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Tagi energie der zukunft 2

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E i n e T h e m e n z e i t u n g v o n S m a r t Me d i a

Energie der Zukunft Von der Vision zur Innovation

september 2013

Smart Grid Das Stromnetz der Zukunft

Energiewende Was sind die Kosten?

Industriebauten So werden sie nachhaltig

Moritz Lehmkuhl

So hilft er Unternehmen, ihren CO2-Ausstoss zu bek채mpfen Geb채udeautomation Das clevere Haus

Innovationen

So setzt man sie um

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Alternativen pr체fen


E i n e T h e m e n z e i t u n g v o n S m a r t Me d i a

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E d itorial lesen Sie mehr...

Der Blick aus der Vogelperspektive Die Wege in die neue Stromzukunft sind anspruchsvoll, dies hat eine umfassende Studie des VSE ergeben. Es braucht ein Umdenken und gemeinsames Engagement sowie den Blick auf die gesamte Energieversorgung.

Michael Frank, Direktor des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE)

Die Dinge mal von oben betrachten? Gerade bei der Diskussion um die künftige Stromzukunft ist es unerlässlich, den Blick aufs Ganze nicht zu verlieren. Wir müssen für den Umbau unserer Energieversorgung unbedingt sämtliche Energieträger betrachten, mit denen sich die Schweiz versorgt. Der Wechsel «in die Totale» gilt auch für den Strombereich allein: Die Versorgungssicherheit ist nur dann gewährleistet, wenn sich Produktion, Netz und Speicherung im Gleichgewicht befinden. Es stellen sich zudem neue Anforderungen an die künftige Stromversorgung, nachdem Bundesrat und Parlament 2011 beschlossen haben, die Kernkraftwerke am Ende ihrer Laufzeit nicht zu ersetzen; immerhin deckt die Kernenergie gegenwärtig 36 Prozent des Schweizer Elektrizitätsverbrauchs. Der VSE hat sich 2012 «in die Vogelperspektive begeben» und in einer umfangreichen Studie mögliche Wege in die neue Stromzukunft skizziert. Dabei zeigt sich, dass vier Konsequenzen kaum zu vermeiden sind. Die Schweiz muss Energie sparen und effizienter werden – ein entscheidender Faktor in der Energiepolitik des Bundes. Weiter braucht es zahlreiche neue Anlagen im Bereich erneuerbare Energien und Investitionen in Stromnetze. Wahrscheinlich müssen zusätzlich Gaskraftwerke gebaut und mehr Strom importiert werden. Damit wird sich der Strom verteuern. In seiner Studie hat der VSE drei Szenarien detailliert berechnet. Im ersten Szenario

wird angenommen, dass der Staat schärfere Vorschriften zur Energieeffizienz erlässt und die erneuerbaren Energien stärker als heute fördert. Doch der Strombedarf wird weiter steigen, vor allem wegen der Bevölkerungszunahme und des Wirtschaftswachstums. Daher muss die Schweiz vermehrt Elektrizität importieren und sieben bis acht Gaskombikraftwerke bauen. Im zweiten Szenario wird ein grösserer Willen zum Energiesparen und hohe Steuern auf Energie vorausgesetzt, wozu der Staat gegenüber dem ersten Szenario zusätzliche Vorschriften erlassen muss. Bis im Jahr 2050 kann die Schweiz auf diese

» Einseitige

Zwangsmassnahmen führen nicht ans Ziel. Weise bis zu 70 Prozent ihres Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen decken. Trotzdem braucht es vier bis fünf neue Gaskombikraftwerke. Im dritten Szenario schliesslich gilt es die Energiepolitik radikal umzubauen. Durch starke Lenkungsabgaben und nochmals verschärfte und einschränkende Effizienzvorschriften geht

so der Stromverbrauch um acht Prozent zurück, zusätzlich wird massiv in erneuerbare Energien investiert. Als Folge reichen erneuerbare Quellen im In- und Ausland aus. Für alle drei Szenarien sind hohe Investitionen notwendig: Im Szenario drei betragen diese bis 2050 150 Milliarden Franken. Letztlich legen wir als Bürger an der Urne und als Konsument durch unseren persönlichen Energieverbrauch fest, welchen Weg wir eingeschlagen wollen. Und entscheidend ist in allen Szenarien, wie daraus resultierende Zielkonflikte gelöst werden und ob eine Mehrheit zum Beispiel neue Produktionsanlagen, Netzausbau und höhere Preise akzeptiert. Und nicht zuletzt ist die Politik gefordert. Der Bundesrat setzt im Rahmen der Energiestrategie 2050 auf eine Verbesserung der Energieeffizienz und einen Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Stossrichtung stimmt. Die Gesamtenergieeffizienz soll jedoch nach dem Verursacherprinzip gefördert werden, einseitige Zwangsmassnahmen führen nicht ans Ziel. Zudem soll die Stromproduktion mit erneuerbaren Energien nachfragegerecht geschehen und ihre Förderung möglichst effizient sein. Das heisst: Pro eingesetztem Förderfranken sind möglichst viele Kilowattstunden zu erzielen. Eine neue Energiepolitik braucht also Akzeptanz, Kompromisswillen und Einsatzbereitschaft von uns allen. Dann wird der Weg in die neue Stromzukunft anspruchsvoll, aber machbar.

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04 Smart Grid und Smart Metering 05 Energiewende und Brennstoffe 06 Effiziente Stromspeicherung 08 Interview mit Moritz Lehmkuhl 10 Innovationen umsetzen 11 Recycling 12 Gebäudeautomation 13 Industriebauten werden energieeffizient 14 Gastbeitrag

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Energie der zukunft

Über Smart Media

Projektleitung: Alexander Sgouros, alexander.sgouros@smartmediapublishing.com Produktionsleitung: Matthias Mehl, matthias.mehl@smartmediapublishing.com Text: Claudia Cavadini, Rainer Hofmann, Matthias Mehl Grafik und Layout: Benedikt Schmitt Produktion: Smart Media Publishing Schweiz GmbH Druck: DZZ Druckzentrum Zürich AG  Veröffentlicht mit dem Tages-Anzeiger im September 2013. Für mehr Informationen, Fragen oder Inserate: Jeroen Minnee, jeroen.minnee@smartmediapublishing.com, Smart Media Publishing Schweiz GmbH, Tel. 044 258 86 00

Smart Media entwickelt, produziert und veröffentlicht themenspezifische Zeitungen, die gemeinsam mit führenden Medien auf dem jeweiligen Markt vertrieben werden. Dank unseren kreativen Medienlösungen helfen wir unseren Kunden, Aufmerksamkeit zu erzeugen, Marken zu stärken und Interesse sowie Wissensstand über die Unternehmen in ihrem jeweiligen Geschäftsbereich zu erhöhen. Unsere Veröffentlichungen zeichnen sich durch hohe Qualität und inspirierende redaktionelle Inhalte aus.

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Klimaschutz ist Umweltschutz

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Der Klimawandel ist eine der bedrohlichsten Umweltveränderungen unserer Zeit. Er wird massgeblich verursacht durch eine übermässige Nutzung fossiler Energieträger. Die Energiewende wird uns erlauben, viele Aspekte unserer Gesellschaft noch einmal zu überdenken und neu und nachhaltiger zu gestalten. Im Masterstudiengang (MAS) Umwelttechnik und -management der Hochschule für Life Sciences FHNW thematisieren wir die Zusammenhänge zwischen Energienutzung und Veränderungen in der Umwelt. Es geht um das Erkennen der Bedeutung des Klimaschutzes für eine nachhaltige Entwicklung und den Erhalt einer lebenswerten Umwelt.

Energiekonsum schafft Wohlstand Für die längste Zeit seiner Geschichte stand dem Menschen vor allem seine eigene Arbeitskraft zur Verfügung. Mit der Zeit lernte er, auch tierische Arbeitskraft und andere Formen erneuerbarer Energien in seinen Dienst zu stellen. Und vor ungefähr 300 Jahren begann er fossile Energieträger, Kohle, Erdöl und Erdgas, zu nutzen. Seither stehen der Menschheit riesige Energiemengen zur Verfügung. Der Primärenergieverbrauch stellt heute weltweit jedem Menschen etwa 25 sogenannte «Energiesklaven» zur Seite. Ein Energiesklave, so definiert ihn der Physiker Hans-Peter Dürr, kann die Arbeitskraft eines Menschen, die einer konstanten Leistung von ungefähr 100 Watt entspricht, ersetzen. Der Energiekonsum in der Schweiz ist so hoch, dass jeder Schweizerin und jedem Schweizer permanent ungefähr 60 Energiesklaven zur Seite stehen. Für diesen Energiekonsum von 6000 Watt Dauerleistung werden pro Kopf der Bevölkerung in einem Jahr ungefähr 6 Tonnen Kohlen-

dioxid freigesetzt. Weitere 5 bis 6 Tonnen CO2 werden im Ausland emittiert und müssen als sogenannte graue Emissionen bei importierten Gütern und Dienstleistungen mitberücksichtigt werden. Für die während eines Jahres geleistete Arbeit eines Energiesklaven von 876 kWh (100 Watt Arbeitsleistung x 24 Stunden x 365 Tage) fallen bei einem Strompreis von zirka 20 Rappen pro Kilowattstunde 175 Franken Kosten an; berechnet man die Kosten auf der Basis des Erdölpreises von zurzeit einem Franken pro Liter kostet er uns jährlich noch 87 Franken. Für eine vergleichbare Leistung müsste einer menschlichen Arbeitskraft bei einem bescheidenen Stundenlohn von 20 Franken ein Jahresgehalt von 40‘000 Franken vergütet werden. Energie beschert uns also zu einem sehr günstigen Preis ein hohes Wohlstandsniveau. Dieser Wohlstand ist mittlerweile zu einer Selbstverständlichkeit geworden und viele möchten ihn nur ungern wieder missen.

Alternative Energien garantieren nachhaltige Entwicklung Die schweizerische Energiestrategie 2050 orientiert sich am 2-Grad-Ziel, das die Länder an der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 formuliert haben und strebt langfristig eine 2000Watt- und 1-Tonnen CO2-Gesellschaft an. Um diese Ziele zu erreichen, ist der Energiekonsum um 60 bis 70 Prozent zu reduzieren und bezogen auf die 1-Tonnen CO2-Gesellschaft der Verbrauch

an fossilen Energieträgern gar auf 10 Prozent unseres heutigen Bedarfs herunterzufahren. Die Schweiz will diese Energiewende vor allem mit Effizienzmassnahmen erreichen, mit besseren Gebäudeisolationen, sparsameren Automotoren oder geringerem Stromverbrauch von Elektrogeräten. Ebenso wichtig werden die erneuerbaren Energien verbunden mit einem Verzicht auf Atomstrom. Neben Wasserkraft, Windenergie und der Nutzung von Biomasse verspricht die Solarenergie den grössten Energiegewinn. Die Sonne ist unsere grösste und unerschöpfliche Energiequelle und die Energiestrahlung, die auf der Erdoberfläche ankommt, ist viele tausend Mal grösser als der gesamte Energiebedarf der Menschheit. Die Energieeinstrahlung auf einem Quadratmeter Oberfläche beträgt in der Schweiz im Jahresdurchschnitt etwa 1000 kWh und entspricht umgerechnet dem Energiegehalt von 100 Litern Erdöl. Schätazungen zufolge könnte künftig mehr als die Hälfte der schweizerischen Stromproduktion aus Photovoltaikanlagen kommen. Nimmt man als durchschnittlichen Energieverbrauch einer Schweizer Familie mit 4 Kindern 4500 kWh pro Jahr (ohne Heizung und Warmwasser) kann eine Anlage von 5 kWp entsprechend einer Fläche von 30 m2 den Stromverbrauch der Familie, auf das Jahr gemittelt, abdecken. Wenn die Stromproduktion den Eigenbedarf übersteigt, kann der überschüssige Strom ins Netz eingespeist werden. Bei Unterdeckung wird Strom aus dem

Netz bezogen. Will die Familie den direkten Eigenverbrauch erhöhen, braucht es ein Batteriesystem, das überschüssigen Tagesstrom speichert und in der Nacht zur Verfügung stellt. Ein Solarstromüberschuss könnte auch in die Batterie eines Elektromobils eingespeist werden und so einen willkommenen Beitrag zum Mobilitätsbedarf der Familie leisten. Die Energiewende wird uns erlauben, viele Aspekte unserer Gesellschaft noch einmal zu überdenken und neu und nachhaltiger zu gestalten: das Wohnen, die Mobilität, Landwirtschaft und Ernährung, Produktion und Konsum. Das sind anspruchsvolle Aufgaben, an denen mitzuarbeiten etwas vom Spannendsten sein wird. Auf diese Aufgaben bereiten sich Studierende des Masterstudienganges (MAS) Umwelttechnik und -management vor. Marcel Müller, Studierender im Masterstudiengang (MAS) Umwelttechnik und -management der Hochschule für Life Sciences FHNW und Leiter der Firma eco solar ag. Prof. Dr. Markus Wolf, Leiter des Masterstudienganges (MAS) Umwelttechnik und -management der Hochschule für Life Sciences FHNW.

