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FINANZEN & INVESTMENT
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Interview
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Der VSV-Präsident über die Digitalisierung der Finanzwelt und Investments in Zeiten von Corona.
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FRISKFISK.CH
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EDITORIAL
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Eine nachhaltige Finanzwirtschaft ist das Gebot der Stunde
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achhaltige Investments sind längst aus ihrem Schatten getreten. Gestern noch ein Nischenprodukt, sind sie heute aus keinem Portfolio mehr wegzudenken. Wie ist es so weit gekommen? Zunächst einmal scheint vor dem Hintergrund der anhaltenden Umweltzerstörung und der Klimadebatte ein gesellschaftliches Umdenken eingesetzt zu haben. Auch das lange kultivierte Vorurteil, dass nachhaltige Anlagen im Vergleich mit konventionellen Anlageformen eine tiefere Rendite abwerfen würden, ist heute widerlegt. In Investorenkreisen ist überdies die Erkenntnis gereift, dass dank dem verantwortungsvollen Handeln auch Reputationsrisiken vermindert werden können, wie beispielsweise durch den Verzicht auf Beteiligungen in Unternehmen, die Menschenrechte verletzen oder geächtete Waffen herstellen.
mit dem Ziel, den Markt der nachhaltigen Finanzen substanziell zu regulieren und damit zu beeinflussen. Geplant sind ein Klassifikationssystem nachhaltiger Aktivitäten (die sogenannte Taxonomie), Kriterien zur Messung der Nachhaltigkeit, Informations- und Transparenzpflichten, der Einschluss von Klimafaktoren bei der Beurteilung von Finanzprodukten und vieles mehr. Davon betroffen ist auch die Schweizer Finanzindustrie, ist sie doch im grenzüberschreitenden Geschäft angehalten, europäische Standards zu übernehmen. Es zeigt sich jetzt, dass die Schweizer Banken gut beraten waren, ihre Anlage-Expertise mit nachhaltigen Aspekten anzureichern.
Die ESG-Kriterien Erreicht wird dies durch die Berücksichtigung der sogenannten ESG-Kriterien im Anlageprozess. Darunter werden drei zentrale Bereiche verstanden: Das «E» für Environment steht für Umweltaspekte wie Treibhausgasemissionen oder Energieeffizienzthemen. Social («S») beinhaltet Aspekte wie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz oder gesellschaftliches Engagement. Und unter Governance («G») wird eine gute Unternehmensführung mit transparenten Entscheidungs- und Kontrollprozessen verstanden.
In der Schweiz sind schon rund ein Drittel aller verwalteten Vermögen nachhaltig angelegt.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache Die jüngsten Schweizer Marktdaten zeigen ein eindrückliches Wachstum nachhaltiger Anlagen: 2019 betrug dieses 62 Prozent. In absoluten Zahlen ausgedrückt, erreichten nachhaltige Investments ein Volumen von CHF 1 163 Milliarden. Damit sind in der Schweiz schon rund ein Drittel aller verwalteten Vermögen nachhaltig angelegt. Die Zahl weist jedoch auch auf ein noch bestehendes beträchtliches Optimierungspotential hin. Die EU setzt verbindliche Leitplanken Nicht überraschend haben auch andere internationale Finanzplätze den Trend hin zu einer nachhaltigen Finanzwirtschaft erkannt. In vielen Industrieländern werden nachhaltige Anlagen von der Gesellschaft gefordert und von der Finanzwirtschaft gefördert. Besonders erwähnenswert ist der umfassende Aktionsplan der EU
- JEAN-DANIEL GERBER, PRÄSIDENT, SWISS SUSTAINABLE FINANCE (SFF) Sollte diese vorausschauende Strategie der Finanzbranche nicht auch durch eine Schweizer Regulierung ergänzt werden? Die Debatte dazu hat erst begonnen.
Einerseits macht es keinen grossen Sinn, zusätzliche von der EU abweichende Bestimmungen zu erlassen. Die schweizerischen Anbieter sollten nicht zwei unterschiedliche Finanzmarktregulierungen beachten müssen. Andererseits kann es Bereiche geben, für welche die Schweiz bereit ist, weiter zu gehen als die EU, sofern solche zusätzliche Massnahmen ihre Wettbewerbsfähigkeit, den Gläubigerschutz oder die Stabilität des Finanzsystems stärken. Keine Mogelpackungen Nicht ganz zu Unrecht monieren Konsumenten immer wieder die mangelnde Transparenz im Zusammenhang mit nachhaltigen Anlagen. Das hängt mit den unterschiedlichen Begrifflichkeiten, die von den Finanzinstituten verwendet werden, zusammen. Es fehlt derzeit noch an einheitlichen Standards, welche die Vergleichbarkeit einzelner Finanzprodukte im Nachhaltigkeitsuniversum ermöglichen. Höhere Transparenzanforderungen sollen sicherstellen, dass Anleger nur nachhaltige Produkte in ihrem Portfolio halten, die dieses Prädikat auch verdienen. Swiss Sustainable Finance, der Schweizer Verband für eine nachhaltige Finanzwirtschaft, arbeitet an ebensolchen Standards. Der Preis muss die wahren Kosten reflektieren Nachhaltige Investments könnten benachteiligt werden, wenn vergleichbare Anlagen angeboten werden, deren Preise negative Umwelteffekte, z.B. den CO2 Ausstoss, nicht widerspiegeln. Dass die tatsächlichen Kosten der Umweltbelastung immer im Preis internalisiert wird, kann bezweifelt werden. Hier sind staatliche Vorschriften, vergleichbar mit den gesetzlich vorgeschriebenen Energieetiketten bei Motorfahrzeugen und Elektrogeräten, vorstellbar. Die kommenden Monate Sie werden Gelegenheit bieten, die Anreize zugunsten von nachhaltigen Investments noch zu verstärken. Wie in der Schweiz üblich sollte dazu die Verantwortung primär bei den zivil- und privatwirtschaftlichen Akteuren liegen, der Staat sollte deren Aktivitäten aktiv begleiten und nur subsidiär gesetzgeberisch aktiv werden.
➢ Financial Data Scientist CFDS ➢ Finanzanalyse und Vermögensverwaltung / CIIA ➢ Wealth Management AWM / CIWM ➢ Finanzmarktoperationen FMT / FMO online oder mit Präsenzunterricht
Anmeldung und weitere Informationen: AZEK, Swiss Training Centre for Investment Professionals T +41 (0)44 872 35 35 | info@azek.ch ǀ www.azek.ch
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Interview: Serge Pavoncello
Investment
FOKUS FINANZEN & INVESTMENT. PROJEKTLEITUNG: Ismael Hasbi COUNTRY MANAGER: Pascal Buck PRODUKTIONSLEITUNG: Miriam Dibsdale TEXT: Lars Meier, Dominic Meier, Laetizia Barreto, Flavia Ulrich TITELBILD: Béatrice Devènes LAYOUT: Anja Cavelti DISTRIBUTIONSKANAL: Tages-Anzeiger DRUCKEREI: DZZ Druckzentrum AG
SMART MEDIA AGENCY AG Gerbergasse 5, 8001 Zürich, Schweiz Tel +41 44 258 86 00 info@smartmediaagency.ch
Viel Spass beim Lesen! Ismael Hasbi
TEXT JEAN-DANIEL GERBER
Investieren Sie jetzt in Ihre Kompetenzen ➢ ESG Analyst CESGA
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Senior Project Manager
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SUSTAINSERV BRANDREPORT
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Sustainable Finance kommt – wie kann man sich positionieren? Spätestens seit der Fridays-for-Future-Bewegung ist Nachhaltigkeit in aller Munde. Auch in der Geschäftswelt gewinnt Nachhaltigkeit an Bedeutung: Denn wenn Unternehmen Nachhaltigkeit ganzheitlich betrachten, kann sich dies sowohl finanziell lohnen als auch gleichzeitig der Umwelt und der Gesellschaft dienen. Ein Gespräch mit Dr. Bernd Kasemir, Managing Partner bei Sustainserv. Dr. Bernd Kasemir, warum nimmt das Thema Sustainable Finance gerade soviel Fahrt auf? Die Europäische Kommission verabschiedete im März 2018 einen Aktionsplan für nachhaltige Finanzen. Im Dezember 2019 stellte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dann den «European Green Deal» vor, gemäss dem die Europäische Union ihre Netto-Emissionen von Treibhausgasen bis 2050 auf null reduzieren will. Dass solche Ambitionen mit Covid-19 nicht einfach vom Tisch sind, zeigt auch der Green Recovery Call to Action vom World Business Council for Sustainable Development. Dieser wurde von zahlreichen führenden Unternehmen unterzeichnet und fordert einen nachhaltigen Wiederaufbau der Wirtschaft nach der Coronakrise. Im gleichen Sinne hat der Bundesrat im Juni 2020 einen Bericht und Leitlinien zur Nachhaltigkeit im Finanzsektor verabschiedet. Das Ziel dieses Berichts: die Schweiz zu einem führenden Standort für nachhaltige Finanzdienstleistungen zu machen. Welchen Stellenwert messen Sie Nachhaltigkeit bei? Nachhaltigkeit – oder in der Welt der Finanzdienstleister auch ESG für Environmental, Social & Governance genannt – wird nicht mehr von der Bildfläche verschwinden. Wir empfehlen Investoren, Finanzdienstleistern und Unternehmen in allen Branchen, sich gut dazu aufzustellen. Was können Investoren tun, die nachhaltig investieren wollen? Sie können «mit den Füssen abstimmen» und ihr Geld dort arbeiten lassen, wo es nicht nur ökonomischen, sondern auch ökologischen und sozialen Gewinn
Vermögensverwalter zur Berücksichtigung aller wesentlichen Risiken so angepasst werden, dass der Einbezug finanzieller Folgen durch Klimarisiken explizit dazugehört. Damit bekommen Investoren eine robustere Grundlage, um nachhaltige Entscheidungen zu fällen.
Dr. Bernd Kasemir Managing Partner bei Sustainserv
abwirft. Dafür muss die Investment Community von der Finanz- und der Realwirtschaft jedoch mehr Informationen und bessere Auswahl einfordern: Wie nachhaltig sind die Firmen geführt, in die ich investiere? Welche Angebote machen mir meine Finanzdienstleister, um meine Portfoliopositionen nachhaltig zu gewichten? Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit oder ESG hilft, zukünftige Risiken rechtzeitig zu erkennen und zukunftsfähige Gewinner am Markt zu identifizieren. Das scheint vielversprechend, aber auch komplex. Wird es immer schwieriger, fundierte Entscheidungen zu treffen? Investoren haben ein neues Feld von Risiken und Chancen, das sie verstehen und managen müssen. Das Gute ist, dass sie dabei nicht allein gelassen werden. In der EU wird die Klassifikation nachhaltiger Wirtschaftstätigkeiten, die sogenannte Taxonomie, Anlegern helfen, sich ein klares Urteil darüber zu bilden, ob eine Investition tatsächlich umweltfreundlich ist. In der Schweiz sollen gemäss dem Bundesratsbericht Anforderungen an Banken, Versicherungen, Pensionskassen und
Sustainserv berät Finanzmarktteilnehmer und Unternehmen aller Branchen zu Nachhaltigkeit. Was raten Sie Ihren Kunden? Anleger wie Family Offices oder Pensionskassen sollten sorgfältig abwägen, wie ESG in ihre Strategie passt und bei der Auswahl ihrer Finanzmarktpartner tunlichst auf deren ESG Kompetenz achten. Für Finanzdienstleister ist es das A und O, sich über transparente und attraktive Kundenangebote am Markt zu positionieren und ihre Kompetenzen und Strukturen zu ESG weiterzuentwickeln. Sie können dabei auch Instrumente aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz nutzen, um grosse und komplexe Datenbestände zu Nachhaltigkeit in der Realwirtschaft zu analysieren und zu verstehen. Was braucht es für eine erfolgreiche Zusammenarbeit aller Akteure im Finanzmarkt? Unternehmen aller Branchen sollten den Kapitalmarkt besser über Nachhaltigkeit informieren, was aktuell noch eine Differenzierungschance ist. In Zukunft wird dies aber einen Hygienefaktor darstellen. Durchgängige Information zwischen Investoren, Finanzdienstleistern und Unternehmen kann nur funktionieren, wenn alle die relevanten Standards und die beste Praxis kennen und auch beachten. Mit bald zwei Jahrzehnten Erfahrung kann Sustainserv hierfür eine wertvolle Unterstützung bieten.
Inspiring Meaningful Change
Sustainserv ist ein weltweit tätiges Management-Beratungsunternehmen, das seine Kunden dabei unterstützt, Nachhaltigkeitsaspekte in ihre langfristigen Strategien, ihr Tagesgeschäft und ihre Kommunikation zu integrieren. Ziel ist es, sinnvolle Veränderungen anzuregen, die dem Unternehmen, der Umwelt und der Gesellschaft zugutekommen. Mit vier Standorten auf zwei Kontinenten – Zürich, München, Nashville und Boston – ist das Team international aufgestellt und denkt und handelt global. Durch Partnerschaften wie etwa mit dem früheren Managing Director der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) Ralf Frank, der Sustainserv als Senior Advisor unterstützt, erhalten Kunden stets Beratung am Puls der Zeit zu Nachhaltigkeit in der Finanz- und Realwirtschaft. Sustainserv versteht dabei Nachhaltigkeit als ganzheitlichen Ansatz, der integraler Bestandteil der Geschäftstätigkeit und der unternehmerischen Wertschöpfung sein sollte. Weiterführende Informationen sustainserv.com
INTERVIEW LARS MEIER
INVESCO ASSET MANAGEMENT AG BRANDREPORT
ESG Investments – die Anlagen der Zukunft Alternative Investitionen können sich lohnen. Nima Pouyan, Head of ETF Business Development der Invesco Asset Management AG, erklärt, weshalb ESG Investments auch in Krisenzeiten eine solide Anlage ausmachen und wie Investoren von nachhaltigen Investitionen profitieren können. Herr Nima Pouyan, wie stark beschäftigen sich Schweizerinnen und Schweizer mit nachhaltigen Investments? Innerhalb der letzten Jahre sind nachhaltige Investments in der Schweiz stark gestiegen. Die Nachhaltigkeit spielt demnach eine immer wichtigere Rolle für Investoren, welche ihr Geld vermehrt so nachhaltig wie möglich investieren möchten. Vor allem in den Anlageentscheidungen der Generation der Millennials erkennt man diesen Trend. Andererseits stellen viele professionelle Investoren, wie beispielsweise Versicherungen, ihre traditionellen Investments immer mehr auf nachhaltige Investments um. Welche Vorteile bringt mehr Nachhaltigkeit im Portfolio mit sich? Man unterstützt als Investor ein Unternehmen, das nachhaltig agiert und auf eine umweltfreundliche Wertschöpfungskette setzt. Nachhaltige Investments bringen für das Portfolio zudem signifikante Risikoreduzierungen mit sich. In der Vergangenheit hat der Markt Unternehmen mit schlechter Corporate Governance oder nicht-nachhaltigen Lieferketten öfters abgestraft, weshalb solche Unternehmen dann eine schlechtere Performance nachwiesen. Wie funktioniert ein solcher Mechanismus auf dem Markt? Mit der Entwicklung von ESG hat sich auch die Anzahl und Vielfalt der Anlagestrategien entwickelt. ESG ist dennoch keine «Einheitslösung». Ein wichtiges Kriterium ist der Best-in-Class-Ansatz. Schaut man sich hier beispielsweise den S&P 500 Index an und sagt, dass 50 Prozent davon nicht die Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, fliegen diese aus dem Index raus. Der Nachteil ist hier, dass so auch grosse Namen wie Apple oder Amazon nicht mehr im ETF vertreten sind. Das führt zu einem hohen Tracking Error zur traditionellen Benchmark und hat oftmals wenig mit dem zu tun, was Investoren wirklich wollen.
500 ESG Index den traditionellen S&P 500 Index während dieser Zeit hinter sich lassen. Dazu kommt, dass wenn man den S&P ESG 500 Index synthetisch abbildet, man sich die US-Quellensteuer von 30 Prozent der Dividenden sparen kann. Nebst der Risikoreduzierung hat man also auch steuerliche Vorteile.
Nima Pouyan Head of ETF Business Development Invesco Asset Management AG
Daher existiert ein anderer Ansatz, mit dem Ziel, nicht zu stark von der traditionellen Benchmark abzuweichen. Allerdings sollte der Ansatz auch das Maximum an ESG im Portfolio widerspiegeln. Die MSCI ESG Universal Select Business Indizes liegen relativ nah an der ursprünglichen Benchmark, strafen allerdings sehr konsequent Unternehmen ab, die nicht nachhaltig agieren. Sie gewichten nämlich Unternehmen höher, die viel in eine nachhaltige Wertschöpfung investiert haben. Doch auch hier fliegen gewisse Unternehmen und Sektoren raus – Waffenproduzenten, Kohleminen oder Nuklearanlagen, welche wenig mit Nachhaltigkeit am Hut haben. Die wichtigsten Unternehmen, welche die Bausteine einer Benchmark ausmachen, bleiben jedoch erhalten. Wie schätzen Sie die Performance von ESG Investments im Vergleich zu klassischen Investitionen ein? Die jahrzehntelange Auffassung, dass ein Investor bereit sein muss, Rendite zu opfern, um seine ethischen Grundsätze einzuhalten, scheint sich zu ändern. Studien zeigen einen möglichen Zusammenhang zwischen dem ESG-Bestreben eines Unternehmens und seiner finanziellen Ergebnisse. Die Coronakrise hat zudem aufgezeigt, dass die Performance stimmt: Durch die Risikoreduzierung von ESG Investments konnte der S&P
Welche Entwicklungen beobachten Sie im ESG Investment, die Sie als besonders spannend erachten? Auf der Aktienseite hat man bereits viele verschiedene Lancierungen von nachhaltigen Investitionsmöglichkeiten gesehen. Für Obligationen kommen in letzter Zeit vermehrt nachhaltige Optionen wie Unternehmensanleihen auf den Markt. Eine spannende Entwicklung spielt sich im Goldmarkt ab. Gold gilt per se nicht unbedingt als nachhaltige Anlagemöglichkeit. Gewisse Minen erfüllen jedoch die Nachhaltigkeitskriterien, wie beispielsweise beim Arbeitsschutz im Rohstoffabbau. Auch hören wir aktuell vermehrt von Investoren, die sich darüber informieren möchten, wie viel Prozent der physischen Goldbarren in unserem ETC den Nachhaltigkeitskriterien entsprechen und als nachhaltig gelten. ESG ETFs gibt es mittlerweile in allen Anlageklassen – sie sind bei Aktien, in Obligationen und nun auch im Goldsegment angekommen. Wie sehen Sie das Potenzial von nachhaltigem Investieren in Zukunft? ESG Investments sind kein Trend, sondern die Zukunft des Anlagemarktes. Nicht nur, weil sie lukrativ sind und auch die gewünschte Performance liefern. Nachhaltigkeit ist ein immer wichtiger werdendes Thema in Politik und Gesellschaft. Das spiegelt sich auch im Portfolio der Zukunft wider.
