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OFFIZIELLES ORGAN VON SWISS PLASTICS
Juni 2018
KUNSTSTOFF XTRA
DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR WERKSTOFFE – VERARBEITUNG – ANWENDUNG
Kunststoff | Maschinen | Lösungen
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EDITORIAL
Trinkhalme und Co. im Visier Anfangs Mai wendete sich Papst Franziskus in einer Rede an die höchsten Mitarbeiter im Vatikan, die Kurie, und sprach über Vetternwirtschaft und
www.granula.ch www.granula.eu
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Eitelkeiten. Mit Blick auf die laufende Kurienreform zitierte er den belgischen Erzbischof FrédericFrancois-Xavier De Mérode: «In Rom Reformen durchzuführen heisst gleichsam die Sphinx von Ägypten mit einer Zahnbürste zu putzen.» So ähnlich stellt sich die Herkules-Aufgabe, die Flüsse und Meere von den Kunststoffteppichen und von Mikroplastik zu säubern. Die Bilder von verendeten Meerestieren, in deren Mägen Plastikteile gefunden werden, dürfen und können einen nicht gleichgültig lassen. Aber immer, wenn Gefühle angesprochen werden, besteht die Gefahr, mit Regeln und Vorschriften übers Ziel hinauszuschiessen. So auch der Beschluss der EU-Kommission, gewisse Kunststoffprodukte zu verbieten. Mit dem abfall in Gewässern und Meeren nicht kleiner. Dr. Jürgen Bruder, IK-Hauptgeschäftsführer, spricht von einer unnötigen Symbolpolitik anstelle von Aufklärung der Verbraucher über nachhaltigen Konsum und umweltgerechten Umgang mit Abfall. Gemäss IK Industrie vereinigung Kunststoffverpackungen werden rund 80 % des weltweiten Plastikmülls in den Meeren von Ländern aus Asien eingetragen, ca. 0,02 % kommt aus Deutschland und etwa 1 % aus Europa. Was also unternehmen, was nachhaltig wirkt? So wie es oft kontraproduktiv ist, Entwicklungsländer mit Spendengeldern zu unterstützen, so müsste der Ansatz auch hier sein: Aufklärung und Hilfe, im Sinne von Aufbau von nachhaltigen Abfallwirtschaftsstrukturen vor Ort, leisten. Zudem müssen Deponien von Kunststoffabfällen, auch in EU-Ländern, verboten werden.
Marianne Flury, Redaktorin m.flury@sigwerb.com
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Masterbatch für Biopolymere Medizinaltechnik
Verbot von Trinkhalmen, Ohrstäbchen und Plastikbesteck wird der Plastik
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FOKUS
tende Industrie in Deutschland: diese Zahlen liegen jeweils bereits am Aschermittwoch vor. Wir haben über das Rekordjahr 2017 berichtet (KX3/2018).
2017: Ein weiteres Rekordjahr in Serie
Die jährlich vom Verband Swiss Plastics erhobenen Wirtschaftsdaten zur Schweizer Kunststoffindustrie liegen definitiv ab Juli vor. Nach einer vorläufigen Hochrechnung kann sich auch die Schweizer Kunststoffbranche über eine positive Entwicklung freuen. So rechnet Kurt Röschli, Geschäftsführer Technik des Verbands, mit einem Umsatzplus der gesamten Branche von etwa 4,5 Prozent. «Bei den Maschinenund Peripherieherstellern sieht es sogar noch besser aus», erklärt Röschli. «Hier zeichnet sich eine Zunahme von ca. 6 bis 7 Prozent ab.» Zu den Umsatzzahlen der Rohstoffhersteller und Distributoren liegen noch keine gesicherten Daten vor, doch auch diese dürften äusserst positiv für das Jahr 2017 ausfallen. Wir werden ausführlich darüber in der nächsten Ausgabe von KunststoffXtra berichten.
n erhöhte der Kunstn beschäfozent. war unter ltkonjunk-
genden Jahr kräftiger als noch 2016; besonders dynamisch zeigten sich hier Branchen wie Elektro/Elektronik und die Fahrzeugindustrie. Für Ertl war es in Köln das letzte Wirtschaftspressegespräch für den Kunststofferzeuger-Verband, den er seit 2013 geführt hatte. Die Mitgliederversammlung von PlasticsEurope Deutschland e. V. wählte kurz nach der Medienveranstaltung Dr. Michael Zobel (Lanxess) zu seinem Nachfolger (mehr dazu S. 40). Freuen über den positiven Geschäftsverlauf kann sich auch die kunststoffverarbei-
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MESSEN/PRÜFEN/QS
Kontakt VDMA Kunststoff- und Gummimaschinen Lyoner Strasse 18 D-60528 Frankfurt am Main +49 69 6603-1831 thorsten.kuehmann@vdma.org www.vdma.org
Röntgenmesssysteme für Premiumschläuche n
Die ContiTech Schlauch GmbH ist ein Spezialist für die Herstellung von Automobil- und Industrieschläuchen. Seit 2006 setzt das in Korbach ansässige Unternehmen Sikora-Röntgenmesssysteme in seinen Anlagen zur Qualitätskontrolle während der Extrusion von Bremsschläuchen ein. Die Zusammenarbeit beider Unternehmen gründet auf einer zuwerben mit der KunststoffXtra. kunftsweisenden Lösung zur automatisierten Qualitätskon trolle im inline Prozess.
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WERKZEUG-/ FORMENBAU Nicht Grösse, sondern Technologie im Fokus
Auch die Schweiz meldet Positives
Die deutschen Kunststoffund Gummimaschinenbauer ei6 5 6 len von7 Rekord So konnten sie ihren Umsatz im 8 zu Rekord. 8 172 –3,7 8 7 9 Jahr 2017 nochmals um 5 Prozent steigern. «Damit reiht sich 145 2,3 9 9 7 auch das vergangene Jahr in die positive Entwicklung seit 139 2,1 10 10 14 2010 ein», freut sich Ulrich Reifenhäuser, der Vorsitzende 2017 – Kunststoff- und Gummimaschinen des Fachverbands KuG im VDMA. Diesem positiven Ergebnis nden Ab- tur, so der Vorsitzende Ertl. Das globale stehen die deutschen Kunststofferzeuger in nichts nach, wie en führte Wachstum des Bruttoinlandsprodukts der erholt (BIP) 2017 bei knapp drei Prozent derlag Verband PlasticsEurope anlässlich einer Medienveranchäft, das (2016: +2,3 Prozent). Auch die weltweite staltung meldete. ag (2016: Industrieproduktion wuchs im zurücklie-
ker verlief chen KunUmsatzanzu Buche pa für die mit 72,7 em wich-
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Unglaublich, was in dem grössenmässig überschaubaren Betrieb der Ziswiler Werkzeugbau AG an modernsten Fertigungstechnologien zur Verfügung steht. Mit dem Werk zeugmaschinenpark und dem in 50 Jahren aufgebauten Know-how kann das Unternehmen alle Kundenwünsche an qualitativ hochstehende Werkzeuge und Formen erfüllen.
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WERKSTOFFE Begriffsbestimmung schafft Klarheit
Das Gesundheitswesen und die Medizinprodukteindustrie sind streng reguliert, um Qualität, Nachhaltigkeit und vor allem den Schutz menschlichen Lebens sicherzustellen. Dies macht die Produktentwicklung aufwändig und komplex – mit strengen Compliance-Regelungen, langfristigen Tests, Qualitätsprüfungen und Zertifizierungen. Dennoch gibt es bisher keine Antwort auf eine scheinbar einfache Frage: Was genau ist ein «Medical Grade»-Polymer? Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) hat nun die Definition eines Standards in Angriff genommen.
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IMPRESSUM
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Die Fachzeitschrift für Werkstoffe – Verarbeitung – Anwendung Erscheinungsweise 10 × jährlich Jahrgang 8. Jahrgang (2018) Druckauflage 5800 Exemplare WEMF / SW-Beglaubigung 2017 5451 Exemplare total verbreitete Auflage 1446 Exemplare davon verkauft ISSN-Nummer 1664-3933 Internet www.kunststoffxtra.com Geschäftsleiter Andreas A. Keller
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Herausgeber/Verlag SIGWERB GmbH Unter Altstadt 10 CH-6301 Zug Telefon +41 41 711 61 11 info@sigwerb.com www.sigwerb.com
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INHALTSVERZEICHNIS
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LEICHTBAU Kunststoff macht Roboter zum Multitalent
Wie mit modernstem Kunststoff-Leichtbau und smarten mechatronischen Lösungen der Mini-Transportroboter «Sally» für verschiedene neue Anwendungen «industriefit» gemacht wurde, zeigt ein Kooperationsprojekt des Kunststoff- und Mechatronik-Clusters in Österreich.
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VERBAND
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CLUSTER
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Medizintechnik bleibt wichtiger Wachstumsmotor
Mit einem Umsatz von 29,9 che hinter den Erwartungen verband Spectaris dämpfen Medizinprodukteverordnung tum verspricht hingegen die
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Auch mehrlagige Folien sind recyclingfähig
VERANSTALTUNGEN
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PRODUKTE
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LIEFERANTEN VERZEICHNIS
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NEWS
Eine Besonderheit der Ineichen AG sind die traditionell jeweils im Frühjahr und im Herbst durchgeführten Ausstellungen. Dieses Jahr wurde anlässlich der Frühlingsausstellung erstmals ein Wettbewerb durchgeführt.
Im letzten Teil unserer Interviewserie über Wiederverwertung und Nachhaltigkeit gibt Helmut Huber, Geschäftsführer der Brückner Maschinenbau GmbH & Co. KG, Auskunft über die technischen Grenzen und Möglichkeiten für den Einsatz von Rezyklaten in der Folienproduktion.
KUMA Solution GmbH verspricht Ihnen nicht das Blaue vom Himmel, sondern setzt die technisch optimale Lösung in die Tat um. Dies beginnt mit der Analyse der Abläufe, die optimiert werden können, der Berechnung der erforderlichen Investitionen, aber auch der möglichen Einsparungen. Mit massgeschneiderten Lösungen für die Peripherie in der Produktion, d.h. vom Silo bis hin zur Konfektionierung des Endprodukts, kennt KUMA Solution GmbH sich bestens aus. Die qualitativ überzeugenden Maschinen und Anlagen bewähren sich im Alltag und halten einem objektiven Kosten-Nutzen-Vergleich in jedem Fall stand.
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Frühlingsausstellung erstmals mit Wettbewerb
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WIRTSCHAFT
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Fokus
Deutsche Kunststoffbranche im Allzeithoch
2017: Ein weiteres Rekordjahr in Serie Die deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbauer eilen von Rekord zu Rekord. So konnten sie ihren Umsatz im Jahr 2017 nochmals um 5 Prozent steigern. «Damit reiht sich auch das vergangene Jahr in die positive Entwicklung seit 2010 ein», freut sich Ulrich Reifenhäuser, der Vorsitzende des Fachverbands Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA. Diesem positiven Ergebnis stehen die deutschen Kunststofferzeuger in nichts nach, wie der Verband PlasticsEurope anlässlich einer Medienveranstaltung meldete.
Den Spitzenplatz der wichtigsten deutschen Absatzländer von KuG-Maschinen nehmen auch 2017 wieder die USA ein. Dieses Mal konnte sogar die Marke von 800 Mio. Euro an Exporten geknackt werden. Der Wert der Kunststoff- und Gummimaschinen, die aus Deutschland in die USA geliefert wurden, beläuft sich auf 847 Mio. Euro. Das ergibt ein Plus von 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der wichtigste Gesamtmarkt ist jedoch China. Neben den 717 Mio. Euro an Exporten (+ 14,3 Prozent gegenüber 2016) kommt noch einmal ca. eine halbe Milliarde Euro hinzu, die von den Kunststoffund Gummimaschinenbauern in China hauptsächlich für den lokalen Markt gefertigt wurden.
Italien macht grössten Wachstumssprung Italien machte einen grossen Sprung von Platz 6 auf Platz 4. Deutsche Kunststoffund Gummimaschinen im Wert von 250 Mio. Euro wurden 2017 nach Italien geliefert, das ergibt ein Wachstumsplus von 32,1 Prozent. Hier macht sich vor allem der «Industrie 4.0 Plan» der italienischen Regierung bemerkbar, durch den Investitionen in Investitionsgüter angeregt werden und die italienischen Verarbeiter ihre Maschinenparks vermehrt mit High-Tech Produkten «Made in Germany» erneuern.
Positive Signale aus Russland und Brasilien Nachdem die Lieferungen von Kunststoffund Gummimaschinen nach Russland lange Zeit schrumpften, entwickelten sie sich im vergangenen Jahr wieder positiv. Die 4
hohe Wachstumsrate der deutschen Exporte in Höhe von 34,1 Prozent resultiert vor allem aus der Belebung des dortigen Verpackungssektors und spiegelt nicht eine flächendeckende Belebung des Marktes wider. In Summe konnten 114 Mio. Euro an deutschen Kunststoff- und Gummimaschinen nach Russland exportiert werden. Ein hohes Exportwachstum lässt sich auch für den brasilianischen Markt vermelden, wo die längste und stärkste Rezession zu Ende gegangen ist. Hier stiegen die Exporte um 35,4 Prozent auf nun 75 Mio. Euro. Nach dem langen Abschwung wird Brasilien jedoch noch Zeit benötigen, um sich zu erholen. Die Investitionen zum Beispiel laufen nur langsam an, was hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass im Vorfeld der diesjährigen Präsidentenwahl im Oktober eine hohe Unsicherheit im Markt herrscht.
Volle Auftragsbücher lassen ein gutes 2018 erwarten Ein Ende des Wachstums ist für 2018 ebenfalls noch nicht absehbar. Aufgrund der weiterhin vollen Auftragsbücher der Unternehmen geht der Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA in diesem Jahr von einem Umsatzwachstum von 3 Prozent aus. «Das soll jedoch keinesfalls darüber hinwegtäuschen, dass bereits vereinzelt dunkle Wolken am Schönwetterhimmel auftauchen», mahnt Thorsten Kühmann, Geschäftsführer des Fachverbands. «Wir befinden uns momentan in einem sehr lange anhaltenden Boom, der bereits über die übliche Länge einer solchen Phase hinausgeht. Dadurch sind die Lieferzeiten sowohl der Maschinenbauer als auch der Zulieferer bereits aussergewöhnlich lang. Darüber
hinaus haben die Unternehmen derzeit immense Probleme, geeignete Fachkräfte zu finden», so Kühmann weiter.
Kunststofferzeuger ziehen positive Bilanz Ein ebenso positives Echo kommt von der Front der deutschen Rohstoffhersteller. «Starke Nachfrage im In- und Ausland sowie Rekordzahlen bei Produktion, Umsatz und Beschäftigung», so fasste Dr. Josef Ertl, Vorsitzender von PlasticsEurope Deutschland e. V., das zurückliegende Jahr für die Kunststofferzeuger in Deutschland anlässlich eines Wirtschaftspressegesprächs in Köln zusammen. «Die Unternehmen verspürten Rückenwind dank der anhaltend guten Weltkonjunktur und profitierten vom Wachstum der Industrieproduktion.» So legte die Erzeugung von Kunststoff in Deutschland 2017 um knapp vier Prozent auf 19,9 Mio. Tonnen zu. Damit bewegt sich das Mengenwachstum in einer ähnlichen Grössenordnung wie im Jahr 2016 (+ 4,3 Prozent). Davon wurden 13,6 Mio. Tonnen Kunststoff im Wert von insgesamt 25,9 Mrd. Euro (+10,1 Prozent) exportiert. Importiert wurden zehn Mio. Tonnen, was einem Anstieg von 3,1 Prozent entspricht. Damit wurden 16,7 Mrd. Euro (+10,1 Prozent) erlöst. Der deutsche Aussenhandelsüberschuss erreichte 3,6 Mio. Tonnen oder 9,2 Mrd. Euro.
Auch beim Umsatz ging es voran Die Kunststofferzeuger verzeichneten 2017 einen Gesamtumsatz von 27,1 Mrd. Euro und damit ein zweistelliges Wachstum in Höhe von 12,1 Prozent gegenüber 6/2018
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Fokus
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2017 ( 2016) %
Mio.
Export gesamt
Rangfolge 2017
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7,7
USA
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10,1
1
1
1
China
717
14,3
2
2
2
Mexiko
269
4,5
3
3
4
Italien
250
32,1
4
6
5
Polen
233
9,7
5
4
3
Frankreich
191
–3,2
6
5
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Tschechien
175
7,2
7
8
8
Indien
172
–3,7
8
7
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Verein. Königreich
145
2,3
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9
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Spanien
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2,1
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10
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Deutsche Exporte Top 10 im Jahr 2017 – Kunststoff- und Gummimaschinen
dem Vorjahr. Ein Mix aus steigenden Absatzmengen und höheren Preisen führte zu diesem starken Anstieg. Wieder erholt zeigte sich dabei das Inlandsgeschäft, das mit 9,9 Prozent deutlich im Plus lag (2016: minus 3,1 Prozent). Noch stärker verlief das Geschäft mit den ausländischen Kunden, bei denen Ende 2017 ein Umsatzanstieg in Höhe von 13,4 Prozent zu Buche schlug. Nach wie vor ist Europa für die deutschen Kunststofferzeuger mit 72,7 Prozent der Exporte der bei weitem wichtigste Markt. Auch die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich kräftig: Ende 2017 waren in der Kunststofferzeugung 52 260 Menschen beschäftigt, ein Zuwachs von fast vier Prozent. Ausschlaggebend für den Erfolg war unter anderem die anhaltend gute Weltkonjunk-
tur, so der Vorsitzende Ertl. Das globale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) lag 2017 bei knapp drei Prozent (2016: +2,3 Prozent). Auch die weltweite Industrieproduktion wuchs im zurückliegenden Jahr kräftiger als noch 2016; besonders dynamisch zeigten sich hier Branchen wie Elektro/Elektronik und die Fahrzeugindustrie. Für Ertl war es in Köln das letzte Wirtschaftspressegespräch für den Kunststoff erzeuger-Verband, den er seit 2013 geführt hatte. Die Mitgliederversammlung von PlasticsEurope Deutschland e. V. wählte kurz nach der Medienveranstaltung Dr. Michael Zobel (Lanxess) zu seinem Nachfolger (mehr dazu S. 40). Freuen über den positiven Geschäftsverlauf kann sich auch die kunststoffverarbei-
tende Industrie in Deutschland: diese Zahlen liegen jeweils bereits am Aschermittwoch vor. Wir haben über das Rekordjahr 2017 berichtet (KX3/2018).
Auch die Schweiz meldet Positives Die jährlich vom Verband Swiss Plastics erhobenen Wirtschaftsdaten zur Schweizer Kunststoffindustrie liegen definitiv ab Juli vor. Nach einer vorläufigen Hochrechnung kann sich auch die Schweizer Kunststoffbranche über eine positive Entwicklung freuen. So rechnet Kurt Röschli, Geschäftsführer Technik des Verbands, mit einem Umsatzplus der gesamten Branche von etwa 4,5 Prozent. «Bei den Maschinenund Peripherieherstellern sieht es sogar noch besser aus», erklärt Röschli. «Hier zeichnet sich eine Zunahme von ca. 6 bis 7 Prozent ab.» Zu den Umsatzzahlen der Rohstoffhersteller und Distributoren liegen noch keine gesicherten Daten vor, doch auch diese dürften äusserst positiv für das Jahr 2017 ausfallen. Wir werden ausführlich darüber in der nächsten Ausgabe von KunststoffXtra berichten.
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Messen/Prüfen/QS
Höchster Qualitätsanspruch ist Motor der Zusammenarbeit
Röntgenmesssysteme für Premiumschläuche
Die Anforderungen an die Qualität und Performance von Automobilschläuchen sind extrem hoch. Ob Treibstoff-, Öl- oder Bremsschläuche — sämtliche Spezifikationen müssen bereits während der Extrusion eingehalten werden. Vor mehr als zehn Jahren suchte ContiTech eine Möglichkeit, Produktionsprozesse im Hinblick auf die Qualitätskontrolle von Bremsschläuchen in der Fertigung weiter zu automatisieren. Statt der am Markt gängigen offline Prüfung geschnittener Schläuche durch Kameras setzte das Unternehmen auf die kontinuierliche Prozesskontrolle mit Sikora Röntgenmessgeräten. «Bei Bremsschläuchen ist die Konzentrizität ein entscheidendes Qualitätsmerkmal», sagt Jan Eric Theis, Leiter Plant Engineering Schläuche bei ContiTech. «Bremsschläuche müssen über Verbindungen präzise mit den Fahrwerkkomponenten verbunden werden. Das wird nur durch eine einwandfreie Konzentrizität gewährleistet.» Es gibt einige Messverfahren zur Qualitätskontrolle am Markt. Die Röntgentechnologie hat sich jedoch aufgrund ihrer Funktionalität als führend für die Messung von Gummischläuchen erwiesen. Konventionelle Techniken, wie Ultraschall, stossen funktional an ihre Grenzen, beispielsweise weil die Signale der einzelnen Schichten im Gummischlauch grösstenteils absorbiert und dadurch nicht eindeutig wiedergegeben werden. Vor dem Einsatz der Sikora Geräte wurde die Konzentrizität der Schläuche manuell nach der Fertigung kontrolliert. «Diese Art der Prüfung ist heute nicht mehr wettbewerbsfähig. Wir fertigen täglich ca. 40 Kilometer Bremsschläuche. Das entspricht etwa 15 Millionen Meter Schlauch pro Jahr. Das steigende Produktionsvolumen gab den Anstoss, die 6
Bild: Sikora
Die ContiTech Schlauch GmbH, die zum Technologieunternehmen Continental gehört, ist ein Spezialist für die Herstellung von Automobil- und Industrieschläuchen. Seit 2006 setzt das in Korbach ansässige Unternehmen Sikora Röntgenmesssysteme in seinen Anlagen zur Qualitätskontrolle während der Extrusion von Bremsschläuchen ein. Die Zusammenarbeit beider Unternehmen gründet auf einer zukunftsweisenden Lösung zur automatisierten Qualitätskontrolle im inline Prozess.
In der Bremsschlauchfertigung bei ContiTech in Korbach sorgt Sikora Röntgenmesstechnologie für die inline Qualitätskontrolle (Peter Hügen, Sikora, und Jan Eric Theis, ContiTech, v.l.).
Automatisierung unserer Produktion weiter voranzutreiben», begründet Theis. Heute kann der Hersteller durch den Einsatz der Röntgengeräte inline in die Produktion eingreifen, Exzentrizitäten des Schlauchs identifizieren und diese sowie deren Ursachen eliminieren.
Konzentrizität spielt übergeordnete Rolle Sikora Röntgenmesssysteme werden bei ContiTech vor der Vulkanisation zur finalen Qualitätskontrolle eingesetzt. Somit wird sichergestellt, dass das Endprodukt die geforderte Konzentrizität erfüllt. Weitere Geometrien wie Durchmesser, messen Laser-Messsysteme in vorhergehenden Fertigungsschritten. Auch wenn die Röntgenmesssysteme zur Materialeinsparung
beitragen können, setzt ContiTech den Fokus auf höchste Qualität. «Bremsschläuche sind Sicherheitsprodukte, da spielt die Konzentrizität eine übergeordnete Rolle», so Theis. Es gibt noch andere Produktionsvorteile: «Bei einer Co-Extrusion wird beispielsweise die innere Schicht des Schlauchs etwas dicker aufgetragen, um sicherzustellen, dass diese tatsächlich zu 100 % vorhanden ist», erläutert Peter Hügen, Vertriebsingenieur bei Sikora und direkter Ansprechpartner für ContiTech. «Mit den Röntgenmessgeräten werden beide Schichten präzise gemessen und visualisiert, sodass die innere Schicht auf eine minimale Dicke extrudiert werden kann», erklärt Hügen weiter. Nicht nur der Anspruch von ContiTech nach höchster Qualität der Bremsschläuche führte zur Kooperation mit Sikora. 6/2018
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Bild: ContiTech
praktischer kleine mengen fördern
ContiTech Bremsschläuche von höchster Qualität.
Auch internationale Normen geben die Richtlinien an Unternehmen und deren Produkte für Qualitätsstandards und Messmethoden vor. Heutzutage verlangen Kunden eine 100 % Qualitätskontrolle und Wiederholgenauigkeit, die durch eine manuelle Sichtkontrolle nicht erzielt werden kann. «Unsere Kunden kennen unsere Qualitätsstrategie und wissen, dass wir Röntgentechnologie als festen Bestandteil in unserer Produktion einsetzen, um Premiumschläuche zu fertigen», sagt Theis.
