grab erhält ab dem 01.09.2026 eine Vollzeit-Anstellung. Zusätzlich zu seinem bisherigen Verantwortungsbereich in Eberbach und der Arbeit mit russisch- und ukrainischsprachigen Geschwistern übernimmt er das Neulandprojekt in Sinsheim mit dem Ziel einer Gruppengründung.
Josef Grab wird ab dem 01.07.2026 in Vollzeit in der IT-Abteilung angestellt.
Vitalie Zegera wird ab dem 01.10.2026 als Pastor im Bezirk Pforzheim eingesetzt. Zu seinem Verantwortungsbereich gehören die Gemeinden Pforzheim, Mühlacker, Weissach, Schwann, Bad Wildbad sowie die Gruppe Pforzheim-Brötzingen. Er wird zusammen mit Shaina Strimbu in diesem Bezirk wirken.
Wilhelm Erfurt wird ab Oktober 2026 im Bezirk Lörrach als Pastoralassistent im Traineeprogramm tätig sein. Mentor wird Waldemar Buchhammer.
Claudio Battaglia beginnt ab dem 01.10.2026 seinen Dienst als Pastoralassistent im Traineeprogramm im Bezirk Freudenstadt. Mentor wird Lukas Däubler sein.
Veränderungen in den Bezirken
Nicola Ardito übernahm seit dem 01.01.2026 die Verantwortung für die Gemeinden Ravensburg, Bad Saulgau und Biberach.
Vitomir Kukic wird zum 01.10.2026 in den Bezirk Mannheim versetzt.
Christoph Berger übernimmt zusätzlich zu seinen bisherigen Gemeinden Murrhardt und Stuttgart (ital.) ab dem 01.10.2026 auch die Verantwortung für die Gemeinde Stuttgart-Mitte.
Simone Castoro wird ab dem 01.10.2026 die Verantwortung für die Gruppe Wäschenbeuren übernehmen. Ab dem 01.01.2027 wird sein Verantwortungsbereich außerdem um die Gemeinden Esslingen und Göppingen erweitert.
Gerson Taraba wird ab dem 01.10.2026 in den Bezirk Filder-Neckar-Alb versetzt und übernimmt dort die Verantwortung für die Gemeinden Reutlingen und Tübingen.
Albert Owusu Ansah erhält ab dem 01.09.2026 zusätzlich zu Emmendingen und der internationalen Gruppe Freiburg die Verantwortung für die Gemeinde Lahr.
Dienstenden und organisatorische Veränderungen
Markus Witte hat aufgrund der Verlegung seines Hauptwohnsitzes in die USA sein Mandat als Abteilungsleiter der Abteilung Erziehung und Bildung zum 31.05.2026 niedergelegt.

Caroline Stanke ist die neue Ansprechpartnerin für unsere Schulen und Kindergärten.
Hartmut Wischnat beendet seinen Dienst zum 31.12.2026 und tritt in den Ruhestand ein.
Samuel Sonderegger beendet seinen Dienst zum 31.10.2026 und wird zukünftig in einem Missionsprojekt in der Schweiz arbeiten.
Jan Haugg beendet seinen Dienst zum 30.09.2026 aus persönlichen Gründen.
Inhalt
02 Internes aus der Vereinigung
Personelle Veränderungen und Beauftragungen in der BWV
04 Aus der Vereinigung
Kleingruppen als geistliches und missionarisches
Rückgrat der Gemeinde
06 Gedanken tanken
So viel Zeit bleibt dir zum Leben Spielen
08 Coverstory
Was, wenn ER heute käme?

16 Ein persönlicher Erfahrungsbericht
Überrascht durch den Heiligen Geist
19 Die Welle, die nicht weiterrollte
Wie eine Taufe am Meer zur unerwarteten Gotteserfahrung wurde
22 Familie, Bildung und Soziales Gekommen, um zu bleiben

24 Gesundheit
Das Wunderwerk Gehirn und die unsichtbare Krankheit
26 Kinderzeit
Enttäuschung für den leeren Magen
28 Mehr als Freizeitgestaltung
Über 50 Jahre Pfadfinderleidenschaft: Ein Vermächtnis für Generationen

35 Warum wendet sich mein Kind von Gott ab?
Wenn der Glaube auszieht

40 So kam ich zur Gemeinde Vom Spielfeld zur Entscheidung für Jesus
42 Bibel und Glaube
Eine zu harte Strafe – Warum durfte Mose nicht ins Gelobte Land?
44 Rückblick
Aus den Gemeinden
48 Ausblick
Kommende Veranstaltungen auf einen Blick
50 Was macht eigentlich ...?
Rebecca Adonia
Aus der Vereinigung
Kleingruppen als geistliches und missionarisches Rückgrat der Gemeinde
Wie Kleingruppen die Gemeinde stärken und ihre Mission fördern
Gerade ist Care26 zu Ende gegangen. Die Evangelisation für und in sogenannten „Caregroups“, also Kleingruppen. Mit dem Thema „Mit Jesus durch die Endzeit“ waren aktuelle Bibelabschnitte ausgewählt, die Licht auf Ereignisse werfen, die vor der Wiederkunft von Jesus Bedeutung gewinnen. In ca. 70 Caregroups haben sich Menschen getroffen, um Gemeinschaft zu erleben, miteinander zu essen, Zeit mit Gottes Wort zu verbringen, füreinander zu beten und um sich umeinander zu kümmern – deshalb der Name „Caregroup“ (engl.: to care = sich umeinander kümmern/Anteil nehmen).
In der heutigen Gesellschaft, wo Einsamkeit und Individualismus stärker geworden sind, gewinnen Kleingruppen in der Gemeinde zunehmend an Bedeutung. Sie sind aber weit mehr als ein Treffpunkt für den Austausch über
Kleingruppen sind das Rückgrat lebendiger Gemeinden: Orte der Ermutigung, des Wachstums und der Gemeinschaft – und ein Bollwerk gegen die zunehmende Vereinsamung und Individualisierung in unserer Gesellschaft.
Glaubensfragen. Sie haben das Potential, eine Gemeinde nachhaltig zu stärken, da sie sowohl geistliche Tiefe als auch missionarische Dynamik fördern. Kleingruppen schaffen Raum, in dem persönliches Wachstum, gegenseitige Ermutigung und gemeinsames Handeln möglich werden. Hier begegnet man sich auf Augenhöhe, lernt voneinander und trägt Verantwortung füreinander. Es fällt leichter, persönliche Anliegen zu teilen und gemeinsam zu beten. Die Teilnehmer erleben, wie Gott im Alltag wirkt und wie die Bibel konkret auf Lebenssituationen angewendet werden kann. Durch regelmäßige Treffen entstehen tiefe Beziehungen, die über den Gottesdienst hinausreichen und das geistliche Wachstum jedes Einzelnen fördern.
Gleichzeitig sind Kleingruppen ein wichtiger Motor für die missionarische Ausrichtung der Gemeinde. Sie bieten einen geschützten Rahmen, in dem Menschen eingeladen und integriert werden können. Viele Menschen sind von der Institution Kirche enttäuscht und verbinden damit keine positiven Emotionen. Es fällt ihnen schwer, selbst

wenn sie christlich sozialisiert sind, Programme einer Kirche zu besuchen, zumal, wenn sie in einem sakralen Gebäude stattfinden. Die Treffen einer Caregroup finden dagegen in einem „normalen“ Zuhause statt – sie sind nicht programmorientiert, sondern ein Lebensstil, ein Lebensgefühl. Optimal, um suchenden Menschen einen Ort zu bieten, wo sie Freunde finden, Gemeinschaft erleben, sich einbringen und auch ihre Lebensfragen stellen können.
Kleingruppen werden vor allem durch ihre Multiplikation zum Rückgrat der Gemeinde. Wenn eine Gruppe wächst und sich teilt, entstehen neue Kleingruppen und dadurch wächst der Einflussbereich einer Gemeinde. Nicht zwingend an dem Standort, wo das Versammlungshaus der Gemeinde steht, sondern überall, wo sich Kleingruppen vermehren und so Stück für Stück die Gesellschaft mit dem Evangelium durchdrungen wird. So werden sie zu Keimzellen für geistliches und missionarisches Wachstum. Das sorgt gleichzeitig dafür, dass die Gemeinde dynamisch bleibt und sich immer wieder erneuert. Durch die Multiplikation werden mehr Menschen erreicht, und die Gemeinde kann sich flexibel an neue Herausforderungen anpassen.
Die Leitung einer Kleingruppe ist dabei von zentraler Bedeutung. Leiterinnen und Leiter sind nicht nur für die Organisation zuständig, sondern vor allem für die geistliche Führung und Begleitung der Mitglieder. Sie schaffen eine Atmosphäre des Vertrauens, fördern den Austausch und begleiten die Teilnehmer auf ihrem Weg im Glauben. Eine gute Ausbildung und kontinuierliche Begleitung sind hierfür unerlässlich. Die Gemeinde sollte ihre Kleingruppenleiter regelmäßig stärken und ihnen Ressourcen zur Verfügung stellen, damit sie ihre Aufgabe mit Freude und Kompetenz erfüllen können. Deshalb bieten wir in Zusammenarbeit mit ADIMIS (Arthur-Daniells-Institut für Missi-

Gottes Wort im Alltag erleben, miteinander beten, sich füreinander einsetzen und umeinander kümmern – Kleingruppen sind die ideale Verbindung von sozialen und missionarischen Aspekten.
onswissenschaft) ab 7. Oktober ein Online-Training im deutschsprachigen Raum an. Ziel ist es, so viele Kleingruppenleiter wie möglich auszubilden, zu befähigen und zu ermutigen, ihre Gaben für andere einzusetzen. Vorkenntnisse sind für dieses Training nicht erforderlich. Unter diesem Link kann man sich anmelden und findet weitere Informationen dazu: www.adimis.org/de/kleingruppenleitertraining.
Auch im Frühjahr 2027 ist wieder eine Caregroup-Evangelisation geplant. Dieses Training ist eine effektive Möglichkeit, sich darauf vorzubereiten. Darüber hinaus stehen alle Materialien der vergangenen fünf Jahre für die Arbeit in Caregroups zur Verfügung. Gerne können sie auf der Seite www.bw-gemeindeaufbau.de/material eingesehen und unter der E-Mail-Adresse gemeindeaufbau.bw@ adventisten.de bestellt werden.
In einer Zeit, in der viele Menschen nach echter Gemeinschaft und Orientierung suchen, bieten Kleingruppen eine einzigartige Chance.
In einer Zeit, in der viele Menschen nach echter Gemeinschaft und Orientierung suchen, bieten Kleingruppen eine einzigartige Chance. Sie verbinden geistliches Leben mit missionarischem Handeln. Wer sich auf die Kleingruppenarbeit einlässt, erlebt, wie Gemeinschaft, Glaube und Mission zusammenwachsen und wie daraus eine starke und dynamische Gemeinde entsteht. Die Zukunft der Gemeinde liegt nicht in der Größe der Veranstaltungen, sondern in der Stärke ihrer Kleingruppen, dort, wo Menschen miteinander und füreinander leben.

Thomas Knirr, Vizepräsident und Abteilungsleiter für Gemeindeaufbau und Evangelisation der der Baden-Württembergischen Vereinigung.
Gedanken tanken
So viel Zeit bleibt dir zum Leben Spielen
Laut der Statistik über die durchschnittliche Lebenserwartung habe ich noch etwa 40 Jahre zu leben. Diese tiefgehende und ernüchternde Erkenntnis bescherte mir eine Zeit der Reflexion, wie ich die zweite Hälfte meines Lebens verbringen möchte. Während ich mich damit auseinandersetzte, wurde ich bei einem Kurzvortrag mit einer noch tieferen Erkenntnis konfrontiert: Es bleiben zwar noch ca. 40 Jahre zu leben, aber nur ca. 4 Jahre zum Spielen.
In diesem Kurzvortrag wurde gezeigt, dass Eltern oft die Vorstellung haben, die gemeinsame Zeit mit ihren Kindern bis zur Volljährigkeit gleichmäßig nutzen zu können. Die Wirklichkeit ist jedoch: Bis zum 12. Geburtstag haben Eltern bereits den Großteil der gemeinsamen Zeit mit ihren Kindern verbracht. Eine einfache Grafik – und doch traf sie mich mitten ins Herz. Die Botschaft war klar: Das Wertvollste, was ich meinen Kindern geben kann, ist nicht mehr Zeit irgendwann, sondern echte Zeit jetzt
Ein paar Tage später geschah es. Mein achtjähriger Sohn stand vor mir und fragte: „Papa, können wir zusammen spielen?“
Eigentlich passte es überhaupt nicht. Mein E-Mail-Postfach quoll über, mehrere Telefonate warteten. Mein Kopf war voll, meine To-do-Liste lang. Für einen kurzen Moment war ich versucht zu sagen: „Später.“
Doch dann sah ich in seine Augen. Erwartung. Freude. Der Wunsch nach Gemeinschaft. Und ich sagte: „Ja, lass uns spielen.“
Es war eine bewusste Entscheidung, keine halbherzige. Ich legte das Handy weg, schloss den Laptop und setzte mich ihm gegenüber. Wir spielten, lachten und schufen Erinnerungen. Für einen Moment wurde Alltag kostbar. Am Abend, vor dem Schlafengehen, betete mein Sohn und sagte: „Danke, Gott, dass mein Papa heute mit mir gespielt hat.“ Dieser Satz blieb länger in mir als jede erledigte Aufgabe des Tages.
In der Bibel finden wir eine bewegende Szene, in der Jesus selbst Kindern höchste Priorität einräumt. In Markus 10,13–16 werden Kinder zu ihm gebracht, doch die Jünger wollen sie abweisen. Jesus aber wird unwillig und
sagt: „Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes.“ Dann nimmt er sie in die Arme und segnet sie. Jesus hatte eine Aufgabe, Menschenmengen warteten auf ihn – und doch unterbricht er alles für Kinder. Er schenkt ihnen Zeit, Aufmerksamkeit und Nähe.
Mir wurde bewusst: Es geht nicht darum, sich irgendwie Zeit zu nehmen. Man kann äußerlich anwesend sein und innerlich längst woanders. An diesem Nachmittag war die eigentliche Entscheidung nicht die Uhrzeit, sondern die Präsenz.
Kinder erinnern sich nicht an unsere Geschäftigkeit. Sie erinnern sich an unsere Nähe. Sie spüren, ob sie wichtig sind oder nur zwischen anderen Dingen Platz finden. Wo Liebe wirklich zählt, wird sie sichtbar in Priorität.
Und genau hier wird der Anfang wieder zur Frage des Endes: Wenn mir nur ein kleiner Teil meines Lebens zum Spielen bleibt, wie will ich ihn nutzen?
Vielleicht sind es genau diese scheinbar kleinen Momente, ein Spiel, ein Gespräch vor dem Schlafengehen, ein gemeinsames Lachen, in denen etwas von Ewigkeit aufblitzt.
Und vielleicht ist die wichtigste Frage nicht: „Was muss ich heute noch erledigen?“, sondern: „Wem schenke ich heute mein Leben, in dieser Stunde, in diesem Moment?“
Denn am Ende zählt nicht, was wir alles geschafft haben, sondern wen wir geliebt haben. Die Bibel erinnert uns daran: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch“ (Mt 7,12). Liebe zeigt sich nicht in großen Worten, sondern in geschenkter Zeit.

Eugen Hartwich, Präsident der Freikirche der SiebentenTags-Adventisten in BadenWürttemberg.

Vielleicht ist die wichtigste Frage nicht: „Was muss ich heute noch erledigen?“, sondern: „Wem schenke ich heute mein Leben, in dieser Stunde, in diesem Moment?“

Coverstory
Was, wenn ER heute käme?
Wenn Jesus heute käme – wo stünde ich? Würde ich mich freuen oder hätte ich Angst?
René Gehring lädt ein, über die eigene Lebensrichtung nachzudenken: Welche Entscheidungen bringen mich wirklich näher zu Gott, wo habe ich vielleicht abgelenkt gelebt, und wie kann ich mitten im Alltag fest im Glauben bleiben? Ein Impuls zur Selbstprüfung in der spannenden Erwartung der Wiederkunft.
Ich erinnere mich, wie ich als Kind manchmal den bunt gefärbten Abendhimmel betrachtete. Wenn er in strahlenden Gelb- und Rottönen leuchtete, versuchte ich mir vorzustellen, wie es wohl aussähe, wenn Jesus auf einer der Wolken thronen und immer näherkommen würde. Dann schoss mir sofort die nächste Frage durch den Kopf: „Hätte ich Angst? Würde ich mich freuen? Was würde ich vielleicht vermissen? Bei welchen Angelegenheiten wäre ich froh, wenn sie damit auf einen Schlag vorüber wären?“ Es ist eine Art „Lebensinventur“, die mehr oder weniger bewusst abläuft, wenn man sich den Tag der Wiederkunft vorstellt. Mit diesem Tag ist alles besiegelt und mein Schicksal ist für alle Ewigkeit entschieden: Ewiges Leben oder ewiger Tod. Eine dritte Option gibt es nicht.
Die Bedeutung kleiner Entscheidungen
Wir wissen, dass sich nicht erst an unserem letzten Tag entscheidet, wie die Ewigkeit für uns aussieht. Es sind die vielen kleinen und großen Entscheidungen meines Lebens, die mich entweder näher zu Gott bringen oder mich immer weiter von ihm entfernen. Spätestens am letzten bzw. „jüngsten“ Tag werde ich definitiv wissen, in welche Richtung meine Reise ging. Dann aber ist es zu spät für eine Umkehr, wenn ich feststelle, dass ich an der falschen Endstation gelandet bin.
Wie wertvoll ist es da, wenn man schon vorher erkennt, wie man vor Gott steht. Die Bibel lässt uns wissen, dass das leider nicht immer so leicht ist. Es gibt offenbar überzeugte Christen, die sich vollständig über sich selbst täuschen. Sie meinen, auf dem Weg zum Leben zu sein, während sie mit großem Tempo ihrem Untergang entgegeneilen. Schon Salomo sagte: „Manchem scheint ein Weg recht; aber zuletzt bringt er ihn zum Tode.“ (Spr 14,12) Johannes zitiert Jesus in noch deutlicheren

Frühe Begegnungen mit der Bibel können ein Leben prägen: „Bring einem Kind am Anfang seines Lebens gute Gewohnheiten bei, es wird sie auch im Alter nicht vergessen.“
(Sprüche 22,6 GNB)
Worten an die Gemeinde Laodizea: „Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Du sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts!, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß.“ (Offb 3,15–17)
Es sind die vielen kleinen und großen Lebensentscheidungen, die mich entweder näher zu Gott bringen, oder mich von ihm entfernen.
Wir können die gesamte Bibel studieren auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie es zu einer solch dramatischen und letztlich lebensgefährlichen Verblendung kommen kann. Doch am Ende bleibt nur eine Erkenntnis ganz deutlich stehen, die von Paulus sehr pointiert formuliert wird: „Der Böse aber wird auftreten … mit jeglicher Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren werden, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, dass sie gerettet würden. … damit gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern Lust hatten an der Ungerechtigkeit.“ (2 Thess 2,9–12) – Es ist die „Lust“ (wörtlich: „Gefallen“) an der Ungerechtigkeit, die dazu führt, dass man sich der oftmals mahnenden und unbequemen Wahrheit verschließt. Dadurch ist es möglich, immer weiter in die falsche Richtung zu gehen, bis man ganz in Satans Lügen gefangen ist – und dabei meint, ganz zu Gott zu gehören. Das ist sicher das schlimmste Szenario; das möchte niemand von uns erleben.
Die persönliche Hoffnung Hiobs Auf der anderen Seite sehen wir, dass es eine biblische Heilsgewissheit gibt, die allen negativen Umständen und allen äußeren Anklagen zum Trotz gerechtfertigt ist. Hiob kann hierfür das beste Beispiel sein. Obwohl alles dafürsprach, dass er von Gott verflucht war, konnte er voller Zuversicht und Hoffnung bekennen: „Aber ich weiß, dass
ICH weiß, MEIN Erlöser lebt … Ja, ICH werde ihn FÜR MICH sehen, und meine Augen werden ihn sehen, aber nicht als Fremden.
mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er über dem Staub sich erheben. Und ist meine Haut noch so zerschlagen und mein Fleisch dahingeschwunden, so werde ich doch Gott sehen. Ich selbst werde ihn sehen, meine Augen werden ihn schauen und kein Fremder. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust. Wenn ihr sprecht: Wie wollen wir ihn verfolgen und eine Sache gegen ihn finden!, so fürchtet euch selbst vor dem Schwert; denn das sind Missetaten, die das Schwert straft, damit ihr wisst, dass es ein Gericht gibt.“ (Hi 19,25–29)
Betrachtet man diesen Abschnitt im hebräischen Grundtext, so fällt die ganz persönliche Beziehung auf, die Hiob zu seinem Schöpfer pflegte – und die ihn in dieser schrecklichen Not aufrecht hielt: „ICH weiß, MEIN Erlöser lebt … Ja, ICH werde ihn FÜR MICH sehen, und meine Augen werden ihn sehen, aber nicht als Fremden.“ –
Wenn Hiob Gott begegnet, dann wird er ihn kennen, er wird ihm nicht fremd sein. Er ist sein ganz persönlicher Erlöser, den er für sich am Ende von Angesicht zu Angesicht sehen wird. Der Blick weg von seinem geschundenen Körper hin zu seinem Erlöser, der „als der Letzte sich über dem Staub erheben wird“, ist das Letzte, woran er sich klammern kann. In diesem Leben hatte er bereits alles verloren. Sein Glaube ist sein letztes Gut.
Glaube inmitten von Unverständnis und Leid Bedenkt man, dass er in derselben Rede, in Vers 6, noch sagt, „merkt doch endlich, dass Gott mir Unrecht getan hat und mich mit seinem Jagdnetz umgeben hat“, so wird deutlich, dass seine Auferstehungs- und damit auch Wiederkunftshoffnung über alle Zweifel an Gottes – manches Mal unverständlichem – Wirken erhaben war. Auch wenn ich Gott nicht immer verstehe, wenn ich sogar der Meinung bin, dass er mich gerade ungerecht behandelt, so muss das meine Hoffnung auf die persönliche Begegnung mit ihm nicht zunichtemachen. Ganz im Gegenteil: Wie Hiob kann ich Gott sogar noch als Richter gegen meine Feinde anrufen und mich fest darauf verlassen, dass der Tag kommt, an dem er sich um all meine Anliegen kümmert. Er wird für mein Recht sorgen.
Unsere Aufgabe in der noch verbleibenden Zeit ist es, den wahren Gott persönlich in seinem Wort und Gesetz zu erkennen – und dann auch anderen bekannt zu machen, denn „dann wird das Ende kommen“ (Mt 24,14).


