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Jahresbericht_d_2021

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2021


IMPRESSUM

INHALT

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15 EDITORIAL Olga Manfredi und Laurent Prince Herausgeberin Schweizer Paraplegiker-Vereinigung Kantonsstrasse 40, 6207 Nottwil Telefon 041 939 54 00 spv@spv.ch www.spv.ch Koordination und Grafik Andrea Di Bilio-Waldispühl Fotos SPV, SPS, Titelbild Ennio Leanza/ KEYSTONE, Agnes Niederberger, Gössi Carreisen AG, Anita Panzer, Swiss Paralympic/Gabriel Monnet, Hedi FIscher, Marcus Hartmann, Adobe Stock Bild Titelseite aussen Mit Gold gekrönt: Marcel Hug und Manuela Schär

Wir bemühen uns um gendergerechtes Schreiben, verwenden zur besseren Lesbarkeit aber manchmal die weibliche oder männliche Form stellvertretend für alle Geschlechter.

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VERBAND IM SCHLAGLICHT Crossmediale Kommunikation 7 DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE Mit Blick auf die Zukunft 8 IN KÜRZE 10 KULTUR UND FREIZEIT IM SCHLAGLICHT Warum denn in die Ferne schweifen 13 DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE Unter erschwerten Bedingungen 14 IN KÜRZE 16 HINDERNISFREIES BAUEN IM SCHLAGLICHT Zurück ins Elternhaus 19 DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE Weg mit Hindernissen 20 IN KÜRZE 22 ROLLSTUHLSPORT IM SCHLAGLICHT Tokyo 2020: So erfolgreich wie nie! 25 DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE Schritte zurück zur Normalität 26 Bewegung tut gut 30 IN KÜRZE 32

LEBENSBERATUNG IM SCHLAGLICHT Engagement von Angehörigen 35 DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE Fragen Sie uns 36 37 IN KÜRZE RECHTSBERATUNG IM SCHLAGLICHT UVG-Pflegebeiträge 39 DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE Wissenstransfer 40 IN KÜRZE 41 FINANZEN FINANZIELLE SICHT Performance auf den Finanzanlagen  43 Bilanz 44 Betriebsrechnung 45 Geldflussrechnung 46 Rechnung über die Veränderung des Kapitals 47 ORGANE Zentralvorstand Geschäftsleitung Weitere Informationen

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Die in der Zeitschrift veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion.

SPV I Jahresbericht 2021

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EDITORIAL

Die Zeichen stehen auf Dialog Als wir beide unsere Ämter als Präsidentin beziehungsweise als Direktor im Verlaufe des Jahres 2020 antraten, war uns beiden klar: Wir wollen die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung weiterent­ wickeln. Im Sinne von «Bewährtes bewahren – Neues wagen» beabsichtigen wir, nicht von Grund auf alles zu verändern, denn bereits vor unserer Zeit bot die SPV ihren Mitgliedern viel Gutes und Nützliches, das wir weiterhin pflegen. Und diesen Wandel wollen wir nicht vom Elfenbeinturm herab erwirken, denn das ist nicht unsere Art. Wenn Veränderung, dann sollen die Rollstuhlclubs und die Mitglieder der SPV involviert sein. Wir möchten eine SPV, die vorwärts schreitet und sich dabei klar an den Bedürfnissen ihrer Mitglieder orientiert. Das erreichen wir nur, wenn wir von unseren Mitgliedern Ideen, Änderungswünsche oder auch Kritik erhalten. Dafür müssen wir ihnen eine Plattform bieten, sich zu äussern und mitzudiskutieren.

«Meinungen und Vorschläge erwünscht» Den ersten Schritt auf die Rollstuhlclubs und die Mitglieder zu machten wir bereits 2020. In vier Workshops wollten 4

wir erfahren, was sie von der SPV erwarten und benötigen. Hieraus entstanden Schwerpunktthemen, die wir anpacken wollten. Zu Jahresbeginn bildeten wir drei Arbeitsgruppen, die sich je einem Thema annahmen. In insgesamt 18 Treffen steckten Vertreterinnen und Vertreter der Rollstuhlclubs, des Zentralvorstands und der SPV die Köpfe zusammen, um aus Wünschen und Visionen konkrete Ziele und Projekte zu schmieden. Die ersten davon sind 2022 zur Umsetzung bereit. Wir freuen uns sehr über dieses Vorankommen. Sehr gefreut haben wir uns auch über die Glanzleistungen unserer Athletinnen und Athleten an den Paralympics in Tokio. Mit insgesamt 12 Medaillen, davon 7 Gold, 1 Silber und 4 Bronze, kehrten die Rollstuhlsportler*innen in die Schweiz zurück. Jede einzelne von ihnen verschaffte uns einen Gänsehautmoment. Zu Hause vor den Bildschirmen haben wir mitgefiebert und laut gejubelt. Manch einer mag Kritik an Gross­ anlässen wie den Paralympics äussern; Athletinnen und Athleten, die super­ heldengleich Meisterleistungen voll­ bringen, hätten mit dem Alltag von Menschen mit Behinderung nur wenig SPV I Jahresbericht 2021


zu tun. Gleichwohl muss uns bewusst sein, dass ein Grossteil der Bevölkerung kaum Berührungspunkte mit dem Thema Behinderung hat. Durch den Grossanlass und die damit einhergehende mediale Berichterstattung werden Menschen mit Behinderung für eine breite Öffentlichkeit sichtbar. Für uns haben die Paralympics daher eine wichtige Signalwirkung.

Leben der betreffenden Person jedoch genau so positiv beeinflussen. Ein Blick auf die einzelnen Beratungs- und Dienstleistungsangebote der SPV zeigt, dass diese auch 2021 sehr gefragt waren.

Unterstützung bei konkreten und aktuellen Bedürfnissen möchten wir auch den Rollstuhlclubs bieten. Massnahmen hat hierzu eine von den eingangs erwähnten Arbeitsgruppen zusammengestellt. Die Von grosser Signalwirkung war auch der Rollstuhlclubs sind eine wichtige AnlaufBundesgerichtentscheid vom 27. Oktober stelle für Betroffene und funktionieren 2021. Seit Inkrafttreten der revidierten nur, weil sich Personen unermüdlich und Verordnung 2017 fordern unsere ohne Entgelt für den Verein einsetzen. Anwält*innen, dass sich die UnfallversiDie Benevol Awards, die wir 2021 erstcherungen umfassend an den Grundpfle- mals vergeben haben, sollen dieses gekosten beteiligen. Ende Oktober fällte Engagement symbolisch würdigen. das Bundesgericht endlich den entsprechenden Entscheid. Dieser Beschluss ist Wir haben 2021 die Segel gesetzt und von grosser Trageweite für alle Betroffeden Kurs bestimmt, wohin wir die SPV nen und ein verdienter Lohn für jahresteuern wollen. Dabei legen wir Wert auf langes beharrliches Engagement seitens eine offene Kommunikation und einen unseres Instituts für Rechtsberatung. lebendigen Austausch. Wir freuen uns, Sie mit an Bord zu haben. Nicht jede unserer Tätigkeiten hat solch weitgehende Auswirkungen auf eine Herzlichst grosse Gruppe von Querschnittgelähmten. Ein offenes Ohr in einer persönlichen Krise, eine hilfreiche Information bei Versicherungsfragen oder die rollstuhl­ Olga Manfredi Laurent Prince gerecht umgebaute Küche können das Präsidentin Direktor SPV I Jahresbericht 2021

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VERBAND

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SPV I Jahresbericht 2021


VERBAND

IM SCHLAGLICHT

Crossmediale Kommunikation Innerhalb der SPV gibt es unzählige Geschichten, die aufzeigen, wie wertvoll unser Leistungsnetz ist. Diese Geschichten wollen wir erzählen – auf all unseren Kommunikationskanälen. Von Nadja Venetz, Projektverantwortliche Kommunikation

Viele Mitarbeitende der SPV pflegen einen intensiven Austausch mit unseren Mitgliedern und erfahren so im direkten Kontakt von Geschichten, die es wert sind, erzählt zu werden. Bisher erschienen diese Berichte meist ausschliesslich im Paracontact und beleuchteten einen spezifischen Aspekt. Facebook, Instagram und Co. 2018 bauten wir unsere Präsenz auf den sozialen Medien aus. Bereits damals hegten wir die Absicht, Inhalte, die wir fürs Paracontact aufbereiteten, auch auf unseren Online-Kanälen zu nutzen und diese dort zu vertiefen, um unsere Leistungen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Mit einem grossen Projekt wirklich umfassend umgesetzt haben wir diesen Anspruch allerdings erst 2021. Mehr als nur ein Umbau Felix Schärer, Bereichsleiter des Zentrums für hindernisfreies Bauen (ZHB) trug im Frühjahr 2021 ein spannendes Umbauprojekt an die Kommunikationsabteilung heran. Das Elternhaus eines jungen Tetraplegikers werde aufwendig angepasst, damit dieser nach der Erstreha wieder ins vertraute Heim zurückkehren kann. Schnell war klar, dass die Geschichte mehr zu bieten hat als nur die baulichen Massnahmen. Die Familie Schmid war glücklicherweise einverstanden, dass wir sie mit der Kamera über eine längere Zeit begleiten. Bewegtbild Entstanden sind fünf kurze Filme, die den damals 23-jährigen Nico Schmid auf seinem Weg zurück nach Hause zeigen. Vera Lang, Multimediaproduzentin bei der SPV, realisierte die etwa fünfminütigen Clips im engen Austausch mit Nico Schmid und seiner Familie sowie dem zuständigen Architekten des Zentrums für hindernisfreies Bauen. Im Fokus der Filmserie steht klar der Umbau des Eigenheims, doch thematisieren die einzelnen Protagonisten weit darüSPV I Jahresbericht 2021

ber hinaus, was dieser Umbau für sie bedeutet. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erhalten einen sehr persönlichen Einblick in das Leben von Nico Schmid und seiner Familie. Dabei wird zudem deutlich, wie das umfassende Leistungsnetz der Schweizer Paraplegiker-Gruppe zusammenspielt, vom dem die SPV mit ihren Angeboten Teil ist. Fünf Filme, fünf Themen Jeder Film von «Der lange Weg nach Hause» widmet sich einem anderen Aspekt bzw. einer anderen Perspektive dieses langen Wegs. So spricht Nico Schmid etwa über seine Entlassung aus der Reha im Schweizer Paraplegiker-Zentrum und dem temporären Einzug in die ParaWG im luzernischen Schenkon sowie seine weiteren Pläne für die Zukunft. Wir erfahren von Philipp Pfäffli, Architekt des ZHB, was die baulichen Herausforderungen waren und von Vater Markus Schmid, wieso sich die Familie für diesen Umbau entschieden hat. Der letzte Film schliesslich besucht Nico Schmid in seinem neuen beziehungsweise alten Daheim. Online und Print Ab November veröffentlichten wir wöchentlich einen Film auf der Facebook-Seite und dem Youtube-Kanal der SPV. Auf Instagram und LinkedIn wiesen wir auf die Beiträge hin. Zugleich verarbeiteten wir das gesammelte Material zu einem Artikel fürs Paracontact. Crossmediale Kommunikation also, wie wir sie uns vorgenommen haben. Darüber hinaus teilte die Schweizer Paraplegiker-Stiftung gewisse Videos auf ihren Kanälen, was uns eine enorme Reichweite bescherte. Auch der regionale TV-Sender Tele1 verbreitete das Material auf seinen Kanälen. Die Geschichte war folglich nicht nur auf unterschiedlichen Medien der SPV präsent, sondern erreichte ein grosses Publikum.

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VERBAND

DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE

Mit Blick auf die Zukunft 2021 war das Jahr der Neuorientierung. Sowohl der Zentralvorstand als auch die Geschäftsleitung in ihrer jeweils neuen Zusammensetzung prägten neue Formen der Zusammenarbeit und der Weiterentwicklung der SPV. Laurent Prince, Direktor und Bereichsleiter Zentrale Dienste (Autorin Evelyn Schmid)

Wie soll die SPV in fünf oder zehn Jahren ausschauen? Welche Rolle nehmen Rollstuhlclubs in Zukunft wahr? Mit welchen Leistungen können Mitglieder optimal begleitet werden? Das sind nur drei der vielen Fragen, die die operative und strategische Führung 2021 diskutiert haben. Auch wenn die Veränderungsprozesse nicht abgeschlossen sind, so ist doch klar, dass die SPV sich künftig noch stärker auf die Mitglieder und ihre Bedürfnisse ausrichtet. Die Stabstellen, die den Bereich Zentrale Dienste (ZD) bilden, haben den Prozess der Neuorientierung aktiv und engagiert begleitet. In drei Arbeitsgruppen fanden während des Jahres Workshops mit Mitgliedern sowie Vertretern des Zentralvorstandes und der 27 Rollstuhlclubs statt. Die Arbeitsgruppe 1 entwickelte 15 Lösungsansätze zur Unterstützung der Clubvorstände. So wird die Begleitung bei der BSV-Abrechnung ausgebaut und ein Gefäss für Aus- und Weiterbildungen von Vorstandsmitgliedern geschaffen. In der Arbeitsgruppe 2 wurde über Formen der Mitgliedschaft, die Rolle der Sektionen und die Zusammensetzung des Zentralvorstandes diskutiert. Erste Ideen müssen in den folgenden Jahren konkretisiert und geprüft werden, bevor sie für die Umsetzung reif sind. Die dritte Arbeitsgruppe erarbeitete elf Massnahmen, mit denen Personen für Vorstandsarbeiten motiviert werden können. So soll beispielsweise der Wissenstransfer zwischen den Clubs mittels überregionaler Veranstaltungen oder virtueller Treffen gefördert werden. Bereits verfügbar sind die beiden Handouts «Attraktives Ehrenamt» und «Tipps für das Freiwilligenmanagement». Seit April 2021 leitete der Bereichsleiter von Roll­stuhl­ sport Schweiz, Roger Getzmann, den Bereich Kultur und Freizeit ad interim. Diese Lösung hat sich bewährt, weshalb die Zusammenlegung der beiden Bereiche zu «Rollstuhlsport und Freizeit» vorbereitet wurde. 8

Verbandsdienstleistungen Der Fachbereich musste 2021 coronabedingt Aufgaben übernehmen oder anpassen. Beispielsweise wurden die Roll­ stuhl­clubs hinsichtlich Generalversammlungen unter Pandemiebedingungen unterstützt. Ein Grossprojekt war das neue Webportal für die Mitgliederverwaltung. Vorstände können damit Mitgliederinformationen einsehen und Versandaufträge übermitteln. Gut angelaufen ist auch die definitive Jahresfakturierung, die für 14 Rollstuhlclubs ausgeführt wird. Der Fachbereich erbringt eine Fülle von bewährten Dienstleistungen für die Mitglieder. Darunter befinden sich Gratisangebote wie Kurzberatungen, aber auch Vergünstigungen oder der Verkauf von Eurokeys zur Benutzung von öffentlichen Behindertenanlagen. Diese Arbeiten werden zu einem Teil von den beiden Lernenden übernommen. Die SPV nimmt mit diesen Lehrstellen ihre gesellschaftliche Verantwortung für den Ausbildungsplatz Schweiz wahr. Die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sozial­ versicherungen (BSV) war hervorragend. Wie bisher konsolidierte die Geschäftsstelle die Leistungsabrechnungen für die SPV und für diejenigen Clubs, die Unterleistungsverträge mit der SPV haben.

Sponsoring Referate und Führungen konnten 2021 bedauerlicherweise selten stattfinden. Dafür pflegte die SPV weiterhin beständige Partnerschaften mit der Schweizer Para­plegiker-Stiftung, Orthotec, Hollister, Suva und Colo­plast. Zudem erhält der Rollstuhlsport Beiträge der Schweizer Lotteriegesellschaft Swisslos. Der Giro Suisse konnte auch dank Unterstützung unserer Partner erfolgreich fortgeführt werden. Die Supplier PartnerSPV I Jahresbericht 2021


schaften mit Europcar, Errea und Chris Sports ermöglichten eine einheitliche Ausrüstung aller Teilnehmenden und des Staffs sowie eine tadellose Logistik.

men der Öffentlichkeitsarbeit zu koordinieren, beteiligt sich die SPV aktiv am Newsroom der Schweizer Paraplegiker-Stiftung.

Marketing und Kommunikation

Social Media Es ist das erklärte Ziel, gute Geschichten über unsere Mitglieder vermehrt crossmedial zu erzählen, auch wenn das bewegte Bild an Bedeutung gewinnt. 2021 entstanden schöne Portraits, Eventaufnahmen und Hintergrundberichte. Im Zentrum unserer Strategie stehen unsere beiden Facebook-Kanäle. Aber wir bespielen auch Instagram, Twitter und verstärkt LinkedIn. Der grösste Erfolg 2021 war die Serie zu Nico Schmid, mit der wir allein auf Facebook rund 180 000 Personen erreichten.

