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Fokus Moderne Landwirtschaft

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FOKUS

EINE THEMENZEITUNG VON SMART MEDIA

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ZUM WOHL DER TIERE

SWISSNESS-DEBATTE

Innovative Stallsysteme

Was ist «schweizerisch»?

UNSER WALD Nicht nur Erholungszone

IUM JULI 2016

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MO DERNE LANDWIRTSCHAFT

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Interview

ISABELLE EMMENEGGER Die Chefin des Eidgenössischen erzählt REAL LIFE. REAL STORIES. REAL IMPACT.

Raclette Suisse:

der Grill-Trend des Sommers

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EINE THEMENZEITUNG VON SMART MEDIA

2 Editorial Markus Ritter Lesen Sie mehr...

Schweizer Bäuerinnen und Bauern haben gute Trümpfe in der Hand

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Umfragen zeigen, die Schweizer Landwirtschaft geniesst ein hohes Ansehen. In Sachen Biodiversität, Ökologie und artgerechte Tierhaltung nehmen einheimische Bäuerinnen und Bauern gar eine Vorreiterrolle ein. Zehn Millionen Nutztiere treffen Sie hierzulande an. Und nirgendwo in Europa ist es diesen Tieren wohler als bei uns. Diese artgerechte Haltung ist in unserem Tierschutzgesetz verankert. So dürfen beispielsweise Tiertransporte bei uns maximal sechs Stunden dauern, während die Tiere in der EU bis zu 24 Stunden unterwegs sind. Auch in Sachen Höchsttierbestände haben wir die Nase vorn. Diese Art der Tierhaltung – geprägt von bäuerlichen Familienbetrieben – geniesst einen grossen Stellenwert bei den Konsumenten. Und dafür sind viele bereit, einen höheren Preis zu bezahlen. Aber nicht nur in Sachen Tierwohl steht die Schweiz

an der Spitze. Sie stellt mindestens sieben Prozent der Gesamtfläche der Natur zur Verfügung – mit Hecken, Hochstammbäumen, extensiven Wiesen, Brachland und vielem mehr. Nicht zu vergessen die Bedeutung der bunten Felder, blühenden Bäumen, weidenden Kühen, gelebten Traditionen wie Alpabzüge für den Tourismus. Und alles das direkt vor Ihrer Haustüre! Wussten Sie aber auch, dass vom Konsumentenfranken schlussendlich nur 25 Rappen beim Landwirt landet? Den Rest teilen Handel und Verarbeiter unter sich auf. Trotzdem, oder gerade deshalb, sind viele Bauernfamilien

innovativ wenn es darum geht, die Wertschöpfung auf ihrem Betrieb zu verbessern. Sie besetzen Nischen und halten Schafe statt Kühe für die Milchproduktion, pflanzen Kräuter statt Weizen, erzeugen mit Photovoltaikanlagen auf ihren Stalldächern oder mit Biogasanlagen Energie und sind in der Direktvermarktung oder dem Agrotourismus aktiv. Immer unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit – schliesslich sollen künftige Generationen immer noch eine gepflegte Landschaft vorfinden und mit denselben guten Böden produzieren können wie wir. Am besten machen Sie sich selbst einmal ein Bild der aktuellen Landwirtschaft und ihren

FOKUS MODERNE LANDWIRTSCHAFT Text SMA, Eveline Angehrn

Distributionskanal Blick, Juli 2016

davide.ingrosso@smartmediaagency.ch

Titelbild ZVG

Druck Ringier Print

Design Smart Media Agency AG Grafik und Layout Anja Cavelti

04 Käse 05 Artgerechte Tierhaltung 06 Metzgerberuf 08 Solarenergie 09 Brandreport: Erdgas

10 Interview

Isabelle Emmenegger

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Forstwirtschaft

13 Stallbau 14 Anbau und Ernte 16 Swissness-Debatte 17 Slowfood 18 Schweizer Wein

Markus Ritter Nationalrat und Präsident Schweizer Bauernverband

ÜBER SMART MEDIA

Projektleiter Davide Ingrosso

Produktionsleitung Matthias Mehl

Mehr dazu gibt’s unter www.landwirtschaft.ch. n

Wo Tradition zum Genuss reift Alpkäse entsteht aus natürlicher Schweizer Alpmilch. Die Alpweiden mit bis zu 100 verschiedenen Kräutern und Gräsern verleihen ihm den einzigartigen Geschmack. Alpkäse enthält deshalb wertvolle ungesättigte Fettsäuren (Omega3/6 und konjugierte Linolsäuren CLA), die wir nötig haben. Kaufen Sie Alpkäse - direkt vor Ort oder im Fach- und Detailhandel. Fragen Sie, woher der Alpkäse kommt und geniessen Sie ihn das ganze Jahr. www.schweizeralpkaese.ch

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vielen Trümpfen. Bäuerinnen und Bauern öffnen gerne für Sie ihre Stalltüren – sei es mit 1. August‐Brunch auf dem Bauernhof, Stallvisite oder Hof‐Theater.

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Smart Media ist der Spezialist für Content Marketing und Native Advertising. Unsere Kampagnen werden sowohl online als auch in führenden Printmedien publiziert. Inhaltlich setzen wir einen Fokus auf aktuelle und relevante Fachthemen innerhalb verschiedener Branchen. Mit unseren kreativen Medienlösungen helfen wir Ihnen dabei, Ihre Marke zu stärken und echten Nutzen für Ihre Zielgruppe zu schaffen. Unsere hochwertigen Inhalte regen Ihre Kunden zum Handeln an.

Viel Spass beim Lesen! Davide Ingrosso Projektleiter

Smart Media Agency AG Gerbergasse 5, 8001 Zürich, Schweiz Tel. 044 258 86 00 E-Mail jeroen.minnee@smartmediaagency.ch Web www.smartmediaagency.ch

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EINE THEMENZEITUNG VON SMART MEDIA

4 Käse

Raclette gehört zur gelungenen Grillparty Früher versorgte man den Raclette-Ofen und das Fondue-Rechaud den Sommer über im Keller. Das hat sich geändert – Raclette hat sich sogar zum Star jeder Grillparty gemausert. TEXT GEROLD BRÜTSCH-PRÉVÔT

Fondue im Sommer auf dem Balkon? Oder Raclette-Käse auf dem Holzkohlengrill? Noch vor ein paar Jahren wären das ungewohnte, ja fast groteske Bilder gewesen. Zum heissen, geschmolzenen Käse stellte man sich einen schneereichen Winter vor, klirrende Kälte und dazu eine gemütliche, fröhliche Runde in einer abgelegenen Alphütte, begleitet von urchiger Schweizer Ländlermusik. Im Sommer wird nach wie vor bedeutend weniger Raclettekäse gegessen. Das liegt sicher an den fest verankerten Ess-

gewohnheiten und diesen winterlichen Bildern, die seinerzeit auch durch die Werbung bewusst verstärkt wurden. Früher wurden Raclette und Fondue nur im Winter beworben und damit ganz klar als Mahlzeit für den Herbst und Winter positioniert. Auch der Detailhandel hatte sich darauf eingestellt und den Verkauf ebenfalls in der kalten Jahreszeit forciert.

Dabei werden keine Zusatzstoffe wie Natamycin oder Farbstoffe und keine gentechnisch hergestellte Labstoffe eingesetzt. Deshalb kann auch die Rinde, die beim Schmelzen den charakteristischen Geschmack bildet, unbedenklich gegessen werden. Für viele Gourmets gehört die knusprige Raclette-Rinde als Kontrast zum schmelzenden Käse unbedingt dazu.

Raclette hat sich immer mehr zur GanzjahresMahlzeit entwickelt.

RACLETTE ALS SOMMERHIT

Doch die Zeiten und damit die Essgewohnheiten verändern sich. Und die multimediale Präsenz der Esskultur in Fernsehsendungen, Food Blogs und Apps helfen mit, dass sich Trends schnell verbreiten. Social-Media-Nutzer teilen ihre Gerichte online und die Konsumenten sind offener geworden für Veränderungen und innovative Ideen. So hat sich auch Raclette immer mehr zur Ganzjah-

res-Mahlzeit entwickelt und dabei sogar den Sprung geschafft, neben Fleisch, Fisch und Gemüse auf dem Grill zu liegen. Möglich macht das auch ein dafür entwickeltes Grillpfännchen, das die Hitze der Glut ohne weiteres aushält. MIT ODER OHNE RINDE?

