Ausgabe 1/2017
So kommt Ihre Hilfe an:
Jahresbericht Projektpatenschaften 2017
Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel
Inhalt 3
Vorwort
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Rumänien
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Bolivien
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Brasilien
10
Mosambik
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Deutschland/Manege
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Wirksamkeit von Patenschaften
Ihre Ansprechpartnerin und -partner
Schwester Adelgundis Pastusiak E-Mail: sr.adelgundis@smmp.de Tel.: +49 3606 673-134
Winfried Meilwes E-Mail: w.meilwes@smmp.de Tel.: +49 2904 808-241
Impressum Erscheinungsdatum: Dezember 2017; Auflage: 1.300 V. i. S. d. P.: Herausgeber:
Christian Uhl, Geschäftsführer
Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel,
der Bergkloster Stiftung SMMP
Bergkloster Stiftung SMMP, Friedensplatz 6, 37308 Heilbad Heiligenstadt
Konzept und Gestaltung: GFS Fundraising Solutions GmbH
Tel.: +49 3606/673-134 Fax: +49 3606/673-205
Redaktion:
E-Mail: kontakt@smmp.de
Sr. Adelgundis Pastusiak, Winfried Meilwes
Internet: www.smmp.de www.bergklosterstiftung.de
Fotos: SMMP
Vorwort Seit über 10 Jahren unterstützen Projekt- und Familienpaten durch ihre regelmäßige Spende unsere Projekte in Bolivien, Brasilien, Mosambik, Rumänien und Deutschland. Dadurch sind zum Teil viele treue und langjährige Kontakte entstanden. Den einen oder anderen Spender durften wir bei unseren Spendertreffen oder einer unserer Pilgerfahrten nach Frankreich schon einmal persönlich kennenlernen. Erstmalig haben wir für Sie als Projektpatin/Projektpate eine Dokumentation zusammengestellt, in der Sie einen Überblick über einen Großteil unserer Projekte finden. In diesem Jahr soll er den traditionellen ausführlichen Projektrundbrief zu Weihnachten ersetzen. Wir hoffen, Sie finden diese Dokumentation informativ und ansprechend. Insgesamt freuen wir uns, dass die Anzahl unserer Projektpatenschaften weiterhin gestiegen ist. Das ist für uns ein Zeichen der Solidarität und ermutigt uns, weiterhin Anwalt benachteiligter Menschen an den unterschiedlichsten Orten der Welt zu sein. Nicht überall können wir helfen, auch wir sind begrenzt in unserem Tun, aber dort, wo wir wirken, wollen wir ein verlässlicher und glaubwürdiger Partner für die Menschen sein. Ganz im Sinne unserer Ordensgründerin, der heiligen Maria Magdalena Postel, möchten wir weiterhin – mit Ihrer Unterstützung – Armut durch Bildung überwinden und uns für mehr Gerechtigkeit und Chancengleichheit einsetzen. Wir danken Ihnen sehr für Ihre Unterstützung und grüßen ganz herzlich aus dem Patenschaftsbüro.
Schwester Adelgundis Pastusiak Bergkloster Stiftung SMMP
Winfried Meilwes Missionszentrale SMMP
Mutter und Kinder suchen die Wärme des Ofens
Rumänien
Erschreckende Armut – es gibt noch viel zu tun! Viele familiäre Notlagen erfordern in Schineni und Siretu (Rumänien) sofortige Hilfe. Denn die Armut wächst. Dennoch versuchen unsere Schwestern und Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter in der ländlichen Region, mit einem nachhaltigen Ansatz dieser Not entgegenzutreten. Finanziell unterstützt werden sie dabei von derzeit 125 Projektpaten sowie 105 Familienpaten aus Deutschland.