Weitere Informationen zum Masterstudiengang (MAS) Umwelttechnik und -management und zu weiteren Studiengängen der Hochschule für Life Sciences FHNW unter www.fhnw.ch/lifesciences.


E i n e T h e m e n z e i t u n g v o n S m a r t Me d i a

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future

Stromnetz

» Das Smart Grid wird

beträchtliche Kosten verursachen. Priska Laïaïda, Leiterin Medienstelle

der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich

Um zukünftigen Bedürfnissen nach Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit von Energie gerecht zu werden, muss das Stromnetz modernisiert werden.

Gemeinsam die Energiewende einleiten Die Stromlandschaft verändert sich. Der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien nimmt zu. Er soll zur richtigen Zeit, am richtigen Ort in der benötigten Menge verfügbar sein. Dafür braucht es neben einem Smart Grid noch einiges mehr. Etliche Elektrizitätsversorger sind an innovativen Projekten beteiligt. Bewältigen lassen sich die anstehenden Aufgaben im Verbund – dank interdisziplinärem Wissen. text Claudia Cavadini

In den kommenden Jahren ist mit einem steigenden Strompreis zu rechnen. Auch deshalb sollte Strom umsichtiger genutzt werden. Dazu können die Smart Meters einen Beitrag leisten. Indem die Stromzähler den Kunden aufzeigen, wann wer wie viel Strom verwendet. Diese Zähler sind Teil des Smart Grids, des intelligenten Stromnetzes. Ein schweizweit funktionstüchtiges Smart Grid bedingt reichlich Arbeit und die notwendige Technologie. Wie sich das Ganze auf die Umwelt auswirkt, ist zurzeit noch ungewiss. «Das Smart Grid wird beträchtliche Kosten verursachen,» erklärt Priska Laïaïda, Leiterin Medienstelle der Elek-

trizitätswerke des Kantons Zürich. Digital gesteuert wird das intelligente Stromnetz. So wird der Gegenverkehr erleichtert. Dieser entsteht, wenn der von Kleinkraftwerken erzeugte Strom ins Netz eingespiesen wird. Denn künftig ist der Konsument auch Produzent – sogenannter Prosument – von erneuerbaren Energien. Photovoltaik-Anlagen und Windkraftwerke sind den Jahreszeiten und dem Wetter unterworfen. Darum schwankt die hergestellte Strommenge und somit das zur Verfügung stehende Angebot. Speichern für 40 Tage

Mit einem Batteriespeicher wird der von diversen Herstellern produzierte Strom gelagert. Ausgeglichen werden zudem Stromschwankungen, dadurch dass bei Tieflast Energie zurückbehalten und bei Hochlast wieder freigegeben wird. Im Fachjargon nennt sich dies «peak shaving». Getestet wird in Dietikon ZH ein solcher Speicher von den EKZ und der ABB. Damit werden bis zu 500 Kilowattstunden aufbewahrt. Dieser Strom reicht, um einen Vier-Personen-Haushalt für 40 Tage zu versorgen. Die Initianten erhoffen sich Antworten unter anderem auf Fragen: Wie passt sich die Produktion dem Verbrauch an? Wie wird der Inselbetrieb bei einem Stromausfall sichergestellt? An drei unterschiedlichen Standorten erproben die Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) und die Ampard AG

» Das

intelligente Netz wird digital gesteuert.

Stromspeicher für Solarstrom hinsichtlich ihrer Stärken und Schwächen. Beispielsweise wird geklärt: Ob diese Speicher das Stromnetz verstärken und wirtschaftlich sind. Oder wie schnell und flexibel die bestehende Netzinfrastruktur durch sie erweitert wird. Oder was die Stromspeicher bei den Anschlusskosten der neuen regionalen Solaranlagen bewirken. Bei grossem Stromverbrauch wird durch Abschalten von Geräten, Energie für den Ausgleich bereitgestellt. Kühlhäuser benötigen massenhaft Energie. Beim Pilotprojekt FlexLast testet das Bundesamt für Energie (BFE) mit BKW FMB Energie AG, Swiss Grid und IBM diese Art von Laststeuerung. Abgestellt werden – bei hoher Stromnachfrage – die Kühlhäuser des Migros-Verteilzentrums Neuendorf SO für eine bestimmte Dauer. Hierdurch wird genauso viel Strom frei, wie ein kleines Flusskraftwerk generiert. Diese Energie fliesst ins Stromnetz und hilft Spitzenzeiten zu überbrücken.

Gemäss dem BFE stammen 56 Prozent der inländischen Stromproduktion aus Wasserkraft und machen ein Marktvolumen von zwei Milliarden Schweizer Franken aus. Davon erzeugen Pumpspeicherkraftwerke vier Prozent. Zukünftig will der Bund die Nutzung der Wasserkraft fördern. Stromeinspeisung unter der Lupe

Über zehn verschiedene Organisationen der Elektrizitätswirtschaft lancierten mit dem BFE das Projekt VEiN. Zusammensetzt sich der Projektausschuss aus AEW Energie AG, BKW, IWB Industrielle Werke Basel und BFE. Ziel: Analysieren der Folgen dezentraler Stromeinspeisung und Massnahmen ableiten. Heute produzieren Grossanlagen Strom: Kern-, Grosswasser- oder fossile Kraftwerke. Dieser wird ins Höchstspannungsnetz eingespeist. In Zukunft stellen Kleinkraftwerke wie Solarstromanlagen, Mikroturbinen oder Blockkraftwerke Strom ins Niederspannungsnetz. Am Feldversuch nehmen ein Niederspannungsnetz mit 400 Strombezügern und Kleinkraftwerke teil. Das Pilotnetz wird laufend überwacht und Stresstests unterzogen. Durch die gewonnen Daten wird klar werden, wie das Niederspannungsnetz auf die zahlreichen Stromlieferanten reagiert. Welche technischen Anforderungen diese erfüllen müssen – bezüglich Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. Beides steht im Mittelpunkt beim Ausbau der erneuerbaren Energien.

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Repower plant ein 1000-Megawatt-Pumpspeicherwerk im Puschlav GR mit dem Lago Bianco und dem Lago di Poschiavo als Speicher. Das Pumpspeicherwerk stellt bei starkem Bedarf Strom her. Besteht wenig Nachfrage, deponiert das System den vorhandenen Strom. Damit wird zu einem späteren Zeitpunkt das Wasser für die erneute Turbinierung hochgepumpt.

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brennstoffe

cha nce

Ein wichtiger Schritt zur Nachhaltigkeit Autogas in der Schweiz entwickelt sich mehr und mehr zu einer Erfolgsgeschichte. Die Zahl der mit LPG betriebenen Fahrzeuge steigt und mit ihnen die Tankstellendichte. Fast 60 LPG-Tankstellen versorgen derzeit Schweizer Automobilisten mit dem EU-weit anerkannten Alternativkraftstoff. Autogas senkt den CO2-Ausstoss durchschnittlich um 15 Prozent. text wolfgang Kroeger / Matthias Mehl

Ausserhalb der Schweiz hat sich LPG als Kraftstoff längst durchgesetzt. In Regionen wie Italien, Polen, den Niederlanden, Deutschland und fast allen osteuropäischen Ländern gehören LPGZapfsäulen mittlerweile zum gewohnten Bild an den Tankstellen. Bei uns besteht noch Nachholbedarf, den der führende Schweizer Flüssiggasversorger, die Vitogaz Switzerland AG, jedoch so schnell wie möglich zu decken versucht. Denn angesichts zu erwartender, langfristig steigender Benzinpreise suchen auch in der Schweiz die Automobilisten nach Alternativen. Um die Nachfrage weiter zu steigern, offeriert der Gasversorger derzeit jedem Automobilisten, der sein Fahrzeug von Benzin auf Gas umrüstet oder ein Neufahrzeug mit dem kostengünstigen, umweltfreundlichen Kraftstoff anschafft, Tankgutscheine für zehn Tankfüllungen mit Autogas im Gegenwert von maximal 500 Franken an. Mehr zum Thema erfährt man auch auf der Homepage autogas24.ch. Autogasfahrzeuge gibt es entweder als Neuwagen ab Werk oder sie werden nachträglich umgerüstet, ohne dass dabei die Garantie verloren geht. Anstelle der Werksgarantie tritt dann eine spezielle Garantie für die Gaskomponenten ein, so dass Nutzer des Alternativantriebs keine Nachteile in Kauf nehmen müssen. Einer der bekanntesten Schweizer Umrüster ist die Webasto Thermo- und Comfort AG, die mit ihrem Konzept «Autogas-Hybrid made by Webasto» an zahlreichen Standorten in der Schweiz vertreten ist.

wird einfach ein zusätzlicher Gastank in der Reserveradmulde installiert, ohne dass sich das Ladevolumen des Kofferraums ändert. Ein zusätzliches Frontkit im Motorraum sorgt dafür, dass dann statt des teuren Benzins um bis zu 40 Prozent preisgünstigeres Flüssiggas, wie es die Schweizer auch zum Grillieren, Heizen oder Kochen verwenden, genutzt werden kann. Die Nutzung von alternativen Antriebsstoffen in Autos ist ein zentraler Schritt hin zur Energiewende. Denn eine der wichtigsten Voraussetzung dafür ist die Verminderung des CO2-Ausstosses durch den motorisierten Lastund Individualverkehr. Das Umstellen von Benzin auf Autogas ist darum eine wichtige Entwicklung. Nicht nur was die Umwelt, sondern auch was die Finanzen angeht. Denn die Diskussion um die Energiewende ist stets auch ein Diskurs zwischen Idealismus und

Wirtschaftlichkeit. Während Befürworter der Wende nämlich die langfristigen ökologischen Vorteile herausstreichen,

» Autogasfahrzeuge

gibt es entweder als Neuwagen ab Werk oder sie werden nachträglich umgerüstet. argumentieren Gegner, dass der Wechsel zu schwere finanzielle Folgen nach sich ziehen wird. Diesen Sommer veröffentlichte die Schweizerische

» Die Energiewende

soll bereits ab 2040 günstiger sein als eine Nicht-Wende.