Raclettekäse ist ein Naturprodukt und wird in der Schweiz mit grossem handwerklichen Können sorgfältig hergestellt.

VIEL EIWEISS UND VITAMINE

Raclettekäse ist von Natur aus reich an hochwertigem Eiweiss, essentiellen Aminosäuren sowie Kalzium und Phosphor. Er stellt eine gute Quelle für die Vitamine A, D, B2 und B12 dar und enthält keine Laktose. Deshalb ist er auch sehr gut für die vegetarische Ernährung geeignet. Ein Raclette als Gericht deckt in etwa den Tagesbedarf an Vitamin B12 ab.

Der Aelpler-Blog begleitet den traditionell hergestellten Alpkäse bis zum bewussten Konsumenten und gibt Einblicke in diverse Schweizer Alpregionen. Besuchen Sie neun Alpbetriebe online und kommentieren Sie Beiträge unter www.alpgeschichten.ch.

schweizeralpkaese.ch


EINE THEMENZEITUNG VON SMART MEDIA

Artgerechte Haltung 5

Tiergerechte Fleischproduktion ist ein wichtiges Anliegen «Schweizer Fleisch – alles andere ist Beilage» kokettiert die Werbung zweideutig. Doch lohnt es sich, beim Fleischkauf auf die Herkunft zu achten? TEXT GEROLD BRÜTSCH-PRÉVÔT

Fleisch ist ein emotionales Lebensmittel, jedes Essen ist mit einer Schlachtung verbunden. Deshalb muss der Konsument/ die Konsumentin darauf vertrauen können, dass die Tiere gut gehalten werden und der Weg in den Schlachthof möglichst stressfrei verläuft. In der Schweiz ist der Tierschutz bei Nutztieren ein sensibles Thema, deshalb geniesst die naturnahe und tiergerechte Nutztierhaltung einen hohen Stellenwert. Der Staat fördert die verantwortungsvolle Haltung mit Programmen für tierfreundliche Stallhaltungssysteme oder regelmässigen Auslauf im Freien.

zu verhindern, dass Menschen und Nutztiere Nahrungsmittelkonkurrenten sind – vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern. OHNE FLEISCH KEINE MILCH UND EIER

Oft wird vergessen, dass die Erzeugung von Milch, Käse, Butter und Eiern voraussetzt, dass auch Fleisch produziert wird. Gerade in der traditionell von der Milchwirtschaft geprägten Schweizer Landwirtschaft ist die Fleischproduktion untrennbar mit der Produktion anderer tierischer Nahrungsmittel verknüpft. TTIP AUCH FÜR DIE LANDWIRTSCHAFT WICHTIG

Die Transatlantische Handelsund Investitionspartnerschaft

(TTIP) ist ein Freihandelsund Investitionsschutzabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA. Die Verhandlungen laufen seit Juni 2013. Als Nicht-EU-Mitglied ist die Schweiz bei diesen nicht dabei; vom Abkommen betroffen aber schon. Die EU und die USA sind ihre wichtigsten Handelspartner, auch für die Landwirtschaft. Mit den USA unterhält die Schweiz kein Freihandelsabkommen. Die Angst der TTIP-Gegner ist, dass sich Europa den amerikanischen Qualitätsansprüchen anpassen könnte. Als Beispiel wird der Umgang mit Hühnerfleisch erwähnt. In den USA wird dieses im Chlorbad desinfiziert, was in

der EU verboten ist. Die Gegner warnen zudem vor hormonbehandeltem Fleisch. Die EU-Kommission verspricht allerdings, dass die geltenden Vorschriften nicht tangiert würden. WELCHE OPTIONEN HAT DIE SCHWEIZ?

Noch ist die Schweiz allerdings aussenvor. Eine Möglichkeit wäre, dass sie sich an das fertig verhandelt TTIP anhängt. Allerdings wissen die EU und die USA aber noch nicht, ob sie das Abkommen für Drittstaaten öffnen wollen. Eine mögliche Alternative wäre ein Freihandelsabkommen mit den USA. Der Landesregierung stehen also für die Wirtschaft wegweisende Verhandlungen bevor.

Ihr Gesundheits-Begleiter: In der Basis-Version der App «Homöopathische Stallapotheke» sind 5 ausführlichen Beschreibungen von insgesamt 64 Arzneien sowie 10 Indikationen zugänglich. Im Einführungsteil in die Homöopathie steht dem Benutzer der Basis-Version der gesamte Inhaltsbereich von «Was ist Homöopathie?» zur Verfügung. In der Vollversion als in-App-Purchase der Stallapotheke erhalten Sie zusätzlich: • Zugriff auf sämtliche Indikationen, Beschreibungen und total 64 Arzneimittel • den Vet-Finder, mit welchem homöopathisch arbeitende Tierärzte in der Nähe gefunden werden können

AUCH ÖKOLOGIE EIN THEMA

Die Schweizer Ökobilanz für tierische Produkte ist schon heute in vielen Aspekten besser als diejenige vieler anderer Länder. Dazu trägt unter anderem auch die immer mehr auf nachhaltige Produktion ausgerichtete Landwirtschaft bei. Ziel muss aber sicher sein, mehr und mehr

e «Der Ofe n ist heiss, der Käs

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• den praktischen Anamnesebogen, mit welchem Sie den Zustand des Tieres erfassen, die Mittelgabe protokollieren und die Veränderung mit der Kamera dokumentieren können Link zur App: www.omida.ch

verlocke nd…»

«Bringen wir also die Gäste zum Sch melze n…»

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EINE THEMENZEITUNG VON SMART MEDIA

6 Metzgerberuf

Andreas Matzenauer Fleischfachmann in Ausbildung Bild: zvg

Der eigene Betrieb als Vision Die Fleischbranche ist längst nicht mehr das, was sie in vielen Köpfen noch immer ist. Die blutige Metzgerschürze gibt es längst nicht mehr. Die Berufe der Fleischwirtschaft sind geprägt von kreativen Entfaltungsmöglichkeiten und einem breiten Spektrum von Karrierepfaden, vom Fleischfachassistenten bis hin zum CEO eines börsenkotierten Unternehmens. TEXT ZVG

Ursprünglich wollte Andreas Matzenauer Oberstufenlehrer werden. Dieses Ziel vor Augen, absolvierte er zwei Jahre

die Kantonsschule. Zwei Jahre, in denen in ihm der Entschluss heranreifte, dass Oberstufenlehrer nicht wirklich das war,

Schliesse Dich dem Team An

Die Lehre als Fleischfachmann oder -frau mach den ersten schritt mit einer schnupperlehre

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was ihm am Besten entsprach. Zupacken wollte er, etwas bewegen und körperlich arbeiten. Das stundenlange Sitzen und Büffeln, ohne abends zu sehen, was er geschaffen und erreicht hatte, lag ihm nicht. Seinem zupackenden Wesen entsprechend, liess er nach seinem Weggang aus der Kantonsschule aber keinen Stein auf dem andern, um genau das heraus zu finden. «Bäcker, Bauer, Gärtner, Dachdecker, Spengler… ich schnupperte sicher an zehn Orten, um mir klar zu werden, wo ich mich beruflich am Besten verwirklichen konnte.» Es waren die Einsichten, welche er als Schnupperlehrling in einer Metzgerei gemacht hatte, die ihn dazu brachten, diese und keine andere Ausbildung zu wählen. «Fleisch war für mich schon immer etwas ganz besonderes, edles, und Metzger – oder Fleischfachmann wie man heute sagt – schien mir eine Tätigkeit, wo man körperlich etwas leisten kann. Ich fand es einfach genial, eine Schweinehälfte vor mir zu haben und diese zu einer Vielzahl von Endprodukten, bis hin zur Wurst, verarbeiten zu können. Wenn ich das Endprodukt unserer Arbeit verspeise, dann weiss ich, dass wir da nicht einfach einen

