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Die Neurowissenschaftlerin und Autorin gibt im Interview einen Einblick, wie unser Hirn funktioniert und wie wir es unterstützen können.

Faszinierender Familienausflug in den Walter Zoo in Gossau SG
Dr. med. Thomas Steffen
Was wäre, wenn Gesundheit nicht erst dann wichtig würde, wenn sie ins Wanken gerät? Im Alltag erscheint sie oft selbstverständlich – bis eine Krankheit, eine Krise, anhaltender Stress oder der schwierige Einstieg in eine neue Lebensphase spürbar machen, wie sehr Gesundheit unsere Lebensqualität prägt. Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Sie bedeutet auch Lebensenergie, Teilhabe, psychische und körperliche Stärke und die Fähigkeit, den Alltag selbstbestimmt zu gestalten.
Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Gesundheit als körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden und nicht nur als Fehlen von Krankheit oder Gebrechen. Diesen Idealzustand erreicht kaum jemand dauerhaft. Und doch erleben sich viele Menschen als gesund, wenn sie über genügend Ressourcen verfügen, um mit Belastungen umzugehen, Beziehungen zu pflegen, sich zu erholen und ihre Lebensumstände aktiv mitzugestalten.
Gesundheit ist deshalb kein fixer Zustand, sondern ein lebenslanger Prozess. Sie verändert sich von der Kindheit bis ins hohe Alter. Was in jungen Jahren stärkt, kann später ergänzt oder neu gewichtet werden: Bewegung, Ernährung, Schlaf, soziale Kontakte, psychische Balance, sinnvolle Tätigkeit, aber auch gute medizinische Versorgung. Individuelle Entscheidungen zur Stärkung der eigenen Gesundheit sind wichtig, aber sie entstehen nicht im luftleeren Raum. Bildung, Einkommen, Arbeitsbedingungen, Wohnumfeld, Umweltqualität und soziale Unterstützung beeinflussen wesentlich, wie gesund Menschen leben können.
Gerade heute braucht Gesundheit Orientierung. Noch nie waren Gesundheitsinformationen so

Gesundheit lässt sich nicht einmal erreichen und dann abhaken. Sie verlangt Aufmerksamkeit, Anpassung und manchmal neue Wege.
leicht verfügbar – und gleichzeitig so schwer einzuordnen. Zwischen seriösen Empfehlungen, persönlichen Erfahrungsberichten, Werbung und
widersprüchlichen Botschaften wird Gesundheitskompetenz zu einer Schlüsselressource. Menschen sollen Informationen finden, verstehen, prüfen und für ihren Alltag aktiv nutzen können. Das ist eine Aufgabe für jede einzelne Person, aber auch für Fachpersonen, Institutionen, Medien und Politik. Besonders deutlich zeigt sich dies bei der mentalen Gesundheit. Psychische Belastungen sind keine Randthemen mehr. Stress, Einsamkeit, Schlafprobleme, digitale Dauerreize oder Unsicherheit im Berufs- und Familienalltag wirken sich direkt auf Wohlbefinden und körperliche Gesundheit aus. Gesundheitsförderung bedeutet deshalb auch, Erholung zu ermöglichen, Resilienz zu stärken, soziale Netze zu fördern und rechtzeitig Unterstützung zugänglich zu machen.
Auch Krankheit gehört zum Leben. Entscheidend ist nicht nur die Diagnose, sondern auch, welche Unterstützung Menschen erhalten und wie gut sie mit Einschränkungen leben können. Eine gute Gesundheitsversorgung, Prävention und Rehabilitation, verständliche Information und ein respektvoller Umgang tragen dazu bei, Lebensqualität auch in schwierigen Phasen zu erhalten.
Gesundheit lässt sich nicht einmal erreichen und dann abhaken. Sie verlangt Aufmerksamkeit, Anpassung und manchmal neue Wege. Es lohnt sich also, immer wieder den Blick zu weiten: auf den eigenen Alltag, auf das Umfeld, auf mentale und körperliche Gesundheit – und auf die vielen Möglichkeiten, Gesundheit in jeder Lebensphase zu stärken.
Text Dr. med. Thomas Steffen, MPH, Facharzt für Prävention und Public Health, Präsident Public Health Schweiz

Lesen Sie mehr. 06 Psychische Gesundheit
07 Erholung und Schlaf
08 Gastartikel: SGE 10 Interview: Barbara Studer 12 Bewegung und Sport 14 Porträt: Kate Hudson
16 Gastartikel: Gesundheitsförderung Schweiz 18 Reisen und Tourismus 20 Vorsorge
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Projektleitung
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CCO
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Produktionsleitung
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Die heutige Generation 50 plus ist aktiver, neugieriger und bewusster denn je. Ob Reisen, neue Sprachen, Sport oder berufliche Projekte: Die zweite Lebenshälfte wird zunehmend zur gestaltbaren Lebensphase statt zum Rückzug. Gleichzeitig wächst das Gesundheitsbewusstsein, von Ernährung über Bewegung bis hin zur Prävention. Doch der moderne Lebensstil bringt auch neue Herausforderungen mit sich. Wie gelingt es, in dieser Lebensphase gesund, vital und selbstbestimmt zu bleiben?

Das Bild der Grossmutter, die strickend auf dem Kachelofen sitzt, hat mit den heutigen Best Agern nicht mehr viel gemeinsam. Menschen dieser Generation sind aktiv, lernen Salsa, Arabisch, stehen mitten im Berufsleben und entdecken mit Freude neue Länder und Kontinente. Und zwar möglichst alles auf einmal. Die zweite Lebenshälfte ist längst kein Rückzug mehr, sie ist für die meisten Menschen eine bewusst gestaltbare Phase.
In vielen Bereichen leben Menschen über 50 heute bewusster als frühere Generationen im gleichen Alter. Sie verfügen über mehr Gesundheitswissen, betreiben mehr Sport, gehen regelmässig zu Vorsorgeuntersuchungen und ernähren sich bewusster. Gleichzeitig gibt es aber auch Entwicklungen, die dagegenwirken wie sitzende Tätigkeiten und digitale Medien, bessere Verfügbarkeit hoch verarbeiteter Lebensmittel oder Dauerstress wegen der ständigen Erreichbarkeit. Man könnte sagen: Früher lebten viele Menschen unbewusst gesünder, weil ihr Alltag mehr Bewegung erforderte. Heute leben viele Menschen bewusst gesünder, müssen dafür aber aktiv Entscheidungen treffen. Auffällig ist, dass viele Menschen zwischen 50 und 70 einen Wendepunkt erleben: Die Kinder sind erwachsen, beruflich besteht oft mehr Stabilität und die Gesundheit wird wichtiger als Karriere oder Status. Dadurch entsteht bei vielen die Motivation, Ernährung, Fitness, Schlaf und Stressmanagement gezielt zu verbessern.
Prävention als Schlüssel Wissenschaftliche Studien zeigen: Wie wir altern, hängt nur zu einem kleinen Teil vom Zufall und den Genen ab. Vielmehr können wir eine Menge dafür tun, dass wir im Alter fit, gesund und aktiv sind und auch bleiben. Der Fokus verschiebt sich also vom Behandeln von Krankheiten zur Prävention. Dass diese nicht erst mit 50 beginnen sollte, versteht sich von selbst. Andererseits: besser spät als nie.
Soziale Kontakte halten jung
Bewegung, Ernährung, Schlaf, aber auch unsere sozialen Kontakte haben einen Einfluss darauf, wie wir altern. Ein intaktes soziales Netz ist ab 50 besonders wichtig. Denn jetzt ziehen die Kinder
In vielen Bereichen leben Menschen über 50 heute bewusster als frühere Generationen im gleichen Alter.
aus, das berufliche Umfeld verkleinert sich durch die Pensionierung und manche müssen auch mit dem Verlust des Partners oder der Partnerin fertigwerden. Das Risiko für soziale Isolation steigt und damit dasjenige von Herzkrankheiten, Depressionen und Demenz. Freundschaften sollte man deshalb bewusst pflegen und sich für sie Zeit nehmen. Regelmässige Treffen, auch wenn sie sich auf einen gemeinsamen Kaffee beschränken, sind dabei wertvoller als seltene, wenn auch längere. Rituale schaffen hier Stabilität: wöchentliche Spaziergänge, gemeinsame Hobbys oder Vereinsabende sorgen für lebendige Kontakte.
Sport sorgt für gute Laune
Bewegung ist einer der stärksten Schutzfaktoren im Alter. Wer sich körperlich betätigt, senkt das Risiko für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselprobleme und steigert die Mobilität im Alltag. Bewegung erhält die Muskelkraft und fördert die Stabilität, verbessert das Gleichgewicht und reduziert das Sturzrisiko, wirkt sich positiv auf die Stimmung und die mentale Gesundheit aus und fördert die Selbstständigkeit. Dabei ist es nicht wichtig, sich total zu verausgaben, sondern moderat, aber regelmässig zu trainieren.
Zügiges Spazieren, Velofahren und Krafttraining zeigen gute messbare Effekte. Beim Krafttraining gilt: Einmal die Woche erhält die Muskelmasse, ab zweimal wird sie gesteigert. Es braucht also gar nicht so viel. Beim Sport werden zudem Endorphine freigesetzt, was die Stimmung nachweislich hebt. Wem es schwerfällt, sich allein zu bewegen, verabredet sich am besten mit einer Freundin oder einem Freund. Positiver Nebeneffekt: Man pflegt gleichzeitig die sozialen
Wer beim Eiweiss genau hinschaut, kann in der Regel auf Proteinpulver verzichten. Proteinpulver kann aber praktisch sein, wenn der Appetit gering ist, das Kauen schwerfällt oder nach dem Training schnell Protein verfügbar sein soll.
Kontakte. Ausserdem: Wer konsequent 7000 bis 10 000 Schritte pro Tag geht, tut viel für seine Gesundheit. Ein 10- bis 15-minütiger Spaziergang nach dem Essen kann sogar die Blutzuckerwerte verbessern. Gemüse first Apropos Blutzucker: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für erhöhten Blutzucker und damit für Diabetes Typ 2, Herzinfarkt und Schlaganfall. Ausserdem können Blutzuckerschwankungen zu Müdigkeit, Konzentrationsproblemen und Heisshunger führen. Abgesehen von gesunder Ernährung und regelmässiger Bewegung hilft dieser Trick: Gemüse und Salat immer zuerst essen. Wenn Gemüse zuerst gegessen wird, gelangt die Nahrung langsamer aus dem Magen in den Dünndarm, die Kohlenhydrate werden langsamer verdaut, die Glukose wird langsamer ins Blut aufgenommen und die Bauchspeicheldrüse muss weniger Insulin auf einmal ausschütten. Dadurch entstehen kleinere Blutzuckerspitzen nach dem Essen.
Protein gehört in den Menüplan Viele Menschen über 50 essen zu wenig Eiweiss. Dabei sollten es für diese Altersgruppe 1,2 bis 1,6 Gramm pro Kilo Körpergewicht sein. Um ein Händchen für die tägliche Proteinmenge zu bekommen, lohnt es sich, eine Woche lang die Proteinquellen zu notieren. Das Eiweiss sollte nicht nur Beilage sein, sondern ein zentraler Bestandteil der Mahlzeit. Viele Menschen in dieser Altersgruppe essen gerade zum Abendessen Brot, Aufschnitt und Käse. Bei diesem Menü auf genügend Eiweiss zu kommen, ist allerdings schwierig. Proteinreicher wirds mit Hüttenkäse, einem hart gekochten Ei, Lachs, Thunfisch und Skyr oder Quark als Dessert. Wer beim Eiweiss genau hinschaut, kann in der Regel auf Proteinpulver verzichten. Proteinpulver kann aber praktisch sein, wenn der Appetit gering ist, das Kauen schwerfällt oder nach dem Training schnell Protein verfügbar sein soll. Dann können Produkte auf Basis von Molke, Milch oder Erbsenprotein eine unkomplizierte Ergänzung sein.
Text Sybille Brütsch-Prévôt

Die Kusnacht Practice ist das weltweit führende private Behandlungszentrum für psychische Gesundheit und Suchterkrankungen in Zürich.
Unter der Leitung von CEO und Chairman Eduardo Greghi ist über beinahe zwei Jahrzehnte hinweg ein Ort entstanden, der in seiner Exklusivität weltweit seinesgleichen sucht. Eine Betreuung, die auf jeden Menschen einzeln zugeschnitten wird. Diskretion, die keine Ausnahmen macht. Beides prägt jede Behandlung.
Kusnacht Practice bietet hochgradig individuelle Programme, getragen von interdisziplinärer klinischer Expertise, sorgfältiger Diagnostik und einer medizinischen Versorgung, die alles unter einem Dach vereint. Dazu kommen Privatsphäre, gelebte Gastfreundschaft und ein «Continuing Care Program», das weit über den Aufenthalt hinausreicht. Im Mittelpunkt steht stets der einzelne Mensch. Wissenschaftlich fundierte Behandlung verbindet sich mit Diskretion und einer Begleitung, die auch dann bleibt, wenn die eigentliche Behandlung längst abgeschlossen ist.
In enger Zusammenarbeit mit jede:r Klient:in entstehen Behandlungspläne, die ganz auf die persönliche Situation zugeschnitten sind –gestützt auf fundiertes medizinisches Wissen, sorgfältiger Diagnostik und ein Vertrauensverhältnis, das trägt. Ein Team führender Fachleute verbindet moderne Behandlung der psychischen Gesundheit mit körperlicher Erholung und ganzheitlicher Unterstützung. Jedes Detail dient einem Ziel: nicht nur länger zu leben, sondern erfüllter.
Der Vier-Säulen Ansatz
Psychische Gesundheit & Sucht – Psychiater:innen und Psychotherapeut:innen begleiten jede:n Klient:in auf Augenhöhe und entwickeln individuelle Behandlungspläne, die Stabilität, Klarheit und einen echten Neuanfang ermöglichen.
«Precision Medicine» mit der BIO-R® Methode – Die Biomolecular Restoration ist ein wegweisender, eigens entwickelter Ansatz der «Precision Medicine». Er definiert neu, was es heisst, sich in bester Verfassung zu fühlen. Über die reine «Longevity» hinaus stellt er die optimale Funktion des Körpers auf biomolekularer Ebene wieder her.
Innere Medizin – Körper und Psyche lassen sich nicht voneinander trennen. In diesem Bewusstsein führen die Fachleute umfassende Abklärungen durch, um zugrunde liegende körperliche Ursachen zu erkennen und zu behandeln – von chronischen Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck bis hin zu feinen körperlichen Ungleichgewichten.
Hospitality – An der Goldküste gelegen, eröffnen die Villen einen atemberaubenden Blick auf den Zürichsee. Mit viel Bedacht gestaltet, schaffen sie eine Atmosphäre der Ruhe, der Geborgenheit und vollkommener Diskretion. Eine aufmerksame, vorausschauende Betreuung, die sich ganz nach den individuellen Bedürfnissen richtet, sorgt dafür, dass die volle Aufmerksamkeit der Genesung gilt – frei von äusserem Druck, getragen von innerer Gelassenheit.

«Kusnacht Practice» gilt als eine der exklusivsten Adressen für die Behandlung psychischer Beschwerden und Suchterkrankungen.
Im Gespräch erklärt der Chief Medical Officer Dr. med. univ. László Ürögi, warum es dabei um mehr geht als um Luxus und Diskretion, warum Körper und Psyche ganzheitlich behandelt werden und wieso Longevity mehr als ein Trend ist.

