Skip to main content

PRME Fortschrittsbericht 2017-2018

Page 1

Verantwortungsvolle Managementausbildung an der ZHAW School of Management and Law UN PRME Fortschrittsbericht

Building Competence. Crossing Borders.

Edition 2017 – 2018


« PRME unterstützt uns darin, künftig einen noch besseren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten.»

Prof. Dr. Reto Steiner, Direktor ZHAW School of Management and Law


3 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Editorial

Als moderne Wirtschaftshochschule stehen wir in der Pflicht, unseren Studierenden nicht nur wissenschaftliche Grundlagen zu vermitteln, sondern sie zu ethisch und sozial verantwortlichen Fach- und Führungskräften auszubilden. Hochschulen als Zentren für Innovation und als Ausbildungsstätten künftiger Verantwortungsträgerinnen und -träger spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung der 17 Sustainable Development Goals (SDGs). Die Aufgabe der ZHAW School of Management and Law ist es, unseren Studierenden als Teil der betriebswirtschaftlichen Ausbildung Fachwissen zu den Zusammenhängen eines Wirtschaftens im Sinne der nachhaltigen Entwicklung zu vermitteln und sie bereits während ihrer Ausbildung für Themen wie Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung zu sensibilisieren. Nur so werden sie in ihrem späteren Berufsleben erfolgreich sein und gleichzeitig einen Beitrag zur Entwicklung einer nachhaltigen Zukunft leisten können. Die Prinzipien für eine verantwortungsvolle Managementausbildung (engl. Principles for Responsible Management Education – PRME) sind das ideale Instrument, um unsere Organisation in dieser Hinsicht weiterzuentwickeln. Mit diesem Bericht legen wir den aktuellen Stand unserer vielfältigen Aktivitäten auf diesem Gebiet für den Zeitraum 2017 bis 2018 vor. Im Rahmen unserer Mitgliedschaft im PRME Chapter DACH fand vom 5. bis 8. November 2017 das 5. PRME Chapter DACH Meeting zum Thema «5 Jahre PRME Chapter DACH – Vision 2022» an der ZHAW School of Management and Law statt. Im Zuge der Veranstaltung fand zudem die erste SDG Roadshow in der Schweiz statt. Darüber hinaus wurde die ZHAW School of Management and Law 2018 aus mehr als 685 teilnehmenden Hochschulen weltweit ausgewählt und für die nächsten zwei Jahre in die PRME-Champions-Gruppe aufgenommen. Um das gesellschaftliche Engagement und den unternehmerischen Geist der Studierenden und Mitarbeitenden zu fördern, hat die ZHAW School of Management and Law Ende 2017 das strategische Programm «Gesellschaftliche Verantwortung und Unternehmertum» lanciert. Mit den darin enthaltenen vier Programmen leisten wir einen wertvollen Beitrag zur Umsetzung der SDGs. Wir werden in den kommenden Jahren unsere Anstrengungen für eine verantwortungsvolle Management­ ausbildung fortführen und unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Gesellschaft leisten. Daher bekräftigen wir aus voller Überzeugung unsere Mitgliedschaft in der PRME-Initiative.

Prof. Dr. Reto Steiner Direktor ZHAW School of Management and Law


4 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Inhalt 7

ZHAW SCHOOL OF MANAGEMENT AND LAW

8

FACTS & FIGURES – DIE ZHAW SML IN ZAHLEN

14

ROLLE UND SOZIALE VERANTWORTUNG VON

WIRTSCHAFTSHOCHSCHULEN 15

DIE 17 SDGS: GEMEINSAME VISION FÜR DIE ZUKUNFT DER WELT

16

GEMEINSAM MEHR ERREICHEN – DIE INITIATIVE «PRINCIPLES FOR

RESPONSIBLE MANAGEMENT EDUCATION»

20

PRME-BEGRIFFE UND IHRE VERWENDUNG AN DER ZHAW SML

21

VERANKERUNG VON PRME IN DEN STRUKTUREN DER ZHAW SML

24

DAS PRME COMMITTEE DER ZHAW SML

26

DIE ETHIKKOMMISSION DER ZHAW SML

29

PRME IN DER LEHRE

43

PRME IN DER FORSCHUNG

59

UNSER ENGAGEMENT IM PRME-NETZWERK

67

AUSSERCURRICULARE AKTIVITÄTEN UND VERANSTALTUNGEN

78

AUSBLICK AUF 2019 UND 2020


ZHAW School of Management and Law

Alle Informationen zur ZHAW School of Management and Law finden Sie unter:

 www.zhaw.ch/sml


« In their curricula, research, and outreach, business schools must be advocates for the human dimension of business, with attention to ethics, diversity, and personal well-being. They will need models and language that cultivate a humanistic perspective within graduates’ conceptual frameworks about business.»

AACSB Collective Vision for Business Education


7 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

ZHAW School of Management and Law

Überblick Die ZHAW School of Management and Law (ZHAW SML) ist das grösste von acht Departementen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) mit Hauptsitz in Winterthur. Die Ursprünge der ZHAW SML reichen bis ins Jahr 1968 zurück.

ÜBER UNS

AKKREDITIERUNG

Die ZHAW School of Management and Law zählt zu den

Die ZHAW School of Management and Law leistet in der

führenden Wirtschaftshochschulen der Schweiz. Unsere in-

Schweizer Fachhochschullandschaft regelmässig Pionier­

ternational anerkannten Bachelor- und Masterstudiengänge

arbeit im Bereich der Akkreditierungen. Die Beurteilung durch

in den Bereichen Management, Volkswirtschaftslehre und

anspruchsvolle externe Organisationen dient auf verschiede-

Wirtschaftsrecht, unsere kooperativen Doktoratsprogramme

nen Ebenen als wertvolles Qualitätsinstrument und Qualitäts-

sowie die zahlreichen Weiterbildungsangebote sind wissen-

ausweis.

schaftlich fundiert, interdisziplinär und praxisorientiert. Als Teil einer Fachhochschule sind wir der angewandten Wissen-

AACSB

schaft verpflichtet. Wir forschen und beraten theoretisch fun-

Seit 2015 trägt die ZHAW School of Management and Law

diert und praxisnah, mit Fokus auf unmittelbare und effiziente

als erste Schweizer Fachhochschule das Label von AACSB

Umsetzbarkeit. Unser Leitsatz «Building Competence. Cros-

International – The Association to Advance Collegiate

sing Borders.» steht für hochstehende Aus- und Weiterbil-

Schools of Business (AACSB). Weltweit tragen nur etwa 5

dung sowie Offenheit gegenüber der Welt. Die ZHAW School

Prozent aller Wirtschaftshochschulen das Gütesiegel der

of Management and Law unterhält zahlreiche Kooperationen

wichtigsten Akkreditierungsinstitution für Business Schools.

mit über 170 ausgesuchten Partnerhochschulen weltweit. FIBAA

KENNZAHLEN

Alle Bachelor- und Masterprogramme der ZHAW School of

Zur ZHAW School of Management and Law gehören über

Management and Law sind darüber hinaus bei der Foundation

500 Mitarbeitende. Mehr als 4000 Studierende sind in den

for International Business Administration Accreditation (FIBAA)

Bachelorprogrammen Betriebsökonomie (fünf Vertiefungen),

programmakkreditiert. Auch hier erlangte die ZHAW School of

International Management, Wirtschaftsinformatik und Wirt-

Management and Law 2003 als erstes Wirtschaftsdeparte-

schaftsrecht immatrikuliert und rund 700 in den konsekutiven

ment einer Schweizer Fachhochschule auf freiwilliger Basis

Masterstudiengängen Accounting and Controlling, Business

eine Programmakkreditierung nach internationalen Kriterien.

Administration (drei Vertiefungen), Banking and Finance, International Business, Wirtschaftsinformatik sowie Management and Law. Rund 2900 Teilnehmende besuchen jährlich die Weiterbildungsangebote.


8 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Facts & Figures: Die ZHAW SML in Zahlen Ein Studium an der ZHAW SML ist wissenschaftlich fundiert, interdisziplinär und praxisorientiert. Es ist die perfekte Grundlage für anspruchsvolle berufliche Funktionen in national und inter­national aktiven Unternehmen und Organisationen.

GESCHLECHT STUDIERENDE

STUDENT EXCHANGE

Männer 58%

198 286 Incoming Students

Outgoing Students

42% Frauen

PUBLIKATIONEN

STUDIENFORM

241 2017

Vollzeit 34%

94 Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, peer-reviewed 18 Fachbücher und Monografien

250

48

Kapitel in Fachbüchern

66% Teilzeit und FLEX

2018

90 Konferenzbeiträge


9 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

4

Studiengänge Bachelor (BSc) 5 Vertiefungsmöglichkeiten 1 Studiengang und 1 Vertiefung in Englisch

Studiengänge Master (MSc)

150

3 Vertiefungsmöglichkeiten 2 Studiengänge in Englisch

6

Weiterbildungsangebote 1 EMBA / 2 MBA / 21 MAS / 1 Executive Master /  8 DAS / 117 CAS

7936 >21 000 Studierende (Aus- und Weiterbildung)

Absolventinnen und Absolventen

seit 1968 (Aus- und Weiterbildung)


> 100

10 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

DURCHSCHNITTSALTER

23,8

27,0

Bachelorstudierende

Masterstudierende

Studenten-, Careerund ­Alumni-Events on Campus pro Jahr

MASTER Studierende 785

Neustudierende

243

385

390

348

334

236

232 83

146

110

249

379

561

707

Absolventinnen/Absolventen

2014

2016

2015

2017

2018

BACHELOR

2015

4161

716

813

1306

1481

3956

2016

4207

Studierende

1360 750

752

1277

3639 754

1166

2014

Neustudierende

3782

Absolventinnen/Absolventen

2017

2018


11 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Kompetenz in 19 Disziplinen

Breites Angebot mit tief gehender Wirkung

GENERAL MANAGEMENT

BACHELOR

−− Institut für Marketing Management

−− Betriebsökonomie

−− Institut für Wirtschaftsinformatik

•  General Management

−− Institut für Innovation und Entrepreneurship

•  Banking and Finance

−− Zentrum für Human Capital M ­ anagement

•  Accounting, Controlling, Auditing

−− Zentrum für Unternehmensentwicklung

•  Economics and Politics •  Risk and Insurance

BANKING, FINANCE, INSURANCE

−− International Management

−− Institut für Wealth & Asset Management

−− Wirtschaftsinformatik

−− Institut für Financial Management

−− Wirtschaftsrecht

−− Zentrum für Risk & Insurance

MASTER PUBLIC SECTOR

−− Accounting and Controlling

−− Institut für Verwaltungs-Management

−− Banking and Finance

−− Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie

−− Business Administration

−− Zentrum für Kulturmanagement

•  Health Economics and Healthcare

−− Zentrum für Energie und Umwelt

•  Marketing

−− Fachstelle für Wirtschaftspolitik

•  Public and Nonprofit

−− International Business

BUSINESS LAW

−− Management and Law

−− Zentrum für Öffentliches Wirtschaftsrecht

−− Wirtschaftsinformatik

−− Zentrum für Sozialrecht −− Zentrum für Wettbewerbs- und Handelsrecht

WEITERBILDUNG

−− Zentrum für Unternehmens- und Steuerrecht

Über 100 Angebote (EMBA, MBA, MAS, DAS, CAS) in den Bereichen:

INTERNATIONAL BUSINESS

−− Accounting and Controlling

−− International Management Institute

−− Banking, Finance und Insurance

−− Fachstelle für Corporate Responsibility

−− Business Law −− Didaktik und Methodik −− Health Care Management

536 Mitarbeitende

−− Human Capital Management −− Information and Operations ­Management −− International Business −− Kulturmanagement −− Management and Leadership −− Marketing −− Verwaltungsmanagement


12 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Partnerhochschulen auf der ganzen Welt Die ZHAW SML kooperiert mit Hochschulen, Unternehmen, Behörden und NonprofitOrganisationen rund um den Globus. Die sorgfältig ausgewählten und gepflegten Partnerschaften sorgen für inspirierenden Wissensaustausch und fruchtbare Zusammenarbeit.

84 Hochschulen Europa

50 Hochschulen Nordund Lateinamerika


13 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

76

178

Nationen studieren an der ZHAW SML

Partnerhochschulen in 51 Ländern

39 Hochschulen Asien und Pazifik

5 Hochschulen Nahost und Afrika


14 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Rolle und soziale Verantwortung von Wirtschaftshochschulen Neue Anforderungen an die Managementausbildung Selten zuvor dürfte die Debatte um die Verantwortung von Unternehmen in der Gesellschaft so intensiv geführt worden sein wie heutel.

DIE UNTERNEHMERINNEN UND UNTERNEHMER VON MORGEN SETZEN AUF NACHHALTIGKEIT

WIRTSCHAFTSHOCHSCHULEN UND IHR BEITRAG ZU DEN SDGS

Unter anderem aufgrund etlicher Wirtschaftsskandale wie

Bei der Frage, was konkret der Beitrag verantwortungsvoller

Korruption, Bespitzelungsaffären, Bilanzfälschungen oder

Unternehmensführung für die Gesellschaft sein kann, können

des Dieselskandals werden betriebswirtschaftliche Fakultä-

die Sustainable Development Goals (SDGs) der UN herange-

ten und Wirtschaftshochschulen seit einigen Jahren zuneh-

zogen werden, die im September 2015 im Rahmen der

mend dazu angehalten, ihrer Verantwortung nachzukom-

Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet

men, ethisch und sozial verantwortliche Führungskräfte

wurden. Eine nachhaltige Entwicklung ist seit 1987 das Leit-

auszubilden. CEOs fordern zunehmend ein Management,

bild der Vereinten Nationen. Was das heisst, wurde im

das die Verbindung zwischen gesellschaftlicher Verantwor-

«Brundtland Report» folgendermassen definiert: «Nachhal-

tung und Geschäftserfolg herstellen kann. Aus unternehme-

tige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der

rischer Perspektive betrachtet, können verantwortlich han-

Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Gene-

delnde Mitarbeitende zum Erfolg des Unternehmens

rationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.»

beitragen, indem sowohl rechtliche Risiken als auch Reputationsrisiken begrenzt werden. Ebenso können gesellschaftli-

Die SDGs umfassen 17 Ziele, die soziale, wirtschaftliche und

che Themen Treiber für Innovationen sein, mit dem Potenzial

umweltpolitische Meilensteine definieren. Alle Mitgliedstaaten

zur Erschliessung neuer Märkte und Zielgruppen.

der Vereinten Nationen haben sich verpflichtet, auf die Umsetzung der SDGs auf nationaler, regionaler und internationa-

VERANTWORTUNGSVOLLE MANAGEMENT­ AUSBILDUNG

ler Ebene bis zum Jahr 2030 hinzuarbeiten. In der Schweiz

Für Studierende wird somit eine Ausbildung, die gesellschaft-

Schritte zur Umsetzung der Agenda 2030 fest.

legte der Bundesrat am 18. Dezember 2015 die ersten

liche Verantwortung als ganzheitliches Managementkonzept integriert, zum Vorteil auf dem Arbeitsmarkt. Ein klares Be-

Hochschulen als Zentren für Innovation und als Ausbildungs-

kenntnis von Wirtschaftshochschulen zur Ausbildung von

stätten künftiger Entscheidungsträgerinnen und Entschei-

verantwortungsvollen Führungskräften trägt zu einer zu-

dungsträger kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Gerade die

kunftsfähigen gesellschaftlichen Entwicklung bei. Den Wirt-

Managementausbildung spielt eine entscheidende Rolle. Zum

schaftshochschulen kommt die Aufgabe zu, Studierende mit

einen wird an Wirtschaftshochschulen die nächste Genera-

dem notwendigen Wissen über verantwortungsvolles Ma-

tion von Führungskräften ausgebildet, die in der Lage sein

nagement auszustatten sowie die Kompetenz und die per-

soll, aktiv die Transformation der Unternehmen voranzutrei-

sönliche Motivation, nach diesen Grundsätzen zu entschei-

ben. Zum anderen vermitteln Wirtschaftshochschulen nicht

den und zu handeln, zu fördern.

nur Wissen und Fertigkeiten, sondern auch Einstellungen und Werte ihrer Absolventinnen und Absolventen. Eine umfassende Integration der SDGs in Forschung und Lehre ist daher essenziell für die Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung.  https://sustainabledevelopment.un.org/


15 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Die 17 SDGs: gemeinsame Vision für die Zukunft der Welt


16 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Gemeinsam mehr erreichen – die Initiative «Principles for Responsible Management Education» Überblick PRME ist eine Initiative des UN Global Compact, die verantwortungsvolle Managementausbildung weltweit fördert. UNITED NATIONS GLOBAL COMPACT

PRME CHAPTER

1999 rief der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan die

Mittlerweile haben sich der PRME-Initiative mehr als 700

am World Economic Forum in Davos anwesenden Unterneh-

Hochschulen aus über 85 Ländern angeschlossen. Diese

mensvertreter und -vertreterinnen dazu auf, dem UN Global

sind in 13 regionalen Gruppen («Chapter») organisiert, die

Compact beizutreten – der weltweit grössten Initiative für

sich als weitgehend selbstständig agierende Netzwerke um

verantwortungsvolle Unternehmensführung. Die zehn Prinzi-

die Belange der Mitgliedshochschulen in den verschiedenen

pien dieses globalen Vertrags für die Privatwirtschaft stellen

Sprachregionen kümmern. Die Chapter entwickeln ihre eige-

die Sicherung der Menschenrechte ins Zentrum, ergänzt

nen Vereinbarungen und Aktivitäten, folgen jedoch alle vier

durch weitere Verhaltensnormen im Bereich der Rechte für

Grundsätzen (vgl. nachstehender Kasten). Für die deutsch-

Arbeitnehmende, der Umweltverantwortung und der Kor-

sprachigen Länder Deutschland, Österreich und die Schweiz

ruptionsbekämpfung. Dem Global Compact gehören heute

ist dies das PRME Chapter DACH.

mehr als 13 000 Unternehmen und Organisationen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wissenschaft in 161 Ländern an, die

PRME-CHAMPIONS-GRUPPE

sich mit ihrem Beitritt dazu verpflichtet haben, seine Prinzi-

Einige der erfahrensten und engagiertesten Hochschulen ge-

pien praktisch umzusetzen.

hören darüber hinaus für einen Zeitraum von jeweils zwei Jahren der PRME-Champions-Gruppe an. Die Mission der

PRINCIPLES FOR RESPONSIBLE MANAGEMENT EDUCATION (PRME)

Champions-Gruppe ist es, im Rahmen der UN-Agenda für

Aufgrund des beeindruckenden Erfolgs dieser bislang welt-

ken und Handeln für verantwortungsvolle Managementaus-

weit grössten Nachhaltigkeitsinitiative in der Geschäftswelt

bildung einzunehmen.

nachhaltige Entwicklung eine Führungsrolle hinsichtlich Den-

stellte sich schon bald die Frage, wie der für diese Ziele erforderliche Wertekanon bei den künftigen Fach- und Führungskräften in Wirtschaft und Politik verankert werden kann. Vor diesem Hintergrund wurde 2007 ein auf dem Global Compact aufbauender Verhaltenskodex für den tertiären Bildungssektor entwickelt – die «Principles for Responsible Management Education» (PRME). Dabei handelt es sich um eine auf sechs Prinzipien basierende, global ausgerichtete Initiative, die akademische Institutionen bei der Umsetzung einer verantwortungsvollen Managementausbildung unterstützt, indem sie Verantwortung, Ethik und Nachhaltigkeit als grundlegende Werte in der Managementausbildung sowie in der Forschung an Hochschulen verankert, eine Plattform zur Zusammenarbeit und zum Austausch zwischen Hochschulen entwickelt und den Dialog und das Bewusstsein bezüglich der SDGs fördert.