Prozesse werden kontinuierlich verbessert Zur Einhaltung und Weiterentwicklung der Qualitätsstandards arbeitet ContiTech mit Lieferanten wie Sikora an einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. «Wir verstehen unseren höchsten Qualitätsanspruch als Motor unserer Zusammenarbeit», erläutert Theis. Beispielsweise hat ContiTech aufgrund der Steigerung der Produktionsgeschwindigkeit für mehr Performance mit Sikora erfolgreich eine technische Lösung entwickelt, um die Abtastrate der Röntgenmesssysteme zu erhöhen und gleichzeitig die Qualitätsanforderungen zu erfüllen. Angebunden werden die Röntgenmesssysteme standardmässig über Schnittstellen wie Profibus oder Profinet zur Produktionsdatenerfassung und -regelung an Prozessorsysteme und die Anlagensteuerung. Geplant wird bei ContiTech — auch im Sinne von Industrie 4.0 — Anlagen und Systeme zukünftig über OPC UA an Maschinenund Betriebsdatenerfassungssysteme anzuschliessen. Dadurch werden Anlagen und Systeme noch besser vernetzt und relevante Daten dauerhaft archiviert. Auch bei diesem Thema arbeiten Sikora und ContiTech zusammen, um weiterhin höchste Qualität der Bremsschläuche während der Fertigung sicherzustellen. Kontakt Sikora AG Bruchweide 2 D-28307 Bremen +49 421 48900-0 sales@sikora.net www.sikora.net 6/2018
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KUNSTSTOFF XTRA
Messen/Prüfen/QS
Smart vernetzt
Intelligente Sensoren optimieren I4.0-Prozesse Der aktuell grösste Treiber für Innovationen ist die Informationstechnologie. Schon heute kommunizieren moderne Produktionssysteme mit ihrer Umgebung und organisieren sich selbst: Industrie 4.0 ist auf dem Vormarsch. Cyber-physikalische Systeme (CMS) sind die stillen Helden dieser Entwicklung.
Prognosen besagen, dass CMS die weltweite Produktion bestimmen werden. Dabei sorgen intelligente Sensoren zur Überwachung und Regelung von Produktionsprozessen dafür, dass vernetzte, autonome Arbeitsprozesse zuverlässig ablaufen. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF haben diese Technologien im Rahmen des Projekts «ImProcess4.0» genutzt und ein auf intelligenten Sensorknoten basierendes Überwachungs- und Optimierungssystem für Mischverfahren mit Doppelschneckenextrudern entwickelt. Das Ergebnis: Schäden werden früher erkannt, der Verschleiss wird reduziert und Wartungs- sowie Reparaturtermine werden optimiert. «Cyber-Physikalische Systeme vernetzen und koordinieren – das schafft völlig neue Anwendungsmöglichkeiten, stellt aber Entwickler vor neue Herausforderungen, die grosse Komplexität und Heterogenität beherrschbar zu machen», erklärt Dr. Christian Beinert, Abteilungsleiter Kunststoffverarbeitung und Bauteilauslegung im Fraunhofer LBF. Das Institut kann Unternehmen bei der Zustandsüberwachung oder Wartungsplanung mit dem neu entwickelten Überwachungssystem unterstützen. Gemeinsam mit Herstellern und Anwendern von Maschinen und Anlagen können die Experten des Fraunhofer LBF das modulare, anpassungsfähige System flexibel auf unterschiedliche Prozesse und Maschinen in Unternehmen übertragen. Dabei erleichtert die Vernetzung der Daten ¹ Anke Zeidler-Finsel, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, FraunhoferInstitut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF.
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Bilder: Fraunhofer LBF
Anke Zeidler-Finsel ¹
Das von Wissenschaftlern des Fraunhofer LBF am Beispiel eines Doppelschneckenextruders entwickelte Überwachungs- und Optimierungssystem besteht aus intelligenten Sensoren mit integrierter Sensordatenvorverarbeitung sowie einem multifunktionalen Gateway zur Datenaufbereitung und Prozessrückwirkung.
über einen Datenpool die Statusüberwachung für die jeweilige spezifische Anwendung über alle Maschinen und Operationen hinweg. «Durch die Kombination vorhandener Daten aus der Maschinensteuerung mit ausgewählten, zusätzlich erfassten Sensordaten können wir kritische Betriebszustände oder Materialschwankungen erkennen und Fehlchargen
Intelligenter Sensorknoten zur Zustandsüberwachung.
oder Maschinenausfälle minimieren», so Beinert. Das am Beispiel eines Doppelschneckenextruders entwickelte Überwachungs- und Optimierungssystem besteht aus intelligenten Sensoren mit integrierter Sensordatenvorverarbeitung sowie einem multifunktionalen Gateway zur Datenaufbereitung und Prozessrückwirkung. Im Rahmen des Forschungsprojektes «ImProcess4.0» identifizierten die Forscher zunächst geeignete Sensorarten und Auswertungsverfahren, die ungünstige Maschinenzustände eines Extruders, wie beispielsweise Verschleisszustände, erkennen sowie Eingriffsmöglichkeiten in die Prozesssteuerung. Daraus leiteten sie Anforderungen an die Konfiguration der intelligenten Sensorknoten ab und definierten eine Systemarchitektur, Anwenderschnittstellen, Datenprotokolle und Datenformate. Über standardisierte Schnittstellen soll eine einfache, nachträgliche Integration in bestehende Unternehmensnetzwerke ermöglicht werden (Retro-fitting). 6/2018
KUNSTSTOFF XTRA
Bild: Coperion
Darüber hinaus setzten die Darmstädter Forscher eine Signalvorverarbeitung um, mit der sich Messdaten bereits im Sensorknoten reduzieren lassen. Über ein multifunktionales Gateway werden die vorausgewerteten Sensordaten gesammelt, verarbeitet und einerseits über einen Datenpool als Information zur Verfügung gestellt. Andererseits werden die Daten zur Identifikation von Schädigungen mit ermittelten Datenkollektiven abgeglichen. Nicht messbare Prozessdaten lassen sich in dem neuen System modellbasiert berechnen. Um kritische Systemzustände zu vermeiden und den Verschleiss zu reduzieren, sorgen Optimierungsalgorithmen für eine direkte zustandsbasierte Rückwirkung auf die Prozesssteuerung. Dank des modularen Aufbaus der entwickelten Sensorknoten lassen sich diese flexibel auf verschiedene Produktions- oder Arbeitsprozesse anpassen. Basierend auf definierten Zielanforderungen werden Prozesse autonom optimiert und Folgeprozesse in
Messen/Prüfen/QS
Das auf intelligenten Sensorknoten basierende Überwachungs- und Optimierungssystem verbessert beispielsweise Mischverfahren auf Doppelschneckenextrudern.
die Betrachtung integriert. Die Sensordateninformation können in einem Datenpool, etwa für einen Cloud-Dienst, bereitgestellt werden. Damit bietet das Fraunhofer LBF Unternehmen eine universelle Grundlage für Angebote, beispielsweise zur Zustandsüberwachung oder Wartungsplanung.
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Noch Neuland für die Luftfahrttechnik
Automatisierte Schadstellenbeurteilung Fliegen gilt als sicherstes Fortbewegungsmittel, doch Schadstellen wie Risse oder Abnutzungen an Flugzeugoberflächen sind ein hoher Risikofaktor. Gefährlich wird es dann, wenn Schäden unerkannt bleiben. Verfahren zur Reparatur und Qualitätskontrolle sind bislang jedoch teuer und aufwändig. Die Idee der Forscher aus Lemgo ist es, Schadstellen bei einer Reparatur sofort multisensorisch zu erfassen und den Reparaturprozess zu steuern.
Erforscht werden verschiedene Auswertungsstrategien. «Über Algorithmen und automatisierte Verfahren wollen wir den Prozess der Nachbearbeitung von Bauteilen aus Faserverbundwerkstoffen wesentlich verbessern», sagt Professor Volker Lohweg, Leiter des Institut für industrielle Informationstechnik (inIT), zum Forschungsansatz. Dieses Forschungsfeld sei besonders attraktiv, da es für die Luft- und Raumfahrttechnik bislang kaum untersucht ist. Derartige Reparaturverfahren mit automatisierter Schadstellenbeurteilung seien demnach Neuland für die Branche. Wenn dies gelingt, profitiert die Luft- und Raumfahrttechnik ausserordentlich hinsichtlich der Wiederverwendung von Bauteilen, so die Hoffnung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, die das Vorhaben der Forschungspartner fördern. Moderne Flugzeuge bestehen aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Schäden am Material wurden in der Vergangenheit mit Ultraschall festgestellt und mittels Fräsen und Verkleben von Material behoben. Ein neuer Ansatz für die Oberflächennachbearbeitung von CFK-Bauteilen basiert auf der Verwendung von Lasertechnik und multisensorischen PiezoWandlern. Den Forschern am inIT und dem Ostwestfälischen Institut für Innovative Technologien in der Automatisierungstechnik (OWITA) in Lemgo geht dieser Ansatz noch nicht weit genug: Ihr Ziel ist es, gemeinsam mit Partnern aus der Industrie, ein neues Messverfahren zu ent¹ Jessica Zimmermann M.A., Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, CIIT
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Bild: CIIT
Jessica Zimmermann ¹
Ein Lemgoer Forscher macht Messwertaufnahmen an einem Prototyp, um Anforderungen an Messsystemen zu ermitteln.
wickeln, das eine automatisierte Qualitätskontrolle und Reparaturstellenbeurteilung ermöglicht.
Automatisierte Qualitätskontrolle «Die Herausforderung liegt darin, Schadensfälle an Flugzeugoberflächen automatisiert zu erkennen, eine Analyse des Ausmasses durchzuführen und entsprechende Handlungsempfehlungen abzuleiten», erklärt Professor Stefan Witte, Geschäftsführer bei OWITA, zum Vorgehen beim Forschungsvorhaben «ReWork». Untersucht werden dabei das Entfernen der Fehlstellen, die passgenaue Reparatur mit neuen CFK-Schichten über sogenannte Patches sowie die abgeschlossene Instandsetzung. Derzeit gäbe es kein prozesssicheres Verfahren am Markt. ReWork soll diese Prob-
Über ReWork Der Projektname ReWork steht für «Prozesssichereres Re-Work an dünnwandigen, gekrümmten CFK-Oberflächen mittels photonischer Systeme und piezo-gestützter Qualitätskontrolle». Neben dem Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule OWL und der OWITA GmbH sind die Projektpartner Invent GmbH, Laser Zentrum Hannover e.V. und Precitec Optronic GmbH am Forschungsvorhaben beteiligt. Das Forschungsvorhaben ist ein Projekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Gefördert werden sie dabei mit rund 350 000 Euro über eine Projektlaufzeit von drei Jahren vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).
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Bild: invent
die Formteilqualität Formteilqualität die Eine abgetragene CFK-Struktur, die anschliess end mit Piezo-Patches repariert und danach auf Qualität kontrolliert wird.
lematik beheben, indem einzelne Schritte der Prozesskette hinsichtlich ihrer Automatisierung optimiert werden. Wie aber einen Algorithmus erstellen, wenn jede Schadstelle einzigartig ist? Jeder Zusammenstoss beispielsweise mit einem Vogel ist nicht vorhersehbar und muss individuell bewertet werden. «Die
Energiekosten Energiekosten
Herausforderung aus technischer Sicht ist die Beurteilung von Schäden ohne Vergleichsreferenzen», erläutert Lohweg. Das Vorgehen der Wissenschaftler: Piezosensoren bzw. -aktuatoren, die beim Einlegen der Patch-Lagen in die Reparaturstelle integriert werden, sollen über mechanische Wellen die Defekte in der
Ingenieurbureau
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Reparaturstelle erkennen. Mehrere Sensoren wandeln elektrische Signale um, die dabei auf der Oberfläche der Flugzeugteile Schwingungen abgeben und wiederaufnehmen – sie agieren zugleich als Sender und Empfänger. Nach einem Ampel-Prinzip kann das System schliesslich erkennen, ob eine Reparaturstelle gut oder schlecht verklebt wurde und eine Reparaturstellenbeurteilung geben. Witte ergänzt: «Im Hinblick auf die Hardwareentwicklung für Prozesselektronik suchen wir darüber hinaus auch nach einer Möglichkeit, den Messvorgang günstig zu gestalten und auszuwerten.» Bisherige Verfahren der Messtechnik seien sehr teuer. Kontakt Centrum Industrial IT (CIIT) e. V. Kühlenund und Langenbruch 6 Kühlen Temperierenmit mit D-32657 LemgoTemperieren + 49 5261 92042-50 System System j.zimmermann@ciit-owl.de www.ciit-owl.de n
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Werkzeug-/Formenbau
KUNSTSTOFF XTRA
50 Jahre Ziswiler Werkzeugbau AG
Nicht Grösse, sondern Technologie im Fokus Unglaublich, was in dem grössenmässig überschaubaren Betrieb der Ziswiler Werkzeugbau AG an modernsten Fertigungstechnologien zur Verfügung steht. Mit dem Werkzeugmaschinenpark und dem in 50 Jahren aufgebauten Know-how kann das Unternehmen alle Kundenwünsche an qualitativ hochstehende Werkzeuge und Formen erfüllen.
Die Ziswiler Werkzeugbau AG in Utzenstorf hat sich ganz dem traditionellen Formen bau verschrieben. Entsprechend top ist der Maschinenpark eingerichtet. Modern ste Fertigungstechnologien und CNC-Ma schinen – eingebunden in eine vernetzte CAD-CAM-Infrastruktur – stehen zur Ver fügung. «Damit können wir bis 5-Achs Si multanfräsen, Drehen, Senk- und Draht erodieren sowie Vermessen, und dies alles aus einer Hand», betont Geschäftsführer Bruno Gut. Neben Formen für die Spritzgiessfertigung werden auch Alu-Druckgussformen und Duroplastformen hergestellt. Alle Formen werden ausschliesslich nach Kundenauf trag realisiert. Die Bemusterung erfolgt jeweils bei den Kunden. «Wenn ge wünscht, sind wir mit dabei», erklärt Gut.
Eckdaten 1968 Gründung der Einzelfirma Rud. Ziswiler Werkzeugbau durch Rudolf Ziswiler in Utzenstorf 1981 Neubau in Utzenstorf 1983 erste CNC-Fräsmaschine 1989 Aus der Einzelfirma Rud. Ziswiler Werkzeugbau wird eine Aktiengesell schaft, die Ziswiler Werkzeugbau AG 1991 Einführung von CAD 1995 Erste 5-Achs-Fräsmaschine 1996 Neue CAM-Programme von Open Mind 2007 Übernahme des Geschäfts durch Bruno Gut als Geschäftsführer für die Bereiche Einkauf, Verkauf, Konstruktion, und Hugo Apolloni als Geschäftsführer für die Bereiche Werkstatt, Fertigung
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Bilder: Marianne Flur y
Marianne Flury
Bruno Gut (l.) und Hugo Apolloni vor der Drahterodiermaschine, die jüngste Anschaffung im Maschinenpark.
Selbstverständlich sorgt das Unternehmen auch für Unterhalt, Wartung und Änderun gen. «Was vermehrt nachgefragt ist und wir zunehmend auch ausführen sind Re paraturen und Änderungen an Formen fremder Herkunft», ergänzt Gut.
Flexibilität als Wettbewerbsvorteil Gerade bei der additiven Fertigung wird Geschwindigkeit und damit Zeitersparnis oft als Vorteil angesehen. Im Werkzeug bau sind es im Speziellen das Laser schmelzen mit Metal (Lasercusing) und Lasersintern (Selective Laser Melting SLM), die zur Anwendung kommen. Auch wenn diese Verfahren bei Ziswiler nicht zur Verfügung stehen – eine entsprechen de Maschine wäre nicht ausgelastet – gilt für Co-Geschäftsführer Hugo Apolloni die Devise: das eine tun, ohne das andere zu lassen. Wünscht ein Kunde beispielsweise ein Werkzeug mit konturnaher Kühlung,
erhält er auch dieses geliefert, extern von einem Partner gefertigt. Apolloni ist über zeugt, dass sie als kleines Unternehmen die Vorteile des schnellen und flexiblen Agierens auf ihrer Seite haben. Eine wei tere Stärke, die die Ziswiler Werkzeugbau AG von anderen Unternehmen abhebt sind die machbaren unterschiedlichen Di mensionen der Werkzeuge. «Wir stellen Formen her für Kleinteile, z.B. für die Elek tronikindustrie, bis zu Formen für die Bau branche, deren Teile bis einen Meter lang sein können», beschreibt Gut die Breite des Spektrums. Neben Einfachformen werden auch 2, 4, 8 oder 16fach Formen hergestellt. Zu den Kunden zählen Zulieferer für die Bereiche Medizintechnik, Automobil, Bau industrie, Möbel, u.a. «Die Komplexität der Formen ist nicht branchenabhängig. Wir haben hier beispielsweise Teile mit Hin terschnitt (Kabelschutzrohre) oder kom plexe Formen für den Bereich Messtech nik.» 6/2018
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8-Kavitäten-Werkzeug für den Consumerbereich.
Eine gute Zusammenarbeit beruht auf Vertrauen Damit ein Unternehmen wie Ziswiler in der Schweiz wirtschaftlich fertigen kann braucht es treue Kunden, mit denen auf Vertrauensbasis die Zusammenarbeit ge pflegt wird. «Die Asiaten verfügen über dieselben Maschinen wie wir, haben die selben klugen Köpfe wie wir. Fakt ist aber, dass diejenigen, die Formen aus Asien wollen, auch dort kein Geld ausgeben möchten», weiss Gut aus Erfahrung. «Um den Kostenunterschied zu minimieren, können wir Betreuung, Herstellung, War tung und Reparatur vor Ort anbieten. Kun den sagen, dass am Schluss unter dem Strich die Differenz bei gleichem Pflichten heft nicht mehr gross ins Gewicht fällt. Gerade wenn es um komplexe Aufgaben geht, ist die Nähe zum Kunden von Vorteil.
Die beiden Geschäftsführer sind stolz auf ihre 5-Achs-Fräsmaschine für die Bearbeitung grosser Teile.
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Flachschleifmaschine
Der Kostendruck ist immer vorhanden. Dem begegnen wir mit unseren Maschi nen, mit den neuesten Technologien – da mit können wir die Mannstunden reduzie ren», erklärt Gut. Neueste Technologien gehören zur Fir menphilosophie. So wurden jüngst neue Fräsprogramme installiert für die Bearbei tung mit Tonnenfräsern, so benannt, weil sie über ein angeschliffenes Kreissegment verfügen. «Damit sind wir effizienter in der Fertigung und erreichen auch die ge wünschte Präzision. Und es öffnen sich auch neue Möglichkeiten», weiss Apolloni.
Langjährige Mitarbeiter sind Basis des Erfolgs Ziswiler kann auf langjährige Mitarbeiter zählen und das ist im Werkzeugbau funda mental. Denn neue Mitarbeiter zu rekrutie ren, die Erfahrung mitbringen, sei schwierig, so Gut. Deshalb bildet das Unternehmen alle vier Jahre einen Polymechaniker aus. Insgesamt sind acht Mitarbeitende inklusiv Lehrling im Utzenstorfer Betrieb beschäftigt. Es ist explizit nicht das Ziel der beiden Ge schäftsführer, Wachstum auf Teufel komm raus zu generieren. Viel eher setzen sie auf Technologieführerschaft, ein Anspruch, der bedingt, dass Know-how, Maschinenpark und Technologien stets auf dem neuesten Stand der Technik sind. Kontakt Ziswiler Werkzeugbau AG Industriering 2 CH-3427 Utzenstorf +41 32 665 44 58 info@ziswilerag.ch www.ziswilerag.ch
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werkstoffe
Was ist ein «Medical Grade»-Polymer?
Begriffsbestimmung schafft Klarheit
Der erste Entwurf wurde im April 2018 auf der VDI-Fachtagung in Friedrichshafen vorgelegt. Siobhan Bastiansen, Market Manager Medical Plastics, Velox GmbH, beschreibt die aktuelle Situation und erläutert, warum Materiallieferanten wie auch Produkthersteller von einer Begriffsklärung profitieren würden. Zudem legt sie dar, wie es spezialisierten Herstellern medizinischer Polymere gelingt, einen unverzichtbaren Mehrwert für Verarbeiter und OEMs zu schaffen. Von orthopädischen und chirurgischen Instrumenten über Ausrüstungen für Dia gnostik und Medikamentenabgabe hin zu Implantaten und Sehhilfen finden Polymere im Gesundheitswesen schon seit Langem Anwendung. Verringerung von Gewicht und Grösse, einfachere Verarbeitung, Flexibilität, Biokompatibilität, strengere Hygieneauflagen, der Bedarf an Einweginstrumenten – Anforderungen wie diese wären ohne den Einsatz von Polymeren kaum zu bewältigen. Es überrascht also nicht, dass rund 50 % der bei der Medizinprodukteherstellung verwendeten Materialien Kunststoffe sind. Doch das richtige Polymer für eine bestimmte medizinische oder pharmazeutische Anwendung zu finden, kann schwierig sein. Trotz hoher Anforderungen sowie strikter internationaler und nationaler Regularien wird die Sache auch dadurch verkompliziert, dass es bislang keine universell anerkannte Definition für «medizinische» Kunststoffe gibt.
Frühere Herausforderungen Zuletzt hat der so genannte «PIP-Skandal» um den französischen Implantathersteller Poly Implant Prothèse (PIP) die Medizin14
Bilder: Velox
Das Gesundheitswesen und die Medizinprodukteindustrie sind streng reguliert, um Qualität, Nachhaltigkeit und vor allem den Schutz menschlichen Lebens sicherzustellen. Dies macht die Produktentwicklung aufwändig und komplex – mit strengen Compliance-Regelungen, langfristigen Tests, Qualitätsprüfungen und Zertifizierungen. Dennoch gibt es bisher keine Antwort auf eine scheinbar einfache Frage: Was genau ist ein «Medical Grade»Polymer? Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) hat nun die Definition eines Standards in Angriff genommen.
Siobhan Bastiansen: Wir unterstützen das VDI-Ziel voll und ganz und glauben, dass die Definition eines Standards mehr Zuverlässigkeit, Stabilität und langfristiges Engagement für alle Parteien zum Ergebnis hätte.
branche aufgewirbelt – mit weitreichenden finanziellen, rechtlichen und personellen Konsequenzen für PIP, die Materiallieferanten, Benannte Stellen und Patienten. Für Brustimplantate war gewöhnliches Industriesilikon verwendet worden. Nachdem zahlreiche dieser Implantate gerissen waren, kam der Skandal 2010 ans Licht. Bis heute beschäftigt er die Gerichte. Erst im Februar 2017 entschied der Europäische Gerichtshof im Fall des TÜV Rheinland, dass Benannte Stellen zwar die Aufgabe haben, die Endverbraucher medizinischer Geräte zu schützen, aber nicht gesetzlich haftbar sind. Der PIP-Skandal ist nur der jüngste in einer Reihe von Vorfällen, die in den vergangenen Jahrzehnten in der gesamten Branche für Aufsehen sorgten. Noch einmal hat er eindrücklich gezeigt, wie gross die ungelösten Probleme und Unsicherheiten bei allen Beteiligten sind.
Ähnliche Vorkommnisse in den 1990er Jahren veranlassten viele Polymerlieferanten, sich aus der Medizinbranche zurückzuziehen. Um den Markt wieder in Gang zu bringen, verabschiedete der US-Kongress 1998 den «Biomaterials Access Assurance Act». Danach haften Rohstofflieferanten nicht mehr für Produktversagen, sofern sie «die geltenden vertraglichen Anforderungen oder Spezifikationen einhalten». Seither mussten Medizinproduktehersteller hohe Investitionen tätigen, um die Regelkonformität und anwendungsspezifische Sicherheit ihrer Produkte zu gewährleisten. Doch eine nationale oder gar internationale Definition für «Medical Grade»-Polymere steht nach wie vor aus.
Anwendungseinschränkungen als Selbstschutz Als Reaktion auf aufsehenerregende und kostspielige Gerichtsverfahren in den 1990er Jahren haben Polymerhersteller, die aktiv die Medizinbranche ansprechen, Strategien entwickelt, um bestimmte Anwendungen zuzulassen, andere auszuschliessen. «Die Bandbreite der «Regeln», die dabei zur Anwendung kommen, ist gross», weiss Siobhan Bastiansen. «Häufig beruhen Einschränkungen weniger auf der erwarteten Leistungsfähigkeit des Polymers in der Zielanwendung als auf der Unternehmenskultur und Entscheidungen der Rechtsabteilung. So kann es vor allem um das gefühlte Risiko eines späteren Rechtsstreits gehen.» Einige typische Einschränkungen: –– Nicht für den medizinischen Einsatz zugelassen –– Nur Hautkontakt 6/2018
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–– Kein direkter Kontakt mit Flüssigkeiten, die in den Blutkreislauf gelangen –– Maximal 24 Stunden innerhalb des Körpers –– Maximal 29 Tage innerhalb des Körpers Natürlich ist es eine grosse Herausforderung für Medizinproduktehersteller und OEMs, insbesondere kleinere Spezialunternehmen, den Überblick über all diese komplexen Regelungen und Haftungsausschlüsse zu behalten. «Als Distributor für medizinische Spezialpolymere sehen wir uns als wichtiges Bindeglied zwischen Polymerlieferanten und unseren Kunden, den Medizinprodukteherstellern, um die Polymerauswahl zu einem sicheren, erfolgreichen, tragfähigen und möglichst einfachen Prozess zu machen», so Bastiansen. Beispielsweise gibt es derzeit nur eine sehr kleine Polymerauswahl für Produkte, die länger als 30 Tage im Körper verbleiben sollen und bei denen eine vertrauensvolle Beziehung zum Rohmateriallieferanten besonders wichtig ist. «Unser Partner Lubrizol LifeSciences ist einer der wenigen Polymerlieferanten, die den Einsatz ihrer thermoplastischen Polyurethane (TPU) nicht auf 30 Tage im Körper beschränken», erläutert Bastiansen. Stattdessen erinnert der Disclaimer daran, dass die Polymerauswahl dem Gerätehersteller überlassen bleibt. Produktentwickler können aus einem grossen TPU-Sortiment die je nach Anwendung vielversprechendsten Typen auswählen und testen. «Benötigt andererseits ein Kunde nur geringe Mengen eines farbiges Materials für ein nichtinvasives Gerät, können wir entsprechend den Mindestbestellmengen der Lieferanten unterschiedliche Optionen vorschlagen oder in Zusammenarbeit mit IPC, unserem Partner für medizinische Compoundierung, auf eine langfristige Lösung hinarbeiten.»