Es war auch für diesen Fachbereich das Jahr der Neuorientierung. Aufgrund personeller Wechsel, wurden kommunikative Aufgaben aus dem Bereich Kultur und Freizeit übernommen. So zum Beispiel der News­ letter, Fachartikel, die Einsitznahme im Verein Barrierefreie Schweiz oder die Betreuung von paramap.ch und paramama.ch. Die Stelle «Social Media Verantwortliche» wurde neu besetzt und die Stelle «Projektverantwortliche Marketing» neu geschaffen, die insbesondere den Relaunch von spv.ch verantwortet. Für die neue Webseite, die gegen Ende 2022 online gehen soll, wurden bereits 2021 viele Vorarbeiten geleistet. Die Pandemiesituation beschäftigte den Fachbereich weiterhin. Die Kommunikation nahm eine zentrale Aufgabe in der SPV-internen «Arbeitsgruppe Coronavirus» wahr und stellte mit diversen Newslettern sicher, dass Informationen an Mitarbeitende und Mitglieder gelangten. Die Palette an Kommunikationsmassnahmen für die Mitglieder, interessierte Kreise und die Öffentlichkeit blieb 2021 gewollt breit. Zahlreiche Marketingmassnahmen wie Flyer, Broschüren oder Merkblätter wurden, wenn möglich, kostengünstig hausintern produziert. Die Wissensvermittlung und Anleitung zur Selbsthilfe sind zentrale Anliegen der SPV. In der Zeitschrift Paracontact wurde vierteljährlich spannend und gut recherchiert über relevante Themen berichtet. Der Newsletter GoAhead informierte monatlich zu Sportthemen. Webseiten Die Webseite spv.ch ist das Kernstück der Webstrategie. Sie wird aktuell ergänzt durch themenspezifische Webseiten wie rollstuhlsportevents.ch, paramama.ch und rolliwelt.ch. 2021 zählten wir auf unseren Webseiten insgesamt 107 325 Besucher, im Vorjahr waren es 90 716. Die Zahl der Besucher konnte insbesondere dank erfolgreichen Sportanlässen gesteigert werden. Medien- und Öffentlichkeitsarbeit Die SPV pflegt einen offenen und ehrlichen Austausch mit Medienschaffenden. Aktive Medienarbeit betrieben wir vor allem zu Events, Sportpersönlichkeiten, Trainer*innen oder dem Giro Suisse. 2021 haben wir 22 Medienmitteilungen versandt. In der Medien­ beobachtung wurden insgesamt 869 Berichte zum Stichwort Paraplegiker gefunden. Um die vielen TheSPV I Jahresbericht 2021

Politische Interessenvertretung Die SPV ist Mitglied von Inclusion Handicap und durch Olga Manfredi im Vorstand vertreten. 2021 setzte sich die Dachorganisation der Behindertenverbände insbesondere dafür ein, dass in der Schweiz die Umsetzung der UNO Behindertenrechtskonvention vorangetrieben und damit die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung in der Schweiz verbessert wird. Zudem prangerten sie die Verordnung zum Invalidenversicherungsgesetz an. Sie wehrten sich dabei gegen die Beschlüsse des Bundesrats zur Invaliditätsbemessung und zur Vergabe der medizinischen Gutachten, die nicht nachvollziehbar und unfair gegenüber den Versicherten sind. Detaillierte Informationen zu den aktuellen Themen finden Sie unter www.inclusion-handicap.ch. ESCIF (European Spinal Cord Injury Federation) Trotz der Restriktionen durch die Pandemie konnte der ESCIF-Kongress zum Thema der UNO-Behindertenrechtskonvention im August in Nottwil mit rund 35 Teilnehmenden durchgeführt werden. Als Key Note Speaker erörterte Prof. Dr. Markus Schefer die Zusammenhänge der UN-BRK, der Menschen­rechte und der staatlich geförderten Zugänglich­keit zum öffentlichen Leben. Der europäische Austausch ist extrem wichtig, um national für die Belange der Menschen mit Quernne Tessiner So tà schnittlähmung einzuni ia al It d un stehen.Weitere Infos auf www.escif.org.

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VERBAND

SOCIAL MEDIA

PARAMAP

10 000 Im Herbst wurde der 10 000ste Rollstuhlparkplatz auf Paramap erfasst. Die digitale Plattform ver­ zeichnet rollstuhlgängige Einrichtungen in der Schweiz und ist auch als App verfügbar. Aufgeführt werden Parkplätze, Eurokey WC, Hotels und Bankomaten. Im Sinne des Crowdsourcings können User Standorte selbstständig erfassen.

Top 3 Posts Zahlreiche Neuigkeiten, Geschichten und Veranstaltungshinweise kommunizierten wir über unsere Social Media Kanäle an unsere Community. Besonders begeistert haben dabei die Berichte zu den Paralympics, an denen die Schweizer Athletinnen und Athleten mit herausragenden Leistungen glänzten, wie die drei erfolgreichsten Posts zeigen (gemessen an der Anzahl Interaktionen). Alle drei Posts sind von unserem Facebook-Kanal. Platz 1

«Was für ein Rennen! Gold für Marcel Hug über 5000 m!» 956 Interaktionen bei 7254 erreichten Personen.

Platz 2

«Beat Bösch wird 5. über 100 m T52» 655 Interaktionen bei 4032 erreichten Personen.

Platz 3 «Doppelte Freude für die Schweizer Rollstuhlleichtathletinnen! Manuela Schär (T54) holt Gold und Catherine Debrunner (T53) Bronze über 800 m!» 624 Interaktionen bei 6494 erreichten Personen. 8000 7000

WEBSEITE

5000

Die News sind auf der Einstiegsseite gut sichtbar und können via RSS-Feed abonniert werden. Die Anzahl News ist damit wieder höher als in den beiden Vorjahren. Besonders im Sport gab es viel zu berichten.

623 539

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396 354

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Zu kommunizieren gab es 2021 viel. Insgesamt 410 Newsbeiträge veröffentlichten wir auf unserer Webseite spv.ch.

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News

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Anzahl erreichte Personen

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Anzahl Interaktionen 956

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Marcel Hug

Beat Bösch

Manuela Schär

BERICHTERSTATTUNG

Medial präsent Rollstuhlsport war 2021 sehr präsent und Anzahl Berichte in den Medien gab zu reden. An internationalen Anlässen Rücktritte Sport ParAthletics überzeugten unsere Top-Athletinnen und 23 53 -Athleten mit Leistungen, welche das Interesse der Medien hervorriefen. Besonders oft wurde über die Medaillen­ gewinner*innen der Paralympics in Tokio berichtet. Die SPV begrüsst sehr, dass der Rollstuhlsport eine würdige mediale Plattform erhält und auf diese Weise ein breites Publikum erreicht. Die SPV unterstützt diesen Prozess, indem sie vermehrt Medienschaffende aktiv mit Informationen und spannenden Geschichten beliefert.

Giro Suisse 13

Paralympics 2048

SPV I Jahresbericht 2021


EHRENAMT

DYNAMISCH

Benevol Awards

Rollstuhl-Aufkleber Über unsere Webseite rolliwelt.ch und in unserer Geschäftsstelle in Nottwil verkaufen wir Aufkleber mit dem von Rolland Bregy gestalteten dynamischen Rollstuhl-Logo. Viele Kunden nutzen den Aufkleber, um dem Umfeld zu verdeutlichen, dass sie auf den Rollstuhl angewiesen sind. 2021 verkauften wir 439 Aufkleber. 2020 waren es 428.

Die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung vergab 2021 erstmals die Benevol Awards. Geehrt wurden Personen, die sich über Jahre hinweg ehrenamtlich in einem Rollstuhlclub engagieren. Ohne Freiwilligenarbeit stünde das Leben in den Rollstuhlclubs der Schweiz still. Oftmals sind es Helferinnen und Helfer abseits des Rampenlichts, die Ausflüge organisieren, Trainings erteilen oder an Sportanlässen mithelfen. Mit den Benevol Awards möchte die SPV diese

oftmals unsichtbare, aber sehr wertvolle Arbeit auszeichnen. Die Awards sollen jährlich vergeben werden. Alle 27 Rollstuhlclubs durften je eine Person für den Award vorschlagen. Die Person musste aktives und langjähriges Mitglied des Rollstuhlclubs sein und sich seit mindestens zehn Jahren unentgeltlich engagieren. Sieben Personen durften einen Preis entgegennehmen:

Jérôme Bagnoud CFR Valais romand

René Kägi RC St. Gallen

Myriam Vuillermet CFR Nord vaudois

Adrien Corminboeuf CFR Fribourg

Jeannette Schühle RC Zürich

Arthur Waldvogel RC Winterthur/Schaffhausen

André Deville RC Zentralschweiz Angebot und Preise www.rolliwelt.ch

DIENSTLEISTUNGEN

Flottenrabatt und Eurokey

ARBEITSGRUPPEN

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Drei Arbeitsgruppen setzten sich im zweiten Halbjahr 2021 intensiv mit der Entwicklung der SPV auseinander. Die Schwerpunktthemen gingen aus den Workshops hervor, welche die SPV im Herbst 2020 mit den Rollstuhlclubs veranstaltet hatte. Die Arbeitsgruppen erarbeiteten bis Ende 2021 Umsetzungsmassnahmen. Es fanden18 Treffen mit Mitgliedern, Vertreter*innen der Rollstuhlclubs, des Zentral­vorstands und der SPV statt. Mehr als 40 Personen brachten sich ein. SPV I Jahresbericht 2021

Die Vermittlung von Vergünstigungen und der Verkauf der Eurokeys gehören zur breiten Dienstleistungspalette, welche die Mitarbeitenden zugunsten der SPV-Mitglieder erbringen. Das Team hat im vergangenen Jahr 31 Flottenrabatte abgewickelt sowie 133 Eurokey registriert. Eurokey haben wir deutlich mehr verkauft als in den beiden vorangegangenen Jahren, während der Flottenrabatt 2021 im Vergleich weniger gefragt war. Flottenrabatte 2021 31

2020 41

Eurokey 2019 49

2021 133

2019 95

2020 84

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KULTUR UND FREIZEIT

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KULTUR UND FREIZEIT

IM SCHLAGLICHT

Warum denn in die Ferne schweifen Drei Ferienangebote der SPV, welche fürs Ausland vorgesehen waren, wurden erfolgreich in der Schweiz durchgeführt. Hauptsache raus aus dem Alltag. Von Gabi Bucher, Redaktorin

Ende Mai stand er endlich wieder vor dem SPZ, der blaue Reisebus der SPV, bereit zur Abfahrt an diesem wunderschönen Samstagmorgen. Dies nach über 18 Monaten Reisesperre. Vorfreude herrschte bei den Teilnehmenden, ein bisschen Nervosität bei Reisefachfrau Rita Häfliger und den Verantwortlichen der ParaHelp, welche die Reisen für Tetraplegiker jeweils begleiten. Diese erste von drei Alternativreisen galt als Pilotprojekt und sollte, wenn alles klappte, der Startschuss sein für die verkürzte Reisesaison 2021. Diese Alternativreisen waren von langer Hand geplant. Bereits im Mai 2020 hatten die Reisefachfrauen für jede im ersten Halbjahr 2021 stattfindende Auslandreise auch eine Reise in der Schweiz ausgearbeitet, Hotels gebucht, den Reisecar reserviert. Die Teilnehmenden wussten, dass ihre Anmeldung für eine Auslanddestination auch verbindlich war für eine Destination in der Schweiz, sollte sich die Pandemielage wieder verschärfen. Locarno versus Südtirol Und die Lage spitzte sich wieder zu. Annullationen, Verschiebedaten, Umbuchungen, Vertröstungen waren während Monaten das tägliche Brot der Reisefachfrauen. Nun kamen die Alternativreisen zum Zug. Flexibilität war gefragt. Die Vorsichtsmassnahmen waren streng: Vor Abfahrt des Busses gaben alle Reiseteilnehmenden ihren PCR-Test ab, wurden zur Sicherheit noch einmal getestet und ihre gemessene Körpertemperatur auf der Teilnehmerliste vermerkt. So auch an diesem Samstag, kurz vor 13 Uhr, bevor es losging, zwar nicht Richtung Südtirol wie ursprünglich geplant, sondern nach Locarno.

viel kürzere Anfahrt auch Vorteile hatte. «Die Abwechslung einer solchen Reise ist für mich unbezahlbar», erklärte ein Tetraplegiker. Spätestens nach dem Bezug der Unterkunft im Tertianum in Locarno waren auch die letzten Vorbehalte verschwunden. So luxuriös habe sie noch nie gewohnt, meinte eine der Begleiterinnen, welche seit 20 Jahren mit dabei ist. Bergmassive und Seepromenaden Und so verbrachten in den kommenden Monaten drei Reisegruppen ihre Ferien in der Schweiz. Statt in die Algarve oder ins Südtirol reisten sie nach Locarno, statt ins Allgäu nach Interlaken, und alle waren glücklich und zufrieden. Dabei lernten sie die Schönheiten der Schweiz wieder kennen und schätzen; unglaubliche Bergmassive, schöne Seepromenaden und südländisches Flair gibt’s auch hier.

Alle Reisen waren erfolgreich. Der grosse Aufwand hat sich gelohnt, die Sicherheitskonzepte haben sich bewährt. «Es sind alle gesund abgereist und gesund wieder nach Hause gekommen» meint Reisefachfrau Rita Häfliger zufrieden. «Das ist das Allerwichtigste. Und die Dankbarkeit und Freude der Teilnehmenden, endlich wieder verreisen zu dürfen, entschädigte in jeder Hinsicht für die teilweise etwas aufwendige Planung.»

Natürlich ist Locarno nicht das Südtirol, aber die Destination stand plötzlich nicht mehr im Vordergrund. Die einen freuten sich, endlich wieder unter Leute zu kommen, andere wollten einfach nur den Alltag hinter sich lassen. Allgemein war man sich einig, dass die SPV I Jahresbericht 2021

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KULTUR UND FREIZEIT

DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE

Unter erschwerten Bedingungen Die Lust und Vorfreude auf Aktivitäten und Reisen war bei unseren Mitgliedern gross. Wir haben versucht, trotz Covid-19 möglichst viele Reisen und Freizeitangebote anzubieten. Von Roger Getzmann, Bereichsleiter KF a.i.

Wir stiegen optimistisch ins Jahr. Es war uns ein grosses Anliegen, alles zu unternehmen, um möglichst viele Angebote durchzuführen. Wir freuen uns über ein gelungenes 2021 mit vielen interessanten Aktivitäten und sehr guten Rückmeldungen.

Reisen Flexibilität und Antizipation waren vom Team gefordert. Jeweils vier Monate vor Reisebeginn waren Absagen noch ohne Kostenfolge möglich. Wir taten uns aber schwer, bereits so früh die Segel zu streichen. Falls eine Reise durchgeführt werden konnte, gab es fast täglich neue Erkenntnisse über Impfungen, Testen oder Einreisevorschriften zu berücksichtigen. Die Teilnehmenden trugen unsere teilweise kurzfristigen Entscheide verständnisvoll mit. Unsere Dienstleister waren oft sehr kulant und verzichteten auf Stornogebühren zu Gunsten unserer Kundeninnen und Kunden. Zwei Planänderungen gab es unabhängig vom Coronavirus: Die Reise nach Tel Aviv wurde aus politischen Gründen, die Ferien in La Palma aufgrund eines Vulkanausbruchs kurzfristig aus dem Ferienkatalog gestrichen. Für die Auslandreisen bis Sommer wurden interessante Alternativreisen in der Schweiz nach Locarno und Interlaken organisiert. Die Reisenden waren überglücklich, mal wieder in die Ferien zu fahren, auch wenn sie nicht an die gewünschten Destinationen reisen konnten. In Interlaken fand auch der Sommerplausch statt. Diese wöchige Reise bot attraktive Tagesprogramme mit viel Action. Unsere zehn jungen Rollstuhlfahrer*innen haben es genossen und neue Kontakte geknüpft. Seit 2013 wurden erstmals wieder Badeferien für alle Mitglieder angeboten. Von der ausgebuchten Reise an die Costa del 14

Sol kamen die Teilnehmenden begeistert und erholt nach Hause. Wir haben das Bedürfnis erkannt und werden künftig vermehrt Badeferien für alle Mitglieder anbieten. Fototreff Der Fototreff war auch dieses Jahr ein voller Erfolg. Neu gab es einen reichhaltigen Brunch mit anschlies­ sender Fotogalerie des vergangenen Reisejahres. Weiter haben wir am Event unseren Reisekatalog «ParaReisen 2022» lanciert und Fragen von Interessierten beantwortet. Erfreulich, dass bereits am Tag des Fototreffs zahlreiche Buchungen für 2022 vorgenommen worden sind. Ende einer Ära Nach 15-jähriger Partnerschaft mit Eurobus erfolgte per Ende 2021 die Verabschiedung und Übergabe von zwei SPV-Bussen an die Gössi Carreisen AG aus Horw (LU). Wir danken Eurobus und dem engagierten Personal für die jahrelange tolle Zusammenarbeit und freuen uns, mit Gössi einen neuen kompetenten Partner gefunden zu haben.

Gössi Carreisen AG unser neuer Partner SPV I Jahresbericht 2021


Wandertour auch mit dem Rollstuhl möglich

Freizeit Events und Kurse Die ursprünglich im Februar geplante Ziesel-Tour war schnell ausgebucht. Die Covid-Situation bedingte eine Verschiebung in den März. Der dabei geplante Fondue-Plausch konnte trotzdem nicht stattfinden, Lunchpakete mussten reichen. Trotz etwas weicherem Schnee im März hatten die Teilnehmenden viel Spass. Der Anlass ist für 2022 bereits wieder ausgebucht.

Die Wandertour auf den Napf fand im Mai wie geplant statt. Der Aufstieg war kräfteraubend, vor allem für die Begleitenden. Die gigantische Aussicht vom Napf entschädigte alle. Der erste Swiss-Trac-Kurs in Zusammenarbeit mit der ATEC Ingenieurbüro AG in Küsnacht erfreute sich grosser Beliebtheit. Die Teilnehmenden haben viel gelernt: Fahrtechniken in unterschiedlichem Gelände sowie das Ein- und Aussteigen und die Fahrt mit dem Bus oder Zug. Der Handbike-Trail führte die Teilnehmenden nach Emmetten. Dort konnten sie tolle Touren über Wald-, Flur- und Bergstrassen, steile Aufstiege und rasante Abfahrten erleben. Das Bettmeralp-Weekend mit Alois Schmid fand trotz nur sieben Anmeldungen statt und die Teilnehmenden genossen die frische Bergluft bei mässigem Wetter. Die Besichtigung der Brauerei in Ausserberg liess das Wetter jedoch schnell vergessen: Genüsslich wurden an der Wärme die verschiedenen Biersorten verkostet. Im Dezember organisierten wir zusammen mit der SPG erstmals den Weihnachtsmarkt. Der Tag war ein Erfolg, viele Besucherinnen und Besucher waren anwesend. Die Feldmusik Nottwil und der Samichlaus liessen Weihnachtsstimmung aufkommen. Im ParaForum konnte eine Schnitzeljagd absolviert werden. An der Para-Romandie Ende August hatten die Besucher in einem kleinen Rahmen Gelegenheit, Kontakte zur SPV knüpfen. SPV I Jahresbericht 2021

Ausflug und Ressortleitersitzungen Ende Mai reisten gut ein Dutzend Kultur und Freizeit-Verantwortliche der Rollstuhlclubs mit Mitarbeitenden der SPV für den jährlichen Ausflug ins Unterwallis. Im Barryland in Martigny besuchten sie die Ausstellung «Bernhardiner des Grossen Sankt Bernhards». Ein Spaziergang mit den Hunden durfte natürlich nicht fehlen. Nach der Übernachtung im Kloster der Franziskaner-Mönche in St. Maurice stand am nächsten Tag der Swiss Vapeur Park in Le Bouveret am Genfersee auf dem Programm.