Herr Ürögi, «Kusnacht Practice» wird oft als «Klinik der Stars» beschrieben. Wie würden Sie die Klinik in eigenen Worten beschreiben? Der Ausdruck kommt wahrscheinlich daher, dass unsere Leistungen aufgrund ihrer Komplexität und auch mit Blick auf Exklusivität und Diskretion ihren Preis haben. Insbesondere Stars, Politiker:innen und andere öffentliche Personen sind jedoch genau auf diese Diskretion angewiesen. Wir sehen uns aber nicht als «Klinik der Stars», sondern als eine der weltweit führenden Adressen für die Behandlung von komplexen psychischen Erkrankungen und Suchterkrankungen. Der Schwerpunkt liegt in der Behandlung von psychischen Erkrankungen. Wie unterscheidet sich die Klinik gegenüber anderen Institutionen?
Unsere Programme sind für jede Person einzigartig zusammengestellt und massgeschneidert bis zum Äussersten. Wir haben Kundschaft aus Amerika, aus Europa, aus dem Nahen Osten und vielen weiteren Regionen der Welt und passen uns kulturell sowie an die individuellen Bedürfnisse an. Eine wichtige Rolle spielt, abgesehen von der Exklusivität und Diskretion, zudem unser Vier-Säulen-Ansatz: die mentale Gesundheit, Precision-Medicine, innere Medizin und der hohe Hospitality-Standard.
Inwiefern trägt Luxus zur Genesung bei? Wir schaffen ein Umfeld, das ähnlich ist wie das, in dem die Person sonst wohnt, also ein Home-awayfrom-Home-Ansatz. Jede Person wohnt in einer eigenen Villa, ohne jeglichen Kontakt zu anderen Klient:innen. Aber dabei geht es nicht nur um Luxus. Es ist wissenschaftlich belegt, wie wichtig das Umfeld ist: die Atmosphäre, die Farben, die Gestaltung der Räume bis dahin, wie sich die Bettwäsche anfühlt und was der Blick in den Garten bereithält, wirken sich auf den Behandlungserfolg aus.
Wie kann man sich die Säule der Precision-Medicine, auch als Longevity bezeichnet, vorstellen? Bei uns ist die Precision-Medicine oder eben Longevity kein Trend, sondern schon lange fixer Bestandteil unseres Angebotes. Nachdem die «Kusnacht Practice» das Angebot für Suchterkrankungen entwickelt hatte, kam schnell der Functional-Medicine-Ansatz hinzu. Man hat gemerkt, dass die konventionelle Medizin nicht alle Bereiche optimal abdecken kann, die für die Genesung von einer chronischen Krankheit wie Suchterkrankung zum Beispiel erforderlich sind.
Im Bereich der Functional Medicine haben Sie eine eigene Methode entwickelt. Genau. BIO-R ist unser Konzept, das weit über reine Lebensverlängerung hinausgeht. Der Name ist die Abkürzung für «Biomolecular Restoration» und weist darauf hin, dass die komplexe Biologie des Menschen – also Metabolismus, Hormone, Mikronährstoffe, Gene – mitberücksichtigt wird. Die Methode hat zum Ziel, die optimale biomolekulare Funktion wiederherzustellen und damit einerseits die Genesung zu fördern, aber im Endeffekt auch die Lebensqualität so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Wie gelingt es den Klient:innen, über den Klinikaufenthalt hinaus einen gesunden Lifestyle aufrechtzuerhalten? Das ist ein entscheidender Punkt: Ohne dass man sich intensiv mit dem Lebensstil befasst, können keine nachhaltigen Erfolge erzielt werden. Dort spielt der psychologische Aspekt wieder eine grosse Rolle, denn im Endeffekt ist es eine Kopfsache, ob man bereit ist, den eigenen Lebensstil zu ändern. Es ist eine Sache, eine Pille zu schlucken oder ein Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen. Eine andere ist, wirklich zuzuhören, was das ärztliche Personal sagt, und auch bereit zu

Bevor wir ein Burn-out oder eine Depression diagnostizieren, müssen wir untersuchen, welche potenziellen körperlichen Veränderungen in der Physiologie des Menschen vorliegen.
– Dr. med. univ. László Ürögi, Chief Medical Officer
potenziellen körperlichen Veränderungen in der Physiologie des Menschen vorliegen. Ein Beispiel: Eisenmangel, der mit Energiemangel und gedrückter Stimmung einhergeht und darum dringend mitbehandelt werden muss. In der ersten Phase erfolgt also eine ausführliche körperliche Untersuchung plus ein Functional-Medicine-Assessment: hormoneller Status, Mikronährstoffe, Vitamine, toxische Belastung, Darmgesundheit und andere. Das ist entscheidend, denn ein psychisches Problem ist immer ein Zusammenspiel von körperlichen und seelischen Aspekten. Leidet jemand an einer Erschöpfungsdepression oder an einem Burn-out, gibt es immer auch somatische Aspekte, die behandelt werden müssen. Nur so ist die Behandlung effektiv und nachhaltig.
Gilt das auch für die Behandlung von Suchterkrankungen?
sein, die Ernährung, die Bewegung und den Lebensstil zu ändern. Dabei brauchen viele Unterstützung.
Wie sieht diese Unterstützung aus?
Einerseits bringen wir den Personen während ihres Aufenthaltes bei, wie sie die Motivation aufrechterhalten können, auch ausserhalb der Klinik, im echten Leben sozusagen. Wir bereiten unsere Klient:innen sorgsam auf diesen Übergang vor, um vom geschützten Umfeld der Klinik wieder in ihren Alltag mit Familie, Beruf und Herausforderungen zurückzufinden.
Und anderseits?
Was uns als Klinik einzigartig macht, ist das sogenannte «Continuing Care Program». Das heisst, nach sechs oder acht Wochen entlassen wir die Klient:innen nicht einfach so wieder. Wir stellen beispielsweise ein zweijähriges Programm zusammen, das Online-Therapie, Life-Coaching, Sessions bei uns in Zürich, aber auch ganz praktische Dinge wie Unterstützung im Haushalt oder einen Koch beinhaltet. Bei uns hört der Heilungsprozess nicht am Klinikausgang auf.
Die Klinik ist bekannt für die Behandlung komplexer psychischer Erkrankungen. Wie hat sich die Nachfrage in den vergangenen Jahren verändert?
Die Nachfrage ist konstant geblieben, aber wir sehen, dass das Bewusstsein in diesem Bereich viel
grösser geworden ist: Autismus-Spektrum, Hyperaktivitätsstörungen, Burn-out – das sind Themen, die präsenter geworden sind. Das bringt den Vorteil, dass gewisse Symptome früher erkannt werden und man sich früher Hilfe holt. Wir sehen jetzt viel mehr Menschen, die sich nicht erst in einem ausgeprägten Zustand wie einer Erschöpfungsdepression an uns wenden, sondern in einer früheren Phase. Das ermöglicht uns, effektiver zu helfen und dadurch die Behandlungsdauer zu reduzieren.
Wie lange bleiben die Klient:innen im Normalfall in der Klinik? Die meisten bleiben zwischen sechs und acht Wochen. Das liegt auch daran, dass komplexe Problemstellungen komplexe Antworten brauchen. Unser Ziel ist es, ein wirklich gutes Team mit unseren Patient:innen zu werden. Bis wir sie richtig und tiefgreifend beurteilen können, bis wir sie kennen – ihre Persönlichkeit, wie sie ticken, ihre Weltsicht, ihr Verständnis von eigener Gesundheit und Krankheit – braucht zahlreiche Untersuchungen und viel Zeit.
Auch weil stets alle vier Säulen involviert werden?
Genau. Psychiatrie und Psychotherapie funktionieren nur, wenn wir auch die körperlichen Ursachen abklären. Bevor wir ein Burn-out oder eine Depression diagnostizieren, müssen wir untersuchen, welche
Pflegen verschiedene Fachgebiete keinen Austausch und verfolgen kein einheitliches Konzept, werden Frauen häufig Opfer des konventionellen Systems.
– Dr. med. univ. László Ürögi, Chief Medical Officer
Absolut. Als Fachpersonen fokussieren wir nicht nur darauf, was konsumiert wurde und was die direkten Konsequenzen davon sind. Wir müssen einen Schritt zurücktreten und alle Faktoren erkennen, die das Suchtverhalten aufrechterhalten. Bei Suchtproblemen gibt es sehr häufig unterliegende Störungen oder Begleitstörungen wie Depressionen, Angststörungen, ADHD oder ein Trauma. Solange wir diese grundlegenden Störungen nicht behandeln, gibt es keinen langfristigen Erfolg oder Stabilität. Wie wichtig ist der Faktor Zeit? Er ist entscheidend. Wenn die Fachperson unter Zeitdruck ist, nicht richtig zuhört und nicht genug Zeit mit den Patient:innen verbringt, entsteht keine tragfähige Beziehung und es passiert, dass selbst die besten Ansätze und Innovationen nicht greifen. Nur wenn Patient:innen in ihrem individuellen biologischen, psychologischen und kulturellen Wesen verstanden werden, können massgeschneiderte Therapieansätze entwickelt werden. Sie bieten auch Therapien an, die speziell auf Frauengesundheit ausgerichtet sind. Ja, wir haben in unserem klinischen Alltag gesehen, dass Frauen oft unterversorgt werden. Die Frauengesundheit hat eigene Bedürfnisse und eine eigene Individualität. Pflegen verschiedene Fachgebiete keinen Austausch und verfolgen kein einheitliches Konzept, werden Frauen häufig Opfer des konventionellen Systems. Dadurch verpassen sie viel Potenzial, um länger gesund zu bleiben oder Krankheiten zu vermeiden. Ähnlich wie bei psychischen Erkrankungen wird heute mehr über hormonelle Veränderungen wie etwa bei der Menopause gesprochen. Richtig, und Frauen erkennen jetzt das Potenzial. Darum ist es uns ein grosses Anliegen, dort entgegenzukommen und ein klares Angebot machen zu können und die komplexe Biologie des weiblichen Körpers zu berücksichtigen und optimal zu unterstützen.
Auch Jugendliche finden einen Platz in Ihrer Klinik, richtig?
Ja, wir haben ein Kinder- und Jugendprogramm. Das richtet sich an Kinder und Jugendliche, wir hatten schon Patient:innen im Alter von 10 bis 18 Jahren hier, die meistens aufgrund psychischer Probleme zu uns kommen. Dabei wird selbstverständlich nicht nur die junge Person behandelt, sondern es wird die ganze Familie involviert. Wir verfügen über die Infrastruktur und die Fachkräfte und können ganze familiäre Systeme gleichzeitig behandeln. Wir begleiten die Familien über den Klinikaufenthalt hinaus. Bei uns fällt danach niemand ins Leere.
Weitere Informationen unter: kusnachtpractice.com
Immer mehr Menschen in der Schweiz geraten psychisch unter Druck. Doch vielen fällt es schwer, rechtzeitig Hilfe zu holen.
Die Psychotherapeutin Daniela Forrer erklärt, woher das kommt und was man tun kann, bevor es zu viel wird.
Es ist nach 23 Uhr und das Handy leuchtet nach einem hektischen Tag erneut auf. Eine letzte E-Mail, eine letzte Nachricht, ein letzter Blick in die To-do-Liste. Für viele Menschen sind solch stressige Tage keine Ausnahme, sondern Normalzustand. Die Grenzen zwischen Arbeit und Erholung verschwimmen, der Druck steigt und irgendwann merkt man: Der Kopf findet keinen Aus-Knopf mehr. «Psychische Erschöpfung und damit verbundene Erkrankungen betreffen uns alle», ist die Psychotherapeutin Daniela Forrer überzeugt. Gemäss dem Nationalen Gesundheitsbericht von 2025 vom Schweizerischen Gesundheitsobservatorium Obsan ist davon auszugehen, dass in der Schweiz 20 bis 40 Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens einmal die Kriterien einer Depression erfüllen und rund jede vierte Person in ihrem Leben von einer Angststörung betroffen ist. «Diese Zahlen zeigen eindeutig, dass psychische Erkrankungen ein zentrales Gesundheitsthema sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir alle früher oder später mit dem Thema in Kontakt kommen – bei uns selbst oder durch eine nahestehende Person – ist enorm hoch», sagt Forrer.
Digitalisierung ist ein Stressfaktor
Angststörungen, Depressionen und Burn-out sind Begriffe, die noch vor einer Generation kaum bekannt waren, heute aber Teil unserer Realität sind. Was lange als persönliches Versagen galt, wird als eine der grössten Gesundheitsherausforderungen unserer Zeit erkannt. Permanente Erreichbarkeit, Reizüberflutung, Leistungsdruck und globale Belastungen haben die Situation in den letzten Jahren verschärft. «Es ist schwierig zu sagen, welche einzelne Komponente die Zunahme psychischer Belastungen am stärksten vorantreibt», erklärt Daniela Forrer. «Für mich ist es die Kombination aus den verschiedenen gesellschaftlichen Entwicklungen.»
So führt die Digitalisierung an sich nicht unbedingt zu einer Zunahme psychischer Belastungen, kann

jedoch zum Beispiel in Kombination mit Einsamkeit durchaus zu einem Problem werden. «Soziale Kontakte – idealerweise persönliche, spürbare – sind nachweislich wichtig im Umgang mit Veränderungen, Ängsten und herausfordernden Situationen», erklärt Forrer. «Auch die ständige Erreichbarkeit, die mit der Digitalisierung einhergeht, ist ein zusätzlicher Stressfaktor.» Gelingt die Distanzierung und Entspannung im Privatleben nicht, kann dies das psychische Wohlbefinden beeinträchtigen.
Globale Krisen hinterlassen Spuren Hinzu kommt die grosse Anzahl plötzlicher Veränderungen und entscheidender Ereignisse, die in den letzten Jahren unseren Alltag geprägt haben: die Coronapandemie, Kriege in relativer Nähe, künstliche Intelligenz. Solche Herausforderungen können das Grundgefühl der Sicherheit und Unversehrtheit vor allem auch bei jüngeren Menschen ins Wanken bringen, was die Widerstandsfähigkeit im Umgang mit anspruchsvollen Situationen schwächen kann.
Brandreport • Privatklinik Hohenegg
Wie Erschöpfung am Arbeitsplatz entsteht – und was uns schützt.
Stress gehört für viele zum Berufsalltag – in der Pflege ebenso wie auf der Baustelle, im Schulzimmer oder im Grossraumbüro. Doch wann wird aus Belastung eine ernsthafte Erschöpfung? Zwei Fachpersonen der Privatklinik Hohenegg erklären, wie Burn-out entsteht, welche Frühwarnzeichen zählen – und was uns schützt, bevor das System kippt. Wie verbreitet das Thema ist, zeigt der Job-Stress-Index der Gesundheitsförderung Schweiz: Bei rund einem Drittel der Erwerbstätigen übersteigen die beruflichen Belastungen die verfügbaren Ressourcen deutlich, mehr als 30 Prozent fühlen sich emotional erschöpft. Betroffen sind längst nicht nur einzelne Branchen, sondern Büros, Spitäler, Schulhäuser und Baustellen gleichermassen. Engagement, das mit der Zeit zur Falle wird Burn-out beginnt nicht mit Schwäche, sondern mit überdurchschnittlichem Einsatz. Wer sich für seine Arbeit, seine Werte oder ein Ziel engagiert, wird belohnt: mit Anerkennung, Lob, beruflichem Erfolg. Dieses positive Feedback wirkt wie ein Verstärker –wer Lob erhält, legt nach. Kippen kann das System, wenn zwei Faktoren zusammenkommen: eine Arbeitskultur, die Dauerleistung belohnt, und eine persönliche Überinvestition in die eigene Leistung.
Nach dem Modell des Psychotherapeuten Klaus Grawe lassen sich vier psychische Grundbedürfnisse unterscheiden: Selbstwert, Autonomie, Bindung und Genuss. Werden diese über längere Zeit einseitig befriedigt –etwa, wenn nur noch die Arbeit dem Selbstwert dient und andere Bedürfnisse vernachlässigt werden –, gerät das System aus dem Gleichgewicht. Ein typischer Verstärker ist Perfektionismus: «Er ist wie ein Schweizer Taschenmesser, scheinbar für alles gut», beschreibt es Sebastian Haas, stellvertretender Ärztlicher Direktor der Privatklinik Hohenegg. Das Tückische: Das Gefühl von «genug» rückt dabei immer weiter weg.
Schützend wirken dagegen eine hohe Selbstwirksamkeit – das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit –und eine gewisse Unabhängigkeit vom Urteil anderer.
Stressige Zeiten und grössere Herausforderungen gehören zum Leben und können oft gut gemeistert werden, vor allem dann, wenn genügend Ressourcen wie Energie und Unterstützung vorhanden sind. «Solange ein solcher Puffer da ist, sich die Herausforderung bewältigbar anfühlt und die strenge Phase begrenzt ist durch ein absehbares Ende, kann eine Stresssituation grundsätzlich auch produktiv sein», erklärt Forrer. Stellt sich jedoch ein Gefühl der Überforderung ein, nehmen Ängste überhand oder kommen die Gedanken nicht mehr zur Ruhe und kreisen ständig um Probleme, kann das ein Alarmzeichen sein. Auch körperliche Erschöpfung, plötzliche Abnahme von sportlichen Leistungen, Verspannungen, Schlafstörungen, Lustlosigkeit, Wut, Sinnlosigkeitserleben und unerklärliche Traurigkeit können Anzeichen einer psychischen Belastung sein. Die Folgen sind weitreichend: «Sie verschlechtern nicht nur das mentale Wohlbefinden, sondern haben auch einen Einfluss auf körperliche Symptome wie Magen-Darm-Beschwerden,
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Muskelverspannungen und viele mehr», sagt die Psychotherapeutin. Noch immer ein Tabu Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig Hilfe zu holen. Das fällt nicht allen gleich leicht, stellt Daniela Forrer in ihrer Praxis in Uster fest. «Jüngere Menschen scheinen weniger Scham dabei zu empfinden, sich psychologische Unterstützung zu holen und betrachten dies auch weniger als ein Scheitern», erklärt Forrer. «Anders nehme ich das bei Menschen ab etwa 40 Jahren wahr. Dort scheint das Thema Scham und das Gefühl, es nicht aus eigener Kraft bewältigt zu haben, stärker zu sein.» Oft sei das Gefühl stark, es irgendwie alleine zu schaffen, bis es dann wirklich nicht mehr gehe. «Auch die Suche nach einer passenden Fachperson mit Kapazität kann sich nach einer Hürde anfühlen, wenn ohnehin schon keine Energie vorhanden ist.» Resilienz bewusst fördern Verhindern lässt sich eine psychische Erkrankung nicht immer. Aber es gibt Faktoren, die die Resilienz unterstützen können. «Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, sehr herausfordernde Situationen gestärkt zu überstehen», erklärt Forrer. Um resilienter zu werden, kann es helfen, im Alltag die Achtsamkeit zu fördern und das Leben und Erlebte bewusst zu reflektieren: «Das kann stärken, indem man realisiert, dass schwierige Situationen vorbeigehen und dass man schon andere schwierige Situationen überstanden hat.» Laut der Psychotherapeutin hilft es ebenfalls, den Fokus darauf zu legen, was veränderbar ist und dort aktiv zu werden, und gleichzeitig zu üben, Dinge ruhen zu lassen, die unveränderbar sind. Ebenso fördern regelmässiger Schlaf, gesunde Ernährung, Yoga, Tagebuchschreiben und Bewegung in der Natur die mentale Gesundheit. Auch das Pflegen sozialer Kontakte und Freundschaften ist wertvoll, weil das das Wissen stärkt, dass man in einem Krisenfall nicht alleine dasteht.
Text SMA

