JAHRESBERICHT 2016
Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel
Inhalt 5
Editorial
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Bildung gerechter machen
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Armut bekämpfen
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Standorte in Deutschland und weltweit
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Gesundheit fördern
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Frauen stärken
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Die Bergkloster Stiftung SMMP: Zukunft fördern
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Einnahmen, Verwendung, Verwaltungskosten
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Spenden und ähnliche Einnahmen 2016 nach Zweck
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Unsere pädagogischen Einrichtungen in Deutschland
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Impressum
„Es lebe die Freude der Kinder Gottes!“ Hl. Maria Magdalena Postel
Editorial
Vom Dichter Karl Heinrich Waggerl gibt es den schönen Satz: „Heu machen kann schließlich jeder, wenn der Himmel nur Gras wachsen läßt.“ Daran muss ich beim Lesen dieses Jahresberichtes immer wieder denken. Denn die Hilfe, die wir in Deutschland und in vielen anderen Ländern leisten können, ist nur möglich, dank Ihrer großzügigen Hilfe und Unterstützung. Um im Bild zu bleiben: Mit Ihren Gebeten und Ihren Spenden lassen Sie das Gras wachsen, aus dem wir Schwestern dann das Heu machen können. Dafür möchte ich Ihnen im Namen aller meiner Mitschwestern und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Projekten von Herzen danken.
Auch bei uns in Deutschland wächst die Not. Es gibt viel zu viele Jugendliche in unserem so reichen Land, die in Familien aufwachsen, die von Sozialhilfe leben. Diese jungen Menschen haben oft keine Chance, sich später aus eigener Kraft zu ernähren und sind – wie ihre Eltern – wiederum auf Hilfe angewiesen. Die Armut ist ein Teufelskreis! Bei unserem diesjährigen Placida-Empfang hat der Sozialpolitiker Karl Schiewerling die Situation dieser Jugendlichen mit dem Leben in einer Braunkohlegrube verglichen: „Die zieht einen riesigen Riss in die Landschaft. Aber die Jugendlichen halten die Grube für die ganze Wirklichkeit. Wir müssen dort Leitern hineinstellen, an denen immer dieselben Menschen stehen. Bis die Jugendlichen Vertrauen fassen, auf die erste Sprosse zu gehen und hinaufzusteigen.“
Dieses „Heu“ ist heute nötiger denn je. Das sehen wir in einem Land wie Brasilien, in dem Not und Armut beständig zunehmen. In Leme kommen immer mehr Menschen in unser Sozialbüro, weil ihnen das Geld für das tägliche Brot fehlt, weil sie ein Medikament benötigen, das für sie unerschwinglich ist, oder weil sie jemanden brauchen, der ihnen zuhört, bei dem sie ihre Sorgen und Nöte aussprechen können. Diese Menschen brauchen unsere ganz konkrete Hilfe. Ein Stück Brot, einen Teller Suppe oder eine Flasche Gas, damit sie wieder kochen können. „Hunger haben die Leute heute“, sagt Sabine Stephan, unsere Sozialarbeiterin in Leme. Zugleich aber brauchen die Menschen eine Perspektive für die Zukunft. Einen Ausweg aus der Armut. Wir Schwestern sind überzeugt davon, dass dieser Ausweg Bildung heißt. „Armut durch Bildung überwinden“, ist unser Ziel im Sinne unserer Gründerin. Wer lesen, schreiben und rechnen kann, wer einen Beruf erlernt hat, kann sich von eigener Hände Arbeit ernähren und ein Leben in Würde führen.