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haben sich viele Gerätehersteller bei der Auswahl des Materials auf die Einhaltung der geltenden Normen wie USP Class VI und ISO 10993 in Bezug auf Biokompatibilität verlassen. Die neue EU-Verordnung über Medizinprodukte (MDR – 2017/745), die am 25. Mai 2017 verabschiedet wurde und ab dem 26. Mai 2020 zur Anwendung kommt, legt grosses Gewicht auf Risikomanagement und Sicherheit. Im Vergleich zu bisher geltenden Richtlinien wie die MDD – 93/42/ EWG enthält sie 100 zusätzliche Artikel,
zwei zusätzliche Anhänge, neue Klassifizierungsregeln sowie erweiterte Anforderungen an die Berichterstattung. Darüber hinaus stärkt sie die Rolle Benannter Stellen «in Bezug auf ihr Recht bzw. ihre Verpflichtung, unangekündigte Vor-Ort-Audits sowie physische Kontrollen oder Laboruntersuchungen an Produkten durchzuführen, um sicherzustellen, dass die Hersteller auch nach der ursprünglichen Zertifizierung die Vorschriften jederzeit einhalten». «Insbesondere für viele kleine bis mittelständische Medizinproduktehersteller kann
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Die MDR und ihre Auswirkungen Während Polymerhersteller eigene Kriterien für medizingeeignete Polymere aufgestellt haben, steht es Medizinprodukteherstellern theoretisch frei, jedes beliebige Polymer einzusetzen, solange es den geltenden Vorschriften entspricht. Jedoch tragen sie dabei das Haftungsrisiko. So 6/2018
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lauf einer sechsmonatigen Einspruchsfrist Ende 2018 vorliegen. «Wir unterstützen das VDI-Ziel voll und ganz und glauben, dass die Definition eines Standards mehr Zuverlässigkeit, Stabilität und langfristiges Engagement für alle Parteien zum Ergebnis hätte», betont Bastiansen. «Davon würden Polymer- und Medizinproduktehersteller gleichermassen profitieren.»
Veränderungsmanagement und langfristiges Engagement Das richtige Polymer für eine bestimmte medizinische oder pharmazeutische Anwendung zu finden, kann schwierig sein.
das neue, anspruchsvolle Gesetz das Aus bedeuten, denn es wird den Markteintritt für ihre Produkte extrem schwierig und teuer machen», kommentiert Bastiansen. Allerdings: Auch die MDR bringt (wie schon die MDD) keinerlei Fortschritt im Sinne einer industrieweiten Standarddefinition für medizinische Polymere. Spezielle Polymertypen für medizinische Anwendungen sind also nicht zwingend vorgeschrieben, solange geltendes Recht eingehalten wird.
zember 2016 gründete der VDI einen Richtlinienausschuss zur Standardisierung von «Medical Grade»-Polymeren. Der Verband kommentiert: «Ziel soll es sein, die Anforderungen an den Werkstoff Kunststoff für den Einsatz in Medizinprodukten zu definieren und damit einen Standard zu erarbeiten, der für Rohstoffproduzenten und Hersteller von Medizinprodukten als Leitfaden genutzt werden kann. Durch die Richtlinie werden die Bereiche Entwicklung, Logistik, Beschaffung und Einkauf gleichermassen erfasst.» Ein erster Entwurf wurde auf der VDI-Fachtagung «Kunststoffe in der Medizintechnik», die am 10. und 11. April in Friedrichshafen stattfand, vorgestellt. Die finale Richtlinie soll nach Ab-
Erster Schritt in Richtung einer verbindlichen Definition Doch zumindest in Deutschland ist nun der Stein ins Rollen gekommen. Im De-
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Indessen haben spezialisierte Hersteller medizinischer Polymere bereits die Gelegenheit ergriffen, wichtige Wertbeiträge für Verarbeiter und OEMs zu schaffen. Diese Tatsache ist umso erwähnenswerter, als nur ca. 3 % der weltweiten Polymerproduktion in Medizin- und Gesundheitsanwendungen fliessen – «verschwindend wenig», meint die Expertin für medizinische Kunststoffe. Für viele Polymerlieferanten, die volumenstarke Branchen wie Automobilbau, Lebensmittel, Verpackung und Bau beliefern, ist es nicht wirtschaftlich, in einen Markt mit so geringen Stückzahlen zu investieren. Jedoch sind einige vermeintliche Industrietypen in Produkte eingegangen, die als Medizinprodukte gelten und als solche der MDR bzw. den US-amerikanischen FDA-Vorschriften unterliegen. Für Medizinproduktehersteller birgt dies ver-
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schiedene Risiken und Herausforderungen. Haben sie erst ein Material sorgfältig ausgewählt und getestet, das all die komplexen Regularien für medizinische Kunststoffe und obendrein die Anforderungen für die gewünschte Anwendung erfüllt, müssen sie sich auf langfristige Lieferfähigkeit und Planbarkeit verlassen können. Plötzliche Lieferausfälle oder unangekündigte Produktionsänderungen – bei indus triellen Polymeren an der Tagesordnung – können sich als fatal erweisen, da sie den Produkthersteller zwingen, den ganzen komplizierten und teuren «Rattenschwanz» an Tests, Qualifizierungsmassnahmen und Zertifizierungsprozessen, der Jahre dauern kann, von vorne zu beginnen. «In dieser schwierigen Lage haben Polymerhersteller, die Spezialpolymere für medizinische Anwendungen anbieten, eine Möglichkeit entdeckt, den Medizinprodukteherstellern echten Mehrwert zu bieten», so Bastiansen. «Lieferanten wie Repsol oder Lubrizol LifeSciences, mit denen wir seit vielen Jahren zusammenarbeiten, haben transparente Mechanismen eingeführt, um den Change-Control-Prozess für OEMs zu erleichtern und langfristige Lieferfähigkeit sicherzustellen.» So profitieren beide Seiten von einer engen Zusammenarbeit mit gegenseitigen Einblicken und dem Austausch von Know-how und schützen gleichzeitig ihr Unternehmen und ihre Produkte vor teuren Ausfällen. Für Medizinproduktehersteller ist es wichtig, die «Landschaft» typischer Polymerhersteller zu verstehen. Cristina Martinez vom Velox-Partner Repsol, Geschäftsbereich Healthcare, bringt die Herausforderung auf den Punkt: «Chemiewerke, die Hunderttausende Tonnen Material herstellen, wie wir bei unseren PE-, PP- und EVA-Harzen, streben nach kontinuierlicher Verbesserung in Sachen Effizienz, Qualität, Innovation und Wirtschaftlichkeit. Somit ändert sich die Lage permanent – neue Typen bringen Vorteile, alte fallen aus dem Raster. Ein grosser Gewinn für unsere Indus triekunden, aber ein Albtraum für die Kunden aus dem medizinischen Bereich. Die Herausforderung beim Aufbau unseres Repsol Healthcare-Portfolios lag weniger in der Technik, in der Entwicklung innovativer Typen. Viel schwieriger war es, die Anforderungen medizinischer und phar6/2018
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mazeutischer Unternehmen zu verstehen und entsprechende Produktzuständigkeiten über alle beteiligten Unternehmensbereiche zu steuern. Produktion, Einkauf, Logistik, F&E, Vertrieb und Marketing sind alle in den Prozess involviert.» «Den eigenen Lieferanten kennen und sicherstellen, dass er einen selbst und die jeweilige Anwendung kennt – das ist das ideale Szenario», fasst Bastiansen von Velox zusammen. «Der Lieferant weiss genau, wo er mit anpacken muss, berät und ist langfristig auf der Seite des Produkther-
stellers. Für den Erfolg eines Produkts über seine gesamte Lebensdauer ist das von unschätzbarem Wert. Dies gilt umso mehr angesichts der neuen MDR.» Kontakt Velox GmbH Niederlassung Freiburg Ziegelhofstrasse 234 D-79110 Freiburg i. Brsg. +49 761 896 439-13 berger@velox.com www.velox.com
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Werkstoffe
Sabic investiert in digitales Produktionssystem
Thermoplastische Verbundlaminate in Serie Thermoplastische Composites gelten als Leichtbaustoffe mit aussergewöhnlicher Festigkeit. Ihre breite Akzeptanz wurde bisher jedoch durch Schwächen bestehender Fertigungsprozesse erschwert, die zeit-, kosten- und arbeitsaufwändig sind und viel Produktionsabfall mit sich bringen. Sabic will dies ändern und investiert in eine neue Technologie.
Composite-Lösungen unter Einsatz hochentwickelter Verfahren mit einem signifikanten Potenzial für kürzere Zykluszeiten und reduzierte Systemkosten. «Die schnelle und kostengünstige Grossserienfertigung hochwertiger Teile aus perfekt massgeschneiderten thermoplastischen Composites wird bald Wirklichkeit sein», sagt Gino Francato, Global Business Leader, Composites, Sabic. «Mit der Inbetriebnahme unserer digitalen Fertigungsanlage für Composites – der ersten grosstechnischen Lösung dieser Art in der Branche – werden wir diesem Ziel einen grossen Schritt näher kommen.» Arno van Mourik, CEO von Airborne, ergänzt: «Gestützt auf unsere Innovationskraft und über 20 Jahre Erfahrung in Fertigungs-
prozessen für Composites entwickeln wir diese Anlage konsequent nach Automatisierungs- und Datenaustauschprinzipien der Plattform Industrie 4.0. Die Anlage wird Sabic-Kunden die Entwicklung, Prototypisierung und Fertigung herausragender, differenzierter Produkte ermöglichen, die von der Festigkeit und dem Leichtbaupotenzial thermoplastischer Endlosfaser-Composites von Sabic profitieren.»
Schnell und voll automatisiert Die neue grosstechnische Produktionsanlage wird von Airborne in den Niederlanden gebaut und ist dafür ausgelegt, mit Fabrikautomations- und Digitalisierungs-
Bilder: Sabic
Sabic, ein weltweit führendes Chemieunternehmen, ist entschlossen, den umfassenderen Einsatz thermoplastischer Composites in mehreren Einsatzbereichen voranzutreiben und hat zu diesem Zweck in die erste automatisierte und digitalisierte Produktionslinie der Verbundwerkstoffindustrie investiert. Die Technologie ist auf die Massenproduktion von Laminaten auf Basis der CFRTC- bzw. thermoplastischen Endlosfaser-Composite-Tapes von Sabic ausgerichtet. Das Digital Composites Manufacturing System wurde gemeinsam mit Airborne und «powered by Siemens» entwickelt und wird voraussichtlich Anfang 2019 in Betrieb genommen. Ziel ist die Schaffung von Kapazitäten für massgeschneiderte
Mit der Investition in die umfassende Digitalisierung und Automation der grosstechnischen Herstellung von Verbundlaminaten kommt Sabic dem Trend hin zu immer leichteren und dünneren Gerätedeckeln aus Materialien mit grösserem Designspielraum entgegen.
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6/2018 DIE EINHEIT FÜR ERFOLG
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software von Siemens mehrere unterschiedliche thermoplastische Verbundlaminate im Minutentakt für Stückzahlen von über einer Million pro Jahr zu fertigen. «Um eine derart schnelle und zuverlässige Produktionsleistung für Composites sicherzustellen, ist die intensive Zusammenarbeit von Airborne, Sabic und Siemens unerlässlich», betont John O’Connor, Director of Product & Market Strategy, Specialized Engineering Software, bei Siemens. «Unsere gemeinsame Zielsetzung ist, die Wettbewerbsfähigkeit von Airborne und Sabic durch erhöhte Flexibilität, Produktivität und Innovationsgeschwindigkeit zu festigen. Und Digitalisierung ist der Schlüssel zu bahnbrechender Fertigungstechnologie.» Für maximale Flexibilität wird das System fernbedienbar sein und mehrere Laminatformate gleichzeitig produzieren können. Zur Qualitätsoptimierung werden MachineLearning-Techniken eingesetzt, und adaptive Prozesssteuerung wird das Ändern von Einstellungen bei laufendem Betrieb ermöglichen. Das Sabic Center of Excellence in den Niederlanden wird die Digital Composites Manufacturing Anlage mit seinen Kapazitäten für Predictive Engineering unterstützen. Das Predictive Engineering für UDMAX-
Werkstoffe
Bänder basiert auf CAE-Software, mit der sich die Leistungsfähigkeit des Composites in einer Anwendung anhand von Materialdaten und Materialmodellen (zum Beispiel für elastische Eigenschaften oder Rissbildung bzw. Bruchverhalten) sowie unter Einbezug der Fertigungsparameter simulieren lässt.
gewichtsparenden Vorteile von Laminaten, sondern auch deren Designspielraum und kürzere Zykluszeiten für Bauteile wie Gerätedeckel», schliesst Gino Francato. Der Zugriff auf grosstechnisch produzierte thermoplastische Composites ist auch von potenziellem Nutzen für Kunden in einer Vielzahl weiterer Branchen.
Durchbruch für Composites in Verbraucherelektronik
Sabic ist ein weltweit führendes diversifiziertes Chemieunternehmen mit Sitz in Riad, Saudi-Arabien. Produziert wird im weltweiten Massstab in Nord- und Südamerika, Europa, im Nahen Osten sowie im asiatisch-pazifischen Raum. Hergestellt werden die unterschiedlichsten Arten von Produkten: Chemikalien, Kunststoffe, AgriNährstoffe, Metalle und Spezialitäten. Die Regierung Saudi-Arabiens hält 70 Prozent der Aktien von Sabic. Die restlichen 30 Prozent werden öffentlich an der saudischen Börse gehandelt.
Die erste Generation von Produkten dieser digitalen Produktionsanlage für thermoplastische Composites wird auf unmittelbare Anforderungen in der Verbraucherelektronik zugeschnitten sein. Sie wird in grossen Mengen leichte und verzugarme Laminate mit hohem Modul liefern, massgeschneidert in Dicke, Abmessungen und Verstärkung für die gewünschte Leistungsfähigkeit. Zu den primären Anwendungen dieser mit carbonfaserverstärkten Polycarbonat-Composites hergestellten Sabic-Laminaten zählen u. a. Laptop-Deckel. «Wir kommen damit den Forderungen unserer Kunden nach immer leichteren, aber festeren und dünneren Produkten für gros s e Serienanwendungen entgegen. Dies wiederum erschliesst unseren Kunden noch effektiver denn je nicht nur die
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Werkstoffe
Nachhaltig, zuverlässig und extrem leicht
airpop im Faktencheck Leicht wie Luft, stossfest und flexibel formbar: airpop, besser bekannt als Styropor, begegnet den Menschen in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens. Das expandierte Polystyrol (EPS) hat viele Vorzüge. Doch noch immer machen Falsch- oder Fehlinformationen über den Kunststoff die Runde. airpop, eine Fachgruppe in der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen, sagt was Sache ist.
Die Vorzüge von airpop sind bekannt: das EPS polstert Konsumgüter wie Haushaltsgeräte, sorgt für einen sicheren und hygienischen Transport von Lebensmitteln oder beugt Kopfverletzungen durch den Einsatz in Fahrradhelmen vor. Mit Fakten kontert die Fachgruppe airpop Mythen, die sich hartnäckig halten.
Das ist falsch. airpop besteht zu 98 Prozent aus reiner Luft – deshalb der Name. Der minimale Kunststoffanteil von zwei Prozent Polystyrol dehnt sich während der Produktion auf ein zigfaches seines eigenen Volumens aus. Der Materialeinsatz ist etwa um zwei Drittel geringer als bei anderen Verpackungsmaterialien. airpop entsteht in einem chemischen Verfahren, bei dem perlförmiges expandierbares Polystyrol mit Wasserdampf erwärmt und aufgeschäumt wird und sich so um ein Vielfaches der ursprünglichen Grösse aufbläht. Entdeckt wurde airpop übrigens 1949 durch den BASF-Wissenschaftler Dr. Fritz Stastny.
Mythos 2: ein überflüssiges Verpackungsmaterial airpop ist die cleverste Schutzverpackung im Alltag. Sie ist erstaunlich unempfindlich gegenüber Hitze, Dampf und Feuchtigkeit, leicht sowie wasserdicht und schützt zudem im Alltag zuverlässig: die Pizza, die im Karton aus airpop warm nach Hause geliefert wird, den Fisch, der kühl und frisch vom Meer bis an die Fischtheke von Supermärkten transportiert wird, die Kaffeemaschine, die unbeschädigt mit der Post kommt oder das lebenswichtige Organ. Als 20
Bild: fotolia/volkovslava
Mythos 1: airpop verbraucht viele Ressourcen
Als Polster in Fahrradhelmen verringert airpop das Risiko für Kopfverletzungen.
Polster in Fahrradhelmen verringert airpop das Risiko für Kopfverletzungen. Dank der guten Isolierfähigkeit sorgt das EPS dafür, dass Lebensmittel frisch, keimfrei und hygienisch bleiben und Konsumgüter wie Waschmaschinen oder Fernseher beim Transport vor Stössen geschützt werden. Auf dem Material können zudem Pilze und Bakterien nur schwer wachsen.
Mythos 3: airpop ist ein reines Wegwerfprodukt Das stimmt nicht. Die Recyclingquote für airpop-Verpackungen liegt in Deutschland bei etwa 50 Prozent (Conversio Studie 2017) – im europäischen Vergleich ein beispielhaftes Ergebnis, das sukzessive weiter ausgebaut wird. Verbraucher können grosse airpop-Verpackungen, etwa von Fernsehern oder Waschmaschinen, bei kommunalen Wertstoffhöfen zurückgeben. Kleine Mengen werden über den Gelben Sack oder die Wertstofftonne entsorgt. Spezialisierte Recyclingunternehmen arbeiten mit den Entsorgern von Handels-
häusern bspw. im Bereich Möbel oder Elektronik zusammen. Nach dem mechanischen Recycling lassen sich Verpackungen aus airpop durch einfache Schmelzprozesse in ihren Ursprungsstof f umwandeln, aus dem wiederum neue Produkte hergestellt werden. airpop kann bis zu siebenmal verlustfrei recycelt werden. Ist eine Wiederverwertung von airpop-Verpackungen nicht möglich, dienen sie in modernen Wärmeheizkraftwerken zur Erzeugung von Fernwärme. Bei dieser thermischen Verwertung ersetzt 1 Kilogramm airpop 1,4 Liter Öl zum Heizen und leistet damit einen Beitrag zur Ressourcenschonung.
Mythos 4: airpop enthält giftiges HBCD Diese Aussage ist falsch. airpop-Verpackungen aus Polystyrol enthalten kein HBCD und haben es niemals enthalten. Sie sind zu 100 Prozent lebensmittelecht und damit für den Verbraucher gänzlich unbedenklich. Die Verpackungen geben 6/2018
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Mythos 5: airpop hat eine schlechte Umweltbilanz Dieser Vorwurf ist aus der Luft gegriffen. airpop ist leicht und spart deshalb Gewicht. Weniger Treibstoffverbrauch beim Transport auf der Strasse bedeutet weniger CO2 in der Luft. Auch durch die guten Isolationseigenschaften des Materials ist eine weitere Kühlung oder Erwärmung von Produkten oft nicht nötig, sodass weitere
Mythos 6: Es gibt nachhaltigere Alternativen Quelle: Fachgruppe airpop in der IK
keine Schadstoffe ab. Daher besteht bei der Nutzung keinerlei Gesundheitsgefahr. Früher enthielten lediglich Dämmstoffe aus Polystyrol, die in Gebäuden verbaut wurden, das Flammschutzmittel HBCD (Hexabromcyclododecan). Seit Ende 2014 wird es laut Industrieverband Hartschaum (IVH) in Polystyrol-Dämmstoffen nicht mehr verwendet. Und: Eine Verwechslung ist nahezu ausgeschlossen: airpop-Formteile sind weiss und sauber, alte Dämmplatten verschmutzt und trübe.
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airpop sorgt dafür, dass Konsumgüter wie Fernseher beim Transport vor Stössen geschützt werden.
Energie gespart werden kann. airpop ist bei der Herstellung und Produktion FCKWfrei, weist geringe Luft- und Wasserbelastungen auf und hat einen sehr geringen Rohstoffeinsatz. Zudem spart jedes Kilo Erdöl, das zur Produktion von airpopDämmmaterial verwendet wird, später rund 150 Kilo Heizöl beim Heizen von Häusern ein.
airpop wird vor allem dann eingesetzt, wenn es auf eine hohe Isolierfähigkeit, Schutzleistung oder Stossfestigkeit ankommt. Kein anderes Material bietet für diesen Einsatz eine derartige Kombination von Leistungsmerkmalen, Qualität und Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei der Produktion von airpop werden auch weniger Rohstoffe, Chemie und Wasser benötigt als bei anderen Verpackungsmaterialien – zum Beispiel etwa im Vergleich zur Herstellung von laminierter Pappe ein Drittel weniger Wasser. Kontakt IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. Kaiser-Friedrich-Promenade 43 D-61348 Bad Homburg +49 6172 926667 www.airpop.de
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Werkstoffe
BASF stärkt Filament-Portfolio
Neue Materialien für 3D-Druck
Alle Filamente der Ultrafuse-Familie sind für industrielle Anwendungen entwickelt worden. «Wir wollen unseren Kunden weltweit qualitativ hochwertige und leistungsfähige Materialien für das Druckverfahren Fused Filament Fabrication anbieten», erklärt Firat Hizal, Marketing & Sales Manager Plastic Filaments bei der BASF 3D Printing Solutions. Zum Angebot gehört auch eine umfassende Expertise in der Anwendungsentwicklung und Knowhow in der Fused Filament Fabrication (FFF). Die überregionale Vertriebsvereinbarung mit Essentium umfasst verschiedene Produkte, darunter Ultrafuse Z. Dies ist ein spezielles, funktionalisiertes Filament, das auf BASF-Materialien basiert, von Essentium weiterentwickelt wurde und in Kombination mit der Verarbeitungstechnologie FlashFuse von Essentium angeboten wird. «Wir können hiermit ein Material für FFF zur Verfügung stellen, das Bauteile mit optimalen Festigkeiten in Z-Richtung ermöglicht», so Hizal. Im Laufe des Jahres wollen die Kooperationspartner weitere, gefüllte und schwer entflammbare Filamente auf den Markt bringen.
Niedrigschmelzendes PA6 für Standard-Maschinen Ultrasint PA6 LM X085 ist ein neues Material zum Einsatz in Selective Laser Sintering-Prozessen (SLS). Das graue Polyamid6-basierte Pulver schmilzt bei etwa 193 Grad Celsius und lässt sich leicht auf den meisten im Markt verwendeten SLS-Maschinen verarbeiten. «Mit diesen Eigenschaften haben vor allem Kunden in der Automobil- oder Konsumgüterindustrie nun ein PA6-basiertes Material zur Verfügung, wo heute meist nur aus verschiedenen PA11 oder PA12-Varianten gewählt 22
Bild: BASF
Die BASF 3D Printing Solutions, Heidelberg, stellt verschiedene neue Materialien für den 3D-Druck vor. Gemeinsam mit Essentium Materials, Texas, baut die Tochtergesellschaft der BASF New Business GmbH ausserdem ein globales Vertriebsnetzwerk für Kunststoff-Filamente auf. Beide Unternehmen fassen daher gezielt einen wesentlichen Teil ihrer industriellen Filament-Materialien unter dem Namen Ultrafuse zusammen.
