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Zu denen, die am wenigsten von Jesus wissen ‌
Editorial
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n von Leo
«SIM heute» 3/2016 n www.sim.ch
Mutzner, Direktor SIM-Schweiz
Das jüngste Leitertreffen der Verantwortlichen der SIM in Europa hatte damit begonnen, dass wir einander unsere Lebensgeschichten erzählten. Jeder von Die Erinnerungen uns erinnerte sich noch sehr gut an die Situation, als brachten uns auch er sich Jesus anvertraute. Versöhnt mit Gott haben die Personen in den wir ein neues Leben begonnen. Sinn, die uns damals das Evangelium erklärten. Durch ihre Worte und ihr Leben wurden sie uns zu Vorbildern. Bis dahin hatte uns das Evangelium nicht viel gesagt. Ich wage mir nicht vorzustellen, was aus meinem Leben ohne Jesus Christus geworden wäre. Vor Kurzem nahm ich an einem Gottesdienst in Lomé, Togo, teil. Am Ende der Versammlung entliess der Pfarrer die Anwesenden, indem er sie erinnerte: „Vergesst nicht zu evangelisieren!“, woraufhin sich jeder zu seinem Nachbarn umdrehte und den Satz wiederholte: „Vergiss nicht zu evangelisieren!“ Dieser Aufruf hat mir gefallen und scheint dort ein guter Brauch zu sein. „Zu denen, die am wenigsten von Jesus wissen …“. Wie reagieren wir, wenn wir diesen Titel lesen? Haben wir uns schon zu stark daran gewöhnt, dass Er nicht überall bekannt ist? Haben wir vergessen, was unser Leben ohne Christus wäre?
Kontakt
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Impressum
«SIM heute» erscheint viermal im Jahr in Deutsch und Französisch. Jahresabonnement: CHF 10.–; € 8.–. Der Abonnementspreis ist in den Spenden des laufenden Jahres enthalten. Redaktion: Waltraud und Günter Kunz Grafik/Layout, Produktion: FRANK.COMMUNICATION. Singen (D), www.frank-com.de Druck: Jordi AG .das Medienhaus. Belp (CH), www.jordibelp.ch
Und vergessen wir dabei auch diejenigen, die von der guten Nachricht noch nichts gehört haben? Ist Jesus Christus bekannt in unseren Familien, unseren Quartieren, unseren Städten? Ob nah oder fern, es gibt noch viele Orte, wo die Menschen Christus nur wenig oder gar nicht kennen. Darauf möchte sich die SIM konzentrieren und sich für diese Menschen einsetzen. In dieser Ausgabe lesen wir, was sich in Zentralasien tut oder bei den Tamajaq im Niger geschieht. Aus Südamerika erfahren wir, wie sich eine neue Generation aufmacht, um in Regionen zu gehen, wo Christus noch wenig bekannt ist. Und schliesslich berichten drei junge Frauen von ihren Erlebnissen bei einem Kurzeinsatz in Burkina Faso. Wir danken Ihnen für Ihren Einsatz an unserer Seite. Gemeinsam wollen wir uns dafür stark machen, dass jeder die Möglichkeit erhält, Jesus Christus kennenzulernen.
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n Autorin
Volksgruppe in Asien
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anonym
Aus der Überzeugung heraus, dass niemand leben und sterben sollte, ohne Gottes Gute Nachricht gehört zu haben, wissen wir uns von Gott dazu berufen, Menschen dort in die Nachfolge des Herrn Jesus Christus zu führen, wo er am wenigsten bekannt ist. Eines unserer Team-Mitglieder in Zentralasien berichtet, wie Gott sie geführt hat, um unter den Loosh* für Jesus zu leben und von ihm zu erzählen, eine der Gruppen, die weltweit am wenigsten mit dem Evangelium in Kontakt gekommen sind.