Die KF-Ressortleitenden trafen sich mit ihren Ansprechpersonen der SPV in vier Online-Sitzungen. Neu wird eine gemeinsame Plattform zum Austausch von Dokumenten verwendet. Zentralfest Das Zentralfest war im Oktober geplant und fiel erneut der Pandemie zum Opfer. Bereits 2020 mussten wir auf ein Zentralfest verzichten. Wir hoffen sehr, dass wir den für Ende August in Neuenburg geplanten Anlass 2022 durchführen können. Mobilitäts- und Sensibilisierungskurse Mitte Juni führten wir in Biel den ersten Mobilitätskurs in Französisch durch. Im ersten Teil erfuhren die Teilnehmenden wichtige Tricks und Kniffe zum Rollstuhl-Handling. Bei bestem Wetter begaben sich die Teilnehmenden am nächsten Tag von der Halle nach draussen und nahmen eine Schatzsuche durch die Stadt Biel unter die Räder. Nur etwa die Hälfte beendete die sehr anpruchsvolle Schnitzeljagd. Die erlernten Fähigkeiten vom Vortag haben jedoch alle fleissig angewendet.

Einen weiteren Mobilitätskurs veranstalteten wir in Nottwil. Eine schulterschonende Antriebstechnik oder sicheres Kippen waren unter anderem die Themen. Am zweiten Tag absolvierte die Gruppe den eigens für Personen im Rollstuhl konzipierten Detektiv-Trail «Zeus barrierefrei» in Luzern. Für Unternehmen, Schulen und Non-Profit-Organisationen haben wir total 63 Sensibilisierungskurse in verschiedenen Sprachregionen realisiert, an denen insgesamt 1011 Personen teilnahmen. Wir erhielten zahlreiche positive Rückmeldungen. Die Sensibilisierungskurse sind eine wichtige Plattform, um auf Anliegen von Querschnittgelähmten hinzuweisen und die Bedeutung unserer Arbeit darzulegen. Für die Referierenden der Kurse haben wir zur Kompetenzerweiterung ein eintägiges Präsentationstraining organisiert. Dieses kam gut an, und es wurde viel Knowhow ausgetauscht. 15


KULTUR UND FREIZEIT

PROGRAMM

PARATHLETICS

An- und Abreise

Teilnehmertage Unsere Mitglieder und die Teilnehmenden der Sensibilisierungskurse generierten insgesamt 1138 Teilnehmertage. Die Kurstage setzen sich aus 63 Sensibilisierungskursen, 6 Kursen und 5 Veranstaltungen zusammen. Insgesamt mussten 15 Kurse aus bekannten Gründen abgesagt werden. Anzahl Teilnehmertage Veranstaltungen 78 Kurse 49

Das Reisebüro der SPV organisierte für die diesjährige Austragung des Leichtathletikmeetings ParAthletics sämtliche Fahrten für Athlet*innen sowie deren Staff. Dies waren alle Fahrten für die An- und Abreise. Die Sportler*innen wurden vom Flughafen abgeholt und wieder dorthin zurückgefahren. Total ergab das 36 Fahrten. Da die Ab- oder Weiterreise konzentriert an wenigen Tagen stattfand, waren

dafür weniger Reisen notwendig. Einige Athlet*innen reisten statt zurück nach Hause weiter ans nächste Meeting «Weltklasse am See», das wenige Tage darauf in Arbon stattfand. Zusätzlich zu den An- und Abreisen stellte das Reisebüro die Transfers ab Campus Sursee, wo ein Grossteil der Teilnehmenden untergebracht war, zur Sportanlage SPZ und wieder zurück sicher. Dies waren 200 zusätzliche Fahrten.

Anzahl Fahrten für An- und Abreise

Nottwil – Arbon 4

Nottwil – Zürich Flughafen 9

Sensibilisierungskurse 1011

Zürich Flughafen – Nottwil 23

PARTNERSCHAFT

15 Jahre Eurobus Im August 2006 übernahm das Bus­ unternehmen Eurobus den Betrieb für unsere SPV-Busse. Nun wurde das Carbüro in Ruswil geschlossen. Uns ist es jedoch wichtig, mit einem Partner, der in der Region ansässig ist, zusammenzuarbeiten. Nach beachtlichen 15 Jahren haben wir deshalb die Partnerschaft per Ende 2021 aufgelöst.

SENSIBILISIERUNGSKURSE

Zufriedenheit Die Sensibilisierungskurse sind ein wichtiger Bestandteil unseres Kursangebotes und erfreuen sich regem Interesse. Unter strikter Einhaltung von Schutzmassnahmen fanden 63 von total 68 geplanten Sensibilisierungskursen statt. Stets evaluieren wir die Eindrücke der Teilnehmenden. Das Angebot begeistert, wie die positiven Rückmeldungen beweisen. Die konstant hohe Zufriedenheit von 93% (wie im Vorjahr) der Teilnehmenden freut uns und zeigt, dass wir mit unserem Angebot den Nerv treffen. Zufriedenheit der Teilnehmenden 95

90

Wir danken Eurobus für all die Jahre er­folg­reicher Zusammenarbeit und im speziellen Franz Felder, der unsere SPV-Reisenden stets mit Herzblut chauffiert hat. 16

92 %

93 %

94 %

93 %

93 %

2020

2021

85

80 2017

2018

2019

SPV I Jahresbericht 2021


BUSREISEN

AUSLANDSREISEN

Kilometer

Aller guten Dinge sind drei

Insgesamt fünf Busreisen wurden im Berichtsjahr durchgeführt. Die Destinationen waren Locarno, Grado, Interlaken und Kärnten. Gesamthaft nahmen 35 Personen teil. Die Badeferien in Grado verzeichneten am meisten Teilnehmer (10). 4737 km wurden während den insgesamt fünf Wochen total zurückgelegt. Alle Teilnehmer*innen freuten sich, endlich wieder in die Ferien fahren zu können und kehrten gesund und glücklich wieder nach Hause.

Mit Schottland, Thailand und Südtirol hatten wir spannende Reiseziele im Angebot, die auf grosses Interesse stiessen. Alle drei Reisen mussten wir 2020 absagen und schrieben sie kurzerhand 2021 erneut aus.

Gefahrene km bei SPV Ferienreisen 1275

Grado Interlaken

415

Kärnten

1733

Locarno I

621 693

Locarno II 0

500

1000

1500

2000

NEWSLETTER

Gern gelesen

RESSORTLEITER CLUBS

Mit insgesamt drei Newslettern haben wir 2021 über Ferienangebote, Kurse und Veranstaltungen informiert.

erhalten die elektronische Post. Die Öffnungsrate bewegte sich zwischen 45 % und 55 %. Für einen Newsletter entspricht das einem sehr hohen ProDer Newsletter wurde jeweils in deut- zentsatz. Somit gehen wir davon aus, scher und französischer Sprache ver- dass die Abonennt*innen grosses Inteschickt. Fast 3000 Empfänger*innen resse an den Informationen haben. Newsletter Mai 2021

Newsletter September 2021

Newsletter Dezember 2021

Deutsch

Öffnungsrate 47 % Öffnungsrate 45 % Öffnungsrate 55 %

Französisch

Öffnungsrate 50 % Öffnungsrate 51 % Öffnungsrate 55 % 0

10

SPV I Jahresbericht 2021

20

30

40

Leider konnten alle drei aufgrund der Pandemie auch dieses Jahr nicht realisiert werden. Die drei Reisen waren gut gebucht und die Vorfreude bei den Teilnehmenden gross. Wir geben nicht auf und hoffen auf eine erfolgreiche Durchführung beim dritten Anlauf im 2022.

50

60

Premiere Erstmals tauschten sich 2021 die Ressortleitenden «Kultur und Freizeit» der Rollstuhlclubs in regelmässigen Sitzungen aus. Insgesamt vier virtuelle Meetings fanden über das Jahr verteilt statt. Die SPV will damit sicherstellen, dass Informationen rasch zu den Clubs gelangen. Zudem sollen sich Ressortleitende verstärkt austauschen können, sich besser vernetzen und Synergien bilden. Wer einen Ausflug organisiert hat, kann z.B. wertvolle Informationen an andere Clubs weitergeben. Zudem bieten die virtuellen Treffen die Möglichkeit, Herausforderungen im Clubleben zu besprechen. 17


ZENTRUM FÜR HINDERNISFREIES BAUEN

18

SPV I Jahresbericht 2021


ZENTRUM FÜR HINDERNISFREIES BAUEN

IM SCHLAGLICHT

Zurück ins Elternhaus Nico Schmid verunfallte im Sommer 2020. Nach monatelanger Reha im SPZ ermöglicht ein anspruchsvoller Umbau dem jungen Tetraplegiker die Rückkehr nach Hause. Von Felix Schärer, Bereichsleiter ZHB

Ein Umzug kam nicht in Frage. Zu viel verbindet die Familie mit dem mehrfach in Eigenregie umgebauten Einfamilienhaus im luzernischen Weggis. Nach der Reha möchte der 23-jährige Nico Schmid wieder im vertrauten Elternhaus wohnen. Das Zentrum für hindernisfreies Bauen (ZHB) übernahm die Planung und Umsetzung des aufwendigen Umbaus. Die Ausgangslage war nicht ganz einfach. Das Haus steht in Hanglage an einer Quartierstrasse, die sich leicht über Seeniveau befindet. Eine 25 m lange Treppe führte zum dreigeschossigen Haus. Parkmöglichkeiten gab es weit und breit keine. Auch im Haus selbst waren zahlreiche Treppen und Schwellen vorhanden. Die Herausforderung bestand darin, das Gebäude von der Strasse bis unters Dach zu erschliessen. Diese Aufgabe sollte ein einziger Lift übernehmen. Die Architekten des ZHB erarbeiteten nach der Begehung ein Vorprojekt. Dieses sah vor, dass der Hang vor dem Haus abgetragen wird. Unter dem Haus sollte eine Tiefgarage entstehen und von dort ein Lift in alle Stockwerke führen. Der Plan war gut, die Finanzierung jedoch unklar und schwierig. Die IV finanziert «nur» Treppenlifte. Ein solcher hätte man hier im Aussenbereich anbringen müssen. Diese Option schien sowohl den Architekten wie auch der Familie als ungeeignet. Ein Treppenlift über einen solch langen Zugang ist unkomfortabel. Die Person ist Wind und Wetter ausgesetzt. Und auch das Parkplatzproblem wäre damit nicht gelöst gewesen. Finanzierung Bevor der Umbau starten konnte, musste die Finanzierung geklärt werden. Die Familie Schmid reichte 2020 ein Gesuch bei der Schweizer Paraplegiker-Stiftung ein. Das ZHB erarbeitete dazu umfangreiche Entscheidungsgrundlagen. Die positive Antwort für eine Teil-Vorfinanzierung traf im Dezember 2020 ein. Ohne diese Unterstützung hätte sich das Projekt nicht SPV I Jahresbericht 2021

realisieren lassen. Die IV beteiligte sich schliesslich in Kostenhöhe eines Treppenlifts an der vertikalen Erschliessung. Umsetzung Anfang April begannen die Arbeiten am Haus. Unter dem Haus entstand eine Tiefgarage mit drei Parkplätzen ebenerdig zur Strasse. Von hier aus fährt ein Lift in alle Stockwerke. Damit dieser eingebaut werden konnte, wurde eine Dachlukarne aufgesetzt. Das Bad ist neu rollstuhlgängig und auch der Aussensitzplatz ist barrierefrei zu erreichen. Die vielen Schwellen wurden beseitigt. Im Spätherbst 2021 war das Bauprojekt bis auf die Umgebungsarbeiten abgeschlossen und Nico Schmid konnte umziehen. Familie Schmid erlebte die Zusammenarbeit mit dem Team des ZHB sehr positiv. «Es war eine intensive und kreative Beratung und Begleitung mit hoher Fachkompetenz.»

Zufriedene Kunden, für die wir einen Mehrwert schaffen und die Lebensqualität erhöhen, sind das Wichtigste bei allen Projekten. Dies ist für unsere Architektinnen und Architekten Herausforderung und Sinnstiftung zugleich. Zudem sind wir Teil der umfassenden Leistungskette der Schweizer ParaplegikerGruppe. Solche komplexen Bauobjekte erfordern aber auch immer den grossen Einsatz der Handwerker und Unternehmer, denn in der Regel sind unsere Projekte mit grossem Termindruck verbunden, damit ein Einzug nach der Reha möglich ist. Über Nico Schmids Rückkehr nach Hause hat die Kommunikationsabteilung der SPV fünf kurze Filme realisiert (siehe Bericht S. 7).

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ZENTRUM FÜR HINDERNISFREIES BAUEN

DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE

Weg mit Hindernissen Wir kämpfen täglich für eine bessere Erschliessung des privaten und öffentlichen Raums. Für Menschen im Rollstuhl bedeutet dies mehr Unabhängigkeit und Lebensqualität. Von Felix Schärer, Bereichsleiter ZHB

So wie Stefan Keller für eine bessere Erschliessung der Stadt Solothurn kämpft (siehe Zeitschrift Paraplegie/September 2021), so stellt sich die SPV zukünftig ein gesamtschweizerisches Netzwerk von Interessenvertretern für hindernisfreies Bauen für Menschen mit Mobilitätsbehinderung vor. Interessenvertretung Für eine konsequente Durchsetzung des rollstuhlgerechten Bauens in der Schweiz ist die Zusammenarbeit von verschiedenen Fachpersonen, Beratungsstellen, Behindertenorganisationen und Vertretern der Betroffenen erforderlich. Durch die SPV wird eine Interessenvertretung gefördert und aufgebaut, im Sinne einer klassischen Selbsthilfe durch Betroffene (direktbetroffene Menschen mit Mobilitätsbehinderung und/ oder Mitglieder der SPV). Diese setzt sich koordiniert für die Erreichung folgender Ziele ein: – Sensibilisierung von Bauverantwortlichen, Lobbying und Forderung einer hindernisfreien Bauweise – Verweis auf die schweizerischen und kantonalen Fachstellen für hindernisfreies Bauen und die spezialisierten Fachpersonen für technische und planerische Hilfestellung Das Projekt wurde 2021 gestartet und ist in der Aufbauphase. Dabei ist geplant, ab 2022 mit Pilotprojekten in einzelnen Kantonen Erfahrungen zu sammeln. Kerngeschäft Bauberatung – Fokus Rehakliniken Wir sind täglich in der ganzen Schweiz für unsere Kunden und Mitglieder unterwegs. Die Bauberatung des Zentrums für hindernisfreies Bauen (ZHB) kümmert sich um das Kerngeschäft und unterstützt Menschen mit Körperbehinderungen in der ganzen Schweiz bei der Umsetzung von Hindernisfreiheit. Im Rahmen des umfassenden Leistungsnetzes der Schweizer Paraplegiker-Gruppe bedeutet dies für Direktbetroffene den Weg zurück ins angestammte private Wohn- oder Arbeitsumfeld. 20

Unsere Stärke liegt schon seit vielen Jahren bei der Zusammenarbeit mit Schweizer Rehakliniken, welche querschnittgelähmte Personen rehabilitieren. Im 2021 hat sich dies weiter verstärkt. Nach dem Klinikaufenthalt «zurück ins Leben» zu finden, heisst, wo immer möglich, zurück in die eigenen vier Wände. Bereits früh in der Rehabilitation werden die Patientinnen und Patienten mit der Frage konfrontiert: Wie lässt sich meine Wohnsituation an die neuen Bedürfnisse anpassen? Die intensive Zusammenarbeit mit dem Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) in Nottwil, der Uniklinik Balgrist in Zürich, dem REHAB Basel und der Clinique romande de réadaptation (CRR) Sion, begünstigt eine Heimkehr nach einem Schicksalsschlag. 2021 haben wir insgesamt 195 neue Bauberatungen für Patientinnen und Patienten der Rehakliniken durchgeführt. Im Tessin und im angrenzenden Italien führte die Fachstelle aus Muhen die 12 Bauberatungen in Zusammenarbeit mit dem Tessiner Architekten Sergio Stoppani durch. In allen anderen Landesteilen ist das Team mit eigenen, bei der SPV angestellten Archi­tekt*innen und Bauberater*innen tätig.

