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ChemieXtra 9_2026

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9/ 2026

September 2026

Offizielles Organ des Schweizerischen Chemie- und Pharmaberufe Verbandes

DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR DIE CHEMIE- UND LABORBRANCHE

pH-Messung in der chemischen Industrie: Sensoraufbau und -auswahl

Rendez-vous au salon Ilmac Lausanne Du 23 au 24 septembre 2026 Hall 36, stand A172


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EDITORIAL

Das Vorsorgeprinzip ist unverzichtbar Astronomen haben erstmals Zucker in einer Gaswolke nahe

Für alle, die mehr sehen wollen.

dem Zentrum der Milchstrasse nachgewiesen. Die Entdeckung stärkt die Hypothese, dass lebenswichtige Moleküle bereits im Weltall entstanden waren und dann auf die Erde

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gelangten. Insgesamt wurden bereits über 340 biologisch

Fe

55,845

Eisen

[Leg

relevante Moleküle in Gaswolken gefunden.

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Cl

lla]

Um lebenswichtige Moleküle zu finden, muss man aber gar

O

nicht so weit gehen. Auf ständiger Suche nach onkologisch

O

K

relevanten Stoffe befindet sich ein innovatives Spanisches Biopharma-Unternehmen: In allen terrestrischen Ozeanen suchen dessen Mikrobiologen nach Meeresorganismen mit aktiven Substanzen, die potenziell zur Behandlung von Krebs eingesetzt werden könnten. Die Reportage darüber

Cl

25° C

13°dH

pH 7

O

spezifisch») und («Klimawandel lässt Meerestiere schrumpfen») finden sich auf den

O

lesen Sie auf Seite 4. Weitere Artikel zum Thema («Wirbellose erkennen Krankheitserreger

HO ²

darauffolgenden Seiten 10 und 12. So unerforscht die Meere als Reservoir für bahnbrechende Entdeckungen sind, so bedroht

Si

O

sind sie. Nur zwei aktuelle Erkenntnisse: Über 60 Prozent der Weichtiere an Hydrothermal-

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quellen sind durch den Tiefseebergbau hoch gefährdet. Hydrothermalquellen liegen in rund

O

5000 Metern Tiefe und beherbergen einzigartige Lebensgemeinschaften dieser faszinierenden Tiefseearten, die ausschliesslich an solchen vulkanischen Standorten vorkommen. Auch

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Niño beeinflusst wird, gerät ihre Schutzwirkung ins Schwanken.

P

30,97 Phosphor

Korallenriffe sind erneut in Gefahr: Da ihre natürliche Kühlung von Klimamustern wie El [E.coli]

N

Wir sollten Bereichen, die wir nur wenig kennen, umso mehr Sorge tragen. Denn eines

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Tages könnten uns der Nutzen solcher blinden Flecken zugutekommen. Das bestätigt

Mn

54,938

Mangan

einmal mehr, dass das Vorsorgeprinzip nach wie vor eine empfehlenswerte Philosophie ist. Der EU ist dieses Prinzip neuerdings egal: Sie will die neue Pestizidverordnung aushöhlen, indem sie die Zulassung kritischer Stoffe stark deregulieren will. Dabei will sie unter anderem den Mechanismus der Risikobewertung umdrehen. Während heute die Hersteller regelmässig die Unbedenklichkeit von Stoffen beweisen müssen, sollen nach den EU-Plänen Stoffe künftig dauerhaft am Markt bleiben können, sofern nicht von Behördenseite gravierende neue Gesundheits- oder Umweltrisiken festgestellt werden. Die Forschungsgemeinschaft ist sich einig (siehe Meldung auf Seite 66 – «EU-Reform der Pestizidzulassung: Forschungsgemeinschaften warnen»): Das internationale Ziel einer Reduktion des Pestizidrisikos um 50 Prozent bis 2030 darf nicht aus dem Blick geraten.

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Luca Meister l.meister@sigimedia.ch 9/2026

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I N H A LT S V E R Z E I C H N I S

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REPORTAGE Aktive marine Substanzen gegen Krebszellen

Die Natur liefert perfekte Baupläne für Arzneimittel: Ein spanisches Biopharma-Unternehmen nutzt bioaktive Stoffe aus Wirbellosen Organismen für Krebsmedikamente.

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BIOWISSENSCHAFTEN

PFAS-Analytik neu gedacht

Summenparameter wie AOF, EOF und TOF: Warum klassische Einzelstoffanalysen an ihre Grenzen stossen und welche Rolle moderne Methoden und Regulierung künftig spielen.

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Krankheitserreger spezifisch erkennen

Das Immunsystem der Seeanemone ist in der Lage, zwischen verschiedenen Mikroorganismen zu unterscheiden und fördert damit nützliche gegenüber schädlichen Bakterien.

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Damit sich Stahl nicht löst wie Zucker im Tee

Mit korrosionsbeständigen Materialien Elektrolyse-Geräte robuster und haltbarer machen – ein Schritt hin zum «grünen» Brennstoff Wasserstoff und zu «grünem» Stahl.

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Die Fachzeitschrift für die Chemie- und Laborbranche

www.chemiextra.com Erscheinungsweise 7 × jährlich Jahrgang 16. Jahrgang (2026) Druckauflage 7300 Exemplare ISSN-Nummer 1664-6770 Verlagsleitung Thomas Füglistaler

Herausgeber/Verlag SIGImedia AG Alte Bahnhofstrasse 9a CH-5610 Wohlen +41 56 619 52 52 info@sigimedia.ch www.sigimedia.ch www.chemiextra.com

Anzeigenverkauf SIGImedia AG Jörg Signer Thomas Füglistaler Andreas A. Keller Alte Bahnhofstrasse 9a CH-5610 Wohlen +41 56 619 52 52 info@sigimedia.ch

Redaktion Luca Meister Alte Bahnhofstrasse 9a CH-5610 Wohlen +41 56 619 52 52 l.meister@sigimedia.ch Dr. Christian Ehrensberger +41 56 619 52 52 c.ehrensberger@sigimedia.ch

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ANALYTIK Fluoranalytik beflügelt Kreislaufwirtschaft

Molekülabsorptionsspektrometrie mit Kontinuumstrahler: Fluor in Pyrolyseöl kann jetzt auf Standard-Atomabsorptionsspektrometrie-Geräten (AAS) bestimmt werden.