gebraucht werden? An Möglichkeiten fehlte es nicht. Der Zeitpunkt meiner Wiederausreise rückte näher, und noch immer war die Zukunft völlig unklar. „Herr, in all den Fragen will ich dir vertrauen“, betete ich. „Ich möchte wirklich erkennen, was du willst. Willst du, dass ich dorthin zurückgehe? Dann wirst du den Weg dafür ebnen.“
unter den Loosh* zu arbeiten. Doch es schien eher ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Wie wäre es mir überhaupt als ledige Frau in einem konservativen Land möglich, diese abgelegene Volksgruppe zu erreichen? Gottes Antwort war genial. Als ich meinen Team-Leitern von dem erzählte, was mein Herz bewegte, erwähnten sie eine Frauenklinik, die von Christen geführt würde, und versteckt in einer historischen Stadt im Norden läge. Dieses Spital befindet sich in der Nähe des Kernlandes der Loosh, und durch Gottes Gnade lassen sich viele Loosh-Frauen dort behandeln. Das Krankenhaus ist als sehr fürsorglich bekannt, ein Ort, wo Leben gerettet werden, ein Ort der Hoffnung.
Ich erinnere mich noch genau an den Tag vor gerade mal 18 Monaten, an dem mein Herz angefangen hat, für die Loosh zu schlagen. Zehn Jahre lang hatte ich unter Wüstenbewohnern Kindern biblischen Unterricht erteilt. Es war an der Zeit, dass ich diese Arbeit übergab, jedoch hatte ich keinerlei Vorstellung von dem, wo Gott mich einsetzen wollte, wenn ich von meinem Heimataufenthalt zurückkommen würde. Nur eines war klar: Wenn ich in das Land zurückgehe, das ich liebe und das während der letzten 15 Jahre mein Zuhause war, dann müssten die Visumfragen geklärt sein.
Kurz bevor ich abreiste, erwähnte eine Freundin das Volk der Loosh*. Von diesen Menschen hatte ich zuvor kaum etwas gehört. „Wusstest du, dass sie zu fast 100 Prozent Muslime sind?“ fragte sie. Bumm – das war der Moment. In meinem Innern fing es zu rumoren an. Mein Herz begann schneller zu schlagen. „100 Prozent! Stell dir das vor! Sieben Millionen Menschen über Hunderte von Kilometern in den Bergen und in der Wüste verstreut. Und so gut wie keiner, der Jesus nachfolgt, geschweige denn eine Gemeinde.“ Ich entwickelte grosses Mitgefühl für sie. Wer würde diesen Männern und Frauen die wunderbare Botschaft von Gott bringen, der einen Retter gesandt hat, um uns von unseren Sünden zu befreien? „Herr, willst du mich senden? Wenn ja, wie?“
Aber welche Aufgabe sollte ich übernehmen? Wo würde ich am meisten
Einige Tage später kam ich nach Hause mit dem wachsenden Wunsch im Herzen, *Name geändert
Ich war überwältigt, wie Gott die Verbindung herstellte. Und ich war ganz aufgeregt, als die Klinik mich als neues Mitglied ihres Teams einlud, um die Patientinnen zu empfangen und sie zu begleiten. Inzwischen habe ich mich nach nur neun Monaten bereits gut eingelebt und damit begonnen, Kontakte zu Angehörigen der Loosh in der Stadt und darüber hinaus aufzubauen. Bitte beten Sie für mich und die Loosh, dass Gott viele steinerne Herzen bewegt, für ihn zu schlagen.