bei den Menschen in ihren Dörfern wahr – insbesondere am Rand der Gesellschaft. Vor allem die hohe Arbeitslosigkeit, insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit von derzeit 23,8 Prozent, sind ein Grund dafür. Umso dankbarer ist Bürgermeister Valentin Manea für das soziale und pastorale Engagement der
Seit dem Jahr 2000 wirken die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel (SMMP) in Schineni und den Nachbardörfern. Das Dorf befindet sich nahe der moldawischen Grenze, rund 20 Kilometer von der Bezirksstadt Bacau entfernt. Die Region gilt als eine der ärmsten in Rumänien und Europa. Wenn man auch schon einige Fortschritte beobachten kann, so ist man stets von Neuem von der Armut der Menschen betroffen. Mancher Besuch in den Familien oder bei alleinstehenden Müttern fällt auch der erfahrenen Ordensschwester und Sozialarbeiterin Carmen Tereza Rusu schwer. Wenn sie Gäste aus Deutschland gelegentlich mit zu Hausbesuchen nimmt, warnt sie manchmal: „Hier wird es gleich besonders schlimm. Aber die Menschen warten auf uns. Ohne unsere Hilfe wären sie verloren.“ Auch der Bürgermeister der Gemeinde und seine Sozialassistentin nehmen ein Anwachsen der Nöte
Spenderinnen und Spender zu Besuch in Schineni
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Schwestern sowie die finanzielle Unterstützung von Paten aus Deutschland. Die Hilfe für die Region steht auf zwei Säulen: Zum einen ist es die aufsuchende Sozialarbeit bei den Familien, Alleinerziehenden, Kranken und alten Menschen. Zum anderen gibt es die Angebote und Hilfen im Kinder- und Jugendzentrum mit integriertem Jugendwohnen und dem Kinderheim in Schineni sowie einem Sozialen Zentrum in Siretu. Ordensschwestern und Fachkräfte stehen an der Seite der Menschen, zum Beispiel Sozialarbeiter, Psychologen, Krankenschwestern, ein Physiotherapeut, Erzieher, Lehrer, Hauswirtschafterinnen und andere. Verschiedene Teilprojekte tragen zu einer effizienten und nachhaltigen Hilfe bei. Wobei sich Soforthilfe und langfristige Förderung stets die Waage halten und einander bedingen. Wie die Hilfe durch die Projekt- und Familienpatenschaften konkret aussieht, möchten wir hier an ein paar Beispielen aus dem Jahr 2017 vorstellen: •
Freude über den Besuch von Schwester Carmen Tereza
• 20 Menschen aller Altersstufen werden durch den Physiotherapeuten behandelt. Ohne dieses Angebot würden sie überhaupt keine Förderung erhalten.
Durchschnittlich 27 Kindern wird im Sozialen Zentrum ein Mittagessen sowie 11 Kindern ein Frühstück ausgegeben. Im Kinder- und Jugend- zentrum im Schwesternhaus erhalten täglich rund 30 Kinder einen Imbiss.
• Bis zu 80 Kinder und Jugendliche werden pro Woche bei den Hausaufgaben unterstützt.
•
Schwester Carmen Tereza besucht regelmäßig 60 Familien oder Alleinerziehende in schwierigsten • 16 Kinder – Mädchen und Jungen – haben im Kinderheim ein neues Zuhause gefunden. Lebenssituationen. Weitere 27 Familien werden von der rumänischen Sozialarbeiterin und Leiterin • Zum Winter werden zahlreiche Ladungen des Sozialen Zentrums Juliana Ciceu aufgesucht. an Holz eingekauft und an arme Familien verteilt. • 25 alte und kranke Menschen werden regelmäßig durch die Fachkräfte des Sozialen Zentrums und • Sonderprojekte wie Ferienfreizeiten oder Musik workshops ermöglichen den Kindern und die Ordensschwestern gepflegt und besucht. Jugendlichen ganz neue Erfahrungen. • 10 Kinder und Jugendliche mit starken sozialen • Im Haus der Zukunft, dem Angebot für die und psychischen Defiziten werden aktuell von Jugendlichen, die mit 18 das Kinderheim verlassen, der Psychologin des Sozialen Zentrums durch stehen mindestens zwei Übernachtungsplätze als Einzelsitzungen gefördert. Die Probleme reichen Krisenunterkünfte zur Verfügung. über Lernstörungen, ADHS bis hin zum Autismus.