Fleisch war für mich schon immer etwas ganz besonderes, edles, und Metzger – oder Fleischfachmann wie man heute sagt – schien mir eine Tätigkeit, wo man körperlich etwas leisten kann. Cervelas, sondern etwas richtig Gutes gemacht haben und sich der Einsatz für mich und letztlich unsere Kunden gelohnt hat.» VOLLGAS GEBEN KÖNNEN

Zurzeit absolviert Andreas Matzenauer das zweite Lehrjahr bei der Micarna AG. «Die Micarna ist für mich der beste Ausbildungsplatz, da ich hier Vollgas geben und alles lernen kann, was ich in der ersten Phase meiner Lehre im gewerblichen Betrieb nicht lernen konnte. Wissen ist die Grundlage von allem.» Andreas hat den Ehrgeiz, sich alles Wissen anzueignen, das er für die Umsetzung seiner Zukunftsvorstellungen braucht. Oder mit seinen Worten gesagt: «Schnauze halten, zuhören, lernen und nochmals lernen. So

bekommt man die für die weitere Zukunft nötige Kompetenz.» Bezüglich Ausbildung möchte er noch die Berufsmittelschule absolvieren. Parallel dazu fasst er eine Zusatzlehre als Koch ins Auge. Das was man als Traum – vorläufig – bezeichnen könnte, ist die Eröffnung eines Gastronomiebetriebs der neuen Art als Joint Venture mit Produzenten aus anderen Lebensmittelbereichen. Das Konzept beinhaltet auch oder vor allem, dass die Produktion und Herstellung von Fleisch und anderen Lebensmittel in einem «Foodtheater» für die Gäste transparent gemacht werden soll. Wer ihn kennt, zweifelt keinen Moment daran, dass Andreas Matzenauer die Idee mit Energie und viel Spass vorantreiben wird.


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Das Studium für Naturverbundene Gesunde Nahrungsmittel sind unsere Lebensgrundlage. Und die Landwirtschaft soll sie liefern. Die Bedingungen werden aber immer vielschichtiger – zum Beispiel wegen dem Klimawandel. Gut ausgebildete Agrar-Fachleute sind deshalb sehr gefragt. Mit der Natur und den Tieren arbeiten? Verantwortung übernehmen und die eigenen Ideen verwirklichen? Für viele klingt das nach einem Traumjob. Auch für Michael Rauch. Nach der Handelsmittelschule hat er zwei Jahre lang als Buchhalter gearbeitet und anschliessend die wirtschaftliche Berufsmatura absolviert – mit dem Ziel, Wirtschaft oder Sport zu studieren. Während eines Gelegenheitsjobs erfuhr er aber zufällig vom Agronomie-Studium an der Berner Fachhochschule (BFH) und entschied sich dazu, den Schreibtisch gegen das Feld einzutauschen und Agronom zu werden. Da ihm die landwirtschaftlichen Vorkenntnisse fehlten, die es für das Studium an der BFH-HAFL braucht, drückte er nochmal die Schulbank. Aber nicht die drinnen, sondern die auf dem Feld und im Stall. Er arbeitete in allen Betriebszweigen mit und lernte beispielsweise Traktor fahren, Kühe melken, die Felder bestellen. Aber auch was es bedeutet, administrative Arbeiten für einen Betrieb zu erledigen. Das einjährige Vorstudienpraktikum auf einem kleinen DemeterBetrieb erforderte ein hohes Mass an Eigenverantwortung. Und Michael lernte, was es heisst, draussen zu arbeiten: «Der Job ist streng, aber auch sehr erfüllend. Am Abend sieht man das Ergebnis der harten Arbeit.»

«Auf dem Feld fällt der Groschen»

Auch Esther Mulser suchte nach einer neuen Herausforderung. Die gelernte Baumschulistin absolvierte mit 29

Jahren ein Vorstudienpraktikum. «Ein Jahr Praxiserfahrung ist absolut nötig, um im Studium die Zusammenhänge zu verstehen. Wenn du etwas selbst nicht gemacht hast, fehlt dir das Verständnis für die Abläufe in der Landwirtschaft.» Esther hat sich für einen Betrieb mit Pensionspferden und Ackerbau entschieden, um danach Agronomie mit der Vertiefung Pferdewissenschaften zu studieren. Hans Ramseier, Dozent für Pflanzenschutz und ökologischen Ausgleich an der BFH-HAFL, betont: «Es ist wichtig, dass die angehenden Studierenden ein ganzes Jahr auf einem Hof arbeiten. Nur so erleben sie den gesamten Jahreszyklus mit. Das ist wichtig, weil erst auf dem Feld der Groschen fällt.» Agronomie-Studium Mit einer landwirtschaftlichen Lehre und Berufsmatura kann man das Agronomie-Studium an der BFH-HAFL direkt aufnehmen. Sonst braucht es für die Zulassung ein einjähriges Vorstudienpraktikum auf einem Hof. Dieses wird von der BFH-HAFL begleitet. Ein erfolgreich absolviertes Vorstudienpraktikum öffnet die Türen zu einem Agronomie-Studium mit einer von fünf Vertiefungsrichtungen: Pflanzenwissenschaften und Ökologie, Agrarwirtschaft, Internationale Landwirtschaft, Nutztierwissenschaften oder Pferdewissenschaften.


EINE THEMENZEITUNG VON SMART MEDIA

8 Solarlandwirtschaft

Wie Landwirte die Kraft der Sonne nutzen können Die Schweizer Bauern verkörpern wie kaum eine andere Berufsgruppe die eidgenössischen Traditionen. Gleichzeitig sind sie aber auch hochinnovativ: So gehörten sie zu den ersten, die sich die Vorteile der Solarenergie zu Nutze machten. Das verwundert eigentlich nicht, denn die Photovoltaik-Technologie eignet sich geradezu ideal für den Einsatz in der Landwirtschaft. TEXT SMA

Eine Scheune, ein alter Traktor sowie ein urchiges Bauernhaus. So stellen sich noch immer viele Menschen einen Bauernhof in der Schweiz vor. Die Realität sieht aber häufig anders aus, denn die eidgenössischen Höfe sind oft mit Hightech angereichert. Moderne Landmaschinen und robotisierte Stallanlagen

gehören ebenso dazu wie grossflächige Photovoltaikanlagen. Was ist damit gemeint? Unter dem Begriff «Photovoltaikanlage» wird eine Installation aus Solarzellen verstanden, die der Gewinnung von Strom dient. Gemäss Swissolar, dem schweizerischen Fachverband für Sonnenenergie, könne man generell sagen, dass eine Modulfläche von 30 Quadratmetern in etwa den Stromverbrauch eines Einfamilienhauses während 30 Jahren produzieren kann. Das Potenzial dieser Anlagen wird eigentlich nur durch die verfügbare Fläche beeinträchtigt. Und genau aus diesem Grund eignen sich insbesondere landwirtschaftliche Gebäude ideal – Scheunen, Reithallen und weitere Bauwerke weisen vergleichsweise grosse Dachflächen auf, die entsprechend dimensionierte Installationen erlauben.