Eine solche Leiter ist zum Beispiel unser Projekt „Manege“ in Berlin-Marzahn. Dort kümmern wir uns um Jugendliche aus besonders schwierigen Lebenslagen. Ihre Not möchten wir nicht einfach verwalten, sondern verwandeln, damit der Himmel für sie offen bleibt. So wie es die heilige Maria Magdalena Postel gesagt hat: „Ich würde bis an die äußerste Grenze der Erde gehen, um einen einzigen Menschen für Christus zu gewinnen.“ Danke, dass Sie uns auf diesem Weg begleiten. Ihre
Schwester Maria Thoma Dikow Generaloberin 5
Bildung gerechter machen
„Armut durch Bildung überwinden“ ist einer der Kernsätze, der das Engagement der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel (SMMP) in allen Ländern prägt, in denen die Schwestern tätig sind. Von daher ist der Einsatz für mehr Bildungsgerechtigkeit, insbesondere für Frauen, ein sozialer und pastoraler Schwerpunkt. In Mosambik, wo die Schwestern seit 1998 wirken, haben sie zum Beispiel schon früh bei den Kleinsten damit begonnen, diese Bildungsgerechtigkeit herzustellen. Schrittweise wurden in Metarica eine Vor- und eine Grundschule aufgebaut, die sich inzwischen zu einem Erziehungszentrum weiterentwickelt haben. Über 430 Kinder besuchten 2016 das Centro Educacional Júlia Postel. Davon rund 220 Kinder im Vorschulalter sowie 214 Jungen und Mädchen in der ersten bis dritten Klasse. Alle Kinder bekommen neben ihrer Schuluniform und dem Lehrmaterial vor allem täglich eine reichhaltige und ausgewogene Mahlzeit. Denn gut lernen kann man nur, wenn man etwas im Magen hat. Für viele Kinder ist es die einzige Mahlzeit am Tag. Sukzessiv wird die Schule, in der inzwischen 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt sind, bis zum fünften Jahrgang weiter aufund ausgebaut werden.
Im Unterricht in unserer Schule in Metarica, Mosambik
Werteerziehung hat in diesen beiden Ländern, wo die Korruption in der Gesellschaft noch stark verankert ist, eine große Bedeutung. Aspekte der Solidarität, der Gerechtigkeit sowie der Verantwortung für die Schöpfung prägen den pädagogischen Ansatz der Einrichtungen. In Bolivien kommt hinzu, dass die Schulen durch staatliche Eingriffe und Vorschriften immer wieder behindert werden. Insgesamt sind die Schulen bewusst offen für Kinder und Jugendliche aus allen sozialen Schichten und aufgrund ihrer Qualität in der Bevölkerung sehr angesehen. In Schineni und den Dörfern in Rumänien müssen die Kinder und Jugendlichen, gerade in den kalten Wintern, einen langen und mühsamen Weg zur Schule auf sich nehmen. Über 15 Jahre wirken die SMMP in dieser ländlichen Region. Viele der Schulkinder leben mit ihren Eltern häufig in sehr spärlichen Behausungen. Im Winter ist es oft zu kalt zum Lernen und Hausaufgaben machen. Deswegen haben die Schwes-
In Bolivien und Brasilien betreibt die Ordensgemeinschaft schon seit Jahrzehnten zahlreiche Schulen. In Bolivien werden an den Standorten Cochabamba, Oruro und Santa Cruz über 3000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. In Brasilien findet man Schulen der SMMP in Pomerode, Manoel Ribas sowie Vorschulen in Leme und Balsas. Insbesondere die 6
tern in Siretu und Schineni zwei kleine Zentren eingerichtet, wo die Kinder und Jugendlichen in Ruhe ihre Aufgaben machen sowie eine Hausaufgabenhilfe in Anspruch nehmen können. Insgesamt über 50 Kinder nutzten 2016 täglich diese Möglichkeit. Diese kontinuierliche Unterstützung trägt dazu bei, dass die Kinder und Jugendlichen in der Schule gut zurechtkommen und am Ende eines Schuljahres den Schwestern stolz ihre Zeugnisse zeigen. Seit 2003 haben 15 Jugendliche ihr Abitur abgelegt und knapp 30 eine Ausbildung abgeschlossen, was bis zum Beginn der Arbeit der Schwestern überhaupt nicht möglich war.
Schwester Aurora beim Schulbesuch in Leme, Brasilien
„Ich unterstütze die Bildungsprojekte der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel in Brasilien und Bolivien, weil ich finde, dass Bildung bereits im Kindesalter sehr wichtig ist. Bildung ebnet den Weg für eine selbstständige und gute Zukunft.“ Birgit Schrowange, Moderatorin 7
© Birgit Schrowange / MSC Promotion
Aber nicht nur in internationalen Projekten setzen sich die SMMP für mehr Bildungsgerechtigkeit ein. Auch in Deutschland wird dieser Anspruch in vier Berufskollegs, drei Gymnasien und einer Realschule sowie einer Bildungsakademie, einem Fachseminar für Altenpflege und in Projekten der Jugendsozialarbeit umgesetzt. Zum Beispiel im Projekt Manege in Berlin-Marzahn. Hier betreibt die Ordensgemeinschaft, zusammen mit den Salesianern Don Boscos, Berufsqualifizierungs- und Orientierungsmaßnahmen für besonders benachteiligte Jugendliche. In verschiedenen Projekten wurden im Jahr 2016 knapp 300 Jugendliche zwischen 17 und 24 Jahren gefördert. Die meisten von ihnen verfügen über keinen Schulabschluss und keine berufliche Erstausbildung. In vielen kleinen Teilschritten, größtenteils mit individueller Betreuung, werden diese Jugendlichen an einen strukturierten Tagesablauf mit geregelten Lernund Arbeitszeiten herangeführt. Viele von ihnen haben schon Drogenexzesse oder kleinkriminelle Karrieren hinter sich. Ziel ist es, die Jugendlichen (wieder) schul- und ausbildungsfähig zu machen, ihr Sozialverhalten zu verbessern und ihnen Chancen für ihr künftiges Leben zu eröffnen.