Invesco bekennt sich zum Gedanken der Vermögensanlage nach ökologischen und sozialen Standards sowie Kriterien der guten Unternehmensführung (ESG). Wir glauben, dass ESG-Aspekte Auswirkungen auf die nachhaltige Wertschöpfung und das Risikomanagement haben und Unternehmen mit einer positiven ESG-Dynamik attraktive Anlagechancen bieten können. Invesco unterstützt seine Kunden als kompetenter Partner bei der Ausrichtung ihrer ESG-Anlagen auf das sich ändernde Regulierungs- und Marktumfeld. Mehr Informationen www.invesco.ch MSCI World ESG Universal Screened UCITS ETF ISIN: IE00BJQRDK83 TER: 0.19% Invesco Quantitative Strategies ESG Global Equity Multi-Factor UCITS ETF ISIN: IE00BJQRDN15 TER: 0.60% MSCI Europe ESG Universal Screened UCITS ETF ISIN: IE00BJQRDL90 TER: 0.19% MSCI USA ESG Universal Screened UCITS ETF ISIN: IE00BJQRDM08 TER: 0.09% S&P 500 ESG UCITS ETF ISIN: IE00BKS7L097
GBP Corporate Bond ESG UCITS ETF ISIN: IE00BKW9SV11 TER 0.10% Gold ETC ISIN: IE00B579F325 *TER = Total Expense Ratio.
INTERVIEW DOMINIC MEIER
TER: 0.09%
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ANLAGEN
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Sichere Renditen dank hoher Diversifikation Die richtige Investitionsstrategie zu finden, ist oftmals nicht einfach. Als geeignetes Werkzeug für eine optimale Anlagestrategie wählen viele Investoren heutzutage die Diversifikation. Zusammen mit alternativen Investitionsmöglichkeiten und sorgfältigem Asset Management streut man so das Risiko innerhalb des Portfolios und kann nachhaltige Renditen erzielen. TEXT DOMINIC MEIER
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ür erfolgreiches Investieren ist es zentral, sein Vermögen nicht nur auf eine Karte zu setzen. Der Begriff der Diversifikation ist für lohnenswerte Investitionen deshalb das A und O. Mit einer möglichst breiten Streuung der Gelder in unterschiedlichen Märkten, Branchen und Währungsräumen sorgt man so für mehr wirtschaftliche Sicherheit. Unvorhergesehene Verluste vermindern Mit einem diversifizierten Portfolio verteilt und minimiert man Risiken im Anlagegeschäft. In der Finanztheorie unterscheidet man hierbei zwischen systematischen und unsystematischen Risiken.
man Verluste an einem Ort durch andere Investments ausgleichen. Dabei gilt: Je weniger Anlagekategorien miteinander korrelieren, desto ausgeprägter ist der Diversifikationseffekt. Unterschiedliche Anlagen für weniger Risiko Für mehr Diversifikation im Portfolio brauchen Anleger eine individuelle und nachhaltige Anlagestrategie. Oftmals geht es dabei darum, die Risiken auf verschiedene Anlagekategorien zu verteilen, sodass nicht das gesamte Geld ausgerechnet in die Anlage fliesst, die sich am schwächsten entwickelt.
Ersteres lässt sich grundsätzlich nicht vermeiden. Beispielsweise können sich unvorhergesehene politische Ereignisse oder Naturkatastrophen negativ auf den Aktienmarkt auswirken. Der Anleger muss dies in Kauf nehmen, erhält aber aufgrund dieser Tatsache eine sogenannte Risikoprämie. Diese macht eine Art Belohnung dafür aus, dass der Anleger ein riskantes Investment anstelle einer sicheren Anlage gewählt hat. Die Risikoprämie wird dabei nicht bar ausgezahlt, sondern in die Auszahlung der Anlage eingerechnet.
Grundsätzlich folgt nach einem Aufwärtstrend für eine Anlageklasse meist ein Abwärtstrend, sodass diese über einen langen Zeitraum immer wieder zu ihrem Mittelwert zurückkehrt. Deshalb entspricht das Gesamtrisiko eines Portfolios nicht gleichzeitig den Risiken einer Anlage innerhalb des Portfolios. Wenn man sich also ein Portfolio mit Anlagen in unterschiedlichen Marktphasen anlegt, besteht ein niedriges Gesamtrisiko. So schützt man das Portfolio vor schweren Marktturbulenzen und kann gleichzeitig bei steigenden Kursen und einer boomenden Wirtschaft auf der Erfolgswelle mitreiten.
Wenn hingegen eine Firma Insolvenz anmeldet und man in deren Wertpapiere investiert hat, spricht man von einem unsystematischen Risiko. Hier kommt die Diversifikation ins Spiel: Indem man nicht nur in einzelne Unternehmen oder Branchen investiert, kann
Früh ausrichten, regelmässig bewirtschaften Eine gute Anlagestrategie beinhaltet eine strategische und eine taktische Ausrichtung. Die strategische dient als Grundlage für die Zusammenstellung und langfristige Gewichtung des Portfolios. Dabei richtet sich die
Aufteilung der Investitionsobjekte nach Anlagezielen, dem Anlagehorizont und insbesondere nach der Risikobereitschaft des Investors. Je nach Anleger variiert dadurch der Anteil an risikoreichen oder wertbeständigen Anlageobjekten stark. Damit nachhaltiger Erfolg garantiert ist, sollte man das Portfolio regelmässig anpassen und sogenanntes Rebalancing betreiben. Dieses berücksichtigt mit Anpassungen im Portfolio die Lebensumstände des Anlegers und trägt Veränderungen der Risikobereitschaft Rechnung. Hierbei handelt es sich im Vergleich zur strategischen um eine taktische Anlagestrategie, welche kurzfristige Anpassungen vorsieht. Da es viel Zeit und Know-how braucht, mittels Einzeltitel oder -anlagen eine gute Streuung im Portfolio zu erreichen, lohnt sich oftmals eine Investition in einen Anlagefonds. Dieser ist ein Paket aus Einzelanlagen, die je nach Ausrichtung unterschiedliche Anlageziele verfolgen. Bereits mit kleinen Summen kann ein Anleger hierbei von einer hohen Diversifikation und guten Renditechancen profitieren. Alternative Investitionen für mehr Diversität Nebst den klassischen Anlageklassen wie Aktien, Obligationen oder Währungen sorgen sogenannte alternative Investitionen für mehr Diversifikation im Portfolio. Immobilien sind hierfür eine lukrative Anlageklasse, welche sich bereits seit Hunderten von Jahren bewährt
hat. Anlagefonds des Immobilienmarkts gelten als eine werterhaltende Anlage, da sie sich verglichen mit anderen Anlageklassen auch in Krisenzeiten wenig volatil verhalten. Zusätzlich besteht stets ein realer Sachwert – der Bau der Immobilie hat etwas gekostet, während das Gebäude auf einem Stück Land steht. Eine andere Möglichkeit für mehr Diversifikation bieten Rohstoffanlagen an. Rohstoffpreise fallen und steigen erfahrungsgemäss in anderen Zyklen als klassische Anlageklassen wie beispielsweise Aktien. In Krisenzeiten suchen Anleger nämlich nach weniger Risiko und stabilen Sachwerten, welche Rohstoffe wie Gold oder Palladium anbieten. Wenn die Wirtschaft schwächelt, sorgen solche Anlageklassen im Portfolio für einen automatischen Inflationsausgleich. Investitionsgeschäfte erfolgreich auslagern Beim Finden der richtigen Anlagestrategie oder einer höheren Diversifikation helfen sogenannte Asset Manager weiter. Diese investieren und bewirtschaften im Auftrag ihrer Kunden und sind dabei aktiv auf der Suche nach attraktiven Anlagemöglichkeiten, immer mit dem Ziel, möglichst attraktive Renditen zu erzielen. Vor allem institutionelle Anleger wie Pensionskassen, Versicherungen und Unternehmen können von Asset Management profitieren – wenn Ressourcen und Know-how im Haus fehlen, helfen externe Profis dabei, die Risiken richtig einzuschätzen und eine optimale Anlagestrategie zu verfolgen.
BRANDREPORT FHNW
Umbruch im Banking: Mit einer verlässlichen Ausbildung gut gerüstet für die Zukunft
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ie Finanzkrise von 2008 und der coronabedingte Lockdown waren nur Brandbeschleuniger. Die Bankenbranche mit ihren traditionellen Produkten und Dienstleistungen bewegt sich stark. Neue Player, Technologien und Themen bringen einen hohen Veränderungsdruck. Auch der Regulator mischt kräftig mit. Für Führungskräfte, Fachspezialistinnen und Kundenberater gilt es, den Anschluss nicht zu verlieren. Dies trifft nicht nur auf Mitarbeitende von Geldinstituten zu, sondern auf die gesamte Finanzindustrie. Dabei fassen die Begriffe «Digital Banking» oder «Digital Finance» eher kurz. Aus strategischer Sicht werden neue, plattformbasierte Geschäftsmodelle entwickelt. Unter der Bezeichnung «Open Banking» sind in der Schweiz bereits mehrere kommerzielle Vorhaben unterwegs. Und dies – im Gegensatz zum Ausland – ohne Standardisierung von Schnittstellen. Beratungsunternehmen unterscheiden zwischen drei verschiedenen Optionen: Der Ansatz des Zulieferers (supplyer), des Verteilers (distributor) oder des Plattformbetreibers (platform provider). Dabei zeigt sich, dass auch kleinere Player eine gute Chance haben. Die strategischen und technologischen Veränderungen erfassen nahezu alle Produkte und Prozesse vom Zahlungsverkehr bis zum Asset Management. Ein Beispiel
dafür ist auch die kürzlich lancierte Hypothekenplattform key4, die das Ökosystem «Wohnen» abdecken soll. Der Technologiewandel ist nur eine der Herausforderungen. Die Marktverwerfungen in Zusammenhang mit Covid-19 haben im März gezeigt, weshalb die
Weiterentwicklung von Risikomodellen stetig vorangetrieben wird. Mit der Pandemie ist auch die fortgeschrittene Globalisierung wieder in den Fokus geraten. Dies betrifft sowohl Geschäftsmodelle von Banken als auch die Anlagestrategien von Kundenportfolios. Letztere sind sowieso wegen den tiefen (oder negativen)
Obligationenrenditen sehr komplex geworden und müssen mit neuen Ansätzen ergänzt werden. Schliesslich wird uns auch das Thema Nachhaltigkeit weiter beschäftigen, zumal hier immer noch wenig Struktur und Transparenz zu erkennen ist. Die Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW bietet mit dem MAS Banking and Finance eine Weiterbildung an, die Antworten und Lösungen für diese Herausforderungen bereithält: Sie bildet innovative und verantwortungsbewusste Führungskräfte für eine vernetzte und dynamische Welt aus. Sind Sie interessiert? Wir freuen uns auf Sie. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf: Dominique Ongaro(Administration) dominique.ongaro@fhnw.ch Telefon +41 61 279 18 65 oder Urs Dreier (Leitung) urs.dreier@fhnw.ch Telefon +41 56 202 79 07 www.fhnw.ch/wirtschaft/weiterbildung
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HELVETICA PROPERTY INVESTORS AG BRANDREPORT
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Persönliche Fondsgeschäfte aus Leidenschaft In unsicheren Zeiten sucht man nach sicheren Investitionen. Aufgrund der Coronapandemie besteht auf dem stabilen Immobilienmarkt Ungewissheit, wie man aktuell lukrativ investieren kann. Michael Müller, CEO der Helvetica, erklärt zusammen mit CIO Frédéric Königsegg und Head of Sales Salman Baday, welche Auswirkungen der Krise sie auf dem Schweizer Immobilienmarkt erkennen und was sie unter nachhaltigem Asset Management verstehen. TEXT DOMINIC MEIER
Michael Müller CEO
Herr Michael Müller, die Coronakrise hat unser aller Leben auf den Kopf gestellt. Wie gut haben Sie als Unternehmen reagieren können? Wir haben unsere Mitarbeitenden umgehend – zu Beginn der offiziellen Lockdownphase im März – ins Homeoffice geschickt. Wie sich im Nachhinein gezeigt hat, haben wir bereits im 2019 einige kluge IT-Entscheide gefällt und so waren wir ab dem 16. März gut vorbereitet. Auch wenn wir, wie viele andere auch, von der Pandemie verunsichert waren, konnten wir dank unserer effizienten Umstellung gut von zu Hause aus arbeiten. Gleichzeitig haben wir so das Gesundheitsrisiko für unsere Mitarbeitenden kleingehalten. Welche wertvollen Erfahrungen nehmen Sie aus der Lockdownphase mit? Die Lockdownphase hat uns gezeigt, dass Homeoffice gut funktioniert. Wir haben die nötigen Infrastrukturen, um uns effizient von zu Hause aus organisieren zu können. Aber ich persönlich finde, dass man das Homeoffice nicht mit dem Büroalltag gleichstellen kann: Trotz Videokonferenzen fehlte mir der persönliche und spontane Kontakt untereinander. Im Büroalltag begegnet man sich regelmässig und kann sich sehr effizient zu verschiedenen Themen austauschen, auch nicht-geschäftliche Gespräche während Pausen sind problemlos möglich. In Krisen- und Ausnahmezeiten ist Homeoffice aber sicherlich eine gute Lösung, um die tägliche Arbeit weiter erfolgreich angehen zu können. Das Schweizer Parlament hat kürzlich einer nachträgliche Reduktion der gewerblichen Mieten um 60 Prozent für die Zeit des Lockdowns zugestimmt. Was halten Sie davon? Solidarität ist in herausfordernden Zeiten ein Muss. Jedoch finde ich es staatspolitisch heikel, dass sich das Parlament in die Vertragsfreiheit einmischt. Ich bin überzeugt, dass Vermieter zusammen mit Mietern individuelle Lösungen ohne politische Intervention gefunden hätten. Eine solche übergeordnete Intervention ist unklug. Es gibt nämlich noch keine klaren Regelungen zum genauen Ablauf. Im besten Fall kommt dieses Gesetz Ende Jahr, im schlechtesten Fall zieht sich der politische Prozess noch weiter in die Länge bis ins Jahr 2021 hinein und verlängert so die Dauer der Unsicherheit auf beiden Seiten. Als Immobilieneigentümer und Vermieter hat man ganz klar kein Interesse daran, dass ein Mieter auf Grund dieser Covid-Krise in Konkurs geht. Auch bei Eigentümern einer Immobilie fallen diverse Kosten an, die nur mittels Mietzinszahlungen beglichen werden können, weshalb sich ein Vermieter in dieser Ausnahmesituation für vernünftige und vor allem individuelle Lösungen eingesetzt hätte. Die Mietverhältnisse sind oft heterogener als auf den ersten Blick angenommen – ein Coiffeur benötigt eine andere Lösung als ein Retail-Fachmarkt.
Wo sehen Sie die Relevanz eines gut funktionierenden Immobilienmarktes für die Schweiz? Eine gesunde Volkswirtschaft lebt auch von einem gut funktionierenden Immobilienmarkt. Viele Menschen sind direkt oder indirekt im Immobilienmarkt tätig: Das fängt bei kleinen Sanitär- und Schreiner-Unternehmen an, geht weiter zu Immobilien- und Hauswartfirmen und hört bei den grossen Baukonzernen auf. In herausfordernden Zeiten ist es deshalb umso wichtiger, sich für einen funktionierenden und selbstregulierenden Immobilienmarkt stark zu machen.
Frédéric Königsegg CIO
Herr Frédéric Königsegg, inwiefern hat der Transaktionsmarkt die Einschränkungen durch Covid-19 zu spüren bekommen? Im Vergleich zum Ausland haben wir die Auswirkungen der Pandemie weniger zu spüren bekommen. Die Schweiz ist ein eher lokaler Markt mit wenig ausländischem Geld, weshalb wir von den internationalen Reisebeschränkungen nicht gross betroffen waren. Da wir potenzielle Kaufobjekte aber immer selber und mit Technikern vor Ort besuchen, mussten wir aufgrund der Bundesmassnahmen fast alle Besichtigungen absagen und andere Lösungen suchen. Auch auf der Investitionsseite haben wir Unsicherheiten verzeichnet. Aufgrund der Ausnahmesituation befinden sich viele Investoren an einem unbekannten Punkt und wissen nicht, wohin der Weg führen wird. Deshalb bleibt man lieber einmal stehen, anstelle auf eigenes Risiko weiterzulaufen und womöglich abzustürzen. Uns bei Helvetica erging es ähnlich – wir mussten in diesen unsicheren Zeiten zwei grosse Transaktionen kurz vor Unterschrift provisorisch stoppen. Eine Transaktion konnte dann später nachverhandelt und erfolgreich abgeschlossen werden, eine andere ist weiterhin pendent. Wie sind Sie sonst noch versucht, die Risiken in der Akquisitionstätigkeit möglichst klein zu halten? Zurzeit ist ein stabiler Cashflow für unsere Ankäufe zentral. Durch die Coronakrise mussten viele gewerbliche Mieter ihre Türen schliessen. Mieten fielen aus und auch aktuell halten sich viele Mieter finanziell knapp über Wasser. Als Investor kann man sich hier schützen, indem man mit dem Verkäufer aktiv das Gespräch sucht. Beispielsweise kann man bei einem Objektkauf vom Verkäufer fordern, bei Mietausfällen Ausfallgarantien zu sprechen. Wir sind aber auch auf Bewertungsseite aktiv geworden, indem wir den Kontakt zu akkreditierten FinmaSchätzern intensiv pflegen. Momentan ist es nämlich schwer einzuschätzen, wie sich der Wert eines Objektes aufgrund der Krise entwickelt. Deshalb versuchen wir individuell zu ermitteln, welche Risiken bestehen und was das für das Gesamtbild heissen könnte.
Wie bemüht sich die Helvetica um massgeschneiderte Lösungen im Investment-Management? Wenn sich ein Verkäufer bei uns meldet, schauen wir nicht nur sein Objekt an, sondern auch ihn selbst. Handelt es sich um eine Privatperson, welche ihr Erbe aufteilt? Oder ist es eine Pensionskasse, die weniger Immobilienwerte halten möchte? Jede Transaktion läuft anders ab. Deshalb setzen wir auf eine individuelle Herangehensweise, um die Bedürfnisse des Gegenübers nicht nur erkennen, sondern auch verstehen zu können. Eine Transaktion ist nämlich nur dann erfolgreich, wenn sich Käufer und Verkäufer auf halbem Weg treffen und einen Schritt auf das Gegenüber machen. Hierzu ein Beispiel: Vor der Coronapandemie haben wir ein Objekt gekauft, dessen Besitzer ein Garagist war. Dieser hatte noch eine Hypothek mit einer gewissen Laufzeit auf seinem Objekt, welche er als kleiner Privatunternehmer in absehbarer Zeit kaum ablösen konnte. Als er den Deal deswegen abbrechen wollte, habe ich ihn persönlich besucht, um die Situation mit ihm gemeinsam unter die Lupe zu nehmen. Anschliessend hat die Helvetica mit der hypothekargebenden Stelle verhandelt, wodurch sich der geschuldete Betrag verminderte. Wir mussten etwas zurückstecken, konnten aber dank unserer unternehmerisch bedingten Flexibilität den Deal abschliessen. Helvetica investiert ausschliesslich in Immobilienobjekte und handelt stets mehrwertorientiert. Was verstehen Sie darunter? Hierfür gibt es zwei wesentliche Bedürfnisse, die wir erfüllen möchten: Einerseits soll der Mietertrag möglichst stabil sein, damit man Ausschüttungen ohne grössere Probleme auszahlen kann. Andererseits achten wir bei unseren Objekten auf eine solide Wertentwicklung. Wir suchen deshalb Immobilien aus, bei welchen wir der Meinung sind, dass sie langfristig einen guten Mietzinsertrag liefern können.