FRÜH DAS POTENZIAL ERKANNT

Es überrascht darum nicht, dass insbesondere die Bauern früh die Vorteile von Photovoltaikanlagen genutzt haben. Zum einen hat dies mit wirtschaftlichen Überlegungen zu tun: Der generierte Strom kann für den Betrieb des eigenen Hofes verwendet werden. Der Energieüberschuss wiederum lässt sich ins Netz einspeisen, was einen attraktiven Zusatzerwerb darstellen kann. Zum anderen sprechen die Argumente der Nachhaltigkeit für den Einsatz von Photovoltaikanlagen. Deren «grüner Strom» passt in die Entwicklung, dass immer mehr Landwirte auf einen nachhaltigen Betrieb setzen, unter anderem auch durch den Bio-Anbau. VORHER EXPERTENRAT EINHOLEN

Demnach ist eine Photovoltaikanlage für jeden Bauernhof geeignet? Nicht

PHOTOVOLTAIK

zwingend. Es ist empfehlenswert, dass sich Landwirte vor der Installation eingehend von Spezialisten beraten lassen. So kann ein unschönes Erwachen verhindert werden. Zum Beispiel dann, wenn die installierte Anlage 100 Kilowattstunden liefern könnte, die Zuleitung zum regionalen Energielieferanten aber nur 20 zulässt. Eine Beratung im Vorfeld gibt wirkliche Transparenz über die Gesamtkosten. Eine solche bietet unter anderem auch Marco Rall, Geschäftsführer der Solar Alliance AG in Wallisellen an. Das Unternehmen hat ein besonderes Geschäftsmodell, da es als Bindeglied zwischen Auftraggeber und Installateuren fungiert und so optimale Rahmenbedingungen aushandeln kann. Mehr dazu finden Sie unter www.solaralliance.ch

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EINE THEMENZEITUNG VON SMART MEDIA

Erdgas Brandreports 9

Gasbranche setzt auf Biogas – Chance auch für Landwirte In der Schweiz steigt die Nachfrage nach Biogas stark an. In Kombination mit Erdgas wird der erneuerbare Energieträger nicht nur als Treibstoff, sondern immer mehr auch zum Heizen eingesetzt. Davon könnte auch die Landwirtschaft profitieren. TEXT THOMAS HEGGLIN / VERBAND DER SCHWEIZERISCHEN GASINDUSTRIE

Biogas, eine erneuerbare und CO2-freie Energie aus natürlichen Abfallstoffen, wird in der Schweiz immer beliebter. Biogas besteht wie Erdgas im Wesentlichen aus Methan. 2015 konnten in der Schweiz 262 GWh Biogas ins Netz eingespeist werden; das ist fast ein Viertel mehr als im Vorjahr. Da das Angebot im Inland begrenzt ist, wird es auch aus den Nachbarländern importiert. Immer mehr lokale Gasversorger bieten Erdgas zum Heizen mit unterschiedlichen Biogas-Anteilen an, die dem Kunden zur Auswahl stehen. Es gibt auch Gasversorger, die dem Erdgas einen festen Biogas-Anteil beimischen. Wer Biogas nutzt, leistet auf jeden Fall einen aktiven Beitrag zur

Förderung der erneuerbaren Energien und zur Reduktion des CO2-Ausstosses. Die Schweizer Gasversorger gehören zu den Pionieren der Biogas-Einspeisung und -Vermarktung. Der Anteil des verkauften Biogases wird in den kommenden Jahren noch weiter steigen. Was oft vergessen geht: Durch die Einspeisung von Biogas ins Netz erreicht man einen höheren Gesamtwirkungsgrad als bei der Biogas-Verstromung. FÖRDERFONDS UNTERSTÜTZT NEUE PROJEKE

Biogas hat als erneuerbare Energie ein grosses Potenzial und kombiniert mit Erdgas und anderen erneuerbaren Gasen könnte es einen wichtigen Beitrag leisten, die Energie- und Klimaziele des Bundes umzusetzen. Bereits 2010 hat die Gaswirtschaft einen Förderfonds ins Leben gerufen, in den die lokalen Versorger jährlich rund 3 Millionen Franken einzahlen. Damit werden Investitionen in neue Produktionsanlagen sowie die Einspeisung und der Transport im Netz unterstützt. Gefördert wird nur Biogas, das die Qualitätsanforderungen des

An der Biogas-Anlage der Swiss Farmer Power AG in Inwil im Kanton Luzern sind über 70 Landwirte der Region beteiligt. (Foto: Swiss Farmer Power Inwil AG)

Bundes und des Verbands der Schweizerischen Gasindustrie VSG erfüllt, also ökologisch und ethisch einwandfreies Biogas aus Abfällen und Reststoffen, nicht aber aus Nahrungsmitteln oder speziell angebauten Energiepflanzen. Zurzeit gibt es in der Schweiz 25 Anlagen, die Biogas produzieren. Ein bedeutender Player im Schweizer Biogasmarkt ist die Swiss Farmer Power Inwil AG im Kanton Luzern, an der neben verschiedenen Versorgungsunternehmen auch über 70 Landwirte beteiligt sind.

Klimafreundlich fahren mit Gas Gasfahrzeuge sind in der Schweiz mit einem Biogas-Anteil von mindestens 10 Prozent unterwegs. Mit Erdgas/Biogas betriebene Fahrzeuges stossen nicht nur weniger CO2 aus als Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotoren, sondern emittieren auch viel weniger umwelt- und gesundheitsbelastende Schadstoffe wie Feinstaub oder Stickoxide. TEXT THOMAS HEGGLIN / VSG

Gasfahrzeuge sind in der Schweiz mit einem Biogas-Anteil von mindestens 10 Prozent unterwegs. Mit Erdgas/ Biogas betriebene Fahrzeuges stossen nicht nur weniger CO2 aus als Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotoren, sondern emittieren auch viel weniger umwelt- und gesundheitsbelastende Schadstoffe wie Feinstaub oder Stickoxide. Diese sind besonders problematisch im Zusammenhang mit der Ozonbildung im Sommer. Die aktuelle Auto-Umweltliste des Verkehr-Clubs der Schweiz (VCS) bestätigt einmal mehr die Klimafreundlichkeit von Gasfahrzeugen.

LÄUFT AUCH MIT BENZIN

Ein Gasauto fährt mit einem herkömmlichen Ottomotor. Fahrer und Passagiere merken auf der Fahrt keinen Unterschied gegenüber einem mit Benzin angetriebenen Fahrzeug. Der Motor ist bivalent angelegt – das heisst, er kann mit Erdgas/Biogas und mit Benzin betrieben werden. Wenn der Gastank leer gefahren ist, schaltet das System automatisch auf Benzin um; der Fahrer merkt davon nichts. Die Mobilität ist also jederzeit gewährleistet, auch wenn gerade einmal keine Gastankstelle in der Nähe sein sollte. Dank moderner Turbomotoren mit hohem

Drehmoment überzeugen Gasautos auch durch ihre Leistung. Ein Auto, das mit Erdgas/ Biogas und Benzin angetrieben wird, hat eine Reichweite von 600 bis 1400 Kilometer. Die Betankung mit Gas ist völlig unkompliziert und sicher. Der Anschluss für das Druckventil, wo das Gas eingefüllt wird, befindet

Jährlich werden hier rund 25 GWh Biogas aus organischen Reststoffen wie Grünabfälle, Speisereste, Gülle und Mist produziert. Neben dem Gas werden hier auch Flüssigdünger und Bodenverbesserer hergestellt, die in der Landwirtschaft und im Gartenbau zur Düngung und Humusbildung beitragen. FÜR DIE LANDWIRTSCHAFT INTERESSANT

Während andernorts in der Schweiz um das knappe Gut Biomasse gerungen wird, hat man im Landwirtschaftskanton

sich neben dem Benzin-Einfüllstutzen hinter der Tankklappe. GROSSES SPARPOTENTIAL

Die Treibstoffkosten für ein Gasauto liegen im Schweizer Durchschnitt rund 25 Prozent tiefer als für ein vergleichbares Benzin- oder Dieselauto. Das liegt unter anderem daran, dass der Bund klimafreundliche Treibstoffe durch finanzielle Anreize fördert. So ist

Läuft klima- und umweltschonend mit Erdgas und Biogas oder bei Bedarf auch mit Benzin: Audi A3 g-tron: (Foto: Audi)

Luzern auf Zusammenarbeit gesetzt, um eine kritische Grösse zu erreichen. Dies ist auch einer der Gründe, weshalb die Anlage den Watt-d’Or-Preis erhalten hat, mit dem das Bundesamt für Energie jährlich die besten Energieprojekte auszeichnet. Tatsächlich handelt es sich hier um eine wegweisende Initiative: Die Nachfrage nach einheimischen Biogas ist ungebremst, und für die Landwirtschaft ergibt sich eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Ausnutzung des Energie- und Düngerpotentials der Biomasse.

die Mineralölsteuer auf Erdgas-Treibstoff reduziert und Biogas ist ganz von der Mineralölsteuer befreit. Zudem unterstützen viele Erdgasversorgungsunternehmen Käufer von Gasfahrzeugen, und in einigen Kantonen ist die Motorfahrzeugsteuer für umweltschonende Fahrzeuge reduziert oder wird gar erlassen. Dies alles ermöglicht ein bedeutendes Sparpotenzial.


