Magazin für Mitarbeiter, Freunde und Förderer der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel
blickpunkt. Mensch 1 / 2021
Corona-Pandemie:
Große Herausforderungen – aber auch Chancen Astrid Thiele-Jérome: SMMP-Schulen: Besuch beim Bundespräsidenten Digitales Lernen wird normal
Haus St. Martin: Ein Seniorenheim zieht um 1
Manchmal sieht man in der Corona-Zeit trotz Maske auch fröhliche Gesichter, die Zuversicht ausstrahlen – wie hier beim Workshop zur Gewaltprävention am Berufskolleg Bergkloster Bestwig (siehe Galerie Seite 10/11).
Editorial
Systemrelevant Die Corona-Pandemie hat alle Prozesse und Ereignisse im zurückliegenden Jahr 2020 geprägt. Sie ist daher auch das dominierende Thema in diesem blickpunkt. Jedoch wollen wir nicht nur die dramatischen Momente und schwierigen Phasen beleuchten (s. Seite 3-11). Die Corona-Pandemie produziert in den Klöstern und Einrichtungen der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel auch viele Geschichten, die von großem Engagement, entgegengebrachter Solidarität und viel Kreativität erzählen.
Seite 3/4 Besuch beim Bundespräsidenten: „Ich staune, was unser Team leistet“ Seite 4/5 Corona in Seniorenheimen: „Nicht weniger sicher als zu Hause“ Seite 6/7 Berufskolleg Bergkloster Bestwig: Digitales Lernen wird zur Normalität Seite 8/9 Placida-Viel-Berufskolleg: Bewährungsprobe für das Dalton-Konzept Seite 10/11 Corona-Pandemie: Kreativer Einsatz und große Solidarität Seite 12/13 Umzug Haus St. Martin: Nur eine Seniorin nahm einen Umweg Seite 14/15 SMMP Holding: Neues Dach für Einrichtungen und Dienste Seite 16/17 SMMP Servicedienste: Küchenteams werden zu Essensrettern Seite 18/19 Rückenwind: Feedback in kollegialer Atmosphäre Seite 20/21 Ordensarchiv: Zeitreise in die Vergangenheit Seite 22: Menschen Seite 24: Auch das noch
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Pflegekräfte müssen seit dem Beginn der Pandemie in ihren Einrichtungen oft Aufgaben übernehmen, die sonst externe Fachkräfte leisten. Lehrerinnen und Lehrer müssen mit ihren Schülerinnen und Schülern lernen, zwischen Präsenz- und Distanzunterricht über digitale Medien zu wechseln. Workshops wie am Berufskolleg Bergkloster Bestwig (s. Seite 6-7) oder neue Lernkonzepte am Placida Viel-Beufskolleg (s. Seite 8-9) machen diesen Wandel deutlich. Einer, der für das große Engagement in den systemrelevanten Beufsgruppen Danke sagt, ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Er lud Astrid Thiele-Jerome, Heimleiterin des Hauses St. Josef in Wadersloh, als Vertreterin der Pflegebranche zu einem Gespräch nach Münster ein (siehe S. 3-4). Damit beginnt dieser blickpunkt, der aufgrund der außergewöhnlichen Ereignisse etwas später erscheint als gedacht, dafür aber auch etwas umfangreicher ist als üblich. Viel Freude beim Lesen wünscht
impressum.
inhalt.
Da investieren Pflegekräfte ihren Urlaub, um den Umzug des Seniorenheims Haus St. Martin in Herten-Westerholt zu stemmen (s. Seite 12-13). Ein Virologe testet in seiner Freizeit 60 Gymnasiasten des EngelsburgGymnasiums und analysiert nachts deren Proben, damit sie am Folgetag zum außerschulischen Lernen abreisen können (s. Seite 7). Ebenfalls in Kassel wünscht sich eine Mutter bei einem Radiosender 1.200 Decken für die Schülerinnen und Schüler, damit die beim regelmäßigen Durchlüften der Räume nicht frieren müssen. Und Musiker des WDRRundfunkorchesters besuchen die Walburgisschulen in Menden, um Kinder und Jugendliche aufzumuntern. Die Bildergalerie auf den Seiten 10-11 zeigt eine ganze Reihe solcher Momente.
blickpunkt mensch
Magazin für Mitarbeiter, Freunde und Förderer der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel Redaktion und Layout: Dr. Ulrich Bock (verantw.), Andreas Beer Druck: Schützdruck, Recklinghausen Kontakt: Redaktion blickpunkt mensch Bergkloster 1 59909 Bestwig Tel.: 02904 808-243 E-Mail: u.bock@smmp.de Redaktionsschluss: 11. Dezember 2020 www.smmp.de
Thema
Bundespräsident FrankWalter Steinmeier (vorne) beim Mittagessen im Schlossgarten Café Münster mit eingeladenen Vertreterinnen und Vertretern systemrelevanter Berufsgruppen. Foto: Bundesregierung/ Guido Bergmann
„Ich staune, was unser Team leistet“ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lud Heimleiterin Astrid-Thiele Jeróme zum Gespräch ein Als das Telefon donnerstagabends zu Hause klingelte und eine Berliner Vorwahl im Display zu sehen war, dachte Astrid Thiele-Jérome zunächst, ihr langjähriger Kollege und Vorgänger als Heimleiter, Andreas Wedeking, riefe an. Doch es war das Bundespräsidialamt. Und der Mitarbeiter, der sich meldete, schob sogleich hinterher: „Das ist kein Fake“. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wolle sie am 30. September zu einem Gespräch über die Arbeit in der Corona-Phase nach Münster einladen. Als Vertreterin der Pflege-Einrichtungen in Deutschland – gemeinsam mit drei anderen Gästen aus anderen systemrelevanten Berufen: dem Einzelhandel, der Polizei und des Straßenreinigungsdienstes. Andreas Wedeking war an diesem Anruf jedoch nicht ganz unbeteiligt. Heute ist er Geschäftsführer des Verbandes Katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. (VKAD). Und er hatte eine Vertreterin bzw. einen Vertreter aus der Pflege für das Gespräch vorschlagen dürfen. „Mir blieb die Luft im Halse stecken. Aber natürlich habe ich ‚Ja‘ gesagt“, erklärt Astrid Thiele-Jérome. Seit März ist das von ihr geleitete Haus St. Josef in Wadersloh Corona-bedingt im Ausnahmezustand. „Es gab ständig neue Herausforderungen – und ehrlich gesagt überwältigt es mich, wie wir die im Team gemeinsam gemeistert haben.“ Das war an allen Standorten der Seniorenhilfe SMMP der Fall. Die ist auch Mehrheitsgesellschafter am Haus St. Josef. Noch vor dem Lockdown und der ersten Corona-Schutzverordnung, die den Pflegeheimen strenge Auflagen
machte, waren in den SMMP-Einrichtungen schon umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden. Bis Anfang November gab es an keinem dieser Standorte Infektionsfälle. Danach traf es leider auch das Haus St. Josef. „Dass es so lange keine Infektionen gab, ist sicher auch das Verdienst unserer über 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die unglaublich engagiert und vorsichtig waren“, weiß der Geschäftsführer der Seniorenhilfe SMMP, Frank Pfeffer. Zu Ostern schickte er ihnen einen Schokoladengruß. Der kam gut an. Und auch die Sonderzahlung des Bundes von bis zu 1.500 Euro wussten die Pflegekräfte zu schätzen.
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Wichtig wäre, dass unser Berufsstand langfristig mehr Anerkennung und Respekt erfährt. Astrid Thiele-Jérome
„Aber das ist eine einmalige Zahlung. Wichtig wäre, dass unser Berufsstand auch langfristig mehr Anerkennung und Respekt erfährt“, betont Astrid Thiele-Jérome. Das wollte sie dem Bundespräsidenten auf jeden Fall mit auf den Weg geben. Noch als sie am frühen Morgen des 30. September in Münster vor dem Schloss auf und ab ging und die Spürhunde des Bundeskriminalamtes die Mauern abschnüffelten, gingen ihr all diese Gedanken durch den Kopf. Geärgert hatte sie sich im Frühjahr über die Berichterstattung überregionaler Medien, die Corona-Infektionen in Seniorenheimen zum Anlass nahmen, über mangelhafte Hygiene, zu knappe Ressourcen und fehlende Professionali-
tät zu berichten. „Dabei ist so vieles positiv gelaufen. Aber das ging in der öffentlichen Wahrnehmung ganz unter“, beklagt die 55-Jährige. Im Haus St. Josef machte man sich sofort daran, eine eigene QuarantäneStation für neue Bewohnerinnen und Bewohner einzurichten. „Für diesen Bereich mussten wir eigene Pflegekräfte einteilen, auch wenn dort vielleicht nur ein älterer Mensch zu betreuen war. Das brachte unsere Dienstpläne durcheinander. Aber die Solidarität war groß. Und alle waren bereit, das mitzutragen“, sagt Astrid Thiele-Jérome nicht ganz ohne Stolz auf ihr 80-köpfiges Team. Dem gelang es auch im Mai schon, ein Zelt zu mieten und darin vor der Haustür eine Begegnungsmöglichkeit für Senioren und Angehörige zu schaffen. Und kurz darauf sogar, im benachbarten Quartierszentrum eine eigene Quarantänestation einzurichten – für den Fall, dass es einen Corona-Fall gibt. „Ob Zelt, Plexiglasscheibe oder Desinfektionsmittel. All das war in den ersten Wochen kaum irgendwo zu bekommen“, erinnert sich die Heimleiterin. Selbst die erste Lieferung von Mund-NaseSchutzen vom THW kam als Bastelsatz im Haus St. Josef an: „Mit 50 Meter Gummiband, großen Papierbögen und Nasenclips. Die mussten wir uns dann selbst zuschneiden und zusammensetzen“. Auch davon erzählte sie dem Bundespräsidenten, als der sie beim Mittagessen in einem Saal des Schlossgarten Cafés nach ihren Erfahrungen während der Corona-Pandemie befragte. Und diese Geschichte belustigte nicht
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„Nicht weniger Heimleiterin Karin Gerdes erklärt, was in
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit seinen Gästen V.l.: Heim- und Pflegedienstleiterin Astrid Thiele-Jérome, Einzelhändler Andre Stepper, Polizeihauptkommissarin Nadine Runter und Straßenreinigungsmitarbeiter Thomas Spitzer. Fotos: Bundesregierung/Guido Bergmann
nur Frank-Walter Steinmeier, sondern ebenso die wenigen Journalisten, die dem Gespräch beiwohnen durften. „Überhaupt habe ich gestaunt, wie gut der Bundespräsident zuhört und wie gezielt er nachfragt. Ein sehr sympathischer Mensch“, resümiert Astrid Thiele-Jérome. Und einer, der seinen vier Gesprächspartnerinnen und -partnern höchsten Respekt vor dem zollte, was sie zurzeit leisten. Viel Kommunikation Der Einzelhändler, der zwei Supermärkte betreibt, erzählte von Kunden, die sich um Klopapier prügelten. Die Polizeihauptkommissarin berichtete von uneinsichtigen Pöblern, die sie beleidigen, wenn sie fordert, die Maske aufzusetzen. „Solche Szenen haben wir im Haus St. Josef Gott sei Dank nicht erlebt“, sagt Astrid Thiele-Jérome – „auch, weil wir unsere Senioren und deren Angehörige oft lange kennen. Aber dennoch gab es ganz viel zu vermitteln und zu kommunizieren. Bis heute.“ Bis heute übernehmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie selbstverständlich auch Dienste, die eigentlich gar nicht zu ihren Aufgaben gehören. Pflegedienstleiter Alexander Hauffen ist zum Beispiel ausgebildeter Musikgeragoge und organisiert deshalb zurzeit die musikalischen Angebote im Haus. Altenpflegerin Martina Drews ist zertifizierte Seelsorgerin und leitet nun die Gottesdienste. Altenpflegerin Remziye Yavsan Kücüksoy kann Haare schneiden und übernahm vorübergehend die Leitung im Frisörsalon. Astrid Thiele Jérome weiß: „Ähnlich ist es in all unseren Seniorenheimen gelaufen“. Auch in Diestedde, Geseke, Heiden, Rhynern, Stromberg und Westerholt. Und in den 15 Senioren-WGs. Nach wie vor schalten sich alle Leitungskräfte jeden Tag um 11 Uhr zur Telefonkonferenz zusammen,
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um zu besprechen, welche Maßnahmen getroffen werden müssen, was gut läuft und was man voneinander lernen kann. „Dafür bin ich sehr dankbar. Ich habe mich in meiner Leitungsaufgabe nie allein gefühlt“, sagt die Heimleiterin aus Wadersloh. Stress? Ja, den hat Astrid Thiele-Jérome im vergangenen Dreivierteljahr reichlich gehabt: „Es gab einfach wahnsinnig viel zu improvisieren und zu organisieren. Und da die neuesten Schutzverordnungen meist freitagnachmittags eintrafen, haben wir die Wochenenden auch noch durchgearbeitet.“ Anerkennung? Von den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie von den Angehörigen sehr wohl, betont sie – „nur in den Augen der breiten Öffentlichkeit zuwenig. Dazu trägt die Sensations-Berichterstattung bei.“ Also Frust? „Den gab es immer wieder. Aber unsere Seniorinnen und Senioren spiegeln uns ja zurück, wofür wir das alles tun“, sagt Astrid ThieleJérome. Und deshalb lässt sie trotz aller Herausforderungen keinen Zweifel daran: „Die Pflege ist für mich der schönste Beruf, den es gibt.“ Siehe auch: www.smmp.de Astrid ThieleJérome berichtet dem Bundespräsidenten aus ihrer Einrichtung.
Auch wenn es mit der „zweiten Welle“ der Corona-Pandemie in den Einrichtungen der Seniorenhilfe SMMP erste Infektionsfälle gibt, ist die Heimleiterin des Seniorenzentrums Am Eichendorffpark überzeugt: „Unsere Bewohnerinnen und Bewohner sind hier nicht weniger sicher als im häuslichen Umfeld.“ Das versucht sie auch pflegenden Angehörigen klarzumachen, die ihren Vater oder ihre Tante derzeit nicht so gern in ein Seniorenheim geben. Obwohl deren Name vielleicht schon länger auf der Warteliste steht. Karin Gerdes fragt sich: „Wer misst zu Hause schon bei jedem Besucher die Körpertemperatur, die zu den Indizien einer Corona-Erkrankung gehört? Und desinfizieren sich dort alle sofort am Wohnungseingang die Hände? Sicher werden im häuslichen Umfeld auch nicht zweimal täglich alle Handläufe und Klinken geputzt.“ Vorbehalte von Angehörigen, die ihren Vater oder ihre Tante jetzt nicht in ein Seniorenheim geben wollen, kann sie zwar nachvollziehen, möchte sie aber auch entkräften.