Salman Baday Head Sales
Herr Salman Baday, warum sind Immobilieninvestitionen auch in Krisenzeiten eine sichere Anlage? Im Falle von Immobilieninvestitionen ist der Verlust begrenzt und das Sachvermögen bleibt erhalten. Gebäude und vor allem Grundstücke haben jahrhundertelang jede Krise überstanden. Zudem sind Immobilienfonds auch leichter zu verstehen als andere Investitionsmöglichkeiten: Es wird in materielle Vermögenswerte investiert, die man besichtigen kann. Die Menschen kennen oft die Region, in der sich die Immobilie befindet, und wissen, wie sie tickt. Darüber hinaus beschäftigen sich viele Anleger mit Immobilien, da sie vielleicht selbst ein Haus oder eine Wohnung besitzen. Selbst vergangene Wirtschaftskrisen haben die langfristig stabile Wertentwicklung kaum beeinträchtigt.
Die mit Immobilien erwirtschafteten Erträge waren im Vergleich zu anderen Anlagemöglichkeiten auch in Krisenzeiten stabil. Dementsprechend konnten allfällige Wertkorrekturen jeweils rasch wieder aufgeholt werden. Viele unserer Kunden setzen deshalb seit Jahren auf Immobilien, was aufgrund der guten Erfahrungen auch in Zukunft so bleiben wird. Wie haben Sie die Auswirkungen der Coronakrise auf der Investorenseite wahrgenommen? Die Covid-19-Pandemie hat bis zu einem gewissen Grad eine Lücke zwischen privaten und kommerziellen Fonds geschaffen. Gegenwärtig suchen Investoren nach Sicherheit und stabilem Cashflow, auch wenn dieser niedrig ist. Kurzfristig werden Anleger dies eher in Wohnimmobilienfonds finden, während die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den gewerblichen Sektor noch nicht abgeschätzt werden können. Deshalb sehen wir an bestimmten Standorten eine deutliche Trendwende hin zu Wohnimmobilien. Warum konzentriert sich die Helvetica nicht nur auf Immobilien an A-Lagen? In der Makrosicht mag man den Eindruck haben, dass es in B- oder C-Lagen keine aussichtsreichen Objekte zu kaufen gibt. Aber auch hier gibt es hervorragende Objekte: Solche Immobilien sind vollständig vermietet, sehr gut an den öffentlichen Verkehr angebunden und verfügen über eine hohe Wohn- und Arbeitsqualität für die Mieter. Beispiele dafür sind in Ortschaften im Mitteland, die von vielen als Leerstandsregionen bezeichnet werden. Um solche Immobilien langfristig vermieten zu können, ist ein sorgfältiges Asset Management erforderlich. Wir von Helvetica wissen, wie wir unsere Immobilien pflegen müssen. So verfügen wir in vielen Regionen über ein ausgezeichnetes Netzwerk von Partnern, die uns bei der Neuvermietung unserer Objekte unterstützen. Wir vermieten erfolgreich vermeintlich weniger lukrative Objekte und erzielen attraktive Renditen für unsere Kunden. Was zeichnet die Investorenbetreuung der Helvetica besonders aus? Das nahtlose Zusammenspiel von Asset Management, Akquisition und Kundenbetreuung ist unsere Kernkompetenz. Letztere hat für uns eine besonders hohe Priorität. Wir von Helvetica pflegen einen regelmässigen und intensiven Austausch mit unseren Kunden. Wir zeigen transparent auf, in welche Objekte ihr Geld investiert ist. Unsere überschaubare Unternehmensgrösse hilft uns, einen persönlichen Kundenservice aufrechtzuerhalten - unabhängig von der Grösse der Investition. Wenn ein Anleger mit mir telefonieren möchte, freue ich mich auf seinen Anruf. Wenn er mit Michael Müller – unserem CEO – sprechen möchte, werde ich ihn ans Telefon holen. Diese offene und direkte Kommunikation schafft eine Vertrauensbasis, die nachhaltigen Erfolg für unsere Kunden und für uns verspricht.
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KRYPTOWÄHRUNG
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Unterschätztes Potenzial und ungenutzte Chancen von alternativen Investments In Zeiten von Corona ist auch die Verunsicherung in Sachen Investment gross. Alternative Investmentformen wie Gold und Kryptoassets gewinnen im Zuge dessen enorme Popularität. Warum deren Potenzial oft unterschätzt wird und wie man am effektivsten davon profitiert. TEXT LARS MEIER
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ie Investmentwelt befindet sich in stetem Wandel und sieht sich immer wieder aufs Neue mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Jüngstes Beispiel ist die Coronakrise, die besonders in Investmentkreisen für Unsicherheiten gesorgt hat: Soll man jetzt in etwas investieren? Wenn ja, in was? Und wird es sich letzten Endes überhaupt lohnen? Nur drei Fragen, die im Zuge dessen aufgeworfen wurden. Alternativen zum klassischen Investieren Aufgrund des eingangs erwähnten stetigen Wandels kann man rasch die Orientierung über die verschiedenen Investmentformen verlieren. Traditionelles oder klassisches Investieren bezieht sich im Grunde genommen hauptsächlich auf drei Kategorien: Aktien, Anleihen und Cash. Diese drei Kategorien dominieren die Investmentwelt und stellen die weltweit grössten Bestandteile von Anlegerportfolios dar. Im Laufe der Zeit haben sich zudem alternative Anlagen als Ergänzung und integraler Bestandteil des Anlegerportfolios herauskristallisiert. Diese erleben zurzeit eine Sternstunde: So sind Private Equity, Immobilien, Hedgefonds, Privatschulden, Rohstoffe, Infrastruktur, liquide Alternativen und Kryptoassets heutzutage in einer traditionellen Vermögensallokation weitaus häufiger als vor 10 bis 15 Jahren anzutreffen. Ein Trend, der Prognosen zufolge nicht so schnell im Sand verlaufen wird: Experten gehen davon aus, dass die Gesamtzahl der
alternativen Investments im Jahr 2024 rund 17 Prozent ausmachen wird. In Gold investieren Besonders in Krisenzeiten lässt sich in Bezug auf Investment oft ein «back to the roots»-Trend erkennen. Trotz seiner Geschichte, die bis in die Vorzeit reicht, ist Gold immer noch hochaktuell. Gold gilt nach wie vor als sicherer Hafen in Sachen Investment – trotz oder vielleicht gerade wegen seiner jahrtausendealten Geschichte. Allerdings ist im wahrsten Sinne nicht alles Gold, was glänzt: So wirft ein Goldbarren im Tresor keine physischen Zinsen ab, zudem ist der Goldpreis oft enormen Schwankungen unterworfen. Der Goldkurs stellt die einzige Option dar, mit Gold Gewinn zu machen. Konkret ist dies der Fall, wenn man Gold zu einem teureren Preis verkaufen kann, als man es vorher gekauft hat. Was Bitcoin und Gold gemeinsam haben 2009 erschien mit Bitcoin die wohl bekannteste Kryptowährung unserer Zeit auf der Bildfläche. Wie enorm die Relevanz und Popularität von Bitcoin gewachsen ist, zeigt ein Blick in die Bücher: So war Bitcoin im Juni 2017 vorübergehend rund 10 000 Mal so viel wert wie noch Ende 2010. Bitcoin weist zudem viele Parallelen zu Gold auf: Beide sind langlebig, transportabel und stützen sich nicht auf eine zentrale Behörde. In Zeiten der Unsicherheit oder Krise neigen Anleger dazu, ihre
Allokation in Safe-Haven-Vermögenswerte zu erhöhen, um den Mangel an kurzfristiger Visibilität zu überstehen. Eine Investition in Gold und Bitcoin ist nicht zuletzt auch eine gute Kombination, um eine Diversifizierung von traditionellen Anlageklassen zu erreichen. Alternatives Investment im Wandel der Zeit Auch alternative Investmentformen sind nicht in Stein gemeisselt, sondern entwickeln sich laufend weiter. So waren alternative Anlagen früher nur einem ausgewählten und anspruchsvollen Teil des Marktes zugänglich. Inzwischen sind sie allgegenwärtig und stehen jedem zur Verfügung, der sich für die Erstellung eines Anlageportfolios interessiert. Achtung: Ihre Allokation sollte jedoch begrenzt bleiben, da sie tendenziell weniger reguliert sind und somit mehr Risiken bergen. Seit der Finanzkrise von 2008 haben sich zudem die Staatsanleihen im Wesentlichen gegen Null bewegt – ebenso wie die Renditen der Bankeinlagen. Im Zuge dessen ist es für Anleger somit ein naheliegender Schluss, alternative Anlageformen in Erwägung zu ziehen. Nichtsdestotrotz sollte man dabei aber stets die Risikokennzahlen seines Gesamtportfolios im Auge behalten. Investment in Zeiten von Corona Die Coronakrise hat die Investmentwelt tief geprägt. Durch die Art und Weise, wie Regierungen auf die Covid-19-Krise reagiert haben, wurde die globale
Geldpolitik in den Fokus gerückt. Seit 2008 befindet sich diese in einem Expansionsmodus – mit einer massiven Beschleunigung im ersten Halbjahr 2020. Investoren, die nach Möglichkeiten suchen, einen Teil ihres Vermögens ausserhalb des traditionellen Spektrums anzulegen, streben jetzt nach alternativen Anlagen wie Gold oder auch Bitcoin. Der ausschlaggebende Grund: Alternative Anlagen sind in der Regel langfristige Anlagen. Somit überrascht es nicht, dass besonders in Zeiten von grosser Unsicherheit Anleger liquide Anlagen den illiquiden vorziehen. Ausblick in die Zukunft Was hält die Zukunft in Sachen alternatives Investment bereit? Feststeht, dass der Zugang zu Investitionen demokratisiert wurde. Jeder mit einem Bankkonto und einem Mobiltelefon kann heute in verschiedene Anlageklassen und Produkte investieren. Neue Technologien eröffnen Anbietern von alternativen Investmentlösungen zudem zahlreiche neue Möglichkeiten. Darunter etwa effizientere Arbeitsmethoden, die in geringeren Kosten, mehr Transparenz und mehr Liquidität resultieren. Ebenso etablieren sich innovative Anlagestrategien, die sich neue Datenquellen und künstliche Intelligenz zu Nutzen machen, um Investoren unkorrelierte Renditen zu ermöglichen. Alternative Anlagen avancieren somit zum Standard in den Portfolios der Anleger und sollten in Zukunft auch als solche erachtet werden.
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BASE58 CAPITAL AG BRANDREPORT
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«Bitcoin ist das Asset mit der besten Rendite des letzten Jahrzehnts» Alternative Investmentformen boomen. Fabio Federici, Gründer und CEO der Base58 Capital AG, spricht im Interview mit «Fokus» über Kryptoanlagen als alternatives Investment und wie diese die Zukunft prägen werden.
Fabio Federici
Fabio Federici, Sie haben 2017 die Base58 Capital AG gegründet. Was hat Sie dazu motiviert? 2013 habe ich Bitcoin für mich entdeckt und bin seitdem überzeugt, dass es die transformativste Erfindung unserer Zeit sein kann. Nach meinem Exit aus einer Blockchain-Analyse-Firma im Silicon Valley möchte ich nun dazu beitragen, Kryptoassets als Anlageklasse zu etablieren. Was ist die Vision der Firma? Dezentrale Systeme zu fördern für eine freie und offene Wirtschaft, welche die Gesellschaft verändern wird. Der erste Schritt dazu besteht darin, einen traditionellen Einstieg in die Anlageklasse zu ermöglichen. Das heisst konkret, Anlagelösungen anzubieten, die sich wie Anlageprodukte verhalten, welche verwendet werden, um in andere Anlageklassen wie Gold oder Private Equity zu investieren. An wen richtet sich ihr Angebot? Wir richten uns an professionelle und institutionelle Anleger. Derzeit sind dies vermögende Privatpersonen und Family Offices. Jüngst ist zudem auch das Interesse
von Vermögensverwaltern, Privatbanken und anderen institutionellen Anlegern gestiegen.
Hedgefonds der Welt verwaltet, und renommierten Investoren wie Paul Tudor Jones, in Kryptoassets zu investieren.
Es gibt verschiedene Arten von Digitalen Anlagen und Kryptowährungen – welche sind diese? Wichtig ist es, zwischen «Digital Assets» und «Kryptoassets» klar zu differenzieren. Die digitale Darstellung von traditionellen Vermögenswerten wird oft als «Digital Asset» bezeichnet, beispielsweise der Anteil an einem Unternehmen, ein Goldbarren, ein Kunstwerk oder eine Währung wie der Schweizer Franken. Auch Zentralbanken beschäftigen sich mit der Ausgabe ihrer Währung in rein digitaler Form.
Gehören Kryptoanlagen in jedes Investment-Portfolio? Kurz gesagt, ja. Bitcoin ist das Asset mit der besten Rendite des letzten Jahrzehnts. Es verfügt zwar noch nicht über die Vertrauenswürdigkeit anderer «Safe Havens», was sich durch das vergleichsweise junge Alter erklären lässt. Nichtsdestotrotz weist es aber einzigartige Merkmale auf, die seine Position als «digitales Gold» festigen.
Dagegen handelt es sich bei «Kryptoassets» um Inhaber-Werte, die ausschliesslich in digitaler Form existieren, so wie etwa Bitcoin. Hauptunterschied ist, dass man hier keiner zentralen Partei wie einer Regierung oder einem Unternehmen vertrauen muss, um Zugang zu gewährleisten und Transaktionen zu ermöglichen. Erstmals können wir somit Werte in kurzer Zeit von Punkt zu Punkt global übertragen. Wie hat sich die Kryptoindustrie in den letzten zehn Jahren entwickelt? Die Branche hat grosse Fortschritte gemacht. Die Technologie hat sich enorm weiterentwickelt; Milliarden wurden investiert. Die Finanzinfrastruktur hat einen Reifegrad erreicht, der den anspruchsvollsten Anlegern Zugang ermöglicht. Fidelity, das ein Vermögen von drei Billionen verwaltet, bietet zum Beispiel Depotdienstleistungen an. CME bietet weiterhin Derivate an, und immer mehr etablierte Finanzinstitute erobern den Markt. Dies ermöglicht es Unternehmen wie Renaissance Technologies, das den erfolgreichsten
Was sind diese Merkmale? Bitcoin ist das einzige Gut der Welt mit einem bekannten festen Maximalangebot. Es ist der einzige Wertspeicher, der rund um die Uhr gehandelt wird, und bei weitem der tragbarste. Alles, was man dafür benötigt, ist ein Smartphone. Aufgrund des dezentralen Charakters und im Gegensatz zu anderen Anlagen wie Aktien, Schulden und Immobilien, lebt es ausserhalb jeglicher gesetzlichen Rahmenbedingungen und ist folglich besonders widerstandsfähig gegen Zensur. Es gibt gute Gründe für eine Investition: Über längere Zeiträume zeigt sich zum Beispiel, dass Bitcoin wenig mit anderen Anlageklassen korreliert ist. Eine Allokation kann daher sowohl die Rendite verbessern als auch die Volatilität eines Portfolios verringern. Was spricht gegen eine Investition und wie kann man dem entgegenhalten? Volatilität ist das oft genannte Argument gegen eine Investition. Die Aufteilung des zu investierenden Betrags auf regelmässige Einkäufe, eine periodische Neugewichtung und strategische Anpassungen der Grösse der Position sind aber gute Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken.
Nebst den Risiken einer Investition ist es ebenso wichtig, das Risiko einer Nichtinvestition zu verstehen. Im Zuge der Coronakrise ist das Risiko unvorhergesehener Folgen der von Regierungen und Zentralbanken getroffenen Massnahmen in den letzten Monaten erheblich gestiegen. Daher kann eine Investition als Absicherung gegen das Eintreffen einiger dieser Konsequenzen betrachtet werden, wie etwa ein Anstieg der Inflation. Inwiefern werden Kryptoanlagen und die Blockchain-Technologie unsere Zukunft beeinflussen? Diese Technologien bieten die Möglichkeit, gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen zu schaffen, welche die Treiber der zukünftigen Gesellschaft der Zukunft darstellen werden. Wir haben die Möglichkeit, Werte ohne zentrale Partei global zu versenden und die Struktur kritischer Knotenpunkte der Weltwirtschaft zu überdenken – von Geld über Finanzdienstleistungen bis hin zu E-Commerce sowie sozialen Netzwerken.
INTERVIEW LARS MEIER
Die Base58 Capital AG wurde 2017 gegründet und ist eine technologiegetriebene Investmentfirma, die auf Kryptoassets spezialisiert ist. Base58 wird von einem internationalen Team aus Informatik- und Finanzspezialisten aus der Schweiz sowie den USA geleitet. Weitere Informationen base58.ch
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I care for you – Crowdfunding für soziale und humanitäre Projekte Die Stiftung I care for you, welche von Roland Jeanneret, der früheren «Stimme der Glückskette» präsidiert wird, unterstützt Organisationen, Privatpersonen und anderen Institutionen dabei Projekte für den guten Zweck mittels Crowdfunding zu finanzieren.
Nicole Herzog Stiftungsrätin
Corinne Wissing-Daepp Geschäftsführerin
Am 16. März haben wir unseren Stiftungsnamen «I care for you» in die Tat umgesetzt! Als der Bundesrat das Versammlungsverbot und in der Folge den Lockdown für die Schweiz deklarierte, starteten wir umgehend ein Soforthilfeprojekt. Denn dass das faktische Berufsverbot für viele Menschen in der Schweiz zur existenziellen Bedrohung führen wird, war rasch absehbar. Die Idee für das schweizweite Projekt #zämefüralli war geboren. #zämefüralli sollte insbesondere Kleinstunternehmen, Selbständigerwerbenden und anderen Betroffenen helfen, die durch die MassnahmenMaschen des Bundes fielen. Es war wichtig, dass das Geld schnell und unbürokratisch ausbezahlt werden konnte, da viele Betroffene sehr rasch keine Einnahmen mehr hatten. In weniger als zwei Wochen hat Nicole Herzog (Stiftungsrätin), gemeinsam mit der Geschäftsführerin Corinne Wissing-Daepp das Projekt lanciert und die ersten achthunderttausend Franken gesammelt. Bereits 48 Stunden nach der Lancierung von #zämefüralli #ensemblepourtous wurden die ersten Gesuche genehmigt und Hilfsgelder ausbezahlt.
Neben dem Antrag mussten Dokumente eingereicht werden, die den Erwerbsausfall aufgrund der Corona-Massnahmen aufzeigen. Die Anträge für finanzielle Unterstützung kamen rasch und in grosser Stückzahl daher – bis heute haben wir mehr als 850 Anfragen erhalten. Bei der Bearbeitung der Gesuche waren die Mitarbeitenden gefordert, jedes Einzelschicksal individuell zu beurteilen. Als Basis für die Festlegung der Summe wurden die SKOS-Richtlinien (Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe) angewendet und die persönliche Situation berücksichtigt. Bei einem positiven Entscheid erhielten die Gesuchstellenden in der Regel eine Unterstützung zwischen CHF 2'000 und CHF 5'000. Die Hilfe ist eine Spende und muss nicht zurückbezahlt werden. Das Geld sollte die Zeit zwischen der staatlichen Hilfe überbrücken und den Betroffenen ermöglichen, alternative Einkommensquellen zu finden. Insgesamt konnten wir bis heute Spenden über CHF 1.72 Mio generieren und an über 620 Betroffene auszahlen, diese sind überaus dankbar dafür. «Vielen Dank, liebes Team von I care for you, es hilft mir sehr. Ich werde es nicht vergessen und sobald sich die Sache beruhigt, werde ich auch spenden». Nun da für viele das Leben wieder fast normal stattfindet, schwindet das Bewusstsein, dass immer noch viele, vor allem Selbständige, ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten können. Da staatliche Hilfe nicht oder nicht hinreichend gewährt wird, bleibt so vielen nur noch der Gang zur Sozialhilfe. Wie soll ein Clown seinen Lebensunterhalt verdienen, wenn alle Veranstaltungen abgesagt sind? Wie kann eine Choreografin Geld verdienen, wenn es keine Theateraufführungen gibt? Woher bekommt ein Kameramann einen Auftrag? Dies sind ein paar Beispiele – sie stehen für 1000ende!