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10 Interview Isabelle Emmenegger

«Mehr Swissness als beim Schwingen geht nicht» Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest findet alle drei Jahre statt, aber nur alle 15 Jahre in der Westschweiz. Es ist die Veranstaltung des Jahres, die man einfach nicht verpassen darf. Isabelle Emmenegger, Directrice des grössten Sportanlasses der Schweiz, im Interview. TEXT YANNICK ARNABOLDI BILD ZVG

Das Eidgenösssische Schwing- und Älplerfest findet alle drei Jahre statt, aber nur jedes fünfte Mal in der Westschweiz. Weshalb diese Regelung? Das ist organisatorisch so bedingt. Der eidgenössische Schwingerverband ist in fünf Teilverbände unterteilt, die im Drei-Jahres-Turnus als Gastgeber auftreten. Unterscheiden sich die Schwingfeste im Welschland von jenen in der Deutschschweiz? Definitiv. Allein schon das Ambiente in der Westschweiz ist ein ganz anderes. Die Sprache, das Essen, die Musik aber auch die Mentalität der Westschweizer und ihre Traditionen verschmelzen am Eidgenössischen zu einem einzigartigen Mix, den es sich zu erleben lohnt. Und weil in der Westschweiz das Schwingen noch nicht ganz so beliebt ist wie im Rest der Schweiz, hoffen wir natürlich auch hier ganz viele Menschen für diesen Sport begeistern zu können. 250 000 Besucher und Besucherinnen werden am Eidgenössischen während

drei Tagen erwartet. Wie ist dieses grosse Interesse zu erklären? Es ist eine Veranstaltung, die aus dem Rahmen fällt. Etwas Vergleichbares gibt es sonst nicht. Seit 10, 15 Jahren erfreut sich der Schwingsport immer grösserer Beliebtheit. Dies ist sicherlich auch Schwingerkönigen wie Jörg Abderhalden zu verdanken, die den Sport nachhaltig geprägt und das Interesse der Medien geweckt haben. Was hat der Schwing-Sport, was andere Sportarten nicht haben? Schwingen ist unser Nationalsport. Mehr Swissness geht eigentlich nicht. Obwohl der Sport immer populärer wird, hat er nichts von seinem urchigen Ursprung verloren und widerspiegelt auf einzigartige Weise die Traditionen und Werte der Schweiz. Das Eidgenösssische Schwingfest ist zum grössten Sportanlass der Schweiz avanciert. Gehen da die Traditionen und Bräuche, mit denen der Sport so stark verknüpft ist, nicht verloren?

Brauchtum und Kultur stehen am Eidgenössischen im Vordergrund, daran ändert sich auch durch die steigende Popularität nichts. Woran machen Sie das fest? Besonders das Werbeverbot in der Arena ist ein wichtiger Eckpfeiler, wenn es darum geht den Sport und seine Tradition zu schützen. Der Sturheit der Verbände zum Dank, glaube ich deshalb kaum, dass diese Veranstaltung ihren Hintergrund verliert und zum Mainstream verkommt. Dafür ist man zu stolz auf die Schweizer Werte, die dieser Anlass auf so einzigartige Weise verkörpert. Tradition und Sport sind beim Schwingen untrennbar miteinander verknüpft. Dass sich eines Tages eine Frau den Titel holt, ist daher wohl ein Ding der Unmöglichkeit, oder?

Natürlich aus dem Eichenfass.

Tr a di T i on se iT 1895


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Isabelle Emmenegger Interview 11

Über Nachwuchsprobleme kann der Schwingerverband nicht klagen, das Interesse hat sich auf einem guten Niveau eingependelt.

Auch die Frauen küren ihre Königin, aber nicht am gleichen Wochenende und nicht am gleichen Ort. Dass irgendeinmal die Frauen und Männer in der gleichen Arena schwingen werden, das glaube ich erst, wenn ich es sehe (lächelt).

160718

Auffällig viele junge Menschen besuchen Schwingfeste. Wo sehen Sie dafür die Gründe? Ich denke für jüngere Besucher ist vor allem auch das Volksfest interessant, das während diesen drei Tagen auf dem Festgelände rund um die Arena stattfindet. Hier kann beim Public Viewing verfolgt werden, was sich in der Arena abspielt und am Abend gibt es Gratis-Konzerte.

Hat das Interesse der jungen Menschen auch positive Auswirkungen auf die Nachwuchszahl der Schwingclubs? Über Nachwuchsprobleme kann der Schwingerverband nicht klagen, das Interesse hat sich auf einem guten Niveau eingependelt. Auch in urbaneren Gebieten kommt der Sport immer mehr auf. Aber es spricht natürlich nichts dagegen, wenn wir nach dem diesjährigen Eidgenössischen auch in der Westschweiz Inserat_BSCHUESSIG_Sempach_204x95_Moderne-Landwirtschaft-Blick.pdf

noch ein paar zukünftige Schwingerkönige anwerben können. Was ist das Schwing-Einmaleins, das man kennen sollte, um sich nicht gleich als Neuling zu outen? Ich habe schon oft gehört, wie Leute vom ehemaligen Schwingerkönig gesprochen haben. Doch einmal gewonnen, ist das ein Titel, den man sein Leben lang trägt. Zudem werden die Schwinger mit Name und Vorname aufgerufen. Das heisst Sempach Matthias und nicht etwa Matthias Sempach. Alle Tickets für das diesjährige Schwingund Älplerfest waren innert zehn Minuten ausverkauft. Lohnt es sich, auch ohne Ticket nach Estavayer zu reisen? Absolut. Das Festgelände um die Arena bietet alles, was das Besucherherz begehrt. Es gibt Stände mit leckerem Essen, Festzelte, viele Konzerte, die jede Altersgruppe ansprechen und natürlich die zuvor erwähnten Live-Übertragunaus der Arena. 1gen18.07.2016 11:14:57

#Say alp cheese; #alpgesicht Käseliebhaber bevorzugen den Geschmack des Alpkäses, weil dieser vielfältig ist. Sie nehmen ganze Blumenwiesen war und je nach Herkunft Untertöne von rauchigem Feuer. Vom Melken bis zum Schneiden des fertigen Käses steckt reine Handarbeit, welche den einzigartigen Geschmack von Alpkäse mitprägt. Unser Alpkäse hat Charakter. Insgesamt von neun Alpen erzählen Älpler auf dem Blog alpgeschichten.ch über ihr Leben und Käsen auf der Alp. Regelmässig vorbeischauen und kommentieren lohnt sich unter www.alpgeschichten.ch Verfolgen Sie unseren online-Wettbewerb auf www.schweizeralpkaese.ch Posten Sie dafür einfach auf Social Media ein Smile-Selfie mit ihrem Lieblings-Alpkäse – wir wollen Ihr Alpkäse-Lachen sehen. Markieren Sie das Bild mit dem Hashtag #sayalpcheese oder #alpgesicht auf Instagram oder unserer Facebook Seite. Mit etwas Glück können Sie Ihr Alter in Käse gewinnen (pro Altersjahr 100 Gramm). Schweizer Alpkäse Weststr. 10 3000 Bern 6 info@schweizeralpkaese.ch, www.schweizeralpkaese.ch, www.alpgeschichten.ch


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12 Forstwirtschaft

Multitalent Wald: Moderne Forstwirtschaft sichert Rohstoff Der Wald ist Lebensraum für Tiere, ein Arbeitsplatz und Erholungsraum für Menschen und vor allem einer der wichtigsten Rohstofflieferanten der Schweiz. Eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung sorgt dafür, dass auch in Zukunft Schweizer Holz verbaut und als Energiequelle genutzt werden kann. TEXT EVELINE ANGEHRN

Ohne den Wald wären Dörfer nicht vor Lawinen geschützt, Kohlendioxid würde ungefiltert in der Luft verbleiben und im Winter gäbe es kein Kaminfeuer. Rund ein Drittel der Fläche der Schweiz besteht aus Waldgebiet. Knapp mehr als die Hälfte des Holzes findet Verwendung für Holzprodukte sowie für Papier- und Kartonprodukte. Der restliche Teil gelangt in die Energieproduktion.

