2020
IMPRESSUM
INHALT
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14 EDITORIAL Olga Manfredi und Laurent Prince
Herausgeberin Schweizer Paraplegiker-Vereinigung Kantonsstrasse 40, 6207 Nottwil Telefon 041 939 54 00 spv@spv.ch www.spv.ch Koordination und Grafik Andrea Di Bilio-Waldispühl Fotos SPV, Tobias Lackner, Alina Parlyuchik, Christophe Fasel, Andi Gautschi, Josef Jakober, Adobe Stock, SPS Bild Titelseite aussen Der Giro Suisse trägt den Inklusions gedanken durch die ganze Schweiz.
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VERBAND HIGHLIGHT DES JAHRES An einem Tisch 7 DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE Mit Ihnen 8 IN KÜRZE 10 KULTUR UND FREIZEIT HIGHLIGHT DES JAHRES Premiere in der Sensibilisierung 13 DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE Verschoben ist nicht aufgehoben 14 IN KÜRZE 16 HINDERNISFREIES BAUEN HIGHLIGHT DES JAHRES So macht Wohnen Spass 19 DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE Selbstständig wohnen 20 IN KÜRZE 22
In dieser Publikation wird zur Ver einfachung die männliche Form stellvertretend für die weibliche und männliche Formulierung verwendet.
ROLLSTUHLSPORT HIGHLIGHT DES JAHRES Giro Suisse verbindet Clubs 25 DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE Sportjahr im Zeichen der Pandemie 26 Bewegung – jetzt erst recht 30 IN KÜRZE 32
LEBENSBERATUNG HIGHLIGHT DES JAHRES Blick nach vorn 35 DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE Inklusion als Hauptfokus 36 37 IN KÜRZE RECHTSBERATUNG HIGHLIGHT DES JAHRES Wenn die Arbeit Früchte trägt 39 DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE Das Versprechen 40 IN KÜRZE 41 FINANZEN FINANZIELLE SICHT Der Einfluss von Covid-19 43 Bilanz 44 Betriebsrechnung 45 Geldflussrechnung 46 Rechnung über die Veränderung des Kapitals 47 ORGANE Zentralvorstand 48 Geschäftsleitung 49 Weitere Informationen 50
Die in der Zeitschrift veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion.
SPV I Jahresbericht 2020
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EDITORIAL
Ein Jahr wie kein zweites 2020 wird uns eine Weile in Erinnerung bleiben. Nicht als Jahr mit Schweizer Edelmetall an den Paralympics in Tokio, nicht als Jahr eindrucksvoller Reisen rund um den Globus, nicht als Jahr des geselligen Wiedersehens bei kleinen und bei grossen Feierlichkeiten. Liebe Leserin, lieber Leser, Sie kennen die Gründe. Ein Virus liess uns ein Jahr erleben, wie wir es nicht für möglich hielten. Unsere Veranstaltungen, unsere Wettkämpfe und Meisterschaften, unsere Reisen: zum grössten Teil abgesagt. Im Gegenzug erbrachten wir so viele individuelle Beratungen wie wohl nie zuvor.
Ein starkes Frauen- und Männerduo Ein grosses Projekt, dass wir trotz aller Widrigkeiten durchführen konnten, war der Giro Suisse. Die 13-tägige Handbiketour bewegte die Teilnehmenden, das Organisationskomitee, die zahlreichen Helfenden und Zuschauer gleichermas sen. 700 bewältigte Kilometer ver ursachten Muskelkater, Schweisstropfen und Freudentränen und setzten ein Ausrufezeichen für die Solidarität mit und unter Rollstuhlfahrerinnen und -fahrern. 4
2020 feierte die SPV einen runden Geburtstag. Mit dem Giro Suisse trugen wir den Pioniergeist, mit dem der Verband vor 40 Jahren aus der Taufe gehoben wurde, in die breite Bevölkerung. Die Tour war zugleich aber auch der Startschuss für eine SPV, wie wir sie uns für die Zukunft wünschen: nah- und erlebbar. Rollstuhlclubs aus allen Regionen des Landes spannen zusammen und kreieren ein unvergessliches Erlebnis für die Mitglieder. Davon möchten wir mehr. 2020 stellte sich die Spitze der SPV neu auf. Mit Olga Manfredi als Präsidentin und Annick Meystre als Vize-Präsidentin übernehmen erstmals zwei Frauen die strategische Führung der SPV. Auch die operativen Geschäfte gingen in neue Hände über. Seit August steht Laurent Prince der SPV als neuer Direktor vor; ihm zur Seite Stellvertreter Roger Getzmann. Die neuen Personen an der Spitze der SPV sind zugleich Ausdruck eines Kulturwandels, der sich in den letzten Jahren abzuzeichnen begann und sich noch weiter vollziehen wird. Neue Köpfe haben neue Ideen. Im Sommer 2020 berieten sich die Mitglieder des Zentralvorstands und der Geschäftsleitung, wohin sich die SPV entwickeln soll. SPV I Jahresbericht 2020
Wir wollen den Austausch zwischen den Rollstuhlclubs und der SPV stärken. Zwischen den einzelnen Mitgliedern, dem Zentralvorstand, den Sektionen und den Mitarbeitenden soll ein lebhafter Dialog entstehen, damit es uns gelingt, das einzelne Mitglied in seinen Bedürfnissen abzuholen. Dies ganz nach dem Credo: Wir alle sind die SPV. In einem zweiten Schritt holten Vertreter des Zentralvorstandes und die Geschäftsleitung bei den Clubs, Wünsche und Anliegen ab. Die Bedeutung einer Organisation misst sich nicht nur an ihren Leuchttürmen. Gerade in diesen schwierigen Zeiten waren unsere Dienstleistungen für die Betroffenen von zentraler Bedeutung. Tagtäglich begleiten wir Querschnittgelähmte, bieten Hilfestellung im Alltag, unterstützen bei Rechtsstreitigkeiten und Wohnungsumbauten. Auch die Nachfrage nach sozialer Beratung und Begleitung stieg markant an. Was im Grossen nicht der Rede wert scheint, kann für die einzelnen Betroffenen fundamental für das Wohlbefinden sein. Genau so wertvoll ist dabei die Arbeit, die in den Clubs geleistet wird. Bei allen, die hier ihre Zeit investieren und mit viel Herzblut engagiert sind, bedanken wir SPV I Jahresbericht 2020
uns sehr. Manch einer erklärt den Verein in einer individualistischen Gesellschaft zum Auslaufmodell. Mit ihren Aktivitäten beweisen sie das Gegenteil. Wir sind beide überzeugt, dass diese Form der Gemeinschaft auch in Zukunft einem Bedarf entspricht. Die SPV hat in den letzten Jahren einige Umbrüche durchgemacht. In der letzten Ausgabe dieses Jahresberichts wünschten sich die beiden Vize-Präsidenten Thomas Schneider und Olga Manfredi ein weniger stürmisches 2020. Der Wunsch blieb unerfüllt. 2020 war anstrengend, in vielerlei Hinsicht. So platzieren wir an ebendieser Stelle den Wunsch erneut. Mögen sich die Wogen der Zeit etwas glätten und die erhoffte Normalität langsam zurückkehren. Ein bisschen frischer Wind im Haar darf gerne bleiben. In neuer Konstellation wollen wir für Kontinuität aber auch für Veränderung sorgen. Wir freuen uns, mit Ihnen eine spürbare und offenherzige SPV zu gestalten. Herzlichst
Olga Manfredi Präsidentin
Laurent Prince Direktor 5
VERBAND
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SPV I Jahresbericht 2020
VERBAND
HIGHLIGHT DES JAHRES
An einem Tisch An fünf Workshops setzten wir uns mit den Rollstuhlclubs zusammen. Wir wollten wissen, was sie beschäftigt und wie wir gemeinsam die neue Strategie der SPV umsetzen können. Von Evelyn Schmid, Leiterin Marketing und Kommunikation
Im Sommer 2020 erarbeiteten die Mitglieder des Zentralvorstands und der Geschäftsleitung die strategische Ausrichtung der SPV für die Jahre 2021 bis 2024. Schon im Juni stand fest, dass die Rollstuhlclubs in diesen Prozess mit eingebunden werden sollen, um herauszufinden, ob die angedachten Ziele überhaupt den Bedürfnissen der Clubs entsprechen. Denn auch das ist Teil der neuen Strategie: Der Dachverband und die Clubs sollen wieder näher zusammenrücken. Bedarf abholen In der Folge organisierte die SPV im Oktober 2020 Workshops in der Deutsch- und Westschweiz. Fast alle Sektionen nahmen daran teil und brachten sich ein. Bereits anlässlich der Überarbeitung unserer Statuten im Jahr 2018 befragten wir die Vorstände der Rollstuhlclubs, welche Themen sie umtreiben. Die damaligen Wortmeldungen liessen sich zu folgenden Schwerpunkten zusammenfassen: Einbezug der Clubs, Kommunikation, Mitgliedergewinnung und Verbandsdienstleistungen. Diese vier Kernthemen stellten wir ins Zentrum der Workshops. Neue Wege Präsidentin Olga Manfredi beziehungsweise Vize präsidentin Annick Meystre sowie Direktor Laurent Prince präsentierten die neuen strategischen Stossrichtungen. Die SPV will künftig die ganzheitliche Inklusion und die Steigerung der Lebensqualität von Querschnittgelähmten in der ganzen Schweiz stärker fördern. Dieses Ziel ist die Leitlinie der neu erarbeiteten Strategie. Damit dies gelingt, wollen wir die Zusammenarbeit mit der Schweizer Paraplegiker-Gruppe und weiteren spezialisierten Kliniken und Institutionen stärken sowie die Dienstleistungen in der französischen und italienischen Schweiz ausbauen, damit wir näher bei unseren Mitgliedern sind. Zugleich sollen Querschnittgelähmte, die noch nicht Mitglied sind, motiviert werden, sich einer unserer 27 Sektionen anzuschliessen. SPV I Jahresbericht 2020
Die Teilnehmenden diskutierten angeregt in kleinen Gruppen. Die einzelnen Sektionen sind sehr motiviert, die SPV der Zukunft mitzugestalten und bringen sich ein. Wo Synergien vorhanden sind, sollen diese sinnvoll genutzt werden und die SPV soll als Dachverband Handreiche bieten, wenn Unterstützung in den Clubs benötigt wird. Aus den Gesprächen gingen viele Ideen und Anliegen hervor. Einige davon liessen sich innert Kürze mit wenig Aufwand umsetzen. Wiederum anderes bedarf mehr Ressourcen und einer genauen Evaluation. Dabei gilt es, die Vorgaben der Schweizer Paraplegiker-Stiftung (SPS) und des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) als wichtigste Geldgeber zu berücksichtigen. Wie weiter? Die Teilnehmenden schätzten es sehr, eine Plattform erhalten zu haben, dank der sie ihre Wünsche und Kritik anbringen konnten. Alle waren sich einig: ein solcher Austausch sollte regelmässig stattfinden. Präsenz und Austausch sind wegweisende Pfeiler der neuen Strategie. Der Dialog zwischen Zentralvorstand, den Clubs und den Mitarbeitenden soll sich intensivieren. Die Workshops waren ein erster Schritt in diese Richtung und schufen den Nährboden für eine fruchtbare Zusammenarbeit, die sich ab 2021 in konkreten Projekten niederschlagen soll.
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VERBAND
DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE
Mit Ihnen Wandel und Konstanz, Aufbruch und Rückzug, Nähe und Distanz – diese Gegensätze symbolisieren das Berichtsjahr bestens. 2020 war ein bedeutendes Jahr, das die SPV nachhaltig verändert hat. Von Laurent Prince, Direktor und Bereichsleiter ZD (Autorin: Evelyn Schmid)
Mit Professionalität, Engagement und dem nötigen Fingerspitzengefühl waren die Mitarbeitenden der Zentralen Dienste (ZD) auch im vergangenen Jahr Drehscheibe für die Anliegen der Mitglieder und ihrer Angehörigen, für die Anfragen von Rollstuhlclubs, Medien und anderen internen und externen Zielgruppen. Anders als in den Vorjahren gaben wir vermehrt Auskünfte per Telefon, organisierten Zoom-Termine, nahmen Anfragen für unsere Beratungs- und Dienstleistungsabteilungen entgegen oder halfen via Video bei den BSV-Abrechnungen. Stabsübergaben Charly Freitag trat Ende Januar als Direktor der SPV zurück. Bis eine Nachfolge gefunden wurde, übernahm Urs Styger ad interim die operative Führung des Verbandes. Er schob damit die geplante Frühpensionierung auf. Der Zentralvorstand (ZV) war nach dem krankheitsbedingten Ausfall des SPV-Präsidenten Philippe Moerch doppelt gefordert. Er schaffte es dennoch, an der virtuellen Delegiertenversammlung vom 2. Mai einen neuen Direktor wie auch eine neue Präsidentin vorzustellen. Mit jeweils einem hervorragenden Resultat wurden Olga Manfredi zur Präsidentin gewählt und Laurent Prince zum Direktor ernannt.
Bereichsleiterin der Lebensberatung. Sie trat die Nachfolge des im Mai 2019 verstorbenen Erwin Zemp an.
Verbandsdienstleistungen Der Fachbereich erbringt eine Fülle von Dienstleistungen für die 27 Rollstuhlclubs und deren Mitglieder. Darunter befinden sich Gratisangebote wie Kurzberatungen, aber auch Vergünstigungen oder der Verkauf von Eurokeys zur Benutzung von öffentlichen Behindertenanlagen. Das Team hat im 2020 41 Flottenrabatte (Vorjahr 49) abgewickelt sowie 84 Eurokeys (Vorjahr 95) registriert. Diese Arbeit wird zu einem grossen Teil von den beiden Lernenden übernommen. Die SPV nimmt mit diesen Lehrstellen ihre gesellschaftliche Verantwortung für den Ausbildungsplatz Schweiz wahr. Die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) war hervorragend, und die SPV erhielt gute Feedbacks auf das im Frühsommer gemachte Audit. Wie bisher konsolidierte die Geschäftsstelle die Leistungsabrechnungen für die SPV und für diejenigen Clubs, die Unterleistungsverträge mit der SPV haben. Im Herbst wurden die Vertreter der Clubs zudem mit Schulungen ins neue Webtool der Mitgliederverwaltung eingeführt.
Der ZV stellte Olga Manfredi mit Annick Meystre eine engagierte Vize-Präsidentin zur Seite. Diese übernahm das Amt von Thomas Schneider, der die Entwicklung der SPV seit 1999 im Zentralvorstand entscheidend mitprägte. Er trat aufgrund der Amtszeitbeschränkung per Ende Jahr aus dem Zentralvorstand aus. Ihm gebührt ein grosses Dankeschön für die lange und engagierte Mitarbeit.
Sponsoring
Seit 1. August prägt Laurent Prince die Geschicke der SPV. Roger Getzmann ist sein Stellvertreter. Neu in der Geschäftsleitung ist seit 1. April Daniela Vozza als
Beim Giro Suisse ermöglichten Supplier Partnerschaften eine einheitliche Ausrüstung aller Teilnehmenden und des Staffs. Zudem konnte ein Ausrüster-
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Referate und Führungen konnten oft nicht stattfinden. Dafür pflegte die SPV beständige Partnerschaften mit der Schweizer Paraplegiker-Stiftung, Orthotec, Hollister, Suva und Coloplast. Auch erhielt Rollstuhlsport Schweiz Beiträge der Schweizer Lotteriegesellschaft Swisslos.
SPV I Jahresbericht 2020
Vertrag mit Errea und Teamsportstore abgeschlossen werden. Der Verband sowie alle Rollstuhlclubs profitieren von Spezialkonditionen auf Sportbekleidung.
Marketing und Kommunikation Die Pandemiesituation forderte den Fachbereich in mehrfacher Hinsicht. Einerseits musste unsere Themenplanung immer wieder angepasst werden, andererseits übernahm die Kommunikation eine zentrale Aufgabe in der «Arbeitsgruppe Coronavirus». Wir holten die Meinungen von Experten ein, formulierten Schutzmassnahmen und erstellten Corona-Informationsschreiben für Mitglieder und Mitarbeitende. Daneben boten wir eine vielfältige Palette an Kommunikationsmassnahmen für unsere Mitglieder, interessierte Kreise und die Öffentlichkeit an. Zahlreiche Marketingmassnahmen wie Flyer, Broschüren oder Merkblätter wurden, wenn möglich, kostengünstig hausintern produziert. Die Wissensvermittlung und Anleitung zur Selbsthilfe sind zentrale Anliegen der SPV. In der Zeitschrift Paracontact wird vierteljährlich spannend und gut recherchiert über eine grosse Bandbreite an relevanten Themen berichtet. Der elektronische Newsletter GoAhead informierte monatlich rund um den Sport und der KF-Newsletter zu Reise- und Freizeitthemen. Webseiten Die Webseite spv.ch ist das Kernstück unserer aktuellen Webstrategie. Sie wird ergänzt durch themenspezifische Webseiten wie rollstuhlsportevents.ch, paramama.ch und rolliwelt.ch. 2020 zählten wir auf unseren Webseiten insgesamt 90 716 Besucher, im Vorjahr waren es 143 336. Die Zahl der Besucher ist v.a. wegen dem Ausfall von Sportanlässen so tief ausgefallen. So hatte unsere Seite rollstuhlsportevents.ch 2020 gerade mal 7200 Besucher, während es im Vorjahr 22 036 waren und auch die Besucherzahl der Seite der Junioren Leichtathletik-WM nottwil2019.ch sank von 27 894 auf 2014. Zudem erstellten wir 2020 die beiden Eventseiten girosuisse.ch und die Seite der Curling-WM wwhcc2020.ch. Medien- und Öffentlichkeitsarbeit Die SPV pflegt einen offenen und ehrlichen Austausch mit Medienschaffenden. Aktive Medienarbeit betrieben wir vor allem zum Giro Suisse und zur Curling-WM. 2020 gingen wir zudem eine Zusammenarbeit mit dem neu geschaffenen Magazin «Sportlerin» ein, in der wir jeweils eine Athletin vorstellen. Ausserdem beteiligt sich die SPV neu an den wöchentlichen Sitzungen des Newsrooms der Schweizer Paraplegiker-Stiftung. SPV I Jahresbericht 2020
Social Media Viele der geplanten Themen fielen aufgrund des Coronavirus weg. Die Lücken schlossen wir, indem wir den Mitgliedern Tipps für die Bewältigung des Lockdowns erstellten. So entstanden Videobeiträge für Trainingseinheiten zu Hause (#wheelchairsportneverstops) oder Tipps für Ferien in der Schweiz (#ParaSchweiz). Tatkräftig unterstützt wurden wir dabei von Breitensportlern sowie Kultur und Freizeit-Verantwortlichen. Zudem entstanden neue Erklärvideos, zum Beispiel für die Rechtsberatung, und viele Beiträge rund um den Giro Suisse, unter anderem ein Kurzinterview mit Bundesrätin Viola Amherd.