Alle PRME Chapter folgen 4 Grundsätzen – Eine Unterstützungsplattform für alle Mitglieder zu bieten, um sich auszutauschen und voneinander zu lernen. – Die Sichtbarkeit von PRME und ihrer Mitglieder in der Region zu erhöhen. – Die sechs PRME-Prinzipien an den lokalen Kontext anzupassen und zu fördern. – PRME-relevante Aktivitäten (z. B. Veranstaltungen) zu entwickeln und zu fördern.


Die sechs PRME-Prinzipien

PRINZIP 1: ZWECK Wir befähigen unsere Studierenden, in der Zukunft dauerhafte Werte für Unternehmen und für die Gesellschaft als Ganzes zu schaffen und sich für eine einbeziehende und nachhaltige Weltwirtschaft einzusetzen.

PRINZIP 2: WERTE Unsere akademische Tätigkeit, unsere Lehrpläne und unsere organisatorischen Praktiken beinhalten die Werte der globalen gesellschaftlichen Verantwortlichkeit, wie sie in internationalen Initiativen wie dem Global Compact der Vereinten Nationen dargestellt sind.

PRINZIP 3: METHODE Wir schaffen didaktische Rahmenbedingungen, Materialien, Prozesse und Lernumgebungen und ermöglichen damit optimale Lernerfahrungen in Bezug auf verantwortungsvolle Unternehmensführung.

PRINZIP 4: FORSCHUNG Wir betreiben Grundlagenforschung sowie empirische Forschung zum besseren Verständnis von Rolle, Dynamik und Wirkungen der nachhaltigen gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Wertschöpfung von Unternehmen.

PRINZIP 5: PARTNERSCHAFT Wir pflegen den Austausch mit Führungskräften der Privatwirtschaft zur Erweiterung unseres Wissens über die Herausforderungen der gesellschaftlichen und ökologischen Verantwortung sowie zur gemeinsamen Erarbeitung von wirksamen Ansätzen zur Bewältigung dieser Herausforderungen.

PRINZIP 6: DIALOG Wir ermöglichen und unterstützen den Dialog und Diskussionen mit Studierenden, der Wirtschaft, dem Staat, Konsumentinnen und Konsumenten, Medien, Organisationen der Zivilgesellschaft und anderen Interessen- und Anspruchsgruppen zu kritischen Fragen der globalen gesellschaftlichen Verantwortung und Nachhaltigkeit.


PRME an der ZHAW SML « Die ZHAW School of Management and Law ist der PRME-Initiative am 1. August 2014 beigetreten. Die sechs PRME-Prinzipien stellen für uns eine wichtige Orientierung zur Umsetzung einer verantwortungsvollen Managementausbildung dar.»

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.zhaw.ch/sml/prme


20 | UN PRME Fortschrittsbericht 2015 – 2016

PRME-Begriffe und ihre Verwendung an der ZHAW SML Nachhaltige Entwicklung, Ethik, Verantwortung – Begriffe unter dem Dach von PRME. GROSSE BEGRIFFSVIELFALT

Mikroebene), zum Beispiel als Bürgerinnen, Mitarbeitende

Um zu beschreiben, worum es bei einer verantwortungsvollen

oder Konsumenten, sowie für Institutionen (auf einer Makro-

Managementausbildung geht, kommen immer wieder Be-

ebene), zum Beispiel politische Institutionen. Zum Verständnis

griffe wie «Nachhaltigkeit», «Ethik» oder «Verantwortung» bzw.

der Organisation sind alle drei Ebenen von Bedeutung, inklu-

«Responsibility» zur Anwendung. Sie alle werden je nach Au-

sive der Wechselwirkungen zwischen ihnen. Die Handlungen

torenschaft und Kontext in unterschiedlichen und oft sich

der Akteure auf allen Ebenen werden danach beurteilt, wie sie

überschneidenden Bedeutungen verwendet. Das erschwert

sich auf das gesellschaftlich akzeptierte Ziel einer «nachhalti-

die Diskussion und birgt Potenzial für Missverständnisse. Um

gen Entwicklung» auswirken. Was nachhaltige Entwicklung

die Diskussion im Rahmen des Projekts «Bestandsaufnahme

meint, lässt sich mit den durch die UN vereinbarten SDGs

PRME in der Lehre» zu vereinfachen, wurden deshalb Eck-

beschreiben. Die Handlungen aller Akteure sind einerseits von

punkte für ein gemeinsames Begriffsverständnis an der ZHAW

Umfeldbedingungen beeinflusst, beispielsweise der aktuellen

School of Management and Law entworfen – ohne Anspruch

Konjunkturlage, der Medienpräsenz von Themen oder den

auf allgemeine Gültigkeit.

regulatorischen Rahmenbedingungen. Die Handlungen sind

Projekt «Bestandsaufnahme PRME in der Lehre»

aber auch geprägt von den bei den Akteuren vorherrschenden Werten. Das können Leistungswerte sein (z. B. Erfolg,

GEMEINSAMES BEGRIFFSVERSTÄNDNIS

Effizienz, Nutzen), aber auch moralische Werte (z. B. Ehrlich-

Im Zentrum der Managementausbildung steht die Organisa-

keit, Fairness, Integrität). Der Begriff «Ethik» steht für die Re-

tion (auf einer Mesoebene), zum Beispiel ein Unternehmen,

flexion über moralische Werte und deren Begründung. Für die

eine NGO, eine Verwaltungseinheit. Durch Entscheide, die in

Auswirkungen ihrer Handlungen auf die nachhaltige Entwick-

der Organisation getroffen werden, handelt sie. Diese Hand-

lung der Gesellschaft können alle Akteure zur «Verantwor-

lungen wirken sich wiederum auf das natürliche, gesellschaft-

tung» gezogen werden. Sie müssen dann Rechenschaft ab-

liche, technologische und wirtschaftliche Umfeld aus. Glei-

legen («Accountability») und werden gegebenenfalls von

ches gilt für die Handlungen von Individuen (auf einer

Anspruchsgruppen belohnt oder sanktioniert.

RESPONSIBLE MANAGEMENT EDUCATION: BEGRIFFE UND IHRE VERWENDUNG «Verantwortlichkeit, Accountability»

Umfeldbedingungen Konjunkturlage @

Medienpräsenz von Themen Regulatorische Rahmenbedingungen (Weitere)

Akteure «Leistungswerte» (warum?  wie?)

Wirkungen auf das Umfeld

«moralische Werte» (warum?  wie?) Institutionen (Makroebene) Organisation (Mesoebene) Individuum (Mikroebene)

(Weitere) «Nachhaltige Entwicklung» (Ergebnis)


21 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Verankerung von PRME in den Strukturen der ZHAW SML «Wir praktizieren und fördern aktiv nachhaltige Entwicklung und unternehmerische Verantwortung.»* MISSION STATEMENT UND STRATEGIE Die nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft ist der ZHAW

STRIP «GESELLSCHAFTLICHE VERANTWORTUNG UND UNTERNEHMERTUM»

School of Management and Law ein zentrales Anliegen. Be-

Die ZHAW School of Management and Law hat Ende 2017

reits seit 2014 verpflichtet sie sich in ihrem Mission Statement

das strategische Programm (STRIP) «Gesellschaftliche Ver-

zur nachhaltigen Entwicklung und unternehmerischen Ver-

antwortung und Unternehmertum» lanciert. Dieses trägt

antwortung. Die Umsetzung dieses Anliegens geschieht im

dazu bei, das gesellschaftliche Engagement und den unter-

Rahmen des strategischen Ziels «gesellschaftliche Verant-

nehmerischen Geist von Mitarbeitenden und Studierenden

wortung», mit dem sich die ZHAW School of Management

zu wecken und zu fördern. Ergänzend dazu wurde zudem

and Law als verantwortungsbewusstes Wirtschaftsdeparte-

das Thema Zusammengehörigkeitsgefühl (Studierende, Mit-

ment positioniert, das einen Beitrag zur nachhaltigen Ent-

arbeitende, Alumni) integriert. Der STRIP «Gesellschaftliche

wicklung der Gesellschaft leistet.

Verantwortung und Unternehmertum» iist Teil der PRME Roadmap und setzt sich aus vier Initiativen zusammen, die

PRME ROADMAP

im Zeitraum 2017 bis 2020 umgesetzt werden. Die Initiativen

Umgesetzt wird dieses Ziel mithilfe einer PRME Roadmap,

stehen nicht für sich alleine, sondern sind untereinander ver-

bei der es sich um einen Zweijahresplan handelt, der alle

netzt und profitieren im Zusammenwirken voneinander.

Nachhaltigkeitsaktivitäten an der ZHAW School of Management and Law in den Leistungsbereichen Lehre, Forschung und Entwicklung, Dienstleistung und Weiterbildung sowie im operativen Betrieb beinhaltet. Die Leistungsbereiche widerspiegeln dabei die sechs PRME-Prinzipien. Inhaltlich lassen sich zudem alle Aktivitäten den SDGs zuordnen. Wie die ZHAW School of Management and Law mit ihren Leistungsbereichen zum Erreichen der SDGs beiträgt:  Beispiele

PRME COMMITTEE Zuständig für die Erarbeitung der PRME Roadmap ist das PRME Committee. Dieses setzt sich aus dem Direktor, Schlüsselpersonen aus allen Abteilungen und Leistungsbereichen sowie den Ständevertretungen der ZHAW School of Management and Law zusammen. Das PRME Committee hat zudem ein Antragsrecht gegenüber der Geschäftsleitung der ZHAW School of Management and Law zu PRME-relevanten Themen und ist für die Ausarbeitung der PRME Roadmap zuständig.  Das PRME Committee der ZHAW SML * Auszug aus dem Mission Statement der ZHAW School of Management and Law (10. September 2018)

Der STRIP und seine vier Initiativen   Aufbau einer Studierendeninitiative im

Bereich der nachhaltigen Entwicklung   Aufbau des Kompetenzschwerpunkt

«Business and Human Rights»   Aufbau einer Start-up-Förderung im

Bereich Impact Entrepreneurship   Förderung des Gemeinschaftsge­fühls

unter Mitarbeitenden, Studierenden und Alumni


22 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Wie die ZHAW SML mit ihren Leistungs­ bereichen zum Erreichen der SDGs beiträgt: einige Beispiele PRMEPRINZIPIEN

ZHAW-SML-LEISTUNGSBEREICHE UND -AKTIVITÄTEN

SUSTAINABLE DEVELOPMENT GOALS (SDGS)

Strategie; PRME Committee etc.

Mission Statement; Ethikkommission etc.

Projekt: Bestandsaufnahme PRME in der Lehre S. 31

Lehre und Weiterbildung

Forschung und Entwicklung; Dienstleistung

Forschungsschwerpunkt: Enabling Energy Transformation S. 44

Beirat; Netzwerke; Partnerhochschulen etc. Kommunikation, Alumni Services etc.

«organi­satorische Praktiken»

Betrieb

PRME4US: Videowettbewerb S. 64 für Studierende


23 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Pflichtmodul: Corporate Responsibility S. 34 Wahlpflichtmodul: Angewandte Unternehmensethik S. 32 Kompetenzschwerpunkt: Business and Human Rights S. 54

Programm Impact EntreS. 72 preneurship

SDG Roadshow am S. 62 6.11.2017

SML-Kleidertauschbörse am 8.10.2018 S. 70


24 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Das PRME Committee der ZHAW SML

Um PRME stärker in den Organisationsstrukturen der ZHAW SML zu verankern, wurde per Juni 2018 das PRME Committee ins Leben gerufen. ZWECK Schlüsselpersonen aus allen Abteilungen und Leistungsbe-

unterstützen. Ausserdem sind sie für die Ausarbeitung der

reichen der ZHAW School of Management and Law agieren

zweijährigen PRME Roadmap zuständig.

unter anderem als Botschafterinnen und Botschafter und Multiplikatoren für PRME, indem sie die Interessen der von

Sowohl Studierende als auch Mitarbeitende können sich mit

ihnen vertretenen Einheiten im Committee einbringen und die

Fragen und Anliegen jederzeit an die Mitglieder des Commit-

Umsetzung der Entscheide des Committee in ihren Einheiten

tee wenden.

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15


25 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

MITGLIEDER DES PRME COMMITTEE # Rolle(n) im PRME Committee

Person

Funktion an der ZHAW SML

1

Vorsitz; PRME Academic Point Person; Vertretung PRME-Schwerpunkt «Corporate Responsibility Management»; Vertretung Abteilung International Business

Herbert Winistörfer herbert.winistoerfer@zhaw.ch

Herbert Winistörfer ist Dozent für Corporate Responsibility Management und Leiter der Fachstelle Corporate Responsibility.

2

Direktor ZHAW School of Management and Law

Prof. Dr. Reto Steiner reto.steiner@zhaw.ch

Reto Steiner ist Direktor der ZHAW School of Management and Law.

3

Vertretung PRME-Schwerpunkt «Enabling Energy Transformation»; Vertretung Abteilung Public Sector

Prof. Dr. Regina Betz regina.betz@zhaw.ch

Regina Betz ist Professorin für Energieund Umweltökonomik. Sie leitet das Zentrum für Energie und Umwelt.

4

Vertretung PRME-Schwerpunkt «Enabling Energy Transformation»; Vertretung Abteilung General Management

Prof. Dr. Claudio Cometta claudio.cometta@zhaw.ch

Claudio Cometta ist Professor für Energiewirtschaft. Er leitet die Fachstelle Innovation Systems.

5

Vertretung PRME-Schwerpunkt «Sozialrecht»; Vertretung Abteilung Business Law

Dr. Philipp Egli philipp.egli@zhaw.ch

Philipp Egli ist Leiter des Zentrums für Sozialrecht.

6

Vertretung Delegiertenversammlung Studierende

Timur Erhan erhantim@students.zhaw.ch

Timur Erhan studiert im Bachelor Wirtschaftsinformatik.

7

Vertretung Mittelbau-Versammlung

Pascal Horni pascal.horni@zhaw.ch

Pascal Horni ist Präsident der Mittelbau-Versammlung.

8

Kommunikation

Jürg Hostettler juerg.hostettler@zhaw.ch

Jürg Hostettler ist Leiter Kommunikation.

9

Vertretung Stab; Qualitätsmanagement und Akkreditierungen

Dr. Regula Imhof regula.imhof@zhaw.ch

Regula Imhof ist Leiterin der Stabsstelle Qualitätsmanagement.

10 Vertretung Faculty-Versammlung

Dr. Carmen Kobe carmen.kobe@zhaw.ch

Carmen Kobe ist Präsidentin der Faculty-Versammlung.

11 Vertretung Abteilung Banking, Finance, Insurance

Dr. Marion Pester marion.pester@zhaw.ch

Marion Pester ist Dozentin für Corporate Governance und Wealth Management und Leiterin des Instituts für Wealth & Asset Management.

12 Vertretung PRME-Schwerpunkt «Ethically Responsible Leadership»; Vertretung Abteilung General Management; Vertretung Ethikkommission

Prof. Dr. Mathias Schüz mathias.schuez@zhaw.ch

Mathias Schüz ist Professor für Responsible Leadership.

13 Vertretung Angestellten-Kommission SML

Isabel Volkart-Steinmann isabel.volkart@zhaw.ch

Isabel Volkart-Steinmann ist im Vorstand der Angestellten-Kommission SML.

14 PRME-Koordination

Marie-Christin Weber marie-christin.weber@zhaw.ch

Marie-Christin Weber ist PRMEKoordinatorin der ZHAW School of Management and Law.

15 Vertretung Abteilung Operations & Services; Lehre

Jörg Wendel joerg.wendel@zhaw.ch

Jörg Wendel leitet die Abteilung Operations & Services und vertritt die ZHAW School of Management and Law in der Kommission Lehre der ZHAW.


26 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Die Ethikkommission der ZHAW SML

Vier Fragen an Tessa Meuter, Vorsitzende der Ethikkommission der ZHAW SML

Frau Meuter, die Ethikkommission nimmt unter anderem Anfragen und Meldungen zu ethischen Fragestellungen und Konflikten von Mitarbeitenden und Studierenden der ZHAW School of Management and Law entgegen. Wodurch entstehen diese Konflikte?

