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KunststoffXtra 7-8/2020

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7–8 / 2020

OFFIZIELLES ORGAN VON K U N S T S T O F F. s w i s s

Juli – August 2020

KUNSTSTOFF XTRA

DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR WERKSTOFFE – VERARBEITUNG – ANWENDUNG

Verschleissarme Hubführung durch Freispaltprinzip. www.hasco.com

Rundklinkeneinheit


HEILEN

PFLEGEN

HELFEN

MEDIZINTECHNIK LINDERN UMSORGEN BETREUEN

Von der Spritze bis zum Implantat – in der Medizintechnik geht es um Qualität, Präzision und absolute Reinheit. Damit Sie hier bestens versorgt sind, unterstützt Sie bei ARBURG ein Team aus Spezialisten bei der Ausgestaltung von Spritzgiess­ maschinen- und Reinraumtechnik für Ihre spezifischen Produkte. Inklusive Analysen und Funktionstests in unseren unternehmenseigenen Einrichtungen. www.arburg.ch


EDITORIAL

Kommt sie? Kommt sie nicht? Lange hat uns diese Frage beschäftigt – wie ich meine – zu lange. Die Rede ist von der Fakuma. Am 23. Juni gab das Land Baden-Württemberg

www.granula.ch www.granula.eu

KUNSTSTOFF XTRA

grünes Licht für die Durchführung von Grossanlässen ab September. Einen ganzen Monat liess sich dann der Messeveranstalter P. E. Schall Zeit, bis er sich zu einer Absage der Messe durchringen konnte. Zugegeben keine leichte Entscheidung, galt es doch, sich mit Behörden und Messebetreiber abzusprechen, die Realisierbarkeit der geforderten Hygiene- und Sicherheitskonzepte zu prüfen und die Stimmen der Aussteller und Besucher einzuholen. Und doch: Manch einer hätte sich eine transparentere Kommunikation und schnellere Entscheidung für ein klares Ja oder Nein gewünscht. Dies hätte vor allem den Ausstellern die Planung deutlich erleichtert, viel Zeit und Arbeit für den Papierkorb erspart und Kräfte freigemacht für das Tagesgeschäft, das in Zeiten von Corona genügend herausfordernd ist. Die Pandemie wird uns noch lange beschäftigen und Spuren nicht nur in den Geschäftsbüchern hinterlassen. Sie wird möglicherweise auch Arbeitsmodelle verändern (Homeoffice wird salonfähig) und zur Nachhaltigkeit beitragen (weniger Geschäftsreisen, vermehrt virtuelle Meetings und Konferenzen). Mittelfristig dürften manche Branchen auch profitieren. Der VDMA erwartet, dass sich die Corona-Pandemie als veritabler Digitalisierungsbeschleuniger erweisen und auch der Automation und Robotik Schub verleihen wird (S. 37). Schliessen wir den Kreis mit der Fakuma, die in den 40 Jahren ihres Bestehens – 1981 war die Premiere – erstmals nicht stattfinden kann. Die meisten dukte und Dienstleistungen präsentieren zu können, individuelle Lösungen einfallen lassen und auf virtuelle Tools setzen. Umso grösser ist die Vorfreude auf die hoffentlich dann analoge 27. Fakuma 2021, die vom 12. bis 16. Oktober 2021 in Friedrichshafen das bieten wird, wofür Messen stehen: Kundennähe, Live-Kontakte, pulsierende Atmosphäre – ein reales Messeerlebnis eben.

Marianne Flury, Redaktorin m.flury@sigwerb.com

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Medizinaltechnik

Firmen werden sich für die entgangene Möglichkeit, ihre Technologien, Pro-


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INHALTSVERZEICHNIS

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FOKUS Klarer Rückgang, aber weniger als befürchtet

Bereits 2018 zeichnete sich ab, dass das Jahr 2019 mit den rekordhohen Zahlen des Vorjahrs nicht mithalten kann. Die Frage war nur, wie stark sich die Konjunktur abkühlen wird. Nun ist die Auswertung der jährlich vom Verband Kunststoff.swiss durchgeführten Umfrage auf dem Tisch: Der erwartete Rückgang ist eingetreten, fällt aber moderater aus als befürchtet.

Warum Prozessüberwachung unverzichtbar ist

Bei der Assemblierung von kombinierten Produkten aus Medikament und Medizinprodukt nutzt Ivers-Lee die Vorteile der integrierten Kraft-Weg-Überwachung von Kistler. Sowohl bei der Endmontage von Autoinjektoren als auch für Pen-Systeme stellen Sensoren und Prozessüberwachungssysteme höchste Produktqualität für die Selbstmedikation sicher.

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Ein Becher, der es ermöglicht zu trinken, ohne das Gefäss zu kippen. Und eine Silikon-Membrane, die die Flüssigkeit befördert: Das war die Ausgangssituation zweier Studenten der Medizintechnik, die mit einem Entwicklungs- und Produktionsauftrag auf Rico zukamen. Die besondere Anforderung an das Produkt: Die Membrane sollte aus 1-Shore-Silikon mit einer Wandstärke von 0,1 mm gefertigt werden.

IMPRESSUM

KUNSTSTOFF XTRA

Die Fachzeitschrift für Werkstoffe – Verarbeitung – Anwendung Erscheinungsweise 10 × jährlich Jahrgang 10. Jahrgang (2020) Druckauflage 5200 Exemplare WEMF / SW-Beglaubigung 2019 4610 Exemplare total verbreitete Auflage 1372 Exemplare davon verkauft ISSN-Nummer 1664-3933 Internet www.kunststoffxtra.com Geschäftsleiter Andreas A. Keller

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Happ, Hersteller von Teilen und Baugruppen für die Automobilindustrie, setzt für die Fertigung seiner Produkte Spritzgiessmaschinen der EcoPower-Reihe von Wittmann Battenfeld ein. Die flexible Verkettung zweier dieser Maschinen ermöglicht eine effiziente Produktion komplexer Baugruppen.

Herausgeber/Verlag SIGWERB GmbH Unter Altstadt 10, Postfach CH-6302 Zug Telefon +41 41 711 61 11 info@sigwerb.com, www.sigwerb.com Anzeigenverkaufsleitung Thomas Füglistaler Anzeigenverkauf SIGImedia AG Jörg Signer Alte Bahnhofstrasse 9a CH-5610 Wohlen Telefon +41 56 619 52 52 Telefax +41 56 619 52 50 info@sigimedia.ch Redaktion Thomas Meier Telefon +41 79 310 01 59 thomas.meier@sigwerb.com Marianne Flury (Senior Editor) Telefon +41 32 623 90 17 m.flury@sigwerb.com

MASCHINEN/ PERIPHERIE Intelligenter Spritzguss

VERARBEITUNG 0,1 mm Wandstärke und 1-Shore-Silikon

MEDIZINTECHNIK

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VERBAND

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Abonnemente Telefon +41 41 711 61 11 info@sigwerb.com www.kunststoffxtra.com Jahresabonnement Schweiz: CHF 38.00 (inkl. Porto/MwSt.) Jahresabonnement Ausland: CHF 58.00 (inkl. Porto)

Copyright Zur Veröffentlichung angenommene Originalartikel gehen in das ausschliessliche Verlagsrecht der SIGWERB GmbH über. Nachdruck, fotomechanische Vervielfältigung, Einspeicherung in Datenverarbeitungsanlagen und Wiedergabe durch elektronische Medien, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags. Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Copyright 2020 by SIGWERB GmbH, CH-6302 Zug

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INHALTSVERZEICHNIS

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CIRCULAR ECONOMY Dem Abfall einen Wert geben

FORSCHUNG/ ENTWICKLUNG Komplexe Zelluloseobjekte drucken

Tide Ocean sorgt dafür, dass ocean-bound plastic einen Wert erhält und entsprechend gesammelt, sortiert, wiederaufbereitet und verarbeitet wird. Für dieses Projekt wurde das Start-up-Unternehmen, zusammen mit dem IWK, im Januar mit dem Swiss Plastics Expo Award in der Kategorie Nachhaltigkeit ausgezeichnet.

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Forschende der ETH Zürich und der Empa druckten mit einem Zellulose-Verbundmaterial verschiedene Objekte, deren Zellulosegehalt höher liegt als derjenige von anderen 3D-gedruckten zellulosebasierten Gegenständen. Ein Trick half dabei.

MATERIAL­ OPTIMIERUNG

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WIRTSCHAFT

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NEWS

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VERANSTALTUNGEN

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PRODUKTE

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LIEFERANTEN­ VERZEICHNIS

Entwicklung von reiboptimierten Kabelzügen

Rundklinkeneinheiten – exklusiv von HASCO

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ZUM TITELBILD

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Im Rahmen eines von der Innosuisse mitfinanzierten Projektes der HSR und Fortatech AG konnten durch die systematische Optimierung der im Reibsystem «Kabelzug» vorhandenen Materialpaarung zwischen der statischen Kabelhülle und der kraftübertragenden Litze die Projektziele hoher Wirkungsgrad und lange Lebensdauer erreicht werden.

DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR WERKSTOFFE – VERARBEITUNG – ANWENDUNG

Rundklinkeneinheiten ermöglichen verschleissarme Hubführung durch Freispaltprinzip Speziell für den Einsatz in Spritzgiess- und Druckgiesswerkzeugen, wenn eine zweite Werkzeugtrennebene erforderlich ist, wurden die Rundklinkeneinheiten Z1780/... und Z1782/... entwickelt. Diese exklusiv von HASCO angebotenen, kompakten Rundklinkeneinheiten, welche eine definierte Bewegung und Arretierung beweglicher Platten ermöglichen, zeichnen 7–8/2020

Verschleissarme Hubführung durch Freispaltprinzip. www.hasco.com

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sich durch eine umlaufende Mehrfachverriegelung mit optimalem Kraftfluss aus. Die Rundklinkeneinheiten Z1780/… mit ziehender und Z1782/… mit schiebender Wirkung bieten eine sehr flexible Einbauvielfalt. Eine verschleissarme Hubführung durch Freispaltprinzip sowie ein Ausgleich des Wärmeausdehnungsversatzes und ein integrierter Kollisionsschutz tragen zur Prozesssicherheit bei. Beide Rundklinkeneinheiten sind in drei Grössen und verschiedenen Längen für eine grosse Hubvielfalt ab Lager verfügbar und ermöglichen so eine grosse Bandbreite individueller Werkzeugaufbauten. Alle Produkte, Innovationen und Services sind im HASCO Portal 24/7 weltweit verfügbar, www.hasco.com 3


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Fokus

Wirtschaftsdaten 2019 der Schweizer Kunststoffindustrie

Klarer Rückgang, aber weniger als befürchtet Bereits 2018 zeichnete sich ab, dass das Jahr 2019 mit den rekordhohen Zahlen des Vorjahrs nicht mithalten kann. Die Frage war nur, wie stark sich die Konjunktur abkühlen wird. Nun ist die Auswertung der jährlich vom Verband Kunststoff.swiss durchgeführten Umfrage auf dem Tisch: Der erwartete Rückgang ist eingetreten, fällt aber moderater aus als befürchtet.

Es war vorhersehbar, dass das Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr schlechter abschneiden würde. Das Plus des Gesamtumsatzes 2018 von 10,6 % war nicht zu toppen, zumal sich bereits ab Mitte 2019 die Wachstumskurve abflachte und schliesslich nach unten zeigte. Die Bremsspuren waren vor allem der Automobilindustrie geschuldet, die kräftig an Schub verlor, was auch die Schweizer Zulieferer zu spüren bekamen. Insgesamt generierte die Schweizer Kunststoffindustrie im Jahr 2019 einen Umsatz von CHF 15,191 Mrd., was einem Minus von 5,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht (Abb. 1). «Der Rückgang ist zwar bedeutend, das Ganze bewegt sich aber auf einem hohen Niveau», relativiert Kurt Röschli, Geschäftsführer von Kunststoff. swiss, den Einbruch. Nur geringe Veränderungen sind bei den Formenbauern, Dienstleistungsbetrieben und Verwertungsbetrieben festzustellen. Den grössten Rückgang mussten mit einem Minus von 8,5 % die Maschinen- und Peripheriehersteller verschmerzen. Sie bewegen sich aber gemessen an den Vorjahren 2016 und 2017 immer noch auf einem hohen Niveau. Zum Vergleich hebt Röschli die Zahlen des Verbands der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, Swissmem, hervor, die einen massiv stärkeren Einbruch als die Kunststoffindustrie erlitten haben (rund -12 %). Mit einem geringeren Umsatz (-6,5 %) mussten sich auch die Rohstofflieferanten zufriedengeben. «Hier spielen auch Preis­ einbrüche bei verschiedenen Rohstofftypen eine Rolle», vermutet Röschli. Und schliesslich spürten auch die Verarbeiter den Gegenwind vom «schwindenden» 4

Grafiken: Kunststof f.swiss

Marianne Flury

Abb. 1: Umsätze 2019 (TCHF) nach Sparten im Vergleich zu den Vorjahren

Abb. 2: Anzahl Firmen resp. Mitarbeitende (2016–2019)

Markt. Das Minus von 5,4 % resultiert, wie oben bereits erwähnt, hauptsächlich aus dem Automobilsektor.

Leichtes Plus beim Personalbestand Trotz der erwähnten Umsatzeinbussen legt der Personalbestand mit 33 935 Mitarbeitenden sogar noch leicht zu (+0,5 %) (Abb. 2). «Es ist interessant zu sehen, dass trotz eines schwindenden Markts die Mitarbeiterzahl leicht zunimmt. Die Zahlen

zeigen, dass insbesondere Verarbeiter versuchen, ihre Mitarbeiter auch in einer Krise oder einer rückläufigen Wirtschaftslage zu behalten», stellt Röschli fest. «Das ist ein gutes Signal. Wir vermuten, dass der Zuwachs der Mitarbeiter auch den Startups geschuldet ist, die wir erstmals auch in unsere Wirtschaftsdatenerfassung miteinbezogen haben.» Die Zunahme der Firmen von 2018 auf 2019 um knapp 80 lässt sich laut Röschli nicht allein durch Neugründungen und Startups erklären, sondern ist auf eine 7-8/2020


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Fokus

konsequentere Erfassung der Betriebe und die Umstellung auf eine neue Verbandssoftware zurückzuführen.

Kunststoffverbrauch gesunken Erwartungsgemäss ist der Verbrauch von Kunststoff zurückgegangen und zwar um 3,4 % von 775 181 t auf 748 906 t. Im Gegensatz zu den letzten Jahren hat aber der Kautschukverbrauch gemäss Zahlen der eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) um 3,2 % auf 43 537 t zugelegt. «Möglicherweise ist die Zunahme dem Bau zu verdanken», vermutet Röschli. «EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Monomer, ein Snythesekautschuk) braucht es immer.» In der Relation vom Rückgang der verarbeiteten Mengen von Kunststoff und Kautschuk von insgesamt 3 % zum Umsatzminus von 6,5 % der Rohstoffhersteller widerspiegelt sich auch der Rohstoffpreiszerfall, der seit letztem Jahr in Gang ist. Die Abbildung 3 veranschaulicht deutlich die negativen Veränderungen, die im Vergleich zum Vorjahr 2018 stattgefunden haben. In absoluten Zahlen ausgedrückt lässt sich das Geschäftsjahr 2019 aber immer noch unter die Top 5 der Spitzenjahre seit Erfassen der Wirtschaftsdaten im Jahr 2001 einordnen.

Exportanteil ist stabil Wie bereits erwähnt war 2018 ein herausragendes Jahr, auch bezüglich der Exporte von Halbfabrikaten und Fertigwaren. In 2019 wurden insgesamt für CHF 3,387 Mrd. Ware exportiert (Vj. 3,501), davon Fertigfabrikate im Wert von CHF 1,743 Mrd. (Vj. 1,834) und Halbfabrikate für CHF 1,644 Mrd. (Vj. 1,667). Erfreulich ist, dass der Exportanteil mit 22,3 % gerechnet am Gesamtumsatz der Kunststoffindustrie gehalten werden konnte (Vj. 21,8 %). Zu erwähnen ist, dass in diesem Prozentsatz der Export von Kunststoffteilen resp. -komponenten – verbaut in Apparaturen und Geräten – nicht explizit der Kunststoffindustrie zugerechnet und entsprechend nicht erfasst ist. Bei den Kunststoffanwendungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr marginale Veränderungen ergeben. Der Bereich Verpackung nimmt mit einem Anteil von 7-8/2020

Abb. 3: Veränderungsraten in Prozent

39,4 % (41,2 %) nach wie vor den Spitzenplatz ein. Der Bau hält die Stellung mit 38,3 % (38,9 %). Die restlichen rund 20 % teilen sich auf in Medizin (7,1 %), Fahrzeug (7,0 %), EE (2,1 %), Haushalt (1,0 %) und Sonstige (5,1 %). Der Rückgang bei den Verpackungen ist gemäss Röschli erklärbar durch das schlechte Image von Kunststoff, ‹plastic bashing› und das vielerorts geltende Verbot von ‹Raschelsäckli›. «Mit Covid-19 wird das wieder ändern», ist der Geschäftsführer überzeugt. «Der Bausektor ist nach wie vor gut unterwegs, hier kurbeln auch Renovationen – auch von öffentlichen Gebäuden – das Geschäft an.» Seit Jahren nehmen die Exporte von Kunststoffabfällen ab, die Importe zu. Dieser Trend setzte sich auch 2019 fort. Insgesamt wurden 89 607 t (90 814 t) Abfall ins Ausland geliefert, mehr als Dreiviertel davon in die Nachbarländer Deutschland (64,4 %), Österreich (10,2 %) und Frankreich (2,2 %). Importiert wurden 65 389 t (53 766 t). Auch diese stammen zu 95 % aus unseren Nachbarländern (D 53 %, F 31,1 %, A 11,3 %). Nicht ganz ins Bild passt die Entwicklung der Personalstrukturen. Trotz grosser Anstrengungen von Seiten des Verbands Kunststoff.swiss und der Firmen, sank der Anteil Berufspersonal inkl. Lehrlinge von 68,1 % auf 64,6 % im Berichtsjahr, angelerntes Personal nahm entsprechend von 31,9 % auf 35,4 % zu. Röschli vermutet, dass viele Firmen das nötige Fachpersonal nicht gefunden haben und sich deshalb mit angelerntem Personal behalfen, um es im Betrieb selber auszubilden. «Das Bedürfnis stimmt nicht mit dem Markt überein», so sein Statement.

Ausblick: Verhalten Die jährlich vom Verband durchgeführte Umfrage bezüglich Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2020 fand im März statt. Der Covid-19-Effekt ist entsprechend nicht berücksichtigt. Personalmässig gehen 19 % (27 %) der Betriebe davon aus, dass sie Mitarbeiter einstellen werden. 69 % (64 %) wollen den Personalbestand beibehalten und 12 % (9 %) überlegen sich einen Abbau. Bezüglich Umsatz erhoffen sich 40 % (48 %) eine Erhöhung, 43 % (40 %) gehen von einem gleichbleibenden und 17 % (12 %) von einem sinkenden Umsatz aus. Röschli vermutet, dass coronabedingt die Erwartungen heute negativer ausfallen würden. Es gebe aber auch zu bedenken, dass gewisse Bereiche von Covid-19 profitiert und die Gelegenheit genutzt haben, sich neu aufzustellen. Weitere Informationen und Grafiken finden sich unter folgendem QR-Code:

Kontakt Kunststoff.swiss Kurt Röschli Schachenallee 29C CH-5000 Aarau +41 62 834 00 67 k.roeschli@kunststoff.swiss www.kunststoff.swiss

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Verarbeitung

Rico stellt 2K-Membrane prozesssicher her

0,1 mm Wandstärke und 1-Shore-Silikon Ein Becher, der es ermöglicht zu trinken, ohne das Gefäss zu kippen. Und eine Silikon-Membrane, die die Flüssigkeit befördert: Das war die Ausgangssituation zweier Studenten der Medizintechnik, die mit einem Entwicklungs- und Produktionsauftrag auf Rico zukamen. Die besondere Anforderung an das Produkt: Die Membrane sollte aus 1-Shore-Silikon mit einer Wandstärke von 0,1 mm gefertigt werden.

Bilder: Rico

«sippa home» ist ein Produkt des Münche­ ner Unternehmens iuvas. Es handelt sich um einen Trinkbecher, der es Menschen mit Bewegungseinschränkungen, Schluck­ störungen oder Demenz ermöglicht, pro­ blemfrei zu trinken, ohne das Gefäss zu kippen. Das Herzstück der Erfindung ist eine hochelastische Membrane, die dem Abfall des Flüssigkeitspegels entgegen­ wirkt. Dadurch hat der Trinkende das Ge­ fühl, immer aus einem vollen Glas zu trin­ ken. Die Herstellung dieser Membrane übernahm der österreichische SpritzgiessExperte und Werkzeugbauer Rico Elasto­ mere Projecting GmbH. Josef Sorger, Projektleiter Rico

iuvas verfügte bereits über einen ersten Silikon-Prototyp der Membrane. Die Tests des österreichischen Spritzgiessers erga­ ben jedoch, dass mit der vorhandenen Geometrie und der Materialauswahl die technische Machbarkeit nicht sichergestellt werden konnte. Erst die Neuentwicklung einer Zweikomponentenlösung aus Silikon und Thermoplast im mechanischen Ver­ bund brachte den Erfolg. Mittels einer Pro­ beform und mehrerer Testreihen wurde der Spritzgiessprozess validiert. «Weil die Membrane so dünn ist, konnten wir nicht mit Simulationen arbeiten – das würde bei dieser Wandstärke keinen Sinn ergeben», beschreibt Rico-Projektleiter Josef Sorger die Herangehensweise.

Herausforderndes Material Zeitgleich zur Bauteilmodifikation lieferten Materialtests wichtige Erkenntnisse. Auch für den Spritzgussprofi mit 25 Jahren Erfahrung war die Verarbeitung eines 6

1-shorigen Materials Neuland. Das ver­ wendete, lebensmitteltaugliche Silikon folgt mit seiner wasserähnlichen Konsis­ tenz anderen Parametern und machte die Verarbeitung sehr anspruchsvoll. «Es ist eine sehr spezielle Silikontype. Wenn man aber weiss, wie das Material funktioniert, klappt die Verarbeitung einwandfrei», be­ stätigt Sorger.