Politische Interessenvertretung Die SPV ist Mitglied von Inclusion Handicap und durch Olga Manfredi im Vorstand vertreten. 2020 setzten sich die zusammengeschlossenen Be hindertenorganisationen insbesondere dafür ein, dass es keine Diskriminierung beim Zugang zu intensivmedizinischen Behandlungen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gibt. Weiter wurde eine Meldestelle zu den IV-Gutachten geschaffen, die teils schlimme Zu- Viola Amherd am Giro Suisse stände zu Tage förderte. Auch die Weiterentwicklung der IV oder Änderungen im Ergänzungsleistungsgesetz wurden intensiv behandelt. Detaillierte Informationen zu den aktuellen Themen finden Sie unter inclusion-handicap.ch. ESCIF (European Spinal Cord Injury Federation) Das Vereinsjahr von ESCIF war geprägt durch das Coronavirus und die Verschiebung des jährlichen Kongresses, welcher 2020 in Nottwil zum Thema der UNO-Behindertenrechtskonvention geplant war. Neu findet dieser Ende August 2021 ebenfalls in Nottwil statt. Zudem wurde die Delegiertenversammlung zum ersten Mal online durchgeführt.
ESCIF nutzte die Chance, etwas Neues anzupacken. Mit der ESCIF Help Alliance wurde ein tolles Projekt zur Verteilung von Masken umgesetzt. Dank grossem Einsatz und vielen Sponsoren konnten die Mitgliederorganisationen 900 000 Hygiene-Masken gratis an Querschnittgelähmte in Europa verteilen. Das Projekt erntete viel Lob von den Betroffenen. Weitere Infos zum Projekt auf protectthevulnerable.org. 9
VERBAND
ROLLSTUHLCLUBS
FÜHRUNG
Drucken und Versenden Versände an 17 762 Mitglieder erledigt. Im Vorjahr waren es 67 Versände an 17 566 Mitglieder. Die SPV verfügt über einen einfachen aber zweckmässigen Lettershop, der von den Lernenden betrieben wird. Viele Rollstuhlclubs sparen Kosten und tun etwas für den Umweltschutz, indem sie die MögDas Mitgliederverwaltungssystem RIA er- lichkeit des RIA-Portals nutzen, ihre Inforleichtert den Clubs und uns auch die Ver- mationen selbständig per E-Mail an die waltung der gemeinsamen Adressdaten. Von Mitglieder zu senden. Aus diesem Grund guten Daten profitierte insbesondere das freuen wir uns, wenn alle Mitglieder uns Versandwesen. Im Jahr 2020 haben wir 75 stets ihre aktuelle E-Mail-Adresse mitteilen. Der Fachbereich Verbandsdienstleistungen entlastet die Rollstuhlclubs in der Administration. Das Angebot wird rege genutzt. Für 13 Clubs übernahmen wir 2020 die Jahresfakturierung und versandten die Rechnungen für die Mitgliederbeiträge an 5107 Personen.
Versände nach Sprachregion Französische Schweiz 18
Versände nach Medium Italienische Schweiz 2
E-Mail 16
Neue Köpfe 2020 erhielt die SPV eine neue Führung. Mit Präsidentin Olga Manfredi und Vize-Präsidentin Annick Meystre stehen der SPV auf strategischer Ebene erstmals zwei Frauen vor. Die Delegiertenversammlung ernannte Laurent Prince zum neuen Direktor. Er trat sein Amt Anfang August an. Roger Getzmann, Bereichsleiter Rollstuhlsport Schweiz, ist sein Stellvertreter. Im Sommer erarbeitete die neue Führung die Strategie der SPV für die kommenden Jahre.
SPV.CH
354 News Briefversand 59
Deutschschweiz 55
GIRO SUISSE
Medial präsent Der Giro Suisse bewegte nicht nur die Teilnehmenden, sondern auch die breite Öffentlichkeit. 63 Berichterstattungen in der ganzen Schweiz widmeten sich der inklusiven Handbike-Tour. Regelmässig besuchten Medienschaffende einzelne Etappen und
führten Interviews mit Teilnehmenden; für Fernseh- und Radiostationen ebenso wie für Print- und Onlinemedien. Die Mobilisierung der Medienlandschaft ist auch ein grosser Verdienst der Rollstuhlclubs. Sie stellten Kontakte her und Informationen zur Verfügung.
Medienberichte
623 539
354 45
Französisch
11 7
0 10 20 30 40 50
10
635
396
Deutsch
Italienisch
Zu kommunizieren gab es auch 2020 viel. 354 Newsbeiträge haben wir im Berichtsjahr auf unserer Webseite publiziert. Sie sind auf der Einstiegsseite von spv.ch gut sichtbar oder können via RSS-Feeds abonniert werden. Die Anzahl Beiträge bewegt sich leicht unter dem Niveau des Vorjahres, in welchem wir 396 News veröffentlichten.
2016 2017 2018 2019 2020
SPV I Jahresbericht 2020
SOCIAL MEDIA
WORKSHOPS
Wachstum
Im Dialog mit den Clubs Im Herbst 2020 führten wir Workshops mit den Rollstuhl clubs durch, um zu erfahren, welche Themen sie umtreiben (siehe S. 7). Insgesamt nahmen 51 Mitglieder an den total fünf Workshops teil.
Die SPV baute ihre Präsenz in den sozialen wir 48 Beiträge und erreichten eine GesamMedien kontinuierlich aus und war 2020 treichweite von 1985. Am meisten begeisterauf Facebook, Instagram, YouTube und ten die Interviewbeiträge über den Giro LinkedIn aktiv. Auf Facebook erreichten Suisse. 55% unserer Follower sind weiblich. wir mit 119 Beiträgen eine Gesamtreichweite Am stärksten vertreten ist die Altersgruppe von 13 029. Auf Instagram veröffentlichten zwischen 35 bis 44 Jahre. Facebook-Followers Männer 18–24 Jahre
2,1
1,6
Frauen
25–34 Jahre
12,5
35–44 Jahre
Davon fanden zwei in deutscher Sprache (in Nottwil und Wetzikon), zwei in französischer Sprache (in Yverdon-lesBains und Lausanne) und einer in italienischer Sprache statt (in Bellinzona). Insgesamt brachten sich Vertreter von 22 Clubs ein und diskutierten engagiert mit.
CORONAVIRUS
Information an Mitglieder Das Coronavirus hielt uns 2020 auf Trab und verlangte grosse Flexibilität. Welche Veranstaltungen finden statt oder wurden abgesagt? Welche Clubaktivitäten sind noch möglich? Der Bedarf an Informationen war hoch. In regelmässigen Abstanden informierten wir unsere Mitglieder über die aktuellen Bestimmungen und gaben ihnen Empfehlungen an die Hand. SPV I Jahresbericht 2020
45–54 Jahre
15,7
13,8
9,5
55–64 Jahre
65+ Jahre
10,9
9
7,5
3,7
9
4,7
0% 5%
10% 15%
20% 25% 30%
DYNAMISCH
Rollstuhl-Aufkleber Über unsere Webseite rolliwelt.ch und in Im Berichtsjahr verkauften wir 428 Aufkleunserer Geschäftsstelle in Nottwil verkau- ber. Das sind etwas weniger als 2019, als wir fen wir Aufkleber mit dem von Rolland 514 verkauft hatten. Bregy gestalteten dynamischen RollstuhlLogo. Viele Kunden nutzen den Aufkleber, um dem Umfeld zu verdeutlichen, dass sie auf den Rollstuhl angewiesen sind. Der Aufkleber wird aber auch verwendet, um auf die Rollstuhlgängigkeit von Örtlichkeiten hinzuweisen.
Angebot und Preise www.rolliwelt.ch 11
KULTUR UND FREIZEIT
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SPV I Jahresbericht 2020
KULTUR UND FREIZEIT
HIGHLIGHT DES JAHRES
Premiere in der Sensibilisierung Just vor der Pandemie fand in Nottwil eine Sensibilisierungswoche statt. Teilnehmende waren über 800 Lernende, Veranstalterin die Abteilung Kultur und Freizeit. Von Tanja Müller, Bereichsleiterin KF
Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit zur Thematik «Leben im Rollstuhl» ist eine wichtige Aufgabe der Abteilung Kultur und Freizeit. Bei den Kursen wird auf kompakte Gruppengrössen und persönliche Wissensvermittlung geachtet. Der Austausch mit den Referierenden steht im Zentrum. Ist dies mit über 800 Lernenden des Berufsbildungszentrum Bau und Gewerbe Luzern in nur einer Woche überhaupt möglich? Nach der erfolgreichen Durchführung im Februar 2020 sagen wir: «Ja». Modular aufgebaut Nachdem jeder Halbtag im Plenum startete, setzten sich die jungen Menschen im Sensibilisierungskurs mit drei Schwerpunkten auseinander: Im Modul Lebensgeschichte fokussierten die Referierenden, alle selbst im Rollstuhl, auf die Herausforderungen und Möglichkeiten, die ein Leben im Rollstuhl mit sich bringt. Bei der Besichtigung der umgebauten Privatautos wuchs dann wie immer das Verständnis, warum die Rollstuhlparkplätze so gross und möglichst nahe am Ausgang platziert sind.
Auch der Besuch des ParaForum war Inhalt eines Moduls. In der interaktiven Ausstellung gab es viel zu entdecken und ein Quiz schuf Anreize, Videos anzuschauen, Schubladen zu öffnen oder in den Kleiderschrank zu spähen. Die Rollstuhlhandhabung war ein Aha-Erlebnis für viele. Die Fussgänger durften sich in einen Rollstuhl setzen und erleben, wie es sich anfühlt, kleine Hindernisse zu bewältigen, respektive einem Kollegen Hilfestellung zu leisten. Gleichzeitig zeigte ein kurzes Basketballspiel die Möglichkeiten des Rollstuhlsports auf. Auf die leichte Schulter nahm es jedoch niemand. So beschrieb ein junger Teilnehmer sein Erlebnis: «Rollstuhlfahren ist lustig – wenn man wieder aufstehen kann».
SPV I Jahresbericht 2020
Ins Detail geplant Dass die Sensibilisierungswoche ein voller Erfolg wurde, ist der akkuraten Planung und Organisation unserer Kurskoordinatorin zu verdanken. Konkret fanden von Montag bis Freitag 40 Kurse zu je vier Modulen aufgeteilt auf jeweils einen Vor- und Nachmittag statt. Die über 800 Kursteilnehmenden waren in Gruppen von 15 bis 20 Personen aufgeteilt und wurden von je einer Lehrperson begleitet. 30 spezifisch instruierte Referierende unterrichteten die einzelnen Module. Zusätzlich kümmerten sich pro Halbtag drei Personen um den Aufbau des Parcours für die Rollstuhlhandhabung und die Begleitung der Gruppen, was aufgrund der Bauarbeiten auf dem Campus nötig war.
Der grosse Aufwand hat sich gelohnt. Die Umfrage ergab eine Zufriedenheit von 91%, was wir als schönes Kompliment auffassen. Anschliessend ausgebremst Nur einen Monat später erklärte der Bundesrat die ausserordentliche Lage. Damit war klar: Vorerst finden vor Ort keine Veranstaltungen mehr statt, die Sensibilisierung steht wie (fast) alles andere still.
Wir nutzten die Zeit, um den Sensibilisierungskurs weiter zu professionalisieren: Zusammen mit Referierenden wurden die Modulinhalte überarbeitet und konkretisiert und die administrativen Abläufe effizienter gestaltet. Die Schulung der Referierenden auf die neuen Inhalte fand im Sommer statt und bereits vor der zweiten Pandemiewelle hat sich bestätigt, dass das überarbeitete Angebot weiterhin auf reges Inte resse stösst. Einfach eine tolle Sache!
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KULTUR UND FREIZEIT
DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE
Verschoben ist nicht aufgehoben 2020 war für die Reise- und Kulturbranche hart. Auch uns ging es nicht anders: Reisen wurden annulliert, Kurse verschoben und digitale Alternativen ausprobiert. Von Tanja Müller, Bereichsleiterin KF
Als der Bundesrat am 13. März 2020 beschloss, die Schweizer Skigebiete zu schliessen, begann für das SPV-Reisebüro eine turbulente Zeit. Beide Skiwochen wurden annulliert und die SPV behielt sich vor, über die Durchführung jeder folgenden Gruppenreisen zu befinden. Im Mai kam es anders: das komplette Reisejahr 2020 musste aufgrund der Pandemiesituation abgesagt werden.
Das Bedürfnis nach Information und Austausch besteht. Dies hat der ausgebuchte Mobilitätskurs im Oktober gezeigt. Mit Schutzmaske ausgerüstet vermittelten der SPZ-Sporttherapeut Carsten Gugel und SPV-Mitarbeiter Martin Wenger Wissenswertes zu schulterschonender Antriebstechnik und zur Überwindung von Hindernissen. Auch für Begleitpersonen ein absolut lehrreicher Kurs.
Unsicherheit besteht Auch als sich die Lage in den Sommermonaten spürbar entspannte, blieb die Unsicherheit im Reisebereich gross. Noch immer hiess es Abstand halten, Risikogebiete meiden und gegebenenfalls eine Quarantäne in Kauf nehmen. Unseren Reisegästen mit Tetraplegie unterbreiteten wir ein Ferienangebot im Hotel Sempachersee in Nottwil. Dass dieses auf wenig Interesse stiess und somit nicht durchgeführt wurde, erstaunte unter den gegebenen Umständen kaum.
Die Verschiebung und schliesslich die Annullation des Zentralfests hat eine kleine aber feine Idee zu Tage gefördert: Am 25. September veranstalteten wir den «digitalen Maskenball». Allen, die sich angemeldet hatten, schickten wir eine Hygienemaske mit der Aufforderung, diese zu gestalten. Zahlreiche kreative Variationen wurden eingeschickt und das Publikum hat im Online Voting die Siegerkreation gekürt, welche grosszügig mit einem Brunch-Gutschein vom Hotel Sempachersee belohnt wurde. Eine Prise Humor hilft in angespannten Zeiten.
Wie geht es weiter? Dies ist in der Reisebranche die wohl grösste Frage. Das SPV-Reisebüro hat auf die Situation reagiert. Für die ersten Auslandreisen des Kalenderjahrs 2021 haben wir Alternativferien in der Schweiz vorgesehen, falls eine Reise ins Ausland nicht möglich sein wird. Dieses Angebot haben wir in der neuesten Ausgabe von «ParaReisen» publiziert. Die Tendenz unserer Kundschaft zeigt, dass die Hemmschwelle für Reisen ins In- oder Ausland für das erste Halbjahr hoch ist. Anmeldungen haben wir bislang nur für die zweite Jahreshälfte erhalten. Alternativen gefragt Im Kurs- und Anlassbereich sah es in den Sommermonaten besser aus: Unter fachkundiger Leitung und Einhaltung der Schutzvorgaben fanden Ausflüge wie der Handbike-Trail mit Andreas Gautschi im August statt. Die anspruchsvolle Tour führte auf den Creux du Van (NE) und belohnte mit einem prächtigen Panorama. 14
Handbiketrail mit Andi Gautschi SPV I Jahresbericht 2020
Bereits im Herbst war wieder Improvisationstalent gefragt. Aufgrund der zweiten Pandemiewelle und den damit einhergehenden Restriktionen gerieten die beliebten Anlässe Fototreff und Weihnachts- respektive Handwerkermarkt ins Wanken. Schliesslich mussten wir auch diese beiden Veranstaltungen absagen. Statt im Rahmen des Fototreffs stellten wir unser Reiseprogamm durch persönliche Beratung vor. Für den Handwerkermarkt fanden wir eine digitale Lösung. Sieben Austellerinnen und Aussteller entschieden sich dazu, mit uns dieses Experiment zu wagen und über die Webseite der SPV ihre handgefertigten Dekoartikel, Holz-Tiere, Ohrringe und Weihnachtskarten zu verkaufen. Etwas enttäuscht mussten wir feststellen, dass ein Online-Weihnachtsshop nicht den Nerv unserer Kundschaft trifft. War es die gedämpfte Weihnachtsstimmung oder fehlte das persönliche Gespräch am Verkaufstresen? Wir wissen es nicht. Zum Glück lernt man aus Misserfolgen und kann so für das nächste Jahr eine andere Idee entwickeln. Angebote überarbeitet Neben der Sensibilisierungsarbeit galt es auch das Kurs- und Veranstaltungsangebot zu optimieren. Die aufgezwungene Flaute während den Lockdown-Wochen bot sich geradezu an, unsere Angebote zu überdenken.
In einer Analyse der möglichen Kundensegmente stellten wir fest, dass sich das Kurs- und Veranstaltungsangebot bislang grösstenteils an Personen mit einem Altersdurchschnitt von 53 Jahren orientierte und der Fokus auf der Deutschschweiz lag. Mit dieser Erkenntnis und im Hinblick auf die Strategie der nächsten vier Jahre haben wir den Entschluss gefasst, künftig mehr Angebote für die Romandie zu schaffen. Als Neuzugang in unserem Team konnten wir mit Aktivmitglied Claude Siegenthaler einen zweisprachigen Mitarbeiter gewinnen. Er wird sich künftig, zusammen mit den KF-Ressortverantwortlichen der Rollstuhlclubs, dieser Aufgabe widmen. Der Austausch mit den KF-Verantwortlichen hat zudem gezeigt, dass nicht nur auf dem Papier ein Bedarf an Angeboten für die jüngere Zielgruppe besteht. Schritt für Schritt werden wir diese Ansprüche berücksichtigen und das Portfolio näher an die Bedürfnisse der Clubs und Mitglieder bringen. Bereits im nächsten Kalenderjahr strukturieren wir unser Angebot mittels Rubriken. So erleichtern wir die Orientierung und machen unsere Dienstleistungen besser zugänglich. SPV I Jahresbericht 2020
Freiwillige on hold Im Dezember 2019 erschien in «Paraplegie» ein Aufruf zur Freiwilligenarbeit. Daraufhin erhielten wir zahlreiche Anfragen und Anmeldungen von Interessierten, die sich engagieren wollten. Nur dank dem unglaublichen Einsatz von ehrenamtlichen Gruppenleitenden und zahlreichen Laienpflegenden können unsere Gruppenreisen stattfinden. Die Schulungstage für diese Tätigkeiten waren im Frühjahr komplett ausgebucht.