Was sind die Aufgaben der Ethikkommission?

Ethische Konflikte entstehen in unserer Institution vor allem

nen. Nur so wird vermieden, dass im Konfliktfall eine ober-

durch Verhaltensweisen, die im Widerspruch zum «Code of

flächliche oder einseitige Interpretation zur ungerechten

Ethics» und «Code of Conduct» stehen. Der «Code of Ethics»

Beurteilung führt und der Konflikt verstärkt anstatt gelöst

nennt vier Wertepaare: Integrität und Vertrauenswürdigkeit,

wird.

Die Vorschläge der Ethikkommission zur Lösung ethischer Konflikte müssen wohlbegründet sein. Wir sehen es deshalb als unsere Aufgabe, alle im «Code of Ethics» genannten Werte genauer zu reflektieren, damit diese überhaupt als Massstab zur Beurteilung von Handlungen dienen kön-

Respekt und Gerechtigkeit, Transparenz und Vertraulichkeit sowie Verantwortung und Nachhaltigkeit. Diese Werte stellen

Wer sind die Mitglieder der Ethikkommission?

besondere Anforderungen an das professionelle Verhalten

Die Ethikkommission setzt sich aus der Ansprechperson

von Mitarbeitenden, Studierenden, Geschäftspartnern und

für alle Mitarbeitenden der ZHAW School of Management

sonstigen Personen, welche die ZHAW School of Manage-

and Law sowie aus Vertretungen aller Stände und der Stu-

ment and Law repräsentieren, und gelten für alle vier Leis-

dierendenschaft zusammen. Alle Mitglieder haben grosses

tungsbereiche. Wer einen Konflikt im Kontext dieser Werte hat, der hat Anspruch auf eine Beurteilung der Situation seitens der ZHAW School of Management and Law.

Was ist die Funktion der Ethikkommission bei einem etwaigen Beschwerdefall? Ethische Konflikte werden immer zuerst mit der vorgesetzten Person besprochen. Kann auf dieser Ebene keine Lösung gefunden werden, kann eine schriftliche Anfrage mit begründetem Sachverhalt an die Ethikkommission gestellt werden. Zudem gibt es auf dem Beratungsstelleneintrag der Website einen Briefkasten, über den

« Die Ethikkommission be­ reitet Entscheide für die Geschäfts­leitung der ZHAW School of Management and Law bei ethischen Fragen und Konflikten vor.»

sich Betroffene auch anonym an uns wenden können. Wir nehmen die Anfrage entgegen, prüfen sie und formulieren nach der Würdigung aller Aspekte eine Empfehlung an die Leitung der

Interesse an Ethikfragen im Bereich der Wirtschaft und im

ZHAW School of Management and Law, die im Anschluss

Bildungswesen sowie zum Teil einen entsprechenden be-

einen definitiven Entscheid zum weiteren Vorgehen fällt.

ruflichen Hintergrund. Wir organisieren uns selbst und


27 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Die Ethikkommission, bestehend aus den sechs Mitgliedern (v. l. n. r.) Mathias Schüz, Leonie Nopper, Tessa Meuter, Marcel Griesinger, Timur Erhan und Adrian Müller (nicht im Bild), beschäftigt sich unter anderem mit den Themen hochwertige Bildung (SDG 4), Geschlechtergleichheit (SDG 5), menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum (SDG 8) sowie Reduktion von Ungleichheiten (SDG 10).

kommen in der Regel zwei- bis dreimal pro Jahr zum Austausch zusammen. Falls Notwendigkeit besteht, treffen wir uns zeitnah zu einer Anfrage auch ausserordentlich. Die Ethikkommission lebt vor allem von der Diversität der Mitglieder und ihren verschiedenen Erfahrungen.

Stehen bestimmte Themen besonders im Fokus? Tendenziell beobachten wir einen zeitlichen Zusammenhang zwischen der Präsenz von ethischen Themen in den Medien, zum Beispiel der #Me-Too-Debatte, der HSG-Spesenaffäre, der ETH-Medienpräsenz im Frühjahr 2019 und den Anfragen, die an uns gelangen. Solche mediale Fokussierung weckt auch an der ZHAW School of Management and Law Sensibilität für diese Themen.

Prof. Tessa Meuter Neben ihrer Tätigkeit als Vorsitzende der Ethikkommission fungiert Tessa Meuter seit mehr als 20 Jahren an der ZHAW School of Management and Law als Dozentin und Führungsperson sowie als Ansprechperson für alle Mitarbeitenden und Studierenden bei Fragen und Anliegen in den unterschiedlichsten Bereichen, primär jedoch zu Themen wie schwierige Situationen, Krisen und Konflikte bei der Arbeit oder im Studium. tessa.meuter@zhaw.ch


PRME in der Lehre

« Bildung ist die Grundvoraussetzung zur Umsetzung der SDGs. Um verantwortungsvolle Fach- und Führungskräfte auszubilden, ist es essenziell, den Studierenden entsprechende Module anzubieten, in denen sie Wissen zu Ethik, Corporate Responsibility und Nachhaltigkeit erwerben und Kompetenzen entwickeln können.»

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.zhaw.ch/sml/prme


31 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Projekt «Bestandsaufnahme PRME in der Lehre» Das Projekt liefert einen detaillierten Überblick über Art und Ausmass der Integration von PRME-relevanten Themen in die Lehre der ZHAW SML. AUSGANGSLAGE

richt

Da aktuell ein solcher Überblick an der ZHAW School of

die Bandbreite der behandelten PRME-Themen aufzu­ -

Management and Law noch nicht besteht, dieser aber die

zeigen, werden Modulinhalte einem oder mehreren PRME-

Grundlage für die Weiterentwicklung von PRME im zentra-

relevanten Referenzrahmen (z. B. die SDGs) zugeordnet. Des

len Leistungsbereich Lehre darstellt, wird im Zeitraum 2018

Weiteren soll ein Überblick darüber gewonnen werden, wel-

bis 2019 eine entsprechende Bestandsaufnahme durch

che Unterrichtsmethoden aktuell zur Vermittlung der PRME-

Vertreterinnen und Vertreter des PRME Committee durch-

Themen eingesetzt werden. Besonders innovative und effek-

geführt.

tive didaktische Ansätze sollen in Form von Best-Practice-Bei-

behandelten

Themen

gewonnen

werden.

Um

spielen aufbereitet werden, sodass sie als Inspiration für an-

PROJEKTZIELE

dere Lehrpersonen dienen können. Über diese interne

Im Rahmen der Bestandsaufnahme werden alle PRME-rele-

Bestandsaufnahme hinaus werden im Rahmen des Projekts

vanten Module an der ZHAW School of Management and

auch für die ZHAW School of Management and Law rele-

Law, die im Zeitraum Herbstsemester 2018/2019 und Früh-

vante Vergleichshochschulen betrachtet. Mit diesem «Blick

lingssemester 2019 angeboten werden, identifiziert. Ziel die-

über den Tellerrand» erhofft sich das Projektteam innovative

ser Analyse ist es, sichtbar zu machen, in welchen Modulen

und inspirierende Best-Practice-Beispiele hinsichtlich der In-

PRME-relevante Themen und Kompetenzen derzeit vermit-

tegration und Weiterentwicklung einer verantwortungsvollen

telt werden. Gleichzeitig soll ein Überblick über die im Unter-

Managementausbildung.

Das Projekt umfasst die folgenden Schritte INTERVIEWS MIT STUDIENGANGLEITENDEN

ANALYSE VON VERGLEICHSHOCHSCHULEN

In den Interviews werden relevante Informationen über

Best-Practice-Beispiele in Bezug auf didaktische An-

die Integration von PRME-Themen in die unterschiedli-

sätze zur Vermittlung von PRME-Themen von relevan-

chen Studiengänge und Module der ZHAW School of

ten Vergleichshochschulen werden identifiziert und auf-

Management and Law erhoben. Gleichzeitig erfolgt dabei

bereitet.

eine Sensibilisierung der Studiengangverantwortlichen für das Thema. Die Analyse von Modulbeschreibungen

ERGEBNISWORKSHOP

ergänzt diese Informationssammlung.

Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme werden in einem internen Ergebnisworkshop diskutiert. Handlungs-

STUDIERENDENUMFRAGE

empfehlungen und nächste Schritte werden abgeleitet.

Die Haltung, die Erwartungen und die Einschätzungen der Studierenden hinsichtlich einer verantwortungsvol-

BERICHT

len Managementausbildung an der ZHAW SML werden

In einem Schlussbericht werden die Ergebnisse aufbe-

durch eine Onlinebefragung erhoben.

reitet und intern zur Verfügung gestellt.


32 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Exkursion in die Justizvollzugsanstalt Saxerriet Zum zehnten Mal unternahm Prof. Dr. Mathias Schüz im Rahmen des Wahlpflichtmoduls «Angewandte Unternehmensethik» im Frühjahrssemester 2017 mit einem Teil seiner Studierenden eine Exkursion in die Justizvollzugsanstalt Saxerriet.

EINBLICK IN DEN JUSTIZVOLLZUG DER SCHWEIZ UND DEUTSCHLANDS

ger die Art des Vollzugs als vielmehr der Entzug von Freiheit und

Der stellvertretende Direktor Andreas Jerger vermittelte den

probleme ihrer Gefängnisstrafe angesehen werden. Dement-

Studierenden einen Einblick in den Justizvollzug der Schweiz,

sprechend tief ist bei vielen die Reue für die begangene Tat.

die soziale Ächtung der Familie für die Inhaftierten als Haupt-

machte Angaben über Anzahl, Herkunft und Vergehen der Insassen und beschrieb die Arten des Vollzugs. An dem Besuch nahm auch Ruth Schröder aus Deutschland teil. Sie ist im Bundesjustizministerium verantwortlich für sämtliche Gefängnisse in Hessen und konnte die Ausführungen durch Vergleiche mit Deutschlands Strafvollzug eindrücklich ergänzen.

DIE JUSTIZVOLLZUGS­ ANSTALT SAXERRIET In Saxerriet wird der offene Vollzug praktiziert. Die Insassen können sich auf dem weitläufigen Gelände frei bewegen und vor allem in den landwirtschaftlichen Betrieben einer Arbeit nachgehen. Am Abend werden sie wieder in ihre Zellen eingeschlossen.

« Im Wahlpflichtmodul ‹Angewandte Unternehmensethik› lernen die Studierenden, Entscheidungen im Management von Organisationen nicht nur nach ökonomischen Kriterien, sondern auch nach ethischen Aspekten zu treffen.» Prof. Dr. Mathias Schüz, Professor für Responsible Leadership am Zentrum für Human Capital Management

DIALOG MIT EINEM STRAFGEFANGENEN Höhepunkt der Exkursion war die Diskussion mit einem Straf-

RUNDGANG DURCH EINEN ZELLENTRAKT

gefangenen, der für Wirtschaftsdelikte mit einem Schaden in

Der abschliessende Rundgang durch einen Zellentrakt, in

Millionenhöhe zu mehreren Jahren Haft verurteilt wurde. Die

dem auch Zellen zur Disziplinierung renitenter Häftlinge be-

Studierenden nutzten die Gelegenheit, sich persönlich nach

sichtigt werden konnten, hinterliess bei den Studierenden den

dem Delikt und dem Aufenthalt zu erkundigen. Wie schon bei

nachhaltigen Eindruck, dass es sich wohl nicht lohnt, der Gier

den vergangenen Exkursionen zeigte dieser Dialog, dass weni-

nach schnellem Geld nachzugeben: Der Preis dafür ist hoch.


34 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Business Projects Corporate Responsibility Fünf Fragen an Fridolin S. Brand, Dozent des Moduls «Corporate Responsibility», BSc International Management

Herr Brand, Sie haben im Herbstsemester 2018 das Pflichtmodul «Corporate Responsibility» didaktisch neu ausgerichtet. Was waren Ihre Gründe?

Ende des Semesters präsentieren sie die Lösung des Prob-

Mir war wichtig, dass die Studierenden nicht nur Theorien

nehmensvertreterin.

lems mittels einer Präsentation und einem Bericht dem jeweiligen Unternehmensvertreter oder der jeweiligen Unter-

und Methoden zu Strategic Corporate Responsibility und lernen, wie man diese Ansätze auf Problemstellungen aus

Können Sie uns Beispiele für Aufgabenstellungen nennen?

der Praxis anwenden kann. Business Projects liefern diesen

Bei den Aufgaben handelt es sich meist um Fragen, die bei

Mehrwert. Die Studierenden erhalten eine konkrete Heraus-

den Unternehmen kurz- oder mittelfristig auf der Nachhaltig-

forderung von Unternehmen aus dem Nachhaltigkeitsbe-

keitsagenda stehen. So geht es zum Beispiel um die strate-

reich, für die sie in Gruppen eine Lösung entwickeln. Gleich-

gische Integration der SDGs, die Umsetzung von Standards

zeitig führen die Projekte den Studierenden die Relevanz von

und Richtlinien für Menschenrechtsthemen in der Lieferkette

Herausforderungen im Bereich Corporate Responsibility

oder die Weiterentwicklung der Qualität von bestehenden

bzw. Nachhaltigkeit in der Praxis vor Augen, was die Thema-

Nachhaltigkeitszielen im Unternehmen. Aufgabe der Studie-

tik wiederum greifbarer macht.

renden ist es beispielsweise, den Status quo des Unterneh-

Nachhaltigkeitsmanagement kennenlernen, sondern auch

mens einzuordnen, eine Benchmarking-Analyse im Vergleich

Wie kann man sich den Aufbau dieses Moduls vorstellen?

zu Mitbewerbern durchzuführen, relevante Best-Practice-

Zu Beginn des Semesters erhalten die Studierenden eine

gen für das Unternehmen zu formulieren. Manchmal handelt

theoretische Einführung zu Begriffen, Konzepten und Me-

es sich auch um innovativere Herausforderungen, wie zum

thoden des strategischen Nachhaltigkeitsmanagements.

Beispiel die Erstellung eines Marketingkonzepts für ein nach-

Ihnen wird aufgezeigt, wie ein moderner, professionell ge-

haltiges Produkt.

Beispiele aufzubereiten und konkrete Handlungsempfehlun-

stalteter, transparenter und damit glaubwürdiger

Managementansatz

zu Corporate Responsibility aufgebaut ist und was diesen von sogenannten

«Greenwashing-Ansätzen»

unterscheidet. Diese Grundlagen bilden das theoretische Handwerkszeug, um die Fragestellungen der Unternehmen zu bearbeiten und Lösungen zu entwickeln. Die von den Unternehmen gestellten Aufgaben werden in Gruppen von fünf bis sechs Studierenden bearbeitet. Während des gesamten Prozesses stehen die Studierenden im direkten Austausch mit dem jeweiligen Unternehmen. Am

« Im Rahmen der Business Projects erhalten die Studierenden Einblick in die internen Prozesse der Unternehmen.»


35 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Fridolin S. Brand trägt mit dem Modul «Corporate Responsibility» zu einer hochwertigen Bildung (SDG 4) bei und fördert das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung bei Studierenden (SDG 12).

Welche Unternehmen waren bisher an den Projekten beteiligt?

men. Die Aussicht, dass die im Rahmen der Business Pro-

Für das Herbstsemester 2018 konnten wir namhafte Schwei-

ternehmen verwendet werden, löst bei den Studierenden

zer Unternehmen wie Swiss International Air Lines, die SV

meist einen Motivationsschub aus, gute Ergebnisse zu erar-

Group AG oder die Sonova Holding AG für unsere Business

beiten und sich tiefgehend mit der Materie zu beschäftigen.

jects erarbeiteten Lösungen später tatsächlich von den Un-

Projects gewinnen. Auch zwei deutsche Unternehmen waren als Partner dabei. Dabei handelte es sich überwiegend um grössere Unternehmen, die eine eigene Abteilung für Nachhaltigkeits- bzw. Corporate-Responsibility-Themen haben. Aber auch ein Schweizer Start-up war vertreten. Von den Unternehmen haben wir übrigens sehr positives Feedback erhalten. Die Zusammenarbeit mit den Studierenden bietet ihnen einen grossen Mehrwert und die Resultate der Studierendengruppen waren bisher sehr zufriedenstellend.

Und wie kommen die Business Projects bei den Studierenden an? Für die Studierenden sind der direkte Austausch mit den Unternehmen und die Arbeit an konkreten Herausforderungen aus der Praxis sehr motivierend. Sie bekommen die Gelegenheit, mit potenziellen Arbeitgebern zusammenzuarbeiten, und erhalten Einblick in die internen Prozesse der Unterneh-

Dr. Fridolin S. Brand Fridolin S. Brand ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fachstelle Corporate Responsibility. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Corporate Responsibility Management, Nachhaltigkeitsberichterstattung und Nachhaltigkeitsinnovation. Er ist Autor des Lehrbuchs «Corporate Responsibility Management» aus der Reihe «SML essentials». fridolins.brand@zhaw.ch


36 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Abschlussarbeiten mit Impact: Drei Studierende berichten An der ZHAW SML beschäftigt sich eine Vielzahl von Studierenden im Rahmen ihrer Abschlussarbeit mit Fragen einer nachhaltigen Entwicklung. Drei Studierende des BSc International Management erzählen von ihren Erfahrungen.