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n von
Gottes Wort …
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Beki Helwig
Auch wenn es nicht die Sprache sei- und aus der neuen Übersetzung vorlas. nes Herzens ist, so hatte Pastor A es „Durch Gottes Wort erfahren wir, wie wir mit ihm in Beziehung treten können. bisher vorgezogen, in Französisch zu Wir freuen uns, weil wir Sein Wort in lesen. Die Lektüre in seiner eigenen Sprache war eine Herausforderung, den Händen halten dürfen, und heute sogar in unserer eigenen Sprache.“ weil es keine Auswahl an Literatur in seiner Muttersprache gab. Nach 30 Jahren harter Arbeit an der Überset- „Dies ist ein grosser Tag für die Kirche zung des Neuen Testamentes in Tama- in Niger“, kommentierte ein anderer einheimischer Vertreter. „Wir beglückjaq ist nun das Werk fertig gestellt. wünschen das Übersetzungsteam, doch mit der Übersetzung ist es nicht getan. Es war ein mühevoller Prozess, der die Mitarbeit vieler Personen beanspruchte. Jetzt ist es an uns, das Wort zu lesen! Jeder Gläubige, egal welchen Beruf er Ein Projekt dieses Ausmasses benötigte ein grosses Team, andauernde Gebets- hat, kann dieses Wort gebrauchen, um unsere Nation Christus näher zu bringen unterstützung und treue Spender. Jetzt ist es einfach grossartig, diese Errungen- und bei ihm den Ausweg zu finden. Gott schaft mit unseren Brüdern und Schwe- wird diese Übersetzung gebrauchen, um andere durch uns zu erreichen.“ stern feiern zu können. Nachdem nun das Neue Testament fertig übersetzt ist, hat sich auch Pastor A‘s Fähigkeit, in seiner Muttersprache zu lesen, deutlich verbessert. Jetzt gebraucht er diese Version der Bibel für seine Predigten und für seine persönliche tägliche Lektüre – zum grossen Segen für seine Gemeinde. „Es war eine enorme Aufgabe, und in Zeiten, wo wir uns entmutigt fühlten, vertrauten wir alles wieder neu den Händen Gottes an“, berichtet ein Mitglied des Übersetzungsteams. „Für uns bedeutet das Wort Gottes Leben. Wie können Menschen Sein Wort verstehen, wenn sie es nicht in ihrer Herzenssprache hören? Es ist ein Wunder, das von der Grösse Christi zeugt, der alle Sprachen liebt und sich danach sehnt, in all diesen Sprachen gelobt zu werden.“ Eine grosse Anzahl von Gläubigen der Tamajaq teilte mit dem Team die Freude und gab Gott bei dem feierlichen Anlass die Ehre. “Die ganze Welt profitiert jedes Mal davon, wenn Gottes Wort in eine neue Sprache übersetzt wird“, bemerkte ein einheimischer Christ, als er sich erhob
„TAG FÜR TAG STERBEN MENSCHEN, OHNE DEIN WORT ZU KENNEN, DESHALB HILF MIR, DEIN WORT BESSER ZU VERSTEHEN,
„Das Neue Testament in unserer Sprache präsentiert sich sehr schön und bringt den Respekt zum Ausdruck, den wir als Nachfolger Jesu für Gottes Wort haben.“
Das Neue Testament in Tamajaq wird seiner Bestimmung übergeben.
DAMIT ICH ES ANDEREN BESSER WEITERGEBEN KANN.“ Mit diesem und vielen anderen Liedern in Tamajaq führte ein grosser Chor von einheimischen Gläubigen in die Anbetung vor Gott. Viele Brüder und Schwestern erlebten diesen Tag der Freude als grossen Segen. Viele andere aus nigerischen Volksgruppen und Sprachen waren gekommen, um mit ihren Brüdern und Schwestern vom Volk der Tamajaq zu feiern. Zum Abschluss des Festes kamen viele nach vorn zum gemeinsamen Gebet, bei dem sie Gott in vielen Sprachen dankten – ein bewegendes Zeichen der Einheit für die Christen in Niger. Doch das Werk ist noch nicht zu Ende. Beten und fasten Sie mit uns für das Volk der Tamajaq, dass Gott Sein Wort benutzt, um die Dunkelheit zu durchbrechen und die Herzen mit Seinem Licht zu erhellen!
Das Übersetzer-Team für das Neue Testament in Tamajag.