Werkzeugkonzept und Oberflächenbehandlung Durch die niedrige Viskosität und ShoreHärte floss das Material im Rohzustand wie Wasser. Nach der Vernetzung war es sehr haftend und machte die Entformung anspruchsvoll. Die Materialauswahl im Werkzeug und die Oberflächengestaltung der Kavitäten waren daher entscheidend, ohne dass man auf aufwändige Beschich­ tungen zurückgriff. Diese tendieren dazu sich zu lösen, was nachträgliche Wartun­ gen und Nachbeschichtungen mit sich ziehen kann. Darüber hinaus erhöht sich das Prozess- und Werkzeug-Monitoring um

Bild: iuvas medical GmbH

Von 1K auf 2K – Prototyp modifiziert

weitere Dimensionen, die zusätzlichen Aufwand bedeuten. Der richtige Werk­ zeugstahl mit der exakten Behandlung und Oberflächenstruktur hatte für Rico deshalb oberste Priorität. Hier griff das Unterneh­ men auf die Expertise von Rico GroupMember und Härterei-Spezialist HTR zu­ rück. Das Werkzeug wurde mit 2+2 Kavitäten und für das bewährte Transfer­ verfahren ausgelegt, d.h. der gespritzte Thermoplast-Teil wird innerhalb des Werk­ zeuges mittels End-of-Arm-Tooling transfe­ riert und für die Silikon-Umspritzung vor­ bereitet. Herausfordernd war die Kombination aus niedrigviskosem Silikon, dem grossen Durchmesser von 62 mm und die extrem dünne Wandstärke der Membrane mit 0,1 mm. Durch die direkte Anspritzung mittels Nadelverschlusssystem produziert Rico abfallfrei, mit einer ökonomischen Zykluszeit und garantiert eine reproduzier­ bare, vollautomatische und nachhaltig ge­ sicherte Teilelieferung.

Aufbau sippa home Trinkgefäss

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Verarbeitung

Temperaturführung oberste Prämisse «Eine exakte Temperaturführung und ein perfekt ausbalanciertes Kaltkanalsystem sind hier nicht die Kür, sondern die Pflicht», bestätigt Sorger. Die hohen Anforderungen an das Werkzeug und den Prozess erforder­ ten eine perfekte Temperaturführung und ein ausgeklügeltes Vakuumsystem. Jede Änderung um einen sehr niedrigen Tempe­ raturbereich hätte bereits eine Veränderung im Fliessverhalten und der Reaktivität des Materials bedeutet. Auch das Tempern stellte eine Herausforderung dar. Insbeson­ dere die Eigenschaften des speziellen LSR machten einige Vortests notwendig um das Materialverhalten zu evaluieren.

führt, danach automatisiert verpackt, d.h. entweder einzelverpackt oder in Kartons geschlichtet – je nach Kundenwunsch. So­ mit werden die 2K-Membrane humantouch-free in sauberster Produktionsumge­ bung hergestellt.

die Formteilqualität Formteilqualität die

Automatisierungskonzept Energiekosten fertig denken Energiekosten Um für das Produkt und die Kundenanfor­ derung optimale Automatisierungskonzep­

2K-Membrane

te anbieten zu können, schaut Rico immer über die eigene Fertigung hinaus. Sämtli­ che Automatisierungsschritte und nachge­ lagerten Prozesse stimmte der Spezialist auf die Kundenbedürfnisse ab. Dadurch konnten zusätzliche Montage- oder Kon­ fektionierungsschritte beim Kunden einge­ spart werden. Bei iuvas wird in zwei Varianten gearbeitet. Die Teile werden vom Spritzgiessprozess direkt und kontrolliert dem Tempern zuge­

Kontakt iuvas medical GmbH Martin-Luther-Strasse 2 D-81539 München +49 89 215460330 www.iuvas.de Rico Elastomere Projecting GmbH Kühlenund und Am Thalbach 8 Kühlen Temperieren mit A-4600 Thalheim bei Wels Temperieren mit +43 7242 76 460 System System office@rico.at www.rico.at n

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Verarbeitung

Prontoplast produziert Mikroteile auf Roboshot

Winzig und konstant gut Warum nicht feinste Mikroteile auf handelsüblichen Maschinen fertigen? Für die Produktion von qualitativ hochwertigen Kunststoffteilen hat die Prontoplast Spritzguss AG zwei vollelektrische Roboshot Maschinen von Fanuc in Betrieb genommen.

Man muss schon genau hinschauen, wenn Lukas Ruckstuhl eine Schachtel mit Mus­ terteilen zeigt. Der Inhaber und Geschäfts­ führer der Prontoplast Spritzguss AG, Wet­ zikon, und sein zwölfköpfiges Team sind auf technische Präzisionsteile aus thermo­ plastischen Kunststoffen spezialisiert. Die Musterteile sind beeindruckend win­ zig: Schussgewichte von über einem Gramm bezeichnet Ruckstuhl schon als «Teile mit gewisser Grösse», oft wiegen sie weniger als 0,1 Gramm und die Spezialität sind Teile mit einem Schussgewicht von weniger als 1 g und Stückgewichten unter 0,01 g. Die Toleranzen betragen dabei ± 0,01 mm. Selbstbewusst steht auf der Webseite des Unternehmens: «Wir neh­ men Ihre Herausforderung im Mikrobe­ reich an.» Und auch wenn es keine Defini­ tion für «Mikroteile» gibt, die winzigen Kunststoffteile von Prontoplast gehören auf jeden Fall dazu. Die Herausforderung formuliert der Firmeninhaber so: «Kontak­ tieren Sie uns mit einer unmöglichen Auf­ gabenstellung.» Will er es nicht einfach haben? «Je komplexer Teile zu fertigen sind, desto lieber machen wir das.»

Flexibilität ist gefragt Kunden für die hochpräzisen Mikroteile kommen aus dem Bereich Life Science, Elektrotechnik und Apparatebau. Die Los­ grössen variieren von Auftrag zu Auftrag stark. Mal sind es nur 100 Teile pro Jahr, mal geht die Zahl in die 100 000 oder auch über 10 Mio. Stück. Da heisst es mit dem gesamten Maschinenpark flexibel bleiben. ¹ Dipl.-Ing. (FH) Bernhard Foitzik, freier Fachjournalist

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Bilder: Fanuc

Bernhard Foitzik ¹

Eine interessante Funktion der Roboshot ist der Formschutz AI Mould Protection, der mit künstlicher Intelligenz arbeitet und sowohl Maschine als auch Werkzeug zuverlässig schützt.

Jüngste Errungenschaft sind zwei Robo­ shot von Fanuc. Im Herbst vergangenen Jahres wurde auf der Homepage unter dem Schlagwort «Die Wende» verkündet: Schritt für Schritt zur energieeffizienteren Produktion. Wobei Lukas Ruckstuhl gleich vorausschickt, dass die Einsparung von Energiekosten schon eine Rolle gespielt habe, aber nur im Zusammenhang mit den Produktionskosten allgemein. Noch sind die beiden Roboshot α-S15iA nicht lange genug in Betrieb, um die Aus­ wirkungen auf die Stromrechnung wirklich beurteilen zu können: «Das ist aber ein Faktor, den wir gerne mitnehmen», sagt der Chef. «Den Ausschlag gaben Kriterien wie Produktivität und Qualität.» Die beiden Spritzgussmaschinen arbeiten mit einer Schliesskraft von 150 kN, wobei eine Ro­ boshot mit einer 16er Schnecke, die ande­ re mit einer 14er Schnecke bestückt ist. Tanja Grimm, Vertriebsleiterin Roboshot für Fanuc in der Schweiz: «Prontoplast war das erste Unternehmen in der Schweiz,

das diese kleine Maschine im Einsatz hat­ te. Weitere Unternehmen haben schon Interesse angemeldet.» Neben Qualität und Produktivität zählen die zahlreichen Ausstattungsoptionen und nicht zuletzt der geringe Footprint (867 × 2499 mm) zu den Pluspunkten.

Präzise Produktion gefordert Und die alte Maschine? Wie pfleglich man bei Prontoplast mit Spritzgussmaschinen umgeht, zeigt das Beispiel der für die Ro­ boshot ausgemusterten Maschine: Mit 46 000 Betriebsstunden musste sie kei­ neswegs verschrottet werden. Ruckstuhl: «Das war die Maschine, mit der mein Vater und mein Onkel ihr Geschäft begonnen haben. Die macht woanders jetzt sicher noch einmal so viele Betriebsstunden.» Nach und nach soll der Betrieb komplett auf vollelektrische Spritzgussmaschinen umgestellt werden. Denn die anspruchsvol­ len Kundenteile («dafür sind wir bekannt») 7–8/2020


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Verarbeitung

erfordern extrem gut regelbare Maschinen. Aktuelle Beispiele für das Teilespektrum auf der Roboshot sind Kameraoptiken für Endos­kope, Teile für Hörgeräte und Kom­ ponenten für Lichtwellenleiter – Teile, die nicht immer ins Segment «Mikroteile» fal­ len, aber immer anspruchsvoll sind und eine präzise Produktion erfordern.

Die Steuerung beherrschen Lukas Ruckstuhl und der für das Qualitäts­ management zuständige Roman Kauf­ mann sind lange genug im Geschäft um zu wissen, dass man nicht immer alles optimal umsetzen kann, was technisch wünschenswert ist. Genau an der Stelle setzen die Roboshot-Maschinen an und bieten mit zahlreichen Features und Optio­ nen entscheidende Vorteile. Ein Beispiel dafür: Mit der Option «verzögert schlies­ sen» kann man so arbeiten, dass die Form erst dann schliesst, wenn sie nahezu ent­ lüftet ist. Selbst Teile mit winzigen Nasen, Zapfen oder Ausformungen lassen sich wiederholgenau spritzen. «Das ist eine su­ per Option. Damit haben wir viel heraus­ geholt», stimmen die beiden Qualitätsfans überein. «So können wir die letzten zwei, drei Prozent aus der Maschine herausho­ len.» Die Kenntnisse über die Steuerung und den Schliff für die praktische Arbeit haben sich Ruckstuhl und Kaufmann bei einer mehrtägigen Schulung bei Fanuc in Biel geholt: «Dort haben wir uns in drei Tagen die Steuerung erklären lassen.»

Eine Funktion für den Schutz der Formen Tanja Grimm, Fanuc: «Alle Kunden, die auf eine Roboshot umgestiegen sind, haben durch die Bank bestätigt, dass sie nun schnellere Zykluszeiten erzielen.» Keine Frage: Diese Einsparungen können sehr unterschiedlich sein. Wo bei einem Prozess schon eine halbe Sekunde auf Millionen Teile gerechnet viel ist, spielen bei einem anderen Prozess ein paar Sekunden mehr oder weniger keine Rolle. Ruckstuhl bestä­ tigt das aus seiner Sicht: «Das Argument für eine Maschine wie die Roboshot ist ja nicht der Gewinn von zwei oder drei Sekunden, sondern dass ich auch ein aufwändiges Profil schnell und vor allem präzise fahren 7–8/2020

Lukas Ruckstuhl, Familienunternehmer in zweiter Generation: «Je komplexer Teile sind, desto lieber machen wir das.»

kann.» Wichtig für die Teile bei Prontoplast sind die schnellen Reaktionszeiten der Ma­ schine auf Basis der kurzen Lageregeltakte. Selbst komplexe Einspritzprofile lassen sich so wirtschaftlich realisieren. Dabei hilft eine Option der Roboshot ganz besonders gut. Die Funktion «AI Mould Protection» bietet einen hohen Formen­ schutz: Sie misst den Druck auf die Form und hält im Fall einer Blockierung oder Toleranzabweichung die Schliesseinheit offen. Zusätzliche Funktionen warnen früh­ zeitig bei Verschleiss an Form- und Aus­ werferstiften. So lassen sich einerseits kurze Schliesszeiten, andererseits ein op­ timaler Werkzeugschutz realisieren. Ruck­ stuhl: «Diesen Formschutz lassen wir im­ mer mitlaufen.»

Vollelektrischer Masterplan Als «klein und fein» beschreibt sich das Unternehmen auf seiner Webseite. Mit zwölf Mitarbeitern ist das von der Grösse her zutreffend und ebenso für seine Pro­ duktion. Erst recht für die Produkte: Ruck­ stuhl, der heutige Inhaber, führt das von seinem Vater Erwin und seinem Onkel Beat 1989 gegründete Unternehmen, das als Prontoplast Spritzguss AG, Wetzikon, firmiert. Die beiden Gründer waren mit einer einzigen Maschine gestartet. Heute umfasst der Maschinenpark 18 Spritzguss­ maschinen. Pro Jahr werden rund 40 Ton­ nen Granulat verarbeitet. Überhaupt sind Materialversorgung und Teilelogistik einfach zu handhaben, wenn 1000 Teile in eine kleine Schachtel pas­ sen. Teilweise werden gespritzte Teile

transportgerecht in Trays abgelegt, über­ wiegend jedoch als Schüttgut behandelt. Alle Spritzgussmaschinen sind mit dreiach­ sigen Linearhandlinggeräten automatisiert. Auch hier steht «eine Wende» an, wie Ruckstuhl versichert: «Wenn wir jetzt noch eine 30 t-Maschine kaufen, überlegen wir, ob wir nicht auch einen sechsachsigen Fa­ nuc Roboter dazukaufen.» Damit würden sich die Möglichkeiten rund um den Spritz­ prozess wesentlich erweitern. Der «Masterplan» bei Prontoplast sieht ei­ nen vollelektrischen Maschinenpark vor. «Wir sind jetzt dabei, Praxiserfahrungen zu sammeln», nennt Ruckstuhl die nächsten Schritte. «Jetzt müssen die beiden Robo­ shot zeigen, was in ihnen steckt. Jedenfalls haben wir nun neue Möglichkeiten, die wir unseren Kunden bieten können.» Dabei hat er keinen Zeitdruck – und schliesslich müssen sich die Investitionen auch refi­ nanzieren. «Momentan sind wir noch in einer ‹Juchhe-Phase› und dabei, alle Optio­ nen auszuloten.» Vor der Corona-Krise war sich der Firmen­ chef sicher, mit seiner antizyklischen In­ vestition auf der richtigen Seite zu stehen: «Wir sind auf den nächsten Schwung gut vorbereitet und ich bin sicher, dass wir gut investiert haben.» Konkurrenz aus Fernost befürchtet er nicht. Eine Roboshot könne in Malaysia auch nicht vorteilhafter produ­ zieren, wenn das Know-how fehle. Knapp 100 Kunden weltweit sprechen eine be­ redte Sprache, auch wenn es sich bei Kun­ den in Fernost meist um Tochterunterneh­ men Schweizer Firmen handelt. Die Nähe zur fernöstlichen Konkurrenz schadet dem Spritzguss-Spezialisten aus Wetzikon of­ fenbar nicht: «Mit den Teilen, die wir ferti­ gen, liegen wir gut im Wettbewerb.» Kontakt Fanuc Switzerland GmbH Grenchenstrasse 7 CH-2504 Biel +41 32 366 63 63 claudia.scheidegger@fanuc.eu www.fanuc.ch Prontoplast Spritzguss AG Werkstrasse 6 CH-8623 Wetzikon +41 44 930 67 57 lukas.ruckstuhl@prontoplast.ch www.prontoplast.ch

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KUNSTSTOFF XTRA

Verarbeitung

Hochvolumenproduktion von Teststäbchen

Engel und Hack gemeinsam gegen Covid-19

Die Teststäbchen besitzen einen stabilen, thermoplastischen Griff und einen Kopf aus einem thermoplastischen Elastomer, damit die Untersuchung für den Patienten weniger unangenehm ist. Hack Formenbau hat dieses ZweikomponentenDesign entwickelt, zunächst mit drei verschiedenen Kopfdesign-Vorschlägen. «Grifflänge und Form, die Ausführung des Abstrichkopfs und die Materialien passen wir jeweils individuell an die Kundenanforderungen an», sagt Gunnar Hack, Geschäftsführender Gesellschafter von Hack Formenbau. Ziel der Entwicklung ist, eine hohe Produktqualität mit einem hohen Output und einer hohen Wirtschaftlichkeit zu vereinen. Mit einem 32-fachWerkzeug und einer Zykluszeit von 6 bis 8 Sekunden erzielt der Verarbeiter mit einer Anlage einen Output von bis zu 320 Teststäbchen pro Minute und 460 000 Teststäbchen pro Tag.

Hohe Präzision bei kurzen Zykluszeiten Die hohe Effizienz wird durch den inte­ grierten Produktionsprozess sichergestellt, den Engel gezielt auf das von Hack entwickelte Werkzeugkonzept abstimmt. Dieser basiert auf einer holmlosen und hydraulischen victory Zweikomponenten-Spritzgiessmaschine mit integriertem viper Linearroboter für die vollständig automatisierte Entnahme und Ablage der Stäbchen. Für eine hohe Prozesskonstanz ist die victory Maschine mit iQ weight control ausgerüstet. Das intelligente Assistenzsystem aus dem inject 4.0 Programm von Engel erkennt Schwankungen im Rohmaterial und in den Umgebungsbedingungen und gleicht diese durch die Anpassung der qualitätsrelevanten Prozessparameter Schuss für Schuss aus. 10

Bild: Engel

Die Nachfrage nach Teststäbchen für Nasen- und Rachenabstriche wird durch Covid-19 weiter stark ansteigen. Der Spritzgiessmaschinenbauer Engel und Hack Formenbau engagieren sich gemeinsam, um die weltweite Versorgung mit Teststäbchen sicherzustellen.

Engel und Hack Formenbau haben den Prozess für die Hochvolumenproduktion von Teststäbchen gemeinsam entwickelt und optimiert. Werkzeugkonzept, Spritzgiessmaschine und Automatisierung sind für hohe Effizienz und Qualität exakt aufeinander abgestimmt.

Gemeinsame langjährige Erfahrung Engel und Hack Formenbau arbeiten in vielen Projekten eng zusammen, wobei Hochpräzisionsanwendungen für die Medizintechnik einen Schwerpunkt bilden. «Wir sind seit vielen Jahren sehr gut aufeinander eingespielt. Hiervon profitieren unsere Kunden», betont Christoph Lhota, Leiter der Business Unit Medical von Engel. «Unsere Kunden bekommen eine auf ihre individuellen Anforderungen exakt abgestimmte Gesamtanlage, die in kürzester Zeit die Serienproduktion aufnehmen kann.» Covid-19-relevante Aufträge werden sowohl bei Hack Formenbau als auch in den weltweiten Engel Werken mit höchster Priorität bearbeitet.

Werkzeug- und Anlagenkonzept werden zukünftig nicht ausschliesslich für CoronaTeststäbchen eingesetzt werden. Auch zur Herstellung von Abstrichstäbchen für beispielsweise Influenza-Tests oder gynäkologische Untersuchungen entwickeln Engel und Hack Formenbau gemeinsam effiziente Gesamtanlagen.

Kontakt Engel (Schweiz) AG Hungerbüelstrasse 17 CH-8500 Frauenfeld +41 52 725 07 57 info.ch@engel.at www.engelglobal.com

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Medizintechnik

Messtechnik für Medikamente

Warum Prozessüberwachung unverzichtbar ist

Dank Fortschritten in Medizintechnik und Pharmaindustrie lassen sich viele Krankheiten heute durch den Patienten selbst behandeln. Das gilt zum Beispiel für Diabetes, eine mehr und mehr um sich greifende Begleiterscheinung wachsenden Wohlstands – nicht selten verursacht durch einseitige Ernährung in Kombination mit zu wenig Bewegung. Eine Selbstmedikation dieser und vieler anderer Krankheiten ist vergleichsweise komfortabel und erspart den Gang zum Doktor, setzt jedoch qualitativ hochwertige, in der Nutzung absolut verlässliche Geräte voraus. Bis ein solches Produkt jedoch freigegeben wird und kommerziell vertrieben werden darf, ist eine Vielzahl von Schritten erforderlich. Vor allem müssen klinische Studien durchgeführt werden, die die Wirksamkeit des Medikaments belegen, was grossen Aufwand erfordert und entsprechend viel Zeit in Anspruch nimmt. Um die hierfür nötigen Prozesse abzukürzen und die Zeit bis zum Markteintritt zu verkürzen, holen sich viele Pharmahersteller Ivers-Lee mit ins Boot. Das Schweizer Traditionsunternehmen beschäftigt 100 Mitarbeitende am Hauptsitz in Burgdorf bei Bern sowie weitere 10 am deutschen Standort in Lörrach.

Integrierte Kraftmesstechnik sorgt für 100-%-Prüfung Dr. Peter Schüpbach, Geschäftsführer von Ivers-Lee, sagt: «Wir helfen unseren Kun-

Bilder: Kistler Group

Bei der Assemblierung von kombinierten Produkten aus Medikament und Medizinprodukt nutzt Ivers-Lee die Vorteile der integrierten Kraft-Weg-Überwachung von Kistler. Sowohl bei der Endmontage von Autoinjektoren als auch für Pen-Systeme stellen Sensoren und Prozessüberwachungssysteme höchste Produktqualität für die Selbstmedikation sicher.

Simon Balasso, Operations Manager bei Ivers-Lee, überprüft im Reinraum die Anlage mit integrierter Kraft-Weg-Überwachung von Kistler zur Endmontage von Autoinjektoren.

Mit dem Press-Force-Sensor 9323AA werden sowohl das Einsetzen des Medikaments als auch die Reintegration der Antriebseinheit des Autoinjektors überwacht.

den aus der Pharmabranche dabei, ein marktfertiges Produkt zu entwickeln. Dabei greifen wir auf unsere langjährige Erfahrung im Bereich Fertigung, Verpackung und Etikettierung zurück.» Ivers-Lee ist hauptsächlich in den Bereichen Blisterverpackungen, Stickpack sowie Assemblierung von kombinierten Produkten tätig. Bei letzterer werden ein geeignetes Gerät zur Verabreichung und ein Medikamentenbehälter (Spritze, Glasbehälter etc.) so mon-

tiert, verpackt und etikettiert, dass sie für die Selbstmedikation eingesetzt werden können. «Der Bereich Assemblierung ist insbesondere im Zusammenhang mit klinischen Studien erfolgreich. Als Entwicklungspartner für Pharmaunternehmen bieten wir ihnen eine effiziente Plattform, mit der sie kombinierte Produkte zur Marktreife führen können, ohne im eigenen Haus eine Produktion aufbauen zu müssen.»