Dass wir hierbei ausschliesslich auf überaus engagierte und motiverte Menschen treffen, zeigt sich nicht zuletzt darin, dass wir trotz dreimaliger Verschiebung der Schulungen immer noch ausgebucht waren. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die uns dieses Jahr mit so viel Verständnis, Solidarität und ungetrübtem Optimismus begegnet sind, obwohl ihre Tätigkeit auf Eis gelegt wurde.
Mobilitätskurs Hindernisse überwinden
Digitales Projekt OK:GO Eine Plattform hier, eine App da, ein Projektvorschlag dort – die Fülle an Ideen und Angeboten an Plattformen mit Daten zur Barrierefreiheit wurde in den letzten Jahren zunehmend unübersichtlicher. Da keines der bestehenden Angebote wirklich überzeugte, lag es nahe, Ressourcen zu bündeln und Synergien zu nutzen – nur wie? Die Lösung offenbarte sich in Form des Fördervereins «Barrierefreie Schweiz». Vertreter aus Behinderten- und Tourismusorganisationen schlossen sich zusammen und gründeten den Verein im Dezember 2016. Die SPV ist Mitglied.
Die Komplexität der Thematik wurde in vielen Sitzungen und Workshops aufgearbeitet. Daraus entstand das Projekt OK:GO. Ziel ist es, dass alle Organisationen und Betriebe des Schweizer Tourismus Informationen zur Zugänglichkeit ihrer Angebote zentral erfassen. Über die App ginto sind diese Informationen für alle Interessierten einsehbar. Im 2020 wurde vor allem die Erfassung durch Touristikanbieter sowie die Weiterentwicklung und Optimierung der App vorangetrieben. Das Projekt stiess bei den Tourismusbetrieben auf viel positive Resonanz und wird uns auch im kommenden Jahr weiter beschäftigen, gerade hinsichtlich der Zukunft unserer Plattform paramap.ch. 15
KULTUR UND FREIZEIT
BUSREISEN
VERANSTALTUNGEN UND KURSE
Absagen
Analyse Kundensegmente
Alle für 2020 geplanten Reisen mussten wegen des Coronavirus annulliert werden. Die Massnahmen zur Eindämmung machten das Reisen und eine langfristige Planung nahezu unmöglich. Die Skiwoche in Arosa etwa musste wenige Tage vor Beginn aufgrund der verordneten Schlies sung aller Skigebiete abgesagt werden. Die Buseinsätze von Eurobus und Buchard erlitten durch die Absagen der Reisen im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von über 80 Prozent. 2020 wurden nur 65 Busfahrten durchgeführt. Zudem nutzten auch die Rollstuhlclubs die Reisebusse weniger. Im Vorjahr fanden alle geplanten Reisen statt und die Busse waren gut ausgelastet.
Wir haben den ruhigen Frühling genutzt, um die Kundengruppen im Bereich Kurse und Veranstaltungen zu analysieren. Dies geschah anhand der Abonnenten des KF-Newsletters. Diesen Newsletter haben 3886 Personen abonniert. Davon sind 63 % männlich und 37 % weiblich. Der grösste Teil der Abonnenten, nämlich knapp drei Viertel aller Personen, spricht Deutsch. Die Französischsprechenden machen 20 % aus, die Italienischsprechenden
6 %. Die Feedbacks der Abonnenten haben wir für die Ausrichtung des Angebotes 2021 genutzt. Neu gibt es die Angebotskategorien Aktivität, Mobilität, Wohlbefinden, Kultur und Information. Ebenso wird das Angebot 2022 auf die Erkenntnisse dieser Analyse abgestützt. Verstärkt wollen wir Angebote in der Westschweiz schaffen. Eigens dafür haben wir eine Arbeitsstelle als Koordinator Veranstaltungen und Kurse geschaffen.
Verteilung nach Altersgruppen
25–44 Jahre 24 %
0–24 Jahre 6 %
EVENT
423 Total 423 Anmeldungen sind für das Zentralfest eingegangen. Die hohe Zahl ist sehr erfreulich. Sie zeigt, dass der soziale Austausch und das Zusammenkommen sehr wichtig sind und von den Teilnehmenden geschätzt werden.
65+ Jahre 27 %
45–64 Jahre 43 %
KURSE
Zunehmend sensibilisiert Trotz Coronavirus konnten im Jahr 2020 fast gleich viele Sensibilisierungskurse wie im letzten Jahr durchgeführt werden. Dies lag vor allem daran, dass viele Kurse im Sommer und Herbst stattfanden. Die grössten Anzahl Kurse 93
Geplant war das Zentralfest für den 25. April 2020 als Festlichkeit zum 40-Jahr Jubiläum der SPV. Aus bekannten Gründen musste das Zentralfest jedoch zuerst auf den 26. September 2020 verschoben und schliesslich ganz abgesagt werden. 16
103
Kunden waren wiederum Schulen im Bereich der nachobligatorischen Schulzeit. 14 Sensibilisierungskurse mussten im Verlauf des Jahres abgesagt werden. Ohne die Pandemie wäre das Jahr 2020 ein Rekordjahr geworden. 102
99
97
66 Anzahl Teilnehmer für Sensibilisierungskurse
2000
1789
1729
1765 1397
1556
2015 2016 2017 2018 2019 2020
SPV I Jahresbericht 2020
NEWSLETTER
REISEN
Viel beachtet
Destinationen rund um den Erdball
Die Öffnungsrate des Newsletters bewegt sich jeweils zwischen 46 % und von Kultur und Freizeit ist ausseror- 58 %, was eine sehr hohe Quote ist. Eine dentlich hoch. durchschnittliche Öffnungsrate von 21 % wird im Allgemeinen bereits als Im Jahr 2020 wurden drei Newsletter hoch beurteilt. Somit darf von einem jeweils in deutscher und französischer grossen Interesse unserer AbonnenSprache verschickt. Die Öffnungsrate ten gesprochen werden.
Das Reisebüro nimmt die Wünsche der Kundschaft ernst. Über die Hälfte aller Reiseziele kamen aufgrund von Kundenrückmeldungen in unser Programm. Konkret bedeutet dies, dass 11 von 20 Reisen Wunschdestinationen waren.
Newsletter Juli 2020 Newsletter September 2020 Newsletter November 2020
Deutsch
Öffnungsrate 46 % Öffnungsrate 50 % Öffnungsrate 46 %
Französisch
Öffnungsrate 58 % Öffnungsrate 57 % Öffnungsrate 55 % 0
20
40
60
80 100
KUNDENFEEDBACK
Zufrieden Die Zufriedenheit der Teilnehmenden an den Sensibilisierungskursen war in den letzten Jahren konstant sehr hoch. Auch 2020 kann wiederum ein tolles Ergebnis ausgewiesen werden. Ganz knapp liegt es unter der Marke des Vorjahres. Gemeinsam mit den Referierenden haben wir die Kursinhalte überarbeitet und das administ-
DIGITAL
rative Verfahren effizienter gestaltet. So konnten die Abläufe vereinfacht und optimiert werden. Die Referierenden wurden im Sommer anlässlich einer Infoveranstaltung auf die neuen Inhalte geschult, und einige haben bereits gemäss dem neuen Leitfaden einen Kurs abgehalten.
Zufriedenheit der Teilnehmenden 94 93
94 % 93 %
92
93 %
93 %
92 %
91 90 2016
2017
SPV I Jahresbericht 2020
2018
2019
Beispiele dafür sind die Reisen nach Schottland oder Dubai. Pro Jahr werden zehn Angebote für alle Mitglieder und zehn für Mitglieder mit Tetraplegie aus geschrieben. Es werden zudem immer wieder beliebte Klassiker wie die Badewoche in Grado durchgeführt.
2020
Vermehrt zu Hause statt unterwegs
paramap.ch verzeichnete im Vergleich zu 2019 rund 36 % weniger Besucher. Dies liegt zu einem grossen Teil an der Pandemiesituation. Der Bundesrat hat im Frühling dazu aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Die User waren weniger unterwegs und informierten sich dadurch auch weniger über die verschiedenen rollstuhlgängigen Einrichtungen. Rollstuhlgängige Einrichtungen www.paramap.ch 17
ZENTRUM FÜR HINDERNISFREIES BAUEN
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SPV I Jahresbericht 2020
ZENTRUM FÜR HINDERNISFREIES BAUEN
HIGHLIGHT DES JAHRES
So macht Wohnen Spass Sandra Kropf wohnt an Wochenenden und in den Ferien bei ihren Eltern. Damit die Rollstuhlfahrerin dies auch im neuen Zuhause ihrer Familie tun kann, baute das ZHB ein altes Gebäude um. Von Gerald Pappe, Mitarbeiter ZHB, Architekt
Ihre Eltern so oft als möglich zu besuchen, ist für die 33-jährige Sandra Kropf sehr wichtig. Seit Geburt leidet sie an einer Muskelschwäche und ist auf einen Elektrorollstuhl angewiesen. Während der Woche wohnt sie im Heim für selbstbestimmtes Wohnen «Mooshuus» in Moosseedorf (BE) und arbeitet im Schulungs- und Wohnheim Rossfeld in Bern. An den Wochenenden und während der Ferien fährt sie gerne zu ihren Eltern nach Thun, wo Werner und Kathrin Kropf bis vor einem Jahr noch in einer Mietwohnung lebten. Nach dem Tod des Grossvaters von Sandra Kropf bestand für ihre Eltern die Möglichkeit, dessen Haus in Steffisburg zu übernehmen. Ein Umzug in dieses Haus kam aber nur in Frage, wenn es nach den Bedürfnissen der Tochter rollstuhlgängig umgebaut und erweitert wird. Das ZHB konnte dieses Anliegen im Rahmen einer kostenlosen Bauberatungssitzung klären und wurde daraufhin mit der Planung und Realisierung des Bauvorhabens beauftragt. Ein sinnvolles Konzept Das Gebäude wies nebst Untergeschoss ein Erdgeschoss im Hochparterre und ein Obergeschoss auf. Die Platzverhältnisse waren eng. Im Erdgeschoss, welches über mehrere Treppenstufen erreichbar war, befanden sich ein kleiner Eingangsbereich, eine Toilette, ein Wohnzimmer, ein weiteres Zimmer sowie die Küche. Im Obergeschoss gab es zwei Zimmer und ein Badezimmer, welches lediglich von einem dieser beiden Zimmer aus zugänglich war. Das vom ZHB erarbeitete Konzept sah vor, ein zum Wohnen und Schlafen ausgestaltetes, rollstuhlgängiges Erdgeschoss zu schaffen und das Obergeschoss lediglich zu renovieren.
queme Transfers, einen unterfahrbaren Waschtisch mit vielen Ablagemöglichkeiten und generell über viel Stauraum. Weiter bietet das Bad Platz für einen Waschmaschinen-Tumbler-Turm. Den Hauseingang verschoben wir auf eine andere Fassadenseite. Die Wände der Toilette und des Abstellraums rissen wir heraus. Auf diese Weise entstand Fläche für eine weitläufige Eingangspartie mit Garderobe. Die Hauseingangstüre wurde automatisiert und die Umgebung gänzlich umgestaltet. Eine Rampe führt nun zum Hauseingang und dem gedeckten Vorplatz und eine weitere Rampe zum erhöhten Gartenbereich mit Aussenterrasse. Der neue Parkplatz hat ausreichend Fläche für den Transfer. Bewährungsprobe Die besten Konzepte nützen nichts, wenn sie sich im Alltag nicht bewähren. Dies gilt ganz speziell im Bereich des hindernisfreien Bauens. Werner und Kathrin Kropf sind mit dem Umbau rundum zufrieden: «Wir geniessen unser neues Heim. Gerade während der Pandemie wurde uns dies noch bewusster. Wir sind stolz, mit Unterstützung des Architekten vom ZHB das Richtige getan zu haben. Für unsere Tochter Sandra ist es wunderbar, dass sie nun selbständig nach Hause kommen und ins Haus eintreten kann. Sie hat ihr eigenes Zimmer im Erdgeschoss, beschafft sich das Nötige aus der Küche, nimmt sich ein Buch und fährt mit dem Rollstuhl in den Garten um zu lesen; und das alles ohne unsere Hilfe.» Die positive Rückmeldung der Familie erfüllt uns mit Stolz. Wir freuen uns sehr, dass wir mit den umgesetzten Massnahmen so viel zur Lebensqualität aller Beteiligten beitragen konnten.
So wurde im Parterre ein eingeschossiger Baukörper angebaut, der ein geräumiges rollstuhlgängiges Badezimmer beinhaltet. Die Räumlichkeit verfügt über eine grosszügige bodenbündige Dusche mit genügend Platz für eine Hilfsperson, eine Toilette für beSPV I Jahresbericht 2020
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ZENTRUM FÜR HINDERNISFREIES BAUEN
DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE
Selbstständig wohnen Eine Studie im Auftrag des Bundesamtes für Sozialversicherungen mit dem Titel «Bestandsaufnahme des Wohnangebots für Menschen mit Behinderungen» beweist: Immer mehr Menschen mit Behinderungen wohnen selbstständig. Von Felix Schärer, Bereichsleiter ZHB
Seit 2008 im Rahmen der «Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen» (abgekürzt NFA) Heime, Sonderschulen und ähnliche Institutionen an die Kantone übergingen, ist ein Wandel weg vom Wohnen im Heim hin zu möglichst selbständigen Wohnformen feststellbar. Die Studienverfasser der Berner Fachhochschule empfehlen den Kantonen und Anbietern, die Diversifizierung der Angebote verstärkt voranzutreiben in Richtung persönlich gestaltbarer Wohn- und Lebensformen. Dort, wo die privaten Wohnangebote dazu noch nicht existieren, kommen wir vom Zentrum für hindernisfreies Bauen (ZHB) ins Spiel. Kompetente Bauberatung für hindernisfreies Bauen Die Bauberater des ZHB sind täglich in der ganzen Schweiz für unsere Kunden und Mitglieder unterwegs. Sie kümmern sich um das Kerngeschäft und beraten Menschen mit Körperbehinderungen in der ganzen Schweiz bei der Hindernisfreiheit im Wohnund Arbeitsumfeld. Sie erbringen im Rahmen des umfassenden Leistungsnetzes der Schweizer Paraplegiker-Gruppe ihren Teil, damit die Rückkehr ins angestammte private Umfeld gelingt. Trotz den Einschränkungen durch das Coronavirus konnte das Team 2020 insgesamt 285 neue Bauberatungen durchführen. Über das Jahr gesehen, ist das mehr als eine Bauberatung pro Arbeitstag, und dies in allen Landesteilen und im angrenzenden Ausland (30 km).
Das Team leistete ganzjährig etwa 6700 kostenlose Bauberatungsstunden für unsere Kunden. Im Tessin und im angrenzenden Italien führte die Fachstelle aus Muhen die zehn Bauberatungen in Zusammenarbeit mit einem externen Büro durch. In allen anderen Landesteilen ist das Team mit eigenen, bei der SPV angestellten Architekten und Bauberatern tätig. 20
Wir arbeiten intensiv mit den Rehakliniken der Schweiz zusammen: dem Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil, der Uniklinik Balgrist in Zürich, dem REHAB Basel und der Clinique romande de réadaption in Sion. In 169 Fällen konnten wir mit unseren Bauberatungen bewirken, dass Patienten nach einem schweren Schicksalsschlag nach Hause zurückkehren konnten. Pandemie fördert die Digitalisierung Nachdem im Vorjahr die Koordination der Bauprojekte mit den Rehakliniken bereits digitalisiert wurde (siehe Jahresbericht 2019), konnte das Architektenteam ab Frühling 2020 problemlos und ohne Leistungseinbusse vermehrt im Homeoffice arbeiten.
Die Pandemie zwang das ZHB trotzdem, die Beratungsprozesse teilweise anzupassen respektive zu ergänzen. In der Regel finden Wohnraumabklärungen vor Ort gemeinsam mit dem Patienten und den Ergotherapeuten statt. Zusammen mit den Rehakliniken entwickelte die SPV ein Konzept, das in begründeten Fällen wie etwa der Pandemie eine teilweise virtuelle Abklärung erlaubte. Teilvirtuelle Wohnraumabklärungen wurden und werden nur bei vorhandener Dringlichkeit (z.B. Austritt aus einer Klinik) durchgeführt. Falls möglich wird abgewartet, bis eine ordentliche Besichtigung vor Ort mit allen Beteiligten möglich ist. Bei der teilvirtuellen Wohnraumabklärung ist der Informationsaustausch vor der Abklärung sehr wichtig. Der Bauberater des ZHB besichtigt anschliessend die Wohnsituation mit einer Patienten-Vertretung und dokumentiert alle Punkte, welche über die CheckListe gefordert wurden. Teil der Besichtigung ist dann ein Videoaustausch zwischen Ergotherapeut und Bauberater. Im Idealfall nimmt auch der Patient daran teil und diskutiert mit. SPV I Jahresbericht 2020
Bauplanung und Realisation Die Architekten des ZHB planten 2020 nebst den üblichen Wohnraumanpassungen erfolgreich verschiedene grössere Projekte wie Liftanbauten, Hausanbauten, Umnutzungen für das Wohnen im Alter und vieles mehr. Damit wurden jeweils bauliche Voraussetzungen in Richtung persönlich gestaltbarer Wohnund Lebensformen für unsere Kunden geschaffen.