Ein Burn-out passiert nicht über Nacht. Die Vorstufe zeigt sich durch ständige Erreichbarkeit, Überidentifikation mit der Arbeit und erste Warnzeichen wie Schlafstörungen oder innere Unruhe. Mit der Zeit verschiebt sich das Gleichgewicht weiter: Reizbarkeit, sozialer Rückzug, Konzentrationsprobleme und das Gefühl, nur noch zu funktionieren.
Was uns schützt
Ein wichtiger Schutzfaktor ist eine ausgewogene Work-Life-Balance, in der Forschung auch «Life Domain Balance» genannt. Der Begriff beschreibt mehr als das Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit: Er umfasst auch Beziehungen, Gesundheit, soziale Kontakte, finanzielle Stabilität und persönliche Interessen. Je mehr dieser Bereiche unabhängig vom Beruf gepflegt werden, desto stressresistenter ist ein Mensch gegenüber den negativen Seiten seines Jobs.
Das Job-Demands-Resources-Modell erklärt, warum das so ist: Erschöpfung entsteht, wenn hohe Anforderungen –etwa Zeitdruck oder emotionale Belastung – nicht durch ausreichende Ressourcen ausgeglichen werden können. Solche Ressourcen sind zum Beispiel Handlungsspielraum, soziale Unterstützung und echte Erholungszeit.
Fehlen sie dauerhaft, gerät das Verhältnis zwischen Energieverbrauch und Regeneration aus dem Lot. Schutz bieten sowohl strukturelle als auch individuelle Massnahmen: flexible Arbeitszeiten und klare Rollen auf der einen Seite, Erholungsmanagement, Achtsamkeit und Selbstmitgefühl auf der anderen. Strukturierte Fragebogenverfahren helfen zudem, individuelle Belastungsmuster frühzeitig zu erkennen – lange bevor eine Krise entsteht.
Wie weiter, wenn Innehalten nicht mehr reicht Das wichtigste Warnzeichen ist für Fiona Witte der Verlust der Erholungsfähigkeit: Wenn ein Wochenende oder ein Kurzurlaub nicht mehr erholsam ist und man wenige Tage nach der Rückkehr bereits wieder erschöpft ist, deutet das auf einen weit fortgeschrittenen Prozess hin. Viele reagieren in dieser Phase paradox – mit noch mehr Einsatz statt mit einer Pause.
Hilfe zu suchen, fällt vielen schwer – gerade Menschen, die im Alltag selbst Stütze für andere oder ihre Firma sind. Eine vorübergehende Distanz zum Alltag kann dennoch den entscheidenden Unterschied machen. In einer stationären Behandlung durchlaufen Betroffene meist ein strukturiertes Programm: von der körperlichen
Stabilisierung über die Regeneration bis zur Reflexion – und am Ende der Transfer in den Alltag. Dabei bleibt eine differenzierte Sicht wichtig: Arbeit ist nicht per se schädlich, sie stiftet Sinn und gibt Halt. Entscheidend ist nicht, ob, sondern wie man arbeitet – und ob daneben noch Raum für anderes bleibt.
Wer mehr über die Angebote der Privatklinik Hohenegg erfahren möchte, findet auf der Website weiterführende Informationen, Fachbeiträge aus dem Hohenegg-Magazin sowie Filme und Podcasts rund um psychische Gesundheit und die Behandlungsangebote: hohenegg.ch

Über die Autorin und den Autor
Dr. biol. hum. Fiona Witte ist leitende Psychologin und Leiterin des Behandlungsschwerpunkts Burn-out und Belastungskrisen an der Privatklinik Hohenegg. Die Diplom-Psychologin ist kognitive Verhaltens-, Schema- und Traumatherapeutin. Ihr persönliches Rezept für Ausgleich: Familie, Freunde, Yoga, ein reduziertes Pensum und ein Homeoffice-Tag pro Woche.
Dr. med. Sebastian Haas ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellvertretender Ärztlicher Direktor und Leiter des Schwerpunkts Burn-out und Belastungskrisen an der Privatklinik Hohenegg. Er präsidiert das Schweizer Expertennetzwerk für Burn-out. Sein persönliches Rezept für Ausgleich: Schwimmen, Yoga und ein reduziertes Pensum.
Müde, gereizt, unkonzentriert, häufiger krank und sogar depressiv – wer zu wenig schläft, zahlt einen hohen Preis. Neurologin und Schlafexpertin
Rositsa Neumann erklärt, warum Schlaf für den Körper so substanziell ist und was man tun kann, wenn die Nächte zur Qual werden.

Er wirkt auf den ersten Blick unscheinbar, hat jedoch eine grosse Macht: der Schlaf. Vor allem dann, wenn er schlecht ist oder sogar ganz ausbleibt, wird er zum unausweichlichen Thema und manchmal gar zum Problem. Davon sind in der Schweiz gar nicht so wenige Menschen betroffen: 2022 litt ein Drittel der Bevölkerung unter Schlafstörungen, und 7 von 100 Personen nahmen Medikamente ein, um schlafen zu können. Das ergab die Schweizerische Gesundheitsbefragung des Bundesamts für Statistik.
Dauerhaft schlechter Schlaf kann Folgen haben: «Zunächst treten tagsüber Müdigkeit und Schläfrigkeit sowie Konzentrationsstörungen auf und die Leistungsfähigkeit nimmt ab», sagt Neurologin und Schlafexpertin Rositsa Neumann. «Wir werden langsamer in unseren Reaktionen und wir lernen schlechter. Sekundenschlaf, Fehler und Unfälle können auftreten». Ausserdem leidet die Selbsteinschätzung und man wird risikofreudiger. Auch längerfristige Folgen wie Herz-Kreislaufstörungen, Stoffwechselstörungen mit Gewichtszunahme und sogar Diabetes sind möglich.
Einfluss auf das ganze System Schlaf ist also weit mehr als blosses Ausruhen.
Zahlreiche Prozesse laufen im Körper ab, wenn wir schlafen: Tagsüber aufgenommene Informationen werden nachts vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis übertragen. Gleichzeitig werden nicht benötigte Verbindungen aussortiert, was die Denkleistung am nächsten Tag schärft. «Schlaf fördert das Gedächtnis, wir lernen verbale Inhalte und motorische Fähigkeiten besser, wenn wir nach dem Lernen schlafen», sagt die Neurologin. Ausserdem ist die Produktion von Botenstoffen der Immunabwehr, sogenannten Zytokinen, nachts erhöht. Deshalb schläft man bei Krankheit mehr und ist im Umkehrschluss bei Schlafmangel anfälliger für Infekte. Neben dem Wachstumshormon wird nachts auch das Stresshormon Cortisol reguliert und Anspannung wird reduziert. Schlaf ist wichtig für die Herzgesundheit, weil der nächtliche Blutdruckabfall das Herz-Kreislauf-System entlastet. Wer diesen Abfall nicht regelmässig durchmacht, hat ein erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Mentale Gesundheit leidet unter schlechtem Schlaf Doch mit Schlafstörungen können auch psychische Leiden wie Depressionen und Angststörungen einhergehen: «Die mentale Gesundheit und der Schlaf sind eng miteinander verbunden: Wenn wir schlecht schlafen, werden wir reizbar, schlecht gelaunt, unkonzentriert, unmotiviert und sogar depressiv», sagt Neumann. Aber auch umgekehrt: «Schlafstörungen, also Ein- und Durchschlafstörungen, aber auch Müdigkeit und Schläfrigkeit tagsüber sind oft Symptome einer psychischen Erkrankung wie zum Beispiel einer Depression, einer Angststörung oder eines Burn-outs.»
Schlaf ist eine wichtige Säule in der Gesundheit. Rositsa Neumann unterstützt unter anderem im «Schlaflabor Zürich» Menschen mit Schlafstörungen
Warum TEMPUR® für
Wer schon einmal auf einer TEMPUR® Matratze gelegen hat, kennt diesen magischen Moment: Das Gefühl, wenn der Druck des Körpers weicht und man sich für einen Augenblick vollkommen schwerelos fühlt. Seit über drei Jahrzehnten definiert die Marke, die ihre Wurzeln in der Raumfahrtforschung der NASA hat, was gesunder Schlaf bedeutet.

Für den Weltraum entwickelt, für den Schlaf perfektioniert. Das Herzstück jeder unserer Matratzen und jedes Kissens, ist unser einzigartiges TEMPUR® Material. Es entstand aus einer Technologie, die in den späten 60er-Jahren von der NASA entwickelt und dann an Bord von Space Shuttles verwendet wurde. Auf der Basis dieser ursprünglichen NASA-Erfindung mit seinen druckentlastenden Eigenschaften, perfektionierten unsere Gründer das TEMPUR® Material, um daraus die ersten viskoelastischen Matratzen und Kissen weltweit herzustellen.
Höchste Qualitätsstandards und Nachhaltigkeit Jede TEMPUR® Matratze durchläuft 67 Qualitätsprüfungen und benötigt bis zu 60 Stunden bis zur Fertigstellung – Zeit, die wir ihr gerne geben, wenn das unseren Qualitätsanforderungen dient. Unsere TEMPUR PRO® Matratzen tragen zudem das OEKO-TEX® MADE IN GREEN-Label. Jedes dieser Produkte wird aus Materialien hergestellt, die gründlich auf Schadstofffreiheit getestet wurden und in umweltfreundlichen Anlagen unter sozialverträglichen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden.
dabei, wieder eine erholsame Nachtruhe zu finden. «Unsere 24/7-Gesellschaft fordert uns dazu auf, immer erreichbar zu sein und verursacht Schlafmangel», beobachtet sie. «Diese ständige Erreichbarkeit erhöht den alltäglichen Stress – und Stress ist die Hauptursache für Ein-und Durchschlafstörungen.» Auch unregelmässige Schlafenszeiten, wenig körperliche Aktivität, Alkohol und Drogen können den Schlaf verschlechtern.
Schlafbedarf ist individuell Obwohl Schlaf erwiesenermassen so wichtig ist für das gesamte Wohlbefinden, gilt es manchmal als Leistungsmerkmal, mit wenig Schlaf auszukommen, und wird mit besonders fleissigen Menschen in Verbindung gebracht. Dabei ist klar: Zu wenig Schlaf schadet der Gesundheit. Wie viel Schlaf jemand braucht, ist jedoch individuell: «Es gibt keine optimale Schlafdauer für alle», sagt Neumann. «Ein Grossteil der Menschen schläft sieben bis acht Stunden. Langschläferinnen benötigen über zehn Stunden Schlaf, um sich fit zu fühlen. Kurzschläfer schlafen weniger als 5 Stunden und fühlen sich trotzdem fit.» Das wichtigste Kriterium für die richtige Schlafdauer sei, dass man sich tagsüber aktiv fühlt, keine chronische Müdigkeit verspürt und kein erhöhtes Schlafbedürfnis hat. In jungen Jahren braucht man tendenziell mehr Schlaf als später mit zunehmendem Alter. Wichtig ist auch: Pausen, Nickerchen und Entspannungstechniken wie Yoga und Meditation tragen zur Erholung bei, aber: «Diese Massnahmen können nächtlichen Schlaf nicht ersetzen», sagt Neumann. Besser ohne Tracker Manche Menschen greifen zu einem Schlaftracker, um ihren Schlaf zu optimieren. Diese Geräte können zwar zuverlässige Daten über den Schlaf liefern, sind aber manchmal kontraproduktiv: «Falls man
Hervorragende Balance aus Komfort und Unterstützung
Der Name TEMPUR® spiegelt die temperaturempfindliche Natur unseres Materials wider. Es wurde mit seinen Milliarden hochempfindlichen Zellen so entwickelt, dass es auf das Gewicht und die Wärme Ihres Körpers reagiert. Präzise passt es sich jedem Zentimeter Ihres Körpers an und entlastet Schultern, Rücken, Hüften und Gelenke. So können Sie die ganze Nacht über Komfort und Unterstützung geniessen.
TEMPUR® Matratzen – einfach besonders TEMPUR® verfügt über eine grosse Auswahl an Matratzen mit unterschiedlichen Komforteigenschaften für jede bevorzugte Festigkeit. Ganz nach Ihren individuellen Vorlieben können Sie aus fünf Liegegefühlen und zwei Höhen Ihr Lieblingsmodell wählen. Unser innovativer Bezug mit SmartCool™ Technologie fühlt sich erfrischend kühl an und hilft, überschüssige Wärme zu absorbieren.
ein Schlafproblem hat, fokussiert die Benutzung eines Trackers noch mehr darauf, sodass man sogar schlechter schläft.» Die Expertin empfiehlt für einen besseren Schlaf folgende Massnahmen:
– Jeden Tag zur gleichen Zeit aufstehen und ins Bett gehen, auch am Wochenende – Viel Zeit am Tageslicht verbringen, besonders am Morgen nach dem Aufstehen
– Sich ausreichend und regelmässig bewegen
– Wer tagsüber müde ist, sollte trotzdem nur eine bis zwei Ruhezeiten von höchstens 20 Minuten machen und einen Wecker stellen
– Bei nervöser oder langer Wachzeit in der Nacht aufstehen und zum Beispiel etwas lesen, bis die Schlafbereitschaft wieder kommt
– Nachts nicht auf die Uhr schauen
– Schweres Essen, Anstrengung, Aufregung, Koffein und Alkohol abends vermeiden – «Digitalen Sonnenuntergang» einführen: eineinhalb Stunden vor der Bettzeit alle digitalen Geräte weglegen
– Das Schlafzimmer sollte nicht zu warm sein; für Erwachsene zwischen 15 und 19 Grad, für ältere Menschen und Babys zwischen 18 und 20 Grad
– Bequemes Bett und eine ruhige Schlafumgebung Wer trotzdem schlecht schläft, sollte die Hoffnung nicht verlieren: «Schlafen kann man lernen», sagt Rositsa Neumann. Dabei helfen verschiedene Massnahmen wie die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie: Wissen darum, wie der Schlaf funktioniert; Schlafrestriktion, Stimulus-Kontrolle, Schlafhygiene, Entspannungsübungen und allenfalls kognitive und psychologische Interventionen. Wer dauerhaft schlecht schläft und darunter leidet, sollte nicht zögern und sich Hilfe holen.
Text SMA
TEMPUR® Bettenkollektionen –Schlaf weitergedacht
TEMPUR® bietet Ihnen Betten und Systemrahmen, die Ihre TEMPUR® Matratze optimal ergänzen. Bei den Betten haben Sie die Wahl zwischen Classic Boxspring- und Polsterbetten sowie den handgefertigten TEMPUR® Design-Betten in vielfältigen Formen und Designs. Für die Classic Polsterbetten sowie TEMPUR® Design-Betten können Sie sich zwischen einer starren oder motorisierten Version entscheiden.




Die Anpassungsfähigkeit und die druckentlastenden Eigenschaften sprechen für sich.
TEMPUR® Schlafkissen –Komfort für jeden Schlaftyp Komplettiert werden die Schlafsysteme durch die TEMPUR® Schlafkissen. Sie sind speziell auf die unterschiedlichen Schlafpositionen eines jeden einzelnen Schläfers abgestimmt. Egal ob die Rücken-, Seiten oder Bauchlage bevorzugt wird. Unsere ergonomischen und klassischen Schlafkissen sorgen für eine druckentlastende Unterstützung des Kopfes, des Nackens und der Schultern.
Ob Sie einfach erholsamer schlafen möchten oder das berühmte Gefühl der Schwerelosigkeit selbst erleben wollen, entdecken Sie das umfangreiche TEMPUR® Sortiment bei einem autorisierten Fachhändler in Ihrer Nähe.
Weiter Informationen erhalten Sie unter www.tempur.com
Ein gefüllter Teller erzählt jeden Tag eine Geschichte. Er steht für Gewohnheiten, Vorlieben, Kultur und Alltag. Zugleich ist er ein Statement – für Gesundheit, Lebensqualität und für eine Erde, auf der Menschen auch künftig gut leben können. Doch gerade beim Essen wird Orientierung anspruchsvoller: Foodtrends, Social-Media-Hypes und Ernährungsmythen prägen die öffentliche Diskussion. Wer fundierte Entscheidungen treffen will, braucht verlässliche, neutrale und verständlich aufbereitete Informationen.

Dr. Melanie Loessner
Expertin für Gesundheitsförderung und Prävention sowie Fachexpertin Ernährung und Kommunikation
Damit aus Wissen gute Essentscheidungen werden Ernährung ist weit mehr als die Summe einzelner Nährstoffe und isolierter Lebensmittel. Sie betrifft Genuss, Gesundheit, soziale Zugehörigkeit, Budget, Zeit, Umwelt und persönliche Werte. Ernährungsempfehlungen müssen daher wissenschaftlich fundiert sein – und zugleich Freude machen, verständlich bleiben und im Alltag funktionieren. Gute Ernährungskommunikation braucht qualifizierte Fachpersonen, die wissenschaftliche Evidenz einordnen, verständlich übersetzen und verantwortungsvoll vermitteln können. Gesundheitskompetenz spielt dabei eine zentrale Rolle. Menschen sollen Informationen zu Ernährung und Gesundheit finden, verstehen, beurteilen und für ihren eigenen Alltag nutzen können. Gerade in einer Zeit, in der Ernährungsthemen oft zugespitzt, emotionalisiert oder kommerziell vereinnahmt werden, braucht es eine klare Orientierung: Was ist wissenschaftlich gut belegt? Was ist ein kurzfristiger Trend? Welche Empfehlungen lassen sich realistisch umsetzen? Und wo braucht es differenzierte Antworten statt einfacher Versprechen? Und nicht zuletzt ist entscheidend, wer diese Informationen verbreitet: Hier kommt neutralen Informationsquellen und Stakeholdern, die wissenschaftliche Evidenz verlässlich einordnen und frei von kommerziellen Einzelinteressen zugänglich machen, eine besondere Bedeutung zu.
Gesundheitsförderung beginnt im Alltag Eine ausgewogene Ernährung ist ein wichtiger Baustein von Gesundheitsförderung und Prävention. Sie kann dazu beitragen, das Risiko für nicht übertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder bestimmte Krebserkrankungen zu senken. Entscheidend ist jedoch nicht die einzelne perfekte Mahlzeit, sondern das Ernährungsmuster über einen langen Zeitraum: abwechslungsreich, pflanzenbetont, genussvoll und angepasst an die persönliche Lebenssituation. Dabei geht es nicht darum, Menschen vorzugeben, was sie essen sollen. Gute Prävention stärkt die Fähigkeit, informierte Entscheidungen zu