Masterbatch und Compounds 7–8/2020

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www.colortechnik.swiss


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Medizintechnik

Der Autoinjektor von Ypsomed ist eine von zwei Plattformen, die bei Ivers-Lee mit Medikamenten kombiniert und dank integrierter Prozessüberwachung von Kistler sicher endmontiert werden.

Ivers-Lee ist ausserdem Partner für zwei Plattform-Produkte des Unternehmens Ypsomed, den Autoinjektor und das Pen-System. Ypsomed ist ebenfalls in Burgdorf bei Bern ansässig; das sorgt für kurze Wege und enge Zusammenarbeit. Reto Maffioli ist Senior Engineer bei Ypsomed und erläutert die Vorteile dieser Partnerschaft: «Als reiner Hersteller von medizintechnischen Geräten haben wir selbst keine Pharmalizenz. Deshalb bieten wir unseren Kunden die Option an, den Prozess der Endmontage bei IversLee durchführen zu lassen, die grosse Erfahrung damit hat und natürlich die entsprechende Zulassung. Gleichzeitig sprechen wir Empfehlungen aus, wie sich unsere Produkte am besten endverarbeiten, das heisst mit Medikamentenbehältnissen kombinieren lassen. Dafür arbeitet Ivers-Lee auf Maschinen, die nach unseren geprüften und etablierten Vorgaben industrialisiert wurden.» Für die Assemblierung kommen bei Ivers-Lee halbautomatische Anlagen eines deutschen Sondermaschinenbauers zum Einsatz, die mit einer integrierten Kraft-Weg-Überwachung von Kist-

Bei der von Kistler Systemen überwachten Endmontage eines Autoinjektors bei Ivers-Lee wird die Antriebseinheit (AE) entfernt, das Medikament eingefügt und die AE anschliessend wieder eingesetzt.

ler ausgestattet sind. Diese sorgt für eine 100-Prozent-Prüfung der kritischen Montageschritte und stellt so die Qualität des Endprodukts sicher.

Hohe Prozesssicherheit und -transparenz Was genau passiert in solch einer Maschine? Simon Balasso ist als Projektleiter und Operations Manager bei Ivers-Lee hauptverantwortlich für den gesamten Prozess und erläutert: «Beim von Ypsomed gelieferten Autoinjektor muss zunächst die Antriebseinheit entfernt werden. Dann kann die Spritze mit dem Medikament unserer Kunden integriert werden; anschliessend muss die Antriebseinheit wieder eingesetzt werden und dabei einrasten. Im letzten Schritt geht es um das Verpacken und Etikettieren.» Sowohl das Einsetzen der Spritze mit dem Medikament als auch das erneute Verbauen der Antriebseinheit erfolgen Kraft-Weg-überwacht: Verbaut sind hierfür in der Maschine der Press-ForceSensor 9323AA für entsprechend kleine

Kräfte sowie das Prozessüberwachungssystem maXYmos TL von Kistler. «Die Kraft-Weg-Überwachung von Kistler ist für uns sehr hilfreich. Zunächst erleichtert sie die Maschinenqualifizierung und spart damit Zeit und Kosten», erläutert Balasso. «Ausserdem liegen die Spritzen der Kunden manchmal ausserhalb der Toleranz. Dann ist die Gefahr gross, dass höhere Kräfte auftreten und die Ausschussrate ansteigt. Bei dem hohen Wert der Medikamente muss das natürlich auf jeden Fall vermieden werden.» Nicht nur erfordern die Toleranzen von bis zu ±0,5 mm grosse Präzision; es müssen auch sämtliche Schritte bis ins Einzelne dokumentiert werden – auch und gerade, wenn Abweichungen vom Sollprozess auftreten.

Kalibrierung: effizienter Service direkt vom Hersteller Eine weitere wichtige Anforderung speziell im medizintechnischen und pharmazeutischen Umfeld ist die Kalibrierung der Sensoren. Nur eine regelmässige Messmittel-

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Medizintechnik

überwachung stellt sicher, dass die gemessenen Kräfte der Wirklichkeit entsprechen und die pharmazeutischen Produkte einwandfrei gefertigt sind. Balasso berichtet: «Im Zuge der nötigen Rekalibrierung hatte ich zuerst beim Sondermaschinenbauer angefragt und wurde auf Kistler verwiesen. So kam ich erstmals direkt mit den Messtechnikexperten in Kontakt. Mit der Zusammenarbeit bin ich sehr zufrieden – mir wurde schnell weitergeholfen, der zuständige Servicetechniker war mit der Maschine bereits vertraut und konnte so die Rekalibrierung effizient durchführen.» Das hat auch mit der grossen Branchenkenntnis von Kistler zu tun. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren intensiv mit Unternehmen der Medizintechnik und Pharmaindustrie zusammengearbeitet, um deren Bedürfnisse und Anforderungen genau zu verstehen. Ein Ergebnis dieser Aktivitäten ist die neue Version ML des Prozessüberwachungssystems maXYmos TL, das mit einem FDA-konformen User Management aufwartet und dank vorbereiteter Routinen die Prozessvalidierung weiter vereinfacht.

In nur 60 Sekunden

Zusammenarbeit mit Medizintechnik- und Pharmaindustrie «Von der Bereitstellung der Maschinen über die Implementierung der Prozesse bis zum Abschluss des ersten Kundenprojekts bei Ivers-Lee vergingen etwa sechs bis acht Monate», erinnert sich Balasso. «Dank dieser auch gemeinsam mit Ypsomed investierten Zeit verfügen wir jetzt über eine ideale Plattform, um unterschiedliche Kundenbedürfnisse im Entwicklungsbereich effizient bedienen zu können.» Der Trend gehe nämlich zu High-End-Produkten mit sehr hoher Qualität, die zusätzlich oft aufwändig verpackt seien, um den Erkrankten ein gutes Gefühl zu vermitteln. Reto Maffioli ergänzt: «Time-to-market ist heute vielfach entscheidend. Neben den hierfür zentralen Vorteilen der Kraft-Weg-Überwachung zur Erlangung der Prozessfähigkeit und für die Qualitätssicherung des Endprodukts bringt sie noch einen weiteren grossen Vorteil: Die grafische Auswertung der Kraft-Weg-Kurven liefert mir eine solide Datenbasis – praktisch eine Diskussionsgrundlage, auf der ich mich mit Kunden auf der ganzen Welt austauschen kann. Das erleichtert und beschleunigt oft die Prozessbeurteilung und die Entscheidungsfindung, weil klar ist, dass alle über dasselbe reden.» Das wird auch dann noch gelten, wenn die Systeme zur Selbstmedikation künftig «smart» werden und über eine App gesteuert werden können. Dann unterstützen sie den Erkrankten nicht nur bei der korrekten Anwendung; mit den gespeicherten Daten können sich Patienten auch Ärzten und Krankenkassen gegenüber transparent verantworten und so ihre Selbstmedikation fortwährend verbessern oder neuen Gegebenheiten anpassen.

Kontakt Kistler Group Eulachstrasse 22 CH-8408 Winterthur +41 52 224 11 11 info@kistler.com www.kistler.com 7–8/2020

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Medizintechnik

Thermoplastische Elastomere mit guter Haftung an technischen Kunststoffen

Kunststoffe für Medizingeräte

Ein von der Teknor Apex Company entwickeltes chemisches Verfahren hat zu einer neuen Reihe thermoplastischer Elastomere (TPE) für Mehrkomponenten-Anwendungen geführt, die sich durch eine ausgezeichnete Haftung an technische Kunststoffsubstraten auszeichnen und dabei die hohen Anforderungen für die Verwendung zur Herstellung von Medizingeräten erfüllen. Die medizinischen TPE der Medalist MD30000-Reihe haften effektiv an Polycarbonat, ABS, PC/ABS, COPE, PET, PBT, ASA, SAN, PMMA, POM, PA und PS. Jedes in der Reihe verwendete Compound ist chemisch verändert, um an den spezifischen Substraten zu haften. Die mittels Multi-Shot oder Insert Molding verarbeitbaren Compounds werden für tragbare Geräte, «soft-touch»Griffe für Gerätegehäuse, Handgeräte, Instrumente sowie Dichtungsringe und Dichtungen verwendet.

Vorteile gegenüber Silikonen Die neue Reihe umfasst Güteklassen mit besonders hoher Weichheit, Lichtdurchlässigkeit, niedrigem Druckverformungsrest für effektive Dichtungseigenschaften und Widerstandsfähigkeit gegenüber Lotionen und anderen Chemikalien, die bei tragbaren Geräten präsent sind. Im Gegensatz zu Flüssigsilikonen erfordern TPE für Mehrkomponenten-Anwendungen keine Grundierung. Ausserdem haben sie, wegen der Vermeidung eines Aushärtungsprozesses, eine kürzere Zykluszeit und sie können in einer konventionellen Spritzgussanlage verarbeitet werden.

Ergonomie verbessern Drei der bei der Medalist MD-30000-Reihe verwendeten Compounds wurden nach dem erfolgreichen Abschluss eines 14

Tabelle: Teknor Apex

Die Medalist MD-30000-Reihe von Teknor Apex bietet Produktivitätsvorteile gegenüber Silikonen und beinhaltet Sorten, die für Weichheit, Druckverformungsrest, Ölbeständigkeit und Lichtdurchlässigkeit optimiert wurden.

Medizinische TPE für Haftung auf technischen Kunststoffen

Gemeinschaftsprojekts mit der Covestro LLC bereits zu Beginn des Jahres eingeführt. Bei dem Projekt wurden die Materia­ lien auf Polycarbonat und PC-Blends für medizinische Anwendungen überspritzt und auf ihre Haftung, Verarbeitbarkeit und chemische Beständigkeit getestet. «Das Überspritzen von Medalist-TPE auf starre Substrate verbessert die ergonomischen und ästhetischen Eigenschaften von Medizingeräten und erweitert den Funktionsumfang um neue Merkmale wie eingespritzte Dichtungen und Polsterungen. Zudem bietet dieses Verfahren die bei der Konsolidierung von Bauteilen übliche Flexibilität in der Konstruktion und Kosteneinsparungen», sagt Ross van Royen, Senior Market Manager für Teknor Apex.

Online-Hilfe bereitgestellt Compounds der Medalist MD-30000-Reihe werden weltweit vertrieben. Kundenspezifische Rezepturen stehen ebenfalls zur Verfügung. Da TPE für den Medizinge-

brauch strengen Rezepturkontrollen unterliegen, sind sie ausschliesslich aus FDA lebensmitteltauglichen Bestandteilen hergestellt, erfüllen die Auflagen der ISO 10993-5 für Biokompatibilität und sind CONEG-, RoHS- und California Proposition 65-konform. Teknor Apex stellt diese Compounds in mehreren ISO-13485-zertifizierten Anlagen her, die die Versorgung sichern. Teknor Apex hat eine Online-Ressource für TPE-Überspritzanwendungen eingerichtet und über den folgenden Link bereitgestellt: www.teknorapex.com/overmolding-academy.

Kontakt Teknor Apex Mijnweg 1 NL-6167 AC Geleen +31 46 7020950 eutpe@teknorapex.com www.teknorapex.com

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Medizintechnik

Compounds mit antimikrobieller Wirkung

Biozide Wirksamkeit

Abstand halten und nichts berühren ist leichter gesagt, als getan, denn viele Bak­ terien werden über die Hände übertragen und finden durch die gemeinsam genutz­ ten Kontaktflächen eine schnelle Verbrei­ tung. Aber alles, was durch einfachen Hän­ dekontakt, unsterile Medizinprodukte oder dem Berühren von Oberflächen zur Ver­ breitung von Keimen oder Erregern führen könnte, kann vermieden oder minimiert werden, wenn Oberflächen und eine Viel­ zahl medizinischer Hilfsmittel aus antimi­ krobiellen Kunststoffcompounds gefertigt sind oder entsprechende Beschichtungen aufweisen. Antimikrobielle Compounds zu entwickeln hat sich auch Actega DS auf die Fahnen geschrieben. Sie stattet ihre für den Spritz­ guss und die Extrusion geeigneten TPECompounds mit Additiven aus, die einer­ seits die keimtötenden Eigenschaften gewährleisten, darüber hinaus aber auch Thermostabilität und Resistenz gegen die unterschiedlichen Sterilisationsverfahren bieten. Die antimikrobiellen Eigenschaften der Provamed-TPE werden während des Com­ pounding-Prozesses hergestellt. Dadurch beschränkt sich die keimabweisende Wir­ kung nicht nur auf die Oberfläche, sondern gilt für das komplette Produkt. Das heisst auch, dass Einwirkungen von aus­sen, wie Kratzer, starker Gebrauch oder Abnutzung diese Eigenschaften nicht beeinflussen.

Andauernde Wirsamkeit Die biozide Wirksamkeit wurde in Anleh­ nung an eine Prüfmethode für nicht aus­ waschbare, antibakterielle Kunststoffober­ flächen nachgewiesen. Bei dieser als JIS Z 2801 bekannt gewordenen Testmethode, die in die ISO 22196 übernommen wurde, wird eine Bakteriensuspension (400 µl) 7–8/2020

Bild: Pixabay

Menschenmengen meiden, nichts berühren, in die Armbeuge husten oder niesen, zuhause bleiben. Die Vorschläge, sich vor Ansteckungen zu schützen, sind derzeit vielfältig. Um die Verbreitung von Keimen zu verhindern, können Oberflächen aus antimikrobiellen Kunststoffen helfen.

Der Markt für Compounds mit eingebrachten keimtötenden Additiven wächst stetig. Die Anwendungen reichen von Computertastaturen bis zu Schneidbrettern.

mit definierter Konzentration auf eine ca. 5 × 5 cm grosse Oberfläche des Kunst­ stoffs aufgebracht. Für die Untersuchung wurden die Mikroorganismen ATCC 4157 E.coli (gramnegativ) und ATCC 7468 M. luteus (grampositiv) in einer Konzentration von 1,6 x 10exp(5) eingesetzt. Diese Pro­ ben wurden in sterilen Behältnissen (Brut­ schrank) bei Zimmertemperatur und kon­ stanter Feuchtigkeit aufbewahrt. In den weiteren Prüfungen – nach einer Stunde, zwei, drei und nach vier Stunden – wurde auf Basis der Titerbestimmung die verblie­ bene Anzahl KBE (koloniebildende Einhei­ ten) ermittelt, um die quantitative Wirkung (Reduzierung der KBE) festzustellen. Nach drei Stunden konnte eine Reduktion der Keime > 99,9 Prozent realisiert werden. Im anschliessenden Agardiffusionstest  –  in Anlehnung an die AATCC Test Methode 147  –  konnte bewiesen werden, dass kei­ ne migrierenden Fremdstoffe im Muster enthalten sind. Somit ist die andauernde

biozide Wirksamkeit für Produkte, die aus Provamed (1158 AB) gefertigt sind, nach­ gewiesen.

Wachsender Markt Der Markt für Compounds mit eingebrach­ ten keimtötenden Additiven oder antimi­ krobiellen Beschichtungsverfahren wächst stetig. Nicht nur in der Medizintechnik. Auch in den Bereichen Elektronik, Haushalt und Gastronomie finden solche KunststoffCompounds in Computertastaturen, Ge­ häusen, Schneidbrettern Anwendung. Und auch für Produkte in privater Umgebung steigt das Interesse. Kontakt Actega DS GmbH Straubinger Strasse 12 D-28219 Bremen +49 421 390020 www.actega.com/ds

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Medizintechnik

Corona-Schnelltest: systemrelevante Produktion sichergestellt

gwk unterstützt Kunststoffhersteller Ritter

«Wir sind uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung in Zeiten von Corona bewusst und kommen dieser selbstverständlich nach», erklärt Michael Neufurth, Gebietsverkaufsleiter Bayern der gwk. Im Verlauf der Pandemie, hat der als systemrelevant eingestufte Kunststoffverarbeiter Ritter zahlreiche Temperiergeräte mit hocheffizienter Zentrifugalpumpentechnologie bei der gwk geordert. Die betreffenden Spritzgussmaschinen sind für die zunehmende Herstellung von Mikrotiterplatten notwendig, mit denen Corona-Schnelltests durchgeführt werden. «Wir arbeiten alle daran, die Krise schnellstmöglich zu überwinden. Massenhafte Schnelltests sind aber erst dann möglich, wenn alle Gegebenheiten geschaffen sind. Unsere Temperiergeräte sind deshalb ein entscheidendes Zahnrad im gesamten System», sagt Neufurth. Damit ist die gwk intensiv in die Bemühungen eingebunden, den seit der CoronaKrise spürbar gestiegenen Bedarf nach Kunststoffteilen für Schnelltests zu decken und die Versorgung langfristig zu sichern. Samuel Krebber, Technischer Werksleiter der Ritter GmbH, sagt rückwirkend: «In dieser aussergewöhnlichen Situation war für uns die Bereitstellung der Temperiergeräte auf dem schnellsten Weg von gros­ ser Bedeutung. Wir sind froh, mit der gwk einen zuverlässigen Partner an unserer Seite zu haben.»

Bild: Matthias Baumgar tner Videofotografie

Als die Ritter GmbH gwk-Temperiertechnik zur Produktion von Kunststoffteilen für systemrelevante CoronaSchnelltests benötigte, nutzte die Gesellschaft Wärme Kältetechnik mbH all ihre Kapazitäten. Für den in der Medizintechnik tätigen Hersteller aus Bayern arbeiteten die gwk-Produktionsmitarbeiter in kurzfristig eingeführten Schichtmodellen auf Hochtouren, um eine schnelle Belieferung von Ritter zu ermöglichen.

Mit einer Ripette werden Blutproben in die Mikrotiterplatten gegeben, um Corona-Schnelltests durchzuführen.

die tägliche Arbeit ruhen lassen und in dieser wichtigen Situation all unsere Kapazitäten fokussiert», erklärt Neufurth. Statt in acht Wochen, belieferte die gwk den bayrischen Kunststoffhersteller innerhalb von drei Wochen. Um das zu ermöglichen, arbeiteten die Produktionsmitarbeiter des Kühltechnik-Herstellers in Schichtmodellen mit zusätzlichen Stunden. «Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber haben wir die Dringlichkeit und Relevanz des Einsatzes deutlich gemacht. Es gab grosses Verständnis bei allen und auch eine kleine Belohnung zum Dank», sagt Neufurth.

aufgezeigt hat, entschieden wir uns für die Geräte der protemp Serie», erklärt Krebber. Diese zeichnen sich durch eine frequenzgeregelte Zentrifugalpumpentechnologie aus. Bei gleicher Stromaufnahme fördert die Zentrifugalpumpe mehr Liter pro Minute im Vergleich zu einer Standardpumpe. Mit der Frequenzregelung lässt sich das Temperiergerät zudem genau auf den gewünschten Betriebspunkt einstellen. «Diese Geräte leisten auch einen gros­sen Beitrag für unsere nach DIN EN 50001 geforderte und zertifizierte Energieeffizienz», sagt Krebber.

Kurzfristige Lieferung energieeffizienter Technologie

Zertifizierte Energieeffizienz

Um die Produktionszahlen für das Verbrauchsmaterial in der klinischen Untersuchung von Corona-Viren drastisch zu erhöhen, benötigte Ritter die gwk-Temperiergeräte schnellstmöglich. «Wir haben

Zuvor setzte Ritter bereits einige Temperiersysteme von gwk ein: «Zuletzt haben wir im Januar in mehrere Grossanlagen investiert. Da uns die gwk anfangs die hohen Einsparpotenziale zur CO²-Reduktion

Kontakt Ingenieurbureau Dr. Brehm AG Lettenstrasse 4 CH-6343 Rotkreuz +41 41 790 41 64 info@brehm.ch www.brehm.ch

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KUNSTSTOFF XTRA

Maschinen/Peripherie

Flexible Verkettung von Spritzgiessmaschinen

Intelligenter Spritzguss Happ, Hersteller von Teilen und Baugruppen für die Automobilindustrie, setzt für die Fertigung seiner Produkte Spritzgiessmaschinen der EcoPower-Reihe von Wittmann Battenfeld ein. Die flexible Verkettung zweier dieser Maschinen ermöglicht eine effiziente Produktion komplexer Baugruppen.

Komplette Baugruppen vollautomatisch montieren Happ verarbeitet über 1300 t verschiedener thermoplastischer Kunststoffe mit Spritzgewichten von 0,5 bis 3000 g im 1und 2-Komponenten-Spritzguss. Zur Herstellung der Kunststoffkomponenten stehen an die 40 Spritzgiessmaschinen in den Schliesskraftgrössen von 350 bis 8000 kN zur Verfügung, darunter 7 Maschinen der vollelektrischen EcoPowerReihe von Wittmann im Schliesskraftbereich von 1000 bis 3000 kN. Die Maschinen dieser Reihe sind zum Grossteil mit Robotern der Typen W818 und W822 ausgestattet. Zur Trocknung seines Materials setzt Happ eine zentrale Materialtrocknungsanlage ein.

Bilder: Wittmann Battenfeld

Die Firma Happ wurde 1964 gegründet. Die ersten Produkte des Unternehmens waren Butterbrotdosen und Möbelbeschläge. Mittlerweile beschäftigt das familiengeführte Unternehmen 70 Mitarbeiter, die im 3-Schichtbetrieb auf einer Produktionsfläche von 6000 m² qualitativ hochwertige, komplexe Teile und Baugruppen primär für die Automobilindustrie herstellen. Ein Teil des Umsatzes wird auch mit Produkten für die Weisse Ware erwirtschaftet. Das Unternehmen bietet seinen Kunden das gesamte Leistungsspektrum von der Entwicklung und Konstruktion über den hauseigenen Werkzeugbau bis hin zur Prototypen- und Serienfertigung.

Gesamtansicht der mittels staufähiger Fördersysteme verketteten Spritzgiessmaschinen der Type EcoPower 110/350.

