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blickpunkt Mensch 2-2014

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Magazin für Mitarbeiter, Freunde und Förderer der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel

blickpunkt. Mensch 2 / 2014

Lernphilosophie am Engelsburg-Gymnasium:

Unterricht im angstfreien Raum Theaterprojekt Normandie: Wenn Frieden bewegt

Interview mit Sr. Aloisia Höing: „Viele Hoffnungszeichen“

Sozialdienst KKL: Überlegen, wie es weitergeht 1


Titelbild: Dr. Monika Rack im Unterricht am EngelsburgGymnasium in Kassel. Ein angstfreier Raum ist für sie die wichtigste Voraussetzung für ein gelingendes Lernen.

Editorial

Das macht Mut

inhalt. Seite 3 Placida-Empfang: Nichts bleibt, wie es war Seite 4 Haus Maria Geseke: Kardinal Marx weiht Neubau ein Seite 6 Theaterprojekt in der Normandie: Wenn Frieden bewegt Seite 8 Interview mit Sr. Aloisia Höing: Hoffnungszeichen vor dem Kapitel Seite 10 Sozialdienst an der Hufeland-Klinik: Darüber sprechen, wie es weitergeht

„Solange es Frauen gibt, die sich an uns binden, ist es gut, dass es uns gibt“, sagt Schwester Aloisia Höing im Interview vor dem Ende ihrer dritten und letzten Amtszeit als Generaloberin (s. Seite 8-9). Am 8. Januar wählt das Generalkapitel im Bergkloster Heiligenstadt ihre Nachfolgerin. Vorher reist sie noch nach Mosambik, um dort sechs Schwestern ihre zeitliche Profess abzunehmen. In Brasilien ist die Berufungspastoral ebenfalls im Aufbruch. Und selbst in Deutschland, wo die Kirche an Einfluss und an gesellschaftlicher Bedeutung verliert, haben sich in den vergangenen Jahren wieder Frauen für die Gemeinschaft entschieden. Im September legte Sr. Julia Maria Handke ihre erste Profess ab (s. Seite 14). „Hoffnungszeichen“ sieht die Generaloberin in dieser Entwicklung. Auch für die Einrichtungen und Dienste ist sie dankbar: „Hier gelingt es Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern manchmal besser, unsere Leitsätze umzusetzen, als wir das tun.“ Deshalb sei es gerade in Zeiten, da die christliche Identität dieser Schulen, Kindergärten, Kliniken, Praxen und Seniorenheime angesichts enger werdender wirtschaftlicher Rahmenbedingungen hinterfragt wird, wichtig, diese Häuser zu erhalten. Nach wie vor entscheiden sich viele Schüler bzw. Familien für die Bildungseinrichtungen der Ordensgemeinschaft – und viele ältere Menschen für ihre Seniorenheime. Dass die christliche Identität immer wieder Thema ist und gelebt wird, zeigt dieser blickpunkt: Kardinal Reinhard Marx weiht das Haus Maria in Geseke ein (s. Seite 4), während der Altbau derzeit für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung steht. An den Katholischen Kliniken Lahn versucht der Sozialdienst nicht nur praktische Hilfestellungen zu geben, sondern den ganzen Menschen in den Blick zu nehmen (s. Seite 10). Schüler des Gymnasiums Bergschule St. Elisabeth aus Heiligenstadt beteiligen sich an einem außergewöhnlichen Friedensprojekt in der Normandie (s. Seite 6-7). Und Lehrerinnen wie Dr. Monika Rack erfahren an einer katholischen Schule wie dem Engelsburg-Gymnasium größere Offenheit als zuvor an staatlichen Einrichtungen (s. Seite 12). Solche Eindrücke und Aussagen belegen, dass die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel und ihre Einrichtungen einen Auftrag erfüllen. Auch Dr. Christian Hennecke, Regens am Priesterseminar im Bistum Hildesheim, machte der Ordensgemeinschaft beim PlacidaEmpfang Mut: „Ihre Gründungen sind Aufbrüche. Und Aufbrüche sind immer Einbrüche des Heiligen Geistes“ (s. Seite 3). Viel Freude beim Lesen wünscht

Seite 12 Beruf und Berufung: Unterricht im angstfreien Raum

blickpunkt mensch

Seite 13 Bildung und Erziehung: 1200 Schulabschlüsse Seite 14: Fachseminar für Altenpflege: Gute Noten von Schülern und Partnern Rubriken: Seite 14: Nachrichten Seite 15: Menschen Seite 16: Auch das noch

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impressum.

Seite 11 Jubiläum am Marienkrankenhaus: 25 bewegte Jahre

Magazin für Mitarbeiter, Freunde und Förderer der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel Redaktion und Layout: Dr. Ulrich Bock (verantw.), Andreas Beer Druck: Schützdruck, Recklinghausen Kontakt: Redaktion blickpunkt mensch Bergkloster 1 59909 Bestwig Tel.: 02904 808-243 E-Mail: u.bock@smmp.de Redaktionsschluss: 10.10.2014


Ordensgemeinschaft

Über 200 Gäste hörten den Vortrag von Dr. Christian Hennecke in der Aula der Katholischen Bergschulen in Heiligenstadt

„Nichts wird so bleiben, wie es war“ Dr. Christian Hennecke ermutigt Ordensgemeinschaften beim Placida-Empfang in Heiligenstadt Ordensgemeinschaften stehen sinnbildlich für neue Wege an neuen Orten mit neuen Methoden: „Ihre Gründungen sind Aufbrüche. Und Aufbrüche sind immer Einbrüche des Heiligen Geistes.“ Mit diesen Worten bestätigte der Regens des Priesterseminars im Bistum Hildesheim, Dr. Christian Hennecke, wie wichtig diese kirchlichen Gemeinschaften angesichts der vielen Veränderungen in der Kirche sind: Änderungen, die auf weniger Gläubigen, weniger Priestern und weniger Kirchensteuerzahlungen beruhen. In seinem Vortrag beim Placida-Empfang im Bergkloster Heiligenstadt machte Hennecke deutlich, dass Kirche deswegen nicht auf dem Rückzug sein muss, sondern neue Wege der Verkündigung braucht. Das ist schon einige Monate her – aber sein Vortrag wirkt immer noch nach. „Früher haben wir gesagt: Wir laden die Menschen zu uns ein. Dann haben wir gesagt: Wir gehen zu den Menschen und holen sie ab. Aber wir müssen dahin kommen zu sagen: Wir gehen dahin, wo sie leben und gucken, wie sie leben, um mit ihnen zusammen das Evangelium neu zu entdecken“, ermunterte Henneke. So wie Papst Franziskus fordere, an die Ränder der Gesellschaft und auf die Straße zu gehen: „Das aber ist nicht ohne Risiken und Nebenwirkungen. Nichts wird so bleiben, wie es war.“ Dass die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel diese Wege schon beschreiten, hatte der Regens bei einem Besuch mit Seminaristen in der Manege in Berlin Marzahn gesehen. „Wir hatten gar nicht gewusst, was uns da erwartet. Aber die Begegnung mit Schwester Margareta hat uns sofort geflasht.“ Dahin gehen, wo sonst niemand hingeht,

sei Aufgabe der Kirche: „Sich um die Jugendlichen zu kümmern, die das Jobcenter abgeschrieben hat.“ Das habe schon Schwester Placida Viel getan, die die Ordensgemeinschaft nach Deutschland gebracht hat, und an die der Placida-Empfang erinnert: „Auch ihr ging es darum, dorthin zu gehen, wo die Armen sind, wohin sonst niemand geht.“

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Schon Schwester Placida ging es darum, dorthin zu gehen, wohin sonst niemand geht. Dr. Christian Hennecke

Dafür gebe es auch viele bewegende Lebenszeugnisse aus dem 20. und 21. Jahrhundert. So erinnerte Christian Hennecke an den Steyler Missionar Pater Dinter auf den Philippinen, der acht Jahre mit den Menschen auf einer Insel lebte, bis sie fragten, warum er da sei: weil er zunächst von ihnen lernen wollte. Der frühere Aachener Bischof Klaus Hemmerle habe das mit dem „wahnsinnigen Satz“ formuliert: „Lass mich Dich lernen, Dein Denken, Dein Sprechen, Dein Fragen, Dein Dasein. Damit ich da-

„Der Aufbruch geschieht durch Verrückte“ noch immer wirkt der Vortrag von Christian Hennecke nach.

ran die Botschaft neu lernen kann, die ich Dir zu überliefern habe.“ Diese Geduld und diesen Mut müsse die Katholische Kirche in Deutschland neu lernen. In diesem Zusammenhang erinnerte Hennecke auch an den Protestanten Dietrich Bonhoeffer, der 1939 in die USA ausgereist sei und dann spürte, dass er zurück muss. In einem berühmten Brief an sein Patenkind habe er geschrieben: „Wir alle verstehen die Taufe nicht mehr, weil wir versagt haben. Diese Kirche, die in den zurückliegenden Jahren nur um ihre Selbsterhaltung gekämpft hat, als wäre sie ein Selbstzweck, ist unfähig ein Träger des versöhnenden und erlösenden Wortes für die Menschen zu sein.“ Deshalb dürfe man nicht an den Strukturen hängen bleiben. Entscheidend seien neue Orte, neue Denkansätze, neue Aufbrüche: „Und die sind vor allem charismatisch. Das sieht man an der Geschichte der Orden.“ Es bedürfe mutiger Visionäre, die durch ihr Tun begeistern – wie Schwester Margareta und Pater Otto in der Manege. Papst Franziskus rufe in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium dazu auf, `rauszugehen auf die Straße: „Die Gegenwart Gottes wird nicht hergestellt, sondern entdeckt und enthüllt.“ Denn das habe die Geschichte immer wieder gezeigt: dass sich große Veränderungen verwirklichen, wenn man die Realität von ihren Rändern her betrachte. Der Aufbruch geschehe durch „Verrückte – durch Menschen, die sich verrücken lassen.“ Dafür lohne es, sich die eine oder andere Beule zu holen. Den kompletten Vortrag gibt es als Video: www.yotube.com/bergkloster.

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Seniorenhilfe

Kardinal Dr. Reinhard Marx weiht bei einem Rundgang durch das Haus die neuen Räume ein.