Armut bekämpfen
„Unser tägliches Brot gib uns heute“, diese Bitte aus dem Vaterunser ist für manche Menschen existenziell. Und dies nicht nur in den riesigen Flüchtlingslagern der Welt. Auch in den internationalen Projekten der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel (SMMP) ist die Armutsbekämpfung – und hier ist nicht nur der Hunger gemeint – ein Thema.
deutschen Sozialarbeiterin Sabine Stephan. Viele der Besucher sind arbeitslos, haben so gut wie nichts zu essen, können den Strom oder die Medikamente nicht bezahlen, haben kein Dach über dem Kopf, können die Kinder nicht zur Schule schicken oder sind einfach verzweifelt. Durch punktuelle finanzielle Hilfen oder Lebensmittelkörbe wird die erste Not gelindert. Aber das hilft natürlich nur kurzfristig. Deswegen haben die Schwestern in Leme mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Jahr 2016 damit begonnen, ihre Sozialarbeit weiter zu systematisieren und auszubauen. Einige dezentrale Standorte wurden aufgebaut. So gibt es an einem Standort eine Suppenküche und eine Kleiderkammer und in einem anderen Haus finden Alphabetisierungskurse und Hausaufgabenhilfen statt. Ende November 2016 sind Berufsvorbereitungsseminare, Handarbeits-, Koch- und Informatikkurse angelaufen. Ziel all dieser Aktivitäten ist es, die Menschen aus der Abhängigkeit von Sozialhilfe und Spenden zu befreien.
Im rumänischen Siretu kommen jeden Mittag zwischen 25 bis 30 Kinder zum Essen in das Soziale Zentrum, in dem die Ordensgemeinschaft sich um Kinder, Jugendliche und ältere Menschen kümmert. Diese Kinder kommen aus armen Familien, die in der Regel kein warmes Mittagessen für ihre Kinder ermöglichen können. In Einzelfällen kommen die Kinder sogar zum Frühstück. Und das in einem Land, das zur Europäischen Union gehört. Eigentlich kaum vorstellbar. Da ist das warme Mittagessen zunächst eine Soforthilfe. Parallel versuchen die Ordensschwestern mit ihren Mitarbeiterinnen durch eine aufsuchende Sozialarbeit die Nöte der Familien genauer zu erkunden und gezielt Hilfsmaßnahmen in die Wege zu leiten. Ein Ansatz ist zum Beispiel die Vermittlung einer Familienpatenschaft in Deutschland oder eine gezielte Beratung sowie Begleitung durch die Psychologin oder die Sozialarbeiterin des Sozialen Zentrums.