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Copyright Zur Veröffentlichung angenommene Originalartikel gehen in das ausschliessliche Verlagsrecht der SIGImedia AG über. Nachdruck, fotomechanische Vervielfältigung, Einspeicherung in Datenverarbeitungsanlagen und Wiedergabe durch elektronische Medien, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags. Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen.

Copyright 2026 by SIGImedia AG, CH-5610 Wohlen

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I N H A LT S V E R Z E I C H N I S

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REINRAUM Langzeitleistungsstarke Kühlung

Geschwächte Reinigungsfunktion von Seen

Leistungsstabile Materialien: Mittels magnetokalorischen Effekts lassen sich effizientere und nachhaltigere Kühlungen realisieren als mit konventionellen Verfahren.

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UMWELT

Seen übernehmen eine wichtige Filterfunktion im Ökosystem: Sie entfernen überschüssigen Stickstoff aus dem Wasser. Der Klimawandel könnte diese Reinigungsleistung schwächen.

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VERANSTALTUNGEN

VERFAHRENSTECHNIK

Labor der Zukunft in Lausanne

Flüssiges in Bewegung bringen

Am 23. und 24. September wird die Expo Beaulieu Lausanne zum Treffpunkt der Schweizer Chemie- und Life-Sciences-Branche. Die Messevorschau inklusive Aussteller-Exponaten.

Die Almatechnik TDF aus Zeiningen (AG) feiert ihr 25-jähriges Jubiläum. Zum Jubiläum hat ChemieXtra Herrn Michael Misteli, Mitglied der Geschäftsleitung, befragt.

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FORSCHUNGSWELT Ikonisches aromatisches Molekül mit Silizium

Forschenden ist ein Coup gelungen: Sie haben ein stabiles Molekül hergestellt, das Chemikerinnen und Chemiker weltweit jahrzehntelang erfolglos gejagt hatten.

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VERBANDSSEITEN

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PRODUKTE

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Offizielles Organ des Schweizerischen Chemie- und Pharmaberufe Verbandes

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Memosens Technologie: Digitalisierung und Vereinfachung der Flüssigkeitsanalyse

September 2026

ZUM TITELBILD

DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR DIE CHEMIE- UND LABORBRANCHE

pH-Messung in der chemischen Industrie: Sensoraufbau und -auswahl

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REPORTAGE

Weltweit grösste Sammlung: Seit der Gründung hat PharmaMar mehr als 200 Tauchexpeditionen in 35 Ländern weltweit durchgeführt und verfügt heute über 570’000 Meeresproben. (Bild: PharmaMar)

Synthetisierte Stoffe von Meeresorganismen für neue Antikrebstherapien

Aktive marine Substanzen gegen Krebszellen Die Natur liefert perfekte Baupläne für Arzneimittel. PharmaMar, ein spanisches Biopharma-Unternehmen, nutzt bioaktive Stoffe aus wirbellosen Meeresorganismen und entwickelt daraus Krebsmedikamente. Zwei Wirkstoffe wurden von Swissmedic bereits zugelassen – einer zur Behandlung eines Tumors, in dessen Bekämpfung lange keine Fortschritte erzielt wurden. Ein Besuch in den Forschungs- und Entwicklungslaboren in Madrid.

Luca Meister Die terrestrische Natur hat mit Penicillin oder Salicylsäure bedeutende pharmakologische Wirkstoffe hervorgebracht. Da rund 70 Prozent aller Lebewesen in marinen Ökosystemen leben, bieten die Ozeane für die Entdeckung neuer bioaktiver Substanzen ein viel grösseres Potenzial.

«Die Natur lehrt uns, wie man Krebszellen tötet.» José Maria Fernández Sousa-Faro, Gründer und Vorstandsvorsitzender von PharmaMar

Während die analgetischen, antipyretischen und antiinflammatorischen Eigenschaften der Salicylsäure bereits in der 4

Zur Behandlung von Sarkomen, des Ovarialkarzinoms sowie des kleinzelligen Lungenkarzinoms hat PharmaMar zwei synthetische Wirkstoffe entwickelt, die aus der kolonialen Seescheide «Ecteinascidia turbinata» gewonnen werden. Dieses Manteltier hat einen rundlichen, ledrigen Körper mit zwei kurzen Siphonen und lebt in flachen Gewässern in einer Tiefe von sechs Metern auf Riffen, Pfählen oder an unter Wasser liegenden Mangrovenwurzeln. Sie kommt in der Karibik, im Golf von Mexiko und im Mittelmeer vor. (Bild: PharmaMar)

Antike bekannt waren, berichten historische Quellen, dass im Jahr 77 vor Christus auch Extrakte von Stachelrochen zur Be-

handlung von Zahnschmerzen eingesetzt wurden. «Die Natur lehrt uns, wie man Krebszellen tötet», fasst José Maria Fernán9/2026


REPORTAGE

Vom Meer bis zum Patienten PharmaMar ist aus eigener Kraft vom Start-up zum 500-Mitarbeitenden-Unternehmen mit 17’000 m2-Werk gewachsen. Das 40-jährige Unternehmen mit Sitz in Madrid, Spanien, unterscheidet sich von Pharmakonzernen strukturell darin, dass es sämtliche Prozesse von Forschung & Entwicklung über Zulassung, Produktion und Lagerung bis hin zu Vermarktung und Vertrieb seiner Medikamente in Eigenregie bewältigt. Vom Umsatz (221 Mio. Euro in 2025) werden 43 % in Forschung & Entwicklung investiert. Der Frauenanteil beträgt 60 Prozent. Die marinen Expeditionen, bei denen Taucher und Meeresbiologen Proben von Meeresorganismen einsammeln, unterliegen den Vorschriften des jeweiligen Landes sowie internationalen Abkommen wie dem Nagoya-Protokoll. Dabei werden als Nebeneffekt immer wieder neue Arten entdeckt und das Wissen über die Meeresumwelt und ihre Artenvielfalt erweitert. Eine an das Unternehmen angegliederte Stiftung widmet sich zudem Projekten in der Wissenschaftsvermittlung, Forschungsförderung, Bildung und dem Schutz der marinen Biodiversität.