Xenia Meier zum Thema «Kritische Erfolgsfaktoren von Grossprojekten zwischen NGOs und Unternehmen» Frau Meier, worum geht es in Ihrer Bachelor­ arbeit?

führenden Schweizer Bildungseinrichtungen sowie Unterneh-

Mit der Diskussion um die gesellschaftliche Verantwortung

sen oder Landwirtschaft. Das aktuellste Projekt beinhaltet den

von Unternehmen wird die Zusammenarbeit zwischen NGOs

Bau einer Reismühle, da weltweit die Nachfrage nach Bioreis

und Unternehmen, die in Entwicklungs- und Schwellenlän-

aus Kambodscha steigt. Mithilfe innovativer Prozesslösungen

dern aktiv sind, immer wichtiger. Eine Kooperation kann bei-

zur Verringerung von Wasserverbrauch und Treibhausgase-

den Akteuren Vorteile bringen. Die operative Umsetzung ist

missionen soll die Mühle die nachhaltige Produktion von Reis

allerdings auch mit Herausforderungen verbunden. Allein die

sicherstellen. Für die Umsetzung des Projekts ist Smiling Gec

men mit ausgeprägtem Know-how in Bereichen wie Bauwe-

Übereinstimmung über das Eingehen einer Partnerschaft bedeutet noch keine erfolgreiche Umsetzung. Eine Vielzahl von Faktoren und Rahmenbedingungen muss vor und während einer Zusammenarbeit beachtet werden, um die unterschiedlichen Ansprüche und Ziele beider Partner zu erfüllen. Im Rahmen meiner Bachelorarbeit untersuche ich kritische Erfolgsfaktoren von Grossprojekten in solchen Partnerschaften und übertrage diese auf eine aktuelle Zusammenarbeit zwischen der NGO Smiling Gecko und dem Schweizer Technologiekonzern Bühler.

« Durch die Bachelorarbeit erhoffe ich, das Zusammenspiel zwischen dem privaten und dem öffentlichen Sektor besser zu verstehen und Synergien zu schaffen.»

Können Sie etwas ausführlicher über diese Partnerschaft berichten? Die NGO Smiling Gecko bekämpft mit verschiedenen Projek-

dem ko eine Partnerschaft mit der Schweizer Firma Bühler

ten die Armut in Kambodscha. Alle Projekte verfolgen einen

eingegangen. Bühler ist weltweit führend im Bau von Anlagen

wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und nachhaltigen Ansatz

für die industrielle Reisverarbeitung. Ein besonderes Augen-

und bauen auf Partnerschaften und Wissensaustausch mit

merk liegt dabei auch auf der Frage der Projektfinanzierung,


37 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Mithilfe ihrer Abschlussarbeit trägt Xenia Meier unter anderem zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit in den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Innovation (SDG 17) bei.

die noch offen ist. Die Optionen sind entweder rein philanth-

Bevölkerung eine Mahlzeit mit gesammelten Plastikflaschen

ropisches Kapital (Spenden) oder ökologisches Kapital (Im-

bezahlen kann. Diese werden wiederum als Baumaterial ge-

pact Investing). Um den langfristigen Erfolg des Projekts si-

braucht, um Familien ein Dach über dem Kopf zu geben. Auf

cherzustellen, wende ich Erkenntnisse aus verschiedenen

Basis dieser Idee möchten wir nun ein nachhaltiges Ge-

Interviews über Best-Case-Praktiken auf das Projekt an.

schäftsmodell entwickeln, das den Gedanken der Events inkorporiert und gleichzeitig wirtschaftlich ist. In unserem Vor-

Um welche Erkenntnisse handelt es sich konkret?

haben werden wir vom Impact-Entrepreneurship-Programm

Dass der Projektverlauf nicht gradlinig verläuft und sich in der

der ZHAW School of Management and Law unterstützt.

zeitlichen Auslegung sehr von herkömmlichen Projekten un-

Durch die Bachelorarbeit erhoffe ich, das Zusammenspiel

terscheidet. Ein besonderes Augenmerk wird auf das Über-

zwischen dem privaten und dem öffentlichen Sektor besser

einstimmen der Interessen beider Akteure in der Anfangs-

zu verstehen, um gegenseitige Synergien zu schaffen.

phase gelegt. Diese hat oft einen sehr hohen Einfluss auf den

auch eine Auswirkung auf die Zukunft der Partnerschaft ha-

Welche CSR-/Ethik- oder Nachhaltigkeitsmodule sind Ihnen während Ihres Studiums in besonderer Erinnerung geblieben?

ben kann.

Da denke ich vor allem an das Wahlpflichtmodul «Business

Erfolg des Projekts. Zudem sind die Erfolgsfaktoren eines Projekts nicht immer gleich für Unternehmen und NGOs, was

and Human Rights», durch das ich vertieftes Wissen zu in-

Was hat Sie motiviert, sich mit dem Thema aus­ einanderzusetzen?

ternationalen Menschenrechten sowie ihrer Umsetzung in

Vor einem Jahr habe ich mit einem Kommilitonen die NGO

ausführliche Diskussionen haben wir das Thema aus ver-

«Buy Food with Plastic» gegründet. Sie sensibilisiert Men-

schiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Zukünftige Personen

schen für einen bewussteren Umgang mit Plastik. Wir geben

im Management sollten sich bewusst sein, welche Auswir-

Plastik einen Wert und nutzen ihn als Währung. In Ländern

kungen ihre Entscheidungen auf Menschen und Umwelt ha-

wie Nicaragua organisieren wir Events, bei denen die lokale

ben können.

der Geschäftswelt erlangt habe. Durch Gastvorträge und


38 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Lynn Albright zum Thema «Verstehen und Beeinflussen des Online-Rücksendeverhaltens von Konsumentinnen und Konsumenten» Frau Albright, was hat Sie motiviert, Ihre Bachelorarbeit zu diesem Thema zu schreiben?

Verantwortungsbewusstsein von Herstellern und Konsumen-

Wenn über Nachhaltigkeit in der Kleiderindustrie gesprochen

stics in den letzten Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung

wird, geht es oftmals um das Kaufverhalten der Konsumen-

gewonnen hat.

ten haben dazu geführt, dass das Thema der Reverse Logi-

tinnen und Konsumenten in Bezug auf nachhaltige Mode.

keten, die täglich in Europa im Umlauf sind, circa 25 Prozent

Um das Thema näher zu beleuchten, haben Sie unter anderem eine Onlineumfrage durchgeführt. Was wollten Sie damit herausfinden?

zurückgeschickt. Diese grosse Retourenquote bringt Fashion-

Mit der Umfrage wollte ich unter anderem die Ursachen für das

Händler in Schwierigkeiten. Abgesehen von Logistik- und

Zurücksenden von Produkten aus Kundensicht ergründen.

Kostenproblemen stellt jede Rücksendung eine Belastung für

Dabei fiel auf, dass verhaltensbezogene Retourengründe wie

die Umwelt dar. So verursachen die zusätzlichen Transporte

«Passt nicht», «Gefällt nicht» oder «Mehrere Varianten wurden

CO2-Emissionen und aufgrund des enormen Verpackungs-

zur Auswahl bestellt» häufiger genannt wurden als logistikbe-

aufwands riesige Müllberge. Es ist daher umso wichtiger, die

zogene Retourengründe wie «Lieferzeit zu lang» oder «Dop-

Ursachen für die Rücksendungen zu verstehen. Nur so ist

pelte oder nicht vollständige Lieferung». Zudem habe ich fest-

Nur selten wird über das Rücksendeverhalten bei Online­ einkäufen gesprochen. Dabei werden von vier Milliarden Pa-

es möglich, die richtige Stellschraube zu finden, um die Retourenquote zu senken.

Welche Module haben Sie besonders befähigt, Ihre Bachelorarbeit in diesem Bereich zu schreiben? Während meines Auslandsaufenthalts in Australien habe ich eine Vorlesung zum Thema Supply Chain Management besucht. Dort wurde das Thema der Reverse Logistik (Rückführungs­ logistik) näher beleuchtet. Dabei handelt es sich um alle logistischen Prozesse, bei denen Güter vom (End-)

« Durch meine Bachelorarbeit möchte ich die Ursachen für Onlinerücksendungen ver­ stehen und so die richtigen Stellschrauben finden, um die Retourenquote zu senken.»

Kunden ausgehen und wieder in die Lieferkette zurücklaufen. Dazu gehören das Retourenmanagement sowie die anschliessende Entsorgung, Wiederaufbereitung oder Repa-

gestellt, dass Männer in der Regel Mode viel weniger online

ratur der Waren. Vor allem die durch den Siegeszug des On-

einkaufen als Frauen und sie später weniger Waren zurück-

linehandels exorbitant angewachsene Zahl von Warenretou-

schicken. Im zweiten Teil der Umfrage habe ich die Nützlichkeit

ren sowie das weltweit gestiegene ökologische und soziale

verschiedener Massnahmen, die Fashion-Händler einsetzen,


39 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Onlineshopping stellt eine Belastung für die Umwelt dar (SDG 13). Mithilfe ihrer Abschlussarbeit leistet Lynn Albright einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des SDG 12: «Verantwortungsvoller Konsum und Produktion».

um die Retourenquote nachhaltig zu senken, bei den Teilneh-

verbrauch und die Umweltkosten für die Reverse Logistics

menden erfragt. Dazu gehören beispielsweise virtuelle Umklei-

in der Kleiderindustrie weitgehend unbekannt, aber wahr-

dekabinen, die es dem Konsumenten bzw. der Konsumentin

scheinlich beträchtlich sind. Selbst Unternehmen, die sich

ermöglichen, virtuell Kleidung anzuprobieren, oder die Mög-

ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung in anderen

lichkeit, die Kundschaft für das Behalten der kompletten Be-

Aspekten ihres Unternehmens sehr bewusst sind, zögern

stellung zu belohnen. So winken einige Händler mit einem

damit, dieses spezielle Thema anzugehen. Nicht weil es un-

Rabatt für den nächsten Einkauf. Andere wiederum erstatten

wichtig ist, sondern weil es in vielen Fällen ausserhalb ihres

die Versandkosten der Bestellung.

normalen Planungs- und Überlegungsbereichs liegt.

Welche Rolle spielt das Umweltbewusstsein, wenn es darum geht, weniger Kleidungsstücke zurückzusenden?

Haben die Erkenntnisse, die Sie in Ihrer Bachelorarbeit gewonnen haben, Einfluss auf Ihr persönliches Rücksendeverhalten?

Im Rahmen einer Literaturrecherche habe ich herausgefun-

Bereits vor meiner Bachelorarbeit habe ich sehr wenig online

den, dass mehr Wissen über Nachhaltigkeitsthemen nicht

eingekauft. So empfinde ich das Abholen und Versenden der

direkt zu einem nachhaltigeren Verhalten führt. Wissen ist

Produkte als mühsam. Zudem möchte ich die Produkte im

jedoch ein unersetzbarer Faktor, um umweltbewusstes Han-

Original ansehen bzw. anfassen und ausprobieren. Die Ba-

deln zu stärken. Zudem denken Konsumenten und Konsu-

chelorarbeit hat mir vor allem bezüglich des Ausmasses der

mentinnen oftmals gar nicht über die Umweltbelastung ihrer

Retourensendungen und der damit verbundenen Umwelt­

Retoursendungen nach und sind auch nicht für dieses Thema

auswirkungen die Augen geöffnet. Seitdem kaufe ich noch

sensibilisiert. Das hat auch damit zu tun, dass der Energie-

weniger online ein.


40 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Gianina Thalmann zum Thema «Die Rolle der Nachhaltigkeit für Investoren: Können nachhaltige Investments Anlegern überdurchschnittliche Renditen oder geringere Risiken bieten?» Frau Thalmann, was hat Sie motiviert, Ihre Bachelorarbeit zu diesem Thema zu schreiben?

Dienstleistungen und die Einhaltung der Menschenrechte.

Jede Geldanlage, egal ob nachhaltig oder nicht, produziert

mens umfasst Themen wie Transparenz, Vergütungssystem

nicht nur eine finanzielle Rendite, sondern hat direkt oder

und Geschäftsethik.

Die Beurteilung der Corporate Governance eines Unterneh-

indirekt einen Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft. Allertigen Investments gegenüber der herkömmlichen Anlage

Was waren die Ergebnisse ihrer Arbeit? Lohnt sich nachhaltiges Investieren auch finanziell?

immer noch verbreitet. Es wird zum Teil immer noch davon

Meine Analysen haben keinen Zusammenhang zwischen

ausgegangen, dass Investorinnen und Investoren mit ihrer

ESG-Wert und Performance ergeben. Die Integration von

Entscheidung für die nachhaltige Anlage deren schlechtere

ESG in die Anlageentscheidung hat demnach keinen positi-

Performance in Kauf nehmen müssen. Im Rahmen meiner

ven Effekt auf die Rendite, aber eben auch keinen negativen.

Bachelorarbeit möchte ich dieser Behauptung auf den

Dieses Ergebnis zeigt, dass Performance unabhängig von

Grund gehen und analysieren, ob es sich für Anleger und

Nachhaltigkeit ist und es deshalb also durchaus möglich ist,

dings ist die Annahme von der Renditeeinbusse bei nachhal-

Anlegerinnen

nicht

doch

finanziell

lohnt, in nachhaltige Anlagen zu investieren. Und zwar entweder durch höhere Rendite und / oder durch tiefere Risiken im Vergleich zu konventionellen Anlagen.

Wie sind Sie konkret vorgegangen? Nachdem ich vorhandene Literatur auf dem Gebiet analysiert hatte, so lassen ich mehr als 1500 internationale Aktienfonds statistisch untersucht. Dabei habe ich die Korrelation zwischen ESGWert und Performance sowie zwischen ESG-Wert und Volatilität berechnet.

« Durch die Bachelorarbeit konnte ich aufzeigen, dass nachhaltige Investments nicht nur für ein gutes Ge­wissen beim Anleger sorgen, sondern sich auch finanziell lohnen.»

Der ESG-Wert beurteilt die Umweltund Sozialverantwortung sowie die Governance (ESG = Environment, Social, Corporate Governance) von Unternehmen. Der Bereich

überdurchschnittliche Renditen mit nachhaltigen Investments

Umwelt und Soziales deckt vielfältige Themen ab wie bei-

zu generieren. Zusätzlich habe ich eine leicht negative Korre-

spielsweise die Umweltstrategie, den Umgang mit den Mit­

lation zwischen ESG-Wert und Volatilität gefunden. Das

arbeitenden, die Nachhaltigkeit der Produkte und der

heisst, je nachhaltiger das Investment, desto tiefer das Ri-


41 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Gianina Thalmann zeigt in ihrer Abschlussarbeit auf, warum nachhaltige Investments in den nächsten Jahren einen starken Aufschwung erleben werden. Sie liefert dadurch einen wertvollen Beitrag zur Erreichung des SDG 8: «Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum».

siko. Mit einem guten Gewissen anzulegen, heisst also nicht

landssemesters an der Universidad Carlos III de Madrid be-

zwangsläufig, mit einem schlechten Ergebnis und höherem

sucht habe. Das Modul befasste sich mit weltweiten

Risiko anzulegen. Nachhaltiges Investieren wird deshalb mei-

ökologischen Herausforderungen wie Klimawandel oder Bio-

ner Meinung nach in den kommenden Jahren einen starken

diversitätsverlust und mit der Frage, inwiefern sich Unterneh-

Aufschwung erleben.

men diesen Problemen stellen können. Zum anderen habe ich an der ZHAW School of Management and Law im Pflicht-

Welche CSR-/Ethik- oder Nachhaltigkeitsmodule sind Ihnen während Ihres Studiums in besonderer Erinnerung geblieben?

modul «Corporate Responsibility» das Thema Nachhaltigkeit

Mir sind insbesondere zwei Module in Erinnerung geblieben.

Unternehmen EDEKA Südwest konnten wir das Gelernte

Dabei handelt es sich zum einen um das Modul «Global En-

direkt in der Praxis anwenden. Konkret ging es um die Ana-

vironmental Challenges», das ich im Rahmen meines Aus-

lyse der Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens.

aus einer unternehmensbezogenen, strategischen Perspektive kennengelernt. Im Rahmen einer Semesterarbeit mit dem


PRME in der Forschung « An der ZHAW School of Management and Law beschäftigen sich Personen in unterschiedlichen Forschungsprojekten mit Themen einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Gesellschaft.»

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.zhaw.ch/sml/prme


44 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Fünf Forschungsschwerpunkte

CORPORATE RESPONSIBILITY MANAGEMENT Der Forschungsschwerpunkt «Corporate Responsibility Management» wird von der Fachstelle Corporate Responsibility verantwortet. Diese beschäftigt sich mit Fragen rund um das Thema Corporate Responsibility und Nachhaltigkeitsmanagement. Zu den thematischen Schwerpunkten zählen die Kommunikation und Berichterstattung zu Corporate Responsibility, Menschenrechte und Verantwortung in der Lieferkette sowie Nachhaltigkeitsinnovationen.  www.zhaw.ch/ccr

ENABLING ENERGY TRANSFORMATION Am Forschungsschwerpunkt «Enabling Energy Transformation» sind mit der Fachstelle Innovation Systems und dem Zentrum für Energie und Umwelt zwei Organisationen beteiligt. Die Fachstelle Innovation Systems beschäftigt sich mit der Planung und dem Aufbau von Innovations- und Geschäftsökosystemen sowie von Forschungsund Innovationsclustern und dem Design partizipativer Innovationsprozesse, insbesondere im Nachhaltigkeits- und Energiebereich.  www.zhaw.ch/iie/innosys Das Zentrum für Energie und Umwelt befasst sich mit ökonomischen und betriebswirtschaftlichen Fragen bezüglich Energie und Umwelt auf nationaler und internationaler Ebene. Zu den thematischen Schwerpunkten zählen Klimapolitik und -strategien, Energiesicherheit, lokale Umweltverschmutzung sowie das Verhalten von Akteuren in Umwelt- und Energiemärkten.  www.zhaw.ch/cee Beide Organisationseinheiten arbeiten eng mit dem Schweizer Competence Center for Research in Energy, Society and Transition (SCCER CREST) zusammen.