Durch die konstante Investition in innovative Automatisierungstechnik ist es Happ möglich, komplette Baugruppen vollautomatisch und damit mit höchster Präzision und Effizienz zu montieren. Zur Entwicklung und Herstellung dieser Automatisierungslösungen hat Happ am Standort in Ruppichteroth 2015 die Firma ErgoTek gegründet. Der Ursprung von ErgoTek geht auf ein von Happ 2014 entwickeltes Produkt für den Fitness- und Physiotherapiebereich, die sogenannte Ergo-Wall zurück. Dabei handelt es sich um eine in unterschiedliche Neigungen verstellbare Kletter-

wand unter Einsatz von Automatisierungsund Fördertechnik. An der Uni Potsdam werden aktuell Therapeuten an der ErgoWall ausgebildet.

Spritzguss und Fördertechnik Das mit diesem Produkt gewonnene Know-how sollte mit ErgoTek sowohl für die Montage bei Happ als auch für den Einsatz in der Industrie genutzt werden. Seit 2018 werden die Module, die die Basis für die Modulförderer bilden, im Industrieumfeld eingesetzt. 2019 wurden die

Der Reverse Engineering Prozess ermöglicht die Rekonstruktion fehlender Daten. Werkzeuge, Bauteile und Design Modelle werden in ein gängiges CAD System zurückgeführt. 7–8/2020 SIMULATION

ENGINEERING

INDUSTRIELLE MESSTECHNIK

www.units.ch

17 DIE EINHEIT FÜR IHREN ERFOLG


KUNSTSTOFF XTRA

Maschinen/Peripherie

Flexi-Förderer (Testgerät) von ErgoTek aus Kunststoffteilen von Happ.

Modulförderer, die im Wesentlichen für getaktete Systeme genutzt werden, um das FlexiTek-System erweitert. Die staufähigen FlexiTek-Systeme bieten hier ein sehr breites Anwendungsspektrum und sind optimal an die Anforderungen in der Spritzguss-Fertigung angepasst. Für 2020 ist eine Erweiterung des Portfolios um ein Schwerlastfördersystem für Gitterboxen geplant. Mit der Kompetenz der Firma Happ im Bereich der Kunststoffspritzguss-Fertigung und der langjährigen Erfahrung in der Förder- und Automatisierungstechnik werden Module entwickelt, die ErgoTek in den Fördertechnik-Systemen flexibel und modular einsetzen kann. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Wirtschaftlichkeit der Produkte gelegt.

Ergo-Wall – erstes Produkt von ErgoTek für Freizeit und Physiotherapie.

weils mit einem 2-fach-Werkzeug das Innenrohr bzw. das Aussenrohr der Ablassschraube für den Ölfilter gespritzt, mit den Robotern entnommen und einer Kameraprüfung zur Kontrolle der Masshaltigkeit der Teile zugeführt. Eine weitere Kamera prüft die Teile auf Gratbildung. In weiterer Folge werden die Rohre via Flexi­ Tek-Förderer von ErgoTek weitertransportiert und zum Abkühlen gepuffert. Danach montiert ein Scara-Roboter das Aussenrohr auf das Innenrohr. Mit Hilfe eines Knickarm-Roboters und einer weiteren Kameraprüfung werden Tiefenmass und Winkelstellung kontrolliert und die Bauteile zur Laserbeschriftung an ein Beschriftungsband übergeben. Anschlies­ send erfolgt die Übergabe der fertigen Baugruppen an den Flexi-Buffer von ErgoTek.

Ein kürzlich von ErgoTek in der eigenen Produktion umgesetztes Projekt ist die flexible Verkettung zweier EcoPower-Maschinen mittels staufähiger Fördersysteme. Mit diesem System werden vollautomatisch Aussen- und Innenrohr der Ablassschraube von Ölfiltern für die Automobilindustrie zusammengefügt, geprüft, laserbeschriftet und abgelegt. Zum Einsatz kommen bei dieser Anlage zwei EcoPower 110/350 mit einer Schliesskraft von je 1100 kN, die mit je einem Roboter des Typs W818 ausgestattet sind. Auf den Maschinen werden je18

Foto: Wittmann Battenfeld

Kontrolliert montieren

V.l.n.r.: Innen- und Aussenrohr einer Ablassschraube für einen Ölfilter sowie fertiges Produkt.

Minimaler Steuerungsaufwand Mit dem Einsatz dieser verketteten Anlage ist eine wirtschaftliche Fertigung dieses Produktes erst möglich. Darüber hinaus bietet die Anlage eine Reihe weiterer Vorteile: – Durch die Verbindung der beiden Anlagenteile über die FlexiTek-Bänder kann auf eine Einlagerung der einzelnen Bauteile verzichtet werden, und die Zuordnung der Nester und damit die Nachverfolgbarkeit bleiben gesichert. – SPC-Teile können angefordert und über die Rutschen ausgeschleust werden. – Bei einer Unterbrechung an einer der Anlagenteile können die weiteren Systemkomponenten bis zu maximal einer Stunde weiter produzieren. – Der Boxenpuffer mit den Fertigteilen muss nur ca. alle 2,5 Stunden geleert werden. – Die Verkettung der FlexiTek-Förderer benötigt nur einen minimalen Steuerungsaufwand und lässt eine Trennung der einzelnen Sicherheitsbereiche zu.

Kontakt Battenfeld (Schweiz) AG Vogelsangstrasse 15 CH-8307 Effretikon +41 44 908 65 65 info@battenfeld.ch www.wittmann-group.com

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Maschinen/Peripherie

High-Speed-Aufrüstung von Pultrusionsanlagen

Compounds aus LFT Mit seinen Pultrusionsanlagen zur Herstellung von Compounds aus langfaserverstärkten Thermoplasten (LFT) hat der hessische Systemlieferant ProTec Polymer Processing GmbH in Asien immer mehr Erfolg. Zu den Kunden, die Kunststoffpellets auf mittlerweile zwei LFT-Anlagen produzieren, gehört Suzhou Sunway Polymer Co. Ltd. In China.

2017 kaufte der Compoundeur bei ProTec die erste LFT-Pultrusionsanlage mit 32 Strängen und einer Produktionskapazität von 500 kg/h Pellets. 2019 erwarb er eine zweite Einheit mit 64 Strängen und einem doppelt so hohen Output. Ausserdem bestellte das Unternehmen im vergangenen Jahr zwei gravimetrische Dosier- und Mischsysteme vom Typ Somos Gramix S9, die auf den Anlagen ab diesem Jahr eingesetzt werden.

Mit Hilfe des Strangziehverfahrens – die englische Bezeichnung «pultrusion» leitet sich aus den Begriffen «pull» und «extrusion» ab – lässt sich eine breite Palette an faserverstärkten Kunststoffen fertigen. Auf Pultrusionsanlagen von ProTec können Kunststoffhersteller LFT-Pellets hocheffizient und automatisiert fertigen. Für die Faser­-Polymer-Kombinationen lassen sich nahezu alle gängigen Thermoplaste nutzen und je nach Anforderung mit Glas-, Stahl-, Aramid- oder Kohlefasern verstärken. Die LFT-Pellets werden im Spritzguss zu hoch belastbaren Leichtbauteilen mit sehr guter Oberflächenqualität verarbeitet und im Automobilbau, in der Elektro-, Verpackungs- und Sportartikelindustrie sowie in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt. Abnehmer der 1998 gegründeten Suzhou Sunway Polymer sind chinesische Tier-

Bilder: ProTec

LFT-Pellets hocheffizient und automatisiert fertigen 2017 kaufte Sunway bei ProTec die erste LFT-Pultrusionsanlage mit 32 Strängen und einer Produktionskapazität von 500 kg/h Pellets (im Vordergrund), 2019 eine zweite Einheit mit 64 Strängen und einem doppelt so hohen Output.

1-Zulieferer der Automobilindustrie, die für nationale, amerikanische, japanische und deutsche Pw-Hersteller Exterieur- und Interieurbauteile fertigen. Das Unternehmen produziert jährlich rund 100 000 t Kunststoffcompounds, 2018 erzielte es einen Umsatz von etwa 150 Mio. EUR. Sowohl in der Fertigung als auch bei der Messund Prüftechnik vertraut Sunway auf europäische und japanische Lieferanten.

Produktpalette erweitert Auf ProTec aufmerksam wurden der Sunway-Produktionsleiter Chang Chun You

und Produktentwickler Qi Bang Huang durch eine LFT-Pultrusionsanlage der Deutschen bei einem anderen Anwender in der Region. Sie sahen für Sunway die Möglichkeit, ebenfalls in die wirtschaftliche Fertigung von Langfaserthermoplasten einzusteigen. Damit will das Unternehmen sein Sortiment vergrössern, erklärt Produktentwickler Qi Bang Huang: «Unser Ziel ist es, Sunway-Kunden aus der Automobilbranche stets innovative Produkte und Lösungen anzubieten und dadurch Qualitäts- und Kostenvorteile zu verschaffen.» Mittelfristig will das Unternehmen auch nach Europa expandieren.

HAUG BIEL AG Johann-Renfer-Str. 60 Postfach CH-2500 Biel/Bienne 6 Tel.: +41 (0) 32 344 96 96 Fax: +41 (0) 32 344 96 97

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Auf den Pultrusionsanlagen von ProTec fertigt Sunway LFT-Pellets hocheffizient und automatisiert.

Alles aus einer Hand Auch Produktionsleiter Chang Chun You war von der ProTec-Referenzanlage überzeugt: «Die Qualität, Sicherheit und Effizienz hat mich begeistert.» Fei Peng, General Manager bei ProTec Polymer Processing in Shanghai, war zentraler Ansprechpartner und half bei der anwendungsspezifischen Konfiguration der Sunway-Anlagen: «Planung, Bau und Inbetriebnahme kommen bei ProTec aus einer Hand. Denn wir bieten neben LFT-Pultrusionsanlagen Komponenten, Lösungen und schlüsselfertige Anlagen für das gesamte Materialhandling einschliesslich Dosieren, Trocknen und Fördern.»

Mehr Produktivität, weniger Kosten Sunway gehört zu den ersten Unternehmen, die sich für die neue High-SpeedAufrüstung von ProTec-Pultrusionsanlagen interessieren. Die Produktionsgeschwindigkeit bestehender Anlagen lässt sich dadurch mit geringem Aufwand von 30 m/min auf 50 m/min steigern. Der Output hochwertiger LFT-Pellets wird so um bis zu zwei Drittel erhöht, entsprechend sinken die Produktionskosten. Mit der Neuerung reagiert der international tätige Systemlieferant für die Kunststoffindustrie auf die zunehmende Nachfrage nach seinen Anlagen aus China. Sie sollte ur20

Für die Fertigung von LFT-Pellets lassen sich nahezu alle gängigen Thermoplaste nutzen und je nach Anforderung.

sprünglich auch zu den Highlights des ProTec-Messeaufritts auf der abgesagten Chinaplas zählen.

ser die Pellets bei hohen Geschwindigkeiten auf die optimale Verarbeitungslänge von 6  bis 12 mm.

Mehr LFT-Pellets schneller produzieren

LFT zur Verstärkung von Bauteilen

Für die High-Speed-Aufrüstung sind an bestehenden Pultrusionsanlagen nur wenige Modifikationen und Ergänzungen notwendig. Unter anderem wird eine zusätzliche Vorheizung integriert und die Werkzeuggeometrie optimiert. Dadurch beschleunigt sich die Temperierung der Fasern, so dass sie auch bei einem deutlich höheren Produktionstempo perfekt imprägniert werden. Durch ein zweites Wasserbad wird ausserdem die Kühlkapazität erweitert. Den Granulator hat ProTec ebenfalls verändert. In der High-Speed-Variante schneiden speziell angeordnete Rotormes-

Momentan entwickelt ProTec weitere innovative Anwendungen, die mit Hilfe seiner LFT-Pultrusionsanlagen hergestellt werden können. Dazu gehört eine Technologie, um auf Pultrusionsanlagen langfaserverstärkte Thermoplast-Profile produzieren zu können, beispielsweise für den Einsatz als Armierungen in der Bauindustrie. Darüber hinaus arbeitet ProTec an besonders stabilen imprägnierten Fasersträngen, mit denen sich Spritzgussteile in der Automobilund Luftfahrtindustrie verstärken lassen.

Das Endprodukt: LFT-Pellets.

Kontakt ProTec Polymer Processing GmbH Vertretung in der Schweiz: Ingenieurbureau Dr. Brehm AG Lettenstrasse 4 CH-6343 Rotkreuz +41 41 790 41 64 info@brehm.ch www.brehm.ch

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Moderne Vakuumtechnologie zur Schmelzeentgasung beim Extrudieren

Entgasung ohne Betriebsmittel

Die Firma PolyComp GmbH ist als Compoundierer sowohl Auftragsfertiger als auch Lizenzhersteller komplexer technischer Kunststoffe. Die Rezepturen reichen von Hochtemperatur-Kunststoffen über hochfeste technische Thermoplaste bis hin zu weichen, flexiblen thermoplastischen Elastomeren, denen auf Wunsch verschiedene Additive zugesetzt werden. Das grosse Produktportfolio erfordert eine flexible Produktion mit unterschiedlichen Extrudern und teilweise speziellen Schneckenkonfigurationen. Bei den Extrudern gibt es allerdings eine Konstante: Bei der Absaugung von Dämpfen und Gasen aus der Schmelze in den Schneckenzonen verlässt sich PolyComp ausschliesslich auf Plastex Entgasungssysteme der Firma Busch Vacuum Solutions. Die mit MinkKlauen-Vakuumpumpen ausgestatteten Systeme sind äusserst betriebssicher und einfach zu warten.

Breites Produktportfolio PolyComp ist im Jahr 2000 als Management-Buy-Out entstanden und hat seinen Hauptsitz in Norderstedt vor den Toren Hamburgs. Seit 2013 gehört PolyComp zur Hamburger Feddersen-Gruppe, deren Unternehmen sich auf den weltweiten Handel mit chemischen und technischen Produkten konzentrieren. Zum Kerngeschäft von PolyComp gehört die Compoundierung von Polyolefinen (PP/PE), aber auch von EVA, PA, PBT, PC, ABS, EVOH, POM und PMMA. In diese Compounds werden verschiedene Additive von Carbon- oder Naturfasern, einfachen Füllstoffen bis hin zu Glaskugeln, Farbadditiven oder Wachsen eingemischt. Eine Spezialität von PolyComp sind Foliencompounds, bei denen extrem niedrige Gelanteile gefordert werden. Dabei wird mit speziellen Schneckenkonfigurationen 7–8/2020

Bild: PolyComp

Der Compoundierer PolyComp setzt bei seiner breiten Produktpalette auf Entgasungssysteme der Firma Busch. Deren umweltverträgliche Lösung benötigt kein Betriebsmittel, das anschliessend teuer entsorgt werden müsste.

Die beiden Seitendosierungen am Doppelschneckenextruder. Ein Plastex-Entgasungssystem sorgt für eine Volumenreduzierung bei der Füllstoffzufuhr.

extrudiert und ein Siebwechsler mit hoher Filtriergenauigkeit verwendet. Insgesamt wird auf acht Ein- oder ZweischneckenExtrudern gearbeitet. Bei sechs Extrudern wird die Schmelze entgast.

Hohe Kosten für die Entsorgung Bis 2009 wurden dazu FlüssigkeitsringVakuumpumpen eingesetzt. Instandhaltungsleiter Stefan Stolp kann sich noch gut daran erinnern: «Die Entsorgung des gebrauchten Wassers wurde mehr und mehr zum Problem, da Gase und Dämpfe sich damit vermischten beziehungsweise darin auskondensieren konnten. Die Kosten für die Aufbereitung oder Entsorgung des Wassers wurden immer höher.» Henning von Brühl, Assistent der Produktionsleitung, ergänzt: «Wir konnten auch nie genau vorhersagen, was sich für Stoffe im

Wasser anreicherten. Es waren nicht nur Gase, Dämpfe und Polymere aus den Grundstoffen, sondern auch Bestandteile aus Additiven konnten sich im Betriebsmittel dieser Vakuumpumpen ablagern.» Grund dafür war auch ein häufiger Wechsel der Rezepturen. Selbst bei gleichen Grundstoffen konnte sich durch verschiedene Additive die Zusammensetzung der Stoffe im Wasser verändern. Da bei PolyComp im Drei-Schicht-Betrieb in FünfTage-Wochen gearbeitet wird, kamen erhebliche Wassermengen zur Aufbereitung zusammen.

Umweltfreundlich entgasen Auf der Suche nach einer umweltverträglichen Lösung kam 2009 der Kontakt zur Firma Busch zustande, die ein Plastex Entgasungssystem ohne Betriebsmittel anbot. Das System besteht im Wesentli21


Maschinen/Peripherie

chen aus einer Mink-Klauen-Vakuumpumpe und einem vorgeschalteten Standund Feinfilter. Die Filter dienen der Abscheidung von Kondensaten und Feststoffen. Mink-Klauen-Vakuumpumpen benötigen keine Betriebsmittel wie Wasser oder Öl. Das heisst, die zu fördernden Dämpfe und Gase kommen mit keinerlei Betriebsmitteln in Berührung, mit denen sie sich vermengen oder reagieren könnten. Trotz sorgfältiger Abscheidetechnik lässt es sich nicht immer vermeiden, dass dennoch Restmonomere in das Pumpen­ innere gelangen und dort vercracken können. Deshalb ist die Mink-Klauen-Vakuumpumpe mit einer Spülvorrichtung ausgestattet. Damit kann nach einem definierten Intervall eine Spülflüssigkeit genau dosiert der Vakuumpumpe zugeführt werden, sodass die Vercrackungen aufgelöst werden. Instandhaltungsleiter Stefan Stolp hat je nach extrudiertem Material die Spülflüssigkeitsmenge und die Intervalle festgelegt, in denen gespült wird. Dies kann während Stillstandzeiten oder auch während des laufenden Betriebs erfolgen.

Geringer Wartungsaufwand

Bilder: Busch

Nach Anschaffung der ersten PlastexEntgasungssysteme wurden nach und nach alle Flüssigkeitsring-Vakuumpumpen ausgetauscht. Stolp zeigt sich damit äus­ serst zufrieden, zum einen wurde das Problem mit dem Abwasser gelöst, zum anderen arbeiten die Entgasungsanlagen absolut zuverlässig und mit geringem Wartungsaufwand. Die Filter müssen re-

Eines von insgesamt sieben Plastex-Entgasungssystemen bei PolyComp. Sie sind jeweils ein Stockwerk über den Extrudern aufgestellt.

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KUNSTSTOFF XTRA

Mink-Klauen-Vakuumpumpen sind das Herzstück von Plastex-Entgasungssystemen. Durch das berührungsfreie Funktionsprinzip wird kein Betriebsmittel wie Wasser oder Öl benötigt.

gelmässig gereinigt werden und die Spülflüssigkeit wird bei Bedarf aufgefüllt. Je nach zu verarbeitendem Material geschieht dies unterschiedlich oft. Diese Arbeiten werden direkt vom Personal in der Produktion durchgeführt. Durchschnittlich nach 10 Monaten wird von der Instandhaltung jede Vakuumpumpe demontiert und gereinigt. «Alles in allem ein sehr überschaubarer Aufwand, verglichen mit den Arbeiten an den früher eingesetzten Flüssigkeitsring-Vakuumpumpen», so Henning von Brühl.

Hoher Wirkungsgrad Einen weiteren Vorteil durch den Einsatz der Plastex-Entgasungssysteme sieht Simone Patermann. Sie hat als Bereichsleiterin Produktion auch stets den Energieverbrauch im Blick, zumal PolyComp nach dem Energiemanagementsystem ISO 50001 zertifiziert ist. Mink-Klauen-Vakuumpumpen haben den höchsten Wirkungsgrad aller mechanischen Vakuumtechnologien. Das heisst, die Stromaufnahme ist, verglichen mit anderen mechanischen Vakuumpumpen, bei gleicher Leistung stets geringer. Das hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab. Erstens: Durch den Wegfall des Betriebsmittels entfällt die Leistung, die aufgebracht werden muss, um dieses zu fördern. Zweitens: Die Vakuumpumpen arbeiten völlig berührungsfrei. Daher gibt es keine Bauteile, die aneinander reiben und es muss keine Kraft zur Überwindung der Reibung aufgebracht werden.

Keine Ausfälle mehr PolyComp hat 2018 eine weitere Extrusionslinie in Betrieb genommen, deren Herzstück ein Doppelschneckenextruder mit einer Durchsatzleistung von bis zu 1500 Kilogramm pro Stunde ist. Durch die beiden Seitendosierer können verschiedenartige pulverförmige Füllstoffe gleichzeitig eindosiert und mit hoher Ausstossleistung eincompoundiert werden. Ein Seitendosierer kann an eine Plastex Entgasungsanlage angeschlossen werden. Dadurch verringert sich das Volumen von Füllstoffen, und die Schüttdichte kann, im Vergleich zu einer Seitendosierung ohne Entgasung, bis zum Dreifachen gesteigert werden. Dies steigert die Gesamtdurchsatzleistung erheblich. Die Verantwortlichen bei PolyComp sind sich einig, dass sie mit den Plastex-Entgasungssystemen von Busch die richtige Wahl hinsichtlich Betriebssicherheit, Wartungsaufwand und Wirtschaftlichkeit getroffen haben. Die hohe Zuverlässigkeit wirkt sich auch positiv auf die Produktion aus. Stillstandzeiten durch Ausfälle oder durch plötzlich notwendige Reparatur- oder Reinigungsarbeiten wie früher bei den Flüssigkeitsring-Vakuumpumpen sind passé. Kontakt Busch Vacuum Pumps and Systems Waldweg 22, CH-4312 Magden +41 61 845 90 90 info@buschag.ch www.buschvacuum.com

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Moderne Recompoundieranlage neu im Technikum von KraussMaffei

Anlagenkompetenz trifft Rezeptur-Know-how

Mit einem hohen Investitionsvolumen baut KraussMaffei die Möglichkeiten für Kunden- und Eigenversuche rund um das Thema Recycling und Recompoundierung aus. Seit einigen Monaten ist am Standort Hannover eine Recompoundieranlage im Industriemassstab in einem Technikum aufgebaut. Die Edelweiss-CompoundingAnlage besteht aus zwei Zweischneckenextrudern ZE 65 Blue Power und erreicht eine Maximalleistung von rund 2000 kg/h. War es bisher üblich, einen Ein- und einen Zweischneckenextruder zu nutzen, so ist die Nutzung von zwei Zweischneckenextrudern ein Novum. Die Vorteile sprechen für sich: hohe Entgasungsleistungen, Geruchs­e ntfernung, ideale dispersive und dispergierende Mischwirkung, schonende Schmelzebehandlung und das alles bei hohen Durchsatzleistungen. In Stufe 1 übernimmt der Zweischneckenextruder ZE 65 Blue Power zunächst die Aufgabe, die mit bis zu 10 % Feuchtigkeit ankommende Eingangsware zu entgasen. Gleichzeitig erfolgt hierdurch die Entfernung von anhaftenden Geruchsstoffen, was gerade bei PostConsumer-Ware sehr wichtig ist. Mit Hilfe der Schleppmittelentgasung mit Wasser, Stickstoff oder auch Kohlendioxid lässt sich eine Geruchsminimierung erzielen. Im zweiten Zweischneckenextruder, in den die Schmelze über eine Schmelzeleitung gelangt, liegt in Stufe 2 der Fokus auf der Compoundierung. «Füllen, Verstärken, Einfärben, Additivieren – mit dem Zweischneckenextruder ist jede Verfahrensaufgabe problemlos umsetzbar. Dazu sind unsere Extruder mit allen Zusatzaggregaten zur Dosierung von Granulat, Pulver, Fasern und Flüssigkeiten ausgestattet», hebt Carl-Philip Pöpel, Direktor Produkt-Management Extrusionstechnik, hervor. 7–8/2020

Bild: KraussMaf fei

Hohe Recompoundqualitäten bei hohen Durchsatzleistungen von mehreren Tonnen pro Stunde – dafür steht die Edelweiss-Compounding-Technologie von KraussMaffei. Der Maschinenbauer hat das bereits bekannte Verfahren jetzt nochmals optimiert und erweitert.