treffen. Sie nimmt Lebensrealitäten ernst und setzt nicht allein auf Wissen oder Willenskraft. Denn was auf dem Teller landet, hängt von vielen Faktoren ab: von Angebot und Preis, von Zeit und Kochkompetenz, von Esskultur, Arbeitsalltag, Betreuungspflichten, Einkaufsmöglichkeiten und sozialen Gewohnheiten.
Die Schweizer Präventionslandschaft
In der Schweiz sind Gesundheitsförderung und Prävention breit abgestützt. Bund, Kantone, Gemeinden, Fachorganisationen, Bildungsinstitutionen, Unternehmen und viele andere übernehmen unterschiedliche Rollen. Diese Vielfalt ist eine Stärke, bringt aber auch
Herausforderungen mit sich: Informationen müssen anschlussfähig sein, fachlich konsistent bleiben und die unterschiedlichen Zielgruppen erreichen können. Dafür ist ein starkes Netzwerk erforderlich. Wichtige Präventionsansätze in der Schweiz sind heute stark Settingorientiert. Das bedeutet: Gesundheit wird dort gefördert, wo Menschen leben, lernen, arbeiten, einkaufen, essen und sich bewegen. Gerade bei Ernährung und Bewegung zeigt sich, wie bedeutsam Rahmenbedingungen sind. Die gesunde Wahl wird einfacher, wenn sie verfügbar, attraktiv, bezahlbar und sozial akzeptiert ist. Praxistaugliche Materialien und Projekte sind dabei ein zentraler Schlüssel. Sie machen wissenschaftliche Empfehlungen
Noch nie war der Zugang zu Ernährungsinformationen so einfach –und selten war es so anspruchsvoll, deren Qualität einzuschätzen.
Brandreport • optiKal Ernährungszentrum Zug
Dgreifbar und erleichtern den Transfer in Schule, Betrieb, Beratung, Gemeinde und Alltag. Gute Materialien erklären nicht nur, was gesundheitsförderlich ist, sondern zeigen konkret, wie es umgesetzt werden kann – verständlich, visuell zugänglich, zielgruppengerecht ansprechend.
Kein Gegensatz: Gesundheit und Nachhaltigkeit
Gesundheit und Nachhaltigkeit werden bei der Auswahl von Lebensmitteln manchmal als konkurrierende Ziele wahrgenommen. Dabei lassen sich beide Anliegen gut verbinden. Eine pflanzenbetonte Ernährung, saisonale und regionale Lebensmittel, ein bewusster Umgang mit tierischen Produkten sowie die Vermeidung von FoodWaste können sowohl die Gesundheit fördern als auch Umwelt und Ressourcen schonen. Wichtig ist auch hier eine realistische Kommunikation. Nachhaltiges Essen muss nicht kompliziert sein und soll nicht moralisieren. Es beginnt oft mit kleinen, wiederholbaren Schritten: mehr Gemüse und Hülsenfrüchte einplanen, Mahlzeiten ausgewogen zusammenstellen, Reste verwerten, saisonal einkaufen oder neue pflanzliche Gerichte ausprobieren. Entscheidend ist, dass Veränderungen zum Alltag passen und die Freude am Essen erhalten bleibt.
Verlässlichkeit in einer lauten Ernährungswelt Noch nie war der Zugang zu Ernährungsinformationen so einfach – und selten war es so anspruchsvoll, deren Qualität einzuschätzen. Ernährung wird in sozialen Medien, Werbung, Ratgeberliteratur und öffentlichen Debatten häufig mit starken Botschaften verknüpft: Superfoods, Verbote, Detox-Versprechen, Proteintrends oder personalisierte Heilsversprechen. Umso wichtiger sind Unabhängigkeit, Neutralität und Transparenz bei der Vermittlung von Gesundheits- und Ernährungsinformationen. Neutrale Information bedeutet, Empfehlungen so zu formulieren, dass Menschen sie selbstbestimmt einordnen können. Vertrauen ist dabei eine zentrale Voraussetzung. Ein Teller, viele Möglichkeiten Ernährungswissen verändert die Welt nicht allein – aber es schafft eine wichtige Grundlage für reflektierte Entscheidungen. Jeder mit diesem Wissen gefüllte Teller ist eine Chance: für mehr Gesundheit, einen bewussteren Umgang mit Ressourcen und nachhaltigere Perspektiven.
Text Dr. Melanie Loessner, Expertin für Gesundheitsförderung und Prävention sowie Fachexpertin Ernährung und Kommunikation, vertritt die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE
er Darm macht viel mehr, als Nahrung zu verwerten, und beeinflusst sogar unsere mentale Gesundheit. Wie man ein gesundes Mikrobiom fördern kann, weiss Ursula Zehnder. Sie ist Ernährungsberaterin beim Ernährungszentrum Zug und kennt sich mit Verdauungsproblemen aus.
Frau Zehnder, der Darm wird auch als «zweites Gehirn» bezeichnet. Was steckt dahinter? Der Darm besitzt ein eigenes Nervensystem und kommuniziert intensiv mit dem Gehirn. Ausserdem beeinflussen der Darm und das Mikrobiom verschiedene Botenstoffe und Signalwege, die mit Stimmung und Wohlbefinden zusammenhängen. Deshalb wird er umgangssprachlich oft als «zweites Gehirn» bezeichnet. Darmgesundheit und psychisches Wohlbefinden stehen in Wechselwirkung, die genauen Zusammenhänge werden jedoch weiterhin erforscht.
Ein gutes Mikrobiom, also die Gesamtheit aller Mikroorganismen im Darm, beeinflusst auch die Verdauung. Genau, ein gesundes Mikrobiom bedeutet auch eine starke, gesunde Verdauung. Und die ist in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich.
Leiden viele Menschen unter Verdauungsbeschwerden?
Ja, viele meiner Kundinnen und Kunden kommen deshalb zu mir in die Beratung. Wir leben in einer Welt, die
von Stress geprägt ist, und oft bleibt wenig Zeit für die Ernährung. Ausserdem sitzen wir viel zu viel. Bewegung ist essenziell für einen gesunden Darm, aber es wird uns immer einfacher gemacht, uns wenig zu bewegen.
Welches sind Anzeichen dafür, dass der Darm nicht optimal arbeitet?
Bei Unregelmässigkeiten beim Stuhlgang oder plötzlichen Veränderungen kann man davon ausgehen, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Das kann Durchfall sein, Verstopfung oder plötzlich sehr harter Stuhl. In der Schulmedizin definiert man als normalen Stuhlgang zwischen dreimal am Tag und dreimal in der Woche. Das ist ein grosses Spektrum und macht deutlich, dass «normal» nicht für alle das Gleiche bedeutet. Darum sind plötzliche Veränderungen in der typischen Routine aussagekräftig. Zudem sind Krämpfe, Aufstossen, Völlegefühl und Blähungen Hinweise. Auch wenn es vielen Menschen schwerfällt, über solche Dinge zu reden: Es ist wichtig!
Was kann man seinem Mikrobiom Gutes tun? Häufig und verschiedenste Sorten an Früchten und Gemüse essen. Ideal sind 30 verschiedene pflanzliche Nahrungsmittel pro Woche, dadurch verbessert sich die Aufnahme der verschiedenen Mikronährstoffe und der Nahrungsfasern. Letztere unterstützen die Verdauung und helfen den guten Bakterien im Darm. Studien haben gezeigt, dass der Grossteil der Bevölkerung nicht auf die empfohlenen 30 Gramm Nahrungsfasern pro Tag kommt.
Was ist noch wichtig?
Es spielt nicht nur eine Rolle, was wir essen, sondern auch, wie wir essen: Wer arbeitet und nebenbei einen Salat hinunterschlingt und gar nicht richtig kaut, macht seinem Mikrobiom keinen Gefallen. Der Spruch «Gut gekaut ist halb verdaut» hat viel Wahres. Das liegt nicht nur an der Zerkleinerung der Lebensmittel, die die Verdauung erleichtern. Durch das gründliche Kauen setzen gewisse Enzyme im Mund bereits einen chemischen Prozess in Gang, der dabei hilft, komplexe Nährstoffe aufzuspalten.
Oft ist die Rede von Probiotika für den Darm. Was hat es damit auf sich?
Probiotika sind Mikroorganismen, die das Mikrobiom im Gleichgewicht halten. Ich empfehle anstatt angereicherter Produkte lieber natürliche Lebensmittel, zum Beispiel fermentierte Milchprodukte wie Kefir, Joghurt und Käse. Wichtig ist, dass diese Nahrungsmittel nicht erhitzt wurden, weil dadurch ein grosser Teil der Probiotika zerstört wird.
Was gibt es noch?
Fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi oder andere eingelegte Gemüse sind wertvoll für den Darm. Ausserdem empfehle ich, Hülsenfrüchte wie Kichererbsen oder Linsen auf den Speiseplan zu nehmen. Aber nicht nur das Essen ist wichtig: Auch ausreichender, regelmässiger Schlaf darf nicht unterschätzt werden, weil dabei wichtige Regenerationsprozesse stattfinden.
Sollte man fasten, um den Darm zu entlasten?
Ich empfehle eher, regelmässige Mahlzeiten zu sich zu nehmen, dafür dazwischen Essenspausen von vier bis fünf Stunden einzulegen. So hat der Körper Zeit, das Verdauungssystem zu reinigen. Wenn dauernd gesnackt wird, hat dieser Reinigungsprozess gar keine Chance, richtig zu arbeiten.
Was empfehlen Sie, wenn jemand Verdauungsprobleme hat?
Ich würde nicht zu lange warten und mir Hilfe von einer Fachperson, zum Beispiel dem Hausarzt, holen. Oft ist es wenig sinnvoll, wahllos Diäten auszuprobieren oder Supplemente einzunehmen, ohne den Grund für die Beschwerden zu kennen. Eine Fachperson kann beurteilen, ob eine Ernährungsberatung Sinn macht oder ob etwas anderes hinter den Beschwerden stecken könnte.
Weitere Informationen unter: ernaehrungszentrum-zug.ch
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Barbara Studer
Barbara Studer ist Neurowissenschaftlerin, Gründerin von «Hirncoach» und Bestseller-Autorin. Mit wirksamen Programmen will sie Menschen das Gehirn verständlicher machen und ihnen mit wissenschaftlich fundierten Impulsen helfen, das Gehirn fit und aktiv zu halten. Denn davon profitiert nicht nur das Gedächtnis, sondern das gesamte Wohlbefinden – und zwar bis ins hohe Alter.
Interview SMA Bild zVg
Frau Studer, Sie kennen das menschliche Gehirn in- und auswendig. Wie charakterisieren Sie es in wenigen Sätzen?
Das Gehirn ist ein hochdynamisches, adaptives Organ. Das bedeutet, dass es unglaublich anpassungsfähig ist. Darum stimmt für mich der gängige Vergleich mit dem Computer nicht. Ein Computer verarbeitet. Das Gehirn aber lebt: Es formt sich durch jede Erfahrung neu. Es ist kein Speichermedium, sondern ein soziales, zutiefst beziehungsfähiges Organ.
Also besser als jeder moderne Computer?
Ja, es funktioniert hochkomplex. Mich fasziniert, wie das Gehirn stets in Netzwerken arbeitet, dass immer verschiedene Bereiche aktiv sind, egal was wir gerade tun. Es ist dieses raffinierte Zusammenspiel, das unsere Fähigkeiten überhaupt erst ermöglicht. Welche Rolle spielt die Veranlagung für die Funktionalität unseres Gehirns?
Natürlich spielt die Genetik eine Rolle, aber sie ist kleiner, als man lange angenommen hat. Zum Beispiel in Bezug auf die Intelligenz betrachtet entscheidet die Veranlagung weniger als die Hälfte, wie klug jemand ist. Einen grösseren Einfluss hat demnach, wie wir mit unserem Gehirn umgehen, wie wir es füttern und trainieren.
Ist das Gehirn trainierbar wie zum Beispiel ein Bizeps?
Ja, auf die einzelnen Fähigkeiten hinuntergebrochen kann man das so sagen. Aber das Gehirn ist nicht ein einzelner Muskel, sondern besteht aus sehr vielen Netzwerken. Diese wachsen und reorganisieren sich.
Ist es dabei wie bei den Muskeln: Damit unser gesamter Körper fit bleibt, reichen Liegestütze nicht aus?
Exakt. Genauso profitiert das Gehirn am meisten, wenn wir es auf vielseitige Art und Weise fördern und fordern. Das Gehirn reagiert zum Beispiel auf repetitive Handlung und die angesprochene Struktur wird leistungsfähiger und effizienter. Das sieht man dem Gehirn an, wenn man es mithilfe von bildgebenden Verfahren betrachtet. Was bedeutet aus Sicht der Neurowissenschaft «ein fittes Gehirn»? Das beinhaltet einerseits, dass jemand effizient und kreativ denken kann, also eine gute Verarbeitungsgeschwindigkeit hat und lösungsorientiert arbeiten kann. Ein fittes Gehirn ist in der Lage, Zusammenhänge in der Tiefe zu verstehen und kann konzentriert und fokussiert an einer Tätigkeit dranbleiben. Ein weiterer Teil ist das Gedächtnis, das auch die Merkfähigkeit beinhaltet. Aber ein fittes Gehirn bedeutet andererseits auch emotionales Wohlbefinden. Dass jemand Emotionen wahrnehmen und regulieren kann, zufrieden ist, dass Erlebtes genossen werden kann und dass man im Moment präsent und achtsam sein kann. Ein gesundes Gehirn beeinflusst also das gesamte Wohlbefinden positiv? Ja, es geht nicht nur darum, schlau zu sein und nichts zu vergessen, wie man oft als erstes denkt. Das Gehirn spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie es uns geht.
Welchen Einfluss hat das Gehirn auf die mentale Gesundheit? Das ist ein wichtiger Faktor und hat mich dazu veranlasst, «Hirncoach» zu gründen. Es hat mich geärgert, dass der Fokus bei der Diskussion um ein gesundes Gehirn fast immer nur auf dem Gedächtnis lag. Dabei ist eine ganzheitliche Sichtweise nötig. Ein gestresstes Gehirn zum Beispiel kann viel weniger leisten, kann schlechter kreativ und innovativ denken. Das Gleiche gilt bei ständigen Selbstzweifeln, bei Groll und bei Wut. Verharren wir in einem solchen Zustand, können wir das Hirnpotenzial nicht voll nutzen. Zudem gilt das Umgekehrte: Denkarbeit und kreative Lösungsfindung tragen zu unserem Wohlbefinden bei. Denken mit einem fitten Gehirn macht glücklich!
Kann man folglich mentalen Erkrankungen mit Gehirntraining präventiv entgegenwirken?
Auf jeden Fall. Wie bei vielen anderen Bereichen der Gesundheit gilt auch beim Gehirn: Prävention hat eine riesige Kraft und ist viel effektiver als Intervention. Es ist schwieriger, ein krankes Gehirn zu heilen, als ein gesundes Gehirn zu stärken.

Wie bei vielen anderen Bereichen der Gesundheit gilt auch beim Gehirn: Prävention hat eine riesige Kraft und ist viel effektiver als Intervention.
– Barbara Studer, Neurowissenschaftlerin
Zudem werden Denkweisen und Übungen angeleitet, die man leicht in den Alltag integrieren und so die mentale Fitness und Gesundheit steigern kann.
Was sind das für Übungen?
Das sind klassische Aufgaben für die Konzentration und das Gedächtnis, aber auch etwas aussergewöhnliche Dinge wie zum Beispiel Jonglieren oder gedankliche Selbstfürsorge. Man erhält auch Impulse zu Lebensstilfaktoren wie Bewegung, gutem Schlaf und Ernährung. Die App hat zum Ziel, dass man dazulernt, regelmässige Inspiration erhält, an die Übungen erinnert wird und motiviert bleibt.
Was kann gezieltes Gehirntraining bewirken?
Es führt zu messbaren Verbesserungen in Leistung und Wohlergehen. Weil das Gehirn so adaptiv ist, können in jeder Lebensphase Verbindungen gestärkt sowie neue geschaffen werden. Die Netzwerke werden trainiert, das vernetzte Denken gestärkt und die Emotionsregulation verbessert. Welche Unterschiede gibt es bezüglich der Art des Trainings je nach Alter?
Das Gehirn hat in jeder Lebensphase unterschiedliche Bedürfnisse. So bieten wir auch eine Masterclass für Eltern an, damit sie ihre Kinder entsprechend begleiten können. Dort geht es um die mentale Gesundheit und den Umgang mit Medien sowie um Verständnis dafür, wie ein jugendliches Gehirn reift. Ein grosses Thema bei dieser Zielgruppe sind das Lernen und der Umgang mit Druck. Verfügt man über gute Lern- und Denkstrategien, kann man viel Stress vermeiden – und so das Gehirn wiederum unterstützen.
Und im höheren Alter?
Dort ist das Wichtigste, dranzubleiben. Wir wissen, dass viele Menschen nach der Pensionierung geistig abbauen, weil sie schlicht weniger Aufgaben und Interaktionen haben und das Gehirn weniger beanspruchen. Mit gezieltem Training kann man den Abbau des Gehirns hinauszögern. «Use it or loose it» fasst das gut zusammen, also «Benutze es oder verliere es». Aber das gilt übrigens auch für die Jüngeren, gerade in Bezug auf das Thema künstliche Intelligenz. Wer alles an die KI abgibt, schwächt viele wertvolle Gehirnfunktionen.
Was kann man seinem Gehirn im Alltag Gutes tun?
Blicken wir zuerst auf die schwächenden
Faktoren: Was hat unser Gehirn nicht so gern?
Das sind einerseits die üblichen Verdächtigen: Zu wenig Bewegung, Herausforderung und Interaktion. Andererseits auch viel Screentime, also stundenlang zu scrollen, sich berieseln zu lassen und Informationen nur passiv aufzunehmen. Auch zu viele schlechte Nachrichten schwächen das Gehirn, hier sollte man sich selbst Grenzen setzen und bewusste Pausen einschalten.
Wie macht man eine gute Pause?
Eben nicht, wie das viele tun, als «Belohnung» 20 Minuten am Handy verbringen. Sondern zum Beispiel ganz bewusst nichts tun, achtsam einen Kaffee trinken oder eine Runde spazieren gehen. Und natürlich ist auch die ganz grosse Pause enorm wichtig, also ausreichend und regelmässiger Schlaf.
Mit welchen Gewohnheiten schwächt man sein Gehirn unbewusst?
Dinge wie zu wenig Natur, schlechte Ernährung, regelmässiger Alkoholkonsum, aber auch negative Bewertungsmuster einem selbst und anderen gegenüber. Dies erhöht Entzündungswerte und dieser ungewollte, chronische Stress belastet das Gehirn.
Was meinen Sie mit «ungewolltem Stress»? Es gibt auch guten Stress, zum Beispiel Herausforderungen, die man mag, die einen antreiben. Diese Art ist unser Freund und kann uns weiterbringen. Aber Stress wird zum Feind, wenn er uns überfordert und aus der Balance bringt, wenn man nicht mehr zur Ruhe kommt. Er greift das Gehirn an, schwächt
den Frontalkortex und das kreative Denken und greift ganze Strukturen an. Das gilt auch für Wut.
Wenn ich richtig wütend bin, schwächt das mein Gehirn?
Nicht dann, wenn man kurzfristig wütend ist und aktiv wird. Aber wenn man Groll hegt und nicht loslassen kann, betreibt man quasi Hirnschädigung. Das ist erstaunlich und kaum jemand denkt daran: Vergeben ist neuronaler Selbstschutz.
Was noch?
Grübeln statt auf das Beeinflussbare zu fokussieren. Und zu wenig Wertschätzung erhalten oder selber zu wenig Wertschätzung ausdrücken. Das ist ein Grundbedürfnis unseres sozialen Gehirns.
Wie merkt man denn überhaupt, dass das Gehirn nicht optimal funktioniert?
Das zeigt sich darin, dass man unkonzentriert, vergesslich und häufig schlecht gelaunt ist. Man hat keine Ideen mehr und das Denken strengt an. Auch wenn man generell schnell ermüdet und sich sehr leicht ablenken lässt, ist das ein Anzeichen dafür, dass im Gehirn nicht alles optimal läuft. Man nennt das auch «Popcorn-Brain»: wenn ständig Gedanken aufpoppen, die einen unterbrechen und stören.
Sie bieten Hirntraining an. Wie kann man sich das vorstellen?
Das sind wissenschaftlich fundierte, interaktive Programme für jede Lebensphase. Die App liefert einerseits Informationen, damit man versteht, wie das Gehirn funktioniert und was ihm guttut und was nicht.
Achtsame Nutzung von Medien, sich immer wieder bewusst Pausen schaffen und vielmehr echte Interaktionen, Bewegung und Musik geniessen. Regelmässigen, ausreichenden Schlaf priorisieren und anstatt sich mit Süssem zu belohnen, lieber zu wertvollen Snacks wie Nüssen, Vollkornprodukten oder Beeren greifen. Diese Dinge liefern echte Hirnenergie. Und bei jeder Gelegenheit raus an die frische Luft und in die Natur. Der Blick ins Grüne reduziert schon nach wenigen Minuten das Level des Stresshormons Cortisol. Auch von guten Beziehungen und dem neugierigen Lernen von Neuem profitiert das Gehirn.
Und für das Gedächtnis?
Man kann Übungen machen und sich Gedächtnisstrategien aneignen, sich Namen und Begriffe merken, ein paar Zeilen eines Gedichts auswendig lernen oder eine neue Sprache lernen.
Sie sind auch Musikerin. Tut Musik dem Gehirn gut?
Und wie! Ein Instrument zu spielen, auch als Erwachsene, ist ein hervorragendes Gehirntraining. Man weiss dank Längsschnittstudien, dass ältere Menschen, die ein Instrument spielen oder in einem Chor singen, bessere kognitive Leistungsfähigkeit und ein kleineres Demenzrisiko haben. Tanzen ist ebenfalls grossartig: Die Bewegung tut gut, man übt Koordination und Balance und die Laune steigt ebenfalls. Das ist übrigens meine persönliche Devise: Jeden Tag tanzen!
Mehr Hirnwissen Alle Informationen zum Hirntraining (entwickelt an der Uni Bern) mit kostenlosem HirnfitnessCheck und Impulsletter gibt es hier: hirncoach.ch
Mehr Infos zu ihrem Bestseller-Buch «Hirnpower»: hirnpower.ch
In ihrem kostenlosen Podcast «HirnTalk» teilen sie und spannende Gäste wertvolle Impulse.
Alzheimer Schweiz • Brandreport
Dass Frauen oft doppelt von Demenzerkrankungen betroffen sind, lässt sich nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen.
Sie ist es eine Kombination aus biologischen, sozialen und ökonomischen Faktoren, die zu einem erhöhten Risiko führt. Gleichzeitig übernehmen Frauen überproportional häufig Pflegeaufgaben: innerhalb der Familie als auch im Beruf.