Ein weiterer Wirkstoff wird aus der Seescheide «Aplidium albicans» gewonnen, die nach aktuellem Wissensstand nur in den Gewässern von Es Vedrá auf den Balearen, Spanien, vorkommt und in Tiefen von 40 bis 50 Metern lebt. Der Wirkstoff wird zur Behandlung des multiplen Myeloms, einer Form von Knochenmarkkrebs, eingesetzt und für ein T-Zell-Lymphom klinisch untersucht. (Bild: PharmaMar)

dez Sousa-Faro, Gründer und Vorstandsvorsitzender von PharmaMar, zusammen. Dass die Meere ein immenses und unerschlossenes Reservoir für medizinische Wirkstoffe bilden, hat der Chemiker und promovierte Biochemiker bereits vor einem halben Jahrhundert erkannt. Inspiriert von seinen Tauchgängen, gründete er vor 40 Jahren ein Start-up, das sich auf die Erforschung und Entwicklung mariner Naturstoffe spezialisieren sollte. In den vergangenen Dekaden hat sich PharmaMar zu einem innovativen Akteur entwickelt, der sowohl im Wettbewerb mit etablierten Pharmaunternehmen steht als auch strategische Kooperationen mit Jazz Pharmaceuticals, Janssen und der Luye Pharma Group unterhält. 9/2026

Immobil, ohne Immunsystem: Komplexe Abwehrmechanismen Bei der systematischen Durchsuchung der Ozeane nach neuen Substanzen, welche sich als neue pharmazeutische Wirkstoffe eignen könnten, wurde der Fokus schon früh auf die wirbellosen Meerestiere gelegt. Da sesshafte Organismen wie Schwämme, Manteltiereoder Weichkorallenüberkein mit Wirbeltieren vergleichbares Immunsystem verfügen und nicht fliehen können, haben sie im Verlauf der Evolution komplexe chemische Abwehrmechanismen entwickelt. Diese Eigenschaften machen diese Arten zu einer vielversprechenden Quelle bioaktiver Verbindungen mit therapeutischem Potenzial – und einem weiteren

Vorteil: «Marine Wirkstoffe zeichnen sich durch günstige toxikologische Profile aus und verursachen bei Patienten weder Nebenwirkungen noch kumulative Toxizität», erklärt Fernández Sousa-Faro, nach wie vor aktiver Taucher. Bis heute hat PharmaMar mehr als 200 Meeresexpeditionen in 35 Ländern durchgeführt. So findet sich eine halbe Stunde nördlich von Madrid die weltweit grösste Sammlung mariner Organismen mit derzeit 570’000 Exemplaren. Diese immense Stoffbibliothek mit Proben aus allen fünf Ozeanen bildet am Firmenhauptsitz die Grundlage für die Identifikation und Entwicklung neuer Wirkstoffe. Seit der Unternehmensgründung 1986 haben die Madrilener Innovatoren mehr als eine Milliarde Euro in Forschung und Entwicklung investiert. 2025 beliefen sich diese Ausgaben auf 221 Millionen Euro, was einem Anteil von 43 Prozent des Umsatzes entspricht und im Branchenvergleich aussergewöhnlich hoch ist. Zu den zentralen Forschungsfeldern zählen Liposarkome, das rezidivierende platinsensitive Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs), das multiple Myelom (Knochenmarkkrebs) sowie das kleinzellige Lungenkarzinom. Die berichtete Erfolgsquote in der Wirkstoffentwicklung liegt bei 37 Prozent und damit deutlich über dem Branchendurchschnitt von 10,8 Prozent (Quelle: Bericht «Globale Trends in Forschung und Entwicklung 2024»). Darüber hinaus verfügt PharmaMar über mehr als 22 Orphan-Drug-Designations und engagiert sich damit in der Entwicklung von Therapien für seltene Erkrankungen.

10 Prozent zeigen potenzielle Antitumoraktivität Perspektivenwechsel vom Festland in die Weltmeere, in denen marine Proben aus Sedimenten und benthischen Lebensräumen entnommen werden: Bereits während der Expeditionen erfolgt eine erste taxonomische Einordnung. Nach der Bergung wird jede Probe dokumentiert, wobei die Entnahmetiefe, geographischen Koordinaten und charakteristischen Merkmale des Fundorts erfasst werden. Zur Stabilisierung der enthaltenen Moleküle und zur Minimierung oxidativer und enzymatischer Abbauprozesse werden die Proben gleich auf –20 bis –30 ° C gekühlt. Lückenlose 5


REPORTAGE

Auf 4’000 Quadratmetern Laborfläche erfolgt bahnbrechende Arzneimittelforschung. (Bilder: PharmaMar)

Kühlketten, zum Beispiel von Papua-Neuguinea bis nach Madrid, sind essenziell. Um die Natur zu schützen, werden von den Schwämmen, Manteltieren und Weichkorallen nur ganz kleine Proben entnommen – selektiv und manuell, ohne den Einsatz invasiver mechanischer Verfahren. Eine weitere Herausforderung: Die Taucher und Meeresbiologen müssen sich genau daran erinnern, welche Organismen sie bei früheren Expeditionen an welchem Ort bereits entnommen haben. Zurück in den 4200 m2 grossen Forschungs- und Entwicklungslaboren, in denen rund 100 Chemiker, Biologinnen oder Rezepturexperten frühe Grundlagenforschung unter GMP-Bedingungen betreiben: Nach der Ankunft werden die aus den Proben gewonnenen Roh-­ Extrakte – diese wiegen nur ein bis zwei Gramm – in zellbasierten In-vitro-Assays auf ihre potenzielle Antitumoraktivität gegenüber verschiedenen Tumorzelllinien untersucht. Ergänzend können, sofern angezeigt und ethisch sowie regulatorisch zulässig, In-vivo-Modelle eingesetzt werden, um pharmakologische Effekte weiter zu charakterisieren. Extrakte mit biologischer Aktivität werden anschliessend mittels fraktionierender und chromatographischer Verfahren weiter aufgetrennt und gereinigt, um die verantwortlichen Wirkstoffe zu isolieren und strukturell zu charakterisieren. Simon Munt, Manager Medicinal Chemistry R & D, führt dazu aus: «Dabei zeigen rund 10 Prozent der untersuchten Extrakte eine potenzielle Antitumoraktivität.» 6

Von der Synthese zum klinischen Kandidaten Im Labor werden chemische Verfahren etabliert, um identifizierte Leitstrukturen synthetisch in ausreichenden Mengen für die weitere präklinische Entwicklung ­b ereitzustellen. Für die Aufklärung der ­chemischen Struktur genügen in der Regel bereits geringe Mengen im Milligramm-Bereich, die aus den Extrakten gewonnen werden. Parallel dazu werden Programme der medizinischen Chemie durchgeführt, um strukturverwandte Analoga zu synthetisieren und systematisch zu evaluieren. Ziel ist die Optimierung pharmakologisch relevanter Eigenschaften wie Wirksamkeit, Selektivität und pharma­ kokinetisches Profil sowie die Identifi­ka­ tion eines geeigneten Entwicklungs­kandi­ daten für weiterführende präklinische ­Untersuchungen.