Wohnsituation welche Anpassungen sind nötig? SPV I Jahresbericht 2021


Trotz einer Reduktion der Stellenprozente für die Bauberatung konnte das Team 2021 insgesamt 289 neue Bauberatungen durchführen. Dies ist über das ganze Jahr gesehen, mehr als eine Bauberatung pro Arbeitstag – und dies in allen Landesteilen und im angrenzenden Ausland (max. 30 km von der Grenze entfernt). Das Team leistete ganzjährig über 7000 kostenlose Bauberatungsstunden für unsere Kund*innen. Bauplanung und Realisation Die ZHB-Architektinnen und -Architekten planten 2021 nebst den üblichen Wohnraumanpassungen erfolgreich verschiedene grössere Bauprojekte wie Liftanbauten, Hausanbauten, Umnutzungen für das Wohnen im Alter und vieles mehr. Damit werden die baulichen Voraussetzungen in Richtung persönlich gestaltbarer Wohn- und Lebensformen unserer Kund*innen und Mitglieder geschaffen. Individuelles Wohnen: www.iwo.ch Der Kauf eines Eigenheims mit individuellem Ausbau ist für viele Schweizerinnen und Schweizer kaum mehr erschwinglich. Dem gegenüber werden Mietwohnungen oft nur in wesentlich einfacherem Ausbaustandard angeboten. Das iwo-Wohnmodell will diese Lücke schliessen. Seit 2021 ist die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung Partner dieses Startup-Unternehmens und deckt die hindernisfreie Planung ab. Unsere Vision «Wohnraum für alle Menschen, überall – ob Eigentümer oder Mieter» erhält mit dem Wohnmodell einen grossen Schub und wir freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit. Weitere Projekte Gemeinsam mit einem Technologiehersteller führten wir ein interessantes 3D-Planungsprojekt durch, das sich dem Thema «Schieben» widmete, sei es am Bau oder bei Möbeln. Beim hindernisfreien Bauen können gut geplante Schiebetüren Vorteile gegenüber Drehtüren bieten. Gemeinsam mit der Firma entwickelten wir einen Wohnungsgrundriss, der ideale Bedingungen bietet, sei es für Menschen mit oder ohne Behinderung. Der Anbieter wollte mit dem gemeinsamen Projekt herausfinden, was es hierfür alles zu beachten gilt und vor allem die Bedürfnisse von Menschen mit einer körperlichen Behinderung besser verstehen.

Die Norm SIA 500 Hindernisfreie Bauten gilt für die Projektierung und Ausführung im Hochbau. Im Rahmen der Normenrevision werden einzelne Anforderungen dem technologischen Wandel angepasst. Unser Mitarbeiter Micha Waefler setzt sich seit November 2021 in der Normenkommission für eine erfolgreiche Revision ein. SPV I Jahresbericht 2021

Kurzberatungen und Dokumentation Neben der kostenlosen Bauberatung für Menschen mit Behinderungen und ihren Angehörigen fanden auch tägliche Kurzberatungen statt. Diese Tätigkeit wird durch umfassende Informationen auf der Homepage der SPV unterstützt. Expertisen und Gutachten Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung (SPS) erhält von Direktbetroffenen Gesuche für die Kostenübernahme von baulichen Anpassungen. Wir haben 2021 insgesamt 19 Beurteilungen und Fachexpertisen für die SPS erstellt. Bauprojekte in Nottwil Damit unsere SPV-Mitarbeitenden auch zukünftig Topleistungen professionell und mit viel Freude und Einsatz erbringen können, benötigen sie eine moderne Infrastruktur, die das agile Arbeiten unterstützt.

Neue Büros an der Kantonsstrasse, Nottwil

Für die aktuellen Aufgaben, aber auch für die Motivation und das Wohlbefinden brauchen sie zeitge­ mässe Bürokonzepte, die den wichtigen Austausch untereinander fördern. Schön, ermöglicht die Schweizer Paraplegiker-Stiftung als Eigentümerin unseres Hauptsitzes in Nottwil die Modernisierung der SPVBüroinfrastruktur. Den Planungs- und Bauleitungsauftrag erhielt das ZHB von der Immobilienabteilung der SPS. Unzählige Nutzergespräche haben in der Planungsphase 2021 stattgefunden. Am 4. Januar 2022 starteten die Bauarbeiten. Die Mitarbeitenden freuen sich sehr auf den Bezug der neuen Arbeitsumgebung im Herbst 2022. Zukunft «Wer hindernisfrei plant, baut an der eigenen Zukunft!» Diesen Grundsatz werden wir weiterhin mit aller Kraft vertreten und uns intensiv für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen einsetzen. 21


ZENTRUM FÜR HINDERNISFREIES BAUEN

REGIONALE VERTEILUNG

BAUBERATUNG

Leichter Anstieg der Bauberatungen Spitzenreiter bei der Anzahl Bauberatungen waren die Kantone Zürich, Bern und Aargau mit jeweils über 30 Bauberatungen. Regional haben wir gegenüber dem Vorjahr eine leichte Steigerung in der Deutschschweiz und im Tessin zu verzeichnen, in der Romandie blieben die Zahlen konstant. Dafür haben wir im angrenzenden Ausland weniger Kund*innen beraten. Deutschschweiz 237 Westschweiz 38

2021 haben die Mitarbeitenden des ZHB in 24 von 26 Kantonen sowie im angrenzenden Ausland (max. 30 km zu Grenze) Bauberatungen durchgeführt. Die Bau­ beratung ist das Kerngeschäft des ZHB. Sieben bei der SPV fest angestellte Bauberater sowie ein externer Tessiner Fachmann bieten diese Dienstleistung in der ganzen Schweiz vor Ort direkt bei den Kund*innen an. Bei 67 % aller Bau­ beratungen wurden wir durch die vier auf Querschnittlähmung spezialisierten Schweizer Rehakliniken beigezogen. Die Gesamtzahl ist im letzten Jahr wiederum leicht gestiegen auf 288 Bauberatungen (Vorjahr: 285), trotz reduziertem Stellenetat im Bereich Bauberatung. Somit erbrachten wir pro Arbeitstag im Durchschnitt 1,14 Bauberatungen. Herkunft der neuen Bauberatungsprojekte

Tessin 12

Angrenzendes Ausland 1

Hindernisfrei Bauen

140 130

BAUPLANUNG

120

12 Baugesuche

110 100

Wir haben 2021 insgesamt 12 Bauge- mit der entsprechenden Baubehörde suche in zehn Kantonen eingereicht. ist dabei sehr wichtig, um die TerminDas ist jeweils mit grossem Aufwand situation im Griff zu haben. verbunden. Der frühzeitige Kontakt Zürich 2

Solothurn 1

80 70 60 50

Luzern 2

Zug 1

Freiburg 1

40 30

Waadtland 1

20

22

14

74

6

5

23

30

Balgrist Zürich

REHAB Basel

Genf 1

136

SAHB

0

CRR Sion

10

Externe Anfragen

Graubünden 1

SPS Nottwil

Obwalden 1

SPZ Nottwil

Bern 1

90

SPV I Jahresbericht 2021


BAUREALISATION

IV-ENTSCHEIDE

Kürzere Prüfzeiten

Planung und Bauleitung Insgesamt wurden 2021 108 Bauprojekte abgeschlossen. Dies beinhaltete jeweils die gesamte Planung und bei einigen Projekten ebenfalls die Bauleitung. Das ist ein Bauprojekt mehr als im Vorjahr. Bauprojekte 150 145 144

140 135

136

130

Bei vielen Wohnungs- und Arbeitsplatzanpassungen reichen unsere Kund*innen ein Finanzierungsgesuch bei ihrer kantonalen IV-Stelle ein. Das ZHB analysiert und erfasst bei allen abgeschlossenen Fällen (Bauberatung) auch die Entscheide der IV.

selben Zeit noch deutlich tiefer. Dies deutet darauf hin, dass die Durchlaufzeiten für die Prüfung der Gesuche der IV-Stellen endlich kürzer geworden sind. Auffällig ist allerdings auch die massive prozentuelle Abnahme der verfügten Beiträge ab dem Jahr 2017. Dies zeigt den Spardruck der IV, Auffällig ist, dass im Berichtsjahr be- speziell in den Jahren 2018 bis 2020. reits bei 62.6% der eingereichten Pro- 2021 sind die tatsächlich verfügten jekte ein IV-Entscheid vorliegt. In den Franken-Beträge erfreulicherweise beiden Vorjahren lag dieser Wert zur wieder leicht gestiegen.

125 120

124

bekannte IV-Entscheide in % der eingereichten Gesuche

124

115

77,68 %

110 105 100

107

107

2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021

62,62 %

61,15 %

108

46,99 %

57,12 %

45,45 %

39,53 % Gesamtsumme CHF von IV verfügt in % der eingereichten Gesamtsumme

NACHGEFRAGT

Hohe Kunden­zufriedenheit

2017

Jede Bauberatung wird nach Projekt­ abschluss mit einer Kundenbefragung abgeschlossen. Diese erfolgt schriftlich. 2021 hat das ZHB ins­gesamt 125 Rückantworten erhalten. Die grosse Mehrheit der Kund*innen war mit den ausgeführten Arbeiten sehr zufrieden. sehr zufrieden 72,3 % zufrieden 23,7 %

2018

38,35 %

32,02 %

29,62 %

2019

2020

2021

Zur Erklärung der Grafik «IV-Entscheide»: je früher das Messjahr, desto genauer (vollständiger) die Auswertung, da in neueren Jahren noch nicht alle Projekte und IV-Verfügungen erfasst sind (weil noch pendent). Es werden nur abgeschlossene ZHB-Projekte in dieser Statistik erfasst. Das Jahr 2021 ist daher mit Vorsicht zu betrachten, da noch viele Verfügungen eintreffen werden.

VIEL UNTERWEGS

Geschäftsfahrten Unsere Mitarbeitenden sind viel unterwegs, da Beratung und Bauen in der Regel am Wohn- bzw. Arbeitsort unserer Kund*innen passiert.

unzufrieden 1,5 %

SPV I Jahresbericht 2021

weniger zufrieden 2,5 %

terwegs, zum Glück unfallfrei! Unsere Geschäftsautos tragen auch zur Steigerung der Bekanntheit der SPV bei. Sie sind mit dem SPV-Logo versehen. Wann immer möglich nutzen wir den Wir waren 2021 mit eigenen Autos öffentlichen Verkehr. Ökologie und 37 925 km und mit zwei Geschäftswa- Nachhaltigkeit sind uns nicht nur gen 107 445 km auf den Strassen un- beim Bauen wichtig. 23


ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ

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SPV I Jahresbericht 2021


ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ

IM SCHLAGLICHT

Tokyo 2020: So erfolgreich wie nie! Es waren Paralympics unter besonderen Umständen, dennoch war unser Team im Medaillenranking noch nie so weit oben. Der Dank für diesen Erfolg gebührt den Athletinnen und Athleten. Von Roger Getzmann, Bereichsleiter RSS

Die um ein Jahr verschobenen Paralympischen Spiele von Tokio standen unter grossem Einfluss der Pandemie. Die Bedingungen waren ungewöhnlich und schwierig, in der Vorbereitung und vor Ort. Lange Wartezeiten und kompliziert erscheinende Prozeduren wurden vom Swiss Paralympic Team als positive Her­ ausforderung angesehen. Diese Gelassenhenheit zusammen mit dem begeisternden Teamgeist war sicher einer der Schlüssel für die prozentual beste Klassierung aller Zeiten im Medaillenranking. Die 15 Athleteninnen und Athleten von Rollstuhlsport Schweiz haben mit ihren Leistungen beeindruckt. Es war eine Freude, wie sie für ihre jahrelangen grossen Investitionen belohnt wurden. Leichtathletik Herausragend waren die Ergebnisse in der Leicht­ athletik. Manuela Schär durfte mit 2x Gold und 3x Silber am meisten Edelmetall nach Hause tragen. Nachdem sie in London 2012 und Rio 2016 unverdient hartes Brot essen musste, wurde ihre ausdauernde akribische Vorbereitung und ihr Durchhaltewillen mit Paralympics-Titeln belohnt.

Schon seit einigen Saisons dominiert Marcel Hug die Klasse T54. Nicht zu schlagen war er erstmals auch an Paralympischen Spielen. Mit 4x Gold gewann er alle seine Rennen und setzte ein deutliches Statement. Catherine Debrunner (1x Gold, 1x Bronze) ist ebenfalls an der Weltspitze angekommen. Nach Fokus auf ihre Ausbildung hat die Thurgauerin sehr gut gearbeitet und in Tokio überzeugt. Dem Tetraplegiker Beat Bösch machte die Hitze zu schaffen. Mit zwei Diplomen und starken Leistungen verabschiedete er sich ehrenhaft von der grossen Bühne. Patricia Eachus steigerte sich und erreichte im Marathon eine persönliche Bestzeit. SPV I Jahresbericht 2021

Handbike Für die letzte Medaille war das Handbike Team verantwortlich. Heinz Frei hat einmal mehr die ganze Welt verblüfft. In einem schwierigen Ausscheidungsrennen hat der 63-jährige Routinier auf der hügeligen Strecke alle irgendwo versteckten Kräfte mobilisiert. Seine Silbermedaille im Strassenrennen im geliebten Japan glänzt, wie er selbst kommentierte, noch mehr als vorangegangene Goldmedaillen.

Fabian Recher (7. Rang) und Tobias Fankhauser (4. Rang) durften sich über ein Diplom freuen. Sandra Stöckli zeigte eine ansprechende Leistung, während Sandra Graf an ihren letzten Paralympics leider nicht zur Form fand. Durch die Zusammenlegung von Klassen gerieten beide in Nachteil. Badminton Das Badminton-Doppel Karin Suter und Cynthia Mathez wehrte sich mutig gegen die asiatische Dominanz und begeisterte mit vielen schönen Punkten. Der vierte Rang darf postiv gewertet werden, trotzdem war die Enttäuschung über die knapp verpasste Medaille sichtbar. Diverse Nicole Häusler (Sportschiessen) war gut vorbereitet, es fehlte leider das Wettkampfglück. Silvio Keller (Tischtennis) und Nalani Buob (Tennis) konnten gegen schwierige Gegner nicht die nächste Runde erreichen, haben aber beide mit guten Szenen Freude bereitet.

Ein grosses Kompliment gebührt der Bevölkerung von Tokio und Japan. Sie haben immensen Aufwand auf sich genommen und der Welt unter schwierigen Umständen sehr gute Spiele organisiert. Wir fühlten uns jederzeit sehr sicher und freundlich aufgenommen.

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ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ

DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE, LEISTUNGSSPORT

Schritte zurück in die Normalität Die lange Durststrecke ohne internationale Wettkämpfe fand ihr Ende. Endlich war es den Athletinnen und Athleten wieder vergönnt, ihre Form im direkten Kräftemessen mit der Konkurrenz zu prüfen. Von Roger Getzmann, Bereichsleiter RSS (Autoren: Andreas Heiniger und Marco Bruni)

Grosse Freude und Erleichterung machte sich breit, als neben den Trainings auch die langersehnten Wettkämpfe wieder möglich waren. Nottwil und Arbon konnten mit der Organisation der «ParAthletics» und «Weltklasse am See» international ein erstes Ausrufezeichen setzen. Toll, dass weitere Veranstalter dem Beispiel trotz erschwerten Bedingungen gefolgt sind. Es war höchste Zeit, den Athlet*innen wieder eine Perspektive zu geben, um sich gezielt auf die bevorstehenden Saisonhöhepunkte vorzubereiten. Badminton Karin Suter-Erath und Cynthia Mathez konnten ihre gute Ausgangslage im Ranking festigen und sich für das Damen-Doppel an den Paralympics in Tokio qualifizieren. Als neuer Nationaltrainer hat Marc Lutz zusammen mit den persönlichen Trainer*innen grossen Anteil am vierten Schlussrang im Doppel sowie an den guten individuellen Resultaten im Einzel. Auch die Technische Kommission (TK) bewies mit Projekten Weitsicht und schaute zufrieden auf die gelungene Umsetzung der Saisonschwerpunkte zurück.

Karin Suter-Erath verabschiedete sich nach den Paralympics vom Spitzensport. Mit ihr trat eine grosse Figur des Rollstuhl-Badminton zurück. Junge Athlet*innen sind in den Startlöchern, um in ihre Fussstapfen zu treten. Basketball Die Meisterschaft musste bereits Ende Dezember 2020 aufgrund allseits bekannten Gründen abgebrochen werden. Die Saison 2020/21 ging also ohne Schweizer Meister und Cupsieger zu Ende. Auch die Euroleague fiel dem Coronavirus zum Opfer. Highlight des Jahres war sicherlich die A-EM in Madrid im Dezember. Das Schweizer Team erreichte den zehnten Rang und sicherte sich dank einer starken Leistung gegen das Team aus Litauen den Klassenerhalt. Bob Höhepunkt war der kometenhafte Aufstieg von Jonas Frei mit seinem Sieg an der Heim-WM in St. Moritz Ende Februar. Christopher Stewart rundete das Bild mit einer Bronzemedaille an der EM und dem zweiten Rang in der Gesamtwertung ab. Leider ist Bob nicht wie angestrebt für 2026 ins paralympische Programm aufgenommen worden. Bogenschiessen Die Kooperation mit Swiss Archery zeigte Früchte. Die monatlichen Trainingszusammenzüge haben zu zwei vielversprechenden Neuzugängen geführt. Gesundheitsbedingt musste Martin Imboden seine Karriere beenden. Er wird künftig Sportschiessen betreiben.

Starkes Team Karin Suter-Erath und Cynthia Mathez 26

Curling Mit der Silbermedaille an der B-WM in Lohja (FIN) schaffte das Schweizer Team den Wiederaufstieg in die A-Liga und damit die Qualifikation für die Paralympics 2022 in Peking. Dieselbe Wettkampfstätte diente im Herbst als Austragungsort der A-WM und SPV I Jahresbericht 2021


als Test-Event für die Paralympics. Leider wurden die Leistungen aus dem Frühjahr nicht bestätigt und der erneute Abstieg in die B-Liga zur Tatsache. In den Mixed-Doubles findet 2022 die erste WM statt. Zudem wird die Disziplin 2026 in Mailand/Cortina d'Ampezzo neu ins paralympische Programm aufgenommen. Die TK trägt der Entwicklung Rechnung, fördert die Disziplin und freut sich darauf, ein kompetitives Team an die WM zu entsenden.

neun Medaillen gewannen. An der WM sorgten vier Schweizer Athlet*innen für Glanzlichter. Beim Strassenrennen freute sich Sandra Stöckli über die Silbermedaille, Fabian Recher und Silke Pan holten Bronze. Im Zeitfahren sicherte sich Sandra Graf Bronze. Highlight der Wettkampfsaison waren die Paralympics in Tokio. Das Schweizer Para-cycling-Team reiste mit fünf Handbiker*innen an und kehrte dank Heinz Freis starker Leistung im Strassenrennen mit einer Silbermedaille heim. Im Anschluss an die Spiele erklärten Sandra Graf, Tobias Fankhauser und Silke Pan ihren Rücktritt. Leichtathletik Die OKs der «ParAthletics» in Nottwil und der «Weltklasse am See» in Arbon wagten mit ihren Events im Mai den mutigen Schritt aus der Pandemie. Mit der Durchführung der sechs Wettkampftage in der Schweiz und der EM Anfang Juni in Bydgoszcz (PL) boten sich den Athlet*innen gute Plattformen, sich nach langer Durststrecke wieder international zu messen.