So viel zur Wirksamkeit von Projekt- und Familienpatenschaften. Gleichwohl kommen wir auch immer wieder an unsere Grenzen und Möglichkeiten. Das wollen wir nicht verschweigen. Aber nah bei den Menschen zu sein und Armut durch Bildung überwinden helfen, das sind und bleiben die Leitsätze für unser Wirken in Rumänien. 5
Bolivien
Erziehung zur Selbstständigkeit Das Kinderdorf Cuatro Esquinas sowie das Kinderhaus Casa de niños in Cochabamba und die zwei Kinderheime Aniceto Solares und Santa Susana in Vallegrande sind nur einige Bausteine des sozialen und pastoralen Engagements der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel (SMMP) in Bolivien. Insbesondere die Kinderheime haben eine lange Tradition und werden aktuell von über 126 Projektpaten aus Deutschland finanziell unterstützt. Über die Arbeit in den zwei Einrichtungen in Vallegrande möchten wir an dieser Stelle exemplarisch berichten. Seit 80 Jahren führen die SMMP das Mädchenheim Aniceto Solares in der bolivianischen Kleinstadt Vallegrande. Dort ermöglichen sie den vielen traumatisierten Kindern und Jugendlichen nicht nur die Schulausbildung, sondern auch eine berufliche Qualifizierung. Derzeit leben 120 Mädchen in den beiden zusammengehörenden Heimen in Vallegrande: 90 im Haus Aniceto Solares und 30 in der nur wenige Hundert Meter entfernt liegende Dependance, dem Haus Santa Susana. „Die meisten Mädchen sind Sozialwaisen, nur wenige Vollwaisen. Viele von ihnen waren früher körperlich misshandelt oder sexuell missbraucht worden“, so Schwester Theresia Lehmeier, die als Bolivienbeauftragte der Ordensgemeinschaft die Einrichtungen von Deutschland aus begleitet. Die Mädchen sind zwischen 7 und 19 Jahre alt. Einige von ihnen haben neben ihren Traumata auch eine geistige oder körperliche Behinderung. Sie werden individuell und gezielt gefördert. Die Schülerinnen der Klassen 1 bis 7 besuchen verschiedene Grundschulen der Umgebung. Für die weitere Schullaufbahn gibt es in der Nähe eine Sekundarstufe ab Klasse 8. Zusätzlich betreiben die Schwestern in den Räumen und Gebäuden des Hauses Aniceto Solares in eigener Trägerschaft eine kleine Berufsschule mit Werkstätten, in denen die Jugendlichen begleitend zur Regelschule eine berufliche Qualifikation erwerben, eine Art duales Ausbildungssystem. Diese Ausbildungen finden in der Küche, in der Konditorei oder der Schneiderei der Einrichtung statt. Alle Ausbildungen erfolgen nach den staatlichen Vorgaben und die Abschlüsse sind daher auch offiziell anerkannt.
Konzentriertes Rechnen
Zum Heim Santa Susana gehört außerdem ein Bauernhof, etwa eine Stunde Fußweg entfernt. Dort erlernen die Mädchen in wechselnden Gruppen den Anbau von Gemüse, das hier für den Eigenbedarf angepflanzt und geerntet wird. Die Mädchen besuchen den Bauernhof aber auch zu Besinnungstagen oder in ihrer Freizeit. Insgesamt sind in den beiden Kinderhäusern und auf dem Hof 21 Mitarbeiterinnen beschäftigt. Elf davon übernehmen Aufgaben als Anleiterinnen in der kleinen Berufsschule. Die Erziehung zur Selbstständigkeit hat für die Schwestern eine hohe Bedeu6
Ausbildung in der Küche
tung. So werden die jungen Frauen bereits frühzeitig zu eigenen Initiativen ermutigt, um nebenbei etwas Taschengeld zu verdienen. Einige haben sich zum Beispiel zusammengetan, um auf dem Markt selbst gebackene Brötchen zu verkaufen. Dadurch lernen sie zugleich die Grundlagen der Betriebswirtschaft kennen. Ältere Mädchen werden als Gruppenleitungen geschult und eingesetzt – so etwa bei der Vorund Nachbereitung der Erstkommunion.
nach dem Aufenthalt in einem unserer Kinderheime und der gezielten Ausbildungsförderung einen sozial abgesicherten Platz in der Gesellschaft finden können. In der Vernetzung dieser verschiedenen Programme können wir – dank Ihrer Unterstützung durch die Projektpatenschaften und durch andere Spendengelder – unseren Zielen „Hilfe zu Selbsthilfe“ und „Armut durch Bildung überwinden“ entsprechen.