HOLZ ALS WERTVOLLER ROHSTOFF

Gemäss dem Verband Wald Schweiz (WVS) produzieren Schweizer Wälder alle drei Sekunden einen Kubikmeter Holz. Damit ist Holz nach der Wasserenergie die zweitwichtigste erneuerbare Energiequelle – und das zu Recht. Holz wird für die Produktion von Wärme, Strom und Treibstoff verwendet. Die einheimischen Wälder werden nach dem Grundsatz der Nachhaltigkeit bewirtschaftet, das heisst, dass nur so viel Holz geerntet werden darf, wie nachwachsen kann. Energieholz aus dem Wald zu nutzen, dient somit dem Schutz und der Pflege des Waldes. Deshalb gelten in Europa Waldgesetze und Zertifizierungssysteme. EIN GÜTESIEGEL FÜR DIE PRODUKTIONSBEDINGUNGEN

Ein bekanntes Zertifizierungssystem für

Holz ist das FSC-Label mit seinen zwei unterschiedlichen Zertifizierungsmodellen: das Waldzertifikat und das Produktkettenzertifikat. Das Waldzertifikat garantiert, dass Wälder nach ökologischen und sozialen Kriterien bewirtschaftet werden. Das Produktzertifikat stellt sicher, dass in jedem Unternehmen der Produktkette FSC-zertifizierte Materialien identifizierbar bleiben. Somit wird mit dieser Auszeichnung nicht der geographische Ursprung bezeichnet, sondern die Produktionsbedingungen. DER WALD ALS ARBEITSPLATZ

Damit Holz überhaupt verantwortungsvoll abgebaut und verarbeitet werden kann, braucht es eine moderne Forstwirtschaft. Sie pflegt den Wald als Lebens- und Wirtschaftsraum nicht nur unter strengen Umweltvorschriften,

sondern sorgt auch dafür, dass Holz kontrolliert geerntet wird. Rund 13'000 Arbeitsplätze schaffen die Schweizer Forstwirtschaft und Holzindustrie. Vom Forstwart zum Zimmermann – in der Holzbranche alleine kann in rund zwölf Berufen eine Ausbildung absolviert werden. Dort wird unter anderem der Umgang mit schweren Maschinen gelehrt, die zwar die Arbeiten eines Forstwarts oder eines Schreiners erleichtern, aber ganz ersetzen kann die Maschine den Mensch nicht. Dies zeigt sich vor allem dann, wenn ein Baum von einem Pilz befallen ist oder der Borkenkäfer zugeschlagen hat. Die Forstwirtschaft sorgt dadurch für das Fortbestehen von gesunden Wäldern als Naherholungsraum und Rohstofflieferanten.

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06.07.2016 15:27:21


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Stallbau 13

Damit Tiere in Würde leben können Wer das Wort «Bauernhof» hört, denkt unweigerlich an Tiere. Sie spielen in der Landwirtschaft denn auch eine zentrale Rolle. Ihr Schutz, die Unterbringung und Pflege hat dank neuer, innovativer Stallsysteme eine ganz neue Dimension erreicht. Ein kleiner Einblick in die grosse Welt der Nutztierhaltung. TEXT SMA

Elf Millionen. So viele Nutztiere werden laut Schweizer Bauernverband hierzulande gehalten. Den Grossteil davon macht mit 7,5 Millionen das Geflügel aus. Gewaltige Zahlen. Gewaltig ist auch die Relevanz der Tierhaltung innerhalb der Schweizer Landwirtschaft: Im Jahr 2010 machte sie mit 47 Prozent fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Gesamtproduktion von 10.3 Milliarden Franken aus. Die artgerechte Haltung dieser elf Millionen Tiere ist im Tierschutzgesetz

verankert. Ein striktes Gesetz, wie es beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) heisst. Dass dies in der Tat so ist, zeigt sich, wenn man zum Beispiel das 24-seitige Tierschutz Kontrollhandbuch für Rinder anschaut. Von den verschiedenen Haltungsarten (wie der Einzelhaltung von Kälbern oder der Anbindehaltung von ausgewachsenen Rindern) über die Trittsicherheit bei den Ställen oder die Abmessungen des Liegebereiches, wird jede Komponente der Nutztierhaltung genau definiert. DER MASSGESCHNEIDERTE STALL

Besondere Relevanz kommt dabei natürlich den Ställen zu. Und in diesem Bereich hat sich viel getan. Zuerst einmal muss jedes serienmässige hergestellte Stallsystem vom BLV auf die Einhaltung des Tierschutzgesetzes hin geprüft werden. Die Bandbreite ist gewaltig. Bleiben wir der Einfachheit halber bei der Rinderhaltung.

Anbieter bauen die Ställe auf den jeweiligen Hof zugeschnitten. Einflussfaktoren sind neben dem Zweck der Haltung (Milchkuhhaltung oder Rinderhaltung für die Fleischproduktion) die vorhandene Fläche sowie die klimatischen Bedingungen. Landwirte wählen dann zum Beispiel zwischen verschiedenen Lüftungs- und Belichtungssystemen. Schon beim Aussenausbau hat man die Qual der Wahl. Generell wird erst einmal unterschieden zwischen ungedämmten, teilgedämmten und gedämmten Stallformen. Innerhalb dieser Kategorien kann man dann aus unterschiedlichen Konstruktionsweisen wählen. Natürlich kann man auch das verwendete Baumaterial selber auswählen. Interessant und ganz im Sinne eines nachhaltigen Betriebs: Das Stalldach kann z. B. so gestaltet werden, dass es eine maximale Dachfläche aufweist und so Platz bietet für eine Photovoltaik-Anlage.

Ebenso variantenreich zeigt sich der Innenausbau. Wichtige Faktoren sind natürlich gute Belüftung, Licht sowie gute Platzverhältnisse. Darüber hinaus ist bei Fachanbietern eigentlich alles möglich: integrierte Melkstände und sogar ein Einstreuroboter lassen sich anbringen – wenn dies die Wünsche des Landwirt und die Gegebenheiten zulassen. Automatisierte Futterstationen lassen sich mit unterschiedlichen Futtersorten verwenden und erhöhen dabei die Lebensqualität der Tiere und die Wirtschaftlichkeit eines Hofes. Diese wenigen Auszüge zeigen, wie weit sich die Nutztierhaltung entwickelt hat. Natürlich sind diese Anlagen mit dem entsprechenden Planungsund Realisierungsaufwand verbunden, weswegen es unerlässlich ist, dass sich Landwirte von Fachanbietern beraten und während des Bauprozesses begleiten lassen.

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14 Anbau und Ernte

Vom Feld direkt auf den Teller Die Agrarrevolution hat die Landwirtschaft seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts so stark verändert, dass Bauern heute nicht nur mehr für sich selber produzieren, sondern Detailhändler im grossen Stil beliefern. Zudem spielt der Verkauf von regionalen Produkten eine immer grösser werdende Rolle. TEXT EVELINE ANGEHRN

Pflug, Sämaschine und viele weitere Geräte erleichtern den Anbau von Pflanzen, Obst und Gemüse ungemein. Diese technischen Errungenschaften haben zur Folge, dass die Landwirtschaft seit ungefähr 150 Jahren nicht mehr nur der Selbstversorgung der Bauern dient. Agrarprodukte werden so im grossen Stil angebaut, geerntet und verkauft. Die Mechanisierung der Landwirtschaft steigert aber nicht nur die Produktivität der Bauern, sondern erleichtert deren körperliche Arbeit.

ERNTEZEIT

Der Supermarkt liefert alles was das Herz begehrt. Frisches Obst, Gemüse, Eier, Milch – das alles sind Erzeugnisse aus der Landwirtschaft. Bauern sind dafür verantwortlich, dass diese Produkte jeden Tag pünktlich in den Regalen der Geschäfte stehen. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik deckt die Schweizer Landwirtschaft knapp 60 Prozent des hiesigen Nahrungsmittelbedarfs ab. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, bedeutet der Monat Juli für Bauern vor allem eins: Erntezeit. Erdbeeren, Bohnen und vieles mehr wird momentan aus den hiesigen Äckern und Feldern geerntet, gepflückt und verarbeitet. Ob eine Ernte gut oder schlecht ausfällt, wird in der Landwirtschaft vorwiegend durch die Wetterlage beeinflusst. Regnet es zu viel oder ist es zu heiss, so müssen Bauern mit erheblichen Ernteeinbussen rechnen.