So realisierte das ZHB für das Ehepaar Müller aus Wettingen einen verglasten Aussenlift für das bestehende Wohnhaus. Der Lift bildet neu, neben der bestehenden Innentreppe, eine hindernisfreie vertikale Erschliessung aller Geschosse, vom Untergeschoss bis zum ausgebauten Dachgeschoss. Rosmarie Müller ist glücklich darüber, dass sie seit Oktober 2020 wieder alle Bereiche des Wohnhauses unbeschwert erreichen kann. Damit wurde für das Ehepaar der Wohnraum für eine langfristige gemeinsame und individuell gestaltbare Zukunft zu Hause geschaffen.
Wichtig ist bei allen Projekten die Sicherstellung der Finanzierung des Gesamtprojektes. Dazu erhalten unsere Kunden bei Bedarf Hilfestellung von den Sozialberatungsstellen der Rehakliniken. Und gerade für terminlich enge Projekte helfen immer öfters verschiedene Stiftungen mit Vorfinanzierungen. In einzelnen Fällen wird aber auch auf den Entscheid der IV-Stellen gewartet, bevor ein Umbau realisiert werden kann oder die Kunden finanzieren selber. Kurzberatungen und Dokumentation Neben der kostenlosen Bauberatung für Menschen mit Behinderungen und ihren Angehörigen fanden auch täglich Kurzberatungen statt. Diese Tätigkeit wird durch umfassende Informationen auf der Webseite der SPV unterstützt. Zusammenarbeit Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung (SPS) erhält von Direktbetroffenen Gesuche für die Kostenübernahme von baulichen Anpassungen. Das ZHB hat 2020 insgesamt 24 Beurteilungen und Fachexpertisen für die SPS erstellt.
Für die SPS konnte das ZHB 2020 auf dem Areal in Nottwil kein Bauprojekt realisieren. Wir sind aber dankbar, dass wir zu Projektbeginn des Neubaus der Kinderkrippe SPZ mitwirken durften. Dies zeigt die seit jeher gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der SPS. Förderung der Autonomie Die SPV ist ein sozialer Arbeitgeber. Ende 2020 hat das ZHB entschieden, einer Rollstuhlfahrerin aus Cham bei uns das 4. Lehrjahr als Zeichnerin zu ermöglichen. Dies in enger Zusammenarbeit mit ParaWork. Wir freuen uns, Sophie Wiesbauer ab Februar 2021 im Team zu haben.
Anbau Glaslift UG-DG, Wettingen
In der Planungs- und Realisierungsphase wurden notwendige Bauprojekte bis zur Inbetriebnahme umgesetzt, teilweise unter enormem Zeitdruck. Die Zusammenarbeit in diesem Bereich mit Fachpersonen aus Therapie, Sozialberatung, Hilfsmittelversorgung, Versicherungen, Baubehörden, Baufachleuten und vielen mehr war für das neunköpfige Team selbstverständlich. Es erforderte aber von den Architekten, den Zeichnern und der Sachbearbeiterin funktionales und emotionales Denken. SPV I Jahresbericht 2020
Zukunft Gemeinsam mit den SPV-Mitgliedern wollen wir ein Netzwerk aufbauen, um die Vertretung der Interessen bei baulichen Themen in der ganzen Schweiz zu stärken. In Zusammenarbeit mit anderen Institutionen sollen die mandatierten Interessenvertreter schweizweit Bauverantwortliche sensibilisieren und die Erfüllung der hindernisfreien Bauweise fordern. Erstens treiben wir damit Leuchtturm-Beispiele voran, wie die Gemeinde Uster (MOVE-Award Preisträger 2020), die beispielhaft die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen fördert. Und zweitens erfolgt damit ein Beitrag zu mehr bezahlbarem Wohnraum. Ein Thema, welches viele unserer Mitglieder und Kunden beschäftigt.
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ZENTRUM FÜR HINDERNISFREIES BAUEN
BAUREALISATION
IV-ENTSCHEIDE
Kürzere Prüfzeiten
Planung und Bauleitung Insgesamt wurden 2020 total 107 Bauprojekte abgeschlossen. Dies beinhaltete die gesamte Planung und bei einigen Projekten ebenfalls die Bauleitung. Damit haben wir exakt gleich viele Projekte wie im Vorjahr umgesetzt. Bauprojekte 150 145 144
140 135
Bei vielen Wohnungs- und Arbeitsplatzanpassungen reichen unsere Kunden ein Finanzierungsgesuch an ihre kantonale IV-Stelle ein. Dabei werden alle abgeschlossenen Fälle (Bauberatung) analysiert und erfasst. Auffällig ist, dass im Berichtsjahr bereits bei 45,5% der eingereichten Projekte ein IV-Entscheid vorliegt. In den
136
130 125 120
124
124
bekannte IV-Entscheide in % der eingereichten Gesuche 73,91 %
115 110
77,68 % 60,50 %
105 100
beiden Vorjahren lag dieser Wert zur selben Zeit deutlich tiefer. Dies deutet darauf hin, dass die Durchlaufzeiten für die Prüfung der Gesuche durch die IV-Stellen nun endlich kürzer sind. Auffällig ist die massive prozentuelle Abnahme der verfügten Beiträge seit dem Jahr 2017, was sich übrigens auch in den tatsächlich verfügten Frankenbeträgen zeigt und zurückzuführen ist auf den Spardruck der IV.
107
107
2015 2016 2017 2018 2019 2020
52,55 %
57,12 %
43,90 %
Gesamtsumme CHF von IV verfügt in % der eingereichten Gesamtsumme
45,45 %
37,32 % 30,02 %
29,62 %
2019
2020
NACHGEFRAGT
Hohe Kundenzufriedenheit
2016
Jede Bauberatung wird mit einer Kundenbefragung abgeschlossen. Diese erfolgt digital oder schriftlich per Post. 2020 hat das ZHB insgesamt 150 Rückantworten erhalten. Die Mehrheit der Kunden war mit den Arbeiten sehr zufrieden. sehr zufrieden 67,4 %
zufrieden 28,1 %
2017
2018
Zur Erklärung der Grafik «IV-Verfügungen»: je früher das Messjahr desto genauer (vollständiger) die Auswertung, da in neueren Jahren noch nicht alle Projekte und IV-Verfügungen erfasst sind (weil noch pendent). Es werden nur bereits abgeschlossene ZHB-Projekte in dieser Statistik erfasst. Das Jahr 2020 ist daher mit Vorsicht zu betrachten, da noch viele Verfügungen eintreffen werden.
VIEL UNTERWEGS
Geschäftsfahrten Unsere Mitarbeitenden sind viel unterwegs, da Beratung und Bauen in der Regel am Wohn- oder Arbeitsort unserer Kunden passiert.
unzufrieden 0,9 %
22
weniger zufrieden 3,6 %
Wir waren 2020 mit den eigenen Autos 31 035 km und mit zwei Geschäftsautos 60 415 km auf den Strassen unterwegs;
zum Glück immer unfallfrei! Unsere Geschäftsautos tragen auch zur Steigerung der Bekanntheit der SPV bei. Sie sind mit unserem Logo versehen. Wann immer möglich nutzen wir den öffentlichen Verkehr. Ökologie und Nachhaltigkeit sind uns nicht nur beim Bauen wichtig. SPV I Jahresbericht 2020
REGIONALE VERTEILUNG
BAUBERATUNG
Leichter Rückgang in der Westschweiz Spitzenreiter bei der Anzahl Bauberatungen waren die Kantone Zürich und Aargau mit je 38. Regional haben wir gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 15 Bauberatungen in der Westschweiz zu verzeichnen. Im Tessin waren die Bauberatungen konstant. In der Deutschschweiz erfuhren wir dafür eine Steigerung um 29 Bauberatungen. Deutschschweiz 233 Westschweiz 39
Tessin 8
Angrenzendes Ausland 5
Hindernisfrei Bauen 2020 haben die Mitarbeitenden des ZHB in 24 von 26 Kantonen sowie im grenz nahen Ausland in Liechtenstein, Italien und Frankreich (max. 30 km zur Grenze) Bauberatungen durchgeführt. Die Bauberatung ist das Kerngeschäft des ZHB. Sieben bei der SPV fest angestellte Architekten sowie ein externer Tessiner Fachmann bieten diese Dienstleistung in der ganzen Schweiz vor Ort direkt bei den Kunden an. Bei 60 % aller Bauberatungen wurden wir durch die vier auf Querschnitt lähmung spezialisierten Schweizer Reha kliniken beigezogen. Im Berichtsjahr führten wir 285 Bau beratungen durch. Damit stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr leicht an (2019: 266). Somit erbrachten wir 2020 pro Arbeitstag im Durchschnitt 1,1 Bauberatungen. Herkunft der neuen Bauberatungsprojekte 130
BAUPLANUNG
120
9 Baugesuche Wir haben 2020 insgesamt neun Bau- Kontakt mit der Baubehörde ist dabei gesuche in sechs verschiedenen Kan- sehr wichtig, um die Terminsituation tonen eingereicht. Das ist mit grossem im Griff zu haben. Aufwand verbunden. Der frühzeitige Solothurn 1
Aargau 3
Zürich 1
110 100 90 80 70 60 50
Luzern 1
40 Freiburg 1
30 Schwyz 2
20
122
18
76
7
22
14
26
SPZ Nottwil
SPS Nottwil
Externe Anfragen
CRR Sion
SAHB
Uniklinik Balgrist
REHAB Basel
10 0
SPV I Jahresbericht 2020
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ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ
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SPV I Jahresbericht 2020
ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ
HIGHLIGHT DES JAHRES
Giro Suisse verbindet Clubs Die inklusive Handbiketour zu 40 Jahre SPV überwand Grenzen. In 13 Tagen wurden unter Mithilfe von 15 Rollstuhlclubs rund 700 Kilometer und 6500 Höhenmeter zurückgelegt. Von Roger Getzmann, Bereichsleiter RSS
Der Giro Suisse begann in Kriens, wo die SPV ihre erste Geschäftsstelle 1980 eröffnet hatte und endete in der Sport Arena Nottwil des Schweizer ParaplegikerZentrums. Ursprünglich war geplant, dass das Ende der Tour mit der Schlussfeier der Paralympics zusammenfällt. Da auf Grund der Pandemie die Spiele auf 2021 verschoben wurden, hatten Athleten wie Marcel Hug Zeit, auf dem Schlussstück des Giro Suisse dabei zu sein und die rund 60 Teilnehmenden auf den letzten Kilometern zu begleiten. Auf der Leichtathletikbahn liessen sie sich bejubeln, bevor sie durch den Zielbogen fuhren. «Der Breitensport hat für Rollstuhlsport Schweiz eine grosse Bedeutung. Der Giro Suisse machte vielen unserer Mitglieder bewusst, wie wichtig es ist, sich regelmässig sportlich zu betätigen», so Thomas Hurni, OK-Chef des Giro Suisse nach der Jubiläumstour. Zwar beeinflusste die Pandemie das Vorhaben, der Sportbegeisterung der SPV-Mitglieder konnte sie hingegen nichts anhaben. Strikt wurde auf die Abstandsregeln und Hygienevorschriften geachtet und während den Transporten galt Maskenpflicht. Die Teilnehmenden meisterten auch dies. Empfang der Sportministerin Die Genussfahrt durch die Schweiz bot zahlreiche Herausforderungen in Form von Steigungen oder Wassermengen. Letztere waren entweder traumhaft schön wie etwa am Rheinfall, oder störend wie die massiven Regenfälle im Tessin und Wallis, weshalb jene Etappen gestrichen bzw. verkürzt werden mussten. In Bern wurden die Teilnehmenden für ihren langen Aufstieg in die Hauptstadt belohnt. Sportministerin Viola Amherd lud zum Empfang neben dem Bundeshaus und lobte das Engagement der SPV der vergangenen 40 Jahre, welches bei diesem Anlass für die gesamte Schweiz sichtbar werde. Zudem betonte sie die grosse Bedeutung des Sports gerade auch im Hinblick auf die Inklusion von Menschen mit BehinSPV I Jahresbericht 2020
derung. Das OK, die Rollstuhlclubs, Freiwilligen und Teilnehmenden nahmen diese Worte dankbar entgegen. Denn für sie alle war der Giro Suisse ein einzigartiges Erlebnis, in das sie viel Herzblut investierten. Mit den Besuchen in der CRR Sion und im REHAB Basel standen zwei wichtige Partnerkliniken auf dem Programm. In beiden Zentren werden Querschnittgelähmte rehabilitiert. In Sion sammelten sogar einige Patienten auf dem Schlussabschnitt der Etappe erste Erfahrungen im Handbike. Bewegender Moment Belohnt wurde das OK mit vielen lachenden Gesichtern während der Tour sowie durchwegs positiven Rückmeldungen aus den Rollstuhlclubs. Direktor Laurent Prince zeigte sich regelrecht euphorisch und gab die Planung eines abgespeckten Giros für 2021 in Auftrag. Gründervater Guido A. Zäch wie auch Heidi Hanselmann, Präsidentin der SPS, war die Rührung sichtlich anzumerken als die Handbiker, ihre Begleiter und der Staff unter Konfettiregen durch den Zielbogen brausten. Dank der engagierten Mitarbeit der beteiligten Rollstuhlclubs wurde der Giro Suisse zum Jahreshighlight. Und der Breitensport kam dem Ziel, dass sich jeder Rollstuhlfahrer regelmässig sportlich betätigt, um 13 Etappen näher.
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ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ
DIENSTLEISTUNGEN, LEISTUNGSSPORT
Sportjahr im Zeichen der Pandemie Die Curling Heim-WM Ende Februar symbolisierte den ersten und gleichzeitig letzten Schweizer Titelwettkampf im 2020. Trotz Lockdown, Trainings- und Wettkampfsperren gibt es Interessantes aus den Sportarten zu berichten. Von Roger Getzmann, Bereichsleiter RSS
Im Leistungssport war 2020 ein sehr intensives Jahr. Stetig mussten Vorgaben abgeklärt, Schutzkonzepte angepasst, Trainingsmöglichkeiten definiert und danach kommuniziert werden. Es wurden meistens Möglichkeiten gefunden, den Athleten gute Trainingsgelegenheiten zu bieten. Badminton Im Februar fanden letztmals internationale Turniere statt. Cynthia Mathez war es als einziger Kaderathletin vergönnt, sich in Brasilien und Peru mit der Weltspitze zu messen. Durch innovative Ideen konnte der Trainingsbetrieb im ersten Halbjahr gut aufrechterhalten werden. Nach der Lockerung der Massnahmen durch den Bund profitierte Badminton als Rückschlagsportart vom Vorteil, den Trainingsbetrieb beinahe uneingeschränkt wiederaufnehmen und verschobene Kaderzusammenzüge nachholen zu können. Trotz der Verschiebung der Paralympics besteht für das Schweizer Damen-Doppel (Karin Suter und Cynthia Mathez) eine gute Ausgangslage für eine Qualifikation. Basketball Die Meisterschaft 2019/2020 musste bereits Mitte März aufgrund der Pandemie unterbrochen werden. Die Teams sprachen sich in der Folge einstimmig für den Saisonabbruch aus, und so wurde die Meisterschaft ohne Schweizer Meister beendet. Die neue Meisterschaft startete im September 2020 und musste bereits einen Monat später wieder unterbrochen werden.
Der Schweizer Cup wurde erstmals mit einer gesteuerten Auslosung durchgeführt. Das Finalspiel konnte aufgrund der Terminsetzung von Swiss Basketball nicht im Rahmen des «Fussgänger»-Cupfinals stattfinden. Deshalb wurde dieses erstmals durch die TK selber organisiert und im Campus Sursee gemeinsam mit einem Spieltag der Fun League ausgetragen. Die Pilatus Dragons sicherten sich den Cupsieg. 26
Um das Frauen-Basketball in der Schweiz zu fördern, wurde ein neues Projekt lanciert. Verschiedene Trainingscamps wurden organisiert und im September konnte das neu gegründete Damenteam (Swiss WheelchairbasketballLady-Team) bereits das erste Turnier in Volketswil gegen Herrenteams spielen. Bob Der internationale Bereich dieser Sportart ist in den letzten Jahren kontinuierlich auf 20 aktive Piloten aus 15 Ländern angewachsen. Auch die Schweiz ist mittlerweile mit zwei erfolgreichen Athleten auf den Bahnen vertreten. Neben dem erfahrenen Chris Stewart, der die EM mit einer Silbermedaille abschloss, hat Jonas Frei in seiner ersten Saison mit der Selektion für das Nationalkader der Saison 2020/21 bereits grosses sportliches Potenzial bewiesen. Bogenschiessen Zum zweiten Mal in Folge wurde Martin Imboden sowohl in der Para-Wertung als auch in der Wertung der «Fussgänger» Schweizer Meister. Erfreulicherweise können seit 2020 die Para-Athleten ebenfalls vom Netzwerk der Athleten und Trainer von Swiss Archery profitieren, indem ihnen monatliche Kadertrainings offenstehen. Zu einem wichtigen Pfeiler qualitativ hochstehender Turniere und für die Durchführung professioneller Trainings hat sich in den letzten Jahren das World Archery Excellence Center (WAEC) in Lausanne etabliert. Martin Imboden absolviert seine Trainings regelmässig im WAEC. Curling Das OK der Heim-WM in Wetzikon um Bruno Schallberger, Andreas Heiniger, Peter Nater und Linda Wiprächtiger blickt auf einen erfolgreichen Event zurück. Die zusätzlichen Herausforderungen durch das Coronavirus wurden in Zusammenarbeit SPV I Jahresbericht 2020
mit den Ärzten des GZO Spitals Wetzikon und den Behörden vor Ort gut antizipiert, die Umsetzung von Massnahmen umgehend eingeleitet und jederzeit transparent kommuniziert.