Wenn die jungen Frauen nach dem Aufenthalt im Kinderheim ein Studium oder eine andere Berufsausbildung aufnehmen möchten, werden sie durch ein Stipendium in Höhe von rund 40 Euro im Monat unterstützt. Einige bleiben in Vallegrande, andere gehen zum Studium nach Santa Cruz oder Cochabamba. An diesen Orten sind sogenannte Regionalgruppen gebildet worden, in denen sich die Ehemaligen einmal pro Monat treffen und von einer Ordensschwester begleitet werden. Dieses Modell, welches es nun schon über sieben Jahre gibt, hat sich bewährt und wird insbesondere durch die Projektpatenschaften finanziell unterstützt. Die Erfahrungen zeigen, dass wir mit diesem Ansatz richtig liegen und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die jungen Menschen
Unterricht am Computer
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Straßenszene in Leme
Brasilien
Hilfen für Menschen am Rand der Gesellschaft
„So schlimm wie in diesem Jahr war es noch nie“, so Schwester Maria Ludwigis Bilo von den Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel (SMMP) in ihrem Projektrundbrief im Dezember 2016. Dieser Satz klingt noch länger beim Team der Missionszentrale der SMMP nach, welches die verschiedensten Projekte und Aktivitäten der Ordensgemeinschaft in Brasilien begleitet und unterstützt. Und die über 90 Jahre alte Ordensfrau im brasilianischen Leme, etwa drei Autostunden von São Paulo entfernt, muss es wissen. Seit über 50 Jahren teilt sie die Not mit den Menschen am Stadtrand und hilft, wenn es gar nicht weiter geht, mit Kleidung, Lebensmitteln oder kleinen Geldbeträgen für die Miete. Dass sie diese unbürokratische Hilfe seit vielen Jahren leisten kann, ist auch ein Verdienst der aktuell 92 Projektund 89 Familienpaten aus Deutschland.
Diese große Familie lebt auf kleinstem Raum
Gleichwohl geht es dabei nicht nur um Soforthilfe oder eine Krisenintervention. In den letzten Jahren haben die brasilianischen Schwestern verstärkt ihre auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit angelegten Hilfsprogramme deutlich ausgebaut und personell verstärkt. Gerade auf die Wirksamkeit dezentraler Kampagnen und Einbeziehung der Betroffenen wird dabei gesetzt. Hierüber wollen wir etwas mehr berichten.
Der Rand der Gesellschaft liegt in der brasilianischen Stadt Leme am Stadtrand. Dort leben die Ärmsten der Armen. Familien, die nicht wissen, was sie am nächsten Tag auf den Tisch bringen sollen. Ursachen sind die Landflucht, Ernteausfälle auf den Organen- und Zuckerrohrplantagen, fehlende Arbeitsmöglichkeiten und dadurch eine hohe Arbeitslosigkeit. Die Bedürftigkeit der Leute ist die eine Seite und eigentlich ein 8
Sabine Stephan im Kindergarten
rum mit einem Ausbildungsangebot sowie einem Freizeitangebot für die Kinder und Jugendlichen. Auch hier tragen die Gelder, die wir durch Ihre Projektpatenschaften erhalten, zur Verwirklichung bei.
Fass ohne Boden. Damit sich genau das ändert, hat die Provinzoberin Schwester Aurora Tenfen zusammen mit der deutschen Entwicklungshelferin Sabine Stephan mit zahlreichen weiteren Helfern viel Kraft aufgewendet, um zukunftsfördernde Maßnahmen zu entwickeln.
Mittlerweile sind die Schwestern und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in fünf Stadtteilen tätig. Die Aufgaben und Projekte entwickeln sich dabei rasant und mitunter mit einer anderen Vorgehensweise, wie man es aus Deutschland kennt. „Viele Projekte und Aufbrüche entwickeln ein Tempo und eine Eigendynamik, die manchmal schwer zu steuern sind“, so die Einschätzung der Projektverantwortlichen in Leme. Gleichzeitig erleben sie, wie die Initiativen der Schwestern auch zu einem verstärkten Engagement der Stadt und der Kirchengemeinden geführt haben. „Nachhaltige Hilfe aber braucht Zeit. Das ist manchmal schwierig auszuhalten“, so die deutsche Sozialarbeiterin Sabine Stephan. Gemeinsam mit der brasilianischen Provinzoberin Schwester Aurora Tenfen ist sie Motor und Mutmacherin für viele Initiativen und Projekte. Denn bei allem geht es um „Hilfe zur Selbsthilfe“ für die Menschen am Rand der Gesellschaft.