„Ein Auftrag, der in die Stadt geht“ Kardinal Dr. Reinhard Marx weiht den Neubau des Hauses Maria in Geseke ein „Von dieser Einrichtung aus geht ein Auftrag in die Stadt, in die Familien hinein: Sich um die alten Menschen in unserer Gesellschaft zu kümmern“, betonte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Dr. Reinhard Marx, am 6. Juli bei der Einsegnung des Hauses Maria in Geseke. In der westfälischen Stadt wuchs der heutige Erzbischof von München und Freising auf. Deshalb hatte er die Einladung, das Haus der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel einzuweihen, gerne angenommen: „Die Einrichtung und die Ordensgemeinschaft kenne ich seit meiner Kindheit.“ Bei seinem Rundgang durch das Haus Maria traf er viele Bekannte. Und fast hätte er vor einigen Jahren auch seine Mutter hier untergebracht, die dann aber doch recht plötzlich verstarb. In der Predigt des Festgottesdienstes in der Geseker Stiftskirche plädier-

te Marx für ein würdiges Altern und Sterben: „Die Mehrheit der Deutschen meint, man solle eine aktive Euthanasie für schwerkranke Menschen ins Kalkül ziehen. Aber allzu schnell hat man das Bild eines einsamen, dahinsiechenden Menschen vor seinem inneren Auge.“ Es müsse auch anders gehen. „Die Palliativmedizin ist weit entwickelt. Und letztlich kann sogar die Phase des Sterbens noch einmal eine Stärkung des Glaubens sein“, mahnte der Kardinal.

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Selbst die Phase des Sterbens kann noch einmal eine Stärkung des Glaubens sein.

Kardinal Dr. Reinhard Marx

Wichtig sei, die alten Menschen nicht allein zu lassen: „Darin liegt angesichts der demografischen Entwicklung eine Herausforderung für unsere Gesellschaft.“ Im Haus Maria sei zu sehen,

Freuen sich über den gelungenen Neubau (v.l.): Provinzassistentin Sr. Johanna Guthoff, Ulrike Stukenberg als Leiterin der Tagespflege, Einrichtungsleiterin Astrid Marx-Vehling, Assistentin Monika Büker, Kardinal Dr. Reinhard Marx, die Geschäftsführerin der Seniorenhilfe SMMP, Andrea Starkgraff, Generaloberin Schwester Aloisia Höing, Pfarrer Rainer Stahlhacke, Bürgermeister Dr. Remco van der Velden, die Leiterin des ambulanten Pflegedienstes, Birgit Funke, Provinzoberin Sr. Pia Elisabeth Hellrung und Pflegedienstleiterin Petra Wessel.

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wie das Miteinander der Generationen gelingen könne und zu einer Bereicherung werde. Besonders deutlich wurde dies während des Umzuges (siehe blickpunkt 1-2014). Zahlreiche Vereine, Nachbarn, Angehörige und Freunde haben mitgeholfen, den Umzug zu stemmen. „Besonders beeindruckt hat mich aber auch der Einsatz unserer eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, betonte Einrichtungsleiterin Astrid Marx-Vehling – „diese Phase war für uns alle eine besondere Herausforderung.“ Haustechniker Nobert Bohle, der sich zeitweise um zwei Gebäude kümmern musste, hob sie besonders hervor. Gesekes Bürgermeister Dr. Remco van der Velden dankte den Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel für die Treue zu dem Standort: „Es ist nicht selbstverständlich, dass Sie in diesen Neubau investiert haben.“ Der 39-Jährige, der 1994/1995 selbst als Zivildienstleistender im Haus Maria tätig war, weiß, welche Arbeit hier geleistet wird: „Diesen Umgang und die Pflege von älteren Menschen zu erleben, war für mich eine Bereicherung. Danke, dass Sie das weiterführen.“ 11,5 Millionen Euro hat die Seniorenhilfe SMMP für den Neubau aufgebracht. Geschäftsführerin Andrea Starkgraff dankte allen, die an der Planung und der Umsetzung beteiligt waren, besonders dem Architekten Holger Richter und dem Büro AGN aus Ibbenbüren, „mit deren Kreativität ein lichtdurchflutetes Haus mit hoher Wohnlichkeit entstanden ist.“ Und natürlich dankte sie Heimleiterin Astrid Marx-Vehling und ihrem Team.


Seniorenhilfe

Flüchtlinge ziehen in den Altbau ein Gebäude erfüllt vor dem Abriss noch eine wichtige Aufgabe „Jetzt, wo das Haus quasi leer stand, war doch klar, dass wir als christlicher Träger nicht Nein sagen würden“, erklärt Heimleiterin Astrid-Marx-Vehling zu der Anfrage der Stadt Geseke, ob in dem Altbau des Hauses Maria vorübergehend Flüchtlinge untergebracht werden könnten. Seitdem der Neubau im Juni bezogen wurde, steht das ehemalige Seniorenheim weitgehend leer. Allerdings noch nicht ganz. Denn wegen eines Wasserschadens, den es im Neubau zu beheben galt, blieb die ambulant betreute Senioren-Wohngemeinschaft zunächst in einem Trakt des Altbaus. In dem anderen wohnen jetzt inzwischen neun Flüchtlinge. Darunter ein Ehepaar aus Afghanistan, dessen drei Kinder noch nicht in Deutschland angekommen sind, sowie eine Mutter mit zwei Kindern aus Nigeria. „Wenn man bedenkt, welche Schicksale und welche Wege diese Menschen hinter sich haben, ist es keine Frage, dass wir helfen wollen, sagt auch Andrea Starkgraff, Geschäftsführerin der Seniorenhilfe SMMP, die selbst mit ihrer Familie in Geseke lebt. Werner Knies vom Ordnungsamt der Stadt ist dankbar, dass die Flüchtlinge zunächst einmal in dem Altbau Unterschlupf finden: „Hier haben sie es vergleichsweise gut: Denn jedes Zimmer hat eine eigene Nasszelle. Das können wir in den anderen Unterkünften nicht garantieren. Zurzeit baut die Stadt den Teilbereich einer Hauptschule für die Unterbringung von Flüchtlingen um. Eine weitere Unterkunft soll im kommenden Jahr entstehen.

„Wir verteilen diese Menschen unterschiedlichster Nationalitäten auf verschiedene Standorte“, erläutert Werner Knies. Dabei sei nie absehbar, wer als nächstes zugewiesen würde, doch sollen Familien zusammenbleiben. „Auch macht es Sinn, wenn Familien mit anderen Familien zusammenleben.“ Rücksicht nehmen müsse man vor allem auf die kulturellen und religiösen Unterschiede. Ein weiteres Kriterium sei die Sprache. Faktoren, die man angesichts der bislang 86 Flüchtlinge aus über 20 Ländern in Geseke kaum alle auf einmal berücksichtigen kann. „Bislang ist es hier aber friedlich“, sagt Werner Knies – „Auch im Haus Maria haben wir uns zunächst mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Bewohnerinnen und Bewohnern der ambulant betreuten Wohngemeinschaft zusammengesetzt. Hier gab es keinerlei Vorurteile. Das hat uns gefreut.“ Für ihn gibt es nur einen Wermutstropfen: dass der Altbau Anfang kommenden Jahres doch endgültig abgerissen werden muss. Dort soll ein Garten für die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses Maria entstehen. Die Firmen sind beauftragt, die Fördermittel bereitgestellt. „Einerseits erfahren wir durch die neuen Räume, die bis dahin für Flüchtlinge fertiggestellt werden, eine Entlastung. Andererseits müssen wir davon ausgehen, dass die Zahl der zugewiesenen Menschen aus Krisengebieten noch steigt“, sagt Werner Knies. www.haus-maria-geseke.de

Hat vorübergehend noch einmal neue Verwendung gefunden: Der Altbau des Hauses Maria in Geseke.

Daumen hoch: Zum Tag der offenen Tür am 30. August im neuen Haus Maria kamen mehrere hundert Besucher. „Alle waren neugierig“, freut sich Heimleiterin Astrid Marx-Vehling über das große Interesse. Und die Nachbarn bekamen für den Lärm während der Bauphase auch noch ein Dankeschön: einen Gutschein über eine Autowäsche.

342 Ordenseintritte Die Generaloberin der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel, Schwester Aloisia Höing, verwies angesichts der Tradition des Standortes Geseke bei der Einsegnung des Neubaus auf das gute Miteinander von Mitarbeitern, Bewohnern und Ordensschwestern. 1927 eröffnete die Ordensgemeinschaft hier zunächst eine Höhere Mädchenschule, aus der 1929 ein Lyceum und eine Landwirtschaftliche Haushaltungsschule wurden. „Nach dem Krieg fand das von Bomben getroffene Haus eine neue Bestimmung“, erinnerte Schwester Aloisia. Aufgrund der deutschen Teilung verlegten die Schwestern zunächst das Noviziat und Postulat, später auch den Sitz der Generalleitung hierher: „In dieser Zeit wurden in Geseke 342 junge Frauen in die Gemeinschaft aufgenommen und in das Ordensleben eingeführt. Wahrlich eine beachtliche Zahl.“ Dies ist der Großteil der heute lebenden, deutschen Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel. Nach dem Bau des Bergklosters Bestwig Anfang der 70er Jahre wurden Generalat und Noviziat von Geseke ins Sauerland verlegt. 1971 erfolgte der Umbau zum Altenheim. Und schon ein Jahr später entstand auf der gegenüberliegenden Straßenseite das Fachseminar für Altenpflege.

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Bildung & Erziehung

Amerikaner, Franzosen und Deutsche bunt gemischt bei den Proben. So friedlich ihr Stück endet, so harmonisch erlebten sie das gemeinsame Arbeiten.

Wenn Frieden bewegt Bergschüler nahmen am Theaterprojekt in der Normandie teil – und wollen Austausch fortführen „Wenn wir vorher gewusst hätten, welches Probenpensum auf uns zukommt, hätten wir uns nicht darauf eingelassen“, gibt Carina Haun unumwunden zu. Die Lehrerin des katholischen Gymnasiums der Bergschule St. Elisabeth in Heiligenstadt begleitete mit ihrem Kollegen Rudi Haase 16 Schülerinnen und Schüler aus den neunten Klassen zum 70. Jahrestag des D-Days in die Normandie. Dort brachten sie mit amerikanischen und französischen Jugendlichen ein beeindruckendes Theaterstück auf die Bühne und setzten somit ein Zeichen für den Frieden.

Schüler wollen Euch wiedersehen. Und ich denke, dass unsere Schulen ähnliche Werte haben. Da kann man doch vielleicht etwas Langfristiges draus entwickeln“, sagt die Amerikanerin, die an der Friend’s Academy, einer QuäkerSchule, den Theaterbereich leitet. Rudi Haase elektrisiert der Gedanke ebenfalls, muss die Euphorie aber bremsen: „Natürlich wäre das toll. Aber allein um die Reisen über den Ozean für einen erneuten Austausch zu finanzieren, bräuchten wir mindestens 20.000 Euro.“ Immerhin zeigen diese Ideen: Zwischen den USA und Deutschland

Die 16 Schülerinnen und Schüler der Bergschule treffen sich am 25. September mit Margery Bevad von der Friend‘s Academy und überlegen, wie es weitergeht.