Die Compounding-Anlage mit zwei Zweischneckenextrudern ZE 65 Blue Power ist ausgelegt für eine Maximalleistung von rund 2000 kg/h.

Eigene CutterCompactor-Einheit

Verarbeitung von PostConsumer-Recyclingware

Eine weitere Neuerung der Anlage ist, dass die Cutter-Compactor-Einheit offline betrieben und das erzeugte Agglomerat auf eine Bandwaage ausgetragen wird. «So stellen wir eine gravimetrische Zudosierung sicher, die eine Genauigkeit von 99,8 % erreicht», stellt Pöpel den entscheidenden Unterschied zur bisher verwendeten volumetrischen Dosierung heraus. Damit sind Dosierschwankungen, die sich beispielsweise bei sehr fluffiger Eingangsware wie der Folien- oder Faserfraktion ergeben, ausgeschlossen. Nun lassen sich alle Post-Consumer-Fraktionen aus LDPE, HDPE, PP oder PS problemlos zu einem hochwertigen Recompound, das sowohl in Spritzguss- als auch Extrusionsanwendungen als Neuwaresubstitut Einsatz findet, aufbereiten.

Last but not least ist der Clou der im Technikum aufgebauten Anlage ihre Komplettintegration in ein Turnkey-Modul. Hauptvorteile für den Betreiber sind die einfache Inbetriebnahme, der flexible Einsatz und der Aufbau ohne jegliche Vorbereitung. Das Turnkey-Modul ist so ausgeführt, dass es in jeder Halle aufgestellt werden kann. Es muss bei Anlieferung lediglich an die örtliche Strom-, Wasserund Druckluftversorgung angeschlossen werden und kann die Produktion sofort aufnehmen. Kontakt KraussMaffei Extrusion GmbH An der Breiten Wiese 3-5 D-30625 Hannover www.kraussmaffei.com

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Verband

Energieeffizienz in der Kunststoffverarbeitung

Ein grosser Beitrag zum Klimaschutz

Der technologische Fortschritt in der Kunststoffverarbeitung schreitet rasch voran. In der Maschinentechnik zeigt sich dieser neben der Digitalisierung vor allem im Bereich der Energieeffizienz. Aber auch in der Gebäude- und Klimatechnik stehen uns heute viele Möglichkeiten offen, um den Energiebedarf der kunststoffverarbeitenden Betriebe zu senken. Damit kann die Branche einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten und hilft mit, die Pariser Klimaziele zu erreichen. Eine energieeffiziente Produktion ist nicht nur nachhaltig, sie ist auch wirtschaftlich sinnvoll und steigert die Wettbewerbsfähigkeit. Der Ersatz von alten Betriebsmitteln mit neuen energieeffizienten Anlagen und Geräten erlaubt eine qualitativ hochstehende Fertigung zu tieferen Energiekosten und dabei verbessert sich die CO ² -Bilanz. Die Broschüre soll den Unternehmen in der kunststoffverarbeitenden Industrie helfen, ihr Effizienzpotenzial in Eigenregie qualitativ abzuschätzen und sie dazu ermuntern, Massnahmen zur laufenden Verbesserung der Energieeffizienz einzuleiten. Auch soll sie Impulse setzen und Ideen generieren. Die gedruckte Broschüre können Sie Deutsch, Französisch oder Italienisch bei der Geschäftsstelle bestellen. Elektronisch finden Sie sie in allen drei Sprachen auf kunststoff.swiss/energie 24

Bilder: BFE

Der Branchenverband Kunststoff.swiss steht ein für Kreislaufwirtschaft und einen nachhaltigen Umgang mit Kunststoffen. Beides beginnt schon in der Produktion. Und um auch dort Nachhaltigkeit zu fördern, hat Kunststoff.swiss zusammen mit dem Bundesamt für Energie (BFE) und den Planern für Energie- und Gebäudetechnik eicher+pauli sowie den Maschinenherstellern, eine Broschüre erarbeitet, die Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz aufzeigt.

Das Förderprogramm ProKilowatt unterstützt u.a. Projekte in den Bereichen Pumpen ...

ProKilowatt: Förderbeiträge zum Stromsparen Einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet das Bundesamt für Energie (BFE) auch mit seinem Förderprogramm ProKilowatt. Wer seinen Stromverbrauch reduzieren und Stromkosten einsparen will, die alten Beleuchtungen durch effiziente LED umrüsten oder seine Spritzgiessmaschinen ersetzen möchte, der kann bis zum 4.

September 2020 einen Antrag zum Stromsparen auf www.prokw.ch einreichen und einen Förderbeitrag bis zu 30 % der Investitionskosten erhalten. Für Inte­ res­ senten, denen dieser Termin zu kurzfristig ist, gibt es 2021 drei weitere Eingabetermine im Februar, April und September. Gefördert wird vor allem in den Bereichen Beleuchtung, Kälte, Lüftung, Pumpen, Motoren und Industriemaschinen.

ProKilowatt: Was ist das?

und Kälteanlagen.

ProKilowatt hat zum Ziel, den Stromverbrauch vor allem in Industrie, Gewerbe, Dienstleistungsunternehmen und Haushalten zu senken. Seit dem Start im Jahre 2009 konnten über 600 Projekte und Programme mit einem Fördervolumen von rund 240 Mio. Franken unterstützt werden. Somit konnten 730 GWh Strom pro Jahr eingespart werden, was in etwa dem jährlichen Stromverbrauch von 160 000 Haushalten entspricht. Für Fragen steht das BFE zur Verfügung. prokilowatt@cimark.ch www.prokw.ch 7–8/2020


Verband

Die ordentliche Mitgliederversammlung des Verbands wurde am 2. Juli 2020 unter Ausschluss einer physischen Teilnahme der Mitglieder durchgeführt.

Die Mitgliederversammlung hat auf schriftlichem Weg mit nur wenigen Enthaltungen das Protokoll der Mitgliederversammlung von 2019 genehmigt, den Jahresbericht angenommen sowie die Jahresrechnung genehmigt und die Décharge erteilt. Im Weiteren wurden die Beitragsordnung für 2021 unverändert angenommen, das Budget 2021 genehmigt und die Revisionsstelle

Bild: kunststof f.swiss

Mitgliederversammlung 2020

Präsident Silvio Ponti eröffnet die Versammlung im Sitzungszimmer der Geschäftsstelle in Aarau.

wieder gewählt. Einen Rückblick auf das Jahr 2019 finden Sie in unserem Jahresbericht unter www.kunststoff.swiss/JaBe

Schwerpunkte der Verbandstätigkeit Ein Verbandstag mit Einblick in die Schwerpunkte der Verbandsarbeit, inte­ressanten Referaten und die diesjährige Lehrabschlussfeier der Kunststofftechnologen/ innen EFZ und Kunststoffverarbeiter/innen EBA findet am 20. August in Aarau statt.

CO²-Statistik des Bundes Die jährliche CO ² -Statistik des Bundesamtes für Umwelt (BafU) dient der Überprüfung, wie sich die CO ² -Emissionen aus Brenn- und Treibstoffen entwickeln. Sie bestätigt auch, dass Kunststoffe nur wenig Treibhausgase verursachen. Verkehr und Heizung sind weiterhin die weitaus grössten Verursacher von Treibhausgasen, auf Abfallverbrennung entfallen nur 7,8 %.

Zwar ist der Anteil an biogenen Treibstoffen und an Elektrofahrzeugen weiter angestiegen, es wurden jedoch erneut mehr Kilometer motorisiert zurückgelegt; dies in emissionsintensiveren Fahrzeugen. Obwohl die CO ² -Emissionen aus Treibstoffen (Benzin und Diesel) im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr unverändert hoch blieben, sind diejenigen aus Brennstoffen (Öl und Gas) witterungsbedingt weiter gesunken; um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Abnahme sei grösstenteils auf die bessere Energieeffizienz von Gebäuden und den vermehrten Einsatz erneuer-

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barer Energien beim Heizen zurückzuführen. Gemäss CO²-Statistik des Bundes wurden 2018 in der Schweiz 46.42 Mio Tonnen Treibhausgase emittiert, davon:

kehr durch leichteres Gewicht von Fahrzeugen, beim Heizen durch effizientere Isolationen. Kunststoffe sind ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zu den Pariser Klimazielen.

– Verkehr 15,04 Mio To oder 32 %, – Gebäude (vor allem Heizung) 11,20 Mio To oder 24 % – Gesamter Abfall, aller Materialien: 3,64 Mio To oder 7,8 %

Quelle: https://w w w.bafu.admin.ch/bafu/de/ home/themen/klima/daten-indikatoren-karten/daten/CO2-statistik.html

(Alle Angaben in CO² -Äquivalenten (alle Treibhausgase)) Dies zeigt, dass Kunststoffe – sogar wenn sie via Kehrichtverbrennung verwertet werden – selbst nur wenig Treibhausgase verursachen, aber CO²-Äquivalente dabei einsparen, weil die Energie aus der Verbrennung zum Beispiel in Fernwärmenetze eingespiesen wird. Bei den grössten Verursachern von Treibhausgasemissionen helfen Kunststoffe zudem mit, diese zu reduzieren: im Ver-

Weitere informationen: https://www.bafu. admin.ch/bafu/de/home/dokumentation/ medienmit teilungen/anzeige-nsb-unter-medienmitteilungen.msg-id-79780.html Kontakt Kunststoff.swiss Kurt Röschli, Geschäftsführer Verena Jucker, Leiterin Kommunikation Schachenallee 29C CH-5000 Aarau +41 62 834 00 60 info@kunststoff.swiss www.kunststoff.swiss n

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Circular Economy

Tide Ocean Material – ein Fair-Trade-Label

Dem Abfall einen Wert geben Weshalb Neuware kaufen, wenn es doch so viel Plastik in den Meeren gibt? Diese Frage stellte sich Thomas Schori und gründete zusammen mit Marc Krebs die Tide Ocean SA. Das Start-up-Unternehmen sorgt dafür, dass ocean-bound plastic einen Wert erhält und entsprechend gesammelt, sortiert, wiederaufbereitet und verarbeitet wird. Für dieses Projekt wurde Tide Ocean, zusammen mit dem IWK, im Januar mit dem Swiss Plastics Expo Award in der Kategorie Nachhaltigkeit ausgezeichnet.

Das erste Produkt, das aus Meeresmüll hergestellt wurde und inzwischen auf dem Markt ist, sind Uhren. Der Grund für diese Wahl liegt in der Vergangenheit. Thomas Schori führt zusammen mit seinem Bruder die Firma Braloba in 2. Generation. «Als Zulieferant der Uhrenindustrie mit Produktionsstandorten in China, Thailand, Burma und in den USA haben wir einen relativ grossen Bedarf an Polyester für Uhrenarmbänder», erklärt der Unternehmer. «Das Thema Nachhaltigkeit hat uns seit jeher begleitet. Wir lernten von unseren Eltern ethisches Handeln – gegenüber Menschen, aber auch der Umwelt gegenüber. Wir fragten uns, weshalb wir Neuware kaufen, wenn es doch so viel Plastik in den Meeren gibt», so Schori. In der Folge brachten die Brüder 100 kg Abfall in die Schweiz, um herauszufinden, ob das Material überhaupt rezyklierbar ist. Sie klapperten verschiedenste Firmen ab; alle winkten ab. «Ein Bekannter verwies uns ans IWK. Dort war man bereit, das Material zu testen. So kamen wir zusammen und ins Geschäft.»

Ein interessantes Projekt mit Knackpunkten «Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass Tide Ocean bereits mit dem Endprodukt zu uns gekommen ist», erinnert sich Daniel Schwendemann, Fachbereichsleiter Compoundieren / Extrusion am IWK Rapperswil. «Thomas Schori fragte, ob man aus diesem Meeresabfall Uhrengehäuse und Bänder herstellen kann. So war schon mal das Ziel klar. Wir brauchten dann rund zwei Jahre mit Versuchen, bis es klappte.» 26

Bild: Tide Ocean

Marianne Flury

Im Social Enterprise von Ranong, Thailand, wird sortiert, gewaschen und geschreddert – da steckt viel Handarbeit drin und ermöglicht ärmeren Schichten ein Einkommen.

Eine der Herausforderungen war es, die Faserspezifikation herauszufinden. Mit einem Institut aus dem Textilbereich führte das IWK zahlreiche Versuche durch, bis es die richtigen Rohfadenspezifikationen ertüftelt hatte. «Erst dann konnten wir abmustern», erzählt Schwendemann. Dass es bei den Versuchen um die Verarbeitung von einer Tonne PET ging, machte das Ganze nicht einfacher. Im Bereich bottle-to-fiber spielt die Musik in China – da werden 100 Tonnen PET in der Stunde verarbeitet. «Eine Tonne verarbeiten – das macht keiner.» Neun Monate nahm in der Folge die Suche nach geeigneten Partnern in Anspruch. Den Granulathersteller fand man

mit der Firma Recoplast AG in Gretzenbach. Das zu 100 Prozent mit Solarstrom hergestellte Granulat geht dann – mangels Anbieter in der Schweiz – nach Deutschland, wo es zu Rohfaser verar­ beitet, gesponnen und texturiert wird. Nicht nur die Uhrenarmbänder, sondern auch die Gehäuse sind aus tide ocean material – und zwar aus PET. Üblicherweise sind Uhrengehäuse aus ABS oder einem anderen Kunststoff gefertigt. Entsprechend erfordert die Spritzgussverarbeitung auch differenzierte Parameter. «In Rapperswil haben wir einige Versuchsreihen für Tide gefahren. Inzwischen gibt es Anleitungen, an die sich Verarbeiter halten können», so Schwendemann. 7–8/2020


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Circular Economy

Die Zahl ist bekannt: Jährlich landen 8 Mio. Tonnen Plastik in den Meeren. Tide hat sich zur Aufgabe gemacht, das zu verwerten, was bereits existiert. «Abfall landet oft auf wilden Deponien, weil viele Entwicklungsländer kein Recyclingkonzept kennen und der Abfall wertlos ist. Wir wollen mit Tide zeigen, dass Abfall ein wertvoller Rohstoff ist, aus dem wieder neuwertige Produkte hergestellt werden können», erläutert Schori. Damit man etwas recyceln kann, muss man sicherstellen, dass der Abfall gesammelt und sortiert wird. Das kriegt man nur durch die Schaffung von Anreizen hin. Eine Abklärung von Tide vor Ort ergab, dass ein Fischer in Thailand für 1 kg Fisch 82 Rappen erhält. «Wir bezahlen 1 US$ pro kg Kunststoffabfall. Einen weiteren ‘magic’ Dollar erhalten die Leute fürs Sortieren. Diesen Prozess übernimmt die Lausanner Stiftung Fondation Jan & Oscar, die in Thailand tätig ist. Nach der Regranulierung und Verarbeitung ist unser Kunststoff ca. dreimal so teuer wie neuer. Auf das Endprodukt gerechnet, bewegen wir uns aber im Rahmen einer Preisdifferenz zu Neuware von 18 Rappen pro Kilo», macht Schori die Rechnung. «Es soll uns niemand erzählen, weshalb man dieses Modell nicht breiter anwenden soll.»

Vom fertigen Produkt her denken «Dem Abfall einen Wert geben» funktioniert nur, wenn von Anfang an feststeht, was für ein Produkt hergestellt werden soll. Sammelt und regranuliert man ohne definiertes Ziel, führt das notgedrungen zu

Tide Ocean und Partner Tide Ocean: Ideenschmiede, Kontroll- und Schnittstelle zwischen den Partnern IWK: F&E-Labor zur Wiederaufbereitung von Ocean Boundary Plastics bis zur Produkteabmusterung Recoplast: Granulathersteller Diverse Uhrenschalenhersteller Triwa, Stockholm: Produktentwicklung und Design

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Bild: Marianne Flur y

Der Anreiz zum Sammeln

Daniel Schwendemann (l.) und Thomas Schori: Vom Granulat aus Meeresmüll zur modischen Qualitätsuhr.

einem Downcycling. «Üblicherweise setzt der Verarbeiter Recyclingmaterial nur ein, wenn es günstiger ist als die Neuware und einigermassen mit der Spezifikation übereinstimmt. Fällt der Neuwarenpreis unter den Preis von Recyclingware, ist Recycling wieder tot», weist Schwendemann auf das Dilemma hin. «Erst wenn ich vom Endprodukt her denke, wenn ich das Endprodukt aus rezykliertem Material machen möchte und auch bereit bin, die 18 Rappen, oder was auch immer, mehr zu bezahlen, dann habe ich ein anderes Denken und der Kreislauf kann funktionieren. Das ist der Unterschied.»

Transparenz schafft Vertrauen Genau das ist der Ansatz von Tide: Das Unternehmen hat erklärtermassen die ganze Kette im Blick. Auch die Kommunikation mit den Kunden ist ein wichtiger Bestandteil des Modells. «Wir liefern nicht nur den Kunststoff, sondern die Geschichte dahinter. Ziel ist es, dass wir in Zukunft auch vor Ort granulieren, z. B. in Thailand, wo wir im April eine Niederlassung eröffnet haben. Wir bauen mit einem Partner zusammen die Produktionsprozesse auf, überwachen diese und stellen sicher, dass die Qualität stimmt. Transparenz ist wichtig, der Konsument soll wissen, dass er mit tide quasi ein Fair-Trade-Label-Produkt kauft», erklärt Schori die Strategie. Sortiert wird nach PE, PP und PET. PET für Faden

für Uhrenbänder, aber auch für Textilien wie Teppiche, Vorhänge oder Rucksäcke. Die Uhr ist nur ein kleiner Teil der Produktepalette. Weitere Ansprechpartner sind die Möbel- (Sitzschalen, Grüncontainer aus PP) und die Bauindustrie. Bis im Juni 2020 wurden knapp 160 Tonnen Ocean Boundary Plastics gesammelt, sortiert und in Flakes geschreddert. Aufbereitet wurden bisher ca. 40 Tonnen. Gemäss Schori ist das Ziel des ersten Geschäftsjahres, 150 Tonnen Material zu verarbeiten und dann jedes Jahr 100 Tonnen mehr bis zu 500 Tonnen im Jahr 2025. «Das ist ein realistischer Richtwert. Mittelfristig müssen wir so viel verarbeiten, damit es auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Auf 2021 rechnen wir mit einem positiven Abschluss. Die letzten drei Jahre mussten wir vorfinanzieren», gibt Schori offen zu.

Swiss Plastics Expo Award Ein detailliertes Life Cycle Assessment (Lebenszyklus-Analyse) zeigt, dass das tide ocean material 52 Prozent Energie gegenüber virgin plastic einspart – selbst wenn der Transport mit einberechnet wird. Bis die Granulierung vor Ort stattfinden kann, wird der CO² -Fussabdruck mit my­ climate.org neutralisiert. «Hinter dieser A­dresse steht eine Zürcher Stiftung, die die CO ² -Tonnen in Rechnung stellt und mit einem Projekt zur Aufforstung abgebrannter Wälder, das aktuell in Nicaragua läuft, kompensiert werden kann», erläutert Schori das Prozedere. Für den Tide Ocean-Chef ist der Swiss Plastics Expo Award eine Bestätigung, dass sich das Startup-Unternehmen auf dem richtigen Weg befindet. Und Daniel Schwendemann freut sich besonders darüber, dass zum ersten Mal ein Schweizer Preis vergeben wurde. «Das bedeutet uns viel. Bisher haben wir Auszeichnungen meist im Ausland erhalten.» Kontakte Tide Ocean SA CH-4056 Basel mkrebs@tide.earth, www.tide.earth IWK Rapperswil CH-8945 Rapperswil-Jona daniel.schwendemann@hsr.ch www.iwk.hsr.ch

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KUNSTSTOFF XTRA

Circular Economy

Rohmaterial aus Produktionsabfällen

Wirtschaftliches Recycling und Upcycling Wie sich Produktionsabfälle von Kunststoffverarbeitern gewinnbringend recyceln und upcyceln lassen, zeigt das Unternehmen Aurora Kunststoffe, das in Neuenstein, Deutschland ansässig ist und seit Ende 2019 zur Mol Gruppe gehört.

Bilder: Coperion

Aurora, Produzent von Recompounds, verwendet den Ausschuss von Angüssen, der bei der Herstellung von Kunststoffteilen anfällt, als Hauptrohstoff und verarbeitet ihn zu recyceltem Kunststoffgranulat in einer Qualität, die neuer Ware entspricht. Nach einem Grossbrand in der Produktion im Jahr 2017 entschied sich Aurora Kunststoffe erneut, auf ZSK-Doppelschneckenextruder von Coperion zu setzen. Die drei ZSK 45 Mc18 Doppelschneckenextruder sind seit Anfang 2019 erfolgreich in Betrieb und erfüllen mit ihren hohen Durchsätzen und ihrer Zuverlässigkeit die Anforderungen, die Aurora Kunststoffe für sein innovatives Unternehmenskonzept benötigt.