Im Stadtteil Bonsucesso haben sie zum Beispiel ein Sozialzentrum eröffnet. Dort werden heute zahlreiche Kurse angeboten, die alle einkommensfördernd sind. Das Programm reicht vom Nähkurs über PCund Sprachkurse bis hin zu Musikkursen. Geplant ist, in dem Zentrum in den nächsten Monaten auch Ausbildungsgänge für Maurer, Elektriker oder Gärtner anzubieten. Als finanzielle Anschubhilfe werden hierfür auch Gelder aus den Projektpatenschaften eingesetzt. Im Sozialzentrum ist seit Juni 2017 auch eine Suppenküche angesiedelt. Diese wird inzwischen von einem fünfköpfigen ehrenamtlichen Team von Frauen organisiert. Über 90 Haushalte nutzen dieses Angebot. Seit Kurzem wird das Projekt von Supermärkten und Firmen der Stadt durch Lebensmittelspenden unterstützt.
Außer in Leme haben die Schwestern Sozial- und Bildungsprojekte an sechs anderen Standorten in Brasilien: Balsas, Campinas, Manoel Ribas, Pomerode sowie Rio Pardo de Minas. So stellt Leme nur einen Teilbereich des Gesamtengagements dar.
Eine große Chance ist das Geschenk von zwei Grundstücken an die Schwestern im Stadtteil Empyreo. Dort leben überwiegend sozial schwache Familien. Auf den Grundstücken entsteht derzeit ein zweites Sozialzent9
Hilfe bei den Hausaufgaben durch Schwester Fatima
Mosambik
Die eigenen Fähigkeiten entfalten An drei Standorten im afrikanischen Mosambik wirken wir Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel (SMMP): In Metarica, Cuamba und Nametória. Und der Aufbau eines vierten Standortes ist für 2018 in Planung. Getragen und gefördert wird diese Arbeit insbesondere durch unsere aktuell 83 Projektpaten sowie 116 Familienpaten aus Deutschland. Ohne diese treue und zuverlässige Unterstützung wäre das Wachsen unseres Engagements in Mosambik kaum möglich. Was durch diese Unterstützung ermöglicht werden konnte, möchten wir Ihnen an drei Beispielen vorstellen. In Metarica haben wir in den letzten Jahren das Centro Educacional Júlia Postel aufgebaut. Heute lernen hier knapp über 400 Mädchen und Jungen in der Vor- und Grundschule Lesen und Schreiben sowie die Landessprache Portugiesisch. Letzteres ist besonders wichtig, denn Schulbücher gibt es nur in Portugiesisch. Wer nicht schon zum Schulbeginn die Landessprache spricht, ist vom Unterricht ausgeschlossen. Als Hintergrund muss man wissen, dass die meisten der Kinder in einer ihrer Stammessprachen aufwachsen. Hiervon gibt es über 40 und nur jeder Zweite beherrscht die Landessprache. Die Kinder erhalten von uns eine Schuluniform sowie alle Lernmaterialien. Und einmal täglich gibt es eine gesunde und nahrhafte Mahlzeit. Für viele Kinder ist es die einzige am Tag.
Ganz wichtig: die tägliche Mahlzeit in der Schule
Eine zweite sehr erfolgreiche und nachhaltige Kampagne ist das Milchprojekt in Metarica. Gerade durch Sie, unsere Projektpaten, konnten wir diese Kampagne auf den Weg bringen. Hierbei handelt es sich um die Begleitung und Bewusstseinsbildung von Müttern, die nicht ausreichend Milch haben, oder um die 10
in die Selbstständigkeit. Denn Lesen und Schreiben sowie Portugiesisch zu können, stärkt ihr Selbstbewusstsein enorm – gerade in einer sehr stark männerbestimmten Gesellschaft. Sie erhalten durch diese Förderung eine echte Chance, das Leben aus eigener Kraft zu meistern. Und sie haben die Möglichkeit mitzureden sowie mitzubestimmen. Durch die neuen Kenntnisse können sie nun auch allein in die Stadt reisen und sich dort ohne Probleme orientieren. Und wenn sie ihren Namen alleine schreiben können, wird das Selbstwertgefühl im besonderen Maße gestärkt. „Richtig stolz sind unsere jungen Frauen“, berichtet unsere Projektleiterin Schwester Leila de Souza e Silva in ihren Rundbriefen.