Prisca Jouve, Vertreterin von MidiBible, mit druckfrischen Neuen Testamenten
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… für Nomaden
Familie Mahamadou
ICHYA UND MARIANNE MAHAMADOU-STERCHI werden als SIM-Mitarbeiter vom Schweizer Büro betreut. Als langjährige Teammitglieder des TamajaqÜbersetzungsprojektes sind sie momentan in Kanada zur Weiterbildung. Ichya, selbst Tamajaq, und Marianne verfolgen ein gemeinsames Ziel: seinem Volk, das auch unter dem Namen „Tuareg“ bekannt ist, die ganze Bibel in seiner Sprache zur Verfügung zu stellen. Hier Ichyas Eindrücke von der Feier: Seit Juli 2014 befinde ich mich mit meiner Familie in Vancouver (Kanada), wo ich am Regent College biblische Sprachen, Exegese und Kurse zum Alten Testament belege, um besser für meine Aufgabe als Übersetzer/Exeget ausgerüstet zu sein. Lange hatte ich überlegt, ob ich zur Übergabefeier des Neuen Testaments in meiner Muttersprache Tamajaq in den Niger reisen sollte. Da in unserer Kultur gesellschaftliche Anlässe von grosser Bedeutung sind, wäre es als Tamajaq äusserst wichtig, bei einem derartigen Ereignis dabei zu sein. Doch die Hürden erschienen mir einfach zu hoch. So können Sie sich meine Freude vorstellen, als sich im letzten Moment eine Möglichkeit für mich auftat, doch noch nach Hause zu reisen. Ich kam gerade rechtzeitig, um bei den letzten Vorbereitungen mitzuhelfen. Mir wurde die Moderation der Feier übertragen, was mich sehr ehrte. Es war eine sehr eindrückliche Feier, bei der die Freude und Dankbarkeit darüber zum Ausdruck kam, Gottes Wort in unserer
Sprache zu haben! Das traditionelle Glaubensbuch, der Koran, ist in Arabisch. Jedoch sprechen die Tamajaq des Nigers, ausser bei den vorgegebenen Gebeten, kaum Arabisch. Sie wissen nicht, dass sie Gott in ihrer eigenen Sprache anbeten können. Es ist etwas ganz Besonderes für uns, dieses Neue Testament nun in unseren Händen zu halten! Als ich vor rund 13 Jahren zum Glauben kam, las ich die Bibel auf Französisch. Auch in der Gemeinde, die ich besuchte und wo der Gottesdienst auf Tamajaq abgehalten wurde, gab es nur ein paar gedruckte Hefte mit einzelnen Bibelteilen in meiner Sprache. Der islamische Hintergrund meines Volkes hat uns geprägt und gelehrt, dem Koran sehr viel Ehrfurcht entgegenzubringen. Dank der Organisation MiDi-Bible, die den Druck ermöglichte, präsentiert sich das Neue Testament in unserer Sprache sehr schön und bringt den Respekt zum Ausdruck, den wir als Nachfolger Jesu für Gottes Wort haben. Das wird uns enorm helfen, die gute Nachricht weiterzugeben!
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Auswahl von Mitarbeitern
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Dave Mackie
Ein spezieller Dienst in Zentralasien, der Literaturbus der SIM, feierte vor Kurzem sein 35-jähriges Bestehen. Josef (Name geändert) erzählt seine Geschichte, wie Gott ihn in die Mitarbeit im Literaturverbreitungsteam geführt hat, obwohl er als ungeeignet abgestempelt wurde. Ich bin in einem Dorf aufgewachsen, wo unsere 12-köpfige Familie ein Einzimmerhaus bewohnte – drei Brüder, sechs Schwestern, meine Eltern und ich. Wir waren sehr arm, in puncto Religion zählten wir uns zu den Christen. Ich bekam nie