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Wer misst zu Hause schon bei jedem Besucher die Körpertemperatur? Karin Gerdes, Heimleiterin
Die zögerliche Nachbelegung stellt die Senioren-Einrichtungen vor Herausforderungen. Überall gibt es Wartelisten. „Das steht ja für den guten Ruf unserer Häuser. Aber wir werden nach den belegten Plätzen von den Pflegekassen refinanziert. Deshalb ist diese Zeit auch wirtschaftlich schwierig.“ In Stromberg hatte es bis Anfang Dezember noch keinen Infektionsfall gegeben. Und selbst im gesamten Bereich aller Einrichtungen der Seniorenhilfe SMMP traten erst im November an zwei Standorten Fälle auf. Karin Gerdes sagt: „Wir arbeiten sehr gewissenhaft. Unsere Standards sind höher als vorgeschrieben. Auch für den Fall einer Infektion sind wir gut vorbereitet. Wir können einen Bewohner schnell isolieren. Und wir haben die entsprechende Schutzausrüstung.“ Im Haus St. Josef in Wadersloh, wo es im November mehrere Fälle gab, haben sich die getroffenen Maßnahmen bewährt. Beide Wohnbereiche blieben voneinander getrennt. Die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner mussten zwar die Zimmer wechseln, behiel-
sicher als zu Hause“
Thema
den Heimen für die Gesundheit der Senioren alles getan wird Tanja Brameier misst bei den Besucherinnen und Besuchern am Eingang die Körpertemperatur. Auch müssen alle, die das Seniorenheim betreten, eine Selbstauskunft über mögliche Infektionskontakte und Symptome ausfüllen.
ten aber ihren Rückzugsraum. Die An- reiche getrennt durch, um eine Durchgehörigen durften schwer Erkrankte im mischung zu vermeiden, falls eine bereitgestellten Schutzanzug besuchen. Infektion auftritt.“ Nur auf wenige Das zuständige Gesundheitsamt lobte Angebote müsse verzichtet werden: die Maßnahmen und bestätigte: Mehr etwa das gemeinsame Backen oder der kann man nicht tun. Singkreis. Die Heimleiterin weiß: „Da Einige Senioren starben. „Allerdings wäre das Ansteckungsrisiko tatsächlich starben vor einem Jahr noch mehr, als erhöht.“ uns der Grippevirus erreichte“, ordnet die Heimleiterin aus Wadersloh, Astrid Weniger Kurzzeitpflege Thiele-Jerome, das Geschenen ein. Bewohner Udo Sommer und BewohneKarin Gerdes hofft, dass ihre Einrich- rin Ursula Kracht fühlen sich im Seniotung in Stromberg verschont bleibt. Alle renzentrum Am Eichendorffpark jedenMitarbeiterinnen und Mitarbeiter ver- falls sichtlich wohl. Nach wie vor treffen suchen, in ihrem privaten Umfeld sozi- sie sich regelmäßig im Aufenthaltsbeale Kontakte soweit es geht zu vermei- reich des Obergeschosses, um eine Parden. Zudem sind alle Pflegekräfte und tie Schach zu spielen. „Das haben wir Besucher angehalten, eine FFP2-Marke auch vor Corona schon regelmäßig gezu tragen. Die verringert gegenüber macht“, sagt Ursula Kracht – und setzt einem einfachen Mund-Nase-Schutz ihren Läufer drei Felder vor. das Risiko einer Ansteckung erheblich. Dass vor allem die Kurzzeitpflege Deshalb gilt diese Regelung auch schon derzeit nicht so gut frequentiert sei, seit Oktober für alle Einrichtungen der habe natürlich auch andere Gründe: Seniorenhilfe SMMP. „Die Angehörigen wissen inzwischen, dass sie so eine Maske mitbringen. Und für Lieferanten oder Ärzte haben wir am Eingangsbereich immer welche vorrätig“, erklärt Karin Gerdes. Unterdessen laufen die Angebote im Haus so weit wie möglich weiter. Ob Bastelrunde, Tischkegeln, Gymnastik-Stunden oder Gottesdienste. Und zu den Kartenspielrunden kämen nach wie vor die ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter Karin Gerdes tauscht sich mit Alexander Schuller über die ins Haus, so Karin Gerdes: neue Corona-Schutzverordnung aus. Als Pflegefachkraft „Wir führen diese Angebote hatte er sich bereits bei einem Arzt für die Durchführung allerdings für beide Wohnbe- der Corona-Schnelltests schulen lassen.
„Pflegende Angehörige fahren zurzeit nicht soviel in den Urlaub oder sind aufgrund von Kurzarbeit oder Tätigkeit im Homeoffice mehr zu Hause“, weiß Karin Gerdes. Und dennoch höre sie regelmäßig den Satz: „Nein, wir warten lieber noch ein wenig.“ Dabei müssten neue Bewohnerinnen und Bewohner keine Angst vor Isolation haben: „Wer hier neu einzieht, wird relativ schnell integriert. Wichtig ist ein negativer Corona-Test. Über die meisten Hausärzte ist der Test in diesem Fall inzwischen kostenlos zu bekommen“, sagt Karin Gerdes. So können die Neuen sofort an allen Angeboten im Haus teilnehmen. „Sie müssen in der ersten Woche zwar noch eine FFP2-Maske tragen und auf das gemeinsame Essen mit den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern verzichten. Aber sie können sich frei bewegen.“ Im Frühjahr sei das noch ganz anders gewesen. Da wurden nach geltender Corona-Schutzverordnung erst einmal alle neuen Bewohnerinnen und Bewohner 14 Tage isoliert.
Ursula Kracht und Udo Sommer treffen sich auch weiterhin zum Schach-Spielen.
Bald sollen auch die Schnelltests zum Einsatz kommen: „Die geben zuverlässiger als eine erhöhte Körpertemperatur oder andere Symptome darüber Auskunft, ob jemand Coronapositiv ist oder nicht“, weiß die Heimleiterin. Die Pflegekräfte im Seniorenzentrum Am Eichendorfpark haben dafür bereits Schulungen absolviert: „Die Handgriffe sind nicht ganz einfach. Denn der Abstrich muss dann aus der Nase entnommen werden.“ Angekündigt waren die Tests noch für Dezember. „Darauf sind wir vorbereitet“, sagt Karin Gerdes. Und sie weiß genau „Der Winter wird lang.“
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Erfahrungen an den Schulen Von Null auf Hundert Was die Digitalisierung angeht, hat unsere Schule einen großen Sprung gemacht. Ohnehin sollte Microsoft Teams in diesem Jahr als Kommunikationsplattform eingeführt werden. Aber dann im Frühjahr von 0 auf 100 zu gehen, war eine große Herausforderung. Jetzt gibt uns diese Plattform Sicherheit. Natürlich fehlt das Erleben von Gemeinschaft und seit März 2020 auch der reguläre Cafeteria-Betrieb. Für die Schülerinnen und Schüler unseres Gymnasiums und der Realschule ist sie so etwas wie das Herz der Schule. Denn sie ist auch wichtig für die Kommunikation. Dr. Eduard Maler, Leiter des Walburgisgymnasiums in Menden
In Arbeitsgruppen lernen die Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeiten der Plattform „Teams“ kennen.
Digitales Unterrichten und Ler
Bewegende Solidarität
Die SMMP-Schulen richten virtuelle Klassen ein – ein Workshop am Berufsko
Am meisten bewegt hatte mich die Bereitschaft aller Kolleginnen und Kollegen, den Präsenzunterricht auch in schwierigen Zeiten fortzuführen – obwohl nicht wenige zur Risikogruppe gehören. Bewegt hat uns darüber hinaus, wie hilfsbereit und kreativ Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Kolleginnen und Kollegen an Hygienekonzepten mitgearbeitet haben, Masken nähten und Desinfektionsmittel spendeten. Als wir die Schule am 17. März erstmals schließen mussten, war die Einführung von Microsoft Teams noch nicht abgeschlossen. Aber dank wöchentlicher Telefonate unserer Klassenlehrer und der Schulsozialarbeit wurde niemand abgehängt. Gaby Sachse, Leiterin der berufsbildenden Bergschule St. Elisabeth, Heiligenstadt
Die digitale Schule wird Realität: Acht Lehrerinnen und Lehrer drücken im Doppelklassenraum in der ersten Etage des Berufskollegs Bergkloster Bestwig die Schulbank. Im Rahmen eines pädagogischen Arbeitstages erlernen Sie an diesem Oktobertag den Umgang mit der Datenplattform „Microsoft Teams“. Auch die anderen Schulen im Einrichtungsverbund der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel installierten diese Technik im Corona-Jahr 2020. Julika Rust führt ihre Kolleginnen und Kollegen geduldig in das umfangreiche Thema ein. Sie gehört zu den sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Berufskollegs, die direkt von Microsoft für den Umgang mit dieser Software geschult wurden. Nun gibt die 27-Jährige ihr Wissen weiter. Bald soll die Plattform stehen und das gesamte Kollegium damit umgehen. Gleichzeitig erhalten alle Lehrerinnen und Lehrer neue Laptops. „Wenn wir die neuen Geräte bekommen – ist Teams darauf schon vorinstalliert?“, fragt Lehrerin Hildegard Haakshorst. „Ja“, sagt Julika Rust und verweist auf einen anderen Kollegen: „Das macht Ingo.“ Hildegard Haakshorst arbeitet schon eine gefühlte Ewigkeit am Berufskolleg. Sie freut sich auf die neue Plattform, damit das Improvisieren ein Ende hat: „Die meisten unserer Schülerinnen und Schüler sind ja in WhatsApp unterwegs. Das ist aber nicht Datenschutz-konform. Also suche ich mir immer einen ‚Buddy‘,
Das Kennenlernen fiel aus Die Kennenlernnachmittage in den Sommerferien fielen aus. Also haben wir die neuen Schülergruppen am ersten Schultag im Garten empfangen und nacheinender ins Haus geführt. So müssen wir immer wieder improvisieren. Auch im Präsenzunterricht. Gruppenarbeiten waren nicht erlaubt, aber wir wollten nicht zurück zum reinen Frontalunterricht. Die digitalen Plattformen halfen uns. Im Lockdown erst recht. Stefanie Bauer, stellv. Leiterin des Berufskollegs Canisiusstift in Ahaus
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den ich bitte, Informationen über diesen Social Media-Kanal an den Rest der Gruppe weiterzugeben. Anders geht es nicht. Denn per Mail sind gar nicht alle erreichbar.“
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Im Lockdown für die Schulen läuft der Unterricht weiter.
Michael Roth, Schulleiter
Auch Schulleiter Michael Roth weiß: „Die Einführung von ‚Teams‘ ist ein Sprung für uns – obwohl unser Berufskolleg technisch und digital schon gut aufgestellt war.“ Nicht nur für das gesamte Kollegium sind Laptops bestellt. Auch 80 weitere für die Schülerinnen und Schüler. „Denn nicht alle unserer Lernenden haben in ihrem häuslichen Umfeld Zugang zu einem Rechner. Deshalb wollen wir Leihgeräte zur Verfügung stellen“, erklärt der Schulleiter. Die Schülerinnen und Schüler jeder Klasse werden künftig für jedes Unterrichtsfach ein eigenes Team bilden. Darin können sie sich austauschen, mit dem Lehrer kommunizieren, Referate hochladen, selbst Tafelbilder abspeichern. „Und wenn es dann innerhalb einer Klasse zum Beispiel um eine Klassenfahrt geht, kann ich dazu einen eigenen Kanal eröffnen“, erläutert Julika Rust ihren Kolleginnen und Kollegen die Vorteile des Chat-Tools. Michael Roth weiß: „Im Lockdown für die Schulen oder bei der vorübergehen-
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Abfahrt zum Kragenhof Virologe hilft der Engelsburg
Geduldig erläutert Julika Rust die einzelnen Schritte, um in „Teams“ Gruppen und Kanäle zu installieren.
nen wird zur Normalität lleg Bergkloster Bestwig zeigt, wie es geht den Quarantäne von Klassen läuft der Unterricht weiter.“ Denn über Microsoft Teams können sich die Schülerinnen und Schüler sogar über eine Videokonferenz zusammenschalten. Und dann beginnen Julika Rust und ihre Kollegin Katharina Bischke mit den acht Lehrerinnen und Lehrern, probehalber eigene Gruppen mit separaten Kanälen und Chats einzurichten: „Aber achten Sie darauf, dass Sie immer ein ‚00‘ davor setzen wenn Sie ihre Test-Teams benennen. Dann weiß Ingo, welche er heute Abend wieder löschen kann.“ 240 Teams für 29 Klassen Der Name Ingo fällt an diesem Tag häufiger. Auch in den anderen sechs Workshop-Gruppen an diesem pädagogischen Arbeitstag. Ingo Seidel sitzt zwei Etagen tiefer. Dort befindet sich sozusagen die „IT-Schaltzentrale“ des Berufskollegs. Und er ist schon ein alter Hase: Der Diplom-Ingenieur ist 53 und hat am Berufskolleg Bergkloster Bestwig den Ausbildungsgang der Gestaltungstechnischen Assistenten mit aufgebaut. Er dreht mit seinen Auszubildenden Videos, malt mit ihnen am Zeichentablett und layoutet die eigenen Schulflyer professionell mit Indesign. Auch er freut sich auf die Umstellung auf Microsoft-Teams, wenngleich das eine riesige Herausforderung sei. „Wenn jede Klasse für jedes Unterrichtsfach ein eigenes Team bildet, sind das bei 29 Klassen um die 240 Teams“, staunt er selbst. Aber der Anbieter, bei
dem das Programm gekauft wurde, hilft dabei, diese Gruppen einzurichten. Und Ingo Seidel wird sie dann gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen Katharina Bischke, Anna Knape, Robin Meister, Julika Rust, Thomas Schridde und Claudia Wohlfarth betreuen. Eine Herausforderung sei das allerdings nicht nur für die Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch für die Lernenden, betont Ingo Seidel. Denn in seinen Augen nimmt die digitale Kompetenz der jungen Generation eher ab als zu. „Man meint ja, die Jugendlichen werden damit groß und hätten das im Blut. Aber wenn ich die in meinem Unterricht bitte, sie sollen eine Datei in einem bestimmten Ordner abspeichern, sehen sie mich mit großen Augen an.“ Die intuitive Bedienung von Smartphones und Tablets trage dazu bei, die Technik und Ordnung dahinter gar nicht mehr zu hinterfragen. „Die Schüler speichern dann etwas ab – wissen aber gar nicht, wo. Und sie wissen auch nicht, in welchem Format“, bedauert der Ingenieur. Zum Bedienen der Social Media-Kanäle möge das reichen. Aber nicht, wenn man professioneller mit Hard- und Software umgehen wolle. „Insofern“ – da ist er überzeugt – „werden sich auch viele unserer Schülerinnen und Schüler neu orientieren und viel dazu lernen müssen.“ Und das sei auch gut so. Denn diese Kompetenz würden sie später im Berufsleben brauchen. bkbb.smmp.de
Üblicherweise fahren die vier bzw. fünf achten Klassen des EngelsburgGymnasiums jedes Jahr für zwei Wochen für das außerschulische Lernen auf den Kragenhof. Abseits der Stadt, ohne Smartphone und Internet, beschäftigen sich die Jugendlichen unter fachlicher Anleitung mit praktischen Aufgaben im Haus und in der Natur. Dabei steht die intensive Gemeinschaftserfahrung im Vordergrund. Aber geht das auch während der Corona-Pandemie? „Zwei Klassen hatten im Frühjahr noch fahren können. Jetzt wollten wir, dass die beiden anderen das zu Anfang der neunten Jahrgangsstufe nachholen“, berichtet Schulleiter Thorsten Prinz. Eigentlich sollte das doch möglich sein: Schließlich würden die beiden Klas- Spaß am Kragenhof (Screenshot). sen während der zehn Tage weitgeend unter sich bleiben. Das Infektionsrisiko für jeden Einzelnen wäre damit deutlich geringer als in einer normalen Woche zu Hause und in der Schule. Mit einem fertigen Hygienekonzept wandte er sich im September an den Virologen Dr. Marcus Thomé vom Uniklinikum Kassel. Der unterstütze das Vorhaben und riet zu einem PCR-Test vor der Abfahrt. „Die Auswertung dieser Tests dauert aber normalerweise ein paar Tage“, weiß Thorsten Prinz. Und in der Zwischenzeit können sich theoretisch schon wieder jemand infizieren. Dr. Marcus Thomé bot eine unkonventionelle Lösung an. „Er schlug vor, die Schüler in unserer Schule selbst zu testen und die Proben noch am selben Abend zu analysieren. Das war natürlich fantastisch.“ Am Freitagnachmittag um 16 Uhr ging es los. Bis 18 Uhr waren dieTests erfolgt. Und um 22 Uhr kam der erlösende Anruf des Virologen aus dem Labor: „Alle Tests sind negativ. Sie können fahren.“ Und so erlebten die beiden Klasen jeweils zehn wunderbare Tage auf dem Kragenhof. In einem Video sagen sie der Schule und allen Beteiligten dafür Danke: engelsburg.smmp.de
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Freude aufs Wiedersehen Schulbesuch mit Maske gefällt Schülern besser als Distanzunterricht Der Unterricht mit Maske war für viele Schülerinnen und Schüler in diesem Schuljahr eine neue Erfahrung. Nach den Sommerferien verpflichtend eingeführt, erlaubte die entspanntere Situation im September und Oktober, den MundNase-Schutz abzunehmen. Im November galt dann erneut die Maskenpflicht, bevor die Schulen im Dezember wieder zum Distanzunterricht übergingen. „Die Masken sind ganz schön nervig. Aber man gewöhnt sich daran“, meinte der 13-Jährige Pjotr am Walburgisgymnasium in Menden nach dem Schulstart im September. Und seine zwölfjährige Sitznachbarin Hanna gab zu: „Wenn wir sechs Stunden Unterricht mit Maske haben, bin ich danach ganz schön müde.“ Abstand halten auf dem Schulhof Klassenarbeiten mit Maske, Sportunterricht ohne Ballberührungen, Abstand halten auf dem Schulhof – Klassenlehrerin Gudrun Müller bewundert ihre Schülerinnen und Schüler, wie diszipliniert sie mit der Situation umgehen. „Vor allem beim Wiederbeginn der Schule im August war das nicht selbstverständlich. Da war es richtig heiß“, blickt sie zurück. Umso wichtiger war es gerade in diesen Tagen, dass die Schüler regelmäßig etwas trinken und essen. „Unterbrechungen dafür sah das Hygienekonzept aber anfangs gar nicht vor“, so die Lehrerin. Sie unterrichtet seit 20 Jahren an der Schule. An vergleichbar kuriose und extreme Situationen kann sie sich nicht erinnern.