Versorgung von Kindern, deren Mutter bei der Geburt gestorben ist. Diese Kinder sind häufig in der Folge unterernährt. Im Jahr 2017 konnten wir durchschnittlich knapp über 30 Kinder im Monat unterstützen, in der Mehrzahl Zwillinge und Drillinge. In regelmäßigen Abständen müssen die in der Regel sehr jungen Mütter den Schwestern ihr Kind vorstellen. Das Kind wird gewogen, untersucht und die Ernährung für die nächsten Wochen besprochen. Vielen können wir dank Ihrer Patenschaftsgelder Milchpulver oder andere Säuglingsnahrung mitgeben. Dieses Projekt hat jetzt über die Jahre eine sehr hohe Erfolgsquote, und die Kindersterblichkeit in Metarica und Umgebung ist nachweislich zurückgegangen.
Bildung ist der Schlüssel, um die Not zu überwinden und ein Leben in Würde zu führen. Allerdings kann man nur gut und mit Freude lernen, wenn man etwas im Magen hat. Von daher sorgen wir für beides, ohne den Einzelnen aus seiner Verantwortung für das eigene Leben zu entlassen. „Frauen fördern und stärken“ sowie „Armut durch Bildung überwinden“ gehören auch in den nächsten Jahren zu unseren Schwerpunkten. Ihre Projektpatenschaft sowie auch die Familienpatenschaften zahlreicher Förderer sind dabei für uns ein wichtiger Stützpfeiler.
Als drittes Beispiel möchten wir vom Intensivprogramm zur Alphabetisierung von Frauen berichten. Dieses verwirklichen wir insbesondere in Metarica und Nametória. Es wird ausgezeichnet angenommen. Junge Frauen gehen mit ihren Babys im Arm zum Beispiel in die Kurse von Schwester Leobortina in Nametória, die sie mit viel Herzblut durchführt. Für die jungen Frauen ist diese Möglichkeit ein großer Schritt
Ganz besonders wichtig ist die Alphabetisierung von Frauen
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Gemeinsam lernen macht viel Freude
Deutschland
Wir geben keinen auf Diesen Leitspruch und Anspruch im Wirken der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel (SMMP) und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Berlin Marzahn täglich neu zu leben, ist nicht immer einfach. Denn sehr hoch sind die Anforderungen im Aktivierungs- und Qualifizierungsprojekt mit sozial besonders benachteiligten Jugendlichen sowie den finanziellen Unsicherheiten trotz der finanziellen Förderungen durch Bund und Land. „Um so dankbarer sind wir für die regelmäßige Unterstützung durch unsere derzeit 16 Projektpaten“, so die leitende Pädagogin und Geschäftsführerin Schwester Margareta Kühn.
che im Alter von 16 bis 25 Jahren gefördert. Die meisten von ihnen verfügen über keinen Schulabschluss und keine berufliche Erstausbildung. In vielen kleinen Schritten, größtenteils mit individueller Betreuung, werden diese Jugendlichen von unserem Team an einen strukturierten Tagesablauf mit geregelten Lernund Arbeitszeiten herangeführt. Viele von ihnen können nicht auf familiäre Unterstützung zurückgreifen, die Umstände haben sie psychisch und physisch instabil gemacht. Wie das Leben angepackt und verantwortlich gelebt werden kann, wissen sie noch nicht, weil solche Vorbilder bisher fehlten. Ziel ist es, die Jugendlichen (wieder) schul- und ausbildungsfähig zu machen, ihre Fähigkeiten zu entdecken, ihr Sozialverhalten zu verbessern und ihnen Chancen für ihr künftiges Leben zu eröffnen.
Nicht nur in internationalen Projekten setzen sich die SMMP und ihre Freunde und Förderer für mehr Bildungsgerechtigkeit ein. Auch in Deutschland wird der Anspruch in vier Berufskollegs, drei Gymnasien und einer Realschule sowie einer Bildungsakademie, einem Fachseminar für Altenpflege und in Projekten der Jugendsozialarbeit umgesetzt. Aus der Arbeit in Berlin soll an dieser Stelle exemplarisch berichtet werden.