Photo-Resin X400M eignet sich für bruchfeste Teile – hier zum Beispiel nachträglich gefärbte elektrische Steckverbinder.
werden konnte», erklärt Alexander Coch rane, Marketing Manager 3D-Printing Powder Bed Fusion. Die hergestellten Teile zeichnen sich durch eine hohe Steifigkeit und Festigkeit aus. «Die ersten mit dem neuen Ultrasint PA6 LM hergestellten Teile überzeugen, so dass wir voraussichtlich im Spätsommer erste Kunden mit unserem Pulvermaterial beliefern können», freut sich Cochrane. Auch im Bereich der UV-reaktiven Materialien arbeitet die BASF 3D Printing Solutions an verschiedenen Neuentwicklungen. Seit kurzem verfügbar ist das Photo-Resin X004M, das speziell für Stereolithographie- (SLA), Digital Light Processing- (DLP) und LCD-Drucker optimiert wurde, bei denen jeweils die Lichtquelle unter dem Baumaterial angebracht ist. Das neue Material überzeugt durch eine hohe Bruchfestigkeit bei gleichzeitig hohem Elastizitätsmodul. «Wir planen, auch mit unseren neuesten Materialentwicklungen im Bereich der Photopolymere in Kürze auf den Markt zu kommen, um die Kun-
denanforderungen aus der Industrie an flexible und vor allem hochfeste Photopolymer-Bauteile erfüllen zu können», so András Marton, Marketing & Sales Manager Photopolymers bei der BASF 3D Printing Solutions. Weitere Entwicklungen für UVreaktive Materialien kommen aus dem Bereich der keramischen Photopolymere, die das additive Fertigen von MetallgussFormen für Anwendungen zum Beispiel in der Luftfahrt- und Automobilbranche ermöglichen. Um besser auf Kundenbedürfnisse eingehen zu können, richtet die BASF 3D Printing Solutions zukünftig ihre Aktivitäten auf die Kundenbranchen Automobil, Luftfahrt, Konsumgüter sowie Medizin- und Dentaltechnik aus.
Kontakt BASF New Business GmbH, BE01 Benckiserplatz 1 D-67059 Ludwigshafen www.basf-new-business.com
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Werkstoffe
Alternative Rohstoffe
Covestro schliesst den Kohlenstoff-Kreislauf Rund 4 bis 6 Prozent des weltweit geförderten Erdöls werden für die Herstellung von Kunststoffen verwendet. Da die Ölreserven begrenzt sind, stehen alternative Kohlenstoffquellen hoch im Kurs. Seit Jahren nutzt Covestro verstärkt alternative Rohstoffe zur Herstellung seiner Produkte, auch um seine eigene Abhängigkeit von fossilen Ressourcen zu verringern. Damit kommt der Werkstoffhersteller dem steigenden Interesse an Produkten auf dieser Basis entgegen und präsentiert sich als ein Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit.
Bereits seit 2016 nutzt Covestro Kohlendioxid als Baustein für hochwertige Kunststoffe und spart damit einen Teil des bisher genutzten Erdöls ein.
CO²-Plattform-Technologie: Breite Rohstoffbasis Am Standort Dormagen betreibt Covestro eine Produktionsanlage für Polyol, ein Vorprodukt für Polyurethan (PU)-Weichschaum, der in Polstermöbeln und Matratzen eingesetzt wird. Dank der neuen Technologie können im Polyol bis zu 20 Prozent CO² chemisch gebunden werden, wodurch eine entsprechend grosse Menge an Erdöl eingespart wird. Die Produkte werden unter dem Namen cardyon angeboten. Doch dies ist erst der Anfang: Covestro arbeitet eng mit anderen Unternehmen und Universitäten zusammen, um weitere Nutzungsmöglichkeiten für die CO ² Plattform-Technologie zu erschliessen; viele der Projekte werden öffentlich gefördert. Ein Schwerpunkt ist CO²-basierter PU-Hartschaum für die Wärmedämmung von Gebäuden, aber auch Anwendungen im Automobil und im Sport rücken in den Blickpunkt. «Alternative Rohstoffe wie Kohlendioxid sind ein wichtiger Teil unseres ganzheitlichen Ansatzes, der die ganze Wertschöp-
fungskette unserer Produkte abdeckt», sagt Hermann-Josef Dörholt, Vertriebsleiter im Segment Polyurethanes in der Region Europa, Nahost und Afrika bei Covestro. «Mit der Nutzung von CO² bringen wir das wichtige chemische Element Kohlenstoff wieder in die Wertschöpfungskette zurück und beginnen damit, den Kohlenstoff-Kreislauf zu schliessen.» Das Verfahren ist auch im Hinblick auf den ökologischen Fussabdruck vorteilhafter als die herkömmliche Technik und trägt zur Erfüllung gleich mehrerer UN-Nachhaltigkeitsziele – abgekürzt SDG – bei. Es ist damit auch ein erfolgreiches Beispiel für das Ziel von Covestro, bis zum Jahr 2025 mindestens 80 Prozent seiner Forschungsausgaben in die Erreichung der SDG zu investieren. Anders ausgedrückt: Die Technologie hat eine hohe Kohlenstoff-Produktivität, wenn man das Verhältnis von eingesetzter CO²-Menge zum erzielten Nutzen in Form hochwertiger Kunststoffe betrachtet.
Bio-Anilin komplett aus pflanzlichen Rohstoffen Darüber hinaus hat Covestro zusammen mit Partnern eine einzigartige Methode entwickelt, um das chemische Schlüsselprodukt Anilin aus pflanzlichen Rohstoffen zu gewinnen. Der gesamte Kohlenstoffgehalt
stammt dabei aus Biomasse – eine Verknappung von pflanzlichen Nahrungsmitteln tritt aufgrund der geringen Menge nicht auf. Würden alle weltweit erzeugten Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, hätte das dafür benötigte Ackerland nach externen Studien nur einen Anteil von lediglich 0,9 Prozent an der weltweit landwirtschaftlich genutzten Fläche.
Vom Labor- zum gross technischen Massstab Im Labor wurde die neue zweistufige Herstellung von Bio-Anilin bereits erfolgreich getestet. Zurzeit laufen weitere Entwicklungen, um es auch in einem grösseren technischen Massstab zu nutzen. Anilin ist ein wichtiger Ausgangsstoff in der chemischen Industrie. Es wird unter anderem als Komponente für die Herstellung von MDI eingesetzt, einem Vorprodukt für PU-Hartschaum zur Wärmedämmung.
Kontakt Covestro International SA Regional Head Office Rte de Beaumont 10 CH-1701 Fribourg +41 26 422 81 11 www.covestro.com
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Masterbatch und Compounds 6/2018
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Leichtbau
Firmenkooperation schafft Zugriff auf Spezialwissen
Kunststoff macht Roboter zum Multitalent Wie mit modernstem Kunststoff-Leichtbau und smarten mechatronischen Lösungen der Mini-Transportroboter «Sally» für verschiedene neue Anwendungen «industriefit» gemacht wurde, zeigt ein Kooperationsprojekt des Kunststoff- und Mechatronik-Clusters in Österreich. Das von drei Firmen gemeinsam mit einem Produktdesigner entwickelte Lastaufnahmesystem für den Miniroboter ist mittlerweile für den Transport von Sterilgut erfolgreich in Dänemark im Einsatz.
Bilder: DS Automotion
Der Markt für Mini-Transportroboter wie «Sally» boomt. Das Grundmodul des fahrerlosen Transportfahrzeugs wurde von DS Automotion in Linz in Oberösterreich entwickelt. «Für Lasten bis ca. 100 kg lässt sich Sally nun mit verschiedenen Aufbauten flexibel an unterschiedlichste Transportaufgaben anpassen», sagt Projektleiter Wolfgang König von DS Automotion. Das neue Lastaufnahmesystem entspricht sämtlichen internationalen Industriestandards und auch strengsten Hygieneanforderungen. So ist Sally damit beispielsweise auch für den Einsatz in Krankenhäusern geeignet.
Leichtbau schafft Wettbewerbsvorteil Die neu entwickelten, serientauglichen Aufbauten für das vorhandene Grundmodul mussten einerseits sehr leicht, gleichzeitig aber sehr stabil sein. «Das so erzielte grösstmögliche Gewichtsaufnahmevermögen, besseres Fahrverhalten und höhere Geschwindigkeiten sind entscheidende Wettbewerbsvorteile», so König. Mit dem Know-how und den Erfahrungen der Kutec Kunststofftechnik GmbH ist es gelungen, die technischen und hygienischen Anforderungen optimal und gleichzeitig ästhetisch ansprechend zu lösen. «Dank der Integration des Produktdesigners weiermayer industrial design in die Projektgruppe und mittels Einsatz moderner Kunststofftechnik haben wir innerhalb kurzer Zeit das Produkt zur Serienreife entwickelt», erklärt König.
Optimale Sensorik gefunden Mit den im Projekt gefertigten ersten Prototyp-Aufbauten war es möglich, verschie24
«Sally», das flexible Transportsystem: links mit einem Waschaufsatz, rechts mit einem Sterilgutbehälter.
denste Sensoren zu testen und so für Transportgut mit unterschiedlichen Geometrien und Materialien eine optimale Lösung zu finden – also ein möglichst breites Messfeld bei entsprechender Genauigkeit. Eine dazu neu entwickelte Betriebssoftware ergänzt das System perfekt.
Rollenbahn oder Bandförderer wurden in Hinblick auf Geräuschentwicklung, Verschleiss oder Reinigungsmöglichkeit bzw. Hygiene evaluiert und so entstand die optimalste Lösung. Die Klatt Fördertechnik GmbH, Innovationstreiber bei stationären Transportanlagen für Stückgut, brachte ihr spezielles Wissen in diesem Bereich ein.
Antrieb- und Transportsystem für unterschiedliche Güter Herausfordernd war auch die Entwicklung der Transport- und Antriebssysteme für das Be- und Entladen. «Wir haben in einem ausgeklügelten Testprogramm Anwendungsfälle in Dauerlast- und Extrembereichen evaluiert – über 150 Stunden im Werk und vor Ort beim Kunden», erzählt König. Verschiedene Transportkomponenten wie Antrieb, Getriebeübersetzung oder Fördertypen wie Gurtförderer,
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Leichtbau
Von einem Tag auf fünf Minuten
Zykluszeiten drastisch reduziert
Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekts «MAI Sandwich» hat ein Konsortium aus verschiedenen namhaften Partnern in den vergangenen zweieinhalb Jahren weitere Grundlagenforschung in diesem Bereich geleistet und ein neuartiges integriertes SandwichstrukturKonzept für Bauteile aus Verbundwerkstoff in der Luftfahrt und im Automobilbereich entwickelt. Das Konzept beruht auf dem Einsatz von innovativen thermoplastischen Materialdesigns unter Verwendung von recycelten Carbonfasern in Kombination mit einem hocheffizienten Fertigungsverfahren. Für die Entwicklung wurden die Partner auf der weltweit grössten Branchenmesse für Verbundwerkstoffe, der JEC World 2018 in Paris, mit einem JEC Innovation Award in der Kategorie Aerospace Process ausgezeichnet. 0_IR_Ins_1-3q_183x85_fbg_Rohstoffland.pdf
Tolles Ergebnis dank optimalem Zusammenspiel
0_IR_Ins_1-3q_183x85_fbg_Rohstoffland.pdf Die Herstellung von Sandwichstrukturen 1 war bisher noch zeit- und damit auch kostenintensiv. So kann die Fertigung eines Standard-Bauteils (OEM-unabhängiger Demonstrator des Projekts) in herkömmlicher Fertigung bis zu einem Tag Zykluszeit dau0_IR_Ins_1-3q_183x85_fbg_Rohstoffland.pdf ern. Das Projekt konnte zeigen, dass sich
Bild: NMB
Leichtbau-Materialien sowie deren Verarbeitungsverfahren entwickeln sich stetig weiter. Zu den Verfahren gehört auch die Sandwichbauweise mit Verbundwerkstoff-Materialien, bei der ein besonders leichter Kern von beiden Seiten mit Decklagen aus faserverstärktem Kunststoff ummantelt wird. Nun ist es einem Konsortium gelungen, ein neuartiges Fertigungsverfahren zu entwickeln, das die Zykluszeit eines Bauteils drastisch verkürzt.
nem neuartigen Werkzeugkonzept der Firma Hofmann auf der 2500 t Spritzpresse des Forschungspartners Neue Materialien Bayreuth umgesetzt und demonstriert. Bauteile mit Sandwichstruktur ermöglichen ein besonders geringes Gewicht bei gleichzeitig hoher Biegesteifigkeit. Daher bietet sich die Bauweise unter anderem für Sekundärbauteile wie Bodenplatten oder Verkleidungen im Innenraum von Flugzeugen oder für Unterboden- und Rückwand-Konstruktionen im Automobil besonders an.
MAI-Sandwich-Demonstratorteil.
diese langen Zykluszeiten drastisch reduzieren lassen auf bis zu 5 Minuten für ein vergleichbares Bauteil in der Luftfahrt und bis zu 2,5 Minuten für ein vergleichbares Bauteil im Automobilbereich. Möglich war dieses Ergebnis durch das optimale Zusammenspiel der verschiedenen Kompo1 11.10.12 nenten. Konkret zu11:06 nennen ist zum einen der sortenreine Einsatz von aufschmelzbaren thermoplastischen Materialien im Kern 11.10.12 11:06 und in den Decklagen. Zum anderen entwickelten die Partner einen neuartigen, darauf abgestimmten Fertigungsprozess, der die drei Verfahren Thermoformen, Spritzgiessen und thermisches Fügen in einer automatisiert fertigenden Anlage 1 11.10.12 11:06 kombiniert. Das Verfahren wurde mit ei-
Koordiniert wurde das Projekt durch den Lehrstuhl für Carbon Composites der TU München. Die weiteren Partner des Projekts waren Airbus, BASF SE, BMW, SGL Group, Foldcore, Neenah Gessner, Neue Materialien Bayreuth und Hofmann Werkzeugbau.
Kontakt Technische Universität München Dr.-Ing. Christoph Ebel Lehrstuhl für Carbon Composites Boltzmannstr. 15 D-85748 Garching +49 89 289-15070 ebel@lcc.mw.tum.de www.lcc.mw.tum.de
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Leichtbau
Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen
UD-Tapes auf biologischer Basis Autos sollen leichter und damit umweltschonender werden. Ein wichtiger Ansatz dabei ist es, metallische Bauteile durch Faser-Kunststoff-Verbunde mit gleicher Stabilität zu ersetzen. Ein Team des Fraunhofer-Instituts für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS in Halle (Saale) hat gemeinsam mit Partnern endlosfaserverstärkte Kunststoffverbunde entwickelt, die nicht nur sehr gute Leichtbau-Eigenschaften besitzen, sondern sogar auf Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt worden sind.
¹ Michael Kraft, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Fraunhofer IMWS.
Biobasierte Laminate auf der Basis einer Polymilchsäure-Polypropylen-Matrix im Verbund mit unidirektional ausgerichteten Celluloseregeneratfasern in verschiedenen Aufbauten.
biobasierte Alternativen auf Basis nachwachsender Rohstoffe sowohl kunststoffals auch faserseitig für die Entwicklungsarbeiten verwendet wurden. Die Forscherinnen und Forscher entwickelten ein Polymerblend, das zu 70 Prozent biobasiert ist. Es besteht aus Polypropylen und Polymilchsäure, die aus Zuckerrohr und Mais synthetisiert werden kann.
In einer zweiten Entwicklungsstufe hat das Projektteam aus diesen Blends biobasierte UD-Tapes erzeugt: In einem Folienimpräg nierverfahren wurden unidirektional ausgerichtete Celluloseregeneratfasern mit der entwickelten Kunststofffolie zu UDTapes zusammengeführt, um schliesslich sehr stabile Laminate pressen zu können. Ergebnis: Mit Gewichtsersparnissen im
laufer
Faser-Kunststoff-Verbunde sind ideale Werkstoffe für den Leichtbau, denn sie weisen eine hohe Festigkeit und Steifigkeit bei gleichzeitig geringer Dichte auf, ausserdem besitzen sie gute Dämpfungseigenschaften und sind sehr korrosions- und witterungsbeständig. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der BYK Chemie GmbH aus Wesel in Nordrhein-Westfalen sowie der GK Concept GmbH aus Dresden wurden am Fraunhofer IMWS biobasierte, endlosfaserverstärkte Halbzeuge entwickelt. Diese Halbzeuge, sogenannte UD-Tapes, bestehen aus parallel nebeneinander abgelegten Endlosfasern und einer Polymilchsäure-basierten thermoplastischen Matrix, welche die Fasern so einbettet, dass eine endlosfaserverstärkte Folie entsteht. Durch das Übereinanderlegen und das thermische Verpressen mehrerer Folienlagen generiert man hochleistungsfähige Platten, durch deren Weiterverarbeitung die Faserorientierung im Bauteil direkt an den Lastverlauf im späteren Einsatzfall angepasst werden kann. Das Projekt setzte gezielt auf eine Verminderung rohölbasierter Materialien, indem
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Bild: GK Concept GmbH
Leichtbau
Ergebnis des Forschungsprojekts ist unter anderem ein biobasierter Armlehnen-Demons trator für das Automobilinterieur bestehend aus biogenem UD-Tape zur gezielten Verstärkung an Lastspitzen, einem Holzfaservlies und einem Dekorstoff. Das Gewichtseinsparpotenzial beträgt hier fast 20 Prozent.
Automobil-Interieurbereich von bis zu 20 Prozent und einer gleichzeitigen Performance-Steigerung, beispielsweise der Biegefestigkeit um mehr als 90 Prozent im Vergleich zu herkömmlich verwendeten biobasierten Materialsystemen, können diese sehr gut als Basis für den gezielten Strukturleichtbau genutzt werden.
besser unsere Laminate werden, desto wirtschaftlicher können später spezielle Baugruppen, wie beispielsweise für das Interieur von Autos, für den Industriemassstab hergestellt werden. Die am Pilotanlagenzentrum verfügbaren innovativen und weiterentwickelten Verfahren im Zusammenspiel mit den neuen Werkstoffkombinationen erhöhen das Potenzial für zukünftige Leichtbauanwendungen, da biobasierte Verbundwerkstoffe für neue Anwendungsgenerationen nicht mehr wegzudenken sind.»
Die Ergebnisse dieses Forschungsprojekts wurden im April im «Schaufenster Bioökonomie» auf der Hannover Messe präsentiert.
Kontakt Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS Walter-Hülse-Strasse 1 D-06120 Halle +49 345 5589-204 michael.kraft@imws.fraunhofer.de www.imws.fraunhofer.de n
sind ein eigenständiges Familienunternehmen mit 140-jähriger Wir Wir sind einein eigenständiges Familienunternehmen mit 140-jähriger Wir sind sind ein Familienunternehmen mit 140-jähriger Tradition undeigenständiges beschäftigen rund 110 Mitarbeitende. HerstellerTradivon Wir Familienunternehmen mitAls 140-jähriger Tradition undbeschäftigen beschäftigen rund 110 engagieren Mitarbeitende. Als Hersteller Wir sind ein mit 140-jähriger KunststoffHaushaltprodukten uns mit vier Ge-von tion undeigenständiges rundFamilienunternehmen 110 Mitarbeitende. Alswir Hersteller von KunstTradition undund beschäftigen rund 100 Mitarbeitende. Als Hersteller von Kunststoffund Haushaltprodukten engagieren wir uns mit vier Geschäftsbereichen im In- und Ausland in den Küche, HausTradition rund 100 engagieren Mitarbeitende. Als Hersteller von stoff-und undbeschäftigen Haushaltprodukten engagieren wir Teilmärkten uns vier GeschäftsbeKunststoffundim Haushaltprodukten wirmit uns mit vier schäftsbereichen In- und Ausland in den Teilmärkten Küche, Haushalt, Gebinde-Technologie sowie Kunststoff-Formteile. Kunststoffund Haushaltprodukten engagieren wir uns mit vier reichen im Inund Ausland in den Teilmärkten Küche, Haushalt, im Inund Ausland in den Teilmärkten Küche, halt, Geschäftsbereichen Gebinde-Technologie sowie Kunststoff-Formteile. Für die Nachfolge unseres langjährigen Gebinde-Technologie sowie Kunststoff-Formteile. Geschäftsbereichen im Inund Ausland inProduktionsleiters den Teilmärktensuchen Küche,wir Haushalt, Gebindetechnologie sowie Kunststoff-Formteile. frühzeitig einen unseres langjährigen Produktionsleiters suchen wir Für die Nachfolge Für die Nachfolge unseres langjährigen Produktionsleiters suchen wir Haushalt, Gebindetechnologie sowie Kunststoff-Formteile. frühzeitig einen frühzeitig einen Infolge Pensionierung suchen wir einen
Produktionsleiter Kunststoff-Spritzguss
Infolge Pensionierung suchen wir einen
Produktionsleiter Kunststoff-Spritzguss (m/w) Produktionsleiter Kunststoff-Spritzguss Leiter Beschaffung / Logistik (m/w) (m/w) Ihre Hauptaufgaben (m/w) Leiter Beschaffung / Logistik Sie sind verantwortlich für unsere Anwendungstechniker, KunststoffIhre Hauptaufgaben Technologen, Einrichter sowie den Werkzeug- und Betriebsunterhalt Ihre Hauptaufgaben (m/w) unserer 19verantwortlich Spritzgussmaschinen plus dazugehörigen Peripheriegeräten Sie sind unsere Anwendungstechniker, KunststoffSie sind verantwortlich fürfürunsere Anwendungstechniker, Kunststoff-
Ihre Hauptaufgaben
Vielversprechende Resultate «Wir haben die hochwertige, biobasierte Faser an eine grösstenteils biogene Thermoplastmatrix angebunden und so einen Werkstoff mit sehr guter mechanischer Performance, etwa bei den Biege- und Zugeigenschaften, erhalten. Diese Tendenzen in unseren Entwicklungsarbeiten sind sehr vielversprechend für den nachhaltigen Leichtbau», sagt Ivonne Jahn, Leiterin der Gruppe «Thermoplastbasierte Faserverbund-Halbzeuge» am Fraunhofer IMWS. In Zusammenarbeit mit der GKC GmbH stellten sie und ihre Kollegen am Fraunhofer-Pilotanlagenzentrum für Polymersynthese und -verarbeitung PAZ in Schkopau mittels Hybridspritzguss und Pressverfahren verschiedene Musterbauteile im Pilotmassstab her, etwa einen Armlehnendemonstrator. Durch die Arbeiten zur Technologie- und Materialentwicklung ist die Basis für den späteren Einsatz dieser biopolymerbasierten Verbundwerkstoffe im Automobilbau geschaffen. Jahn sieht vielfältige Einsatzmöglichkeiten für die Bio-UD-Tapes: «Je 6/2018
und somit für das Herz unserer Unternehmung. Technologen, Einrichter sowie Werkzeugundund Betriebsunterhalt unTechnologen, Einrichter den WerkzeugBetriebsunterhalt Mit Ihrem Team setzen sowie Sie die den festgelegten Beschaffungsund serer 19 Spritzgussmaschinen plusEinrichtedazugehörigen Peripheriegeräten Das Organisieren des reibungslosen und Produktionsbetriebs unserer 19 Spritzgussmaschinen plus dazugehörigen Peripheriegeräten Logistikstrategien der Unternehmung unter Berücksichtigung eines Ihre unter Hauptaufgaben Einhaltung der Terminvorgaben und Produktequalität ist Ihr Steund somit für das Herz unsererUnternehmung. Unternehmung. und somit für das Herz unserer optimalen PreisLeistungsverhältnisses undBetriebes den bestmöglichen Mit Ihrem Team setzen Sie die festgelegten Beschaffungsckenpferd. Auch die Weiterentwicklung des in Bezugund auf neue Das Organisieren des reibungslosen Einrichteund Konditionen um. 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Sie beobachten die Marktveränderungen aktiv und Technologien, Prozessoptimierungen, Arbeitsplatzgestaltung und unterum den vorbeugenden Unterhalt unserer Maschinen und Anlagen. Technologien, Prozessoptimierungen, Arbeitsplatzgestaltung und unterweltweiten Lieferanten und Logistik-Partnern. Sie erarbeiten Prozess-, stützende Managementsysteme liegt Ihren Händen. Zusätzlich kümarbeiten erfolgsversprechende Massnahmen aus. In dieser Funktion stützende Managementsysteme liegt inin Ihren Händen. Zusätzlich kümund Qualitätsverbesserungen und setzen diese selbständig mit Ihrem Ihr Profil mern SieSie sich mit IhremTeam Team neben Verfahrensoptimierung auch um mernTeam Sie sich mit Ihrem nebender der Verfahrensoptimierung auch überwachen die partnerschaftlichen Beziehungen mit unseren um. Sie verfügen über eine abgeschlossene Grundausbildung als Kunstdenvorbeugenden vorbeugenden Unterhalt unserer Maschinen und Anlagen. um den Unterhalt unserer Maschinen Anlagen. weltweiten Lieferanten Logistik-Partnern. Sie erarbeiten Prozess-, stofftechnologe und und eine Weiterbildung im Bereich derund KunststofftechIhr nik (FH/HF). Zudem weisen und Sie eine umfassende Berufserfahrung im und Qualitätsverbesserungen setzen diese selbständig mit Ihrem Ihr Profil Profil Ihr Profil Bereich Kunststoffspritzguss undinmehrjährige Leitungsund FührungsSie haben langjährige Erfahrung der internationalen Beschaffung Sie verfügen über eine abgeschlossene Grundausbildung als KunstTeam um. erfahrung aus. 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Zukunft Sie übernehmen eine interessante, vielseitige Aufgabeverhandlungsmit grosser untersenden uns Ihre Bewerbungsunterlagen. Möchten Sie TeilDann unseres innovativen und zukunftsorientiertenFür Sie übernehmen eine interessante, vielseitige Aufgabe mitTeams grosser sicher in Deutsch und Englisch. nehmerischer Freiheit und entsprechender Verantwortung. Wir bieten Auskünfte Ihnen Bienvenue unter Tel. 055 55 55 sein? Dannsteht senden SieFrau unsBrigitte Ihre Bewerbungsunterlagen. Für 645 Auskünfte unternehmerischer Freiheit und entsprechender Verantwortung. Wir bieIhnen attraktive Anstellungsbedingungen und Sozialleistungen. steht Ihnen Frau Brigitte Bienvenue unter Telefon 055 645 55 45 gerne gerne zur Verfügung. ten Ihnen attraktive Anstellungsbedingungen und Sozialleistungen. zur Verfügung. Ihr nächster Schritt Ihr nächster Schritt A. &Sie J. Stöckli AG,dieser Frau Brigitte Bienvenue und vielseitigen Tätigkeit Fühlen sich von herausfordernden Möchten Sie Teil A. & J. Stöckli AG unseres innovativen und zukunftsorientierten Teams Ihr nächster Schritt Ennetbachstrasse 40, 8754 Netstal angesprochen? Dann senden uns Ihre Bewerbungsunterlagen. Für sein?Brigitte Dann senden Sie uns Ihre Bewerbungsunterlagen. Für Auskünfte Frau Bienvenue Möchten Sie Teil unseres innovativen und zukunftsorientierten Teams www.stockli.ch steht Frau Brigitte Bienvenue unter Telefon 055Tel. 645055 55 45 gerne Ennetbachstrasse 40, 8754 Netstal Auskünfte steht Ihnen Frau Brigitte Bienvenue unter 645 55 55 sein?bewerbung@stockli.ch, DannIhnen senden Sie uns Ihre Bewerbungsunterlagen. Für Auskünfte zur stehtbewerbung@stockli.ch Ihnen Frau Brigitte Bienvenue unter Telefon 055 645 55 45 gerne gerne zurVerfügung. Verfügung. www.stockli.ch zur Verfügung. A. & J. Stöckli AG
A. & J. Stöckli AG, Frau Brigitte Bienvenue Frau Brigitte Bienvenue A. & J. Stöckli AG Ennetbachstrasse 40, 8754 Netstal Ennetbachstrasse 40, Frau Brigitte Bienvenue8754 Netstal bewerbung@stockli.ch bewerbung@stockli.ch, www.stockli.ch Ennetbachstrasse www.stockli.ch 40, 8754 Netstal bewerbung@stockli.ch www.stockli.ch
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Verband
Fachtagung der Interessengruppe (IG) Bau
Kunststoffeinsatz im Bau Die Interessengruppe Bau im Verband Swiss Plastics traf sich am 11. April 2018 im Klostergut Paradies, Schaffhausen, zur Fachtagung «Kunststoffeinsatz im Bau». Referiert wurde über Trends und Entwicklungen. Ein Podiumsgespräch rundete die Veranstaltung ab.