Für die Maskenpflicht zeigt sie Verständnis. Weniger dagegen für den Präsenzunterricht in vollen Klassenräumen, wie er bis Dezember lief: „Da wäre alternierender Unterricht mit halben Klassen vielleicht vernünftiger gewesen. Denn die Kinder hatten schon nach dem ersten Lockdown im Frühjahr zurückgemeldet, dass sie auch im digitalen Unterricht viel gelernt haben.“ Und zu Hause können sie ohne Maske daran teilnehmen. Schön zu beobachten fand die Pädagogin indessen die Freude ihrer Siebtklässler darüber, sich nach den Sommerferien als ganze Klasse wiederzusehen. „Sie schätzen den gemeinsamen Unterricht sehr und wissen, was man voneinander hat. Das war sicher auch ein Lerneffekt“, gewinnt sie dieser schwierigen Phase etwas Positives ab. Und für die Lehrer sei diese Erfahrung ebenso prägend gewesen: „Wir haben genauso Spaß daran gehabt, die Schülerinnen und Schüler wieder bei uns zu haben.“ Sie ist überzeugt, dass das digitale Lernen nach der Corona-Pandemie nicht verschwindet: „Die technischen Voraussetzungen haben wir jetzt. Und ausreichend Endgeräte für Schülerinnen und Schüler, die keine haben, sowie für uns Lehrer sollen noch kommen.“ Auch die Einführung der sogenannten „informativen Bildung“ ab der sechsten Klasse, bei der es um Grundlagen der EDV geht, sei ein wichtiger Schritt. „So gesehen“, meint Gudrun Müller, „haben wir einen großen Schritt in die Zukunft gemacht.“
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September 2020: Deutschlehrerin Gudrun Müller staunt über die Disziplin ihrer Schülerinnen und Schüler in der siebten Klasse.
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Am Placida-Viel-Berufskolleg in Menden ist auch in Zu
Bewährungspro Das Placida-Viel-Berufskolleg in Menden Früher, als noch nicht Pandemie war, war vieles leichter. Auch der Schulunterricht. Schüler und Lehrkräfte hatten ihre langjährig erprobten Strategien, wie man gut durch den Schultag kommt. „Das“, sagt Gaby Petry, Leiterin des PlacidaViel-Berufskollegs in Menden, „geht jetzt nicht mehr. Dalton, Digitalisierung, Mentoring. Das sind die großen Meilensteine an unserer Schule“. Deshalb ist die aktuelle Pandemie auch keine Herausforderung für uns, sondern eher eine Art Bewährungsprobe.“ Am „Placida“ gehören Online-Unterricht und Zusammenarbeit von Schülerinnen und Schülern mithilfe Microsoft Teams und OneNote zum Schulalltag. Online und hybrides Lernen sind integraler Bestandteil des Unterrichtskonzepts – nicht nur während der Pandemie. Freiheit in Gebundenheit Das Unterrichtskonzept nach Dalton bedeutet selbsttätiges Lernen unter der Prämisse „Freiheit in Gebundenheit“. Ein Drittel des Unterrichts besteht darin, dass die Lernenden sich selbstständig Wissen aneignen und Lernaufgaben erfüllen. Diese Aufgaben sind Teil des regulären Lehrplans, und die Lehrkräfte begleiten und unterstützen diesen Prozess. Die dazugehörige Software funktioniert auch auf dem Smartphone. Die Einführung des Dalton-Unterrichts sei die optimale Vorbereitung auf die aktuelle Pandemie. „Denn wenn ich als Schüler weiß, wie ich selbsttätig lerne, kann ich auch das hybride Lernen gut bewältigen“, sagt Gaby Petry. „Hier-
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renz. Die sogenannte Digitalisierung ist an dieser Schule nicht mehr wegzudenken. Sie unterstützt und ergänzt die pädagogischen Vorhaben sinnvoll. Und sie macht Spaß. Vor allem den Schülern. Die haben am Placida-Viel-Berufskolleg nicht nur im Unterricht eine deutlich aktivere Rolle als an vielen anderen Schulen. Hier arbeiten sie sowohl in der Schülervertretung mit als auch in der Schulentwicklungsgruppe und in dem Team, das den Dalton-Unterricht steuert. Das Ergebnis: Zusammenhalt. Und ein Preis. Schon wieder. kunft ein Wechsel von Präsenzunterricht und selbsttätigem Lernen vorgesehen.
be für das Dalton-Konzept führt im Corona-Jahr das selbstbestimmte Lernen ein für haben wir Standards entwickelt, die Lehrkräften und Lernenden einen Orientierungsrahmen geben.“ Besser kann eine Schule also auf die Widrigkeiten einer Pandemie kaum vorbereitet sein: Abwechselnde Gruppen im Präsenzunterricht bedeuten kleinere Klassen und weniger Infektionsrisiko. Sollte man meinen.
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Wenn der Schüler weiß, wie er selbsttätig lernt, kann er das hybride Lernen bewältigen. Gaby Petry, Schulleiterin
Es kam der zweite Teil-Lockdown und mit ihm der politische Wille des Schulministeriums zum Präsenzunterricht. Auch dort, wo das hybride Lernen bereits erprobt und bewährt war. „Totaler Quatsch,“ nennt das Schulleiterin Petry, „zumindest für das Placida.“ Der Schulalltag am „Placida“ sieht dennoch dem hybriden Unterricht ähnlich. Für Schüler, die einer Risikogruppe angehören oder sich in behördlich angeordneter Quarantäne befinden, gibt es Online-Unterricht. Die Lehrer machen das in ihrer Unterrichtszeit mit ihren Dienst-Notebooks per Videokonferenz in der Schule. Und Lehrer, die einer Risikogruppe angehören oder sich in Quarantäne befinden, machen ihren Unterricht laut Stundenplan am Computer von zu Hause. Ihre Schüler – also, die, die kommen dürfen – sitzen in den Klassenzimmern und tauschen sich mit ihren Lehrkräften über einen großen interaktiven Bildschirm und einer Webcam aus.
So zumindest bis zum Beginn des zweiten harten Lockdowns am 14. Dezember. Anstrengend ist das digitale Lernen für die Schüler dennoch. Weil die ihre Lernaufgaben auch im Präsenzunterricht zusammen bearbeiten und die Ergebnisse auf der Lernplattform bereitstellen müssen, fällt es schnell auf, wenn jemand Aufgaben nicht erledigt. Anstrengender ist diese Art von Unterricht ebenso für die Lehrenden. „Wir haben einen deutlich größeren Aufwand bei der Unterrichtsvorbereitung“, meint Petry, „weil das Arbeitsmaterial aufwändiger vorzubereiten ist, rechtzeitig erstellt und auch hochgeladen werden muss.“ Die Folge: „Wir machen richtig gut vorbereiteten Unterricht.“ Dabei helfe es, dass die Lehrkräfte ständig miteinander kooperieren. In Lehrerteams zur Unterrichtsentwicklung bereiten sie die Aufgaben für den Dalton-Unterricht gemeinsam vor und stimmen sich ab. Das sichert insbesondere die Qualität dieser Aufgaben und die Qualität des gesamten Unterrichts. Und die Stimmung ist gut. „Die Schülerinnen und Schüler wertschätzen unsere Bemühungen, einen guten Unterricht zu gewährleisten – trotz Pandemie“, sagt Gaby Petry. Zusätzlich habe jeder Lernende am Placida einen eigenen Mentor und werde so ganz individuell auf seinem Lernweg begleitet. Das Mentoring bekommen alle: Lernschwache und besonders Begabte. Alle werden jeweils in einem Intervall von vier bis sechs Wochen gecoacht – in Pandemie-Zeiten auch per Videokonfe-
Auszeichnung „Gesunde Schule“ Gerade die starke Partizipation der Schüler an der Gestaltung des Schulunterrichts hat die Jury der Unfallkasse NRW beeindruckt. Besonders auffällig ist am „Placida“ nach ihrer Ansicht, dass die Lernenden als „ganze Person“ in den Blick genommen und in ihrer Entwicklung unterstützt werden. Ganz besonders, so hebt die Unfallkasse in ihrem Schreiben hervor, sei den Prüfern bei einem Ortstermin der Satz einer Schülervertreterin in Erinnerung geblieben: „Weil hier Schule nicht wie Schule ist“. „Ihre Schule zeigte sich uns dabei als System, welches großen Wert auf einen wertschätzenden Umgang aller Mitglieder der Schulgemeinschaft miteinander und eine ausgeprägte partizipative Schulkultur legt“, schrieb die Unfallkasse und verlieh dem Berufskolleg zum zweiten Mal den Schulentwicklungspreis „Gute gesunde Schule“. Im März 2017 war die Schule auch schon als „Zukunftsschule NRW“ ausgezeichnet worden. placida-viel-berufskolleg.smmp.de
NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer gratuliert dem Placida-Viel-Berufskolleg zur Auszeichnung bei dem Schulentwicklungspreis „Gute Gesunde Schule“. Dafür erhält das Berufskolleg ein Preisgeld von 10.080 Euro. Zu dem Bericht auf der Homepage der Schule und dem Video geht es hier:
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Thema
Danke! Das Corona-Jahr schrieb trotz aller Dramatik auch schöne Geschichten. Davon geben die Fotos auf dieser Doppelseite einen Eindruck. Sie stellen nur einen Ausschnitt der Solidarität, des außerordentlichen Einsatzes und des Ideenreichtums dar, mit denen Menschen der Pandemie begegneten, um anderen zu helfen oder eine Freude zu machen. Die Botschaft dieser Bilder ist daher auch ein großes Dankeschön an alle, die sich selbstlos eingesetzt haben und das weiterhin tun.
1200 Decken für die Engelsburg Aufgrund der Corona-Pandemie müssen die Klassen und Kurse am Engelsburg-Gymnasium in Kassel ihre Unterrichtsräume alle 15 bis 20 Minuten lüften. Dann wird es im Winter schnell kalt. Aus diesem Grund rief Tanja Horstmann als Mutter zweier Schüler bei der Aktion des Radiosenders FFH „Wünsch Dir was – dann kriegste das“ an und äußerte ihren Wunsch: 1200 Decken für alle Schülerinnen und Schüler. Der Sender organisierte die Decken und übergab sie am 1. Dezember an die Schule.
Haare schneiden Während der Corona-Zeit übernehmen in den Seniorenheimen eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Aufgaben, die normalerweise externe Fachkräfte leisten. Im Haus St. Josef in Wadersloh etwa leitet Altenpflegerin und Seelsorgerin Martina Drews die Gottesdienste. Und Mitarbeiterin Remziye Yavsan Kücüksoy übernahm vorübergehend die Aufgaben im hauseigenen Frisörsalon (Foto unten).
Einführungstag an der Bildungsakademie Im September zog die Bildungsakademie für Therapieberufe in das Franz Hoffmeister-Schulzentrum unterhalb des Bergklosters Bestwig. Der Platz an den beiden bisherigen Standorten reichte nicht mehr aus. Aufgrund der 2017 erlangten Schulgeldfreiheit sind die beiden Bildungsgänge Ergo- und Physiotherapie seitdem zweizügig gestartet. So auch wieder am 1. Oktober. Die Lernenden aus dem zweiten und dritten Ausbidungsjahr empfingen die 90 „Neuen“ auf andere Weise als sonst. Da sich nicht alle auf einmal in einem großen Saal versammeln durften, lernten sie das Gebäude in Kleingruppen kennen. An verschiedenen Stellen organisierten Lehrende und Lernende gemeinsam Infostände und Angebote.
Systemrelevant Klinikseelsorgerin Schwester Bernadette Maria Blommel und die Auszubildende Sophie Meinke versuchen im St. Elisabeth-Krankenhaus in Dorsten ihre gute Laune zu behalten. Als Seelsorgerinnen waren die Ordensschwestern im Corona-Jahr an vielen Stellen sehr gefragt. Dadurch, dass KrankenhausPatienten oder Bewohnerinnen und Bewohner von Altenheimen lange Zeit keinen Besuch bekommen durften, wurde ihre Präsenz umso wichtiger.