Dank dem Einsatz modernster Maschinen und durch die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln, beispielsweise bei der Zuckerrübenernte, kann heutzutage ein Vielfaches mehr in weniger Zeit geerntet werden. In anderen Bereichen, wie der Beerenernte kann trotzdem nicht ganz auf Manneskraft verzichtet werden. Jedes Jahr in den Sommermonaten kommen Saisonarbeiter aus Polen, Ungarn und anderen europäischen Ländern in die Schweiz, um Bauern bei der Ernte behilflich zu sein. Ohne diese Hilfskräfte wäre es für viele Landwirte unmöglich alle Produkte zeitgerecht zusammenzubringen. LOKAL STATT INTERNATIONAL

Durch den Kauf regionaler Produkte unterstützt man lokale Arbeitsplätze. Ein weiterer Vorteil: Man weiss woher die Produkte kommen und unter

welchen Bedingungen sie produziert wurden. Zudem kann man seinen ökologischen Fussabdruck mit dem Kauf von regionalen und saisonalen Produkten klein halten. Dies, weil für Nahrungsmittel aus der Region weite Transportwege per Lastwagen, Flugzeug oder Schiff wegfallen. Gemäss einer Studie der international tätigen Unternehmensberatungsfirma A.T. Kearny kaufen mehr als 50 Prozent der Konsumenten aus der Schweiz, Deutschland und Österreich wöchentlich regionale Produkte ein. Dabei werden vor allem Eier, Gemüse, Obst, Fleisch und Milchprodukte aus der Umgebung gekauft. Lokale Produkte können in ländlichen Gebieten zum Teil auf Bauernhöfen oder in Dorfläden erstanden werden. Wer in einer Stadt lebt, findet regionale Produkte bei den grössten Detailhändlern sowie in Fachgeschäften und Bioläden.


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16 Swissness-Debatte

Landwirtschaft ist Swissness pur Ab 1. Januar 2017 muss in einem Produkt wirklich «Schweiz» drin sein, wenn «Schweiz» draufsteht. Was bedeutet das für die Landwirtschaft?

Prozent des Rohstoffgewichts aus der heimischen Produktion stammen, bei Milch sogar 100 Prozent.

nicht in der nötigen Menge oder Qualität erhältlich seien. SWISSNESS ALS MEHRWERT

TEXT GEROLD BRÜTSCH-PRÉVÔT

GUTE AUSSICHTEN FÜR DIE LANDWIRTSCHAFT

Es ist ein weltberühmter Qualitätsstempel: das Schweizerkreuz. Es steht für Qualität und Wertigkeit. Künftig müssen 80 Prozent der Rohstoffe eines Produkts aus der Schweiz stammen, wenn darauf das Schweizerkreuz prangt. Aufgeschreckt durch die vielen Fälschungen und Betrügereien hat das Parlament eine Vorlage ausgearbeitet und verabschiedet, die genau festlegt, welche Bedingungen beispielsweise auch Lebensmittel erfüllen müssen, damit sie sich als «schweizerisch» bezeichnen dürfen. Für Naturprodukte ist der Ort der Ernte massgebend; bei Lebensmitteln müssen mindestens 80

Nichts ist schweizerischer als Gemüse, Früchte und Getreide, das von den Schweizer Bauern gehegt und gepflegt wird. Zurecht erwartet die Landwirtschaft deshalb Vorteile nach der Einführung der Swissness-Vorlage im kommenden Jahr. Es ist zu erwarten, dass die Nachfrage der Schweizer Lebensmittelindustrie nach Rohstoffen um einiges grösser sein wird, damit diese die Anforderungen erfüllen können. Allerdings herrscht hier ein halbes Jahr vor der Einführung noch Verunsicherung: Viele Firmen verlangen vom Bund Ausnahmebewilligungen, weil viele Zutaten in der Schweiz

«Made in Switzerland» ist ein wichtiges Verkaufsargument für zahlreiche Unternehmen. Die Marke Schweiz geniesst einen hervorragenden Ruf im In- und Ausland und verschafft ihren Nutzern einen oft entscheidenden Mehrwert. Nicht zuletzt deshalb werden zahlreiche Fälschungen oder Produkte, die die Bedingungen nicht erfüllen, mit dem Schweizerkreuz versehen, um den Verkauf anzukurbeln. Das wird die Swissness-Vorlage in Zukunft verhindern. KONSUMENT HAT HOHE ERWARTUNGEN

Die Schweizer und Schweizerinnen sind grundsätzlich bereit, für Schweizer Lebensmittel mehr zu bezahlen als für

ausländische Artikel. 84 Prozent kaufen nur Schweizer Eier, bei Milch und Milchprodukten sind es 73 Prozent und bei Getreideprodukten 63 Prozent. Auch bei den Fleisch- und Wurstwaren greifen 59 Prozent ausschliesslich zu Schweizer Produkten. Dies, obwohl ausländische Produkte oft günstiger wären. VERTRAUEN IN DIE LANDWIRTSCHAFT

Diese Zahlen, die aus einer vom Bundesamt für Landwirtschaft durchgeführten Konsumentenbefragung stammen, zeigen auch auf, dass die Schweizer und Schweizerinnen der Landwirtschaft vertrauen. Sie verbinden sie mit hoher Qualität und gehen davon aus, dass Nahrungsmittel unter strengeren Anforderungen produziert werden als im Ausland. Dabei ist auch der Umweltschutz ein wichtiges Thema.


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Slowfood 17

Die langsame Küche erobert die Schweiz Fast Food mag praktisch sein, doch mit Genuss verbindet man heute qualitativ hochstehende Zutaten, ihre schonende Zubereitung und Zeit, um das Produkt mit allen Sinnen würdigen zu können – Kurz: Slow Food. Über eine Bewegung und ihre Auswirkungen. TEXT RAOUL ABEA

Angefangen hat alles mit McDonalds. 1986 sollte in Rom an der barocken Piazza Navona eine Filiale der Schnellimbisskette eröffnet werden. Der italienische Publizist Carlo Petrini organisierte aus Protest an der spanischen Treppe eine öffentliche Spaghettata. Im Kampf gegen die rasante Ausbreitung des Fast Food und dem damit ver-

Die so genannte Öko-Gastronomie fordert und fördert nachhaltige Landwirtschaft. bundenen Verlust der Esskultur blieb es nicht bei dieser Aktion. Vier Jahre später gründete er die Feinschmecker-Bewegung «Slow Food», die mit einer Weinbergschnecke auf ihrer

Fahne für eine «neue Gastronomie» einsteht. Mittlerweile treten weltweit über 1300 Convivien (regionale Anlaufstellen der Bewegung) für Geschmacksvielfalt und die Verbindung von Ethik und Genuss ein. Die so genannte Öko-Gastronomie fordert und fördert nachhaltige Landwirtschaft und Fischerei, artgerechte Viehzucht, Schutz der biologischen Vielfalt und die Erhaltung der regionalen Geschmacksdiversität.

Für den Bauern ist es befriedigend, wenn er sieht, wer die Früchte seiner Arbeit verzehrt.