Technologie für erstklassige Compounds

Die neue Produktionshalle von Aurora ist mit hochmodernen Compoundierungsanlagen des Typs ZSK 45 von Coperion ausgestattet.

Bei der Herstellung von technischen Kunststoffteilen entstehen etwa fünf Prozent Ausschuss. Aurora Kunststoffe kauft diese Produktionsabfälle auf und untersucht zunächst deren genaue Zusammensetzung und Sortenreinheit. Nach bestandener Qualitätsprüfung werden die sortenreinen Kunststoffteile zermahlen, dem Compoundierprozess zugegeben und zu Granulaten verarbeitet – so beispielsweise auf Basis von PA6, PA66, PA11, PA12, POM, PP, PC und PC-ABS. In den ZSK-Doppelschneckenextrudern wird das Mahlgut zusammen mit Additiven, Füllund Verstärkungsstoffen zuverlässig homogenisiert und entgast. Dafür hat Coperion die drei ZSK 45 Extruder jeweils individuell für die Anforderungen von Aurora Kunststoffe ausgelegt und sie mit zweiwelligen Seitenentgasungen ZS-EG und speziellem Verschleissschutz der produktberührenden Teile ausgestattet. Nach dem Austritt der Schmelze aus dem Spritz-

kopf am Ende des Extruderverfahrensteils werden die Kunststoffstränge von semiautomatischen Strangzuführungen vom Typ SCP 200 von Coperion Pelletizing Technology übernommen. Dabei werden sie über eine wasserüberspülte Rutsche und ein Förderband automatisch in das Einzugswerk des Stranggranulators geleitet, wo sie zu hochwertigen Compounds geschnitten werden, die in ihrer Qualität Neuware entsprechen.

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Wiederaufbau der Produktion 2017 kam es bei Aurora Kunststoffe zu einem Brand, bei dem die gesamte Produktionshalle zerstört wurde. Aurora hielt auch danach an seinem erfolgreichen Nachhaltigkeitskonzept fest und erweiterte dieses sogar. Bereits 2019 nahmen in einer neuen, grösseren Halle neue Doppelschneckenextruder ihren Betrieb wieder

auf. Bei der Realisierung dieses straffen Zeitplans setzte das Unternehmen auf die gute Zusammenarbeit mit seinen Zulieferern. Darauf ist Alexander Schweinle, Produktionsleiter bei Aurora Kunststoffe, besonders stolz: «Coperion lieferte uns nicht nur drei für uns individuell ausgelegte ZSK 45 Extruder und dazu passende Stranggranulierungen, sondern unterstützte uns auch mit dem notwendigen Engineering der gesamten Produktion. Dabei möchte ich die sehr gute Zusammenarbeit unserer beiden Unternehmen betonen: Coperion reagiert auf unsere Anfragen stets schnell und kompetent. Das war ein wichtiger Schlüssel in der Phase des Wiederaufbaus unserer Produktion.»

Erfolgreiches Recyclingkonzept Produktionsreste aus der industriellen Kunststoffherstellung werden in Zeiten 7–8/2020


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Optimales Produktergebnis durch eine perfekte Regelung – das nennen wir leistungsstark. Christoph Münch Anwendungstechnische Beratung

Alexander Schweinle, Produktionsleiter bei Aurora Kunststoffe, zeigt sich sehr zufrieden mit der Leistungsfähigkeit und dem täglich sehr hohen Ausstoss seiner Compoundieranlagen.

von steigenden Rohstoffpreisen und erhöhter Umweltbelastung immer wertvoller. Aurora Kunststoffe kauft diese industriellen Produktionsreste auf und verwandelt sie in neue hochwertige Rohstoffe, die in der Automobil-, Bau-, Möbel- sowie Elek­ troindustrie Einsatz finden. Über das Lean-Logistik-Konzept, bestehend aus einem eigenen Fuhrpark mit rund 60 Sattelaufliegern sowie einem Boxenkonzept zur Perfektion sortenreiner Sammlung, gelangen die Kunststoffab­ fälle zu Aurora. Dort werden sie gemahlen und mittels Extrusion zu Recompounds verarbeitet. Aurora erzielt dabei auf den ZSK 45 Doppelschneckenextrudern Durchsätze von bis zu 650 kg/h. Pro Tag produziert der Spezialist über 50 Tonnen Compounds. Für die Zukunft rechnet Aurora mit steigender Nachfrage. «Ich bin mir sicher, dass es über kurz oder lang eine gesetzlich vorgeschriebene Recycling-Quote geben wird», sagt Schweinle. Jochen Schofer, Business Segment Manager Recycling & Direct Extrusion bei Coperion ergänzt: «Wir sind der Überzeugung, dass es für die Kunststoffindustrie unumgänglich ist, zirkulär zu werden. Dabei ist noch viel Luft nach oben. In Deutschland betrug der Anteil von eingesetztem Rezyklat in der Kunststoffverarbeitung 2017 erst etwas mehr als zwölf Prozent. Aurora Kunststoffe hingegen nimmt für uns eine absolute Vorreiterrolle ein, dessen Unternehmenskonzept nicht nur gewinnbringend, sondern auch nachhaltig ist. Wir sind stolz darauf, Aurora Kunststoffe mit unserem Compoundier- und Engineerings-Know-how unterstützen zu dürfen.»

Kontakt Coperion GmbH Theodorstrasse 10 D-70469 Stuttgart +49 711 897-0 info@coperion.com www.coperion.com 7–8/2020

REGELGERÄT DPT Die Temperatur-Regelgeräte der Serie DPT verfügen über umfangreiche Funktionen für die sichere Regelung komplexer Heißkanalsysteme. So wird durch eine automatisierte Lastenerkennung das Regelverhalten an die angeschlossene Last angepasst. Außerdem erkennt der Regler anhand von Friktion und Leistung, ob ungewollt Kunststoff aus einer Düse austritt. Durch Kopplung mehrerer Geräte können bis zu 120 Zonen auf einmal geregelt werden. Das nennen wir Leistung.

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Circular Economy

Umweltbranche fordert mehr Kreislaufwirtschaft für den Klimaschutz

Trotz Covid-19: Klimaschutz bleibt dringlich Mehr Abfälle recyceln, mehr recycelte Rohstoffe einsetzen – und das Verursacherprinzip stärken: Rohstoffe in den Kreislauf zu bringen, reduziert Treibhausgase und ist eine zentrale Forderung der Umweltbranche. Dies spiegelt der IFAT Environmental Index 2020 wider, eine Online-Umfrage im Netzwerk der weltweit grössten Messe für Umwelttechnologien, die normalerweise im Mai in München stattgefunden hätte.

«Der Klimaschutz tritt aufgrund der Covid 19-Pandemie in den Hintergrund, doch dessen Dringlichkeit bleibt bestehen und Initiativen wie der European Green Deal behalten ihre Berechtigung. Ein Chancenthema ist die Kreislaufwirtschaft, denn sie reduziert Treibhausgase durch einen nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen», sagt Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München. «Die Umweltbranche liefert hierzu die Technologien, normalerweise auf der IFAT zu sehen. Klar ist aber auch: Für eine echte Kreislaufwirtschaft muss das Verursacherprinzip gestärkt werden.» Diese Forderung bekräftigt der IFAT Environmental Index. Die Befragten favorisieren drei Massnahmen, um die Kreislaufwirtschaft zu fördern: 77 Prozent wollen die Recyclingfähigkeit schon bei der Produktzulassung verbindlich festlegen. 75 Prozent setzen zudem auf bessere Abfalltrennung und IFAT in Kürze Die IFAT ist die weltweit führende und grösste Fachmesse der Umwelttechnologiebranche. Alle zwei Jahre präsentiert die Weltleitmesse Lösungen für die Bereiche Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft sowie Strategien, um Ressourcen in intelligenten Kreisläufen einzusetzen und langfristig zu erhalten. An der vergangenen Veranstaltung im Jahr 2018 nahmen 3305 Aussteller aus 58 Ländern und 142 472 Fachbesucher aus 162 Nationen teil. Die Messe belegte eine komplett ausgebuchte Fläche von 260 000 Quadratmetern verteilt über 18 Hallen und ein Freigelände. Die nächste IFAT findet vom 30. Mai bis 3. Juni 2022 in München statt.

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Kreislaufwirtschaft schützt das Klima

Kreislaufwirtschaft über Preispolitik fördern

-sammlung. 68 Prozent befürworten, dass bereits beim Produktdesign mit recycelten und recyclefähigen Materialien geplant wird.

Eine passende Preispolitik ist gefragt Sekundärrohstoffe können preislich häufig nicht mit Primärrohstoffen mithalten. Das würde sich ändern, wenn die Umweltbelastungen, die bei der Gewinnung entstehen, eingepreist würden. Deshalb befürworten

88 Prozent der Befragten, recycelte Rohstoffe über eine entsprechende Preispolitik zu fördern. Auch bei der Wasserqualität ist es zielführend, schon an der Quelle anzusetzen. 91 Prozent der Befragten wollen, dass die Verursacher von Belastungen wie Nitrat, Chemikalien und Arzneimitteln stärker in die Pflicht genommen werden. Die favorisierten Massnahmen für den Gewässerschutz sind: Mehr Investitionen in die Wasseraufbereitung in der Industrie (67%), strengere Prüfung in Produktentwicklung und Zulas7–8/2020


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Circular Economy

Unsere Temperier Lösungen für Sie Universale Temperiergeräte bis 150 °C Wasser Temperiergeräte bis 90 °C Druckwasser Temperiergeräte bis 160 °C Öl Temperiergeräte bis 360 °C Kühlgeräte von -25 °C bis +40 °C Der European Green Deal ist eine Chance

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Geht die Umweltbranche bei Investitionen mit gutem Beispiel voran?

sungsverfahren (51%), Gefährdungsanalyse für neu auftretende Stoffe (50%).

Green Deal als Chance Zum Zeitpunkt der Umfrage im Februar betrachten die Befragten den European Green Deal ganz klar als Chance, 86 Prozent befürworten die Initiative. 73 Prozent sehen den European Green Deal auch ökonomisch eher als Chance. Geht die Umweltbranche bei Investitionen mit gutem Beispiel voran? 74 Prozent geben an, dass ihr eigenes Unternehmen in Umwelttechnologien investiert. Die meisten Investitionen fliessen in Energieeffizienzsteigerungen und Energieeinsparungen, ins Abfallmanagement und in erneuerbare Energien.

Umwelttechnologien gewinnen an Bedeutung Welche Möglichkeiten hat jeder privat, im Alltag etwas für die Umwelt zu tun? 78 Prozent der Befragten des IFAT Environmental Index reduzieren Kunststoff in ih7–8/2020

rem Alltag, 70 Prozent trennen mehr Müll, 58 Prozent nutzen mehr Ökoprodukte. Je 45 Prozent essen weniger Fleisch und nutzen mehr den öffentlichen Nahverkehr, die Bahn und das Fahrrad. Aufgrund der Corona-Pandemie pausiert die IFAT in diesem Jahr. «Doch Umwelt- T T-D W technologien werden immer bedeutsamer 160_9k W_ ren de und wir freuen uns darauf, dieses einzigarr_1 -2 tige Messenetzwerk 2022 wieder live zusammenzuführen», erklärt Rummel. Es wird zudem derzeit ein digitales Angebot erarbeitet. Die Online-Umfrage hat das unabhängige Meinungsforschungsinstitut «IfaD» im Auftrag der IFAT im Februar 2020 durchgeführt. Teilgenommen haben 2992 Branchenexperten (Besucher der IFAT 2018 sowie angemeldete Aussteller der IFAT 2020) aus dem In- und Ausland. P

Messe München, in der Schweiz: BTO Solutions Schürch AG CH-8400 Winterthur +41 44 350 36 02 info@bto-solutions.ch www.ifat.de

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Materialoptimierung

Reduktion tribologisch bedingter Übertragungsverluste

Entwicklung von reiboptimierten Kabelzügen Im Rahmen eines von der Innosuisse mitfinanzierten Projektes der Hochschule für Technik Rapperswil zusammen mit der Fortatech AG konnten durch die systematische Optimierung der im Reibsystem «Kabelzug» vorhandenen Materialpaarung zwischen der statischen Kabelhülle und der kraftübertragenden Litze die Projektziele hoher Wirkungsgrad und lange Lebensdauer erreicht werden.

Prof. Daniel Schwendemann ¹, Marc Akermann ¹, Thomas Englert ²

Ausgangslage zu Projektbeginn

Bilder: For tatech

Durch die Entwicklung zweier neuartiger Materialpaarungen konnten die beiden massgebenden Parameter Wirkungsgrad und Lebensdauer für die Effizienz eines Kabelzuges um den Faktor 3 beziehungsweise den Faktor 10 verbessert werden. Gleichzeitig konnte der Energieaufwand/-verbrauch bei der Betätigung des Aktors direkt proportional reduziert werden, was zu einem deutlich nachhaltigeren Umgang mit der elektrischen Energie zur Erzeugung von mechanisch übertragener Energie führt. Bild 1: Aufbau Bowdenzüge (links) und Druck-/Zugkabel (rechts) (1 Kabellitzen; 2a Kabel-Ummantelung «glatt»; 2b Kabel-Ummantelung «profiliert»; 3a Kabelführung mit Spiel; 3b Kabelführung spielfrei; 4 Stahl-Armierung der Kabelführung; 5 Aussenschicht der Kabelführung)

Das Hauptaugenmerk dieses Projektes liegt auf Kabelzügen (Bowdenzüge, Bild 1), die auf dem Markt entweder als Zugkabel oder als Druck-/Zugkabel erhältlich sind und überall dort Anwendung finden, wo Komponenten mechanisch bewegt oder verstellt werden müssen, wie zum Beispiel beim Öffnen und Schliessen eines Cabrio­verdeckes oder bei Motorschaltungen von Booten (Bild 2). Der steigende Wettbewerb auf dem Markt dieser Kraftübertragungssysteme erfordert eine zunehmende Differenzierung von der Konkurrenz durch Innovationen im Bereich der Performance. Die Performance eines Kabelzuges wird dabei hauptsächlich durch die Lebensdauer und Leichtgängigkeit bei ¹ Prof. Daniel Schwendemann, stv. Institutsleiter, Marc Akermann, wissenschaftlicher Mitarbeiter, beide IWK, Rapperswil-Jona ² Thomas Englert, Geschäftsführer, Fortatech AG, Gübsenstrasse 80, CH-9015 St. Gallen

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Bild 2: Anwendungsbeispiel Druck-/Zugkabel zur Motorsteuerung bei Booten

der Kraftübertragung bewertet. Um auch wirtschaftlich wettbewerbsfähig zu bleiben, soll es am Ende des Projektes möglich sein, eine möglichst verlustfreie Ener-

gieübertragung ohne extern zugeführte Schmierstoffe zu gewährleisten, da diese zusätzliche Kosten und Arbeitsschritte erforderlich machen. 7-8/2020


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Materialoptimierung

Materialscreening für zukünftige Optimierungsschritte Zu Beginn des Projektes wurden alternative Rohmaterialien für die bisher auf dem Markt für Kabelzüge verwendeten Standard-Materialien evaluiert, was eine umfassende Materialrecherche und systematische Eigenschaftsanalyse der bereits vertriebenen Kabelzugsysteme als Bewertungsbasis für die weiteren Arbeitspakete notwendig machte. Die dadurch evaluierten Kunststoffe wurden anschlies­s end einem ersten qualitativen Vergleich hinsichtlich ihres Reibverhaltens bei der Kraftübertragung unterzogen. Dafür wurde ein Prüfaufbau entwickelt, welcher es möglich machte, mit vereinfachten Prüfkörpergeometrien zügig quaqualitative Vergleichsresultate zu erhalten, ohne dass jedes Mal neue Litzen ummantelt werden mussten. Dadurch war es vor allem in dieser wichtigen ersten Projektphase möglich, innerhalb kurzer Zeit die geeigneten Materialien zu evaluieren.

Bessere tribologische Eigenschaften bei Bowdenzügen Diese ersten Erkenntnisse dienten als Grundlage für die Planung und Durchführung einzelner Optimierungsschritte zur gezielten Verbesserung der Reibeigenschaften von Bowdenzügen. Zwischen den einzelnen Optimierungsloops wurden jeweils Litzen mit den neuen Compounds ummantelt und auf einem Reibprüfstand getestet, welcher eine realitätsnahe Verlegung eines Kabelzuges abbildete. Damit war es möglich, die Hauptbewertungskriterien Wirkungsgrad und Lebensdauer von Bowdenzügen fortlaufend zu überprüfen und empirisch fundiert zu optimieren.

Bild 3: Performancevergleich Opaltech-Kabelzüge vs. Standardkabelzüge

Spielfreie Führung bei Druck-/Zugkabeln Parallel zu diesen Materialoptimierungsloops bei den Bowdenzügen entstanden im Rahmen des Projektes verschiedene Profilierungskonzepte von Druck-Zug-Kabelzügen, welche anschliessend umgesetzt und getestet wurden. In Kombination mit den im Bereich der Bowdenzüge gewonnenen Erkenntnisse bezüglich Materialoptimierung konnte auch hier die Zielerreichung von hohem Wirkungsgrad bei langer Lebensdauer sichergestellt werden.

Hochgesteckte Zielsetzungen erfolgreich erfüllt Dank der empirischen Optimierung der im tribologischen System «Kabelzug» vorhandenen Materialpaarung konnten die Hauptprojektziele hoher Wirkungsgrad (Verbesserung bis Faktor 3) und hohe Lebensdauer (Verbesserung bis Faktor 10) erfüllt werden. Durch die innovative Kombination des Innenrohrs in der Kabelhülle

und dem mit den neu entwickelten Materialien ummantelten Kabel ergibt sich eine ausgezeichnete Performance. Diese geht weit über die eines Standard Bowdenzuges beziehungsweise über die eines Standard Druck-/Zugkabels hinaus, wie Bild 3 zeigt. Als Projektergebnis sind die folgenden Varianten unter dem Markennamen Opaltech am Markt eingeführt: – Hochpreisvariante für Spezialkabelzüge bei erhöhten Temperaturanforderungen – Neuer Standard für jegliche Druck-ZugKabelzüge – Reiboptimierte Materialvariante für Bowdenkabelzüge (je nach Kundenanforderung).

Kontakt IWK Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung Eichwiesstrasse 18b CH-8945 Rapperswil-Jona +41 55 222 47 70 daniel.schwendemann@hsr.ch www.iwk.hsr.ch

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Unser Ziel? Realisierung Ihrer Projekte! Von der Planung bis zur Inbetriebnahme. 7-8/2020

HATAG Handel und Technik AG

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Telefon +41 (0)31 924 39 39

hatag@hatag.ch

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www.hatag.ch


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Forschung/Entwicklung

Nachhaltige Produkte mit speziellen Funktionen herstellen

Komplexe Zelluloseobjekte drucken

Bäume und andere Pflanzen machen es vor: Sie stellen Zellulose selbst her und bauen daraus komplexe Strukturen mit aus­sergewöhnlichen mechanischen Eigenschaften. Zellulose ist deshalb für Materialwissenschaftler attraktiv, um nachhaltige Produkte mit speziellen Funktionen herzustellen. Das Material zu komplexen Strukturen mit hohem Zelluloseanteil zu verarbeiten, fordert Materialwissenschaftler jedoch nach wie vor heraus. Eine Gruppe von Forschenden der ETH Zürich und der Empa hat nun einen Weg gefunden, Zellulose mittels 3D-Drucker zu verarbeiten, um fast beliebig komplexe Gegenstände mit sehr hohem Zelluloseanteil zu schaffen. Dazu kombinierten die Forschenden das Direct Ink Writing, eine 3D-Drucktechnik, mit einem nachfolgenden Verdichtungsprozess. Damit gelang es den Materialforschenden, den Zellulosegehalt in den gedruckten Objekten auf einen Volumenanteil von 27 Prozent zu heben, wie sie in der Fachzeitschrift «Advanced Functional Materials» berichteten.

Bilder: M.Hausmann/ETH/Empa

Forschende der ETH Zürich und der Empa druckten mit einem Zellulose-Verbundmaterial verschiedene Objekte, deren Zellulosegehalt höher liegt als derjenige von anderen 3D-gedruckten zellulosebasierten Gegenständen. Ein Trick half dabei.

Ein 3D-gedrucktes Ohrknorpelimitat aus Zellulose-Verbundmaterial.

Tinte aus Wasser und Nanozellulose Die ETH- und Empa-Forschenden sind freilich nicht die ersten, die Zellulose mit dem 3D-Drucker verarbeiten. Mit bisherigen Ansätzen, bei denen ebenfalls zellulosehaltige Druckpaste verwendet wurde, gelang es allerdings nicht, feste Objekte mit einem derart hohen Zelluloseanteil und von solch hoher Komplexität anzufertigen. Die Druckpaste, die Hausmann und seine Kollegen einsetzen, ist denkbar einfach zusammengesetzt. Sie ist eine Dispersion aus Wasser und wenigen hundert Nanometer grossen Zellulosepartikeln und -fa34

Filigranes Gitter

Wabenstruktur

sern. Der Zelluloseanteil liegt zwischen sechs und 14 Prozent des Tintenvolumens.

gen. Weil Zellulose organische Lösungsmittel abweist, lagern sich die Zellulose­ partikel dicht zusammen. Dadurch schrumpft das Objekt, was zu einer starken Zunahme der relativen Menge von Zellulosepartikel im Material führt. In einem weiteren Schritt tauchten die Wissenschaftler den Gegenstand in eine weitere Lösung, welche ein lichtempfindliches Kunststoffmonomer enthielt. Die Monome-

Lösungsmittelbad verdichtet Zellulose Der Trick der ETH-Forschenden ist, den Gegenstand nach dem Drucken in ein Bad aus organischen Lösungsmitteln einzubrin-

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Forschung/Entwicklung

tät oder Stärke der Druckgegenstände einstellen. Dies erlaubt es ihnen je nach Bedarf harte oder weiche Teile zu erzeugen. Mithilfe dieses Vorgehens konnten die Forschenden verschiedene, teils filigrane und trotzdem stabile Verbundmaterialobjekte herstellen, wie etwa eine Flammenskulptur, die nur ein Millimeter dick ist. Die Verdichtung von Gegenständen mit einer Wandstärke von mehr als fünf Millimetern führt allerdings zu Verzerrungen, da sich deren Oberflächen rascher zusammenziehen als deren Inneres. Der 3D-gedruckte Haken hält mehrere Kilo.

re füllten beim Verdunsten des Lösungsmittels die Lücken des Zellulosegerüsts. Um die Monomere in festen Kunststoff zu verwandeln, setzten die Forschenden den Gegenstand UV-Licht aus. So entstand ein Verbundmaterial mit einem Zellulosegehalt von besagten 27 Volumenprozent. «Der Verdichtungsprozess erlaubte es uns, mit einem sechs bis 14-prozentigen Wasser-Zellulose-Gemisch anzufangen und am Ende ein Verbundmaterialobjekt mit 27 Volumenprozent von Zellulose-Nanokristallen zu erhalten», sagt Hausmann.