Es war und ist unser Ziel, dass die Menschen ihren Alltag bewältigen und ihre Lebensgrundlage behalten können – denn die Kleinstunternehmungen stehen für eine unternehmerische und vielfältige Schweiz. Wir sind für jede Spende für #zämefüralli dankbar, damit wir weiter helfen können! Spenden unter: icareforyou.ch/zaemefueralli oder Stiftung I care for you, 8008 Zürich Postkonto: 61-656138-8 IBAN: CH46 0900 0000 6165 6138 8 Vermerk: #Zämefüralli
Ihr Crowdfunding auf I care for you Lust Ihr eigenes Crowdfundingprojekt zu starten? Ob Sie für ein Umweltschutzprojekt in der Schweiz oder im Ausland, eine nahe Person in finanziellen Nöten oder ein Entwicklungszusammenarbeits-Projekt im Ausland Geld sammeln möchten, wir unterstützen Sie dabei mit Rat und Tat. Sie können Ihr Projekt entweder direkt über unsere Webseite eingeben oder uns per Mail (info@icareforyou.ch) kontaktieren und wir besprechen Ihre Idee. Das Team von I care for you ist klein und fein. Jede*r Projektstarter*in wird individuell und persönlich beraten und unterstützt. Deshalb freuen sich auch 86% unserer Projektstartenden über die gelungene Finanzierung – denn bei uns gilt alles-oder-nichts, die Projektsumme muss innerhalb der Projektlaufzeit erreicht werden! Mehr Infos auch unter www.icareforyou.ch
BRANDREPORT FINA FINANZPLANUNG AG
Festhypothek, Libor, Saron oder doch variabel – Welche Hypothek ist die Richtige? Jede Hypothekarform birgt nebst Vorteilen auch gravierende Risiken. Dabei geht es jeweils um sehr hohe Geldsummen. Deshalb ist es wichtig, die verschiedenen Varianten zu kennen und Entscheidungen wohlüberlegt zu treffen.
Renato Ramseier
Festhypothek Hier werden die Zinsen für eine vordefinierte Laufzeit fixiert, meist für einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren, was eine gewisse Planungssicherheit schafft. Wichtig ist es zu beachten, dass eine zeitliche Staffelung der Hypothek in den meisten Fällen kaum Sinn macht. Die Aufteilung in verschiedene Laufzeiten dient vor allem der Kundenbindung. Solange die Verträge nämlich nicht gleichzeitig oder innerhalb eines Jahres auslaufen, ist ein Wechsel zu einem anderen Finanzinstitut fast unmöglich. Dies schwächt die Verhandlungsposition des Kunden erheblich. Berücksichtigt werden sollte auch die Vorfälligkeitsentschädigung. So werden Zinsen, welche bis Ende der Laufzeit noch anfallen würden, bei einer vorzeitigen Kündigung fällig. Eine Festhypothek lohnt sich somit, wenn man über einen längeren Zeitraum planen möchte. Bei einer ungewissen Zukunft ist allenfalls eher eine andere Finanzierungsart zu bevorzugen. Geldmarkthypotheken (Libor oder Saron) Der Zinssatz für eine Libor-Hypothek setzt sich aus dem sogenannten Libor (London Interbank Offered Rate) Zinssatz und der individuellen Kosten- und Gewinnmarge sowie einer Risikomarge nach Bonität des Schuldners
Viele Kunden sind erstaunt, wenn das Angebot der Bank deutlich von den Zinssätzen im Internet abweicht. zusammen. Ab Ende 2021 wird der Libor-Zinssatz aufgrund von Kursmanipulationen nicht mehr als Basis für die Hypothek herangezogen, sondern wird durch den Nachfolgezinssatz Saron (Swiss Average Rate Overnight) ersetzt. Dieser sollte dann transparenter werden. Betrachtet man die Zinssätze des Saron und des Libor im Vergleich sind diese mit -0.67 Prozent respektive -0.68 Prozent praktisch identisch. Da in den Berechnungen eine Untergrenze von 0.00 Prozent vorgesehen ist, hätten sinkende Zinsen keinen Einfluss mehr auf den Hypothekarzins. Libor-Hypotheken haben in der Regel eine Laufzeit von ein oder drei Monaten und werden rollierend erneuert. Im langjährigen Vergleich sind sie günstiger als Festhypotheken, jedoch besteht bei steigenden Zinsen keine Absicherung. Die meisten Banken schliessen drei bis fünfjährige Rahmenverträge ab, während deren die Kunden die Finanzierung jederzeit in eine Festhypothek umwandeln könnten. So kann in den zinsgünstigen Jahren vom tiefen Zinssatz profitiert und im Falle eines steigenden Zinsumfeldes in eine Festhypothek gewechselt und das finanzielle Risiko reduziert werden. Eine Libor- oder Saron-Hypothek kann sich also lohnen, wenn von gleichbleibenden oder sinkenden Zinsen ausgegangen wird und auch ein Anstieg finanziell verkraftet werden könnte.
Variable Hypotheken Während vor rund 20 Jahren noch sehr viele variable Hypotheken abgeschlossen wurden, ist deren Marktanteil heute verschwindend klein. Bis im September 2008 bildete der variable Zinssatz die Grundlage, um Mietpreisveränderungen zu berechnen. Seit der Einführung des hypothekarischen Referenzzinssatzes können die Finanzinstitute nun die Konditionen von variablen Hypotheken selber festlegen. So sind variable Hypotheken aktuell bei allen Banken und Versicherungen deutlich teurer als durchschnittliche Libor- beziehungsweise Saron-Hypotheken oder als kurzfristige Festhypotheken. Rein zinstechnisch ist momentan klar von einer variablen Hypothek abzuraten. Der Vorteil liegt allerdings in der Flexibilität, so kann die Hypothek nach Ablauf der Kündigungsfrist von drei oder sechs Monaten entweder gekündigt oder teilweise zurückbezahlt werden. Für diejenigen, die also eine Rückzahlung der Finanzierung oder den Verkauf der Immobilie planen, kann sich diese Lösung übergangsmässig lohnen. Ansonsten wäre ein Vergleich der verschiedenen Modelle sinnvoll, um von mehr Sicherheit und besseren Zinsen profitieren zu können. Zinsvergleiche im Internet Diverse Internetanbieter werben mit extrem tiefen Zinsen. Viele Kunden sind dann jeweils erstaunt, wenn das Angebot der Bank oder Versicherung davon abweicht. Dabei gilt es zu beachten, dass die im Internetvergleich ausgewiesenen Konditionen in der Regel nur für hohe Hypothekarvolumen im ersten Rang und für Kunden mit dem allerbesten Rating gelten. Das bedeutet, nur Kunden welche eine sehr hohe Hypothek abschliessen, dazu mindestens 35 Prozent Eigenkapital einbringen und nebenbei ein deutlich überdurchschnittlich hohes
Einkommen und Restvermögen aufweisen, werden eine Chance haben, die ausgewiesenen Zinssätze zu erreichen. Fazit Jede der erwähnten Hypothekarvarianten hat ihre Daseinsberechtigung. In der Praxis erleben wir jedoch häufig, dass die Wahl der richtigen Hypothek nicht nach Klärung aller nötigen Fragen erfolgte. Ein Vergleich der verschiedenen Varianten macht durchaus Sinn und ergibt oft ein Sparpotential von mehreren tausend Franken. Zudem können durch eine langfristige Planung Fehler im Bereich der verschiedenen Laufzeiten und Amortisationsmöglichkeiten vermieden werden. Weitere Informationen: www.fina.ch/ hypothekenvergleich
TEXT RENATO RAMSEIER
Zum Autor Renato Ramseier ist Finanzplaner mit eidg. Fachausweis und momentan an der ZHAW Winterthur im Lehrgang MAS Financial Consulting. Als Senior Consultant und Partner bei Fina Finanzplanung AG trifft er täglich auf die verschiedensten Kundensituationen.
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ENESPA AG BRANDREPORT
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Kunststoffrecycling: Ein massives Gewinnpotenzial Seit acht Jahren engagiert sich die Enespa AG für das Recycling von gemischten Kunststoffabfällen. Mit der Thermolyse-Technologie macht Enespa aus Plastikabfällen ein marktbares Produkt.
P
lastik ist überall, von Gebrauchsgegenständen bis zu Verpackungen und Kleidungsstücken. Unser Alltag ist völlig durchzogen davon. Das kommt nicht von ungefähr: Weltweit werden jährlich 407 Millionen Tonnen Plastik produziert. Effektives Kunststoffrecycling ist für die Umwelt von höchster Wichtigkeit. Bis heute werden nur 14 Prozent der globalen Kunststoffabfälle recycelt. Der restliche Anteil endet auf Deponien, wird verbrannt oder findet seinen Weg ins Meer, wo es maritimen Tierarten sowie der Umwelt beträchtlichen Schaden zufügt.
100 Prozent Kreislaufwirtschaft für Kunststoffabfall Ohne Frage ist eine Lösung des Plastikproblems von Nöten. Die Enespa AG hat dazu die Technologie auf Basis der Thermolyse entwickelt. Mit dem Verfahren der Thermolyse werden gemischte Kunststoffe in ihre Ursprungsmoleküle zersetzt und der erhitzte Rohstoff zum Grundstoff Paraffinöl destilliert. Bei diesem handelt es sich um ein marktfähiges Rohmaterial, welches gewinnbringend wiederverwendet werden kann. Das Verfahren arbeitet ohne CO2-Emissionen.
Lukrativ und umweltfreundlich Die Erträge durch Entsorgungsgebühren kombiniert mit den Erträgen aus dem gewonnenen Paraffinöl versprechen attraktive Gewinne. Schon heute sind Thermolyseanlagen für Pneu- und Altölrecycling im Betrieb. Der Schritt zum Recyclen von gemischten Kunststoffabfällen mit dem Thermolyseverfahren ist im Prinzip nicht gross, aber wie immer liegen die Herausforderungen in den Details. Mit der privaten Investition von Cyrill Hugi, dem Inhaber der Enespa AG, in Höhe von über einer Million Franken, wurde vor acht Jahren der erste Prototyp gebaut und betrieben.
für 250 kg/Tag, welches vor der Auslieferung steht. Die Modularität der Anlage ist dabei ein Schlüsselfaktor. Fünf Module arbeiten dabei in einer Einheit und garantieren einen kontinuierlichen Betrieb. Damit wird auch bei Wartungsarbeiten der Betrieb gewährleistet.
Durch die neue Partnerschaft von Enespa und Biofabrik Technologies GmbH hat Enespa nun direkten Zugriff auf betriebsbereite Anlagen.
Der Absatz des gewonnenen Rohstoffes Paraffinöl ist problemlos. Paraffinöl wird in vielen Branchen als Rohstoff verwendet, primär dient er als Ausgangsmaterial zur Herstellung von Kunststoffgranulaten.
Kontinuierlicher Betrieb Der Bau des ersten Moduls für die Verarbeitung von 1000 kg/Tag ist gestartet. Die Pläne basieren auf dem Modul
Ein lukrativer Zukunftsmarkt Die Gesellschaft besinnt sich immer mehr darauf, ein nachhaltiges Leben zu führen, in jeglicher Façon. Recycling ist ein Teil davon. Daher ist eine Investition in Thermolyserecycling eine Investition in einen lukrativen Zukunftsmarkt und gleichzeitig in eine bessere Welt.
Aktienkapitalerhöhung der ENESPA AG eine Chance für Investoren Durch die Aktienkapitalerhöhung stehen Investoren neu 150 000 Aktien zu einem Nennwert von CHF 1.00 zur Verfügung. Der Kaufpreis pro Aktie beträgt CHF 14.50. Durch die Partnerschaft mit Biofabrik Technologies GmbH konnte Enespa das Risiko der Anlageentwicklung ausschliessen. Die durch Biofabrik entwickelte Technologie hat sich in Dauertests bewährt und das erste 250 kg/Tag-Modul steht vor der Auslieferung. Das Risiko für Investoren ist deshalb überschaubar.
Unternehmenswert nach zehn Jahren, berechnet mit 7 Prozent Risikozuschlag
Drei Module für den Betrieb einer kleinen Recyclinganlage
Die detaillierte Investoren-Unterlagen erhalten Sie auf www.enespa.eu
GRAVINERGY AG BRANDREPORT
Investieren in eine Technologie der Zukunft Wie wird die Menschheit in Zukunft Energie gewinnen? Nachhaltigkeit und Flexibilität spielen hierbei zentrale Rollen, meint Markus Budniok, Gründer der Gravinergy AG. Mit seinem schwerkraftbetriebenen Gravinergy-Antrieb öffnet er die Türen für eine neue und bahnbrechende Art der Energiegewinnung. produzieren und ein ganzes Haus damit versorgen. Ob am Polarkreis, in der Wüste, mitten in der Stadt oder auf dem offenen Meer. Das Potenzial ist fast grenzenlos und der Antrieb ist technisch nicht komplizierter als eine Waschmaschine, und das ohne kilometerlange Stromleitungen. Mit dem Gravinergy-Antrieb kann dort Strom produziert werden, wo er auch gebraucht wird – egal ob fürs Eigenheim oder die Industrie. Markus Budniok
Herr Markus Budniok, der Gravinergy-Antrieb verspricht eine revolutionäre Energieerzeugung mithilfe der Schwerkraft. Wie funktioniert diese Form der Energiegewinnung? Der Gravinergy-Antrieb ist ein hydrodynamischer Antrieb. Er nutzt die Schwerkraft, um Auftriebskraft zu erzeugen, mit der er ein Schwungrad und einen Stromgenerator in Rotation bringt. Mit dem erzeugten Strom lädt der Antrieb anschliessend einen Stromspeicher. Das Ganze funktioniert ähnlich wie bei einem Solardach oder Windrad – nur ohne Sonne, Wind und Wetter, sondern mit einem 6-Volt-Ladegerät, dessen Leistung bereits für viele Handys ausreicht. Dazu kommt, dass sich der Antrieb autonom ein- und ausschaltet: Sobald der Speicher voll ist, schaltet er sich ab, während bei aktivem Stromverbrauch im Haus der Antrieb an ist und lädt den Speicher parallel voll. Mit seiner eingebauten Notfallbatterie sorgt er auch bei einem kompletten Stromausfall für einen zuverlässigen und leistungsstarken Betrieb. Dank einer 50 x 50 Zentimeter grossen Solarzelle, einem optionalen Windrad von circa 70 Zentimetern und unserer revolutionären technischen Lösung, kann der Antrieb nahezu 100 Prozent kostenlosen und CO2-freien Strom erzeugen. Weil die Patentanmeldung noch ausstehend ist, möchte ich hierzu aber keine patentrelevanten Details verraten. Aus welchen Gründen ist diese Technologie einzigartig? Nur einmal mit zwei Eimern Wasser gefüllt und gestartet, kann der Antrieb an jedem Ort der Welt kostenlosen Strom
Inwiefern wird ein solcher Gravitationsantrieb die Gesellschaft in Zukunft prägen? Man stelle sich vor, jeder Haushalt würde den Kühlschrank abschaffen. Undenkbar, nicht wahr? Der GravinergyAntrieb benötigt nur einen Quadratmeter an Platz, aber versorgt das Zuhause Tag und Nacht nonstop mit sauberer und kostenloser Energie. Wir suchen fieberhaft nach der idealen Energielösung, sogar nach einem «Ersatzplaneten». Dabei könnten wir mit solchen Technologien binnen weniger Jahren unzählige Jahre der Ressourcenausbeutung und Umweltvernichtung wieder wettmachen. Seien wir ehrlich: Unsere Zeit ist fast abgelaufen. Man denke nur an die Naturkatastrophen durch den wachsenden Klimawandel. Welche Pläne möchten Sie mithilfe neuer Investoren in die Tat umsetzen? Momentan sind wir so aufgestellt, dass man uns fast schon als «Minikonzern» bezeichnen könnte. Für den Produktionsstart einer ganzen Serie von Gravinergy-Antrieben benötigen wir aber den «Prototyp Zero», er ist dafür unabdingbar. Ingenieure eines der besten deutschen Prototypenbauers haben den Gravinergy-Antrieb bereits in Aktion begutachtet und mit positiver Sprachlosigkeit bewertet. Und wenn es nach Ansichten einiger bedeutender Wissenschaftler geht, ist der Gravinergy-Antrieb sogar nobelpreisverdächtig. Damit wir nun wachsen und eine Serienproduktion starten können, brauchen wir aber mehr als nur Zustimmung – bisherige Kauf- und Kooperationsanfragen haben es uns noch nicht ermöglicht, einen «Prototyp Zero» zu finanzieren. Aber wir möchten uns nicht verkaufen, sondern suchen mutige Unterstützer, die auf der Suche nach einer nachhaltigen und erfolgreichen Investitionsmöglichkeit sind.
Was gestaltet die Investorensuche für junge Unternehmen wie die Gravinergy AG schwer? Aufgrund des noch laufenden Patentverfahrens herrscht absolute Schweigepflicht. Wenn wir also mit Investoren ins Gespräch kommen, erwartet man von uns ganz ohne Geheimhaltungspflicht die Offenlegung aller Fakten, technischen Details und Zahlen, nur weil wir ein Start-Up sind. Sobald potenzielle Investoren aber unser Potenzial erkannt haben, wollen sie meistens gleich alles oder nichts. Mitspracherechte, Sitze im Verwaltungsrat und Forderung der Businesspläne, die auch Geheimes beinhalten – ich empfinde dies nur noch als arrogant. Die Beteiligung mit Namensaktien ist für viele kein Thema, auch wenn dies keine gewöhnliche Investitionsart, sondern eine direkte Unternehmensbeteiligung darstellt. Aber wenn ein Investor Einblick in die Businesspläne des Eminenten bekommen will, ohne seine Absichten darzulegen, geht mir das, im Interesse unserer bestehenden Aktionäre, persönlich zu weit.
Wieso sollte man genau jetzt in diese Art der Energiegewinnung investieren? Die Coronakrise ist meines Erachtens eine Art letzte Warnung für die Menschheit. Eine ähnlich globale Katastrophe, wie beispielsweise eine Energiekrise, würden wir nicht überstehen. Auch wenn man den Klimawandel betrachtet, sieht es nicht allzu rosig aus: Gletscherschmelzen, Wasser- und Nahrungsmittelknappheit, Permafrost-Schwund und exponentielle CO2-Vermehrung verschlechtern die Aussicht unseres blauen Planeten. Wir sind es unseren Kindern schuldig, jetzt für eine nachhaltige Zukunft vorzusorgen. Mehr Informationen unter: www.gravinergyag.com
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INTERVIEW SERGE PAVONCELLO
WWW.FOKUS.SWISS
«Das Aufrechterhalten der Wirtschaft war von grosser Bedeutung» Die Auswirkungen der Coronapandemie auf die Finanzwelt waren und sind verheerend. Wie gilt es jetzt zu handeln, sowohl als Unternehmen als auch als Privatperson? Ein Gespräch mit Serge Pavoncello, Präsident des Schweizerischen Verbandes der Vermögensverwalter (VSV), über aktuelle Herausforderungen und Trends sowie einen Ausblick in die Zukunft.