Curling Heim-WM in Wetzikon
Neben dem organisatorischen Erfolg blieb der sportliche leider aus. Das Nationalteam konnte nicht an die Leistungen der letzten WM anknüpfen und somit den Abstieg in die B-Liga nicht verhindern. Die Chance zum Wiederaufstieg bietet sich an der B-WM, welche bereits mehrmals verschoben wurde und im Frühling 2021 stattfinden soll. Das Nationalkader trainiert intensiv auf dieses Ziel hin und nutzt dafür die idealen Bedingungen in der IIschi Arena in Brig. Das CurlingTeam ist nach wie vor in einer guten Ausgangslage, um sich für die Paralympics 2022 in Peking (CHN) zu qualifizieren. Fechten Aktuell gibt es drei Trainingsstandorte in der Schweiz: Bern, Baden und Lugano. Ausserdem ist eine Arbeitsgruppe daran, die Sportart auch in Lausanne, Sion und Genf zu etablieren. Die Schweizer ParaplegikerStiftung hat dank Crowdfunding zwei Fechtrollstühle und eine Plattform angeschafft. Swiss Fencing hat den Rest des Materials gesponsert. Das gesamte Material ist im SPZ Nottwil platziert und wird für Sporttherapien und Schnuppertage verwendet. Ausserdem kann die Ausrüstung von Fecht- und Rollstuhlclubs gemietet werden. Golf Neben dem individuellen Programm der zwei erfahrenen Golfspieler Urs Bucher und Pierre Massard zeigt ein neuer Spieler viel Potenzial und grosse ZuSPV I Jahresbericht 2020
kunftspläne. Rund ein halbes Dutzend angehende Golfer profitierten vom persönlichen Schnupperangebot unter der Leitung von Urs Bucher. Handbike Die Schweizer Athleten haben in diesem Jahr nur an wenigen internationalen Wettkämpfen teilgenommen. Auf nationaler Ebene wurde in Belp zusammen mit Swiss Cycling die Schweizer Meisterschaft im Zeitfahren organisiert. Für die Schweizer Meisterschaft im Strassenrennen konnte kurzfristig ein Organisator in Roggliswil gefunden werden. Neu gab es an beiden Wettkämpfen eine Fun-Kategorie, in welcher auch Athleten ohne Swiss Cycling-Lizenz starten durften. Per 31. Dezember 2020 trennten sich die Wege von Rollstuhlsport Schweiz und Nationaltrainer Dany Hirs in gegenseitigem Einvernehmen. Leichtathletik Es war keine leichte Entscheidung, jedoch die einzig richtige. Das neu formierte OK der ParAthletics in Nottwil musste Mitte März die Austragung 2020 absagen. Erfreulicherweise konnte im August die Junioren Schweizer Meisterschaft mit Einlagerennen der Elite in der Sport Arena Nottwil durchgeführt werden und die Athleten zeigten, dass sie auch während des Lockdowns gut trainiert hatten. Bester Beweis dafür war der Weltrekord von Manuela Schär über 1500 m, aber auch weitere Persönliche Bestzeiten und Höchstleistungen bestätigten diese Aussage.
Junioren SM Nachwuchs in Topform
Als Alternative zu den ParAthletics und den Paralympics führte die TK die «Nottwil Race Days» durch. Aufgrund der Reiserestriktionen musste der Grossteil der internationalen Konkurrenz dem Event leider 27
ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ
Christophe Fasel neuer Weltrekord
fernbleiben und auch wettertechnisch lieferte das Rennwochenende keine Möglichkeiten, Bestzeiten zu realisieren. Vielmehr trug der Event dazu bei, das Regenmaterial unter Wettkampfbedingungen ausgiebig zu testen. Unsere Athleten sammelten am London Marathon erste und wertvolle Erfahrungen mit Wettkämpfen unter Pandemiebedingungen. Solche Wettkämpfe in der «Blase» ohne Publikum und von der Öffentlichkeit isoliert werden sicherlich auch künftig zur Anwendung kommen. Powerchair Hockey Das Amt des Headcoachs wurde von Raphaël Mathis an Daniel Pulver übergeben. Mit diesem Schritt wurde die Aufbauarbeit der vergangenen Jahre konsequent fortgesetzt, um im Hinblick auf die WM 2022, die in der Schweiz (Nottwil-Sursee) stattfinden wird, das Potenzial vollständig auszuschöpfen. Die Sportart wurde 2020 vollständig in die RSS-Nachwuchsförderung integriert.
Sportschiessen In Hinblick auf die Paralympics in Tokio entwickelte sich Nicole Häusler mit gezielten individuellen Trainings sportlich weiter. Ebenfalls positiv gestaltete sich die Formkurve von Stefan Amacker, der ähnlich wie Nicole Häusler von individueller Förderung in Form von Stützpunkttrainings und Testverfahren (SCATT) profitieren konnte. Dies neben den allgemeinen Trainings für die gesamte Schützenfamilie in Luzern und Kölliken. Ski Alpin Das Swiss Paralympic Ski Team (SPST) setzte sich zum Ziel, in der Zwischensaison ohne Titelwettkämpfe möglichst viele Podestplätze zu erreichen. Diese Vorgabe wurde im Grossen und Ganzen erreicht.
Rudern 2020 fanden keine besonderen Aktivitäten statt. Rugby Die TK legte den Fokus auf die sportliche Weiterentwicklung der Kaderathleten. Zudem wurden die Prozesse für die Organisation von Turnieren optimiert und das Projekt «Nachwuchsscout» zur systematischen Spielerrekrutierung lanciert. Der Nachwuchs scout hat die Aufgabe, die Sportart in der Schweiz bekannter zu machen und neue Spieler für Rugby zu motivieren. 28
Powerchair Hockey Aufstrebende Sportart SPV I Jahresbericht 2020
Mit zwei Rennen – im Dezember der Europacup in St. Moritz und im Januar der Weltcup in Veysonnaz – zeigten die Schweizer, dass sie exzellente Rennen organisieren können. Die grössten Erfolge erzielte Murat Pelit an den Weltcup-Rennen in Russland, wo der Tessiner Podestplätze in der Abfahrt und im Super-G feierte. Der Weltcup-Final musste wegen der Pandemie annulliert werden. Ein Grosser des Schweizer Para-Skisports gab im März 2020 seinen Rücktritt bekannt: Christoph Kunz, mehrfacher Paralympics-Medaillengewinner, zog sich zehn Jahre nach seinem ersten Medaillengewinn in Vancouver 2010 als Skirennsportler zurück. Eine erfolgreiche Karriere mit grossen Verdiensten für den Schweizer Para-Skisport geht damit zu Ende. Tennis Die Durchführung aller internationalen Turniere von März bis Ende September wurde von der ITF untersagt. Viele andere Turnier-Organisatoren zogen später die Ausschreibung ihrer Turniere zurück. In der Schweiz konnten nur die Schweizer Interclub Meisterschaft und die Schweizer Meisterschaft durchgeführt werden. Auch das Master fiel der Pandemie zum Opfer. Schweizer Meister wurden wie bereits im letzten Jahr Nalani Buob und Raphaël Gremion. Die zwei Nachwuchsathletinnen Nalani Buob und Angela Grosswiler haben die turnierfreie Zeit gut genutzt und in enger Zusammenarbeit mit dem NLR an ihrer Athletik gearbeitet.
an die Wettkämpfe in Polen. Ebenfalls wurden ab März sämtliche internationale Wettkämpfe bis Ende Jahr annulliert. Wasserski An der italienischen Meisterschaft überbot Christophe Fasel in der Kategorie «Tricks» seinen eigenen Weltrekord aus dem letzten Jahr. Leider endete die Saison an seinem bevorzugten Trainingsort in Recetto (ITA) abrupt, da die Trainings- und Wettkampfstätte durch ein Hochwasser zerstört wurde. Der Schaden war beträchtlich. WCMX Die in der Schweiz noch junge Sportart durfte trotz der Pandemie zweimal Geschichte schreiben. Zum einen fand in Bulle anlässlich eines Skatepark-Jubiläums der erste WCMX Wettkampf in der Schweiz statt und dies ganz im Zeichen der Inklusion mit allen Disziplinen der Fussgänger wie Skateboard, Rollerblades und Scooter. Lorraine Truong gewann in der Klasse «Mixed» vor Lokalmatador Dimitri Gross und Emiglio Pargätzi.
Im September 2020 hat Eva Stutzki neu den Posten als Nationaltrainerin Rollstuhl-Tennis übernommen. Damit gewannen wir eine ehemalige Profispielerin, welche über eine breite Erfahrung als Spielerin sowie als Trainerin verfügt. Sie löste René Bolliger ab, der sich seit vielen Jahren für die Weiterentwicklung der Sportart in der Schweiz eingesetzt hatte. Tischtennis Erstmals in der Geschichte des Schweizer Para-Tischtennissports wurden die Finalspiele der Schweizer Meisterschaft in die Elite Schweizer Meisterschaft von Swiss Table Tennis integriert. Diese Premiere war ein absoluter Erfolg. Die vielen Zuschauer und Supporter sorgten für eine ausgelassene Stimmung in der Halle von Rapperswil-Jona und liessen den Event zu einem tollen Erlebnis für alle werden.
Auf internationalem Parkett nahm das Schweizer Team einzig an den Para Polish Open in Wladyslawowo (POL) teil. Das Team reiste nur in einer Kleinbesetzung bestehend aus dem Athleten Silvio Keller und dem Trainerstab Philipp Zeugin und Fabrice Descloux SPV I Jahresbericht 2020
Podestplätze für Murat Pelit
Zum anderen wurden die World WCMX Championships 2020 zum ersten Mal digital ausgetragen. Die Athleten filmten ihre Runs (Läufe) von 60-90 Sekunden und sandten sie zur Wertung nach Kalifornien (USA). Via Livestream konnte der Wettkampf und das Judging mitverfolgt werden. In einem internationalen Feld von zehn Frauen erkämpfte sich Lorraine Truong den Platz als Vizeweltmeisterin. Unsere zwei Nachwuchsathleten Dimitri Gross und Emiglio Pargätzi belegten die Plätze fünf und sechs in der Klasse «Intermediate Men». 29
ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ
DIENSTLEISTUNGEN, BREITENSPORT UND ATHLETENENT WICKLUNG
Bewegung – jetzt erst recht Bewegung und Sport sind für alle wichtig und fördern die Gesundheit. An Events mit Schutzkonzepten und mit Bewegungsideen für zuhause hat RSS im Coronajahr bewegt. Auch auf strategischer Ebene hat sich viel getan. Von Roger Getzmann, Bereichsleiter RSS
Die Fachbereiche Breitensport und Athletenentwicklung warteten im vergangenen Jahr mit Neuheiten und Altbewährtem auf.
Breitensport Die Skikurse in Sörenberg und in allen anderen Destinationen waren bis zum Lockdown am 14. März 2020 gut besucht und fanden grossen Anklang. Die Langlaufkurse in Les Diablerets im Februar und in Fiesch im März waren vollständig ausgebucht. Es hat sich gezeigt, dass sich immer mehr auch Tetraplegiker gerne auf den Loipen bewegen. Das Breitensport-Team hat eine Idee von Eltern aus dem «Kids Camp» 2019 aufgenommen und monatlich ein «Mini-Training» für die ganze Familie lanciert. Dieses Bewegungsangebot fand im Januar und Februar bei Gross und Klein grossen Anklang. Leider mussten sich alle weiteren geplanten Durchführungen dem Coronavirus beugen. Die Mini-Trainings sollen aber im 2021 fester Bestandteil des BreitensportProgramms sein. Die Schwimmkurse im SPZ-Hallenbad waren ebenfalls äusserst beliebt. Mit 16 Teilnehmenden hatten die Schwimmleiterinnen bis zum Corona-Lockdown alle Hände voll zu tun. Wer Spass und Freude an Rückschlagspielen hat, konnte sich in Nottwil beim Tischtennis oder beim Tennis auf dem renovierten Tennisplatz aktiv betätigen. Dank dem unermüdlichen Einsatz von Trainer Herbert «BouBou» Keller fiel die durch die Pandemiemassnahmen erzwungene Trainingspause kurz aus, da er sich um Trainings-Alternativen ausserhalb des SPZ bemühte. In der Südschweiz konnten zwei ausgebuchte Kurse durchgeführt werden. Segeln in Lugano und Mountainbike in Airolo sind nun feste Bestandteile der «Active Motion Days». 30
Mit Demonstrationen der Sportarten Langlauf und Curling war der Fachbereich Breitensport im Januar an den Olympischen Jugend-Winterspielen in Lausanne präsent und sensibilisierte so Jugendliche für den Sport im Rollstuhl. Im August wurde mit einem Schnuppertag die neue Sportart Rollstuhl-Skaten (WCMX) promotet. Das Basketballturnier «handivalide» in Pully, das von zwei Studenten organisiert wurde, begeisterte Teilnehmende wie Zuschauer. Kurz vor den erneuten Verschärfungen der Pandemiemassnahmen konnte im Tessin der «Kids Day» stattfinden. Leider mussten die folgenden «Kids Days» in Bulle und Nottwil abgesagt werden. Auch das «fun for wheelies» im Frühling (geplant in Bern), das «Kids Camp» in Nottwil sowie das WasserskiWeekend in Mols konnten nicht durchgeführt werden. Das Sportcamp «move on», welches jeweils im Oktober stattfindet, wurde dieses Jahr aufgrund der Jubiläumstour Giro Suisse nicht durchgeführt. Die normalerweise im Frühling geplante Sportchefkonferenz wurde wegen des Coronavirus auf den Herbst verschoben und konnte schliesslich nur virtuell über die Bühne gehen. Aussergewöhnliche Situationen verlangen neue Wege. Wie können sich unsere Mitglieder während des Lockdowns fit halten? Was können wir zur Motivation beitragen? Das Breitensport-Team antwortete mit dem Projekt «stay active at home». Wir präsentierten auf unserer Webseite ein abwechslungsreiches Sportprogramm mit Tipps und Videos für zu Hause – zum Teil auch von Athleten . Gleichzeitig konnten uns Mitglieder ihre Trainingszeiten mitteilen und somit an der Challenge «gemeinsam ein Jahr trainieren» teilnehmen. Das Ziel von insgesamt 8760 Stunden konnte zwar nicht ganz erreicht werden, aber der Bewegungsbarometer hat sich doch mit vielen Sportstunden gefüllt. SPV I Jahresbericht 2020
Weiter hat das Breitensport-Team eine Bedürfnisumfrage lanciert, damit in Zunkunft noch zielgerichteter und bedürfnisorientierter Breitensportkurse für unsere Mitglieder angeboten werden können. Alles überstrahlt hat im 2020 der Giro Suisse, obwohl lange nicht klar war, ob wir den Jubiläumsanlass durchführen können. Wir haben es gewagt und gewonnen. Mit dem nötigen Schutzkonzept und einem exzellenten Giro-Suisse-Team haben wir die vielen Herausforderungen mit Bravour gemeistert. Der Giro Suisse war ein voller Erfolg (vgl. S. 25). Aus- und Weiterbildung Viele Aus- und Weiterbildungskurse sind der Pandemie zum Opfer gefallen und mussten annulliert werden, weil in Nottwil die Sporthalle als Medical Center Luzern diente. Zum Glück konnten im Oktober unter strengen Schutzauflagen der esa-Einführungskurs und die esa-Fachausbildung durchgeführt werden. Auch die geplanten Basis-, Praxismodule und das interdisziplinäre J+S-Modul im Tessin konnten kurz vor der erneuten Verschärfung der Massnahmen mit zufriedenen Teilnehmenenden über die Bühne gehen.
planung der Athleten geht. Der Trainingsumfang eines Athleten und die Förderung durch den Verband ergeben sich durch die Stufe, auf der sich der Athlet befindet. Kaderzugehörigkeit, gewünschtes Umfeld, Trainerausbildung, Arbeitgeber- und Schullösungen sowie sportmedizinische Unterstützung und vieles mehr liest man einfach aus dem abgebildeten Athletenweg heraus. Der Athletenweg soll für Rollstuhl clubs, Trainingsgruppen und persönliche Trainer wegweisend sein. Rollstuhlsport in der Schweizer Arme Die Zusammenarbeit mit der Schweizer Armee wurde dieses Jahr intensiviert. Per 1. Januar 2021 werden drei Athleten vom Rollstuhlsport Schweiz remilitarisiert und gelten neu als Sportsoldaten. Im Herbst 2021 wird das erste Mal eine Spitzensport RS mit zwei Behindertensportlern stattfinden. Rollstuhlsport Schweiz und seine Athleten profitieren ab 2021 von der Spitzensportförderung der Schweizer Armee. Diese öffnet organisatorsische, strukturelle und finanzielle Vorteile auch für den Verband, aber vor allem für die Sportler.
Athletenentwicklung FTEM Covid-19 verhinderte vieles in diesem Jahr und öffnete gleichzeitig Türen für strategische Arbeiten wie beispielsweise am FTEM Förderkonzept. Die Abkürzung FTEM steht für die vier Schlüsselbereiche einer Sportkarriere: «F» wie «Foundation» (Fundament, Grundlagen, Basis), «T» wie «Talent», «E» wie «Elite» und «M» wie «Mastery» (Weltklasse). FTEM bildet damit den Idealverlauf des Athletenwegs bis hin zur Weltspitze ab. Die Schlüsselbereiche wiederum sind in insgesamt zehn unterschiedliche Phasen aufgeteilt, an denen sich die Verantwortlichen orientieren können.
Rollstuhlsport Schweiz hat diese Athletenwege 2020 erarbeitet. Mit der Unterstützung von Swiss Olympic wurden in zwölf Sportarten je eine Arbeitsgruppe gebildet, bestehend aus Experten, Trainern und den Sportartenmanagern von RSS. Die Athletenwege wurden in Workshops samt Vor- und Nachbearbeitung erarbeitet, danach visuell dargestellt und schliesslich veröffentlicht. Im Zuge dieser Arbeit wurden Rahmentrainingspläne sowie Technikmodule nach FTEM Stufen erstellt. Ein riesiges Projekt mit mehr als 40 internen und externen Beteiligten. Die Athletenwege sind nun die Basis für Gespräche mit den Eltern, Schulen, Lehrbetrieben und den Arbeitgebern, wenn es um eine längerfristige KarrierenSPV I Jahresbericht 2020
Neue Trendsportart Rollstuhl-Skaten (WCMX)
Neue Richtlinien Athletenförderung Die Richtlinien der Nachwuchsförderung wurden nicht nur überarbeitet, sondern neu konzipiert. Die neuen Richtlinien betrachten die Athletenförderung ganzheitlich; vom Nachwuchs bis zur Elite. Dies beinhaltet neben den drei Fördergefässen im Nachwuchs «Basic Rolli», «Future Rolli» und «Para Talent» auch das neu geschaffene «Para Top Potential» und die Förderstruktur der Elite «Para Top Athlete».
