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Silke Holweg Color+Structure | Shapes+Lines | Material+Traces

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Malerei, Zeichnung, Fotografie – mit diesen Arbeitstechniken setzt sich die Künstlerin Silke Holweg mit Fragen zur Wahrnehmung, zu räumlichen und ästhetischen Wirkungen und kompositorischen Zusammenhängen in abstrahierenden, seriellen Arbeitsprozessen auseinander.

Dabei veränderte sie in den letzten Jahren ihren Schwerpunkt von der Arbeit mit Rakel, Spachtel, Pinsel, Kreide und Stift zuerst über die malerische Arbeit, welche von einem Fotoapparat als Medium zur Dokumentation, Motiv- und visuelle Ideensammlung begleitet wurde – hin zur Fotografie an sich.

Ihre verschiedenen Positionen umfassen einen vom Sehen, der Beobachtung und Wahrnehmung hergeleiteten, seriell-empirischen Ansatz wie in ihren Serien „Mack“ und „Steg4“. Hierbei erlangt der künstlerische Prozess über die Wahrnehmung der Umgebung wie auch des Außen-Raumes – auf dem Papier, der Leinwand und in der Fotografie - eine autonome zeichnerische, malerische und fotografische Ausdrucksform und -sprache.

In der Malerei veränderte sich Silke Holwegs’ seriell-empirisch, von der Wahrnehmung hergeleitete Arbeitsansatz hin zu einem malerischen Prozess, in dem die Eigenwirkung von Farbe und Form sowie die Einbeziehung des Zufalls von zentraler Bedeutung werden.

In der Fotografie ist eines ihrer charakteristischen Bildmotive die Natur im Sinne von Landschaft, Maßstab, Raum, Struktur, Material und Farbe - Vergleichbarkeit und Unverortbarkeit sowie die Beziehung zwischen Mensch und Natur und auch diese im maßstäblichen Sinn.

Alle ihre künstlerischen Arbeiten basieren auf ihrem grundsätzlichen Prinzip, immer wieder etwas Anderes zu machen als vorher, ohne jedoch das Vorausgehende aufzugeben - alles mitzunehmen und dann langsam weiterzuführen.

STEG4

„Jedes Mal, wenn ich das Meer sehe, verspüre ich ein beruhigendes Gefühl der Sicherheit, als würde ich mein Elternhaus besuchen. Ich begebe mich auf eine Reise des Sehens.“ (Hiroshi Sugimoto)

Auch wenn der Starnberger See nicht mit den unendlichen Weiten der Meere zu vergleichen ist, finde ich in dem Zitat von Hiroshi Sugimoto eine tiefe emotionale Entsprechung zu meiner Arbeit am Starnberger See. (Silke Holweg)

„Von dem Steg 4 am Starnberger See aus gesehen, ist diesem Motiv eine ganze Serie von Zeichnungen und Gemälden gewidmet – ein erstes Bild entstand 2010.

Faszinierend sind hier die Metaphern der ständigen Veränderung und gleichzeitigen Unvergänglichkeit der Seenlandschaft. In ihren Bildern sucht sie dieses Zeit- und Raumerlebnis, in dessen Rhythmus sich die Roseninsel als optische Brechung einfügt.

Auf Grundlage von Zeichnungen, die als Momentaufnahme vor Ort entstehen, entwickeln sich die gemalten Ansichten des Starnberger Sees im Atelier. Trotz der immer gleichen Perspektive weist doch jede Ansicht dieses langfristig angelegten Zyklus einen sehr eigenen Charakter auf, entsprechend der tages- und jahreszeitlichen Veränderung von Licht, Farbe und Kontrasten.“

(Dr. Bettina Schwick)

Steg4, 140x100cm, Acryl auf Leinwand, 10/11
Steg4.1(Nebel), 140x100cm, Acryl auf LW, 02/12
Steg4.3,140x100cm, Acryl auf LW, 03/13
Steg4.0(Nacht), 140x100cm, Acryl auf LW, 01/12

PAPER POSITIONS

1mn Skizzen

Silke Holweg’s „1mn“ Skizzen bilden einen Ausgangspunkt für ihren künstlerischen Prozess der Wahrnehmung, des Beobachtens und des Sehens, in dessen Verlauf die vertrauten Umgebungen und Dinge auf dem Papier autonome zeichnerische Formen erlangen.