INTERVIEW LAETIZIA BARRETO
Serge Pavoncello, die Coronapandemie hat unweigerlich ihre Spuren in der Finanzwelt hinterlassen. Wie schätzen Sie die Situation zurzeit ein? Wir wissen vieles noch nicht. Fest steht, dass immer noch viele Unsicherheiten darüber bestehen, wie sich die Dinge entwickeln werden. Meiner Meinung nach befinden wir uns zurzeit in einer Situation wie nach einem starken Erdbeben oder einem sehr grossen Gewitter: Die Dinge waren lange Zeit stabil und plötzlich verändert ein einschneidendes Ereignis alles. Das Einstellen oder schon nur das Entschleunigen eines Teils der Wirtschaftstätigkeit während dieser Krise hat erhebliche wirtschaftliche und strukturelle Auswirkungen. Einige Sektoren leiden mehr als andere, und die Auswirkungen werden zudem langfristig spürbar sein. In Bezug auf die Finanzmärkte können wir mit der guten Performance und dem aktuellen Niveau im Vergleich zu den wirtschaftlichen Auswirkungen, unter denen wir unweigerlich leiden werden, zufrieden sein. Andererseits verbergen die Börsenindizes grosse Diskrepanzen zwischen den Sektoren, was aber durchaus sinnvoll ist. Hat die Coronakrise denn auch Chancen für bestimmte Bereiche geschaffen? Natürlich – ein gutes Beispiel ist der gesamte Technologiesektor, insbesondere alle Unternehmen, bei denen die Möglichkeit besteht, dezentral zu arbeiten. Gleiches gilt für jene, die dies beispielsweise mit der passenden Software überhaupt erst ermöglichen. Dies ist ein Wirtschaftszweig, der enorm von der Situation profitiert und uns in dieser Zeit sehr geholfen hat. Ansonsten sind auch das Ansehen und die Wertschätzung von Branchen wie Biotech und Pharma wieder gestiegen. Krisen auf den Märkten sind nichts Neues. Welche Lehren können wir beispielsweise aus der globalen Wirtschaftskrise 2007 bis 2012 ziehen? Im Jahr 2007 war die Art der Wirtschaftskrise völlig anders. Diese nahm durch ein enormes Problem in den USA mit einer Überbewertung des Immobilienmarktes ihren Lauf. Aus vielen heute bekannten Gründen führte die Krise zu den zahlreichen Schwierigkeiten wie der Liquiditätskrise, der Überschuldung, der fragwürdigen Bewertung von Finanzprodukten und so weiter. Jetzt sehen wir uns aber einer Krise anderer Art gegenüber. In Bezug auf die zu ziehenden Lehren denke ich hier eher an die Phasen des Wiederaufbaus Europas nach dem Zweiten Weltkrieg oder an die wirtschaftliche Wiederbelebung des neuen Abkommens in den 1930er-Jahren.
ÜBERSETZUNG LARS MEIER
Obwohl ich leidenschaftlicher Liberaler bin, bin ich von folgendem überzeugt: Der Staat spielt in diesen Krisen eine tragende Rolle, indem er die Gesellschaft in herausfordernden Zeiten regelt und so das System nicht untergehen lässt, was schwerwiegende soziale Konsequenzen hätte. Unter diesem Gesichtspunkt stelle ich fest, dass die Schweiz dieser Gesundheitskrise pragmatisch begegnet ist und im Zuge dessen ein vernünftiges Funktionieren unserer Wirtschaft ermöglicht hat – wenn auch mit grosser Vorsicht. Das Aufrechterhalten der Wirtschaft war von grosser Bedeutung; besonders, als die Coronapandemie sehr schnell ihren Lauf nahm. Hätten unsere Behörden diese «Flexibilität» nicht ermöglicht, wären wir meiner Meinung nach in einer viel schlechteren wirtschaftlichen Situation. Was hat Sie persönlich in die Finanzwelt gezogen? Mir wurde damals gesagt, dass es schwierig sei, nach dem Schulabschluss Arbeit zu finden. Also dachte ich mir, dann könnte ich genauso gut das machen, was ich wollte – in meinem Fall war es, in der Finanzwelt zu arbeiten. Ich war motiviert, alles zu lernen. Nach meinem Lizenziat entschied ich mich für ein einjähriges Postgraduatepraktikum bei der UBS, wo ich in verschiedenen Abteilungen tätig war. Anschliessend bin ich in einen Portfoliomanagementdienst gekommen, bei dem wir grosse Dinge getan und den Fortschritt und die Entwicklung eines Teils der Wirtschaftstätigkeit der Bank beeinflusst haben. Ich habe auch ein zusätzliches Aufbaustudium absolviert. Kurz gesagt: Diese Jahre waren fantastisch in Bezug auf mein Wissenswachstum und haben mich unbestreitbar geprägt und mir zudem während meiner Karriere ermöglicht, all die verschiedenen Projekte durchzuführen sowie auch die Unternehmen zu leiten. Es gibt bestimmte Klischees über Ihr Metier. Ein Beispiel ist das des Finanzhais, der alles tut, um seine Ziele zu erreichen. Wie bewerten Sie diese Klischees? Ich denke, dass viele populäre Filme diesen Stereotyp auf den Höhepunkt gebracht haben. Leider gibt es hier genauso wie überall einen Randbereich der Bevölkerung, der betrügt und Dinge tut, die man nicht tun sollte. Es wäre naiv zu glauben, dass diese Art von Verhalten verschwinden wird. Wir sind auf effektive und durchdachte Regeln angewiesen, welche bestimmte Bereiche kontrollieren und Kunden schützen, während wir den
BILD BÉATRICE DEVÈNES
Fachleuten in der Branche den notwendigen Spielraum lassen, um effizient zu arbeiten. Dies ist einer der Gründe für mein Engagement für den Schweizer Finanzplatz. Um auf Ihre Frage zurückzukommen, möchte ich darauf hinweisen, dass die genannten Finanzhaie eher die Ausnahme als die Norm bilden. Ich bin überzeugt, dass die meisten Menschen, die in unserer Branche arbeiten, gutgesinnt sind und die entsprechenden Werte auch ihren Kunden weitergeben möchten. Denken Sie, dass Bankangestellte eines Tages befürchten sollten, durch Computer ersetzt zu werden? Diese Frage hängt davon ab, wie sich die Bank positionieren möchte. Es entscheidet sich hier zwischen einer effizienten und institutionellen Verwaltung ihrer Kunden oder einer eher personalisierten Art und Weise. Dies ist eine grosse Konstante in der Wirtschaft, aber ich bezweifle, dass diese Ablösung eintreten wird. Als Veranschaulichung kann die Mode dienen: Einerseits gibt es die gängigen Marken und andererseits die Haute Couture. Grundsätzlich zielen wir auf eine jeweils andere Art von Kunden ab, aber immer sind die Bedürfnisse der Kunden die Grundlage eines Angebots, das relevant sein muss. Wir sprechen hier eindeutig über zwei verschiedene Dinge: Einerseits haben wir ein Produkt, dessen Ziel es ist, die geringsten Kosten zu verursachen und das in grossem Umfang zu vertreiben ist. Andererseits haben wir ein Produkt, das einen hohen Deckungbeitrag bringt und nur für eine reduzierte Anzahl von Kunden gedacht ist. Im Finanzbereich ist es dasselbe: Wenn Sie eine hohe Anzahl von Kunden verwalten möchten, die ein traditionelles oder üblicheres Management wünschen, ist es durchaus möglich, Technologie zu verwenden, während diese Tätigkeiten früher noch von mehreren Mitarbeitenden übernommen werden musste. Meiner Meinung nach wird das von unabhängigen Vermögensverwaltungsunternehmen und Banken durchgeführte Management weiterhin koexistieren, da sowohl das Merkmal der Personalisierung und des privilegierten Kontakts als auch die Notwendigkeit eines Massenmanagements bestehen bleiben. Welchen Rat würden Sie jungen Menschen geben, die sich für eine Karriere in diesem Bereich interessieren? Achten Sie speziell im Beginn ihrer Karriere besonders auf den Erwerb von Wissen. Dies ist das A und O. Es
gibt verschiedene Möglichkeiten, dies zu erreichen. Auch technisches Verständnis aufzubringen ist wichtig, um die greifenden Mechanismen der Branche sowie der zu erbringende Dienstleistungen zu verstehen – sowohl in Bezug auf jetzt, aber auch in Zukunft. Es gibt keinen Königsweg, um dies zu erreichen. Sie können dies tun, indem Sie in einem Konzern oder in einem viel kleineren Unternehmen, welches eher technisch ausgerichtet ist, arbeiten. Vor allem hat es keinen Zweck, etwas zu bereuen: Man muss Entscheidungen fällen und nach vorne schauen. Es ist wichtig, mit der Funktion, die man ausübt, im Reinen zu sein, und zu wissen, wofür man zuständig ist. Was sind angesichts der aktuellen Situation Ihre Tipps für eine sichere Investition? Zurzeit befinden wir uns in einer Aufholphase. Wie ich bereits sagte, haben einige Technologieunternehmen aus gutem Grund stark von dieser Zeit profitiert. Eine Investition in diese würde ich jetzt jedoch nicht empfehlen, da einige Unternehmen eher überbewertet werden. Ich würde eher kurzfristige Chancen in Betracht ziehen, die leider stark und aus den falschen Gründen gefallen sind. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, an neuen Grundlagen zu arbeiten und sich über Anlagen zu informieren. Wie werden sich die Finanzmärkte mittel- und langfristig entwickeln? Derzeit können wir davon ausgehen, dass die Finanzmärkte nach den Erholungen in den letzten Wochen eine Krise von eher geringem Ausmass mit geringen langfristigen Auswirkungen erwarten. Die zukünftige Entwicklung wird stark beeinflusst, abgesehen von dem wichtigen Faktor «Liquidität», durch eine mögliche Erholung der Epidemie. In diesem Fall werden die Wirtschaft und die Märkte leiden. Der zweite Punkt hat mit der Entwicklung der Wirtschaft zu tun, auch ohne Erholung von der Epidemie; wie ich bereits sagte, habe ich das Gefühl, dass wir keine grossen Auswirkungen erwarten. Wenn die wirtschaftlichen Zahlen und Aktivitäten in den kommenden Monaten schwächer als erwartet ausfallen, werden wir dennoch vor einer schwierigen Zeit stehen. Über Serge Pavoncello Serge Pavoncello machte einen Bachelorabschluss in Wirtschaftswissenschaften an der Universität Genf und begann seine berufliche Laufbahn 1987 bei der UBS im Bereich Portfoliomanagement. Als Direktor dieses Bankinstituts war er an der Schaffung des zentralen Verwaltungsdienstes (services gestion centralisée) für die UBS-Gruppe (Genf, Zürich, Basel und Lugano) beteiligt und Teil des Investitionsausschusses für Privatkunden. 1995 trat er dem Vorstand der Swiss Financial Analysts Association (SFAA) bei und entwickelte dort AZEK, ein von der SFAA gegründetes Ausbildungsinstitut für Finanzen, von der Pike auf mit. 1999 trat Serge Pavoncello Credit Suisse bei, wo er Direktor der Onshore-Private-Banking-Einheit wurde. Fünf Jahre später verliess er die Bank, um Wedge Associates SA zu gründen – ein Multi Family Office, dessen Hauptziel es ist, seinen Kunden eine Reihe umfassender und effizienter Dienstleistungen anzubieten. Neben seiner Tätigkeit bei Wedge Associates SA trat Serge Pavoncello dem Vorstand des Schweizerischen Verbandes der Vermögensverwalter (VSV) bei, dem Dachverband unabhängiger Verwaltungsgesellschaften. In diesem Zusammenhang beteiligt er sich an verschiedenen Grossprojekten zur Entwicklung des Berufs unabhängiger Vermögensberater und -manager. Im Mai 2017 wurde Serge Pavoncello zum Präsidenten des VSV ernannt.
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FINAPORT GROUP BRANDREPORT
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Individuelle Lösungen für das eigene Vermögen Für das eigene Vermögen eine passende Anlagestrategie finden und dabei von einer kompetenten und aufrichtigen Beratung profitieren. Hellmut Schümperli, CEO der Finaport Group und Yves Hauser, CIO und Leiter Investment, erklären, was eine gute Anlagestrategie ausmacht und weshalb eine unabhängige Vermögensberatung wertvoll ist. INTERVIEW DOMINIC MEIER
Herr Hellmut Schümperli, was macht eine moderne und unabhängige Vermögensberatung für Sie aus? Schümperli: In einer Welt, in der Zinserträge nahe bei Null oder sogar negativ sind, ist das erfolgreiche Verwalten eines Vermögens sehr komplex und anspruchsvoll. Gleichzeitig ist jedoch der Zugang zu Finanzdaten und Expertenmeinungen immer einfacher zu erlangen. Dies macht es für Investoren oft sehr schwierig, die Spreu vom Weizen zu trennen und sich eine Meinung zu bilden. Genau hier stechen unabhängige Vermögensberater aus der Masse heraus. Sie können dem Kunden frei von Interessenskonflikten eine massgeschneiderte Beratung anbieten, die auf einem tiefen Verständnis des Kunden, seiner Bedürfnisse und seiner Risikobereitschaft sowie gegenseitigem Vertrauen beruht. Ich sehe es als unsere Aufgabe, Komplexität zu reduzieren und Klarheit zu schaffen. Insbesondere ist es wichtig, stets mit den Entwicklungen der modernen Finanzdienstleistungen Schritt zu halten. Darüber hinaus bedienen wir uns aller verfügbaren, modernen Chat-, Audio- und Video-Kommunikationsmittel, die es uns auch in der reisefreien Zeit dieses Jahr sehr leicht gemacht haben, den regelmässigen Kontakt zu unseren Kunden aufrechtzuerhalten. Welche Kompetenzen hat die Finaport? Schümperli: Die Eckpfeiler unserer Services sind die Beratung für Privat- und Firmenkunden, gekoppelt mit unserem Asset Management sowie Investment Banking Advice. Zusätzlich bieten wir modernste Technologien, die es uns erlauben, Kundenportfolios einer Vielzahl von Banken zu konsolidieren und zu analysieren. Wir verfügen über ein Netzwerk von rund 70 Depotbanken, mit denen wir teils intensiv zusammenarbeiten. Dies gibt uns, und somit auch unseren Kunden, Zugang zu einer enormen Palette von Anlagelösungen und Analystenmeinungen. Wo ist die Finaport überall tätig? Schümperli: Wir betreiben lizenzierte Niederlassungen in Zürich, Liechtenstein und Singapur. Daneben verfügen wir über Lizenzen für die USA und Kanada und betreuen zudem Unternehmer und vermögende Familien von Südamerika über die USA und Europa bis Südostasien. Worin unterscheidet sich Finaport von klassischen Vermögensverwaltern? Schümperli: Unsere Kundenberater sind frei von Interessenskonflikten, wie sie bei den Banken nach wie vor oft bestehen. So finden unsere Berater individuell die bestmöglichen Lösungen für unsere Kunden, ohne dass Präferenzen von Anbietern Einfluss nehmen. Zusätzlich sorgt das Anstellungssystem von Finaport dafür, dass wir praktisch keine Personenwechsel in der Kundenbetreuung verzeichnen. So ergeben sich teils jahrzehntelange Kundenbeziehungen, die auf gegenseitigem Respekt, Vertrauen und Verständnis basieren. Unsere Berater operieren mit einem hohen Grad an Selbständigkeit und fühlen sich als Unternehmer. Es kommt deshalb nicht selten vor, dass ein Kundenberater, der sich dem Pensionsalter nähert, seinen Sohn oder seine Tochter
bei den Kunden und deren Kindern einführt und die Kundenbeziehungen bei Finaport in der nächsten Generation weitergehen. Wie garantiert Finaport auch langfristig gewinnbringende Investitionen? Schümperli: Natürlich gibt es bei Finaport wie auch an anderen Orten keine Garantien für Anlagegewinne. Wir können aber versichern, dass wir stets im Interesse unserer Kunden handeln und deren Bedürfnisse und Entscheidungen an erster Stelle stehen. Eine gute Anlagestrategie, die systematisch und kostengünstig umgesetzt wird, hat über die Jahre die besten Chancen, attraktive Gewinne für die Investoren zu erzielen. Wie gehen Sie auf die individuellen Bedürfnisse Ihrer Anleger ein? Schümperli: Unsere Berater betreuen eine überschaubare Anzahl von Kunden. Dies erlaubt uns eine sehr hohe Kontaktintensität mit jedem einzelnen Kunden. Die meisten Kunden sind entweder Selbstentscheider, Ratsucher oder Delegierer. Dem Selbstentscheider helfen wir, den kostengünstigsten Anbieter für Kapitalmarkttransaktionen zu finden. Dem Ratsucher stehen wir zur Seite und geben ihm möglichst viele Informationen, die ihm helfen, den für ihn richtigen Anlageentscheid zu treffen. Mit dem Delegierer definieren wir eine massgeschneiderte Anlagestrategie, die seinem Risikoprofil entspricht, während wir auch sein Vermögen strikt nach seinen Wünschen und Vorgaben verwalten. Selbstverständlich gibt es aber auch Kunden, die eine Kombination dieser Dienstleistungen in Anspruch nehmen möchten. Wie sorgt Finaport für mehr Transparenz zugunsten der Investoren? Schümperli: Vertrauen basiert auf Transparenz. Die Kunden von Finaport wissen deshalb genau, wie viel und wofür sie bezahlen. Die meisten Kunden bezahlen einen vordefinierten Prozentsatz für unsere Dienstleistungen und profitieren gleichzeitig von sehr attraktiven Konditionen bei der Depotbank. Eine andere Art von Transparenz versuchen wir im Bereich Investment Research anzubieten. Hier hat der Berater einer traditionellen Bank die Verpflichtung, dem Kunden die Meinung des Hauses zu präsentieren. Durch unsere Unabhängigkeit und unseren Zugang zu den Research-Meinungen unserer Depotbanken rund um den Globus, können wir eine Konsensanalyse erstellen und diese den Kunden präsentieren. Das ist zwar auch keine Kristallkugel, aber sicherlich eine viel transparentere und bedeutend breiter abgestützte Sichtweise. Unsere Anlageresultate der letzten Jahre, die wir ab Herbst 2020 auf einer neuen Webseite zeigen und nachführen werden, zeigen das sehr deutlich. Herr Yves Hauser, inwiefern können auch Anleger mit bescheidenem Kapital bei Finaport lukrative Investitionen vornehmen? Hauser: Unsere Anlagestrategie nach dem Motto «Investieren ohne Emotionen» soll allen Kunden zur Verfügung stehen. In Zusammenarbeit mit der Zürcher Kantonalbank ZKB haben wir Lösungen erarbeitet, mit denen bereits mit kleinen Beträgen eine effiziente
und sehr erfolgreiche Anlagestrategie umgesetzt werden kann. Gerade junge Leute sollten sich früh mit Finanzanlagen beschäftigen – dieser Anlageansatz eignet sich bestens für einen langfristigen Vermögensaufbau. Selbstverständlich geben wir jedem interessierten Anleger gerne Auskunft, wie er seine Anlagen unter Einbezug unserer Lösungen tätigen kann und helfen ihm, sein Portfolio nach seinen Bedürfnissen zusammenzustellen.