Als ein wichtiges und wirksames Unterstützungsinstrument für Familien in besonderen Lebenslagen hat sich das Programm der Familienpatenschaften erwiesen. Seit über 10 Jahren vermitteln die Schwestern Familienpatenschaften in ihre Partnerländer Bolivien, Brasilien, Mosambik und Rumänien. Im Jahr 2016 konnten 389 Familien im Ausland durch deutsche Patenschaften mit einem monatlichen Beitrag von 30 Euro unterstützt werden. Verteilt auf die Länder profitieren davon 117 Familien in Mosambik, 106 in Rumänien, 91 in Brasilien, 73 in Bolivien sowie 2 in Indonesien. Jede der Familien, die meisten von ihnen leben am Existenzminium, wird von einer Ordensschwester oder Mitarbeiterin vor Ort begleitet. „In der
„In den 58 Jahren, in denen ich in Brasilien lebe und arbeite, habe ich noch nie eine so große Armut an den Stadträndern in Leme erlebt“, so Schwester Maria Ludwigis Bilo aus Brasilien in ihrem Weihnachtsrundbrief vom Dezember 2016. Bis zu 80 Menschen kommen täglich in die Sozialsprechstunde der 90-Jährigen, aber noch rüstigen Ordensschwester und ihrer Kollegin, der 8
Regel zahlen wir den Familien den Patenschaftsbeitrag nicht direkt aus, sondern unsere Schwestern überlegen mit den Müttern, wofür diese jeweils die Unterstützung gebrauchen möchten: ganz oft zum Beispiel für Lebensmittel, Medikamente und Kleidung. Vor allem aber – das versuchen die Schwestern vor Ort den Familien klar zu machen – muss die Unterstützung aus Deutschland unbedingt auch verwandt werden für das Schulgeld der Kinder und Jugendlichen“, so Schwester Adelgundis, die von Deutschland aus das Patenschaftsprogramm koordiniert und leitet. Bei ihren Projektreisen hat sie auch immer einige dieser Familien besucht und sich von der Nachhaltigkeit dieser Hilfen überzeugt. Auch die Altersarmut ist in vielen Ländern ein Thema. So betreiben die Schwestern im bolivianischen Vallegrande seit Jahren einen Speisesaal für alte Menschen. Etwa 40 bis 50 Menschen besuchten 2016 regelmäßig den von Schwester María del Rosario Ostermann geleiteten Speisesaal. Aber hier geht es nicht nur um den Hunger. Der tägliche Treff ist auch ein wichtiger Ort der Begegnung. Denn viele Menschen leben allein und haben häufig kaum Kontakt zu anderen. Dieser Speise- In Rumänien, im Herzen Europas, ist die Armut erschreckend groß saal wird seit Jahren durch Spendengelder aus Deutschland „Es gibt immer jemanden in unserer Nähe, der in Not ist, materifinanziert. ell, emotional oder spirituell. Das größte Geschenk, das wir ihm machen können, ist unsere Freundschaft, unser Interesse, unsere zärtliche Zuwendung, unsere Liebe zu Jesus. Ihn zu empfangen bedeutet, alles zu besitzen; ihn zu schenken bedeutet, das größte aller Geschenke zu machen.“ Papst Franziskus 9
Standorte in Deutschland
1 Heilbad Heiligenstadt 2 Bestwig 3 Kassel 4 Menden 5 Ahaus 6 Berlin 7 Bad Ems 8 Nassau (Rheinland-Pfalz) 9 Herten-Westerholt 10 Arnsberg-Oelinghausen
11 Geseke 12 Heiden 13 Wadersloh-Diestedde 14 Oelde-Stromberg 15 Oelde 16 Hamm-Rhynern 17 Dorsten 18 Borken-Weseke
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Unsere Schwestern wirken darĂźber hinaus an weiteren Standorten wie z. B. Jena, Essen oder Lispenhausen
Standorte weltweit
Brasilien
Bolivien
Mosambik
Rumänien
Leme / SP Balsas / MA Campinas / SP Manoel Ribas / PR Pomerode / SC Rio Pardo de Minas / MG Sao Paolo / SP
Cochabamba La Paz Oruro Santa Cruz Tarija Vallegrande
Metarica Cuamba NametĂłria
Schineni Siretu
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„Seid die Mütter der Kinder: Es gibt viele, die – ohne Waisen zu sein – keine anderen haben.“ Hl. Maria Magdalena Postel 12
Gesundheit fördern
Ein anderes Beispiel ist der kleine ambulante Pflegedienst im rumänischen Siretu. Bereits bei der Gründung des Sozialen Zentrums haben die SMMP eine Krankenschwester angestellt, die die besonders kranken und teilweise sehr einsamen alten Menschen in den ärmlichen Hütten regelmäßig besucht. Bei diesen Hausbesuchen hat die Krankenschwester zum Teil erschreckende Lebens- und Gesundheitssituationen vorgefunden. In Absprache mit Angehörigen und Ärzten werden diese Menschen jetzt je nach Notwendigkeit gepflegt oder es werden Wundbehandlungen durchgeführt. Dadurch konnten nachweislich in den letzten Jahren bei zahlreichen alten Menschen der Gesundheitszustand und die Lebensqualität deutlich verbessert werden. Im Jahr 2016 wurden durch dieses Programm 24 kranke Menschen unterstützt.