Es ist diese Hoffnung, die durch Leid hindurchträgt und die mir hilft, allen Widrigkeiten zum Trotz am Glauben festzuhalten. Hiob war bereits bekannt, dass am Ende alles in Staub liegen würde. Die Erde wird einem Trümmerfeld gleichen (vgl. Jes 24,19–20; 51,6). Doch das ist nicht das Ende. Einer wird sich erheben: Der Erlöser. Wenn alles vorüber ist, wird er triumphieren – und seine Macht dadurch beweisen, dass er „den Bösen umbringen wird mit dem Hauch seines Mundes und wird ihm ein Ende machen durch seine Erscheinung, wenn er kommt“ (2 Thess 2,8).
Hoffnung, die Geschichte und Gegenwart verbindet
Diese Hoffnung auf den Sieg des Guten ist es, die den Umsatz der Unterhaltungsindustrie in die Höhe treibt: Am Ende muss das Gute über das Böse siegen. Es ist diese Hoffnung, die schon in der Geschichte unserer Kirche dafür sorgte, dass man große Opfer in Kauf nahm, um
Auch wenn ich Gott nicht immer verstehe, muss das meine Hoffnung auf die persönliche Begegnung mit ihm nicht zunichtemachen. Ganz im Gegenteil.
Wenn wir uns auch inmitten von Leid wie Hiob an unseren Erlöser klammern und wie Petrus die Liebe Gottes gerade darin sehen, dass er uns noch Zeit lässt, dann gibt es keinen Grund, die Hoffnung zu verlieren, und wir dürfen uns auf die Wiederkunft freuen.
die gute Botschaft zu verkündigen und die Welt damit auf die Wiederkunft vorzubereiten (Mt 24,14; Offb 14,6–7).
Die Überzeugung einer äußerst nahe bevorstehenden Wiederkunft war bei den frühen Adventisten sehr lebendig. Aus dieser Hoffnung heraus sind wir überhaupt erst entstanden und haben diesen Glaubensaspekt sogar als Namensbestandteil bei unserer offiziellen Gründung 1863 einfließen lassen: „Adventisten“ – die auf die „Ankunft“ Jesu Wartenden. Mancherorts mag die tiefe Lebensausrichtung auf die Ankunft Jesu einer gewissen sachlichen Ernüchterung gewichen sein. Über 180 Jahre nach der ersten großen Ankündigung der Wiederkunft im Jahre 1844 hinterlassen ihre Spuren und führen zu einem eher erlahmenden Eifer in der Verkündigung.
Damit befinden wir uns übrigens in guter Gesellschaft: Schon etwa 20 Jahre nach der Himmelfahrt Jesu waren die frühen Christen unsicher, ob sie sich vielleicht getäuscht und Jesus verpasst hätten (2 Thess 2,1–2). 40 Jahre nach der großen Enttäuschung vom 22. Oktober 1844 ging es unseren adventistischen Vorfahren so, dass sie hofften, nun wie Israel nach 40 Jahren Wüstenwanderung endlich den Einzug ins himmlische Kanaan erleben zu dürfen. Auf diese Hoffnung gab Ellen G. White im Jahre 1883 eine lehrreiche Antwort:
„Hätten die Adventisten nach der großen Enttäuschung von 1844 ihren Glauben festgehalten und hätten sie vereint und in der Kraft des Heiligen Geistes die Botschaft
René Gehring Was, wenn ER heute käme?
Die Überzeugung einer äußerst nahe bevorstehenden Wiederkunft war bei den frühen Adventisten sehr lebendig.
dass wir aufgrund unseres Ungehorsams noch viele weitere Jahre in dieser Welt bleiben müssen, so wie die Kinder Israel [damals in der Wüste].“ (Ev 696)
des dritten Engels der Welt verkündigt, dann hätten sie die Erlösung Gottes gesehen. Der Herr hätte mächtig mit ihren Bemühungen zusammengewirkt, das Werk wäre vollendet worden, und Christus wäre schon früher gekommen, um sein Volk zu empfangen, damit es seinen Lohn erhalte ... Es war nicht der Wille Gottes, dass das Kommen Christi so hinausgezögert werden sollte ...
Vierzig Jahre lang schlossen Unglauben, Murren und Rebellion das alte Israel vom Land Kanaan aus. Die gleichen Sünden haben das Eintreten des modernen Israel ins himmlische Kanaan verzögert. In keinem der beiden Fälle waren die Verheißungen Gottes schuld daran. Unglaube, Weltlichkeit, mangelnde Hingabe und Streit unter dem Volk, das sich zum Herrn bekennt, haben uns so viele Jahre in dieser Welt der Sünde und der Sorgen gehalten.“ (Ev 695–6) Und sie ergänzt im Jahre 1901: „Es kann sein,
Das sind offene, ehrliche Worte, wie wir sie aus inspirierter Feder erwarten dürfen. Eine Erlahmung unserer Verkündigung ist offenbar kontraproduktiv. Dennoch dürfen wir wissen, dass Tag und Stunde der Wiederkunft feststehen – und es wird keine Verzögerung geben. Gott hat unsere Halbherzigkeit längst in seine Festlegung des Datums einbezogen. Wir kommen der Wiederkunft Tag für Tag näher. Petrus erklärt dazu: „Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde.“ (2 Petr 3,9) Es ist ein Zeichen der Liebe Gottes, dass wir noch hier sind. Es ist ein Zeichen unseres festen Glaubens, wenn wir auch im Leid wie Hiob auf den Erlöser hoffen. Es ist gerade die Wiederkunft, die in uns die höchste Freude auslösen darf.
„Hoffnung, die sich verzögert, ängstet das Herz; wenn aber kommt, was man begehrt, das ist ein Baum des Lebens.“ (Spr 13,12) Auf diesen Baum des Lebens warten
Seit Anbeginn der Zeit hat Gott die Rettung der Menschen im Blick. Bis zur Wiederkunft schenkt er Zeit, damit die Botschaft der Hoffnung weitergegeben wird und Menschen sich auf die Begegnung mit ihm vorbereiten können.


„Wie die Gestirne auf ihrer riesigen, festgelegten Bahn, kennen Gottes Absichten weder Eile noch Verzögerung.“ (SDL 25–6) wir – und bis dahin mag es uns manchmal „ängsten“, dass es so lange dauert. Nicht umsonst sagt Jesus traurig, „wenn der Menschensohn kommen wird, meinst du, er werde Glauben finden auf Erden?“ (Lk 18,8b) Es bleiben wohl nicht viele wahrhaft und beständig Gläubige übrig. Der Zusammenhang in Lukas 18 spricht interessanterweise von einem kurzfristigen, raschen Eingreifen Gottes: „Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er’s bei ihnen lange hinziehen? Ich sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in Kürze.“ (Verse 7–8a) Das bringt die ganze Spannung auf den Punkt, in der wir als Christen schon seit knapp 2000 Jahren leben – und als Adventisten noch intensiver seit 1844: Die Zeit läuft gegen uns. Jedes Jahr, das vergeht, macht es den „Spöttern“, von denen in 2. Petrus 3,3–4 gesprochen wird, leichter, uns auszulachen und unseren Glauben als unglaubwürdig, ja lächerlich hinzustellen.
Da ist es gut zu wissen, dass eine vermeintliche Verzögerung in Wirklichkeit gar keine ist – alles ist fest geplant und wird ohne Aufschub sofort eintreffen, wenn die
große „Weltenuhr“ es anzeigt: „Aber wie die Gestirne auf ihrer riesigen, festgelegten Bahn, kennen Gottes Absichten weder Eile noch Verzögerung. … Auch die Stunde des Erscheinens von Jesus Christus war im himmlischen Rat festgelegt worden. Als die große Weltenuhr diese Stunde anzeigte, wurde er in Bethlehem geboren.“ (SDL 25–6) Das dürfen wir auch für die Stunde der Wiederkunft erwarten: „Die vermeintliche Verzögerung ist in Wirklichkeit keine, denn zur festgesetzten Zeit wird unser Herr kommen.“ (10MR 270 = 16MR 178)
Der gesamte Heilsplan stand schon vor Grundlegung der Welt fest (1 Petr 1,20) – dazu gehört natürlich auch der Zeitpunkt der Wiederkunft (Mt 24,36). Gott wusste, wie viel Zeit wir brauchen würden, zur Verkündigung der Rettungsbotschaft (Mt 24,14) und zur persönlichen Vorbereitung (Offb 3,18–21). Ist das abgeschlossen, wird „er’s nicht lange hinziehen“, sondern „er wird ihnen Recht schaffen in Kürze“.
Geduld und Vorbereitung in der Endzeit
Wir kommen der Wiederkunft Tag für Tag näher.
Wie sollten wir die Zeit bis dahin nutzen? Es ist auffällig, dass Hiob bei allem, was er hätte vorweisen können, ausgerechnet von seiner guten Gotteskenntnis sprach, als er an die Begegnung mit seinem Erlöser dachte. Er hätte seine guten Werke aufzählen, über sein Mitgefühl mit
Es ist gerade die Wiederkunft, die in uns die höchste Freude auslösen darf.
Armen und Benachteiligten sprechen können, über seine Almosen und seinen umfassend tugendhaften Lebenswandel. Tut er aber nicht. Er denkt nur an eines, was dann wichtig sein wird: Ich kenne meinen Erlöser. Er wusste, wenn er ihm gegenübersteht, dann „nicht als Fremder“.
Wenn Jesus von den bedauernswerten Verlorenen spricht, die fest davon überzeugt waren, dass sie ganz eng zu Jesus gehören, ja sogar auf übernatürliche Weise mit ihm zusammenarbeiten würden – und doch fatal getäuscht waren – dann kommt er auf denselben Aspekt zu sprechen: „Darum: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltä-
Wenn wir Gott darum bitten, wird uns der Heilige Geist die Augen öffnen über unseren geistlichen Zustand, sodass wir uns nicht selbst täuschen.
ter!“ (Mt 7,20–23) Jesus hat sie „noch nie gekannt“! Wie kann das sein? Kennt er nicht jeden?
Hier geht es um ein Wort, das besonders im Alten Testament nicht allein für die Kenntnis einer Sache oder Person verwendet wird, sondern auch für den intimsten Umgang, die größte Nähe. In 1. Mose 4,1 ist es Adam, der seine Frau Eva „(er-)kannte“ (heb. yada), woraus ihr erstes Kind erwuchs. Das griechische Pendant, das dieser Stelle in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments (Septuaginta, LXX) entspricht, ist ginōskō – genau das, was in Matthäus 7,23 verwendet wird. Jesus hatte „noch nie“ innigste Gemeinschaft mit diesen „Übeltätern“.
Für mich gibt es keine schrecklichere Aussage in der ganzen Bibel als diese. So eine Täuschung! Und doch hätten sie es wissen können. Sie waren „Übeltäter“ – obwohl die Bibel üble Taten verbietet. Wörtlich heißt es dort in Matthäus 7,23 nicht grob „Übeltäter“, sondern präziser „Gesetzlosigkeit-Tuende“. Damit spricht Jesus etwas an, das gerade in endzeitlichem Kontext ganz prominent thematisiert wird. In Matthäus 24,12 weist Jesus darauf hin, dass dies das entscheidende Problem sein wird, das die Christenheit in den Ruin führt („weil die Gesetzlosigkeit überhandnimmt, wird die Liebe der meisten erkalten“). Und in 2. Thessalonicher 2,3.7–8 kommt die Gesetzlosigkeit gleich drei Mal vor – als Charakterisierung des umfassenden Abfalls in der Christenheit.
Wer Christus erkennt, hält seine Gebote Wer Christus „(er-)kennt“, der kann nicht gesetzlos sein. Der wird Gottes Gebote lieben und halten – und ihn dadurch (noch) besser erkennen: „Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt,


wird von meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben und mich selbst ihm offenbaren.“ (Joh 14,21) „Denn dies ist die Liebe zu Gott: dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.“ (1 Joh 5,3)
Das eine geht nicht ohne das andere: Man kennt und liebt Gott und hält daher seine Gebote. Man liebt und hält seine Gebote und erkennt Gott dadurch immer tiefer.
Und genau das ist unsere Aufgabe in der noch verbleibenden Zeit. Den wahren Gott persönlich in seinem Wort und Gesetz zu erkennen – und dann auch anderen bekannt zu machen, denn „dann wird das Ende kommen“ (Mt 24,14).
„Siebenten-Tags-Adventisten sind von Gott als ein besonderes Volk auserwählt worden, abgesondert von der Welt. Mit dem gewaltigen Spaltkeil der Wahrheit hat er sie aus dem Steinbruch der Welt herausgebrochen und in Gemeinschaft mit ihm gebracht. Er hat sie zu seinen Beauftragten gemacht und hat sie dazu berufen, Botschafter für ihn in dem letzten Werk der Erlösung zu sein. Der größte Reichtum der Wahrheit, der jemals Sterblichen anvertraut wurde, die eindringlichsten und ernstesten Warnungen, die den Menschen jemals von Gott geschickt
Unsere Aufgabe in der noch verbleibenden Zeit ist es, den wahren Gott persönlich in seinem Wort und Gesetz zu erkennen und dann auch anderen bekannt zu machen – denn „dann wird das Ende kommen“ (Mt 24,14).
wurden, sind ihnen anvertraut worden, um sie an die Welt weiterzugeben.” (7T 138)
Freude und Zuversicht auf die Wiederkunft
Wenn wir das tun, weil „die Liebe zur Wahrheit“ in uns stärker ist als „die Lust an der Ungerechtigkeit“, wenn wir nicht lau, sondern „heiß“ sind im Blick auf Gott und sein Werk, wenn wir uns auch inmitten von Leid wie Hiob an unseren Erlöser klammern und wie Petrus die Liebe Gottes gerade darin sehen, dass er uns noch Zeit lässt, dann gibt es keinen Grund, die Hoffnung zu verlieren. Dann darf Freude auf die Wiederkunft unsere Gedanken bestimmen und das schönste Thema für uns sein: „Die Wiederkunft des Herrn war in allen Zeiten die Hoffnung seiner wahren Nachfolger. Die Abschiedsverheißung des Heilandes auf dem Ölberg, dass er wiederkommen werde, erhellte den Jüngern die Zukunft und erfüllte ihre Herzen mit einer Freude und Hoffnung, die weder Sorgen dämpfen noch Prüfungen schwächen konnten.“ (GK 306) Dann können auch wir mit Johannes sagen: „Amen, ja, komm, Herr Jesus!“ (Offb 22,20)
Man liebt und hält seine Gebote und erkennt Gott dadurch immer tiefer.

René Gehring studierte Theologie, Geschichte und Altertumswissenschaften. Inzwischen ist er Dozent sowie Direktor vom Seminar Schloss Bogenhofen (Österreich).

Ein persönlicher Erfahrungsbericht
Überrascht durch den Heiligen Geist
Mit einer solchen Reaktion hatte Bernd Heibutzki nicht gerechnet: Aus anfänglicher Skepsis wurde plötzlich begeisterte Aufbruchsstimmung. Wenig später führte ihn sogar ein zufälliger Funkkontakt zu einem Menschen auf geistlicher Suche. In seinem persönlichen Erfahrungsbericht erzählt er von überraschenden Begegnungen und davon, wie der Heilige Geist oft ganz anders wirkt, als wir erwarten.
Ich saß an meinem PC und schaute mir nach und nach die E-Mails von den Leitern unserer Vereinigung an. Dabei erweckte eine Mail der Abteilung Heimatmission an alle Gemeindeleiter und Prediger sofort meine Aufmerksamkeit. Im November 2025 planten Thomas Knirr und sein Team ein ganz besonderes Projekt. Sie boten Evangelisationsmaterial an, mit dem jede Adventgemeinde eine neuntägige Veranstaltungsreihe unter dem Thema „Vom Schatten zum Licht“ durchführen konnte.
„Klingt gut!“, dachte ich mir. Aber meine langjährige Erfahrung als Prediger in verschiedenen Adventgemeinden ließ einen anderen Gedanken in mir laut werden:
„Dieses Projekt solltest du als Prediger auf keinen Fall auf die Agenda der nächsten Gemeinderatssitzung in unserer Gemeinde Schwäbisch Gmünd bringen! Es wird kein Gehör finden. Wir sind missionarisch noch nicht so weit! Da schweigst du besser!“
Gesagt, getan! Die geplante Gemeinderatssitzung kam näher, und so trafen wir uns an einem Sonntagvormittag. Wie gewohnt begannen wir mit einer kurzen Andacht und beteten um die Führung durch den Heiligen Geist. Punkt für Punkt wurde nach guter Gewohnheit besprochen. Auf der Agenda stand auch in einem Satz das Angebot der Evangelisation für November 2025 – nicht von mir eingebracht, sondern von unserem Gemeindeleiter. In ruhiger und freundlicher Art erklärte er in wenigen Sätzen, was es damit auf sich hatte:
„Es geht um eine Themenreihe über neun Abende an insgesamt drei Wochenenden. Titel der Evangelisation: ,Vom Schatten zum Licht‘. Alle Vorträge mit PowerPointPräsentationen sind bereits ausgearbeitet und online abrufbar. Das Besondere an diesem Konzept ist, dass Gemeindeglieder die Themen vortragen sollen. Wie denkt ihr darüber? Das könnten wir doch auch machen, oder?“ Und jetzt passierte das, womit ich überhaupt nicht ge-
rechnet hatte: Der Schatten meiner Skepsis wurde durchbrochen vom Licht der Begeisterung! Es dauerte nur wenige Momente, und alle waren angesteckt von dem Gedanken, dieses Evangelisationsprojekt in unserer Gemeinde durchzuführen.
„Wir brauchen also mehrere Sprecher für die einzelnen Abende! Wer von euch ist dazu bereit?“
Einer nach dem anderen entschied sich sofort, als Verkündiger mitzumachen.
„Wenn es um die Verteilung der Handzettel geht, würde ich den ganzen Nachbarort damit bestücken“, meinte ein Ausschussmitglied.
„Ich könnte hier in Großdeinbach alle Wohnungen mit unserer Werbung erreichen“, sagte ein anderer.
„Und wie wäre es, wenn wir an jedem Abend noch einen Gesundheitsimpuls in das Programm einbauen …?“
Ich traute meinen Augen und Ohren nicht.
„Stopp, wir haben noch andere Punkte auf der Agenda! Die müssen wir auch noch besprechen!“, rief ich in die Runde.
Doch was passierte hier? Es war der Heilige Geist, der uns alle entfachte, diese Vortragsreihe unbedingt durchzuführen! Von da an gab es kein Halten mehr.
In den nächsten Wochen wurde rasant geplant, alles wurde unkompliziert organisiert und die Abende parallel zur anstehenden Gebetswoche durchgeführt. An jedem Abend stand eine andere Person vorne. Gemeindeglieder, die sich vorher noch nie getraut hatten zu predigen, verkündigten mit Überzeugung Gottes Wort.
Eine Sprecherin war vor ihrem Vortrag so aufgeregt, dass ihr Mann bereitstand, im Notfall für sie einzuspringen. Ihr Thema „Tod“ wurde so gut und persönlich vorgetragen, dass alle Zuhörer sehr berührt waren.
Gäste kamen und äußerten ihre Wertschätzung für die wertvollen Vorträge. Auch unsere Gemeindeglieder nahmen zahlreich teil. Im Durchschnitt hatten wir 30 Besucher, davon sieben bis acht Gäste. Es kamen auch Menschen ganz neu in unsere Gemeinde. Es war schon ein Kraftakt, aber dennoch ein großer Segen, der uns alle missionarisch neu belebt hat! Gleich im Anschluss starteten wir ein Bibelseminar, das weiterhin