die Gelegenheit, zur Schule zu gehen, da meine Eltern es sich nicht leisten konnten. Gott schenkte Gnade, dass ich wenigstens in die örtliche Kirche mitgenommen wurde. Ich erinnere mich noch, wie die SIMMissionarin, die zu unserer Kirche gehörte, dabei geholfen hatte, eine Sonntagschule einzurichten. Sie wählte sechs der älteren Teenager aus, die im Glauben begleitet und zu Sonntagschullehrern ausgebildet werden sollten. Ich war erstaunt, als sie auf mich zukam und sagte, dass sie auch mich ausgewählt hätte! Die anderen fünf protestierten: „Den doch nicht, der hat noch nicht mal eine Schule besucht!“ Unsere koreanische Missionarin lächelte wie gewöhnlich und sagte zu ihnen: „Gott
hat ihn ausgesucht, und Gott wird ihn gebrauchen.“ Zuerst war es meine Aufgabe, die Stühle zu stellen. Doch mit der Zeit lernte ich mehr und mehr die Bibel kennen, mehr über Jesus, mehr über das Lesen und mehr darüber, wie man andere lehrt. Es war für mich eine besondere Zeit. Noch eine andere Überraschung wartete auf mich. Einige Jahre später kam ein anderer SIM-Missionar, der in der Nähe arbeitete, mit funkelnden Augen auf mich zu. Offenbar hatte er einen Plan für mein Leben! „Ich hätte gerne, dass du bei unserem Literaturbus mitmachst“, sagte er. „Wir können dir nicht viel Geld für deine Zeit bieten, aber wir glauben, dass du gut in unser Team passt.“ Ich lächelte. „Wenn Gott mich berufen hat, wird Gott auch für mich sorgen!“
kennen. In unserem Bezirk gibt es 800 Dörfer. Seit ich im Team dabei bin, haben wir davon über 250 mit unserem alten Bus besucht, der zu diesem Zweck umgebaut worden war. Wenn wir in ein Dorf kommen, öffnen wir den hinteren Teil des Busses und lassen Musik über die Lautsprecher spielen. Es ist erstaunlich, wie schnell sich eine Traube von Leuten um den Bus bildet, um unsere Bücher zu sehen und zu hören, was wir zu sagen haben. Ich weiss, was es bedeutet, als unbedeutend missachtet zu werden. Darum achten wir darauf, dass wir die kleinen Dörfer nicht links liegen lassen! Selbst wenn sie nur aus zwei oder drei Häusern bestehen, machen wir Halt und bringen ihnen die Gute Nachricht.
Die anderen Teammitglieder teilten nicht den Optimismus des Missionars. „Warum hast du ihn gewählt?“ fragten sie. „Der war noch nicht mal auf einer Schule!“ Sie versuchten mich davon zu überzeugen, das Team wieder zu verlassen. Doch ich wusste, dass Gott mich in diesen Dienst berufen hatte. Das war vor 15 Jahren.
Wir fahren auch quer durchs Land, um mit dem Bücherbus in andere Bezirke zu gelangen. Wir treffen auf Leute mit den verschiedensten Hintergründen. Viele Menschen haben auf diese Weise das Evangelium gehört in einem Land, das zu über 90 Prozent muslimisch ist. Viele Haushalte haben nun die Möglichkeit, durch die Bücher, die wir ihnen verkauft haben, unseren Herrn Jesus selbst kennenzulernen.
Es ist ein grosses Vorrecht, die Nachricht von Jesus denen zu bringen, die sie nicht
Wer weiss, was Gott aus dem ausgestreuten Samen wachsen lässt?
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Eine neue Generation von Missionaren
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Chris Conti
Chris Conti mit einer peruanischen Missionarin, die in Asien arbeitet.