31
ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ
ELITE
TRAINER
Anerkennung Nicht weniger als 106 Teilnehmende hätten gerne an unseren Ausbildungskursen teilgenommen. Leider kamen nur 34 davon in den Genuss der vielseitigen Ausbildungsinhalte. Dank einer Ausnahmeregelung muss niemand um seine Leiteranerkennung für 2021 fürchten und somit auch kein Rollstuhlclub um Qualitätsbeiträge. Leider fehlen uns die Angaben zu den Anmeldezahlen der J+S Module «Sport und Handicap», welche auch abgesagt werden mussten. Teilnehmer in Trainerausbildungen
82 Kadermitglieder In 15 Sportarten gab es 2020 total 82 Kadermitglieder, verteilt auf 63 Nationalkader und 19 A-Kader. Das bedeutet eine kleine Steigerung zu den 79 des Vorjahres. 16 Athleten befanden sich zusätzlich im Elite-Fördergefäss «Para Top Athlete». Elite-Athleten pro Sportart und Kaderstufe Badminton
3
2
Basketball
10
Bob
2
Bogenschiessen
2
Nationalkader A-Kader
6
Curling Golf
1
1 8
Handbike 12 RSS Ausbildungen (durchgeführt) 63 RSS Ausbildungen (abgesagt) 16 esa-Ausbildungen (durchgeführt) 9 esa-Ausbildungen (abgesagt) 6 Ausbildungen Ski (durchgeführt) 0 10 20 30 40 50 60 70
2
Leichtathletik
10
Powerchair Hockey
10
1
8
Rugby Ski Alpin
1
Sportschiessen
1
1 2
Tennis Tischtennis
1
Wasserski
1 0
3
2 4
2
4
6
8
10
12
GIRO SUISSE
16 030 Kilometer Power und Spass Das RSS Highlight des Jahres konnte – wenn auch mit Schutzkonzept – glücklicherweise durchgeführt werden. Vom 25. August bis 6. September pedalten die durchschnittlich rund 16 Teilnehmenden pro Tag gemeinsam mit ihren Betreuern gesamthaft über 16 000 km. Dies obwohl die Etappe mit den zweitmeisten Teilnehmenden im Tessin aufgrund heftiger Regenfälle abgesagt werden musste. Ein besonderes Highlight bot die letzte Etappe, als die Handbiker unter viel Applaus und Konfettiregen im Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil durch den Zielbogen fuhren. 32
Giro Suisse Teilnehmer pro Etappe 16
Kriens – Uster Uster – Neuhausen am RF
10 11
Schaffausen – Wil Haag – Chur
19 25
Personico – Tenero Naters – Sion
20
Lausanne – Yverdon
16
Yverdon – Givisiez
17
Givisiez – Bern Bern – Neuchâtel Delémont – Basel Basel – Oensingen Oensingen – Nottwil
14 8 13 14 26 0 5 10 15 20 25 30
SPV I Jahresbericht 2020
PATRONATE
BREITENSPORT
74 Veranstaltungen
694 Bewegungstage
Nicht weniger als 74 Events mit Beteiligung von Rollstuhlsportlern hätten 2020 finanzielle Unterstützung und Beratung erhalten sollen. Leider konnten davon nur 33 stattfinden, dies sind rund 45% der geplanten Events. Einzel- und Outdoor-Sportarten hatten dabei eine bessere Ausgangslage als Team- und IndoorSportarten. SPV Patronate für Sportanlässe mit Rollstuhlsportlern 10
7
abgesagt
4
8
5 4
6
3
3
2
Multisport 39
Unihockey
1
1
Tischtennis
1
3
Tennis
Powerchair Hockey
Leichtathletik
Handbike
Curling
Bogenschiessen
3
Sportschiessen
2 1 Bob
1 2
3
Segeln
Basketball
4
Rugby
2
Badminton
3 2
Ausdauersport 261
5
Ski Alpin
3
0
Teilnehmertage im Breitensport
5
4
4 2
durchgeführt
Trotz Coronavirus hat RSS die Teilnehmertage im Vergleich zum Vorjahr um vier Tage auf 694 ausgebaut. Allein 234 Tage wurden während des Giro Suisse absolviert. Dies führte zu einer Verschiebung zugunsten des Ausdauersports. Über das ganze Jahr gesehen mussten nur 13 Kurstage abgesagt werden, darunter leider teilweise die Kids Days. Das RSS-Team hat Flexibilität gezeigt und die Schutzkonzepte vorbildlich umgesetzt.
Spielsport 86
Skisport 274
Wassersport 34
GEZIELTE FÖRDERUNG
57 Nachwuchsathleten
CLUBBESUCHE
Aus 13 Sportarten sind total 57 Nachwuchsathleten in Fördergefässen. Das sind eine Sportart (Powerchair Hockey) und sechs Nachwuchsathleten mehr als im Vorjahr. Diese Athleten sind unsere Zukunft und wir freuen uns, wenn viele dereinst den Weg in unsere Elitekader oder sogar an die Weltspitze schaffen. Nachwuchsathleten pro Sportart und Fördergefäss Badminton
1
1
1 6
Basketball Bogenschiessen
0
Curling
1
Fechten
1
3 Basic Rolli Future Rolli
1 3
Handbike Leichtathletik
2
Powerchair Hockey
2
3
4 7
Ski Alpin
1
1
1
1
Tennis
1
1
Tischtennis
1
2
1
0 2 4 6 8 10
SPV I Jahresbericht 2020
Mit Besuchen möchten wir die Trainer unterstützen und motivieren sowie die Qualität der Trainingsangebote sichern. Im Berichtsjahr war die Beratung und Betreuung der Trainer in den Rollstuhl clubs besonders herausfordernd und somit auch der Bedarf an Clubbesuchen gross. Dies beweist die weitere Steigerung auf total 35 Clubbesuche. Anzahl Clubbesuche 35
3 4
Rugby Sportschiessen
Para Talent
4
35 Trainings besucht
32
30 25 23
20 15 10 5
35
26
16 10
9
0 2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
33
LEBENSBERATUNG
34
SPV I Jahresbericht 2020
LEBENSBERATUNG
HIGHLIGHT DES JAHRES
Blick nach vorn Im Sommer 2018 gerät das Leben von Bastien Murith durch einen Sprung in den See aus den Fugen. Auf den Skicross-Champion wartet eine aussergewöhnliche Rehabilitation. Von Jeanne Rüsch, Mitarbeiterin LB, Sozialarbeiterin
Nach der obligatorischen Schulzeit in Bulle (FR) besucht Bastien Murith das Sportgymnasium in Brig (VS), einerseits um seine gymnasiale wie berufliche Matur zu erlangen, andererseits um sich dort seinem Lieblingssport zu widmen: zuerst dem Ski Alpin, später dem Skicross. Er absolviert ein Praktikum im Tourismusbüro von Sierre, das er für sein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis benötigt. In der Mittagspause des letzten Praktikumstages springt er kopfüber in den Gerundensee. Leider ist dieser nicht tief genug. Resultat: Fraktur der Wirbelsäule auf Höhe C7, was eine Tetraplegie bedeutet. Nach einer Operation im Spital von Sion beginnt er eine zehnmonatige Reha in der Clinique romande de réadaption (CRR) ebenfalls in Sion. In dieser Zeit lernt er Yann Avanthey, Aussendienstmitarbeiter der SPV kennen, der ihn motiviert, SPV-Mitglied zu werden. Bastien Murith erhält Informationen, wie die Schweizer Paraplegiker-Gruppe funktioniert, wohin er sich wenden kann, wenn er Unterstützung braucht. Er erfährt, wie er die Zollgebühren zurückerstattet bekommt, sich von der KFZ-Steuer befreien lässt oder wie er Anträge an die Schweizer Paraplegiker-Stiftung stellen kann. Um eine schnellstmögliche Rückkehr nach Hause zu arrangieren, schätzt das Zentrum für hindernisfreies Bauen die Kosten des notwendigen Umbaus. Während Bastien Murith in der Reha weilt, organisieren seine Eltern die Arbeiten. Die Haustür wird motorisiert, ein Treppenlift installiert und das Badezimmer umgebaut.
Eintritt ins Berufsleben Unabhängigkeit und Autonomie zurückzugewinnen sind zentrale Faktoren seiner Lebensqualität. Bastien Muriths persönliches Ziel ist es zu arbeiten. Er möchte sich nützlich fühlen und seinen Platz in der Gesellschaft wiederfinden, erklärt er uns. Neben seiner zeitintensiven Therapie nimmt er rasch eine berufliche Tätigkeit als Mitarbeiter im Bereich Ausbildung bei Swiss Ski in Bern auf.
Zu Beginn seiner beruflichen Wiedereingliederung begleitet ihn ein Jobcoach der Unfallversicherung. Mit ihm tauscht sich die Mitarbeiterin der Lebensberatung regelmässig über spezifische Themen aus, welche die Rückenmarkverletzung von Bastien Murith betreffen. Angetrieben von seinem Willen, nimmt Bastien Murith eine weitere Herausforderung an und findet innert Rekordzeit eine barrierefreie Wohnung in der Hauptstadt, ganz in der Nähe seines Büros. Neben seiner Arbeit treibt der ehemalige Skicrosser immer noch leidenschaftlich gerne Sport, sei es Ski fahren, Langlauf, Handbike, Mountainbike oder Schwimmen. Der Spitzensport reizt ihn nach wie vor und er möchte den Spass am Wettkampf wiederentdecken. Die Disziplin steht noch nicht fest. Bastien Murith betont, wie dankbar er für diese Unterstützung ist und dass er es schätzt zu wissen, dass er jederzeit auf den Support der Mitarbeitenden der Lebensberatung zählen kann.
Als Bastien Murith die Klinik verlässt, trifft er erstmals auf Jeanne Rüsch, Sozialarbeiterin der SPV. Ziel ist es, die von der CRR initiierten Massnahmen weiterzuverfolgen. Jeanne Rüsch erläutert, welche Versicherung wann zum Zuge kommt und berät den Tetraplegiker, was es noch zu tun gibt. Zahlreiche Gespräche mit der IV, dem SAHB und dem Unfallversicherer sowie mehrere Treffen zu Hause sind nötig. SPV I Jahresbericht 2020
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LEBENSBERATUNG
DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE
Inklusion als Hauptfokus Die Angebote der Lebensberatung unterstützen in persönlich oder finanziell angespannten Situationen und helfen, Pläne für die Zukunft zu entwickeln. Von Daniela Vozza, Bereichsleiterin LB
Inklusion für Menschen mit einer Querschnittverletzung zu ermöglichen, ist die zentrale Aufgabe der SPV. Der Bereich Lebensberatung bietet dabei eine vielseitige Palette an Unterstützungsmöglichkeiten sowohl durch die Begegnungen in den Rehazentren als auch durch Hausbesuche, wenn Betroffene im Anschluss an die intensive Betreuung in der Klinik wieder auf sich alleine gestellt sind. Der Wunsch nach selbständigen Wohnformen mit ausreichenden Pflegeleistungen oder die Anfrage für die Kostenübernahme von Hilfsmitteln, welche die Eigenständigkeit fördern, sind Themen, die regelmässig an uns herangetragen werden.
Peerberatung Die Begegnungen und Beratungen, welche zwischen erfahrenen Rollstuhlfahrern und Frischverletzten entstehen, ebnen den Weg für die Entwicklung neuer Visionen nach dem Klinikaustritt. Als eine der ersten Personen aus den ambulanten Unterstützungsangeboten ist die Kontaktaufnahme der Peerberater mit allen Erstrehabilitierenden ein zentraler Moment. Sie erläutern die umfangreichen Leistungen der SPV und geben eigene Erfahrungen weiter. Sie wissen, welche Vergünstigungen in Sachen Mobilität geltend gemacht werden können und stellen den Kontakt zum Rollstuhlclub der Wohnregion her.
rung vorbeikommt, um Abklärungen zur Hilflosenentschädigung durchzuführen. Auch beim Wunsch nach umfassender Beratung zur Aufgleisung einer neuen beruflichen Tätigkeit oder bei finanziellen sowie persönlichen Problemen stehen wir zur Seite. Grundsätzlich stehen wir als Anker ein Leben lang zur Verfügung, sei dies mit Unterbrüchen oder im stetigen Kontakt. So ist die psychosoziale Beratung und Begleitung, sei es vor Ort oder aus der Distanz, unsere Kernkompetenz. Die Anfragen erreichen uns meist telefonisch. Nicht selten erfolgt die Überweisung kurz vor Klinikaustritt durch unsere Kollegen in den vier Querschnittzentren oder über die Partnerorganisation ParaHelp. In die Gestaltung der Beratungen fliesst unser fundiertes Fachwissen aus unseren vielfältigen Erfahrungen ein. Hierzu zählen der Umgang mit Krisen, die Beratung bei Konflikten, das Entwerfen von neuen Visionen zur Wohnsituation oder zu beruflichen Fragen. Im Wirkungsfeld der Sozialversicherungen ist es wichtig, die Ansprüche immer individuell zu prüfen. Eine Übersicht über das gesamtschweizerische Leistungssystem zu haben, ist dabei wesentlich.
Soziale Arbeit Im Hauptfokus unserer Arbeit steht die Förderung der sozialen Teilhabe. Dazu ist es notwendig, sich eine Übersicht über die Gesamtsituation zu verschaffen und zu beurteilen, welche Form von Intervention angezeigt ist. Die eingehenden Anfragen sind sehr unterschiedlich. Sie reichen von der Frage zu neuen Richtlinien bei Versicherungsleistungen bis zur Begleitung an den Termin, wenn die Invalidenversiche36
Peerberatung Austausch auf Augenhöhe SPV I Jahresbericht 2020
RUBRIK LEBENSBERATUNG
CORONAVIRUS
Maskenpflicht Die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie waren erheblich, da wir nicht jederzeit Zugang zu den Kliniken hatten und teilweise keine Hausbesuche oder externe Gespräche stattfinden konnten. Dennoch haben wir den Kontakt zu unseren Klienten stets aufrecht erhalten. Die Form der Beratungen wurde laufend an die kantonalen Richtlinien angepasst und je nach Bedarf telefonisch oder per Video geführt. Das Einhalten der Schutzmass nahmen durch das Tragen der Maske verstand sich von selbst. Jedoch bildet die Maske in einem Beratungs gespräch eine nicht zu unterschätzende Barriere, mit der es umzugehen gilt.
BERATUNGEN
875
Wir haben immer ein offenes Ohr für die Themen unserer Klienten. Es ist uns ein grosses Anliegen, sie in ihrer Autonomie zu stärken. Ihr Vertrauen in unser Fachwissen motiviert viele, unsere querschnittspezifische Beratungsstelle rege zu nutzen. 2020 waren wir mit 875 Personen in Kontakt. Pro Klient ergaben sich im Durchschnitt rund sechs Beratungsstunden. Gerade in schwierigen Zeiten waren unsere Beratungsleistungen für die Betroffenen von zentraler Bedeutung. SPV I Jahresbericht 2020
PROJEKTE
Berufliche Neuorientierung Die Sozialarbeiter der Lebensberatung waren 2020 in diverse Projekte involviert. In Zusammenarbeit mit der Stiftung Esperanza sowie ParaWork des SPZ wurden in der Romandie rund 25 Personen mit einer Rückenmarksverletzung hinsichtlich ihrer beruflichen Neuorientierung unterstützt. Die vom Rotary Club Lausanne gegründete Stiftung Esperanza setzt sich seit 2011 für die berufliche Wiedereingliederung von Querschnitt gelähmten in der Romandie ein. Wir fungieren als Bindeglied zwischen den Klienten und den Stiftungsmitgliedern.
ses wird von einem interdisziplinären Team des SPZ zusammen mit ParaHelp und der Lebensberatung der SPV angeboten. Neu wurde die Präsenz versuchsweise von bisher einem Tag auf eine Woche pro Monat erhöht.
In der 2020 eröffneten ParaWG in Schenkon LU üben die Bewohner einerseits selbständig zu leben und entwickeln andererseits eine berufliche Perspektive. Dabei wurden die Bewohner von der Lebensbe ratung zu Gesprächen eingeladen, um gemeinsam die Versicherungsleistungen zu prüfen und Fragen rund um die neue LebensIm Ambulatorium des Plein Soleil in Lau- phase und Wohnsituation zu besprechen. sanne besteht ein monatliches Angebot für Sieben Personen haben wir auf diese Weise diverse Abklärungen und Beratungen. Die- begleitet.
HERZLICH WILLKOMMEN
Neumitglieder 206 neue Aktivmitglieder durften wir 2020 in den 27 Rollstuhlclubs begrüssen. Ein Grossteil dieser neuen Mitglieder gewannen unsere Aussendienstmitarbeitenden im persönlichen Kontakt im Rahmen der Erstreha in einer der vier Kliniken. 350 325
297
275 250
324
Neuaufnahmen
300
Wir begrüssen diese neuen Mitglieder herzlich bei der SPV und wünschen ihnen im Clubleben viel Freude. Ihnen steht die gesamte Angebotspalette des Dachverbands zur Verfügung.