Die neuntägige Veranstaltungsreihe „Vom Schatten zum Licht“ im November 2025 in Schwäbisch Gmünd: Es kamen ca. 30 Besucher, davon sieben bis acht Gäste. Gottes Geist entfachte das Feuer der Begeisterung und begleitete auch die ganze Veranstaltung.
mit zehn bis zwölf Teilnehmern gut besucht wird. In diesem Zusammenhang noch eine besondere Erfahrung:
Ich hatte mir vor einigen Monaten ein Walkie-Talkie (Handfunkgerät) gekauft und fuhr damit mit dem E-Bike auf den Hohenstaufen, einen nahe gelegenen Berg, um es auszuprobieren. Dort angekommen, zog ich die Antenne aus und war gespannt, wen ich auf irgendeinem Kanal empfangen würde. Mehrere Leute redeten miteinander und tauschten sich aus. Also wechselte ich auf einen anderen Kanal und stellte mich vor:
„QRZ, QRZ (das bedeutet unter Funkern: ,Von wem werde ich empfangen?‘), hier ist Pastor 1. Kann mich jemand hören? Bitte kommen!“ Nichts. Funkstille.
Noch einmal derselbe Satz:
„QRZ, QRZ, hier ist Pastor 1. Kann mich jemand hören?“
Dann plötzlich eine Stimme – und jemand meldete sich tatsächlich auf meinen Funkspruch. Es dauerte nicht lange, und aus dem formalen Austausch entwickelte sich ein tieferes Gespräch. Ich stellte mich als Christ und Mitglied der Adventgemeinde vor, und er erzählte mir, dass er die Adventgemeinde Göppingen kenne und sie vor Jahren schon einmal besucht habe. Besonders das Bibelgespräch im Kreis habe ihn damals sehr beeindruckt.
Dann folgte ein bemerkenswertes Bekenntnis:
„Ich habe für mich den Sabbat als Ruhetag erkannt! Der Sonntag ist wirklich unbiblisch.“
Der Schatten meiner Skepsis wurde durchbrochen vom Licht der Begeisterung!
Ich war völlig überrascht. Damit hatte ich nicht gerechnet!
Wir tauschten unsere Kontaktdaten aus, und ich besuchte ihn und seine Familie kurze Zeit später zu Hause. Er wohnt nur wenige Kilometer von meinem Wohnort entfernt.
Wenn der Geist Gottes wirkt, dann gibt es Überraschungen im Alltag, und die Gemeindewirklichkeit wird eine andere.
Am Ende unseres ersten Treffens sagte seine Frau zu mir:
„Dich hat wohl Gott zu uns geschickt. Danke, dass du uns besucht hast!“
„Ja“, konnte ich nur antworten, „wir bleiben in Verbindung!“
Und genau das ist geschehen. Ich konnte meinen Funker zu den Vortragsabenden einladen, und er ist gekommen. Bis heute ist er sehr interessiert daran, seinen Glauben anhand der Bibel zu vertiefen.
Wenn der Geist Gottes wirkt, so meine Erfahrung, dann gibt es Überraschungen im Alltag, und die Gemeindewirklichkeit wird eine andere.
Die Botin Gottes formulierte es so:
„Gott fordert uns nicht auf, die vor uns liegende Arbeit aus eigener Kraft zu tun. Er hat göttlichen Beistand
bereitgestellt für alle Notlagen, in denen unsere menschlichen Mittel nicht ausreichen. Er gibt den Heiligen Geist, um in jeder Schwierigkeit zu helfen, unsere Hoffnung und Gewissheit zu stärken, unser Denken zu erleuchten und unsere Herzen zu reinigen.
Kurz vor seiner Kreuzigung sagte der Erlöser zu seinen Jüngern: ,Ich werde euch nicht trostlos zurücklassen.‘ ,Ich werde zum Vater beten, und er wird euch einen anderen Tröster geben, damit er für immer bei euch bleibt‘ (vgl. Johannes 14,16–18).
Christus hat Vorsorge getroffen, dass seine Kirche ein verwandelter Leib sein soll, erleuchtet mit dem Licht des Himmels und erfüllt von der Herrlichkeit Immanuels. Es gibt keine Grenze für den Nutzen dessen, der sich selbst zurücknimmt, Raum schafft für das Wirken des Heiligen Geistes in seinem Herzen und ein Leben führt, das Gott völlig hingegeben ist.“ (Testimonies for the Church, Vol. 8, S. 19)
Deshalb: Lebe mutig und offen für ihn!

Wenn wir uns durch Gottes Heiligen Geist führen und befähigen lassen, kann er uns mit suchenden Menschen in Verbindung bringen, und durch unsere Worte und Taten ihre Herzen berühren.
Bernd Heibutzki, Adventgemeinde Schwäbisch Gmünd, ist Pastor im Bezirk Leonberg.

Wie eine Taufe am Meer zur unerwarteten Gotteserfahrung wurde
Die Welle, die nicht weiterrollte
Michael Faber war als Pastor in vielen Ländern und auf unterschiedlichen Kontinenten tätig. Besonders prägend waren für ihn die Jahre als junger Prediger in Südafrika – eine Zeit voller Herausforderungen, Lernprozesse und überraschender Gotteserfahrungen. Eine Begebenheit aus dieser Zeit zeigt eindrücklich, wie Gott scheinbar unmögliche Situationen wundersam wenden kann und dass für ihn nichts unmöglich ist.
Der Wind peitschte über den Strand, und die Wellen türmten sich meterhoch vor uns auf. Ich blieb stehen und starrte aufs Meer. „Hier?“, fragte ich ungläubig. Der junge Mann neben mir nickte nur. Für ihn war es der perfekte Ort – sein Lieblingsstrand, ein Paradies für Surfer. Für mich hingegen sah es nach dem denkbar ungeeignetsten Platz für eine Taufe aus. Es sollte die erste Taufe sein, die unsere Gruppe in Südafrika miterlebte. Und ich hatte noch nie zuvor eine Taufe im Meer durchgeführt. Genau deshalb waren wir hier: um uns die Stelle anzusehen, an der er sich taufen lassen wollte. Als ich wieder auf die Wellen hinausschaute, wurde mir mulmig. Doch was hatte ich eigentlich erwartet? Der Ende zwanzigjährige Täufling war ein ambitionierter Surfer und dies war nun mal sein Lieblingsstrand. Überzeugt, dass dieser Ort für eine Taufe alles andere als ideal war, versuchte ich, den jungen Mann zu überreden, einen anderen Strand auszuwählen. Doch die Enttäuschung in seinen Augen war zu groß. Ich dachte: „Okay Gott, was sollen wir tun?“ Ich war mir sicher, dass mich diese Wellen umwerfen würden und mir zuerst selbst eine zweite „Taufe“ bevorstünde, ehe ich ihn taufen konnte.

Herrliche Riesenwellen – ein Paradies für Surfer. Für einen Pastor, der eine Taufe durchführen möchte, dagegen ein echter Härtetest.
Die Wellen würden einfach über uns hinwegrollen. Ich wusste, dass ich dies zu einer ernsten Gebetsangelegenheit machen musste.
Die Welle, die mich untertauchen sollte und große Unterhaltung versprach, wurde zur Welle des Segens.
Am Morgen des Tauftages hatten wir unseren regulären Gottesdienst geplant, und nach dem Mittagessen wollte die gesamte Gemeinde das Ereignis am Strand miterleben. In der Nähe gab es ein christliches College, und als die Studenten hörten, dass der verrückte deutsche Pastor einen jungen Mann an genau diesem Strand – bekannt für seine hohen Wellen – taufen wollte, beschlossen viele, hinauszufahren, um das Spektakel zu sehen. Ich bin sicher, sie alle dachten, das würde sehr unterhaltsam werden. Was sie nicht wussten, war das, was mir an diesem Morgen vor dem Gottesdienst widerfahren war. Wie immer ging ich nach meiner persönlichen Andacht ins Bad, um mich für den Tag fertig zu machen. Den ganzen Morgen über rang ich mit der Entscheidung, was ich wegen der Taufe tun sollte. Noch tief in Gedanken wäh-
am Meer zur unerwarteten Gotteserfahrung wurde
eine
Derselbe Gott, der das Rote Meer teilte, wirkte an einem Surferstrand in der Kapprovinz Südafrikas.
rend meiner Morgentoilette, hörte ich plötzlich eine Stimme sagen: „Glaubst du nicht, dass ich Wind und Meer stillen kann?“ Diese Stimme kam aus dem Nichts, und völlig überrascht antwortete ich: „Natürlich glaube ich das.“ Wow – ich war überzeugt, dass Gott direkt zu mir gesprochen hatte, und damit war die Sache entschieden. Ich wusste, dass bei der Taufe alles gut gehen würde, auch wenn ich nicht wusste, wie genau.
Einige Jahre zuvor, als meine Frau Doris und ich auf einer längeren Urlaubsreise waren, um Gottes Willen für unser Leben zu suchen, besuchten wir auch Fidschi – ein Ort, von dem ich immer geträumt hatte. Als wir das Haus eines Missionars betraten, lasen wir über der Tür ein Schild mit der Aufschrift: „Erwarte Wunder.“ An jenem Tag, mit 26 Jahren, auf der Suche nach Gottes Führung, traf ich die Entscheidung, Wunder zu erwarten. Ja, ich
Gottes Zusage stand fest: Der Herr, der einst Wind und Wellen zum Schweigen brachte, würde auch diesmal einen Weg eröffnen, damit die Taufe stattfinden konnte.
wollte sie sehen, ich wollte die Verheißungen beanspruchen, die Gott in seinem Wort gegeben hat, als Jesus in Johannes 14,12–14 sagte:
„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zum Vater gehe. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn. Wenn ihr mich etwas bitten werdet in meinem Namen, so will ich es tun.“
Hier war also eine Gelegenheit, ein Wunder zu erwarten. Als wir dann am Strand ankamen, heulte der Wind. Hohe Wellen rollten herein und brachen mit Getöse am Ufer. Viele Surfer waren im Wasser und genossen großartige Wellenritte. So schön das alles auch war – ermutigend für eine Taufe war es nicht. Wie sollte man in solch einer Brandung taufen? Nun, Gott hatte es versprochen, aber ich wusste nicht, wie er es vollbringen würde.
Viele waren gekommen, um das Ereignis mitzuerleben. Die Leute bildeten einen Kreis um uns, damit der junge Mann, der getauft werden wollte, und ich niederknien und beten konnten, geschützt vor dem Sand, der uns ins Gesicht geweht wurde. „Lieber Gott“, betete ich, „hier sind wir nun am Strand, um diesen jungen Mann zu taufen. Du weißt, der Wind bläst stark, und ich weiß nicht, wie ich ihn sicher in diesem rauen Meer taufen soll. Aber du hast versprochen, Wind und Wellen zu stillen –zeige deine Macht und erbarme dich.“
Wir standen auf und gingen zum Wasser. Alle, die gekommen waren, beobachteten uns vom Ufer aus. Sobald wir ins Meer gingen, bemerkte ich, dass alle Surfer nach und nach aus dem Wasser kamen. „Seltsam“, dachte ich, „wollen sie alle die Taufe sehen?“ Am Horizont sah ich

Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn.

eine riesige Welle auf uns zukommen. Also sagte ich zu dem jungen Mann: „Wir sollten uns lieber beeilen, sonst werde ich selbst noch untergetaucht, bevor ich dich taufen kann.“ Immer mehr Leute kamen ins seichte Wasser, um Fotos zu machen, und ich wartete geduldig. Zu meiner Überraschung war das Meer um uns herum auf einmal ganz ruhig. Schließlich, nach einigen Minuten, in denen ich ständig damit rechnete, dass uns die große Welle jeden Moment treffen würde, taufte ich den jungen Mann. Es war wunderbar – und nein, ich wurde nicht untergetaucht. Doch kaum gingen wir aus dem Wasser, stürmten die Surfer zurück, um keine der wieder mächtigen Wellen zu verpassen. Doch was war gerade passiert? Ich war so auf meine Ängste konzentriert, dass ich eines der größten Wunder meines Dienstes regelrecht verpasste. Laut den Augenzeugen der Szene war nämlich Folgendes geschehen: Während der junge Mann und ich ins Meer gingen, kamen die frustrierten Surfer heraus, weil die große Welle, die alle am Horizont gesehen hatten, einfach stehen blieb! Das Wasser wurde vollkommen glatt. Laut dem Zeugnis meiner Frau riefen alle Menschen am Ufer: „Seht, das ist ein Wunder! Das ist wirklich ein Wunder!“ Ich konnte sie nicht hören, da der Wind noch immer heulte. Viele junge Leute kamen ins Wasser, um Fotos von dem sich entfaltenden Wunder zu machen. Die Studenten des nahegelegenen christlichen Colleges, die gekommen waren, um sich über einen Pastor zu amüsieren, der sicher von einer Welle erfasst werden würde, gingen völlig erstaunt nach Hause über das Wunder, das Gott getan hatte. So wurde die Welle, die mich untertauchen sollte und ihnen große Unterhaltung versprach, zur Welle des Segens. Gott hatte gewirkt – und ihre Leben wurden berührt.
Ich bedaure aufrichtig, dass ich nicht sah, was sie sahen. Gott hatte mir an jenem Morgen versprochen, dass er Wind und Wellen stillen würde – doch weil ich nur auf meine Angst konzentriert war, verpasste ich ein großes Wunder. Derselbe Gott, der das Rote Meer teilte, damit Mose und die Kinder Israels trockenen Fußes entkommen
Als der feierliche Moment der Taufe gekommen war, lag das Meer plötzlich ganz ruhig und still da. So taufte Michael Faber den jungen Mann. Kaum waren die beiden aus dem Wasser heraus, folgte erneut Welle auf Welle –zum Entzücken der wartenden Surfer.
konnten, wirkte an einem Surferstrand in der Kapprovinz Südafrikas. Manchmal können wir wegen unserer Sorgen ein Wunder verpassen, selbst wenn es direkt vor unseren Augen geschieht. Aber Gott war noch nicht fertig und ich bin dankbar für all die Gelegenheiten, die er mir gab, viele weitere seiner Wunder zu erleben – seine Taten der Güte.

Lust auf mehr?
Wer noch mehr außergewöhnliche Geschichten über Gottes Führung und Wirken im Alltag entdecken möchte, findet sie in Michaels Erfahrungsbuch „Can you believe it?“.
Die PDF-Version stellt er Interessenten gerne kostenlos zur Verfügung. Dafür einfach den QR-Code scannen oder eine E-Mail an canyoubelieveit2025@gmail.com senden. Eine deutsche Ausgabe erscheint in Kürze.

Michael Faber wirkte als Pastor in Deutschland, Südafrika, der Schweiz, Australien und auf den Bermuda-Inseln. Heute genießt er seinen aktiven Ruhestand.
Michael Faber
Die Welle, die nicht weiterrollte
eine Taufe am Meer zur unerwarteten Gotteserfahrung wurde

Familie, Bildung und Soziales
Gekommen, um zu bleiben
Hinter der Lukas-Schule liegt eine Zeit voller Herausforderungen, Übergänge und Improvisation. Mit der feierlichen Einweihung des neuen Schulgebäudes in Landshausen (Kraichtal) beginnt nun ein neues Kapitel. Caroline Stanke eröffnet einen Blick hinter die Kulissen und berichtet von einem Fest voller Dankbarkeit, Freude und Gemeinschaft.
Über zwei Jahre haben die Planungsphase und der Umbau der Lukas-Schule in Kraichtal in Anspruch genommen. Schülerinnen und Schüler, Eltern und Kollegium hatten in dieser Zeit viel auszuhalten: Ein kurzfristiger Auszug aus dem alten Schulgebäude, ein Starttermin im neuen Gebäude, der sich immer wieder verschoben hat oder auch Lernen auf der Baustelle – wenn schon Umwege, dann aber bitte so richtig.
Und doch haben wir das Ziel, anzukommen, nie aus den Augen verloren. Nicht nur irgendwo, sondern an einem Ort, wo wir bleiben dürfen. Umso größer war die spürbare Vorfreude auf den Moment, endlich all dies gemeistert zu haben und im neuen Schulgebäude anzukommen. Denn Lernen und Lehren in einem Gebäude, das wirklich auf eine Schule ausgelegt ist, wo die Liebe im Detail steckt und man sich freut, dort zu sein – das macht einen gewaltigen Unterschied.
Schon in den Tagen zuvor konnte man die freudige Aufregung und Anspannung bei allen Lehrern, Eltern und Schülern der Lukas-Schule spüren. Es wurde geübt, geprobt und die Schule wurde liebevoll geschmückt.
Am 26.04.2026 war es endlich so weit: Bereits in den frühen Morgenstunden waren die ersten Helfer vor Ort –Straßen wurden abgesperrt, Tische aufgebaut, appetitliche Brötchen geschmiert, leckere Kuchen entgegengenommen und verschiedenste Aktivitäten vorbereitet. Das, was die freiwilligen Helfer nicht leisten konnten, tat der liebe Gott dazu: Die Sonne schien strahlend vom Himmel und es versprach ein warmer, fröhlicher Tag zu werden.
Empfangen wurde man an der Mehrzweckhalle in Landshausen mit einem erfrischenden Getränk und einem bunten Obstspieß, ehe der Festakt des fröhlichen Einwei-
Möge das Schulgebäude der Lukas-Schule ein Ort sein, an dem nicht nur Wissen vermittelt wird, sondern auch Glaube, Hoffnung und Liebe wachsen dürfen.
hungsfestes pünktlich um 13:30 Uhr mit einem Lied der Grund- und Realschüler begann. Nicht nur engagierte Eltern, Anwohner, Schülerschaft und Lehrkräfte waren vertreten. Auch Handwerker, die sich für das Gelingen des Projektes eingesetzt haben, zahlreiche Vertreter von Vereinen, der Kommune und sogar der Bürgermeister von Kraichtal, Herr Borho persönlich, wollten an diesem besonderen Tag mit uns feiern.
Neben den Reden der Schulleitung, Geschäftsführung und des Bürgermeisters wurde das gesamte Programm intensiv durch die Schülerinnen und Schüler musikalisch begleitet. Nach den unterschiedlichen Beiträgen ging es wieder zurück zur Schule, wo die Schulleiterin, Rebecca Adonia, der Bürgermeister, Tobias Borho, sowie die Geschäftsführung der Bildungsmanufaktur gGmbH – Helge Külls, Caroline Stanke und Markus Witte – das rote Band durchschnitten und damit symbolisch den Zugang zum neuen Schulgebäude eröffneten.
Jetzt ging das Fest erst richtig los. Neben den verschiedenen kulinarischen Genüssen – seien es Kuchen, Torte, belegtes Laugenbrot, Döner, Falafel oder frisches Eis –warteten auf die Gäste unter anderem eine abwechslungsreiche Spielstraße, eine Hüpfburg zum Toben und ein fotografischer Rückblick auf die Geschichte der Schule. Abschließend bleibt vor allem eines: Tiefe Dankbarkeit. Dank an alle Schülerinnen und Schüler, an die Eltern und das gesamte Lehrerkollegium, die in dieser herausfordernden Zeit Geduld, Flexibilität und Zusammenhalt bewiesen haben. Dank an alle helfenden Hände, ob sichtbar oder im Hintergrund, die mit ihrem Einsatz, ihrer Zeit und ihrer Kraft dieses Projekt möglich gemacht haben. Ein besonderer Dank gilt auch allen, die sich finanziell eingebracht

Schon dieser Wegweiser macht klar, dass das neue Schulgebäude in Kraichtal deutlich mehr Möglichkeiten zum Lernen und Lehren im Schulalltag bietet als die vorherige Schule in Zeutern (Ubstadt-Weiher).
und so ihren Teil dazu beigetragen haben, dass dieses herausfordernde Projekt Wirklichkeit werden konnte. Doch über allem steht der größte Dank: an Gott. In Hebräer 3,4 heißt es: „Denn jedes Haus wird von jemanden erbaut; der aber alles erbaut hat, ist Gott.“ Ihm verdanken wir nicht nur das Gelingen dieses Bauprojektes, sondern auch die Bewahrung, die Kraft und die Führung durch die vergangenen Jahre.
Nach ihrer Gründung in Bruchsal und dem darauffolgenden Umzug nach Ubstadt-Weiher ist die Lukas-Schule nun in Kraichtal angekommen – nicht nur räumlich, sondern auch im Herzen. Möge das Schulgebäude der Lukas-Schule ein Ort sein, an dem nicht nur Wissen vermittelt wird, sondern auch Glaube, Hoffnung und Liebe wachsen dürfen – ein Ort, der bleibt.