Fast jeder Missionskandidat unter den Latinos, mit dem ich rede, will an einen Platz in der Welt gehen, wo die Menschen am wenigsten von Jesus wissen, und die härtesten Aufgaben in Angriff nehmen. Mitarbeiter aus den neuen sendenden Ländern verspüren einen starken Ruf, den bisher Vernachlässigten zu dienen. Gott ist dabei, eine neue Generation von Missionaren zu mobilisieren. Wir sind daran beteiligt, indem wir sie für den Dienst ausrüsten und in die unerreichten Gebiete in dieser Welt senden. In den letzten Jahren haben wir drei Peruaner ausgesandt, um in Einsatzgebieten wie China, Indien und Südafrika zu arbeiten. Was ehemals als Missionsgebiet galt, ist zur treibenden Kraft geworden. Und in ganz Südamerika bereiten sich Kandidaten und Kirchengemeinden darauf vor, ihre Berufung zur Mission wahrzunehmen. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Investition in Latinos – aber natürlich auch in Mitarbeiter aus anderen Ländern, die bisher nur Missionare empfangen haben – das Ziel vervollständigt, warum wir in erster Linie Mission betreiben: Andere zu Jüngern zu machen, damit sie fähig werden, wieder andere zu Jüngern zu machen. Kandidaten aus Lateinamerika motivieren mich. Mit ihrer Haltung, ihrer freundlichen Kultur und ihrer Opferbereitschaft stellen sie ein wertvolles
Kandidatinnen treffen Mitarbeiterinnen, die bereits in Asien und Südafrika im Einsatz sind
Potenzial für die Einsatzgebiete dar. Mein weisses Gesicht mag vielleicht in vielen Ländern nicht willkommen sein, Latinos hingegen kommen dort gut an. Das liegt nicht allein an ihrem Aussehen, sondern auch an der kulturellen Nähe. Vor einigen Jahren stellte die SIM Trainingsmaterial für werdende Missionare zusammen, das inzwischen in Spanisch und Englisch verfügbar ist und bald auch in Französisch und Chinesisch erhältlich sein wird. Nachdem nun das Material in vielen Ländern bei Missions-Kandidaten Anwendung findet, sehen wir einen weiteren Bedarf, den die SIM in innovativer Weise angehen möchte. Das Problem in Lateinamerika, aber auch anderswo auf der Welt ist nicht der Mangel an Kandidaten. Das Problem ist vielmehr die mangelnde Unterstützung dieser Kandidaten durch Gemeinden, und zwar nicht nur finanziell, sondern auch durch Gebet und geistliche Betreuung. Gemeinden brauchen ein besseres Verständnis von der Weltmission und der Rolle, die sie darin spielen. Mobilisierung zum Dienst ist fortgeschrittene Jüngerschulung, bei der dem Christen geholfen wird, seinen Platz in Gottes Plan für die Welt einzunehmen. Deshalb haben wir mit dem Projekt „Let’s Mobilize His Church“ (Lasst uns Seine Gemeinde mobilisieren) begonnen.
Dazu stellen wir uns ein sehr praktisches Paket vor mit Vorschlägen und Hilfsmitteln, die eine Gemeinde benutzen kann, um über Mission zu lehren und jedes Mitglied im Jüngerschaftsprozess zu begleiten, damit es wiederum andere zu Jüngern machen kann. Das Material soll in Englisch, Spanisch und Französisch herausgegeben werden, um speziell den Bedarf der Gemeinden in Lateinamerika und Afrika zu decken. Diese ganze Entwicklung zeigt mir deutlich, wie ernst es der SIM damit ist, die Unerreichten mit dem Evangelium zu erreichen in einer Welt, wo noch immer so viele Menschen leben und sterben, ohne von der Hoffnung in Jesus gehört zu haben. Je mehr daran mitarbeiten, desto mehr Menschen können davon erfahren. Und mit jeder Gemeinde, die sich hinter diese Mitarbeiter stellt, für sie betet und gibt, können noch mehr Menschen erreicht werden. Deshalb ist es strategisch wichtig, ins Beten, ins Geben und in innovative Ideen für eine neue Generation von Missionaren zu investieren, die aus Lateinamerika, Afrika und Asien stammen. Dadurch multiplizieren wir unsere Anstrengungen. Wir möchten Christen von überall zurüsten, dorthin zu gehen, wo Menschen so gut wie keinen Zugang zum Evangelium haben. Und wir wollen Gemeinden befähigen, Jünger zu sein, die andere zu Jüngern machen.
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Kurzeinsatz in Burkina Faso
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Catrina Imholz, Rebekka Letsch und Deborah Haldemann
welchen Platz Gott im Alltag unserer Glaubensgeschwister einnimmt. Wenn uns dann ein Burkinabé sagt, dass Gott sie versorgt, wie er auch die Vögel am Himmel versorgt, welche nicht säen, so kriegt das Wort Gottes auch für uns noch einmal eine tiefere Bedeutung. Macht ein solches Vertrauen und eine solche Hingabe zu Gott einen Menschen nicht reich?