Soziale und strukturelle Faktoren erhöhen das Demenzrisiko von Frauen. Wirtschaftliche Ungleichheiten spielen dabei eine zentrale Rolle: Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer, arbeiten häufiger in Teilzeit oder unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit, um Angehörige zu pflegen. Dadurch verdienen sie weniger, haben eine schlechtere Altersvorsorge und verlieren oft die eigene Gesundheit aus den Augen. Dieser chronische Stress kann ihr eigenes Demenzrisiko langfristig steigern und lässt über Generationen einen Kreislauf weiblicher Belastung entstehen. Die unsichtbare Last der Pflege Frauen übernehmen nach wie vor den Grossteil der Pflegetätigkeiten – auch in entwickelten Ländern sind rund zwei Drittel aller pflegenden Angehörigen weiblich. Oft betreuen jüngere Frauen ältere Angehörige mit Demenz und sind dabei über Jahre einem hohen Mass an körperlichem und emotionalem Stress ausgesetzt.
Auch in der professionellen Pflege leisten Frauen den grössten Beitrag. Dennoch wird Pflegearbeit, ob bezahlt oder unbezahlt, gesellschaftlich und ökonomisch weiterhin unzureichend anerkannt und wertgeschätzt. Trotz ihrem Engagement im Pflege- und Gesundheitssektor erhalten Frauen häufig tiefere Löhne, haben weniger Aufstiegsmöglichkeiten und sind in Führungspositionen nach wie vor untervertreten.
Bildung als Schutz vor Demenz
Bildung trägt zur sogenannten kognitiven Reserve bei – also zur Fähigkeit des Gehirns, altersbedingte Veränderungen und Schädigungen besser abzufedern. In der Schweiz bereiteten sich Frauen, die zwischen 1930 und 1960 geboren wurden, häufig auf die Rolle der Hausfrau und Mutter vor. Oft blieb ihnen eine höhere Bildung verwehrt. Nach der Heirat gaben viele ihre Berufstätigkeit auf. Diese Bildungs- und Berufsunterschiede wirken bis heute nach und tragen dazu bei, dass ältere Frauen eine geringere kognitive Reserve und damit ein höheres Demenzrisiko aufweisen.
Wenn die Medizin Frauen übersieht Auch bei aktuellen Diagnosen bestehen geschlechtsspezifische Unterschiede. Symptome wie Vergesslichkeit, Konzentrationsprobleme oder Stimmungsschwankungen werden bei Frauen häufig als Folge von Stress oder Depressionen interpretiert, während bei Männern schneller eine organische Ursache vermutet wird. Deshalb erhalten Frauen eine Demenzdiagnose oft erst spät. Zusätzlich sind viele diagnostische Tests, etwa zur Beurteilung des verbalen Gedächtnisses, nicht geschlechtsspezifisch angepasst. Da Frauen im Durchschnitt in sprachlichen Aufgaben besser abschneiden, werden häufig frühe Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung übersehen. Sobald sich jedoch deutliche Symptome zeigen, schreitet die Krankheit bei Frauen oft schneller voran, wodurch sich das Zeitfenster für eine frühzeitige Behandlung verkürzt.
Ein weiteres Problem ist, dass die medizinische Forschung Frauen noch immer zu wenig berücksichtigt. In vielen Studien wird das Geschlecht der Versuchstiere nicht beachtet, wodurch wichtige Unterschiede in der Krankheitsentwicklung und der Wirkung von Medikamenten unentdeckt bleiben. Auch in klinischen Studien zu Demenz sind Frauen, obwohl sie häufiger betroffen sind, nicht ausreichend vertreten. Dadurch fehlen wichtige Erkenntnisse über geschlechtsspezifische Krankheitsmechanismen und Behandlungsansätze. Dabei zeigen aktuelle Forschungsergebnisse, dass biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern eine erhebliche Rolle spielen. Hormonelle Veränderungen, insbesondere nach der Menopause, sowie Unterschiede im Immunsystem und in der Genetik können das Risiko für Alzheimer und andere Demenzformen erhöhen. Auch Schwangerschaften oder das Alter bei Eintritt der Menopause scheinen das Risiko zu beeinflussen.
Zeit zu handeln
Diese Erkenntnisse machen deutlich, dass das höhere Demenzrisiko von Frauen nicht allein biologisch erklärbar ist, sondern das Ergebnis einer komplexen Kombination aus gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, medizinischen und biologischen Faktoren ist. Deshalb muss die Gesundheit von Frauen in der Demenzforschung sowie -versorgung dringend stärker berücksichtigt werden. Lange wurden viele dieser Tatsachen übersehen, doch inzwischen rückt das Thema zunehmend in den Fokus.
Immer mehr Fachfrauen aus Medizin, Pflege, Forschung und Politik engagieren sich, um die Situation durch eine gerechtere Gesundheitsversorgung zu verbessern. Sie fordern:
– Forschung, Diagnose und Behandlung sollten die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen und Männern berücksichtigen.
– Geschlechterspezifische Forschungslücken sollen geschlossen werden.
– Prävention und Versorgung soll geschlechtsspezifisch gestaltet werden.
– Pflegende Angehörige sollten eine bessere Unterstützung erhalten, die auf die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen zugeschnitten ist.
Der wachsende Einfluss von Frauen in Forschung, Pflege und Politik ist mehr als ein Zeichen der Zeit, sondern vielmehr ein Aufruf an die Gesellschaft, Verantwortung zu übernehmen. Es geht um soziale Gerechtigkeit, um Gleichstellung, Anerkennung und Teilhabe.
Weitere Informationen und Quellen in der «auguste»: alz.ch/auguste
Alzheimer Schweiz und die kantonalen Sektionen informieren, beraten und unterstützen Menschen mit Demenz und deren Angehörige. Sie bieten Entlastungsmöglichkeiten und setzen sich für eine demenzfreundliche Gesellschaft ein. www.alz.ch
Entlastungsdienst Schweiz • Brandreport

SEin aktives Leben im Alter dank Unterstützung zu Hause
eit über 40 Jahren bietet der Entlastungsdienst Kanton Zürich verlässliche und flexible Unterstützung für betreuende Angehörige und Menschen mit Beeinträchtigungen. Ob Hilfe im Alltag oder bei der Freizeitgestaltung – die Betreuung findet ganz nach den Wünschen der Kundschaft statt.
So zum Beispiel bei Yvonne, 95, die weiterhin in ihrem geliebten Zuhause lebt. Von Montag bis Freitag bekommt sie jeweils für zwei bis vier Stunden Besuch von einer Betreuerin des Entlastungsdienstes. Es sind immer dieselben drei Frauen, die sich abwechseln. Yvonne schätzt diesen Austausch sehr: «Jede hat ihre Stärken, ich kann viel von ihnen lernen.» Die Betreuerinnen helfen Yvonne dabei, ihre Freundschaften zu pflegen und sozial aktiv zu sein.
Ob Hilfe im Alltag oder bei der Freizeitgestaltung – die Betreuung findet ganz nach den Wünschen der Kundschaft statt.
Für Yvonnes Tochter Regula ist der Entlastungsdienst eine unverzichtbare Unterstützung. Da sie und ihre beiden Geschwister weit entfernt leben und beruflich stark eingebunden sind, können sie ihre Mutter unter der Woche nicht besuchen. Doch sie wissen, dass ihre Mutter in guten Händen ist. Regula ist überzeugt, dass die tägliche Aktivierung und die Erledigungen zu Hause Yvonne jung halten: «Sie gestaltet ihren
Alltag eigenständig und erledigt vieles selbst, auch wenn sie dabei Hilfe benötigt.» Yvonne schätzt ihre Unabhängigkeit und möchte weiterhin selbst über ihren Tagesablauf bestimmen. Dennoch ist ihr bewusst, dass sie dafür auf Unterstützung angewiesen ist. «Ohne den
Entlastungsdienst könnte ich unmöglich zu Hause bleiben», sagt sie, «dann müsste ich ins Altersheim und so vieles aufgeben.»
Weitere Informationen unter: entlastungsdienst.ch/zuerich

Jedes Mal Lift statt Treppe, jede Bestellung per App, jede Sitzung zu lang: Was harmlos wirkt, summiert sich zu einem der grössten Gesundheitsrisiken unserer Zeit. Die gute Nachricht: Es braucht keine Marathonvorbereitung, um dem Bewegungsmangel gegenzusteuern, sondern vor allem Regelmässigkeit.
ir bestellen online, statt in den Laden zu gehen, fahren mit Bus oder Auto, lassen uns das Abendessen an die Haustür liefern und verbringen Stunden vor dem Computer oder über einen kleinen Screen gebeugt. Wir sitzen im Alltag immer mehr und bewegen uns gleichzeitig immer weniger. Das ist kein diffuses Gefühl, sondern ein Fakt: Weltweit sind knapp ein Drittel der Menschen nicht genügend aktiv. Zu diesem Schluss kam eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2024. In der Schweiz liegt die Zahl laut WHO etwas tiefer, aber auch hierzulande ist rund jede fünfte Person zu wenig aktiv. Der Körper verzeiht das erstaunlich lange. Bis plötzlich der Rücken schmerzt, die Energie fehlt, der Schlaf schlechter wird oder die Konzentration nachlässt. So weit muss es nicht kommen. «Jede Bewegung zählt» – das ist die Hauptbotschaft der «Schweizer Bewegungsempfehlungen», herausgegeben vom Bundesamt für Gesundheit, dem Bundesamt für Sport und der Gesundheitsförderung Schweiz. Um von den Vorteilen von Bewegung zu profitieren, muss man keinen Extremsport betreiben. Das Ziel ist viel bescheidener: Aktivität in den Alltag einzubauen, denn davon profitiert der Körper längerfristig am meisten. Die WHO gibt konkrete Leitlinien: Erwachsene sollten sich pro Woche 150 bis 300 Minuten bei mittlerer Intensität bewegen, Kinder und Jugendliche im Durchschnitt eine Stunde pro Tag. Sport spricht den ganzen Körper an Dass Bewegung als Grundlage für ein gesundes, langes Leben gilt, hat einen einfachen Grund: Sport wirkt nahezu auf jedes System im Körper. Muskeln werden trainiert, stabilisieren den Bewegungsapparat und wirken direkt auf den Stoffwechsel, den Blutzucker sowie Entzündungsprozesse. Das Herz arbeitet effizienter, die Durchblutung verbessert sich und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Krafttraining, Ausdauer und Koordination gelten deshalb heute als zentrale Bestandteile eines gesunden Alterns und spielen eine entscheidende Rolle in der Diskussion um Longevity.
sinkt deutlich. Gleichzeitig wirkt Bewegung auf das Gehirn: Stresshormone werden reguliert, die Konzentrationsfähigkeit steigt, die Laune hellt sich auf und viele Menschen schlafen besser.
Bewegung ist ein Rundumkönner und ein Grundpfeiler der Gesundheitsprävention. Zu den mittleren Aktivitäten zählen laut den «Schweizer Bewegungsempfehlungen» Tätigkeiten, die zu verstärkter Atmung führen, aber in der Regel nicht schweisstreibend sind, wie zum Beispiel zügiges Zu-Fuss-Gehen, Velofahren und Treppensteigen, aber auch Schneeschaufeln oder Gartenarbeiten.
Bereits kleine Routinen können einen Unterschied machen: zwei Stationen früher aussteigen und den Rest zu Fuss gehen; die Kollegin im vierten Stock persönlich besuchen, statt anzurufen; in der Mittagspause eine Runde drehen, statt am Schreibtisch zu bleiben. Der Körper reagiert weniger auf einzelne Ausnahmeleistungen als auf kontinuierliche Bewegung über lange Zeiträume. Das klingt simpel, geht in der Hektik des Alltags dennoch leicht vergessen, vor allem dann, wenn Sport einen weiteren Punkt auf der To-do-Liste darstellt.
Prävention gegen Zivilisationskrankheiten Dabei sprechen die Zahlen für sich: Nicht übertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und Krebs verursachen in der Schweiz fast drei Viertel aller Todesfälle, wie BAG-Monitoringdaten zeigen. Regelmässige Bewegung kann diesen Erkrankungen präventiv entgegenwirken und im Krankheitsfall die Behandlung unterstützen. Viele sogenannte Zivilisationskrankheiten entstehen nicht plötzlich, sondern entwickeln sich über Jahre durch Bewegungsmangel und dauerhaft sitzende Lebensweisen: Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Osteoporose oder chronische Rückenbeschwerden sind typische Beispiele. Es lohnt sich also, früh anzusetzen. Kinder haben meist einen starken, natürlichen Bewegungsdrang. Ermutigt man sie darin und gibt ihnen die Möglichkeit, verschiedene Sport- und Bewegungsformen auszuprobieren, legt man den Grundstein für einen aktiven Lifestyle.
Weniger Stress dank mehr Sport Davon profitiert nicht nur der Körper, sondern auch die Psyche, paradoxerweise gerade dann stark, wenn der Alltag durchgetaktet und stressig ist und eigentlich kaum noch Zeit für Bewegung bleibt. Doch Sport wirkt sich

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direkt auf den Hormonhaushalt aus. Zwar löst körperliche Aktivität kurzfristig selbst eine Ausschüttung von Cortisol aus, also jenem Hormon, das der Körper auch unter Stress freisetzt. Doch wer sich regelmässig bewegt, trainiert damit auch seine Stressreaktion und der Grundspiegel des Stresshormons sinkt langfristig. Das belegt eine klinische Studie, die 2024 im Fachmagazin «Journal of Sport and Health Science» veröffentlicht wurde. Rund 130 Erwachsene im Alter von 26 bis 58 Jahren absolvierten ein Jahr lang mindestens 150 Minuten Ausdauersport pro Woche. Am Ende waren ihre Cortisolwerte im Haar, einem zuverlässigen Langzeitmarker für chronischen Stress, statistisch deutlich tiefer als bei der inaktiven Kontrollgruppe. Das Fazit: Körperliche Aktivität kann über ihre langfristige Wirkung auf den Cortisolspiegel zu den Faktoren zählen, die vor verschiedenen Erkrankungen und psychischen Belastungen schützen. Selbstständigkeit im Alter bewahren Die WHO hält ebenfalls fest, dass regelmässige Bewegung die Symptome von Depressionen und Angstzuständen reduziert sowie die Gehirngesundheit fördern und somit das allgemeine Wohlbefinden steigern kann. Wer sich regelmässig bewegt, schläft tiefer, wacht erholter auf und geht gelassener durch stressige Phasen. Nicht nur in der Rushhour des Lebens trägt Sport zu mehr Lebensqualität bei, sondern wird mit zunehmendem Alter immer bedeutsamer. Die Muskelmasse nimmt mit den Jahren natürlicherweise ab, Gleichgewicht und Mobilität verschlechtern sich. Wer sich regelmässig bewegt, kann diesem Prozess entgegenwirken und länger selbstständig bleiben. Krafttraining, Ausdauer und Koordination gelten deshalb heute als zentrale Bestandteile eines gesunden Alterns und spielen eine entscheidende Rolle in der Diskussion um Longevity. Wer sich bisher wenig bewegt hat, sollte sich davon nicht abschrecken lassen: «Es ist nie zu spät, den ersten Schritt zu tun» ist ein weiterer Leitsatz der «Schweizer Bewegungsempfehlungen».
Text SMA