Hellmut Schümperli
Welche Tools und Prozesse nutzen Sie für optimales Risk Management im Portfolio? Hauser: Wir arbeiten mit sechs Prinzipien, die auf zwei Ebenen beruhen. Wir unterscheiden zwischen Emotionen und Anlagen. Unter Emotionen sind es die Prinzipen: «Fokus», «Disziplin» und «keine Emotionen». Unter Anlagen verstehen wir «Liquidität», «Risiko» und «Netto-Performance». Basierend auf diesem Grundgerüst, kann man langfristig erfolgreich Portfolios verwalten und sehr gute Resultate erzielen. Gleichzeitig gewährleistet eine solche systematische, regelbasierte Anlagestrategie eine klare, transparente Risikoverwaltung. In der Basisstrategie vermeiden wir, vorbehaltlich anderslautender Absprache, illiquide Anlagen und strukturierte Produkte. Für uns soll alles täglich handelbar sein und innerhalb 24 Stunden veräussert werden können. Liquidität ist das wichtigste Gut unserer Anlagestrategie und gleichzeitig auch unser langfristiger Erfolg. Warum sollten Investitionen möglichst ohne Emotionen gemacht werden? Hauser: Menschen neigen dazu, anhand von Emotionen zu entscheiden. Nachrichten, Ereignisse oder der gute Tipp vom Nachbarn sind keine guten Freunde für den Anlageentscheid. Nehmen wir die aktuelle Covid19-Situation: Innerhalb kürzester Zeit haben die globalen Finanzmärkte über 30 Prozent an Wert eingebüsst. Kaum zwei Monate später sind wir fast wieder dort, wo wir am Anfang des Jahres standen – obwohl das Virus immer noch grassiert. In solchen und weiteren Situationen spielen sehr viele Emotionen mit. Dabei vergessen wir oftmals, dass unser tägliches Leben weitergehen wird. Somit ist auch klar, dass nicht alle Wirtschaftszweige gleichmässig unter dieser Krise leiden werden. Deshalb sind Fokus und Disziplin sowie eine gute Risikoverwaltung der Anlagen am Ende das Erfolgsrezept eines langfristigen Anlegers – nicht die Entscheidung aus dem Bauchgefühl heraus. Welche Projekte hat Finaport für die Zukunft geplant? Schümperli: Um langfristigen Erfolg für Mitarbeitende und Kunden zu erzielen, ist Finaport im dauernden Prozess, die Firmenstruktur kongruent zu den Anforderungen des Marktes auszurichten. Letztes Jahr konnte mit Dr. Philipp Hofstetter ein ausgewiesener Experte im Investment-Banking mit äusserst beeindruckendem Erfolgsnachweis für Finaport gewonnen werden. Philipp leitet die sich im Aufbau
CEO
Yves Hauser CIO, Vermögensverwaltung
befindende Finaport Capital AG und bietet Beratung für Kunden mit eigenen Unternehmen an. Seine Einheit arbeitet Hand in Hand mit unseren Privatkundenberatern und erweitert das Angebot von Finaport massgeblich. Darüber hinaus offerieren er und sein Team vermehrt auch Private-Equity-Lösungen, Direct Investments und begleiten Unternehmer auf ihrem Weg zu Fusionen, Akquisitionen und Börsengängen. Im Privatkundengeschäft stösst per 1. August dieses Jahres Fabian Jenny als neuer CEO der Finaport Zürich zu uns. Seine Expertise ist Wealth Management. In rund zwanzig Jahren hat er bei der weltweiten Nummer Eins im Wealth Management in verschiedenen Teilen der Erde viele vermögende Kunden betreut und erfolgreich Teams geführt. Fabian ist voller Ideen, um mit Finaport auch in Zukunft innovative und modernste Lösungen für die Bedürfnisse von Privatkunden bieten zu können. Er bringt eine teambasierte Management-Philosophie in die Firma, mit dem Ziel, Finaport zu einem «Best Work Place» mit den besten Kundenberatern des Landes zu machen. Finaport Fraumünsterstrasse 9 CH – 8001 Zürich Tel: +41 (044) 217 70 50 E-mail: info@finaport.com Web : www.finaport.com CEO Hellmut Schümperli Email: Hellmut.Schuemperli@finaport.com Tel: +41 (044) 217 70 61 CIO Yves Hauser / Vermögensverwaltung Email: Yves.Hauser@finaport.com Tel: +41 (044) 221 93 04
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ZUKUNFT
WWW.FOKUS.SWISS
Wie die Digitalisierung neue Geschäftsmodelle fordert Alles befindet sich im Wandel: Die fortschreitende Digitalisierung ist einer der Megatrends und stellt die Finanzbranche auf den Kopf. Gängige Geschäftsmodelle im Bankwesen werden obsolet; die Banken sind zukünftig gefordert sich im Hinblick auf die Megatrends und die disruptiven Innovationen systematisch zu verändern. TEXT FLAVIA ULRICH
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lles wird digitaler, vernetzter und schnelllebiger – diese Veränderungen machen auch vor dem Finanz- und Bankenwesen keinen Halt. Etablierte Geschäftsmodelle, die bis anhin funktionierten, müssen umgekrempelt und so strukturiert werden, um in Zukunft weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben. Bezahlen über soziale Medien Die Digitalisierung ist kein neues Phänomen und doch hat sie heutzutage laufend grösseren Einfluss auf die unterschiedlichsten Geschäftsbereiche und wird im Finanzwesen als Megatrend gehandelt. Denn dadurch kommen nicht nur Mitbewerber wie Fintech-Unternehmen ins Bild, sondern ganze Geschäftsfelder sehen sich mit Veränderungen konfrontiert. Der Vormarsch des Internets wandelt ausserdem die Art und Weise, wie Kunden finanzielle Geschäfte abwickeln. In der Schweiz benutzt beispielsweise bereits jetzt über die Hälfte der Bevölkerung digitale Dienstleistungen wie das E-Banking – klar, dass dieses Angebot bei der grossen Anzahl von Nutzern nicht mehr nur gewünscht, sondern erwartet wird. Das Einkaufen verschiebt sich immer stärker in die Internetsphäre, wodurch die Entstehung neuer Zahlungswege in die Wege geleitet wird. Soziale Medien wie Twitter und Facebook bieten in einigen Ländern schon jetzt die Möglichkeit an, sich unter Freunden und Followern gegenseitig Geld zuzustellen. Ferner haben Betriebssysteme wie beispielsweise Apple bereits eine eigene Wallet. Durch das Aufkommen dieser
unterschiedlichen Anbieter kommen neue Wettbewerber ins Finanzwesen, was zu weiterem Konkurrenzdruck führt. Roboter, die Geld anlegen Auch das Investieren verändert sich zukünftig stark: Digitale Beratung mithilfe von Robo-Beratern und einem komplett digitalen Asset Management wird in allen Anlageklassen zum guten Ton gehören. Dieser Service vereinfacht das Investieren für den Anleger, führt zu transparenteren Kosten und ist in Bezug auf die Datensicherheit unbedenklich. Die damit einhergehende Automatisierung kann zu grösseren Kosteneinsparungen, vermehrter Flexibilität und einer Risikominderung führen. Ein weiterer grosser Trend, der mit der Digitalisierung einher geht, ist die verbesserte Datensicherheit mithilfe von biometrischen Lösungen wie Herzschlag-Sensoren oder Augenvenen-Abgleich. Daneben kann die Blockchain viele finanztechnische Angelegenheiten nicht nur vereinfachen und neue Angebote vertikal integrieren, sondern zudem sicherer gestalten. Eine wichtige Kompetenz für die Banker der Zukunft wird daher der Aufbau von Wissen über Kryptowährungen sein. Primärfunktionen verändern sich Diese Megatrends wirken sich auf die fünf Primärfunktionen einer Bank aus. Dabei verändern sogenannte disruptive Innovationen die folgenden Gebiete: Zahlungen, Einlagen und Kredite, Vermögensverwaltung, Marktversorgung und Kapitalbeschaffung. Insgesamt
verringern sich die Schnittpunkte zwischen Kunde und Bank in traditionellen Finanzgeschäften wie Zahlungen, denn diese können durch eine dritte Finanzplattform direkt beim Anbieter bargeldlos und einfach getätigt werden. Durch die sich ändernden Kundenwünsche wird sich die Art und Weise der Kreditvergabe ändern. Langwierige Abklärungen sollten der Vergangenheit angehören, denn bereits heutzutage steigt die Nachfrage nach flexiblen Lösungen. Damit Prozesse an Effizienz gewinnen, werden grössere Bereiche wie die Vermögensverwaltung externalisiert und somit verlagert. Die Kapitalbeschaffung wird aufgrund von alternativen Lösungen wie dem Crowdfunding vereinfacht und benötigt nicht mehr unbedingt eine Bank, denn es wird hierbei vermehrt auf private Investoren gesetzt. Drei mögliche Szenarien Der Bericht des WEF über die Zukunft von Finanzdienstleistungen aus dem Jahre 2015 legt dar, dass durch diese disruptiven Innovationen in den Kernfunktionen von Banken drei Hauptszenarien zu Tage treten könnten: Durch gestärkte Kundenbeziehungen oder effizientere Prozessabläufe ist es in einem ersten Szenario möglich, dass traditionelle Banken wieder an Dominanz gewinnen und sich als Marktführer platzieren können. Dabei müssen jedoch bestehende Geschäftsmodelle durch strengere Regulationen geschützt werden, was den Wettbewerb zwischen unterschiedlichen Anbietern stärker eingrenzt.
Im Gegensatz dazu kann sich das Bankgeschäft komplett neu erfinden und auf der Basis von Finance 2.0 neue und für die Kunden attraktivere Geschäftsmodelle aufbauen. Als finale Option ist weiterhin die Entstehung eines Banking-Ökosystems möglich, in welchem die Bank mit den angepassten Geschäftsmodellen nebst alternativen Finanzdienstleistungsplattformen existiert und mit ihnen zusammenarbeitet. Geschäftsmodelle der Zukunft Im traditionellen Bankwesen ist die Wertschöpfungskette eng aneinandergekoppelt und somit integriert. Disruptive Innovationen brechen diese Verbindungen auf. Dadurch werden die einzelnen Glieder agiler und können Grössenvorteile erzeugen. Dieses Aufsplitten lässt fünf neue Geschäftsmodelle entstehen, die mit unterschiedlichen Fokussierungen aufwarten können. Beim Kundenfokus legt die Bank besonderen Stellenwert auf die User Experience. Es ergibt sich eine enge Beziehung zwischen Finanzdienstleister und Kunde, die einzigartig sein muss, um Vorteile daraus zu gewinnen. Die Bank kann sich durch innovativere Produkte ferner als Produktführer platzieren und diese schneller als die Konkurrenz auf den Markt bringen. Neben diesen beiden Szenarien ist es ausserdem möglich, dass sich die Bank durch Zusammenarbeit mit Providern bezüglich Transaktionen und Banklösungen von ihrer Konkurrenz abhebt. Parallel zu diesen fokussierten Geschäftsmodellen werden weiterhin Universalbanken existieren, die in allen Geschäftsfeldern eine namhafte Grösse ausmachen.
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BRANDREPORT FINGUIDE
Transparenz für Schweizer Private-Banking-Kunden Wer einen Kauf plant, möchte das Preis-Leistungs-Verhältnis vergleichen können. Dank FinGuide geht das endlich auch im Schweizer Private Banking.
Matthias Hunn Gründer und Geschäftsführer von FinGuide AG
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unden, die ein Auto kaufen wollen, vergleichen Leistung, Verbrauch, Platzangebot, Optik, Preis und alles, was ihnen wichtig ist. Sie kaufen ein bestimmtes Smartphone, weil es viel Speicherkapazität bietet, günstig ist oder die Kamera tolle Bilder schiesst. Alle diese Informationen finden sich mit wenigen Klicks im Internet. Heute ist das selbstverständlich und niemand könnte es sich noch anders vorstellen. Intransparentes Private Banking Ganz anders sieht es im Schweizer Private Banking aus. Kosten und Renditen auf der Webseite? Fehlanzeige. Zumindest sehen können, ab welchem Mindestbetrag welche Privatbank Kunden aufnimmt? Keine Chance. Wie suchen denn vermögende Privatpersonen überhaupt ihren Anbieter aus? Die Antwort ist auf den ersten Blick überraschend: Gar nicht. Entweder lassen sich Kunden von Bankern im Golfclub oder im Bekanntenkreis akquirieren oder sie legen ihr Geld bei ihrer Hausbank an. Aber ist die Bank für die Hypothek wirklich auch die beste für die Geldanlage? Hat der Bekannte, der mir seinen Anlageberater empfohlen hat, die gleichen Bedürfnisse wie ich?
Ein echtes Problem haben deshalb Kunden, die mit ihrer Privatbank oder ihrem unabhängigen Vermögensverwalter unzufrieden sind. Unanständig hohe Boni für das Management, schlechte Renditen, versteckte Gebühren im Depot, Beraterwechsel – es gibt mehr als genug Gründe, weshalb Kunden mit ihrem Vermögensverwalter unzufrieden sind. Aber wohin wechseln? Die meisten Kunden haben resigniert und bleiben ihrem Anbieter trotz schlechten Leistungen treu. Die Gefahr, dass es nach einem mühsamen Wechsel beim nächsten Anbieter auch nicht besser wird, ist gross. Viele Bankkunden sind der Meinung, es seien sowieso alle Anbieter gleich, nämlich ausschliesslich auf den eigenen Vorteil bedacht. Zum Glück stimmt das ganz und gar nicht! Die Lösung des Problems ist eigentlich einfach: Es braucht einen effizienten, strukturierten Prozess für die Anbieterwahl und die notwendigen Informationen. FinGuide bietet beides.
Der Prozess von FinGuide Die Dienstleistung von FinGuide besteht aus zwei Elementen: Erstens werden aus über 2500 Privatbanken und unabhängigen Vermögensverwaltern renditestarke faire Anbieter herausgepickt. Zweitens geht es darum, herauszuarbeiten, welcher davon optimal zu den individuellen Bedürfnissen einer Kundin oder eines Kunden passt. Den besten Vermögensverwalter für alle gibt es genauso wenig wie das beste Auto oder das schönste Haus. Erst wenn Kunden sich über ihre Bedürfnisse im Klaren sind, kann der passende Vermögensverwalter identifiziert werden. FinGuide bietet dafür auf der Webseite einen strukturierten Fragebogen, in dem Kunden ihre Bedürfnisse einfach erfassen können. Wollen Sie bei der Aktienauswahl mitreden oder überlassen Sie die Entscheidungen dem Vermögensverwalter? Legen Sie mehr Wert auf transparente Preise oder in der Vergangenheit erzielte
hohe Renditen? Ist Ihnen eine Privatbank oder ein unabhängiger Vermögensverwalter sympathischer? Der Finguide-Algorithmus gleicht die Kundenbedürfnisse mit der Anbieterdatenbank ab und zeigt transparent auf, weshalb welcher Anbieter wie gut passt. In einem persönlichen Gespräch werden die erfassten Bedürfnisse und die Angebote vertieft und die beiden besten Anbieter herausgearbeitet. Für eine fundierte Entscheidung wollen Kundinnen und Kunden natürlich ihre Berater persönlich kennenlernen. Stimmt die Chemie? Wie würde meine Anlagestrategie konkret aussehen? Wenn diese Fragen beantwortet sind, kann ein Entscheid gefällt werden, der langfristig Bestand hat. Neutral und unabhängig FinGuide bietet die Beratung für Kunden mit einem investierbaren Vermögen ab 500 000 Franken kostenlos an. Wie geht das? Der Anbieter, für den sich die Kunden entscheiden, vergütet FinGuide eine Entschädigung. Diese Entschädigung ist bei allen Anbietern exakt gleich hoch. Kein Anbieter kann sich finanziell an FinGuide beteiligen. Damit ist die Beratung jederzeit komplett neutral und unabhängig. FinGuide-Kunden bezahlen bei keinem Anbieter mehr als Kunden, die auf anderen Wegen zu einer Privatbank oder einem unabhängigen Vermögensverwalter finden. So hat FinGuide für Kunden und die besten Anbieter im Schweizer Private Banking eine Win-Win-Situation geschaffen. TEXT MATTHIAS HUNN
Die sind doch alle gleich? Wer genau hinschaut, sieht grosse Unterschiede. Das gilt auch im Private Banking.
BRANDREPORT ZHAW
Erfolgreich sein und bleiben – trotz Wandel Mitarbeitende in der Laufbahnmitte sind wichtige Leistungsträger der Banken. Die ZHAW-Studie «Berufliche Entwicklungsoptionen für Professionals in der Bankenbranche» beleuchtet die aktuelle und zukünftige Rolle dieser Altersgruppe: Wie können sie auch zukünftig ihr Potenzial optimal entfalten? Welche Rolle spielen die Banken dabei?
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ie Schweizer Banken stehen unter Druck: Neue digitale Technologien oder der Eintritt neuer Mitbewerber bedrohen ihre starke Wettbewerbsposition. Des Weiteren muss der existierende Wertschöpfungsprozess sowohl bestehende als auch veränderte Kundenbedürfnissen befriedigen. In den damit verbundenen Veränderungsprozessen spielen die Mitarbeitenden eine entscheidende Rolle. Sie gestalten einerseits den Wandel («change the bank»), aber unterhalten auch das bestehende Bankengeschäft («run the bank»).
Professionals besonders gefordert Professionals sind Mitarbeitende im Alter zwischen 40 und 50 Jahren. Neben dem Veränderungsdruck durch die sich wandelnde Bankenbranche erhöht sich für diese Altersgruppe auch der Druck auf dem Arbeitsmarkt. Gerade für die Bankenbranche sind sie aber auch wichtige Leistungsträger, welche das bestehende Bankengeschäft
erfolgreich betreiben. Die ZHAW-Studie «Berufliche Entwicklungsoptionen für Professionals in der Bankenbranche», welche der Zürcher Bankenverband initiiert hat, zielt auf die Entwicklung und zukünftige Nutzung der langjährig aufgebauten Ressourcen von Professionals ab. Aufbruchstimmung vorhanden? Auch wenn sich die Professionals der Veränderungen in der Bankenbranche bewusst sind, steht dieses Bewusstsein im Konflikt zu ihren Bestrebungen, das bisher Erreichte abzusichern. Dieser Umstand mag einer der Gründe sein, weshalb konkrete Handlungen fehlen, obwohl die Wahrnehmung des Handlungsbedarfes vorhanden ist. Damit die Professionals die anstehenden Herausforderungen bewältigen können sind Motivation und Anreize (Wollen), Fähigkeiten (Können) sowie berufliche und private Rahmenbedingungen (Dürfen) in Einklang zu bringen.