Dank ihren guten Eigenschaften und ihrem attraktiven Preis-/Leistungsverhältnis stellen heute die Kunststoffprodukte einen beträchtlichen und ständig wachsenden Anteil des Baubranchen-Angebotes dar. Ob für Fenster, Türen, Isolationen, Bodenbeläge oder auch Gas- und Wasserversorgung, Klima, Flammschutz und mehr – die Kunststoffe haben eine führende Stellung eingenommen und werden laufend weiter entwickelt, um den Komfort der Endverbraucher zu erhöhen und immer anspruchsvolleren Qualitäts- und Nachhaltigkeitsnormen gerecht zu werden. Herausforderungen wie Substitutionsprodukte für kritische Weichmacher und Stabilisatoren, Biokunststoffe, Einhaltung der EU/SIA Normen z.B. SIA 2055 sowie Umwelt- und gesundheitsrelevante Merkmale von Bauprodukten müssen laufend gemeistert werden. Die IG Bau vereint die gesamte Wertschöpfungskette und richtet den Fokus auf Bauprodukte, denn «ohne Kunststoffe geht heute nichts!» so Claude Fischer, Leiter der IG Bau. Er unterstreicht in seiner Einführung die zunehmende Rolle der Polymerwerkstoffe dank ihren technischen Vorteilen in der Baubranche und untermauert seine Ausführungen mit einigen interessanten Kennzahlen zu Kunststoffen im Bau: – Der Kunststoffverbrauch in der Schweiz beträgt 1 Mio. Jato oder 125 Kg pro ¹ Peter Stauffer, Geschäftsführer Administration, Swiss Plastics.
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Bilder: Swiss Plastics
Peter Stauffer ¹
Gut besuchte IG-Bau-Fachtagung: Die Themen reichten von FVK über neueste Entwicklungen im Fassadenmarkt und den wachsenden Anteil von Kunststoff in Tür- und Rollladenantrieben bis zu Kunststoffrohrsystemen in der Trinkwasserhygiene.
Kopf. Weltweit liegt der Verbrauch bei 280 Mio. Jato – Ein Viertel des eingesetzten Kunststoffs wird als dauerhafte Produkte am Bau eingebaut. – Die Branche weist seit 2009 ein Wachstum von 7 bis 10 % pro Jahr aus.
Für Diskussionsstoff ist gesorgt Diese Werkstoffgruppe kann aber den wachsenden Herausforderungen der Nachhaltigkeitsnormen gerecht werden und birgt grosse Entwicklungspotenziale, die in den Trends und der Vision 2025 aufgezeigt werden sollen und noch viel zu diskutieren geben werden. Fragen wie «Wird das Haus der Zukunft nur noch aus Kunststoff und -Derivaten bestehen? Wird mit zunehmender Digitalisierung eine 3DProduktion eines kompletten Hauses möglich?» versprechen eine spannende Zeit.
Silvio Ponti wies auf die vier Schwerpunkte der Legislatur 2017 – 2019 hin und erläuterte in seinen Ausführungen den aktuellen Stand der laufenden Arbeiten zur Neuausrichtung des Verbands. Um die Mitglieder über die mannigfaltigen Aktivitäten zu informieren wurde das Infonet, als Verbandsintranet ins Leben gerufen. Der Aufruf sich zu registrieren, um so direkt in den Informationsfluss des Verbands und der Branche eingebunden zu werden, wurde noch nicht bei allen Mitgliedern und deren Mitarbeitern gehört. Gezielte Referate und ein vielversprechendes Podiumsgespräch zum Thema «Kunststoffe im Bau – Vision 2025» ermöglichte den Teilnehmern einen besseren Einblick in die gegenwärtigen und zukünftigen Potenziale der Polymerwerkstoffe in den breiten Bauanwendungen. Den Teilnehmenden wurde jedoch nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch eine wichtige Netzwerkplattform für Fachgespräche geboten, an der die gesamte 6/2018
Verband
Wertschöpfungskette der Kunststoffe (vom Rohmaterial über sämtliche Verarbeitungsstufen bis zum Endverbraucher im Bau) behandelt wurden. Die Arbeitsgruppe rund um Claude Fischer strebt an, Kunststoff im Bau als Werkstoff und/oder gestalterisches Element vor allem den Zielgruppen Architekten, Planern und Ingenieuren näher zu bringen. Dazu sieht die IG Bau Synergien zu Ausbildungsstätten und Organisationen. Die nächsten Tagungen sollen so im Umfeld einer Hochschule und/oder in Kooperation mit der SIA geplant werden und an Folgeveranstaltungen werden Themen wie Brandschutz, Kreislaufwirtschaft/Recycling und Biofüllstoffe thematisiert. Mit der Bemerkung «Gerne setzen wir auch Ihre Themenwünsche um», forderte Peter Stauffer die Anwesenden auf, Wünsche und Anregungen einzureichen. In den Fachreferaten wurden die Bedeutung der Composite Kunststoffe im Bau durch Prof. Dr. Josef Kurath, Dozent ZHAW für Composite Werkstoffe, und die rasante Entwicklung im Fassadenmarkt durch René Bregenzer, Geschäftsführer Ecolite AG,
Den zahlreichen Teilnehmern der IG-Fachtagung wurde eine abwechslungsreiches und informatives Programm geboten.
ZH-Wolfhausen behandelt. Thomas Reber, Leiter Verkauf HP Gasser AG, präsentierte Innovationspotenziale von Membranfassaden. Marc Blanchard, Geschäftsführer KBS Spritztechnik Schweiz, FR-St-Antoni, the-
Wer sich noch nicht für die kommende Mitgliederversammlung angemeldet hat, kann dies noch online über den unten stehenden Link tun.
Mitgliederversammlung Swiss Plastics Schon angemeldet? Am Donnerstag, 5. im Anschluss an die MitgliederversammJuli 2018, findet in der Berufsschule Aa- lung dem Nachwuchs eine gebührende rau, Tellistrasse 58 in Aarau, die Mitglie- Plattform, auf der wir den Lehrabschluss derversammlung von Swiss Plastics der rund 40 Kunststofftechnologen EFZ statt. Der Verband unterstützt seit Jahr- und Kunststoffverarbeiter EBA mit Schul zehnten die Mitgliedsunternehmen da- ort Aarau gemeinsam feiern und die bei, Nachwuchskräfte zu gewinnen und besten Absolventinnen und Absolventen so die Fachkräftebasis zu sichern. Um auszeichnen. diesen Schwerpunkt stärker sichtbar zu Dieser Link führt direkt zur Anmeldung: machen, bietet Swiss Plastics dieses Jahr www.swiss-plastics.ch/mv18
6/2018
matisierte den wachsenden Kunststoffanteil in Tür- und Rollladenantrieben. Sturmwetter waren die Basis der Ausführungen von Peter Flüeler, FPC GmbH, früherer Leiter Abt. KU/Composites bei der Eidgenössischen Material Prüfungs- und Forschungsanstalt ZH in Dübendorf, der den Hagelwiderstand der Gebäudehülle vorstellte. Marcel Lüscher, Georg Fischer Rohrleitungssysteme AG, Schaffhausen, referierte abschliessend zum Thema Hygiene und legionellenfreie Rohrleitungssysteme. Das Podiumsgespräch Kunststoffe im Bau – Vision 2025, das durch Fischer moderiert wurde und zu einer spannenden Diskussion mit den Referenten führte, rundete die gelungene Tagung im Paradies ab. Die Präsentationen der einzelnen Referate sind unter News auf der Swiss Plastics Site zum Download bereit gestellt.
Kontakt Swiss Plastics Kurt Röschli Schachenallee 29C CH-5000 Aarau +41 62 834 00 67 k.roeschli@swiss-plastics.ch www.swiss-plastics.ch
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Cluster
Matières synthétiques
Vers un indispensable changement de paradigme
Source: Rudy Koopmans, PICC
Le Plastics Innovation Competence Center de Fribourg participe à deux projets européens visant à mieux connaître les chaînes de valeur afin de réfléchir à de nouveaux marchés pour les producteurs de matières premières et d’en diversifier les sources pour leurs utilisateurs et leurs transformateurs. Une première étape en vue d’une indispensable révision du modèle économique de la plasturgie.
Philippe Morel ¹ Les déchets jonchant plages et océans ainsi que la dépendance au pétrole nuisent considérablement à l’image du plastique. Pour Rudolf Koopmans, directeur du Plastics Innovation Competence Center (PICC) de Fribourg, ces deux réalités ne sont pourtant pas une fatalité. Il est selon lui possible, mais surtout indispensable, de faire évoluer les choses vers une durabilité accrue, mais au prix d’un changement de paradigme et d’une évolution des mentalités. «Depuis que j’ai passé mon doctorat», explique le chercheur, «le monde du plastique se résume peu ou prou à six matières: PP, PS, PVC, PU, PET. Les mentalités en sont prisonnières. Pour des questions de rentabilité, les dépenses R&D diminuent de plus en plus. Du coup, les entreprises se concentrent sur ce qu’elles savent déjà faire et cherchent simplement à améliorer encore un peu plus des produits très aboutis, mais ne cherchent que trop rarement à regarder leur problème avec des yeux neufs. Et, généralement, les problèmes ne sont pas traités en réfléchissant aux conséquences – origine des matières premières, recyclage, élimination, etc. – des solutions retenues pour les résoudre. Les différents acteurs de la plasturgie tendent donc à rester figés au sein d’une chaîne de valeur, le long de laquelle les problèmes se propagent comme une onde vers le consommateur final qui n’est plus à même de comprendre». Rudolf ¹ Philippe Morel, rédacteur indépendant, Fribourg.
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Les peptides sous forme de fibres sont récupérés de sources de protéines résiduelles.
Koopmans illustre cette problématique en posant six gobelets de plastique sur la table. Six matières différentes pour un usage identique. L’une d’elles est biodégradable, une autre recyclable. Comment faire pour que le consommateur puisse s’y retrouver et faire simplement le bon geste au moment du choix et de l’élimination? «Ce choix de matière est-il indispensable?», questionne-t-il. Selon lui, il est indispensable de repenser intégralement le modèle de l’industrie plastique. «Ce modèle date de la fin des années 1940, il n’est plus adapté aux réalités contemporaines», poursuit-il.
De la parole aux actes Réfléchir à un nouveau modèle est au cœur des activités du PICC. L’un de ses mots d’ordre est la simplification. Et Rudolf Koop mans de prendre l’exemple d’un distributeur de pastilles: «On peut déjà travailler à réduire la quantité de matière totale. Mais cet objet est composé de deux matières, ce qui constitue une difficulté supplémentaire lors de son recyclage, car il faudrait le démonter. De ce point de vue, il serait plus simple que ces deux éléments soient constitués de la même matière.»
Une autre piste réside dans le développement de nouveaux polymères d’origine naturelle et renouvelables se basant sur des protéines ou des peptides. «Prenons l’exemple du lait et de ses protéines», explique Rudy Koopmans. «Les producteurs de lait se trouvent aujourd’hui dans une situation économique qui ne leur permet plus de vivre de leur production. Pourquoi ne pas réfléchir à d’autres débouchés et voir le lait comme une matière première et travailler sur des applications technologiques des protéines du lait? Non seulement les agriculteurs pourraient ainsi diversifier leurs acheteurs, mais l’industrie des matières synthétiques réduirait sa dépendance au pétrole tout en proposant des produits durables faciles à intégrer dans une économie circulaire.»
Deux projets de recherche Cet exemple du lait est la parfaite illustration des projets de recherche européens Trans alp et AlpLinkBioEco auxquels participe le PICC. Le premier consiste à identifier, au sein de l’espace alpin, les différentes chaînes de valeur du domaine phytopharmacologique et d’en caractériser les acteurs, 6/2018
Cluster
de l’agriculteur à l’industrie chimique, avant de les mettre en lien en vue de nouvelles chaînes de valeur lorsque des connexions s’avèrent possibles. Ce projet ARPAF (EUSALP) regroupe cinq partenaires de l’espace alpin et est financé à hauteur de 270 000 Euros par le Land de Salzbourg. Le second, un projet Interreg VB dont le PICC est le leader, se nomme AlpLinkBio Eco et vise à identifier, aux niveaux régional et inter-régional, de nouvelles chaînes de
valeur et de les tester dans les quatre domaines d’activité que sont l’industrie du bois, l’emballage pharmaceutique, les produits agricoles et les produits chimiques. Ce projet, d’une durée de 36 mois, regroupant 14 partenaires de l’Arc Alpin, d’un budget total de 2,3 Mio Euros, est financé par l’Union européenne à hauteur de 1,73 Mio Euros (ERDF). Le Canton de Fribourg le soutient également au travers de la Nouvelle Politique Régionale, tout comme la
Haute école d’ingénierie et d’architecture de Fribourg. Contact Plastics Innovation Competence Center Dr. Rudolf Koopmans Passage du Cardinal 1 CH-1700 Fribourg +41 26 429 68 28 rudolf.koopmans@hefr.ch www.picc.center
Un investissement rentable
Apprentissage d’ATMS
Dès septembre 2019, les jeunes Romand-e-s qui souhaitent entamer un apprentissage d’agent technique des matières synthétiques pourront le faire à Fribourg, une ville idéalement située en termes d’accessibilité. C’est sur le site de blueFactory, situé à quelques centaines de mètres de la gare CFF, et au sein du Plastics Innovation Competence Center (PICC), une plateforme d’innovation commune à trois instituts de la Haute école d’ingénieurs et d’architectes de Fribourg, que se dérouleront les cours interentreprises. D’une durée de quatre ans, la formation d’ATMS se fera en commun avec celle de polymécanicien durant les deux premières années. En plus d’élargir leur horizon professionnel, cela permettra aux apprenti-e-s de travailler sur toutes les étapes de mise en forme des plastiques auxquels ils auront à faire en tant qu’ATMS. Pour qu’une telle offre de formation puisse voir le jour et perdurer, il est nécessaire que les entreprises de Suisse occidentale actives dans le domaine de la plasturgie jouent le jeu de l’apprentissage. Cela nécessite certes des ressources et un investissement en 6/2018
Source: JS Media Tools A/S
Le Plastics Innovation Competence Center, en collaboration avec le Swiss Plastics Cluster, met sur pied une formation pour les apprentis ATMS. La rentrée 2019 verra y débuter la première volée pour autant que les entreprises du réseau et de la région jouent l’intéressante carte de l’apprentissage.
Dès septembre 2019 une formation pour les apprentis ATMS démarre à Fribourg.
temps et en argent, mais apporte de nombreux plus à une entreprise.
Former des apprentis: un investissement rentable En effet, la présence d’apprenti-e-s bénéficie également aux employés et aux entreprises formatrices. Non seulement elles offrent un lieu de formation et contribuent à ce que des jeunes disposent d’une base solide pour leur vie professionnelle, mais elles permettent aux employés de devenir des formateurs, une fonction à la fois gratifiante et qui leur permet d’enrichir leur ba-
Vous souhaitez adhérer au Swiss Plastics Cluster ou vous informer sur ses activités? Visitez le site internet: swissplastics-cluster.ch.
gage professionnel et, pourquoi pas, de mettre leurs compétences au profit de toute l’entreprise dans le cadre de la formation du personnel. L’apprentissage comprend deux phases: une phase d’investissement et une phase de rentabilité. Dans la première, on investit dans les apprentis: il faut beaucoup les encadrer. Ils sont souvent à l’école professionnelle ou aux cours interentreprises. En deuxième partie d’apprentissage par contre, l’investissement porte ses fruits. Les apprentis sont devenus autonomes et effectuent des tâches plus exigeantes. Les apprentis acquièrent également des qualifications et des compétences utiles aux entreprises. Les informations qu’ils reçoivent à l’école professionnelle et les idées qu’ils y développent représentent également un plus pour leur employeur. Sans compter leurs approches parfois nouvelles et originales sur de vieux problèmes. Enfin, la formation d’apprentis donne l’image positive d’une entreprise responsable et impliquée dans sa région.
Contacts HEIA-FR / iRAP Dr. Laure Dupuits Bd de Pérolles 80 CH-1700 Fribourg +41 26 429 68 40 laure.dupuits@hefr.ch www.heia-fr.ch
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KUNSTSTOFF XTRA
Recycling
VDMA-Interview-Serie
Auch mehrlagige Folien sind recyclingfähig
Welche Rolle spielt die Kreislaufwirtschaft für Brückner? Helmut Huber: Kreislaufwirtschaft wird immer wichtiger. Wir sehen daher auch unsere Gesamtverantwortung als Glied in der Kette. Kunststoff hat sich in den letzten 20 Jahren als sehr guter Werkstoff erwiesen. Deshalb werden sich die Mengen in den nächsten 20 Jahren noch einmal erheblich vergrössern. Aber wir sehen auch, dass weltweit viele Kunststoffabfälle auf Deponien oder in Meeren landen. Es ist unbestritten, dass der Werkstoff Kunststoff wertvoll ist. Auf die vielen Vorteile, wie etwa Gewichtsreduktionen oder die Verlängerung von Lebensmittelhaltbarkeiten, will niemand verzichten. Kreislaufwirtschaft kann zeigen, dass man die Vorteile von Kunststoffen nutzen kann, ohne die Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Welchen Beitrag leistet Brückner für die Kreislaufwirtschaft? Huber: Der Abfall unserer Anlagen wird sofort wieder regranuliert und in die Verarbeitung zurückgegeben. 30 bis 40 Prozent werden in dem Prozess zum Homopolymer dazugegeben. In Summe können wir damit mehr in die Anlage wieder einspeisen, als normale Produktionsabfälle entstehen. Zusätzlich werden die Abfälle, die durch die Abtrennung der Randstreifen anfallen, sofort wieder in einer Randstreifenmühle zu Flakes zerhackt, zurückgeblasen und direkt im sogenannten Mixer wieder dosiert. Wir nennen das InlineRecycling. Auch nehmen wir an grösseren Arbeitskreisen teil und engagieren uns dort in Sachen Kreislaufwirtschaft. Einer davon ist auf europäischer Ebene Ceflex. Dort haben sich viele Unternehmen aus der gesamten Wertschöpfungskette des Bereiches der flexiblen Verpackungen zu32
Bilder: Brückner Maschinenbau
Kreislaufwirtschaft ist auch in der Folienherstellung ein wichtiges Thema. Im letzten Teil unserer Interviewserie über Wiederverwertung und Nachhaltigkeit gibt Helmut Huber, Geschäftsführer der Brückner Maschinenbau GmbH & Co. KG Auskunft über die technischen Grenzen und Möglichkeiten für den Einsatz von Rezyklaten in der Folienproduktion.
Helmut Huber: Die Digitalisierung könnte die Chargenverfolgung verbessern.
sammengeschlossen, um Wege zu finden, die Kreislaufwirtschaft auch für Folien zu verbessern. In China gibt es beispielsweise einen zweiten Markt für Folienabfälle. Die Leute holen sich den Abfall und verwenden ihn für andere Produkte, zum Beispiel Spritzgussprodukte. Wir brauchen also vielleicht auch einen zweiten Markt für Folien abfälle. Gibt es technische Grenzen für den Einsatz von Rezyklaten in der Folienproduktion? Huber: Ja, die gibt es. Wenn man den Anteil von 30 bis 40 Prozent an Rezyklaten überschreiten würde, dann können Schwierigkeiten im Prozess entstehen, etwa durch Unreinheiten. Solche Partikel können die Molekularstrukturen verändern. Das kann beim Recken der Folien zum Abriss führen. Wenn man Rezyklat zuführen will, muss man die Qualität deshalb gut im Auge behalten. Kann dabei die Digitalisierung helfen? Huber: Sie könnte die Chargenverfolgung verbessern. Das ist heute noch schwierig. Es wäre aber wünschenswert, wenn man
vorher schon sagen könnte, wie gut ein Regranulat ist. Grundsätzlich könnte Industrie 4.0 bei der Kreislaufwirtschaft nützlich sein. Dabei geht es ja immer um die prozessübergreifende Nutzung von Qualitätsdaten. Wenn wir uns nach allen Seiten vernetzen und neben den eigenen Anlagen auch noch die Weiterverarbeitungsmaschinen und die Regranuliermaschinen einbeziehen, dann könnte ich mir vorstellen, dass man neben der besseren Kon trolle der Materialien auch eine weitere Typenreduktion erreichen kann. Wenn man die Qualitäten kennt, dann kann man eventuell noch weiter Dicke nach unten fahren. Interview-Serie – bereits erschienen: –– KX11/2017: Akzeptanz für Rezyk late schaffen, Stefan Kaiser, Vecoplan AG, Bad Marienberg (D). –– KX12/2017: Gute Rezyklate erhöhen die Einsatzchancen, Peter Breuer, Motan Holding, Isny (D). –– KX1-2/2018: Hochreines Rezyklat ist Neuware ebenbürtig, Georg Tinschert, Wittmann Battenfeld, Kottingbrunn (A). –– KX3/2018: Die Kreislaufwirtschaft ist eine Riesenchance, Dr. Stefan Engleder, Engel Austria, Schwertberg (A). –– KX4/2018: Auf die gesamte Kunststoffkette kommt es an, Manfred Hackl, Erema, Ansfelden (A). –– KX5/2018: Nachhaltigkeit durch vollelektrische Maschinen, Gerd Liebig, Sumitomo (SHI) Demag, Schwaig (D).
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KUNSTSTOFF XTRA
Recycling
Werden die Folien denn immer noch dünner? Huber: Das hängt davon ab, was die Folie können soll. Es reicht von einem Monolayer, einem reinen Material, bis zu Verpackungsfilmen, die dann durchaus schon aus drei bis fünf oder mehr Lagen bestehen. Multilayer brauchen wir immer dann, wenn man funktional andere Eigenschaften haben will. Je mehr Lagen es werden, desto mehr wollen wir uns mit dem Thema Recycling und davor mit dem Sammeln und Sortieren dieser Produkte auseinandersetzen. Wäre es nicht besser, auf dickere Monolayer zu setzen, weil sie besser zu recyceln sind? Huber: Das kann im Einzelfall ein Weg sein. Aber wenn wir eine hohe Barriere brauchen, gegen das Eindringen von Sauerstoff zum Beispiel, dann kann es sein, dass man die Folie aus Polypropylen aus sen noch mit Polyethylen laminieren muss. Denkt man aber an eine TetrapakVerpackung, die innen noch eine Aluminiumfolie hat, damit sich zum Beispiel Orangensaft darin hält, dann geht das nicht nur mit einer dickeren Schicht. Dann braucht man den Multilayer-Verbund. Wir können aber heute schon mehrlagige Folien mit Barriereschichten herstellen, die Aluminium ersetzen können. Wichtig ist, dass schon im Design festgelegt wird, wie es später zu einer Verwertung dieser fünf
mostabilität. Der Kostenfaktor spielt eine entscheidende Rolle. Die auf Öl basierenden Materialien, die heute verwendet werden, sind deshalb so begehrt, weil sie eine gute Kombination aus Wirtschaftlichkeit und hervorragenden technischen Eigenschaften bieten. Wenn es biobasierte Kunststoffe gäbe, die wirtschaftlicher herstellbar wären, dann hätten wir auch dafür schon Konzepte parat. Wir sehen uns den Markt intensiv an und schauen, welche Verpackungen in Zukunft aus welchen Rohstoffen hergestellt werden können. Wir würden uns mehr Innovation wünschen, aber die müsste mehr von den Rohstoffherstellern kommen. Es wird eine Zeit brauchen, bis diese biobasierten Kunststoffe in die zum Teil sehr anspruchsvollen Anwendungsfelder hineinkommen. Vor allem muss der Preis nach unten gehen – und das ist nur über grössere Mengen möglich.