Margery Bevad, die Französischlehrerin und Begleiterin der amerikanischen Gruppe aus Locust Valley im Staat New York, hat die deutschen Schüler Ende September noch einmal in Heiligenstadt besucht: „Es wäre doch toll, wenn das Projekt weitergeht. Vielleicht mit einem Schüleraustausch. Ob wir Wege finden, wie das funktionieren kann?“ Deshalb sucht sie das Gespräch. Trotz derzeit laufenden Sozialpraktikums kommen die jetzigen Zehntklässler der katholischen Bergschule alle zu dem Treffen an diesem Montagabend. Sie begrüßen Margery Bevad euphorisch, schließen sie in die Arme. „Unsere

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herrscht heute Frieden. Was selbstverständlich erscheint, war vor 70 Jahren ganz anders. Bei den Feierlichkeiten, die an den Einfall der Alliierten und die damit eingeleitete Wende im Zweiten Weltkrieg erinnerten, haben die Schüler das spüren können. „Auf den Soldatenfriedhöfen haben wir angefangen zu verstehen, was dort passiert ist“, sagt Clara Reuter. Und sie fügt hinzu: „Es ist beeindruckend, dass heute Frieden zwischen diesen Ländern herrscht. Als wir der Geschichte in Frankreich begegneten, haben wir gemeinsam geweint und uns gegenseitig getröstet.“ Die Besuche der Soldatenfriedhöfe

waren für alle Beteiligten der emotionale Höhepunkt dieser Reise. Im Mittelpunkt stand aber das Theaterstück, das an vier Orten insgesamt fünfmal aufgeführt wurde: in den Theatern von Cherbourg und Carentan sowie auf öffentlichen Plätzen in Utah Beach und St. Mère Église. „Ein einmaliges Erlebnis“

Die Französischlehrerin Carina Haun hatte schon Wochen vorher mit den 16 ausgewählten Schülerinnen und Schülern die Texte eingeübt: „Die mussten einfach sitzen.“ In Frankreich wurde dann vier Tage lang jeweils zwölf Stunden geprobt. „Wahnsinn, das hat unsere Jugendlichen an ihre Grenzen gebracht. Aber sie haben alle durchgehalten. Die Atmosphäre hat sie aufgeputscht“, sagt Rudi Haase. Und Paula Rautenberg gibt zu: „Das war ein einmaliges Erlebnis, auf der Bühne zu stehen.“ Die wenigsten Schülerinnen und Schüler hatten bereits Theater-Erfahrung. Ganz anders als die Amerikaner, die dafür an ihrer Schule professionelle Unterstützung haben. Die brachten neben ihrer Regisseurin auch einen Choreographen und einen Techniker mit. „Wir wussten, dass sie von einer EliteSchule kommen, der auch viel Geld zur Verfügung steht, und waren gespannt darauf, wie die mit uns umgehen würden“, erinnert sich Rudi Haase an den Juni. Doch das sei gar kein Problem gewesen. Beide Gruppen hätten bei den Proben und der wenigen Zeit, die nebenher blieb, schnell zueinander gefunden. „Weniger einfach war es mit den Franzosen. Zum einen hatten die neben den Proben auch noch Schule. Zum anderen waren die im Durchschnitt auch zwei Jahre jünger. Das macht in diesem


Alter natürlich viel aus“, weiß der Lehrer. Und trotzdem habe auch mit ihnen die Zusammenarbeit gut geklappt. Das Stück, das die Schüler einübten, handelt von Amerikanern, Deutschen und Franzosen, die zunächst in Reih‘ und Glied auf die Bühne treten, nur in ihrer Sprache sprechen und abschätzig übereinander denken, ehe sie miteinander zu reden beginnen und den Frieden lernen. Zitate von Mutter Teresa, Albert Schweitzer oder dem Dalai Lama helfen, sich anzunähern. „Am Schluss stehen alle in weißen T-Shirts gemeinsam auf der Bühne“, beschreibt Rudi Haase den einfachen Handlungsbogen, der in allen Sprachen zu verstehen ist. Und genau das hätten die Schüler auch auf den Friedhöfen erlebt: „Da wollten die Amerikaner auf einmal wissen, wie das für uns ist, wenn man Kriegsopfer beklagt, die bis zum Tod für Hitler gekämpft hatten. Und als die amerikanischen Schüler auf dem deutschen Soldatenfriedhof Kerzen auf die Gräber stellten, auf denen wir Blumen abgelegt hatten, war klar, dass es beim Zusammenleben heute nicht mehr um Nationalitäten gehen darf.“ Eine Erkenntnis, die angesichts der aktuellen Flüchtlingsströme von Nordafrika oder Syrien nach Europa umso wichtiger sei.

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Das hat unsere Jugendlichen an die Grenzen gebracht. Aber sie haben alle durchgehalten.

Rudi Haase

Auch den Busfahrer, der die deutsche Gruppe nach Frankreich fuhr, habe diese Geschichte auf einmal eingeholt, berichtet Rudi Haase. „Er hatte in den Verzeichnissen des deutschen Friedhofes den Namen eines Großonkels entdeckt und sofort mit seiner Oma telefoniert. Die wusste seit 70 Jahren nicht, wo ihr Bruder gefallen und begraben ist. „Da standen wir dann auf einmal mit ihm

Bildung & Erziehung

Einladung vom Haus des Friedens

Hart gearbeitet wurde tagelang bei den Proben.

vor diesem Grab. Und dieser Hüne, der immer so cool wirkte, kämpfte mit den Tränen.“ „Gelernt, keine Vorurteile zu haben“

Sophia Ringling sagt: „Was wir in Frankreich vor allem gelernt haben, ist offener zu sein und keine Vorurteile zu haben.“ Das bewegt die Schülerinnen und Schülern am meisten. Dass „unser Englisch viel besser geworden ist“, wie Clara Reuter feststellt, oder „dass wir alle sportlicher geworden sind“, wie Sophia Krumbein anmerkt, tritt in den Hintergrund. Carina Haun resümiert: „Wenn ich heute zurückblicke und sehe, wie sich die Jugendlichen innerhalb der kurzen Zeit in Frankreich und danach entwickelt haben, dann hat die ganze Arbeit schon deshalb gelohnt.“ Umso schöner fänden es Lehrer und Schüler, wenn die Partnerschaft zwischen der Friend‘s Academy und der Bergschule Heiligenstadt weiterbesteht. Margery Bevad hat den Sprung über den Ozean im September immerhin schon wieder geschafft. Vielleicht gelingt das in naher Zukunft auch den Schülerinnen und Schülern. Rudi Haase sagt: „Es wäre doch schade, wenn das nur am Geld scheitern muss.“

Ausgegangen war das Theaterprojekt in der Normandie vom Maison de la Paix, dem „Haus des Friedens“ in St. Mère Église. Dabei handelt es sich um einen internationalen Schwesternkonvent mit drei Ordensfrauen aus England, Frankreich und Deutschland. Auf Einladung des ehemaligen Bischofs der Diözese Coutances, Stanislav Lalanne, leisten sie hier internationale Friedensarbeit. Deutsche Vertreterin in diesem Konvent ist Schwester Theresita Maria Müller, die ehemalige Schulleiterin der Katholischen Berufsbildenden Bergschule St. Elisabeth in Heiligenstadt. Sie stellte das Projekt 2013 an der Bergschule vor. Daraufhin hatten Rudi Haase und Carina Haun 16 Schülerinnen und Schüler ausgewählt, die gut Französisch sprechen, ein gesundes Selbstbewusstsein haben, über körperliche Fitness verfügen und die auch kein Problem damit hatten, während des zwölftägigen Aufenthaltes in der Normandie in französischen Familien zu leben. www.maisondelapaix-normandie.org

D-Day: Die Landung der Alliierten am 6. Juni 1944 Als D-Day bezeichnet man den ersten Tag der Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944. Er leitete die entscheidende Wende im zweiten Weltkrieg ein. Die Operation Overlord war eine der größten Militäroperationen der Menschheitsgeschichte. Im Morgengrauen landeten 135.000 Soldaten an fünf Strandabschnitten in der Normandie. Fallschirmjäger nahmen zuvor schon wichtige Stellungen im Hinterland ein. Die Schlacht dauerte 100 Tage und kostete über 200.000 amerikanischen, britischen, franzö-

sischen und deutschen Soldaten das Leben. Die Franzosen feiern den D-Day alljährlich vor allem als Befreiung vom Faschismus. In diesem Jahr kamen Hunderttausende in die Normandie, um die offiziellen Feierlichkeiten zu besuchen. Dazu gehörten Militärparaden, Flugshows, Konzerte und ein Feuerwerk. An den großen Gedenkfeiern auf den Soldatenfriedhöfen nahmen unter anderem der amerikanische Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel teil.

Beklemmend und beeindruckend: Endlos reihen sich die Kreuze auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof in Utah Beach aneinander.

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Ordensgemeinschaft

Schwester Aloisia Höing im Januar 2012 zu Besuch in Mosambik. Dass sie dort sechs weiteren einheimischen Schwestern im November 2014 als Generaloberin noch die erste Profess abnehmen darf, freut sie sehr.

„Ich sehe viele Hoffnungszeichen“ Generaloberin Schwester Aloisia Höing zieht vor dem Generalkapitel im Januar 2015 Bilanz Nach 18 Jahren wird das Generalkapitel der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel am 8. Januar 2015 eine neue Generaloberin wählen. Schwester Aloisia Höing steht dann nach drei Amtszeiten nicht mehr zur Verfügung. Das sieht das Kirchenrecht so vor. blickpunkt mensch sprach mit Schwester Aloisia über die Entwicklungen seit 1996 und fragte, wie es weitergeht. blickpunkt mensch: Wie Sind Sie vor 18 Jahren Generaloberin geworden? Sr. Aloisia Höing: Mein Leben war nie auf ein solches Amt ausgerichtet. Nach meiner Mitarbeit im Generalrat und der Amtszeit als Generalassistentin von 1990 bis 1996 bin ich eher hineingewachsen. Als Schwester Christa Maria Henninghaus nicht mehr als Generaloberin kandidierte, war klar, dass ich infrage kam. Wir hatten gut zusammengearbeitet und ich hatte das Gefühl, das Vertrauen meiner Mitschwestern zu haben. Es gab also keinen Grund Nein zu sagen. Welche Aufgaben standen 1996 an? Nachdem von 1990 bis 1996 vor allem die Neuordnung der Einrichtungen und Dienste in Deutschland mit eigenen Geschäftsführungen und der Erarbeitung der Leitlinien und Ziele im Vordergrund standen, ging es ab 1996 um die Neuordnung unserer Ordensprovinzen in Europa. Bis dahin gab es eine eigene eichsfeldische und eine niederländische Provinz. Die Schwestern in Westdeutschland gehörten zum Generalat. Die Generaloberin war in Personalunion sozusagen Provinzoberin der westdeutschen Provinz. Der fehlte eine eigene Identität, denn sie war nie gegründet worden, sondern durch die deutsche Teilung entstanden. In der DDR hingegen hatte die eichsfeldische Provinz offiziell eigenständig sein müssen.