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Stockkampf Im Zuge eines Gewaltpräventionstrainings lernen Erzieherinnen und Erzieher am Berufskolleg Bergkloster Bestwig die Technik des Stockkampfes. Für Referent Steffen Naumann war dies eins der wenigen Seminare, das in diesem Jahr stattfand.
Wiedersehen
Thema
Foto: SMMP/I. Scheffner
Während der ersten infektionswelle mussten die Seniorenheime ihre Pforten schließen. Besuche von Angehörigen waren von Mitte März bis Mitte Mai nicht erlaubt. Umso größer war die Freude beim ersten Wiedersehen – wie hier im Haus St. Josef in Heiden. Aber auch diese Begegnungen waren nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen erlaubt. Getrennt durch Glasscheiben oder draußen. Heimleiterin Andrea Spielmann sagt: „Am Wochenende haben wir Zeitfenster vorgegeben. Aber sobald jemand früher oder später kommt, muss eine Pflegekraft aus einem der Wohnbereiche zum Eingang und den Einlass regeln.“ Auch das seien außergewöhnliche Belatungen.
Strenge Hygiene-Maßnahmen Im Haus St. Josef in Wadersloh öffnet Mitarbeiterin Kristina Müller den Schrank mit den Vorräten an Schutzkleidung und Gummi-Masken. In allen Seniorenheimen der Seniorenhilfe SMMP wurden für neue Bewohnerinnen und Bewohner im Frühjahr eigene Quarantäne-Bereiche geschaffen. Und im Herbst für infizierte Senioren. Foto: Alexander Hauffen/SMMP
Ständchen für Senioren Die Berufsmusiker Martin Rode und Dieter Brokemper überbrückten die konzertfreie Zeit mit kleinen Gastspielen in caritativen Einrichtungen. Auch im Garten des Seniorenzentrums Am Eichendorffpark in Oelde-Stromberg traten sie auf. Die Heimbewohnerinnen und -bewohner konnten sie von ihren Zimmern aus sehen und hören.
Zeugnis im Kino
Musiker spielen für Walburgisschüler auf Musiker des WDR-Rundfunkorchesters begaben sich im Spätsommer auf Tournee durch die Schulen. Normalerweise kommen die Schulklassen regelmäßig nach Köln. So auch die der Walburgisschulen in Menden. Da das 2020 aber nicht möglich war, teilte sich das Orchester auf und gab Konzerte im ganz Nordrhein-Westfalen. Zwei fünfte und zwei sechste Klassen des Walburgisgymnasiums und der Walburgisrealschule durften in der Aula dabei sein. Sie hörten Musik von Béla Bartok bis Mario Kart – und machten mit Trommeln und Schlagwerkzeug begeistert mit. Eine willkommene Abwechselung zum anstrengenden Unterricht mit Maske.
Auch die Schulabschlüsse wurden 2020 anders gefeiert. Das Engelsburg-Gymnasium mietete die Säle eines Multiplex-Kinos, um möglichst viele Angehörige mit einladen zu können (Foto oben von Joris Gilfert). Das Walburgisgymnasium vollzog die Abschlussfeier in einem Autokino in Hemer. An diesem Ort nannte Schulleiter Dr. Eduard Maler die Abiturienten aufgrund des erlernten Improvisationsvermögens auch „Autodidakten“. Und das Berufskolleg Canisiusstift in Ahaus wählte den eigenen Schulgarten, um seine Schülerinnen und Schüler zu entlassen. Insgesamt haben im Jahr 2020 wieder über 1000 junge Menschen in den Bildungseinrichtungen der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel einen Schul- oder Ausbildungsabschluss erreicht.
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Seniorenhilfe
Eine Bewohnerin nahm einen Umweg 80 Senioren bezogen neues Haus St. Martin in Herten-Westerholt „Ach, da hängt ja noch ein Bild“, bemerkt Detlev Gruber, als er das letzte Mal sein Zimmer im alten Haus St. Martin verlässt. Die angehende Altenpflegerin Diana Rohrig holt ihn ab. Detlev Gruber nimmt den kleinen Rahmen von der Wand und steckt ihn in die Jackentasche. Das übrige Gepäck und seine Möbel stehen schon im Neubau. Heute ist Umzug. 80 Bewohnerinnnen und Bewohner beziehen an diesem 3. Dezember ihr neues Zuhause. Nach anderthalbjähriger Bauphase ist auf dem Nachbargrundstück ein komplett neues Seniorenheim entstanden: Viel heller und freundlicher, mit breiten Gängen, großzügigen Aufenthaltsbereichen, auf 4270 Quadratmetern Fläche, nur noch auf zwei Stockwerke verteilt. Noch ragt der sechsgeschossige Altbau neben dem neuen Gebäude hoch, der nach 45 Jahren ausgedient hat und heutigen Ansprüchen nicht mehr genügt. Er wird nach dem erfolgten Grundstückstausch mit der Stadt Herten 2021 abgerissen.
„Nicht dran gehen“: Pflegekräfte meistern mit Transportwagen den Umzug.
Der Nieselregen stört die Pflegekräften und Senioren an diesem Tag wenig. Meist geht es gut gelaunt von einem Haus ins andere. Beide Eingänge sind knapp 300 Meter voneinander entfernt. Die Nachteile des alten Hauses werden noch einmal offensichtlich, als die Bewohnerinnen und Bewohner vor dem Aufzug im vierten und fünften Stock mit ihren Begleitern Schlange stehen. Da die Pflegebetten nur in den größeren Aufzug passen, fahren die Senioren mit dem kleinen nach unten. Wenn sie im Rollstuhl sitzen, ist darin nur für einen Platz. Als der Altenpflegehelfer Patrick Köster die 74-jährige Renate Weiß in den Aufzug schiebt, erklärt er ihr: „Sie müssen jetzt alleine fahren. Wir sehen uns dann unten wieder.“ Und schon muss sich der Altenpflegehelfer beeilen. Durch das Treppenhaus eilt er mit FFP2-Maske
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fünf Etagen nach unten ins Kellergeschoss, um sie Seniorin wieder in Empfang zu nehmen. Von hier aus geht es dann hinüber in das neue Haus. „Ich habe das neue Zimmer vor ein paar Tagen gesehen. Da war es noch leer. Ich bin gespannt, wie es jetzt aussieht. Das ist schon aufregend“, sagt die Heimbewohnerin. Fest umklammert sie ihr Radio, das vor ein paar Minuten noch in ihrem alten Zimmer lief und gleich im neuen angeschlossen wird. Patrick Köster nimmt ein wenig Schwung und schiebt sie über eine Schräge hinauf in die Lieferanten-Einfahrt, die heute noch einmal regen Verkehr erlebt. Und als Patrick Köster schon wenige Minuten später mit Renante Weiß durch den Eingang des neuen Gebäudes fährt, wird sie – wie alle Senioren – mit Jubel empfangen. Betreuerin Maria Oreskou strahlt Renate Weiß an und reicht ihr ein Glas Sekt: „Herzlich willkommen!“ Pflegekräfte sind Umzugshelfer Die Pflegekräfte sind an diesem Tag alles auf einmal: Betreuer, Empfangskomitee, Umzugshelfer. Gleichzeitig müssen ihre Pflegedokumentationen, Arbeitsmaterialien und Computer den Standort wechseln. Da ist Kondition gefragt. „Und vor allem dürfen wir in diesem ganzen Durcheinander nicht den Überblick verlieren“, sagt Wohnbereichsleiterin Katharina Bodden, als sie ihre Ordner zusammenpackt. Ebenso sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Küche gefordert. Ihnen fehlt die Spülstraße, die an diesem Tag in dem einen Gebäude ab- und in dem anderen aufgebaut wird. Außerdem müssen sie morgens für zwei Häuser kochen: 40 Bewohnerinnen und Bewohner nehmen das Mittagessen noch im alten Heim ein, 40 schon im neuen. Ausnahmsweise dürfen die Pflegekräfte an diesem arbeitsintensiven Tag ihre Masken schon mal abstreifen. Früh morgens waren sie alle auf Corona getestet Sechs Etagen: Das Treppenhaus im Altbau
Betreuerin Maria Oreskou bringt Margarete Wirwalski in
worden. Und alle Tests blieben negativ. „Normalerweise hätten das THW, die freiwillige Feuerwehr, weitere ehrenamtliche Unterstützer und nicht zuletzt die Angehörigen mitgeholfen. Aber aufgrund der Pandemie ist das nicht möglich. Einzige Unterstützung ist ein Umzugsunternehmen, das die schweren Pflegebetten transportiert. Auch die können wir ja erst heute vom einen Haus ins andere bringen“, erklärt die neue Heimleiterin Linda Agiri. Sie übernahm im Frühjahr die Hausleitung von Gisela Gerlach-Wiegmann, die in den Ruhestand ging (s. Artikel rechts/blickpunkt 1-2020). Und sie durfte sich dann gleich mit den Vorbereitungen auf den Umzug auseinandersetzen: „Aber ich kann hier auf ein großartiges Team zurückgreifen. Viele haben freie Tage und Urlaub investiert, um beim Umzug zu helfen.“ Das stellt auch die 96jährige Elise Langbein fest: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Großartiges geleistet. Wir sind alle alt und krank. Deshalb hatten wir schon etwas Angst. Aber der ganze Umzug
Seniorenhilfe
ihr Zimmer. Freundin Ingeborg Effenberg wartet schon.
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ist vorbildlich organisiert.“ Linda Agiri ist ganz gerührt, als sie dieses Lob hört.
Viele haben freie Tage und Urlaub investiert, um beim Umzug zu helfen.
Linda Agiri, Heimleiterin
Tatsächlich hatten die Planungen für den Umzug schon vor über einem Jahr begonnen, als die Wohnbereiche so zusammengelegt und nach und nach verkleinert wurden, wie es der jetzigen Struktur des Hauses entspricht. „So konnten sich unsere Bewohnerinnen und Bewohner schon mal aneinander gewöhnen. Wenn sich diese Konstellationen erst mit dem Umzug verändert hätten, wäre das für diejenigen, die nicht so gut orientiert sind, schwierig geworden“, sagt Pflegedienstleiterin Christiane Kasperczak. Auch seien bei der Zusammenstellung der vier neuen Wohnbereiche die Wünsche der Senioren berücksichtigt worden – „Und das hat funktioniert.“ Von dem Neubau sind die Bewohnerinnen und Bewohner ebenso angetan wie das Mitarbeiter-Team. Diana Rohrig ist die Begeisterung Knapp 300 Meter Fußweg trennen die Häuser.
Die angehende Altenpflegerin Diana Rohrig zeigt Berta Droste die neuen Aufenthaltsbereiche.
jedenfalls anzumerken. Als sie mit der 87-jährigen Berta Droste in den Neubau kommt, führt sie sie erst einmal durch die Aufenthaltsbereiche, bevor es aufs Zimmer geht. „Gucken Sie mal hier: Ein Getränkespender. Da dürfen sie jederzeit kühles Wasser holen. Mit und ohne Kohlensäure“ Dann dreht sie die Seniorin im Rollstuhl einmal um und zeigt ihr die Wohnküche: „Hier können Sie sich tagsüber treffen und zum Beispiel auch mal Plätzchen backen.“ Und schließlich macht sie mit Berta Droste noch einen Schlenker an das hintere Ende des breiten Flures, wo vor bodentiefen Fenstern in Richtung Garten gemütliche, neue Couchmöbel stehen. „Und das hier“, verrät die angehende Altenpflegerin im dritten Lehrjahr, „ist jetzt schon mein persönlicher Lieblingsplatz.“ Berta Droste lächelt und nickt immer wieder. Ebenso, als sie ihr neues Zimmer erreicht. „Sehen Sie sich mal das Bad an. Keine lästige Duschtasse mehr. Alles ebenerdig. Viel größer und viel heller“, erklärt Diana Rohrig. Die Bewohnerin wirkt glücklich, als sie sich umsieht. „Und hier bleibe ich jetzt für immer?“ So richtig kann sie es noch gar nicht fassen. Auch die Möbel stehen schon alle am richtigen Platz. Und die Bilder hängen schon. Wie bei Detlev Gruber. Nur ein Bild fehlt bei ihm noch an der Wand. Das zieht er jetzt aus seiner Jackentasche. Erleichterung am Abend So kommen alle 80 Bewohnerinnen und Bewohner bis zum späten Nachmittag gut im neuen Haus St. Martin an. Selbst die 86-Jährige, die einen Umweg nahm. „Sie war morgens im Bad gestürzt. Vielleicht schon vor Aufregung“, berichtet Christiane Kasperczak. Also wurde die Seniorin mit einem Krankentransport ins Gertrudis-Hospital gebracht und untersucht. Aber außer Prellungen hatte sie nichts. Daraufhin brachte sie der Krankenwagen wieder zurück – ins neue Haus. „Sie kam ganz fröhlich hier an“, meint die Pflegedienstleiterin. Und natürlich bekam auch diese Bewohnerin zum Willkommen ein Glas Sekt. martinus.smmp.de
Linda Agiri ist angekommen „Es ist fast so, als sei ich schon immer hier gewesen“, lacht Linda Agiri. Dabei arbeitet sie erst seit Anfang Mai im Haus St. Martin in Herten-Westerholt. Und seit dem 1. Juni ist sie offiziell Heimleiterin. Aufgewachsen in Gelsenkirchen, absolvierte Linda Agiri nach ihrem Abitur zunächst eine Ausbildung als Krankenpflegerin. Während sie in Bochum Pflegewissenschaften studierte, arbeitete sie am Krankenhaus Bergmannsheil mit 30 Wochenstunden. Ihren Abschluss machte sie 2008. Über einen sechsmonatigen Einsatz als stellvertretende Pflegedienstleiterin bei einem ambulanten Dienst wechselte sie in die Seniorenhilfe. „Es hat gedauert, bis ich in der stationären Altenpflege ankam. Mir gefällt, wie man in einem Heim zu Bewohnerinnen und Bewohnern längerfristige Beziehungen aufbaut. Das gibt es im Krankenhaus nicht“, sagt Linda Agiri. Auch erlebe sie im Haus St. Martin eine andere Atmosphäre im Team: „Hier sind viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schon sehr lange dabei. Das ist eine große Stärke und spricht für diese Einrichtung.“ Die 39-Jährige bringt viel Erfahrung mit: Sie arbeitete bereits als Qualitätsmanagement-Beauftragte für drei stationäre Senioren-Einrichtungen. 2011 übernahm sie in einem dieser Häuser die Pflegedienstleitung und 2014 die Heimleitung. „Das war gerade einmal acht Wochen nach der Geburt unserer Tochter“, lacht sie – „aber man kann sich die Zeitpunkte für neue Herausforderungen nicht immer aussuchen.“ 2018 wechselte sie zu einem neuen Träger nach Lünen, wieder als Heimleiterin. Und dann stieß sie eher zufällig auf die Stellenanzeige für die gesuchte Leitung im Haus St. Martin: „Es ist eine tolle Herausforderung, das Traditionshaus nach dem Umzug mit neuen Ideen weiterzuführen.“ Zudem sei das Haus St. Martin wohnortnah. Nach wie vor lebt Linda Agiri mit ihrem Mann und ihrer inzwischen sechsjährigen Tochter in Gelsenkirchen. So bleibe auch ausreichend Zeit für die Familie. Außerdem ist sie gerne in der Natur. Und wenn sie Stress abbauen muss, findet sie bei ihrem Hobby, dem FitnessBoxen, den notwendigen Ausgleich.