Folienstreckanlage.
oder sieben oder neun Lagen kommt. Es gibt heute schon Recyclingmethoden, mit denen mehrlagige Folien in einem Reaktor in Einzellagen aufgetrennt werden können. Die kann man dann wieder recyceln.
Kontakt Brückner Maschinenbau GmbH+Co. KG Königsberger Strasse 5-7 D-83313 Siegsdorf +49 8662 63-0 www.brueckner.com
Können Folien auch aus Biokunststoffen hergestellt werden? Huber: Aus biobasierten Kunststoffen kann man durchaus Folien herstellen. Aber von ihren technischen Eigenschaften und ihrer Wirtschaftlichkeit her haben sich diese Materialien bis heute nicht durchsetzen können. Manche der Eigenschaften verursachen teils noch Probleme, beispielsweise bei der Bedruckbarkeit oder der Ther-
VDMA Kunststoff- und Gummimaschinen ina.vettkoetter@vdma.org https://plastics.vdma.org n
Qualitätssicherung ist keine Glückssache 960-068d-04.18
statt
Damit die Serienproduktion nicht zur Lotterie wird, sorgen unsere Sensoren und Systeme für eine 100 %-Qualitätssicherung in Ihrer Spritzgiessfertigung. Zusätzlich erlaubt die automatische Dokumentation Ihrer Produktion eine lückenlose Rückverfolgung sämtlicher Prozessdaten. Wo auch immer Sie produzieren: Wir bieten Ihnen Komplettlösungen nach Maß und unterstützen Sie weltweit mit unserer umfassenden Servicekompetenz. www.kistler.com 6/2018
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KUNSTSTOFF XTRA
Recycling
Neue Studie vorgestellt
Zweites Leben für Smartphones und Tablets Fraunhofer Umsicht zeigt in einer neuen Studie: Die Aufbereitung von IT- und Kommunikationsgeräten für eine zweite Nutzungsdauer leistet einen signifikanten Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz. Die Forscher bestätigen damit die positiven Umwelteffekte, die die von Interseroh angebotene Aufbereitung und Wiederverwendung von IT-Geräten gegenüber der Neuanschaffung hat.
Aufwand für Kunden gering Allein im vergangenen Jahr kauften Ver braucher in Deutschland rund 24 Mio. Smartphones und 6,6 Mio. Tablets. Zu gleich ersetzen sie Altgeräte in immer kür zeren Abständen durch neue. «Legt man die nun von Fraunhofer errechneten Daten für alle in Deutschland im vergangenen Jahr erworbenen Smartphones – unab
me, dass neue ebenso wie die aufbereite ten Smartphones und Tablets jeweils zwei Jahre, PC und Notebooks jeweils dreiein halb Jahre genutzt werden. Bild: Alba Group
Neue Smartphones und Tablets werden in immer kürzeren Abständen auf den Markt gebracht, entsprechend entwickeln sich deren Produktlebenszyklen. Die Technik muss jedoch für die meisten Anwendun gen und viele Anwender nicht veraltet sein. Ein zweites Leben macht durchaus Sinn – und schont dabei die Umwelt. Die professionelle Wiederaufbereitung eines einzigen Smartphones etwa spart 14 kg Primärressourcen und 58 kg Treibhausgas emissionen ein. Bei einem Tablet sind es 58 kg Primärressourcen, und der Ausstoss schädlicher Klimagase wird um 139 kg ver mindert. Zu diesem Ergebnis kommt das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicher heits- und Energietechnik Umsicht in einer Studie im Auftrag der Interseroh Dienst leistungs GmbH. Da von vielen Herstellern Angaben zur Geräte-Zusammensetzung nicht verfügbar waren, stützten sich die Experten von Fraunhofer für ihre Studie hauptsächlich auf Daten der Firma Apple.
Eine Wiederverwendung von IT-Geräten führt zu einer Reduzierung des Ressourcenaufwands und trägt zum Klimaschutz bei.
hängig von der Marke – zugrunde, so lies sen sich bei deren Wiederaufbereitung durch uns, hochgerechnet allein knapp 1,4 Mio. t Treibhausgasemissionen einsparen», erklärt Jan Höschel, Leiter Business Center ReUse der Interseroh Dienstleistungs GmbH. «Dabei bleibt der Aufwand für un sere Kunden denkbar gering, während der positive Effekt auf das Klima und die Res sourcen immens ist.» Bereits vergangenes Jahr hatten die Fraun hofer-Wissenschaftler die Umwelteffekte der Wiederverwendung von PC und Note books im Auftrag von Interseroh analysiert. Führt man die Ergebnisse beider Studien zusammen, summieren sich die Einsparef fekte durch IT-Refurbishment von In terseroh auf insgesamt über 11 500 t Pri märressourcen und rund 7000 t CO2 im Jahr 2017. Das entspricht dem jährlichen Ausstoss von fast 4200 Pw. Ihre Untersu chung stützen die Experten auf die Annah
Effiziente Kreisläufe «Eine Wiederverwendung von IT-Geräten führt zu einer Reduzierung des Ressour cenaufwands und trägt zum Klimaschutz bei», erklärt Dr. Markus Hiebel, Abteilungs leiter Nachhaltigkeits- und Ressourcenma nagement bei Fraunhofer Umsicht. «Unse re Untersuchung zeigt, wie entscheidend die gezielte Verlängerung von Produktle benszyklen auf dem Weg zu effizienten Rohstoffkreisläufen ist.» Der IT-Refurbishment-Service richtet sich an Firmen, deren IT- und Kommunikations geräte häufig eine kurze Nutzungsdauer haben, obwohl sie meist noch funktionsfä hig sind. Der Umweltdienstleister kauft die Geräte und organisiert sämtliche Schritte auf dem Weg zur Wiederverwendung. Soll te diese nicht möglich sein, organisiert In terseroh die fachgerechte Entsorgung. Kontakt Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT Osterfelder Strasse 3 D-46047 Oberhausen +49 208 8598-0 www.umsicht.fraunhofer.de n
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KUNSTSTOFF XTRA
Recycling
PET Recycling
CO²-Bilanz von rPET weiter verbessert PET-Regranulat aus Post-Consumer-Getränkeflaschen von der PET Recycling Team GmbH – ein Tochterunternehmen von Alpla – verursacht eigenen Angaben zufolge lediglich ein Zehntel der Treibhausgasemissionen von Neuware. Dies bestätigt eine neue Untersuchung.
Im Vorjahr liess das PET Recycling Team (PRT) im niederösterreichischen Wöllersdorf den Klimafussabdruck für rezykliertes PET (rPET) aus eigener Produktion erheben. Der dabei ermittelte Wert lag bei 0,45 kg CO ² -Äquivalent pro Kilogramm erzeugtem Material. Eine Neuberechnung durch c7-consult unter Berücksichtigung des mittlerweile optimierten Strommixes ergibt nun einen Wert von nur noch 0,21 kg CO² -Äquivalent. «Mit der Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energien ist uns nochmals eine wesentliche Reduktion der CO²-Emissionen gelungen», freut sich Plant Manager Peter Fröschel. «Mit unserer jährlichen Produktionsmenge von rund 31 000 Tonnen rPET sparen wir im Vergleich zu PET-Neuware dieselbe Menge an CO², die eine Mischwaldfläche in der Grösse von 6231 Fussballfeldern in einem Jahr binden kann.»
Nachfrage nach rPET steigt Neuware, sogenanntes Virgin PET, verursacht 2,15 kg CO ² -Äquivalent pro Kilo-
gramm. Demnach betragen die Treibhausgasemissionen für rezyklierte Ware aus Wöllersdorf lediglich ein Zehntel davon. CEO Günther Lehner sieht die Alpla Nachhaltigkeitsstrategie bestätigt: «Wir stellen eine verstärkte Nachfrage nach Produkten aus Recycling-Materialien fest. Es ist in den vergangenen Jahren gelungen, von der reinen Kostendiskussion wegzukommen und Nachhaltigkeit als Wert zu verankern.»
Gesamten Recyclingprozess durchleuchtet Die Berechnung des Klimafussabdrucks (Carbon Footprint) erfolgte gemäss ISO 14044, beginnend bei der Sammlung und Sortierung der gebrauchten PET-Flaschen über den Transport zum Werk in Wöllersdorf bis hin zum Waschen, Aufbereiten und Granulieren. Die Analyse basiert auf der Massen- und Energiebilanz (Stromund Gasverbrauch) des Jahres 2016, welche seither konstant ist. Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich Alpla intensiv mit dem Recycling von
Nicht verpassen! Messeheft Ausgabe 10/2018 zur Fakuma vom 3. 10. 2018 Redaktionsschluss: 4. 9. 2018 Anzeigenschluss: 11. 9. 2018
Alpla betreibt an drei Standorten Recyclingwerke: Neben der 100-Prozent-Tochter in Wöllersdorf gibt es das 2013 errichtete Werk in Radomsko (Polen) und ein Joint Venture in Mexiko. Pro Jahr werden in den drei Werken insgesamt 65 000 Tonnen lebensmitteltaugliches rPET aus Post-Consumer-Material produziert.
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Kunststoffen. «Unsere Kunden setzen auf Nachhaltigkeit und wir unterstützen sie dabei mit unserem Know-how. Wir sind der Überzeugung, dass Recycling nicht nur aufgrund gesetzlicher Bestimmungen richtig und wichtig ist. Es ist ein Wirtschaftszweig mit hoher Bedeutung für die Umwelt und die Zukunft unserer Branche», sagt CEO Günther Lehner.
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KUNSTSTOFF XTRA
Wirtschaft
Deutsche Medizintechnikindustrie
Medizintechnik bleibt wichtiger Wachstumsmotor
Die deutsche Medizintechnikindustrie zieht für das vergangene Jahr eine positive Bilanz, bleibt aber hinter den Erwartungen des Industrieverbandes Spectaris zurück: 2017 erzielten die deutschen Unternehmen einen Umsatz von 29,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch bei der Zahl der Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigen (1310 / +4,1 Prozent) und der Anzahl der Mitarbeiter (137 857 / +3,9 Prozent) zeigen die jetzt vorliegenden Daten des Jahresberichts des Statistischen Bundesamtes einen Anstieg. Für das laufende Jahr 2018 rechnet Spectaris mit einem Zuwachs von vier Prozent. «Medizintechnik bleibt ein wichtiger Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft, auch wenn die Entwicklung nicht alle Erwartungen erfüllt hat», stellt Spectaris-Geschäftsführer Jörg Mayer klar. «Der HightechCharakter der meisten Anwendungen verschafft unseren Herstellern Wettbewerbsvorteile, die erfreulicherweise in ein Bekenntnis zu noch mehr Beschäftigung in Deutschland münden.» Auffällig ist jedoch eine Abschwächung der Ausfuhren in die USA, nach China, Frankreich, Italien und nach Grossbritannien. Die Gründe sind hierfür unterschiedlich. So macht es China mit neuen Zulassungs- und Registrierungsanforderungen sowie Absatzregulierungen den deutschen Unternehmen schwer. In den USA haben Gerüchte über die Abschaffung von Obamacare und der Ansatz «America First» von US-Präsident Trump zu einer Verunsicherung geführt, die zur vergleichsweise schwachen Nachfrageentwicklung beigetragen hat. Und der Brexit wirft beim Geschäft mit dem Vereinigten Königreich seinen Schatten voraus. «Man kann an den Zahlen erkennen, wie protektionistische Massnahmen und ihre Ankündigung schon Wirkung entfalten. Wir benö36
Bild: Karl Storz GmbH
Mit einem Umsatz von 29,9 Milliarden Euro bleibt die Branche hinter den Erwartungen zurück. Gemäss dem Industrieverband Spectaris dämpfen Protektionismus und die neue Medizinprodukteverordnung die Geschäfte. Neues Wachstum verspricht hingegen die Digitalisierung.
ten können, wirtschaftliche Einbussen hinnehmen oder unter Umständen sogar ihre Geschäftstätigkeit einstellen müssen. Dies hätte zur Folge, dass Arbeitsplätze verschwinden, Innovationen nicht mehr in den Markt gelangen und Produkte nicht beim Patienten ankommen, in vielen Punkten das Gegenteil dessen, was die Intention des Gesetzgebers war», so Leonhard.
Die neue Medizinprodukteverordnung bremst das Wachstum.
Digitalisierung als Impulsgeber
tigen mehr denn je starke Fürsprecher für den Welthandel. Wir erwarten, dass sich die deutsche Regierung hier auch weiterhin klar und deutlich äussern wird und als starker Verhandlungspartner auftritt», betont Mayer.
Ein Gegengewicht zu dieser Entwicklung kann das Potenzial der Digitalisierung für neue Geschäftsmodelle sein. Der Indus trieverband Spectaris erwartet daher von den im Koalitionsvertrag angekündigten Massnahmen zur Stärkung von eHealth wieder Wachstumsimpulse. «Die Gesundheitswirtschaft befindet sich in einem rasanten Prozess des Wandels, die Digitalisierung berührt bereits alle Bereiche der Versorgung», betont Mayer. So zeigt sich unter anderem jeweils auf der Medica, der Weltleitmesse der Medizinbranche, dass deutsche Hersteller technologisch schon heute mehr liefern könnten, als es die engen Rahmenbedingungen zulassen. Dies wird bei der Neuauflage der Messe im November 2018 nicht anders sein. Die Politik sollte daher schnell die geeigneten Rahmenbedingungen setzen, so die Forderung von Spectaris.
Medizinprodukteverordnung bremst Wachstum «Mit Blick auf die kommenden Jahre erwarten wir, dass das Umsatzwachstum auf dem europäischen Markt durch die neue Medizinprodukteverordnung an Dynamik verlieren wird», prognostiziert der Vorsitzende des Spectaris-Fachverbandes Medizintechnik, Dr. Martin Leonhard. Vor einem Jahr trat die neue Verordnung in Kraft, doch noch immer sind viele Fragen zur praktischen Umsetzung offen, die Probleme der Unternehmen angesichts der steigenden Bürokratie nicht gelöst. Die Medizinprodukteindustrie in Deutschland befürchtet einen enormen Engpass bei den Benannten Stellen wie z.B. DEKRA oder TÜV Süd. Diese sind zum Bewerten bestimmter Produkte zwingend notwendig, bevor die Hersteller sie in Verkehr bringen können. «Sollte sich die Lage in den nächsten Jahren weiter zuspitzen, werden Hersteller ihre Produkte nicht mehr vermark-
Kontakt Spectaris, Deutscher Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien e.V. Werderscher Markt 15 D-10117 Berlin +49 30 41 40 21-66 wolbeck@spectaris.de www.spectaris.de n 6/2018
KUNSTSTOFF XTRA
NEWs
Überall, wo Späne fliegen, ist die Ineichen AG in Ermensee erster Ansprechpartner für Maschinen und Anlagen für die Holz- und Kunststoffverarbeitung. Das vor fast 40 Jahren gegründete Handelsunternehmen hat 14 Vertretungen, alle exklusiv. «Wir suchen unsere Lieferanten sehr gezielt aus und pflegen langjährige Beziehungen. Hauptsächlich führen wir deutsche, italienische und österreichische Produkte», sagt Eric Ineichen, Verkaufsleiter des Familienunternehmens. Rund 40 Mitarbeiter kümmern sich von der Beratung und Planung des gesamten Betriebsablaufs über die Integration aller Komponenten bis zur Montage und zum nachträglichen Service um alle Arbeiten. In der top ausgerüsteten Werkstatt werden Occasionsmaschinen revidiert und flott gemacht. Jede Neumaschine wird vor der Auslieferung gründlich durchgecheckt.
Bild: Marianne Flur y
Ineichen AG: Frühlingsausstellung erstmals mit Wettbewerb
Eric Ineichen präsentiert eine der zahlreichen Verarbeitungsmaschinen aus dem Ineichen-Portfolio. Hier eine Hofmann Kehlmaschine.
Origineller Wettbewerb, originelle Ideen Eine Besonderheit der Ineichen AG sind die traditionell jeweils im Frühjahr und im Herbst durchgeführten Ausstellungen. An drei Tagen können sich Kun-
den und interessierte Fachleute über die neuesten Technologien informieren, zukunftsweisende Vorträge über aktuelle Themen hören, Workshops besuchen und im Späne-Bistro sich verpflegen und austauschen.
1. R a n g
Bilder: zvg
3 . R a n g
Be flü ge lt sin d wi r vo n un se re r Ar be it sc ho n . . . . . . do ch ei nf ac he r kä m en wi r m de m Hu bs it tic h vo n Ba r th da vo n.
2. R a n g
Die Gewinner des Wettbewerbs sind von Platz 1 bis Platz 3 das Theater Basel, Basel (Preis: Barth Hubtisch 300 XL mit Lochplatte), Bach & Perreten Holzbau AG, Gstaad (Preis: Barth Hubtisch 300 XL), und Olbis Les Ateliers, Le Mont-sur-Lausanne (Preis: Barth Hubtisch 300).
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«Der Aufwand für die Hausmessen im Frühling und im Herbst ist gross, aber wir haben doch jedes Mal zwischen 80 und 100 Firmen im Haus», erklärt Eric Ineichen. Dieses Jahr wurde an der Frühlingsausstellung im April erstmals ein Wettbewerb durchgeführt. Zu gewinnen gab es drei Barth Hubtische. Auf originelle Art sollten die Teilnehmer darstellen, wie sie im Alltag ihre Arbeit verrichten und weshalb sie unbedingt einen Hubtisch gewinnen wollen. «Wir hatten keine Ahnung, wie der Wettbewerb Anklang findet und sind positiv überrascht von den wirklich lustigen und interessanten Ideen, die eingegangen sind. Die Auswahl unter den 36 Einreichungen war echt schwierig zu treffen», erklärt Eric Ineichen. «Ergonomie am Arbeitsplatz ist heute ein Riesenthema. Deshalb sind Hubtische sehr beliebt und ein gut laufendes Produkt bei uns und entsprechend ein idealer Preis.» mf www.ineichen.ch 37
KUNSTSTOFF XTRA
NEWs
3. Biokunststoff-Seminar Rapperswil Die Diskussionen rund um die Themen Abfallproblematik und Umweltbelastung durch Kunststoffe rückte in den letzten Jahren die Biokunststoffe ins Rampenlicht der Öffentlichkeit. Am 19. April 2018 fand deshalb an der HSR das 3. Biokunststoff-Seminar Rapperswil mit über 80 Teilnehmenden aus Industrie und Forschung statt. Organisiert wurde das ganztägige Seminar vom IWK Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung unter der Leitung von Prof. Daniel Schwendemann, Fachbereichsleiter Compoundierung/Extrusion. Begriffe sind interpretierbar Eröffnet wurde die Vortragsreihe und der erste Themenblock «Umweltaspekte und Marktchancen» von Dr.-Ing. Michael Thielen, Herausgeber des bioplastics Magazine. Er nahm verschiedene Begriffe, wie beispielsweise die Nachhaltigkeit in Bezug auf Biokunststoffe, kritisch unter die Lupe. Mit seinem Exkurs über «Grüne Wirtschaft in der Schweiz» erläuterte Kurt
Lanz, economiesuisse, die Bedeutung dieses Begriffs und dessen Interpretationsmöglichkeiten in Zusammenhang mit der Politik sowie der globalen Betrachtung. Er hob auch die Innovationskraft der Schweiz hervor, mit welcher die besten Voraussetzungen bestehen, zur Reduktion der Emissionen sowie Umweltbelastungen und somit zu einer global «grüneren Wirtschaft» beizutragen. Im zweiten Themenblock «Materialien und ihre Eigenschaften» stellte Dr. Glauco Batta gliarin von der BASF die Projekterfolge mit der ETH vor, wie die Bioabbaubarkeit von Kunststoffen nachgewiesen werden kann. Dabei ist zu beachten, dass die Kunststoffe in Biomasse umgewandelt werden und nicht als «Mikroplastik» im Boden, Grundwasser und in Flüssen zurückbleiben. Dr. Ulla Trommsdorff, Sulzer Chemtech, präsentierte die Forschungsresultate mit der ETH im Bereich der biobasierten Alternative zu PET, dem PEF, deren besseren Barriereeigenschaften, sowie deren Herstellungsprozess. Vor
dem Start ins Nachmittagsprogramm gab es – parallel zum Stehlunch – eine Besichtigung des Labors für Compoundierung/Extrusion mit einer Compoundiervorführung von PLA und einem speziell beschichteten CaCO³, welches von Omya zur Verfügung gestellt worden war. Mariagiovanna Vetere von NatureWorks zeigte anschlies send auf, wie der Lactidring ihres PLA aus CO² und Methan aufgebaut wird. Negative Schlagzeilen versus Fakten Im Anschluss eröffnete Dr. Michael Salinas von der Firma Arburg den dritten Themenblock «Verarbeitung und Anwendungen» mit einem neu entwickelten wasserlöslichen Stützmaterial für die additive Fertigung mit dem Arburg Freeformer. Jana Walker, CEO von SwissPrimePack, stellte anschliessend die negativen Schlagzeilen von Kunststoff im Vergleich zu den wissenschaftlichen Fakten dar. Weiter berichtete sie über die Visionen verschiedener Grosskonzerne,
welche es durch Verpackungshersteller umzusetzen gilt. Als Highlight präsentierte sie den in einem KTI-Projekt mit dem IWK neu entwickelten und zum Patent angemeldeten Kaffeebecher mit Bio-Füllstoff. Beat Karrer von FluidSolids präsentierte ein Material, welches biologisch abbaubar ist und nicht aus Kunststoff besteht, jedoch mit den herkömmlichen Kunststoffverarbeitungsverfahren wie Extrusion und Spritzguss verarbeitet werden kann. Im abschliessenden Fachreferat von Dr. Sauro Bianchi (BFH) und Prof. Dr. Gion Andrea Barandun (IWK) wurde ein Bio-Composite und dessen Herstellung mit einem Tannin basierten Harzsystem sowie möglichen Anwendungen vorgestellt. Neben den Fachvorträgen boten die Pausen eine gute Gelegenheit, die diversen Ausstellungsstände zu betrachten und sich mit den Referenten auszutauschen. Abgerundet wurde das Seminar mit einer IWK-Laborbesichtigung und einem diskussionsreichen Apéro. www.iwk.hsr.ch
Philosophie für Ingenieure
Warum versteht kein Mensch Bedienungsanleitungen? Was macht es zu einer solchen Qual, Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn ein Ticket zu entlocken? Wieso kann man viel mehr ausprobieren als wissen? Warum muss man bei Simulationen auf der Hut sein? Vereinfachen, aber wie? 38
Das sind nur einige der Fragen, die der Technikphilosoph Klaus Kornwachs in seinem Buch beantwortet. Er kennt die Welt der ca. 700 000 Ingenieure in Deutschland und weiss um die alltäglichen Probleme hinter den technologischen Innovationen, die das Land auf Wachstumskurs halten. In «Philosophie für Ingenieure» schreibt Kornwachs über Erfindungen, technische Prozesse und Konstruktionsfehler – und darüber, welche Philosophie sich hinter der Technik verbirgt und wie aristotelische Logik bei der
Konstruktion von Turbinen behilflich ist. Von Platon bis Richard Sennett – Kornwachs hat geistesgeschichtliche Lösungsstrategien für handfeste praktische Probleme parat. Unterhaltsame Pflichtlektüre für jeden Ingenieur. In der dritten Auflage hat der Autor viele philosophische Betrachtungen zu aktuellen Themen ergänzt, z.B. über autonome Technik, Industrie 4.0 und die Rolle der Arbeit sowie über Big Data und den Dieselskandal. Aus serdem laden Übungen zum Nachdenken ein. www.hanser.de
Bild: Hanser
Kornwachs, Klaus, Philosophie für Ingenieure, 3. überarbeitete Auflage, Carl Hanser Verlag München, 2018. ISBN: 978-3-446-45471-2
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NEWs
Join us! Biesterfeld wächst erfolgreich Der Biesterfeld-Konzern setzte seine erfolgreiche Geschäftsentwicklung auch im Jahr 2017 fort. Ausschliesslich durch organisches Wachstum steigerte die Unternehmensgruppe ihren Konzernumsatz auf 1,2 Mrd. Euro und baute ihr operatives Ergebnis auf 51,2 Mio. Euro aus. Wachstum generierte das Familienunternehmen insbesondere auf den europäischen Märkten, wobei dem Heimatmarkt Deutschland eine besondere Bedeutung zukommt. Erneut trugen alle vier operativen Geschäftsbereiche zu dieser positiven Entwicklung bei. Sowohl der Ausbau der Marktanteile der Biesterfeld Plastic in Europa und Lateinamerika als auch die Weiterentwicklung der internationalen Handelsaktivitäten der Biesterfeld Inter-
national stärkten das nachhaltige Wachstum. Dem jüngsten Geschäftsbereich, Biesterfeld Performance Rubber, gelang ein erfolgreicher Start der Vertriebsaktivitäten in Brasilien und die Ausweitung des europäischen Produktportfolios. Auch die auf technisch anspruchsvolle und beratungsintensive Lösungen fokussierte Biesterfeld Spezialchemie baute das Geschäft in ihren 13 Kernsegmenten aus und erweiterte ihr hoch spezialisiertes Produkt- und Leistungsportfolio. Das erste Quartal 2018 verlief für den Biesterfeld-Konzern ebenfalls erfolgreich. Daher ist die Unternehmensgruppe optimistisch, die Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahre auch in 2018 fortschreiben zu können. www.biesterfeld.com
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The Future is
Ems-Grivory kooperiert mit Api-Trinseo Ems-Grivory verfügt über ein massgeschneidertes Polyamid-Portfolio für Optik-Anwendungen. Um seinen Kunden in puncto Hart-/Weich-Kombinationen fundierte Lösungen anbieten zu können, geht der Schweizer Polyamid-Spezialist eine Kooperation mit dem Elastomer-Hersteller API-Trinseo ein. Bei vielen Brillenanwendungen ist es erforderlich, ein hartes Polyamid-Substrat mit einem weichen Elastomer zu überspritzen. Eine hohe Verbundhaftung zwischen Polyamid und Elastomer, die über die gesamte Gebrauchsdauer besteht, ist ausserordentlich wichtig. Aus diesem Grund ist Ems-Grivory mit API-Trinseo eine Ent6/2018
wicklungspartnerschaft eingegangen. Diese hat zwei Ziele: Einerseits sollen aus den bestehenden Produktportfolios beider Unternehmen Produkte angeboten werden, welche sich sicher und dauerhaft verbinden lassen. Dies immer in Bezug auf den VDI 2019-Standard. Andererseits sollen im Laufe der Kooperation auf beiden Seiten neue Produkte entwickelt und aufeinander massgeschneidert werden. Untersucht und entwickelt werden sowohl biobasierte als auch erdölbasierte Produkte mit unterschiedlichen Shore-Härten, um die steigenden Markt- und Kundenbedürfnisse individuell befriedigen zu können.