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Wie lief dieser Prozess ab? Im Vorfeld hatten wir intensiv mit den Provinzleitungen zusammengearbeitet. Auch mit denen in Brasilien und Bolivien. Und wir haben unsere Schwestern in allen Ländern befragt: Sollte Europa eine Ordensprovinz werden? Machte es Sinn, das Noviziat zusammenzulegen? Und wo wäre der richtige Ort für das Generalat? Wir haben uns gefragt, was für die Zukunft wichtig ist und wollten die Gleichwertigkeit aller Ordensprovinzen betonen. Heraus kam die Zusammenlegung der beiden deutschen und der niederländischen Provinz zu einer Europäischen Provinz und die Rückverlegung des Generalates nach Heiligenstadt. In den Generalrat wurden Schwestern aus allen Provinzen gewählt. Das Noviziat siedelten wir mit dem Sitz der Europäischen Provinz in Bestwig an. So beschloss es das Generalkapitel im Oktober 2002. Was passierte außerhalb Europas? 1998 hatten wir mit der Aussendung der Missionare auf Zeit begonnen. Damit geben wir jungen Menschen die Möglichkeit, andere Kulturen kennenzulernen, sich für andere Menschen einzusetzen und eine Lebensperspektive zu finden. Viele von ihnen setzen sich auch noch lange nach ihrer Rückkehr für die entsprechenden Länder ein. Gleichzeitig machten damals vier junge Rumäninnen in Heiligenstadt die Ausbildung zur Sozialassistentin. Eine von ihnen war die heutige Schwester Carmen Tereza Rusu. Dadurch entstand die Idee, sich auch in Rumänien als Ordensgemeinschaft zu engagieren. Und 1998 nahm eine unserer brasilianischen Schwestern an einem missionarischen Projekt der brasilianischen Bischofskonferenz in Mosambik teil. Daraus erwuchsen die Aufgaben in Metarica.

Welche Aufgaben bildeten die Schwerpunkte Ihrer zweiten Amtszeit? Da stand zunächst die Internationalität unserer Ordensgemeinschaft im Mittelpunkt. Provinzübergreifend arbeiteten wir am Basisdokument der Gemeinschaft. Ebenfalls provinzübergreifend verfassten wir einen Rahmenplan für die Aus- und Weiterbildung der Schwestern, den jede Provinz konkretisieren konnte. Und wir intensivierten den personellen Austausch. Entsprechend haben wir das Missionsverständnis neu formuliert. Wir wollten die internationalen Aufgaben nicht mehr einseitig verstehen. Auch Dokumente sollten nicht deutsch gedacht und dann übersetzt, sondern gemeinsam entwickelt werden. Welche Rolle spielte in dieser Phase das Jubiläumsjahr 2007? Die Vorbereitungen auf das Jubiläumsjahr waren durch den internationalen Austausch geprägt – vor allem auch mit der französischen Kongregation der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel. 1920 hatte sich die deutsche Gemeinschaft aus politischen Gründen von der französischen trennen müssen. Nach dem zweiten Weltkrieg gab es erste Annäherungsversuche, seit 1972 wieder Pilgerfahrten deutscher Schwestern Sr. Aloisia zwischen Schwestern und Mitarbeitern beim Abschlussfestival des Jubiläumsjahres 2007 im Bergkloster Bestwig.


an die Gründungsorte in der Normandie. Aber jetzt intensivierten sich die Kontakte – zum Beispiel durch gemeinsame Treffen der Generalräte und die Gründung von Gebetspartnerschaften zwischen Schwestern beider Kongregationen. Das lebt bis heute fort. In dieser Phase wurden auch die Grundsteine gelegt für den Internationalen Konvent mit Schwestern beider Kongregationen in der Abtei Saint-Sauveur-le-Vicomte. Zudem waren die Veranstaltungen des Jubiläumsjahres in Deutschland wichtig für das Miteinander von Schwestern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Unter dem Thema: „Auf dem Weg der Barmherzigkeit – damit Leben gelingt!“ haben wir zusammen viel auf die Beine gestellt. Das machte Mut für die Zukunft. 2007 gab es aber auch Umbrüche in den Strukturen der Ordensgemeinschaft. Richtig. Anlässlich des Abschieds von Schwester Maria Dolores Bilo als Geschäftsführerin der Bildungs- und Erziehungseinrichtungen haben wir die Struktur der Geschäftsführung geändert. Gleichzeitig haben wir die Bergkloster Stiftung SMMP gegründet. Das gesamte Spendenwesen und das inzwischen weit entwickelte Fundraising wurden unter dem Dach der Stiftung zusammengeführt. Auch die Aufgaben der Missionsprokur haben wir durch die Gründung einer Missionszentrale in Bestwig neu definiert.

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Unseren Leitsatz „Damit Leben gelingt“ finde ich in den Einrichtungen und Diensten wieder. Sr. Aloisia Höing

Welche Aufgaben standen in Ihrer dritten Amtszeit seit 2009 im Mittelpunkt? Für die Schwestern vor allem die Neufassung unserer Lebensordnung. Die wurde notwendig, da die Personalunion von Generalat und Provinz aufgehoben war und Zuordnungen verschriftlicht werden mussten. Gleichzeitig spürten wir, dass die vorherige Lebensordnung der Lebenswirklichkeit sowie den aktuellen ordenstheologischen Ansätzen nicht mehr entsprach. Dafür haben wir eine internationale Arbeitsgruppe eingesetzt. Jetzt wird die Lebensordnung in fünf Sprachen gedruckt. Gleichzeitig ging es darum, den Status der Einrichtungen und Dienste zu sichern. Es gab unzählige Leitungsrunden, in denen wir einschneidende Entscheidungen getroffen haben: etwa zu der Einführung von Fördergeldern an unseren Schulen. Für die Servicedienste wurde eine eigene GmbH gegründet. Und die Struktur der Rechtsträger – vor allem im Schul-

bereich – musste aktuellen Anforderungen angepasst werden. Im Zuge dieser Prozesse haben wir uns 2013 auch wieder von dem Modell eines Geschäftsführers für alle Einrichtungen und Dienste verabschiedet und die Leitungsaufgaben neu geordnet. Welche Rolle spielen die Einrichtungen und Dienste heute? Sie sind ein guter Ort das zu leben, was unserer Gemeinschaft wichtig ist. Wir haben viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich für unser Charisma öffnen. Ich staune immer wieder, wie es ihnen gelingt, das umzusetzen, was unserer Zielsetzung entspricht. Manchmal sogar besser, als wir Schwestern das könnten. Ich habe in den Seniorenheimen miterlebt, wie Sterbende begleitet werden. Oder wie Jugendliche mit Handicaps an unseren Schulen einen erfolgreichen Weg ins Berufsleben finden. Unseren Leitsatz „Damit Leben gelingt“ finde ich in den Einrichtungen wieder. Aber der finanzielle Spielraum wird enger. Gleichzeitig wird es schwieriger, christlich geprägte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden... Für die Umsetzung christlicher Werte ist nicht der Taufschein entscheidend, sondern eine entsprechende Grundhaltung: Wie gehen wir miteinander um? Was sind wir bereit zu tolerieren und zu lernen? Wie gewaltfrei ist unsere Sprache? Ich erkenne nicht, dass das Interesse an diesen Idealen abnimmt. Im Gegenteil: Die Anmeldungen an unseren Schulen zeigen, wie gefragt diese Werte sind. Ich weiß, dass das Spannungsfeld angesichts politischer und finanzieller Rahmenbedingungen größer wird. Dennoch gibt es hier weiterhin viele Menschen, denen christliche Werte wichtig sind. Und besteht unsere Aufgabe als Ordensgemeinschaft nicht gerade darin, für diese Menschen da zu sein? Was waren die emotionalsten Momente? Dazu gehören die Begegnungen im Jubiläumsjahr. Als Schwestern haben wir gespürt, wie die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Einrichtungen und Dienste mit uns auf dem Weg sind. Auch die Feier des 200-jährigen Bestehens unserer Gemeinschaft in der Normandie am 8. September 2007 mit Schwestern aller Ordensprovinzen war ein ganz besonderes Erlebnis. Zurzeit bewegt mich vor allem die Entwicklung in Mosambik. Ich habe miterlebt, wie dort vor zehn Jahren die ersten jungen Frauen sagten, dass sie einmal Schwester werden wollen. Jetzt reise ich im November dorthin, um von sechs Novizinnen die erste zeitliche Profess

Ordensgemeinschaft entgegenzunehmen. Sie sind bei ihrem Wort geblieben. Das berührt mich sehr. Auch in Brasilien befindet sich die Berufungspastoral im Aufbruch. Die Resonanz auf die dortigen Treffen für junge Menschen, die auf der Suche sind, ist überwältigend. Und in Deutschland sind während der vergangenen Jahre ebenfalls wieder Frauen in die Gemeinschaft eingetreten. Das beweist: Wir haben Substanz. Unsere Existenzberechtigung liegt in der Berufung jeder Einzelnen. Solange es Frauen gibt, die sich an Gott und unsere Gemeinschaft binden, die spüren, dass das ihr Weg ist und sich bei uns zu Hause fühlen – solange ist es gut und richtig, dass es uns gibt.

8. September 2007: Sr. Aloisia (l.) stößt mit Generalassistentin Sr. Adelgundis Pastusiak (r.) und der französischen Generaloberin Sr. Cécile Banse auf den 200. Geburtstag der Gemeinschaft an.