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Kate Hudson
Kate Hudson wuchs in einer Promi-Familie in Hollywood auf und wurde früh selber berühmt – leider oft ein Rezept für Überforderung und Abstürze. Nicht so bei der viel beschäftigten Schauspielerin und Unternehmerin, die zurzeit ein weiteres Karrierehoch erlebt.
Text Marlène von Arx Bild © HPFA
Selbst Langzeitkarrieren in Hollywood haben ihre Höhen und Tiefen. Die von Kate Hudson befindet sich gerade in einem Hoch: Ihre letzte Kinorolle in «Song Sung Blue» brachte ihr diesen Frühling ihre zweite Oscar-Nominierung ein. In der tragischen Liebesgeschichte spielt sie eine Sängerin, die mit ihrem Partner (Hugh Jackman) als Neil-Diamond-Coverduo unterwegs ist und von Schicksalsschlägen heimgesucht wird. So unglamourös hat man die Schauspielerin selten gesehen, was in Hollywood gerne mit besonderem Einsatz für die Kunst gleichgesetzt wird. Fast gleichzeitig und wieder sehr schick gestylt, führte sie mit der zweiten Staffel von «Running Point» die Serien-Charts auf Netflix an. In der sowohl beim Publikum wie bei Kritiker:innen beliebten Comedy-Serie gehört sie als unterschätzte Isla Gordon der Besitzerfamilie eines fiktiven Profi-Basketball-Teams in Los Angeles an. Nach einem Skandal tritt ihr Bruder als Präsident zurück. Isla übernimmt das Zepter und muss sich nicht nur gegenüber ihrer Familie, sondern auch gegenüber der Sport-Community beweisen. «Zum ersten Mal überhaupt habe ich eine zweite Staffel gedreht», erzählt die 47-jährige Schauspielerin in unserem «Running Point»-Interview vor Kurzem. «Das ist toll, denn man muss die Figur nicht mehr erklären und kann gleich loslegen. Ich habe mich allerdings nach der Pause schon gefragt: Ist das wie Velofahren? Oder muss ich mich zuerst wieder einleben?» Als sie ihre Serienbrüder wieder traf, war die Erinnerung und Dynamik schnell wieder hergestellt. «Es war wie ‹Groundhog Day›, als hätte man alles schon mal erlebt, als wir wieder in unseren Bürokulissen sassen. War tatsächlich schon ein Jahr vergangen?»
Eine Frau an den Schalthebeln der Macht – ob vor der Kamera in «Running Point» oder hinter der Kamera in der Unterhaltungsindustrie allgemein – Kate Hudson kennt die oft schwierige Situation zur Genüge. Die Dinge werden jedoch besser für Frauen, findet sie: «Der Schleier hebt sich, aber man muss selber anpacken, die Ärmel hochkrempeln und Projekte zum Entstehen bringen. Das ist viel Arbeit, vor allem in der Entwicklungsphase. Es braucht seine Zeit. Frauen müssen sich gegenseitig unterstützen und füreinander kämpfen. Darüber spreche ich mit meinen Freundinnen dauernd.» Und so steckt hinter der Sport-Comedy «Running Point» auch sehr viel Frauen-Power: Es war nämlich die Besitzerin und Präsidentin der Los Angeles Lakers Jeanie Buss, die die Idee hatte, ihre Erfahrungen als erste Frau, die ihr Team zu einer NBA-Meisterschaft führte, in einer Comedy aufzuarbeiten. Sie ging auf die Schauspielerin, Autorin und Produzentin Mindy Kaling zu, die die Prämisse weiter bis zur Netflix-Serie entwickelte. Inzwischen ist bereits die dritte Staffel in Arbeit. Wie man an der Spitze eines Unternehmens überlebt, ist eine Frage, die sich nicht nur die fiktive Isla Gordon stellt. «Spitzenpositionen für Frauen sind ja eigentlich ein neues Phänomen, wenn man denkt, wie lange es die Menschheit schon gibt oder wie lange Frauen das Stimmrecht haben», holt Hudson aus. «Frauen wurden nicht nur von aussen unterschätzt, sondern sie mussten auch den inneren Mut finden, sich nach vorne zu kämpfen. Es braucht immer noch viel Mut dazu. Mir fehlt er manchmal auch.» Sie hat eine Theorie, wann die Gleichberechtigung wirklich Realität sein wird: «Nämlich wenn das Generationenvermögen gleichsam auch auf Frauen verteilt ist. Letztlich bewegt Geld alles, auch wenn wir wünschten, es wäre anders. Je mehr Frauen in der Position sind, Geld zu verteilen, desto gleichberechtigter wird es, wie Dinge gehandhabt werden.»
Die Pros und Cons des Family-Business Wenn es ums Vererben geht, ist Kate Hudson in einer privilegierten Lage. Nicht nur, was Geld, sondern auch Talent betrifft: Ihre Mutter ist die Schauspielerin Goldie Hawn, ihr Vater der Musiker Bill Hudson und ihr Stiefvater, der sie zusammen mit ihrer Mutter aufgezogen hat, ist der als Schauspieler ebenfalls viel beschäftigte Kurt Russell. Als erstes Vorbild nennt sie ihre «Mommy»: «Sie ist nicht nur göttlich feminin, sondern hat auch eine starke maskuline Energie, die für Sachen kämpfen und sie erledigen kann. Sie war sehr ehrgeizig und produzierte die Filme, die

Menschen und Situationen verändern sich. Akzeptanz ist ein grosser Aspekt einer Beziehung – auch die Akzeptanz der eigenen Fehler.
– Kate Hudson
nicht auf. Für eine Zusammenarbeit mit ihrer Mutter wartet sie immer noch auf das ideale Projekt. Mit ihrem «Pa» Kurt Russell trat sie im Desasterfilm «Deepwater Horizon» (2016) auf. Aber sie hatten keine gemeinsamen Szenen. «Heisst es nicht, man soll Geschäft und Familie trennen?», fragt Hudson, die in «Running Point» versucht, gleichzeitig ein Unternehmen zu führen und ihre Brüder happy zu machen. «Aber die Prozentzahl von Menschen, die ins Familiengeschäft einsteigen, ist sehr hoch. Ich glaube, es sind über achtzig Prozent. Wenn man es richtig hinkriegt, ist man unschlagbar, und wenn nicht, ist es der grösste Fehlentscheid im Leben.» Weg von veralteten Ideen Mit vielen Talenten gesegnet, hat Kate Hudson schon früh ihre Karriere diversifiziert: 2013 gründete sie mit Partnern, die zu einem Milliardengeschäft avancierte Luxus-Sportbekleidungsmarke Fabletics. 2016 und 2017 schrieb sie die Selbsthilfebücher «Pretty Happy: Healthy Ways to Love Your Body» und «Pretty Fun: Creating and Celebrating a Lifetime of Tradition». Dazu kreierte sie Business-Modelle für die Wellness-Brand «In Bloom» und den glutenfreien Wodka «King St. Vodka». «Für mich ist Unternehmertum etwas sehr Kreatives», erklärte sie in unserem Interview 2017. «Es ist auch eine veraltete Idee, dass Schauspieler und Künstlerinnen nichts anderes sein sollen als Schauspieler und Künstlerinnen.»
Höhen und Tiefen gibt es im Leben so oder so. Das gut gemeinte Musical «Music» von Popstar Sia war 2021 ein Flop an der Kinokasse und erntete Kritik von der Autismus-Community, weil Hudsons autistische Film-Halbschwester von einer nicht autistischen Schauspielerin verkörpert wurde. Immerhin: Kate Hudson erinnerte daran, dass sie singen und tanzen kann. 2024 veröffentlichte sie unter dem Titel «Glorious» endlich ihr erstes Album. «Es war höchste Zeit», sagte sie damals in einem TV-Interview. «Ich hatte einfach vorher den Mut nicht dazu. Nach Covid habe ich gedacht, wenn ich das jetzt nicht mache, habe ich etwas in meinem kreativen Leben verpasst.»
sie machen wollte. Sie war die erste Produzentin, die in ihren Filmen die Hauptrolle spielte.»
Als Hollywood-Insiderin konnte sich Kate Hudson auch auf die Unterstützung der legendären
Produzentin Lynda Obst, mit der sie als Jungstar bei «How to Lose a Guy in 10 Days» (2003) zusammenarbeitete, und der Studio-Chefin Sherry Lansing verlassen. In den Filmen ihrer Eltern aufzutreten, drängte sich für Kate Hudson jedoch
Und je älter ich werde, desto weniger versuche ich anderen zu gefallen. Ich versuche realistisch zu sehen, was wirklich ist.
– Kate Hudson
Musik als roter Faden durchs Leben Hätte sie nicht schon als 19-jährige Schauspielerin den Durchbruch als Rock-Groupie Penny Lane im Kultfilm «Almost Famous» geschafft, hätte sie vielleicht den Weg ins Musikgeschäft eingeschlagen. Musik zieht sich aber auch so wie ein roter Faden durch ihr Leben: Ihre beiden Oscar-Nominationen («Almost Famous», 2000; «Song Sung Blue», 2025) hat sie Filmen mit musikalischem Puls zu verdanken und ihr Privatleben ist von Beziehungen mit Männern aus der Musikbranche geprägt: Sechs Jahre war sie mit dem «The Black Crowes»-Leadsänger Chris Robinson verheiratet. Später war sie mit «Muse»-Frontman Matt Bellamy verlobt und seit zehn Jahren ist sie nun mit dem Musiker Danny Fujikawa zusammen. Aus den drei Beziehungen stammen ihre drei Kinder: Ryder Russell Robinson, 22, Bingham Hawn Bellamy, 15, und Rani Rose Hudson Fujikawa, 7. «Über die Liebe lernt man nie aus im Leben», reflektiert Kate Hudson. «Menschen und Situationen verändern sich. Akzeptanz ist ein grosser Aspekt einer Beziehung – auch die Akzeptanz der eigenen Fehler. Ich sehe auch an meinen Eltern, die ja schon ewig zusammen sind: Beziehungen sind ein Tanz, sie stagnieren nie.» Bereuen tue sie nichts. Sie beschreibt sich als Optimistin, vielleicht sogar als zu optimistisch. «Und je älter ich werde, desto weniger versuche ich anderen zu gefallen. Ich versuche realistisch zu sehen, was wirklich ist.» Und dann fügt sie noch bestimmt hinzu: «So oder so: Die grösste Liebe meines Lebens sind meine Kinder.» Ihnen will sie mitgeben, was sie von ihren eigenen Eltern gelernt hat, nämlich wie man trotz Privilegien auf dem Boden bleibt und seinen eigenen Weg findet. Sie und ihr Bruder Oliver Hudson, ein Schauspieler, und die beiden Halbbrüder Boston, ein Psychotherapeut, und Wyatt Russell, ebenfalls Schauspieler, hätten von ihnen Mitgefühl für andere Menschen und Ehrlichkeit gelernt: «Und sie gaben uns die Freiheit, uns selbst zu sein und Fehler zu machen. Sie belasteten uns nie mit irgendwelchen hohen Erwartungen. Deshalb sind wir auch heute noch alle sehr verbunden und verbringen viel Zeit miteinander.»


Viele sogenannte «Gesundheitsschuhe» haben ein Problem: Sie sind zwar bequem – aber man sieht ihnen ihre Funktion sofort an. Die in der Schweiz entwickelten Anova Schuhe gehen einen anderen Weg: Sie verbinden modernes, zeitloses Design mit einer Technologie, die Fuss und Körper spürbar entlastet. Das Ergebnis: Schuhe, die sich mühelos zu Jeans, Business-Outfit oder Freizeitkleidung kombinieren lassen – und gleichzeitig unvergleichlichen Komfort bieten.
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Gehirnfunktion
Vor einigen Wochen erzählte mir eine Bekannte von ihrem Alltag. Jeden Morgen schaut sie zuerst bei ihrer Mutter vorbei. Sie hilft beim Frühstück, erledigt kleine administrative Aufgaben, organisiert Arzttermine und telefoniert mit der Spitex. Danach beginnt ihr eigener Tag.

Projektleiterin
«Ich mache das gern», sagte sie. «Aber manchmal merke ich erst am Abend, wie müde ich eigentlich bin.»
Diese Aussage ist mir geblieben. Denn sie steht stellvertretend für viele Menschen in der Schweiz. Menschen, die sich Tag für Tag um Angehörige kümmern, oft selbstverständlich und ohne viel Aufhebens darum zu machen. Sie begleiten Eltern, Partner:innen, Nachbar:innen oder Freunde. Sie hören zu, organisieren, unterstützen, pflegen und übernehmen Verantwortung.
Stilles Engagement mit grosser Bedeutung Dieses Engagement ist von unschätzbarem Wert. Es ermöglicht vielen Menschen, trotz gesundheitlicher Einschränkungen länger zu Hause zu leben und ihren Alltag selbstbestimmt zu gestalten. Viele Angehörige übernehmen diese Rolle bewusst und erleben sie als sinnstiftend und erfüllend. Gleichzeitig gerät jedoch etwas anderes leicht in den Hintergrund: die eigene Gesundheit der Betreuenden.
Sich um andere zu kümmern, kostet Kraft. Besonders dann, wenn die Unterstützung über Monate oder Jahre

Gesundheitsförderung beginnt nicht erst dann, wenn die Belastung zu gross wird.
hinweg dauert oder intensiver wird. Viele Angehörige erleben Phasen grosser Belastung. Schlafprobleme, Erschöpfung oder das Gefühl, ständig funktionieren zu müssen, sind keine Seltenheit. Oft kommen unerwartete Situationen hinzu – ein Spitalaufenthalt, eine Verschlechterung des Gesundheitszustands oder neue organisatorische Herausforderungen.
Für andere sorgen – und sich selbst stärken Umso wichtiger ist es, die eigenen Ressourcen ernst zu nehmen. Das ist nicht egoistisch. Im
Gegenteil. Wer langfristig für andere da sein möchte, braucht auch Zeit und Raum für sich selbst.
Diese Ressourcen können sehr unterschiedlich aussehen. Für die eine Person sind es Spaziergänge in der Natur, für die andere Gespräche mit Freunden, eine kreative Tätigkeit oder regelmässige Bewegung. Auch Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld gehört dazu. Allerdings fällt es vielen Menschen schwer, Hilfe anzunehmen. Sie möchten niemandem zur Last fallen oder glauben, alles allein bewältigen zu müssen.
Dabei zeigt die Erfahrung immer wieder: Entlastung verbessert nicht nur den Alltag, sondern stärkt auch die Gesundheit. Manchmal genügt bereits eine kleine Veränderung. Eine Stunde Zeit für sich. Eine Aufgabe, die jemand anderes übernimmt. Ein Gespräch, in dem Sorgen geteilt werden können.
Rückmeldungen von betreuenden Angehörigen, die Unterstützung geholt haben, zeigen: Sie gewinnen viel. Viele berichten nicht nur von weniger Stress, sondern auch von mehr Geduld, mehr Gelassenheit und einer besseren Lebensqualität – für sich selbst und für die Person, die sie begleiten.
Gesund bleiben, um begleiten zu können Vielleicht liegt darin eine wichtige Botschaft für uns alle. In einer Gesellschaft, die oft auf Leistung und Durchhaltevermögen ausgerichtet ist, wird Selbstfürsorge zu häufig als Nebensache betrachtet. Dabei ist sie eine zentrale Voraussetzung dafür, langfristig gesund und handlungsfähig zu bleiben.
Gesundheitsförderung beginnt nicht erst dann, wenn die Belastung zu gross wird. Sie beginnt früher – mit der Aufmerksamkeit für die eigenen Bedürfnisse, mit kleinen Pausen im Alltag und mit der Bereitschaft, Unterstützung anzunehmen, wenn sie nötig ist.
Wer sich um andere kümmert, verdient Anerkennung. Und ebenso verdient er oder sie die Möglichkeit, gut für sich selbst zu sorgen.
Text Sabine Dobler, Projektleiterin Psychische Gesundheit im Alter, Gesundheitsförderung Schweiz


Balance zwischen Berufsalltag und Entspannung wieder herstellen.
Hohe Anforderungen, komplexe Aufgaben, voller Terminkalender – Stress am Arbeitsplatz kann körperlich und seelisch krank machen. Immer mehr Menschen leiden deshalb unter:
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Slow Travel wird zum Leitmotiv einer neuen Reisekultur. Best Ager setzen auf Qualität, Komfort und bewusste Erlebnisse statt Tempo.