45 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

SOZIALRECHT Der Forschungsschwerpunkt «Sozialrecht» wird vom Zentrum für Sozialrecht verantwortet. Dieses befasst sich mit sozialrechtlichen Fragen im nationalen und internationalen Kontext. Die Themenschwerpunkte sind Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht, Datenschutzrecht, Gesundheitsrecht und Diskriminierungsschutzrecht.  www.zhaw.ch/zsr

ETHICALLY RESPONSIBLE LEADERSHIP Der Forschungsschwerpunkt «Ethically Responsible Leadership» wird vom Zentrum für Human Capital Management verantwortet. Dieses beschäftigt sich mit ethischer Verantwortung in der Führung.  www.zhaw.ch/zhcm

BUSINESS AND HUMAN RIGHTS Der Forschungsschwerpunkt «Business and Human Rights» befindet sich aktuell im Aufbau. Er ist Teil des STRIP «Gesellschaftliche Verantwortung und Unternehmertum» und befasst sich mit der sozialen Verantwortung von Unternehmen entlang globaler Lieferketten.  Aufbau des Kompetenzschwerpunkts «Business and Human Rights»

« Die ZHAW School of Management and Law hat 2014 drei Forschungsschwerpunkte definiert. Im Zeitraum 2017 bis 2018 kamen zwei weitere hinzu.»

Herbert Winistörfer, PRME Academic Point Person ZHAW School of Management and Law


46 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.zhaw.ch/ccr


47 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Ausgewählte Forschungsprojekte

Ein Überblick über ausgewählte Forschungsprojekte an der ZHAW SML im Zeitraum 2017 bis 2018.

Schwerpunkt «Corporate Responsibility Management» DER NACHHALTIGKEITSBERICHT ALS MITTEL DER STAKEHOLDERORIENTIERTEN KOMMUNIKATION: LÖSUNGEN FÜR DIE ANWENDUNG NEUER BERICHTERSTATTUNGSRICHTLINIEN DURCH SCHWEIZER UNTERNEHMEN

BEDEUTUNG UND STELLENWERT DER OECD-LEITSÄTZE FÜR MULTINATIONALE UNTERNEHMEN IN DER SCHWEIZ −− Projektdauer: Mai 2017 bis Dezember 2017 −− Projektpartner:

−− Projektdauer: April 2015 bis März 2017

•  Fachstelle Corporate Responsibility (ZHAW SML)

−− Projektpartner:

•  Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW

•  Fachstelle Corporate Responsibility (ZHAW SML)

•  öbu – Der Verband für nachhaltiges Wirtschaften

•  Institut für Marketing Management (ZHAW SML)

•  Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO)

•  Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW

•  Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA)

•  Kuoni Travel Holding

−− Ansprechperson: Herbert Winistörfer

•  Basler Kantonalbank / Bank Cler AG

−− Kurzbeschreibung: Die Studie zeigt mithilfe einer re-

•  BSD Consulting

präsentativen Umfrage den Bekanntheitsgrad und die

•  Center for Corporate Reporting (CCR)

Relevanz der OECD-Leitsätze für multinationale Unter-

−− Ansprechperson: Herbert Winistörfer

nehmen sowie des nationalen Kontaktpunkts (NKP) bei

−− Kurzbeschreibung: Unternehmen aller Grössen und

Schweizer Unternehmen im Vergleich zu anderen inter-

Branchen, die einen Nachhaltigkeitsbericht publizieren,

nationalen CSR-Standards auf. Gleichzeitig trägt sie zur

sehen sich aktuell mit folgenden wesentlichen Herausfor-

Sensibilisierung bezüglich der OECD-Leitsätze bei und

derungen konfrontiert: Zunehmende Standardisierung

enthält Informationen über den Bedarf und mögliche For-

durch die Weiterentwicklung von GRI, zunehmende Be-

men der Unterstützung für Unternehmen bei der Umset-

deutung von Wesentlichkeit und Vollständigkeit im Zuge

zung der OECD-Leitsätze. Um die Ergebnisse adäquat

von GRI G4, Tendenz zur Integration von Geschäftsbe-

interpretieren und diese mit persönlichen Erfahrungen

richt und Nachhaltigkeitsbericht, unklare Stakeholder-

von Managerinnen und Managern aus unterschiedlichen

bzw. Zielgruppenorientierung. Im Rahmen des Projekts

Unternehmen verknüpfen zu können, wurden im An-

wurde ein Instrumentenset entwickelt, das Unternehmen

schluss an die Befragung Fokusgruppeninterviews mit

nutzen können, um ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung

Vertreterinnen und Vertretern von ausgewählten Unter-

auf die neuen, oben genannten Herausforderungen ausrichten zu können. −− Publikation: Brand, F. S.; Berger, V.; Hetze, K.;

nehmen durchgeführt. −− Publikation: Winistörfer, H.; Daub, C.-H.; Thakur, S.; Berger, V.; Weber, M.-C. (2018). Bedeutung und Stellen-

Schmidt, J. E. U.; Weber, M.-C.; Daub, C.-H. (2018).

wert der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen

Overcoming current practical challenges in sustainability

in der Schweiz. Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO);

and integrated reporting: insights from a Swiss field

Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA).

study. NachhaltigkeitsManagementForum, 26: 35 – 46.

Bern. Verfügbar unter:

Verfügbar unter:  https://doi.org/10.1007/s00550-018-0474-y

https://doi.org/10.21256/zhaw-3724


48 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.zhaw.ch/iie/innosys  www.zhaw.ch/cee


49 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Schwerpunkt «Enabling Energy Transformation» DIE REFORM DES WASSERZINSES UND IHRE AUSWIRKUNG AUF KANTONALE HAUSHALTE

FÖRDERUNG VON ENERGIESPARENDEM VERHALTEN IN STÄDTEN

−− Projektdauer: 2017 bis 2018

−− Projektdauer: 2014 bis 2018

−− Projektpartner:

−− Projektpartner:

•  Zentrum für Energie und Umwelt (ZHAW SML)

•  Fachstelle Innovation Systems (ZHAW SML)

•  Institut für Verwaltungs-Management (ZHAW SML)

•  Institut für Nachhaltige Entwicklung (ZHAW School of

−− Ansprechperson: Prof. Dr. Regina Betz −− Kurzbeschreibung: Dieses Projekt ist Teil des NFP 70 Verbundprojekts «Die Zukunft der Schweizer Wasser-

•  Städte Winterthur, Baden, Zug

kraft». Es wurde die Einnahme- und Ausgabensituation

−− Ansprechperson: Dr. Yann Blumer

der Schweizer Wasserkraftwerke von 2015/2016 analy-

−− Kurzbeschreibung: Das Forschungsprojekt, das durch

siert, und anhand von Strompreisszenarien bis 2035 wur-

das Nationale Forschungsprogramm «Steuerung des

den die zukünftigen Entwicklungen abgeschätzt. Dabei

Energieverbrauchs» (NFP 71) des Schweizerischen Nati-

wurden auch verschiedene Reformvarianten für den

onalfonds gefördert wurde, untersucht, wie Städte ihre

Wasserzins simuliert, um deren Einfluss auf die Profitabili-

Einwohner und Einwohnerinnen zu energiesparendem

tät der Wasserkraft zu verstehen. Zudem wurden anhand

Verhalten motivieren können. Kernbestandteil der Unter-

einer detaillierten Analyse der Eigentümerstrukturen der

suchung sind Interventionen im Bereich Energiesparen,

Wasserkraftwerke die Auswirkungen der verschiedenen

die gemeinsam mit den Schweizer Energiestädten Win-

Marktentwicklungen und Wasserzinsregime auf die kan-

terthur, Baden und Zug entwickelt und umgesetzt wer-

tonalen Haushalte dargestellt und mit Zahlen zum Finanz­

den. Im Rahmen des Projekts wurden drei Interventionen

ausgleich verglichen.

entwickelt, durchgeführt und evaluiert.

−− Publikation:

−− Publikationen:

•  Betz, R.; Geissmann, T.; Hediger, W.; Herter, M.; Schil-

•  Seidl, R.; Moser, C.; Blumer, Y. (2017). Navigating be-

linger, M.; Schuler, C.; Weigt, H. (2018). The Future of

havioral energy sufficiency. Results from a survey in

Swiss Hydropower: Distributional Effects of Water Fee

Swiss cities on potential behavior change. PLOS ONE,

Reform Options. Interim Project Report.

1–19. Verfügbar unter:

•  Betz, R.; Geissmann, T.; Kosch, M.; Schillinger, M.; Weigt, H. (2019). The Future of Swiss Hydropower:

https://doi.org/10.1371/journal.pone.0185963 •  Moser, C.; Blumer, Y.; Seidl, R. (2017). Kommunale

The Design of Variable Water Fees and its Impact on

Interventionen und Kampagnen zur Förderung von

Profitability. University of Basel/ZHAW, HP-Future pro-

energiesparendem Verhalten: Erkenntnisse aus dem

ject working paper.

Forschungsprojekt «Förderung von energiesparendem

•  Hediger, W.; Herter, M.; Schuler, C. (2019). The Future

Verhalten in Städten» des Nationalen Forschungspro-

of Swiss Hydropower: Water Fee-induced Financial

gramms NFP 71. Zürich: ZHAW/ETHZ. Verfügbar unter:

Flows in Switzerland. Final Report (forthcoming). −−

Engineering) •  Institut für Umweltentscheidungen (ETH Zürich)

https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/2135 •  Moser, C.; Blumer, Y.; Hille, S. L. (2018). E-bike trials’ potential to promote sustained changes in car owners mobility habits. Environmental Research Letters, 13(4). Verfügbar unter:   https://doi.org/10.1088/1748-9326/aaad73


50 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.zhaw.ch/zsr


51 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Schwerpunkt «Sozialrecht» STUDIE ZUR BEDEUTUNG DER UNOBEHINDERTENRECHTSKONVENTION FÜR DEN KANTON ZÜRICH −− Projektdauer: August 2017 bis Dezember 2018

ARBEITSMARKTINTEGRATION: NOTWENDIGKEIT EINES KULTURWANDELS FÜR ÄLTERE ARBEITSKRÄFTE? POTENZIALE UND HÜRDEN NEUER KARRIEREMODELLE

−− Projektpartner:

−− Projektdauer: Januar 2018 bis Dezember 2019

•  Zentrum für Sozialrecht (ZHAW SML) •  Institut für Vielfalt und gesellschaftliche Teilhabe (ZHAW Soziale Arbeit) •  Institut für Sozialmanagement (ZHAW Soziale Arbeit) −− Ansprechperson: Tarek Naguib −− Kurzbeschreibung: Das Zentrum für Sozialrecht arbei-

−− Projektpartner: •  Zentrum für Sozialrecht (ZHAW SML) •  Zentrum für Human Capital Management (ZHAW SML) •  Neustarter-Stiftung •  Zürcher Kantonalbank −− Ansprechperson: Dr. Claudia Sidler-Brand

tete an einer Studie der ZHAW im Auftrag der Behinder-

−− Kurzbeschreibung: Die Arbeitsmarktintegration älterer

tenkonferenz Kanton Zürich (BKZ) mit. Untersucht wurde

Arbeitnehmender wird durch zahlreiche Probleme und

der Handlungsbedarf im Kanton Zürich bezüglich der

Hürden infrage gestellt. Das Forschungsprojekt geht der

Umsetzung der UNO-Behindertenrechtskonvention. Aus-

Frage nach der Notwendigkeit eines Kulturwandels für äl-

gehend von den Verpflichtungen der UNO-Behinderten-

tere Arbeitskräfte nach. Es werden Potenziale und Hür-

rechtskonvention wurden der Ist-Zustand sowie die Dis-

den neuer Karrieremodelle wie Altersteilzeit und Bogen-

krepanzen zwischen Ist und Soll aufgezeigt. Ziel war die

karrieren untersucht. Das Projekt ist Bestandteil des

Formulierung von Empfehlungen zuhanden des Regie-

ZHAW-Forschungsschwerpunkts «Gesellschaftliche Inte-

rungsrates des Kantons Zürich. −− Publikation: Naguib, T.; Johner-Kobi, S.; Gisler, F. (2018). Handlungsbedarf aufgrund der UNO-Behindertenrechtskonvention im Kanton Zürich. Studie im Auftrag der Behindertenkonferenz Kanton Zürich und finanziert vom Kantonalen Sozialamt.

gration». −− Publikationen: •  Sidler, C. (2018). Neue Lösungen für die gesellschaftliche Integration. ZHAW-Impact, Nr. 41, S. 34–35. •  Sidler, C.; Pölderl, C.; Müller, F. (forthcoming). Ein Einblick in die beruflichen Realitäten der Mitarbeiter 49+. Bogenkarriere in der Praxis. Schweizer Personalvorsorge 05/2019.


52 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.zhaw.ch/zhcm


53 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Schwerpunkt «Ethically Responsible Leadership» LEHRBUCH «APPLIED BUSINESS ETHICS – FOUNDATION FOR STUDY AND DAILY PRACTICE» −− Projektdauer: Mai 2017 bis März 2019 −− Projektpartner: •  Zentrum für Human Capital Management (ZHAW SML) •  World Scientific Publishing −− Kurzbeschreibung: Das Lehrbuch «Angewandte Unternehmensethik – Grundlagen für Studium und Praxis » von Prof. Dr. Mathias Schüz, wofür er 2018 den SML Publication Award in der Kategorie Buch erhielt, wurde ins Englische übersetzt. Das Lehrbuch vermittelt Studierenden, Lehrenden und Praktikern die wichtigsten Grundlagen und neuartige Ansätze der Unternehmensethik, damit sie ihre Entscheidungen nicht länger auf Kosten von Anspruchsgruppen treffen, sondern zum Gewinn für alle Beteiligten verantworten können. Die Buchpräsentation fand am 4. März 2019 mit Ehrengast Nikolas Stürchler, stellvertretender Missionsleiter der Schweizer Botschaft, in Singapur statt. −− Publikation: Schüz, M. (2019). Applied Business Ethics – Foundations for Study and Daily Practice. Singapore/ New Jersey/London/Shanghai/Tokio: World Scientific Publishing. Verfügbar unter:   https://doi.org/10.1142/11239


54 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Aufbau des Kompetenzschwerpunkts «Business and Human Rights» Fünf Fragen an Jörg Schmidt, stellvertretender Leiter der Fachstelle Corporate Responsibility an der ZHAW SML Die Fachstelle wurde 2016 als Organisationseinheit in der Abteilung International Business gegründet und umfasst derzeit fünf Personen. Schmidt ist seit 2017 für den Aufbau des Kompetenzschwerpunkts «Business and Human Rights» zuständig.

Herr Schmidt, was war die Motivation, das Thema Menschenrechte im Zusammenhang mit Wirtschaft an der ZHAW School of Management and Law zu besetzen?

auf gute Kontakte zu Firmen und anderen Akteuren zurück-

Unternehmen üben einen bedeutenden und vielgestaltigen

dass es in der Schweiz keine Akteure gibt, die dieses Thema

Einfluss auf Menschen aus. Zunächst einmal schaffen sie

in erster Linie von der unternehmerisch-strategischen Seite

Arbeitsplätze und damit Einkommen für die Beschäftigten.

her beleuchten. Es macht also Sinn, den Zusammenhang

greifen. Ausserdem hat eine von uns im Rahmen der strategischen Initiative durchgeführte Analyse bestehender universitärer und organisationaler Kompetenzzentren ergeben,

Dies kann in der Schweiz, aber auch entlang ihrer globalisierten Wertschöpfungs- und Lieferketten im Ausland geschehen, das heisst etwa in vorgelagerten Produktionsfabriken oder bei der Gewinnung von Rohstoffen. Gerade dort kommen Menschenrechtsthemen wie angemessene Löhne oder Kinderarbeit auf. Bei der Frage von Arbeitsbedingungen sind die Erwartungen der Schweizer

Konsumentinnen

und

Konsumenten aber sehr klar. Sie möchten, dass Unternehmen genaue Vorgaben setzen und dafür

« Ziel ist es, das Thema ‹Business and Human Rights› in alle vier Leistungsbereiche der ZHAW School of Management and Law zu integrieren.»

sorgen, dass diese auch eingehalten werden. Das erleben wir aktuell bei der Diskussion um die Konzernverantwortungsinitiative. Doch welche Instrumente stehen den Firmen dafür zur Verfügung und vor

zwischen Wirtschaft und Menschenrechten aus diesem

allem: Wie wirksam sind diese für die Menschen vor Ort? An

Blickwinkel an der ZHAW School of Management and Law

der Fachstelle Corporate Responsibility bieten wir schon seit

zu bearbeiten, denn hier können wir dies mit solidem be-

Jahren Lehrveranstaltungen zu diesen Themen an. Wir ha-

triebswirtschaftlichem Wissen und ausgewiesener Praxisori-

ben also sehr viel Wissen zusammengetragen und können

entierung verbinden.


55 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Mit dem Kompetenzschwerpunkt «Business and Human Rights» deckt die ZHAW School of Management and Law ganz besonders SDG 8: «Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum» ab. Jörg Schmidt erläutert im Interview verschiedene Aktivitäten in den vier Leistungsbereichen.

Der Kompetenzschwerpunkt soll sich also ganz besonders mit der sozialen Verantwortung von Unternehmen entlang globaler Wertschöpfungsund Lieferketten beschäftigen. Stehen dabei bestimmte Branchen der Wirtschaft im Mittelpunkt?

erlauben – gar keine Kinderarbeit mehr vorkommt. Zu diesem

Nicht von vornherein. Alle global tätigen oder vernetzten Un-

ren. Ebenso hat die Luxusgüterindustrie, vor allem der Uh-

ternehmen stehen aufgrund ihrer komplexen Lieferketten vor

ren- und Schmucksektor, einen hohen Swissness-Faktor.

sozialen Herausforderungen. Allerdings haben sich durch

Was weniger bekannt ist, ist die Tatsache, dass ein Grossteil

bestehende Kontakte der Fachstelle Corporate Responsibi-

des weltweit gehandelten Goldes, das auch in dieser Bran-

lity einige Wirtschaftsbereiche herausgehoben. Dazu gehö-

che verwendet wird, hierzulande verarbeitet wird. Mit der

ren etwa die Schokoladen-, die Gold- und die Textilindustrie.