Fechten Breitensportangebot ausgebaut Fechten Im 2021 wurde die Swiss Para Fencing Kommission gegründet, bestehend aus drei Mitgliedern von Swiss Fencing und dem Sportartenmanager Fechten von RSS. Neben den Fechtclubs aus Baden und Bern haben sich auch die Clubs aus Lugano, Lausanne und Sion angeschlossen, um Fechten als Angebot des Breitensports zu entwickeln. Drei neue Athlet*innen konnten sich für ein Athletenfördergefäss qualifizieren. Fred De Oliveira hat am Weltcup in Pisa teilgenommen und Rang 13 von 20 erreicht. Golf Dank der geplanten Zusammenarbeit zwischen Swiss Golf, PluSport und RSS kann vorhandenes Wachstums­ potential genutzt werden. Ein gemeinsames Schweizer Para-Team soll der Sportart auf nationaler Ebene Schub verleihen. Neben den beiden erfahrenen Golfern Urs Bucher und Pierre Massard trat der engagierte Walliser Patrick Maurin ins regionale Rampenlicht. Handbike Mit Michael Würmli wurde ein kompetenter und bestens gewappneter Nationaltrainer eingestellt. 2021 fand erstmals der nationale Handbike Cup statt, eine Schweizer Rennserie mit insgesamt neun attraktiven Rennen für Breiten- und Leistungssportler*innen. Ebenfalls erstmalig wurde eine Para-cycling EM durchgeführt, bei welcher unsere Handbiker*innen sogleich SPV I Jahresbericht 2021

Neben der tollen Ausbeute von 14 Medaillen an der EM und 12 Medaillen an den Paralympics zeigt sich das Schweizer Team stolz und erfreut über den souveränen zweifachen Gewinn der Abbott World Marathon Majors Series, den Manuela Schär und Marcel Hug für sich verbuchen konnten. Zudem pulverisierte Marcel Hug neben dem Weltrekord über 1500 m auch den Weltrekord im Marathon aus dem Jahr 1999 mit einer neuen Bestzeit von 1:17.47.

EM in Bydgoszcz Beat Bösch und Fabian Blum

Powerchair Hockey Der Fokus der Aktivitäten lag dieses Jahr auf der Vorbereitung der Heim-WM 2022. Die monatlichen Kaderzusammenzüge in Nottwil sowie die wöchentlichen Stützpunkttrainings in Bern und Zürich sind die zentralen Pfeiler der sportlichen Vorbereitungen. 27


ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ

Erster Podestplatz Pascal Christen

Die Ligastruktur erfuhr mit der Aufteilung der B-Liga in zwei geographische Gruppen eine logistische Vereinfachung und damit auch eine Reduktion der Anzahl Teams pro Spieltag. Mit der Gründung des Teams «Swiss Selection» konnten Spieler*innen der Nachwuchsfördergefässe A-Liga-Luft schnuppern und ihren Erfahrungsschatz erweitern. Rudern Der Seeclub Sempach hat sich auch dieses Jahr wieder aktiv am Sportcamp «move on» beteiligt. In der Zwischenzeit hat Swiss Rowing Interesse für die Entwicklung von neuen Trainingsstandorten in der Schweiz gezeigt, analog zum Seeclub Sempach. Die Idee ist, ein zweites Ruder-Zentrum im Tessin zu realisieren.

Rudern mehr Trainingsstandorte 28

Rugby Mit dem Engagement von Selina Wittenwiler als Nachwuchsscout verfolgt die TK eine akzentuierte Athletengewinnung. Sportliches Highlight war dieses Jahr der Sieg an der B-EM in Warschau (PL) im Juli und damit der Wiederaufstieg in die höchste europäische Division. Die Ausrichtung der sportlichen Aktivitäten im zweiten Halbjahr lag auf der Vorbereitung der A-EM, die im Februar 2022 in Paris ausgetragen wird. Zudem zeigt sich, dass «Low Point Rugby» zu einem Fokusthema des internationalen Verbands geworden ist, dies auch mit Teilnahme an den World Games im Sommer 2022 (mit einer Schweizer Delegation). Sportschiessen Nicole Häusler und Stefan Amacker profitierten neben den offenen Trainings in Luzern und Kölliken von gezielter, individueller Unterstützung. Weitere Türen haben sich erfreulicherweise dank des Engagements von «Brünig Indoor» aufgetan. Der sportliche Höhepunkt des Jahres war der 13. Platz von Nicole Häusler an den Paralympics. Sie war damit beste Frau in ihrer Klasse. Ski Alpin Viele Rennen wurden abgesagt oder fanden unter restriktiven Schutzkonzepten statt. Von der Absage betroffen war auch die WM in Lillehammer (N), die nun im Januar 2022 als Warm-up für die Paralympics in Peking über die Bühne ging. Trotzdem konnten einige Rennen unter sehr guten Bedingungen durchgeführt werden (z.B. St. Moritz und Veysonnaz). Die WeltcupResultate von Murat Pelit und Pascal Christen waren durchzogen. Während sich Pascal Christen langsam SPV I Jahresbericht 2021


an die Weltspitze herantastete (erster Podestplatz), kämpfte Murat Pelit mit verschiedenen Problemen und fand nicht zu seiner Form. Tennis Im Jahr 2021 fanden in der Schweiz drei internationale Turniere, die Schweizer Indoor Meisterschaft sowie die Schweizer Meisterschaft statt. Im Mai verzichteten das Männer- und Damen-Team auf eine Teilnahme an der WTC Qualifikation in Portugal. Zu unsicher war die Pandemielage. Im August durfte Nalani Buob zum ersten Mal an den paralympischen Spielen teilnehmen. Trotz Niederlage im ersten Spiel gegen die starke Chinesin Zi Yi Wang waren die Athletin und die Nationaltrainerin Eva Stutzki mit der Leistung sehr zufrieden. Tischtennis Auf internationalem Parkett war die Schweiz einzig am Qualifikationsturnier in Lasko (SLO) vertreten. Mit ein bisschen Glück konnte Silvio Keller ins Teilnehmerfeld der Paralympics nachrücken. Aufgrund zweier Niederlagen schied er jedoch bereits in der Gruppenphase aus. Per Ende Jahr trat Philipp Zeugin als langjährig geschätzter Nationaltrainer zurück. Er übergab sein Amt an Fabrice Descloux. Wasserski Die EM in Agrinio (GR) galt für Christophe Fasel als Highlight der Saison 2021. Er gewann die Goldmedaille und den Europarekord in der Kategorie «Tricks» sowie die Silbermedaille im «Slalom». Erfreulich war auch die Tatsache, dass die EM der Behindertensportler und der Fussgänger zur selben Zeit und auf derselben Wettkampfstätte durchgeführt wurden. Die Unterstützung innerhalb des erweiterten Schweizer Teams war einzigartig. WCMX Leider konnte das Schweizer Team keine Wettkämpfe besuchen. Die WM wurde um ein Jahr verschoben. Das erste Jahr mit einem offiziellen WCMX-Team war aber trotzdem gewinnbringend. Regelmässige Trainings und ein WCMX-Clubangebot im Wallis wurden organisiert. Bulle hat den ersten WCMX-tauglichen Skatepark gebaut. WCMX wurde als Hauptsportart im Sportcamp «move on» rege besucht und erfreute sich grosser Beliebtheit. Nationales Leistungszentrum für Rollstuhlsport Das nationale Leistungszentrum unter der Leitung von Roger Getzmann und Dr. Phil Jungen besteht nun seit drei Jahren. Die Experten zogen eine Zwischenbilanz. Die Testing Days waren ein Erfolg, werden aber künftig individuell den Bedürfnissen der SPV I Jahresbericht 2021

Sportarten und deren Athlet*innen angepasst. Eine engere Betreuung der Athlet*innen ist durch die Erweiterung des Expertenteams mit dem Athletiktrainer Marco von Ow möglich geworden, dies auch dank der Unterstützung der Spitzensportförderung der Schweizer Armee. Ernährungswissenschaftlerin Joëlle Flück verlies das Leistungszentrum per Ende Jahr. Wilma Schmid trat ihre Nachfolge an. Sie ist in der Rollstuhlsport-Szene bereits aus früherer Tätigkeit im SPZ bekannt. Athletenentwicklung Das Projekt «FTEM Athletenweg & Rahmentrainingsplan» konnte abgeschlossen werden. Alle paralympischen Sportarten haben eine Sportartenanalyse durchgeführt. Anhand der Ergebnisse wurden Massnahmen definiert, welche in Form von Aufgaben und Projekten an die zuständigen Stellen verteilt wurden. Die Umsetzung liegt in der Verantwortung der Sportarten.

WCMX gewinnt an Beliebtheit

Spitzensportförderung Armee Rollstuhlsport wurde per 2021 in die Spitzensportförderung der Armee aufgenommen. Drei Athleten aus den Sportarten Badminton, Basketball und Ski Alpin wurden per 1.1.2021 als Sportsoldaten remilitarisiert. Als Trainer standen Greg Chambaz (Ski), Fabian Amman (Sportwissenschaftler NLR) und Marco von Ow (Athletik NLR) für das Militär im Einsatz. Am 1. November startete die erste Spitzensport-Rekrutenschule mit Athlet*innen mit einer Körperbehinderung. Fabian Recher (Handbike) rückte für RSS ein, Elena Kratter (Leichtathletik) für PluSport. Im Frühling 2022 werden Felix Frohofer (Handbike, RSS) und Théo Gmür (Ski Alpin, PluSport) starten. RSS wird die Spitzensportförderung der Armee weiter ausbauen. 29


ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ

DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE, BREITENSPORT UND AUSBILDUNG

Bewegung tut gut Endlich wieder bewegen und Sport treiben. Nach den Lockerungen im Frühling 2021 hatten viele ein grosses Nachholbedürfnis an körperlicher Aktivität und gemeinsamen Erlebnissen. Von Roger Getzmann, Bereichsleiter RSS (Autor: Thomas Hurni)

Die Fachbereiche Breitensport und Ausbildung warteten im vergangenen Jahr mit Neuheiten und Altbewährtem auf.

fanden alle Skikurse statt. Die Genugtuung, die Anlässe trotz zum Teil grossen Hindernissen durchführen zu können, war gross.

Breitensport

Langlauf zählt nach wie vor zu den Rennern im Winterprogramm des Breitensports. Auf den Loipen von Fiesch und Les Diablerets waren zwischen sechs und neun Rollstuhlsportler*innen mit ihren Leiter*innen und Helfern unterwegs.

Die Skikurse im Sörenberg waren durch die Schliessung der Transportanlagen im Kanton Luzern aufgrund allseits bekannten Gründen stark betroffen. In Zusammenarbeit mit den Skilehrern liessen wir uns jedoch nicht ausbremsen und verlegten die Kurse kurzerhand nach Schangnau in den Kanton Bern, wo die Bahnen uneingeschränkt in Betrieb waren. Ende Januar nahmen die Sörenberger Bergbahnen ihren Betrieb wieder auf, sodass die Kurse mit Einschränkungen (Restaurantschliessung) wieder stattfanden. Der Kursablauf wurde angepasst, damit das Skivergnügen ohne Restaurantbesuch und kurzer Mittagspause möglich war. Die Kurse in Airolo, St. Moritz und Wildhaus konnten wie geplant und mit maximaler Teilnehmerzahl durchgeführt werden. In der Romandie

move on Spass am Ausprobieren 30

Erfolgreicher Pilot Im Frühsommer startete wir mit einem neuen Angebot. Wir beabsichtigten, die Schnuppertage nach Sportarten zu bündeln und in der Süd- und Westschweiz anzubieten. Daraus entstand in Tenero ein «Ableger» des beliebten Sportcamps «move on». Diese Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit den Rollstuhlclubs InSuperAbili und Gruppo Paraplegici Ticino (GPT) Ende Juni mit 22 Teilnehmenden und mit grossem Erfolg statt. Aus allen Sprachregionen waren Roll­stuhl­ fahrer*innen angereist. Mit einer ähnlichen Struktur wie am Sportcamp «move on» in Nottwil konnten die Teilnehmenden verschiedene Sportarten an Land und zu Wasser ausprobieren. Dieser Pilotversuch soll wegweisend sein für ein «move on» in Yverdon, das für 2022 in Planung ist. Das «move on» in Nottwil, das in der zweiten Oktoberwoche über die Bühne ging, verzeichnete mit 35 Personen wiederholt einen Teilnehmerrekord. Die Auswahl von 17 Sportarten, die ausprobiert werden konnten, kompetente Leiter*innen sowie die Topinfrastruktur im Schweizer ParaplegikerZentrum sind wohl die Hauptgründe für diesen wiederholt grossen Zulauf.

Für die Kinder standen wiederum die Kids Days im Tessin (6 Kinder) sowie das Kids Camp in Nottwil (12 Kinder) auf dem Programm. Die Kids Day in der West­ schweiz mussten aufgrund der Pandemie abgesagt werden. Neben den etablierten Ateliers Reiten, Spiele und Kids Camp-Song, durften sich die Kinder an 100 SPV I Jahresbericht 2021


Kilogramm Legosteinen austoben und sich ihrer Kreativität hingeben. So mancher Elternteil liess sich vom Spielfieber anstecken und war kaum mehr von den Legosteinen wegzubringen. Die Freude an der Bewegung und an der ungewzungenen Gesellschaft war deutlich zu spüren. Im Sommer führten wir erfolgreich Schnupperkurse durch und luden zum Moutainbiken nach Conthey VS, zum Wasserski fahren nach Mols SG und zum Segeln nach Prangins VD. Giro Suisse Nach der erfolgreichen Premiere zum Jubiläum der SPV ging der Giro Suisse in die zweite Runde. Führte die erste Austragung noch durch die ganze Schweiz, entdeckten die Teilnehmenden Ende August 2021 von Nottwil aus in sechs Etappen die Ostschweiz. Der Startzeitpunkt fiel auf die Eröffnungsfeier der Paralympischen Spiele in Tokio. Der Anlass hat viele Breiten­ sportler*innen aufs Neue für die inklusive Tour be­geistert, sodass die Hälfte der Etappen mit je 24 Personen ausgebucht waren. Die weiteren Teilstrecken kamen nahe an die maximale Anzahl Teilnehmende. Während dieser sechs Tage jagte ein Highlight das nächste. So war der Tross am Fernsehen dabei, als Marcel Hug seine erste Goldmedaille in Tokio gewann und es gab eine Live-Schaltung ins Headquarter des Schweizer Paralympic-Teams. Am Bodensee räumten zudem im Rahmen des SlowUps Bodensee die Autos die Strasse und die Teilnehmenden hatten freie Fahrt. Rollstuhlclubs Nach dem Lockdown zu Jahresbeginn fuhren auch die Rollstuhlclubs ihre Trainingsaktivitäten wieder hoch. Die Sportkoordinatoren von RSS nahmen die Gelegenheiten wahr und besuchten insgesamt 19 Trainings in den Clubs. Diese Besuche sind wertvoll für den Austausch zwischen Clubs und dem Verband.

Um diesen Austausch zu intensivieren, rief 2019 die SPV die Benevol Awards ins Leben. Geehrt wird freiwilliges Engagement im Rollstuhlclub, dies über den Sport hinaus. Aufgrund der pandemischen Lage hat die SPV die Awards den Gewinnerinnen und Gewinnern individuell überreicht. In den kommenden Jahren soll die Übergabe der Awards im Rahmen des Zentralfestes stattfinden.

Aus- und Weiterbildung Im März führten wir das Basis- und Praxismodul zum ersten Mal auf virtuellem Weg durch. Obwohl nur über Bildschirme miteinander verbunden, gaben die TeilSPV I Jahresbericht 2021

nehmenden dieser neuartigen Durchführung gute bis sehr gute Noten, was die Ausbildungskommission für die Zukunft bestärkt, auch in der Aus- und Weiterbildung Schritte in Richtung Digitalisierung zu gehen. Die weiteren Basis- und Praxismodule im Juni (in französischer Sprache) und im November fanden dann wieder im Präsenzunterricht statt, was von allen Beteiligten sehr geschätzt wurde.

Giro Suisse in sechs Etappen in die Ostschweiz

Regulär konnte die esa (Erwachsenensport)-Fachausbildung und der Einführungskurs in der Sporthalle des SPZ umgesetzt werden. Die im 2020 ausgefallenen Termine wurden im November und Dezember 2021 nachgeholt. Das löste zum einen den «Ausbildungsstau», verursachte aber im Gegenzug einen immensen Aufwand für das Expertenteam der SPV. Zum ersten Mal wurden alle vier Module der Ausbildungsstufe 3 von Rollstuhlsport Schweiz in einem Jahr durchgeführt. Die Anzahl Teilnehmerinnen und Teilnehmer war mit 8 bis 12 Personen mittelmässig. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigen hingegen ein sehr erfreuliches Bild. Die Ausbildungen sind praxis- und bedürfnisorientiert und bereiten die Leiterinnen und Leiter für ihre Aufgaben in den Roll­stuhl­ clubs optimal vor. Die interdisziplinären Module «Sport+Handicap» von Jugend+Sport in Zusammenarbeit mit den Behindertensportverbänden und den Sportämtern der Kantone begeistern immer wieder und verbreiten die wichtigen Themen der «Gleichstellung» und «Teilhabe» im Schweizer Sportsystem, sodass immer mehr Rollstuhlsportler*innen auch in Fussgänger-Verbänden Sportangebote finden, an denen sie ohne Barrieren teilnehmen können. 31


ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ

KADERSTUFE

TITELWETTKÄMPFE

Elite-Athlet*innen

Medaillengewinne Neben den Paralympischen Spielen wurden 2021 auch mehrere Titelwettkämpfe ausgetragen. Bei einigen handelte es sich um Wettkämpfe, die im Vorjahr vorschoben werden mussten. Unsere Athletinnen und Athleten waren erneut sehr erfolgreich. Besonders erfreulich war die Goldmedaille an der Bob-WM. In St. Moritz gewann der 23-jährige Jonas Frei als erster Schweizer den WeltmeisterTitel und wurde dabei zudem jüngster Para-Bob-Weltmeister.