Faserausrichtung wie bei Holz Ihre Objekte untersuchten die Forschenden mittels Röntgenanalysen und mechanischen Tests. Dabei zeigte sich, dass sich die

Elastizität lässt sich einstellen Je nach Art des eingesetzten Kunststoffmonomers können die Forschenden die mechanischen Eigenschaften wie Elastizi-

Eine Flamme aus Cellulose-Verbundmaterial.

Kontakt ETH Zürich Complex Materials Prof. Dr. André R. Studart Vladimir-Prelog-Weg 1-5/10 CH-8093 Zürich +41 44 633 70 50 andre.studart@mat.ethz.ch www.complex.mat.ethz.ch

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Qualitätssicherung ist keine Glückssache

Zellulose-Nanokristalle ähnlich ausrichten wie Zellulosefasern in natürlichem Holzmaterialien. «Das bedeutet, dass wir die Mikrostruktur unserer Druckgegenstände so steuern können, dass Materialien entstehen, deren Mikrostruktur derjenigen der biologischen Vorbilder wie Holz ähneln», betont Rafael Libanori, Oberassistent in der Gruppe von ETH-Professor André Studart. Noch sind die gedruckten Stücke klein – Labormassstab eben. Doch mögliche Anwendungen gibt es viele, angefangen bei massgeschneiderten Verpackungen bis hin zu Knorpelersatz-Implantaten für Ohren. Die Forscher haben denn auch ein Ohr nach menschlichem Vorbild angefertigt. Bis ein solches jedoch in der Klinik eingesetzt werden könnte, braucht es mehr Forschung und klinische Versuche. An der Drucktechnik könnte auch die Autoindustrie interessiert sein. Japanische Autobauer haben bereits einen Prototyp eines Sportwagens gebaut, dessen Karosserie fast vollständig aus zellulosebasierten Materialien gefertigt wurde.

Damit die Serienproduktion nicht zur Lotterie wird, sorgen unsere Sensoren und Systeme für eine 100 %-Qualitätssicherung in Ihrer Spritzgießfertigung. Zusätzlich erlaubt die automatische Dokumentation Ihrer Produktion eine lückenlose Rückverfolgung sämtlicher Prozessdaten. Wo auch immer Sie produzieren: Wir bieten Ihnen Komplettlösungen nach Maß und unterstützen Sie weltweit mit unserer umfassenden Servicekompetenz. www.kistler.com 7–8/2020

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Wirtschaft

Aktueller Geschäftsbericht 2019 von Plastics Europe

Umsatz und Produktion schrumpfen

Die Zahlen aus dem Jahr 2019 zeigen, dass die Branche bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie vor neuen Herausforderungen stand. So schrumpfte im Jahr 2019 die Produktion der deutschen Kunststoff­ erzeuger um 3,9 % auf 18,2 Mio. t. Der Umsatz ging um 7,3 % auf 25,3 Mrd. EUR zurück. Der Inlandsumsatz lag mit 9,1 Mrd. EUR um 10,1 % unter dem Vorjahr. Der Auslandsumsatz verringerte sich um 5,6 % auf 16,2 Mrd. EUR. Dies sind keine guten Nachrichten aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2019, und der Druck auf Lieferketten und Märkte der kunststofferzeugenden Unternehmen hat sich durch die Covid-19-Pandemie nochmals drastisch erhöht – so auch in Deutschland. Um zu verstehen, wie gut die Branche der Pandemie-Situation in Deutschland trotzt, hilft allerdings ein Blick in die Ausgangslage im Jahr vor Corona.

Geschäftsbericht zeichnet Bild der Zukunft

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Der neue Geschäftsbericht von Plastics 1 0_IR_Ins_1-3q_183x85_fbg_Rohstoffland.pdf Europe Deutschland unternimmt nun genau das: Welche Themen bestimmten die Branche im vergangenen Jahr? Mit welchen Herausforderungen, Aufgaben und Chancen setzte sie sich auseinander? Da0_IR_Ins_1-3q_183x85_fbg_Rohstoffland.pdf bei werden Herausforderungen der Zukunft, die durch die aktuelle Corona-Pan-

Bild: Plastics Europe

Plastics Europe, der Verband der Kunststofferzeuger, hat seinen Geschäftsbericht 2019 über die wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Kunststoffproduktion veröffentlicht.

Der Bericht steht unter www.plasticseurope.org zum Download bereit.

demie in den Hintergrund geraten sind, wieder in Erinnerung gerufen. Hier ist vor allem der Klimawandel zu nennen. Die Kunststoffindustrie ist gefordert, Prozesse energie- 11:06 und ressourceneffizien1 11.10.12 ter zu gestalten, Ökodesign und recyclingfähigere Verpackungen zu fördern und den Einsatz alternativer Rohstoffe voranzutrei11.10.12 11:06 ben. Dazu zählen wichtige Weichenstellungen wie der Green Deal der EU-Kommission. Pandemien vergehen – auf den bleibenden Herausforderungen wie Klimawandel 1 11.10.12 11:06 und Meeresmüll liegt der Schwerpunkt des Berichts von Plastics Europe. Gewohnt

kompakt und pointiert informiert er nicht nur über wichtige Zahlen und Fakten, sondern auch darüber, was Kunststoffe beim Klimaschutz, in der Kreislaufwirtschaft und beim nachhaltigen Wirtschaften leisten können.

Kontakt PlasticsEurope Deutschland e.V. Mainzer Landstrasse 55 D-60329 Frankfurt am Main +49 69 2556 1303 info@plasticseurope.org www.plasticseurope.org

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Wirtschaft

Corona-Pandemie bremst Robotik und Automation stärker als erwartet

Umsatzrückgang um mindestens 20 Prozent

«Die gegenwärtigen Unwägbarkeiten las­ sen keine genaue Prognose für das laufen­ de Jahr zu», sagt Wilfried Eberhardt, Vorsit­ zender von VDMA Robotik + Automation. «Besser als zunächst angenommen verlief allerdings der Branchenumsatz vor dem Pandemieausbruch, wie die Jahresstatisti­ ken für das Jahr 2019 zeigen. Die Robotik und Automation aus Deutschland ver­ zeichnete den bisher zweithöchsten Um­ satz von 14,7 Mrd. Euro mit einem leich­ ten Rückgang zum Vorjahr von 2 Prozent. Ursprünglich war ein Minus von 5 Prozent prognostiziert.»

Bild: Pixabay

Die Robotik und Automation aus Deutschland kann sich von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise nicht abkoppeln: Der vor Ausbruch der Pandemie im Herbst abgegebene Ausblick für 2020 dürfte sich deutlich eintrüben – VDMA R+A rechnet derzeit mit einem Umsatzrückgang von mindestens 20 Prozent. Ursprünglich war für 2020 ein Rückgang von minus 10 Prozent prognostiziert worden.

Die drei Teilbranchen im Vergleich Die Teilbranchen der Robotik und Automa­ tion entwickelten sich 2019 unterschied­ lich: Integrated Assembly Solutions ver­ zeichnete einen Umsatzrückgang von 4 Prozent auf 8 Mrd. Euro. Der Umsatz der Robotik verringerte sich nur geringfügig um 2 Prozent auf 4 Mrd. Euro. Die Indus­ trielle Bildverarbeitung hingegen konnte leicht zulegen: Der Branchenumsatz stieg um 1 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro.

Neue Aufgaben für Robotik und Automation Als Folge der Corona-Pandemie hat sich die Robotik und Automation neuen Aufga­ ben gestellt: Im Eilverfahren liefern die Unternehmen zahlreiche Lösungen im Kampf gegen Covid-19. Sehr flexibel wur­ den Produktionslinien u.a. in Deutschland zur Massenproduktion von Atemschutz­ masken und Laborprodukten erstellt. Impf­ stoffentwicklung und Massentests profitie­ ren von der voranschreitenden Automation von Laborprozessen. Desinfektionsroboter 7–8/2020

Geht es um Infektionsschutz und Mindestabstände zwischen Menschen, sind Roboter oder automatisierte Prozessschritte in der praktischen Umsetzung hilfreich.

werden in Krankenhäusern eingesetzt. Selbst Kommunikationsroboter leisten ih­ ren Beitrag, indem sie Familienbesuch vir­ tuell in mit Besuchsverboten belegte Pfle­ geheime bringen. Neue Regeln zum Infektionsschutz erfor­ dern Mindestabstände zwischen Men­ schen – auch in der Produktion. Hier sind Roboter oder automatisierte Prozessschrit­ te in der praktischen Umsetzung hilfreich. Kollaborative Roboter (Cobots) können hier ihre Stärken ausspielen. Sie assistieren den Menschen aus nächster Nähe, ohne dass davon ein Infektionsrisiko ausginge. Zusätzlich wird durch die Zunahme des online-Handels der Einsatz von Robotern in der Logistik attraktiver.

Digitalisierungsschub Die Corona-Pandemie wird sich als verita­ bler Digitalisierungsbeschleuniger erwei­ sen. Wie im Büroumfeld, so müssen auch in der Produktion rasch neue Technologi­ en eingeführt werden – zum Beispiel zur Fernwartung und virtuellen Inbetriebnah­ me von komplexen Anlagen. «Digitale Dienstleistungen, die schon vor der Coro­ na-Krise zur Verfügung standen, waren schlagartig unverzichtbar und brachten Anwender und Anbieter in eine steile Lern­ kurve. Das bringt die Smart Factory voran und verleiht der Robotik und Automation auch langfristig wichtige Wachstumsimpul­ se», sagt Wilfried Eberhardt. Die Corona-Krise hat verdeutlicht, wie ver­ wundbar industrielle Produktion in globa­ len Wertschöpfungsketten geworden ist. Die Erkenntnis, dass mehr Resilienz gefor­ dert ist, eröffnet der Robotik und Automa­ tion neues Potenzial. Lieferketten werden überdacht und die Herstellung kritischer Teile und Produkte lokaler – und mit hö­ herer Fertigungstiefe – realisiert. Wirt­ schaftlich ist dies nur mit einem gesteiger­ ten Automatisierungsgrad umzusetzen.

Leitevent im Dezember Sofern Covid-19 nicht im Wege steht, wird vom 8. bis 11. Dezember 2020 die Leit­ messe automatica in München stattfinden. «Wir erwarten einen deutlichen Wachstums­impuls von unserer Leitmesse», sagt Eber­ hardt. Kontakt VDMA D-60528 Frankfurt a/M +49 69 6603 0 info@vdma.org, rua.vdma.org

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Die für geringe Kompression ausgelegte Verzahnung der neuen MAAG Schmelzepumpe extrex6 ist einzigartig im Markt und ermöglicht insbesondere Transfer-, Druckerhöhungs- und Dosieranwendungen mit hohem Druck und geringer Scherbeanspruchung. Für die Anwendung bei der Herstellung von Zuverlässigkeit und Genauigkeit der Vliesstoffen bedeutet das konkret: ein um 10 % höhePumpe wurden übertroffen und res spezifisches Durchflussvolumen als bei vergleichbahaben einen signifikanten Beitrag zur ren Pumpen und eine um Prozessstabilität der Linie geleistet. 25 % bessere Verschleißfestigkeit und Dichtigkeit der Antriebswellen- Dichtung. Die Kühloberfläche dieser Dichtung hat sich verdoppelt gegenüber der Ausführung an klassischen Pumpen.

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Weitere Vorteile in Bezug auf eine hohe Verfügbarkeit und geringe Betriebskosten bringt das nahezu wartungsfreie Design. Über die allgemeine Zuverlässigkeit der Zahnradpumpe hinaus zahlt sich im langjährigen Praxisbetrieb zudem ihre hohe Genauigkeit aus, sodass die Prozessstabilität der Produktionslinie bei Nanhai Nanxin Wufangbu jederzeit gewährleistet ist.

MAAG Group am chinesischen Markt erfolgreich Die weltweit aufgestellte MAAG Group ist seit Jahren mit eigenen Niederlassungen und Werken auf dem chinesischen Markt aktiv und steuert dort trotz des aktuell schwierigen wirtschaftlichen Umfelds auf ein Rekordjahr im Bereich Extrusionspumpen hin: Allein im ersten Quartal 2020 hat MAAG in China mehr Schmelzepumpen verkauft als im gesamten Jahr 2019. Grösstenteils werden diese in der Produktion von Vliesstoff und anderen Medizinprodukten zum Einsatz kommen.

Weiterlesen und Videolink siehe QR Code Zahnradpumpen der MAAG x6 class Das Portfolio der Zahnradpumpen der x6 class ist die Antwort auf die Frage nach dem besten volumetrischen Wirkungsgrad auf dem Markt. Weiterlesen und Videolink siehe QR Code

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KUNSTSTOFF XTRA

KUNSTSTOFF XTRA

FAKUM A 2020 E X T R A

Maag Pump Systems AG Iris Fischer

FAKUM A 2020 E X TR A

Maag Pump Systems AG

Maag Pump Systems AG

Systemrelevante Zahnradpumpe: extrex6 ermöglicht effiziente Vliesstoff-Produktion

Systemrelevante Zahnradpumpe: extrex6 ermöglicht effiziente Vliesstoff-Produktion

Bei der Produktion von Vliesstoff (Nonwoven) für Gesichtsmasken setzt der chinesische Hersteller Nanhai Nanxin Wufangbu auf eine Druckerhöhungs-Schmelzepumpe extrex6 von MAAG Group: «Maag bietet unserer Meinung nach die beste Pumpenlösung für Vliesanwendung. Die in unserer Vlieslinie installierte Maag-Pumpe hat im kontinuierlichen Dauerbetrieb eine stetig hohe Leistung und Wirkungsgrad erbracht. Unsere Erwartungen an die Zuverlässigkeit und Genauigkeit der Pumpe wurden übertroffen und haben einen signifikanten Beitrag zur Prozessstabilität der Linie geleistet.»

Bei der Produktion von Vliesstoff (Nonwoven) für Gesichtsmasken setzt der chinesische Hersteller Nanhai Nanxin Wufangbu auf eine Druckerhöhungs-Schmelzepumpe extrex6 von MAAG Group: «Maag bietet unserer Meinung nach die beste Pumpenlösung für Vliesanwendung. Die in unserer Vlieslinie installierte Maag-Pumpe hat im kontinuierlichen Dauerbetrieb eine stetig hohe Leistung und Wirkungsgrad erbracht. Unsere Erwartungen an die Zuverlässigkeit und Genauigkeit der Pumpe wurden übertroffen und haben einen signifikanten Beitrag zur Prozessstabilität der Linie geleistet.»

Der Textilspezialist kann damit nicht nur hohe Qualitätsanforderungen erfüllen, sondern das Material auch günstiger produzieren. Denn die Verarbeitung thermoplastischer Polymere wird durch den Einsatz der Zahnradpumpe wesentlich effizienter. Die für geringe Kompression ausgelegte Verzahnung der neuen MAAG Schmelzepumpe extrex6 ist einzigartig im Markt und ermöglicht insbesondere Transfer-, Druckerhöhungs- und Dosieranwendungen mit hohem Druck und geringer Scherbeanspruchung. Für die AnwenUnsere Erwartungen an die dung bei der Herstellung von Zuverlässigkeit und Genauigkeit der Vliesstoffen bedeutet das konkret: ein um 10 % höhePumpe wurden übertroffen und res spezifisches Durchflussvolumen als bei vergleichbahaben einen signifikanten Beitrag zur ren Pumpen und eine um Prozessstabilität der Linie geleistet. 25 % bessere Verschleißfestigkeit und Dichtigkeit der Antriebswellen- Dichtung. Die Kühloberfläche dieser Dichtung hat sich verdoppelt gegenüber der Ausführung an klassischen Pumpen.

HIGHLIGHT MAAG dosix™ and MAAG flexinox™ Für industrielle Anwendungen variieren die verarbeiteten Medien sehr stark von korrosiven und abrasiven Medien.

Maag Pump Systems AG Iris Fischer

Der Temperaturanstieg über die Pumpe reduziert sich um 40 % und die Pulsationen am Austrag der Schmelzepumpe sind weitestgehend reduziert. Die Energieeinsparung liegt bei 12 %. Weitere Vorteile in Bezug auf eine hohe Verfügbarkeit und geringe Betriebskosten bringt das nahezu wartungsfreie Design. Über die allgemeine Zuverlässigkeit der Zahnradpumpe hinaus zahlt sich im langjährigen Praxisbetrieb zudem ihre hohe Genauigkeit aus, sodass die Prozessstabilität der Produktionslinie bei Nanhai Nanxin Wufangbu jederzeit gewährleistet ist.

MAAG Group am chinesischen Markt erfolgreich Die weltweit aufgestellte MAAG Group ist seit Jahren mit eigenen Niederlassungen und Werken auf dem chinesischen Markt aktiv und steuert dort trotz des aktuell schwierigen wirtschaftlichen Umfelds auf ein Rekordjahr im Bereich Extrusionspumpen hin: Allein im ersten Quartal 2020 hat MAAG in China mehr Schmelzepumpen verkauft als im gesamten Jahr 2019. Grösstenteils werden diese in der Produktion von Vliesstoff und anderen Medizinprodukten zum Einsatz kommen.

Weiterlesen und Videolink siehe QR Code Zahnradpumpen der MAAG x6 class Das Portfolio der Zahnradpumpen der x6 class ist die Antwort auf die Frage nach dem besten volumetrischen Wirkungsgrad auf dem Markt. Weiterlesen und Videolink siehe QR Code

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Der Textilspezialist kann damit nicht nur hohe Qualitätsanforderungen erfüllen, sondern das Material auch günstiger produzieren. Denn die Verarbeitung thermoplastischer Polymere wird durch den Einsatz der Zahnradpumpe wesentlich effizienter. Die für geringe Kompression ausgelegte Verzahnung der neuen MAAG Schmelzepumpe extrex6 ist einzigartig im Markt und ermöglicht insbesondere Transfer-, Druckerhöhungs- und Dosieranwendungen mit hohem Druck und geringer Scherbeanspruchung. Für die Anwendung bei der Herstellung von Zuverlässigkeit und Genauigkeit der Vliesstoffen bedeutet das konkret: ein um 10 % höhePumpe wurden übertroffen und res spezifisches Durchflussvolumen als bei vergleichbahaben einen signifikanten Beitrag zur ren Pumpen und eine um Prozessstabilität der Linie geleistet. 25 % bessere Verschleißfestigkeit und Dichtigkeit der Antriebswellen- Dichtung. Die Kühloberfläche dieser Dichtung hat sich verdoppelt gegenüber der Ausführung an klassischen Pumpen.

Unsere Erwartungen an die

HIGHLIGHT MAAG dosix™ and MAAG flexinox™ Für industrielle Anwendungen variieren die verarbeiteten Medien sehr stark von korrosiven und abrasiven Medien.

Der Temperaturanstieg über die Pumpe reduziert sich um 40 % und die Pulsationen am Austrag der Schmelzepumpe sind weitestgehend reduziert. Die Energieeinsparung liegt bei 12 %. Weitere Vorteile in Bezug auf eine hohe Verfügbarkeit und geringe Betriebskosten bringt das nahezu wartungsfreie Design. Über die allgemeine Zuverlässigkeit der Zahnradpumpe hinaus zahlt sich im langjährigen Praxisbetrieb zudem ihre hohe Genauigkeit aus, sodass die Prozessstabilität der Produktionslinie bei Nanhai Nanxin Wufangbu jederzeit gewährleistet ist.

MAAG Group am chinesischen Markt erfolgreich

Archiv – unter www.kunststoffxtra.com steht Ihr Fakuma-Bericht aus der Ausgabe 10/2020 allen Besuchern stets zur Verfügung, im Archiv sowie zum Durchblättern

Die weltweit aufgestellte MAAG Group ist seit Jahren mit eigenen Niederlassungen und Werken auf dem chinesischen Markt aktiv und steuert dort trotz des aktuell schwierigen wirtschaftlichen Umfelds auf ein Rekordjahr im Bereich Extrusionspumpen hin: Allein im ersten Quartal 2020 hat MAAG in China mehr Schmelzepumpen verkauft als im gesamten Jahr 2019. Grösstenteils werden diese in der Produktion von Vliesstoff und anderen Medizinprodukten zum Einsatz kommen.