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Orden
Neues Dach für Einrichtungen und Dienste Die Ordensgemeinschaft will mit leichterem Gepäck in die Zukunft – zugleich müssen die GmbHs profession
Stefan Burk wird Geschäftsführer Dabei betont Schwester Johanna: „Wichtig ist uns, dass sich diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin uns zugehörig fühlen.“ Im August wurden sie angeschrieben und informiert. „Als Ordensgemeinschaft wollen wir in alle wichtigen Entscheidungen eingebunden bleiben“, verspricht Schwester Johanna. Geschäftsführer der neuen SMMP Holding gGmbH ist der bisherige Geschäftsführer der SMMP-Schulen und des SMMP Therapie e.V., Stefan Burk. Ihn haben die Schwestern dazu ernannt. Stefan Burk weiß um die Herausforderungen: „Es geht um fast 2.200 Beschäftigungsverhältnisse und immerhin 80 Millionen Euro Jahresumsatz. Daher ist es wichtig, die Zukunft im Blick zu haben und die Verwaltung professionell aufzustellen.“ Und Schwester Johanna kennt die Situation ihrer Gemeinschaft: „Wir müssen uns fragen, welche Schwestern auf lange Sicht für diese Aufgaben zur Verfügung stehen. Unsere Gemeinschaft wird kleiner. Und die jüngeren Schwestern, die wir haben und in den vergangenen Jahren zu uns kamen, wollen mit leichterem Gepäck unterwegs sein.“
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Schwester Maria Simone Hellbach führt neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch das Bergkloster.
Wir müssen uns fragen, welche Schwestern für diese Aufgaben zur Verfügung stehen. Sr. Johanna Guthoff
Mit diesem Bild greift sie den Titel eines Buches des italienischen Journalisten Gabriela Romagnoli auf: „Nur mit Handgepäck“. Er beschreibt, wie er während einer Südkorea-Reise seiner eigenen Beerdigung beiwohnt. Diese Erfahrung öffnete ihm die Augen für das einfache Leben. „Und danach sehnt sich die folgende Generation unserer Schwestern. Sie sagen: ‚Es ist toll, dass diese
Gemeinschaft vor 100 Jahren Schulen gegründet hat und Trägerin so vieler Senioren-Einrichtungen ist. Aber wir wollen mit leichterem Gepäck unterwegs sein. Wir wollen flexibel auf die Nöte der Zeit reagieren. Als Seelsorgerin, Sozialarbeiterin, Erzieherin‘.“ erlärt Schwester Johanna. Das seien die Professionen, die diese Frauen mitbringen – „Sie sind nicht mehr Lehrerinnen oder Krankenpflegerinnen wie früher. Das müssen wir akzeptieren.“ Tatsächlich nähere man sich damit ja wieder den Ursprüngen der Ordensgemeinschaft: „Denn auch unsere Gründerin Maria Magdalena Postel
Neuer Start in Süddeutschland Ein Beispiel für den Ortswechsel einzelner Schwestern ist Schwester Martina Küting (Foto). Sie arbeitete bis Anfang 2020 als Pastoralreferentin im Münsterland und fragte sich, ob sie noch an der richtigen Stelle sei, um Kinder beispielsweise auf die Erstkommunion vorzubereiten. Sie fühlte sich dafür schon zu alt, gleichzeitig aber jung genug, um noch einmal eine neue Aufgabe anzugehen. Nach gewissenhafter Prüfung entschied sie, das Wagnis einzugehen: „Ich habe lange einen Ort gesucht, an dem ich das, was in mir lebendig ist, verwirklichen kann.“ Jetzt wird sie in Heiligenbronn im Schwarzwald einen Wallfahrtsort spirituell und pastoral weiterentwickeln.
Schwester Johanna Guthoff erklärt: „In ihrer alten Pfarrgemeinde ließ man sie ungern gehen. Aber bei ihrer Einführung im Schwarzwald begegneten mir Menschen, die sagten: ‚Das ist toll, dass Sie eine Schwester für diese Aufgabe freistellen‘.“ So gebe es auch neue Aufbrüche. Foto: Martin Ostheimer
Um die Einrichtungen und Dienste der Ordensgemeinschaft in eine sichere Zukunft zu führen und die Schwestern gleichzeitig in ihren Leitungsfunktionen zu entlasten, löst eine neu gegründete, gemeinnützige Holding den SMMP Europa e.V. als gemeinsames Dach aller Geschäfts- und Tätigkeitsbereiche ab. Schwester Johanna Guthoff, Provinzoberin der Europäischen Ordensprovinz und zugleich Vorsitzende des SMMP Europa e.V., betont: „Für fast alle unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ändert sich dadurch nichts. Ihr Beschäftigungsverhältnis bleibt unberührt. Sie arbeiten weiterhin für dieselben Gesellschaften, mit denselben Geschäftsführern.“ Schon seit Längerem habe man nach Möglichkeiten gesucht, den SMMP Europa eV., dessen Vorstand aus Schwester Johanna, ihrer Stellvertreterin Schwester Maria Martha Hortsschräer, der früheren Generaloberin Schwester Aloisia Höing und Provinzökonomin Schwester Anna Maria Hovest besteht, als Alleingesellschafter aller GmbHs in den Bereichen Bildung und Erziehung, Seniorenhilfe und Therapie abzulösen. Dazu gehören fast 50 Einrichtungen und Dienste mit 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Stiftung
Christian Uhl führt Stiftung
ell aufgestellt sein
Stefan Burk ist Geschäftsführer der SMMP Holding.
war im 18. und 19. Jahrhundert in der Normandie lange unterwegs, reagierte immer wieder auf die Nöte der Zeit, brach neu auf und machte etwas Anderes, wenn es erforderlich war.“ Verantwortung gegenüber Mitarbeitern Dennoch trage die Gemeinschaft große Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der will sie weiterhin gerecht werden. „Zudem übernehmen unsere Einrichtungen und Dienste wichtige Funktionen in der Gesellschaft: vor allem in der Erziehung und Bildung, in der Pflege und Therapie.
Nur noch wenige Schwestern arbeiten in ordenseigenen Einrichtungen. Zu den Ausnahmen gehört Schwester Maria Gabriela Franke – hier beim Mitarbeiterfest im Bergkloster 2018. Sie leitet die drei Ergotherapeutischen Praxen im Sauerland. Auch die hatten während der Pandemie durchgehend Patienten behandelt.
Gerade in der Corona-Krise wird deutlich, wie systemrelevant diese Aufgaben sind. Und das vor dem Hintergrund eines christlichen Auftrages, auch des Auftrages unserer Gründerin“, erläutert Schwester Johanna. Die Einrichtungsleitungen meldeten immer wieder zurück, wie wichtig ihnen die Verbundenheit zur Ordensgemeinschaft sei: „Wenn wir einen Konvent an einem Einrichtungsstandort schließen müssen, wird sofort nach Wegen gesucht, die Kontakte zur Gemeinschaft trotzdem weiter zu halten. Bisher ist uns das meist gut gelungen.“ Die Jahresgespräche, bei denen die Schwestern in den Einrichtungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber auch Schülerinnen und Schülern oder Patienten, Kunden und Bewohnern begegneten, sorgten für einen regelmäßigen Austausch: „Der ist auch für uns Schwestern immer eine enorme Bereicherung.“ Darüber hinaus gebe es seit 2019 Einführungstage für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Einrichtungsbereichen im Bergkloster Bestwig. „Die sind sehr gut angelaufen“, weiß Schwester Johanna, die sich dann auch selbst unter die Teilnehmer mischt. Natürlich bedauert sie, dass diese Angebote aufgrund der Corona-Pandemie seit März 2020 nicht mehr stattfinden konnten – „aber wir holen das nach.“ Zukunft ist Thema beim Provinzkapitel Die Weichenstellungen der Ordensgemeinschaft für die Zukunft werden auch Thema bei dem Provinzkapitel sein, das nach sechs Jahren im März 2021 wieder im Bergkloster Bestwig zusammenkommt. Schwester Johanna hat für die kommenden Jahrzehnte schon ein klares Bild vor Augen: „Es zeichnet sich ab, dass diejenigen, die älter sind und nicht mehr arbeiten, weiterhin in einem der Klöster zusammenleben. Dagegen werden diejenigen, die im Arbeitsleben stehen, zunehmend einzeln leben. Denn wir müssen genau hinsehen, wo sie ihrer Qualifikation und Begabung nach die richtigen Einsatzstellen finden.“ Sie sei zuversichtlich, dass es in Zukunft immer Orte gebe, an denen Schwestern überzeugt ihrer Berufung nachgehen und Gutes tun könnten, an denen sie neu aufbrechen und etwas bewegen: „So hat es Maria Magdalena Postel auch getan – mit leichtem Gepäck.“ smmp.de
Christian Uhl übernimmt zum Jahreswechsel hauptamtlich die Geschäftsführung der Bergkloster Stiftung SMMP. Bisher war der 54-Jährige vor allem als Finanzvorstand für die Ordensgemeinschaft und die verschiedenen Trägergesellschaften der Einrichtungen und Dienste tätig. Diese Aufgabe wird zukünftig innerhalb der neu gegründeten SMMP Holding gGmbH und der SMMP Gesellschaft für zentrale Dienste mbH wahrgenommen (siehe Bericht links). „Die Stiftung wird immer wichtiger, um unsere internationalen Projekte langfristig abzusichern“, sagt Generaloberin Schwester Maria Thoma Dikow, die als Generaloberin zugleich Stiftungsvorsitzende ist. Die Stiftung wurde 2007, zum 200-jährigen Bestehen der Ordensgemeinschaft, gegründet. 2019 konnte sie bereits über 2,5 Millionen Euro aus Spenden und Zuwendungen für weltweite Aufgaben vereinnahmen. Schwester Maria Thoma weiß aber auch, dass es noch viele Ideen gibt, das Engagement zu erweitern. Dazu gehört unter anderem das Nachlass-Fundraising. Christian Uhl erklärt: „Es gibt viele ältere Menschen, die über ihr Testament einen Teil ihres Vermögens einem gemeinnützigen Zweck überlassen wollen. Mit diesen Menschen möchten wir ins Gespräch kommen. Nicht zuletzt, weil wir viele Paten, Spenderinnen und Spender haben, sie sich für unsere Projekte und Aufgaben begeistern und uns langfristig unterstützen. Das soll auch über den Tod hinaus möglich sein.“ Eine wichtige Aufgabe ist zudem, Kommunikationswege und Strategien zu finden, jüngere Spender anzusprechen. Da hat sich die Bergkloster Stiftung bereits auf den Weg gemacht. Über Plattformen wie betterplace, Altruja oder Wohltätigkeitsprogramme testet man Möglichkeiten, abseits klassischer Spenderansprache auf sich aufmerksam zu machen und Gelder zu akquirieren. Zudem werden von der Bergkloster Stiftung treuhänderisch vier Unterstiftungen und die Stiftung Vivendi geführt, die inzwischen selbst einen ähnlich großen Kapitalstock wie die Bergkloster Stiftung aufgebaut hat. bergklosterstiftung.smmp.de
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Servicedienste
Gemeisnam sammeln Küchen- und Einrichtungsleitungen beim Workshop in Hannoversch-Münden Ideen zur Abfallvermeidung.
Küchenteams werden zu „Essensrettern“ Abfallvermeidung tut dem Klima und der Kasse gut – gleichzeitig bietet sie Potenzial für mehr Biokost Die Küchen in den Senioreneinrichtungen und Schulen der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel wollen in Zukunft ihre Essens-Abfälle minimieren und mehr gesunde Biokost anbieten. „Dabei gehört beides ganz eng zusammen“, betont der Geschäftsführer der SMMP-Servicedienste, Stephan Schink: Denn durch die Vermeidung von Überproduktion ergäben sich Einsparpotenziale, die man neu investieren könne. Torsten von Borstel, Geschäftsführer des Vereins United Against Waste, weiß genau: „Oft wollen Küchenleitungen in Bio-Produkte investieren. Aber die kosten mehr. Und das Budget dafür haben sie nicht. Wir schaffen dafür Spielraum.“ Mitglied bei United Against Waste Seit 2020 sind die SMMP Servicedienste Mitglied bei dem Verein United Against Waste. Und dieser Verein wird die Produktionsabläufe in den Küchen der SMMP-Einrichtungen bis zum Sommer 2021 analysieren. Schon im November ging es los. Als erstes wurden die Küchen im Haus Maria in Geseke und im Haus St. Josef in Heiden unter die Lupe genommen. Dabei macht Torsten von Borstel klar: „Jede Küche produziert Abfälle. Deshalb geht es uns nicht darum, zu verurteilen oder den moralischen Zeigefinger zu erheben. Wir wollen uns auf Augenhöhe begegnen und nach Lösungen suchen. Es zeichne die SMMP Servicedienste aus, dass sie sich dieser Analyse stellen.“
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Für Stephan Schink ein ganz wichtiger Schritt: „Es geht uns dabei auch um Nachhaltigkeit. Spätestens nach den Bundestagswahlen im Herbst 2021 werden diese Themen auch in Deutschland eine noch stärkere Rolle spielen. Für Abfälle werden striktere Grenzen gesetzt und wahrscheinlich auch Fleisch höher besteuert.“ Dabei macht er keinen Hehl daraus, dass das für ihn grundsätzlich richtig ist. Auf Europäischer Ebene wurden diese Wege schon eingeschlagen: Das Europaparlament hat bereits Pläne beschlossen, Essens-Abfälle bis 2030 zu halbieren. Zwei Tage lang setzten sich die Küchenleitungen gemeinsam mit einigen Hausleitungen aus den Seniorenheimen und dem Bergkloster Bestwig in einem
Torsten von Borstel referiert.