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NEWs
Sumitomo (SHI) Demag verstärkt Zusammenarbeit mit Piovan Ziel des deutsch-japanischen Herstellers von Spritzgiessmaschinen und des italienischen Spezialisten für Peripherietechnik ist es, gemeinsame Systemlösungen zu entwickeln und anzubieten. Dazu nimmt Sumitomo (SHI) Demag eine Auswahl von Peripheriegeräten aus allen Produktbereichen von Piovan in sein Vertriebs-
portfolio auf. Niederlassungen und Vertretungen können so Maschinen und Peripherie aus einer Hand anbieten. Darüber hinaus wollen die beiden Partner strategisch bedeutsame Zielsegmente wie beispielsweise die Verpackungsindustrie, speziell bei Spritzgiessanwendungen im Dünnwand- und im Verschlussbereich, gemeinsam
bearbeiten. Das relevante Equipment wurde aus Piovans Gesamtportfolio ausgewählt und auf die Maschinenreihen der Sumitomo (SHI) Demag abgestimmt. Die Zusammenarbeit umfasst zunächst die europäischen Märkte und soll sukzessive auf andere Regionen der Welt ausgeweitet werden.
Trotz der engen Kooperation werden beide Unternehmen zukünftig weiterhin eigenständig und unabhängig voneinander die Märkte bearbeiten. Die Piovan Gruppe wird ihre Produkte und Dienstleistungen auch weiterhin anderen Spritzgiessmaschinenherstellern zur Verfügung stellen. www.sumitomo-shi-demag.eu
IN IN KÜRZE – – E Z R Ü K N I IN KÜRZE – n Auf der Hauptversammlung 2018 der BASF SE wurde Dr. Martin Brudermüller zum Vorstandsvorsitzenden gewählt. Er folgt damit Dr. Kurt Bock, der nach Ablauf der gesetzlichen zweijährigen Cooling-Off-Periode im Jahr 2020 in den Aufsichtsrat gewählt werden soll. Brudermüller ist seit 2006 Mitglied des Vorstands der BASF SE, seit 2011 stellvertretender Vorstandsvorsitzender sowie seit 2015 Chief Technology Officer. www.basf.com n Vor 20 Jahren nahm Demag Spritzgiessmaschinen in Ningbo die erste lokale Produktion im Rahmen eines Joint Venture auf. Heute ist Demag Plastics Machinery (Ningbo) Co., Ltd. eine hundertprozentige Tochter der Sumitomo (SHI) Demag Schwaig. Sie verfügt über eine Jahreskapazität von 1500 Maschinen und erzielte mit rund 200 Mitarbeitern zuletzt einen Umsatz von rund 40 Mio. Euro. www.sumitomo-shi-demag.eu
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n Josef Art ist neuer Leiter der Business Unit Foam der KraussMaffei Reaktionstechnik. Er tritt die Nachfolge von Wolfgang Frehsdorf an, der Ende Juni in Ruhestand geht. Art war zuletzt Geschäftsführer bei Votteler, Hersteller von Lacksystemen. www.kraussmaffei.com n Dr. Matthias L. Wolfgruber (64) ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Lanxess AG. Der promovierte Chemiker und ehemalige Vorstandsvorsitzende der Altana AG folgt auf Dr. Rolf Stomberg (78), der sein Mandat mit Ablauf der Hauptversammlung beendet hat. Wolfgruber gehört dem Kon trollgremium als Vertreter der Aktionäre bereits seit 2015 an www.lanxess.com n Dr. Michael Zobel ist neuer Vorsitzender des Verbandes der Kunststofferzeuger, PlasticsEurope Deutschland e. V. Er tritt die Nachfolge von Dr. Josef Ertl an. Der studierte Chemiker Zo-
bel (1969) ist seit 2010 weltweiter Leiter der Lanxess Division High Performance Materials. Seit 2014 ist er Mitglied des Steering Boards des pan-europäischen Verbandes PlasticsEurope in Brüssel. www.plasticseurope.org n Biesterfeld Spezialchemie übernimmt ab sofort den Vertrieb für Dymax Europe in der DACH-Region, Frankreich, der Türkei und Russland. Der Distributeur vertreibt die Produkte bereits seit vielen Jahren in Polen, Tschechien und der Slowakei. Neben der Medizintechnik finden die lichthärtenden Materialien auch in der Elektronik-, Optik- sowie Automobilindustrie Verwendung. www.biesterfeld.com n Walter Herrmann (83) erhielt für sein Lebenswerk den Gründerpreis 2018 des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg. In der Laudatio wurde er als ein Unternehmer mit Pionier- und Erfindergeist gewür-
KÜRZE
digt, der 1961 mit der Idee eines betriebssicheren Ultraschallgenerators den Sprung in die Selbstständigkeit wagte. Heute ist die Herrmann Ultraschalltechnik GmbH & Co.KG ein international agierender Hersteller für Ultraschallschweissmaschinen mit Standorten in 19 Ländern. www.herrmannultraschall.com n Die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde (DGM) beschreibt in ihrem Strategiepapier die Vision einer digitalen Transformation innerhalb der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik, deren Ziel es ist, die Transparenz der Fertigungsprozesse, und damit die Nachhaltigkeit und langfristig auch die Effizienz der Forschung und der Anwendung bei neuen Materialien und Werkstoffen zu verbessern. Das Strategiepapier macht generelle sowie individuelle Vorschläge, wie die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern sind. www.dgm.de
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NEWs
Engel erfolgreich in Amerika unterwegs Die USA gehören zusammen mit Kanada und Mexiko zu den wichtigsten Absatzregionen von Engel, und auch Südamerika zieht an. Im Geschäftsjahr 2017/18 erwirtschaftete die Engel-Gruppe mehr als ein Viertel ihres weltweiten Umsatzes in den amerikanischen Märkten. Gegenüber dem Vorjahr ist der Gruppenumsatz um 11 Prozent erneut gestiegen auf 1,51 Mrd. Euro. In Nordamerika beflügeln vor allem das gute Konsumklima und die Rückbesinnung auf die Produktion im eigenen Land die Kunststoffindustrie. Die Kunden investieren in die Modernisierung ihrer Maschinenparks sowie in neue Technologien,
die ihnen einen Wettbewerbsvorsprung verschaffen. Im Fokus stehen eine höhere Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Fertigungsprozesse sowie eine höhere Produktqualität. Aktuell beschäftigt Engel in Nordamerika 210 Mitarbeiter, rund 25 Prozent mehr als vor einem Jahr, und für das laufende Geschäftsjahr ist ein ähnlich starkes personelles Wachstum geplant. Die neuen Stellen sind unter anderem im After-Sales-Service, in der Anwendungstechnik, im Automatisierungszentrum und in den Business Units angesiedelt. Auf die Branchen bezogen ist Automotive in Nordamerika der stärkste Wachstumstreiber und
Herrmann: Volle Kraft voraus Die Herrmann Ultraschalltechnik zieht eine erfolgreiche 10-Jahresbilanz: Seit dem Generationenwechsel 2007 hat das Unternehmen Umsatz und Mitarbeiter verdoppelt und die Standorte verdreifacht. 2017 setzte das Unternehmen gruppenweit 75 Mio. Euro um. Beschäftigt werden weltweit 400 Mitarbeiter. Wichtige Beiträge zum erfolgreichen Jahresabschluss leistet das OEMKomponentengeschäft in Asien und Südamerika und die erfolgreiche US-Tochter Herrmann Ultrasonics Inc. Auch die Japan-Tochter nimmt in allen Geschäftsbereichen Fahrt auf. Strategisch wurde mit Standorten in nun 19 Ländern die von Kunden geforderte Marktnähe ausgebaut, vor allem in Brasilien, Japan, Südostasien, aber auch in Europa. Im Zuge dieser positiven Entwicklung wird Herrmann Ultraschall den Wandel zu neuen 6/2018
Antriebstechnologien nutzen und neben Kunststoffen künftig auch Nichteisenmetalle wie Kupfer und Aluminium verschweissen. Basierend auf einem Markteintrittskonzept werden bis Ende 2018 zwei neue Maschinen an den Start gehen. Am Standort Karlsbad investiert das Unternehmen gerade 20 Mio. Euro in eine Gebäudeerweiterung von 9000 m². 100 neue Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. Eine hauseigene Akademie zum Wissenstransfer und eine Ausbildungsquote von 13 % sind weitere wichtige Massnahmen für die Zukunft. Dazu CEO Thomas Herrmann: «Wir haben das Ziel, dass unser Kunde selbst zum ‹Prozessversteher› wird. Das passiert über unsere Labors und unseren qualifizierten Aussendienst in Seminaren und in der persönlichen Beratung.»
Roboter-Hype
wird dies voraussichtlich bleiben, so die Einschätzung von Engel. «Die Elektromobilität und das autonome Fahren stellen die Branche vor neue Herausforderungen, die sich nur durch den intelligenten Einsatz kunststoffbasierter Materialien und innovativer Verarbeitungsverfahren werden lösen lassen», sagt Dr. Stefan Engleder, CEO der Engel-Gruppe. «Kunststoffe sind per se ein Leichtbauwerkstoff, und das Spritzgiessen ist die ideale Technologie, Leichtbau mit Kosteneffizienz zu kombinieren.» Ausser in Amerika entwickeln sich die Märkte in Asien besonders dynamisch. www.engelglobal.com
Mehr als 3 Mio. Industrieroboter werden laut Prognose der International Federation of Robotics bis 2020 in den Fabriken der Welt im Einsatz sein. Damit dürfte sich der operative Bestand innerhalb von sieben Jahren (2014-2020) mehr als verdoppeln. Der technologische Wandel erfordert gleichzeitig eine gezielte Aus- und Weiterbildung für die Beschäftigten. Knapp 70 Prozent der Arbeitnehmer sind der Meinung, dass Robotik und Automation die Chance bieten, qualifiziertere Arbeit zu erlernen. Das hat eine weltweite automatica-Umfrage unter 7000 Arbeitnehmern ergeben. www.ifr.org
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NEWs
Bild: Engel
Georg Steinbichler erhält Goldene Ehrennadel
Prof. Dr.-Ing. Georg Steinbichler
Prof. Dr.-Ing. Georg Steinbichler, Bereichsleiter Forschung und Entwicklung Technologie von Engel Austria, ist Träger der Goldenen Ehrennadel der Vereinigung Österreichischer Kunststoffverarbeiter (VÖK). Georg Steinbichler ist ein weltweit anerkannter Experte der Spritzgiesstechnik. Mit seinem Namen sind nicht nur zahlreiche technisch-wissenschaftliche Innovationen ver-
knüpft, sondern auch der Aufbau des Fachbereichs Kunststofftechnik an der Johannes Kepler Universität in Linz. Mit der Gründung dieses Fachbereichs 2009 wurde Steinbichler zusätzlich zu seiner Tätigkeit bei Engel zum Vorstand des Instituts für Polymerspritzgiesstechnik und Prozessautomatisierung berufen. Er ist seither massgeblich daran beteiligt, das Angebot der universitären Ausbildung von Kunststoff-Ingenieuren in Österreich weiter auszubauen und die universitäre Forschung auf dem Gebiet der Kunststofftechnik zu stärken. Jüngster Meilenstein ist die Gründung der LIT Factory, der Forschungsfabrik für die Fertigung thermoplastischer Leichtbau-Composites und die Digitalisierung von Kunststoffverarbeitungsprozessen, in Linz. www.engelglobal.com
Mould & Matic baut Standort aus Die Mould & Matic Solutions GmbH, Spezialist für Werkzeug- und Anlagenbau für die Verpackungsindustrie, gab im Mai 2018 den Startschuss für den Ausbau des Standortes in Micheldorf (A). Die Fertigstellung ist für Mai 2019 geplant. Auf einer Gesamtfläche von ca. 3355 m2 entstehen grosszügig geplante Montagehallen für den Aufbau und die Inbetriebnahme von Anlagen für die Kunststoffverarbeitung. Zusätzlich werden ein neues Kundenzentrum und weitere Büroräume für Engineering, internationalen Vertrieb und Projektmanagement errichtet sowie der Technikumbereich ausgebaut. 42
Bei der technischen Gebäudeausstattung der Hallen wurde auf eine optimale Kombination aus Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und maximaler Flexibilität Wert gelegt. Mould & Matic gehört seit 2016 zur Kiefel GmbH, Freilassing. Zu den Kernkompetenzen des Unternehmens zählen die Entwicklung und Fertigung von Tiefziehund Spritzgiesswerkzeugen sowie Automatisierungslösungen zur Herstellung von Kunststoffverpackungen, die nicht nur in der Lebensmittel- und Kosmetik-, sondern auch in der Pharma- und Medizinindustrie Verwendung finden. www.mouldandmatic.com
Wittmann weiter auf Wachstumskurs Die Wittmann Gruppe erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von 403 Mio. Euro. Diese Steigerung von über 7 % gegenüber 2016 ist laut Michael Wittmann, Geschäftsführer der Wittmann Kunststoffgeräte GmbH, äusserst zufriedenstellend. Auch der Mitarbeiterstand der Gruppe ist weiter gewachsen und beläuft sich weltweit derzeit auf 2300 Personen. Mit einem aussergewöhnlich guten Auftragseingang in der zweiten Hälfte des Jahres 2017 – und dem bisher besten 1. Quartal in der Unternehmensgeschichte – sind die Auftragsbücher für 2018 sehr gut gefüllt. Um den Markterfordernissen im Maschinenbereich entsprechen zu können, hat die Wittmann Gruppe den Standort Kottingbrunn kräftig ausgebaut. Die Produktionsfläche wurde 2017/2018 um 2200 m² ver-
grössert. Auch im Verwaltungsbereich wurden Neubauten errichtet, die grossflächige Erweiterungen mit sich bringen. Darüber hinaus entsteht auf dem Gelände von Wittmann Battenfeld in Kottingbrunn ein neues Entwicklungs-Technikum. Die baulichen Aktivitäten dafür werden noch 2018 abgeschlossen sein. Zusätzlich zu den Erweiterungen in Kottingbrunn wurden auch die Standorte der Wittmann Robot Systeme in Nürnberg und von Wittmann Battenfeld CZ in der Tsche chischen Republik jüngst weiter ausgebaut. Auch die Niederlassungen in Mexiko und Italien werden erweitert. Mit all diesen Massnahmen schafft die Wittmann Gruppe zusätzliche Betriebsflächen von insgesamt 3600 m². www.wittmann-group.com
Kunststoffverbände fordern Ursachenbekämpfung Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V. und die Kunststofferzeuger in Deutschland lehnen die von der EU Kommission vorgeschlagenen Verbote von ausgewählten Kunststoffprodukten einhellig ab. Damit werde das Marine Litter-Problem nicht gelöst. «Mit ihrer weitreichenden Plastics Strategy hat die EU Kommission Anfang des Jahres sämtliche Akteure der Wertschöpfungskette im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufführung in die Pflicht genommen und die Messlatte dabei hoch gelegt», so IK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Bruder. «Mit dem Verbot einzelner Produkte
wird dieser ganzheitliche Ansatz, den auch unsere Industrie überzeugt mitträgt, über Bord geworfen. Statt echter nachhaltiger Sammel- und Verwertungslösungen, statt Ressourceneffizienz und statt Aufklärung der Verbraucher über nachhaltigen Konsum und umweltgerechten Umgang mit unvermeidbarem Abfall wird jetzt eine unnötige Symbolpolitik betrieben.» Und Dr. Rüdiger Baunemann, Hauptgeschäftsführer von PlasticsEurope Deutschland e. V. ist klar der Meinung: «Verwerten ist besser als verbieten.» Mehr dazu auf unserer homepage: www.kunststoffxtra.com 6/2018
KUNSTSTOFF XTRA
JULI 2018 02.07.
Seminar: Entwicklung eines Faserverbundbauteils Ort: Frankfurt am Main Veranstalter: AVK, Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe e.V. Am Hauptbahnhof 10, D-60329 Frankfurt am Main Telefon +49 69 27 10 77-0 info@avk-tv.de, www.avk-tv.de
02.07.
Seminar: Datenanalyse erfolgreich in der Fertigung einsetzen Ort: Baden-Baden Veranstalter: VDI Wissensforum Postfach 10 11 39, D-40002 Düsseldorf +49 211 6214-201 wissensforum@vdi.de www.vdi-wissensforum.de
02.07.
Seminar: Digitalisierung und Industrie 4.0 – Strategien für Ihr Unternehmen Ort: Baden-Baden Veranstalter: VDI Wissensforum Postfach 10 11 39, D-40002 Düsseldorf +49 211 6214-201 wissensforum@vdi.de, www.vdi-wissensforum.de
02./03.07.
Seminar: Kunststoffbauteile – Konstruktion und numerische Berechnung Ort: München Veranstalter: Haus der Technik e.V. Hollestr. 1, D-45127 Essen +49 201 1803-211 information@hdt-essen.de www.hdt-essen.de
02./03.07.
Fachkurs: Aufbau und Eigenschaften der Kunststoffe 1 – Kunststofferfahrung mit allen Sinnen Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau +41 62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch
02./03.07.
Seminar: Grundlagen der Robot-Vision Ort: Stuttgart Veranstalter: VDI Wissensforum Postfach 10 11 39, D-40002 Düsseldorf +49 211 6214-201 wissensforum@vdi.de www.vdi-wissensforum.de
03.07.
Jahrestagung des Kunststoff- und MechatronikClusters: Ank(l)ick zur Veränderung Ort: St. Pölten (A) Veranstalter: Kunststoff-Cluster, Büro Linz Business Upper Austria - OÖ Wirtschaftsagentur Hafenstrasse 47-51 A-4020 Linz +43 732 79810 5115 kunststoff-cluster@biz-up.at www.kunststoff-cluster.at
03./04.07.
6/2018
CCeV und VDI: Leichtbaukongress Ort: Graz (A) Veranstalter: Carbon Composites e.V. (CCeV) Am Technologiezentrum 5, D-86159 Augsburg +49 821 268411-03 bernhard.jahn@carbon-composites.eu www.carbon-composites.eu/
Ver anstaltungen
03.07. und 04.07.
Seminar: Spritzgiesswerkzeuge – Grundlagenwissen und Aufbauwissen Ort: Villingen-Schwenningen Veranstalter: Kunststoff-Institut Südwest Hermann-Schwer-Strasse 3 D-78048 Villingen-Schwenningen +49 7721 99 780-0 bildung@kunststoff-institut.de www.kunststoff-institut.de
11./12.07.
Seminar: Data Mining und Data Analytics für den Entwicklungsprozess Ort: Essen Veranstalter: Haus der Technik e.V. Hollestr. 1, D-45127 Essen +49 201 1803-211 information@hdt-essen.de www.hdt-essen.de
17./18.07.
Seminar: Formteilfehler an thermoplastischen Spritzgussteilen Ort: Villingen-Schwenningen Veranstalter: Kunststoff-Institut Südwest Hermann-Schwer-Strasse 3 D-78048 Villingen-Schwenningen +49 7721 99 780-0 bildung@kunststoff-institut.de www.kunststoff-institut.de
19.07.
Seminar: Spritzgiessen von Duroplasten Ort: Villingen-Schwenningen Veranstalter: Kunststoff-Institut Südwest Hermann-Schwer-Strasse 3 D-78048 Villingen-Schwenningen +49 7721 99 780-0 bildung@kunststoff-institut.de www.kunststoff-institut.de
AUGUST 2018 13.08.
Innosuisse Start-up Trainings (Medtech) Ort: Basel Veranstalter: Health Tech Cluster Switzerland HTCS Herrengasse 34, CH-6430 Schwyz +41 41 819 16 34 info@healthtech.ch, www.healthtech.ch
29.08.
Health 2.018: Digitale Transformation Ort: Rüschlikon Veranstalter: Health Tech Cluster Switzerland HTCS Herrengasse 34, CH-6430 Schwyz +41 41 819 16 34 info@healthtech.ch, www.healthtech.ch
30.08.
Fachkurs: Recycling von Kunststoffen Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau +41 62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch
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KUNSTSTOFF XTRA
Produkte
Silikonverarbeitung mit einer 8-mm-Einheit
Nadelverschlusssysteme: Kleine Werkzeuge mit grosser Wirkung
Kassel, der Firma EMT Dosiertech-
An moderne Kunststoffe werden
nik sowie von Boy ein Dichtring-
vielfältige Anforderungen gestellt.
Werkzeug für dieses «coole» Ver-
So wünschen Kunden im Konsum-
fahren optimiert. Die transparen-
güter- und Verpackungsbereich ein
ten Werkzeugkavitäten sind von
attraktives Design und perfekte
einer UV-Lampe mit genau defi-
Oberflächen
nierter Strahlung umgeben. Erst
Haptik. In der Medizin- und Elek
schen Kopplung. Nadelverschluss-
beim Einschalten des Strahlers
trotechnik werden Formteile mit
systeme mit bis zu 8 Nadeln wer-
startet die Vernetzung des Zwei-
komplexen Geometrien verlangt,
den optimal mit einem Hubplatten-
Komponenten-Silikons im gefüll-
und das oft bei minimalen Wand-
system ausgestattet. Der Antrieb
Anlässlich der Deutschen Kaut-
ten Werkzeug.
stärken. Artikel, die diesen Ansprü-
erfolgt wahlweise pneu matisch
schuk-Tagung im Juli in Nürnberg
Die kleine 8 mm Schneckenkol-
chen genügen, lassen sich nur in
oder hydraulisch. Bei beiden Sys-
präsentiert Boy u.a. die Verarbei-
ben-Plastifiziereinheit der Boy XS
sehr stabilen Verarbeitungsprozes-
temvarianten
tung
Zwei-Komponenten-
bietet für den Mikrospritzguss von
sen realisieren, die äusserste Präzi-
kanaldüsen mit Schmelzekanal-
Flüssigsilikon. Auf einer Boy XS mit
Silikon eine hohe Dosiergenauig-
sion garantieren.
Durchmessern von von 4 bis
einer neuen Ø 8 mm kleinen Sili-
keit bei kleinsten Schussvolumina.
Für genau solche hochwertigen
12 mm eingesetzt. Die Justage der
koneinheit fertigt der Spritzgiess-
Bedingt durch das extrem kleine
Anwendungen
Günther
Nadelposition kann optional im
automat-Hersteller kleinformatige
Massevolumen vor der Rückstrom-
Heisskanaltechnik seine Nadelver-
montierten Zustand durchgeführt
LSR-Dichtringe, die erst unter UV-
sperre und eine spezielle Mikro-
schlusssysteme für kleine Werk-
werden. Spezielle Durchlässe in der
Licht im Werkzeug in kürzester Zeit
Nadelverschlussdüse der Emde
zeugabmessungen als Lösung an.