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KUNSTSTOFF XTRA

Weltmarkt für Kunststoffrohre

Gurit schliesst Werk in Zullwil bereits 2020 Gurit gibt bekannt, dass sie die Schliessung ihres Werks in Zullwil ins Jahr 2020 vorverlegt, einige Monate früher als ursprünglich geplant. Die Nachfrage auf dem globalen Aerospace Markt ist aufgrund der COVID-19-Pandemie gesunken. Bereits am 1. Oktober 2019 gab Gurit ihre Absicht bekannt, den Standort Zullwil in der Schweiz in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 zu schliessen. Aufgrund der aktuellen Marktsituation wird das Werk nun vor Ende 2020

die Produktion einstellen. Nach der Schliessung des Werkes Zullwil wird Gurit die weltweite Nachfrage nach Aerospace-Prepregs weiterhin aus dem erneuerten und erweiterten Werk in Kassel (D) bedienen. Die Gurit-Tochtergesellschaften sind auf die Entwicklung und Herstellung von Hochleistungsverbundwerkstoffen, den Formenbau und Strukturkernmaterial-Kittingdienstleistungen spezialisiert. www.gurit.com

Bild: ceresana

Home-Office und Online-Handel forcieren die Digitalisierung. Diese Umwälzung der Wirtschaft hat auf den ersten Blick nicht

NEWs

Der Verbrauch an Kunststoffrohren steigt.

viel mit Rohren zu tun. Rund um die Welt werden aber derzeit grosse Summen in den Ausbau der Glasfasernetze investiert. «Um die teuren Kabel vor schädlichen Umwelteinflüssen abzuschirmen, werden Kabelschutzrohre aus Kunststoff benötigt», erläutert Oliver Kutsch, der Geschäftsführer von Ceresana. «Das ist ein Beispiel dafür, wie aktuelle Megatrends traditionelle Branchen verändern.» Der Klimawandel beeinflusst ebenfalls den Markt für Kunststoffrohre. Die aktuelle Trockenheit auf fast der gesamten Nordhalbkugel ist für die Landwirtschaft eine immense Herausforderung. Effiziente Bewässerungssysteme können die Ernteverluste zumindest verringern. Neben dem Einsatz geeigneter Sensortechnik können insbesondere wartungsfreundliche Kunststoffrohre die verlustarme Verteilung der kostbaren Ressource Wasser gewährleisten. Da mit einer Zunahme extremer Wetterphänomene zu rechnen ist, werden Kunststoffrohre für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen in den kommenden Jahren eine wachsende Nachfrage erfahren. Ceresana geht dabei von einem Anstieg des weltweiten Verbrauchs um rund 2,6 % pro Jahr aus.

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www.ceresana.com 7–8/2020

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KUNSTSTOFF XTRA

NEWs

Stéphane Perret

Stéphane Perret wurde per 1. Januar zum neuen Geschäftsführer der Fanuc Switzerland GmbH ernannt. Der ausgebildete Elektroingenieur ist bereits seit 1998 im Unter-

nehmen und war zuerst als Applikationsingenieur, dann als Verkaufsingenieur, später als Verkaufsleiter und zuletzt als stellvertretender Geschäftsführer von Peter Balimann tätig. Balimann, der vor bald 32 Jahren eines der Gründungsmitglieder von Fanuc Schweiz war, bleibt im Unternehmen. Nach seiner Beförderung zum Vizepräsidenten Europa, vermittelt er sein grosses Fachwissen als General Manager des Vertriebes von CNC-Steuerungen in Europa. www.fanuc.eu

Neuer Vertriebsingenieur bei Engel Schweiz Engel Schweiz hat die ’Corona-Zeit’ genutzt, um interne Prozesse zu verbessern, Reaktionszeiten zu verkürzen und das Team auszubauen und weiterzubilden. So verstärkt Marcel Bachmann das Vertriebsteam. Er betreut das Verkaufsgebiet Ost Schweiz und Lichtenstein. Als ausgebildeter Kunststoffspezialist war er zuletzt als Leiter einer Spritzgiessproduktion eines internationalen Unternehmens tätig. Dabei hat Bachmann die nötige Praxiserfahrung gesammelt und kennt die Kundenanforderungen an moderne Spritzgiesslösungen.

Bild: Engel

Bild: Fanuc

Neuer Geschäftsführer bei Fanuc Switzerland GmbH

Marcel Bachmann

Nach seiner Einarbeitung in den letzten Monaten wird er in Kürze, die ersten Kundenbesuche im Namen von Engel antreten. www.engelglobal.com

Die Novapax Kunststofftechnik Steiner GmbH & Co. KG in Berlin hat ihre Geschäftsführung zum 1. Mai 2020 um Heinz Gaub (56) erweitert, der die Funktion des Technischen Geschäftsführers übernommen hat. Gaub ist Maschinenbauingenieur mit internationaler Erfahrung und hat Geschäftsführer- und Vorstandspositionen namhafter Unternehmen innegehabt, zuletzt

Bild: Weiss

Novapax verstärkt Geschäftsführung

Das Führungstrio v.l.: Heinz Gaub, Wolfgang Steiner, Heinrich XVI. Prinz Reuss

beim Spritzgiessmaschinenhersteller Arburg, Lossburg. Das Unternehmen wird jetzt vom Gesellschafter Wolfgang Steiner, von Heinrich XVI. Prinz Reuss, kaufmännischer GF, und von Heinz Gaub geleitet. Novapax baut hochwertige und komplexe Spritzgiessformen und betreibt eine Spritzerei mit über 70 Maschinen, überwiegend Arburg und Engel. www.novapax.de

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KUNSTSTOFF XTRA

NEWs

Seit dem 1. Dezember 1993 ist Jürg Voser im Team der Mapag Maschinen AG und betreut den Servicebereich für Spritzgiessmaschinen seit Anbeginn der Zusammenarbeit mit der Sumitomo (SHI) Demag. Als versierter Kenner der Technologie dieser Maschinen ist er täglich im Einsatz und bildet sich laufend weiter aus. Aus­ serdem wird das Team durch zwei zusätzliche Servicetechniker verstärkt. Ivan Zucchelli verfügt über eine fundierte Ausbildung in Mecha-

Bilder: Mapag

Mapag verstärkt das Service Team im Spritzgiessmaschinenbereich

Jürg Voser

Ivan Zucchelli

Roland Müller

nik und war in den letzten 16 Jahren im Servicebereich zweier namhafter Spritzgiessmaschinenhersteller tätig. Roland

Müller ist gelernter MontageElek­triker und hat in den letzten Jahren bei grossen und namhaften Firmen im Spritz-

giessbereich als Service- und Anlagen-Techniker gearbeitet.

Ausstellerbeirat haben wir nun entschieden, die Fakuma 2020 auf den 12. bis 16. Oktober 2021 zu verschieben.» Diese Entscheidung sei getragen von Vernunft und Verantwortungsbewusstsein, unterstreicht Bettina Schall. «Wir als Messeunternehmen sehen uns als Dienstleister unserer Aussteller und Fachbesucher. Die gegenwärtigen Unsicherheiten bei Ausstellern und Besuchern, etwa hinsichtlich der möglichen Reisen und Entsendung von

Mitarbeitern, gebieten es jetzt, pragmatisch und zuversichtlich in das Jahr 2021 zu schauen.» Die Unsicherheit in den vergangenen Wochen, ob die Messe mit all den gebotenen Sicherheits- und Hygienevorschriften durchführbar ist und wenn ja, mit wie vielen Besuchern denn gerechnet werden konnte, hatten im Vorfeld des Messeentscheids bereits zu zahlreichen Absagen namhafter Unternehmen geführt. www.fakuma-messe.de

www.mapag.ch

Die Fakuma 2020 ist abgesagt Endlich ist die Entscheidung gefallen: Die diesjährige Fakuma findet nicht statt. Von der Warte des Messeveranstalters aus hätte sie vom 13. bis 17. Oktober 2020 in Friedrichshafen stattfinden können. «Wir haben lange dafür gekämpft, die coronabedingt erforderlichen Rahmenbedingungen mit allen Beteiligten so anzupassen, dass die Fakuma 2020 hätte erfolgreich durchgeführt werden können», sagt Bettina Schall, Geschäftsführerin der P.

E. Schall GmbH & Co. KG. «Doch gemeinsam mit dem

Engel Austria gehört zu den Preisträgern der JEC Innovation Awards 2020. Gemeinsam mit seinem Partner Fill erhält der Maschinenbauer und Systemlöser die Auszeichnung in der Kategorie Process für die Entwicklung einer Fertigungslinie für die Herstellung massgeschneiderter Faserverbundhalbzeuge. Mit ihrem hohen Integrationsund Automatisierungsgrad vereint die innovative Lösung 7–8/2020

höchste Qualität mit einer hohen Wirtschaftlichkeit und bereitet damit der Grossserienproduktion von thermoplastischen Composite-Bauteilen den Weg. Massgeschneiderte Faserverbundhalbzeuge helfen, das Leichtbaupotenzial von Bauteilen optimal auszuschöpfen. Um diese Halbzeuge aus sowohl glas- als auch carbonfaserverstärkten Tapes mit thermoplastischer Matrix effizient aufzu-

Bild: Engel

Engel erhält JEC Innovation Award 2020

Die integrierte Fertigungszelle liefert massgeschneiderte Faserverbundhalbzeuge im Minutentakt.

bauen, kombiniert Engel eine Tape-Legezelle und eine Konsolidieranlage in einer hochautomatisierten Fertigungslinie. Der integrierte Prozess kann einsatzfertige Halbzeuge mit 15 bis 30 Tapes im Minutentakt herstellen. Diese hohe Fertigungseffizienz überzeugte die internationale Jury.

www.engelglobal.com 41


KUNSTSTOFF XTRA

NEWs

Der Schneidmühlenspezialist Hellweg Maschinenbau GmbH baut am Stammsitz in Roetgen eine neue Produktionshalle. Mit der Investition schafft das Unternehmen bis August 2020 rund 500 m² zusätzlichen Platz für die Fertigung. Rund 11 m Höhe sorgen für den notwendigen Raum, um auch grosse Systeme zu montieren. Neben der Produktion will Hellweg in

den kommenden Monaten auch den Verwaltungsbereich spürbar ausbauen. Dazu Geschäftsführer Mark Hellweg: «Den zusätzlichen Raum benötigen wir dringend, um unsere Aufträge, die seit der K2019 in grosser Zahl eingehen, zeitnah abzuarbeiten. Unsere intelligente Maschinensteuerung Smart Con­trol ist dort auf Rieseninte­ resse gestossen. Ausserdem

Bild: Hellweg

Hellweg erweitert Produktionskapazitäten

Mit einer neuen Produktionshalle erweitert Hellweg seine Fertigung.

sehen wir einen Trend zu gros­ sen und komplexen Maschinen. Diese können wir zukünftig in unseren eigenen Räumen aufbauen und testen, um einen reibungslosen Anlauf beim Kunden zu sichern.» Im Jahr 2019 konnte Hellweg den höchsten Umsatz der Firmengeschichte erwirtschaften, deshalb war der Ausbau schon länger geplant. www.hellweg-maschinenbau.de

Carbon Composites Schweiz ändert den Namen Mit dem Zusammenschluss der beiden Organisationen CFK Valley e.V. und Carbon Composites e.V. zu Composites United e.V. ist das weltweit grösste Netzwerk für den multimate­ rialen Leichtbau entstanden. Dies hat auch Auswirkungen auf die Schweiz. Neu zählt die Branchenvereinigung rund 400 Mitglieder, darunter 50 Unter-

nehmen und Forschungseinrichtungen aus der Schweiz, die sich 2012 unter dem Namen Carbon Composites

Schweiz zu einer eigenen Ländersektion zusammengeschlossen hatten. In Folge der Fusion und Namensänderung in

Deutschland haben sich die Schweizer Mitglieder nun an ihrer Jahresversammlung ebenfalls entschieden, Statuten und Namen ihrer Ländersektion entsprechend anzupassen. Neu tritt die Branchenvereinigung unter dem Namen Composites United Switzerland auf. www.composites-united.ch

Die Zukunft der Kunststoffverarbeitung startet: Am 25. Mai 2020 begannen die Bauarbeiten für die SKZ Modellfabrik – ein Leuchtturm mit Strahlkraft weit über die Grenzen Bayerns und Deutschlands hinaus. Geplante Fertigstellung ist im September 2022. Die Modellfabrik des SKZ verbindet die industrielle und die digitale Welt, um unter anderem Innovationen in der Produktion zu ermöglichen. Konkrete indus­ trielle Aufgabenstellungen können hier nachgestellt und abseits der Serienfertigung in einer industrienahen Umgebung mit hoher Expertise angegangen werden. Auf diese 42

Bild:SKZ

Baustart für die Modellfabrik des SKZ

Am 25. Mai begannen die Bauarbeiten für die SKZ Modellfabrik.

Weise entstehen Raum und Zeit, um Lösungen zu erproben und Themen wie Industrie 4.0 konkret umzusetzen. Inner-

halb des neuen Zentrums, das in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Verarbeitungstechnika und dem Technologie-Zentrum

des SKZ in Würzburg gebaut wird, werden auf über 4600 Quadratmetern Nutzfläche unterschiedliche Sektoren entstehen. Hier werden Forschungsbereiche wie die Additive Fertigung, das Spritzgiessen, Fügen und Oberflächentechnik oder Messen und Prüfen 4.0 (Prozessmesstechnik, Zerstörungsfreie Prüfung, Bauteileigenschaften) vorangetrieben. Aber auch die Aktivitäten in den Bereichen Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft, die gerade hochaktuell sind und die das SKZ bereits seit vielen Jahren forciert, können nun weiter ausgebaut werden. www.skz.de/modellfabrik 7–8/2020


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NEWs

Seit dem 1. Mai ist es offiziell: Geschäftsleiter Markus Gasser ist nun auch Inhaber der Firma Herba-Plastic AG, die vor genau 75 Jahren aus der ehemaligen Kammfabrik Nunningen – gegründet 1920 – entstanden ist. «Wir können dieses Jahr also nicht nur 75 Jahre Herba-Plastic AG, sondern gleich noch 100 Jahre Kunststoffverarbeitung in Nunningen feiern», erklärt Willy Menth nicht ohne Stolz. Der 78-Jährige wirkt sichtlich erleichtert, dass ihm mit Markus Gasser vor rund drei Jahren offensichtlich der richtige Mann über den Weg gelaufen ist. Er selber

Bild: Mar tin Staub

Besitzerwechsel bei Herba-Plastic

Ideallösung: Markus Gasser (l.) übernimmt von Willy Menth.

sei auf den erfahrenen Berufsmann zugegangen, als er von der Schliessung der Firma Ne-

xans in Breitenbach erfahren hatte, wo der Elektroingenieur seit 16 Jahren in leitender Funktion tätig war. Für den in Nunningen aufgewachsenen und mit seiner Familie in Zullwil wohnhaften Gasser war das eine willkommene Herausforderung. Dass dieser Besitzerwechsel just im Jubiläumsjahr stattfindet, ist eher Zufall. «Für mich ist der Zeitpunkt ideal», erklärt der 51-Jährige, «wollte ich doch zuerst als Geschäftsleiter einige Erfahrung sammeln, und bin nun nach drei Jahren sicher, dass das gut kommt.» Davon ist auch Menth überzeugt. «Mit Markus Gasser

hatte ich vom ersten Tag an ein gutes Gefühl», erklärt er, der in all den Jahren seit seiner offiziellen Pension schon mehrere gescheiterte Versuche einer Nachfolgeregelung hinter sich hat. Unter anderem glaubte Willy Menth, der die Firma 1975 von seinem Vater Josef übernommen hatte, an eine spätere Weitergabe an die vierte Generation. «Aber die zwei Söhne und die Tochter leben mit guten Jobs in der Region Zürich, womit diese Option schon bald wegfiel.»

www.herbaplastic.ch

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Flammschutz

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KUNSTSTOFF XTRA

Ver anstaltungen

SEPTEMBER 2020 03.09.

15. Rapperswiler Kunststoff-Forum Ort: Rapperswil-Jona Veranstalter: IWK Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung Eichwiesstrasse 18b, CH-8645 Rapperswil-Jona +41 55 222 47 70 iwk@hsr.ch, www.iwk.hsr.ch

04.09.

Grundlagen Werkzeugbau 2 Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau +41 62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

04.09.

Kurs: Klebetechnik für Praktiker Ort: Dübendorf Veranstalter: Empa, Akademie Überlandstrasse 129, CH-8600 Dübendorf +41 58 765 11 11 events@empa.ch www.empa-akademie.ch

08.–11.09. digital

30. Internationales Kolloquium Kunststofftechnik Ort: digitales Format Veranstalter: IKV Institut für Kunststoffverarbeitung RWTH Aachen, Seffenter Weg 201, D-52074 Aachen +49 241 80-27128 akademie@ikv.rwth-aachen.de, www.ikv-aachen.de

09.09.

Kurs: Neue Trends in der Fügetechnologie Ort: Dübendorf Veranstalter: Empa, Akademie Überlandstrasse 129, CH-8600 Dübendorf +41 58 765 11 11 events@empa.ch www.empa-akademie.ch

09./10.09.

Fachveranstaltung: Transparente Kunststoffe in der Spritzgiessverarbeitung Ort: Leipzig Veranstalter: Kunststoff-Zentrum in Leipzig gGmbH Erich-Zeigner-Allee 44, D-04229 Leipzig +49 341 4941-555 weiterbildung@kuz-leipzig.de, www.kuz-leipzig.de

14.09.– 30.11.

Lehrgang «Kunststoff-Fachmann KATZ» Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau +41 62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

17.09.

Seminar: Einstieg in die Digitalisierung Ort: Villingen-Schwenningen Veranstalter: Kunststoff-Institut Südwest Hermann-Schwer-Strasse 3 D-78048 Villingen-Schwenningen +49 7721 99 780-0 bildung@kunststoff-institut.de www.kunststoff-institut.de

17./18.09.

Aufbau und Eigenschaften der Kunststoffe Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau +41 62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

21.09.

Swiss Medtech Day Ort: Bern Veranstalter: Swiss Medtech Freiburgstrasse 3 CH-3010 Bern +41 31 330 97 79 office@swiss-medtech.ch www.swiss-medtech.ch

30.09.

Fachtagung: Mechanisches Recycling – Polyolefine Ort: Linz Veranstalter: Kunststoff-Cluster, Büro Linz Business Upper Austria - OÖ Wirtschaftsagentur Hafenstrasse 47-51 A-4020 Linz +43 732 79810 5115 kunststoff-cluster@biz-up.at www.kunststoff-cluster.at

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plas Technik und mit allen Vorzü-

nung mittels Dashboard oder

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mobilem Gerät, wie Tablet oder

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prozesses gewährleistet eine opti-

Hasco-Zählerprogramm weiter ab

den. Er besitzt ein 7-stelliges me-

male Prozessdatenüberwachung.

und kann überall dort eingesetzt

chanisches, nicht zurückstellbares

werden, wo eine Überwachung von

Zählwerk, ist einfach und schnell zu

Hasco Hasenclever GmbH+Co KG

Prozessdaten erforderlich ist.

montieren, komplett wartungsfrei

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Die linksseitige Betätigung bietet

und unabhängig von einer Strom-

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eine hohe Flexibilität beim Einbau.

versorgung.

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Der Zykluszähler kann sowohl auf

Der Zykluszähler A57300/… lässt

peratur von 120 °C einsetzen. Das

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der düsenseitigen Formplatte als

sich bis zu einer Umgebungstem-

sichere und zuverlässige Zählen

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Kühlgerät für Serverräume unter neuer Flagge Das Vindur CoolMaster DX iFC ar-

die Kombination zweier Kühlsyste-

zu 16 Geräte lassen sich im Red-

beitet sowohl mit indirekter freier

me. Wann immer möglich, nutzt

undanzverband

Kühlung als auch mit mechani-

es kalte Aussenluft durch indirekte

kann die Steuerung bei Bedarf Ge-

scher

betreiben.

So

Da-

freie Kühlung. Bei zu hoher Um-

räte hochfahren, wenn bei einem

durch erzielt das Präzisionskli-

gebungstemperatur erfolgt die

anderen ein Betriebsfehler auftritt.

magerät höchstmögliche Energie-

mechanische Kühlung mit wasser-

Die intelli.4-Steuerung ist autark

einsparung auch für grössere

gekühlter Direktverdampfung.

und bietet flexible Vernet-zungs-

Rechenzentren. Das skalierbare

Durch die einfache Skalierbarkeit

möglichkeiten.

Vindur CoolMaster DX iFC ist die

und freie Aufstellung lässt sich die

Direktverdampfung.

stromsparende Klimatechnik in

Weiss Technik AG

nik unter der Marke «Vindur» prä-

cher. Die Serverklimatisierungsge-

Serverräumen nutzen. Weitere Kli-

Brügglistrasse 2

sentiert.

räte werden in Vindur CoolMaster

mageräte lassen sich einfach und

CH-8852 Altendorf

Mit neuen Produktbezeichnungen

umbenannt. Das Präzisionskli-

schnell aufbauen. Das Gerät ist in

+41 55 256 10 66

gestaltet Weiss Technik sein Ange-

magerät Vindur CoolMaster DX iFC

drei Baugrössen erhältllich. Auch

info@weiss-technik.ch

bot an Klimatechnik übersichtli-

reduziert die Energiekosten durch

die Steuerung ist ein Highlight: Bis

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erste Innovation, die Weiss Tech-

extrex ermöglicht effiziente Vliesstoff-Produktion Bei der Produktion von Vliesstoff

pumpe

(Nonwoven) für Gesichtsmasken

reduziert. Die Energieeinsparung

setzt der chinesische Hersteller

liegt bei 12 %.

Nanhai Nanxin Wufangbu auf eine

Weitere Vorteile in Bezug auf eine

Druckerhöhungs-Schmelzepumpe

hohe Verfügbarkeit und geringe

extrex6 von Maag Group. Der Tex-

Betriebskosten bringt das nahezu

tilspezialist kann damit nicht nur

wartungsfreie Design. Über die

hohe Qualitätsanforderungen er-

allgemeine Zuverlässigkeit der

füllen, sondern das Material auch

Zahnradpumpe hinaus zahlt sich

günstiger produzieren. Denn die

im langjährigen Praxisbetrieb zu-

Verarbeitung

dem ihre hohe Genauigkeit aus,

thermoplastischer

Polymere wird durch den Einsatz

sind

weitestgehend

sodass die Prozessstabilität jeder-

der Zahnradpumpe wesentlich ef-

mit hohem Druck und geringer

und Dichtigkeit der Antriebswel-

fizienter. Die für geringe Kompres-

Scherbeanspruchung. Für die An-

len-Dichtung. Die Kühloberfläche

sion ausgelegte Verzahnung der

wendung bei der Herstellung von

dieser Dichtung hat sich verdop-

Maag Pump Systems AG

neuen Schmelzepumpe ist eige-

Vliesstoffen bedeutet das konkret:

pelt gegenüber der Ausführung an

Aspstrasse 12

nen Angaben gemäss einzigartig

ein um 10 % höheres spezifisches

klassischen Pumpen. Der Tempe-

CH-8154 Oberglatt

im Markt und ermöglicht insbe-

Durchflussvolumen als bei ver-

raturanstieg über die Pumpe redu-

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sondere

Druckerhö-

gleichbaren Pumpen und eine um

ziert sich um 40 % und die Pulsa-

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