«Es ist möglich, dass dieselbe Spezies abhängig vom geografischen Standort unterschiedliche chemische Profile und damit variierende biologische Aktivitäten aufweist.» Simon Munt, Manager Medicinal Chemistry R&D

Sowohl die Originalextrakte als auch die daraus abgeleiteten synthetischen Verbindungen werden hinsichtlich ihrer biologi-

schen Aktivität untersucht und vergleichend bewertet. «Denn es ist möglich, dass dieselbe Spezies abhängig vom geografischen Standort unterschiedliche chemische Profile und damit variierende biologische Aktivitäten aufweist», fährt Simon Munt weiter. Diese Variabilität erhöht die Komplexität der Forschung, erweitert aber auch das Spektrum der Möglichkeiten. Nach erfolgreicher Synthese werden geeignete pharmazeutische Formulierungsansätze geprüft, um die Wirksamkeit gegenüber verschiedenen Tumorarten sowie das präklinische Sicherheitsprofil zu evaluieren. Parallel dazu wird der Wirkmechanismus der jeweiligen Verbindung charakterisiert, einschliesslich der Frage nach tumorspezifischer Aktivität und potenziellen synergistischen Effekten in Kombination mit anderen Therapeutika. Ziel der präklinischen Entwicklung ist es, auf Grundlage von In-vitro-Untersuchungen an humanen Tumorzelllinien und geeigneten In-vivo-Modellen die erforderlichen Daten zu Wirksamkeit, Pharmakokinetik und Sicherheit zu generieren, um die klinische Prüfung einzuleiten. Rund 40 Prozent der ausgewählten Wirkstoffkandidaten erreichen anschliessende Phase-I-Studien. Die beschriebenen Prozesse sind ressourcenintensiv und erstrecken sich häufig über mehrere Jahre. Fortschritte in der synthetischen Chemie haben jedoch zu einer deutlichen Effizienzsteigerung geführt. Während um die Jahrtausendwende noch Syntheserouten mit bis zu 40 Einzelschritten erforderlich waren, konnte die Anzahl 9/2026


REPORTAGE

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Tiefgekühlte Proben marinen Organismen nach ihrer Ankunft im Labor. (Bild: Luca Meister)

PharmaMar: Die Meilensteine 1986 Unternehmensgründung 2001 Entdeckung des Synthesevorgangs eines aus Ecteinascidia turbinata gewonnenen Wirkstoffes wird Grundlage der Sarkomen-Forschung 2007 Zulassung eines Wirkstoffes zur Behandlung von Weichteilsarkomen in Europa 2009 Zulassung eines Wirkstoffes zur Behandlung von Eierstockkrebs in der EU 2015 Zulassung eines Wirkstoffes zur Behandlung von Sarkomen der FDA (USA) und der PMDA (Japan) 2018 Zulassung eines Wirkstoffes, gewonnen aus Aplidium albicans, zur Behandlung des multiplen Myeloms in Australien 2020 Beschleunigte FDA-Zulassung eines Wirkstoffes zur Behandlung von SCLC (ebenfalls aus Ecteinascidia turbinata gewonnen, aber mit optimierter Synthese) 2021 Beginn der klinischen Phase-III-Studien «IMFORTE» und «LAGOON» für die Zulassung eines Wirkstoffes zur Behandlung von SCLC in Europa 2021–2024 Wirkstoff zur Behandlung von SCLC ist in 17 Ländern weltweit zugelassen (darunter die Schweiz). 2025 FDA und Swissmedic (die Schweiz erstes Land in Europa) genehmigen Wirkstoff in Kombination eines weiteren als First-Line-Erhaltungstherapie für SCLC 2026 Vorliegende Zulassung der EU des Wirkstoffes zur Behandlung von SCLC in der Erstlinie der Prozessschritte bei zwei PharmaMarWirkstoffen auf etwa 20 r­eduziert werden. Bemerkenswert ist zudem, dass auch Proben ohne nachweisbare biologische Aktivität in der Substanzbibliothek archiviert werden. Diese können im Zuge künftiger Forschungsansätze, beispielsweise bei neuen Targets oder Indikationen, erneut evaluiert werden und somit eines Tages Relevanz erlangen. 9/2026

Der kleinzellige Lungenkrebs im Visier PharmaMar ist seit 2001 in der Schweiz vertreten und verfügt über zugelassene onkologische Therapien, darunter ein Wirkstoff zur Behandlung von Liposarkomen und Leiomyosarkomen sowie ein Wirkstoff zur Therapie des kleinzelligen Lungenkarzinoms (Small Cell Lung Cancer – SCLC). «Aufgrund der überzeugenden Studienda-

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REPORTAGE

ten ist das Interesse innerhalb der ärztlichen Fachgemeinschaft in der Schweiz in den letzten Jahren deutlich gestiegen, insbesondere im Hinblick auf unseren Wirkstoff zur Behandlung des metastasierten kleinzelligen Lungenkarzinoms», erklärt Carine Fankhauser, Leiterin Verkauf und Marketing bei PharmaMar Schweiz. Die Schweiz war das erste europäische Land, das diesen Wirkstoff zur Zweitlinientherapie des SCLC zugelassen hat. In der Behandlung des SCLC, welches in der Schweiz etwa 12 bis 15 Prozent aller Lungenkrebsfälle und jährlich rund 700 Diagnosen betrifft, gab es bis vor kurzem über einen Zeitraum von 40 Jahren keine bedeutenden therapeutischen Innovationen. Der hochaggressive neuroendokrine Tumor wächst im Vergleich zum nichtkleinzelligen Lungenkarzinom schneller und metastasiert früher, was die therapeutische Herausforderung erheblich erhöht. Entsprechend weist SCLC eine ungünstige Prognose auf und trägt trotz vergleichsweiser geringer Fallzahlen massgeblich zur krebsbedingten Mortalität bei (in der Schweiz liegt diese unter allen Krebsarten am höchsten). Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen insbesondere der Tabakkonsum; darüber hinaus werden auch Luftverschmutzung und berufliche Expositionen wie Asbest als relevante Einflüsse beschrieben. Während die Fallzahlen bei den Männern seit Mitte der 90er-Jahre