Was konzeptionell und vom Anspruch sehr einfach klingt, ist im Alltag jedoch eine ständige Herausforderung. Denn die Dramatik in den Biographien der Jugendlichen überträgt sich auch auf die Risiken in der Ausbildung und im alltäglichen Zusammenleben. Von daher sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Phasen konfrontiert, in denen das Wegbleiben, das Unerreichbarmachen bis hin zum Abbruch der Ausbildung oder der Fördermaßnahme im Raum steht. Aber dieses Risiko können wir dadurch minimieren, dass wir „rund um die Uhr“ an allen Tagen des Jahres da sind und dass wir lange Beziehungsket-
In Marzahn führen wir in unserem Projekt „Manege“ seit 2005 zusammen mit den Salesianern Don Boscos Berufsqualifizierungs- und Aktivierungsmaßnahmen für besonders benachteiligte Jugendliche durch. 2017 wurden in den verschiedenen Projekten 250 Jugendli12
Ein starkes Team: Schwester Margareta Kühn und „ihre“ Jugendlichen
zahn, das eigene Leben mutig anzupacken und sich den Widrigkeiten zu stellen. Ganzheitliche Bildung muss hinein in das Leben dieser jungen Menschen, das erleben und gestalten wir Tag für Tag. Unser Traum ist es, eine eigene kleine Schule zu gründen, das ist in Berlin eine riesige Herausforderung, aber wir bleiben dran.
ten aufbauen können. Verlässlichkeit, Ansprechbarkeit und Authentizität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – auch mitten in der Nacht – sind daher die wichtigsten Haltungen, die das Team einbringt, um die Türen zu den jungen Leuten zu öffnen und offen zu halten. Hinzu kommen Geduld und Vertrauen, auch wenn Versprechen immer mal wieder von den jungen Menschen gebrochen werden. „Trotzdem dran bleiben, nicht aufgeben“, das kann Garantie für den Erfolg werden, so Schwester Margareta. Berufliche Fördermaßnahmen werden zum Beispiel in den Bereichen Hauswirtschaft, Gastgewerbe, Koch, Haustechnik, Garten- und Landschaftsbau angeboten.
Letztendlich geht es um die Stärkung des Selbstwertgefühls durch die Erfahrungen „ich kann etwas“, „Dranbleiben lohnt sich“, bis hin zum persönlichen Erfolg einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder anderer Fördermaßnahmen. Die Konsequenz für die Jugendlichen: Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt steigen. Dadurch sollen die jungen Menschen vor einer langfristigen Arbeitslosigkeit und dadurch bedingten möglichen Folgeproblemen wie Alkoholismus, Schulden, Delinquenz, Gewalt und Drogen bewahrt werden. Auf die Gesellschaft bezogen geht es um die Vermeidung einer weiteren „Hartz-IV-Karriere“ und um einen Gewinn für den Arbeitsmarkt. Jeder Einzelne trägt Potentiale in sich, die „nur“ gehoben und gefördert werden müssen. Das bleibt eine Herausforderung – jeden Tag. Sie als Projektpate für unsere Arbeit in Berlin-Marzahn tragen zum Gelingen dieser Herausforderungen mit Ihrer Unterstützung bei. Vielen Dank!
Einen Höhepunkt des Jahres 2017 möchten wir ganz besonders erwähnen: Wir durften mit fünf Jugendlichen und zwei Mitarbeitern im Oktober in Rumänien in unseren Einrichtungen sein. Endlich einmal waren unsere jungen Menschen „Helfer und Unterstützer“, eine wunderbare Rolle, die immer noch nachwirkt und stark geprägt hat. Armut hat ja viele Gesichter, hier in unserem Land sind unsere Jugendlichen und oftmals ihre Familien und schon ihre eigenen Kinder arm. In Rumänien sieht das anders aus und so erwächst ein Ansporn, eine Dankbarkeit und nicht zuletzt eine Motivation, hier in Deutschland, in Mar13
Die Wirksamkeit von Patenschaften Seit knapp über 10 Jahren ergänzen Projektpatenschaften die bisherigen Unterstützungsmöglichkeiten für die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel (SMMP) weltweit. Aktuell verzeichnen wir 485 Projektpaten aus ganz Deutschland. Bei einer Projektpatenschaft kann der Spender oder die Spenderin gezielt ein bestimmtes „Wunschprojekt“ langfristig und regelmäßig mit einem frei gewählten Betrag fördern. Dabei handelt es sich um nationale und internationale Projekte, die an den Wurzeln von Not und Armut ansetzen und auf die Strukturen einwirken. Die Projekte sind sehr konkret an einen bestimmten Ort gebunden und auf Neuaufbau oder Weiterentwicklung angelegt.