Werkzeug-Aufspannplatte
vernetzen. Mit dieser Anwen-
Industrie-Technik GmbH laufen die
Aufgrund ihrer präzisen Steuerbar-
die Nadelaufhängung mit Justierge-
dungsvariante sind zum Beispiel
Prozesse genau und klar definiert
keit eignen sich diese Antriebskon-
winde und Justiermutter erlauben
lange Fliesswege oder dünnwandi-
ab. Die Teilequalität und -konstanz
zepte zur Nadelverschlusstechnik
die einzelne Positionseinstellung
ge Bauteile kein Problem.
wird präziser. Bei der aktuellen
ideal für die Produktion von Arti-
der Verschlussnadel von aussen.
Das niedrigere Temperaturniveau
DKT-Messeanwendung weisen die
keln, die eine hohe, gleichbleiben-
Dank Frontmontage der Düsen Typ
bei der Verarbeitung ebnet den
gespritzten Teile mit 0,06 cm³
de Angussqualität erfordern.
NTT ist ihr leichter Austausch zur
Weg, mit neuen Material-Additiven
Schussvolumen eine sehr hohe,
Die innovative Gestaltung der Geo-
Formtrennung möglich. Ein einfa-
zusätzliche Einsatzgebiete und
reproduziergenaue Gewichtskons-
metrien für Nadelführung und Ver-
cher Austausch aller Verschleissteile
Produktanwendungen zu erschlies
tanz auf.
schlussnadel führt zu einem ver-
rundet den Einsatz der Günther Na-
schleissarmen Betrieb und langen
delverschlusssysteme ab.
von
sen. So können beispielsweise im
mit
angenehmer
bietet
werden
Heiss
sowie
Medizinbereich Zusatzstoffe verar-
Dr. Boy GmbH & Co. KG
Standzeiten der Nadelführung. Der
beitet werden, die normalerweise
In der Schweiz: Thomatech GmbH
bei höherfachigen Systemen ver-
Günther Heisskanaltechnik GmbH
keinen hohen Temperaturen über
Wyssmattstrasse 5
wendete
Sachsenberger Strasse 1
einen längeren Zeitraum ausge-
CH-6010 Kriens
(Bild) ermöglicht enge Nestabstän-
D-35066 Frankenberg
setzt werden dürfen. Für die UV-
+41 41 780 01 50
de ab 9 Millimetern sowie das exakt
+49 6451 5008-0
Vernetzung im Werkzeug wurde in
info@thomatech.ch
synchrone Öffnen und Schliessen
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Kooperation mit der Universität
www.thomatech.ch
der Nadeln aufgrund der mechani-
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Schiebemechanismus
Druckwasser-Gerät P230S Das Druckwasser-Temperiergerät
sich bis zu 50 Prozent des Energie-
P230S von Regloplas gewährleistet
bedarfs einsparen.
des Energiebedarfs bei Kombi-
230 °C für die Verarbeitung von
Auf einen Blick:
nation mit der ΔT Regelung von
Hochleistungskunststoffen. Ein pa-
– Erweiterung der bewährten Reg
Regloplas.
tentierter Regloplas Druckhalter wird
loplas Druckwasser-Serie um das
optional angeboten. Der Druckhalter garantiert auch bei hohen Tem-
weltweit erste Gerät bis 230 °C – Spritzgiessen von Hochleis-
– Bis zu 50 Prozent Einsparung
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peraturen eine stabile und robuste
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hoher Formtemperatur
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beispielsweise mit der ΔT Regelung für die Durchflussregelung, lassen
44
– Stabile Systemdruckregelung dank integriertem Druckhalter
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6/2018
KUNSTSTOFF XTRA
Produkte
Welchem Kältemittel gehört die Zukunft? Die F-Gase-Verordnung regelt den
zeichnet. Dazu gehören u.a. dreh
schrittweisen Ausstieg aus den H-
zahlgeregelte Schraubenverdichter
FKW-Kältemitteln und zwingt da-
und Pumpen, energetisch opti-
mit auch Kunststoffverarbeiter, ein
mierte Wärmetauscher und elek
entsprechendes Ausstiegsszenario
tronisch regelbare Expansions
vorzubereiten. L&R Kältetechnik
ventile. Über die von L&R selbst
stellte auf der KuTeNo in Rheda-
entwickelte und programmierte
Wiederbrück mehrere Optionen
Frigocontrol-Steuerung
vor, die sich alle durch hohe Effizi-
sämtliche Komponenten so ge-
enz auszeichnen. Neben der Ener-
steuert, dass dem Anwender stets
gieeffizienz stand dabei das The-
werden
die aktuell nötigen Kältemengen
ma Kältemittel im Zentrum vieler
mit einer Umrüstung abzuwarten
Unabhängig davon, welches Fluid
für die Hydraulik- und die Werk-
Messegespräche. Es stehen Medi-
oder, als Alternative, die Verwen-
eingesetzt wird, zeichnen sich die
zeugkühlung zur Verfügung ste-
en zur Verfügung, die mit gerin-
dung von Kältemittel-Blends zu
L&R-Anlagen immer durch einen
hen.
gem technischen Aufwand in vor-
prüfen.» Bei einer Investition in
besonders energieeffizienten Be-
handenen Kälteanlagen eingesetzt
eine neue Anlage sollten, so die
trieb aus. Das zeigte L&R auf der
L&R Kältetechnik GmbH & Co.KG
werden können. Aber, so Burkhard
Kälteexperten von L&R, auch na-
Messe beispielhaft mit einer aktu-
Hachener Strasse 90 a
Rüssmann, Geschäftsführer von
türliche Kältemittel wie Ammoni-
ellen Anlage der EcoPro-Serie,
D-59846 Sundern-Hachen
L&R: «Diese vergleichsweise neu-
ak, Kohlendioxid und Propan (Bild:
die sich durch ein ganzes Paket
+49 2935 9652-0
en Medien sind noch sehr teuer.
Propan-Kälteanlage) berücksich-
an effizienzsteigernden Kompo-
info@lr-kaelte.de
Wir empfehlen den Anwendern,
tigt werden.
nenten und Technologien aus-
www.lr-kaelte.de
Biesterfeld präsentiert umfangreiches Portfolio Gemeinsam mit seinem langjähri-
auch niedermolekulare Polymer-
gen Lieferanten ExxonMobil stellt
weichmacher, die sich durch heraus-
der Kautschukdistributeur auf der
ragende Eigenschaften wie bei-
DKT anfangs Juli sein Portfolio aus
spielsweise einen hohen Extrakti-
der EP(D)M Produktfamilie vor.
onswiderstand,
Hierzu gehören konventionelle und
Temperaturbeständigkeit, gute me-
bimodale, mittels Ziegler-Natta-Ka-
chanische Eigenschaften sowie ex-
talyse produzierte sowie durch Me-
zellenter Umweltverträglichkeit aus-
tallocen-Katalyse hergestellte Ty-
zeichnen.
pen. Ihre einzigartige Molekularge-
Als Reinstoff sowie als Präparation
wichtsverteilung sorgt dafür, dass
bietet Biesterfeld Performance Rub-
sich diese ölfreien Typen trotz ext-
ber auch chemische Treibmittel von
rem hoher Viskosität gut verarbeiten
Kum Yang an. Neben einer Ge-
lassen. Neben einem verbesserten
wichts- und Kostenreduzierung sor-
Eigenschaftsniveau kann durch ei-
gen sie für eine Reduktion der
nen höheren Füllgrad auch eine
Schwingung und erzielen sehr gute
Kostenreduktion erreicht werden.
Isolationseigenschaften. Biesterfeld
Passend zu dem vielfältigen Ange-
vertreibt neben Azodicarbonamid in
bot an Spezialelastomeren erweitert
verschiedenen Vermahlungsgraden,
die Biesterfeld Performance Rubber
OBSH und TSH auch expandierbare
in Deutschland ihr Portfolio um syn-
Microspheres der Marke Cellcom.
ausgezeichnete
thetische Weichmacher des spanischen Herstellers Condensia Quími-
Biesterfeld Plastic Suisse AG
ca Inc. Das breite Portfolio an Spezi-
Oristalstrasse 19, CH-4010 Liestal
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KUNSTSTOFF XTRA
Produkte
Hasco CAD-Daten einfacher nutzen mit dem CADClick-Update Einen besonderen Service für Kon-
der CAD-Daten. Die durchgängige
strukteure bietet der Lüdenscheider
Nutzung der 3D-Modelle im Sinne
Normalienhersteller Hasco mit ei-
von Industrie 4.0 liefert im Kons
nem der modernsten und leis-
truktionsprozess einen klaren Zeit-
tungsstärksten Portale der Branche:
vorteil.
www.hasco.com. Alle Produkte, In-
Zur höheren Kompatibilität und
novationen und Services sind im
breiteren Verwendbarkeit trägt auch
Hasco Portal 24/7 weltweit verfüg-
die neue Parasolid-Schnittstelle bei.
bar. Mit Unterstützung der leis-
Das Update ist bereits in das Hasco
tungsstarken Tools: Formaufbau-
Portal eingebunden und kann für die
Assistent, Layout-Editor und Aus-
weitere Vereinfachung des Konstruk-
werfer-Konfigurator
lassen
sich
tionsprozesses genutzt werden.
Formaufbauten schnell und einfach
GmbH den nächsten Schritt gegan-
Das CADClick-Modul funktioniert
konfigurieren.
gen. Durch die umfassende Überar-
nun Java unabhängig und ist mit
Hasco Hasenclever GmbH+Co KG
Besonders wichtig für Konstrukteu-
beitung des im Portal verwendeten
allen Browsern verwendbar. Die
Römerweg 4
re ist das effiziente Nutzen der im
CADClick-Moduls wurde die Kom-
über den Browser aufgerufene
D-58513 Lüdenscheid
Formaufbauprozess
generierten
patibilität mit verschiedenen Brow-
Toolbox stellt das System auf das
+49 2351 957-0
CAD-Daten. Hier ist Hasco in enger
sern und CAD-Programmen noch-
jeweilige CAD-Programm ein und
pmast@hasco.com
Zusammenarbeit mit der KiM
mals verbessert.
ermöglicht die direkte Einbindung
www.hasco.com
IMBus – ein universeller Messbus rungen bezüglich der Flexibilität,
Hochleistungspolyamide für Elektrofahrzeuge Produktes für Elektrofahrzeuge ist,
Geschwindigkeit und Auflösung bei
Für den effizienten Betrieb von
höchster Messgenauigkeit. Die Ad-
Elektrofahrzeugen ist das Thermo-
dass es mit einer elektroverträgli-
ressvergabe am IMBus erfolgt auto-
management sehr wichtig. Insbe-
chen Stabilisierung ausgestattet
matisch (Plug & Play).
sondere um die Hochvoltbatterie,
ist. Hierdurch können elektroni-
Der modulare Aufbau von 1 bis 512
die Leistungselektronik und den
sche Bauteile problemlos ausge-
Anschlüssen und die Möglichkeit,
Elektromotor auf dem richtigen
führt werden, da in Verbindung mit
die Module über Kabel mit bis zu
Temperaturniveau zu halten. Hier-
elektrischen Leitern keine Ionen-
einer Länge von 1200 m zu verbin-
zu kommen beispielsweise flüssig-
wanderung oder im feucht-war-
Der Messbus (IMBus) von IBR ist
den ermöglichen den vielfältigen
gekühlte Systeme auf Wasserbasis
men Klima keine Korrosionseffek-
eine innovative Serie von Mess-
Einsatz des IMBus. Der IBR-Mess-
zum Einsatz. Für Anwendungen im
te entstehen. Durch dieses Eigen-
und Interfacemodulen mit grosser
bus ist ein Technologieschritt in der
Bereich des Kühlsystems hat Ems-
schaftsprofil ist das Grivory HT1VA
Flexibilität für die Ansprüche im in-
Mess- und Interfacetechnik. Leis-
Grivory das neue Grivory HT1VA
hervorragend für anspruchsvolle
dustriellen Einsatz. Der IMBus er-
tungsfähige, markenunabhängige
entwickelt, das über eine hervorra-
Anwendungen im Kühlsystem von
möglicht die Messdatenerfassung
Messmodule für zahlreiche Senso-
gende Hydrolyse- und Kühlmittel-
Elektrofahrzeugen wie Zusatzwas-
für einfache Anwendungen bis hin
ren, Messgeräte und pneumatische
beständigkeit verfügt. Auch langen
serpumpen oder Thermomanage-
zu komplexen Messaufgaben mit
Messköpfe sowie ein Höchstmass
Einsatzdauern bei gemässigten
ment-Module geeignet.
Programmabläufen und Steue-
an Flexibilität beim Anschluss an
Kühlmitteltemperaturen kann das
rungsaufgaben. Eine Palette an uni-
heutige
PPA widerstehen. Nach rund
Ems-Grivory
versellen Software vervollständigt
kennzeichnen die IMBus Serie.
12 000 h in 95 °C heissen Wasser
Via Innovativa 1
die IMBus Serie zu einem wirkungs-
Gerne zeigt Brütsch/Rüegger den
zeigt Grivory HT1VA, im Vergleich
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zu einem traditionellen PPA, einen
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um 30 % höheren Festigkeitser-
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Bunte PET-Verpackungen behindern Recycling Bei Kunststoffflaschenverpackungen zeichnet sich ein Trend zu vielfarbigen PET-Verpackungen ab. Der europäische Verband Plastics Recyclers Europe rechnet künftig europaweit mit jährlich rund 300 000 Tonnen dieser farbigen ADDITIVE FERTIGUNG Kunststoffe, die den Recyclern massive Probleme bereiten werden. Die Recyclingunternehmer Michael Scriba, Geschäftsführer von mtm plastics, und Herbert Snell, Geschäftsführer von Multiport und MultiPet, erläutern, wel welche Probleme das sind und welche Alternativen besser für das Recycling geeignet sind.
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Safilo produziertunseren Brillengestelle in Rekordzeit verwertbaren Input, sondern verursacht zusätzliche Kosten, weil wir das Material ausschleusen und kostenpflichtig entsorgen lassen müssen», erläutert Scriba. Der Rat der Recyclingexperten ist einSafilo, der weltweit zweitgrösste Brillenhersteller, beschleunigt seine Prozesse jetzt mit einem 3D-Drucker von gesucht hat. Ein Ergebnis waren die soge soge- sehr hohen Crash-Anforderungen genüdeutig: Flaschen etwa für ReinigungsmitStratasys Ltd. Dank des Multimaterialnannten Tailored Blanks, massgeschneider massgeschneider- gen. Derzeit wird dieses anspruchsvolle tel, Shampoos und oder Multifarb-Druckers Kosmetika sollten J750 ist das italienische Unternehmen in der Lage, Brillengestelle Prozent schneller herzustellen als mit herkömmlichen Prototyping-Methoden. te Bleche unterschiedlicher Form, Dicke Bauteil noch in den meisten fotorealistische Autos aus aus den60 Materialien PP oder PE-HD herund Festigkeit, die heute in den Autos stan stan- einem relativ dicken Stahl hergestellt. Aber gestellt werden. Die Substitution von PP dardmässig verwendet werden. Auch die die Werkstoffkonkurrenz holt auf. «Ich und PS im Schalenbereich durch PET ist Entwicklung hochfester Stähle ist eine Kon Kon- kann mir gut vorstellen, dass die B-Säule aus ihrer Sicht ein Negativbeispiel für die Bislang dauerte die Herstellung mittels sequenz aus dem Wettbewerb der Materi Materi- in Zukunft auch mit carbonfaserverstärkEntwicklung, die jetzt auch bei FlaschenCNC-Maschine plus manueller Endbearalien. Kirchhoff rechnet damit, dass sich tem Kunststoff realisiert wird. Der grosse verpackungen erwartet wird. beitungderlaut Daniel Tomasin, Product diese Entwicklung jetzt, wo die Kunststoffe Vorteil von Carbonfasern ist ja neben Die PET-Schalen und Blister werden zurCoordinator bei Safilo, rund 15 und die hybriden Bauteile ins Rennen hohen Steifigkeit zum Gewicht Sample auch eine zeit nahezu vollständig verbrannt, anstatt Stunden. kommen, wiederholen wird. «Die Stahlher Stahlher- hohe Energieabsorption im Falle einesJetzt konnte diesezuZeitspanne einem neuen Rohstoff für die kunstDer Trend zu bunten Verpackungen aus PET verteuert den Recyclingprozess. durch den Einsatz des J750 auf 3 Stunden steller werden versuchen, noch festere Aufpralls», sagt Nicolas Beyl, Geschäftsfühstoffverarbeitende Industrie verarbeitet verkürzt werden. Aufgrund der hohen Geder KraussMaffei Stähle zu entwickeln, die Aluminiumher Aluminiumher- rer Reaktionstechnik Die Kunststoffrecyclingunternehmen mtm Markt bei kommen, schätzt PRE. Diese Ent- zu werden. Die Einfärbungen und Mehrschwindigkeit des Druckers, der ultraglatsteller machen plastics es ähnlich. Durch aus den Niedergebra Wett- Technologies Wett GmbH sowie GmbH. wicklung hat schwerwiegende Auswir- schichtigkeit der Verpackungen sind der ten Oberflächen sowie farbenreichen Debewerb der verschiedenen Sicherheit für die Autoinsassen zu erMulitPet GmbH Werkstoffe und Multiport Die GmbH aus kungen auf den Recyclingprozess: Wer- Grund. Dagegen haben Produktdesigner tails kann Safilo nun schnell aufsehenerschaukeln sich Bernburg alle nach oben. Bislang ist derhöhen, ist schon ein grosses Ziel transparenten beim Einsatz der Polyolefine PE oder PP schliessen sich Warnung denimmer die bunten mit den regende Prototypen herstellen – und das noch keine Technologie hinten herunterge heruntergeder Plastics Konstrukteure gewesen. Nun stehen gesammelt, für die Verpackungen volle Freiheit in der des europäischen Verbands Verpackungen gemeinsam sowohl für die Eigenmarken Safilo, Carrera fallen», ist Kirchhoff überzeugt. ihnen Möglichkeiten Re- in einem zu- Farbgestaltung, da diese Kunststoffe seit Recyclers Europe (PRE) an: Der sichverschiedene ab- müssen die farbigender Anteile und Polaroid als auch für Luxusmarken wie offen.sätzlichen «Es laufenSchritt Entwicklungen, zeichnende Trend zu immer alisierung vielfarbigesepariert und anschlies- Jahren nachweislich erfolgreich zu recyDior, Hugo Boss, Max Mara oder Jimmy die Materialien entsprechend Belas-eingefärbt wer- celn sind, betonen die Recycling-Unterren PET-Verpackungen behindert massiv send grau oder der schwarz Paradebeispiel B-Säule Choo. B-Säule das Kunststoffrecycling. Dabei tungen wäre esimsoVerlauf den,der bevor sie auszuwähin den Verkauf gehen nehmer. «Mit unserem J750 von Stratasys können Die B-Säule muss als seitliche len. So kommen hier Kombinationen von einfach: NutzenVerbindung die Verpackungsherstelkönnen. Doch gebe es für ein solches wir Prototypen innerhalb weniger Stunden zwischen Fahrzeugboden und hoch- Stahl, hoch hochfesten Stählen Kunststofler PP oder PE-dach als Material, spielen für Produkt ausund grauem oder schwarzem entwerfen und produzieren. Darüber hinbelastbar sein und Sicherheitsgründen fen zum Einsatz. Eine solche B-Säule biedenaus Recyclingerfolg Farben keine Rolle, Recycling-PET auf absehbare Zeit kaum aus erlaubt uns seine grosse Bauplattform, sagen mtm-Geschäftsführer Michael Scri- Nachfrage, bestätigt Snell die Einschät- Kontakte mehrere Varianten eines Brillengestells im ba und MultiPet- und Multiport-Ge- zung des europäischen Verbands zu den mtm plastics GmbH 1selben 1 / 2 0 Druckauftrag 16 herzustellen, wodurch Auch Brillengestelle für Modebrands entstehen im 3D-Drucker und dies in einer unglaublischäftsführer Herbert Snell. Vermarktungschancen. «Die Extrakosten D-99759 Niedergebra wir unsere Produktentwicklungskosten chen Designvielfalt. für den Sortieraufwand sind kaum zu leis- Telefon +49 (0)36338 325-0 senken und gleichzeitig die kreative Entfalten bei einem Rezyklatmarkt, der ohnehin m-scriba@mtm-plastics.eu tung fördern können», erläutert Tomasin. Die Zusatzkosten rechnen schon unter Druck steht», befürchtet er. www.mtm-plastics.eu frühzeitig perfektionieren, um so die neu- seppe Cilia, der italienische Vertriebsleiter sich nicht Auch die PE/PP-Verwerter blicken mit esten Fashion-Modelle rechtzeitig auf den von Stratasys. «Das bedeutet, dass UnterHalte der vom Marketing getriebene Sorge auf die neue Entwicklung: «Auch Multiport GmbH und MultiPet GmbH Schnellere Reaktion Markt zu bringen und unseren Wettbe- nehmen nun innovativere Produkte Wechsel zu farbenfrohen PET-Verpackun- bei uns landen immer mehr PET-Verpa- D-06406 Bernburg auf Markttrends werbsvorteil zu behaupten», sagt Iarossi. schneller auf den Markt bringen können. gen an, könnten demnächst europaweit ckungen, die vorher aus gut zu recyceln- Telefon +49 (0)3471 6404-0 David Iarossi ist Kreativdirektor bei Safilo «Der 3D-Druck mit dem J750 ist fantas- In vielen Branchen – und dazu gehört jährlich rund 300 000 Tonnen dieser far- den Polyethylen oder Polypropylen her- snell@mp-bbg.eu und zuständig für Brillenmarken wie Car- tisch, weil die so hergestellten Gestelle die auch die Modeindustrie – sind Geschwinbigen Kunststoffe zusätzlich auf den gestellt waren. Das mindert nicht nur www.mp-bbg.eu n rera, Givenchy und Havanianas. Für ihn ist manuell gefertigten übertreffen. Darüber digkeit und Innovation ein entscheidender die Möglichkeit, Prototypen mit der glei- hinaus müssen wir uns keine Sorgen mehr Faktor für Erfolg. Und das macht Safilo und chen Farbgebung und Textur wie das End- über das Verblassen Stratasys zu perfekten Partnern in diesem 4 / 2 0der 1 6 Farben machen, 18 produkt in 3D drucken zu können, ein da die Farbe ja in das 3D-gedruckte Mo- Spiel.» entscheidender Faktor, wenn es darum dell integriert ist.» geht, schnell auf Markttrends zu reagieren. «Safilo ist ein Paradebeispiel dafür, wie die «Dies ist der Beginn eines neuen Zeitalters 3D-Drucktechnologie des J750 unseren für Designer. Dank der Fähigkeit des J750, Kunden einen unbestreitbaren Mehrwert Kontakt eine nahezu unbegrenzte Palette unter- bietet. 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Die Autoindustrie steht unter enormem Druck. Sie muss es schaffen, die Abgase der Fahrzeuge drastisch zu reduzieren, um die von der EU vorgeschriebenen niedrigen CO2-Grenzwerte zu erreichen. Diese Emissionsverringerung wird neben effizienteren Antrieben in erster Linie durch eine Verringerung des Gewichts erreicht. Leichtbau ist deshalb in dieser Branche das Gebot der Stunde. Der Zwang zu leichteren Karossen hat dazu geführt, dass die Entwicklung von Faserverbundwerkstoffen, hauptsächlich von carbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK), in den letzten Jahren rasant und sehr erfolgreich vorangetrieben wurde. Mit dem i3 von BMW gibt es mittlerweile ein Auto, dessen Karosse komplett aus CFK gebaut ist. Ähnlich dem Audi A8, dessen Karosse nahezu zu hundert Prozent aus Aluminium besteht, ist es ein Beispiel, das zeigt, was technisch machbar ist. Dennoch werden künftig nicht alle Autos aus CFK bestehen, ebenso wenig, wie der A8 den Werkstoff Stahl verbannt hat. Die Erfahrung bei früheren Entwicklungen spricht dafür, dass es künftig eine sinnvolle Mischung von Werkstoffen wie CFK, Kunststoff, Stahl, Aluminium oder Magnesium geben wird. Hybrider Leichtbau wird die Zukunft im Auto bestimmen. Diese Entwicklungen werden auch anderen Branchen zugutekommen, etwa der Luftfahrtindustrie oder der Elektrotechnik. «Es wird einen zunehmenden Wettbewerb der Materialien und Materialverbindungen geben, aber ich sehe keinen Verdrängungswettbewerb», sagt Marc Kirchhoff vom Branchenmanagement Leichtbau und Elektromobilität bei der Trumpf Laser- und Systemtechnik GmbH. Er verweist darauf, dass die Stahlbranche nach Entwicklung des Audi A8 ihrerseits nach Leichtbaulösungen
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