So wählt das Kapitel Am Generalkapitel nehmen 30 Kapitularinnen und zwei Gastschwestern teil. Die Delegierten werden innerhalb der Provinzen von allen Schwestern nach einem vor der Generalleitung bestimmten Schlüssel gewählt. Sie müssen die Ewige Profess abgelegt haben. Geborene Mitglieder des Generalkapitels sind die Generalleitung und der Generalrat, die drei Provinzoberinnen und die Vorgängerin der Generaloberin. Darüber hinaus können Schwestern berufen werden. Diesmal zwei Schwestern aus Mosambik, die 2011 ihre erste Profess ablegten. „Sie sind nicht stimmberechtigt, doch ist uns wichtig, dass die am stärksten wachsende Gruppe im Kapitel repräsentiert ist“, erklärt Schwester Aloisia. Bei den Wahlen am 8. Januar 2015 wird zuerst die Generaloberin gewählt. Infrage kommen alle Schwestern, die mindestens seit drei Jahren ihre Ewige Profess haben. Sollte sich bei den ersten drei Wahlgängen keine absolute Mehrheit ergeben, reicht im vierten die relative Mehrheit. Genauso läuft die Wahl der Generalassistentin. Es folgen die Wahlen der Generalratsmitglieder. Die Ökonomin und die Sekretärin werden berufen.

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Gesundheitshilfe

Achim Schneider im Gespräch mit einem Patienten. Der fragt sich: Wie geht es nach der Entlassung aus dem Krankenhaus privat und beruflich weiter?

Darüber sprechen, wie es weitergeht Der Sozialdienst der Katholischen Kliniken Lahn zeigt den Patienten Lebensperspektiven auf Auf der Ecke des Schreibtisches von Achim Schneider liegt immer ein Päckchen Taschentücher bereit. Denn manchmal übermannt die Patienten hier auf einmal die Gewissheit, dass das Leben nicht so weitergeht wie bisher. „Dann haben wir zwei Möglichkeiten“, sagt der Diplom-Pädagoge seinen Gesprächspartnern: „Entweder wir sprechen über Ihre persönliche Lebenssituation oder das, weshalb Sie eigentlich hier sind.“ Das „Eigentliche“ sind Anträge: Anträge auf Hilfsmittel, auf Reha-Maßnahmen, an die Rentenversicherung und manchmal auch direkt an den Arbeitgeber. Anträge auf Umschulungen, betriebliche Umsetzungen, Weiterqualifizierung oder Wiedereingliederung. „Gerade jetzt, da für die beruflich-orientierte Rehabilitation bundesweit neue Konzepte erarbeitet werden, haben wir die Aufgabe, neue Wege aufzuzeigen“, sagt Achim Schneider. Er ist einer von drei Mitarbeitern des Sozialdienstes an der Hufeland-Klinik Bad Ems und dem Marienkrankenhaus in Nassau. Sie kümmern sich mit den Patienten vor allem um den Übergang vom Krankenhausaufenthalt bzw. nach der Rehabilitationsmaßnahme zurück in den Alltag. Und das mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Wenn es positiv läuft: zurück in das Berufsleben, in die eigene Wohnung. Wenn es keine andere Option gibt: in ein Heim oder in ein Hospiz. „Und dann kommt es darauf an, auch diesen Menschen klar zu machen, welche Ressourcen sie noch haben, was

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positiv bleibt, worauf sie sich stützen können.“ Etwa der Zusammenhalt der Familie, Erfahrungen und Erlebnisse, die einem keiner mehr nehmen kann. Als Martin K. mit seinem Beatmungsgerät vor ihm sitzt, spricht Achim Schneider ihn auf sein T-Shirt an. Darauf steht groß Puerto Rico. „Waren Sie schon einmal dort?“ – „Nein, aber in Arizona. Ach, das war toll.“ Und dann beginnt der Patient zu schwärmen: „Die Natur da war überwältigend. Ich gucke mir immer noch die Videos von der Reise an. Jetzt kann ich so etwas ja nicht mehr machen…“ – „Ja“, nickt Achim Schneider – „aber diese Erlebnisse nimmt Ihnen niemand mehr weg.“

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Manchmal gibt es keine Lösung. Dann muss man auch das ganz offen sagen.

Achim Schneider

So versucht der Sozialpädagoge, der auch ausgebildeter Altenpfleger und systemischer Berater ist, negative Stimmungen in positive umzuwandeln: „Dafür sind wir durch unser Studium ausgebildet. Manchmal gibt es allerdings keine Lösung. Dann muss man auch das ganz offen sagen.“ Wenn er spürt, dass tiefer liegende Erschütterungen verarbeitet werden müssen, verweist er an den Psychologischen Dienst. „Ist der schon damit befasst, mische ich mich nicht ein. Aber auch die Gespräche, die hier stattfinden, sind oft eine Gratwanderung.“ Da geht es schon

mal um HIV, um Drogenprobleme, um familiäre Krisen. An seinem Schreibtisch hat Achim Schneider schon viele Schicksale kennengelernt. Er vermutet, dass die Hemmschwelle, persönliche Probleme vor dem Sozialdienst anzusprechen, geringer sei, als sich an einen Psychologen zu wenden. Dann muss der 45-jährige seinen Gesprächspartnern diese Ängste nehmen. Im Akutbereich liegt der Schwerpunkt für den Sozialdienst im sogenannten Entlassmanagement. „Im Reha-Bereich der Hufeland-Klinik ist das aber ganz anders: Hier steht oft die berufliche Situation im Vordergrund“, erklärt Achim Schneider. Ist die Rückkehr in den Beruf vorstellbar? Wie kann die ablaufen? Die behandelnde Station gibt dem Sozialdienst meist einen Auftragszettel mit, welche Option aus medizinischer Sicht zu prüfen sei. Dabei gehen die Fragen oft ins Detail: Was sagt der Arzt? Was der Ehepartner? Arbeitet die Frau oder der Mann? Was bleibt dann für den Lebensunterhalt übrig? Welche Möglichkeiten gibt es, den Übergang zu regeln? „Bei speziellen beruflichen Fragen vermitteln wir an Experten der Rentenversicherung, die auf Anfrage ins Haus kommen“, sagt der Sozialpädagoge. Natürlich gebe es da auch finanzielle Ängste: Zahlt die Rentenversicherung ein Übergangsgeld? Welche Verluste muss ich in Kauf nehmen, wenn ich jetzt in Rente gehe? „Die Rentenversicherung ist natürlich daran interessiert, dass der


Gesundheitshilfe Patient wieder arbeitsfähig wird. Und vorrangig ist das auch unser Ziel. Aber wenn ein lungenkranker Dachdecker Ende 50 vor mir sitzt und nach 42 Jahren nicht mehr arbeiten kann, denken wir natürlich auch Alternativen durch“, sagt Achim Schneider. Ab und zu kommt es vor, dass ein Gesprächspartner zurückschreckt und fragt, ob er Sozialdienst vielleicht Provision auf Anträge bekommt: „Dann müssen wir ihnen klar machen, dass wir hier im Haus angestellt sind. Dass wir schlicht und einfach für jeden die beste Lösung suchen.“ Schlicht und einfach ist einfach gesagt. „Ich achte sehr darauf, niemanden in eine Schublade zu stecken. Wenn ein LungenPatient mit Nikotingeruch vor mir sitzt, spielt das für mich keine Rolle. Um die Rauchentwöhnung müssen sich die Ärzte kümmern“, so der Diplom-Pädagoge. Wichtig ist ihm, seinem Gegenüber Wertschätzung und Anerkennung zu zollen: „Die erfährt ein Dachdecker vielleicht nicht so oft. Aber wenn er mir sein Leid nach über vier Jahrzehnten harter Arbeit auf dem Dach klagt, verlangt mir das höchsten Respekt ab.“ Und dann merken auch die Patienten, dass sie hier ernst genommen werden. Wie Martin K. Er kam mit düsterer Miene. Als er das Büro verlässt, lächelt er. Vielleicht nur für ein paar Minuten. Aber er hat gespürt, dass Achim Schneider ihm zugehört hat. Und dass es weitergeht.

Krankenhausseelsorgerin wechselt Sozialdienst, Psychologen und Krankenhausseelsorge arbeiten in der Hufeland-Klinik und am Marienkrankenhaus eng zusammen. Die katholische Krankenhausseelsorgerin Sr. Barbara Hinterholz (Foto) wird die Katholischen Kliniken Lahn aus Altersgründen im November verlassen und eine Aufgabe in Geseke übernehmen. Ihre Nachfolge übernimmt Sr. Theresia Maria Kösters, die bislang Pastoralreferentin in Lippborg und Herzfeld war.

Die Zahl von 896 Ballons galt es im Bewegungsbad der physikalischen Abteilung am Marienkrankenhaus bei der Jubiläumsfeier zu schätzen. Die Gewinnerin erhielt eine Ballonfahrt.

25 bewegte Jahre Marienkrankenhaus feierte Jubiläum Mit Livemusik, Vorträgen und Führungen empfing das Marienkrankenhaus in Nassau anlässlich seines 25-jährigen Bestehens am 14. September mehrere hundert Besucher. Nach einer spannenden und wechselvollen Geschichte während des zurückliegenden Vierteljahrhunderts hat sich die Einrichtung endgültig etabliert. Gefragt nach der Zukunft des Hauses reagiert der Kaufmännische Direktor Stephan Stork inzwischen gelassen: „Der Bedarf in dieser Region für ein geriatrisches Krankenhaus bleibt. Wir werden uns weiter vernetzen und noch mehr strategische Partner suchen.“ Bis 1989 war das Marienkrankenhaus in Bad Ems ansässig. Größeren Bedarf gab es jedoch im zehn Kilometer entfernten Nassau. Also entschied sich die Ordensgemeinschaft, dort neu zu bauen. „Die Patienten kamen hier damals bei dem Umzug mit dem Deutschen Roten Kreuz im zwei-Minuten-Takt an. Das hatte alles prima geklappt“, erinnert sich die 91-jährige Schwester Maria Theresita Wolff. Schwester Maria Gabriela Franke baute die ergotherapeutsche Abteilung auf. „Und überhaupt waren wir damals noch viel mehr Ordensschwestern im alltäglichen Betrieb“, weiß auch Schwester Liboria König, die lange Zeit die Küche leitete. Der Gemeinschaft ist das Krankenhaus aber nach wie vor wichtig, wie Provinzassistentin Schwester Johanna Guthoff in ihrem Grußwort betonte. Und wofür Landrat Frank Puchtler herzlich dankt: „Auf SMMP als Träger war immer Verlass. Das ist gut so, denn als weicher Standortfaktor ist die gesundheitliche Versorgung auf dem Land enorm wichtig. Politisch sagen wir auch für die Zukunft unsere politische Unterstützung zu.“ Nicht immer sah es so gut aus. Oberarzt Dr. Josef Rein erinnerte in seinem Vortrag nach dem Festgottesdienst vor allem an den Krankenhausplan 1997: „Der sah vor, dass die Akutversorgung

alter Menschen nur noch in Abteilungen bereits ausgewiesener Fachrichtungen erfolgen sollte. Gleichzeitig wurden bundesweit 13 Prozent der Akutbetten abgebaut. Nassau war gleich doppelt betroffen: Verlust der Akutbetten in der Inneren Medizin, Verlust der Akutabteilung Geriatrie. Da blieb nicht mehr viel.“ Aber es gehöre wohl zu den besonderen Kennzeichen dieses kleinen Krankenhauses, dass die Mitarbeiter die Herausforderungen gemeinsam mit den Ordensschwestern immer wieder gemeistert haben, so der Oberarzt.