Mit allen Motoren möglich

Umrüsten auf Autogas lassen sich so gut wie alle Benzinmotoren. Dazu

Energie-Stiftung (SES) ihre neue Studie zu den Kosten der Energiewende. Diese werden den Investitionen einer «NichtWende» entgegen gestellt. Die Studie «Kosten der (Nicht-)Energiewende» beweise gemäss SES, dass «eine zügig umgesetzte Energiewende spätestens ab 2040 kostengünstiger als die Nicht-Wende.» Dies ist der offiziellen Mitteilung zur Studie zu entnehmen. Die Energiewende ist ein Generationenprojekt. Die SES habe sich der Kostenfrage angenommen, weil diese zentral sei für die künftige Energieversorgung. Sie untersucht in ihrer Studie in Anlehnung an die Szenarien des Bundes «Weiter wie bisher» und «Neue Energiepolitik» den Zeitraum bis 2050 und berechnet zwei Kostenszenarien. Resultat: Ab spätestens 2040 koste die Energiewende weniger als die Nicht-Wende. Bei einem moderaten Ölpreisszenario weist die Energiewende gegenüber der Nicht-Wende Mehrkosten von im Mittel einem Prozent oder 41 Franken pro Person und Jahr auf. Im letzten Jahrzehnt der betrachteten Periode führt die Energiewende sogar zu tieferen Gesamtkosten. Bei höheren Preisen rentiere die Energiewende bereits ab 2020. Ein Hochpreisszenario geht von einem Ölpreis von 210 USD pro Barrel bis im Jahr 2050 aus. Bei diesem «sehr wahrscheinlichen

Fast 60 Autogas-Tankstellen gibt es in der Schweiz. Hier tankt gerade Schwinger Matthias Glarner den umweltfreundlichen Alternativkraftstoff.

Szenario» wirkt sich gemäss SES die Energiewende bereits in den ersten Jahren wirtschaftlich vorteilhaft aus und führt zu mittleren jährlichen Minderkosten von 3,3 Mrd. Franken oder einer Einsparung von 374 Franken pro Person und Jahr. Es liege auf der Hand, dass die Energiewende die Schweiz unabhängiger vom Ausland macht, denn sie führe zu Einsparungen im Importbereich. Die Energiewende reduziere die Importkosten für Energieträger auf 16 Prozent bis 2050. Das bedeutet jährlich sieben Mrd. weniger Geldabfluss im Jahr 2050.

Drei Fragen an Erik Rummer, Sprecher des Energiedienstleisters IWB Basel.

Wie engagiert sich IWB für erneuerbare Energie? Unser Ziel ist die erneuerbare Vollversorgung. Schon heute versorgen wir Kunden mit 100 Prozent erneuerbarem Strom, produziert vor allem in Schweizer Wasserkraftwerken. Unsere Windkraftwerke in Frankreich und Deutschland produzieren jährlich über 300 Gigawattstunden Strom. Damit produzieren wir in unseren Anlagen mehr erneuerbaren Strom als der Kanton Basel-Stadt verbraucht. Unsere Fernwärme besteht zu einem Drittel aus erneuerbaren Quellen – Biomasse und Holz. Diesen Anteil wollen wir steigern. Auch die Erdgasversorgung kann ökologisiert werden: Wir produzieren aus Abfällen Biogas, das zu Erdgasqualität aufbereitet wird.

Wann kommt die 2000 Watt-Gesellschaft? Es ist nicht unsere Aufgabe, das zu beurteilen. Unsere Aufgabe ist die Versorgung mit Energie – und das tun wir mit dem Ziel einer Vollversorgung aus erneuerbaren Quellen. Energieeffizienz, vor allem im Gebäudebereich und in der Mobilität, hilft, dieses Ziel zu erreichen.

Wie berät IWB Kunden? Wir helfen, Effizienzpotenziale zu nutzen, also Wärme, Licht und Produktionsenergie mit weniger Energieeinsatz zu erreichen. Im Gebäudebereich helfen wir, Solaranlagen zu realisieren. Gewerbekunden bieten wir Energielösungen mit garantiertem Einsparpotential – dank Einsparcontracting. Privatkunden können unsere vielen kostenlosen Angebote der Energieberatung wahrnehmen, um den Energieverbrauch zu optimieren. Beim Verbrauch sind die Möglichkeiten vielfältig: Unser Strom ist komplett erneuerbar und auch in nature made star-Qualität erhältlich. Unsere Fernwärme kann mit Wärme aus dem Holzkraftwerk ergänzt oder ein Anteil des Erdgasbezugs kann durch Biogas ersetzt werden.

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Fo kus

stromspeicherung

Der Strom aus Photovoltaik-Anlagen lässt sich heute immer effizienter speichern. Neue Technologien machen dies möglich.

Es braucht Speicher und intelligente Regeltechnik Damit wir die Energie der Sonne optimal nutzen können, braucht es Stromspeicher und intelligente Regeltechnik. Auf diese Weise lässt sich der selbst produzierte Solarstrom auch nachts und bei schlechtem Wetter selbst nutzen. text Toby Stüssi

Den Strom für den Haushalt speichern? Der Laie ist skeptisch und denkt an sein Smartphone, dessen Batterie sich allzu schnell leert. Er denkt an Elektroautos, die keine 100 Kilometer weit fahren können. Auch Gedanken an die graue Energie und schwierig zu entsorgende Chemikalien lösen Stirnrunzeln aus. Jetzt also auch noch Batteriestrom für Geschirrspüler, Beamer, Fön und Co.? Nichts desto Trotz versprechen heute etliche Hersteller die nahezu unabhängige (autarke) Stromversorgung eines Haushaltes. Kernstück der neuen Anlagen ist eine Lithium-Ionen-Batterie. Für ein Einfamilienhaus reicht eine Kapazität von 3 bis 10 Kilowattstunden, es sind auch Batterien mit bis zu 50 Kilowattstunden auf dem Markt. Dazu gibt es eine intelligente und lernfähige Regeltechnik. Diese sorgt dafür, dass die aus der Morgensonne gewonnene Energie direkt

in den Haushalt fliesst. Wenn die Sonneneinstrahlung ausreicht (vor allem in den Mittagsstunden), wird zusätzlich die Batterie aufgeladen, weitere Überschüsse fliessen ins Netz. Sobald weniger oder gar keine Sonnenenergie mehr vorhaben ist, beziehen die elektrischen Geräte den Strom aus der Batterie. Aus dem Netz kommt der Strom nur dann, wenn die Energie aus der Photovoltaik-Anlage und der Batterie nicht ausreicht. Der Regler sorgt dafür, dass zum Beispiel der Geschirrspüler oder die Heizung des Boilers vor allem dann laufen, wenn die Sonne scheint. Kleinere Anlagen sind ab 15 000 Franken erhältlich. Der Wirkungsgrad der Gesamtsysteme beträgt 90 Prozent, die zu erwartende Lebensdauer 20 Jahre.

Photovoltaik-Anlagen zu gewinnen und selbst zu verbrauchen. «Es lohnt sich aus verschiedenen Gründen, den Strom nicht mehr ins Netz zu speisen», sagt der Energie- und Gebäudeingenieur Andreas Gütermann. Der ETH-Ingenieur ist Geschäftsleiter der Firma amena (angewandte Mess- und Energietechnik) in Winterthur.

» Wir haben kein

Energie-, sondern ein Fantasieproblem.

Ab Januar weniger Vergütungen

In der Schweiz speisen heute knapp 5000 private Solaranlagen Strom ins Netz. Für den Strom aus einer Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von bis zu zehn Kilowatt erhält der Besitzer 33 Rappen pro Kilowattstunde. Ab dem Jahreswechsel fördert der Bund diese Kleinkraftwerke mit einem einmaligen Beitrag von 30 Prozent der Investitionskosten. Generell ist damit zu rechnen, dass der Netzstrompreis (heute zirka 20 Rappen pro Kilowattstunde) in den kommenden Jahren weiter ansteigen wird – unter anderem wegen der teuren Entsorgung radioaktiver Abfälle. Damit wird es für Private lukrativer, Strom aus

«Wenn wir Spitzen brechen und das übergeordnete Stromnetz entlasten wollen, braucht es mehr autonome und lokal funktionierende Systeme. Diese sind effizienter und können sogar Stromausfälle überbrücken.» Ineffiziente Kraftwerke

Damit die Versorgung in den Spitzenzeiten funktionieren kann, setzen die grossen Stromanbieter heute auf Pumpspeicherkraftwerke. Mit Produktionsüberschüssen pumpen diese Wasser aus dem Tal in die höher gelegenen Stauseen. Wenn viel Strom gebraucht wird, läuft das Wasser hinunter

und treibt die Generatoren auf voller Leistung an. Dies mag zwar hilfreich und ein gutes Geschäft sein, ist aber äusserst ineffizient. Denn damit das Wasser zurück in den Stausee kommt, braucht es mehr Energie, als aus diesem Prozess gewonnen wird. Gütermann: «Wenn man auch noch den Netzverlust berücksichtigt, wird auf diese Weise der Solarstrom im Netz extrem schlecht genutzt.» Auch der Architekt Josef Grab, der für das Mehrfamilienhaus «Kraftwerk» in Bennau 2011 mit dem europäischen Solarpreis ausgezeichnet wurde, will bei künftigen Bauprojekten mehr auf eine autarke Stromversorgung setzen: «Die neuen Systeme sind überzeugend. Zentral sind dabei die intelligenten Regler. In Zukunft werden wir die Systeme auch über das Smartphone steuern können.» Grab realisiert seine nachhaltigen Bauprojekte für die Sanjo Group in Altendorf.

Sommer ist und die Sonne scheint. Beim Wärmebedarf verhält es sich leider umgekehrt – umso wichtiger ist es, dass wir diese Missverhältnisse ausgleichen können.» Grab will dies unter anderem mit Autobatterien tun: «Wenn ich mein Elektroauto nicht brauche, kann ich den Strom aus den Batterien auch im Haushalt nutzen.» Trotz ausgeklügelter Technik werden wir aber nicht darum herum kommen, den Stromverbrauch zu reduzieren. «Wenn wir das Ziel aus den Augen verlieren, für einen Haushalt nur 2000 Watt zu brauchen, haben wir ein Problem», sagt Grab. Der Architekt aus Altendorf erzählt von einem Keller in einem Einfamilienhaus, das er eben fertiggestellt hat. Die Beleuchtung brauche dank LED-Leuchten zehn mal weniger Strom als früher. Er berichtet auch vom 21 000 Liter grossen Warmwasserspeicher, den er ins preisgekrönte Kraftwerk-Haus eingebaut hat.

Tiefkühler und Autobatterien

Fantasie und Nostalgie

Dass nicht nur eine Batterie Strom speichern kann, beweist Migros mit der grössten Solaranlage der Schweiz, die im August in Neuendorf den Betrieb aufgenommen hat. Dort speichern unter anderem grosse Tiefkühllager die Energie. Will heissen: Die Aggregate laufen in der Regel nur auf voller Leistung, wenn tagsüber Solarstrom produziert wird. Gütermann: «Kühlanlagen eignen sich sehr gut dazu, weil sie vor allem dann viel Energie brauchen, wenn es

Dies ist ganz im Sinne des Ingenieurs Güterman: «Wir haben kein Energieproblem, sondern ein Fantasieproblem. Es gibt so viele Wege – wir müssten sie nur gehen.» Wer innovativ sein will, muss aber nicht unbedingt Science Fiction-Filme schauen: Grabs Vorbilder sind jene Männer, die vor Jahrhunderten Bauernhäuser bauten. «Die hatten ein wirkliches Energieproblem und mussten die vorhandenen Ressourcen besser nutzen, als wir es heute tun.»