Sie studiert mit Papier, Graphit, Pastell, Aquarellfarben und Oelkreiden die Formen, Farben, Zusammenhänge und Strukturen der Umgebung. Dabei ist ihr charakteristisches Bildmotiv die Natur, wie sie durch den Blick des Betrachters zur Landschaft wird.

303 - Monotypien

In der „303“-Serie, die Silke Holweg in Detroit, USA, fertigte, ist die Farbe selbst der wichtigste Protagonist. Erst beim Auftragen auf eine heiße Metallplatte mischt sich die Wachsfarbe, strukturiert sich, wirkt pastos, opak oder dünn, bleibt doch spürbar oder verschwindet ganz. Es entstehen Papierarbeiten wie ein verworrenes Netz von Zeichen, welche nicht festgelegte Formen begrenzen, sondern Beziehungen zur Farbsubstanz selber haben: eine subtile Vibration, die sich durch Zufall und ohne Absicht beim Entstehen der Papierarbeiten ergibt. Silke Holweg versteht die Arbeit als eine Beziehung zwischen Absicht und Resultat, die hier über die Erfahrung mit der Materie verläuft, wobei sich das Motiv während des Entstehungsprozesses entwickelt.

303 I, pioneer bldg., 26x19cm, Encaustic Monotypie, 04/19

303 II, pioneer bldg., 26x18cm, Encaustic Monotypie, 04/19

303 II, pioneer bldg., 17x26cm, Encaustic Monotypie, 04/19

303 III, pioneer bldg., 27x27cm, Encaustic Monotypie, 04/19

303 IV, Sami, 92x53cm, Encaustic Monotypie, 04/19

MIXED MEDIA

Inside | Outside + a moment of pause

Silke Holweg geht der Frage „des Totalitätsanspruchs des Wahrnehmungsprozesses im romantischen Fensterblick“ (R. Selbmann) anhand von Rückenfiguren in einzelnen Situationen oder Serien nach, in denen der Betrachter mit ins Aufgezeigte gezogen wird. Die Frauen, die zum Fenster hinausblicken, setzen das Sehen selbst ins Bild. So setzt sich das Bild im Betrachter fort und besteht aus Gesehenem und Imaginiertem – Wirklichkeit und Illusion vermischen sich.

Das Fenstermotiv ist dabei ein Ort der stummen Monologe oder Dialoge, ein Ort der Reflexion über die eigene Stellung zwischen Begrenztem und Unbegrenztem. „Das Fenster stellt gleichzeitig Scheidewand und Durchgang dieser Sphären dar. Es markiert den Bereich zwischen Innen und Außen und damit eine Doppelseitigkeit.“ (D. Schierke)

PEOPLE | Traces (2013 – 2016)

In der Serie „PEOPLE“ und „PEOPLE|Traces#0“ sieht Silke Holweg mit distanziertem Blick durch das Medium auf die vom Menschen vereinnahmten Landschaftsräume.

Ihr Blick, der diese Zonen abtastet, ist nicht der Blick einer Beteiligten, die sich mitten im Geschehen befindet, sondern vielmehr der einer distanzierten Beobachterin, die von außen und von oben sieht.

Der hier von Menschen durchschrittene Raum – wie auch die Spuren, die Menschen in einem leeren Landschaftsraum hinterlassen (Bilderserie PEOPLE|TRACES#0) - beschreibt bildhaft eine Erfahrung der Welt, in der alles durchmessen, erforscht und zersiedelt ist und die als Folge ihre Spezifität verloren hat.

Gerade die vollständige Besetzung aller Räume stellt nicht nur die Idee des Unzugänglichen, Nichterreichbaren in Frage, sondern macht generell Orte und Landschaftsräume austauschbar und damit in letzter Konsequenz nicht lokalisierbar. Damit verweist auch immer das was wir sehen, auf all das, was wir nicht mehr sehen können.

SHAPES & LINES

Vernissage SHAPES & LINES am 23.11.17, in der ersten reihe|Plan-Z

„Ich begrüße Sie ganz herzlich zu dieser Ausstellung von Silke Holweg. Silke hatte mich gebeten einige Worte zu sagen, da wir befreundet sind und uns gut kennen und ich die Entstehung dieser Ausstellung mit begleitet habe. ...