Armut und dadurch bedingte einseitige Ernährung, aber auch klimatische Herausforderungen gefährden die Gesundheit der Menschen in den Regionen, in denen die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel (SMMP) wirken. Von daher hat die Gesundheitsaufklärung, aber auch die Prophylaxe immer einen hohen Stellenwert in den Projekten. Ein Beispiel ist Metarica in Mosambik. Hier haben die Schwestern vor einigen Jahren das sogenannte „Milchprojekt“ ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich um die Begleitung und Bewusstseinsbildung von Müttern, die nicht ausreichend Milch haben, oder um die Versorgung von Kindern, deren Mutter bei der Geburt gestorben ist. Diese Kinder sind häufig in der Folge unterernährt. Im Jahr 2016 konnten durchschnittlich 25 bis 30 Kinder im Monat unterstützt werden, in der Mehrzahl Zwillinge und sogar Drillinge. In regelmäßigen Abständen müssen sich die in der Regel sehr jungen Mütter mit ihrem Kind den Schwestern vorstellen. Das Kind wird gewogen, untersucht und die Ernährung für die nächsten Wochen besprochen. Vielen wird „Milchpulver“ oder andere Säuglingsnahrung mitgegeben. Dieses Projekt hat über die Jahre eine sehr hohe Erfolgsquote, und die Kindersterblichkeit in Metarica und Umgebung ist stark zurückgegangen.
Im brasilianischen Rio Pardo de Minas bieten die Schwestern Beratung in alternativer Medizin und Naturheilkunde an. Sie helfen damit Armen, die häufig kein Geld haben für teure Medikamente.
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Frauen stärken
Die französische Ordensgründerin der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel erlebte Anfang des 18. Jahrhunderts, wie wenig Zugang Mädchen und Frauen zur Bildung hatten. Zutiefst überzeugt von der Wichtigkeit der Rolle der Frau in Familie und Gesellschaft, machte sie die Stärkung und Förderung von Mädchen und Frauen zu ihrem Herzensanliegen und setzte eine Bewegung in Gang, die bis heute nachklingt und nachhaltig wirkt.
archalisch geprägt. So sind überwiegend die Mädchen und Frauen für das Kochen und die Bewirtschaftung der kleinen Felder verantwortlich. Hinzu kommen die verschiedenen Stammessprachen. Viele der Frauen können die Landessprache Portugiesisch nicht sprechen und schreiben. Auf diesem Hintergrund haben die Schwestern damit begonnen, in Metarica und Nametória Intensivprogramme der Alphabetisierung zu starten. Im vergangenen Jahr haben daran mehr als 40 Personen, überwiegend Frauen, teilgenommen.
Da ist zum Beispiel das Centro de Educación Alternativa (CEA) der Ordensgemeinschaft im bolivianischen Cochabamba, welches die SMMP in Kooperation mit der christlichen Erziehungsbewegung Fe y Alegría betreiben. Hierbei handelt es sich um eine Art Berufskolleg, in dem überwiegend Frauen verschiedene Ausbildungslehrgänge besuchen und einen Berufsabschluss erreichen können. Das Besondere ist, dass die Ausbildungsseminare am Abend stattfinden. Im Jahr 2016 haben über 360 Frauen dieses Angebot genutzt. Es gibt zum Beispiel Ausbildungslehrgänge zur Schneiderin, Konditorin, Erzieherin, Buchhalterin oder Sekretärin. Durch diese anerkannten Ausbildungen erhöhen sich die Chancen, einen Arbeitsplatz zu finden und sich selbst und die Familie zu ernähren. Diese Möglichkeit ist umso wichtiger, da es sich bei vielen Teilnehmerinnen um Alleinerziehende handelt.
Frauen, die sich an den drei Standorten der Schwestern in Mosambik weiterbilden oder zur Schule gehen wollen, wird ganz praktisch geholfen. So erhielten zum Beispiel in Metarica im Jahr 2016 rund 20 junge Frauen Unterstützung in Form von Unterkunft, Verpflegung, hygienischer Versorgung, Hilfe beim Studium sowie häuslicher, religiöser und allgemeiner Bildung. Ohne diese individuellen Hilfen könnte der Großteil dieser Frauen sich nicht weiterbilden und am kulturellen Leben teilhaben. Hier konnten gezielt auch Spendengelder aus Deutschland eingesetzt werden.