Biohotel in Hannoversch Münden mit der Problematik auseinander. Torsten von Borstel und Roswitha Girbath von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gaben dort mit Vorträgen den notwendigen Input. Zwölf Wannen Wasser werden beispielsweise für die Produktion eines Burgers benötigt. Ein Rindersteak beansprucht jährlich sieben Quadratmeter Ackerland. Und gleichzeitig wird ein Drittel der gesamten Lebensmittel in Deutschland regelmäßig vernichtet. „Man hat diese Zahlen alle schon einmal gehört. Aber führt man sie sich so klar vor Augen, ist das schon dramatisch,“ sagt die kaufmännische Leiterin der Seniorenhilfe SMMP, Ursula Buschmann. Abfallvermeidung beginnt im Lager Ein erster Schritt zur Schonung von Ressourcen sei daher die Abfallvermeidung. „Die beginnt schon in der Lagerhaltung, indem man dort zum Beispiel alle Mindesthaltbarkeits-Daten im Blick behält. Noch entscheidender ist aber die Reduzierung der Überproduktion“, erläutert Torsten von Borstel. Gerne motiviert er Köche und Küchenteams mit dem Appell, „Essensretter“ zu werden. Im Rahmen einer Videokonferenz am 29. Oktober erklärte er den Küchenleitungen die genaue Vorgehensweise: „Sie werden die Abfälle vier Wochen lang in den Küchen wiegen. Und zwar getrennt nach Produktionsabfällen und TellerRückläufen.“ Dabei sollten die Rückläufe aus den verschiedenen Wohnbereichen
bzw. Speiseräumen möglichst noch separat auswertbar sein. Dirk Heitmann aus Diestedde, dessen Küche auch die Seniorenheime in Stromberg und Wadersloh beliefert sowie 150 Mahlzeiten für den mobilen Menüservice portioniert, beginnt sofort mitzurechnen: „Wenn wir die Nassabfälle von denen des Frühstücks getrennt haben wollen, brauchen wir 40 Eimer.“ Ihm ist klar, dass da einiger Aufwand auf sein Team zukommt. Aber überzeugt meldet er zurück: „Das bekommen wir schon hin.“ Er wolle ja auch, dass die Analyse möglichst exakt ist. Küchenleiter Andreas Pieper aus Herten-Westerholt liefert auch 300 Portionen an Kindertagesstätten aus. Und er gibt zu: „Uns ist schon aufgefallen, dass die Rückläufe da sehr verschieden sind.“ Torsten von Borstel hat eine Vermutung: „Wahrscheinlich portionieren manche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort großzügiger und andere knapper. Die Kinder essen aber im Durchschnitt überall gleich viel.“
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Essen muss schmecken und gesund sein
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Wir wollen nicht den moralischen Zeigefinger heben. Wir wollen Lösungen suchen. Torsten von Borstel
Servicedienste
Foto: A.Wenzel-B
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Schon in Hannoversch Münden machte der Geschäftsführer von United against Waste den Küchenleitungen klar, dass es in den Senioreneinrichtungen vor allem zur Vermeidung von Rückläufen viele Stellschrauben gebe. 720 Küchen hat der Verein United against Waste bereits analysiert. „Die konnten anschließend bis zu 30 Prozent Abfälle vermeiden. Das spart auch Kosten: Zum einen bei der Entsorgung, vor allem aber bei der effektiveren Produktion. Bis zu 20.000 Euro pro Jahr“, rechnet Torsten von Borstel vor – „und das ist doch schon ein ordentlicher Batzen, den Sie auch in Biokost investieren können.“ servicedienste.smmp.de
In der Küche des Hauses St. Josef in Heiden wurden bereits im Dezember die Tellerückläufe gemessen. Hier notiert Renate Wiechert die Ergebnisse.
Seit 2020 sind die Servicedienste SMMP auch Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Dass die Frage einer gesunden Ernährung mit der Effizienz der Mahlzeiten-Zubereitung gemeinsam beantwortet werden muss, machte die Zertifizierungsbeauftrage im Referat Gemeinschaftsverpflegung und Qualitätssicherung der DGE, Roswitha Girbardt (Foto), bei dem Küchenleiter-Treffen deutlich: „Weniger Rücklauf darf nicht mit weniger Vielfalt einhergehen. Denn der Wohlfühl-Faktor spielt beim Essen eine große Rolle. Das hat immer eine kulturelle, emotionale, soziale und psychologische Dimension.“ So dürfe das Essen nicht ausgrenzen – etwa, wenn einige Senioren eine Komponente nicht richtig kauen können. Und es solle gut schmecken. Die besondere Herausforderung ergebe sich vor allem dadurch, dass leckeres Essen möglichst gesund sein muss. „Dabei geht es bei älteren Menschen weniger um Prävention als darum, den Gesundheitszustand zu erhalten, Mängel zu vermeiden, Lebensqualität zu schaffen
und im Einzelfall auch darum, Probleme zu beheben.“ Jedoch dürfe man die Bewohnerinnen und Bewohner in einem Seniorenheim nicht bevormunden – „Sie sollen essen dürfen, was sie wollen. Aber sie müssen in die Lage versetzt werden zu erkennen, was ihnen guttut.“ Und da seien die Küchen gefordert. Gemeinsam hatten Roswitha Girbardt und Torsten von Borstel vom Verein „United Against Waste“ viele Tipps parat, von denen schon einige in den Einrichtungen der Seniorenhilfe SMMP umgesetzt werden: Wer morgens noch kein Gemüse essen will, nimmt vielleicht einen Gemüse-Smoothie. Wer kein Vollkornbrot mag, isst vielleicht Vollkorn-Toast oder ein VollkornMüsli. Der Salat vorab werde besser angenommen als der Beilagen-Salat, der gerne mal stehen bleibt. Und Obst passe wunderbar zum Nachtisch. Auch im Fingerfood ließen sich gut Gemüse, Vollkorn und frische Kräuter unterbringen. Roswitha Girbardt: „Bieten Sie das an. Die Senioren werden Ihnen dankbar sein.“
NACHGEZÄHLT
Nachhaltiger Strom
10,8 Millionen
Kilowatt Ökostrom und 34 Auf dem Dach de Millionen Kilow r ehemaligen Tisc att lerei in Bestw hErdgas verbrauc ig gibt es eine Ph hen die SMMPotovolEin- taikanlage richtungen und Di m it einer Leistung vo enste einschließlic n 55 h Kilowatt. Eine der beiden Berg weitere 10 Kilow klöster innerhalb att-Ander lage befind nächsten vier Jahr et sich auf dem e. Über diesen Ze Dach des it- Engelsburgraum und dieses Gymnasiums in Ka Volumen wurde ssel. n jetzt neue Verträg Schließlich seien e vereinbart. Da viele größere Einmit richtungen beziehen alle SM in den vergange MP-Standorte Ök nen zehn o- Jahren mit strom. Auf Nachh einer Gebäudele altigkeit wird als ittechnik o auch bei der Ener ausgestattet wor giebilanz geachtet den. Diese sorgt zum . Be Zudem betreibt di ispiel dafür, dass e Ordensgemein die Leistung der schaft H eiz ungsanlagen nach fünf Blockheizkraftwer einer Heizpeke riode wieder (BHKW), die au gedrosselt wird. s Erdgas Strom Zudem un d Wärme erzeugen helfe sie energiein . „Sie decken tensive Verbrauc die zu erkennen her Grundlast an de und ggf. zu erse n Walburgisschul tzen. Im en Bergkloster Menden, des Se Bestwig werden niorenheims Hau unter ans derem dadurc Maria in Geseke h 30 Prozent des , des Hauses St . EnerJo sef in Heiden, de gieverbrauchs ein s Hauses St. M gespart. artin in Herten-W „Zudem sind in esterholt sowie den Heizungsan des gen viele laBergklosters Bestw Hocheffizienzpu ig ab. Ein sechste mpen vers baut worden, BHKW entsteht in Diestedde. Zu deren Vorgänge dem Vielfache r ein werden die Berg s an Energie verb schulen in Heilig rauchten“, en- sagt Rainer stadt mit Energi Hake. e aus einem BH KW versorgt, das aber Modernisiert wer die Eichsfeldwer de ebenso bei de ke Beleuchtung r betreiben“, erläu : Ein Großteil tert Rainer Hake besteht vo n der Gesellschaft in zw isc he n aus LED-Leucht für zentrale Dien en oder ste Lampen mit im Bergkloster Be Energiesparleucht stwig. mitteln.
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Seniorenhilfe
35 Absolventen der Weiterbildungsmodule erhielten im Bergkloster Bestwig (o.) und in der Gesundheitsakademie in Geseke (u.) ihre Zertifikate.
Feedback in kollegialer Atmosphäre Im Programm „Binden. Bilden. Bewegen.“ entwickelte die Seniorenhilfe SMMP in drei Jahren viele Ideen Sabine Plass-Tanzgeschirr nimmt aus der dreijährigen Projektphase „Binden. Bilden. Bewegen.“ viel Rückenwind mit: „Es ist schön zu erleben, dass für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter etwas getan wird – und dass man die mittlere Führungsebene in die aktuellen Entwicklungen einbezieht.“ Die stellvertretende Leiterin der Martinus ambulanten Dienste in Herten-Westerholt hat sechs Weiterbildungsmodule besucht: von Methoden der Konfliktbewältigung über das Zeitmanagement bis zum Teamcoaching. „Das hat mich persönlich und dienstlich weitergebracht. Auch die vielen Treffen waren klasse. Wir haben uns gut ausgetauscht und besser kennengelernt.“ Genau das war das Ziel des dreijährigen Prozesses im Rahmen des Programms „rückenwind+“, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Europäischen Sozialfonds mit 380.000 Euro gefördert wurde. „Viele unserer Schlüsselkräfte verfügen über wichtige Qualifikationen und steigen in Funktionen wie eine Wohnbereichsleitung oder eine stellvertretende Pflegedienstleitung auf. Sie darauf gut vorzubereiten und zu schulen, ist uns ein großes Anliegen. Dafür haben wir jetzt nachhaltig Grundlagen gelegt“, sagt die Personalleiterin der Seniorenhilfe SMMP, Daniela Kaminski. Das Programm hatte drei Schwerpunkte: ein Führungs-
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kräfteprogramm für Betriebsleitungen und die mittlere Führungsebene, ein einheitliches Konzept zur Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen sowie ein Ausbildungskonzept für die Fachkräfte von morgen. „Wir freuen uns, dass sich im Laufe der drei Jahre über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Ebenen an den Arbeitsgruppen und Weiterbildungs-Modulen beteiligt haben. 35 erhielten jetzt bei den beiden Abschlussveranstaltungen in der Pflegeschule der Gesundheitsakademie SMMP in Geseke und im Bergkloster Bestwig entsprechende Zertifikate“, erklärt Carina Ballbach, Leiterin der Unternehmensentwicklung für die Seniorenhilfe SMMP. Eine große Abschlussveranstaltung war Corona-bedingt leider nicht möglich. Netzwerke in vier Regionen Die wichtigsten Ergebnisse lassen sich in sieben Punkten zusammenfassen: Erstens wurde die Vernetzung regionaler Strukturen verbessert. Dabei unterscheidet die Seniorenhilfe SMMP zwischen vier Netzwerken: den Regionen Heiden und Dorsten, Warendorf und Oelde, Geseke sowie Herten. „Dort ist es sinnvoll, gemeinsame Ausbildungs- und Personalthemen festzulegen und gemeinsam in die Personalakquise und Werbung zu gehen. Dafür haben wir jetzt bessere Voraussetzungen geschaffen“, erläutert der Geschäftsführer der Seniorenhilfe SMMP, Frank Pfeffer.
Zweitens haben die Arbeitsgruppen ein Konzept für die digitale Fortbildung entwickelt. „Dazu kaufen wir Module ein, die zum Teil Pflicht, zum Teil aber auch freiwillig sind. Der Vorteil der individuellen und digitalen Schulungen ist, dass sich jeder dafür die passenden Zeitfenster aussuchen kann. So kann jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter die Fortbildungszeit flexibel im Sinne der Work-Life-Balance gestalten“, erläutert Daniela Kaminski.
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Es ist schön zu erleben, dass für uns Mitarbeiter etwas getan wird. Sabine Plass-Tanzgeschirr
Drittens wurden neue Formen von Feedback-Gesprächen zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden kreiert. „Früher gab es Jahresgespräche, bei denen der Vorgesetzte einen vorgegebenen Fragenkatalog abarbeitete. Jetzt legen wir Karten mit Fragen aus, die unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Ebenen gemeinsam formuliert haben. Beide Gesprächsteilnehmer sitzen dann gleichberechtigt gegenüber und suchen sich die Themen aus, die sie besprechen
wollen“, beschreibt Daniela Kaminski die vereinbarte Vorgehensweise. Viertens gibt es jetzt einheitliche Konzepte zur Einarbeitung und Ausbildung. Eng damit – und das ist der fünfte Punkt – hängt die Schaffung neuer Funktionsstellen sogenannter Ausbildungskoordinatorinnen zusammen (s. Bericht rechts). Sechstens entwickelten die Projektgruppen während der rückenwindPhase ein Entwicklungsprogramm für Führungskräfte. „Dazu gehören Weiterbildungsangebote zur Persönlichkeitsentwicklung, zum Zeit- oder Konfliktmanagement“, nennt Carina Ballbach Beispiele. Und schließlich wolle man die Schaffung neuer Begegnungsstrukturen etablieren. Dazu gehörten auch die beiden Veranstaltungen zu „Binden. Bilden. Bewegen.“ in Geseke und in Bestwig, bei denen 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der mittleren Führungsebene im Oktober ihre Teilnahme-Zertifikate erhielten. „Das war ein gelungener Abschluss“, sagt Michael Pöpping aus der Zentralverwaltung der Seniorenhilfe SMMP. Der 34-Jährige arbeitet dort seit 2008. Jetzt hat er die Personalleitung für die SMMP Servicedienste übernommen – „und dafür war es gut, Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedenen Einrichtungen persönlich kennenzulernen.“ Positive Mitarbeiterumfrage Die positiven Rückmeldungen spiegeln sich auch in einer Mitarbeiterumfrage wider, an der sich 500 Beschäftigte der Seniorenhilfe SMMP beteiligten. Demnach ist die Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen – „und schon vor drei Jahren war die ziemlich gut“, freut sich Carina Ballbach. Besonders hervorgehoben wurden das Mitarbeiterlob und die Gelegenheit zur persönlichen Rücksprache mit den Vorgesetzten. Die Führungskräfte gaben sogar noch bessere Noten. Bei ihnen kommt die neue Form individueller Personalentwicklungsgespräche besonders gut an. Sabine Plass-Tanzgeschirr weiß schon, wie sie die Ideen aus dem Prozess umsetzt: „In Herten-Westerholt, wo es ja ein Seniorenheim, zwei ambulante Dienste, die Tagespflege und die Senioren-WGs gibt, sind wir ohnehin im engen Austausch. Aber den wollen wir noch klarer strukturieren und intensivieren. Denn für die Vermittlung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – etwa, wenn es Engpässe gibt – oder bei den Übergängen von Patienten und Kunden von ambulanten zu teilstationären und stationären Angeboten ist das ungemein wichtig.“ smmp.de
Menschen Diana Rohrig absolviert das dritte Ausbildungsjahr bei der Martinus gGmbH in HertenWesterholt. Früher arbeitete sie in der Gastronomie. In der Pflege fand sie ihre Berufung. Hier eine Szene vom Umzug des Hauses (s. S. 12-13)
Neue Ausbildungskoordinatorinnen Drei Ausbildungskoordinatorinnen organisieren jetzt die Einsätze und Abläufe für die rund 60 Auszubildenden bei der Seniorenhilfe SMMP. Kerstin Bornefeld übernimmt diese Aufgabe für die Einrichtungen in den Kreisen Warendorf und Oelde, Claudia Behlke für das Netzwerk Herten-Westerholt und Sylvia Schmidt für den Bereich Geseke und Lippstadt. Die Verantwortung für die Einrichtungen in Hamm-Rhynern, Heiden und Nassau wird noch aufgeteilt. Karin Bornefeld kommt gebürtig aus Minden-Lübbecke und lebt in Wadersloh. Die 52-Jährige, gelernte Altenpflegerin ist bereits seit vier Jahren Wohnbereichsleiterin im Haus Maria Regina in Wadersloh-Diestedde. Sie erklärt: „Ich habe die Weiterbildung zur Praxisanleiterin absolviert und wollte mich noch einmal beruflich verändern.“ Sylvia Schmidt ist neu in der Seniorenhilfe SMMP. Die gelernte Krankenschwester arbeitete zuletzt in einer Altenpflege-Einrichtung am Möhnesee und dort bereits mit einem halben Stellenanteil übergeordnet als Praxisanleiterin. Die 48-Jährige hat die Ausschreibung für die Ausbildungskoordinatorin im Internet aufgespürt und sich sofort bei der Seniorenhilfe SMMP beworben. Claudia Behlke arbeitet seit 20 Jahren im Haus St. Martin, lange als Leiterin mehrerer Wohnbereiche und seit 2017 auch als Pflegedienstleiterin. Die 42-Jäh-
rige Recklinghäuserin ist ausgebildete Altenpflegerin, Hygienebeauftragte und gerontopsychiatrische Fachkraft. Gemeinsam mit Personalleiterin Daniela Kaminski und der Leiterin der Unternehmensentwicklung, Carina Ballbach, entwickeln die drei nun ein neues Ausbildungskonzept. Das sieht vor allem vor, die Auszubildenden nicht mehr in einem Haus, sondern immer für ein Netzwerk einzustellen. Dort sollen sie die verschiedenen Standorte und Einsatzbereiche von ambulant bis stationär kennenlernen“, erläutert Carina Ballbach. Ein neues Konzept ist schon deshalb erforderlich, da 2020 die generalistische Pflegeausbildung für die Alten- und Krankenpflege eingeführt wurde. „Das bedeutet, dass Auszubildende aus den Pflegeschulen der Krankenhäuser auch verstärkt Zeit in unseren Einrichtungen verbringen und umgekehrt. Wobei für unsere Auszubildenden immer schon ein Praxisanteil im Krankenhaus dazu gehörte“, so Carina Ballbach. Karin Bornefeld vermutet, dass beide Seiten von dem intensiveren Austausch profitieren: „Denn die Krankenhäuser haben es zunehmend mit multimorbiden Patienten zu tun. Und aufgrund der immer kürzeren Verweildauern müssen wir in unseren Einrichtungen in der Nachsorge vermehrt Aufgaben übernehmen, die früher dem Krankenhaus vorbehalten waren.“
Koordinieren künftig die generalistische Pflegeausbildung in der Seniorenhilfe SMMP (v.l.): Kerstin Bornefeld, Claudia Behlke, Carina Ballbach und Sylvia Schmidt.