... der Blick, den diese Bilder einfangen, ist von einem architektonischen Blick geprägt, allerdings gar nicht so sehr im räumlichen Sinne, sondern vielmehr in dem physisch – materiellen Sinn, der Architektur natürlich auch zu einem ganz essenziellen Teil ausmacht. ...

Bei diesen Bildern finde ich es ganz erstaunlich, welche haptisch-materielle Qualität sie tatsächlich gewinnen und wie sich in den Bildern auch die Maßstäblichkeit beim Betrachten verändern kann, wenn man sie denn überhaupt in der Lage ist zu erfassen.“ ...

... „Das ist bei den „gläsernen“ Bildern sicherlich am allerstärksten der Fall.

Hier weiß man wirklich nicht mehr, ob es großmaßstäblich ist - aus einer sehr großen Distanz aufgenommen, oder ist es ganz fein im Detail aufgenommen? Man kann es vielleicht erahnen, man kann es sich auch erschließen, wenn man um den Kontext dieser Landschaftaufnahmen auf Island weiß, aber sie haben doch einen so hohen Abstraktionsgrad und so ein Hineingehen mit dem Blick, um zu erfassen bzw. um diese physischen Materie des Eises ... zu umfassen, in den man ... eindringt und eben trotzdem nur einen Ausschnitt sieht.

Wenn man genauer hinschaut und sieht, dass es nicht nur gefrorenes Wasser ist, sondern das tatsächlich auch noch diese andere Materie in Partikeln enthalten ist, die Island so ausmachtnämlich die Asche, die Lava-Asche - die auch diesen ganzen Schwarzwert ausmacht, der nicht irgendwie künstlich hinein gesetzt worden ist, sondern der ... alle Bilder auf besonderen Art und Weise prägt. Sieht man sich dann die andere Serie mit diesen feinen Konturen der schwarzen Flächen an, welche in diese fellartigen Überwürfe hineinschneiden, ..., dann merkt man, dass hier in diesen scheinbaren schwarz-weiss Aufnahmen genau eben dieses changierende, fellartige, durch die Asche, die hier auf diesem Gletscherfeld klebt, entstanden ist.“ ... „Da spielt Silke’s Prägung mit hinein, diese graphische Kraft, die in diesen Bildern steckt und die man sehr deutlich sieht, insbesondere in diesem seriellen Nebeneinander, diesen gleichartigen, aber eben doch sehr anders gearteten einzelnen Aufnahmen. Die drei Aufnahmen, die durch den Horizont, den sie aufnehmen, am stärksten den landschaftlichen Bezug haben, in denen man deutlich durch die hervorkommende Vegetation einen Vordergrund erkennen kann, ..., so dass man den Eindruck hat, ... als würde es gelb- orange-grün herausleuchten.

Anderseits ist es aber nicht so, dass man einen ganz gewöhnlichen Horizont hat, wo sich die Bilder in die Tiefe erweitern, sondern die Bilder klappen einem wie entgegen, als würden sie doch zweidimensional in einem graphischen Sinne aufgebaut sein durch diese Schichten von dem farbig, wie mit Goldfäden durchdrungenen, räumlichen Vordergrund, diesem mit entgegenkommenden Weiß eisig durchdrungenen schwarzen Mittelgrund und eben einer weißen Fläche, die hinten liegt - also auch hier wieder, was nur scheinbar räumlich ist, kommt einem physisch-materiell entgegen und hat insgesamt eine große graphische Qualität in der Art und Weise, wie es gerade in dieser Serien zusammenhängt.“ (Uta Graff, Prof. Dipl.-Ing. Architektin BDA)

AUSSTELLUNGEN

2025 MITBRINGEN.MITNEHMEN – Galerie der Künstler (Maximilianstr. 44, München), Gruppenausstellung

2025 JENSEITS DER LANDSCHAFT – ORANGERIE am Englischen Garten, München, „two-women show“

2024 MITBRINGEN.MITNEHMEN – Galerie der Künstler (Maximilianstr. 44, München), Gruppenausstellung

2023 RELAX - Galerie der Künstler (Maximilianstr. 44, München), Gruppenausstellung

2022 ALLES IMMER JETZT – Galerie der Künstler (Maximilianstr. 44, München), Gruppenausstellung

2021 SHARING - Galerie der Künstler (Maximilianstr. 44, München), Gruppenausstellung

2020 AUFSTEHEN – Galerie der Künstler (Maximilianstr. 44, München), Gruppenausstellung

2019 Arbeitsaufenthalt (14tägig) in Detroit, MI, USA (The Pioneer Bldg., Studio 333)

2017 SHAPES&LINES –„die erste Reihe“, Plan-Z Architekten, München (http://dieerstereihe.com), Einzelausstellung

2017 RUFFINIHAUS, 57 Tage Ruffinihaus am Rindermarkt, München inmitten kreativ – Kompetenzteam, Kultur- u Kreativwirtschaft