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Die aus Meeresproben hergestellten Extrakte werden auf ihre Antitumoraktivität gegen eine Reihe von Tumorzellen untersucht. Diejenigen, die eine Aktivität zeigen, werden fraktioniert und gereinigt, um den für diese Aktivität verantwortlichen Wirkstoff zu isolieren. (Bild: Luca Meister)

kontinuierlich abnehmen, steigen sie bei den Frauen. Dies sehen Forschende, vereinfacht ausgedrückt, mitunter mit dem Einstieg der Frauen in die Arbeitswelt begründet, welche alltägliche Gewohnheiten wie das Rauchen mit sich gebracht hat.

«Unser Wirkstoff zur Behandlung von SCLC zeigte eine objektive Ansprechrate von rund 35 Prozent in der zugelassenen Population; in Kombinationstherapien wurden in einzelnen Studien höhere Ansprechraten, die zwischen 40,4 bis 46,4 Prozent liegen, berichtet.» José Antonio López-Vilariño, Global Product Lead at PharmaMar

2020 erhielt der Wirkstoff die Zulassung für den Einsatz bei rezidiviertem SCLC; dieser wird aus einem in einer kolonialen Seescheide vorkommenden Stoff synthetisch hergestellt. José Antonio López-Vilariño, Global Product Lead at PharmaMar,

zu den klinischen Studien: «Unser Wirkstoff zeigte eine objektive Ansprechrate von rund 35 Prozent in der zugelassenen ­Population; in Kombinationstherapien wurden in einzelnen Studien höhere Ansprechraten, die zwischen 40,4 bis 46,4 Prozent liegen, berichtet.» Weitere Phase-3-Studien untersuchen derzeit seine Rolle in unterschiedlichen Therapiesettings. Bislang wurden mit den insgesamt drei Arzneimitteln von PharmaMar bereits mehr als 150’000 Patientinnen und Patienten behandelt. Der erste Wirkstoff, seit 2007 zugelassen, wird in rund 70 Ländern eingesetzt und erreicht je nach Markt einen Anteil von bis zu 30 Prozent. Bis 2027 erwartet das Unternehmen die Ergebnisse einer Phase-III-Studie zum Leiomyosarkom, von denen hoffentlich auch Schweizer Patientinnen und Patienten profitieren werden – ebenso wie von weiteren klinischen Studien, die derzeit durchgeführt und in Zukunft geplant werden. Als wichtiger Standort für solche Projekte spielt die Schweiz dabei eine bedeutende Rolle.

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Biowissenschaften

Biologie: Wirbellose Meerestiere

Krankheitserreger spezifisch erkennen Das Immunsystem der Seeanemone ist in der Lage, zwischen verschiedenen Mikroorganismen gezielt zu unterscheiden und fördert damit nützliche gegenüber schädlichen Bakterien. Diese Fähigkeit wurde bisher nur Wirbeltieren zugeschrieben. Eine wichtige Rolle dabei spielen die «Nematosomen».

Arne Claussen ¹ Das sogenannte angeborene Immunsystem gilt als die erste Verteidigungslinie gegen Krankheitserreger. Nach der klassischen Lehrmeinung reagiert es schnell, aber weitgehend unspezifisch auf eindringende Mikroorganismen. Dagegen wird dem «adaptiven Immunsystem» der Wirbeltiere die Fähigkeit zugeschrieben, zwischen nützlichen und schädlichen Mikroorganismen gezielt zu unterscheiden. Denn erst das adaptive Immunsystem besitzt Antikörper und Gedächtniszellen, die durch den Kontakt mit Krankheitserregern im Laufe des Tierlebens trainiert werden. In einer in Nature Communications erschienenen Studie zeigt eine ForschungsHeinrich-Heine-Universität Düsseldorf

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Ein Guter Tipp

gruppe um Prof. Dr. Sebastian Fraune vom Institut für Zoologie und Organismische Interaktionen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) zusammen mit Kollegen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, dass diese Sichtweise ergänzt werden muss. Die Forschenden wiesen nach, dass bereits ein evolutionär sehr ursprüngliches Tier, die Seeanemone Nematostella vectensis, Mikroorganismen gezielt unterscheiden kann – obwohl sie ausschliesslich über ein angeborenes Immunsystem verfügt.

Die Nematosomen tragen dazu bei, eine stabile und ­gesunde Gemeinschaft im ­Mikrobiom zu erhalten.

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Rasterelektronenmikroskopische (links) und konfokalmikroskiopische Aufnahme (rechts) eines Nematosoms. (Bilder: HHU / Nida Kaya)

Im Mittelpunkt der Arbeit standen frei bewegliche Zellverbände im Inneren der Seeanemone, die sogenannten Nematosomen. Die Forschenden zeigten, dass diese Strukturen bevorzugt fremde Bakterien aufnehmen und abbauen, während sie die natürlich zur Seeanemone gehö-

Die Seeanemone Nematostella vectensis. Im vergrösserten Ausschnitt sind die Nematosomen gekennzeichnet, die wesentlich für das Immunsystem dieser wirbellosen Tiere sind.

renden und für sie nützlichen Bakterien, ihr «Mikrobiom», weitgehend verschonen. Auf diese Weise tragen die Nematosomen dazu bei, eine stabile und gesunde Gemeinschaft im Mikrobiom zu erhalten.