Sind gemeinsam mit dem kleinen Robin kreativ: Landrat Frank Puchtler (knieend), Stephan Stork, Krankenhausseelsorgerin Sr. Barbara Hinterholz und Pflegedirektorin Regina Mießler.

Nach der Umstrukturierung zur reinen Reha-Einrichtung wurde die Rolle des Marienkrankenhauses im nächsten Krankenhausbedarfsplan wieder korrigiert: Also begann man erneut mit dem Aufbau einer Akutabteilung, Schwerpunkt Geriatrie. Jetzt haben beide Bereiche – Akut und Reha – jeweils 35 Betten. „Heute erstreckt sich unser Einzugsbereich bis weit in den Westerwald und nach Koblenz“, freut sich Stephan Stork. Dr. Rein wies allerdings darauf hin, dass die Spielräume der Mitarbeiter in der Betreuung und Versorgung der Patienten aufgrund politischer und finanzieller Rahmenbedingungen enger würden: „Das ist die aktuelle Herausforderung. Da sind wir alle in der Pflicht.“

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Dr. Monika Rack im Unterricht: „Manchmal denke ich, wir sollten Klassenarbeiten abschaffen.“

Beruf & Berufung

Unterricht im angstfreien Raum Dr. Monika Rack ist Lehrerin an der Engelsburg – und erlebt hier menschliche Zugewandtheit „Guck mal, das kriegst Du doch auch anders hin“, sagt Dr. Monika Rack einem ihrer Schüler aus der achten Klasse, als der Unterricht schon beendet ist. Der hat zum zweiten Mal die Hausaufgaben nicht mit. „Letzte Woche hatte ich keine Lust. Diese Woche hab‘ ich es vergessen“, sagt der 13-Jährige. Und die Reaktion der Lehrerin überrascht ihn ein wenig. Die sagt: „Ich finde es gut, dass Du so ehrlich bist. Umso mehr würde ich mich ärgern, wenn ich Dir für nicht gemachte Aufgaben eine Sechs geben müsste.“ Der Schüler nickt. Vielleicht hat er es eingesehen.

Gemeinsam blickt Monika Rack mit einer Schülerin ins Arbeitsheft.

Seit 2001 unterrichtet Dr. Monika Rack am Engelsburg-Gymnasium in Kassel. Eins hat sie hier mit vielen Kolleginnen und Kollegen gemein: Sie legt die Schülerinnen und Schüler ungern auf Noten fest. „Die sagen viel zu wenig aus. Manchmal denke ich, wir sollten auch die Klassenarbeiten abschaffen.“ Sie möchte nicht nur die Leistung ihrer Schülerinnen und Schüler beurteilen, sondern den Menschen umfassender in den Blick nehmen. „Wenn einer einen Abi-Schnitt von 1,0 hat – ist das dann ein Hinweis darauf, dass einer ein guter Arzt wird? Oder sollte der vielleicht auch ein bisschen mit Menschen umge-

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hen können?“, fragt die 43-Jährige, die selbst drei Kinder hat. Sie zweifelt, ob es im Bildungsbereich nicht viel zu oft darum geht, dass Schüler einfach einem System gerecht werden. Viele Lehrerinnen und Lehrer in ihrer eigenen Schulzeit während der 1980er Jahre in Hessisch Lichtenau hat sie als engstirnig erlebt: „Ihnen schien es suspekt zu sein, wenn jemand zugezogen war und Dinge anders machte als die meisten.“ An der städtischen Gesamtschule, die sie besuchte, lächelte man über ihren Bruder, der sich in der Jungen Union engagierte. „Die Schule war fast kommunistisch geprägt. So setzen sich wahrscheinlich überall Werte durch. Aber welche? An einer christlichen Schule kennt man die.“ Zum Beispiel Toleranz und Zugewandtheit. Die erlebte sie, als sie in die Oberstufe des Engelsburg-Gymnasiums in Kassel kam: „Hier wurden unterschiedliche Lebensentwürfe akzeptiert. Auch katholisch zu sein war nichts Außergewöhnliches. Das hat sich ein bisschen wie ‚nach Hause kommen‘ angefühlt.“ Diese Erfahrungen haben Dr. Monika Rack bis heute geprägt. Berufsziel Werbetexterin

Zu unterrichten war erst gar nicht ihr Plan. In ihrer Jugend hatte sie sich viel zu oft anhören müssen, dass sie die „geborene Lehrerin“ sei. Sie engagierte sich in der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG), leitete Jugendgruppen und vertrat den Verband auf Diözesanebene. Wo sie in Arbeitsgruppen auf Bischof Johannes Dyba stieß, der erklärte: „In der Demokratie entscheidet die Mehrheit. In der Kirche die Wahrheit. Und die bin ich.“ In ihrer Staatsarbeit zerlegte sie diese These. Und bekam eine Eins.

Zunächst wollte Monika Rack Werbetexterin werden. Sie studierte Englisch, Religion und Mathematik. „Eine Kombination, die nur auf Staatsexamen möglich ist. Also ging ich auch ins Referendariat.“ Nachdem sie den ersten Tag vor der Klasse stand, wusste sie: „Das ist es, was ich machen will.“ Es war ihre Berufung. Die Promotion in Katholischer Theologie hätte ihr auch eine akademische Laufbahn eröffnet. Aber das war ihr zu theoretisch: „Da gibt es andere, die dafür geeigneter sind.“

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Wenn ein Schüler mit seinen Noten absackt, fragen wir uns, was dahinter steckt. Dr. Monika Rack

Nach dem Referendariat an einem Gymnasium im sauerländischen Sundern stellte sie ihr Bewerbungsprofil online – und bekam einen Anruf von Schwester Maria Ignatia Langela, der damaligen Leiterin der Engelsburg. „Einerseits fragte ich mich, ob es so cool ist, zwischen meinen ehemaligen Lehrern zu unterrichten. Andererseits wusste ich: An dieser Schule finde ich die Offenheit für eigene Ideen und denselben Wertegrund, die ich brauche.“ Bis heute hat sie ihre Entscheidung nicht bereut. „Ich denke, dass wir hier im ganzen Kollegium gleich unterwegs sind: nicht nur die Leistungen, sondern den Menschen zu sehen. Wenn ein Schüler mit seinen Noten absackt, fragen wir uns, was dahinter steckt.“ Das hat sie an anderen Schulen nicht immer so erlebt. „Auch kommt es uns sehr darauf an, einen angstfreien Raum zu schaffen. Nur dann biete ich die Voraussetzung, dass sich die Schüler individuell entfalten können.“ Zum Beispiel in religiöser Hinsicht, wofür man heute an anderen


Schulen schon belächelt werde. Dafür will Monika Rack die Rahmenbedingungen gestalten. „Ob das Lernen dann wirklich gelingt, habe ich nicht immer in der Hand. Da denke ich manchmal auch: Das macht der Heilige Geist.“ Einen Augenblick lang scheint sie von der eigenen Wortwahl irritiert. Aber sie bleibt dabei. Sie ist überzeugt: Religion ist unter Jugendlichen ein Thema. Als sie ihre Klasse im vergangenen Schuljahr auf Erfahrungen mit dem Tod ansprach, haben manche Schüler geweint: „Das musste niemandem peinlich sein.“ Und als die stellvertretende Schulleiterin Schwester Elisabeth Morell 2013 plötzlich verstarb, war sie froh, dass es dafür an der Engelsburg eine Sprache, Rituale, Umgangsformen gibt. „Das wird nicht verdrängt. Auch nicht in anderen Krisensituationen: etwa wenn ein Schüler einen schweren Unfall hatte.“ Selbst bei der Planung des Weihnachtsbasars spürt sie den christlichen Hintergrund: „Das Geld kommt der Missionsarbeit der Schwestern zugute. Also wollen wir viel Umsatz machen. Und trotzdem fragen wir uns, was uns von anderen Basaren unterscheidet. Das materialistische Denken soll nicht im Vordergrund stehen.“ Die Eltern nehmen das wahr. Auch in der Struktur der Schule, die seit 2013 wieder parallel ein G8- und ein G9-Abitur anbietet: „Dabei wollen wir den achtjährigen Weg nicht als Alternative für eine Elite verstehen, die ein Jahr schneller fertig werden will. Er soll eher denen nutzen, die ihr ‚gespartes‘ Jahr z.B. in freiwilliges Engagement nach dem Abitur investieren wollen. Das neunjährige Abitur richtet sich vor allem an diejenigen, die während ihrer Schulzeit mehr Raum für soziales Engagement, ihren Sportverein oder ein Instrument haben wollen“, sagt Monika Rack. Schließlich gehe es im späteren Leben nicht nur um Leistung, sondern um soziale Kompetenz. Dies will die Engelsburg vermitteln. Ihr Schüler, der die Hausaufgaben nicht liefert, hat diese Kompetenz. Deshalb wäre es wirklich blöd, wenn ihm Dr. Monika Rack eine Sechs geben müsste. Was machen wir beim Weihnachtsbasar? Monika Rack moderiert eine lebhafte Diskussion.