Caroline Stanke ist Pastorin und Geschäftsführerin der Bildungsmanufaktur gGmbH.

Gesundheit
Das Wunderwerk Gehirn und die unsichtbare Krankheit
Depression betrifft Millionen Menschen – und bleibt doch oft unerkannt. Was steckt hinter dieser unsichtbaren Krankheit, warum nimmt sie weltweit zu und wie kann das Gehirn sowohl Ursache als auch Schlüssel zur Heilung sein? Ein Einblick, der aufklärt und Hoffnung macht.
Depression gehört zu den häufigsten und zugleich am wenigsten verstandenen Erkrankungen unserer Zeit. Sie betrifft Menschen unabhängig von Herkunft, sozialem Status oder Lebensumständen und kann selbst Persönlichkeiten treffen, die äußerlich stark und erfolgreich erscheinen. Ein eindrückliches Beispiel ist Abraham Lincoln: In jungen Jahren litt er unter schweren depressiven Phasen und beschrieb sich selbst als „den unglücklichsten Menschen“. Trotz persönlicher Rückschläge, Verluste und wiederholter Misserfolge gelang es ihm jedoch, seine Depression zu meistern und später als einer der bedeutendsten Präsidenten der USA in die Geschichte einzugehen. Sein Lebensweg macht deutlich: Eine Depression muss nicht das letzte Wort behalten. Sie kann bewältigt werden – und in vielen Fällen ist sogar eine vollständige Heilung möglich.
Um Depression besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf das menschliche Gehirn. Es ist das zentrale Steuerorgan für
alle Gedanken, Gefühle und Handlungen und zeichnet sich durch eine enorme Komplexität aus. Milliarden von Nervenzellen kommunizieren über elektrische und chemische Signale miteinander und ermöglichen so Wahrnehmung, Emotionen und Entscheidungsprozesse. Gleichzeitig ist das Gehirn äußerst wandelbar: Erfahrungen, Lernprozesse, Umweltbedingungen und Lebensstil beeinflussen seine Struktur und Funktionsweise dauerhaft. Diese Fähigkeit zur Veränderung erklärt, warum sowohl belastende Einflüsse wie Stress oder Krankheit als auch positive Faktoren wie gesunde Gewohnheiten oder soziale Unterstützung die psychische Gesundheit nachhaltig prägen können. Gerade diese Komplexität macht das Gehirn anfällig für Störungen. Depression ist eine solche Funktionsstörung, die sich nicht immer sofort eindeutig erkennen lässt. Viele Betroffene leiden im Stillen, da sie ihre Symptome nicht richtig einordnen oder aus Angst vor Stigmatisierung keine Hilfe suchen. Psychische Erkrankungen sind in vielen Gesell-
schaften noch immer mit Vorurteilen behaftet, was dazu führt, dass sie verdrängt oder verborgen werden. Dabei kann eine frühzeitige Diagnose entscheidend für den Behandlungserfolg sein. Ein offener, vorurteilsfreier Umgang mit psychischen Belastungen kann Betroffenen Mut machen und ihnen den ersten Schritt – sich jemandem anzuvertrauen und Hilfe zu suchen – wesentlich erleichtern. Wichtig ist die Abgrenzung zwischen normalen Stimmungsschwankungen und einer klinischen Depression. Gefühle von Traurigkeit oder Niedergeschlagenheit sind ein natürlicher Bestandteil des Lebens und treten häufig als Reaktion auf belastende Ereignisse wie Verlust, Enttäuschung oder Stress auf. Eine Depression hingegen ist ein länger andauernder Zustand, der das Denken, Fühlen und Handeln tiefgreifend beeinflusst. Typische Symptome sind anhaltende Traurigkeit oder ein Gefühl innerer Leere, Interessenverlust, Schlafstörungen, Veränderungen von Appetit und Gewicht, Konzentrationsprobleme, Schuldgefühle, Müdigkeit sowie wiederkehrende Gedanken an den Tod. Von einer klinischen Depression spricht man, wenn mehrere dieser Symptome über mindestens zwei Wochen hinweg bestehen und das tägliche Leben deutlich beeinträchtigen.
Besonders alarmierend ist die zunehmende Verbreitung dieser Erkrankung. Weltweit sind Millionen Menschen betroffen, und die Zahl steigt weiter an. Auffällig ist, dass Depressionen heute immer häufiger bei jüngeren Menschen auftreten. Während sie früher oft erst im mittleren Lebensalter diagnostiziert wurden, beginnen schwere depressive Episoden inzwischen häufig schon im frühen Erwachsenenalter. Gleichzeitig wächst das Risiko, im Laufe des Lebens an einer Depression zu erkranken.
Diese Entwicklung erscheint auf den ersten Blick widersprüchlich, da moderne Gesellschaften über zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und Unterhaltung verfügen. Dennoch zeigt sich, dass äußere Faktoren wie Wohlstand oder Konsum nicht automatisch zu innerem Wohlbefinden führen. Vielmehr spielen komplexe Einflüsse wie gesellschaftlicher Druck, Stress, veränderte Lebensgewohnheiten und fehlende Stabilität eine wichtige Rolle.

Abraham Lincoln litt unter schweren depressiven Phasen –und wurde dennoch einer der bedeutendsten Präsidenten der Geschichte.
Trotz der weiten Verbreitung und der erheblichen Belastung für Betroffene gibt es auch eine ermutigende Perspektive: Depression ist behandelbar. Fortschritte in der medizinischen und psychologischen Forschung haben wirksame Diagnose- und Therapieansätze hervorgebracht. Viele Menschen können durch geeignete Behandlungen eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität erreichen oder sogar vollständig genesen.
Abraham Lincoln trug lange an seiner Schwermut – und führte dennoch ein erfülltes und bedeutungsvolles Leben.
Sein Weg zeigt, dass eine Depression einen Menschen nicht definieren und seinen Lebensweg nicht bestimmen muss, selbst wenn sie ihn lange begleitet. Was zu Lincolns Zeit kaum behandelbar war, hat sich heute grundlegend gewandelt: Medizinische und psychologische Forschung haben wirksame Wege eröffnet, sodass viele Betroffene nicht nur mit der Erkrankung leben lernen, sondern deutliche Besserung erfahren oder ganz gesund werden. Voraussetzung ist, dass die Depression erkannt und ernst genommen wird – und dass Betroffene den Mut finden, Hilfe anzunehmen.
Auffällig ist, dass Depressionen heute immer häufiger bei jüngeren Menschen auftreten.
Genau hier setzt das Buch „Depression – ein Ausweg“ von Dr. Neil Nedley an. Es macht Mut, dass Depression kein unausweichliches Schicksal sein muss. Es verbindet aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Ansätzen aus Ernährung, Lebensstil und Verhaltenstherapie und hilft dabei, Ursachen zu verstehen und neue Wege aus der Depression zu finden. Ein ermutigender Ratgeber für alle, die ihre mentale Gesundheit stärken und neue Hoffnung schöpfen möchten.
Der vorliegende Artikel basiert auf einer überarbeiteten Zusammenfassung des ersten Kapitels des Buches.
Bestellbar unter www.dvg-online.de/material
Enttäuschung für den leeren Magen

Nur wenig Licht findet durch die runde Öffnung den Weg in die Tiefe. Langsam gewöhnen sich die Augen an die schummrige Umgebung. Kalte Felswände umgeben die große Grotte. Schmale Gänge führen ins dunkle Ungewisse und verraten nicht, wohin sie führen oder was sie verbergen. Von der späten Nachmittagshitze, die über der umliegenden Stadt mit ihren prächtigen Bauwerken und schillernden Mauern brennt, ist hier unten nichts zu spüren. Die Kühle dieser Unterwelt lässt Gänsehaut entstehen und macht schnell klar, dass dies kein Ort ist, an dem man sich freiwillig aufhält. Ein paar alte, schon ziemlich zerfetzte Strohballen scheinen das Einzige zu sein, was an Komfort erinnert. Doch der stechende, muffige Geruch in der Luft lässt jeden Gedanken an ein gemütliches Nickerchen vergehen. Eine üble Mischung aus Mist, ungeputzten Zähnen, verfaultem Essen und verschwitzter Wäsche. Ein schauriger Ort. Still und unheimlich.
Doch dann kommt Leben auf. Schritte und Stimmen dringen von oben herab. Erst sind sie noch weit weg, doch schnell kommen sie näher und werden deutlicher. „Vergessen Sie nicht, das Siegel auf dem Stein anzubringen! Nicht dass noch jemand auf schlechte Gedanken kommt!“ – „Wie dumm von mir! Es tut mir so leid! Ich hoffe, du kannst mir verzeihen!“ Das Stimmengewirr lässt die Dunkelheit erwachen. Verschlafen öffnen sich viele
Augen und sind sofort hellwach. Sie beobachten scharf, was im Abendlicht am Eingang zu ihrem Reich geschieht. Eine Woche ist es her, dass es zuletzt etwas zu essen gab. Die Mägen knurren elendig. Mit grimmigen, lodernden Augen blicken sie zu den Menschen hinauf, die noch immer dort oben stehen und diskutieren.
Einst waren sie die Könige der Wüste – stolz und von allen gefürchtet. Doch dann kamen die Meder. Hinterhältig haben sie sie überlistet, gefangen, einige getötet und die übrigen in diese Stadt verschleppt. Hier mussten sie nun in diesen düsteren Gruben ihr Leben verbringen, ohne Raum für ihre geliebten Streifzüge. Die Freiheit war ihnen genommen. Das ließ den Hass nur noch größer wachsen. Sollte sich einer dieser Menschen auch nur einen Zentimeter nähern, würde er den Zorn des ganzen Rudels zu spüren bekommen.
„Daniel, ich kann nichts mehr für dich tun! Möge dein Gott, dem du so treu gedient hast, dich retten!“ – „Treten Sie bitte zur Seite, Majestät, wir wollen ja nicht, dass auch Ihr Leben als Abendessen für unsere Großkatzen endet. Die Tiere würden sicher nicht nein zu einem zweiten Gang sagen.“ Der König tritt schnell zur Seite, und schon wird ein Mann über die Kante zur Öffnung geschoben. Als der Boden unter seinen Füßen verschwindet, will er vor Schreck aufschreien, doch schon ist er im Dunkel angekommen.
Kinderzeit
von Johanna Blanck

„Schnell, schiebt den Stein über die Öffnung, nicht dass eins der Raubtiere noch zu uns heraufspringt!“ – „Keine Angst! Drei Meter schaffen sie, aber so hoch hat es noch nie einer geschafft!“ Ein Brüllen, das einem die Beine schlottern lässt, unterbricht den Scharfrichter, der vor lauter Erzählen beinahe vergessen hat, was er tun soll. Der Schrecken steht allen ins Gesicht geschrieben. Eine unbändige Kraft scheint durch die Luft zu dringen und hallt weit in die Wüste hinaus. Schnell wird der Stein über die Öffnung geschoben, und die Menschen machen sich eilig davon. Sie wollen nicht noch mehr hören … Durch den Stein erlischen auch die letzten Lichtstrahlen. Nun ist es stockdunkel. Doch für die nachtaktiven Raubkatzen ist das kein Problem. Sie sehen genau, wer ihnen da „serviert“ wurde. Es ist nicht viel Fleisch, aber man darf nicht wählerisch sein. Leise pirschen sie aus allen Ecken heran. Der Chef geht voran, wie es der Rang vorschreibt. Lauernd warten alle auf sein Angriffssignal. Doch ihr Anführer zögert. Ungeduldig rücken die anderen nach – aber seltsam: Sie kommen nicht an ihre Beute heran. Eine unsichtbare Mauer scheint den Mann zu umgeben. Zusammengekauert kniet er da und flüstert immer wieder: „Mein Gott, bitte sei bei mir!“ Die Löwen versuchen es noch einmal, doch es ist kein Durchkommen. Missmutig und verwirrt ziehen sie sich zurück. Es wird wieder still.
Die Stunden vergehen. Dann hört man das Reiben des Steins, der von der Öffnung geschoben wird. Strahlen der Morgenröte fallen in die Todesgrube. Vorsichtig beugt sich ein Gesicht über die Öffnung und eine ängstliche Stimme ruft: „Daniel?“
Daniel schreckt auf. Wo ist er? Ach ja – die Löwengrube. Die Diener des Königs hatten aus Neid ein Gesetz erwirkt: Wer in den nächsten dreißig Tagen einen anderen Gott anbetet als den König selbst, soll sterben. Daniel aber konnte und wollte nicht aufhören, seinen Gott zu ehren. Und so wurde er verraten und ausgeliefert.
Die Stimme des Königs holt ihn zurück: „Diener des lebendigen Gottes, hat dein Gott dich vor den Löwen retten können?“ Daniel blickt überrascht auf und ruft freudig: „König, mögest du ewig leben! Mein Gott hat seinen Engel gesandt und den Löwen den Rachen verschlossen, sodass sie mich nicht verletzt haben! Er wusste, dass ich nichts Böses getan habe!“
Fassungslos schaut der König hinab. Träumt er? Nein –dort im einfallenden Licht steht Daniel, unversehrt. Schnell wird ein Seil hinabgelassen. Kaum hat Daniel den Boden verlassen, springen die Löwen hinterher. Unfassbar – ihre Beute wird ihnen vor der Nase entzogen. Empört brüllen sie in den Morgen hinaus.
Doch Daniel und der König haben keine Angst. Sie wissen: Gott ist stärker.
Hast du auch Dinge in deinem Leben, die dir Angst machen? Dann denke an Daniel und sei mutig. Alle dachten, dass die Löwengrube Daniels Ende wäre, aber selbst der große Löwe ist kleiner als Gott. Er ist in jeder Situation bei dir, auch wenn du es nicht immer so konkret wie Daniel erlebst!

Mehr als Freizeitgestaltung
Über 50 Jahre Pfadfinderleidenschaft:
Ein Vermächtnis für Generationen
Seit mehr als 50 Jahren ist David Buró Teil der Pfadfinderarbeit. Über drei Jahrzehnte lang prägte er als Obmann und Leiter des CPA-Arbeitskreises die CPA-Arbeit in Baden-Württemberg. Was als Engagement eines Jugendlichen begann, wurde zu einer Lebensaufgabe: Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeit, ihrem Glauben und ihrer Verantwortung für andere zu stärken. Im Gespräch mit Saskia Külls blickt er auf bewegende Begegnungen, prägende Erfahrungen und Gottes Führung während dieses besonderen Weges zurück.
Lieber David, bevor du 33 Jahre lang die CPAArbeit in Baden-Württemberg geprägt hast, warst du bereits viele Jahre als Pfadfinder und Gruppenleiter in Nordrhein-Westfalen aktiv. Gab es einen bestimmten Moment, in dem dir bewusst wurde, dass die Pfadfinderarbeit zu einer Lebensaufgabe für dich werden könnte?
Ja, durchaus. 1994 fragte mich Harald Wöhner im Auftrag des damaligen Vereinigungsvorstehers Heinz Hopf, ob ich den Bereich Pfadfinder in Baden-Württemberg hauptamtlich als Jugendreferent übernehmen wolle. Ich sagte damals zu, doch die Stelle wurde im Zuge verschiedener Sparmaßnahmen letztlich nicht geschaffen. Kurz darauf
wählten mich die Pfadfinderleiter in Baden-Württemberg zum Obmann. Damals hätte ich wohl nicht gedacht, dass daraus einmal mehr als drei Jahrzehnte Verantwortung werden würden. Rückblickend war das jedoch der Beginn eines Weges, der einen großen Teil meines Lebens geprägt hat.
Wer die Pfadfinderarbeit nur von außen kennt, denkt vielleicht zuerst an Lagerfeuer und Zeltlager. Was macht sie aus deiner Sicht wirklich wertvoll?
Pfadfinderarbeit formt den ganzen Menschen. Kinder und Jugendliche lernen, Verantwortung zu übernehmen,
Der wichtigste Teil meiner Arbeit war die Ausbildung und Begleitung von Leitern.
Ohne gute Leiter gibt es keine gute Pfadfinderarbeit.
selbstständig zu handeln und Gemeinschaft zu leben. Sie lernen, sich in der Natur zurechtzufinden, Herausforderungen zu meistern und auf andere Rücksicht zu nehmen. Gleichzeitig erleben sie den Glauben ganz praktisch. Im Gegensatz zu einem klassischen Religionsunterricht bleibt Glaube nicht Theorie. Er wird am Lagerfeuer, in Andachten, bei Gottesdiensten oder in gemeinsamen Projekten erfahrbar. Junge Menschen erleben, dass christlicher Glaube etwas mit ihrem Alltag zu tun hat.
Und welchen Gewinn hat die Gemeinde davon?
Ich sehe darin vor allem eine große Chance für die Zukunft der Gemeinde. Die Leiter vermitteln den Glauben nicht in erster Linie durch Unterricht, sondern durch ihr Vorbild. Kinder erleben Nächstenliebe, Verantwortung und Gemeinschaft ganz konkret. Viele wachsen dadurch in die Gemeinde hinein und bleiben ihr auch als Erwachsene verbunden. Außerdem erreichen die Pfadfinder oft Familien, die sonst kaum Berührungspunkte mit Kirche haben. Über Gruppenstunden, Lager und Aktionen entstehen Kontakte, die sonst vielleicht nie zustande gekommen wären.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Förderung von Verantwortung. Viele junge Menschen lernen bei den Pfadfindern früh, Leitungsaufgaben zu übernehmen. Nicht wenige engagieren sich später auch in der Gemeindeleitung oder anderen Bereichen unserer Freikirche.
Du warst 33 Jahre lang Obmann der Pfadfinderarbeit in Baden-Württemberg. Was gehörte zu deinen wichtigsten Aufgaben?
Offiziell waren es 30 Jahre, dazu kamen noch drei Jahre davor, in denen ich die Aufgabe faktisch bereits wahrgenommen habe. Parallel war ich außerdem 20 Jahre lang Landesjugendleiter.
In dieser Zeit verstand ich mich als Schnittstelle zwischen der ehrenamtlichen Jugendarbeit und der meist haupt-
amtlichen Leitung unserer Freikirche in Baden-Württemberg. Natürlich gehörten organisatorische Aufgaben dazu: die Planung von Lagern und Schulungen, die Unterstützung großer Projekte, die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben oder die Zusammenarbeit mit Verband und Vereinigung.
Der wichtigste Teil meiner Arbeit war jedoch die Ausbildung und Begleitung von Leitern. Ohne gute Leiter gibt es keine gute Pfadfinderarbeit. Viele Stunden kamen zusammen, um Menschen zu fördern, Konflikte zu begleiten, Mut zu machen und Ehrenamtliche vor Überlastung zu schützen.
Wenn ich meine Rolle zusammenfassen müsste, würde ich sagen: Ich war Motor, Wächter und Coach zugleich.
Auf welche Höhepunkte blickst du besonders gern zurück?
Da gibt es unzählige. In den ersten Jahren wuchs die STEWA von etwa 180 auf knapp 1.000 Teilnehmer. Die Einweihung unseres Zeltplatzes ZAP im Jahr 2004 war ein besonderer Meilenstein. Sehr gefreut hat mich auch die Wertschätzung unserer Arbeit, als Leiter aus Baden-Württemberg später als Ausbilder nach Russland und Äthiopien eingeladen wurden.
Natürlich denke ich auch an die großen Sommercamps zurück – Pioneer City, Waterworld, Forest Camp, Campo Gallico oder die verschiedenen Baden-Powell-Camps (BP-Camps), die sich an den Idealen des Pfadfindergründers orientierten. Und selbst schwierige Zeiten wie die Corona-Pandemie haben wir mit neuen Ideen gemeistert. Die eigentlichen Höhepunkte waren für mich jedoch immer Menschen. Besonders bewegend war es zu erle-
Am besten klappt‘s, wenn man die Theorie ganz praktisch nahegebracht bekommt, und gemeinsam geht es ohnehin besser!