Insgesamt 79 Athlet*innen aus 16 verschiedenen Sportarten waren 2021 im National- oder A-Kader. 2021 ist mit WCMX eine neue Sportart dazugekommen. Von den 79 Kadermitgliedern befanden sich 19 im A-Kader und 60 im Nationalkader. Platzierung im Medaillenspiegel

Wasserski

Curling

Medaillenträger

10 2

2 1

Wasserski

1

WCMX

1

1 20

4

Tischtennis

2

25

9

1

Tennis

24

15

10 5

1

Sportschiessen

10

5

Rugby

7

5

3 1

Ski Alpin

6

Nationalkader

1

Powerchair Hockey

13

A-Kader

5

Handbike

2

0

1

Bogenschiessen

Leichtathletik

Medaillen

Leichtathletik

2

Bob

Golf

2

Handbike

8

Basketball

Medaillengewinne nach Sportart (inkl. Paralympics) Bob

2

2

Badminton

0

2

2

4

6

8

10

12

PARALYMPICS

Medaillenstatistik Der 19. Rang von gesamthaft 162 teilnehmenden Nationen ist prozentual die beste Klassierung aller Zeiten im Nationenranking der Paralympics.

Platzierung im Medaillenspiegel 100 Prozentualer Rang Nationenranking

90 80

Die Schweiz war in der Vergangenheit bereits besser klassiert als Rang 19, allerdings nahmen damals weniger Nationen an den Paralympics teil. In Tokio hat die Schweiz im Nationenranking 88,3% aller Nationen hinter sich gelassen. Im prozentualen Ranking war sie noch nie so weit vorne. Zu dieser hohen Platzierung tragen auch die insgesamt sieben Goldmedaillen bei, die höher gewertet werden als Silber und Bronze. 32

88,3

82,7 83,6

Tatsächlicher Rang im Nationenranking

76,7

75,9

79,9

70,4

70

65

60

64,3 64,4

74,2

65

54,8

50 40 30

23,5

20 10 0

41

40

13

34 21,1 15

21,4 22

19

14

15

16

21

20

18

20

33 19

1960 1964 1968 1972 1976 1980 1984 1988 1992 1996 2000 2004 2008 2012 2016 2021

SPV I Jahresbericht 2021


VERANSTALTUNGEN

GIRO SUISSE

Patronate

Nach Osten

71 Sportveranstaltungen mit Beteiligung von Rollstuhlsportler*innen waren 2021 geplant. Unter Einhaltung von Schutzkonzepten fanden davon 49 statt, die eine finanzielle Unterstützung und Beratung erhalten haben. Insgesamt 15 Sportarten waren vertreten. SPV-Patronate für Anlässe mit Rollstuhlsportler*innen 10 9

8

Teilnehmende pro Etappe

7 6

2 Rugby

Powerchair Hockey

Leichtathletik

Handbike

Curling

Bogenschiessen

2

1

1 Tennis

Bob

2

Sportschiessen

2

Ski Alpin

2

0

Segeln

2

Basketball

4

Badminton

2

Nottwil – Aarau 19

Arbon – Wil 21

5

2

2 Unihockey

4

Tischtennis

6

Auch die zweite Austragung des Giro Suisse war ein grosser Erfolg. In sechs Etappen rollte die Handbiketour vom 24. bis 29. August 2021 von Nottwil in die Ostschweiz. Insgesamt haben 39 Teilnehmende die Herausforderung gemeistert. Total 9 Handbiker*innen bestritten die komplette Strecke von 300 km. Die regionalen Rollstuhlclubs organisierten die einzelnen Etappen.

Aarau – Bellikon 20

Berlingen – Arbon 24

GEZIELTE FÖRDERUNG

Nachwuchsathlet*innen

Brugg – Schaffhausen 23

Schaffhausen – Berlingen 24

CLUBBESUCHE 58 Nachwuchsathletinnen und -athleten wurden im Jahr 2021 in den verschiedenen Fördergefässen betreut. Wir sind stolz, dass sechs neue Sporttreibende den Sprung ins Nachwuchskader geschafft haben. Drei Athlet*innen sind vom Nachwuchskader in das A-Kader oder das Nationalkader aufgestiegen. Nachwuchsathlet*innen pro Sportart und Fördergefäss 2

Badminton

1 6

Basketball Curling

1

Fechten

1

1

1 4

Handbike

1

3

Leichtathletik 2

Powerchair Hockey

2

3

4

4

4 2

6

Rugby 1

Tennis

1

Tischtennis

1

1

Basic Rolli Future Rolli

1

0

SPV I Jahresbericht 2021

Anzahl Clubbesuche 35 32

25

Para Talent

2

WCMX

Mit Besuchen möchten wir die Trainer*innen motivieren und die Qualität der Trainingsangebote sichern. Die Zahl der Clubbesuche ist 2021 aus bekannten Gründen von 35 im Vorjahr auf 27 gesunken. Den wichtigen Kontakt hielten wir per Telefon, E-Mail und Video­konferenzen aufrecht.

30

2

Ski Alpin Sportschiessen

27 Trainings besucht

1 2

4

6

8

10

20 15 10

23

35 27

26

16

5 9 0 2015

2016

2017

2018

2019

2020 2021

33


LEBENSBERATUNG

34

SPV I Jahresbericht 2021


LEBENSBERATUNG

IM SCHLAGLICHT

Engagement von Angehörigen Angehörige leisten unbezahlbare Arbeit und sind oft aus einem Pflege- oder Betreuungssystem nicht wegzudenken. Sie geben aber auch wertvolle Inputs und übernehmen die Führung bei Abklärungen. Von Judith Stocker, Sozialarbeiterin LB

Im letzten Mai meldete sich Frau Do bei der Lebensberatung. Es ging um ihren Vater, eine veraltete Hilfsmittelversorgung und eine fehlende Finanzierung. Wer kann unterstützen? Wie später im Gespräch klar wurde, hatte Herr Do eine Polio-Erkrankung durchgemacht. Poliomyelitis – oder kurz Polio – ist auch unter dem Namen Kinderlähmung bekannt. Nur ganz wenige Infizierte entwickeln Lähmungen. Bei Herrn Do ist die Folge der Erkrankung eine Lähmung und Wachstumsretardation des rechten Beins. Damit er ein möglichst selbstständiges und schmerzfreies Leben führen kann, ist eine gute Hilfsmittelversorgung notwendig. Der Vater von Frau Do allerdings hat sich mit der aktuellen, mangelhaften Hilfsmittelsituation arrangiert, obwohl es ihm dadurch stetig schlechter ging. Die Tochter wurde aktiv und nahm Abklärungen vor. Die Beratung und Begleitung Angehöriger ist eine Teilaufgabe der Lebensberatung. Voraussetzung ist das Einverständnis der betroffenen Person. Gerne unterstützten wir Frau Do und ihren Vater bei ihren Anliegen. Um mit den optimalen Hilfsmitteln versorgt zu werden, fand bei der Orthotec Nottwil AG eine detaillierte Abklärung statt. Schnell wurde klar, dass Herr Do eine neue, für ihn angefertigte Orthoprothese benötigt, da die jetzige nicht zufriedenstellend angepasst werden konnte. Folgen einer Polio-Erkrankung Nach wie vor ungeklärt war die Finanzierung. Die Frage ergibt sich aus der Lebensgeschichte von Herrn Do. 1953 in Südvietnam geboren, floh er 1980 mit seiner Ehefrau nach dem Vietnamkrieg in die Schweiz. Aus Erzählungen von ihrem Vater weiss Frau Do, dass er sich im Kindesalter mit dem Polio-Virus infiziert hatte. Die medizinischen Mittel seien damals in Vietnam sehr dürftig gewesen. Zwar habe er die Krankheit überlebt, doch führte sie zur erwähnten Lähmung des rechten Beines. SPV I Jahresbericht 2021

Bei der Einreise in die Schweiz bestand die Lähmung bereits. Daher ist die IV nicht verpflichtet Hilfsmittel zu finanzieren. Nach Ankunft in der Schweiz finanzierte die Flüchtlingshilfe Herrn Do eine Orthoprothese. Diese war jedoch nicht auf seine Bedürfnisse angepasst. Über dreissig Jahre später liess sich Herr Do eine Neue anfertigen. Ein kleiner Anteil übernahm die Krankenkasse, den Rest musste er selber bezahlen. Bis zur Intervention der Tochter in diesem Jahr benutzte Herr Do ein Hilfsmittel, welches nicht mehr für seinen Körper geeignet war. Druckstellen und Stürze waren die Folge. Diese zogen Verletzungen und operative Behandlungen nach sich. Umso wichtiger war eine gute und schnelle Versorgung; auch um Folgeschäden zu vermeiden. Gesuch an SPS Die Verantwortlichen der Lebensberatung reichten gemeinsam mit der Tochter einen Antrag um Prüfung der Kostenübernahme bei der Schweizer ParaplegikerStiftung ein. Diese hat rasch gehandelt und subsidiär eine Kostengutsprache geleistet, sodass umgehend mit der Anfertigung des Hilfsmittels gestartet werden konnte. Parallel wurden die Kosten der zuständigen Krankenkasse vorgelegt. Inzwischen ist klar, dass diese einen Grossteil übernimmt.

Dank dem Engagement seiner Tochter kann Herr Do mit einer neuen, auf ihn abgestimmten Orthoprothese hoffentlich bald wieder schmerzfrei leben.

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LEBENSBERATUNG

DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE

Fragen Sie uns Das Team der Lebensberatung verfügt über umfassendes Fachwissen und stellt es gerne zur Verfügung. Die Anliegen in den Beratungen sind so vielfältig wie das Leben. Von Daniela Vozza, Bereichsleiterin LB

In unserem Alltag stellen uns Mitglieder sehr unterschiedliche Fragen. Häufig geht es um die Herausforderung, sich im Dschungel der Sozialversicherungen zurecht zu finden. Welchen Anspruch auf Leistungen habe ich, wenn ich zum Zeitpunkt meines Unfalles mein Studium noch nicht beendet hatte und keiner Arbeit nachging? Wieviel muss meine Unfallversicherung an die Pflegekosten zahlen? Was verändert sich, wenn ich ins AHV-Alter komme? Habe ich Anspruch auf Assistenzbeiträge? Wir konnten auch dieses Jahr zahlreiche dieser Fragen beantworten. Bei Bedarf durften wir hierbei immer auf die Unterstützung unsere Kolleginnen und Kollegen vom Institut für Rechtsberatung zählen.

Leistungsfähigkeit ärztlich neu erhoben und die Differenz gegenüber der Versicherung begründet werden können.

Die Leistungen der Lebensberatung bestehen darin, eine individuelle Bestandesaufnahme zu machen und gemeinsam die nötigen Abklärungen aufzugleisen sowie die verschiedenen Schritte zu begleiten. Bis die Neueinstufung der Leistungen durch die Sozialversicherungen effektiv zur Umsetzung gelangt, vergeht viel Zeit. Es freut uns jeweils sehr, wenn sich die Situation für die Betroffenen und ihr Umfeld entspannt und sich die Lebensqualität dank unserer Begleitung und dem neuen Entscheid der IV verbessert.

Viele Dokumente, auch in digitaler Form, bestimmen unsere Arbeit – ob im Team Peerberatung, welches zum Beispiel dabei half, Formulare für den Flottenrabatt oder die Zollrückerstattung beim Kauf eines neuen Autos auszufüllen oder im Team Soziale Arbeit, das bei Formularen an die Invalidenversicherung und Briefen an die Behörden unterstützte. Schwerpunktthema Es war uns dieses Jahr ein Anliegen, auf die Vulnerabilität von Personen mit inkompletter Lähmung hinzuweisen. Die Freude über die Verbesserung der Lähmungserscheinungen ist verständlicherweise sehr gross und kann die Person zur Annahme verleiten, sie sei wieder voll leistungsfähig. Das kann dazu führen, dass sie zu lange über die eigenen Kraftverhältnisse lebt. Ein betroffenes Mitglied beschrieb in einem sehr persönlichen Erfahrungsbericht in unserer Verbandszeitschrift «Paracontact» (Ausgabe Herbst 2021) genau diese Situation. Es folgte ein langwieriger innerer Prozess. Die Signale des Körpers ernst nehmen und sich eingestehen, dass es eine Veränderung braucht, ist ein schwieriger Akt. In diesen Situationen muss die einst eingeschätzte 36

Ein offenes Ohr für die Anliegen unserer Mitglieder Selbstständigkeit Autonomie stärken, das war auch dieses Jahr einer unserer Leitsätze. Dazu reichten wir mehrere Gesuche zum Thema Mobilität und Wohnungsanpassungen bei der Schweizer Paraplegiker-Stiftung ein. Mehreren jüngeren Betroffenen, welche eine selbstständige Wohnform anstrebten, standen wir zur Seite und prüften, unter welchen Bedingungen dies erfolgen kann. Wir leiteten Abklärungen zu unvollständigen Kostendeckung bei Pflegebeiträgen ein und halfen, die Gutsprache von Assistenzbeiträgen in die Wege zu leiten. SPV I Jahresbericht 2021


RUBRIK LEBENSBERATUNG

VERMITTLUNG

171 Stunden für Sensibilisierung Integration ist nur möglich, wenn Menschen ohne Behinderung keine Berührungsängste oder falsche Vorstellungen haben.Mitarbeitende der Lebensberatung, welche selber betroffen sind, halten deshalb Referate oder berichten aus ihrem Alltag. Dies zum Beispiel bei öffentlichen Institutionen, Arbeitgebern oder Schulen.

BERATUNGEN

996 In unseren Beratungsgesprächen unterstützen wir die Betroffenen darin, eine Übersicht über ihre Situation zu gewinnen und informieren über Leistungsansprüche. Auf Wunsch beraten wir auch zu Hause. Dieses Jahr hatten wir insgesamt Kontakt zu 996 Personen. Im Durchschnitt betrug die Beratungszeit pro Person 6 Stunden. Die Beratungs­ stunden zu Lebensthemen sind im Vergleich zum letzten Jahr um 18 % angestiegen. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage war es sehr wichtig, das Team sowohl in der deutschen als auch in der franzö­ sischen Schweiz zu erweitern. Mit dem dazu gewonnenen Elan und der differenzierteren Ausgestaltung der Angebote können wir professioneller auf die Bedürfnisse der Mitglieder eingehen. SPV I Jahresbericht 2021

PROJEKTE

Autonomie fördern Wir sind sehr dankbar, dass die Zusammenarbeit mit der Stiftung Esperanza, welche Projekte zur beruflichen Neuorientierung in der französischen Schweiz unterstützt, für ein weiteres Jahr verlängert werden konnte. Der Rotary Club Lausanne unterstützt das Projekt und leistet damit einen wichtigen Beitrag für Situationen, die nicht über die Sozialversicherungen finanziert werden.

leistungen und Abklärungen hinsichtlich Hilflosenentschädigung standen im Vordergrund. Teilweise waren wir auch mit den Eltern der jungen Erwachsenen in Kontakt. Bei Menschen mit Geburtsgebrechen haben die Eltern über Jahre die Administration mit den Sozialversicherungen erledigt. Nun galt es auch in diesem Lebensbereich mehr Selbständigkeit zu erlangen, oder, wo nötig, selber Beratung einzuholen, damit die In der ParaWG in Schenkon und neu auch Bewohner*innen auch nach der Zeit in der in Studios in Nottwil wohnen junge Men- ParaWG selbstständig agieren können. schen, welche alle durch die IV in einer beruflichen Massnahme sind, sei dies in der Für die jungen Erwachsenen ist der ThemenLehre oder in der beruflichen Abklärung bereich Auto (Führerausweis, Kauf und Fider ParaWork. Stufenweise wird das selbst- nanzierung, Umbau, Vergünstigungen usw.) ständige Wohnen gefördert. 2021 berieten sehr aktuell. Unser Team Peerberatung wir 13 Bewohner*innen der ParaWG. Fragen konnte dazu aus seinen langjährigen Erfahzu den verschiedenen Sozialversicherungs- rungen wertvolle Tipps liefern.

HERZLICH WILLKOMMEN

Neumitglieder 375 neue Aktivmitgliedschaften wurden dieses Jahr für die 27 Rollstuhlclubs abgeschlossen. Wir heissen alle neuen Mitglieder herzlich willkommen und hoffen auf eine rege Teilnahme an den Aktivitäten der 400

250

375

Neuaufnahmen

350 300

jeweiligen Clubs. Als Treffpunkt für Sportund Freizeitaktivitäten, zum Erfahrungsaustausch unter Betroffenen oder für wichtige Tipps in der Region ist der Rollstuhlclub die ideale Plattform.