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Förderung innovativer Klimaprojekte

Ob neuartige Windturbinen, Elektromobile oder hocheffiziente Reiseplanung: Der Klimafonds Stadtwerk Winterthur engagiert sich für eine zukunftsfähige Umwelt. Über 20 Projekte haben in den letzten sechs Jahren von der Unterstützung des Fonds profitiert. Zusammengenommen vermeiden sie in Zukunft über 60 000 Tonnen CO2.

Route-Rank: ökologische Reiseplanung für KMU Route-Rank ist eine Software zur Planung von Geschäftsreisen, die Verkehrsmittel optimal kombiniert und nach Preis, Reisezeit und CO2-Ausstoss sortiert. Das spart Grossunternehmen viel Zeit bei der Reiseplanung und schont die Umwelt. Neu soll eine schlankere und günstigere Version von Route-Rank speziell für KMU lanciert werden. Der Fonds unterstützt die Pilotphase des Projekts mit 54 000 Franken.

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Klimafonds Stadtwerk Winterthur fördert Ihr Projekt Unterstützung erhalten innovative Projekte aus folgenden Bereichen, die in der Region Winterthur umgesetzt werden: ■ CO2-Reduktion ■ Steigerung der Energieeffizienz ■ Förderung erneuerbarer Energien Unterstützung beantragen Alle Details finden Sie unter www.stadtwerk.winterthur.ch/klimafonds Die Anträge werden zweimal jährlich geprüft. Einsendeschluss ist jeweils der 1. März und der 1. September.

Elektrisches Rollermobil «E-setta» Die Firma Designwerk entwickelte einen vollelektrischen Kabinenroller für den urbanen Raum. Durch die Kombination bewährter Komponenten mit einem innovativen Fahrzeugkonzept entstand ein praktisches, Platz sparendes und umweltfreundliches Elektrofahrzeug. Der Fonds unterstützte den Bau des funktionstüchtigen Prototyps zu Demonstrationszwecken mit 60 000 Franken.

Foto: Zeljko Gataric

Haben Sie eine Geschäftsidee aus den Bereichen CO2-Reduktion, Energieeffizienz oder erneuerbare Energien, doch Ihnen fehlen die Mittel für die Umsetzung? Dann haben Sie gute Karten, um vom Klimafonds Stadtwerk Winterthur Unterstützung zu erhalten. Bewerben Sie sich!

Stadtwerk Winterthur Klimafonds Stadtwerk Winterthur stadtwerk.klimafonds@win.ch www.stadtwerk.winterthur.ch/klimafonds

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Die neue energielanDschaft

Vollversorgung mit erneuerbarer Energie

Die neue Energielandschaft Um eine Vollversorgung mit erneuerbaren Energien zu erreichen, muss die Energielandschaft tiefgreifend umgebaut werden. So könnte das Ziel erreicht werden: Erneuerbare Energien ersetzen fossile und nukleare Energieträger. Produziert werden sie in Tausenden von dezentralen Anlagen, neue Netze machen sie verfügbar. Intelligente Netze, Zähler und Geräte stimmen die Nachfrage und das Angebot effizienter aufeinander ab, wodurch der Verbrauch sinkt. Flexible Preise bringen Nachfrage und Angebot in ein besseres Gleichgewicht und unterstützen so die Effizienzbemühungen zusätzlich. Speicherseen speichern überschüssigen Wind- und Solarstrom. Wärmekraftkoppelungsanlagen produzieren Wärme und Strom gleichzeitig. Erdgas wird mit Biogas angereichert oder durch erneuerbare Fernwärme ersetzt. Es entstehen saisonale Wärme- und Kältespeicher.

IWB ist das Unternehmen für Energie, Wasser und Telekom. Es versorgt seine Kunden in der Region Basel und darüber hinaus: engagiert, kompetent und zuverlässig. IWB ist führend als Dienstleister für erneuerbare Energie und Energieeffizienz. Das Unternehmen strebt die erneuerbare Vollversorgung an, die einen effizienten, umweltschonenden und wirtschaftlichen Umgang mit Energie ermöglicht. Schon heute produziert IWB in den eigenen Anlagen mehr erneuerbaren Strom, als die Kunden in Basel verbrauchen. IWB investiert gezielt in den Ausbau des Kraftwerksportfolios und entwickelt neue Geschäftsmodelle.

Für Elektro- und Gasfahrzeuge entsteht eine Ladeinfrastruktur auf der Basis von erneuerbaren, klimaneutralen Energieträgern. 100% erneuerbarer Strom aus Eigenproduktion Seit Jahrzehnten investieren die IWB in die Energieproduktion aus Wasser, Wind und Sonne. So versorgen sie ihre Kunden langfristig, sicher und günstig mit erneuerbarem Strom von höchster Qualität. In ihren eigenen Anlagen produzieren die IWB schon heute mehr Strom, als ihre Kunden im Kanton Basel-Stadt verbrauchen. Fair zur Natur zu fairen Preisen Die Produkte der IWB stehen für hohes Umweltbewusstsein zu fairen Preisen. Geschäftskunden profitieren zum Beispiel mit dem Produkt IWB’Strom – Vollversorgung von einem fixen Energiepreis über die gesamte Vertragslaufzeit.

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1 – WasserkraftWerke

Die Laufkraftwerke Birsfelden und Kembs produzieren rund um die Uhr gleichmässig und kostengünstig Strom. Die IWB sind an sieben Speicherkraftwerken beteiligt. Mit deren Produktion können schnell und flexibel Verbrauchsspitzen abgedeckt werden. Kleinwasserkraftwerke nutzen zudem die Energie in kleinen Fliessgewässern.

12 – pumpspeIcherkraftWerke

Pumpspeicherkraftwerke können überschüssigen Strom aus Wind- und Solaranlagen wie in einer Batterie speichern. 13 – WärmespeIcher

2 – solarkraftWerke

Auf dem Dach des St.Jakobs-Stadions bauen die IWB derzeit die bisher grösste Anlage. Sie wird 240 Haushalte mit Strom versorgen. Zudem investieren die IWB in grosse Solaranlagen in Europa. 3 – IWb’solarbox

Bis 2015 soll auf rund 50 000 Quadratmeter Dachflächen das Solarkraftwerk Basel entstehen. Mit der IWB’Solarbox kommen Hausbesitzer mit geringstem Zeitaufwand zum optimalen Solardach. 4 – WIndkraftWerke

Die IWB investieren in Windparks in der Schweiz und in Europa und verfügen heute über eine Produktionskapazität von rund 300 GWh. 5 – strom aus erdWärme

Mit Geo-Energie Suisse beteiligen sich die IWB an der Erkundung möglicher Kraftwerksstandorte.

16 – Gasnetz

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6 – GeothermIsche Wärme

Die Nutzung von Erdwärme mittels Erdwärmesonden in Kombination mit Wärmepumpen hat sich bewährt. Grössere Anlagen nutzen Thermalwasser und sind in ein Wärmeverbundnetz integriert. 7 – dampf, fernWärme und strom aus der kva

Die Kehrichtverwertungsanlage (KVA) ist die Basis der Basler Fernwärmeversorgung. Aus dem anfallenden Kehricht produzieren die IWB Dampf, Fernwärme und Strom. 8 – holzkraftWerke/heIzkraftWerke

Das Holzkraftwerk Basel, an dem die IWB beteiligt sind, produziert aus Holz erneuerbare Fernwärme und Strom. Daneben wird im Heizraftwerk Volta mit Erdgas Fernwärme und Strom produziert.

Erdgas spielt als Übergangstechnologie längerfristig eine wichtige Rolle. In der Biopower Nordwestschweiz AG wird zudem Biogas zu Erdgasqualität aufbereitet und direkt ins Erdgasnetz eingespeist.

Es gibt bereits Gebäude, die die Wärme des Sommers im Erdreich für den Winter speichern und umgekehrt die Kälte des Winters für den Sommer. Die IWB nutzen im Fernwärmenetz Tagessspeicher, die in der Nacht überschüssige Wärme aufnehmen und am Morgen wieder abgeben.

10 – WärmekraftkoppelunG (Wkk)

14 – IWb’strom

9 – erdGas und bIoGas

Die IWB betreiben ihre Fernwärmeproduktion überwiegend als WKK-Anlagen und verwandeln rund 80 Prozent der zugeführten Energie in Wärme und Strom. 11 – IWb’heatbox

Die IWB’Heatbox beinhaltet nicht nur die Lieferung von Wärme, sondern auch die Planung eines geeigneten Heizsystems, dessen Finanzierung und Installation sowie den Betrieb und den Unterhalt der Heizanlage.

Die IWB versorgen ihre Kunden standardmässig und ohne Aufpreis mit 100 Prozent erneuerbarem Strom aus Eigenproduktion. Mit dieser hohen Qualität beliefern wir auch Unternehmen in der ganzen Schweiz. 15 – fernWärmenetz

Die Stadt Basel verfügt über das grösste Fernwärmenetz der Schweiz. Der erneuerbare Anteil der Fernwärme beträgt heute rund 37 Prozent. Die IWB werden diesen weiter steigern.

Das Gasnetz kann riesige Energiemengen speichern. In Zukunft könnte mit überschüssigem Wind- und Solarstrom durch Elektrolyse Wasserstoff erzeugt werden. Daraus synthetisiertes Methan kann direkt ins Erdgasnetz eingespeist und in einem Gaskraftwerk klimaneutral in Strom umgewandelt werden. 17 – Glasfasernetz

Eine Glasfaserinfrastruktur ist nötig, damit Anlagen, die Energie produzieren, mit Geräten, die Strom verbrauchen, künftig kommunizieren können. 18 – enerGIeeffIzIenz und

enerGIe-contractInG

Die IWB verbessern laufend ihre eigene Energieeffizienz und die ihrer Kunden. Bei ContractingLösungen wie der IWB’Powerbox übernehmen die IWB in der ganzen Schweiz Planung, Finanzierung, Installation, Wartung, Unterhalt und Energielieferung. 19 – mobIlItät

Mit erneuerbarem Strom «betankte» Elektroautos eignen sich besonders für Fahrten in der Agglomeration. Erdgasfahrzeuge verursachen markant weniger Treibhausgase, kaum Ozonbildung und Feinstaub. Noch klimaschonender sind mit Biogas betankte Fahrzeuge.