Schwierige Loslösung von alten Paradigmen Obwohl die Banken Agilität und Flexibilität fordern, herrschen noch alte Organisationsstrukturen vor. Traditionelle, hierarchieorientierte Laufbahnen sind weit verbreitet und auch die entsprechenden Vergütungssystemen. In der Realität besteht somit die Schwierigkeit, sich von alten Paradigmen zu verabschieden und neue zu leben. Neben dem Können, das Wollen und Dürfen nicht vernachlässigen Um Veränderungsprozesse zu unterstützen, stehen Massnahmen im Bereich der internen und externen Weiterbildung im Vordergrund (Können). Dies greift jedoch zu kurz. Professionals sind in der Reifephase ihrer Laufbahn und steuern auf ihr Karriereplateau zu. Bisherige Anreize, wie hierarchischer Aufstieg und entsprechende Entschädigung, entfallen. Die Veränderung
des bestehenden Aufgabenkontextes z.B. durch die Mitarbeit in Projekten oder die Aufnahme von Mentoring-Tätigkeiten, und die Arbeit in altersdurchmischten Teams können alternative Motivationsfaktoren darstellen (Wollen). Damit dies möglich ist, müssen jedoch auch die bestehenden hierarchieorientierten Laubahnmodelle in den Banken angepasst werden. Multidirektionale Laufbahnen müssen als Standard etabliert werden. Damit verbunden braucht es eine Diskussion darüber, was in Zukunft eine erfolgreiche Laufbahn ausmacht und wie Vergütungssysteme auf multidirektionale Laufbahnen ausgerichtet werden können (Dürfen). Damit Professionals im Banking auch in den nächsten 15 bis 20 Jahren beruflich erfolgreich bleiben, müssen sie sich selber verändern, aber auch die Banken müssen Rahmenbedingungen schaffen, damit diese Veränderungsprozesse möglich werden. TEXT ANITA SIGG, SELINA GRIMM, MICHAELA TANNER ZHAW SCHOOL OF MANAGEMENT AND LAW
Ambitioniert hinsichtlich Karriere
Traditionelles Karriereverständnis
Professionals
Erhaltungsphase Handlungsdruck vorhanden
Spannungsfeld: Trotz Bewusstsein fehlen konkrete Handlungen
(Wahrnehmung und Umsetzung nicht im Einklang) 29. Juni 2020
Transition: Agilität/ Flexbilität
Banken Handlungsdruck vorhanden
Lösungsansatz: Handlungshemmnisse verstehen – Handlungen fordern und fördern
(Gesamtkontext von Wollen, Können und Dürfen verstehen und danach handeln) 1
Kennen Sie bereits alle Herausforderungen Ihrer Mitarbeitenden? Suchen Sie noch nach passenden, praxisorientierten Lösungsansätzen? Weiterführende Informationen und eine Übersicht über konkrete Lösungsansätze können der Studie «Berufliche Entwicklungsoptionen für Professionals in der Bankenbranche» entnommen werden. Sie ist abrufbar unterdigitalcollection.zhaw.ch/ handle/11475/20179. Gerne unterstützen wir Sie auch in der konkreten Umsetzung in Ihrem Unternehmen. Lassen Sie das Potenzial Ihrer Mitarbeitenden entfalten.
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INVESTMENT
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Private Unternehmensbeteiligungen als attraktive Anlage Der Gang an die Börse gilt vielerorts als wichtiger Schritt für Unternehmer und Aktionäre zugleich. Was viele aber nicht wissen: An der Börse kotierte Unternehmen stellen insgesamt nur einen kleinen Teil der gesamten Schweizer Volkswirtschaft dar. Sogenannte Private-Equity-Investments sind deshalb beliebte Anlagemöglichkeiten, welche Diversifikation im Portfolio und langfristige Renditen ermöglichen. TEXT SMA
W
enn man über alternative Investitionsformen spricht, darf man Private Equity keinesfalls aussen vor lassen. Als Investor beteiligt man sich dabei an einem nicht börsenkotierten Unternehmen. Dieses erhofft sich durch die Kapitalgeber ein möglichst schnelles Wachstum, während Anleger im Gegenzug hohe Renditen erwarten. Aufgrund der niedrigen Zinsen im Finanzbereich ist Private Equity zu einer beliebten Anlagemöglichkeit avanciert. Investitionen erfolgen dabei meist über professionelle Beteiligungsgesellschaften, die sich als Kapitalgeber auf Bereiche des Private Equity spezialisiert haben. Beide Seiten profitieren Da die Voraussetzungen für die Kreditvergabe in den vergangenen Jahren verschärft worden sind, haben Unternehmen heutzutage ein grösseres Interesse an einer Zusammenarbeit mittels Private Equity. Vor allem junge Unternehmen erhielten aufgrund neuer Bedingungen bei Banken weniger bis gar keine Kredite mehr. Die Kapitalbeschaffung per Private Equity verschafft ihnen so die Möglichkeit, externe Geldgeber für ein schnelleres und effizienteres Wachstum zu finden. Der zunehmende Erfolg von Private Equity ist auch auf der Anlageseite gut erklärbar. Die Beteiligungen werden zum hohen Teil durch Darlehen finanziert, was dank des niedrigen Zinsniveaus automatisch zu tieferen Kosten für den Anleger führt. Zusätzlich dazu erleichtern hohe Kurse auf dem Aktienmarkt den profitablen Verkauf der erworbenen Anteile in der Zukunft. Kapital für Steigerung des Gewinnpotenzials Im Normalfall läuft eine Beteiligung per Private Equity über eine Gesellschaft. Diese setzt mit dem Geld der Anleger dabei einen Fonds auf, mit welchem sie sich aktiv an Unternehmen beteiligt oder teilweise sogar ganz aufkauft. Private-Equity-Gesellschaften konzentrieren sich für ihre Beteiligungen meist auf Firmen, welche die Gründungsphase und Produktentwicklung bereits durchlaufen haben, unterbewertet sind oder schlecht performen. Dank der externen Beteiligung können diese dann interne Umstrukturierungen vornehmen, Prozesse optimieren und letztlich eine höhere Profitabilität erreichen. Durch eine Private-Equity-Finanzierung konnten schon viele Firmen von den roten in die
schwarzen Zahlen wechseln. Als Anleger ist es dann das Ziel, seine Anteile nach wenigen Jahren und mit Profit weiter zu verkaufen.
viel Branchenkenntnisse und Know-how für Management- und Betriebsprozesse, um Unternehmen in erfolgreichen Umstrukturierungen zu unterstützen.
Eine solche Investition in einen «Sanierungsfall» bezeichnet man auch als Turnaround-Strategie im Private-Equity-Investment. Für diese macht es Sinn, dass sich die meisten Private-Equity-Gesellschaften einen klaren Branchenfokus gesetzt haben. Investoren sind hier nämlich besonders aktiv und möchten Unternehmen, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken, aus der Krise helfen. Darum brauchen sie
Früh einsteigen und viel profitieren Als sogenanntes «Venture Capital» bezeichnet man eine Unterform der Private-Equity-Beteiligungen. Dabei ist die Frühphasenfinanzierung von Unternehmen gemeint, welche höhere Renditeerwartungen – aber auch ein erhöhtes Risiko – mit sich bringt: Wenn eine Firma noch in ihren Startlöchern steht, kann man gemeinsam wachsen oder schon früh viel verlieren.
Für Start-ups stellt Venture Capital eine attraktive Fremdfinanzierungsart dar. In der Regel investieren Anleger beim Venture Capital aus Diversifikationsgründen etwas breiter als bei anderen Formen des Private Equity, weshalb das Engagement des Investors nicht ganz so stark ausgeprägt ist. Trotzdem können junge Unternehmen nebst dem Kapital auch vom jeweiligen Netzwerk und Management- und Vertriebswissen der Investoren profitieren. In den meisten Venture-Capital-Fonds erwägt man ein Investment erst, wenn ein sogenanntes «Proof of Concept» vorliegt – auch wenn man sich noch in der Gründungsphase befindet, muss das Unternehmen bereits erste Erfolge nachweisen können. Wo noch kein solcher Beweis existiert, wird auch weniger investiert. Denn in diesem Bereich des Venture Capitals ist das Risiko und somit auch die Ausfallquote am höchsten. Mehr Diversifikation im Portfolio Eine andere Möglichkeit für Private-Equity-Investitionen machen sogenannte Management-Buy-Outs (MBOs) aus. Dabei unterstützen ein oder mehrere Private-Equity-Investoren das Management eines meist gut laufenden Unternehmens mit dem Ziel, das Unternehmen zu übernehmen. Da das Management in der Regel nicht über das gesamte notwendige Kapital verfügt, werden zusätzlich Private Equity Investoren mit ins Boot geholt. Das Gegenstück zum MBO ist das Management Buy-In (MBI). In diesen Fällen strebt ein fremdes Management die Übernahme eines Unternehmens an. Der Aufwärtstrend und das aktuell freundliche Umfeld lässt Private-Equity-Anleger trotz Krise positiv in die Zukunft blicken. Man geht davon aus, dass die nächsten Jahre weiterhin attraktive Renditen erbringen werden. Ein Investment in Private Equity ist in allen Fällen eine langfristige Anlage. Sie bietet die Chance auf attraktive Renditen, welche aber mit entsprechenden Risiken einhergehen. Auch schon mit wenig Kapital kann man mithilfe Private-Equity-Fonds in attraktive Unternehmen fernab der Börse investieren. Das hilft dabei, das Portfolio stärker zu diversifizieren und somit das Risiko-Rendite-Verhältnis zu verbessern.
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VISCHER AG BRANDREPORT
017
Der L-QIF birgt neue Chancen für den Schweizer Fondsmarkt Bis jetzt sind Schweizer Fonds gerade für alternative Anlageformen nicht die erste Wahl. Mit dem Limited Qualified Investor Fund oder kurz L-QIF möchte der Bundesrat dies ändern. Der neue Fonds braucht keine Bewilligung der FINMA und kann deshalb rasch und kostengünstig aufgesetzt werden. Der Bundesrat wird dem Parlament voraussichtlich noch diesen Sommer eine entsprechende Vorlage zur Änderung des Kollektivanlagengesetzes (KAG) vorlegen.
Dr. Stefan Grieder
D
ie Erleichterung der Markteinführung innovativer und flexibler Finanzprodukte – dieses Ziel steht bei der geplanten Anpassung des Kollektivanlagegesetzes (KAG) im Fokus. Der neue Limited Qualified Investor Fund (L-QIF) soll dabei unabhängig von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) sein. Folglich wird weder eine Bewilligung noch eine Genehmigung vorausgesetzt, gleiches gilt für dessen Beaufsichtigung. Aus einer steuerlichen Perspektive wird der L-QIF einem Fond in nichts nachstehen. Die Vorteile sind also nicht von der Hand zu weisen. Ein L-QIF kann etwa deutlich schneller und kostengünstiger aufgesetzt werden als bisherige Schweizer Fondsprodukte. Davon profitieren insbesondere Schweizer Anbieter von Private Equity oder Venture Capital Strukturen. L-QIF als Chance Denn in der Praxis ist oft zu beobachten, dass sogar Schweizer Anbieter von alternativen Anlageformen ausländische Strukturen bevorzugen. Die Gründe sind
vielfältig: Der zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorhandene EU-Passport für den Vertrieb von Schweizer Produkten in Ländern des EWR sowie lange, umständliche und teure Bewilligungsverfahren bei der FINMA sind nur zwei davon. Besonders im direkten Vergleich mit Staaten wie Luxemburg, Liechtenstein und Irland wirken diese Bewilligungsverfahren eher abschreckend. Genau hier setzt der L-QIF mit dem Verzicht auf Genehmigung und Aufsicht durch die FINMA an. Dadurch kann künftig ein L-QIF im Vergleich mit anderen Fonds um einiges schneller und kostengünstiger auf dem Markt angeboten werden.
ungeschützt bleiben. So steht der L-QIF gemäss der geplanten Revision des KAG nur qualifizierten Anlegern offen. Konkret heisst das, dass die Innovation beispielsweise Banken, Versicherungen, Unternehmen und Pensionskassen mit professioneller Tresorerie und vermögenden Privatpersonen zur Verfügung steht. Solche Anleger investieren bereits heute in unbeaufsichtigte ausländische Fonds. Zudem sind sie in der Lage, die entsprechenden Risiken entweder zu erkennen oder finanziell zu tragen. Schutzbedürftigere normale Anleger können im Gegensatz dazu nicht in einen L-QIF investieren.
Liberale und zugleich transparente Anlagevorschriften für den L-QIF ermöglichen ausserdem innovative und flexible Produkte. Mit der Einführung des L-QIF bietet sich deshalb die Chance, die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Fonds- und Asset ManagementStandorts insbesondere im Bereich der alternativen Anlagen nachhaltig zu stärken – eine Tatsache, die grosses Potenzial für den hiesigen Finanzplatz beinhaltet. Doch Achtung: Wie auch für die anderen Schweizer Fondsprodukte werden der fehlende EUPassport und die Schweizer Verrechnungssteuer eine Hürde für den Vertrieb des L-QIF im europäischen Ausland sein.
Verwaltung und Administration eines L-QIF Wichtig zu wissen ist zudem, dass gemäss der geplanten Revision ausschliesslich bewilligte und beaufsichtigte Fondsleitungen beziehungsweise Vermögensverwalter für kollektive Kapitalanlagen mit der Administration und Verwaltung eines L-QIF betraut werden dürfen. Im Falle einer Verletzung der Pflichten durch Fondsleitung und Vermögensverwalter gegenüber dem L-QIF und seinen Anlegern drohen ernsthafte Konsequenzen, wie etwa aufsichtsrechtliche Massnahmen seitens der FINMA. Somit ist gewährleistet, dass der Anlegerschutz indirekt auch beim L-QIF aufsichtsrechtlich durchgesetzt und somit die fehlende Bewilligungs- und Genehmigungspflicht kompensiert werden kann.
L-QIF und Anlegerschutz – ein Widerspruch? Wie bereits erwähnt, fallen bei einem L-QIF bestimmte bürokratische Schritte weg. Die fehlende Bewilligungs- und Genehmigungspflicht impliziert jedoch nicht, dass die Anleger eines L-QIF
Gut beraten in Finanzund Investmentfragen Dr. Stefan Grieder ist Partner im Team Banken und Finanzmarktrecht der Anwaltskanzlei VISCHER AG. Er ist Mitglied des Fachausschusses «Recht & Compliance Asset Management» der Swiss Funds & Asset Management Association SFAMA und konnte im Rahmen einer entsprechenden Arbeitsgruppe massgeblich zur Lancierung des Projekts «L-QIF» beitragen. Mit einer der führenden Fachgruppen für Banken- und Finanzmarkrecht in der Schweiz steht die Vischer AG ihren Klienten in sämtlichen rechtlichen und regulatorischen Fragen zur Seite, im nationalen genauso wie im internationalen Kontext. Sowohl schweizerische und ausländische Banken, Versicherungsgesellschaften, Effektenhändler als auch Investmentfonds, private und institutionelle Investoren und Vermögensverwalter vertrauen auf die Fachkompetenz der Spezialisten der Vischer AG. Das Team befindet sich stets am Puls der Zeit und bietet Unterstützung an, sobald in der Finanzwelt neue Phänomene in Erscheinung treten und an Relevanz gewinnen – wie beispielsweise beim L-QIF. Weitere Informationen unter vischer.com
TEXT DR. STEFAN GRIEDER
SCHWEIZERISCHE BANKIERVEREINIGUNG (SBVG) BRANDREPORT
«Wir schlagen Brücken und ebnen Wege» Jörg Gasser, CEO der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), über den Digitalisierungsschub nach der Coronakrise und wie der Schweizer Finanzplatz zum international führenden Hub im Bereich nachhaltiger Finanzgeschäfte werden will.
Jörg Gasser
Herr Gasser, Corona hat alles auf den Kopf gestellt: Der Bund hat das Zepter übernommen, die Wirtschaft wurde vorübergehend in Totalstillstand versetzt. Wie viel Einfluss hatten Verbände wie die Schweizerische Bankiervereinigung in dieser Zeit überhaupt noch? Gerade in der Coronakrise haben sich die Verbände als wichtige Leistungsträger erwiesen: Die Branchenverbände sind Bindeglied zwischen Wirtschaft und Behörden. Indem wir zwischen den Akteuren vermitteln und koordinieren, gelingt es uns, tragfähige Brücken zu schlagen und direkte Wege zu ebnen. Besonders zu Beginn der Coronakrise war der Faktor Zeit entscheidend: Innerhalb von zehn Tagen haben Banken und Behörden ein KMU-Hilfsprogramm auf die Beine gestellt und die Schweizer Wirtschaft mit Liquidität versorgt – schnell, einfach und unbürokratisch. Was bedeutet die Coronakrise für die Banken? Die Digitalisierung erhält weiteren Schub. Die Krise wirkt als Katalysator und beschleunigt gewisse Trends, die sich bereits davor abgezeichnet haben: Beispielsweise die Zunahme an bargeldlosen Transaktionen mit Karten oder Mobile Payment, die digitalen Kontoeröffnungen und die digitalen Kundenkontakten via Mobile- und Online-Banking. Die Krise hat den Wert von durchgängig digitalisierten Abläufen sowohl an der Schnittstelle zum Kunden wie auch mit Blick auf die bankinternen Abläufe eindrücklich aufgezeigt.
Und was bedeutet das für Anlegerinnen und Anleger? Auch die Kunden sind digitaler geworden und möchten jederzeit selbst entscheiden, wo und wie sie mit ihrer Bank in Kontakt treten. Was die Krise aber neben dem Digitalisierungsschub ebenso gezeigt hat: Der Wunsch nach traditionellen Werten wie Sicherheit und Stabilität ist gross. Die Schweiz ist weltweit einer der sichersten und stabilsten Orte für die Aufbewahrung und Abwicklung von Vermögenswerten, ob physisch oder virtuell. Das schätzen die Anlegerinnen und Anleger und hier besteht eine grosse strategische Chance für das gesamte Schweizer Finanz-Ökosystem. Welche konkreten Chancen sehen Sie? Die Finanzbranche kann zusammen mit dem Bund und der Schweizerischen Nationalbank einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Schweiz langfristig wirtschaftlich erfolgreich ist. Der Schweizer Finanzplatz ist optimal positioniert, um sich als international führender Hub für Sustainable Finance zu etablieren. Wir sind heute schon
führend im grenzüberschreitenden Wealth Management und zählen zu den Pionieren im Bereich der nachhaltigen Finanzgeschäfte. Diese Stärken sollten wir nutzen und darauf aufbauen. Als Verband sehen wir uns in der Rolle, solche Zukunftsthemen gemeinsam mit Vertretern aller Bankengruppen voranzutreiben und mitzugestalten. Wo wollen Sie ansetzen, um den Schweizer Finanzplatz nachhaltiger zu machen? Zentral für den Erfolg ist die Zusammenarbeit aller Akteure, beziehungsweise die gemeinsame Ausrichtung auf dasselbe Ziel. Nachhaltigkeit ist die einzige Option für die Zukunft. Dieses Ziel erreichen wir nur gemeinsam: Der Bundesrat sorgt für gute Rahmenbedingungen und wir stellen als Branche sicher, dass wir die ehrgeizigen Ziele zusammen mit der Wirtschaft erreichen. Und wo steht der Schweizer Finanzplatz auf seiner Reise zum Hub für Sustainable Finance? Die Branche geht bereits heute mit innovativen Initiativen voran. In unserer Publikation «Sustainable Finance
in der Schweiz: Von einer Pionierin zu einem international führenden Hub» zeigen wir auf, was die Branche bereits unternimmt und skizzieren wirksame Ansätze, wie sich die Rahmenbedingungen für nachhaltige Finanzgeschäfte verbessern liessen. Um das volle Potenzial auf Anlegerseite zu nutzen, haben wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern Handlungsempfehlungen entwickelt, wie das Thema Nachhaltigkeit systematisch in den Beratungsprozess für Privatkunden integriert werden kann. Und schliesslich hat der Bundesrat vor rund zwei Wochen einen Bericht und Leitlinien zur Nachhaltigkeit im Finanzsektor veröffentlicht. Darin formuliert er das Ziel, die Schweiz als führenden Standort für nachhaltige Finanzdienstleistungen zu positionieren. Wirtschaft und Politik ziehen in Sachen Nachhaltigkeit also am gleichen Strang und verfolgen dasselbe Ziel. Das ist nicht zuletzt das Verdienst lösungsorientierter Verbandsarbeit. Weitere Informationen: www.swissbanking.org
Publikationen der SBVg:
•
Sustainable Finance in der Schweiz: Von einer Pionierin zu einem international führenden Hub
•
Leitfaden für den Einbezug von ESG-Kriterien in den Beratungsprozess für Privatkunden
•
Diskussionspapier: Wie beschleunigt die Corona-Krise die Digitalisierung?