Ökosysteme oder die Umwelt zu belasten. Fair bedeutet eine angemessene Bezahlung und faire Bedingungen für alle Beteiligten – sowohl für den Hersteller, den Händler als auch den Käufer. Diese Bedingungen werden auf den hiesigen Märkten erfüllt. Aber selbst der Spätaufsteher, der den nächstbesten Supermarkt bevorzugt, kann die Maximen beherzigen. NACHHALTIGER GENUSS

GELEBTE PHILOSOPHIE

Slow Food basiert auf Lebensqualität und Genuss. Beides bietet etwa ein Besuch auf dem Markt. Es mag Überwindung kosten, an einem Samstagmorgen um sieben Uhr aus dem Bett zu kriechen. Steht man aber wenig später auf dem Marktplatz, gibt es kaum etwas Sinnlicheres. Saftige Tomaten glänzen mit den angrenzenden Auberginen um die Wette, der herbe Duft am Käsestand vermischt sich mit dem Getratsche der Käserin und eine Bäuerin bietet am Nachbarsstand ihre Kirschen zur Verkostung an. Beim anschliessenden Kaffee mit Blick auf das Marktgetummel kann man die Flut an Sinneseindrücken nachwirken lassen. Das ist Genuss. Eine Kartoffel gewinnt an Dimension, wenn man bei ihrem Kauf die schwielige Pranke schüttelt, die diese aus der Erde gegraben hat. Und auch für den Bauern ist es befriedigend, wenn er denjenigen sieht, der die Früchte seiner Arbeit ver-

zehrt. Dadurch gewinnen beide an Lebensqualität. GUT, SAUBER UND FAIR

Laut der Webseite von Slow Food Schweiz ist Essen ein landwirtschaftlicher Akt, durch den aufgeklärte, kritische Konsumenten gleichzeitig zu Koproduzenten werden, deren Entscheidungen die landwirtschaftliche Produktion und den Zustand des Ökosystems beeinflussen (www.slowfood.ch). Diese Überzeugung führt zu den Maximen der öko-gastronomischen Bewegung, die sich auf drei Adjektive herunterbrechen lassen: gut, sauber und fair. Gut bezieht sich auf den Geschmack des Lebensmittels. Eine Erdbeere aus der Region, die bis zur vollständigen Reife an der Mutterpflanze hing, schmeckt aromatischer als die frühreife Ware, die eingeflogen wird. Das Produkt sollte sauber hergestellt werden, ohne die Ressourcen der Erde, die

Auf Qualität und Herkunft der Lebensmittel wird zunehmend geachtet, das wissen auch die Grossverteiler wie die Migros. Der Nachfrage folgend hat das Unternehmen in den letzten zehn Jahren ihre nachhaltigen und regionalen Produktelinien wie Bio, Terrasuisse oder ADR (Aus der Region. Für die Region) stetig ausgebaut. Der ökonomisch bewussten Nachfrage kommt auch Coop nach. Wer Produkte aus ursprünglichen, einheimischen Pflanzensorten und Nutztierrassen kaufen möchte, greift hier zum Label ProSpecieRara. Das Label MSC steht für nachhaltigen Wildfischfang. Naturafarm kennzeichnet Fleisch und Eier aus tierfreundlicher Haltung. Durch die SlowFood-Linie möchte Coop zudem ganz gezielt die Schweizer Esskultur fördern und traditionelle Qualität schmackhaft machen. Beide Detailhändler bieten Fairtrade-Produkte an. Besonders die Maxime der Fairness scheint breite Akzeptanz gefunden zu haben. In keinem anderen Land

werden mehr Fairtrade-Produkte konsumiert als in der Schweiz. Gemäss Max Havelaar kaufte der Schweizer im 2013 für 41 Franken Fairtrade-Produkte. Das generierte einen Umsatz von 328,3 Millionen Franken.

Auf Qualität und Herkunft der Lebensmittel wird zunehmend geachtet. MIT GENUSS DIE WELT RETTEN

Das angepasste Sortiment der beiden grössten Schweizer Detailfachhändler zeigt, dass ein Umdenken stattfindet. Ein bewusster Umgang mit Essen scheint hierzulande keine Seltenheit mehr zu sein. Diese Entwicklung wird von den Slow-Food-Convivien vorangetrieben. Personen unter 30 erhalten eine Jahresmitgliedschaft für 30 Franken. Alle älteren Semester zahlen 120 Franken. Die Mitgliedschaft lohnt sich, denn nebst diversen Rabattmöglichkeiten bei Firmen, die nach der Slow-Food-Philosophie arbeiten, bieten die 18 Schweizer Convivien verschiedene Veranstaltungen und Warenkundeseminare an.


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18 Weinbau

Die Weinbauregionen der Schweiz als Ferienziel Reisen in Weinbauregionen stehen aktuell hoch im Kurs. Die Schweiz ist bestrebt, auf diesen Trend aufzuspringen. Die Voraussetzungen dazu könnten nicht besser sein. TEXT YANNICK ARNABOLDI

Die Weinbaugebiete unserer Nachbarländer sind seit längerem zu Tourismusmagneten avanciert. Neben der Gelegenheit zu sehen, wo und wie Wein hergestellt wird und dem Erlebnis, zu entdecken, dass ein Wein an der «Quelle» völlig anders schmeckt, erfährt der Weintourist vor allem mehr über Traditionen und Kultur rund um Weinbereitung und Landleben. GEMEINSAM AUFTRETEN

Während der Weintourismus, auch Önotourismus genannt, im Rest Europas schon weit fortgeschritten ist, gibt es in der Schweiz noch Nachholbedarf. Dies haben auch Vertreter der sechs Weinbauregionen Genf, Waadt, Wallis,

Neuenburg, Tessin und Deutschschweiz erkannt und sich zusammengeschlossen, um die Schweiz als Tourismusziel für Weinliebhaber zu etablieren. Obwohl beim Önotourismus der Wein im Mittelpunkt steht, geht es dabei vor allem darum, die Weinbauregion selbst für Touristen erlebbar zu machen, etwa bei Wanderungen durch die Weinberge oder beim Zusammensitzen mit Einheimischen bei Weinernte-Festen. Wie viel Potenzial Önotourismus noch hat, zeigte sich in den letzten Jahren bereits, als tausende von Menschen an Veranstaltungen wie dem «Tag der offenen Weinkeller» die Gelegenheit nutzten, in direkten Kontakt mit dem Weinproduzenten zu treten. GROSSES POTENZIAL

Auch Experten glauben, dass Önotourismus immer beliebter wird und dass das Potenzial des Weintourismus derzeit erst zu 20 Prozent ausgeschöpft ist. In naher

Zukunft könnte es sich gar verdoppeln. Denn tatsächlich sind Wein und sonstige kulinarische Genüsse für immer mehr Freizeitreisende entscheidende Faktoren bei der Wahl ihres Reiseziels. Mit ihrer jahrhundertealten Tradition im Rebbau, ist das Konzept Önotourismus der Schweiz wie auf den Leib geschneidert. Mit ihren sechs Weinbauregionen ist sie zwar ein kleines, aber vielfältiges Weinbauland. Kaum ein Land der Welt bietet so viele exzellente, authentische Weine wie die Schweiz. MEHR ALS NUR WEINE

Neben dem Weinreichtum können Waadt, Wallis und Co. aber auch noch mit vielen anderen Vorzügen aufwarten. Zum einen mit einer aussergewöhnlichen und vielfältigen Landschaft, die darauf wartet, bewandert zu werden, andererseits mit langjährigen Traditionen und ganz eigenen Kulturen, die es zu

entdecken lohnt. Nicht zu vergessen die Gastronomie, die auch international eine gute Reputation geniesst. Gleichzeitig kann der Önotourismus auch von einem aktuellen Phänomen profitieren – dem wachsenden Bedürfnis der Menschen, für ihre Umwelt Sorge zu tragen. So rücken Reisen in ferne Länder immer mehr in den Hintergrund und man besinnt sich wieder mehr auf das, was vor der eigenen Haustür liegt, aber auch auf seine Identität und seine Wurzeln. Hinzu kommt, dass immer mehr Menschen den Wunsch verspüren zu verstehen, wie die Produkte, die sie konsumieren, überhaupt hergestellt werden. Um ein Weinbaugebiet in ein Tourismusziel zu verwandeln, reichen gute Voraussetzungen alleine allerdings nicht. Es müssen Investitionen getätigt und gewisse Voraussetzungen erfüllt werden – aber letztlich braucht es vor allem die Motivation der Gutbesitzer, sich dem neuen Tourismuszweig zu öffnen.


4. Ausgabe vom 2. bis am 25. September 2016 Im September feiern wir die Schweizer Weine  !

Wettbewerb Swiss Wine Week Ich bin dabei  ! Vom 15. Juli bis am 25. September haben Sie die Chance 36 AOC-Flaschen aus den sechs Weinbauregionen, die an den Schweizer Weinwochen 2016 mitmachen, zu gewinnen. Teilnehmen können Sie unter folgendem Link  :

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