Möchten Sie Ihr Unternehmen schon heute mit 100% erneuerbarer Energie zu attraktiven Konditionen versorgen? Wenden Sie sich an: IWB, Margarethenstrasse 40, 4002 Basel, T +41 61 275 51 21, verkauf@iwb.ch


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In terview

Unternehmen helfen, die globale Erwärmung zu bekämpfen Moritz Lehmkuhl ist Gründer und Geschäftsführer von ClimatePartner. Das Unternehmen ist der führende Anbieter von Businesslösungen zum Klimaschutz. Die Mission: Firmen aller Branchen dabei helfen, ihren CO2-Ausstoss zu verringern und auszugleichen und davon auch unternehmerisch zu profitieren. text Matthias Mehl

Moritz Lehmkuhl, wie kam es zu ClimatePartner und welche Idee liegt dem Unternehmen zugrunde? Die Firma besteht seit dem Jahr 2006 und kam aus einem EU-Projekt, welches ich drei Jahre zuvor leitete. Im Rahmen dieses Projektes konnte ich erste Ansätze entwickeln, wie sich Unternehmen im Klimaschutz erfolgreich engagieren können. Daraus leitete ich Nachhaltigkeits- und Umweltschutzstrategien ab. Heute berät ClimatePartner Firmen bei der Umsetzung dieser Strategien. Dabei lautet eine wichtige Voraussetzung, dass die Unternehmen durch die Umsetzung auch eine Wertschöpfung generieren können. Klimaschutz ist nicht einfach ein «Nice to have», es soll sich auch lohnen. Können Sie Beispiele nennen, wo das geklappt hat? Generell beraten wir Unternehmen aller Branchen. Sehr weit sind wir aber aktuell im Bereich der Druckereien. In der Schweiz arbeiten wir zum Beispiel mit der Feldegg Medien AG. Wir geben diesen Firmen ein Paket an Massnahmen an die Hand, mit denen sie aktiven Klimaschutz betreiben können. Wir helfen Druckereien dabei, den CO2-Ausstoss zu berechnen, zu kontrollieren und auszugleichen. Das Ziel ist es, dass man am Ende klimaneutral druckt. Wie bei allen neuen Ideen war aber auch in diesem Fall die Skepsis in der Branche gross, man belächelte die Idee zuerst und warf die Frage auf, ob das klappen kann. Und das tat es letztlich? Absolut. Wir haben mit unseren Lösungen erreicht, dass mittlerweile nicht weniger als 500 Druckereien mit uns in Europa bei ihren Druckaufträgen den CO2-Austoss in ihre Überlegungen miteinbeziehen und entsprechend handeln. Nun drucken sie klimaneutral. Man kann es schaffen, eine Branche beim Wandel zu helfen, man muss ihr aber eine praktikable Lösung anbieten und dafür

muss man sich wiederum als Berater in diese Branche einarbeiten. Neben den Vorteilen der Wertschöpfung, die aus der CO2Verminderung entstehen, darf man auch nicht vergessen, dass sich diese Druckereien von ihrer Konkurrenz nun deutlich abheben – es ist ein ideales Differenzierungsmerkmal. Gerade in einer hart umkämpften Branche wie dem Printgewerbe kann das ein entscheidender Vorteil sein.

Welche Massnahmen kommen denn konkret zur Anwendung? Die Bandbreite ist sehr gross, der CO2-Fussabdruck zeigt die grössten Emissionstreiber. Zum Beispiel kommen Energieeffizienzmassnahmen zum tragen. Denn eine Steigerung der Energieeffizienz reduziert natürlich den Energieverbrauch

» Manche Unternehmer

waren skeptisch.

im Unternehmen. Auch Prozessoptimierungen spielen eine grosse Rolle. Sie ermöglichen es, mit Ressourcen effizient umzugehen. Ein konkretes Beispiel aus dem Druckergewerbe: Einige unserer Kunden nutzen die Abwärme, die durch den Betrieb der Druckmaschinen entsteht, um Gebäude der Verwaltung zu heizen. Doch alle diese Massnahmen verpuffen wirkungslos, wenn man nicht auch eine Verhaltensänderung bewirken kann. Denn jeder Mensch kann durch energie- und ressourcenschonende Verhaltensweisen im Arbeitsalltag wie auch im privaten Umfeld einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Ein einfaches Beispiel: Wir helfen unseren Kunden im Rahmen von Projekten bei der Etablierung von Fahrgemeinschaften, um die Anfahrtsemissionen reduzieren zu können.

Können die Erfahrungen aus dem Druckgewerbe auch auf andere Branchen übertragen werden? Teilweise schon. Zum Beispiel Branchen, die über eine ähnliche Struktur verfügen wie das Druckergewerbe. Naheliegend sind hier Papierhersteller und –zulieferer, sowie Unternehmen, die Verpackungen und Kartonagen herstellen. Derzeit sind wir aber auch im Hotellerie-Bereich stark engagiert. Dort ist das Bedürfnis nach Klimaschutz sehr gross und das Einsparpotenzial oftmals gewaltig. Man muss bei der Beratung aber auch im Hinterkopf behalten, dass es sich bei Hotels oft um mittelständige Unternehmen handelt, die nur ein begrenztes Budget und eine beschränkte Anzahl Mitarbeiter haben. Dementsprechend muss man die Massnahmen anpassen. Wie sah das allgemeine Feedback der Unternehmer aus, als Sie mit der Idee von ClimatePartner an sie herantraten? Die Reaktionen fielen ganz unterschiedlich aus. Manche Unternehmen zeigten sich sehr offen für unseren Ansatz, andere waren skeptischer. Diese Leute sahen die Klimaschutzaktivitätenals zusätzliche Belastung für ihre unternehmerischen Prozesse. Wir waren hingegen schon damals überzeugt davon, dass das Konzept funktioniert – und heute haben wir auch viele Beispiele, mit denen wird dies belegen können. Reden wir über Ihr eigenes Unternehmen: Wie hat sich diese seit der Gründung verändert? Wir sind gewachsen, was uns natürlich sehr freut. Wir haben 30 festangestellte Mitarbeiter und unser Hauptsitz befindet sich in München, mit Ablegern in Wien und Zürich. 2011 kam mit Tristan A. Foerster der zweite Geschäftsführer dazu und unsere Beratungskompetenz steigerte sich nochmals deutlich.

Moritz Lehmkuhl und sein Team von ClimatePartner haben es geschafft, dass die Druckerei-

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Inte rv iew

» Die Logistikbranche ist ein grosses Thema für uns.

Der erste Schritt lautet, aufzuzeigen, wie die Logik für eine CO2-Bilanz in der Branche exakt aussieht. Und wo sind Sie vornehmlich tätig? Bisher vor allem im deutschsprachigen Raum, aber auch angrenzende Nachbarländer. Wir engagieren uns stark in Süddeutschland, Österreich und in der Schweiz. Was zeichnet den schweizerischen Markt Ihres Erachtens aus? Vor allem zwei Dinge: Die Sensibilität für das Thema Klimaschutz ist sehr hoch und der Schweizer Markt wird von mittelständischen Unternehmen dominiert. Diese sind sehr qualitätsbewusst und da passt es natürlich gut ins Konzept, umweltbewusst zu produzieren und zu verarbeiten. Rannten Sie in der Schweiz also offene Türen ein? Das nicht gerade, denn Überzeugungsarbeit war überall nötig. Doch es hilft, wenn sich Unternehmer bereits mit dem Thema «CO2-Ausstoss» auseinandergesetzt haben. Welche Branche will Ihr Unternehmen als nächste angehen? Die Logistikbranche zum Beispiel ist ein grosses Thema für uns. Der erste Schritt lautete, aufzuzeigen, wie die Logik für eine CO2-Bilanz in der Branche exakt aussieht. Wir müssen und wollen genau abbilden, was dort der Stand der Dinge ist. Das haben wir mittlerweile getan. Das ist nötig, damit man die Unternehmer für die Thematik CO2 sensibilisieren kann. Das erreicht man auch dadurch, dass man klare Klimaschutzziele formuliert. Doch man muss gleichzeitig die Unternehmen auch immer individuell betrachten: Bietet die Firma nur den Transport von Waren an? Oder übernimmt sie auch gleich das Verpacken der Gegenstände? Aufgrund dieser Kenngrössen können wir jetzt eine massgeschneiderte Lösung für das jeweilige Unternehmen erstellen.

branche merklich klimaneutraler arbeitet. Nun wollen sie andere Branchen erobern.

Wie helfen Sie Ihren Kunden, die Erfolge in Sachen Klimaschutz nach aussen zu kommunizieren? Wir bieten den Unternehmen ein Marketing-Kit an und führen auch Schulungen durch, in der Schweiz beispielsweise in Zürich und Bern. Dort zeigen wir den Firmenverantwortlichen

auf, wie sie die Message transportieren können und zwar nicht nur nach aussen, sondern auch innerhalb des Unternehmens. Da wären wir wieder beim Punkt «richtiges Verhalten im Betrieb».

Müssen Sie heute eigentlich wie zu Angangszeiten um Kunden kämpfen oder kommen die mittlerweile von alleine zu Ihnen? Heute sind wir glücklicherweise gross genug, dass die Leute uns von sich aus kontaktieren und unsere Unterstützung anfragen. Wir beobachten, dass sich immer mehr Unternehmen aktiv für die Klimaschutz-Thematik interessieren. Unsere Firma profitiert in diesem Bereich auch stark von positiver Mundzu-Mund-Propaganda, was für uns natürlich einen gewaltigen Erfolg darstellt. Wie geht es nun weiter für Sie und ClimatePartner? Mein Team und ich bleiben weiterhin vom hehren Ziel getrieben, so viele Branchen wie möglich nachhaltig zu verändern. Das, was uns im Bereich «Druckereien» gelungen ist, wollen wir auf andere Arbeitsfelder übertragen. Planen Sie die Eröffnung weiterer Standorte? Das ist ein langfristiges Ziel, wir möchten sukzessive internationaler werden und dereinst auch ausserhalb von Europa operieren. Allerdings gibt es in den hiesigen Breitengraden für uns noch genug zu tun, deswegen ist der Drang zur Expansion zwar da, hat aber nicht erste Priorität. Langfristig werden wir aber sowieso nicht darum herumkommen, denn das Bewusstsein für Klimaschutz weitet sich aus und das Thema wird immer grösser und wichtiger – weltweit.

Smart Facts: Moritz Lehmkuhl, Jahrgang 1972, lebt in München. Der Gründer und Geschäftsführer von ClimatePartner wurde im Jahr 2010 zum Young Global Leader des Weltwirtschaftsforums ernannt. (smp)

Die Umwelt schonen mit dem Handy Das ökologische Gewissen hält immer mehr Einzug in die Gesellschaft. Doch fehlt den meisten Menschen häufig das Wissen, wie nachhaltiges Verhalten im Alltag aussehen kann – Aufklärung und Orientierung sind darum nötig. Eine einfache Möglichkeit dafür bietet der WWF mit seiner neuen «Ratgeber App» für Smartphones. «Wir wollten eine Anwendung schaffen, die den Leuten im täglichen Leben hilft», erklärt Jan Schlink, Leiter Online und Print beim WWF. Ein Beispiel: Die App gibt je nach Jahreszeit Tipps dafür, wie man saisonal einkaufen und kochen kann. Denn wenn das Gemüse extra aus dem Ausland angeflogen werden muss, ist der CO2-Abruck des Essens riesig. Doch wie aktuell ist die App? «Unser Wissen über nachhaltige Lebensweise wächst, und das tut auch die App», erklärt Schlink. Die Inhalte werden immer auf den neusten Stand gebracht. Möglich ist das aufgrund der datenbankbasierten Funktion des Programms. Schrumpft beispielsweise der Bestand einer Fischart auf ein bedrohliches Mass, zeigt das die App auf. Die Handyanwendung des WWF gibt es seit Jahren. Doch mit jeder neuen Version wird etwas Neues eingeführt. «Wir wollen mit der App nicht nur beraten, sondern auch direkt Tipps abgeben, die für den Alltag geeignet sind.» Ein wichtiges Thema ist hierbei etwa das Energiesparen: «User bekommen Ratschläge und Anregungen, wie sie mit wenig Aufwand ihren Energieverbrauch merklich reduzieren können», erklärt Schlink. Die App finden Interessierte auf wwf.ch/app. (smp)

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In spiration

Technolog ietransfer

Eine der ganz grossen Stärken der Schweiz ist die Kooperation zwischen Forschungs- und Ausbildungszentren mit der Wirtschaft. Von dieser Kooperation profitieren letztlich alle Involvierten.

Wie sich Visionen zu realen Lösungen entwickeln Die Schweiz ist eines der innovativsten Länder der Welt. Doch sind neue Ideen im Bereich «Energie» oft schwer umzusetzen: Hohe Investitionen sowie lange Entwicklungszeiten stellen grosse Hürden dar für KMU. Glücklicherweise arbeiten Forschung und Wirtschaft Hand in Hand.