Sie als unsere Projektpaten tragen durch Ihre Unterstützung zum Gelingen dieser und anderer Projekte wesentlich bei. Sie sichern diese Projekte langfristig ab und setzen ein Zeichen der Solidarität sowie der Verbundenheit mit Menschen in besonders schwierigen Lebenslagen.
Mit einem Jahresbericht aus dem Projekt informieren wir unsere Spender mindestens einmal jährlich über Entwicklungsschritte und Wirksamkeiten. In regelmäßigen Abständen werden die Projekte durch Vertreterinnen der Generalleitung sowie Mitarbeiter der Missionszentrale besucht.
Herzlichen Dank dafür!
Projektpatenschaften sollen neue Initiativen stärken und sind auf Nachhaltigkeit angelegt. Hier einige Beispiele: •
In Metarica (Mosambik) konnte durch das Projekt zur Begleitung und Bewusstseinsbildung von Müttern, die nicht ausreichend Milch haben oder deren Kinder unterernährt sind, die Kindersterb- lichkeit in der Region nachweislich gesenkt werden.
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Am Stadtrand von Leme (Brasilien) konnte eine Suppenküche angesiedelt werden. Über 90 Fami- lien nutzen dieses Angebot. Die Verantwortung hierzu konnte mittlerweile in die Hände eines fünfköpfigen ehrenamtlichen Teams von Frauen gelegt werden.
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In Bolivien werden aktuell 34 ehemalige junge Frauen und Männer aus den Kinderheimen der Ordensgemeinschaft durch ein Stipendienpro- gramm von monatlich 40 Euro auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit unterstützt. Sie studieren oder absolvieren eine Berufsausbildung. In sogenannten Regionalgruppen treffen sie sich
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einmal im Monat und tauschen sich aus. Gleich- zeitig engagieren sie sich ehrenamtlich in den sozialen Projekten der SMMP.
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In Schineni und Siretu (Rumänien) werden über 80 Kinder und Jugendliche aus einfachen Fami- lienverhältnissen pro Woche bei den Hausaufgaben unterstützt. Dadurch können nachweislich die schulische Leistungsfähigkeit gesteigert und auch das Sozialverhalten gefördert werden.
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Im Projekt „Manege“, einem Förder- und Berufs- qualifizierungsprojekt für besonders benachtei- ligte und gefährdete Jugendliche, werden 250 junge Leute zwischen 16 und 25 Jahren gefördert und schrittweise stabilisiert. Die Ein richtung ist 7 Tage pro Woche 24 Stunden geöffnet und ist mittlerweile ein nicht mehr wegzudenken- der Anlaufpunkt für junge Frauen und Männer in besonderen Lebenskrisen.
Manche Menschen wissen nicht, wie wichtig es ist, dass sie einfach da sind. Manche Menschen wissen nicht, wie gut es ist, sie nur zu sehen. Manche Menschen wissen nicht, wie tröstlich ihr gütiges Lächeln wirkt. Manche Menschen wissen nicht, wie viel ärmer wir ohne sie wären. Manche Menschen wissen nicht, dass sie ein Geschenk des Himmels sind. Sie wüssten es, würden wir es ihnen sagen. Petrus Ceelen
Bergkloster Stiftung SMMP Friedensplatz 6 37308 Heiligenstadt
Telefon: 0 36 06 / 673-134 Telefax: 0 36 06 / 673-205 E-Mail: kontakt@smmp.de Internet: www.smmp.de
Bankverbindung: Bergkloster Stiftung SMMP DKM Darlehnskasse MĂźnster eG IBAN: DE59 4006 0265 0000 1003 00