In der Region von Metarica in Mosambik können nur wenige Frauen lesen und schreiben. Dies hat mehrere Gründe: Zum einen sind die Wege zu einer möglichen Schule für viele zu weit, zum anderen werden viele Mädchen schon im Alter von 12 bis 14 Jahren verheiratet. Außerdem ist die Kultur noch sehr patri-
Frauenbildung in Mosambik
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Aber auch in Deutschland werden junge Frauen in besonders schwierigen Lebenslagen nicht alleingelassen. Im Julie-Postel-Haus in Bestwig im Sauerland werden Frauen aufgenommen, die sehr früh schwanger geworden sind und mit der Erziehung ihres Kindes, aber auch mit ihrem eigenen Leben völlig überfordert sind. Die Einrichtung der Ordensgemeinschaft wird als Mutter-Kind-Haus geführt, in dem aber in Einzelfällen auch Väter mit ihrem Kind leben können. Nicht selten sind einige der jungen Mütter noch minderjährig. Pädagogen, Psychologen, Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen kümmern sich intensiv um Mütter und Kinder. Die Mütter können zur Schule gehen oder ihre Berufsausbildung zu Ende führen, während die Kinder im Haus betreut werden. Das Julie-Postel-Haus verfügt über 12 Appartements und zwei Wohngemeinschaften. Dass die Einrichtung im Jahr 2016 voll belegt war, zeigt, wie groß der Bedarf, aber auch die Not ist. Auch diese Einrichtung konnte durch Spenden mit unterstützt werden. Schwester Santa nutzt die Begegnungen auf der Straße, um den Menschen zuzuhören
„Die Räume einer einschneidenden weiblichen Präsenz in der Kirche müssen weiter werden. Die Frauen stellen tiefe Fragen, denen wir uns stellen müssen. Maria – eine Frau – ist wichtiger als die Bischöfe. Man muss daher die Vorstellung der Frau in der Kirche vertiefen. Der weibliche Genius ist nötig an den Stellen, wo wichtige Entscheidungen getroffen werden.“ Papst Franziskus 15
Die Bergkloster Stiftung SMMP: Zukunft fördern
Wir blicken zurück auf das vergangene Jahr und auf den Beginn einer rasanten Entwicklung am Stadtrand von Leme in Brasilien. Mit großem Krafteinsatz wurde das Centro de Formação Plácida Viel gegründet. Viel Neues konnte mit Blick auf Nachhaltigkeit, auf Bildung und Ausbildung federführend von Sr. Aurora Tenfen, der neuen Provinzoberin, aufgebaut werden. Im Juli wurde das Sozialzentrum eröffnet. Ende des Jahres liefen im Zentrum 33 verschiedene Aktivitäten und Kurse, um die Teilnehmer auf eine Berufstätigkeit vorzubereiten.
Diese neuen Wege nehmen natürlich viel Zeit in Anspruch. Zudem sind auch die Familienbesuche ein wichtiger Punkt, um die Familien und ihre Situationen kennenzulernen und zu wissen, was fehlt. Der Erfolg der Kurse wird noch eine Weile auf sich warten lassen. Hunger haben die Leute heute. Dadurch stehen wir auch immer wieder im Zwiespalt zwischen der direkten Hilfe (weil die Leute mit ihren Bedürfnissen und Nöten vor der Tür stehen) und der nachhaltigen Hilfe, indem wir Menschen bilden und ausbilden, damit sie morgen selbstständig leben können.
Auch wenn die soziale Arbeit – dank Sr. M. Ludwigis – schon lange ihren Platz in Leme hatte, so erweitert sich jetzt gerade enorm der Kreis der Menschen, die die Projekte in Leme unterstützen. Eine besondere Freude war im Herbst die Schenkung zweier Grundstücke im neuen Stadtteil Empyreo. Dort sind die Kriminalitätsrate und die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen besonders hoch. Durch ein soziales Wohnungsbauprojekt wurden in diesem Stadtteil für sozial schwache Familien 2000 kleine Häuschen gebaut. Viele der aus Deutschland unterstützten Familien wohnen dort. Bisher gibt es aber außer dem Wohnraum keine weitere Infrastruktur, keine Freizeitangebote, keine Kinder- und Jugendarbeit, keine Kirchen … Hier soll ein weiteres Sozialzentrum errichtet werden, um Angebote für Kinder und Jugendliche auch dort zu installieren. Der erste Schritt ist mit dem Bau einer kleinen Sportanlage bereits gemacht. Es ist zunehmend spürbar, dass mit den neuen Wegen auch in der Öffentlichkeit eine größere Aufmerksamkeit und ein stärkeres Interesse für die soziale Arbeit am Stadtrand entstanden sind.