ben, wenn Kinder über viele Jahre hinweg begleitet wurden, sich später taufen ließen, geistlich reiften und schließlich selbst Verantwortung übernahmen. Für mich ist es deshalb ein großes Geschenk, die Leitung heute in Hände übergeben zu können, die selbst aus dieser Arbeit hervorgegangen sind.
Gab es einen Moment, in dem du dachtest: „Genau dafür mache ich das alles“?
Ja. Eine Begegnung hat sich tief in mein Gedächtnis eingeprägt.
Wir waren mit unserer Pfadfindergruppe im nahegelegenen Wald unterwegs und machten gerade auf einem Spielplatz Pause. Da kam auf einmal ein etwa 1,90 Meter großer, bärtiger Mann mit seiner kleinen, etwa dreijährigen, Tochter auf mich zu und fragte: „Kennst du mich noch?“
Ich sah ihm direkt ins Gesicht, doch das weckte zunächst keine Erinnerungen in mir. Dann nannte er seinen Namen. Und plötzlich erinnerte ich mich wieder: Als Neunjähriger war er als einer von 120 Teilnehmern auf einem unserer Lager gewesen, das wir damals im Rahmen eines Som-
Die Zeit mit euch war die schönste Zeit meiner Kindheit. Ich habe bei euch in der Gruppe Frieden gefunden.
Pfadfinderarbeit formt den ganzen Menschen. Kinder und Jugendliche lernen, Verantwortung zu übernehmen, selbstständig zu handeln und Gemeinschaft zu leben. Sie lernen, sich in der Natur zurechtzufinden, Herausforderungen zu meistern und auf andere Rücksicht zu nehmen.
merferienprogramms für Stadtkinder in Reutlingen angeboten hatten. Später kam er noch einmal auf ein Herbstlager, doch danach tauchte er nie wieder auf und verschwand komplett aus meinem Blickfeld. Dann sagte er etwas, das mich bis heute bewegt: „Die Zeit mit euch war die schönste Zeit meiner Kindheit.“ Das überraschte mich sehr. Denn gerade an dieses Herbstlager hatte ich selbst eher schlechte Erinnerungen. Es hatte praktisch das ganze Wochenende geregnet, sodass wir das Programm nur in der befeuerten Jurte durchführen konnten – und die war vom feuchten Holz voller Rauch. Alles (Zelte, Schlafsäcke, Gepäck) war nass und ich brauchte im Anschluss Wochen, bis das ganze Material wieder gesäubert, getrocknet und in Ordnung gebracht war. Damals hatte ich mich gefragt, warum ich mir das eigentlich antue und weshalb ich das Lager nicht einfach rechtzeitig abgesagt hatte.
Doch dann erzählte mir der Mann seine Geschichte.
Während der Zeit dieses Lagers hatten sich seine Eltern gerade mitten im Scheidungsprozess befunden. Zu Hause herrschte ein erbitterter Rosenkrieg, in den er und seine Schwester mit hineingezogen wurden. Nach der Trennung zog er dann mit seiner Mutter weg nach Pforzheim, weshalb er auch nicht mehr zu unseren Pfadfinderstunden und Events kommen konnte.
Er sagte zu mir:
„Ich habe bei euch in der Gruppe Frieden gefunden. Die Geschichten und Lieder über Gott in der Jurte klingen mir noch heute in den Ohren. Bei euch habe ich die Wärme
Bei euch habe ich die Wärme gefunden, die ich zu Hause nicht hatte.
Ich hatte mehrere Gastkinder in der Gruppe dabei, von denen einige vorher noch keinerlei Berührung mit Gott gehabt hatten und auch offen ihren Nichtglauben bekundeten. Irgendwann rief einer dieser Jungs angesichts der sengenden Hitze scherzhaft:
„Lieber Gott, mach doch, dass es jetzt regnet!“
Im selben Moment ertönte hinter uns ein gewaltiger Donnerschlag und der Himmel wurde pechschwarz. Eine gewaltige Gewitterfront, die vorher keiner von uns bemerkt hatte, kam direkt auf uns zu. Der 13-jährige Junge wurde kreidebleich im Gesicht und sagte:
Dann zeigte er auf seine Tochter und sagte: „Wenn sie alt genug ist, werde ich sie zu dir in die Pfadfindergruppe bringen.“
In solchen Momenten wird einem bewusst, dass Gott oft Dinge gebraucht, die wir selbst gar nicht als Erfolg wahrnehmen.
Hast du Gottes Wirken in all den Jahren auch einmal besonders eindrücklich erlebt?
Sehr oft. Eigentlich reichen die Seiten dieser Zeitschrift nicht aus, um alle Geschichten zu erzählen. Eine Situation werde ich jedoch nie vergessen.
Wir waren gerade mit unserer Pfadfindergruppe auf der mehrtägigen Wanderung einer STEWA unterwegs. Es war Mittagszeit. Die Sonne brannte vom Himmel, links und rechts nur Kornfelder, kein Schatten weit und breit. Jeder trug sein maximales Gepäck auf dem schweißnassen Rücken.
Gerade die unterschiedlichen „Typen“, die bei PfadiEvents und Gruppenstunden zueinanderfinden, machen den Reiz der Begegnungen aus. Vor Überraschungen ist man da nie sicher ... gefunden, die ich zu Hause nicht hatte. Inzwischen lebe ich wieder in Reutlingen und habe geheiratet …“

„Lieber Gott, so hatte ich das doch gar nicht gemeint!“
Das Gewitter drohte nun jeden Moment über uns hereinzubrechen. Da es in erreichbarer Nähe keine Möglichkeit gab, um Schutz zu suchen, stellten wir uns zu einem Gebet zusammen und baten Gott, uns zu verschonen – auch dieser Junge.
Das Unwetter kam immer näher. Die Windböen trafen uns bereits. Doch dann geschah etwas Merkwürdiges: Die Straße wurde auf der linken Seite nass, aber auf unserer rechten Seite blieb sie fast komplett trocken. Das Gewitter zog nur drei Meter an uns vorbei. Besonders bewegend war für mich nicht das Wetterphänomen selbst, sondern der Moment, als dieser Junge sein erstes ernst gemeintes Gebet sprach.
Über drei Jahrzehnte Lagerleben bringen sicher auch einige lustige Momente und Geschichten mit sich ...
Oh ja, definitiv.
Auf einer STEWA hatte ein Gruppenleiterehepaar seine zweijährige Tochter mit dabei. Die Kleine war ausgesprochen kontaktfreudig, überhaupt nicht menschenscheu und hielt es leider nur schwer im eigenen Lager aus. Stattdessen büchste sie ständig aus, streunerte neugierig durch das ganze Lager und probierte in jeder Küche das Essen.
Um nicht ständig nach ihr suchen zu müssen, schrieben die Eltern schließlich einen Zettel und klebten ihn ihr auf den Rücken:
„Ich heiße Rebecca. Ich bin nicht verloren gegangen, sondern nur neugierig. Wenn ihr genug von mir habt, bringt mich bitte zurück zu meinen Eltern ins Lager XY.“
Innerhalb von vier Tagen hatte sie 720 Freunde gewonnen, die alle mit ihr spielen wollten.
Eine andere Geschichte spielte sich auf dem Camporee 1996 in Belgien ab. Dort waren wir bereits einen Tag früher als die anderen Gruppen angereist und erzählten den Jugendlichen, wir würden den Tag nutzen, um zu einigen Windmühlen zu wandern. Die Begeisterung hielt sich stark in Grenzen. Einige waren sogar stinksauer, dass
Die besten Ideen entstehen oft dort, wo man gemeinsam unterwegs ist.
sie nun stundenlang wandern sollten, während sie doch viel lieber miterleben wollten, wie die anderen Delegationen anreisten und ihre Lager aufschlugen. So wurde nach einer Stunde Fußmarsch bereits heftig protestiert. Die Teenies waren müde, und als wir im Schatten einer großen Mauer eine Pause machten, rebellierten sie und drohten sogar mit Verweigerung, wenn wir nicht sofort wieder zurückgehen würden.
Da drückten wir jedem eine Eintrittskarte in die Hand und baten die Gruppe, einmal um die nächste Ecke zu schauen. Dort, genau hinter der Mauer, befand sich der Eingang zum Freizeitpark „Bobbejaanland“, ähnlich dem Europapark.
Ich habe selten so müde Kinder innerhalb weniger Augenblicke wieder so fit erlebt! In Sekundenschnelle stürmten
Über die Jahre hinweg konnte David Buró miterleben, wie bei den CPAs aus ehemaligen Teilnehmern Scouts und später aus den Scouts wieder Leiter wurden. Das ist nicht selbstverständlich, sondern ein echtes Geschenk Gottes, wenn Vorbild und Einsatz Früchte tragen.
sie zum Eingang und verbrachten die nächsten sechs Stunden damit, von einer Attraktion zur nächsten zu laufen. Die Überraschung war absolut gelungen! Und die Windmühlen gab es tatsächlich – allerdings als Dekoration im Freizeitpark.
Wie fühlt es sich an, junge Menschen erst als Kinder kennenzulernen und sie Jahre später selbst als Leiter zu erleben?
Das ist eines der schönsten Geschenke dieser Arbeit. Wenn man bei Großveranstaltungen auf der Bühne steht, kennt einen oft jedes Kind. Man selbst lernt aber längst nicht alle persönlich kennen. Jahre später begegnen einem dann Erwachsene, die einen behandeln, als wäre man ein alter Freund ihrer Kindheit. Noch schöner ist es, Kinder über Jahre hinweg wachsen zu sehen. Aus Teilnehmern werden Scouts, aus Scouts werden Leiter. Es entstehen echte Freundschaften über Generationen hinweg. Die Pfadfinderarbeit verbindet Menschen unabhängig vom Alter.
Gab es irgendein Lager, bei dem du dachtest: „Das kann jetzt unmöglich noch schlimmer werden“?
Ja, zum Beispiel die STEWA 2013, als von Donnerstag auf Freitag (Ende Mai) auf dem Schachen bei Münsingen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt rutschten und wir das restliche Programm dann im Schnee durchführen mussten. Bei den Teilnehmern, die trotzdem alle ihren

Spaß hatten, ist sie als die „SCHNEEWA“ in Erinnerung geblieben. Das Schlimmste waren jedoch die Panikanrufe und Besuche der besorgten Eltern, die ihre Kinder umgehend wieder mit nach Hause nehmen wollten.
Was verstehen wahrscheinlich nur Menschen, die selbst einmal Pfadfinder waren?
Wahrscheinlich, wie man mit 66 Jahren immer noch freiwillig wochenlang auf Isomatten schlafen, aus Hordentöpfen essen und seinen Urlaub dafür einsetzen kann. Aber wer einmal erlebt hat, was Gemeinschaft, Abenteuer und Glaube in dieser Form bewirken können, versteht sehr schnell, warum man dabei bleibt.
Wie schwer fällt es dir, die Verantwortung jetzt abzugeben?
Eigentlich nicht besonders schwer. Die Leitung liegt jetzt bei Menschen, die ich seit Jahren kenne und begleitet habe. Ich weiß, dass sie die Arbeit im gleichen Geist weiterführen werden.
Außerdem bleibe ich der Pfadfinderarbeit ja erhalten. Ich leite weiterhin meine Gruppe in Reutlingen und arbeite auch künftig im CPA-Arbeitskreis mit. Ich gebe Verantwortung ab, aber nicht mein Herz für die Sache.
Was möchtest du deinen Nachfolgerinnen mit auf den Weg geben?
Die organisatorischen Dinge lassen sich lernen. Wichtiger ist die Haltung.
Investiert zuerst in eure Leiter. Wertschätzung ist die stärkste Motivation. Führt mit Vertrauen und Gelassenheit. Menschen wachsen nur, wenn man ihnen Verantwortung zutraut.
Und bleibt nah an der Flamme, nicht am Plan. Besucht Gruppenstunden, fahrt auf Lager, erlebt die Realität der Kinder und Jugendlichen. Die besten Ideen entstehen oft

Im Gegensatz zum klassischen Religionsunterricht bleibt Glaube in der Pfadfinderarbeit nicht nur theoretisch. Vielmehr wird er am Lagerfeuer, in Andachten, bei Gottesdiensten oder in gemeinsamen Projekten erfahrbar.
dort, wo man gemeinsam unterwegs ist.
Letztlich sollte sich jeder Leiter immer wieder dieselbe Frage stellen: Für wen tue ich das?
Wenn man es nur für sich selbst tut, wird man irgendwann müde. Tut man es für die Kinder, bekommt man viel zurück. Tut man es für Gott, wird er die Kraft schenken, die man braucht.
Wenn du auf die letzten 33 Jahre Pfadfinderarbeit zurückblickst: Wofür bist du am dankbarsten?
Dass Gott mich durch all die Jahre getragen hat. Gerade in schwierigen Situationen hat er mir oft die richtigen Worte und Entscheidungen geschenkt. Ich bin dankbar, dass ich die organisatorische Seite der Arbeit mit der menschlichen und seelsorgerlichen verbinden durfte.
Ein Satz beschreibt das vielleicht am besten: Ich durfte dem Gruppenleiter ein Gruppenleiter und dem Kind ein Kind sein.
Und wenn dich in zwanzig Jahren ein ehemaliger Pfadfinder wiedertrifft – was würdest du gern hören?
Wertschätzung ist die stärkste Motivation. Menschen wachsen nur, wenn man ihnen Verantwortung zutraut.
Ich hoffe, dass er nicht nur von den Abenteuern am Lagerfeuer erzählt. Vielmehr hoffe ich, dass er sagen kann, dass diese Zeit sein Leben geprägt hat. Dass sie ihm geholfen hat, Verantwortung zu übernehmen, seinen Glauben zu vertiefen und seinen Platz im Leben zu finden. Wenn das geschieht, dann hat sich jede investierte Stunde gelohnt.

Warum wendet sich mein Kind von Gott ab?
Wenn der Glaube auszieht
Johannes Waniek geht vor dem Hintergrund seiner persönlichen Geschichte der Frage nach, warum selbst gute christliche Eltern erleben, dass ihre Kinder Gott den Rücken kehren – und wie wir zwischen Ideal und Wirklichkeit neu hoffen lernen.
„Ich kann mit dem Glauben nichts mehr anfangen.“ Ich weiß noch genau, wie sich dieser Satz anfühlte. Nicht, weil mein Kind ihn gesagt hätte – sondern weil ich ihn selbst aussprach. Nach dem Theologiestudium. Nach Jahren intensiver Beschäftigung mit Bibel, Gemeinde und Berufung. Innerlich war ich leer. Voller Fragen. Voller Zweifel. Zerrissen. Verletzt. Verunsichert. Ich wollte Abstand. Schweigen. Keine frommen Antworten mehr. Was mir in dieser widrigen Zeit Halt gab, waren nicht Argumentationen oder Diskussionen. Es waren Beziehungen. Meine Eltern, meine (leiblichen) Geschwister und einige Wenige aus der adventistischen „Bubble“ ließen mich spüren: Du bist gesehen als Mensch, losgelöst von deinem Theologiestudium, mit deinen Zweifeln und Verletzungen. Auch jetzt. Ohne Druck. Ohne Predigt. Das war schwer auszuhalten – für den ein oder anderen von ihnen und auch für mich. Denn es gab Hoffnungen und Erwartungen, die mit mir verbunden waren, als Theologiestudent in Bogenhofen, aber auch als Mitglied im Youth-in-Mission-Arbeitskreis.
Viele Eltern stehen heute auf der anderen Seite dieser Geschichte. Das eigene Kind sagt: „Ich glaube das nicht mehr“ oder „Ich kann mit Glauben nichts anfangen“. Und sie fragen sich: Was haben wir falsch gemacht?
Wir kennen das Ideal – wie Gott sich Familie gedacht hat. Die Bibel ist in der Schilderung unserer Anfänge klar:
„Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“ (1 Mo 1,31). Eden steht für Nähe, Zufriedenheit, Freude, Vertrauen, Beziehung und Entscheidungsfreiheit. So soll es doch sein. Deshalb wollen wir es auch richtig haben beziehungsweise machen. Wir lesen, beten, erklären, korrigieren, hoffen. Aber am Ende des Tages wächst die Erkenntnis: Wir leben nicht in diesem Paradies.
Schon die ersten Eltern der Weltgeschichte erlebten das auf brutale Weise. Adam und Eva kannten Gott persönlich – keine Überlieferung, sondern direkten Kontakt, Begegnung und Beziehung mit ihrem Schöpfer. Und trotzdem kommt es in ihrer Familiengeschichte zu einem Mord. Kain erschlägt seinen eigenen Bruder Abel. Ihr Kind tötet ihr Kind.
Wenn es je Eltern gab, die in der Kindererziehung von ihrer mentalen und körperlichen Kraft und ihrer Kenntnis über Gott profitiert haben sollten, dann doch Adam und Eva. Dennoch kommt es in ihrer Familie zu diesem tiefen Bruch und Schmerz. Welche Fragen müssen sie sich gestellt haben? Wer, wenn nicht sie, hätte mit ihren Rahmenbedingungen doch „Musterkinder“ heranziehen müssen, oder etwa nicht? Aber so einfach läuft das nicht. Jeder von uns hat sein Paket mit Verletzungen, Versagen, (Selbst-)Zweifeln etc. – und diese prägen unseren Alltag gewollt und ungewollt. Das dürfte bei Adam und Eva im Prinzip nicht anders gewesen sein.
Die Spannung zwischen göttlichem Ideal und gefallener Realität durchzieht jede Generation. Gute Voraussetzungen garantieren kein gutes Ergebnis. Das ist schmerzhaft – und zugleich entlastend.
Junge Menschen können in christlichen Strukturen aufwachsen – und innerlich doch keine Verbindung entwickeln.
Wie geht Gott mit dem Bruch um? Nach dem Sündenfall zieht er sich nicht beleidigt zurück. In 1. Mose 3 sucht er den Menschen „Wo bist du?“ und die Beziehung zu ihm (V. 8f). Die Bibel beschreibt Gott ausdrücklich als Vater: „Ist er nicht dein Vater, dein Schöpfer?“ (5 Mo 32,6). Und zugleich gebraucht Gott mütterliche Bilder: „Wie einen, den seine Mutter tröstet, so will ich euch trösten“ (Jes 66,13). „Kann auch eine Frau ihr Kindlein vergessen?
BW GUNG Warum wendet sich mein Kind von Gott ab?
Johannes Waniek
Wenn der Glaube auszieht