Fachstelle Corporate Responsibility und dem Kompetenz-

Thema sind wir seit 2018 in der Arbeitsgruppe «Living Income and Child Labor» der Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao, wo wir uns zusammen mit Unternehmen der Schokoladenindustrie und anderen Stakeholdern engagie-

Auch deshalb, weil diese Sektoren besondere Bezüge zur

team Luxury Management haben wir in der Abteilung Inter-

Schweiz haben und unser Land international mit ihnen ver-

national Business zwei Schwerpunkte vereint, die sich mit

bunden wird. Schokolade ist ein solches Markenzeichen.

dem Themenfeld eines verantwortungsvollen Luxusgüter-

Doch Kakao wird in Westafrika zum Teil von Kindern geern-

sektors auseinandersetzen. Solch eine Kombination von

tet. Von den Schokoladenfirmen wird erwartet, aktiv dafür zu

Know-how ist einzigartig in der Schweiz und auch attraktiv

sorgen, dass sich deren Bedingungen verbessern oder – so-

für Unternehmen, die etwa Fragen zu Menschenrechtsthe-

weit dies die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen vor Ort

men in ihren Lieferketten bearbeiten möchten.


56 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Woraus sollen die Tätigkeiten des Kompetenzschwerpunkts konkret bestehen?

zum Unternehmensverband amfori mit weltweit über 2000

Ziel ist es, das Thema «Business and Human Rights» solide

wir an der Schnittstelle zwischen Forschung und Anwendung

in alle vier Leistungsbereiche der ZHAW School of Manage-

Wissenstransfer und «Übersetzungsarbeit» zwischen den

ment and Law zu integrieren, das heisst in Lehre, Weiter­

Akteuren leisten, auch durch Beratungsaufträge und Schu-

bildung, angewandte Forschung und Entwicklung sowie Be-

lungen. Hier unterstützen wir unsere Netzwerkpartner in ihren

Mitgliedern ausgebaut. Gerade als Fachhochschule können

ratung. In den beiden Studiengängen der Abteilung International Business führen wir als Fachstelle Corporate Responsibility seit Langem jeweils ein Modul durch, das sich explizit mit dem Thema Wirtschaft und Menschenrechte beschäftigt. Von Beginn an arbeiten wir dort mit Gastdozierenden aus der Praxis zusammen, die den Studierenden etwa die Sichtweise einer NGO oder eines multinational tätigen Unternehmens auf die Thematik vermitteln. Daneben haben wir aber auch Forschungsprojekte realisiert. Etwa 2017 eine Studie zur Bedeutung und zum Stellenwert der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen in der Schweiz im Auf-

« Durch unsere Netzwerke und die Tätigkeiten in der Forschung ergeben sich viele Synergien für eine exzellente Lehre und Weiterbildung an der ZHAW School of Management and Law.»

trag des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) oder soeben eine Wirkungsbetrachtung des Sozialstandards amfori BSCI bei Lieferanten

Aktivitäten und finden mit ihnen zusammen Lösungen, wenn

der Migros in China. Bei der angewandten Forschung geht

es um strategische Fragestellungen etwa im Rahmen von

es nicht um die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit

Sorgfaltsprüfungen für Menschenrechte geht.

Grundlagen, etwa ethischen oder gesellschaftlichen Aspek-

che Projekte erfolgreich initiieren und durchführen zu können,

Wie können die Studierenden der ZHAW School of Management and Law von diesen Aktivitäten profitieren?

braucht es Dialog und Kooperation mit relevanten Akteuren,

Durch unsere Netzwerke und die Tätigkeiten in der Forschung

die die Diskussion um Wirtschaft und Menschenrechte in der

ergeben sich viele Synergien für eine exzellente Lehre und

Schweiz und weltweit mitgestalten. Unser Netzwerk aus For-

Weiterbildung an der ZHAW School of Management and

schungseinrichtungen, aber eben auch Unternehmen, inter-

Law. Unsere Studierenden finden Fragen einer werteorien-

nationalen Organisationen (z. B. International Labour Organi-

tierten, verantwortungsvollen Unternehmensführung wichti-

sation ILO), Wirtschaftsinitiativen oder NGOs haben wir im

ger denn je und sie sehen die Herausforderungen, denen sich

letzten Jahr erweitert bzw. gefestigt. So haben wir im Rah-

moderne Unternehmen beim Klimawandel, aber auch bei

men der erwähnten Wirkungsbetrachtung die Verbindungen

Fragen von Arbeitsbedingungen und Menschenrechten aktiv

ten von Unternehmensverantwortung, sondern um die Bearbeitung von Fragen, die sich in der Praxis ergeben. Um sol-


57 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

stellen müssen. Die öffentliche Diskussion ist für viele Anlass,

punkt «Business and Human Rights» decken wir ganz be-

auch über die Rolle nachzudenken, die sie selbst als zukünf-

sonders das Ziel 8 «Menschenwürdige Arbeit und Wirt-

tige Managerinnen und Manager spielen werden. Das zeigt

schaftswachstum» ab. Gerade an diesem Ziel zeigt sich die

sich auch bei den Diskussionen im Unterricht. Von uns als

enge Verknüpfung zwischen wirtschaftlicher und sozialer

ZHAW School of Management and Law erwarten sie, dass

Nachhaltigkeit, die wir mit unseren Aktivitäten aufzeigen und

wir diese Themen praxisnah aufgreifen und lösungsorientiert

unterstützen wollen.

vermitteln. Fachliche Grundlagen und methodische Ansätze – etwa die Durchführung von vorgelagerten Risikoabschätzungen von Unternehmensaktivitäten auf mögliche Verbindungen zu Menschenrechtsverletzungen – sind hochaktuelle Themen. Doch natürlich geht es auch um die Frage, wie die strategische Einbindung von Unternehmensverantwortung und ein glaubwürdiges Nachhaltigkeitsmanagement ökonomische Erfolgsfaktoren sein können. Junge und engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer können daraus Ideen für eigene Firmen schöpfen, die in einem Umfeld kritischer Erwartungen Lösungen auf den Markt bringen und wirtschaftlich erfolgreich umsetzen. Eine Hochschule, die sich bei solch wichtigen Themen auch kritischen Gedanken nicht verweigert und offen für neue Wege ist, wird dadurch die Verbindung zu ihren Absolventinnen und Absolventen und das Gemeinschaftsgefühl unter den Mitarbeitenden steigern können. Wenn wir also Gastvorträge aus unserem Netzwerk in unsere Lehrmodule einbringen, dann wird erlebbar, dass Menschenrechte nicht nur ein abstraktes Thema sind, sondern von Unternehmen strategisch wirklich mitgedacht werden. Darüber hinaus möchten wir unsere Studierenden durch «Business Projects» mit Firmen, die diese Themen bearbeiten, in Kontakt bringen bzw. im Rahmen von Bachelor- und Masterarbeiten stärker in grössere Forschungsprojekte integrieren. So planen wir aktuell ein Projekt über den Einsatz von Sozialstandards, mit denen in den globalen Lieferketten der Textilindustrie Arbeitssicherheit gemanagt werden kann. Dabei möchten wir Studierenden sowohl ausländischer Partnerhochschulen als auch aus Winterthur eine Mitarbeit und internationalen Austausch ermöglichen.

Welchen Beitrag leistet aus Ihrer Sicht der Kompetenzschwerpunkt zur Erreichung der SDGs? Als Mitglied der UN-Initiative PRME ist die ZHAW School of Management and Law aufgefordert, aktiver zu sein, als das vielleicht andere Business Schools sind, grade wenn es um das Erreichen der SDGs geht. Mit dem Kompetenzschwer-

Dr. Jörg Schmidt Jörg Schmidt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und stellvertretender Leiter der Fachstelle Corporate Responsibility an der ZHAW School of Management and Law. Dort beschäftigt er sich vorrangig mit dem Thema «Unternehmensverantwortung in globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten». Dazu gehört auch der Aspekt Wirtschaft und Menschenrechte beim Handel mit Rohstoffen. joerg.schmidt@zhaw.ch


Unser Engagement im PRME-Netzwerk « Für die ZHAW School of Management and Law ist 2018 das vierte Jahr der Mitgliedschaft bei PRME. Der Erfahrungs­ austausch mit anderen Business Schools im PRME Chapter DACH und in der PRME-Champions-Gruppe bietet Gelegenheit, sich an Best Practices zu orientieren und voneinander zu lernen.»

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.zhaw.ch/sml/prme


60 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Die ZHAW SML als Mitglied des PRME-Netzwerks Die ZHAW SML engagiert sich aktiv im PRME Chapter DACH und in der PRME-Champions-Gruppe.

PRME CHAPTER DACH Für den Erfahrungsaustausch ist die Teilnahme der ZHAW School of Management and Law im regionalen PRME Chap-

Aktivitäten

ter für die deutschsprachige DACH-Region von grosser Bedeutung. Der Austausch im PRME Chapter DACH trägt zur kontinuierlichen Weiterentwicklung hinsichtlich einer verantwortungsvollen Managementausbildung bei. Die ZHAW School of Management and Law ist aktives Mitglied im PRME Chapter DACH. Sie nimmt regelmässig an Chapter-

Chapter-DACH-Treffen: Das ChapterDACH-Treffen findet einmal jährlich statt und ist der zentrale Anlass für Mitglieder des Chapter, organisiert durch eine seiner Mitgliedshochschulen.

DACH-Treffen und -Konferenzen teil und hat im November 2017 das 5. PRME Chapter DACH Meeting zum Thema «5 Jahre PRME Chapter DACH – Vision 2022» sowie die schweizweit erste SDG Roadshow organisiert und ausgerichtet. Zudem hat die ZHAW School of Management and Law gemeinsam mit fünf weiteren Business Schools 2018 einen Videowettbewerb für Studierende lanciert. Ziel war es, den Studierenden Gehör zu verschaffen: In Kurzvideos sollten sie ausdrücken, was sie sich unter einer verantwortungsvollen Managementausbildung vorstellen und was sie sich

PRME-Forschungskonferenz: Diese versteht sich als Plattform für alle Mitglieder des PRME-Netzwerks und Forschende auf dem Gebiet der verantwortungsvollen Führungskräfteausbildung. Die Konferenz wird alle zwei Jahre durch das PRME Chapter DACH und in den Zwischenjahren jeweils durch ein anderes internationales PRME Chapter organisiert.

wünschen. Für seine Mitglieder und die interessierte Öffentlichkeit organisiert das Chapter DACH regelmässige Veranstaltungen und weitere Aktivitäten (vgl. Kasten rechts).

SDG Roadshows: Das Ziel der Verbreitung der SDGs verfolgt das PRME-Netzwerk mittels öffentlicher Anlässe, die zusammen mit den lokalen Netzwerken des UN Global Compact organisiert werden. Workshops der DACH-Arbeitsflächen: Die Mitglieder des Chapter DACH engagieren sich in thematischen Arbeitsflächen. Dazu gehören z. B. die Implementierung von PRME und den SDGs im Curriculum, die Zusammenarbeit mit studentischen Initiativen sowie die PRME-Berichterstattung.


61 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Zum Auftakt des Champions-Zyklus 2018/2019 fand vom 22. bis 23. Februar 2018 an der Audencia Business School in Nantes, Frankreich, das erste PRME Champions Meeting statt. Anwesend waren rund 50 Teilnehmende aus 34 Institutionen aus 20 Ländern.

PRME-CHAMPIONS-GRUPPE

DIALOG IM PRME-NETZWERK

Aus 689 teilnehmenden Hochschulen weltweit ist die ZHAW

2017 und 2018 hat die ZHAW School of Management and

School of Management and Law für den Zeitraum 2018 bis

Law an den folgenden Veranstaltungen teilgenommen:

2019 in die PRME-Champions-Gruppe aufgenommen worden. Die Champions-Gruppe setzt sich aus den insgesamt 38 fortschrittlichsten Wirtschaftshochschulen der internationalen PRME-Gemeinschaft zusammen. Sie verpflichten sich zur Realisierung der SDGs durch eine signifikante Transformation in Lehre, Forschung und Partnerschaften. Mit dem Leuchtturmprojekt «Mainstreaming the SDGs in PRME Institutions» wollen die PRME Champions gemeinsam an der Entwicklung von Modellen und Fallstudien arbeiten, die anderen Hochschulen helfen sollen, die SDGs in den Betrieb

Kalendarische Übersicht 2017

Veranstaltungen

April

Strategieworkshop des PRME Chapter DACH an der Hochschule Reutlingen (D)

November

5. PRME Chapter DACH Meeting an der ZHAW School of Management and Law (CH)

November

SDG Roadshow an der ZHAW School of Management and Law (CH)

2018

Veranstaltungen

Januar

Workshop des PRME Chapter DACH zum Thema «PRME-Berichterstattung» an der ZHAW School of Management and Law (CH)

Februar

Arbeitstagung des PRME Chapter DACH am Management Center Innsbruck (A)

zu integrieren.

1. PRME Champions Meeting an der Audencia Business School (F) Oktober

2. PRME Champions Meeting an der INCAE Business School (CR)

November

5. PRME-Forschungskonferenz an der Cologne Business School (D) 6. PRME Chapter DACH Meeting an der Cologne Business School (D)


62 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Erste Schweizer SDG Roadshow an der ZHAW SML Im Rahmen des 5. PRME Chapter DACH Meeting fand an der ZHAW SML im November 2017 eine Roadshow des PRME-Netzwerks zu den UN Sustainable Development Goals statt. HINTERGRUND

PODIUMSDISKUSSION

Die SDGs werden zwar wahrgenommen, ihre Integration in

Im zweiten Teil der Veranstaltung diskutierten Expertinnen

die strategische Entwicklung scheitert allerdings an einer

und Experten aus Wissenschaft und Praxis die Umsetzung

Vielzahl von Gründen. Hier setzt die SDG Roadshow mit dem

der SDGs in Unternehmen und Hochschulen. Moderiert

Ziel an, Unternehmerinnen und Unternehmer zu informieren

wurde die Podiumsdiskussion von Jonas Haertle, dem ehe-

und einen möglichen Mehrwert der Integration der SDGs in

maligen Leiter PRME des UN Global Compact. Am Gespräch

die Unternehmensstrategie aufzuzeigen. In der Informations-

nahmen Antonio Hautle (UN Global Compact Netzwerk

und Diskussionsveranstaltung, die in Kooperation mit dem

Schweiz), Dr. Elgin Brunner (BSD Consulting), Prof. Dr. Lutz

UN Global Compact Netzwerk Schweiz und «öbu», dem Ver-

E. Schlange (HTW Chur) und Christian Hunziker (Hunziker

band für nachhaltiges Wirtschaften, stattfand, diskutierten

Partner AG) teil. Dabei wurden Fragen wie «Warum sind die

Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft

SDGs für Unternehmen, Hochschulen und jeden Einzelnen

über die Bedeutung der SDGs für (kleine und mittlere) Unter-

wichtig?», «Welches sind die wichtigsten Ziele auf Unterneh-

nehmen, Hochschulen und Privatpersonen. Rund 120 Stu-

mens- und Hochschulebene?» und «Wie müssen Unterneh-

dierende, Mitarbeitende sowie externe Gäste nutzten die

men, Hochschulen und andere Akteure zusammenarbeiten,

Gelegenheit und informierten sich über die 17 Ziele für nach-

um zur Erreichung der SDGs beizutragen?» erörtert.

haltige Entwicklung.

KURZE EINFÜHRUNGSVORTRÄGE Nach einer kurzen Einführung in die SDGs durch Antonio Hautle, Senior Programme Leader des UN Global Compact Netzwerks Schweiz, wurde deren Bedeutung für Unternehmen, Wirtschaftssektoren und Hochschulen in Form von fünf Vorträgen erläutert. Unter anderem wurde den Fragen nachgegangen, inwiefern Unternehmen die SDGs

« Die SDG Roadshow verfolgt das Ziel, Unternehmen die Ziele für nachhaltige Entwicklung näherzubringen. Erstmals fand sie nun auch in der Schweiz statt.»

Marie-Christin Weber, PRME-Koordinatorin ZHAW School of Management and Law

in ihren eigenen Aktivitäten verankern können, welche Wettbewerbsvorteile und Chancen die SDGs für die Hotellerie in

POSTER SESSION UND APÉRO

Graubünden bieten und welche Rolle Hochschulen bei der

Beim abschliessenden Apéro nutzten die Teilnehmenden die

Erfüllung der SDGs spielen. Dr. Petra Molthan-Hill lieferte ei-

Gelegenheit zum persönlichen Austausch und Networking.

nen Überblick zur Umsetzung der SDGs an der Nottingham

Zudem hatten sie die Möglichkeit, die SDGs in Form einer

Business School/Nottingham Trent University, UK.

Poster Session ausführlicher kennenzulernen.


63 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Jonas Haertle, Prof. Dr. Lutz E. Schlange, Oana Laura Libotte, Antonio Hautle, Christian Hunziker, Dr. Elgin Brunner, Dr. Petra Molthan-Hill und Dr. Katharina Hetze (v. l. n. r.) diskutierten die Bedeutung der SDGs für Unternehmen, Wirtschaftssektoren und Hochschulen.


64 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

PRME4US: Videowettbewerb für Studierende Die PRME-Gemeinschaft traf sich im November 2018 in Köln zur 5. PRME-Forschungskonferenz in Verbindung mit dem 6. PRME Chapter DACH Meeting. Dabei wurden im Rahmen einer be­ sonderen Preisverleihung die Gewinnerinnen und Gewinner des PRME4US-Videowettbewerbs ausgezeichnet.