Alle Publikationen unter swissbanking.org/de/ services/bibliothek
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018
PREMIUM PARTNER ETHOS
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Ausschluss oder Engagement? Ausschluss oder Engagement? Diese beiden Begriffe haben in den letzten Jahren bei Investoren massiv an Bedeutung gewonnen, aber was wird damit bezweckt und was kann damit konkret erreicht werden? TEXT MICHAEL SPALDING
dass in ein Unternehmen oder in eine Branche nicht mehr investiert werden soll. Dann können die Ausschlüsse effektiv dazu führen, dass ein Unternehmen an Attraktivität verliert und die Refinanzierungskosten steigen.
Michael Spalding Head of Client Relations, Mitglied der Geschäftsleitung, Ethos
E
in Ausschluss bedeutet, dass auf Investitionen in gewisse Unternehmen konsequent verzichtet wird. Sei dies aufgrund der Zugehörigkeit zu einer als kritisch erachteten Branche, zum Beispiel Tabak, Rüstung oder Kohleförderung, oder aufgrund des Verhaltens eines Unternehmens, wie etwa Korruption, Verursachung von Umweltschäden oder Kinderarbeit in der Lieferkette. Dabei kann die Motivation des Investors für Ausschlüsse eine Wertefrage aber auch eine Risikofrage sein. Bei Wertefragen spielen Performance-Überlegungen keine Rolle. Wenn der Investor also konsequent den Ansatz verfolgt, dass er beispielsweise mit Rüstung kein Geld verdienen möchte, dann ist eine allfällige Outperformance dieses Sektors für ihn bedeutungslos. Bei Risikofragen stehen mögliche zukünftige Verluste für den Investor im Vordergrund. So kann der Verzicht auf Investitionen in Unternehmen, welche beispielsweise in der Kohleförderung tätig sind, damit begründet werden, dass der Investor nicht mehr an die Zukunft dieses Sektors glaubt und durch einen Ausschluss das diesbezügliche Risiko in seinem Portfolio reduzieren möchte. Eine Frage der Werthaltung In der Praxis ist bei vielen Investoren der Entscheid für Ausschlüsse eine Kombination von Wertefragen und Risikoüberlegungen. Doch was kann mit Ausschlüssen erreicht werden? Leider auf den ersten Blick wenig. Denn der Ausstieg eines Investors aus einem Unternehmen kann von einem anderen Investor als günstige Kaufgelegenheit wahrgenommen werden. Anders sieht es aus, wenn eine grössere Investorengemeinschaft der Ansicht ist,
Wir müssen uns deshalb bewusst sein, dass der Ausschluss eines Unternehmens erst im Rahmen eines kollektiven Vorgehens vieler Investoren einen Impact auf das Unternehmen hat. Gemeinsam ans Ziel Neben dem Ausschluss gibt es auch den AktionärsDialog (Engagement), der zusätzlich zur Wahrnehmung der Stimmrechte geführt werden kann. Das Führen eines solchen Dialogs ist für einzelne Investoren aufwendig, doch es besteht die Möglichkeit,
dass sich mehrere Investoren (wie Pensionskassen oder Stiftungen) in einem Pool zusammenschliessen und gemeinsam versuchen, über gezielten Dialog mit ausgewählten Unternehmen, Verbesserungsprozesse auszulösen und Risiken zu minimieren. Je grösser die Investorengruppe, desto eher wird sie wahrgenommen. Der Dialog kann grundsätzlich zu jedem Thema geführt werden. Man muss sich aber bewusst sein, dass es einfacher ist, ein allfälliges Fehlverhalten des Managements zu korrigieren, als ein Unternehmen dazu zu bewegen, die Branche zu wechseln. Es wäre nicht realistisch zu glauben, dass man aus einem Erdölunternehmen über Nacht einen Windturbinenhersteller machen kann. Es ist aber möglich, Erdölunternehmen als Investor und als Miteigentümer zu begleiten und darauf hin zu wirken, dass in neue Geschäftsfelder, wie etwa im Bereich
erneuerbarer Energien, investiert wird. Die Initiative «Climate Action 100+» vereint beispielsweise über 400 bedeutende Vermögensverwalter und Vorsorgeeinrichtungen, welche gemeinsam ca. einen Drittel der globalen Börsenkapitalisierung verwalten. Mit dieser geballten Kraft können Veränderungen und Verbesserungen herbeigeführt werden, die dem Investor, dem Unternehmen und der Gesellschaft als Ganzem dienen. Institutionelle Anleger bekämpfen Katastrophen Und dass mittels Engagements etwas bewegt werden kann, zeigt eine der ersten in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommenen Kollektiv-Initiativen. Als im Jahr 2013 in Bangladesch über Tausend Arbeiter beim Kollaps einer Textilfabrik ums Leben kamen, schloss sich eine Gruppe von institutionellen Investoren mit dem Ziel zusammen, künftig solche Katastrophen zu verhindern. Der Kollaps hat weitreichende Probleme in der Textilindustrie Bangladeschs zum Vorschein gebracht, wie ungenügende Statik der Gebäude, verriegelte Notausgänge, schlechte Belüftung und fehlende Sprinkleranlagen. Die Forderungen dieser KollektivInitiative richteten sich dann nicht direkt an die Textilfabriken in Bangladesch, sondern an die globalen Textilkonzerne. Denn nur sie haben die wirtschaftliche Macht, bei ihren Lieferanten die geforderten Verbesserungen durchzusetzen. Heute wissen wir, dass diese Kollektiv-Initiative zu weitreichenden Verbesserungen bezüglich Sicherheit am Arbeitsplatz geführt hat und dass es möglich ist, durch Engagement Verbesserungen herbeizuführen. Doch wenn die gesetzten Engagement-Ziele nicht erreicht werden, ist es wichtig, dass sich die Aktionäre bei Generalversammlungen Gehör verschaffen, denn auch Aktionärsanträge sind ein griffiges Mittel. Dieses Jahr etwa wurden in den Vereinigten Staaten eine Rekordzahl von Aktionärsanträgen in den Bereichen Soziales und Umwelt angenommen. Tendenz weiterhin steigend. Und was können Sie als Investor tun? Lassen Sie sich von Ihren Vermögensverwaltern und Fondsgesellschaften offenlegen, ob das Engagement geführt wird, Ausschlusskriterien angewendet und Stimmrechte wahrgenommen werden. Und ganz wichtig: Vergewissern Sie sich, ob die getroffenen Massnahmen Ihren Wert- und Risikovorstellungen entsprechen.
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ASIP BRANDREPORT
019
Nachhaltiges Investieren als wesentlicher Pfeiler der Vermögensbewirtschaftung in Pensionskassen Es gehört zum Wesen von Pensionskassen, dass sie auf Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit ausgerichtet sind. Sie müssen die Vermögen ihrer Versicherten so bewirtschaften, dass Sicherheit und genügender Ertrag der Anlagen, eine angemessene Verteilung der Risiken sowie die Deckung des voraussehbaren Bedarfs an Liquidität gewährleistet sind. Basis dafür bildet eine langfristig ausgerichtete Anlagestrategie, die die Risikofähigkeit und -bereitschaft der Pensionskasse berücksichtigt. sogenannte Transitionsrisiken (z.B. Änderung der Regulierung). Pensionskassen und Firmen sind ständig solchen Risiken ausgesetzt. So können Firmen, die auf Technologien setzen, die z.B. nicht mehr erwünscht sind oder sogar verboten werden, in die Verlustzone abrutschen. In erster Linie sind es somit die Firmen, die bei ihren Entscheidungen obige Grundsätze umsetzen müssen. Hanspeter Konrad lic. iur. Rechtsanwalt, Direktor des Schweizerischen Pensionskassenverbands ASIP
P
ensionskassenverantwortliche haben für ihre Versicherten eine treuhänderische Sorgfaltspflicht wahrzunehmen. Es geht darum, eine möglichst marktkonforme Rendite unter Inkaufnahme von vertretbaren Risiken zu erzielen. Im Rahmen dieses Prozesses sind sich die Pensionskassen ihrer ethischen, ökologischen und sozialen Verantwortung bewusst. Sie berücksichtigen aus Eigeninitiative und unter Wahrnehmung ihrer Sorgfaltspflichten Umwelt-, Sozial- und Corporate Governance-Aspekte (ESG-Kriterien: E = Environment/ Umwelt; S = Social/ Soziales; G = Governance/ Unternehmensführung). Im Fokus stehen im Zusammenhang mit dem Thema Umwelt vor allem die Auswirkungen des Klimawandels. Dazu gehören physische Risiken (z.B. aufgrund von Dürre, Überschwemmungen) und
Vor diesem Hintergrund lässt sich feststellen, dass immer mehr Pensionskassen ESG-Kriterien berücksichtigen. Gemäss einer kürzlich von Swiss Sustainable Finance (SSF) publizierten Schweizer Marktstudie für nachhaltige Investitionen betrug das Gesamtvolumen nachhaltiger Investitionen bei den Pensionskassen Ende 2019 CHF 403 Mia. (Vorjahr CHF 250 Mia.). Diesen Weg gilt es weiter zu beschreiten. Wie Pensionskassen das konkret umsetzen, steht aber immer in der Verantwortung der obersten Führungsorgane. Sie tragen letztlich auch die treuhänderische Verantwortung für eine nachhaltige, zukunftsorientierte Bewirtschaftung der Vermögen ihrer Versicherten. Es braucht diesbezüglich keine Regulierung des Gesetzgebers, die nur zu zusätzlichem Aufwand, aber zu keinem Zusatznutzen führt. Wissensvermittlung fördert eigenverantwortliches Handeln! Für den ASIP als Fachverband stehen seit Jahren die Wissensvermittlung und die Sensibilisierung für dieses
Thema im Vordergrund. Er hat in einem Leitfaden für Vermögensanlagen von Pensionskassen Grundsätze zur Umsetzung einer verantwortungsvollen Anlagepolitik definiert (vgl. www.asip.ch/ Fachmitteilung Nr. 112). Ergänzend zum Leitfaden hat der ASIP zudem ein Video zur Thematik erstellt. Der ASIP empfiehlt seinen Mitgliedern auch, an den seitens des Bundesamtes für Umwelt BAFU und des Staatssekretariates für Internationale Finanzfragen SIF angebotenen freiwilligen Klimaverträglichkeitstests zur Analyse der Finanzportfolien teilzunehmen. Die Ergebnisse liegen im Herbst vor.
wenn Nachhaltigkeitsthemen vermehrt in die Berichterstattung der Investoren gehören, will der ASIP keine automatische Übernahme der EU-Massnahmen. Der Entscheid bezüglich Umsetzung liegt immer beim obersten, die Verantwortung tragenden Führungsorgan der Pensionskasse. Es wäre z.B. falsch, den Pensionskassenverantwortlichen vorzuschreiben, nur noch in Titel zu investieren, die als klimaverträglich und oder ESG-konform qualifiziert werden. Bezüglich der Ausgestaltung der optimalen Anlagestrategie und deren Umsetzung bieten die aktuellen Bestimmungen den Pensionskassen genügend hohe Flexibilität.
Es geht keineswegs darum, Kapitalanlagen z.B. systematisch ökologischen Zielsetzungen unterzuordnen oder in irgendeiner Form zu moralisieren – im Gegenteil. ESG-Risiken sind Teil der ökonomischen Risiken und müssen entsprechend analysiert werden. Das liegt im langfristigen Interesse der Versicherten, ohne dass dabei Renditeeinbussen in Kauf genommen werden müssten. Es geht um die langfristige Werthaltigkeit der Anlagen.
TEXT HANSPETER KONRAD
Fazit Die Anlagepolitik ist Sache der paritätischen Organe. Zu beachten ist, dass die Europäische Union einen Aktionsplan «Finanzierung nachhaltigen Wachstums» erstellt hat, der auch Auswirkungen auf die Schweiz haben wird. Im Rahmen der Diskussion um das CO2Gesetz werden diese Fragen immer relevanter. Auch
Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP mit Sitz in Zürich ist der Dachverband für über 900 Pensionskassen. Er vertritt über die Mitglieder rund zwei Drittel der Versicherten in der beruflichen Vorsorge sowie ein Vorsorgevermögen von gegen CHF 650 Mia. Der ASIP bezweckt die Erhaltung und Förderung der beruflichen Vorsorge auf freiheitlicher und dezentraler Basis und setzt sich für das Drei-Säulen-Konzept in ausgewogener Gewichtung ein.
LGT CAPITAL PARTNERS BRANDREPORT
Wie kann man ein Portfolio für stürmische Zeiten rüsten? Viele institutionelle Investoren setzen Put-Optionen ein, um Portfolios abzusichern. Diese Instrumente bieten Schutz. Doch sie weisen einen Nachteil auf: Die laufende Verzinsung der Investition ist als Folge der Kosten negativ, wie Pascal Spielmann von LGT Capital Partners im Interview feststellt. Was nun?
Pascal Spielmann
Herr Pascal Spielmann, das Marktumfeld ist sehr volatil und wir haben vor Kurzem den schnellsten Absturz in eine Baisse erlebt, gefolgt von einer starken Erholung. Wie können Anleger ein Portfolio durch solch stürmische Zeiten lotsen? Wenn die Marktturbulenzen stark sind, sind die Aussichten entsprechend ungewiss. Daher ist gute Diversifikation entscheidend. Das gilt immer, aber im Kontext der Coronavirus-Pandemie im Besonderen, weil die Bandbreite der Zukunftsszenarien sehr gross ist und die Umstände sehr einzigartig sind. Wie können Anleger im gegenwärtigen Umfeld effizient diversifizieren? Es ist schwierig geworden, Vermögenswerte zu finden, die ein Portfolio wirklich diversifizieren. Die ultralockere Geldpolitik der Zentralbanken hat die Preise aller Vermögensklassen in die Höhe getrieben und die zu erwartenden künftigen Erträge gedrückt. Bei rekordtiefen oder negativen Zinsen sind die Opportunitätskosten der Bargeldhaltung hoch, während Staatsanleihen ihre Absicherungsqualitäten meist eingebüsst haben. Daher gibt es nur sehr wenige defensive Vermögenswerte oder Strategien, die einen zuverlässigen Schutz vor länger andauernden Abschwüngen am Aktienmarkt bieten können, ohne dass langfristig die Wertentwicklung leidet.
Wie könnte eine solche defensive Strategie denn aussehen? Im September 2014 haben wir mit der LGT Dynamic Protection Strategie eine solche Strategie lanciert. Das stark asymmetrische Renditeprofil macht sie zu einer idealen strategischen Ergänzung für jedes Portfolio, das risikoreiche Anlagen enthält.
Instrumente, Signalquellen wie auch Handelsgeschwindigkeiten weiter diversifiziert. Dadurch kann ein breites Spektrum an Stresssituationen bewältigt werden.
Können Sie ausführen, wie die Strategie funktioniert? Die Strategie ist vollständig systematisch und stützt sich auf drei Säulen. Ausgangspunkt ist ein Top-down-Ansatz mit einem Rahmen, der das Exposure dynamisch an die Volatilität des S&P 500-Indexes koppelt. Somit steigt oder sinkt die Risikogewichtung in der Strategie im Gleichschritt mit dem Marktumfeld. Zweitens ist die Risikobereitschaft bottom-up über acht verschiedene, gleich gewichtete Unterstrategien diversifiziert. Um die Widerstandsfähigkeit zu stärken, sind diese ihrerseits sowohl hinsichtlich Anlageklassen, gehandelter
So können die Positionen täglich ausgeglichen werden (Rebalancing). Die tägliche Handelbarkeit sowie die Kündigungsfrist von drei Tagen ermöglicht Kapitalrücknahmen – selbst bei grossem Stress an den Märkten.
Drittens wird nur in die liquidesten Finanzterminkontrakte (Futures) investiert, die an den wichtigsten globalen Börsen in grossen Volumen elektronisch gehandelt werden.
Und wie reagiert die Strategie auf Marktvolatilität? Der Ansatz ist sehr dynamisch und reagiert schnell auf ein sich veränderndes Marktumfeld. Man kann sich die Strategie als ein Druckventil im Portfolio vorzustellen, das bei steigendem Marktstress das Engagement von einem renditeorientierten auf einen defensiveren Anlagenmix umschichtet und umgekehrt, wenn sich die Märkte wieder beruhigen.
Und wie sieht die Performance der Strategie seit Auflegung aus sowie seit Ausbruch der jüngsten Krise? Seit Auflegung (2014) ist das Marktumfeld für Aktien meist freundlich gewesen. Obwohl die Strategie mit Aktien negativ korreliert, hat sie in dieser Phase eine positive annualisierte Rendite erzielt. Kurzlebigen Korrekturen hat sie zudem zuverlässig abgefedert. Nachdem die Coronavirus-Pandemie die globalen Aktienmärkte in Richtung eines Bärenmarktes drückte, hat die Strategie erneut Krisenrisiken wirksam ausgeglichen. Von dem Höchststand am 19. Februar bis zu seinem Tiefststand am 23. März 2020 verlor der S&P 500-Index 33,9 Prozent, bevor er einen Teil der Verluste wieder wettmachte und den Monat März mit -12,5 Prozent abschloss. Die LGT Dynamic Protection Strategie legte im gleichen Zeitraumum 34,5 Prozent zu und schloss den Monat, in Dollar und vor Gebühren, mit einem Plus von 22,8 Prozent. Kurzum, die Anleger der LGT Dynamic Protection Strategie haben von einer Versicherung gegen starke Aktienverluste profitiert, ohne dafür eine Prämie zu bezahlen. Zudem hat die Strategie den S&P-500-Index seit ihrer Einführung bis zum 31. März 2020 übertroffen und notiert per Ende Juni immer noch bei einem Gewinn von 29,5 Prozent seit Jahresbeginn, wiederum in Dollar und vor Gebühren, obschon die globalen Aktienmärkte im 2.Quartal ihre Verluste aus dem 1. Quartal beinahe wieder wettgemacht haben. Pascal Spielmann ist Executive Director bei LGT Capital Partners. Er ist Head of Investment und Portfoliomanager bei Alpha Generix (AGX), der Abteilung für alternative Risikoprämien von LGT Capital Partners.
«Success doesn’t just come and find you, you have to go out and get it» We go out and get it for you
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