Vom Bahnhof Rorschach aus erreicht man bergwärts über Wiesen und kurze Waldabschnitte den Kaienspitz auf stolzen 1122 Metern. Wer zurückblickt, sieht den Bodensee in seiner ganzen Weite unter sich, flankiert vom Säntis und dem Alpstein.
Hier beginnt die erste Etappe der nationalen Wanderroute vom Bodensee bis nach Genf, 510 Kilometer in 29 Etappen, stets den Höhenwegen entlang. Nicht umsonst trägt sie den Namen Alpenpanoramaweg. Das klingt nach hohen Bergen und steilen Anstiegen, ist es aber nur bedingt. Die Route verläuft meist auf leichten Wanderwegen und ist für fitte Seniorinnen und Senioren gut zu bewältigen.
Aktivitäten mit Komfort Wem kurze Wanderungen wie durch das Küsnachter Tobel oder auf die Lueg im Emmental für einmal nicht mehr genügen, kann sich an einer nationalen Route versuchen. Dabei muss nicht gehetzt werden; viele Wanderinnen und Wanderer nehmen sich mehrere Monate oder sogar ein ganzes Jahr Zeit und absolvieren die Strecke in einzelnen Etappen. Das Ziel ist nicht, möglichst schnell anzukommen, sondern unterwegs Landschaften bewusst zu erleben.
Wer sich weniger als Wandervogel sieht, kann die Schweiz ebenso gut mit dem Velo oder E-Bike durchqueren. Die nationalen Velorouten führen durch Rebberge, Flusstäler und historische Ortskerne. Dank Gepäcktransport, Bahn und Postauto lassen sich Etappen flexibel an die eigene Kondition anpassen. Komfort und Aktivität schliessen sich längst nicht mehr aus.
Slow Travel heisst das Konzept Statt möglichst viele Sehenswürdigkeiten in kurzer Zeit abzuhaken, setzen immer mehr Schweizerinnen und Schweizer auf Qualität statt Tempo. Slow Travel heisst das Konzept, das besonders bei den Best Agern immer beliebter wird. Sie verfügen meist über genügend Zeit, legen Wert auf Komfort und möchten eine Region intensiv kennenlernen.
Die Schweiz bietet dafür ideale Voraussetzungen. Auf engem Raum wechseln sich Seen, Weinberge, Flusstäler und Berglandschaften ab. Dank des dichten Netzes an Wander- und Velowegen sowie des ausgezeichneten öffentlichen Verkehrs lassen sich Etappen flexibel planen oder verkürzen. Wer mag, steigt einfach in den nächsten Zug oder ins Postauto und setzt die Reise am folgenden Tag fort.
Entschleunigen ohne Verzicht Entschleunigtes Reisen bedeutet dabei keineswegs Verzicht. Im Gegenteil: Es geht darum, bewusster unterwegs zu sein. Eine gemütliche Einkehr auf einer Sonnenterrasse, ein Gespräch mit Einheimischen oder der Sonnenuntergang am Seeufer werden plötzlich wichtiger als der nächste Programmpunkt. Nicht das Ankommen steht im Mittelpunkt, sondern der Weg dorthin.
Die Generation 50+ wird den Tourismus in den kommenden Jahren zunehmend prägen. Gefragt sind flexible Reiseangebote unter der Woche, längere
Brandreport • Romantik Hotel Bären Dürrenroth
IAufenthalte mit kulturellem oder Bildungscharakter sowie Programme für Alleinreisende, die Begegnungen ermöglichen, ohne zu verpflichten. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach sanften Aktivferien mit Genusswanderungen, E-Bike-Touren oder kombinierten Natur- und Kulturerlebnissen. Im Mittelpunkt stehen nicht mehr Tempo und möglichst viele Attraktionen, sondern Zeit, Komfort, persönliche Erlebnisse und die Möglichkeit, Ferien individuell zu gestalten.
Reisen mit Opa und Oma Ferien mit den Enkelinnen und Enkeln sind weit mehr als gemeinsame Freizeit. Die Jüngsten profitieren von den Erfahrungen, Geschichten und der Gelassenheit ihrer Grosseltern. Gleichzeitig entdecken diese die Welt noch einmal mit Kinderaugen, lassen sich von der Neugier anstecken und beantworten unzählige Fragen, die im Alltag oft zu kurz kommen. So wird aus einer einfachen Wanderung plötzlich eine Schatzsuche, aus einer Zugfahrt ein grosses Abenteuer und aus einem Picknick eine Entdeckungsreise. Und ganz nebenbei werden auch die Eltern entlastet und gewinnen Zeit für sich. Kleine Städte werden attraktiver Venedig, Barcelona oder Paris sind für das gesetztere Publikum zunehmend weniger attraktiv – nicht zuletzt, weil die meisten diese Städte bereits in jüngeren Jahren besucht haben. Zudem gelten sie als zu hektisch und von Touristinnen und Touristen überlaufen. Bevorzugt werden heute kleinere Städteperlen. Damit sind nicht Bern, Luzern oder Zürich gemeint, sondern die vielen weniger bekannten Orte, die über die ganze Schweiz verteilt liegen. Murten mit seiner mittelalterlichen Stadtmauer beispielsweise, Olten an der Aare mit seiner überraschend lebendigen, teils autofreien Altstadt oder Yverdon-les-Bains mit
seinen magnesiumhaltigen Quellen, die bereits von den Römerinnen und Römern geschätzt wurden.
Durchdachte Planung
Die Generation 50+ plant ihre Reisen deutlich langfristiger als andere Altersgruppen. Ferien werden häufig mehr als sechs Monate im Voraus gebucht, was eine sorgfältige Planung widerspiegelt und den Zugang zu Frühbuchervorteilen ermöglicht. Bei der Wahl des Buchungskanals spielt persönliche Beratung eine zentrale Rolle. Ein grosser Teil der Best Ager nutzt nach wie vor das Reisebüro, insbesondere wenn es um Themen wie Gesundheit, Sprache oder begleitete Rundreisen geht. Gleichzeitig gewinnt auch die Onlinebuchung zunehmend an Bedeutung. Auch beim Reisebudget zeigt sich ein klares Muster: Best Ager verfügen im Durchschnitt über höhere Ausgaben pro Reise als der Schweizer Durchschnitt. Dies führt zu einer stärkeren Nachfrage nach komfortablen, qualitativ hochwertigen Angeboten, etwa bei Rundreisen, Golfferien oder individuellen Premiumreisen.
Richtungswechsel für den Tourismus
Die Generation 50+ gewinnt im Schweizer Tourismus rasant an Bedeutung, da die zahlenmässig starke Generation Babyboomer den Markt prägt und die Überalterung der Gesellschaft neue, qualitätsbewusste Reisebedürfnisse schafft. Nicht Geschwindigkeit oder die grösstmögliche Dichte an Sehenswürdigkeiten stehen im Zentrum, sondern Zeit, Qualität und das bewusste Erleben. Für den Tourismus bedeutet das einen klaren Richtungswechsel: Gefragt sind flexible, individuell anpassbare Angebote, die Raum für eigene Rhythmen lassen und gleichzeitig Sicherheit, gute Infrastruktur und hochwertige Erlebnisse bieten. Wer diese Bedürfnisse versteht, wird die wachsende Zielgruppe der Best Ager nicht nur erreichen, sondern langfristig binden.
Text SMA
m Herzen des Emmentals gibt es Orte, an denen die Zeit nicht stehen geblieben ist, sondern bewusst gepflegt wird. Historische Gebäude, herzliche Gastlichkeit und eine Küche mit regionalen Wurzeln verbinden sich zu einem Gesamterlebnis, das Ruhe, Genuss und Authentizität ausstrahlt. Hier wird Geschichte nicht nur bewahrt, sondern Tag für Tag mit Leben gefüllt.
Ein Haus mit über drei Jahrhunderten Geschichte
Das Romantik Hotel Bären Dürrenroth gehört zu den traditionsreichsten Gastgebern im Emmental. Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble erzählt von einer langen Geschichte, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Mit viel Sorgfalt wurden historische Elemente erhalten und mit zeitgemässem Komfort ergänzt. So entstanden stilvolle Zimmer und Suiten, die den ursprünglichen Charakter des Hauses bewahren und gleichzeitig den Ansprüchen moderner Reisender gerecht werden.

Jeder Raum besitzt seine eigene Persönlichkeit.
Altes Holz, Naturstein und ausgewählte Materialien schaffen eine warme Atmosphäre, die den Charme des historischen Ensembles unterstreicht. Das Resultat ist ein Ort, an dem sich Kultur, Architektur und Gastfreundschaft harmonisch begegnen. Regionale Küche mit Charakter Die Gastronomie gehört seit jeher zum Herzstück des Hauses. Saisonale Produkte aus der Region bilden die Grundlage einer Küche, die traditionelle

Die Verbindung aus authentischem Ambiente, professioneller Betreuung und regionaler Kulinarik macht jede Veranstaltung zu einem individuellen Erlebnis.
Rezepte mit zeitgemässen Ideen verbindet. Dabei entstehen Gerichte, welche die kulinarische Vielfalt des Emmentals widerspiegeln und den Geschmack der jeweiligen Jahreszeit aufnehmen.
Die enge Zusammenarbeit mit regionalen Produzenten unterstreicht den nachhaltigen Anspruch des Hauses. Kurze Transportwege und hochwertige Zutaten tragen dazu bei,

Voraussetzungen für Erholung. Gleichzeitig laden Wanderwege, Velorouten und kulturelle Ausflugsziele dazu ein, die Region aktiv zu entdecken.
Auch für Hochzeiten, Familienfeiern oder Seminare bietet das historische Ensemble einen besonderen Rahmen. Die Verbindung aus authentischem Ambiente, professioneller Betreuung und regionaler Kulinarik macht jede Veranstaltung zu einem individuellen Erlebnis.
Gastfreundschaft mit Persönlichkeit
Das Haus steht für eine Gastlichkeit, die persönlichen Service mit hoher Qualität verbindet. Historisches Ambiente, regionale Kulinarik und ein aufmerksames Gastgeberteam prägen das Erlebnis und machen den Aufenthalt zu etwas Besonderem.
Weitere Informationen unter: baeren-duerrenroth.ch
dass Regionalität nicht als Trend verstanden wird, sondern als gelebte Überzeugung.
Erholung zwischen Natur und Geschichte Ob Wellness, ein genussvolles Wochenende oder eine Auszeit in der Natur – das Hotel bietet vielfältige Möglichkeiten, den Alltag hinter sich zu lassen. Der Spa-Bereich, die ruhige Umgebung und die sanfte Hügellandschaft des Emmentals schaffen ideale

Pflegende Angehörige sind das unsichtbare Rückgrat unseres Gesundheitssystems. AsFam unterstützt sie mit Fachwissen und Herz. Im Interview spricht Kenny Kunz, Mitgründer der AsFam und Geschäftsführer, über die Bedeutung der Angehörigenpflege und den Umgang mit Vorwürfen.

Kenny Kunz
Mitgründer und Geschäftsführer
Herr Kunz, eine Frage vorab: Würde unser Schweizer Gesundheitswesen überhaupt ohne pflegende Angehörige funktionieren? Nein. Pflegende Angehörige kümmern sich um Familienmitglieder, die langfristig gepflegt werden müssen. Sie sind oft Tag und Nacht im Einsatz. Dabei übernehmen sie Aufgaben, die sonst Pflegefachpersonen leisten müssten, und entlasten dadurch Spitäler, Heime und andere Einrichtungen erheblich. Unser Gesundheitswesen profitiert nicht nur von der Arbeit pflegender Angehöriger – es ist auf sie angewiesen.
AsFam wurde 2019 gegründet. Kann man Ihre Firma als Pionierin der Branche bezeichnen?
AsFam war eine der ersten auf Angehörigenpflege spezialisierten Spitex-Organisationen in der Schweiz. Erst seit einem Bundesgerichtsentscheid von 2019 sind pflegende Angehörige berechtigt, sich für Grundpflegeleistungen entlöhnen zu lassen – vorausgesetzt, sie sind bei einer Spitex angestellt. Wir haben diesen Weg von Anfang an mitgeprägt. Die AsFam betont, sie sei «von pflegenden Angehörigen für pflegende Angehörige». Was bedeutet das? AsFam wurde aus eigener familiärer Erfahrung



gegründet: Meine Mutter pflegte zuerst, zusammen mit meiner Grossmutter, meinen Grossvater, später allein – und nach einem Unfall auch mich, ohne fachliche oder finanzielle Unterstützung. Mein Vater und ich waren überzeugt, dass pflegende Angehörige mehr Anerkennung, Wertschätzung und Unterstützung verdienen. So entstand die Vision von AsFam, ihre Lebensqualität und die ihrer Familien nachhaltig zu verbessern.
Die Motivation von AsFam ist, pflegenden Angehörigen eine gewisse Normalität in ihrem Alltag zurückzubringen. Wie schaffen Sie das?
Unsere Aufgabe ist es, pflegenden Angehörigen in ihrer wichtigen Rolle als Spitex-Mitarbeitende zu unterstützen. Unsere diplomierten Pflegefachpersonen stehen ihnen im Pflegealltag zur Seite, beraten sie fachlich, begleiten sie persönlich und sind bei Fragen oder Problemen da. Gleichzeitig stellen sie die Pflegequalität sicher und achten auch darauf, dass die pflegenden Angehörigen nicht überlastet werden. Der Alltag pflegender Angehöriger bleibt anspruchsvoll und ist alles andere als «normal». Wir helfen ihnen, sich gestärkt zu fühlen und ihre Herausforderungen nicht allein bewältigen zu müssen.
Auf pflegende Angehörige spezialisierten Spitex-Organisationen wird vorgeworfen, finanzielle Interessen würden im Vordergrund stehen. Was sagen Sie dazu? Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie anspruchsvoll die Pflege einer angehörigen Person ist. Deshalb steht bei uns der Mehrwert für pflegende Angehörige im Mittelpunkt – nicht unser Profit. Das zeigt sich auch daran, dass wir bewusst in Kantonen
tätig sind, in denen eine Kostendeckung heute kaum möglich ist, etwa im Wallis oder in Neuenburg. Neben der persönlichen Begleitung durch diplomierte Pflegefachpersonen und einem fairen Lohn bieten wir Schulungen und Fachberatungen (beispielsweise zu Autismus, Wundversorgung, Kinästhetik oder Aromapflege), eine aktive Angehörigen-Community sowie Entlastungsangebote an. Damit gehen wir bewusst über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. Da sich die Angebote der Anbieter teils deutlich unterscheiden, lohnt sich ein genauer Blick auf die Qualität der Unterstützung statt pauschaler Urteile über die Branche. Angehörige können sich bei privaten, öffentlichen oder gemeinnützigen Spitex-Organisationen anstellen lassen. Gibt es dabei Unterschiede? Für die betroffenen Familien ist nicht entscheidend, ob ein Anbieter als Non-Profit-Organisation oder als privatwirtschaftliches Unternehmen organisiert ist. Entscheidend sind die fachliche Begleitung der pflegenden Angehörigen und die verfügbaren Unterstützungsangebote. Diese Faktoren bestimmen, ob pflegebedürftige Menschen langfristig sicher und gut zu Hause gepflegt werden können. Deshalb sollte nicht im Vordergrund stehen, ob ein Anbieter privat, öffentlich oder gemeinnützig ist, sondern ob die Pflege qualitativ gut und nachhaltig erbracht wird.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft von AsFam?
Organisationen, die pflegende Angehörige anstellen, kämpfen aktuell mit einem negativen Image, da sie öffentliche Gelder beziehen und gleichzeitig unternehmerisch tätig sind.
Tatsächlich birgt die Anstellung von pflegenden Angehörigen ein potenzielles Missbrauchsrisiko und verlangt nach einheitlichen nationalen Regeln. Da ist die Politik gefragt. Denn es wird zu wenig zwischen verantwortungsvoll arbeitenden Organisationen und problematischen Anbietern unterschieden. Wir wünschen uns deshalb eine sachliche Diskussion über Transparenz, Qualität und Wirtschaftlichkeit statt pauschaler Vorwürfe.
AsFam ist eine Fach-Spitex für pflegende Angehörige und berät pflegende Angehörige fachlich, begleitet sie persönlich und entlöhnt sie fair. So können sie sich um ihre Liebsten kümmern, ohne dabei auf professionelle Unterstützung und finanzielle Sicherheit verzichten zu müssen. AsFam wurde 2019 als erste Spitex-Organisation ihrer Art als Familienunternehmen gegründet, hat ihren Sitz in Kloten und ist in elf Schweizer Kantonen tätig.
Weitere Informationen unter: www.asfam.ch











































































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Ab dem 50. Lebensjahr verändert sich für viele Menschen die Perspektive auf das eigene Leben. Die berufliche Verantwortung hat oft ihren Höhepunkt erreicht, Kinder werden selbstständig und die Gedanken richten sich zunehmend auf die kommenden Lebensjahre. Mit diesen Veränderungen rücken auch finanzielle Fragen in den Vordergrund: Wie lässt sich der Lebensstandard im Ruhestand sichern? Lohnt sich ein vorzeitiger Ruhestand? Welche Massnahmen sorgen dafür, dass Familie und Vermögen geschützt sind?
In der Phase ab dem 50. Lebensjahr bietet sich die Gelegenheit, die eigene finanzielle Situation zu reflektieren, Möglichkeiten zu erkennen und Prioritäten zu setzen. Es geht nicht mehr nur darum, Geld zu sparen oder anzulegen, sondern den eigenen Lebensweg bewusst und vorsorglich zu gestalten.
Zusammenhänge erkennen
Im Laufe der Jahre merkt man schnell, dass jede finanzielle Entscheidung Teil eines grösseren Ganzen ist. Vorsorge, Investitionen, Versicherungen und Nachlassregelungen sind eng miteinander verbunden. Wer diese Aspekte getrennt betrachtet, läuft Gefahr, Optimierungspotenziale zu verpassen oder ungewollte Risiken einzugehen.
Zudem verändern sich die Lebensumstände: Die Kinder ziehen aus, Immobilien werden verkauft, weitergegeben oder umgestaltet und gesundheitliche Überlegungen gewinnen an Bedeutung. Eine umfassende Reflexion der eigenen Situation ermöglicht, finanzielle Entscheidungen so zu treffen, dass sie langfristig stimmen und tragfähig sind.
Geld gezielt einsetzen
Viele Menschen halten ihr Vermögen ungenutzt auf Konten oder in klassischen Anlageformen. Ab 50 kann es sinnvoll sein, das Kapital bewusst zu strukturieren: Eine Strategie, die den eigenen Zielen, der Risikobereitschaft und der zeitlichen Perspektive entspricht, kann das Vermögen stabilisieren und zugleich Wachstum ermöglichen.
Dabei ist es nicht allein die Rendite, die zählt, sondern die Balance zwischen Sicherheit, Flexibilität und Potenzial. Wer Kapital bewusst einsetzt, schafft
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Wichtig ist, dass das Augenmerk nicht nur auf kurzfristigen Gewinnen liegt, sondern auf langfristiger Stabilität.
Handlungsspielraum – sei es, nun grössere Anschaffungen zu finanzieren, Reisen zu ermöglichen oder sich Freiräume für neue Lebensprojekte zu sichern.
Den Ruhestand planen
In dieser Lebensphase wird die Frage nach dem «richtigen Zeitpunkt» für den Ruhestand relevant. Wie viel Erspartes wird benötigt, um den gewünschten Lebensstil fortzuführen? Welche Rolle spielen staatliche Leistungen, betriebliche Vorsorge oder private Rücklagen?
Eine vorausschauende Planung betrachtet unterschiedliche Szenarien: den regulären Ruhestand, eine vorgezogene Pensionierung oder flexible Übergänge zwischen Beruf und Freizeit. Wichtige Faktoren sind Liquidität, Planung von Ausgaben für Wunschvorhaben sowie die Absicherung gegen unvorhergesehene Ereignisse. Wer dies frühzeitig bedenkt, kann Entscheidungen treffen, ohne sich finanziell eingeschränkt zu fühlen.
Absicherung von Familie und Vermögen Auch Fragen rund um Nachlass, Erbregelungen oder rechtliche Vollmachten gewinnen an
Bedeutung. Wer klare Entscheidungen trifft, schützt Angehörige vor Konflikten und stellt sicher, dass die eigenen Vorstellungen respektiert werden.
Professionelle Beratung kann dabei helfen, komplexe Entscheidungen verständlich zu strukturieren und individuelle Lösungen zu finden. Ziel ist es, Sicherheit zu schaffen – sowohl für die eigene Zukunft als auch für die Familie. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit Das Leben verläuft selten linear. Veränderungen wie Scheidungen, Krankheiten, Erbschaften, Immobilienkäufe oder Umzüge können finanzielle Planungen beeinflussen. Wer flexibel bleibt und seine Strategien regelmässig überprüft, kann auf Veränderungen reagieren, ohne unnötige Risiken einzugehen. Flexibilität bedeutet auch, dass Entscheidungen nicht in Stein gemeisselt sind. Szenarienplanung und alternative Strategien schaffen die Möglichkeit, auf neue Prioritäten und Lebensumstände angemessen zu reagieren.
Scheidungen im höheren Alter nehmen stark zu. Einige Anmerkungen zu diesem Phänomen.