Wirbellose besitzen hochentwickelte Mechanismen Eine Schlüsselrolle spielt das Gen cJun, das die Funktion der Nematosomen steuert. 9/2026


Biowissenschaften

Zentral: das Immungedächtnis Hieraus ergeben sich neue Perspektiven, um das angeborene Immunsystem und dessen evolutionären Entwicklung zu erforschen. Gleichzeitig wirft die Studie Frage auf, wie weit die Leistungsfähigkeit des angeborenen Immunsystems tatsächlich reicht. Die Seeanemone bietet dafür ein gutes Modellsystem, um grundlegende Prinzipien der Immunbiologie zu entschlüsseln, die bis heute in vielen Tiergruppen erhalten geblieben sein können. Prof. Fraune: «Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang das sogenannte Immungedächtnis bei wirbellosen Tieren. Auch ohne adaptives Immunsystem scheinen sie, nach einer ersten Begegnung mit bestimmten Krankheitserregern, bei einem erneuten Kontakt schneller oder wirksamer reagieren zu können. Dieses Phänomen wird als Immune Priming oder angeborenes Immungedächtnis bezeichnet.» Die in der Studie beschriebenen Nematosomen bieten ein vielversprechendes Modellsystem, um die zellulären und 9/2026

­ olekularen Grundlagen solcher Gedächtm niseffekte zu untersuchen. Da die Zellen zwischen eng verwandten Bakterienstämmen unterscheiden können und ihre Aktivität durch cJUN gesteuert wird, lassen sich künftig gezielt die Signalwege erforschen, die einer verbesserten Wiedererkennung von Mikroorganismen zugrunde liegen.

Sonderforschungsbereich SFB 1182 Der Sonderforschungsbereich «Entstehen und Funktionieren von Metaorganismen» ist

PRÄZISION

Mithilfe der Genschere CRISPR/Cas9 schaltete die Forschenden dieses Gen gezielt aus. Die veränderten Tiere bildeten deutlich weniger Nematosomen und verloren die Fähigkeit, fremde und körpereigene Bakterien zuverlässig zu unterscheiden. Dadurch geriet das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht und die Tiere wurden anfälliger für bakterielle Infektionen. Dr. Nida Kaya ist Erstautorin der Studie, die Forschungen waren Schwerpunkt ihrer Promotion: «Unsere Ergebnisse zeigen, dass die gezielte Erkennung von Mikroorganismen kein Privileg des adaptiven Immunsystems ist. Vielmehr besitzen bereits Wirbellose hochentwickelte Mechanismen, mit denen sie ihre nützlichen Mikroorganismen fördern und potenziell schädliche Bakterien gezielt kontrollieren können.» Prof. Fraune ergänzt: «Die Fähigkeit, Mikroorganismen selektiv erkennen zu können, ist damit vermutlich deutlich älter als bisher angenommen. Sie entwickelte sich bereits früh in der Evolution der Tiere. Dazu liefert diese Studie wichtige neue Erkenntnisse über die evolutionären U ­ rsprünge des Immunsystems. Sie zeigt, wie Tiere seit Hunderten von Millionen Jahren das Gleichgewicht zwischen nützlichen Mikroorganismen und Krankheitserregern aufrechterhalten.»

ein interdisziplinäres Netzwerk unter Beteiligung von rund 80 Forschenden, das die Interaktionen spezifischer Mikrobengemeinschaften mit vielzelligen Wirtslebewesen untersucht. Es beschäftigt sich mit der Frage, wie Pflanzen und Tiere einschliesslich des Menschen gemeinsam mit hoch spezifischen Gemeinschaften von Mikroben funktionale Einheiten (Metaorganismen) bilden.

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Biowissenschaften

Kein kurzfristiges Phänomen: Kleinere Fische und wirbellose Meerestiere

Klimawandel lässt Meerestiere schrumpfen «Lilliput-Effekt» und die Zukunft der Ozeane: Eine internationale Studie identifiziert ein uraltes Muster als Warnsignal für die Folgen der heutigen Erderwärmung. Das könnte weitreichende Folgen für Nahrungsketten und Fischerei haben.

Ob Muscheln, Krebse oder Fische: Meerestiere reagieren seit Hunderten Millionen Jahren auf Umweltkrisen mit einem Rückgang ihrer Körpergrösse. Eine neue Studie der Friedrich-Alexander-Universität ErlangenNürnberg (D) gemeinsam mit den Universitäten Warschau (PL) und Lille (F) zeigt jetzt, dass dieser sogenannte «Lilliput-Effekt» bei starken globalen Erwärmungsphasen besonders ausgeprägt ist. Die Forschenden sehen darin ein Warnsignal mit Blick auf den heutigen Klimawandel. Die Ergebnisse legen nahe, dass die aktuelle Erderwärmung die Meeresbewohner schrumpfen lassen wird. Für die Studie analysierte das Forschungsteam fast 9’000 Grössenänderungen aus fossilen, historischen und modernen Untersuchungen. Dadurch konnten Veränderungen der Körpergrösse bei Meerestieren über einen Zeitraum von rund 450 Millionen Jahren hinweg miteinander verglichen werden.

Wie Meerestiere auf Umweltkrisen reagieren «Unsere Daten belegen, dass die Abnahme der Körpergrösse eine allgemeine Reaktion von Meerestieren auf Umweltkrisen ist», sagt Dr. Paulina Nätscher, frühere Wissenschaftlerin am Lehrstuhl für Paläoumwelt an der Friedrich-Alexander-Universität ErlangenNürnberg und Erstautorin der Studie. «Wir

Die Belemniten (Kopffüsser aus dem Mesozoikum) im Bild stammen aus Peniche in Portugal. Sie lebten während einer Wärmekrise vor ca. 183 Millionen Jahren und sind nur halb so gross wie ihre Artgenossen direkt vor und nach der Krise. (Bild: Kenneth De Baets)

beobachten dieses Phänomen in sehr unterschiedlichen Tiergruppen, von Zwergwuchs in einzelnen Arten bis hin zu einer Dominanz kleinerer Arten in ganzen Lebensgemeinschaften. Er ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Ökosysteme unter Stress stehen.» Besonders stark seien die Veränderungen während Erwärmungsphasen gewesen. «Bei allen Umweltkrisen, ob sie durch Erwärmung herbeigeführt wurden oder nicht, liegt ein Rückgang der Körpergrösse in Lebensgemeinschaften vor», erklärt ihr Kollege Dr. Kenneth De Baets von der

­ niversität Warschau. «Besonders ist jeU doch, dass Krisen mir starker Erwärmung zu deutlich stärkeren und wechselhafteren Veränderungen direkt innerhalb der Arten führen; also zu einer echten Verzwergung. Im Durchschnitt fallen diese Effekte etwa doppelt so stark bei Erwärmung aus, wie bei anderen Krisen.» Auch der Zusammenhang mit der Temperaturentwicklung sei klar erkennbar, sagt Professor Wolfgang Kiessling, Leiter des Lehrstuhls für Paläoumwelt an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg: «Je stärker die Temperatur steigt, desto ausgeprägter ist der Rückgang der Körpergrösse. Die Erdgeschichte liefert damit ein deutliches Warnsignal für die Zukunft der Ozeane.»