Nachrichten

Ein Boot namens Elisabeth Kassel. Der Wassersportverein der Engelsburg hat in Kassel sein drittes „Schwesternboot“ zu Wasser gelassen: Der Gig-Doppelvierer mit Steuermann wurde auf den Namen der ehemaligen, stellvertretenden Schulleiterin Schwester Elisabeth Morell getauft, die im September 2012 plötzlich verstorben war. Zwei andere Boote tragen bereits den Namen der früheren Schulleiterinnen Schwester Maria Ignatia Langela und Schwester Maria Barbara Schneiders. Der Wassersportverein wurde 2005 gegründet. Er fördert den Ruder- und den Kanusport am Engelsburg-Gymnasium. Seit zwei Jahren besitzt er auch ein eigenes Bootshaus. „Dafür hatten wir 30.000 Euro Kredit aufgenommen. 10.000 Euro konnten wir durch Spenden

und Aktionen schon wieder `reinholen“, freut sich Schulleiter und Vereinsvorsitzender Dieter Sommer. Das neue Boot im Wert von 12.000 Euro konnte dank einer großzügigen Spende der Sport- und Sozialstiftung der Kasseler Sparkasse sowie der Fieseler-Stiftung angeschafft werden. Sie Schüler der Engelsburg können Rudern und Kanufahren im Bereich der Arbeitsgemeinschaften als Freizeitsport und im Differenzierungsbereich wählen. Das Bootshaus und das Gelände an der Fulda werden darüber hinaus gern für Klassenfeste und sportliche Wettbewerbe genutzt. Inzwischen hat der Verein 16 Kanus und zwei eigene Ruderboote. Wirtschaftlich ist er vom Gymnasium unabhängig.

Dr. Ralf Beinhauer von der Sport- und Sozialstiftung der Kasseler Sparkasse, Schulleiter Dieter Sommer und Generaloberin Schwester Aloisia Höing (v.l.) taufen das Boot mit Taufpatin Natalie Morell auf den Namen „Elisabeth“.

1200 Schulabschlüsse Ahaus/Bestwig/Geseke/Heiligenstadt/ Kassel/Menden. 1200 Jugendliche und junge Erwachsene haben in diesem Sommer an den Bildungseinrichtungen der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel einen Schul- oder Ausbildungsabschluss erlangt. 309 erhielten am Gymnasium der Katholischen Bergschule in Heiligenstadt, dem Engelsburg-Gymnasium in Kassel und dem Walburgisgymnasium in Menden die Allgemeine Hochschulreife. Weitere 116 erreichten das Berufliche Abitur am Canisiusstift in Ahaus, am Berufskolleg Bergkloster Bestwig sowie dem Placida Viel-Berufskolleg Menden. „Das erfüllt dieselben Standards, aber noch ein Mehr an praktischen Erfahrungen“, erklärt die Leiterin des Bildungsgangs Abitur plus am Berufskolleg Bergkloster Bestwig, Sabine Wegener. 320 Schülerinnen und Schüler erreichten an den Berufskollegs über die zweijährige höhere Berufsfachschule, die Fachoberschule oder verschiedene Ausbildungsabschlüsse das Fachabitur. 304 junge Erwachsene erhielten einen Ausbildungsabschluss. Darunter sind die

104 neuen staatlich geprüften Erzieherinnen und Erzieher die größte Gruppe. Am Fachseminar für Altenpflege erreichen 36 Auszubildende ihre staatliche Anerkennung als Altenpfleger, an der Bildungsakademie für Therapieberufe 23 ihr Abschlusszeugnis als staatlich anerkannter Ergo- oder Physiotherapeut. Wichtig ist der Ordensgemeinschaft auch das niederschwellige Bildungsangebot. Schulabbrecher haben an den Berufskollegs in Bestwig und Heiligenstadt beispielsweise die Möglichkeit, über das Berufsgrundschuljahr, das Berufsvorbereitungsjahr und die Sozialpädagogische Förderklasse doch noch den Hauptschulabschluss zu machen. Auch die „Manege“ in Berlin Marzahn, die über 250 Jugendliche betreut, welche ihre Schullaufbahn größtenteils abgebrochen haben, hat 28 junge Erwachsene zu einem Hauptschulabschluss geführt. Dazu gehört Andy Stach, der jetzt sogar die Fachoberschulreife erhielt. ManegeGeschäftsführerin Sr. Margareta Kühn sagt: „Das sind natürlich Ausnahmen. Aber das zeigt, was geht, wenn diese Menschen wieder an sich glauben.“

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Nachrichten

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Diestedde/Heiden/Rhynern/Wadersloh. Bunte Sommerfeste und Ausflüge gab es auch in diesem Jahr in den Senioreneinrichtungen der Schwestern der heiligen Maria Magalena Postel. Im Haus St. Josef in Wadersloh rockte Elvis „die Bude“. In Heiden gab es ein gemeinsames Grillen mit Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitern. Und das Haus St. Martin in Die MaZ Herten-Westerholt lud seine Bewohnerinnen und Bewohner zu einer Kräuterwanderung ein - um drei Beispiele zu nennen. In Rhynern freuten sich die Bewohnerinnen und Bewohner des Reginenhauses zudem über ein neues Maskottchen: den Elefanten Minimax. Der 1984 zur Landesgartenschau gebaute Glaselefant ist zum Wahrzeichen der Stadt Hamm geworden. So entstand die Idee, im Jubiläumsjahr einen Abkömmling zu adoptieren. Der Förderverein unterstützte das. Premiere hatte schließlich ein gemeinsames Kartoffelfeuer für über 100 Mitarbeiterinnen und Mitareitern der Seniorenhilfe mit ihren Familien in Diestedde.

Gute Noten für das Fachseminar

Kurz notiert:

Geseke. Das Fachseminar für Altenpflege hat bei der Teilnahme an einem deutschlandweiten Kompetenztest überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt. Und auch in einer Befragung der Einrichtungsträger, die ihre Auszubildenden zum Unterricht in das Fachseminar schicken, wird die Einrichtung in Geseke überaus positiv bewertet. Im Juni nahm das Fachseminar an einem computerbasierten Testverfahren zur Feststellung der beruflichen Handlungskompetenz in der Pflege älterer Menschen teil. Dieses bundesweite Verbundprojekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit Experten aus Wissenschaft und Praxis entwickelt – mit dem Ziel, Ergebnisse vergleichbar zu machen. Teilgenommen haben 454 Auszubildende aus verschiedenen Altenpflegeschulen in Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Schlaflabor wird Referenzzentrum

„In allen drei Bereichen schneiden wir 2,2 bis 3,7 Prozent besser ab als der Durchschnitt. Das bestätigt unsere gute Arbeit“, sagt der Leiter des Fachseminars, Edis Ahmetspahic. Positiv ist auch die Rückmeldung der 90 Partner, die ihre Auszubildenden während der dreijährigen Zeit bis zum Examen im Fachseminar unterrichten lassen. Das sind vor allem Träger von Altenheimen, aber auch Tagespflegen und ambulante Dienste. 48 Einrichtungen nahmen an der Befragung teil. 44 von ihnen arbeiten schon länger als vier Jahre mit dem Fachseminar zusammen. Und alle beantworteten die abschließende Frage, ob sie auch künftig mit dem Fachseminar zusammenarbeiten wollen, mit Ja. „Das ist ein großer Vertrauensbeweis für unser ganzes Dozenten- und Verwaltungsteam“, freut sich Edis Ahmetspahic.

Akademisches Lehrkrankenhaus Herten-Westerholt. Das Katholische Klinikum Ruhrgebiet Nord (KKRN) ist jetzt Akademisches Lehrkrankenhaus der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Künftig absolvieren Medizinstudenten hier das sogenannte Praktische Jahr. Die beiden Geschäftsführer Norbert Fockenberg und Andreas Hauke halten die Anerkennung für einen „großen Schritt Richtung Zukunft.“ Zu dem Klinikverbund gehören das St. Elisabeth-Krankenhaus Dorsten, das Marien-Hospital Marl, das St. SixtusHospital Haltern am See und das Gertrudis-Hospital Herten-Westerholt. Die Schwestern der heiligen Maria Magda-

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lena Postel sind Mitgesellschafter. Die vier Häuser verfügen über 24 medizinische Fachabteilungen mit knapp 1.000 Klinikbetten. Insgesamt stehen in viermonatigen Abständen jeweils 15 neue Plätze zur Verfügung. Die Chefärztin des Anästhesieinstituts im KKRN-Verbund, Prof. Dr. Gertrud Haeseler, erklärt: „Wir hoffen, dass wir so junge, begabte Mediziner an unsere Häuser binden.“ Auch die Patienten würden profitieren: „Denjenigen, die wir nicht selbst behandeln können, können wir auf direktem Weg universitäre Hochleistungsmedizin anbieten – etwa in der Herzchirurgie.“

Bad Ems. Das neu eingerichtete Schlaflabor in der Hufeland-Klinik Bad Ems (s. blickpunkt mensch 1-2014) wird jetzt bundesweites Referenz- und Schulungszentrum für Schlaf- und Beatmungsmedizin. Werner Seifert, Prokurist des medizinischen Geräteherstellers Heinen und Löwenstein, erklärte bei der Eröffnung: „Bundesweit gibt es 20 Schlaf-Atem-Zentren Aber nur in diesem modern ausgestatteten Labor ist die Einrichtung eines bundesweiten Referenzzentrums perspektivisch möglich.“ www.katholische-kliniken-lahn.de

Sr. Julia Maria Handke legt ihre erste Profess ab Bestwig. Sr. Julia Maria Handke hat am 27. September ihre erste zeitliche Profess abgelegt. Als äußeres Zeichen dieser Bindung an die Ordensgemeinschaft erhielt sie den Ring, das Ordenskreuz und den schwarzen Schleier. Schwester Julia Maria stammt aus Nordkirchen, wo die gelernte Verwaltungsfachwirtin in der Gemeindeverwaltung mitarbeitete. Im Februar 2012 trat sie der Gemeinschaft bei. Jetzt übernimmt sie eine Aufgabe im Rechnungswesen der Zentralen Verwaltung Bildung und Erziehung. Video-Interview unter www.smmp.de


Vom Krankenhaus in die Schulleitung

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Von Deutschland nach Südamerika Heiligenstadt. Elf Missionarinnen und Missionare auf Zeit haben die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel am 5. Juli ausgesandt. Neun leisten das freiwillige Auslandsjahr in Bolivien, zwei in Brasilien. Im Rahmen der Aussendungsfeier im Bergkloster Heiligenstadt überreichten die jungen Erwachsenen ihren Eltern als Zeichen der Verbundenheit eine Kerze. Eine weitere nehmen sie mit an ihre Einsatzorte. Jil Schlüter aus Geseke freut sich darauf, eine andere Kultur und eine neue Sprache kennenzulernen. „Spanisch habe ich zwar schon an der Schule und in einem privaten Kurs gelernt. Trotzdem wird das eine große Herausforderung“, sagt die 19-Jährige. An den verschiedenen Standorten werden die jungen Erwachsenen in Kinderdörfern, Kindergärten und Behindertenheimen mitarbeiten. Dabei ist ihr Dienst über das Bundesprogramm „weltwärts“ gefördert und als freiwilliges Auslandsjahr anerkannt. Für das Vorbereitungsteam gab Nadine Iffland den Ausgesandten mit auf den Weg: „Wir wünschen Euch Begegnungen, die Euch bereichern. Und Menschen, die Euch berühren.“ www.missionare-auf-zeit.de