Selbst wenn sie es vergäße, ich vergesse dich nicht“ (Jes 49,15). Das ist keine distanzierte Macht. Das ist leidenschaftliche Elternliebe. Diese Elternliebe sucht die Beziehung selbst in den widrigsten, niederschmetterndsten, frustrierendsten Umständen (vgl. 1 Mo 3)!
Und diese Liebe zwingt nicht. Gott respektiert Freiheit –selbst, wenn sie ihn verletzt. Als Kain voller Wut ist, warnt Gott ihn: „Warum bist du zornig? … Sie [die Sünde] will dich zu Fall bringen. Du aber sollst über sie herrschen! (1 Mo 4,6f NLB). Gott drängt, ruft und warnt, aber er zwingt nicht. Denn Liebe ohne Freiheit wäre Manipulation. Das größte Gebot fasst es zusammen: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben … und deinen Nächsten wie dich selbst“ (Mt 22,37–39). Liebe lässt sich nicht verordnen. Und doch wünschten wir, wir könnten unseren Kindern durch Erziehung, Pädagogik und reine „Vererbung“ unseren Glauben 1:1 weitergeben.
Religiöse Sozialisation, also das Hineinwachsen in religiöse Überzeugungen, Werte und Praktiken, allein, erzeugt keine persönliche Gottesbeziehung. Junge Menschen können in christlichen Strukturen aufwachsen – und innerlich doch keine Verbindung entwickeln. So wie auch Erwachsene religiöse (Höchst-)Leistung bringen können und doch innerlich vielleicht gar keine echte Beziehung zu Jesus haben (Mt 23,27; Joh 5,39f). Manche erleben Glauben als System von Regeln. Andere spüren unausgesprochenen Erwartungsdruck, tragen Verletzungen oder ein verzerrtes Gottesbild in sich. Es gibt unterschiedliche Wege, wie Menschen zum persönlichen Glauben finden: intellektuell, emotional, durch Krisen, durch Beziehungen etc. Aber nicht jeder Weg oder jede gut gemeinte Methode führt automatisch zu einem persönlichen Glauben. Persönliche Krisen spielen oft eine
Nicht alles, was in der Erziehung und in Glaubensfragen in guter Absicht umgesetzt wurde, muss auch wirklich gut gewesen sein. So kann man zwar theologisch recht haben – und trotzdem auf der Beziehungsebene danebengreifen.
entscheidende Rolle. Der verlorene Sohn (Lk 15) beispielsweise entdeckt die Sehnsucht nach dem Vater(herz) erst im Schweinestall. Das entbindet Eltern nicht von ihrer Verantwortung. Aber es erinnert: Glaube ist kein Produkt, das wir herstellen oder auf Knopfdruck an- oder ausschalten. Er wächst – oder auch nicht – oftmals im Verborgenen und schließlich im Geheimnis der Freiheit.
Selbstverdammung oder Selbstprüfung?
Wenn Kinder sich abwenden, reagieren Eltern häufig mit Selbstanklage. Wie schnell werden einem dann die Fehler und das Versagen in der Erziehung bewusst. Gerade das (theoretische) Wissen um das Richtige in der Erziehung, in unseren Beziehungen und das (praktische) Wissen um das eigene Versagen kann ernüchternd und entmutigend sein. Paulus, der den Zwiespalt nur zu gut kannte, das Gute zu kennen und bei der Umsetzung zu versagen (Röm 7,19), schreibt: „Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden“ (Röm 5,20). Will heißen, dort wo wir Menschen (auch in Erziehungsfragen) versagen und uns mit Gott gemeinsam in den Aufarbeitungsprozess begeben, ist Gottes wunderbare Gnade am Wirken. Für einen solchen Prozess der Aufarbeitung und Selbstreflexion ist es wichtig, Folgendes festzuhalten: In der Nachfolge Jesu ist Selbstverdammung kein konstruktiver, geistlicher Akt und auch nicht gottgewollt (Röm 8,1). Ehrliche Selbstprüfung hingegen schon (Ps 139, 23f; 1 Joh 1,9). Da lohnt es sich, persönlich genauer hinzu-
Elternliebe sucht die Beziehung selbst in den widrigsten, niederschmetterndsten, frustrierendsten Umständen.
schauen. Nicht alles, was in der Erziehung und in Glaubensfragen in guter Absicht umgesetzt wurde, muss gut gewesen sein. Man kann theologisch recht haben – und relational, also auf der Beziehungsebene, danebengreifen.
Wir erinnern uns: In der Geschichte von der Abkehr von Gott in 1. Mose 3 möchte Gott trotz des entstandenen Desasters zuerst in Beziehung treten beziehungsweise sein. Er handelt zuerst relational und nicht mit einer moralisierenden Standortbestimmung („Wer hat recht und wer hat was falsch gemacht?“).
Haben wir in unserer Erziehung Gott als Vorbild gehabt? Der stets die Beziehung, die Verbindung, zu uns Menschenkindern sucht? In meinem Erleben als Elternteil ging es mir schon oft so, dass ich zwar „recht hatte“ und das auch meinen Kindern zu spüren gab, doch dabei die Beziehung zu ihnen aus den Augen verlor. Es lohnt sich, sich selbst zu prüfen. Folgende Fragen können dabei ggf. helfen:
– Wie bin ich mit den Fehlern, Missgeschicken und „Rebellionen“ meines Kindes umgegangen?
– Wie hat sich mein Kind in unserer Beziehung gefühlt? Bedingungslos geliebt – oder funktional akzeptiert?
– War mein Glaube für mein Kind (v. a. im Alltag und relational) befreiend oder bedrückend?
Wenn wir Fehler erkennen, dürfen wir sie benennen, ehrlich um Vergebung bitten und neue Wege gehen. Das ist keine Schwäche, sondern geistliche Reife. Diesen Weg der Konfrontation mit uns und unserem Handeln dürfen wir mutig und vertrauensvoll einschlagen. Auch hier wird der Heilige Geist uns Stück für Stück leiten.
Was mir aus meiner eigenen Erfahrung, meinen Zweifeln und der Abkehr von Gott wichtig geworden ist: Der Mensch sieht, was vor Augen ist – „der HERR aber sieht das Herz an“ (1 Sam 16,7). Wir sehen Abwesenheit vom Gottesdienst. Gott sieht vielleicht einen inneren Klärungsprozess oder vielleicht einen Gottesdienst, in dem Kinder, Jugendliche, „Randgestalten“, Gäste etc. sich nicht willkommen fühlen (wir erinnern uns an die Beziehungsebene!). Wir sehen Distanz. Gott sieht vielleicht ein verletztes Herz.
Es bedarf Zeit, Freiraum und gesunder Beziehungen, um innerlich aufzuräumen, falsche Bilder von Gott zu korrigieren und Prioritäten zu sortieren. Das kann für alle schmerzhaft sein.
Die Frage ist: Gelingt es uns, solche Räume zu schaffen –oder erzeugen wir Druck? (Wann lässt du dich denn endlich taufen? Tu dies nicht, tu das!) Spürt mein Kind meine Enttäuschung als subtile Drohung? Oder erlebt es: Meine Eltern bleiben da. Auch jetzt, wenn ich vielleicht nicht das glaube oder anders glaube? Gott bleibt dran. Er zwingt nicht. Er wartet. Er ruft. Er liebt weiter.
Wenn dein Kind sich abwendet, könnte Folgendes hilfreich sein:
1. Beziehung priorisieren. Kontakt suchen – wie Gott in 1. Mose 3. Nicht mit Vorwurf, sondern mit Interesse.
2. Druck abbauen. Deine entgegengebrachte Liebe, Zuneigung nicht an eine Glaubensleistung des Kindes knüpfen.
3. Eigenes Gottesbild prüfen. Lebe ich einen Gott vor, der gnädig ist (vgl. 1 Joh 4,18–19!, Lk 7,47)?
4. Verantwortung übernehmen. Wo nötig: aussprechen, klären, um Vergebung bitten, (Frei-)Raum für Verarbeitung des Geschehenen geben.
5. Anderen „das Feld überlassen“. Manchmal braucht es andere Personen, „Mentoren“, die Gott benutzt, um zu wirken.
6. Krisen nicht vorschnell deuten. Sie können Wendepunkte sein.
Und vor allem: Dranbleiben.
Wie existenziell war es, dass die Menschen, die mir nahestanden, an mir drangeblieben sind, meine Abkehr mit Liebe und Fürsorge ausgehalten haben. Keine theolo-
Nicht jeder Weg oder jede gut gemeinte Methode führt automatisch zu einem persönlichen Glauben. Oftmals spielen persönliche Krisen und Erfahrungen eine entscheidende Rolle.


gischen Mahnschriften, keine Bannbullen. Keine mir entzogene Liebe oder Zuneigung. Sondern Beziehung, gesunde Beziehung.
Heute weiß ich: Diese Haltung, diese Beziehungsqualität, die ich erleben durfte, hat mehr über Gott gesagt als viele Predigten. Meine eigene Phase der Abkehr dauerte Jahre und hat ihren Ursprung in so vielen Aspekten meiner Biografie. Einfach meinen Eltern die Schuld in die Schuhe zu schieben, würde beileibe der Komplexität des Lebens nicht gerecht werden. Schlussendlich verstand der Heilige Geist es auf wunderbare und völlig unerwartete Weise, mir Jesus in seiner Schönheit deutlich zu machen. Sodass ich aus freien Stücken mein Herz (wieder) für Jesus öffnete.
Wenn der Glaube auszieht, ist das nicht automatisch das Ende. Es ist ein Weg, den nur Gott sieht und versteht, weil er das ganze Herz der Menschen sieht. Aus meiner eigenen Erfahrung und noch heute mit zutiefst bewegtem Herzen darf ich sagen: Gott bleibt dran. Er kämpft für jedes Menschenkind, auch um dein Kind. Gott geht das Risiko ein, abgelehnt zu werden – seit Eden. Und er liebt dennoch weiter. Jedoch nicht mit Zwang – sondern mit geduldiger Liebe. Er ist der Beste in seinem Fach. Gott sei Dank!
Auch wenn wir manchmal wünschten, wir könnten unseren Kindern durch Erziehung, Pädagogik und reine „Vererbung“ unseren Glauben direkt weitergeben, lässt sich Liebe nicht verordnen.
Unsere Aufgabe als Eltern und als Gemeinde?
Bei Jesus auftanken. Lieben. Da sein. Gesunde Beziehung leben. Und die stille Bereitschaft, wenn der Heilige Geist uns ruft.

Johannes Waniek betreut die Gemeinde in Calw und ist Leiter des Ressorts Ehe und Familie. Er liebt gute Fragen, Musik und die Zeit mit seiner Familie.
Die Beziehungsqualität, die ich erleben durfte, hat mehr über Gott gesagt als viele Predigten.
Veranstaltungstipp
Come-Back:
Brücken bauen zum Glauben 27.–29. November 2026
Wenn Kinder eigene Wege gehen, bleiben oft Fragen, Sorge und Schmerz zurück. Dieses Seminarwochenende möchte Mut machen, die Hoffnung nicht aufzugeben und neue Wege zu entdecken, Brücken zum Glauben und zueinander zu bauen.
Einrichtungsleitung gesucht!
Einrichtungsleitung gesucht!
Einrichtungsleitung gesucht!
Einrichtungsleitung gesucht!
Die Wolkenflitzer gGmbH sucht eine engagierte Leitung für unsere Natur- und Bauernhofkita auf dem Brupbachhof in Teningen-Heimbach (Baden-Württemberg):
Die Wolkenflitzer gGmbH sucht eine engagierte Leitung für unsere Natur- und Bauernhofkita auf dem Brupbachhof in Teningen-Heimbach (Baden-Württemberg):
Die Wolkenflitzer gGmbH sucht eine engagierte Leitung für unsere Natur- und Bauernhofkita auf dem Brupbachhof in Teningen-Heimbach (Baden-Württemberg):
Die Wolkenflitzer gGmbH sucht eine engagierte Leitung für unsere Natur- und Bauernhofkita auf dem Brupbachhof in Teningen-Heimbach (Baden-Württemberg):
Dein Profil
Dein Profil
Dein Profil
Dein Profil
Du bist staatlich anerkannte pädagogische Fachkraft und verfügst idealerweise über Leitungserfahrung. Du liebst die Arbeit in der Natur, bist teamfähig und gestaltest den Aufbau unserer Einrichtung auf dem Bauernhof aktiv mit.
Du bist staatlich anerkannte pädagogische Fachkraft und verfügst idealerweise über Leitungserfahrung. Du liebst die Arbeit in der Natur, bist teamfähig und gestaltest den Aufbau unserer Einrichtung auf dem Bauernhof aktiv mit.
Du bist staatlich anerkannte pädagogische Fachkraft und verfügst idealerweise über Leitungserfahrung. Du liebst die Arbeit in der Natur, bist teamfähig und gestaltest den Aufbau unserer Einrichtung auf dem Bauernhof aktiv mit.
Du bist staatlich anerkannte pädagogische Fachkraft und verfügst idealerweise über Leitungserfahrung. Du liebst die Arbeit in der Natur, bist teamfähig und gestaltest den Aufbau unserer Einrichtung auf dem Bauernhof aktiv mit.
Unser Angebot:
Unser Angebot:




Unser Angebot:
Einen einzigartigen Arbeitsplatz zwischen Stall und Wald in unbefristetem Beschäftigungsverhältnis, ein wertschätzendes
Unser Angebot: Einen einzigartigen Arbeitsplatz zwischen Stall und Wald in
Einen einzigartigen Arbeitsplatz zwischen Stall und Wald in unbefristetem Beschäftigungsverhältnis, ein wertschätzendes Team sowie eine Vergütung in Anlehnung an TVöD SuE.
Interesse?
Bewirb dich jetzt! dominik.buchner@wolkenflitzer.gmbh Infos unter: www.wolkenflitzer.gmbh











Unsere Welt in Aufruhr –Gott hat die Lösung

Unsere Welt gerät immer mehr aus den Fugen: Kriege, Krisen und Unsicherheit nehmen zu. Gerade jetzt wollen wir die Hoffnung auf die baldige Wiederkunft Jesu weitergeben.
Darum wird die BWV gemeinsam mit dem Advent-Verlag Schweiz und dem Adventist Book Center auf der Frankfurter Buchmesse 2026 mit einem Bücherstand vertreten sein.
5 Tage Missionseinsatz 8 Missionsbegeisterte Adventisten
2000 Bücher verschenken Licht weitergeben
Viele Gespräche Samen säen für die Ewigkeit
Unter dem Motto „Unsere Welt in Aufruhr – Gott hat die Lösung“ möchten wir 2000 Missionsbücher weitergeben und Menschen Hoffnung schenken.
Du möchtest das Projekt durch Gebet oder Finanzen unterstützen? Herzlichen Dank!
Spendenkonto: Freikirche der STA in Baden-Württemberg
IBAN: DE38 5519 0000 0065 5200 17
Verwendungszweck: Projekt Buchmesse
Kontakt: petra.heibutzki@gmail.com


So kam ich zur Gemeinde ...
Vom Spielfeld zur Entscheidung
für Jesus
Nico Dyrska, Gemeinde Backnang
Ich bin 28 Jahre alt und seit 2021 mit meiner Frau Lena verheiratet. Gemeinsam dürfen wir uns über unsere vierjährige Tochter Malea und seit Mai auch über unseren kleinen Sohn Liano freuen.
Wenn ich heute auf mein Leben zurückblicke, staune ich, wie geduldig und liebevoll Gott mich geführt hat.
Ich bin in einem katholischen Elternhaus aufgewachsen und habe Jesus dort schon früh kennengelernt. Dafür bin ich meinen Eltern sehr dankbar. Aber wie das oft so ist: Etwas zu kennen, bedeutet noch lange nicht, eine persönliche Beziehung zu haben. Gott war zwar da, spielte in meinem Alltag jedoch keine wirkliche Rolle.
Ein Wendepunkt kam 2019, als ich Lena kennenlernte. Sie ist für mich ein großes Geschenk Gottes – eine liebevolle Frau und Mama, die wirklich immer hinter mir steht.
Durch sie kam ich erstmals mit der Adventgemeinde in Kontakt. Anfangs war ich skeptisch und fühlte mich fremd. Ich bin eher ruhig und habe mich oft zurückgezogen. Doch Gott gab mir Zeit anzukommen, und stellte mir
Menschen an die Seite, die mich geduldig begleiteten. Auch zwischen mir und meinen Eltern war dieser neue Weg zunächst nicht einfach. Sie konnten meine Entwicklung in Richtung Adventgemeinde nicht sofort nachvollziehen und standen dem Ganzen verständlicherweise kritisch gegenüber. Mit der Zeit durfte ich jedoch erleben, wie Gott auch in dieser Beziehung Veränderung geschenkt hat. Heute sehen sie meine persönliche und geistliche Entwicklung mit Freude und sagen selbst, dass mein Glaube mich geprägt hat und reifen ließ. Mittlerweile studieren wir sogar gemeinsam die Bibel – etwas, das ich mir früher nicht hätte vorstellen können.
Im Sommer 2023 kam es dazu, dass ich eine Predigt über das Leiden Jesu hörte. Ich hatte die Geschichte zwar schon oft gehört, aber dieses Mal traf sie mich mitten ins Herz. Mein Herz brannte und sehnte sich nach Gott. In der Predigt wurde eindrücklich beschrieben, welche seelischen und körperlichen Qualen Jesus erlitt: die Nägel, die seine Hände und Füße durchbohrten. Die Einsamkeit. Die Last der Sünden der ganzen Welt … Mir wurde
Wenn ich heute auf mein Leben zurückblicke, staune ich, wie geduldig und liebevoll Gott mich geführt hat.
bewusst, was Jesus für mich getan hat. Ich fragte mich: Warum sollte jemand so etwas für mich tun? Und mir wurde klar: Weil Gott mich liebt. Nicht, weil ich etwas geleistet habe, sondern weil er mich zuerst geliebt hat. Ab diesem Moment wuchs in mir der Wunsch, mein Leben bewusst mit Gott zu leben. Gleichzeitig merkte ich, wie sehr mich andere Dinge festhielten. Fußball war zum Beispiel ein großer Teil meines Lebens, vor allem am Sabbat. Dazu kam eine Abhängigkeit von Sportwetten, aus der ich aus eigener Kraft nicht herauskam. Ich wusste, dass sich etwas ändern musste, aber ich schaffte es nicht allein.
Besonders der Sabbat wurde zu einer echten Herausforderung. Vor einem entscheidenden Meisterschaftsspiel – ausgerechnet am Sabbat –, bei dem ich meine Mannschaft als Kapitän auf das Feld führen sollte, musste ich mich entscheiden. Doch ich wusste: Ich will Gott an die erste Stelle setzen. Die Tage vor dem Spiel waren geprägt von Unsicherheit und Angst. Aber als ich meiner Mannschaft schließlich eine Woche vor dem Spiel, während des Trainings, meine Entscheidung mitteilte, schenkte mir Gott plötzlich Ruhe und Klarheit. Die darauf folgende Reaktion überraschte mich: Verständnis und Applaus! In diesem Moment durfte ich persönlich erleben, dass Gott trägt, wenn man ihm vertraut. Das Spiel fand ohne mich statt. Wir gewannen 1:0 und stiegen auf.
Auch beim Thema Sportwetten durfte ich erleben, dass Gott verändert. Nicht durch meine eigene Stärke, sondern Schritt für Schritt. Ich bin überzeugt, dass Gebete mich getragen und verändert haben.
Ein Vers, der mir dabei besonders wichtig geworden ist, steht in Hebräer 8,10: „Gott schreibt sein Gesetz in unser Herz.“ Ich musste mich nicht selbst verändern – Gott wollte mein Herz verändern.
Trotz all dieser Erfahrungen fiel mir die Entscheidung zur Taufe lange schwer, weil ich ungern im Mittelpunkt stehe.
Doch mir wurde klar: Es geht nicht um mich, sondern um mein Bekenntnis zu Jesus. Im Juni 2024 ließ ich mich schließlich taufen – für mich die beste Entscheidung meines Lebens: kein Ende, sondern ein Anfang.
Erst danach begann ich, meinen Glauben im Alltag bewusster zu leben, und mein persönliches Andachtsleben entwickelte sich. Ich fand Freude daran, über Gott zu sprechen, und erlebte, wie er konkret in meinem Leben wirkt.
Wenn ich heute zurückschaue, bin ich Gott dankbar für die Momente, in denen ich sein Wirken spürte und ihm mehr vertraute als meinen eigenen Ängsten.
Heute weiß ich: Gott hat mich geführt – und er wird mich auch weiterhin führen. Ihm allein gebührt alle Ehre.
Obwohl jeder Mensch bis zur Taufentscheidung einen höchst individuellen Weg zurücklegt, ist die Taufe doch nicht das Ende, sondern der eigentliche Anfang eines Lebens mit Gott.