Folgen für marine Ökosysteme Die in der Fachzeitschrift PNAS publizierte Studie legt nahe, dass der heute beobachtete Trend zu kleineren Fischen und wirbellosen Meerestieren kein kurzfristiges Phänomen ist, sondern einem langfristigen Muster folgt. Setzt sich die globale Erwärmung fort, könnten kleinere Körpergrössen in den Weltmeeren zunehmend zur Regel werden – mit weitreichenden Folgen für Nahrungsketten und Fischerei. www.fau.de

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Chemie

Wasserstoff-Herstellung durch Hydrolyse mit Wind- und Solarenergie: Um das wirtschaftlicher zu machen, ist jede Kostenreduktion willkommen. (Bild: Adpic)

Empa verbessert Elektrolyseure – grünen Wasserstoff im Blick

Damit sich Stahl nicht löst wie Zucker im Tee Forschende der Empa, Dübendorf, können mit korrosionsbeständigen Materialien Elektrolyse-Geräte robuster, haltbarer und dadurch auch kostengünstiger machen – ein Schritt hin zum «grünen» Brennstoff Wasserstoff und womöglich zu «grünem» Stahl.

Dr. Christian Ehrensberger Am «grünen» Wasserstoff hängt viel, möglicherweise die Zukunft der ganzen europäischen Stahlindustrie. Denn die hat nach Ansicht vieler Akteure langfristig nur dann eine Chance, wenn sie nachhaltiger wird.

Grüner Stahl und grüner Wasserstoff Die Vision vom «grünen Stahl» ist die Umstellung der herkömmlichen Stahlerzeugung auf grünen Wasserstoff anstelle von Koks. Dieser erfüllt im klassischen Hochofenprozess gleich drei Funktionen: Reduktionsmittel, Brennstoff, mechanisches Stützgerüst. So entsteht mit Hilfe von Koks aus Eisenerz flüssiges Roheisen. Der Wasserstoff kann Koks als Reduktionsmittel und Brennstoff ersetzen. 9/2026

Die Idee von grünem Wasserstoff liegt in der Erzeugung aus Wasser in einem Elektrolyseur mit Ökostrom. Allerdings stellen Solaranlagen, Windkraftanlagen, Elektrolyseure, Wasserstoff- und Stromspeicher ein komplexes System dar. Keine Komponente darin bringt immer ihre theoretische Höchstleistung. Beispielsweise sinkt die Stromproduktion bei Windkraftanlagen in der Flaute und von Solaranlagen in der Nacht auf null. Länder wie Deutschland und die Schweiz bringen für diese Arten der Stromerzeugung nicht die besten Voraussetzungen mit.

Messlatte Saudi-Arabien Besser sind afrikanische und arabische Länder dran. Der Leuchtturm ist dabei Saudi-Arabien mit seinem «Neom-Projekt»: viel Sonne, viel Wind, Batterien als Kurzzeitspeicher, Integration von Meerwasse-

rentsalzung, Stickstoffgewinnung und Ammoniaksynthese (Haber-Bosch-Verfahren). Im Rahmen des Neom-Projekts kann grüner Wasserstoff kostengünstiger als in Europa erzeugt und in Form von Ammoniak hierher verschifft werden. Allerdings bleibt unterm Strich grüner Wasserstoff nicht billig und wird es wohl auf absehbare Zeit auch nicht – selbst unter den Optimalbedingungen in Saudi-Arabien. Um einmal eine Grössenordnung zu nennen: Der «grüne» Wasserstoff aus der Elektrolyse ist in der Herstellung rund doppelt so teuer wie «grauer» Wasserstoff aus fossilen Rohstoffen, überwiegend aus Erdgas. Darum werden heute über 90 Prozent des Wasserstoffs aus fossilen Quellen gewonnen.

Wege aus der grünen Kostenfalle Insbesondere bei schwankendem Bedarf eines Kraftwerks (z.B. zur Abdeckung von Spitzenlasten) stellt Wasserstoff einen 13


Chemie

Empa-Forscher Konstantin Egorov beschichtet Edelstahlkomponenten mit korrosionsbeständigem Titanoxid, um die Herstellung von grünem Wasserstoff wirtschaftlicher zu machen. (Bild: Empa)

Nach dem Korrosionstest geht es für Konstantin Egorov an die Untersuchung der bipolaren Platte. (Bild: Empa)

t­euren Reservebrennstoff dar und kann sich kaum rechnen; für Dauerabnehmer dagegen ist er zumindest kalkulierbar. Dies bestätigen Berechnungen des Fraunhofer IEG, Bochum, und des Fraunhofer-Exzellenzclusters CINES, Berlin (Schätzungen für das Jahr 2035). Was helfen könnte, sind verschiedene ­Optimierungsansätze: Es gibt heute Elektrolyseverfahren (z.B. PEMWE-Verfahren; ­Proton Exchange Membrane Water Electrolysis), die sich für das Zusammenspiel mit erneuerbaren Energien besonders gut eignen. Insbesondere zeigen sie sich kompatibel mit den Energieschwankungen, etwa bei Sonnen- und Windenergie. Allerdings benötigen PEMWE-Elektrolyseure den knappen und geopolitisch kritischen Rohstoff Iridium (Anodenkatalysator). Iridiumfreie Alternativen könnten die Spiel­ regeln des Marktes in Richtung grüner ­Wasserstoff und grüne Stahlerzeugung verschieben (z.B. AEM-Elektrolyse mit Anionenaustauschermembranen). Einen weiteren Nachteil des PEMWE-Verfahrens stellt das stark saure Milieu in einem PEMWE-Elektrolyseur dar. Dies setzt das verbaute Material einer hohen Belastung aus, was die Lebensdauer begrenzt (Korrosion!) und damit die Kosten in die Höhe treibt.

nung mit scharfen Hartmetallwerkzeugen, niedrigen Drehzahlen und reichlich Kühlschmierstoff).