322 280

2015

307

293

264 2016

260 2017

2018

2019

2020

2021

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INSTITUT FÜR RECHTSBERATUNG

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SPV I Jahresbericht 2021


INSTITUT FÜR RECHTSBERATUNG

IM SCHLAGLICHT

UVG-Pflegebeiträge Die Pflegbeiträge der Unfallversicherer beschäftigen das IRB schon lange. Endlich entschied das Bundesgericht zu Gunsten der Betroffenen. Von Michael Bütikofer, Bereichsleiter IRB, Rechtsanwalt und Notar

Bereits im letzten Jahr berichteten wir an dieser Stelle über die UVG-Pflegebeiträge und beendeten den Beitrag mit «Aktuell warten wir gespannt auf ein Urteil des Bundesgerichts zu dieser höchstrichterlich noch nicht geklärten Frage – seit September 2020 ist ein Fall eines SPV-Mitglieds hängig». Damals ungeklärt war die Frage, ob sich die Unfallversicherungen damit begnügen dürfen, sich an den Grundpflegekosten lediglich mit der Hilflosenentschädigung (HLE) zu beteiligen oder ob sie einen darüberhinausgehenden Beitrag schulden. Wir vom IRB haben von Anfang an, d.h. ab Inkrafttreten der revidierten Verordnungsbestimmung von Art. 18 UVV, die Meinung vertreten, dass die Leistungspflicht der Unfallversicherungen weit über das blosse Bezahlen einer HLE hinausgeht. Erstes Urteil Das Bundesgericht äusserte sich zu dieser hoch umstrittenen Frage erstmals im September 2020. Damals hielt das Bundesgericht im Wesentlichen fest, dass die Unfallversicherungen bloss die Kosten der medizinischen Pflege vollständig übernehmen müssen. An den Kosten der Grundpflege müssten sich die Versicherungen hingegen lediglich mit einem Beitrag beteiligen. Das Bundesgericht hatte es indes unterlassen zu klären, was unter dem Begriff «Beitrag» genau zu verstehen ist. Ebenso wenig hatte sich das Bundesgericht zur Frage geäussert, ob und falls ja in welchem Umfang die versicherte Person sich die HLE an die Grundpflegekosten anrechnen lassen muss.

Das Bundesgericht bestätigte seine Rechtsprechung vom September 2020 in den Urteilen vom 3. Februar 2021 und 26. März 2021. Dabei blieben jedoch weiterhin zwei zentrale Fragen zur UVG-Pflegefinanzierung ungeklärt: Wie hoch ist der Beitrag, den die Unfallversicherung zusätzlich zur HLE an die Grundpflegekosten beisteuern muss und inwiefern muss die versicherte Person sich ihre HLE an die Grundpflegekosten anrechnen lassen? SPV I Jahresbericht 2021

Als das Bundesgericht sein Urteil vom 26. März 2021 fällte, waren beim Bundesgericht noch zwei weitere Beschwerden von Querschnittgelähmten hängig, in welchen es ebenfalls um die UVG-Pflegefinanzierung ging. Die fallführenden Rechtsanwälte haben die Möglichkeit genutzt und dem Bundesgericht im Rahmen des sogenannten Replikrechts dargelegt, inwiefern in den zuvor ergangenen Bundesgerichtsurteilen wichtige, praxisrelevante Fragen zur UVG-Pflegefinanzierung offen geblieben sind. Das Bundesgericht hat die Hinweise offenbar zur Kenntnis genommen, wie sich ein paar Monate später zeigen sollte. Klärender Entscheid Am 27. Oktober 2021 hat das Bundesgericht die ungeklärten Fragen endlich und zugunsten unserer Mitglieder beantwortet: das Bundesgericht stellte klar, dass sich die Unfallversicherungen nicht damit begnügen dürfen, sich an den Grundpflegekosten nur mit der HLE zu beteiligen. Vielmehr müssen die Unfallversicherungen die Grundpflegekosten gesamthaft übernehmen, wobei sich die versicherte Person die HLE bis auf den Anteil für die alltägliche Lebensverrichtung «Fortbewegung ausser Haus» an die Grundpflegekosten anrechnen lassen muss. Diese klärende Rechtsprechung wird nach unserer Auffassung dazu führen, dass Betroffene mit hohen Grundpflegekosten in Zukunft finanziell bedeutend entlastet werden.

Seit dem 1. Januar 2017 wirkten wir vom IRB mit unzähligen Eingaben auf einen solchen Entscheid hin. Es freut uns ausserordentlich, dass das Bundesgericht am 27. Oktober 2021 bis dahin ungeklärte Fragen zugunsten der querschnittgelähmten Menschen beantwortet hat. Ein grosser Erfolg für alle Betroffenen!

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INSTITUT FÜR RECHTSBERATUNG

DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE

Wissenstransfer Gerade bei einem jungen Team stellt der Wissenstransfer eine entscheidende Grösse dar. Dessen sind auch wir vom IRB uns bewusst und leben den Austausch täglich. Von Michael Bütikofer, Bereichsleiter IRB, Rechtsanwalt und Notar

Das Institut für Rechtberatung (IRB) betreute im Verlauf des Jahres 2021 mehr als 500 Mitglieder der SPV. In vielen Fällen geht es darum, Versicherungsansprüche von Menschen mit einer Querschnittlähmung sicherzustellen. In einem Grossteil der 500 Fälle konnte durch unsere Intervention die finanzielle Basis für ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben ermöglicht oder massgeblich verbessert werden. Dabei wird umfassendes Fachwissen benötigt, weshalb die personellen Veränderungen innerhalb des IRB im letzten Jahr eine Herausforderung waren.

nen, Einzelfragen und/oder Urteile besprochen werden. Zudem tauschen wir uns in den einzelnen Dossiers regelmässig bilateral aus, diskutieren und entwickeln Strategien gemeinsam. Grössere Rechtsschriften werden im Sinne des Vier-Augen-Prinzips gegengelesen, was dazu beiträgt, dass gewonnene Erfahrungen aus ähnlich gelagerten Fällen berücksichtigt werden. Insgesamt stellen diese Vorgehensweisen sicher, dass juristisches Fachwissen, über welches das IRB aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit verfügt, auf neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übertragen wird.

Das Team wurde im Juli 2021 um Claudia Kobel und Yannick Gloor ergänzt. Beide sind ausgebildete Juristen und verfügen über das Anwaltspatent des Kantons Bern. Angesichts dessen, dass sich das IRB für die rechtlichen Anliegen von Querschnittgelähmten einsetzt, braucht es für diese Tätigkeit jedoch spezifische Kenntnisse. Kenntnisse, die während des JuraStudiums nicht vermittelt werden. Dabei ist nicht allein an juristisches Spezialwissen zu denken, sondern insbesondere auch an ein Grundverständnis für die Querschnittssymptomatik als solches. Um sich gezielt und schlagfertig für die juristischen Anliegen von querschnittgelähmten Menschen einzusetzen, sind medizinische Grundkenntnisse im Bereich Querschnittlähmung hilfreich. Denn häufig muss man sich in die Lage und Situation der Betroffenen versetzen, um gegenüber Behörden, Versicherungen, Gerichten usw. die durchzusetzenden Ansprüche nachvollziehbar und plausibel darlegen zu können.

Des Weiteren profitiert das IRB seit September 2021 von der Berufserfahrung von Katharina Zweifel. Sie arbeitete mehrere Jahre als Juristin bei einer kantonalen IV-Stelle. Entsprechend verfügt sie über ein umfangreiches und praxisnahes Wissen aus dem Bereich der Invalidenversicherung. Davon profitieren wir alle.

Darüber hinaus erfordert die Tätigkeit für das IRB selbstredend einen querschnittsspezifischen juristischen Sachverstand. Diesen gewinnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Zuge eines rollenden Wissenstransfers. Wir pflegen wöchentlich einen gemeinsamen Austausch, in welchem Fallkonstellatio40

Neben diesem internen permanenten Wissensaustausch füllen wir unseren Rucksack durch den regelmässigen Besuch von Aus- und Weiterbildungen. So nehmen wir beispielsweise regelmässig an Sozialversicherungsrechtstagungen teil, wo wir unser spezifisches Knowhow auffrischen. Äusserst wertvoll für unsere Arbeit ist zudem die Möglichkeit, auf die medizinische Kompetenz eines Vertrauensarztes zurückgreifen zu können. Dadurch können wir bei meistens komplexen medizinischen Themen auf Augenhöhe mit den Gegenparteien diskutieren. Der interne Wissenstransfer wird auch im kommenden Jahr eine zentrale Aufgabe des IRB bleiben, wird unser Team doch im Frühjahr 2022 um zwei weitere Fachkräfte ergänzt.

SPV I Jahresbericht 2021


INSTITUT FÜR RECHTSBERATUNG

DOSSIERS

IM ROLLSTUHL

Konstant hohe Fallzahlen

Kund*innen

Ende 2021 waren beim IRB rund 510 Fälle bzw. Dossiers offen. Das sind etwas weniger als im vergangenen Jahr, als zum selben Zeitpunkt 537 Dossiers offen waren. Die Anzahl der Fälle bleibt damit konstant hoch, was die grosse Bedeutung der Dienstleistung belegt, die das IRB erbringt. Die zu bearbeitenden Dossiers wurden von fünf (wäh-

rend fünf Monaten) bzw. sechs (während zwei Monaten) bzw. acht (während fünf Monaten) Mitarbeitenden des IRB betreut. Auf die aktuell sechs Mitarbeitenden entfallen derzeit 370 Stellenprozente. Somit führt jede*r Mitarbeiter*in – mit durchschnittlich rund 60 Stellenprozent – rund 85 Dossiers.

Die vom IRB geleisteten Beratungsstunden wurden im Jahr 2021 zu über 48 % zugunsten von Menschen mit einer Paraplegie, zu über 25 % zugunsten von Menschen mit einer Tetraplegie und zu rund 27 % zugunsten von Menschen mit einer vergleichbaren Behinderung erbracht.

Offene Fälle

Beratungsstunden

2017 2018 2019 2020 2021

Für Tetraplegiker*innen 25 %

463 Dossiers 464 Dossiers 505 Dossiers 537 Dossiers 510 Dossiers 0

100

200

300

400

500

Für Paraplegiker*innen 48 %

600

RECHTSBERATUNGEN

Ordentliche Termine Mindestens einmal pro Monat bietet das Mitarbeitende Reha-Patient*innen des SPZ IRB Rechtsberatungen im SPZ in Nottwil an. auch an ausserordentlichen Rechtsberatun2021 hat das IRB im SPZ an elf ordentlichen gen betreut. Die effektive Zahl von berateTerminen 83 Patient*innen beraten. nen SPZ-Patient*innen liegt daher über den erwähnten 83. Zusätzlich bot das IRB auch Aus diesen Beratungen resultierten 34 Auf- in der Universitätsklinik Balgrist in Zürich träge, d.h. es wurden 34 neue Dossiers er- alle sechs Wochen Rechtsberatungen an. öffnet. In rund 41% der Fälle war eine län- Aus dieser geschätzten Zusammenarbeit regerfristige rechtliche Begleitung angezeigt. sultierten ebenfalls längerfristige rechtliche Dies zeigt, wie wichtig solche Rechtsbera- Begleitungen von querschnittgelähmten tungstermine sind. Zusätzlich haben IRB- Patient*innen.

EXPERTENWISSEN

Vorträge und Publikationen Auch im Berichtsjahr teilten die Mitarbeitenden des IRB ihr spezifisches Fachwissen. 2021 hielten die Mitarbeitenden des IRB zahlreiche Vorträge unter anderem zu den Themen: «Unfall oder Krankheit?», «IVRentenberechnung», «Leistungen im AHVSPV I Jahresbericht 2021

Alter», «Straf- und Haftpflichtverfahren», usw. Darüber hinaus verfasste das IRB Publikationen zur Weiterentwicklung in der Invalidenversicherung, zu Rentenrevisionsverfahren, den Unterschieden bei Krankheit und Unfall u.v.m.

Für vergleichbare Behinderungen 27 %

ENT WICKLUNG

Beratungsstunden Das IRB leistete im Jahr 2021 insgesamt 5434 Beratungsstunden zugunsten von Menschen mit Behinderung oder deren Angehörigen. Der Bedarf nimmt zu, wie der Vergleich mit den letzten Jahren zeigt. 6000 5434

5000 4534 4297

4000

3000

4371 3780

2017 2018 2019 2020 2021

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FINANZEN

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SPV I Jahresbericht 2021


FINANZEN

FINANZIELLE SICHT

Performance auf den Finanzanlagen In der Jahresrechnung 2021 weist die SPV einen Ertragsüberschuss von CHF 0,42 Mio. aus. Dies ist vor allem auf die gute Performance auf den Finanzanlagen zurückzuführen. Die Allokation des Portfolios richtet sich neu nach den internationalen Standards für nachhaltige Anlagen. Von Natalie Nyffeler, Leiterin Finanzen und Controlling

Die auf der Passivseite der Bilanz ausgeschiedenen zweckgebundenen Fonds von Dritten sowie die Fonds unter dem gebundenen Kapital werden auf der Aktivseite separat als zweckgebundene Anlagen ausgewiesen. Der Finanzerfolg der angelegten Gelder der zweckgebundenen Fonds werden passiviert, diejenigen des gebundenen Kapitals hingegen ab 2021 dem ordentlichen Finanzerfolg zugewiesen. Die Delegiertenversammlung hat im Mai 2021 den Antrag des Zentralvorstands, die Nettoerträge aus dem Fonds «Paraplegiker» ab 2021 zur Deckung des laufenden Betriebs zu verwenden, genehmigt. Der Bestand des Fonds «Paraplegiker» wird entsprechend gedeckelt. Die Vorjahreswerte in der Jahresrechnung wurden zur Vergleichbarkeit angepasst. Die Zunahme beim Betriebsertrag ist hauptsächlich auf die Erhöhung des Betriebsbeitrags der SPS zurückzuführen. Im 2020 waren die Dienstleistungserträge eingebrochen, weil aufgrund von COVID-19 Ferienreisen sowie Sport- und Kulturanlässe abgesagt wurden. 2021 konnte dies teilweise wieder aufgefangen werden. Auch seitens Betriebsaufwand ist eine Zunahme zu verzeichnen, wobei der Aufwand weniger stark als der Ertrag gestiegen ist, was zu einem besseren Betriebsergebnis vor Finanzergebnis als budgetiert führt. Eine aufwandseitige Zunahme ist bei den Direkthilfen, den Personal- und den Informatikkosten zu verzeichnen. Bei der Direkthilfe für Sport sowie Ferien und Freizeit sind die Kosten der Anlässe wie auch beispielsweise die Unterstützung von Athlet*innen oder patronierten Anlässen enthalten. Die Zunahme der Aufwendungen zeigt, dass wie bereits erwähnt gegenüber dem Vorjahr wieder vermehrt Anlässe durchgeführt werden konnten. Bei der Direkthilfe sind zudem die Beitragsgesuche zum Stabilisierungspaket COVID-19 Sport aufgeführt. Wie bereits im 2020 konnte die SPV die Verteilung der vom Bund für die Verbände und SPV I Jahresbericht 2021

nachgelagerten Organisationen des Breiten- und Leistungssports im Bereich Roll­stuhl­sport zur Verfügung gestellten Finanzhilfen koordinieren. Die Zunahme beim Personalaufwand ist vor allem auf den Ausbau des Personalbestands in der Lebens­be­ ratung und dem Institut für Rechtsberatung zurückzuführen. Mitberücksichtigt sind aber auch kleinere Pensenanpassungen beim administrativen Personal, das durch das Wachstum und die zahlreichen Projekte ebenfalls stark gefordert ist. Der erhöhte Informatikaufwand widerspiegelt die Bestrebungen, das mehrjährige Digitalisierungsprojekt «OM» im 2022 zum Abschluss zu bringen. Die Planungsphase der Webstrategie, welche Teil der Digitalisierungsstrategie der SPV ist und für ein digitales Werkzeug innerhalb der digitalen Transformation steht, hat im 2021 begonnen. Der Ertragsüberschuss nach der Veränderung des zweckgebundenen Fondskapitals von CHF 0,42 Mio. wird dem Fonds «Leistungsnetz SPV» im gebundenen Kapital zugewiesen. Die Mittel aus dem Fonds werden jeweils zur Deckung der Aufwandüberschüsse verwendet und erfüllen damit die selbstbestimmte Zweckbindung, dass der Fonds zur Aufrechterhaltung und Ausbau der qualitativ hochstehenden Leistungen zu Gunsten der Querschnittgelähmten beziehungsweise der Mitglieder der SPV eingesetzt wird. Der Bestand des gebundenen Kapitals beläuft sich unter Berücksichtigung, dass der Finanzerfolg dem ordentlichen Betrieb zugeführt und der Ertragsüberschuss dem Fonds «Leistungsnetz SPV» zugewiesen wird, auf CHF 17,74 Mio. per 31. Dezember 2021. Bei den zweckgebundenen Fonds ist trotz einer Entnahme aus dem Fonds «Daniela Jutzeler» eine durch die Passivierung des Finanzerfolgs bedingte Zunahme von CHF 0,03 Mio. auf einen Bestand von CHF 0,50 Mio. per Ende Jahr zu verzeichnen.

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FINANZEN

Bilanz

in CHF

Aktiven

31.12.2021 31.12.2020 Flüssige Mittel 2 727 448 3 452 253 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 89 527 108 548 Übrige kurzfristige Forderungen 64 003 53 546 Aktive Rechnungsabgrenzungen 257 994 147 722 Umlaufvermögen 3 138 971 3 762 069 Sachanlagen 550 829 743 345 Immaterielle Anlagen 0 0 Weinberg «La Martignière» 1 760 1 760 Zweckgebundene Anlagen 18 242 212 17 792 637 Anlagevermögen 18 794 800 18 537 742 Aktiven 21 933 772 22 299 812

Passiven

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 231 766 287 161 Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 764 244 956 674 Kurzfristige Rückstellungen 27 503 587 939 Passive Rechnungsabgrenzungen 717 092 723 776 Kurzfristiges Fremdkapital 1 740 605 2 555 550 Langfristige Rückstellungen 255 462 256 131 Langfristiges Fremdkapital 255 462 256 131 Total Fremdkapital 1 996 067 2 811 681 Fondskapital 498 803 464 297 Zweckgebundenes Fondskapital 498 803 464 297 Gebundenes Kapital 17 743 408 17 328 340 Vereinskapital 1 695 493 1 695 493 Vereinskapital und gebundenes Kapital 19 438 901 19 023 833 Passiven 21 933 772 22 299 812

Risikobeurteilung und Internes Kontrollsystem Bei der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung wird eine jährliche Risikobeurteilung durchgeführt und mit einem internen Kontrollsystem (IKS) für die finanzielle Berichterstattung gearbeitet. Der Zentralvorstand hat an seiner Herbst-Sitzung den IKS-Bericht 2021 zur Kenntnis genommen und den Bericht zur Risikobeurteilung 2021 genehmigt.