Vorteil der Schweiz. Denn CSEM ist nicht das einzige Forschungszentrum, dass Hand in Hand mit der Wirtschaft arbeitet. Gleiches tut beispielsweise die Eidgenössische Materialprüfungsanstalt (Empa), die ETH sowie diverse Fachhochschulen wie die ZHAW, die Fachhochschule Nordwestschweiz oder die Hochschule für Technik Rapperswil. Die letztgenannte Schule beispielsweise ist besonders engagiert im Technologietransfer, vor allem was Umwelttechnologien angeht.

«Beides ist vollkommen in Ordnung für uns, so lange alle dazu beitragen, Innovationen zu lancieren und Arbeitsplätze mit hohem Mehrwert beizubehalten.» Um die Dienstleistungen des Forschungszentrums möglichst in allen Regionen der Schweiz zu gewährleisten, unterhält CSEM mehrere Standorte, auch in der Deutschschweiz, wie etwa in Alpnach. Ein Beispiel, wie verschiedene Forschungs- und Bildungsinstitutionen der Schweiz im Bereich «Energie»

Rolle spielen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und sich von der Konkurrenz abzuheben, schreibt das KTI. Für den Zeitraum 2013 bis 2016 wurden deshalb verschiedene Handlungsfelder als Schwerpunkte definiert. Dazu gehört etwa die Projektförderung in Forschung und Entwicklung. Die Kernaufgabe der KTI, die Unterstützung von Forschung und Entwicklung (F&E), werde über den Wissenstransfer zwischen der akademischen Forschung und der Privatwirtschaft bewältigt. Die Agentur ermutigt die Unternehmen, den Hochschulen ihren Bedarf mitzuteilen, und die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, aus ihren Erfindungen mithilfe der Unternehmen marktfähige Produkte zu machen. Unter anderem hat die KTI «Innovationsschecks» eingeführt – Gutscheine, mit denen die Unternehmen Forschungsdienstleistungen erwerben können. Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Stärkung des Unternehmertums. Die Agentur will ihre Initiative «CTI Entrepreneurship», welche jungen Absolventinnen und Absolventen, die ein Start-up gründen wollen, Weiterbildungskurse anbietet, weiter ausbauen. Darüber hinaus plant die KTI, ihr CoachingProgramm für Jungunternehmerinnen und unternehmer zu erweitern, das ihnen den Zugang zu Netzwerken, Investoren und Know-how erleichtert.

Die Rolle der Politik

text Matthias Mehl Hilfe für Unternehmen

Sein Unternehmen in Neuchâtel schlägt Brücken. So bringt der CEO des Forschungs- und Entwicklungszentrum CSEM, Mario El-Khoury, die Mission seiner Firma auf den Punkt. «Wir schliessen die Lücke zwischen der akademischen Welt und der Wirtschaft.» Das klappt, indem CSEM für Schweizer Unternehmen neue Ansätze und Produkte entwickelt und sie diesen Firmen verfügbar macht. «Damit verfolgen wir natürlich das Ziel, der nationalen Industrie einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Das ist auch die Mission, die der Bund uns gegeben hat», hält El-Khoury fest. Diese Verzahnung von Industrie und Forschung ist ein entscheidender

El-Khoury. Das Center mache es möglich, die Entwicklung sowie die praktische Umsetzung neuer Technologien im Photovoltaik-Bereich zu beschleunigen. «Es ist das Kompetenzzentrum der Schweiz für grüne Technologie. Es wird mit Experten der ETH und der EMPA zusammenarbeiten.» So wolle man die Leader-Position der Schweiz im Bereich Cleantech-Technologie nachhaltig festigen und weiter ausbauen, was wiederum direkt der Wirtschaft zugute komme.

Doch wie kann man sich diese Zusammenarbeit konkret vorstellen? «Unternehmen fragen uns an, weil sie einen Bedarf haben oder intern nicht über die Vielseitigkeit bzw. die Qualifikationen an eigenen Ressourcen verfügen, um eine Innovation umzusetzen», erklärt Mario El-Khoury. CSEM ist das grösste Unternehmen der Schweiz, das exklusiv dem Technologietransfer gewidmet ist. Dennoch übt er sich auch in typisch schweizerischer Bescheidenheit: «Während des Prozesses und danach bleiben wir stets im Hintergrund.» Es gebe Firmen, die stolz über die Mitarbeit von CSEM sind und diese deklarieren, andere ziehen es vor, das Bild einer intern betriebenen Innovationskette zu pflegen.

» Für KMU wird die

Innovationsfähigkeit eine immer grössere Rolle spielen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. zusammen arbeiten, ist das anfangs 2013 in Neuchâtel eröffnete «Photovoltaic Systems Center» (PV-Center). «Dieses stellt einen sehr grossen und wichtigen Schritt für uns dar», erklärt

Neben den Forschungs- und Bildungsinstitutionen setzt sich auch der Bund aktiv für die Innovationsförderung von KMU ein, namentlich die Kommission für Technologie und Innovation (KTI). Sie hat fünf Schwerpunktbereiche für die Innovationsförderung herausgearbeitet. Diese Massnahme ist aus Sicht des KTI unerlässlich, denn in den nächsten Jahren sieht die Kommission grosse Herausforderungen auf die Schweizer Unternehmen zukommen: Im Zuge der fortschreitenden Globalisierung verschärfe sich der internationale Wettbewerb, der demografische Wandel führe zu einer Alterung der Bevölkerung, die Lebensdauer des Wissens wird von Tag zu Tag kürzer. Für die KMU werde die Innovationsfähigkeit darum eine immer grössere

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a kt uell

recycling

Abfälle kann man auch sinnvoll nutzen Neben Gesetzen und Verordnungen entscheiden die Energie-, Ressourcen- und Deponiepreise sowie die Menge und Qualität, ob Abfall auf der Deponie oder in der Verbrennungsanlage landet oder zurück in den Kreislauf geschleust wird. Kommt hinzu, dass sich der städtische Abfallberg als wahre Goldgrube entpuppt. Zusehends entwickelt sich die Abfall- zur Ressourcenwirtschaft.

Rohstoffe wie Eisen-, Nichteisen-, seltene und Seltenerdmetalle, mineralische Baustoffe, Altholz, Glas, Keramik etc. Bauabfälle machen den grössten Anteil am Schweizer Abfall aus. Auf dem Bau fallen Backsteine, Ziegel, Mörtel, Verputz und Asphalt an. Täfer, Fensterrahmen und Holz wird verbrannt und Metall wiederaufbereitet. Ein Markt existiert für Recyclingbeton. Erbaut wurde damit zum Beispiel das Schulhaus im Birch in Zürich. Rückbaustoffe können bedenkenlos eingesetzt werden. Ausserdem schont dies die Ressourcen und verringert das Deponievolumen. Verschiedene Untersuchungen des AWELs belegen dies.

text Claudia Cavadini CO2-neutrales Gemüse

Je kostspieliger die Entsorgung, desto eher wird recycelt. Dabei ist die Quantität und die Eignung des Abfalls für Recycling ausschlaggebend – je grösser die Menge, umso wirtschaftlich interessanter. Beispielsweise werden Metalle aus Produktionsabfällen im eigenen Betrieb behalten und in den Kreislauf integriert. Gehandelt wird Altmetall und Altglas auf internationalen Handelsplätzen. Verpackungsglas wird in die Produktionskette zurückgeführt. Schrotthändler sammeln zunehmend Altfensterglas und exportieren es nach Deutschland. Dort wird es aussortiert, von Fremdmaterial und Verschmutzung gereinigt, danach eingeschmolzen und wieder als Fensterglas oder als minderwertiges Baumaterial gebraucht.

Müll entspricht in etwa dem Heizwert von Braunhohle. Mehr als die Hälfte der

Energie geht beim Verbrennen verloren. Bei der Stromproduktion mit Dampfturbinen fällt Abdampf in niedriger

» Alles was hergestellt

wird, sollte zu hundert Prozent wiederverwertet werden können. Temperatur an. Die Kehrrichtverwertung Zürcher Oberland (KEZO) wendet diesen Abdampf an und erwärmt Wasser. Damit heizen die Gemüsebauern

Heute und Morgen

Urbane Goldmine

Abfall aus dicht besiedelten Gebieten enthält Wertstoffe. Absicht der Abfallwirtschaft: Diese Rohstoffe und die Energie wieder nutzbar machen. Dem sogenannten «Urban Mining» liegt der Gedanke zugrunde, dass die Städte, deren Infrastruktur und der Abfall ein Rohstofflager sind. Deshalb verarbeitet die Industrie schon lange Stahl- und Aluminiumschrott zu neuwertigem Metall. Die Baubranche bedient sich des Bauschutts. Mit den unterschiedlichsten rezyklierten Materialien lassen sich neue Produkte wie Verpackungen, Papier, Taschen, Kleider usw. kreieren. Hochschulforscher, Entwicklungsabteilungen von Unternehmen und Verwaltungen erstellen Konzepte und Technologien für die zukünftige Nutzung von Abfällen. Besser abgebaut werden sollen Materialien und

Fritz und Markus Meier ein Gewächshaus. Dadurch sparen sie über zwei Million Liter Heizöl pro Jahr. Gleichzeitig betreibt die KEZO mit dieser Abwärme die Gebäudeheizung und bereitet das warme Wasser auf, führt Daniel Böni, Geschäftsführer der KEZO aus. Das verknappte Vorkommen der Metalle löste Preisschwankungen im Handel aus. Dies steigerte das Interesse an der Rückgewinnung der Metalle aus dem Abfall. Eine Möglichkeit dafür bietet die Ausbeutung der Schlacke. Bei der Verbrennung von Abfall entstehen Asche und feuchte Schlacke. Letztere wird während sechs bis zwölf Wochen gemischt, umgeschichtet und getrocknet. Daraus werden dann Metalle mit starken Magneten separiert. Die metallischen und mineralischen Wertstoffe schliessen unter anderem Aluminium und Edelmetalle ein. Phosphor zählt zu den begrenzten und unersetzlichen Rohstoffen. Denn in der Schweiz und in Europa befinden sich keine beziehungsweise kaum natürliche Quellen. Forschungsprojekte zeigten, dass der schweizweit benötigte Phosphor mittelfristig aus dem Klärschlamm gewonnen werden könnte.

Nicht einfach Müll, sondern ein Rohstoff mit viel Potenzial.

Bei teuren Gegenständen lohnt sich der Gang in die Reparaturwerkstätte wieder. Zunehmend werden nämlich ökonomische Anreize geschaffen, um die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Ein anderer Ansatz nennt sich «Cradle to Cradle»: Alles was hergestellt wird, sollte gemäss diesem Ansatz zu hundert Prozent wiederverwertet werden. Sowohl die technischen als auch die organischen Nährstoffe bleiben auf diese Weise im Kreislauf. Praktiziert wird diese industrielle Symbiose seit über zwanzig Jahren vorwiegend in Dänemark und Japan. Die einen Unternehmen produzieren Abfälle und andere verwenden sie als Rohstoffe. Oder die Wissenschaftsdisziplin «Bionik» liefert naturnahe Lösungen: Gebaut wurde der Eiffelturm nach dem Vorbild der Natur, mit so wenig Material als möglich. Vermehrt wird auch mit den Ressourcen bei der Produktentwicklung schonend umgegangen und die Abfälle generell reduziert. «Durch die steigenden Energieund Ressourcenpreise ergibt «Design for the Environment» – umweltgerecht gestaltet – sehr viel Sinn,» meint Grégoire Meylan vom Institute for Environmental Decisions der ETH Zürich.