5. PRME-FORSCHUNGSKONFERENZ

rungen sind die SDGs ein wertvoller Leitfaden bzw. ein Kom-

Vom 12. bis 13. November 2018 fand die 5. PRME-For-

pass zur Navigation.

schungskonferenz statt, organisiert vom Center for Ad­ vanced Sustainable Management der Cologne Business

Der Videowettbewerb wurde von sechs Partnerorganisatio-

School. Die PRME-Forschungskonferenz versteht sich als

nen des PRME Chapter DACH (Management Center Inns-

Plattform für alle Mitglieder des PRME-Netzwerks und For-

bruck, Cologne Business School, FHWien der WKW, Wirt-

schende auf dem Gebiet der verantwortungsvollen Füh-

schaftsuniversität Wien, Hochschule für Technik und Wirt-

rungskräfteausbildung und findet alle zwei Jahre im Raum

schaft Chur und ZHAW School of Management and Law)

Deutschland, Österreich, Schweiz statt. Nach einführenden

organisiert mit dem Ziel, authentische Stimmen aus aller Welt

Worten von Florencia Librizzi, ehemalige Senior Managerin

einzubeziehen. Von der ZHAW School of Management and

PRME, diskutierten die zahlreichen Teilnehmenden aus Wis-

Law war Marie-Christin Weber, PRME-Koordinatorin der

senschaft und Praxis über die verantwortungsvolle Führung

Hochschule, als Jurymitglied vor Ort. Eingereicht wurden 26

in der Ausbildung von Nachwuchskräften.

Videobeiträge von 80 Teilnehmenden aus neun Ländern und vier Kontinenten. Das Gewinnerteam der Fundação Instituto

STUDIERENDE ENTWICKELN IDEEN FÜR EINE VERANTWORTUNGSVOLLE MANAGEMENTAUSBILDUNG

de Administração (Brasilien) sowie die Zweitplatzierten der

Im Rahmen der Konferenz waren weltweit Studierende auf-

reich) waren ebenfalls zu der Veranstaltung eingeladen. Die

gerufen, ein zweiminütiges Video zu gestalten, in dem sie ihre

eingereichten Videos können auf YouTube unter #prme4us

Ansichten und Ideen zu einer verantwortungsvollen Manage-

abgerufen werden.

Deakin University (Australien), der University of São Paulo (Brasilien) sowie des Management Center Innsbruck (Öster-

mentausbildung teilen. Die zahlreichen Videos zeigten auf eindrückliche Weise, warum eine verantwortungsvolle Ma-

6. PRME CHAPTER DACH MEETING

nagementausbildung wichtig ist und wie die Studierenden

Parallel zur Forschungskonferenz fand das 6. PRME Chapter

von ihren Hochschulen auf die beruflichen Anforderungen in

DACH Meeting statt. Im Chapter DACH befinden sich mittler-

unserer Welt im Kontext der globalen Herausforderungen

weile 59 Hochschulen, darunter auch die ZHAW School of

vorbereitet werden.

Management and Law. Im Rahmen des Meetings wurde Prof. Dr. Elisabeth Fröhlich, Präsidentin der Cologne Business

Die Ideen zur Umsetzung einer verantwortungsvollen Ma-

School, zur neuen Sprecherin des PRME Chapter DACH er-

nagementausbildung hätten nicht unterschiedlicher sein

nannt. Sie wird sich damit verstärkt für die Zusammenarbeit

können. Es wurde gezeichnet, geschauspielert und getanzt.

zwischen den deutschsprachigen Hochschulen im Themen-

Von alltäglichen Nachhaltigkeitsentscheidungen bis hin zu

feld Nachhaltigkeit einsetzen. Ausserdem nutzten die anwe-

einem Blick in die Zukunft wurde das Thema auf vielseitige

senden Mitglieder der Hochschulen des PRME Chapter

Weise beleuchtet. In einem Punkt waren sich jedoch alle Ein-

DACH die Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen

reichenden einig: In Anbetracht der globalen Herausforde-

und weiter an ihrer Strategie 2017 bis 2018 zu arbeiten.


65 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Die PRME-Forschungskonferenz versteht sich als Plattform für alle Mitglieder des PRME-Netzwerks und Forschende auf dem Gebiet der verantwortungsvollen Führungskräfteausbildung und fand vom 12. bis 13. November 2018 zum fünften Mal statt.

Das Gewinnerteam des PRME4US-Videowettbewerbs erhielt den «Student Voice for RME Award» im Rahmen einer besonderen Preisverleihung.


Aussercurriculare Aktivitäten und Veranstaltungen « Im Rahmen verschiedener aussercurricularer Aktivitäten und Veranstaltungen unterstützt die ZHAW School of Management and Law den Dialog und die Diskussion mit ihren Studierenden, Alumni und Mitarbeitenden sowie der Wirtschaft, der Zivilgesellschaft und anderen Interessen- und Anspruchsgruppen zu Fragen der gesellschaftlichen Verantwortung und der Nachhaltigkeit.»

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.zhaw.ch/sml/prme


68 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Alumni Services

Bindeglied zwischen Studierenden, Mitarbeitenden und Alumni der ZHAW SML Alumni Services sorgt unter anderem mit Events für mehr Vernetzung zwischen Ehemaligen, Studierenden und Dozierenden.

IN VERBINDUNG BLEIBEN

Im Vordergrund steht dabei – nebst dem Networking – der

Wer erinnert sich nicht mit Freude an die Studienzeit und

Wissenstransfer durch Keynote Speaker zu fachspezifi-

möchte nach Möglichkeit von Zeit zu Zeit wieder an seine

schen Themen. Zu den jährlichen Highlights gehört laut

Alma Mater zurückkehren? Mit Alumni Services bietet die

Reifler der Alumni Homecoming Day. Dieser findet jeweils im

ZHAW School of Management and Law eine Plattform für

Herbst statt und richtet sich exklusiv an alle ehemaligen Stu-

alle, die mit ihrer früheren Hochschule, mit ihrem Studienort

dierenden und Mitarbeitenden der ZHAW School of Ma-

Winterthur und untereinander in Kontakt bleiben möchten.

nagement and Law. «Unser Ziel ist es, mit unseren Absol-

Alumni Services, das dem Stabsbereich Marketing angegliedert ist, stärkt das Verbundenheitsgefühl von Studierenden, Alumni und Dozierenden mit ihrer (ehemaligen) Hochschule und schafft dauerhaft Netzwerke. Im Rahmen des STRIP «Gesellschaftliche

Verantwortung

und Unternehmertum» organisiert das Alumni Services Team, bestehend aus Harri Reifler und Valentina Vergallo, regelmässig Veranstaltungen rund um das Thema Netzwerk und bietet Unterstützung für die Alumni-Vereine

und

Alumni-

Chapters der einzelnen Studiengänge (z.  B. Chapter Banking & Finance, Chapter Risk & Insurance).

« Unsere Ziele bestehen darin, Brücken zu bauen, Synergien zu schaffen und das Verbundenheitsgefühl von Studierenden, Alumni und Mitarbeitenden mit ihrer (ehemaligen) Hochschule zu stärken.»

Valentina Vergallo, Alumni Services ZHAW School of Management and Law

EVENTS ZUM VERNETZEN Das

Veranstaltungsangebot

für

Studierende, Mitarbeitende und Ehemalige ist vielfältig und beinhaltet sowohl einmalige als

ventinnen und Absolventen auch nach ihrem Studium den

auch jährlich stattfindende formelle und informelle Events

Kontakt aktiv zu pflegen und ihnen Zugang zu den relevan-

(vgl. nachstehender Kasten). Die formellen Veranstaltungen

ten Communitys und Thinktanks zu ermöglichen, die im

finden – abgesehen vom Alumni Homecoming Day – vorwie-

Alumni-Bereich der ZHAW School of Management and Law

gend im kleineren Rahmen von 20 bis 100 Personen statt.

bestehen. Der Alumni Homecoming Day ist die ideale Platt-


69 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Alumni Services, bestehend aus Valentina Vergallo und Harri Reifler, berät, unterstützt, koordiniert und vernetzt aktuelle und ehemalige Studierende der ZHAW School of Management and Law.

form dafür. Der Anlass bietet Gelegenheit, sich mit ehemaligen Dozierenden und Studienkolleginnen und -kollegen zu treffen und auszutauschen», so Reifler. «Am 11. Mai 2019 ist zudem erstmals ein spezifischer Event zu einem der 17 SDGs geplant», erklärt Reifler. Unter dem Motto «Taten statt Worte: Ein Tag für die Nachhaltigkeit auf der Alp» lädt Alumni Services alle Studierenden, Alumni und Mitarbeitenden der ZHAW School of Management and Law ein, die Alpkorporation Schrina Walenstadtberg bei verschiedenen Aktivitäten wie beispielsweise der Weideräumung, dem Zäunen oder dem Mähen zu unterstützen. «Mit dem freiwilligen Arbeitseinsatz möchten wir einen Beitrag zur Erreichung des Ziels Nr. 15 «Leben an Land» leisten», betont Reifler. Der Event findet – genau wie die SML-Kleidertauschbörse im Oktober 2018 – in enger Zusammenarbeit mit PRME statt.

MIT BERATUNG KARRIERECHANCEN ERHÖHEN Zusätzlich besteht für Studierende und Alumni die Möglichkeit, sich im Career und Alumni Services Office in den Bereichen Beruf, Karriere und Netzwerk beraten zu lassen. Career Services gibt beispielsweise den Studierenden Feedback zur optimalen Gestaltung des Lebenslaufs oder bietet ein Videointerview-Training mit anschliessendem optionalem Feedback-Gespräch an.  www.zhaw.ch/de/sml/studium/alumni-services

Auswahl Events – SML Sport Challenge: Hierbei stehen sich Alumni, Studierende und Mitarbeitende der ZHAW SML in freundschaftlichen Turnieren gegenüber. – SML-Töggeli-Masters: DDie SML-Töggeli-Masters zeigen, dass das «Töggele» noch immer ein beliebter Zeitvertreib unter Studierenden, Mitarbeitenden und Alumni ist. – Meet & Grill: Studierende, Alumni und Dozierende der ZHAW SML lassen Ende September das Herbstsemester ein- und den Sommer ausklingen. – SML-Kleidertauschbörse: Studierende, Mitarbeitende und Alumni der ZHAW SML haben die Möglichkeit, bei Musik und Getränken gebrauchte Kleider zu tauschen. – Alumni Homecoming Day: Der Flag­ ship-Event richtet sich an alle ehemaligen Studierenden der ZHAW SML und ihre Dozierenden. – Fondueplausch: Alumni der ZHAW SML sind im Winter zum Fondueplausch eingeladen.


70 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Tauschen statt Kaufen: erste Kleidertauschbörse an der ZHAW SML «Fast Fashion» – ein Geschäft mit Nebenwirkungen Laut dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) geben die Schweizerinnen und Schweizer pro Kopf und Jahr rund 6 kg Textilien zur Altkleidersammlung. Die restlichen nicht mehr benötigten Kleider werden entweder privat weitergegeben oder mit dem Haushaltskehricht entsorgt. KLEIDERTAUSCH STATT SHOPPINGRAUSCH

kreten Beispielen aus der Textilindustrie zu jedem einzelnen

Und trotzdem sind unsere Kleiderschränke überfüllt. Bis zu

dieser Ziele wurde verdeutlicht, welchen Belastungen Mensch

24 Kollektionen bringen Modelabels wie Zara oder H&M jähr-

und Umwelt insbesondere bei der Produktion von Textilien in

lich heraus – ein Geschäft mit Nebenwirkungen für Mensch

Entwicklungsländern ausgesetzt sind und inwiefern diese Be-

und Umwelt. Kleidertauschpartys setzen diesem Trend der

dingungen einer nachhaltigen Entwicklung entgegenstehen.

Fast Fashion etwas entgegen: Kleidung, die trotz guten Zu-

Am Ende konnten die Teilnehmenden ihr Wissen im Rahmen

stands nicht mehr getragen wird, kann umsonst gegen an-

eines Sustainable-Fashion-Quiz unter Beweis stellen.

dere Kleidungsstücke eingetauscht werden. Eine solche Kleidertauschbörse fand am 9. Oktober 2018 erstmals auch an der ZHAW School of Management and Law statt. Rund 200 Studierende, Mitarbeitende und Alumni beteiligten sich an der Aktion und gaben im Vorfeld Hosen, Shirts, Schuhe, Accessoires usw. beim Career & Alumni Services Office der ZHAW School of Management and Law ab. Für jedes mitgebrachte Teil gab es einen Jeton, der zum Erwerb eines anderen Teils berechtigte.

« Das Thema Nachhaltigkeit ist aktueller denn je und zugleich in der Strategie der ZHAW SML verankert. Alumni Services leistet hier mit der Kleidertauschbörse einen sinnvollen Beitrag.»

Harri Reifler, Alumni Services ZHAW School of Management and Law

HERAUSFORDERUNGEN IN DER TEXTILBRANCHE Neben dem Tauschen von Kleidern sollte der Event auch dazu

MODE MIT ZUKUNFT

dienen, über Probleme und Herausforderungen der Textilindu-

Um die sozialen und ökologischen Probleme der Fast Fa­

strie in Bezug auf soziale und ökologische Aspekte aufzuklä-

shion zu mindern, hat sich in den letzten Jahren das Kon-

ren. Auf Infotafeln wurden die SDGs vorgestellt. Mit ganz kon-

zept der Slow Fashion entwickelt. Zur Slow Fashion zählt


71 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Rund 200 Studierende, Mitarbeitende und Alumni der ZHAW School of Management and Law tauschten an der ersten SML-Kleidertauschbörse gebrauchte Mode.

aber nicht nur nachhaltig produzierte Mode, sondern auch

dest, wer und was mit deinem Geld unterstützt wird.» Zudem

gebrauchte und getauschte Kleidung. Ausschlaggebend

rät Lanz Verbraucherinnen und Verbrauchern, sich beim Klei-

für den Erfolg von Slow Fashion sind dabei das Bewusst-

derkauf an Textilsiegeln zu orientieren, die Aufschluss darü-

sein der Konsumentinnen und Konsumenten für nachhal-

ber geben, ob und inwieweit ein Produkt bzw. ein Unterneh-

tige Kleidung und die Bereitschaft, nachhaltige Kleidung zu

men soziale und/oder ökologische Mindeststandards einhält.

kaufen.

Dazu zählt beispielsweise der Global Organic Textile Standard (GOTS), ein Siegel, das eine transparente Produktions-

Um ihnen genau solche Produkte zugänglich zu machen,

kette vom Baumwollfeld bis zum fertigen Kleidungsstück

hat Sebastian Lanz die Onlineplattform RRRevolve und den

sowie hohe soziale und ökologische Standards garantiert.

gleichnamigen «Eco Concept Store» ins Leben gerufen. Hier

Auch das Siegel der Fair Wear Foundation in Form eines ro-

vertreiben er und sein Team Modelabels, die nach hohen

ten Kleiderbügels findet sich immer häufiger in Kleidungsstü-

sozialen und ökologischen Standards produziert und gehan-

cken wieder und gewinnt zunehmend an Bekanntheit. Unter-

delt werden. Die drei «R» im Namen stehen dabei genau für

nehmen, die dieses Gütesiegel tragen, gelten als Leader bei

die Idee von Slow Fashion: Reduce, Reuse, Recycle.

der Durchsetzung arbeitsrechtlicher und sozialer Standards in der Textilindustrie.

Im Rahmen der Kleidertauschbörse hielt Sebastian Lanz einen informativen Vortrag zu den Herausforderungen nachhal-

AUSBLICK

tig produzierter und fair gehandelter Mode. Denn auch wenn

«Die erste Kleidertauschbörse an der ZHAW School of Ma-

die Nachfrage nach fairer Mode langsam steigt, macht die

nagement and Law fand bei Studierenden, Mitarbeitenden

konventionelle Fast Fashion noch immer den Hauptteil des

und Alumni guten Anklang. Es war spannend zu sehen, wie

Marktes aus. So fehlt Herstellern und Händlern von fairer

viele schöne Stücke einen neuen Besitzer fanden», ziehen die

Mode oft die Macht, Veränderungen im grossen Stil voranzu-

Veranstalter ein positives Fazit. «Das nächste Mal möchten

treiben. Hier sind wieder die Konsumentinnen und Konsu-

wir den Event innerhalb der ZHAW noch bekannter machen»,

menten gefragt. Denn, so formuliert es RRRevolve: «Jeder

so Reifler. Die nächste Kleidertauschbörse findet am 10. Ok-

Kassenbon ist auch ein Abstimmungszettel. Du entschei-

tober 2019 statt.


72 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

SML Impact Entrepreneurship: Nach­ haltige Unternehmensideen fördern Sieben Fragen an Ramona Lieser, Projektleiterin des Impact-Entrepreneurship-Programms der ZHAW SML Frau Lieser, das Programm wurde 2017 an der ZHAW School of Management and Law im Rahmen des STRIP «Gesellschaftliche Verantwortung und Unternehmertum» ins Leben gerufen. Was war die Motivation?

zen sich beispielsweise mit ihren Produkten und Services für

Themen der nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung und

chen Mehrwert schaffen und einen Beitrag zur Lösung gesell-

gesellschaftlichen Verantwortung stehen bei etablierten Un-

schaftlicher Probleme leisten, anstatt den eigenen finanziel-

ternehmen schon seit geraumer Zeit im Fokus. Seit rund zwei

len Gewinn zu maximieren. Nichtsdestotrotz erwirtschaften

bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen, die Reduzierung von Umweltverschmutzung, den Ausbau von Bildungsangeboten oder die Bekämpfung von Hunger und Armut ein. Mit ihrer Geschäftsidee wollen sie in erster Linie gesellschaftli-

Jahrzehnten ist diese Entwicklung auch im Bereich der Unternehmens-Neugründungen zu beobachten. Krisen in Umwelt und Natur, steigende wirtschaftliche Ungleichheiten und die negativen Auswirkungen der Globalisierung verlangen nach Engagement. Dadurch hat die Thematik Impact Entrepreneurship in den letzten Jahren weltweit, aber auch in der Schweiz vermehrt an Bedeutung gewonnen. Dies zeigen erfolgreich wachsende Initiativen wie z. B. die Social Entrepreneurship Initiative & Foundation seif oder auch der Impact Hub in Zürich. Auch Innosuisse bietet spezialisierte Social Entrepreneurship Trainings an. In den letzten Jahren haben wir an der ZHAW

« Mit ihrer Geschäftsidee wollen Impact Entrepreneurs in erster Linie gesellschaftlichen Mehrwert schaffen und einen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Probleme leisten, anstatt den eigenen finanziellen Gewinn zu maximieren.»