Revidierte Jahresrechnung Die Jahresrechnung der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung wurde einer ordentlichen Revision durch PricewaterhouseCoopers AG unterzogen. 44

SPV I Jahresbericht 2021


Betriebsrechnung

in CHF

Betriebsertrag

2021 2020 Mitgliederbeiträge, Spenden, Erbschaften und Legate 76 526 209 401 davon zweckgebunden 11 300 69 198 davon frei 65 226 140 203 Beiträge der öffentlichen Hand 3 510 639 3 503 754 Betriebsbeitrag der Schweizer Paraplegiker-Stiftung 7 504 298 6 451 000 Ertrag aus Dienstleistungen und Handel 1 211 218 601 254 Sonstiger Ertrag 294 431 248 736 Anderer betrieblicher Ertrag 0 297 331 Erlösminderungen –3 678 101 Total Nettobetriebsertrag 12 593 434 11 311 578

Betriebsaufwand

Direkthilfe Material- und Dienstleistungsaufwand Total Material- und Dienstleistungsaufwand Personalaufwand Total Personalaufwand Betriebs- und Unterhaltsaufwand Raumaufwand Verwaltungs- und IT-Aufwand Öffentlichkeitsarbeit und Marketing Anderer betrieblicher Aufwand Total Übriger betrieblicher Aufwand Abschreibungen (und Wertberichtigungen) des Anlagevermögens Total Abschreibungen (und Wertberichtigungen) auf Positionen des Anlagevermögens

–3 101 339 –328 113 –3 429 452 –7 583 999 –7 583 999 –56 974 –352 954 –2 045 503 –71 470 0 –2 526 901 –195 037

-2 531 247 -260 573 -2 791 819 -7 207 007 -7 207 007 -83 961 -389 450 -1 860 203 -117 209 -301 638 –2 752 462 -190 953

–195 037

–190 953

Total Betriebsaufwand –13 735 389 –12 942 241 Betriebsergebnis vor Finanzergebnis –1 141 955 –1 630 663 Finanzaufwand –156 892 –165 035 Finanzertrag 1 584 325 512 561 Total Finanzergebnis 1 427 432 347 527 Ordentliches Ergebnis 285 477 –1 283 137 Ausserordentlicher oder periodenfremder Aufwand –1 600 0 Ausserordentlicher oder periodenfremder Ertrag 126 190 155 463 Total Ausserordentliches oder periodenfremdes Ergebnis 124 591 155 463 Jahresergebnis vor Veränderung des Fondskapitals

410 068

–1 127 673

Veränderung des Fondskapitals 5 000 –60 000 Jahresergebnis vor Zuw./Ent. Vereinskapital und gebundenes Kapital 415 068 –1 187 673 Zuweisung/Verwendung Jahresergebnis –415 068 1 187 673 Jahresergebnis nach Zuw./Ent. Vereinskapital und gebundenes Kapital 0 0

SPV I Jahresbericht 2021

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FINANZEN

Geldflussrechnung

in CHF

(Indirekte Methode mit Fonds flüssige Mittel)

Geldfluss aus Betriebstätigkeit

2021 2020 Jahresergebnis 410 068 –1 127 673 Zuweisung/Verwendung Jahresergebnis –415 068 1 187 673 Veränderung des Fondskapitals 5 000 –60 000 Gewinn aus Verkauf Sachanlagen –15 742 –155 463 Abschreibungen auf Sachanlagen 195 037 190 953 Wertbeeinträchtigungen auf Sachanlagen 0 0 (Abnahme)/Zunahme der Rückstellungen –561 105 –189 071 Abnahme/(Zunahme) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 19 021 74 991 Abnahme/(Zunahme) der übrigen kurzfristigen Forderungen –10 457 –15 214 Abnahme/(Zunahme) der aktiven Rechnungsabgrenzungen –110 272 123 141 (Abnahme)/Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (ohne Kontokorrent SPS) –55 395 –133 059 (Abnahme)/Zunahme der übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten –192 430 278 492 (Abnahme)/Zunahme der passiven Rechnungsabgrenzungen –6 685 –123 932 Geldfluss aus Betriebstätigkeit (Operativer Cashflow) –738 027 50 837

Geldfluss aus Investitionstätigkeit

Investitionen in Sachanlagen und Immaterielle Anlagen Desinvestitionen von Sachanlagen und Immaterielle Anlagen Geldfluss aus Investitionstätigkeit Free Cashflow

–22 576 35 798 13 222

–620 563 155 463 –465 100

–724 805

–414 263

Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit

(Abnahme)/Zunahme gruppeninterne Finanzierung Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit

0 0

0 0

Veränderung der Flüssigen Mittel

–724 805

–414 263

Bestand flüssige Mittel am 01.01. Bestand flüssige Mittel am 31.12.

3 452 253 2 727 448

3 866 515 3 452 253

Nachweis Veränderung der Flüssigen Mittel

–724 805

–414 263

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SPV I Jahresbericht 2021


Rechnung über die Veränderung des Kapitals

in CHF

Zweckgebundenes Fondskapital Berichtsjahr

Anfangsbestand 01.01.2021 285 859 99 103

Fonds «Härtefälle» Fonds «Sport» Fonds «zweckgebundene Spenden» 19 334 Fonds «Daniela Jutzeler» 60 000 Total 464 297

Vorjahr

Anfangsbestand 01.01.2020 280 624 95 530

Fonds «Härtefälle» Fonds «Sport» Fonds «zweckgebundene Spenden» 18 619 Fonds «Daniela Jutzeler» 0 Total 394 774

Passivierter Verwendung Zuweisung ReklassifiErfolg kation 24 906 0 0 0 7 838 0 0 0 1 529 5 233 39 506

0 0 0

20 864 60 233 498 803

Passivierter Verwendung Zuweisung ReklassifiErfolg kation 5 235 0 0 0 3 573 0 0 0

Endbestand 31.12.2020 285 859 99 103

715 0 9 523

–11 300 –5 000 –16 300

–9 198 0 –9 198

11 300 0 11 300

Endbestand 31.12.2021 310 765 106 942

9 198 60 000 69 198

0 0 0

19 334 60 000 464 297

Vereinskapital und gebundenes Kapital

Berichtsjahr Anfangsbestand Verwendung Zuweisung Reklassifi01.01.2021 kation Gebundenes Kapital 17 328 340 –1 429 522 1 844 590 0 Fonds «Paraplegiker» 13 736 072 –1 198 215 1 198 215 0 Fonds «Leistungsnetz SPV» 3 592 269 –231 307 646 375 0 Vereinskapital 1 695 493 0 0 0 Total 19 023 833 –1 429 522 1 844 590 0

Endbestand 31.12.2021 17 743 408 13 736 072 4 007 337 1 695 493 19 438 901

Vorjahr Anfangsbestand Verwendung Zuweisung Reklassifi01.01.2020 kation Gebundenes Kapital 18 516 014 –1 536 165 348 491 0 Fonds «Paraplegiker» 13 484 516 0 251 555 0 Fonds «Leistungsnetz SPV» 5 031 497 –1 536 165 96 936 0 Vereinskapital 1 695 493 0 0 0 Total 20 211 507 –1 536 165 348 491 0

Endbestand 31.12.2020 17 328 340 13 736 072 3 592 269 1 695 493 19 023 833

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ORGANE

STRATEGISCHE FÜHRUNG

Zentralvorstand Präsidentin (seit 2020)

Beisitzer (seit 2013)

Beisitzer (seit 2020)

Manfredi Olga, 1965 in Wald (ZH)

Bachmann Stephan, 1967 in Basel/Luzern

Bertschy Fabien, 1976 in Neuchâtel (NE)

Juristin, seit 2019 Bezirksrichterin, selbständige Rechtsberaterin in Sozial- und Gleichstellungsrecht (seit 2016) und Lehrbeauftragte an der Universität Zürich (seit 2008). Paraplegikerin seit 1994, im Vorstand des Rollstuhlclubs Züri Oberland seit 1996, aktuell Präsidentin des RCZO. Co-Präsidentin SP Wald und seit 2019 im Zentralvorstand der SPV. Vertritt seit 2020 die SPV im Vorstand von Inclusion Handicap.

Dipl. Betriebsökonom FH/Executive MBA. Seit 2011 Direktor REHAB Basel, Klinik für Neurorehabilitation und Paraplegiologie. Werdegang: Personal­ leiter SPZ Nottwil, Direktor Stiftung für Schwerbehinderte Luzern, Direktor Spital Affoltern. Nebenämter: Präsident Vereinigung Paraplegikerzentren CH, Vorstandsmitglied Schweizerische Vereinigung der Spitaldirektor*innen, Vorstandsmitglied Arbeitgeberverband Basel, Mitglied Stiftungsrat/Ausschuss Kinderheim Hubelmatt (Luzern).

Seit 2013 Projektleiter und Koordinator Fundraising bei Pro Infirmis JuraNeuchâtel. Seit 2017 Präsident des Rollstuhlclubs Neuchâtel. Mitglied in verschiedenen Kommissionen und kantonalen Gremien zur Förderung der Inklusion und Partizipation u.a. zum hindernisfreien Bauen.

Vize-Präsidentin (seit 2020) Meystre-Geiger Annick, 1985 in Ardon (VS) Bachelor of Arts in Social Work (Sozialpädagogin, Hochschule Siders). Seit 2009 geschäftsführende Partnerin bei Défisport, S. & A. Meystre, Import, Vertrieb und Beratung im Bereich Rollstühle und Behindertensportgeräte. Pilotin und Ausbildnerin für TESSIER Behindertenski- und Outdoorgeräte. Nebenämter: ab 2004 Sportleiterin bei verschiedenen Rollstuhl-Sportkursen. Mitgründerin und technische Verantwortliche des Vereins Défisport (gegründet 2012) sowie technische Verantwortliche des Vereins Verbier4All (gegründet 2019). Seit 2019 im Zentralvorstand der SPV und Mitglied der Nominationskommission der SPS sowie seit 2020 Mitglied im Stiftungsrat von Swiss Paralympic.

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Beisitzer (seit 2019) Lisetto Walter, 1973 in Lugano (TI) Technischer Kaufmann, Finanzanalyst (CIIA, AZEK-Suisse). Chief Investment Officer bei der Axion SWISS Bank, Lugano, und der Kantonalbankgruppe BancaStato. Zuvor während 20 Jahren leitende Funktionen im internationalen Bankensektor. Präsident des Rollstuhl­ clubs InSuperAbili, OK-Präsident des StraLugano, Mitglied der European Handcycling Federation und des Panathlon Clubs Lugano.

Beisitzer (seit 2020) Villiger Cornel, 1976 in Muri (AG) Betriebswirtschafter HF bei der Kantonspolizei Aargau. Paraplegiker seit 2004. Vorher Polizist und Instruktor Sicherheitspolizei. Mitglied Rollstuhlclub Zentralschweiz, aktiver Sportler und Kadermitglied Para-cycling. Weitere Engagements: Vorstandstätigkeit Para Racing Team und Verein Altersheim St. Martin Boswil. AUSTRITTE anlässlich der Delegiertenversammlung im Mai 2021

Beisitzerin (seit 2019) Hüttenmoser-Pfister Claudia

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OPERATIVE FÜHRUNG

Geschäftsleitung Direktor (seit August 2020) Prince Laurent, 1970 in Obernau (LU) Sekundarlehrer Phil 1 (Universität Fribourg). Nachdiplomstudium in marktorientierter Unternehmensführung (Hochschule für Wirtschaft Luzern). Berufstrainer BTA. Von 2013 bis 2020 beim Schweizerischen Fussballverband, ab 2015 als technischer Direktor, dabei Mitglied der Geschäftsleitung mit Einsitz im Zentralvorstand. Mitgliedschaften und Netzwerke: – Vize-Präsident und Stiftungsrat Swiss Paralympic – Direktorenkonferenz SPG – Verwaltungsrat, FC Luzern Holding – Strategischer Ausschuss Leistungssport, Handballverband Bereichsleiter Rollstuhlsport Schweiz (seit 2018) Bereichsleiter Kultur und Freizeit a.i. (seit 2021) Getzmann Roger, 1973 in Rothenburg (LU) Ursprünglich ausgebildeter Sportlehrer (Master in Sport und Bewegungswissenschaften, ETH Zürich) und Berufstrainer Leistungssport BTA (Eidg. Hochschule für Sport Magglingen). Danach Nach­ diplomstudium Betriebswirtschaft (CAS General Management). Seit 2006 bei der SPV, während zehn Jahren Leiter Leistungssport bei RSS. Mitgliedschaften und Netzwerke: – Stiftungsrat Swiss Paralympic – Chef de Mission, Swiss Paralympic Team, Paralympic Games – World Para Athletics STC, Head of Competition

SPV I Jahresbericht 2021

Bereichsleiter Institut für Rechtsberatung (seit 2019) Bütikofer Michael, Rechtsanwalt und Notar, 1982 in Bern Rechtsstudium an der Universität Bern und Poitiers (F). Ausbildungen zum Rechtsanwalt (2010) und Notar (2015) des Kantons Bern. Partner in einer Anwalts- und Notariatskanzlei in Biel/ Bienne und seit 2011 als Rechtsanwalt für das Institut für Rechtsberatung der SPV tätig. Mitgliedschaft und Netzwerke: – Mitglied des Bernischen Anwaltsverbands – Mitglied des Schweizerischen Anwaltsverbands – Fachrichter an der Steuerrekurskommission des Kantons Bern

Bereichsleiterin Lebensberatung (seit März 2020) Vozza Daniela, 1965 in Luzern Zunächst Kaufmännische Angestellte in diversen Betrieben unter anderem IV und polivalenter Sozialdienst. Berufs­ begleitend Studium Soziale Arbeit Fachhochschule, Luzern. Ab 2009 Sozialarbeiterin und ab 2011 bis 2020 stellvertretende Leiterin des Teams Sozialberatung im SPZ. Mitgliedschaft und Netzwerke: – Mitglied von Avenir Social AUSTRITTE

Bereichsleiterin Kultur und Freizeit (bis März 2021) Müller Tanja

Bereichsleiter Zentrum für hindernisfreies Bauen (seit 2005) Schärer Felix, 1968 in Suhr (AG) Architekturstudium (Fachhochschule Aargau). Architekt- und Projektleiterfunktion bei Naef Partner AG in Zürich. Seit 1999 bei der SPV. Von 2011 bis 2015 Leitung Immobilien im Mandatsver­ hältnis für die Schweizer ParaplegikerStiftung und von 2012 bis 2015 Präsident der Baukommission der Schweizer Paraplegiker-Stiftung. Mitgliedschaften und Netzwerke: – Erweitertes Netzwerk behindertengerechtes Bauen, Schweiz

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WEITERE INFORMATIONEN

UNSERE MITARBEITENDEN

CLUBS

Für Sie im Einsatz

Präsident*innentreffen Immer im Januar findet das Treffen der Präsidentinnen und Präsidenten der Rollstuhlclubs statt. 2021 gab es erstmals zwei Termine. Erfolgte der Anlass im Januar noch auf virtuellem Weg, war im September ein physisches Treffen wieder möglich. Im Fokus stand der Erfahrungsaustausch untereinander. Es entspricht der aktuellen Strategie der SPV, den Kontakt zu und unter den Clubs zu stärken. Im Januar 2022 wurde entschieden, dass im 2022 zwei Treffen organisiert werden.

Per Ende 2021 waren 81 Personen bei der SPV fest angestellt. Die Mitarbeitenden profitieren von fortschrittlichen Arbeitsbedingungen, was die SPV zu einer attraktiven Arbeitgeberin macht. 57 Angestellte arbeiten in einem Teilzeitpensum, im Durchschnitt in einem 69%-Pensum. Die SPV steht ein für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Darüber hinaus beschäftigt sie 15 Personen im Rollstuhl. Roll­stuhlfahrer*innen ist es häufig nicht möglich, eine Vollzeitstelle zu bewältigen. Frauen

Männer

VIRTUELL

Versammlungen Die SPV führte ihre Delegiertenver­ sammlung am 8. Mai 2021 wie bereits im Vorjahr auf digitalem Weg durch. Ebenfalls unterstützte die SPV die Rollstuhlclubs bei der Durchführung ihrer Generalversammlungen mit Mustervorlagen und dem Versand der Unterlagen, damit Beschlüsse auf schriftlichem Weg gefasst werden konnten.

Vollzeit: 11 Mitarbeiterinnen Teilzeit: 40 Mitarbeiterinnen

Wir wollen unsere Mitglieder vermehrt informieren und zwar per Mail. Die Pandemie war Auslöser, 2020 einen Newsletter zu schaffen, der vor allem über die Massnahmen und deren Auswirkungen auf das Clubleben informierte. Diesen Newsletter führten wir 2021 weiter.

Aus allen Landesteilen Per Ende 2021 zählte die SPV 10 670 Mitglieder. Diese setzen sich aus 4523 Aktivmitgliedern (2020: 4423), 4154 Passivmitgliedern (2020: 4269) und 1993 Freimitgliedern (2020: 1656) zusammen. Die Mitgliederzahlen sind dabei im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Vertreten sind alle Kantone und Sprachregionen der Schweiz. Von unseren teils kostenlosen, teils vergünstigten Leistungen profitieren Aktivmitglieder mit einer Querschnittlähmung oder einer vergleichbaren Behinderung. 5000 4200

Neben wesentlichen Neuigkeiten rund um Covid-19 kommunizierten wir auf diesem Weg wichtige Informationen aus der SPV wie etwa die Absage des Zentralfests. Den Newsletter werden wir über die Pandemie hinaus nutzen, um unsere Mitglieder auf dem Laufenden zu halten. 50

Total: 24 Total: 57

MITGLIEDER

KOMMUNIKATION

News per Mail

Vollzeit: 13 Mitarbeiter Teilzeit: 17 Mitarbeiter

3400 2600

4910

4732

4525

4589

4544

4423

4523

4448

4269

4154

Passivmitglieder Aktivmitglieder Freimitglieder = (Spitäler, Heime, Arztpraxen, Sponsoren, Partner usw.)

1800 1000

1627

1713

1650

1656

2017

2018

2019

2020

1993 2021

SPV I Jahresbericht 2021


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