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Beruf & Berufung
Zeitreise in die Vergangenheit Für Generalsekretärin Schwester Theresia Lehmeier wurde das Ordensarchiv zur Leidenschaft In den Katakomben des Bergklosters gehörte. In dieser Region hatten die „Ar- sein. „Das Motto passt in unsere Zeit. Bestwig entstaubt Schwester Theresia men Töchter der Barmherzigkeit“ auf Die Kirche braucht Mut. Gerade jetzt, in Lehmeier die Vergangenheit. Und das beiden Seiten der Front Verletzte ver- dieser verrückten Corona-Phase“, weiß Theresia. tut sie unter anderem, um Antworten auf sorgt und Kranke gepflegt. Ein Haupt- Schwester mann, der ihre Fürsorge erfahdie Fragen der Zukunft zu finden. Viel gereist „Ich hätte ja nie gedacht, dass ich mich ren hatte, Die 65-Jährige ist einmal für das Ordensarchiv beselbst schon ein Begeistern könnte. standteil der OrAber das gehört densgeschichte. Vor nun mal zu meinen 18 Jahren wurde sie Aufgaben als Geneals Generalsekreralsekretärin. Und tärin berufen. Sie inzwischen geht es spricht fließend mir oft so, dass ich Spanisch und Porhier gar nicht mehr tugiesisch und weg will.“ hat alle Länder, In den Stahlregalen in denen die lagern Andenken, Dodeutsche Gekumente und Datenmeinschaft tätig blätter aus fast 200 Jahist, schon häufig ren. Zum Beispiel auch besucht. Meist die Steckbriefe von rund als Begleite2.000 Ordensfrauen, die rin der Genedem deutschen Zweig raloberinnen der Schwestern der heiSchwester ligen Maria Magdalena die Aloisia Höing Postel je angehört haben. rnahmen e b ü 9 9 t 18 r Landra e enstadt. d g ili und Schweste e Besonders wertvoll sind g H a nd hule in n, beantr fsichtigt u öchter-Sc u r wohnte a e -T e n n b ter Maria n aber die handschriftlichen ä re n e e M h ö nd dort auch Mußestu er der H Thoma DiDokumente. Dazu gehört Das Bügelzimm ein Wohnheim. Da he Theil in seinen och eiblic iv kow. Vor 40 Jahauch ein Brief von Schwester Schwestern n ichkeit, „dass der w igt wird.“ Foto: Arch ft tl it ä h S c r s ren wurde sie eingekleidet und in die Aegidia Strecker, einer der wegen de rbeitsunterricht be anda legte ein gutes Gemeinschaft aufgenommen. vier Frauen, die mit Schwes- durch H Die Fundstücke, auf die sie im OrdensWort für sie ein. So fanden sie hier eine ter Placida Viel, der zweiten Generaloberin der Ordensgemeinschaft, Bleibe. Und Schwester Aegidia leitete als archiv stößt, sind oft schon viel älter. Ein 1862 in Heiligenstadt die erste Niederlas- Directrice die „Anstalt Notre Dame“, spektakuläres aus der jüngeren Zeit ist eine Kassetten-Aufnahme aus den 1960er sung in Deutschland gegründet haben. eine Schule. Jahren, die 2017 bei der Auflösung des „An ihrem Leben zeigt sich, wie bewegt Schwesternkonventes in Nordkirchen die Geschichte unserer Gemeinschaft Ich könnte mich hier ist“, so Schwester Theresia. jahrzehntelang eingraben, so Flucht nach Toul und Metz Wegen des Kulturkampfs zwischen dem Kaiserreich und der katholischen Kirche mussten die Schwestern schon in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts ihre Schule in Heiligenstadt wieder aufgeben. Es zog sie zu den französischen Schwestern nach Toul, jedoch war auch die politische Situation zwischen Deutschland und Frankreich nach dem Krieg von 1871/1872 angespannt. In Toul durften sie nicht lange bleiben. Der Stadtverwaltung war es offenbar nicht recht, dass „hier so viele Preußinnen herumlaufen“, entnimmt Schwester Theresia einer Quelle im Archiv. Daraufhin ließen sich die Schwestern im lothringischen Metz nieder, das seit dem Krieg zum deutschen Staatsgebiet
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spannend ist das.
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Sr. Theresia Lehmeier
All diese Geschichten werden im Ordensarchiv wieder lebendig. Respektvoll betrachtet Schwester Theresia den handschriftlich verfassten Brief und stellt fest: „Man staunt einfach, was viele Schwestern vor uns erdulden mussten, durchgemacht und geleistet haben.“ Auch das müsse man sich immer wieder vor Augen führen. Aktuell sucht sie aber nach Quellen, die zu dem Wort führen, das die frühere Generaloberin Schwester Bernarda vom Kreuz Münstermann kurz vor ihrem Tod im Jahr 1971 hinterlassen hat: „Mut. Gott lebt.“ Dieses Wort soll Motto des Generalkapitels der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel im Juli 2021
Im Ordensarchiv präsentiert Schwester Theresia Lehmeier handgefertigte Porzellanteller, die verdiente Missionarinnen in Brasilien erhielten.
Nachrichten
Kurz notiert: Mit der Schule in die Normandie
Bilddoku ment: Sc hon seit 9 Postel in 1 Jahren Bolivien: missionie Hier steh rinnen zw ren Schw t Schwes ischen ein estern de ter Maria heimisch r heiligen Ida als e en Fraue Maria Ma ine der e n, die die gdalena rsten deu Tracht vo auftauchte. tschen M n „Nustas issiona“ (Prinzes Dieses Tondokument stammt von sinnen) tr agen.
Schwester Maria Aegidia Hartmann, einer der ersten Missionarinnen der Schwesterngemeinschaft in Bolivien. Ein Bischof hatte 1924 deutsche Schwestern zur Unterstützung in Südamerika angefragt. Und die damalige Generaloberin Schwester Maria Pia Hupe soll laut Aussage von Schwester Maria Aegidia entgegnet haben: „Wie sollen wir das denn noch machen? Wir sind doch nur 1000 Schwestern.“ Schwester Theresia muss lachen, wenn sie das heute hört: „1000 Schwestern? So viele hätten wir jetzt gerne.“ Aufbruch nach Bolivien Jedenfalls entgegnete Schwester Maria Aegida nach eigener Erinnerung auf die Absage ihrer Generaloberin mit den
Worten: „Wenn Sie das so sehen, wagen wir nie etwas Neues.“ Das brachte ihre Chefin offenbar zum Nachdenken. Und schließlich gehörte Schwester Maria Aegidia selbst zu den ersten deutschen Ordensfrauen, die nach Bolivien reisten. 1924 bedeutete das, Abschied zu nehmen ohne Aussicht auf Wiederkehr. Zum Generalkapitel 1936 kam Schwester Maria Aegidia aber wieder zurück – und wurde selbst Generaloberin. „Dann blieb sie in Deutschland. Und als sie offenbar zu Exerzitien in Nordkirchen war, entstand die Aufnahme mit der damals neuesten Technik, einem Kassettenrekorder“, sagt Schwester Theresia. Diese Lebensgeschichte ist eines der mutigen Beispiele für die Aufbrüche, die so viele Ordensschwestern gewagt haben. Getreu dem Motto „Mut. Gott lebt.“ Dazu, wie Schwester Bernarda vom Kreuz Münstermann diese Worte gemeint hat und wo sie schon Verwendung fanden, gibt es vielleicht noch weitere Quellen in anderen Winkeln des Ordensarchivs. Schwester Theresia ist fest entschlossen, danach zu suchen. Sie sagt: „Ich könnte mich hier jahrzehntelang eingraben, so spannend ist das.“ Sollte sie über ihr Mobiltelefon mal nicht erreichbar sein, ist sie meist in den Katakomben des Bergklosters zu finden. Auf einer Zeitreise in die Vergangenheit. Noch ausführlicher ist der Bericht im Magazin kontinente, Ausgabe Oktober/ November 2020. kontinente ist für 14,95 Euro im Jahr abonnierbar. Nähere Informationen hier:
Ahaus. Ähnlich wie das Engelsburggymnasium 2017 plant auch das Berufskolleg Canisiusstift in Ahaus 2022 zum 125-jährigen Bestehen eine Fahrt mit der gesamten Schule in die Normandie. Mitkommen werden dann voraussichtlich über 400 Schülerinnen und Schüler sowie rund 60 Mitarbeitende. Sie wollen sich unter dem Motto „Gemeinsam zum Ursprung“ auf die Spuren der heiligen Maria Magdalena Postel begeben. Sie lebte in der Normandie, wo sie 1807 ihre Ordensgemeinschaft gründete. canisusstift.smmp.de
Neue Praxis in Hallenberg
Hallenberg. Trotz Corona-Pandemie hat im April 2020 ein weiterer PraxisStandort der Akademie-Praxis für Physiotherapie in Hallenberg an der Nuhnestraße 8 den Betrieb aufgenommen. Hier gab es großen Bedarf für physiotherapeutische Angebote. Leiterin der Praxis ist die 48-jährige Kirsten Tiede. Zudem übernimmt die AkademiePraxis ab Januar 2021 die physikalische Therapie in der Elisabeth-Klinik der Josefsgesellschaft in Olsberg. Diese Klinik ist ebenso Mitgesellschafter der Bildungsakademie wie des Netzwerkes Akademiepraxen gGmbH. akademie-praxis.de
Spatenstich für Um- und Neubau
Diestedde. Am 13. Dezember ist der Spatenstich für den Um- und teilweisen Neubau des Seniorenheims Haus Maria Regina in Wadersloh-Diestedde erfolgt. Bis Anfang 2024 soll das Haus in drei Phasen ein neues Gesicht und neue Struktur erhalten (s. blickpunkt 1-2020). Alle 80 Bewohnerinnen und Bewohner bekommen moderne, helle, barrierefreie Zimmer. Die Ordensgemeinschaft investiert als Bauherrin knapp 8,5 Millionen Euro. maria-regina-diestedde.smmp.de
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Menschen
Dr. Ansgar Bornhoff übernimmt Nachfolge von Dr. Eduard Maler am Walburgisgymnasium Menden. Dr. Ansgar Bornhoff übernimmt zum 1. Februar 2021 die Leitung des Walburgisgymnasiums Menden. Er tritt die Nachfolge von Dr. Eduard Maler an, der dann in den Ruhestand geht. Der 45-Jährige unterrichtet seit 2002 am Walburgisgymnasium. Seit 2015 ist er bereits stellvertretender Schulleiter. „Dadurch bin ich bereits eng in die Frage der Schulentwicklung eingebunden“, erklärt er. Gemeinsam haben der Geschäftsführer der SMMP-Schulen, Stefan Burk, und Dr. Eduard Maler dem Lehrerkollegium die Entscheidung Anfang November im Rahmen eines Pädagogischen Arbeitstages mitgeteilt. Stefan Burk sagt: „Wir sind froh, viel Kompetenz in den eigenen Reihen zu haben. Im Auswahlverfahren hat Ansgar Bornhoff die hohe Meinung, Dr. Ansgar Bornhoff und Dr. Eduard Maler
die wir von ihm haben, voll bestätigt.“ Ansgar Bornhoff wuchs im Münsterland auf und studierte nach dem Abitur in Dortmund und Bochum Mathematik, Musik und Geschichte für die Sekundarstufe I und II. Heute wohnt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern am Möhnesee. Bereits seine Doktorarbeit widmete er dem Thema „SOKO – Ein Schultraining sozialer Kompetenzen und seine Auswirkung auf die Lehrerbelastung und das Schulklima“. Die Vermittlung sozialer Kompetenzen ist ein Schwerpunkt im Schulleitbild des Walburgisgymnasiums. Er erklärt: „Wir betrachten Schule auch als einen Ort der Persönlichkeitsentfaltung.“ Wichtig ist dem neuen Schulleiter, mit Schülerinnen und Schülern, Kollegium, und Eltern im Dialog über die Entwicklung des Lehrens und Lernens zu bleiben. Ein großes Thema sieht er bei der Digitalisierung: „Microsoft 365 haben wir erfolgreich eingeführt und bereits während des ersten Corona-Lockdowns genutzt. Aber langfristig liegt die Herausforderung darin, das technisch Machbare abzugleichen mit dem, was pädagogisch und erzieherisch sinnvoll ist.“
Hausleiterin im Bergkloster Bestwig Bestwig. Eva Diepes (Foto) ist seit Mai Hausleiterin im Bergkloster Bestwig. Sie löst Schwester Maria Martha Horstschräer ab, die diese Aufgabe 2010 übernommen hatte. Zu ihren Aufgaben gehört die Koordination der Schnittstellen zwischen Gästebetrieb, Ordenskonventen, Küche und Einrichtungen. „Einen Schwerpunkt sehe ich darin, Angebote für Gäste zu kreieren. Dafür schafft die Corona-Phase keine so guten Startbedingungen. Andererseits gibt sie mir Zeit, Überlegungen anzustellen“, erklärt die 36-Jährige. Eva Diepes ist ausgebildete Hauswirtschafterin und studierte Ökotrophologin. Geboren und aufgewachsen in Menden, absolvierte sie nach ihrem Realschulabschluss die Pflegevorschule am Placida Viel-Berufskolleg. Anschließend lernte sie ländliche Hauswirtschaft und arbeitete zunächst in privaten Haushalten. Von 2006 bis 2010 studierte sie in Osnabrück Ökotrophologie. Dann arbeitete sie für die Landesgartenschau in Hemer. Dort leitete sie das „grüne Klassen-
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zimmer“. In dem ging es um Gartenthemen, aber auch um interkulturelle Kompetenzen. Aufgrund des großen Erfolgs wurde das Projekt verlängert. Danach führte ihr beruflicher Weg zu einem IT-Dienstleister. „Das war etwas Neues. Aber vieles, was ich dort gelernt habe, kann ich hier als Hausleiterin gebrauchen“, ist sie überzeugt. Da es dabei auch um die Versorgung der Schwestern und der Gäste geht, schließt sich für für sie der Kreis: „Jetzt komme ich wieder etwas mehr zu dem zurück, was ich ursprünglich gelernt habe.“
Verstärkung für die Bildungsakademie Bestwig. Sonja Kemper (Foto) hat die stellvertretende Leitung der Bildungsakademie für Therapieberufe übernommen. Die 50-Jährige hat schon die Entstehungszeit der beiden Bildungsgänge Ergo- und Physiotherapie am Berufskolleg Bergkloster Bestwig miterlebt und kehrt nun nach einer längeren Familienphase in neuer Funktion wieder zurück. Akademieleiter Andreas Pfläging sagt: „Sonja Kemper ist nicht nur Physiotherapeutin, sondern hat auch die pädagogische Zusatzausbildung für den Unterricht und verfügt zudem über die von der Bezirksregierung eingeforderten Qualifikationen für leitende Lehrkräfte.“ Die erwerbe man erst durch eine umfangreiche Fortbildung – „und damit war sie für die Aufgabe einer stellvertretenden Leiterin prädestiniert.“ In den vergangenen 25 Jahren ist die Bildungsakademie stetig gewachsen. Zunächst wurde der eigene Standort in Bestwig-Velmede aufgebaut und 2017 eine neue Trägergesellschaft mit der Elisabeth-Klinik Bigge geründet. Durch die auf diesem Wege erlangte Schulgeldfreiheit nahm das Interesse an den Bildungsgängen enorm zu, so dass sie seit Oktober 2020 durchgehend zweizügig sind. Daher ist auch der Umzug in das Franz Hoffmeister-Schulzentrum in Bestwig notwendig geworden. Inzwischen gehören zu der Einrichtung 244 Lernende sowie 41 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Andreas Pfläging ist seit 2017 zugleich Geschäftsführer der neuen Trägergesellschaft und außerdem Geschäftsführer der Netzwerk Akademie-Praxen gGmbH, die inzwischen vier Standorte hat. „Und Anfang 2021 kommt für die Praxen eine weitere Aufgabe hinzu“, kündigt der Leiter an. Die Herausforderungen werden also umfangreicher. Sonja Kemper ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Sie lebt mit ihrer Familie in Vosswinkel. bildungsakademie-bestwig.de
Birgit Funke und Linda Manske im Januar 2019.