Eine zu harte Strafe – Warum durfte
Mose nicht ins Gelobte Land?
Ein einmaliger „Lapsus“ und Mose darf nicht ins Gelobte Land? 4. Mose 20 wirft so manche Frage nach Gerechtigkeit und Gottes Wesen auf. Was aber auf den ersten Blick wie eine überharte Strafe wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als eine viel tiefere Geschichte über Vertrauen, Vorbildfunktion und die Ernsthaftigkeit von Gottes Heiligkeit. Die überraschende Lösung liegt näher, als man denkt – und macht den Text noch spannender als die eigentliche Strafe.
Unser Gerechtigkeitssinn regt sich nicht nur, wenn es um die Schuldfrage geht. Gerade auch beim Thema Strafe werden die Gemüter schnell bewegt: Entrüstung und blankes Entsetzen bei einem als zu gering empfundenen Strafmaß („Bewährung für einen Vergewaltiger?“), aber auch Ratlosigkeit und Empörung, wenn wir es für überzogen halten („Fünf Jahre für die Kleinigkeit?“). Da, wo die Verhältnismäßigkeit zwischen Tat und Konsequenz vermeintlich fehlt, wird das Vertrauen in Gerechtigkeit erschüttert. Umso schlimmer, wenn einem so etwas in der Bibel begegnet. Wer z. B. 4. Mose 20 liest, wird an einer Stelle beinahe ratlos: Ausgerechnet Mose, der Mann Gottes, dem der Herr so unmittelbar begegnet ist wie kaum einem anderen, darf wegen dieses einen Vorfalls das Gelobte Land nicht betreten. Lag es daran, dass Mose die Beherrschung verlor? Oder daran, dass er den Felsen schlug, anstatt zu ihm zu sprechen? Was rechtfertigt so eine harte Strafe gegen den treuen Diener Gottes? Nach über 40 Jahren steht das Volk endlich (wieder) vor
dem Gelobten Land. Sie haben Gottes Größe und Güte selbst gesehen und erlebt – und dennoch kommen sie wieder einmal mit Nörgeleien, Anklagen und Vorwürfen zu Mose und Aaron. Wer von uns hätte so ein Volk so lange ertragen, ohne die Beherrschung zu verlieren? Zudem ist es auch nicht das erste Mal, dass das Volk kein Wasser hat – und damals hatte Gott Mose klar beauftragt, den Felsen zu schlagen, um dem Volk Wasser zu geben (2 Mo 17,1–7). Für uns kommt Gottes Strafe in 4. Mose 20,12 von daher überraschend – für den biblischen Text jedoch nicht! Um Gottes Reaktion einordnen zu können, müssen wir ein wenig genauer hinschauen.
Zuallererst müssen wir festhalten, wie Gott selbst sein Urteil begründet. Wörtlich heißt es in 4. Mose 20,12: „Weil ihr mir nicht vertraut habt, um mich vor dem Volk als heilig zu erweisen […]“. Nicht Zorn, entgleiste Beherrschung oder fehlerhafte Ausführung einer klaren Anweisung, sondern „weil ihr [Mose und Aaron] mir nicht
Bibel und Glaube
vertraut habt, um mich als heilig darzustellen“. Hier liegt der Punkt, an dem ein oberflächliches Lesen oft zu rasch mildert, was der Text scharf sagt. Die Bibel bewertet Mose nicht primär psychologisch, als jemanden, der eben überlastet war oder die Beherrschung verlor – sie bewertet ihn theologisch. Gott nennt es später sogar „Rebellion“ (4 Mo 20,24). Das ist nicht die Sprache eines beleidigten Gottes, sondern die Diagnose eines Bundesbruchs.
Verstärkt wird dieser Aspekt durch die Parallele, die diese Szene bewusst zieht: Der Anfang des Kapitels hebt hervor, dass das Volk kurz davor ist, in das Gelobte Land zu kommen und sich in der Wüste Zin, genauer in Kadesch, lagert. Diese Hervorhebung ist kein Zufall. Vor 40 Jahren stand das Volk ziemlich wahrscheinlich an der gleichen Stelle, als Mose Kundschafter aussandte (4 Mo 13,26). Damals bekam das Volk wegen des Berichts der 10 Kundschafter Angst und klagte sogar fast im gleichen Wortlaut (4 Mo 14). Gottes Bewertung der Situation war deutlich: „Wie lange wollt ihr mir misstrauen, obwohl ich mich als heilig erweise?“ (4 Mo 14,11). Moses Sünde wird erzählerisch also mit der des Volkes vor 40 Jahren gleichgesetzt.
Hier liegt die eigentliche Härte des Textes: Mose versagt nicht an einem zufälligen Randthema, sondern wie das Volk bei der Kernfrage des Bundes: Wer beziehungsweise wie ist Gott? Moses Zorn und die resultierende Handlung entstellte, was Gott vermitteln wollte. Als wäre die Kraft im Amt, im Zorn oder in der Autorität des Leiters. Aber, was vor den Augen des Volkes erscheinen sollte, war nicht Moses Kompetenz, sondern Gottes Heiligkeit – sein Wesen! Zudem ist Mose nicht irgendjemand: Ein Führer in Israel ist nie nur Privatperson. Was er tut, lehrt. Was er sagt, formt. Wo er nicht vertraut, wird es den anderen zum Muster. Weil ein Vertreter Gottes ihn nicht beliebig vertreten darf, wiegt Moses „Rebellion“ sogar noch schwerer als die des Volkes vor 40 Jahren. Dass Mose das Land also nicht betritt, ist deshalb nicht nur tragisch, sondern theologisch folgerichtig.

Oberflächliches Lesen verwischt oft, was die Bibel klar sagt. Hier ist wirkliches Forschen wichtig, um nicht zu falschen Schlüssen und einem verzerrten Gottesbild zu kommen.
In diesem entscheidenden Moment wollte Gott dem Volk etwas Wichtiges veranschaulichen: Sein Wort, seine Gegenwart reicht. Dadurch, dass Mose den Felsen schlug und nicht zu ihm sprach, hat er jedoch nicht nur eine wertvolle Symbolik zerstört (Christus, der Fels, aus dem das Wasser des Lebens kommt, musste nur einmal „geschlagen“ werden). Vielmehr stellte er Gott falsch dar und „missbrauchte seinen Namen“ (2 Mo 20,7). Damit betrifft die Tiefe von Moses Problem uns alle, denn wer Gott nicht vertraut, wird wie Mose leicht versucht sein, ihm zu „helfen“. Man meint dann, man müsse Gottes Sache mit mehr Nachdruck vertreten, als Gott selbst es verlangt. So macht man aus Gottes Auftrag eine Bühne für die eigene Regie. Und trotz bester Absichten ist am Ende nicht mehr klar, wer hier eigentlich handelt: der Heilige oder der überforderte Mittler. Die Folge: Gottes Bild wird entstellt.
Lag es daran, dass Mose die Beherrschung verlor? Was rechtfertigt so eine harte Strafe gegen den treuen Diener Gottes?
Ein genauer Blick zeigt also die eigentliche Tragödie auf: Nicht die Frage nach Gerechtigkeit oder der Verhältnismäßigkeit der Strafe steht im Zentrum, sondern wie unser Misstrauen oder Vertrauen Gott in entscheidenden Momenten darstellt. Diese Stelle lehrt mit Ernsthaftigkeit, dass alle Menschen, vor allem aber geistliche Leiter, Gott treu und zuverlässig repräsentieren müssen. Sie lehrt aber auch deutlich Gottes Barmherzigkeit – denn trotz der Klagen des Volkes und trotz der Rebellion von Mose schenkt Gott reichlich Wasser!

Roman Wiens studierte Theologie in Bogenhofen und betreute als Pastor zuletzt die Gemeinde Stuttgart-Mitte. Aktuell macht er einen PhD an der Andrews University (USA).
BW GUNG Bibel und Glaube
Roman Wiens Eine zu harte Strafe? –Warum durfte Mose nicht ins Gelobte Land
Aus den Gemeinden
Rückblick
Verbunden über Grenzen hinweg – Missionsreise nach Sri Lanka
Ein Deutscher sitzt einem sri-lankischen Teenager gegenüber. Sie kennen sich erst seit ein paar Minuten, ihre Muttersprachen sind unterschiedlich, das Englisch ist holprig. Und doch sprechen sie über dieselbe Bibelgeschichte, stellen sich gegenseitig Fragen, versuchen zu verstehen –und merken: Uns verbindet etwas, das tiefer geht.
Ende Februar machten sich die Schüler der Josia-Missionsschule sowie die Neunt- und Zehntklässler der Josia-Schule auf den Weg nach Sri Lanka, um zwei Wochen lang am Lakpahana Adventist College in Mailapitiya zu leben und zu arbeiten.
Unser Alltag vor Ort war intensiv und gleichzeitig unglaublich erfüllend. Jeden Morgen gestalteten wir erfrischende Andachten, sodass die Schüler mit Gottes Wort in den Alltag starten konnten. Zweimal täglich unterrichteten wir – vom Kindergarten bis zur 11. Klasse – zum Thema „Charakter und Persönlichkeit“. Abends hielten wir eine Gebetswoche ab, die von Chormusik, persönlichen Erfahrungsberichten und praktischen Gesundheitsimpulsen umrahmt war. An den Sabbaten waren wir für die Gestaltung der Gottes-
Momentaufnahmen aus Sri Lanka: Missionsschüler der Josia-Missionsschule und Neunt- u. Zehntklässler der JosiaSchule beim Missionseinsatz in tropischer Umgebung.
dienste am Lakpahana College sowie in der nahegelegenen Stadt Kandy verantwortlich. Das Herzstück der Reise waren für uns jedoch die persönlichen Bibelstunden. Jeden Tag setzten wir uns mit einzelnen Schülern oder Mitarbeitenden des Colleges zusammen, lasen gemeinsam eine Geschichte aus der Bibel und tauschten Gedanken aus. Michael Dörnbrack entwarf dafür im Vorhinein kleine Flyer, auf denen die jeweilige Bibelgeschichte und dazu passende Fragen auf Englisch und in der Landessprache abgedruckt waren. Unser Ziel war es, die Schüler und Mitarbeitenden dazu anzuregen, kleine Gruppen zu starten, in denen sie gemeinsam selbstständig die Bibel lesen können.
Umgeben von tropischen Palmen, umherspringenden Affen und duftenden Blumen durften wir durch diese einfache Art des Bibelstudiums viele wertvolle Bekanntschaften knüpfen und tiefgehende Gespräche führen.
Die Rückreise wurde schließlich zu einer unerwarteten Gebetserfahrung. Aufgrund eines Angriffs auf den Iran wurden unsere Flüge über Abu Dhabi gestrichen. Plötzlich saßen wir fest, ohne zu wissen, wann und wie wir nach Hause kommen würden. Doch schon einen Tag nach unserer geplanten Abreise erhielten wir auf wundersame Weise neue Flüge – und am Ende kamen wir alle sicher zu Hause an.
Die zusätzliche Zeit verbrachten wir am Meer in Negombo. Im Rückblick war das wie ein letztes Geschenk, ein ruhiger Abschluss nach zwei intensiven, von Gott wunderbar geführten Wochen.
Michelle Kalantchouk







Lachen, Lernen, Glauben – Teenie-Faschingsfreizeit auf der Diepoldsburg Gemeinsam singen, spielen, lachen und beten! – Bei der diesjährigen Teenie-Faschingsfreizeit auf der Diepoldsburg durften wir all diese Dinge erleben und eine wunderschöne und bereichernde Zeit verbringen. Fünf Tage lang waren wir gemeinsam unter einem Dach, haben viele Dinge erlebt und durften zusammen viel über Gott lernen. Man konnte nicht nur alte Freunde wiedersehen, sondern auch neue Freundschaften knüpfen.
Wir hatten jeden Tag ein abwechslungsreiches und spannendes Programm. Unter anderem waren wir gemeinsam im Donaubad in Ulm und konnten rutschen, schwimmen oder einfach nur im warmen Wasser entspannen und die Zeit genießen. Am Sonntagabend gab es außerdem – wie jedes Jahr – einen Galaabend, einen Abend, an dem man sich besonders schick in Schale wirft, um in einem festlich geschmückten Saal gemeinsam zu Abend zu essen. Auch dieses Jahr war dieser Abend unbeschreiblich schön! Und das Essen war nicht nur am Galaabend, sondern während der gesamten Freizeit zum Dahinschmelzen!
Ein weiterer Abend, an dem wir gemeinsam viel gelacht haben, war der bunte Abend, auch Spieleabend genannt. Wir haben nicht nur die altbekannte „Reise nach Jerusalem“ gespielt, sondern durften auch ein Quiz meistern und in Gruppen unsere akrobatischen Fähigkeiten auf die Probe stellen.
Doch nicht nur bei den festgelegten Programmpunkten hatten wir eine wunderschöne Zeit. Auch in der freien Zeit, die uns zur Verfügung stand, kam der Spaß nicht zu kurz. Nicht nur die vorhandenen Tischtennisplatten waren fast immer in Gebrauch, sondern auch der Flügel, an dem fleißig musiziert wurde. Es herrschte stets eine gute Stimmung und eine tolle Gemeinschaft!
Während wir diese und viele weitere Programmpunkte gemeinsam erleben durften, gab es abwechslungsreiche und interessante Workshops, bei denen wir mehr über

Andachten, Workshops, alte und neue Freundschaften sowie der „Galaabend“ – Highlights der diesjährigen Faschingsfreizeit auf der Diepo.
Gott und auch über uns selbst lernen konnten. In den täglichen Andachten der Leiter lernten wir außerdem die Apostelgeschichte näher kennen. Gemeinsam mit Gleichaltrigen die Bibel zu studieren und Gott näher kennenzulernen, ist immer wieder eine wunderschöne Erfahrung, die ich nicht missen möchte!
Insgesamt kann man also sagen, dass die Faschingsfreizeit eine wunderschöne Erfahrung war und wir viel Spaß hatten. In diesen wenigen Tagen sind viele schöne Erinnerungen entstanden, die wir sicher nicht so schnell vergessen werden. Besonders die Gemeinschaft, die Gespräche und die gemeinsame Zeit mit Gott haben diese Freizeit zu etwas ganz Besonderem gemacht. Sie hat nicht nur viel Freude gebracht, sondern auch unseren Glauben an Gott gestärkt. Ich freue mich schon auf die nächste Faschingsfreizeit im Jahr 2027!
Amelie Simader
Lebensveränderte Momente – 20. Youth in Mission Kongress
Kennt ihr diese Momente, die euer Leben um 180 Grad wenden? Die euch den Atem rauben? In denen Freude und Lob aus euren Herzen hervorsprudeln? Die euer Leben komplett auf den Kopf stellen?
Herbst 2007: Der erste Youth in Mission Kongress in Mannheim, 1.000 Teilnehmer, das Motto: „Tell the World“ (Erzähl es der ganzen Welt). Ein Startpunkt für eine lange Reise. Eine Reise, die von genau solchen Momenten erfüllt war. Von Augenblicken, in denen Jugendliche Gott begegnen durften und ihr Leben verändert wurde. Eine Reise, die Spuren hinterließ.





Frühling 2026: Der 20. Youth in Mission Kongress in Offenburg, 1.400 Teilnehmer, das Motto: „I am with you“ (Ich bin bei dir). Und genau das fasst zusammen, was sich durch alle 20 Kongresse zieht. Nicht, dass immer alles nach Plan lief, sondern dass gerade in den herausfordernden Augenblicken der Reise deutlich wurde: „Gott ist da.“
„In der dunkelsten Nacht leuchten die Sterne am hellsten. In der tiefsten Finsternis sind Gottes Strahlen der Liebe am sichtbarsten.“ Mit dieser Aussage brachte Taj Pacleb am Sabbat auf den Punkt, was viele in der Vergangenheit erlebt haben und auch in Zukunft erleben können. Gleichzeitig stellte Chris Berger die Frage in den Raum: „Sind wir in dieser Zeit Angstmacher oder Hoffnungsbringer? Sind wir ,Panikisten‘ oder Adventisten?“
Der Kongress selbst wurde für viele zu einer echten Zeit des Auftankens. In den Workshops konnten die Teilnehmer tiefer in Themen eintauchen und neue Impulse für ihren Alltag mitnehmen. Gleichzeitig wurde es in diesem Jahr auch ganz praktisch: Ob beim Gestalten von T-Shirts, beim gemeinsamen Singen in einem Chor oder bei „YIM Connect“ (einem interaktiven Kennenlernformat mit Spiel, Spaß und Begegnung).
Ein Höhepunkt war dabei das Konzert am Freitagabend. Eine Reise in die Vergangenheit, denn verschiedene Musikgruppen durften die Mottolieder der letzten 20 Jahre vortragen. Auch beim Outreach am Sabbatnachmittag durften wir Wunder erleben. Durch tiefe Gespräche, Smoothies, ein Puppentheater und viele andere Aktionen konnten die Teilnehmer Hoffnung weitergeben. Besonders bewegend war die Entscheidung eines Teilnehmers, seinen Glauben öffentlich zu bekennen und sich am Sonntag taufen zu lassen.
Und so sind es am Ende genau diese Momente, die bleiben. Momente, die Spuren hinterlassen – im eigenen Leben und im Leben anderer. Dankbar blicken wir auf das zurück, was



Einblick in den 20. YiMC und Rückblick auf die früheren: Gemeinsames Erleben von Gottes lebendigem Wort und der Freude, anderen die eigene Hoffnung weitergeben zu können.
wir mit Gott erleben durften. Und gleichzeitig schauen wir nach vorne – mit der Gewissheit: „I am with you always“ (Ich bin immer bei dir).
Nadine
Hermann
Ein Wochenende für die Liebe – Ehepaare entdecken Gottes Plan neu
Als mein Mann und ich heirateten, waren wir noch nicht lange im Glauben – vielleicht ein knappes Jahr. In dieser Phase wurde uns bewusst, dass wir nicht mehr weiterhin in einer „wilden Ehe“ leben wollten, sondern treu nach biblischen Maßstäben.
So heirateten wir standesamtlich. Nach unserer Taufe, zwei Monate später, folgte dann schließlich auch die kirchliche Hochzeit. Unser Motto war damals: „Mit Gott können wir alles schaffen!“ Unsere Entscheidung war klar: Wir wollten unseren Weg bewusst unter Gottes Segen stellen. Wir liebten uns, aber wir erlebten auch schwierige Phasen. Einen Monat nach unserer kirchlichen Hochzeit traf uns eine Krise so heftig, dass wir unsere Ehe für gescheitert hielten, sie als Fehler betrachteten und keinen Ausweg mehr sahen. In dieser schweren Zeit hatten wir Walter Veith bei uns zu Besuch. Wir vertrauten uns ihm an, und was wir an diesem Abend erlebten, war wie ein kleiner Crashkurs für unsere Ehe. Er hörte zu, ermutigte uns und erzählte offen aus seinem eigenen Leben. Wir durften die Anfechtung deutlich erkennen. Das machte uns Mut und stärkte unseren frischen Glauben. Zugleich erfüllte es uns mit Hoffnung! Seit diesem Tag sind wir überzeugt: Es ist ein großer Segen,
wenn wir von erfahrenen Menschen lernen dürfen – von ihren Fehlern, ihren Kämpfen und ihren Erfahrungen mit Gott. Seitdem nehmen wir gerne an Ehewochenenden und Seminaren teil, denn man lernt nie aus. Neue Herausforderungen gehören schließlich zu jeder Ehe und Familie.
Genau diese Haltung bringt uns auch zum diesjährigen Ehewochenende. Es beginnt mit einem leisen Lachen und etwas Aufregung im Raum. Was erwartet uns an diesem Wochenende? In der Mitte des Kreises liegen verschiedene Gegenstände. Jeder Teilnehmer wählt einen davon aus, stellt sich vor und verbindet seine Erwartungen mit diesem Symbol. Schnell wird gelacht, die Atmosphäre lockert sich, und der erste Bann ist gebrochen.
Rund 30 Ehepaare und Singles haben sich versammelt, um innezuhalten, zuzuhören und ihre Beziehungen neu in den Blick zu nehmen. Das Seminar mit Raimund und Sissi Fuchs steht unter dem Motto: „Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen.“
Schon der erste Vortrag macht deutlich: Es geht nicht um Theorie, sondern um den Alltag. Wie leben wir unseren Glauben in Ehe und Familie? Wie treffen wir Entscheidungen? Wie gehen wir miteinander um? Besonders ein Gedanke begleitet uns durch das gesamte Wochenende:
„Liebe ist die höchste Wertschätzung des anderen, mit dem feinen Gespür für dessen Nöte und Bedürfnisse.“
Am Sabbatmorgen widmen wir uns dem Thema „Das Feuer der ersten Liebe“. Uns wird bewusst, wie leicht Routinen die Leidenschaft verdrängen können – und wie wichtig es ist, bewusst in die Beziehung zu investieren. Liebe, so wird deutlich, ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine Entscheidung, die gepflegt werden will.
In Gesprächsrunden tauschen wir Erinnerungen, Erfahrungen und Herausforderungen aus. Dabei wird vielen be-
Neue Impulse, neue Perspektiven und Anregungen, die eine Ehe beleben, konnten die Teilnehmer vom Eheseminar mit Raimund und Sissi Fuchs mit nach Hause nehmen.