All unsere Hilfe war zudem nur möglich durch die Unterstützung unserer Spender und Paten in Deutschland sowie vieler Unterstützer und ehrenamtlicher Helfer in Leme. Um die Arbeit in Leme nachhaltig fortführen zu können, sind wir dabei, national und international agierende Unternehmen anzusprechen. Wir möchten sie gewinnen, sich gemeinsam mit uns für Kinder und Menschen in Not einzusetzen, sei es durch ihre finanzielle Unterstützung oder durch die Bereitstellung von Fachwissen sowie Pro-bono-Leistungen. Ihr
Christian Uhl Geschäftsführer
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Schwester Aurora, die Provinzoberin von Brasilien, bei der Essensausgabe in der neuen SuppenkĂźche in Leme
Einnahmen, Verwendung, Verwaltungskosten Einnahmen und Ausgaben einschließlich der Ergebnisse der von der Bergkloster Stiftung SMMP treuhänderisch verwalteten, rechtlich unselbstständigen Stiftungen, deren Stiftungszwecke den Stiftungszwecken der Bergkloster Stiftung SMMP entsprechen.
Einnahmen 2016 2015 Spenden und ähnliche Einnahmen • Einzel- und Anlassspenden/Familien-, Projekt- und Firmenpatenschaften 1.924.413 € 1.916.591 € Erlöse aus Basaren, Gemeindeaktivitäten, Schulinitiativen etc. • Zuwendungen von Hilfswerken 36.942 € 59.323 € Stifterdarlehen und Zustiftungen
294.956 €
337.266 €
Zinsen
82.632 €
96.479 €
Gesamteinnahmen 2.338.943 €
2.409.659 €
Zuzüglich im Vorjahr noch nicht verwendeter Mittel 259.220 €
430.500 €
Verwendung
2016
2015
Projektausgaben • Projektförderung (eingesetzte Mittel) 1.540.838 € 1.648.973 € 64.030 € 47.652 € • Projektbegleitung/-betreuung • Projektkampagnen, Bewusstseinsförderung etc. 350.959 € 373.477 € Stifterdarlehen und Zuführung der Zustiftungen zum Kapitalstock, Zuführung zu den Rücklagen
307.988 €
337.266 €
Allg. Werbe- und Verwaltungsausgaben • Werbung und allg. Öffentlichkeitsarbeit 43.875 € • Verwaltung 119.030 €
49.176 € 124.395 €
Gesamtausgaben 2.426.720 €
2.580.939 €
Zuzüglich im Vorjahr noch nicht verwendeter Mittel 171.443 €
259.220 €
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Spenden und ähnliche Einnahmen 2016 nach Zweck
Bolivien 297,3
Weitere Einnahmen
Brasilien 350,4
Zinsen 82,6
Rumänien 533,9
Stifterdarlehen und Zustiftungen 294,9
Afrika/Asien 261,3
Freie Spenden 381,5
k Hilfswerke 36,9 ec
Deutschland 12,5
w hZ c na *SMMP Projekte länderübergreifend, z. B. Armenspeisung international 16 20 n e Bolivien Brasilien hm 12,7% a 15% n ZinsenEin e 3,5% ch i l n äh d Zustiftungen/ n Stifterdarlehen nu e d 12,6% en p S Internationale Projekte* 87,4
Hilfswerke 1,6%
n kte he oje rle Pr a d e r n al �e mä on S� Ru a� / n n er ge Int un �� s Zu
Rumänien 22,8% ien
Freie Spenden 16,3% Internationale Projekte Deutschland 0,5%
nAfrika/Asien 11,2% ilie nd s a hla Br c s Der Jahresabschluss 2016 der Bergkloster Stiftung SMMP wurde durch testiert. uteine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft e De erk w s Hil n n vie sie oli n B /A Bankverbindung:rikaBergkloster Stiftung de en p Af S ie DKM Darlehnskasse Münster eG Fre en s IBAN: DE59 4006 0265 0000 1003 00 Zin
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SMMP
Unsere pädagogischen Einrichtungen in Deutschland
Bergschule St. Elisabeth Friedensplatz 5/6 37308 Heilbad Heiligenstadt
Engelsburg-Gymnasium Richardweg 3 34117 Kassel
Berufskolleg Canisiusstift Ahaus Hindenburgallee 30 b 48683 Ahaus
Walburgisgymnasium Schwitter Weg 22 58706 Menden
Walburgisrealschule Schwitter Weg 22 58706 Menden
Placida-Viel-Berufskolleg Dechant-Röper-Straße 47 58706 Menden
Bereits mit 18 Jahren eröffnete Maria Magdalena Postel in ihrem Heimatort Barfleur in der Normandie eine Schule für Mädchen. 1805, zwei Jahre bevor sie die Ordensgemeinschaft gründete, eröffnete sie eine Schule in Cherbourg.