School of Management and Law ein steigendes Interesse und zunehmende Aufmerksamkeit im Bereich Impact Entrepreneurship seitens Studierender und des Mittel-

«Impact Businesses» früher oder später Umsatz und Profit,

baus beobachtet. Um diese potenziellen Jungunternehmerin-

der wiederum reinvestiert wird, um die Geschäftstätigkeit

nen und -unternehmer bei der Verwirklichung ihrer Idee zu

langfristig aufrechterhalten zu können.

unterstützen, wurde das Programm ins Leben gerufen.

Was machen «Impact Entrepreneurs»?

Gründen will gelernt sein. Welche Unterstützung bietet das Programm den Teilnehmenden?

Impact Entrepreneurs helfen dabei, globale und lokale gesell-

Um Gutes für die Gesellschaft zu tun und einen dauerhaften

schaftliche Probleme unternehmerisch zu lösen. Dabei enga-

Impact zu bewirken, brauchen Impact Entrepreneurs Zugang

gieren sie sich in ganz unterschiedlichen Bereichen. Sie set-

zu finanziellen Mitteln, Unternehmerwissen und eine Com-


73 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Mit dem Impact-Entrepreneurship-Programm fördert die ZHAW School of Management and Law unter anderem nachhaltige Industrialisierung und Innovationen und trägt so zur Erreichung des SDG 9 bei. Im Interview stellt Ramona Lieser das Programm, das jährlich zwei bis vier Teams bei der Umsetzung ihrer nachhaltigen Geschäftsidee unterstützt, vor.

munity von Gleichgesinnten, mit denen sie sich austauschen

Erfahrungen und Hürden anderer Start-ups tragen wesent-

und vernetzen können. Wir bieten sozialinnovativen Gründe-

lich zum Erfolg bei. Ebenfalls bieten wir regelmässig Round

rinnen und Gründern über einen Zeitraum von sechs bis zu

Tables, Lunches und Netzwerkveranstaltungen an, bei denen

18 Monaten professionelle Gründungsunterstützung. Unser

sich die Start-ups untereinander, aber auch mit potenziellen

Netzwerk von Coaches steht den Teilnehmenden über den

Kunden, Partnern und Investoren austauschen können.

gesamten Zeitraum beratend zur Seite. Dabei handelt es sich terne Expertinnen und Experten, die bereits selber ein Social

An wen richtet sich das Programm und welche Kriterien müssen zur Aufnahme erfüllt werden?

Business gegründet haben oder langjährige Praxiserfahrung

Am Programm können Studierende, Mitarbeitende und

in verschiedenen Unternehmensbereichen mitbringen. Die

Alumni der ZHAW School of Management and Law teilneh-

Social Start-ups werden bei der Entwicklung ihres Geschäfts-

men – sowohl als Einzelpersonen als auch im Team. Wobei

modells unterstützt und erhalten je nach Bedürfnis tiefer­

im Team mindestens eine Person Bezug zur ZHAW School of

gehende Fachberatungen zu Themen wie beispielsweise

Management and Law haben muss. Wir unterstützen jährlich

Marketing, dem Verfassen von Patentanträgen oder oder zu

zwei bis vier Ideen, wobei eine Aufnahme in das Programm

Rechtsfragen. Zudem stellen wir ihnen einen Co-Working-Ar-

jederzeit möglich ist. Die Auswahl der Ideen, die in das Pro-

beitsplatz im RUNWAY Start-up Incubator zur Verfügung.

gramm aufgenommen werden, findet nach einer schriftlichen

Dieser befindet sich unter dem innovativen Dach des Techno-

Bewerbung und einem Erstgespräch mit dem Institut für In-

parks Winterthur und ermöglicht, neben dem gezielten Ar­

novation und Entrepreneurship statt. Neben den Auswahlkri-

beiten am eigenen Geschäftskonzept, den Austausch mit

terien Team und Geschäftsmodell steht dabei vor allem der

«Gleichgesinnten». Die dadurch gewonnenen Einblicke in

Impact der Idee im Vordergrund.

zum einen um Dozierende der ZHAW, zum anderen um ex-


74 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Ein Start-up, das im Juli 2018 in das Programm aufgenommen wurde, ist die Prognolite GmbH. Was zeichnet deren Idee aus?

Im Jahr 2019 wird mit «Buy Food with Plastic» ein weiteres Start-up in das Programm aufgenommen. Was ist darüber hinaus geplant?

2018 haben wir zwei Start-ups bei der Umsetzung ihrer Ge-

Die Initiative «Buy Food with Plastic» wurde von zwei Studie-

schäftsidee unterstützt – darunter die Prognolite GmbH. Si-

renden der ZHAW School of Management and Law ins Le-

mon Michel, der an der ZHAW School of Management and

ben gerufen. Ziel sind die Verminderung von Plastikmüll und

Law im Bachelorstudiengang Betriebsökonomie studierte,

die gleichzeitige Bekämpfung von Hunger und Armut in Ent-

bietet gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Roman Li-

wicklungsländern. Neben der Aufnahme weiterer sozialer

ckel, ZHAW-Alumni in Computer Science, eine Lösung für

Jungunternehmerinnen und -unternehmer planen wir diverse

eine der grössten Herausforderungen von Gastronomiebe-

Workshops zum Thema «Impact». So wird einer unter ande-

trieben – die unbekannte Anzahl zu erwartender Gäste. Die

rem das Thema «Impact Measurement» behandeln. Von So-

Gastronomie ist wie kaum eine andere Branche von Saisona-

cial Entrepreneurs wird häufig erwartet, dass sie gegenüber

litäten, Wetter und Feiertagen abhängig. Das führt dazu, dass

Investoren und anderen Stakeholdern ihren Erfolg bzw. die

die 30 000 Schweizer Wirtinnen und Wirte Jahr für Jahr Le-

gesellschaftliche Wirkung ihres Unternehmens nachweisen.

bensmittel im Wert von rund einer halben Milliarde Franken

Genau darin möchten wir die Start-ups unterstützen. Der

wegwerfen. Die beiden Jungunternehmer sind überzeugt,

Workshop widmet sich unter anderem der Relevanz, Mes-

dass sich aus langfristigen Absatzzahlen, Kalenderdaten und

sung und Bewertung von Impact. Zudem besteht für unsere

dem aktuellen Wetterbericht die Anzahl der Gäste in Gastro-

Programmteilnehmenden weiterhin die Möglichkeit, an

nomiebetrieben prognostizieren und sich somit die Masse an

Social-Entrepreneurship-Kursen von Innosuisse, der Schwei-

weggeworfenen Lebensmitteln verringern lässt. Zudem

zerischen Agentur für Innovationsförderung, teilzunehmen.

konnte das Start-up den Schweizer Kantinenbetreiber SV Group für ein Pilotprojekt gewinnen.

In Ihrer Arbeit als Projektleiterin des SML-Impact-Entrepreneurship-Programms begleiten Sie täglich Start-ups bei der Entwicklung ihrer Geschäftsidee. Was gefällt Ihnen daran besonders? Ich bin immer wieder beeindruckt, mit wie viel Leidenschaft, Energie und Mut unsere Social Start-ups an der Umsetzung ihres Geschäftskonzepts arbeiten. Mit ihrer Idee machen sie die Welt ein Stück besser und bewirken eine Veränderung in der Gesellschaft. Neben der eigentlichen Projektentwicklung fasziniert mich vor allem auch die persönliche Entwicklung der Teilnehmenden von Studierenden zu erfolgreichen Unternehmensgründerinnen und -gründern. Im Lauf der Zeit ist eine grosse Steigerung unter anderem bei der Entwicklung von Präsentations-Skills, dem Aneignen von fachlichem Know-how und dem professionellen und sicheren Auftreten vor verschiedenen Anspruchsgruppen zu beobachten.

www.zhaw.ch/sml/impact

Ramona Lieser Ramona Lieser ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Innovation und Entrepreneurship und Projektleiterin des Impact-Entrepreneurship-Programms der ZHAW School of Management and Law. ramona.lieser@zhaw.ch


76 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Studierendeninitiative «Nachhaltige Entwicklung» Vier Fragen an Marie-Christin Weber zum Aufbau einer Studierendeninitiative im Bereich der nachhaltigen Entwicklung an der ZHAW SML Welche Rolle spielen Studierendeninitiativen bei der nachhaltigen Entwicklung von Hochschulen?

und können gemeinsam diesen Interessen nachgehen. Zum

Der Transformationsprozess von Hochschulen in Richtung

wicklung der von den Arbeitgebern geforderten Soft Skills

Nachhaltigkeit kann auf zwei unterschiedliche Arten gelingen.

wie kommunikative Kompetenz, Netzwerkfähigkeiten oder

Zum einen können Veränderungen durch Top-down-Strate-

Führungsqualitäten. Somit kann der Nachweis von ausser-

gien umgesetzt werden, bei denen Massnahmen durch die

curricularem Engagement beim Berufseinstieg helfen.

anderen unterstützt aussercurriculares Engagament die Ent-

Leitungsebene geplant und festgelegt werden. Zum anderen existieren Bottom-up-Strategien, bei denen der Wandel in der Hochschule durch einzelne Akteure bzw. Akteursgruppen initiiert wird. Vor allem Studierendeninitiativen, als Bottom-up-Massnahme, haben grosses Potenzial, einen Transformationsprozess in Richtung Nachhaltigkeit zu starten.

Im Rahmen des STRIP «Gesellschaftliche Verantwortung und Unternehmertum» ist nun der Aufbau einer solchen Studierendeninitiative an der ZHAW School of Management and Law geplant. Wie genau wird diese aussehen? Anders als bei vielen Business Schools existiert an der ZHAW

Was kann man sich unter einer Studierenden­ initiative im Bereich der nachhaltigen Entwicklung vorstellen?

School of Management and Law bisher noch keine studenti-

Bei einer Studierendeninitiative handelt es sich um eine

Corporate Responsibility, Nachhaltigkeit und Ethik zeigen je-

Gruppe von Studierenden, die sich neben ihrem Studium eh-

doch, dass sich in jeder Klasse Studierende mit besonderem

renamtlich an der eigenen Hochschule engagieren. Im Be-

Interesse und ausgeprägter Motivation für den Themen­

reich der Nachhaltigkeit geschieht dies oft im Rahmen von

bereich befinden. Diese Studierenden sollen im Herbstse-

sche Initiative im Bereich der nachhaltigen Entwicklung. Die Erfahrungen aus dem Unterricht zu den Themenbereichen

Projekten zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung an der Hochschule. Dazu gehören beispielsweise Bücherund Kleidertauschbörsen, Filmabende zu Themen einer nachhaltigen Entwicklung sowie Vorträge und Workshops mit Unternehmen, Organisationen und Personen, die sich um Nachhaltigkeit verdient gemacht haben.

Warum sollten sich Studierende neben ihrem Studium engagieren? Es gibt zahlreiche Gründe, warum Studierende aussercurriculare Aktivitäten nachgehen sollten. Zum einen treffen sie so Menschen mit gleichen Interessen

« Vor allem Studierendeninitiativen, als Bottom-up-Massnahme, haben grosses Potenzial, einen Transformationsprozess in Richtung Nachhaltigkeit zu starten.»


77 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Marie-Christin Weber erläutert im Interview den Aufbau einer Studierendeninitiative im Bereich der nachhaltigen Entwicklung an der ZHAW School of Management and Law. Ziel der Studierendeninitiative ist es unter anderem, eine positive Wirkung in der Gesellschaft zu mindestens einem der 17 SDGs zu entfalten.

mester 2019 die Möglichkeit bekommen, den ersten Nach-

besserungen zu erkennen. Ziele des Nachhaltigkeitstags

haltigkeitstag an der ZHAW School of Management and Law

sind die Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung für nach-

im Rahmen eines freiwilligen Engagements zu organisieren

haltigkeitsspezifische Themen bei Studierenden und Mitar-

und durchzuführen. Ein solcher Event wurde bereits an an-

beitenden der Hochschule sowie die Förderung des Dialogs

deren Business Schools erfolgreich durchgeführt und wurde

in diesem Bereich.

auch von Studierenden der ZHAW School of Management and Law als erfolgversprechend eingestuft.

Wer kann an der Organisation des Nachhaltigkeitstags teilnehmen und was erwartet die Studierenden genau? Teilnehmen können alle Bachelor- und Masterstudierenden der ZHAW School of Management and Law, die Interesse an Themen der nachhaltigen Entwicklung und des verantwortungsvollen Wirtschaftens haben sowie Kreativität und eigene Ideen mitbringen. Die inhaltliche Entwicklung des Nachhaltigkeitstags liegt dabei voll und ganz in den Händen der Studierenden. Sie bekommen die Möglichkeit, einen kritischen Blick auf die eigene Hochschule zu werfen und – im Austausch mit den dazugehörigen Verantwortlichen an der ZHAW School of Management and Law – Potenzial für Ver-

Marie-Christin Weber Marie-Christin Weber ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fachstelle Corporate Responsibility und PRME-Koordinatorin der ZHAW School of Management and Law. Sie ist unter anderem zuständig für den Aufbau einer Studierendeninitiative im Bereich der nachhaltigen Entwicklung. marie-christin.weber@zhaw.ch


78 | UN PRME Fortschrittsbericht 2017 – 2018

Ausblick auf 2019 und 2020

Für den Zeitraum 2019 bis 2020 setzen wir uns in Bezug auf die PRME-Prinzipien die folgenden Ziele.

PRME ROADMAP 2020/2021

DIALOG

Wir werden die PRME Roadmap für den Zeitraum 2020/2021

Zur Förderung des Dialogs im Bereich der Nachhaltigkeit

verabschieden und die darin enthaltenen Massnahmen um-

werden wir im Jahr 2019 verschiedene Aktivitäten an der

setzen.

ZHAW School of Management and Law durchführen.

STRIP «GESELLSCHAFTLICHE VERANTWORTUNG UND UNTERNEHMERTUM»

Dazu gehört der erste Nachhaltigkeitstag an unserer Hochschule – organisiert von Studierenden für Studierende.

Die Aktivitäten in allen vier Initiativen des STRIP «Gesellschaftliche Verantwortung und Unternehmertum» werden

Des Weiteren ist ein Stammtisch für gesellschaftliche Verant-

weitergeführt und ins Alltagsgeschäft der ZHAW School of

wortung geplant. Dieser wird vierteljährlich stattfinden und

Management and Law überführt. Mithilfe der Initiativen wird

offen für alle sein, denen das Thema am Herzen liegt: Mitar-

eine Plattform für Studierende, Mitarbeitende und Alumni der

beitende und Studierende der ZHAW School of Management

ZHAW School of Management and Law geschaffen, wo sie

and Law, aber auch anderer Departemente sowie interes-

sich zum Thema der gesellschaftlichen Verantwortung aus-

sierte Nichthochschulangehörige.

tauschen und engagieren können. Hochschulangehörige erhalten Zugang zu einem Netzwerk – innerhalb und ausser-

Zusätzlich wird es an der ZHAW School of Management and

halb der ZHAW School of Management and Law – und wer-

Law monatlich offene Foren zu diversen Themen mit Bezug

den Teil einer Community. Zudem werden die Programme

zu Ethik, Nachhaltigkeit und Verantwortung geben. Die Foren

untereinander stärker vernetzt und Synergien genutzt.

werden durch Inputs engagierter Persönlichkeiten bereichert und bieten Raum für Dialog.

CURRICULUMSENTWICKLUNG Auf Grundlage des Projekts «Bestandsaufnahme PRME in

ENGAGEMENT IM PRME-NETZWERK

der Lehre» erfolgt eine inhaltliche und methodische Weiter-

Wir werden uns weiter aktiv im PRME Chapter DACH und in

entwicklung der Curricula im Sinne von PRME. Dazu gehört

der PRME-Champions-Gruppe engagieren und dabei in den

die Konzeption und Einführung weiterer PRME-relevanter

Dialog mit den beteiligten Hochschulen und weiteren Part-

Module auf Bachelor- und Masterniveau sowie in der berufs-

nern treten. Hierzu gehört unter anderem, dass die PR-

begleitenden Weiterbildung.

ME-Koordinatorin im Herbst 2019 an der sechsten PRME-Forschungskonferenz an der Jönköping International

FORSCHUNG

Business School teilnehmen wird.

Wir werden sowohl innerhalb der fünf definierten Forschungsschwerpunkte als auch in anderen Organisationseinheiten

FORTSCHRITTSBERICHT 2019 UND 2020

weiterhin qualitativ hochwertige und anwendungsorientierte

Wir werden den vierten PRME-Fortschrittsbericht für den

Forschungsarbeiten zu PRME-relevanten Themen durchfüh-

Zeitraum 2019 und 2020 veröffentlichen und damit weiterhin

ren. Dies beinhaltet auch die inter- und transdisziplinäre Zu-

Rechenschaft über unsere PRME-bezogenen Aktivitäten ab-

sammenarbeit mit Partnern aus Unternehmen und anderen

legen.

Organisationen. Darüber hinaus ist ein sechster Forschungsschwerpunkt im Bereich Sustainable Finance geplant.


« Wir werden unser PRMEEngagement weiterführen, gezielt ausbauen und die verantwortungsvolle Management­ausbildung in Lehre, Forschung und anderen Bereichen weiter an der ZHAW SML verankern.»

Stephan Loretan, Leitung Stab ZHAW School of Management and Law


Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

School of Management and Law St.-Georgen-Platz 2 Postfach 8401 Winterthur Schweiz

Stand: August 2019 / Irrtum und Änderungen vorbehalten

www.zhaw.ch/sml


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
PRME Fortschrittsbericht 2017-2018 by ZHAW School of Management and Law - Issuu