HAT GOTT ALLES IM GRIFF? Burkina Faso, ist das ein Land? Was wirst du dort essen? Wie wirst du dich fortbewegen? Darfst du als Frau einfach so rumlaufen? Ist das Land sicher? – Solche und ähnliche Fragen wurden uns gestellt oder stellten wir uns selber, bevor wir in eines der ärmsten Länder der Welt reisten. Burkina Faso, ehemaliges Obervolta, ist mehrheitlich muslimisch, hat aber doch einen beachtlichen Anteil an Christen. Je nach Volksgruppe variieren die Zahlen innerhalb von Burkina Faso sehr.
WIR KANNTEN UNS NOCH NICHT Catrina und Rebekka arbeiteten während sechs Monaten in einem Spital in Piéla, einem Dorf im Nordwesten Burkinas. Als gelernte Fachfrau Gesundheit (Rebekka) und Pflegefachfrau (Catrina) durften sie ihren Beruf in einem völlig neuen Kontext ausüben und den Ärmsten dienen. Deborah zog auf dieselbe Missionsstation, um in Piéla ein schulisches Praktikum zu absolvieren. Wir drei kannten uns vorher nicht.
MATERIAL UND MEDIKAMENTE WAREN BESCHRÄNKT Das Gesundheitszentrum, das vollständig von Einheimischen geleitet wird, besteht aus vier Abteilungen: Medizin, Gebärsaal, Impfung und Prävention sowie einer Station für unterernährte Kinder. Catrina und Rebekka durften auf allen Abteilungen mitarbeiten und lernten und profitierten von vielen Erfahrungen. Die Arbeit in dem kleinen Buschspital war aber auch herausfordernd. Es erforderte viel Umdenken. In ihrem gewohnten Umfeld, in einem Schweizer Spital, standen ihnen Material
und Medikamente ohne Beschränkung zur Verfügung. Hier war aufgrund des Materialmangels oft grosse Kreativität gefragt. Es war eine bereichernde Zeit, in der Catrina und Rebekka erleben durften, wie man mit wenig trotzdem einen positiven Unterschied machen kann.
SCHULE WIE VOR 50 JAHREN Nicht, dass Deborah vor 50 Jahren schon gelebt hätte, aber die Schule in Afrika erinnerte sie stark an das Bild, das sie von unseren Schulen von damals hat. Frontalunterricht ist die einzige Lernform. Die Schüler und Schülerinnen besitzen ein Heft und ein paar Stifte. Lehrmittel können sich die wenigsten leisten. Alles muss von der Wandtafel abgeschrieben werden. Wie sonst können die Schüler zu Hause lernen? Deborah durfte in einer christlichen Sekundarschule ein vierwöchiges Praktikum absolvieren und dabei Französisch und Mathematik unterrichten. Sie hat diese kurze Zeit sehr genossen.
Der Alltag in Piéla war eine konstante Erinnerung an unseren materiellen Reichtum. Es ist nicht fair. Warum sind wir die weissen Schweizerinnen, die einfach für ein paar Monate nach Afrika reisen können? Hat Gott diese Welt wirklich im Griff? Ja. Der Aufenthalt in Burkina hat uns herausgefordert, an den Gott zu glauben, den uns die Bibel erklärt - nicht zuletzt, als der Putsch und später der Anschlag in Ouagadougou geschahen. Wir danken Gott für seine Bewahrung und den Weg, den er mit uns in Afrika gegangen ist. Wir wurden alle drei reich beschenkt.
WIE ARM SIND DIE EINWOHNER? Was bedeuten Armut und Reichtum? Ist man arm, wenn man sich keine Lehrmittel leisten kann? Ist man arm, wenn man auf Schmerzmittel verzichten muss? Ist man arm, wenn man keine Elektrizität und kein fliessendes Wasser hat? Falls ja, dann ist das Wort arm zutreffend für die meisten Burkinabés. Trotz der Armut durften wir aber auch viel Reichtum sehen. In Piéla wohnen viele Christen. Die Kirchen sind am Sonntagmorgen voll von singenden und tanzenden Kindern des Allmächtigen. Das Bewusstsein für Gottes Gegenwart ist gross. Es hat uns berührt zu sehen,
Deborah absolviert ein Praktikum an einer Schule in Piéla.
Catrina und Rebekka mit Kollegen der Klinik in Piéla