Heiligenstadt. Bis zum Sommer war sie für das Projektmanagement und die Öffentlichkeitsarbeit eines Krankenhauses in Fulda verantwortlich. Jetzt ist sie stellvertretende Schulleiterin an der Katholischen Berufsbildenden Bergschule St. Elisabeth in Heiligenstadt: Dr. Jutta Müller vertritt seit Beginn dieses Schuljahres Schulleiterin Gabriele Sachse. „Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, mich noch einmal neu zu orientieren. Als ich die Stellenausschreibung der Bergschule sah, dachte ich: Das ist es“, sagt Jutta Müller. Die promovierte Diplom-Pflegewirtin war lange im Gesundheitssektor und seit 2002 auch als Dozentin an Universitäten in der wissenschaftlichen Lehre tätig. Jetzt freut sie sich auf eine Aufgabe in der Stadt, in der sie aufwuchs. Als Kind hatte sie schon den Bergkindergarten besucht. Sie sagt: „Diese Zeit hat mich positiv geprägt.“ Nach der Hochschulreife wurde sie zunächst Krankenpflegerin und absolvierte eine Fachausbildung zur OP-Schwester. Berufsbegleitend schloss sie ihr Studium als Diplom-Pflegewirtin ab. 2000 übernahm sie die Aufgabe als Qualitätsmanagement-Beauftragte der Gesellschaft für Gewebetransplantation. In dieser Zeit promovierte sie über das Thema Organspenden. Anschließend wechselte sie zum Caritas-Verband Fulda, übernahm die Leitung eines Hospizes und kam schließlich ans Krankenhaus.

Dr. Jutta Müller

Menschen

Anne Gerke

Von Ostwig nach Bestwig Bestwig. Anne Gerke nimmt seit diesem Sommer die Stellvertretung von Schulleiter Willi Kruse am Berufskolleg Bergkloster Bestwig wahr. Die 50-jährige freut sich auf die neue Aufgabe vor allem, weil sie das gute Miteinander zwischen Schülern und Lehrern sowie den christlichen Charakter der Einrichtung schätzt. Aufgewachsen im Ortsteil Ostwig, nur wenige hundert Meter von der Schule entfernt, studierte Anne Gerke nach ihrem Abitur in Dortmund Sonderpädagogik und Sport für die Sekundarstufe II. Nach ihrem Referendariat in Aachen unterrichtete sie zunächst zwei Jahre an einer Sonderschule für Lernbehinderte in Arnsberg. Dann wurde die Fachschule für Heilerziehungspflege am Berufskolleg in Olsberg gegründet. Dort arbeitete sie seit 1994. „Vor zwei Jahren habe ich eine Schulleiter-Qualifizierung absolviert. Seitdem halte ich die Augen nach einer interessanten Leitungsaufgabe offen“, erläutert Anne Gerke. Die fand sie nun am Berufskolleg. Wichtig ist Anne Gerke vor allem die Heilpädagogik, der sie sich beruflich verschrieben hat. Nachdem jetzt drei Fachlehrerinnen in den Ruhestand bzw. in Elternzeit gingen, konnte der Bildungsgang zum neuen Schuljahr nicht angeboten werden. „Ich bin aber zuversichtlich, dass das 2015 wieder klappt. Angesichts der Inklusion ist Heilpädagogik enorm wichtig.“

Provinzoberin erhält ein Navigationsgerät für die Bibel Bestwig. 26 Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel feiern in diesem Jahr ihr 25-, 50-, 60 oder 65-jähriges Ordensjubiläum. Bei der gemeinsamen Feier im Bergkloster Bestwig Anfang Juni dankte Generaloberin Schwester Aloisia Höing: „Sie sind 1949, 1954, 1964 und 1989 eingetreten, stammen also sozusagen aus dem vergangenen Jahrhundert. Aber Sie sind nicht verstaubt und ermüdet. Sie haben sich höchstens ein paar Beulen geholt, um mit Papst Franziskus zu sprechen.“

Zu den Jubilarinnen gehört in diesem Jahr auch Provinzoberin Schwester Pia Elisabeth Hellrung. Sie trat der Gemeinschaft 1954 bei. Da sie das langersehnte Navigationsgerät für ihre vielen Autofahrten inzwischen angeschafft hatte, überreichte ihr Provinzassistentin Sr. Johanna Guthoff ein Bibellexikon als Navigationsgerät durch die Heilige Schrift. Ein ausführlicher Bericht über die Feier und eine Liste aller Jubilarinnen befindet sich unter Aktuelles auf www.smmp.de.

Die Jubilarinnen bei der Feier im Bestwig.

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Auch das noch

Vorsicht, gefährlicher Glaube ! Bestwig/Paderborn. Vorsicht, gefährlicher Glaube! Wie kann das Zusammenleben von Christen und Muslimen gelingen? Unter dieser Fragestellung steht das Missionarische Forum am Freitag, 24. Oktober 2014, ab 18 Uhr im Bergkloster Bestwig. Dabei erwarten die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel in diesem Jahr einen besonders spannenden Gast: Father Arthur Charles, einen Gemeindepfarrer aus Pakistan. Seine Leidenschaft ist die Verkündigung über die Medien. Dazu hat er eine eigene Zeitung und einen eigenen Radiosender gegründet. Und somit steht er automatisch im Fokus der Politik, die die christliche Minderheit in seiner Heimat diskriminiert. Zu dem diesjährigen missionarischen Forum laden die Schwestern gemeinsam mit dem Fachreferat missio des Erzbistums Paderborn und dem Dekanat Hochsauerland-Mitte ein. Zugleich ist es die offizielle Auftaktveranstaltung der Erzdiözese Paderborn zum Weltmissionssonntag. Im Mittelpunkt dieser weltweit größten Solidaritätsaktion steht in diesem Jahr das Land Pakistan. Auch der Paderborner Weihbischof Matthias König wird dabei sein und die abschließende Eucharistiefeier leiten.

termine. Mit diesem Plakatmotiv wirbt missio für den Weltmissionssonntag. Foto: H. Schwarzbach

Bei dem Forum im Felsensaal werden mit Father Charles ein Religionslehrer und ein Jugendlicher aus dem Dekanat diskutieren. Der Dialogbeauftragte der muslimischen Gemeinde, Dr. Ahmet Arslan, steht ebenfalls zur Verfügung. Denn es soll auch um den religiösen Dialog in Deutschland gehen. Nach einem Imbiss schließt der Tag mit der Messfeier in der Klosterkirche ab. Wer kommen will, sollte sich kurz in der Missionszentrale anmelden. Kontakt: Winfried Meilwes Tel. 02904 808-0 E-Mail: missionszentrale@smmp.de

Michael Hesemann erklärt den Ausstellungsbesuchern am Eröffnungstag, was auf dem Leinentuch zu sehen ist.

Wer ist der Mann auf diesem Tuch? Heiligenstadt. „Wer ist der Mann auf dem Tuch?“, fragt die Ausstellung zum Turiner Grabtuch, die noch bis zum 9. November 2014 im Bergkloster Heiligenstadt zu sehen ist. Das Tuch ist in einer 4,40 mal 1,13 Meter großen Kopie zu sehen. Darauf sieht man das Abbild eines Mannes in Vorder- und Rückansicht. Handelt es sich dabei um Jesus Christus? Bis heute gibt es nur Theorien darüber, wie der Abdruck entstanden ist. „DNA-Analyen, Pollen und Altersbestimmungen legen jedenfalls nahe, dass es sich um ein 2000 Jahre altes Tuch aus der Nähe von Jerusalem handelt, in dem ein Toter lag, der

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Vorfahren im Stamme Levi hatte“, erläutert Grabtuch-Experte Michael Hesemann. Die Ausstellung zeigt den Stand der wissenschaftlichen Forschung und präsentiert theologische Sichtweisen. „Sie lädt in jedem Fall zu einer Auseinandersetzung mit dem Leben Jesu und seiner Wirkung auf uns Menschen ein“, sagt Generaloberin Schwester Aloisia Höing. Konzipiert worden ist die Ausstellung von den Maltesern und dem Erzbistum Köln. Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Auch Unterrichtsmaterialien sind verfügbar. www.malteser-turinergrabtuch.de

Bestwig. Anfang Oktober ist das neue Jahresprogramm der Kursangebote im Bergkloster Bestwig erschienen. Unter dem Titel „Aus Quellen schöpfen“ gibt es über 100 Veranstaltungen: vom Nähkurs bis zum Ikebana-Wochenende, vom Familienwochenende bis zum Seniorenurlaub, von den Einzelexerzitien bis zum internationalen Pfingsttreffen für junge Erwachsene. Schwester Maria Ignatia Langela, die das Programm koordiniert, erinnert sich an den Satz eines Gastes in diesem Sommer, der sagte: „Ich habe noch nie einen Ort erlebt, der mir soviel Kraft gegeben hat.“ Das sei es, was das Bergkloster sein solle: „Eine Kraftquelle, ein Haus für die Seele.“

Angebote Bergkloster Bestwig Fr, 28.11 - So, 30.11.2014 Wann ist Advent? Besinnungstage für Frauen zwischen 20 und 40 Sr. Maria Elisabeth Goldmann Mi, 31.12.2014 - Do, 01.01.2015 Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne (Hermann Hesse), Besinnungstage für junge Erwachsene Sr. Maria Elisabeth Goldmann Fr, 30.01. - So, 2.02.2015 Du glaubst doch nicht etwa an Gott? Besinnungstage für junge Frauen Sr. Franziska Lennartz Sa, 21.02.2015, 09.30 - 17.30 Uhr Oasentag - Du bist ein Segen Sr. Gratia Feldmann Sa, 28.02.2015, 15.30 - 18.30 Uhr Wir nähen eine „Körnerente“ Sr. Laetitia Müller Kontakt: Tel.: 02904 808-0 E-Mail: reservierung@smmp.de www.smmp.de/angebote

Kurse beim Bildungswerk in Geseke 17.-21.11.2014: Ausbildung zum Verantwortlichen für Hygienefragen ab 26.01.2015: Leitung von Wohn- und Pflegegruppen Kontakt: Tel.: 02942 988-980 (neue Nummer!) E-Mail: info.bildungswerk@smmp.de www.bildungswerk-smmp.de


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blickpunkt Mensch 2-2014 by Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel - Issuu