309
296
269
264
225 200
206 2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
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INSTITUT FÜR RECHTSBERATUNG
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SPV I Jahresbericht 2020
INSTITUT FÜR RECHTSBERATUNG
HIGHLIGHT DES JAHRES
Wenn die Arbeit Früchte trägt Das IRB setzte sich dafür ein, dass die Unfallversicherung die Kosten der Grundpflege für alle Querschnittgelähmten übernimmt. Es gibt erste Erfolge. Von Thomas Wehrlin, Mitarbeiter IRB, Rechtsanwalt
Als 2017 die revidierte Unfallversicherungsverordnung in Kraft trat, hatten wir uns im Institut für Rechtsberatung bereits intensiv über die Neuerungen ausgetauscht. Unser Interesse galt insbesondere einem einzigen Satz, der wie folgt lautete: «Der Versicherer leistet einen Beitrag an die nichtmedizinische Hilfe zu Hause, soweit diese nicht durch die Hilflosenentschädigung nach Artikel 26 abgegolten ist.» Rasch merkten wir, dass dieser unscheinbare Satz für Personen, die unfallbedingt querschnittgelähmt sind, von enormer Tragweite sein könnte. Für uns war nämlich klar: Damit wird eine grundsätzliche Leistungspflicht der Unfallversicherung für die Grundpflege eingeführt. Die Übernahme der Pflegekosten ist für die Mitglieder der SPV ein zentrales Thema. Die monatlichen Spitex-Kosten betragen oftmals mehrere Tausend Franken und stellen dementsprechend eine grosse finanzielle Belastung dar. Gerade bei Personen mit einem hohen Lähmungsniveau übersteigen die Kosten der Grundpflege (nichtmedizinische Hilfe, wie etwa Hilfe bei Transfers oder bei der Körperpflege) regelmässig diejenigen der Behandlungspflege (medizinische Pflege). Wir stellten daher mit Genugtuung fest, dass die Unfallversicherung neu auch für die Grundpflege aufkommen muss. Gleichzeitig drängten sich erste Fragen auf. Ist diese Bestimmung auf alle anwendbar oder nur auf Personen, die nach Inkrafttreten der neuen Bestimmung, also ab 2017 verunfallt sind? Was hat die Formulierung zu bedeuten, dass die Unfallversicherung nur für die Grundpflege aufkommen muss, «soweit diese nicht durch die Hilflosenentschädigung abgegolten ist»? Wir diskutierten diese Fragen im Team, recherchierten in den Materialien zur Gesetzesrevision und versuchten, in der Rechtsprechung des Bundesgerichts und der kantonalen Gerichte zu ähnlichen Fragen Antworten zu finden. So gelangten wir nach und SPV I Jahresbericht 2020
nach zu einer gemeinsamen Haltung und zur Überzeugung: Alle verunfallten Querschnittgelähmten (und nicht nur diejenigen, die nach 2017 verunfallt sind) haben Anspruch darauf, dass die Unfallversicherung die Grundpflegekosten übernimmt. Und die Unfallversicherung muss grundsätzlich die gesamten Grundpflegekosten tragen. Somit ist in vielen Fällen zusätzlich zur Hilflosenentschädigung ein Grundpflegebeitrag geschuldet. Es ging nicht lange, bis erste Fälle von Betroffenen aus der ganzen Schweiz bei uns eintrafen, deren Unfallversicherung nur einen Teil der Grundpflegekosten übernehmen wollte. Wir empfahlen unseren Mitgliedern, sich zu wehren und den Rechtsweg zu beschreiten. Dabei setzen wir in allen Fällen auf die von uns erarbeitete gemeinsame Haltung. Es ist für uns eine grosse Genugtuung zu sehen, dass diese Arbeit nun langsam Früchte trägt. Inzwischen hat das Bundesgericht unsere Auffassung bestätigt, dass sämtliche Unfallversicherten von der neuen Bestimmung profitieren. Somit haben auch Personen, die vor 2017 verunfallt sind, Anspruch darauf, dass die Unfallversicherung für ihre Grundpflege aufkommt. Auch liegen erste kantonale Entscheide vor, die unsere Haltung bekräftigen, wonach sich die Unfallversicherungen nicht einfach mit der Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung begnügen können, sondern zusätzlich einen Beitrag für die Grundpflege schulden. Aktuell warten wir gespannt auf ein Urteil des Bundesgerichts zu dieser höchstrichterlich noch nicht geklärten Frage – seit September 2020 ist der Fall eines SPV-Mitglieds hängig.
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INSTITUT FÜR RECHTSBERATUNG
DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE
Das Versprechen «Wir begleiten Querschnittgelähmte. Ein Leben lang.» So lautet das Versprechen der Schweizer Paraplegiker-Gruppe an die Querschnittgelähmten. Wir vom IRB helfen mit, dieses Versprechen einzulösen. Von Michael Bütikofer, Bereichsleiter IRB, Rechtsanwalt und Notar
Aus Sicht des Instituts für Rechtsberatung (IRB) der Schweizer ParaplegikerVereinigung beginnt die Umsetzung des eingangs erwähnten Versprechens bereits während der Erstrehabilitation. Erleidet jemand eine Querschnittlähmung, sieht er oder sie sich umgehend mit zahlreichen juristischen Fragen konfrontiert. Darum ist es wichtig, dass zwischen der betroffenen Person und dem IRB frühestmöglich ein Kontakt hergestellt wird, damit rechtliche Fragestellungen rechtzeitig angegangen und geklärt werden können. Uns vom IRB ist es daher ein besonderes Anliegen, dass wir zu allen vier Paraplegiker-Zentren der Schweiz einen regen und guten Austausch pflegen. Denn nur so lässt sich das abgegebene Versprechen einlösen. Das IRB ist daher bestrebt, mit dem REHAB Basel, dem Balgrist in Zürich und der Clinique romande de réadaption in Sion in einem ebenso guten und reibungslosen Kontakt zu stehen, wie dies seit jeher mit dem SPZ in Nottwil der Fall ist. Im Jahr 2020 haben wir dieses Bestreben weiter vorangetrieben, was aufgrund der Corona-Problematik nicht immer ganz einfach war. Ein wichtiger Pfeiler in der Strategie des IRB ist und bleibt daher, dass egal in welchem der vier Paraplegiker-Zentren jemand seine Erstrehabilitation absolviert, er oder sie gleichermassen von den Dienstleistungen des IRB profitieren können soll. Diesem Ziel sind wir im 2020 nähergekommen, was uns sehr freut und woran wir auch im 2021 weiterarbeiten werden. Die lebenslange Begleitung von Querschnittgelähmten beginnt zweifellos auf der Unfallstelle und setzt sich in der Erstrehaklinik fort. Für viele Betroffene markiert dann aber der Austritt aus der Klinik die entscheidende Etappe auf dem Weg zurück in den Alltag. Erst ab diesem Zeitpunkt sieht sich die betroffene Person mit den vollen Konsequenzen ihrer Behinderung kon40
frontiert. Wir vom IRB setzten daher auch im 2020 alles daran, Betroffene auch ausserhalb von Rehazentren rechtlich zu beraten und zu unterstützen. Entsprechend unserem Auftrag standen dabei sozialversicherungsrechtliche Fragestellungen im Vordergrund. So haben wir im 2020 unsere Mitglieder bei Rechtsfragen aus den Bereichen der IV, der Unfallversicherung, der Krankenkasse, der Ergänzungsleistungen sowie der Pensionskasse unterstützt. Ein thematischer Schwerpunkt waren dabei im 2020 erneut die Pflegebeiträge der Unfallversicherungen. Dabei durften wir mit Genugtuung feststellen, dass die von uns vertretene Rechtsauffassung bezüglich der Tragweite der revidierten Verordnung über die Unfallversicherung sowohl von kantonalen Instanzen als auch vom Bundesgericht bestätigt worden ist. Motiviertes Team Um die juristischen Anliegen der SPV-Aktivmitglieder schlagfertig abdecken zu können, sind wir vom IRB auf motiviertes und engagiertes Personal angewiesen. Umso mehr hat uns die Anstellung von Rechtsanwältin Sandra Rodriguez gefreut. Zusammen mit Agnès von Beust setzt sich Kollegin Rodriguez seit November 2020 mit viel Herzblut für die Interessen der französischsprachigen SPV-Mitglieder ein. Infrastruktur Im administrativen Bereich verzeichneten wir im 2020 mit der kompletten Erneuerung unseres EDVSystems das weitaus grösste Projekt. Eine reibungslos funktionierende und ortsunabhängig einsetzbare EDV ist für die Erbringung unserer Dienstleistungen unabdingbar. Wir sind daher froh, dass die Erneuerung unserer EDV im Juni 2020 gut geklappt hat.
SPV I Jahresbericht 2020
INSTITUT FÜR RECHTSBERATUNG
DOSSIERS
Steigende Fallzahlen Ende 2020 waren beim IRB 537 Fälle bzw. Die zu bearbeitenden Dossiers wurden von Dossiers offen, wovon im Verlauf des Jah- fünf bzw. während zwei Monaten von vier res 162 Dossiers neu hinzugekommen sind. Mitarbeitenden des IRB betreut. Die aktuell fünf Mitarbeitenden, welche alles zugeIm Vergleich zum Vorjahr wurden 2020 lassene Rechtsanwälte sind, teilen sich zehn neue Dossiers mehr eröffnet. Damit knapp 300 Stellenprozente. Somit führt steigen die Fallzahlen von Jahr zu Jahr wei- jeder der IRB-Mitarbeitenden – mit durchter an, was zugleich den zunehmenden Be- schnittlich 60 Stellenprozent – rund 100 darf unserer Dienstleistung verdeutlicht. Dossiers. 2016 2017 2018 2019 2020
297 Dossiers 463 Dossiers 464 Dossiers 505 Dossiers 537 Dossiers
KUNDEN
Im Rollstuhl Die vom IRB geleisteten Beratungsstunden wurden im Jahr 2020 zu rund 40 % zugunsten von Menschen mit einer Paraplegie, zu rund 30% zugunsten von Menschen mit einer Tetraplegie und zu rund 30 % zugunsten von Menschen mit einer vergleichbaren Behinderung erbracht. Beratungsstunden Für Tetraplegiker 30 %
Für Paraplegiker 40 %
0 100 200 300 400 500 600
RECHTSBERATUNGEN
In Nottwil, Zürich und Basel Abgesehen von Rechtsberatungsterminen am Standort des IRB in Biel, bieten die Mitarbeitenden mindestens einmal pro Monat im SPZ in Nottwil Rechtsberatungen für Querschnittgelähmte an. Im Jahr 2020 hat das IRB im SPZ an zehn ordentlichen Terminen 96 Patienten beraten. Aus diesen Beratungen resultierten schliesslich 59 längerfristige Aufträge, d.h., es wurden 59 neue Dossiers eröffnet. In rund 61% der Fälle war also eine längerfristige rechtliche Beglei-
tung angezeigt. Dies belegt, wie extrem wichtig solche Rechtsberatungstermine sind. Anzumerken ist, dass das IRB im 2020 nebst den ordentlichen auch an ausserordentlichen Terminen Reha-Patienten des SPZ beraten hat. Die effektive Zahl von beratenen SPZ-Patienten liegt daher über 96. Ausserdem konnte das IRB auch in der Universitätsklinik Balgrist in Zürich sowie im REHAB in Basel Rechtsberatungen anbieten und durchführen.
VORTRÄGE UND PUBLIKATIONEN
Expertenwissen Auch im Berichtsjahr teilten die Mitarbeitenden des IRB ihr spezifisches Fachwissen. 2020 hielten die Mitarbeitenden des IRB diverse Vorträge, unter anderem zu den Themen Pflegefinanzierung UVG, Hilflosenentschädigung, der Unfallbegriff nach UVG SPV I Jahresbericht 2020
oder die Ermittlung des Invaliditätsgrades. Darüber hinaus verfasste das IRB Publikationen zu den Themen der Hilflosenentschädigung, Hilfsmittel, Rentenrevision, Leistungen der Sozialversicherungen im Rentenalter u.v.m.
Für vergleichbare Behinderungen 30 %
MITARBEITENDE
Rechtsanwälte Aktuell kümmern sich fünf IRB-Mitarbeitende um die rechtlichen Anliegen der SPVAktivmitglieder. Während dem Rechtsanwältin Géraldine Hert das IRB im April 2020 leider verlassen hat, wurden wir temporär von MLaw Sebastian von Graffenried unterstützt. Dieser wird aller Voraussicht nach im Juli 2021 an das IRB zurückkehren. Seit November 2020 darf das IRB zudem auf die Unterstützung durch Rechtsanwältin Sandra Rodriguez zählen. Zusammen mit Agnès von Beust kümmert sie sich vorwiegend um die französischsprachigen Fälle aus der Westschweiz. 41
FINANZEN
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SPV I Jahresbericht 2020
FINANZEN
FINANZIELLE SICHT
Der Einfluss von Covid-19 Die ausserordentliche Situation aufgrund der Covid-19-Pandemie wirkte sich im 2020 sehr unterschiedlich auf das Leistungsangebot der SPV aus. Während beispielsweise das Reisejahr komplett annulliert werden musste, blieb die Nachfrage nach Sozial-, Rechts- und Bauberatungen ungebremst hoch. Von Natalie Nyffeler, Fachbereichsleiterin Finanzen und Controlling
Die Absagen von Reisen, Kursen und Veranstaltungen führten nicht per se zu einer Reduktion der Arbeit. Vielmehr wurden alternative Angebote ausgearbeitet, bestehende umorganisiert, verschoben, irgendwann dann doch wohl oder übel abgesagt oder unter Auflagen durchgeführt. Zudem mussten zahlreiche Schutzkonzepte ausgearbeitet, kommuniziert und laufend an die ständig ändernden Vorgaben der Behörden angepasst werden. Die Einnahmen bei der SPV setzen sich überwiegend aus den Betriebsbeiträgen der SPS, den Finanzhilfen des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) und den Verbandsbeiträgen von Swiss Olympic zusammen. Da die SPV einen grossen Teil ihrer Leistungen erbringen konnte, sei es bei den Beratungen, der Organisation von Anlässen oder der Herstellung von Publikationen, mussten im 2020 keine Kürzungen bei den erwähnten Beiträgen verzeichnet werden. Die Vorgaben des BSV für den Erhalt der Finanzhilfen im Kurswesen konnten zwar nicht erreicht werden, doch hat das BSV aufgrund der ausserordentlichen Situation entschieden, die Akontozahlungen für 2020 und 2021 unverändert auszubezahlen. Am Ende der Vertragsperiode rechnet das BSV mit den Vertragsnehmern die effektiv erbrachten Leistungen mit den entsprechenden Beiträgen pro Leistungskategorie ab. Minderleistungen im Kurswesen können z.B. mit überzähligen Beratungsstunden kompensiert werden. Ein deutlicher Einbruch ist hingegen bei den Dienstleistungserträgen zu verzeichnen, wobei diese mit geringeren Aufwendungen einhergehen, da die abgesagten Ferienreisen sowie Sport- und Kulturanlässe jeweils nicht kostendeckend sind. Der Rückgang beim Betriebsaufwand ist ausschliesslich auf die Covid-19-bedingte Annullation des Reisejahres, der Absagen von Kursen, Veranstaltungen und Wettkämpfen zurückzuführen. Beim Lohnaufwand SPV I Jahresbericht 2020
ist hingegen eine leichte Zunahme zum Vorjahr zu verzeichnen. Vorwiegend durch den personellen Wechsel in der Direktion und der damit verbundenen Stellenausschreibung und Doppelbesetzung sind höhere Personalkosten entstanden. Zudem hat sich die SPV entschieden, die Honorare der Personen auf Abruf für die vor Ausbruch der Pandemie bereits geplanten Einsätze zu 80% auszuzahlen. Die behördlich angeordneten Einschränkungen im Zusammenhang mit Covid-19 wirkten sich stark nachteilig auf den Sport aus. Um eine nachhaltige Schädigung der stark vom Ehrenamt geprägten Schweizer Sportstrukturen zu verhindern und damit die Förderung des Sports zukunftsorientiert zu gewährleisten, hat der Bund für die Verbände und nachgelagerten Organisationen des Breiten- und Leistungssports Finanzhilfen zur Verfügung gestellt. Rollstuhlsport Schweiz erarbeitete ein Stabilisierungskonzept, welches aufzeigte, wie und wo die Finanzhilfen in für den Rollstuhlsport relevanten Bereichen einzusetzen sind. Dadurch konnten über CHF 0,51 Mio. an Finanzhilfen verteilt werden. In der Jahresrechnung sind die Geldflüsse unter den Beiträgen der öffentlichen Hand und der Direkthilfe abgebildet. Im Jahresabschluss 2020 weist die SPV aufgrund relativ stabiler Einnahmen bei geringeren Ausgaben als geplant einen Aufwandüberschuss nach Veränderung des zweckgebundenen Fondskapitals von CHF 1,54 Mio. statt wie budgetiert von CHF 2,80 Mio. aus. Das Defizit wird über Entnahmen aus dem gebundenen Kapital, namentlich dem Fonds «Leistungsnetz SPV», gedeckt. Die Veränderung der zweckgebundenen Fonds und des gebundenen Kapitals beläuft sich unter Berücksichtigung des passivierten Finanzerfolgs auf den Anlagen und der Bildung des neuen Fonds «Daniela Jutzeler» auf netto CHF 1,12 Mio. und führt zu einem Bestand von CHF 17,79 Mio. bei den zweckgebundenen Anlagen per Ende 2020. 43
FINANZEN
Bilanz
in CHF
Aktiven
31.12.2020 31.12.2019 Flüssige Mittel 3 452 253 3 866 515 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 108 548 183 539 Übrige kurzfristige Forderungen 53 546 38 332 Aktive Rechnungsabgrenzungen 147 722 270 863 Umlaufvermögen 3 762 069 4 359 250 Sachanlagen 743 345 313 734 Immaterielle Anlagen 0 0 Weinberg «La Martignière» 1 760 1 760 Zweckgebundene Anlagen 17 792 637 18 910 788 Anlagevermögen 18 537 742 19 226 282 Aktiven 22 299 812 23 585 532
Passiven
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 287 161 194 531 Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 956 674 903 871 Kurzfristige Rückstellungen 587 939 444 935 Passive Rechnungsabgrenzungen 723 776 847 709 Kurzfristiges Fremdkapital 2 555 550 2 391 045 Langfristige Rückstellungen 256 131 588 206 Langfristiges Fremdkapital 256 131 588 206 Total Fremdkapital 2 811 681 2 979 251 Fondskapital 464 297 394 774 Zweckgebundenes Fondskapital 464 297 394 774 Gebundenes Kapital 17 328 340 18 516 014 Vereinskapital 1 695 493 1 695 493 Vereinskapital und gebundenes Kapital 19 023 833 20 211 507 Passiven 22 299 812 23 585 532
Risikobeurteilung und Internes Kontrollsystem Bei der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung wird eine jährliche Risikobeurteilung durchgeführt und mit einem internen Kontrollsystem (IKS) für die finanzielle Berichterstattung gearbeitet. Der Zentralvorstand hat an seiner Herbst-Sitzung den IKS-Bericht 2020 und den Bericht zur Risikobeurteilung 2020 zur Kenntnis genommen.