Dieser Gründungsimpuls bestimmt u. a. bis heute die Aufgaben unserer Gemeinschaft: „Die Jugend bilden, die Armen unterstützen und nach Kräften Not lindern.“ Die heilige Maria Magdalena Postel kam selbst durch die Großherzigkeit 20
Bergkindergarten St. Bonifatius Friedensplatz 5/6 37308 Heilbad Heiligenstadt
Bildungsakademie für Therapieberufe Bundestraße 108 59909 Bestwig
Montessori Zentrum Berlin Lüderitzstr. 2 13351 Berlin
Berufskolleg Bergkloster Bestwig Bergkloster 1 59909 Bestwig
Fachseminar für Altenpflege Gerberstraße 13 59590 Geseke
Manege gGmbH Otto-Rosenberg-Straße 1 12681 Berlin
einer Spenderin in den Genuss einer ausgezeichneten Bildung. Daher war es ihr ein großes Anliegen, Kindern und Jugendlichen eine gute Ausbildung zu geben. Diesem Anliegen fühlen wir uns bis heute verpflichtet.
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Weitere Einrichtungen unserer Gemeinschaft finden Sie im Internet unter www.smmp.de.
Ihre Ansprechpartnerinnen und -partner
Schwester Adelgundis Pastusiak E-Mail: sr.adelgundis@smmp.de Tel.: +49 3606 673-134
Impressum Erscheinungsdatum: Juni 2017; Auflage: 1.300 Herausgeber: Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel, Bergkloster Stiftung SMMP, Friedensplatz 6, 37308 Heilbad Heiligenstadt Tel.: +49 3606/673-134 Fax: +49 3606/673-205, E-Mail: kontakt@smmp.de Internet: www.smmp.de www.bergklosterstiftung.de
Heike Schmidt-Teige E-Mail: h.schmidt-teige@smmp.de Tel.: +49 3606 673-259
Winfried Meilwes E-Mail: w.meilwes@smmp.de Tel.: +49 2904 808-241
V. i. S. d. P.: Christian Uhl, Geschäftsfßhrer der Bergkloster Stiftung SMMP Konzept und Gestaltung: GFS Fundraising Solutions GmbH Redaktion: Sr. Adelgundis Pastusiak, Heike Schmidt-Teige, Winfried Meilwes, Dr. Ulrich Bock Fotos: SMMP
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Gott, es ist äußerst wenig, was ich als Einzelner tun kann, aber mehr, als ich glaube. Ich kann nicht verhindern, dass viele alte Menschen vereinsamen. Ich kann aber dazu beitragen, dass einige sich nicht so einsam fühlen. Ich kann nicht verhindern, dass viele Ausländer Außenseiter bleiben. Ich kann aber dazu beitragen, dass einige wenige sich wohlfühlen. Ich kann nicht verhindern, dass Millionen Kinder verhungern. Ich kann aber dazu beitragen, dass zumindest einige nicht hungern müssen. Ich kann nicht verhindern, dass Völker sich bekriegen. Ich kann aber dazu beitragen, dass die Kleinkriege um mich herum ein Ende nehmen. Es ist äußerst wenig, was ich als Einzelner tun kann, aber mehr, als ich glaube, Gott. Verfasser unbekannt
Bergkloster Stiftung SMMP Friedensplatz 6 37308 Heilbad Heiligenstadt Tel. +49 3606/673-134 Fax +49 3606/673-205 kontakt@smmp.de www.smmp.de Bankverbindung: Bergkloster Stiftung SMMP DKM Darlehnskasse Münster eG IBAN: DE59 4006 0265 0000 1003 00