wusst: Das Feuer der ersten Liebe ist oft nicht verschwunden – es braucht lediglich neuen Sauerstoff.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Prioritäten des Lebens. Viele Teilnehmer erkennen sich in der Spannung zwischen Beruf, Gemeinde, Familie und persönlichen Verpflichtungen wieder. Raimund Fuchs zeigt auf, wie wichtig eine gesunde Reihenfolge der Prioritäten ist und wie sehr stabile Beziehungen das Fundament für alle anderen Lebensbereiche bilden.
Auch die Gemeinschaft kommt nicht zu kurz. Bei den gemeinsamen Mahlzeiten und in den Pausen entstehen intensive Gespräche, ehrlicher Austausch und neue Freundschaften. Es tut gut, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu ermutigen.
Am Sabbatnachmittag geht es um Gottes Plan für Ehe und Familie. Verantwortung wird dabei nicht als Macht verstanden, sondern als dienende Liebe. Ehe wird als Miteinander beschrieben, das von Vertrauen, Respekt und gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist.
Offen und ehrlich sprechen die Referenten auch über Respekt, Liebe und Sexualität. Viele Teilnehmer empfinden diesen Teil als besonders hilfreich, weil Themen angesprochen werden, die im Alltag oft zu wenig Raum bekommen. Ein weiterer Merksatz bleibt hängen: „Die Liebe will nichts vom anderen, sie will alles für den anderen.“
Am Ende des Wochenendes liegt eine besondere Atmosphäre im Raum. Es wird viel gelacht, manche Träne verdrückt und zahlreiche Gespräche werden noch lange fortgesetzt.
Was bleibt, ist mehr als nur ein gelungenes Seminar. Es sind neue Impulse, neue Perspektiven und die Ermutigung, Beziehungen bewusst zu gestalten und immer wieder neu auf Gott auszurichten.
Oder, wie es zu Beginn hieß: „Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen.“
So fahren wir erfüllt und gesegnet nach Hause – dankbar für ein Wochenende, das Spuren hinterlassen hat.
Reimund und Andrea Kisser


Ausblick

Juli – August
Frauenbegegnungstag
05.07.2026 – Ort: Adventgemeinde Tübingen; für Frauen von 16–99 Jahren; Thema: „Wenn Wunden Flügel bekommen – Trauma verstehen: Schritte zur Heilung, Hoffnung und neuer Stärke“; Leitung: Marion Knirr
Rüstzeit 1
06.–10.07.2026 – Ort: Haus Schwarzwaldsonne, 72250 Freudenstadt; für pensionierte Pastorinnen, Pastoren, Dienststellenmitarbeitende und Pastorenwitwen; Leitung: Gabi Waldschmidt
Erste-Hilfe-Schulung
12.07.2026 – Ort: Firnhaberstr. 7, 70174 Stuttgart; für ehrenamtliche Leitungspersonen der Kinder- und Jugendarbeit; Thema: „Be prepared!“; Leitung: Adventjugend BW
Landesjugendsabbat 2026
18.07.2026 – Ort: Eventhall Karlsruhe – Griesbachstraße 10B, 76185 Karlsruhe; für Teens und Jugendliche aus BW; Thema: „I am with you!“; Leitung: Adventjugend BW
Rüstzeit 2
20.–24.07.2026 – Ort: Haus Schwarzwaldsonne, 72250 Freudenstadt; für pensionierte Pastorinnen, Pastoren, Dienststellenmitarbeitende und Pastorenwitwen; Leitung: Gabi Waldschmidt
15 Tage Kuraufenthalt Herghelia
23.07.–06.08.2026 – Ort: Lifestyle-Zentrum Herghelia (Rumänien), Thema: „Genießen – Genesen – Gesundheit stärken“; Leitung: AWW BW
August
Teeniefreizeit Sardinien 1
30.07.–14.08.2026 – Ort: Camping Golfo Dell‘Asinara, Sardinien; für Teenager von 13–17 Jahren; Thema: „Sonne, Strand und starke Gemeinschaft!“; Leitung: Team AJ BW
AYC Jugendkongress Valencia
04.–08.08.2026 – Ort: Feria de Valencia, Av. de les Fores, s/n, Pobles de l‘Oest, 46035 Valencia; für Jugendliche und junge Erwachsene von 16–30 Jahren; Thema: „Made for more – Belonging. Believing. Becoming.“; Leitung: Adventjugend
Hope Camp
04.–09.08.2026 – Ort: Zeltplatz Friedensau; Das Familiencamp – für dich und deine Freunde! Bis zu 99 Jahren; Thema: „Freizeit gestalten, Freunde finden, Glauben entdecken!“; Leitung: Gabi Waldschmidt
Missionstrip 2026 Philippinen
04.–20.08.2026 – Ort: Philippinen; für Jugendliche und Erwachsene von 18–99 Jahren; Thema: „Mission im Ausland“; Leitung: Adventjugend BW
Kids Camp
09.–16.08.2026 – Ort: Schwarzwaldcamp, 72175 Dornhan; für Kinder im Alter zwischen 8 und 12 Jahren; Thema: „Raus aus dem Alltag, rein ins Abenteuer!“; Leitung: Alex Born und Team
Kindersingwoche
09.–16.08.2026 – Ort: Paulushaus Neuwirth, Am Appenhaus 1, 73527 Schwäbisch Gmünd-Herlikofen; für Kinder im Alter von 6–12 Jahren; Leitung: Lucio Maier
Teeniefreizeit Sardinien 2
13.–28.08.2026 – Ort: Camping Golfo Dell‘Asinara, Sardinien; für Teenager von 13–17 Jahren; Thema: „Sommer, Sonne, Sonnenschein“; Leitung: Fabian Schreiner und Gerson Taraba
August – Oktober
Ü18 Freizeit Sardinien 2
27.08.–11.09.2026 – Ort: Camping Golfo Dell‘Asinara, Sardinien; für Jugendliche von 18–35 Jahren; Thema: „Sardinien ruft!“; Leitung: Tabea Ludescher, Simone Castoro und Team
Bushcraft-Outdoortour Karpaten
29.08.–11.09.2026 – Ort: Karpaten-Gebirge in der Nähe von Moneasa, Rumänien; für Jugendliche von 16–99 Jahren; Thema: „Leben. Erleben. Überleben.“; Veranstalter: Adventjugend BW
Gebets-Kongress
02.–04.10.2026 – Ort: Haus Schwarzwaldsonne, 72250 Freudenstadt; für alle, die ihr Gebetsleben vertiefen möchten von 16–100 Jahren; Leitung: Marion und Thomas Knirr
Großbezirksgottesdienst Nordwest
03.10.2026 – Ort: Adventgemeinde Rastatt, Karlstraße 40, 76437 Rastatt; für Teens und Jugendliche; Thema: „Du glaubst an Gott. Gott glaubt an dich.“; Sprecher: Edwin Rosado; Leitung: Phillip Rupps
Bible Study Weekend for Teens 16.–18.10.2026 – Ort: Jugendherberge Schwäbisch Hall, Langenfelderweg 5, 74523 Schwäbisch Hall; für Teenager von 13–17 Jahren; Thema: „Die Sprache Gottes: Real Love“; Veranstalter: Adventjugend BW
Come and See 2026
25.10.–01.11.2026 – Ort: Adventgemeinde Lahr, Geroldsecker Vorstadt 10, 77933 Lahr; für Jugendliche von 14–35 Jahren; Thema: „Mission im Inland“; Sprecher: Jugendliche und Pastoren; Leitung: Daniel Heibutzki; Veranstalter: Adventjugend Ortenau und BW
Oktober – November

Musicalwoche für Teens
27.10.–01.11.2026 – Ort: Hornberg Hostel, Hornberg 4, 73529 Schwäbisch Gmünd; für Teens im Alter von 13–18 Jahren; Leitung: Lucio Maier und Team
Klavier 5 – das Begleitinstrument (online)
28.10.2026 – Ort: Online 20:00–21:00 Uhr; für Klavierspieler, Keyboarder und Organisten; Leitung: Anja Schmidl
Herbstlager Scouts
30.10.–01.11.2026 – Ort: Wird noch bekanntgegeben – voraussichtlich auf den Fildern; für Scouts von ab 16 Jahren; Thema: „Gemeinschaft erleben. Gott begegnen“; Veranstalter: Adventjugend BW
OYC Jugendsabbat
31.10.2026 – Ort: Adventgemeinde Lahr, Geroldsecker Vorstadt 10, 77933 Lahr; für Teens und Jugendliche; Leitung: Daniel Heibutzki; Veranstalter: Adventjugend Ortenau und BW
Tagung der Gemeindeschreiber
08.11.2026 – Ort: Online-Videokonferenz von 10:00 –12:00 Uhr; Leitung: Clemens Kramp
Alle aktuellen Informationen sowie die vollständige Terminübersicht sind auf den Internetseiten der BWV zu finden. Anmeldung (wenn nicht anders angegeben) unter: bw.adventisten.de/events bzw. bw.adventjugend.de/events
Außerdem gibt es jeden Sonntag von 06:00 - 07:00 Uhr die Möglichkeit, am Erweckungs-Gebetskreis teilzunehmen. Einwahl unter: https://us02web.zoom.us/j/87496910489?pwd=Vn RpalBhRDBhd3ZNRDAwS2VxSXJsUT09
Meeting-ID: 874 9691 0489 – Kenncode: 144461
Was macht eigentlich ... Rebecca Adonia?
Führung mit Vertrauen und Herz
„Manchmal lehren mich die Schüler mehr, als ich sie lehre.“ Wenn Rebecca Adonia diesen Satz sagt, klingt darin weder Überraschung noch Ironie, sondern ehrliche Dankbarkeit. Denn für sie ist Schule keine Einbahnstraße, sondern ein Ort, an dem sie selbst täglich etwas über Menschen, Vertrauen und Gott lernt.
Rebecca ist 33 Jahre alt und stammt aus der Eifel in Nordrhein-Westfalen, nahe Aachen. Aufgewachsen in einer adventistischen Familie, war der Glaube von Anfang an Teil ihres Lebens. Heute ist sie nicht nur Lehrerin, sondern auch Schulleiterin – eine Aufgabe, die sie mit großer Verantwortung und ebenso großer Dankbarkeit ausführt.
Ihr Weg in den Beruf war kein geradliniger Plan, sondern vielmehr eine geführte Entwicklung. Schon in der 10. Klasse entstand durch ein Referat der Wunsch, Lehramt zu studieren. Besonders das Grundschullehramt erschien ihr passend, auch durch ihr Engagement in der Kinderarbeit der Gemeinde. Da dieser Studiengang in Aachen nicht angeboten wurde, bewarb sie sich breit gefächert und erlebte später, dass sich Türen anders öffneten als erwartet. „Doch dann war Gottes Wink sehr eindeutig“, sagt sie rückblickend mit einem Schmunzeln.
Nach einem FSJ 2012 mit ADRA in Costa Rica, wo sie auch ihren Mann Moises kennenlernte – damals Theologiestudent vor Ort –, ging Rebecca, zurück in NRW, schließlich den Weg des Lehramtsstudiums für Gymnasium und Gesamtschule und machte anschließend ihr Referendariat. Aus der damaligen internationalen Begegnung mit Moises wurde im Laufe der Jahre eine tiefe Verbindung und seit Dezember 2023 sind die beiden glücklich verheiratet.
Nach dem Studium bewarb sie sich initiativ bei adventistischen Schulen in Deutschland. Ihre Reise führte sie schließlich nach Zeutern in Baden-Württemberg, wo sie nicht nur eine Lehrtätigkeit übernahm, sondern dann auch die Schulleitung, in die sie Schritt für Schritt hineingeführt wurde.
In ihrem Alltag verbindet Rebecca heute verschiedene Aufgabenbereiche: Sie unterrichtet, übernimmt organisatorische und administrative Tätigkeiten im Schulalltag, kümmert sich um Qualitätssicherung und die Weiterentwicklung von Schulkonzepten. Ebenso gehören Gespräche mit Eltern und Schülern sowie die Lösung von Konflikten zu ihrem Aufgabenfeld.
Was sie an ihrer Arbeit besonders schätzt, ist die Möglichkeit, Menschen nicht nur fachlich, sondern auch mensch-

Rebecca Adonia mit ihrem Mann Moises. Bei einem freiwilligen sozialen Jahr mit ADRA begegneten sich die beiden 2012 in Costa Rica. Seit Dezember 2023 sind sie glücklich verheiratet.
lich und geistlich zu begleiten. „Es motiviert mich, in Beziehungen zu investieren und einen positiven Einfluss auszuüben“, sagt sie mit einem Lächeln. Während die größte Herausforderung für die junge Direktorin darin liegt, viele unterschiedliche Menschen gleichzeitig gut zu begleiten, sieht sie aber genau darin auch den Reiz ihrer Aufgabe. Neben ihrer Arbeit engagiert sich Rebecca weiterhin in ihrer Ortsgemeinde, vor allem im Bereich der Musik. In ihrer Freizeit spielt sie leidenschaftlich Volleyball und verbringt gerne Zeit mit Familie und Freunden. Als Person beschreibt sie sich selbst als offen, humorvoll, kommunikativ und selbstkritisch.
Dass sie Herausforderungen lieber anpackt als aufschiebt, kommt nicht von ungefähr. So begleitet ein Satz ihrer Mutter sie bis heute: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“ Wer Rebecca begegnet, merkt schnell, dass diese Haltung gut zu ihr passt. Sie ist kontaktfreudig, initiativ und voller Tatkraft – eine Person, die gerne auf Menschen zugeht und Dinge in Bewegung bringt. Ihr wichtigstes Ziel formuliert sie dennoch klar: „Gott soll mein Leben und meine Arbeit führen.“ Diese Haltung prägt ihren Alltag und ihren Blick nach vorn. Sie hofft, dass ihre Arbeit Frucht trägt, auch wenn Wachstum oft Zeit braucht. Und genau darin liegt für sie der Kern: Gott wirkt oft leise, aber nachhaltig – manchmal auch ganz unerwartet, mitten im Schulalltag.

www.bwgung.de
Die gesamte Ausgabe von BWgung inkl. Blätterfunktion sowie weitere interessante Artikel sind online zu finden unter www.BWgung.de
Wir sind dankbar für jeden Leser, der das Online-Angebot nutzt und uns dadurch unterstützt, langfristig die Druckkosten für das Printmagazin zu senken.
Mit deinem Tablet/Laptop bequem durch die aktuelle Ausgabe blättern.
Impressum
BWgung ist das Mitteilungsblatt der Freikirche der Siebenten-TagsAdventisten in Baden-Württemberg, Körperschaft des öffentlichen Rechts (Herausgeber). Das Heft erscheint viermal im Jahr.
Redaktionsadresse:
BWgung, Firnhaberstr. 7, 70174 Stuttgart Tel.: +49 711 1629023; E-Mail: info@bwgung.de Web: www.bwgung.de
Konto: IBAN: DE79 6009 0100 0227 3910 12 BIC: VOBADESSXXX; Stuttgarter Bank
Redaktion: Eugen Hartwich (Vorsitzender v.i.S.d.P.), Saskia Külls (Redakteurin), Samuel Bohat, Thomas Knirr, Bernd Sengewald, Julia Wiens, Roman Wiens
Lektorat: Victoria Fichtberger
Graphisches Konzept und Design Creative7, Herdwangen-Schönach; www Creative 7. studio
Layout, Druck und Versand: Konrad Print & Medien, Rudersberg
Die Bibelzitate sind – falls nicht anders vermerkt – der Bibelübersetzung von Dr. Martin Luther (Revision 1984) entnommen.
Vertrieb: Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg KdöR, Firnhaberstr. 7, 70174 Stuttgart
Bildnachweis:
S.1+3+8, VALUA VITALY/shutterstock.com; Xander Ordinola; S.3+35, Ben Gingell/ shutterstock.com; S.4, oneinchpunch/shutterstock.com; S.5, PeopleImages/ shutterstock.com; S.7, Drazen Zigic/shutterstock.com; S.11, ArtMari/shutterstock.com; S.8, VALUA VITALY/ shutterstock.com; S.9, Halfpoint/shutterstock.com; S.10, New Africa/shutterstock.com; S.11, PeopleImages/shutterstock.com; S.12, maxbelchenko/ shutterstock.com; S.13, KieferPix/ shutterstock.com; S.14, Pixel-Shot/shutterstock. com; S.15, Studio Romantic/shutterstock.com; S.16, bbernard/ shutterstock.com; S.19, truphotovideo/shutterstock.com; S.20, ChrisVanLennepPhoto/shutterstock.com; S.24, SunCity/ shutterstock.com; S.25, nmoyPhoto/shutterstock.com; S.26, Ki Generiert/istockphoto.com; S.26+27, KI Generiert/ Adobe Firefly; S.36, PeopleImages/shutterstock.com; S.37, New Africa/shutterstock.com; S.38, simona pilolla 2/shutterstock.com; S.40, ZVW, Steinemann; S.42, Ki Generiert/ Adobe Firefly; S.43, Billion Photos/shutterstock.com; S.47, Dusan Petkovic/shutterstock.com; alle anderen Fotos vom jeweiligen Autor.
Diese Zeitschrift darf, auch auszugsweise, ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers nicht reproduziert werden. Für unverlangt eingesandtes Bild- und Textmaterial wird keine Haftung übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers, der Redaktion oder des Redaktionsvorstands wieder. Gerichtsstand ist Stuttgart.
Anmerkung der Redaktion zum Porträt von Rebecca Adonia auf Seite 50:
Mit dem Beginn des Schuljahres 2026/27 übernimmt Thomas Heinig die Schulleitung der Lukas-Schule, da Rebecca Adonia und ihr Mann Moises ihren Dienst künftig in den USA fortsetzen werden. Wir danken beiden von Herzen für ihren engagierten Einsatz und die wertvolle Arbeit und wünschen ihnen für ihren weiteren Weg Gottes Führung, Bewahrung und reichen Segen.

Lehrkräfte
gesucht!
Die Bildungsmanufaktur gGmbH sucht engagierte Lehrkräfte für unsere privaten Grund- und Realschulen:

Elisa-Schule 79336 Herbolzheim

Lukas-Schule 76703 Kraichtal

Salomo-Schule 76437 Rastatt
Ihr Profil & Aufgaben:
Sie haben ein abgeschlossenes Lehramtsstudium und Leidenschaft für die individuelle Förderung von Schülern. Sie gestalten das Schulleben aktiv mit und arbeiten konstruktiv im Team.
Interesse?
Bewerben Sie sich jetzt!
schulleitung.zeutern@adventisten.schule
Bewerbung an: dominik.buchner@bildungsmanufaktur.gmbh
Wir bieten:
Sinnstiftende Tätigkeit, kollegiales Umfeld. Vergütung orientiert sich am TVöD-L, ohne direkte Tarifbindung.