Menschen
Karin Lichtenberg findet richtigen Platz
Birgit Funke geht nach 24 Jahren Linda Manske leitet jetzt den ambulanten Dienst Haus Maria Geseke. Nach fast einem Vierteljahrhundert nimmt Birgit Funke Abschied vom Ambulanten Dienst Haus Maria. 1996 gehörte sie zu den ersten Mitarbeiterinnen, die den Dienst mit aufgebaut haben. 2007 übernahm sie die Leitung. Seitdem hat sie drei Umzüge mit organisiert. Das Team ist gewachsen und zählt aktuell 57 Beschäftigte. Es betreut über 200 Kunden. Jetzt geht die 63-Jährige in den Ruhestand – und blickt zufrieden zurück: „Wir haben hier eine tolle Gemeinschaft. Die Arbeit hat immer Spaß gemacht.“ Kooperation im Netzwerk geschätzt „Wir danken Birgit Funke für ihren unermüdlichen Einsatz über diesen langen Zeitraum“, bedankte sich der Geschäftsführer der Seniorenhilfe SMMP, Frank Pfeffer. Die Seniorenhilfe SMMP ist in Geseke auch Träger des Seniorenheims Haus Maria, der Tagespflege Haus Maria, der ambulant betreuten Senioren-WG und der Gesundheitsakademie SMMP. Birgit Funke hat die Zusammenarbeit in diesem Netzwerk immer sehr geschätzt. Schon seit drei Jahren gehört auch Linda Manske zu dem Team. Sie übernimmt nun die Leitung des ambulanten Diens-
tes. Die 31-Jährge wurde in Büren-Aden geboren. Seit acht Jahren lebt sie in Geseke. Sie arbeitete lange bei einer ambulant-psychiatrischen Pflege in Gütersloh. „Was mir dort gefiel, war das Netzwerk mit vielen Angeboten für psychisch kranke oder labile Menschen aus einer Hand. Das habe ich genauso beim Haus Maria mit seinen Einrichtungen wiedergefunden“, erklärt sie. Kenngelernt hatte sie den Ambulanten Dienst im Rahmen eines Praktikums während ihrer Ausbildung zur Pflegedienstleiterin in der Pflegeschule der Gesundheitsakademie SMMP. Und als Birgit Funke vor drei Jahren anbot, hierher zu wechseln, sagte sie gerne Ja. „Denn das war für mich natürlich auch wohnort-näher“ sagt Linda Manske. Seitdem hat sie die gute Zusammenarbeit im Team und im Netzwerk in Geseke schätzen gelernt. Eine bewährte Kraft in diesem Team ist Christa Riedel, die stellvertretende Leiterin des ambulanten Dienstes bleibt. Birgit Funke wird in Zukunft für den ambulanten Pflegedienst geringfügig beschäftigt noch Pflegeberatungen übernehmen. haus-maria.smmp.de
Dörthe Jacobi brennt für die Senioren-WG Lippstadt. „Ich brenne für diese Wohnform. So möchte ich auch einmal alt werden“, sagt Dörthe Jacobi (Foto). Die 53-Jährige leitet seit dem 1. August die beiden ambulant betreuten Seniorenwohngemeinschaften am Südertor in Lippstadt. Am 10. Dezember wurden sie feierlich eingesegnet. Geboren auf Sylt, absolvierte Dörthe Jacobi ihre Krankenschwester-Ausbildung in Bremen und arbeitete lange auf einer Intensivstation. Durch die Heirat zog sie 2008 nach Nordrhein-Westfalen, wo sie einen Pflegedienst leitete, Seniorenwohnungen betreute und in einer Tagespflege arbeitete. Heute lebt sie in Lippstadt-Eickelborn.
Bei ihrem früheren Arbeitgeber war auch Derya Schnathmann beschäftigt, die jetzt bei der Seniorenhilfe SMMP Bereichsleiterin für die ambulanten Dienste ist. „Deshalb hatte ich mal die SMMPInternetseite erkundet und die Ausschreibung für Lippstadt gefunden“, sagt Dörthe Jacobi. „Auch als Krankenpflege-Schülerin hatte ich in einer WG gewohnt. Seitdem ist mir diese Wohnform sympathisch.“ In Lippstadt leben inzwischen neun Mieterinnen und Mieter. seniorenwg-lippstadt.smmp.de Pfarrer Thomas Wulf segnet die Räume ein.
Heiden. Karin Lichtenberg (Foto) leitet seit dem 15. August die ambulant betreute Senioren-Wohngemeinschaft „Am Vogelpark“ in Heiden. Die 23-Jährige tritt die Nachfolge von Ann-Christin Würfel an, die parallel die beiden neuen ambulant betreuten Senioren-WGs St. Ida in Dorsten-Holsterhausen mit aufgebaut hat. Künftig wird sich Ann-Christin Würfel darauf konzentrieren. „Ich hatte mich verändern wollen und bin über die Internetseite stellenangebote.smmp.de zunächst auf die Ausschreibung für eine Alltagsbegleiterin gestoßen“, berichtet Karin Lichtenberg. Aber schon nach einem Tag Probearbeit habe Ann-Christin Würfel sie gefragt, ob sie sich die Leitung der WG in Heiden vorstellen könne. Das empfand die 23-Jährige als Fügung.
In der Kreisstadt Borken geboren, wuchs sie bereits in Heiden auf. Sie absolvierte eine Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten und arbeitete zunächst sechs Jahre in Borken. „Da hatte ich größere Zahn-OPs begleitet, war Teamleiterin und ins Verwaltungsmanagement eingebunden. Auch hatte ich überlegt, berufsbegleitend einen Abschluss als Verwaltungsfachwirtin zu machen.“ Doch zeichneten sich größere Veränderungen in der Praxis ab. „Und meine Mama meinte schon immer, ich hätte den falschen Beruf, da ich mich doch immer so lieb um meine Oma kümmerte.“ Tatsächlich habe ihr der Umgang mit älteren Menschen Freude gemacht. In Senioren-WG kann sie beides verbinden: „Das Personal- und Verwaltungsmanagement ist hier meine Hauptaufgabe – von den Arbeitsplänen bis zu den Abrechnungen. Und doch habe ich gleichzeitig mit unseren Mieterinnen und Mietern zu tun“, sagt die 23-Jährige, die jetzt mit ihrem Lebensgefährten in Borken lebt. Sie ist nun die jüngste Mitarbeiterin auf der mittleren Führungsebene der über 30 Einrichtungen im Verbund der Seniorenhilfe SMMP.
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Auch das noch
Einsatz mit 5.000 Euro gewürdigt Bergkloster Stiftung vergibt ersten Schulpreis für Engagement Ahaus/Kassel/Heiligenstadt. Eine erfreuliche Zahl an Bewerbungen um den SMMP Schulpreis für Engagement ist bis Oktober bei der Bergkloster Stiftung SMMP eingegangen. Der Preis wird 2021 zum zweiten Mal verliehen. Er richtet sich an Schülerinnen und Schüler der ordenseigenen Schulen, die sich auf außergewöhnliche Weise ehrenamtlich und gemeinnützig engagieren. 2020 teilten sich die drei erstplatzierten Teams aus dem Engelsburg-Gymnasium Kassel, der berufsbildenden Bergschule St. Elisabeth in Heiligenstadt und des Berufskollegs Canisiusstift Ahaus das Preisgeld von 5.000 Euro.
Einsegnung des Selbstlernzentrums
Den ersten Platz vergab die Jury an die Bewerbung der beiden Schüler Benjamin Klein und Lukas Kramny aus Kassel. Sie haben die Idee der digitalen Plattform „Integra“ entwickelt. Deren Anspruch ist es, Migranten und Flüchtlingen in Deutschland schneller Orientierung und Hilfe bei ihrer Eingliederung zu geben. Der zweite Platz ging an Ann Meixner und Philipp Grohmann in Heiligenstadt. Sie setzten sich für die Auszeichnung ihrer Schule als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ein. Und den dritten Preis erhielten die Abiturientinnen Louisa Hörmann und Theresa Oing aus Ahaus. Sie engagieren sich im Jugendorchester des Musikvereins Epe und planten einen großen Schnup-
pertag, bei dem Kinder unter anderem Gelegenheit haben sollten, Instrumente auszuprobieren. Aufgrund der CoronaPandemie ist der auf 2021 verschoben. Die Vorsitzende der Bergkloster Stiftung, Generaloberin Schwester Maria Thoma Dikow, zeigt sich beeindruckt von dem vielfältigen Einsatz der Jugendlichen und jungen Erwachsenen an den Schulen der Ordensgemeinschaft: „Dort werben wir für ein soziales Miteinander und gesellschaftliches Engagement. Der Schulpreis zeigt, dass das in der Schulgemeinschaft gelebt wird.“ Ursprünglich war beabsichtigt, den Preis im Rahmen einer Feier mit Gästen und Publikum zu verleihen. „Das war in diesem Jahr leider nicht möglich“, bedauert der Geschäftsführer der SMMPSchulen, Stefan Burk. Daher haben die Schulleitungen die Übergabe der Urkunden und des Glückwunsch-Schreibens der Generaloberin übernommen. Selbstlernzentrum in Heiligenstadt An der berufsbildenden Bergschule in Heiligenstadt nahm Schulleiterin Gabriele Sachse die Würdigung im Oktober mit der Eröffnung eines Selbstlernzentrums in den ehemaligen Räumen des Schulhauskonventes der Ordensschwestern vor. Die Gruppe um Ann Meixner und Philipp Grohmann hatte Ideen entwickelt, wie sich diese Räume für Begegnung und gemeinsames Lernen nutzen lassen. Ein wichtiger Baustein für die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.“ Die Schulleiterin lobte: „Hier stehen auch jene Schülerinnen und Schüler im Vordergrund, die zu Hause nicht lernen können. Daher fördern wir hier das Miteinander und die Eigeninitiative, damit alle einen guten Lernort haben.“ bergklosterstiftung.smmp.de kbbs.smmp.de
SCHNAPPSCHUSS
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Andacht ohne Gemeinde?
Schwester There sita Maria Müller begleitet eine vo n Schwester Maria Ignatia La ngela vorgetragene Andacht vor leeren Kirchenbänken, doch hören die Schwestern in ihr en Konventen und im Pflegebere ich zu. Während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 bli eb die Kirche längere Zeit meist leer. Seit Sommer sind wied er regelmäßig Gottesdienste mö glich – wenn auch nicht öffentlic h.
termine. Königlicher Besuch
Bestwig. Er war schon im Frühjahr 2020 eingeladen. Jetzt hofft Schwester Maria Ignatia Langela, dass es 2021 klappt. Am Karfreitag, 2. April, will König Céphas Kosi Bansah mit seiner Frau, Königin Gabriele Bansah, ins Bergkloster Bestwig kommen und aus seiner Perspektive über das Herrschen und Dienen berichten. Beides gehört für ihn eng zusammen. König Bansah regiert von seiner Wahlheimat Ludwigshafen aus das Volk der 200.000 Gbi im Osten seines Heimatlandes Ghana. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr. Damit wird die Reihe kultureller Abende fortgesetzt, die sich thematisch mit dem Karfreitag und dem Ostergeschehen auseinandersetzen.
Sr. Maria Ignatia Langela bei König Bansah im Februar 2020 in Ludwigshafen.
Kursangebote im Bergkloster
2021 gehören wieder über 70 Angebote zum Programm des Bergklosters Bestwig. Das Spektrum reicht von Exerzitien und Einkehrtagen über die Freizeiten für Senioren im Sommer bis hin zu Familienwochenenden und besonderen Angeboten für jüngere Frauen. Auch viele kreative Angebote gehören wieder dazu. Das vollständige Programm ist im Internet einsehbar. Außerdem kann das gedruckte Heft an der Pforte angefragt werden. Kontakt: Telefon: 02904 808-294 E-Mail: reservierung@smmp.de smmp.de/angebote