Revidierte Jahresrechnung Die Jahresrechnung der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung wurde einer ordentlichen Revision durch PricewaterhouseCoopers AG unterzogen. 44
SPV I Jahresbericht 2020
Betriebsrechnung Betriebsertrag
Mitgliederbeiträge, Spenden, Erbschaften und Legate davon zweckgebunden davon frei Beiträge der öffentlichen Hand Betriebsbeitrag der Schweizer Paraplegiker-Stiftung Ertrag aus Dienstleistungen und Handel Sonstiger Ertrag Anderer betrieblicher Ertrag Erlösminderungen
in CHF 2020 2019 209 401 116 236 69 198 10 580 140 203 105 656 3 503 754 2 919 564 6 451 000 6 451 000 601 254 1 340 467 248 736 234 366 297 331 298 122 101 2 071
Total Nettobetriebsertrag 11 311 578 11 361 825
Betriebsaufwand
Direkthilfe Material- und Dienstleistungsaufwand Total Material- und Dienstleistungsaufwand Personalaufwand Total Personalaufwand Betriebs- und Unterhaltsaufwand Raumaufwand Verwaltungs- und IT-Aufwand Öffentlichkeitsarbeit und Marketing Anderer betrieblicher Aufwand Total Übriger betrieblicher Aufwand Abschreibungen (und Wertberichtigungen) des Anlagevermögens Total Abschreibungen (und Wertberichtigungen) auf Positionen des Anlagevermögens Total Betriebsaufwand Betriebsergebnis vor Finanzergebnis Finanzaufwand Finanzertrag Total Finanzergebnis
–2 531 247 –3 162 097 –260 573 –491 235 –2 791 819 –3 653 332 –7 207 007 –6 995 281 –7 207 007 –6 995 281 –83 961 –98 662 –389 450 –347 529 –1 860 203 –1 766 478 –117 209 –82 830 –301 638 –327 719 –2 752 462 –2 623 218 –190 953 –134 528 –190 953 –134 528 –12 942 241 –13 406 360 –1 630 663 –2 044 534 –1 758 –3 093 794 0 –965 –3 093
Ordentliches Ergebnis –1 631 628 –2 047 627 Ausserordentlicher oder periodenfremder Ertrag 155 463 0 Total Ausserordentliches oder periodenfremdes Ergebnis 155 463 0 Jahresergebnis vor Veränderung des Fondskapitals
–1 476 165 –2 047 627
Veränderung des Fondskapitals –60 000 157 918 Jahresergebnis vor Zuw./Ent. Vereinskapital und gebundenes Kapital –1 536 165 –1 889 709 Zuweisung/Verwendung Jahresergebnis 1 536 165 1 889 709 Jahresergebnis nach Zuw./Ent. Vereinskapital und gebundenes Kapital 0 0
SPV I Jahresbericht 2020
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FINANZEN
Geldflussrechnung
in CHF
(Indirekte Methode mit Fonds flüssige Mittel)
Geldfluss aus Betriebstätigkeit
2020 2019 Jahresergebnis –1 476 165 –2 047 627 Zuweisung/Verwendung Jahresergebnis 1 536 165 1 889 709 Veränderung des Fondskapitals –60 000 157 918 Gewinn aus Verkauf Sachanlagen –155 463 0 Abschreibungen auf Sachanlagen 190 953 125 043 Wertbeeinträchtigungen auf Sachanlagen 0 9 485 (Abnahme)/Zunahme der Rückstellungen –189 071 –231 250 Abnahme/(Zunahme) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 74 991 –101 899 Abnahme/(Zunahme) der übrigen kurzfristigen Forderungen –15 214 –28 838 Abnahme/(Zunahme) der aktiven Rechnungsabgrenzungen 123 141 8 509 (Abnahme)/Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (ohne Kontokorrent SPS) –133 059 –332 511 (Abnahme)/Zunahme der übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten 278 492 205 597 (Abnahme)/Zunahme der passiven Rechnungsabgrenzungen –123 932 181 392 Geldfluss aus Betriebstätigkeit (Operativer Cashflow) 50 837 –164 472
Geldfluss aus Investitionstätigkeit
Investitionen in Sachanlagen und Immaterielle Anlagen Desinvestitionen von Sachanlagen und Immaterielle Anlagen Geldfluss aus Investitionstätigkeit
–620 563 –62 956 155 463 18 570 –465 100 –44 386
Free Cashflow
–414 263 –208 859
Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit
(Abnahme)/Zunahme gruppeninterne Finanzierung Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit
0 0
0 0
Veränderung der Flüssigen Mittel
–414 263
–208 859
Bestand flüssige Mittel am 01.01. Bestand flüssige Mittel am 31.12.
3 866 515 4 075 374 3 452 253 3 866 515
Nachweis Veränderung der Flüssigen Mittel
–414 263
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–208 858
SPV I Jahresbericht 2020
Rechnung über die Veränderung des Kapitals
in CHF
Zweckgebundenes Fondskapital
Berichtsjahr Anfangsbestand Passivierter Verwendung Zuweisung Reklassifi- Endbestand 01.01.2020 Erfolg kation 31.12.2020 Fonds «Härtefälle» 280 624 5 235 0 0 0 285 859 Fonds «Sport» 95 530 3 573 0 0 0 99 103 Fonds «zweckgebundene Spenden» 18 619 715 –9 198 9 198 0 19 334 «Schwankungsfonds Art. 74 IVG» 0 0 0 0 0 0 Fonds «Daniela Jutzeler» 0 0 0 60 000 0 60 000 Total 394 774 9 523 –9 198 69 198 0 464 297 Vorjahr Anfangsbestand Passivierter Verwendung Zuweisung Reklassifi- Endbestand 01.01.2019 Erfolg kation 31.12.2019 Fonds «Härtefälle» 262 550 18 075 0 0 0 280 624 Fonds «Sport» 93 423 17 107 –15 000 0 0 95 530 Fonds «zweckgebundene Spenden» 15 346 3 374 –10 680 10 580 0 18 619 «Schwankungsfonds Art. 74 IVG» 142 818 0 0 0 –142 818 0 Total 514 137 38 555 –25 680 10 580 –142 818 394 774
Vereinskapital und gebundenes Kapital
Berichtsjahr Anfangsbestand Passivierter Verwendung Zuweisung Reklassifi- Endbestand 01.01.2020 Erfolg kation 31.12.2020 Gebundenes Kapital 18 516 014 348 491 –1 536 165 0 0 17 328 340 Fonds «Paraplegiker» 13 484 516 251 555 0 0 0 13 736 072 Fonds «Leistungsnetz SPV» 5 031 497 96 936 –1 536 165 0 0 3 592 269 Vereinskapital 1 695 493 0 0 0 0 1 695 493 Total 20 211 507 348 491 –1 536 165 0 0 19 023 833 Vorjahr Anfangsbestand Passivierter Verwendung Zuweisung Reklassifi- Endbestand 01.01.2019 Erfolg kation 31.12.2019 Gebundenes Kapital 18 714 119 1 691 603 –2 032 527 0 142 818 18 516 014 Fonds «Paraplegiker» 12 616 002 868 514 0 0 0 13 484 516 Fonds «Leistungsnetz SPV» 6 098 117 823 089 –2 032 527 0 142 818 5 031 497 Vereinskapital 1 695 493 0 0 0 0 1 695 493 Total 20 409 612 1 691 603 –2 032 527 0 142 818 20 211 507
SPV I Jahresbericht 2020
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ORGANE
STRATEGISCHE FÜHRUNG
Zentralvorstand Präsidentin (seit 2020)
Beisitzer (seit 2013)
Beisitzer (seit 2019)
Manfredi Olga, 1965 in Wald (ZH)
Bachmann Stephan, 1967 in Basel/Luzern
Lisetto Walter, 1973 in Lugano (TI)
Juristin, seit 2019 Bezirksrichterin, selbständige Rechtsberaterin in Sozial- und Gleichstellungsrecht (seit 2016) und Lehrbeauftragte an der Universität Zürich (seit 2008). Paraplegikerin seit 1994, im Vorstand des Rollstuhlclubs Züri Oberland seit 1996, aktuell Präsidentin des RCZO. Co-Präsidentin SP Wald und seit 2019 im Zentralvorstand der SPV.
Dipl. Betriebsökonom FH/Executive MBA. Seit 2011 Direktor REHAB Basel, Klinik für Neurorehabilitation und Para plegiologie. Werdegang: Personalleiter SPZ Nottwil, Direktor Stiftung für Schwerbehinderte Luzern, Direktor Spital Affoltern. Nebenämter: Präsident Vereinigung Paraplegikerzentren CH, Vorstandsmitglied Schweizerische Vereinigung der Spitaldirektor/-innen, Vorstandsmitglied Arbeitgeberverband Basel, Mitglied Stiftungsrat/Ausschuss Kinderheim Hubelmatt (Luzern).
Technischer Kaufmann, Finanzanalyst (CIIA, AZEK-Suisse). Chief Investment Officer bei der Axion SWISS Bank, Lugano, und der Kantonalbankgruppe BancaStato. Zuvor während 20 Jahren leitende Funktionen im internationalen Bankensektor. Präsident des Rollstuhl clubs InSuperAbili, Mitglied im Organisationskommitee des StraLugano, Mitglied der European Handcycling Federation und des Panathlon Clubs Lugano.
Vize-Präsidentin (seit 2020) Meystre-Geiger Annick, 1985 in Ardon (VS) Bachelor of Arts in Social Work (Sozialpädagogin, Hochschule Siders). Seit 2009 geschäftsführende Partnerin bei Défisport, S. & A. Meystre, Import, Vertrieb und Beratung im Bereich Rollstühle und Behindertensportgeräte. Pilotin und Ausbildnerin für TESSIER Behindertenski- und Outdoorgeräte. Nebenämter: ab 2004 Sportleiterin bei verschiedenen Rollstuhl-Sportkursen. Mitgründerin und technische Verantwortliche des Vereins Défisport (gegründet 2012) sowie technische Verantwortliche des Vereins Verbier4All (gegründet 2019). Seit 2019 im Zentralvorstand.
Beisitzer (seit 2020) Bertschy Fabien, 1976 in Neuchâtel (NE) Seit 2013 Projektleiter und Fundraiser bei Pro Infirmis Jura-Neuchâtel. Seit 2017 Präsident des Rollstuhlclubs Neuchâtel. Mitglied in verschiedenen Kommissionen und kantonalen Gremien zur Förderung der Inklusion u.a. zum hindernisfreien Bauen. Beisitzerin (seit 2019) Hüttenmoser-Pfister Claudia, 1967 in Goldach (SG) Touristikfachschule St. Gallen. Aktuell nebenamtliche Richterin. Vorher verschiedene Tätigkeiten als kaufmännische Angestellte im Tourismusbereich und für Beratungsunternehmen. Paraplegikerin seit 2003, aktives Mitglied im Rollstuhlclub St. Gallen. War lange in der Nationalmannschaft Curling und nahm an Paralympischen Spielen teil.
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Beisitzer (seit 2020) Villiger Cornel, 1976 in Boswil (AG) Betriebswirtschafter HF bei der Kantonspolizei Aargau. Paraplegiker seit 2004. Vorher Polizist und Instruktor Sicherheitspolizei. Mitglied Rollstuhlclub Zentralschweiz, aktiver Sportler und Kadermitglied Para-cycling. Weitere Engagements: Vorstandstätigkeit Para Racing Team und Verein Altersheim St. Martin Boswil. AUSTRITTE anlässlich der Delegiertenversammlung im Mai 2020
Präsident (seit 2019) Moerch Philippe Vize-Präsident (im ZV seit 1999) Schneider Thomas
SPV I Jahresbericht 2020
OPERATIVE FÜHRUNG
Geschäftsleitung Direktor (seit August 2020) Prince Laurent, 1970 in Obernau (LU) Sekundarlehrer Phil 1 (Universität Fribourg). Nachdiplomstudium in marktorientierter Unternehmensführung (Hochschule für Wirtschaft Luzern). Berufstrainer BTA. Ab 2013 beim Schweizerischen Fussballverband, zunächst als Chef Ressort Spitzensport, die letzten fünf Jahre als technischer Direktor, dabei Mitglied der Geschäftsleitung und Einsitz im Zentralvorstand. Mitgliedschaften und Netzwerke: – Vize-Präsident und Stiftungsrat Swiss Paralympic – Direktorenkonferenz SPG Bereichsleiter Rollstuhlsport Schweiz Stellvertreter des Direktors (seit 2018) Getzmann Roger, 1973 in Sursee (LU) Ursprünglich ausgebildeter Sportlehrer (Master in Sport und Bewegungswissenschaften, ETH Zürich) und Berufstrainer Leistungssport BTA (Eidg. Hochschule für Sport Magglingen). Danach Nach diplomstudium Betriebswirtschaft (CAS General Management). Seit 2006 bei der SPV, während zehn Jahren Leiter Leistungssport bei RSS. Mitgliedschaften und Netzwerke: – Stiftungsrat Swiss Paralympic – Chef de Mission, Swiss Paralympic Team, Paralympic Games – World Para Athletics STC, Head of Competition
Bereichsleiter Institut für Rechtsberatung (seit 2019)
Bereichsleiter Zentrum für hindernisfreies Bauen (seit 2005)
Bütikofer Michael, Rechtsanwalt und Notar, 1982 in Bern
Schärer Felix, 1968 in Suhr (AG)
Rechtsstudium an der Universität Bern und Poitiers (F). Ausbildungen zum Rechtsanwalt (2010) und Notar (2015) des Kantons Bern. Partner in einer Anwalts- und Notariatskanzlei in Biel/ Bienne und seit 2011 als Rechtsanwalt für das Institut für Rechtsberatung der SPV tätig. Mitgliedschaften und Netzwerke: – Mitglied des Bernischen Anwaltsverbands – Mitglied des Schweizerischen Anwaltsverbands – Fachrichter an der Steuerrekurskommission des Kantons Bern Bereichsleiterin Kultur und Freizeit (seit Oktober 2019, ab Oktober 2020 ohne GL-Aufgaben) Müller Tanja, 1986 in Luzern Studium in Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Luzern. Nach mehrjähriger Tätigkeit im Marketing-Kommunikationsbereich Wechsel zur SPV im 2017, Projektverantwortliche Kultur und Freizeit.
Architekturstudium (Fachhochschule Aargau). Architekt- und Projektleiterfunktion bei Naef Partner AG in Zürich. Seit 1999 bei der SPV. Mitgliedschaften und Netzwerke: – Erweitertes Netzwerk behindertengerechtes Bauen, Schweiz Bereichsleiterin Lebensberatung (seit März 2020) Vozza Daniela, 1965 in Luzern Zunächst kaufmännische Angestellte in diversen Betrieben unter anderem IV und polyvalenter Sozialdienst. Berufs begleitend Studium Soziale Arbeit Fachhochschule Luzern. Ab 2009 Sozialarbeiterin und ab 2011 bis 2020 stellvertretende Leiterin des Teams Sozialberatung im SPZ. Mitgliedschaft und Netzwerke: – Mitglied von Avenir Social AUSTRITTE UND WECHSEL
Direktor (bis Januar 2020) Freitag Charly Direktor a.i. (bis Juli 2020) Styger Urs Bereichsleiter Lebensberatung a.i. (bis März 2020) Suter Harald
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WEITERE INFORMATIONEN
UNSERE MITARBEITENDEN
IM STUNDENLOHN
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Für unsere Sportveranstaltungen, Ausbildungskurse, Freizeitangebote benötigen wir für ein paar Stunden, einzelne Tage oder auch mal eine Woche lang Mitarbeitende, die wir dazu im Stundenlohn anstellen. Das sind beispielsweise Skilehrer, Kurs- oder Reiseleiter. Die Covid-19-Pandemie macht sich auch her bemerkbar. Da zahlreiche Veranstaltungen und Angebote nicht stattfanden, sank die Zahl von Mitarbeitenden im Stundenlohn von 201 Personen im Vorjahr auf 178.
Für Sie im Einsatz Per Ende 2020 waren 74 Personen bei der SPV fest angestellt. 2019 waren es 70 Festangestellte. Die Mitarbeitenden profitieren von fortschrittlichen Arbeitsbedingungen, was die SPV zu einer attraktiven Arbeitgeberin macht. 51 Angestellte arbeiten in einem Teilzeitpensum, das sind 69 %. Die SPV steht ein für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Darüber hinaus beschäftigt sie 12 Personen im Rollstuhl. Rollstuhlfahrern ist es häufig nicht möglich, eine Vollzeitstelle zu bewältigen. Frauen
Männer
FERNZUGRIFF
Home Office Das Coronavirus wirkte sich wie vielerorts auch auf unseren Arbeitsalltag aus. Hatten 2019 51 Mitarbeitende einen Fernzugriff, waren es im Berichtsjahr 70. Der Fernzugriff erlaubt es den Mitarbeitenden ausserhalb des Netzwerks der SPV auf Daten und Programme zuzugreifen. Trotz Home Office konnte die SPV auf diese Weise all ihre Dienstleistungen aufrecht erhalten.
DIGITAL
Delegiertenversammlung Aufgrund der ausserordentlichen Lage, die der Bundesrat im Frühjahr verhängte, fand die Delegiertenversammlung am 2. Mai auf digitalem Weg statt. Im Auditorium von CH Media in Luzern kümmerten sich fünf Techniker um die reibungslose Übertragung. Fünf Mitarbeitende bedienten die Telefonzentrale und koordinierten die Liveschaltungen, über welche sich die Delegierten zu Wort melden konnten, und zwei Simultanübersetzerinnen stellten die Mehrsprachigkeit sicher. 50
Vollzeit: 8 Mitarbeiterinnen Teilzeit: 36 Mitarbeiterinnen
Vollzeit: 15 Mitarbeiter Teilzeit: 15 Mitarbeiter
Total: 23 Total: 51
MITGLIEDER
Aus allen Landesteilen Per Ende 2020 zählte die SPV 10 348 Mitglieder. Diese setzen sich aus 4423 Aktivmitgliedern (2019: 4448), 4269 Passivmitgliedern (2019: 4544) und 1656 Firmen- und Freimitgliedern (2019: 1650) zusammen. Die Mitgliederzahlen sind dabei im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Vertreten sind alle Kantone und Sprachregionen der Schweiz. Von unseren teils kostenlosen, teils vergünstigten Leistungen profitieren Aktivmitglieder mit einer Querschnittlähmung oder einer vergleichbaren Behinderung. 5014 5000 4200
4432
4910
4732
4525
4589
1627
1713
4544 4448
3400 2600
4423 4269 Passivmitglieder Aktivmitglieder Freimitglieder = (Spitäler, Heime, Arztpraxen, Sponsoren, Partner usw.)
1800 1000
1508
1650
1656
2016 2017 2018 2019 2020
SPV I Jahresbericht 2020
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