München, Einzelausstellung

2016 TRACES#2,3 – Atelierhaus Rosa, München,(http://atelierrosa.de), Einzelausstellung

2016 TRACES#1 - Galerie u Projektraum Stadt München(#rstr4), Milchstr. 4, München, Einzelausstellun

2015 BERGWERK/311 – Gruppenausstellung

Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt, Fakultät Gestaltung, Würzburg

2014 BERGWERK/311 – Gruppenausstellung

Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt, Fakultät Gestaltung, Würzburg

2014 ZWEI BLICKE - Silke Holweg|Amandus Sattler

Galerie u Projektraum d Stadt München(#rstr4), Milchstr 4, München

2014 Würzburger Art Ensemble + Architektur&Kunst

Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt, Fakultät Gestaltung, Würzburg (Gruppenausstellung)

2014 Galerie 26 - Musik, Tanz&mehr – Gruppenausstellung, Würzburg

2013 SOMMERRAUSCH – Milchhof, Würzburg (Gruppenausstellung)

2013 „ohne Titel“, Architektenhaus Prof. Dieter Leistner, Würzburg;

2013 „ohne Titel“, art culinaire, München (Einzelausstellungen)

2005 „TOWARDS A TWO DIMENSIONAL WORLD“ - GPAA, GP, MI, USA

Einzelausstellung

2004 „OUR RIVERS OUR LAKES“, G P A A, Detroit/GP, MI,USA

1. Preis im Wettbewerb - Gruppenausstellung

2001,02,03 – Essen, Düsseldorf, Dresden – Gruppenausstellungen

*1966

BREMEN | MÜNCHEN | DETROIT

- Studienjahr FOTOGRAFIE bei Prof. Dieter Leistner (†24.09.22), THWS|Fakultät Gestaltung, Würzburg

- Aufenthalt in Detroit, MI, USA | 1. Preis: Wettbewerb „Our rivers Our lakes“

- Studium freie MALEREI und GRAFIK bei Prof. Stefan P. Schneider/Veit Johannes Stratmann Hochschule der bildenden Künste (HBK) Essen / Kunstakademie Rhein/Ruhr - Akademiebrief

- Studienjahr KUNSTGESCHICHTE bei Prof. Dr. Michael Bockemühl (†23.12.09) an der Universität Witten/Herdecke

- Studienjahr KUNSTGESCHICHTE bei Prof. Dr. Maurice Sass, Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

Dank

Mein aufrichtiger, herzlicher Dank gilt allen Personen, die mich in meiner Arbeit unterstützt, inspiriert und zur Verwirklichung meiner Ausstellungen beigetragen haben, insbesondere:

Prof. Dieter Leistner (†24.09.22), Veit-Johannes Stratmann, Prof. Uta Graff, Prof. Gunther Benkert,

Prof. Amandus Samsøe Sattler, Dr. Bettina Schwick, Susan McDonald, Sabine Spieler, Leo Holweg, Nolan Koivunen, Irene Meyer-Summent, Dr. Markus Meyer, Jens-Oliver Holweg

Impressum Imprint

Silke Holweg

Redaktion und grafische Gestaltung | Editorial Staff and Graphic Design

Silke Holweg

Beratung (Fotografie und Text) | Creative Consulting (Photography and Text)

Sabine Spieler

Prof. Dieter Leistner

Fotografien | Photography

Silke Holweg

Webpage | Webpage

Mag. Marion Eher (www.bluechip.at)

© 2026 Silke Holweg

© 2026 Texte von Silke Holweg und den Autoren | Text by Silke Holweg and the authors

© 2026 Abbildungen/Fotografien Silke Holweg | Illustrations/Photographies by Silke Holweg

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