Fast alle Getränkebehälter recycliert Im Jahr 2012 wurden gemäss Bundesamt für Umwelt (BAFU)in der Schweiz 93 Prozent der Getränkeverpackungen nach dem Gebrauch wieder verwertet. Die Rücklaufquote bei den Glasflaschen betrug 96 Prozent, bei den PET-Flaschen 81 Prozent und bei den Aludosen 92 Prozent. Damit ist die GesamtRecyclingquote verglichen mit dem Vorjahr (92 Prozent) stabil bis leicht steigend. Dies geht aus der Statistik hervor, die das BAFU diesen September veröffentlicht hat. Dank der Verwertung von Getränkeverpackungen aus Glas, PET und Aluminium können Energie und natürliche Ressourcen eingespart werden. Deshalb schreibt die Verordnung über Getränkeverpackungen vor, dass solche Behältnisse gesammelt und rezykliert werden müssen. Werden nicht mindestens 75 Prozent dieser Verpackungen dem Recycling zugeführt, kann der Bund eine Pfandpflicht einführen. Diese Mindestverwertungsquote wurde 2012 erneut deutlich übertroffen. 2012 wurden in der Schweiz rund drei Milliarden Getränkeverpackungen aus Glas, PET oder Aluminium verkauft, d.h. pro Person wurden letztes Jahr rund 370 Getränkeverpackungen, bzw. eine Verpackung pro Tag, verbraucht. Die abgesetzte Gesamtmenge betrug rund 309 000 Tonnen und ging gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent zurück. Dieser Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass die verschiedenen Einweg-Getränkeverpackungen leichter werden. Gegenüber dem Vorjahr deutlich mehr verkauft wurden Aludosen (plus elf Prozent). Diese Entwicklung erklärt sich aus dem vermehrten Konsum von Erfrischungsgetränken, Energydrinks und (Import-)Bieren in Aludosen sowie einer Steigerung des privaten Konsums gegenüber dem Konsum im Gastgewerbe. (smp)

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Future

Nachhaltiges Bauen

Bestehende Gebäude haben dank moderner Umbauten ein gewaltiges Potenzial, um Energie zu sparen und den CO2-Ausstoss zu verringern.

Gebäude sind die Baustellen von heute und morgen Gemäss dem Bundesamt für Energie (BFE) entfallen etwa 50 Prozent des schweizerischen Primärenergieverbrauchs auf Gebäude. Im Detail: Ein Drittel für Heizung, Klimatisierung und Warmwasser, 14 Prozent für Elektrizität und sechs für Herstellung und Unterhalt. Dafür werden Ressourcen beansprucht und die Umwelt belastet. Das Sparpotenzial ist stattlich, wirtschaftlich und bezüglich der CO2-Bilanz interessant. text Claudia Cavadini

Zukünftig muss sich die Schweiz mit Themen auseinandersetzen wie Treibhausgasemission, veränderte Stromlandschaft und vom Ausland abhängige Energieversorgung. Wird der Strom effizienter genutzt, geht die verwendete Menge zurück. Das wiederum ist notwendig, damit der nationale Bedarf grösstenteils mit erneuerbaren Energien gedeckt werden kann. Durch den gezielten Einsatz von thermischer- und

elektrischer Energie in den Gebäuden wird die Wirtschaftlichkeit gesteigert. Mit thermischem Strom wird die Temperatur in den Räumen angehoben oder gesenkt. Für die Effizienz sind folgende thermische oder elektrische Energieformen wichtig: Heizung, Kühlung, Warmwasser, Lüftung, Beleuchtung und Hilfsenergie. Die Gebäude stehen. Ein Teil davon wird weder kurz- noch mittelfristig in Minergie-Gebäude umgebaut. Einerseits verhindern geltende kulturhistorische Vorschriften das Vorhaben. Andererseits dauert es Jahrzehnte schweizweit geschätzte 1,5 Millionen Gebäude zu ersetzen oder umfassend zu erneuern und kostet reichlich Geld. Demzufolge scheint es sinnvoll mit effizienteren Massnahmen die Gebäude nachzurüsten. Dadurch werden der Energieaufwand und die Kosten vermindert, die natürlichen Reserven geschont sowie der CO2-Aussstoss verringert. Intelligente Gebäude helfen beim sparen

Unter dem Strich lohnt sich das Regeln der Heiz- sowie der Kühlsysteme, der Beleuchtung, der Sonnenblenden, der Brandschutz-Sicherheitssystems, der Belüftung- und der Klimaanlage. Mittels Regelungstechnologie

kontrolliert und minimiert Siemens den Energieverbrauch des Standortes in Steinhausen. Dank dem, dass beispielsweise ausschliesslich bei dicker Luft gelüftet oder die Heizung ausgeschaltet wird, wenn keiner im Gebäude ist, wird gut 17 Prozent elektrischer Strom und 50 Prozent Gas eingespart. Dr. Jürgen R. Baumann, Experte für energetische Modernisierung und

» Geheizte Räume

benötigen doppelt so viel Strom wie alle industriellen Prozesse zusammen.

der CO2-Emission um zehn Prozent oder 13 000 Tonnen in einem Jahr. Laut dem BFE benötigen geheizte Räumlichkeiten mehr Strom als der inländische Verkehr oder doppelt so viel wie alle industriellen Prozesse zusammen. Um den CO2-Ausstoss zu verringern, müssen die Neubauten immer höhere Standards erfüllen und Altbauten saniert werden. Der Schweizer Heimatschutz möchte jedoch das Aussehen historischer Gebäude erhalten – das erschwert die Dämmung von aussen. Deshalb bleibt teilweise nur die Dämmung von innen, dies kann problematisch sein. Im Labor mit modernster Elektronik testen Forscher der Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt, Empa an einer Altbauwand neuartige Innenraum-Dämmmaterialien und Sanierungsmethoden. Zement & Co.

Energiedienstleistungen, Siemens Schweiz AG erklärt: «Sinnvoll ist es gerade so viel Energie zu brauchen wie nötig. Das bedeutet zum Beispiel, das Licht zu löschen, wenn sich niemand im Raum aufhält.» Hinsichtlich eines haushälterischen Umgangs mit Strom werden 1000 Gebäude des Real Estate Asset Managements der Credit Suisse überwacht. Ziel dabei: Reduzieren

Vermindert werden mit einem Thermodynamik-Programm und einer Datenbank die sechs bis acht Prozent der CO2-Emission, die beim Herstellen von Zement verursacht wird. Möglich wird dies, durch das Verkleinern des Carbonanteils im Ausgangsmaterial. Am Computer werden x-beliebige Mischungen virtuell hergestellt und deren Beschaffenheit im Voraus berechnet. So entsteht für jedes Bauprojekt die passende

Zementmischung. Im Mittelpunkt bei der Entwicklung von Werkstoffen steht ein reduzierter Ressourcenverbrauch. Für diesen Zweck werden Materialien mit einem geringen Anteil an Kalkstein, mit verbesserten Eigenschaften oder recycelte Baustoffe eingesetzt. Beton als möglicher Wärmespeicher der Zukunft

Beton könnte als saisonaler Wärmespeicher dienen. Wie das? Verwendet wird ein Spezialbeton, der eine grosse Menge des Minerals Ettringit enthält. Dieser Beton wird im Sommer mit Solarenergie auf über 80 Grad Celsius erwärmt. Darauf gibt der Ettringit Wasserdampf ab. Im Winter wird dem dehydrierten Mineral Wasser zugeführt. Der Ettringit nimmt es auf. Wärme setzt sich frei. Damit könnte ein derartiger, mit Heizschlangen durchzogener Betonblock ein Haus heizen. Ein anderer Wissenschaftler der Empa arbeitet an einem Sorptionsspeicher. Mit Wärme aus Sonnenkollektoren wird dem Sorptionsmittel Natronlauge Wasser ausgetrieben. Dieses wird gespeichert, im Winter mit Umgebungswärme verdampft und zur Natronlauge geleitet. Das erzeugt Wärme. Auf diese Weise hält ein sieben Kubikmeter grosser Speicher ein Einfamilienhaus zwölf Monate warm und versorgt es mit Warmwasser.

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Sanierung in der Industrie

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Ov erv iew

Grosses Sparpotenzial bei Industriebauten Die Erhöhung der Energieeffizienz ist ein Schlüsselelement auf dem anspruchsvollen Weg zur Energiewende. Gebäude verbrauchen fast die Hälfte der gesamten Energie. Es lohnt sich darum, die Energieeffizienz von Gebäuden zu verbessern – auf allen Ebenen. Insbesondere im Industriebereich sind die Einsparpotenziale gewaltig.

Doch wie kann das sein? In der Praxis zeige sich, dass bestehende Potenziale von den Unternehmen oft schlicht nicht erkannt werden. «Häufig möchten

» Energie, die heute

oft verpufft, kann man effizient einsetzen.

text Matthias Mehl

Je älter ein Haus, desto schlimmer. So fasst Bruno Hagger, Leiter Business Development der Cofely AG, die Sachlage zusammen. «Gebäude aus den 50er- bis 70er-Jahren sind vom Energiestandpunkt her sehr schlecht.» Und umso mehr muss getan werden, damit die Energiebilanz auf einen annehmbaren oder guten Stand gelangt. Wie lässt sich das bewerkstelligen? «Die Palette an Massnahmen ist sehr breit», erklärt Patrick Sprecher, Leiter Energieoptimierung. Zum Beispiel könne man die Installation einer neuen Heizung mit einer verbesserten Dämmung kombinieren. «Nachdem die Isolation aufgebessert wurde, kann man etwa eine moderne Wärmepumpe installieren», führt Sprecher aus. Eine weitere Möglichkeit stellt die Gebäudeautomation dar: Regulierung und Steuerung von Prozessen im Haus lassen sich dadurch einfach überwachen und beeinflussen. Generell spüre man, dass immer mehr Hausbesitzer sensibilisiert sind für die Themen «Energieeffizienz» und «CO2-Ausstoss».

Unternehmen ein akutes Problem sofort gelöst haben, ohne darüber nachzudenken, dass vielleicht mit einem ganzheitlichen Ansatz mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden könnten.» In vielen Fällen sei etwa die Steuerung nicht mehr an die veränderten Abläufe angepasst worden. «Das wirkt sich stark auf die Energieeffizienz eines Gesamtsystems aus», erklärt Hagger.