Nach Jahrzehnten des Zusammenlebens entscheiden sich immer mehr Seniorinnen und Senioren für eine Scheidung. Und sehr oft ist es die Ehefrau, die den ersten Schritt macht (in 70 Prozent der Fälle laut einer französischen Studie). Was sagt dieser wachsende Trend aus?
Sich um sich selbst kümmern «Späte» Scheidungen sind das Ergebnis einer steigenden Lebenserwartung, des Wunsches nach persönlicher Entfaltung, der zunehmenden Unabhängigkeit der Frauen, des Auszugs der Kinder («leeres Nest») sowie eines gesellschaftlichen Wandels, der die Trennung verharmlost. Diese Trennungen bringen häufig unterdrückte Wünsche zum Vorschein und den Wunsch, die verbleibenden Jahre voll auszukosten, sich auf sich selbst zu konzentrieren und eine unbefriedigende Beziehung nach vielen gemeinsamen Jahren zu beenden.
Lange Zeit galt die Scheidung im Alter als seltenes Ereignis, heute ist sie zu einem echten gesellschaftlichen Phänomen geworden. Die jüngsten Zahlen des Bundesamts für Statistik bestätigen dies: In der Schweiz hat sich die Zahl der Scheidungen bei Personen in ihren Sechzigern seit Beginn der 2000er-Jahre verfünffacht. Diese Entwicklung zeigt einen tiefgreifenden Wandel in der Art und Weise, wie Paare den Ruhestand betrachten, aber auch in der grundlegenden Vorstellung von Ehe. Was früher das Ende eines gemeinsamen Lebenswegs und
Lange Zeit galt die Scheidung im Alter als seltenes Ereignis, heute ist sie zu einem echten gesellschaftlichen Phänomen geworden.
den Beginn einer wohlverdienten gemeinsamen Ruhephase darstellte, wird heute für viele zu einer Phase des Übergangs, oder gar zu einem persönlichen Neuanfang.
Nach einem Leben, das der Arbeit, der Kindererziehung und den täglichen Verpflichtungen gewidmet war, stellen manche Paare fest, dass sich ihre Bindung gelockert hat. Solange das Zuhause vom Familienleben geprägt war, konnten Unterschiede übersehen oder in den Hintergrund gedrängt werden. Wenn die Kinder jedoch ausziehen, kehrt eine neue Stille ein. Der weniger ausgefüllte Alltag lässt mehr Raum für Reflexion und lange unterdrückte Spannungen treten deutlicher hervor. Diese plötzliche Konfrontation mit sich selbst und mit der Partnerin oder dem Partner kann verunsichern. Oft ist dies der Moment, in dem insbesondere Frauen sich des eigenen Lebenswegs bewusst werden. Für sie ist die Scheidung im fortgeschrittenen Alter nicht zwingend eine schmerzhafte Trennung, sondern vielmehr eine ruhige, wohlüberlegte Entscheidung mit Blick auf eine andere Zukunft.
Finanzielle Vorteile
In der Schweiz ist es finanziell oft günstiger, im Konkubinat zu leben als verheiratet zu sein.
Dies ist die sogenannte «Heiratsstrafe». Heute zahlen rund 704 000 verheiratete Paare (davon 250 000 Rentnerpaare) mehr Steuern, als wenn sie im Konkubinat leben würden. Nach jahrelangen Diskussionen
hat das Parlament schliesslich ein neues Gesetz verabschiedet, das die Heiratsstrafe abschaffen und die Individualbesteuerung einführen soll. Das Referendum kam zustande, doch das Volk hat die Vorlage am 8. März 2026 angenommen. Sie wird spätestens 2032 in Kraft treten, damit Kantone und Gemeinden ihre Gesetzgebung entsprechend anpassen können.
Auch die AHV benachteiligt verheiratete Paare, da sie lediglich eineinhalb Renten («Ehepaarrente») erhalten, während zwei Konkubinatspartner jeweils eine volle Rente beziehen. Der Unterschied kann insbesondere bei niedrigen Einkommen erheblich sein, und es kommt nicht selten vor, dass sich ältere Paare scheiden lassen, teils sogar online, einzig um zwei AHV-Renten zu erhalten, während sie weiterhin zusammenleben.
Schliesslich sind verheiratete Paare auch im Bereich der Sozialhilfe benachteiligt: Sozialleistungen, insbesondere Ergänzungsleistungen, sind für Konkubinatspartner in der Regel leichter zugänglich als für Ehegatten, da die Anspruchsvoraussetzungen unterschiedlich ausgestaltet sind.
Unterhalt nach der Scheidung? Im Gegensatz zur Trennung (Eheschutzverfahren) kann nach einer Scheidung grundsätzlich keiner: der Ehegatt:innen verlangen, den bisherigen Lebensstandard beizubehalten. Es gilt das Prinzip des «clean break»: Jede
Persönliche Beratung statt Standardlösungen Mit zunehmendem Alter gewinnen massgeschneiderte Konzepte an Bedeutung. Standardisierte Angebote greifen oft zu kurz, weil sie individuelle Lebensumstände nicht berücksichtigen. Wer eng mit einem kompetenten Berater oder einer Beraterin zusammenarbeitet, kann eine Strategie entwickeln, die zu den eigenen Zielen und Werten passt. Wichtig ist, dass das Augenmerk nicht nur auf kurzfristigen Gewinnen liegt, sondern auf langfristiger Stabilität. Ziel ist es, die eigene finanzielle Basis zu sichern und gleichzeitig die Möglichkeit zu schaffen, die persönlichen Lebensziele umzusetzen –sowohl jetzt als auch in den kommenden Jahren. Den Übergang bewusst gestalten Finanzielle Vorsorge ab dem 50. Lebensjahr ist mehr als eine Frage von Geld. Sie ist eine Gelegenheit, diesen Lebensabschnitt aktiv zu gestalten: mit Freiheit, Sicherheit und der Möglichkeit, eigene Vorstellungen zu verwirklichen. Wer sich dieser Phase bewusst annimmt, kann finanzielle Entscheidungen treffen, die sowohl Stabilität als auch Flexibilität bieten. So entsteht nicht nur eine solide Grundlage für den Ruhestand, sondern auch ein Lebensplan, der die eigenen Wünsche, Träume und Prioritäten berücksichtigt. Die kommenden Jahre können selbstbestimmt und entspannt gestaltet werden – mit Klarheit über finanzielle Mittel, Perspektiven und Handlungsspielräume.
Text Aaliyah Daidi
Person soll ihre eigenen Möglichkeiten ausschöpfen und finanziell selbstständig sein (Erwerbsobliegenheit).
Eine Ausnahme bilden sogenannte lebensprägende Ehen (wenn die Rollenverteilung während der Ehe so ausgestaltet war, dass eine Partnerin oder ein Partner die eigene wirtschaftliche Selbstständigkeit zugunsten der Haushaltsführung und der Betreuung der Familie aufgegeben hat). In solchen Fällen kann ein Anspruch darauf bestehen, den während der Ehe gelebten Lebensstandard beizubehalten. Reichen die eigenen finanziellen Mittel nicht aus, kann ein entsprechender Unterhaltsbeitrag geschuldet sein. In der Regel wird dieser bis zum Erreichen des AHV-Alters ausgerichtet.
Sämtliche Details sind kostenlos auf der Website einsehbar.
AHV-Sozialversicherungen

Steuern


Er stammt aus der Luxushotellerie und leitete bis 2010 das Grand Hotel Bellevue (heute Le Grand Bellevue) in Gstaad. Heute führt Wichman das Hotel Spitzhorn in Saanen-Gstaad. Das Haus wurde bereits elfmal im grossen Hotelrating der SonntagsZeitung ausgezeichnet und mehrfach als «Bestes Winterhotel der Schweiz» in der Dreisterne-Kategorie prämiert. Wichman ist zudem Gründungsmitglied und ehemaliger Präsident des Vereins «Best 3 Star Hotels of Switzerland».
Herr Wichman, verraten Sie uns Ihr Erfolgsrezept?
(lacht) ... Ich werde Ihnen an dieser Stelle natürlich nicht unser ganzes Betriebskonzept verraten, aber unser Ziel war es immer, auf Understatement zu setzen. Die Antwort zu dieser Frage ist wahrscheinlich genauso vielschichtig wie die persönliche Definition von Erfolg selbst. Man muss hart dafür arbeiten. Es ging uns auch darum, mit den investierten Mitteln, bevorzugt langjährig, eine normale Rendite zu erzielen. Wir sind nicht in der Lage, schauen Sie sich gewisse Fünfsterne-Häuser an, viele Millionen zu investieren, um schlussendlich zu konkludieren, dass die Rendite fehlt. Gstaad hatte auch damals schon viele wunderschöne Fünf- und Viersterne-Häuser. Für uns war klar, dass ein gutes, bodenständiges Dreisterne-Hotel der Region einen Mehrwert geben würde. Es ging uns darum, die Erwartungen der Gäste, eingestuft von einem Dreisternekonzept, zu übertreffen. Unsere Gäste sollten denken: «Wow, was für ein tolles Haus!» Mit Ihrer Philosophie «die Leichtigkeit des Seins» ermutigen Sie die Gäste den Alltag hinter sich zu lassen. Wie gelingt Ihnen das? Wir leben in einer komplexen Zeit: Unser Leben scheint sich zunehmend zu beschleunigen, getrieben durch digitale Technologien. Mobile Devices und Laptops sind Teil unseres Lebens geworden, wodurch es uns zunehmend schwerer fällt abzuschalten. Ja, es fehlt uns an Zeit und Raum, Stille und Klarheit. Ein begeisterter Gast hat das Saanenland einmal mit der Harmonie einer schönen Melodie verglichen: Nichts ist übertrieben, alles atmet stille Schönheit in Grün für die Wiesen und Wälder, in Blau für Seen und Himmel, in Weiss für Wolken und Schnee. Man steht da und geniesst, umringt von einem Kranz hochragender Berge. Einer der schönsten trägt den Namen Spitzhorn. Er ist ein Schönwetterberg und teilt die Wolken. Daran orientiert sich unser Hotel. Wer hier eintritt, lässt die Eile und die Hektik des Alltags hinter sich. Der Aufenthalt im Spitzhorn soll die Gäste so sehr verzaubern, dass sie sich aufs Wiederkommen freuen. Luxus ist immer weniger in Dingen zu finden, sondern häufiger in Erlebnissen, die uns aus unserem Alltag herausheben, vielleicht eine Familie zusammenführen, einen Horizont erweitern oder ein Gefühl von Freiheit vermitteln. All dies mit dem Wissen, einfach entspannen zu können, weil sich jemand um alles kümmert. Sie betonen stets, dass Ihnen Kundenbewertungen wichtiger sind als die
klassische Sterneklassifizierung. Wie pflegen Sie den Kontakt zu Ihren Gästen online?
Sterne an sich sind für das Spitzhorn irrelevant. Portale für Online-Bewertungen hingegen sind ein sehr wichtiges Mittel. Durch diese Portale erhalten wir jeden Tag aufs Neue Sternebewertungen von unseren geschätzten Gästen. Doch es braucht beides: Hotelsterne beziehungsweise Klassifizierungen und Gästebewertungen. Die Sterne bieten dem Gast eine Orientierung. Sie sind die Basis und das wird auch so bleiben. Andererseits werden Onlinebewertungen und Social-Media-Kanäle immer wichtiger. Als Hotelier muss man voller Elan dabei sein!
Man sagt, dass Schweizer Hoteliers den «Hype» Social Media verschlafen, respektive erst spät erkannt haben. Worin sehen Sie die Vorteile einer aktiven Online-Strategie?
Nach endlosen Wochen nervenzehrender Arbeit hat man Ferien reichlich verdient. Richtige Ferien, wahre Ferien. Wo, wie, wann? Das ist die Nuss, die es zu knacken gilt. Wer die Nussschale sprengt, muss auf Gastgeber aus Leidenschaft stossen. Auf Menschen, welche das Gastgeben zum Beruf gewählt haben und sich in dieser Rolle jeden Tag neu erfinden, damit sie nie in Routine erstarren. Das Internet ist das ideale Kommunikationsmittel dafür. Unser Sohn Moritz hat bereits viele positive Erfahrungen vor und während sowie nach dem Bau, mit uns und dem Spitzhorn erleben können. Besonders, dass hinter allem viel harte und vor allem schöne Arbeit steckt. Auf unserer Website haben wir dieses Insiderwissen von Moritz, dem jüngsten Gastgeber des Chalethotels Spitzhorn,
Nicht immer mehr von allem, sondern das Beste vom Wichtigen.
– Michel Wichmann, Gastgeber und Pächter des Hotels Spitzhorn in Saanen BE
in einem Video festgehalten. Richtig genutzt, ist Social Media sowohl diskret als auch persönlich.
Was dürfen Familien mit Kindern bei Ihnen im Spitzhorn erwarten?
Wir bieten unseren Gästen zum Beispiel einen Innenpool an, was die meisten Dreisternehäuser nicht haben. Oder denken Sie an unseren einfachen, aber schönen Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad und Fitnessraum, Sportshop im Hotel, Kinderspielzimmer und Aussenspielplatz. Hinzu kommt die hochwertige Ausstattung der Zimmer und Räume. Aber noch viel wichtiger ist die Software. Umfragen bestätigen immer wieder, dass sich unsere Gäste (ob gross oder klein) erst wohl fühlen, wenn sie sehen und

gesehen werden. Das eigentliche Produkt, nämlich die Speisen und Getränke, treten dabei völlig in den Hintergrund. Unsere Gäste bezahlen für nichts so viel, wie für die sogenannten weichen Faktoren, und die haben mit Ambiente, Gefühle, Farben, Fantasien, Emotionen und Wohlbefinden zu tun. Sie bezeichnen sich und Ihr Team als «Serving People». Wie treiben Sie Ihr Team zu Höchstleistungen an?
Das Geheimnis liegt in einem wertschätzenden Arbeitsumfeld, in dem Spiel, Freude, Lust und Spass, Konzentration und engagierte Mitarbeitende für mehr Energie, Begeisterung und höhere Produktivität sorgen. Qualität statt Quantität heisst auch, dass viel Personal nicht immer gleichzeitig auch Qualität bedeutet. Perfekte «Serving People» strahlen eine gewisse Leidenschaft für ihre Aufgabe aus. Das sehen wir und sieht der Gast in strahlenden Gesichtern, kluger Dienstleistung und Top-Qualität. Weiterhin sind wir davon überzeugt, dass die Tatsache, zu wissen für wen man arbeitet, für die Mitarbeiter ein nicht zu unterschätzender Identifikations- und Motivationsfaktor sein kann. Die Mehrheit der Mitarbeitenden bleibt uns und dem Hotel Spitzhorn auch nach fünf Jahren treu.
Warum sollten die Leute eigentlich ins Saanenland reisen?
Wir befinden uns hier auf der wunderschönen Wintergarten-Terrasse; umringt von einem Kranz hochragender Berge. Einer der schönsten trägt den Namen «Spitzhorn». Lassen Sie einfach mal Ihren Blick herumschweifen, über die wunderschöne Umgebung, die prachtvolle Natur. Viele Leute bezahlen viel Geld, um hier im Saanenland zwei Wochen Ferien machen zu können. Wir haben das Privileg, sogar das ganze Jahr hier wohnen und leben zu dürfen. Was mir am Saanenland besonders gefällt, ist die hohe Lebensqualität. Ein Dorf ohne Verkehrsampeln, ohne Stau, mit ebenso vielen Kühen wie Einwohnenden. Ein kleines Dorf, das aber trotzdem sehr international ist. Qualität statt Quantität. Saanen–Gstaad – my love.
Text Juan Paulo Zenz Bilder Hotel Spitzhorn
Weitere Informationen und Buchungen unter: spitzhorn.ch

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