In den meisten Fällen hilft darum ein ganzheitlicher Ansatz zu klären, ob eine Sanierung und/oder eine Betriebsoptimierung möglich sind. Vielfach fehle es auch an Wissen über die Zusammenhänge zwischen Produktionsenergie und Energie für die Infrastruktur. «Denn gerade hier bestehen viele effektive Möglichkeiten zur Energieoptimierung.» So lasse sich beispielswiese die Abwärme aus industriellen Prozessen zum Heizen nutzen, oder Sprinklerbecken können als Speicher verwendet werden. «Es gibt viele Arten, um Energie, die heute oftmals einfach verpufft, effizienter einzusetzen», betont Hagger. Bei der Beratung geht es aber nicht nur um ökologische, sondern auch ökonomische Überlegungen. Entscheidend sei, dass Kunden realisieren, dass man eine langfristige Investition tätigt, die sich nicht innerhalb der gewohnten drei Jahre amortisiert. In einem längeren Zeitraum rechen sich Investitionen in Energieeffizienz aber deutlich. Cofely hilft Unternehmen aus diesem Grund

Druck der behörden

Auch Bund und Kantone haben sich der Energieeffizienz verpflichtet. Das hat direkte Auswirkungen auf die Industrie: Mit dem Vollzug des Grossverbraucherartikels in den Kantonen müssen viele Unternehmen ihre Energie-Effizienz Schritt für Schritt verbessern. Die Grossverbaucher müssen beispielsweise eine Energieanalyse durchführen und können daraufhin zu Sparmassnahmen verpflichtet werden, heisst es bei der Zürcher Baudirektion. Das Ziel der Grossverbaucher-Vereinbarung sei die Steigerung der Energieeffizienz über einen Zeitraum von zehn bis 20 Jahren. «Wir geben Firmen die richtigen Instrumente in die Hand, um ihre CO2-Bilanz zu verbessern und die behördlichen Anforderungen zu erfüllen», erklärt Bruno Hagger. Generell sei es eine herausfordernde, aber auch sehr befriedigende Tätigkeit, die Potenziale der Industrie im Bereich Energie-Effizienz zu erschliessen. «Denn am Schluss sind alle Sieger.» Bestehendes sinnvoll verbinden

Die Herausforderungen der Industrie

Industriebetriebe, die einen Grossteil der Kunden von Cofely ausmachen, sind mit zusätzlichen Energie-Herausforderungen konfrontiert: Die Komplexität der Zusammenhänge ist um ein vielfaches höher als bei Wohnbauten. «Zahlreiche Studien sowie unsere eignen Erfahrungen zeigen dann auch, dass ein erheblicher Teil der vorhandenen wirtschaftlichen Energiesparpotenziale in industriellen Betrieben nicht genutzt wird», führt Bruno Hagger aus. Dabei könnten in beinah jedem Betrieb Einsparungen von bis zu 30 Prozent erzielt werden. «Hier liegt ein riesiges Potenzial brach – das wollen wir ändern.»

auch bei der Finanzierung. Eine interessante Variante ist das Einspar- Contracting: Der Kunde bezahlt dabei über die eingesparten Energiekosten die Investitionen von Cofely zurück. «Voraussetzung ist allerdings, dass wir die Sanierung selbst vornehmen und dazu ein Energiemanagement-System installieren, das den Verbrauch online misst und wertvolle Informationen über das System-und Energieverhalten liefert», sagt Hagger. Somit könne präventiv eingegriffen werden, bevor die Kosten aus dem Ruder laufen

In Betrieben lässt sich mit den richtigen Mitteln sehr viel Energie sparen.

Privathäuser, Gewerbe- und Industriebauten energieeffizient zu machen, ist entscheidend, um die Energiewende einzuleiten. Noch einen grossen Schritt weiter kommt man, indem man Häuser, Gewerbe und Industrie intelligent vernetzt. Eine mögliche Lösung ist der «Energie-Ring» – ein Projekt, welches Cofely in der Gemeinde Küssnacht am Rigi vorantreibt. Dabei wird die lokal vorhandene Energie wie Sonnenenergie, Abwärme aus Industriebetrieben oder Seewasser in einen Wärme-, bzw. einen Kältekreislauf eingespiesen. Dann wird sie dorthin gebracht, wo sie zum kühlen oder heizen genutzt werden kann. Das Ziel: Haushalte, Gewerbe sowie die Industrie sollen durch den EnergieRing umweltfreundliche Energie zum Heizen und Kühlen erhalten.

Wie funktioniert eigentlich... Wasserkraft? Genauer: Wie funtkionieren Wasserrkaftwerke und welchen Ertrag bringen Sie? Gemäss dem Bundesamt für Umwelt bietet dank die Schweiz ihrer Topographie und hohen durchschnittlichen Niederschlagsmengen ideale Bedingungen für die Wasserkraftnutzung. Nachdem gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Ausbau der Wasserkraftnutzung begonnen hatte, setzte zwischen 1945 und 1970 eine eigentliche Blütezeit ein, während der im Unterland zahlreiche neue Laufkraftwerke und auch die grössten Speicheranlagen erstellt wurden. Noch zu Beginn der 1970-er Jahre stammten auf der Basis der mittleren Produktionserwartung fast 90 Prozent der inländischen Stromproduktion aus Wasserkraft. Dieser Anteil nahm durch die Inbetriebnahme der schweizerischen Kernkraftwerke bis 1985 auf rund 60 Prozent ab und liegt heute bei rund 56 Prozent. Nach wie vor ist die Wasserkraft damit unsere wichtigste einheimische Quelle erneuerbarer Energie. Der Wasserkraftwerkspark der Schweiz besteht heute aus 556 Zentralen (Kraftwerke mit einer Leistung von mindestens 300 kW), welche pro Jahr durchschnittlich rund 35 830 Gigawattstunden (GWh) Strom produzieren. Davon werden rund 47 Prozent in Laufwasserkraftwerken, 49 Prozent in Speicherkraftwerken und rund vier Prozent in Pumpspeicherkraftwerken erzeugt. Die Wasserkraftnutzung hat ein Marktvolumen von gegen zwei Milliarden Franken (bei 5 Rp./ kWh ab Werk) und stellt somit einen wichtigen Zweig der schweizerischen Energiewirtschaft dar. Der Bund will die Wasserkraftnutzung in Zukunft mit verschiedenen Massnahmen verstärkt fördern. Bestehende Werke sollen erneuert und unter Berücksichtigung der ökologischen Anforderungen ausgebaut werden. Quelle und mehr Informationen: bfe.admin.ch. (smp)

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Gastbeitrag

Sonnenenergie

Die zunehmende Verbreitung von Solaranlagen ist positiv. Im öffentlichen Diskurs wird aber noch zu stark auf Strom fokussiert – ein grosses Potenzial hat auch die Solarwärme.

Politik räumt der Sonne Steine aus dem Weg Fallende Kosten, verbesserte Rahmenbedingungen, eine vereinfachte Bewilligungspraxis dank dem neuen Raumplanungsgesetz und eine schnellere Vergabe von Fördermitteln. Die Schweizer Politik macht den Weg frei für die Solarenergie. text Martina Rychen, Swissolar

Die Sonne liefert der Schweiz jährlich kostenfrei 220-mal mehr Energie als wir brauchen. Auf den gesamten Globus betrachtet ist es das 5000fache des derzeitigen Weltenergiebedarfs. Doch dies ist bei weitem nicht der einzige Grund warum die weltweite Produktion von Solarenergie stetig anwächst. Zukunftsweisende Technologie

Der technologische Fortschritt der letzten Jahre, vor allem im Bereich Solarstrom, war bedeutend. Wer heute auf eine nachhaltige Stromproduktion wechseln will, tut gut daran, auf Photovoltaik zu setzen. Die heutigen Solarzellen sind äusserst effizient und die Preise sind dank dem Eintritt in den Massenmarkt in den letzten fünf Jahren um zwei Drittel gesunken. Eine Solaranlage ist wartungsarm und

erntet während mehr als 30 Jahren die Sonnenergie für den eigenen Haushalt. Ab April 2014 wird der Eigenverbrauch gesetzlich so geregelt sein, dass ein zeitgleicher Verbrauch des auf dem Dach produzierten Stroms möglich ist. Die Technologie zur Nutzung der Sonnenenergie erschliesst neue Bereiche und wird laufend vorangetrieben. Gerade im Bereich der Speicherung von Energie – sei es Strom oder Wärme – werden die nächsten Jahre noch viele Weiterentwicklungen auf den Markt bringen. Schon heute lässt sich der im Tagesverlauf überschüssig produzierte Solarstrom in einer Batterie speichern und abends wieder abrufen. Wird keine Batterie oder andere Speichermöglichkeit eingesetzt, so kann der nicht selbst verbrauchte Überschuss gegen eine Vergütung ins Netz eingespiesen werden.

Die Branche verzeichnet weltweit jedoch nach wie vor ein beachtliches Wachstum wobei an der Spitze nun die europäischen Länder von den asiatischen abgelöst werden. Vielseitig einsetzbare Solarenergie

Die Diskussionen um Solarenergie fokussieren sich zurzeit stark auf Solarstrom, wobei andere attraktive Anwendungsarten von Solarenergien ein Schattendasein fristen. Der Energiebedarf in der Schweiz wird nur zu 30Prozent von Strom abgedeckt. Rund die Hälfte ist auf den Wärmeenergiebedarf zu-

» Behörden und Firmen

Vom Boom zur Konsolidierung

müssen am gleichen Strick ziehen.

Die Schlagzeilen über die ums Überleben kämpfenden Hersteller von Solarmodulen zeichnen momentan ein düsteres Bild der Branche in Europa. Betrachtet man diese Entwicklung aus einem grösseren Blickwinkel, sind sie als Konsolidierungen eines jungen und stark aufstrebenden Marktes zu deuten. Ähnlich wie bei der Dotcom-Blase anfangs 2000er Jahre werden nun nach überzogenen Erwartungen Überkapazitäten abgebaut und die Geschwindigkeit des Wachstums gedrosselt.

rückzuführen. Auch hier hat die Solartechnologie mit der Solarwärme eine passende Antwort auf steigende Kosten für fossile Brennstoffe. Mit nur fünf Quadratmetern auf dem Dach eines Einfamilienhauses beispielsweise, können die Bewohner rund 70% des jährlichen Warmwasserbedarfs abdecken. Vergrössert man die Kollektorfläche, lässt sich zusätzlich ein Teil des Heizenergiebedarfs decken. Die Einsparungen an Heizöl

oder Erdgas sind beträchtlich und auch bei Solarwärmeanalgen liefert die Sonne die Energie während mehr als 30 Jahren kostenfrei ins Haus, beziehungsweise in die Dusche oder in die Heizkörper. Das Gefühl, die Wärme des eigenen Daches nutzen zu können und dabei grosse Mengen von CO2Ausstoss einzusparen, ist kaum zu beziffern. Die Unabhängigkeit von den volatilen Preisen der fossilen Energieträger jedoch schon. Spanische Sonnenverhältnisse in der Schweiz

Auch wenn wir in der Schweiz lieber mehr Sonnenschein hätten – die Sonne liefert uns viel Energie. Die durchschnittliche Sonneneinstrahlung liegt bei rund 1 100 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter und Jahr. Die höher gelegenen Gebiete erreichen sogar Werte über 1 400 kWh. Damit liegt die Schweiz bezüglich der Nutzungsmöglichkeiten von Sonnenenergie nahe bei Spanien und anderen Mittelmeerländern. Die Berge bieten jedoch auch noch andere Vorteile: Dank grossen Speicherseen und Laufwasserkraftwerken ist die Schweiz bestens gerüstet, um auch in den sonnenärmeren Monaten nicht auf nukleare oder fossile Energieträger zurückgreifen zu müssen. Dies jedoch nur, wenn Politik und Behörden weiterhin am gleichen Strick ziehen und den Ausbau von erneuerbaren Energien fördern. Fördern bedeutet jedoch nicht nur mit finanziellen

Mitteln, sondern auch mit vereinfachten und schnelleren Bewilligungsverfahren. In der diesjährigen Sommersession haben National- und Ständerat mit der sogenannten «Energiewende light» einen bedeutenden Schritt in diese Richtung gemacht. Die ewig langen Wartelisten für Fördermittel von Solarstrom können 2014 stark abgebaut werden. Das neue Raumplanungsgesetz erlaubt ab 2014 in fast allen Gebieten der Schweiz den Bau von Solaranlagen ohne Baubewilligung. Der schweizerische Fachverband für Sonnenenergie Swissolar verfolgt intensiv weitere Erleichterungen für die Nutzung der Solarenergie. Besser dezentral und erneuerbar als belastend und riskant

Die zukünftige Energieversorgung der Schweiz gewinnt viele Vorteile wenn sie dezentral und erneuerbar aufgebaut ist. Die heutigen Preise nuklearer und fossiler Energie decken die Langzeitkosten, die diese Energieträger verursachen, nicht. Die Preisentwicklung dieser Energien mag schwer vorhersehbar sein. Die Anhäufung von Risiken und Langzeitschäden ist jedoch klar ersichtlich. Ein rascher Atomausstieg ohne den Ausbau fossiler Energieressourcen ermöglicht den kommenden Generationen, Lösungen für Probleme zu finden, die wir heute verursachen. Der Ausbau von Solarenergie in der Schweiz ist einer der richtigen und wichtigen Schritte dazu.

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