Keine Korrosion An dieser Stelle ist nun ein Team der Empa tätig geworden. Gemeinsam mit Forschern der französischen Forschungsinstitute «Institut de la Corrosion» in Brest und «LEMTA» in Nancy arbeitet es an 14

günstigeren Alternativen für zwei Schlüsselkomponenten der Elektrolyse-Geräte. Das Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und der französischen «Agence Nationale de la Recherche» (ANR) unterstützt. Der Ansatz des Empa-Teams : Die Umgebung im Elektrolyseur ist korrosiv, denn die feste Membran, die meist aus perfluorierten Sulfonsäure-Polymeren besteht, enthält gebundene Sulfonsäuren; diese wiederum wirken als stark saure Ionenaustauscher (pH = 1 bis 2). Darum würde sich in der zentralen Kammer des Elektrolyseurs Stahl auflösen «wie Zucker in einer Tasse Tee», so Konstantin Egorov, Materialwissenschaftler an der Empa. Selbst Komponenten, die nicht mit dem hochsauren Milieu in Kontakt kommen, korrodieren. Und schon geringste Mengen an gelöstem Metall im hochreinen Wasser, das zur Elektrolyse in das Gerät strömt, führen zu Einbussen in seiner Leistung und seiner Lebensdauer. Die Komponenten für die Zu- und Ableitung des Wassers und der entstehenden Gase innerhalb des Elektrolyseurs bestehen deshalb aus Titan. Doch selbst das ist nicht genug: Damit das Titan nicht oxidiert und die Wirksamkeit des Elektrolyseurs beeinträchtigt, müssen die Bauteile noch mit dem Edelmetall Platin beschichtet werden, was die Kosten weitertreibt. Und auch Titan ist sowohl teuer als auch schwierig zu verarbeiten (Titanguss unter Schutzgas oder CNC-Zerspa-

Rutil statt Platin, Stahl statt Titan Konstantin Egorov sucht deshalb nach Wegen, das teure Platin zu ersetzen, ohne die Korrosionsbeständigkeit zu beeinträchtigen. Dafür setzt er auf eine besondere Form des Titanoxids, das Rutil. Bei diesem Oxid fehlen an bestimmten Stellen Sauerstoffatome, was dem Material eine gute Leitfähigkeit verleiht, während seine Hochkristallinität für eine hohe Korrosionsbeständigkeit sorgt – genau die richtigen Voraussetzungen für die PEMWE-Elektrolyse. Das Trägermaterial Titan ersetzen die Forschenden durch Stahl. «Stahl ist nicht nur günstiger, sondern auch viel einfacher zu verarbeiten. Das ermöglicht neue, fortschrittliche Komponentendesigns, die die Effizienz der Zelle steigern», erklärt Egorov. Dank der robusten Beschichtung soll die korrosive Umgebung dem Material nichts mehr anhaben können.

Umsetzung in der Industrie mitgedacht Die ersten Ergebnisse bestätigen die hohe Korrosionsbeständigkeit der innovativen Beschichtung. «Wir konnten eine Methode entwickeln, um die erste Komponente des PEMWEElektrolyseurs, die sogenannte bipolare Platte, erfolgreich mit Titanoxid zu ­beschichten», sagt Egorov. Die Methode, 9/2026


Chemie

Die bipolare Platte, eine Komponente von PEMWE-Elektrolyseuren, zeigt keine Spur von Korrosion. (Bild: Empa)

die er dafür nutzt, heisst physikalische Gasphasenabscheidung (engl. «physical vapour deposition» oder PVD) und ist in der Industrie weit verbreitet. «Es ist uns wichtig, etwas zu entwickeln, was die Industrie tatsächlich gebrauchen kann», betont der Forscher. Die Komponenten, die Egorov an der Empa herstellt, unterziehen seine Partner gründlichen Korrosionstests, zunächst unter Laborbedingungen, dann in einem funktionierenden Elektrolyseur. Die bipolare Platte hat die Tests bereits erfolgreich überstanden. Als nächstes wollen die Forscher eine weitere Schlüsselkomponente mit Titanoxid beschichten, die sogenannte poröse Transportschicht. «Die Beschichtung von porösen Materialien birgt viele Herausforderungen», weiss Egorov. Die Poren müssen gleichmässig beschichtet werden, damit das darunterliegende Material nicht korrodiert – zugleich dürfen sie aber nicht verstopfen. Egorov ist jedoch zuversichtlich, dass dies machbar ist.

schrauben ansetzen. Die Empa kümmert sich in ihrem Spezialbereich «Materials for Energy Conversion» um die Materialoptimierung von PEMWE-Elektrolyseuren. Diese könnten durch die erzielten Fortschritte attraktiver werden und die Wasserstoff-Erzeugung durch Elektrolyse kostengünstiger werden lassen. Das Projekt läuft noch bis 2026. Danach hoffen die Empa-Forschenden, einen Industriepartner an Bord zu holen, um die innovative Technologie in Richtung Kommerzialisierung weiterzuentwickeln.

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Literatur 1. Axel Schuller: Bremer Prof.: Grüner Wasserstoff für Stahl-Produktion zu teuer und nicht verfügbar. https:// bremensogesehen.com/20251127-peitgen-stahl-wasserstoff-arcelor-bovenschulte/, Zugriff am 23.7.2026 2. wie zitiert in: Anne Bajrica: Hinter grünem Wasserstoff lauert eine Kostenfalle. https://www.focus.de/ earth/hinter-gruenem-wasserstoff-lauert-eine-kostenf alle_6e75b247-9 d86-407a-81b9-a22751dcc7ff.html, Zugriff am 8.7.2026 3. Grünen Wasserstoff günstiger herstellen. https:// www.empa.ch/de/web/s604/protis-green-hydrogen, Zugriff am 23.7.2026

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Fazit für Entscheider Es lässt sich festhalten, dass grüner Wasserstoff und grüner Stahl keine Selbstläufer sind. Wären sie es, so hätte sich beispielsweise der Börsenkurs des führenden Elektrolyseanlagen-Herstellers Thyssenkrupp Nucera, Dortmund, nicht innerhalb von zwei Jahren gedrittelt. Zum Teil liegt es an der Komplexität des Systems. Ausser den bereits genannten Komponenten spielt hier zum Beispiel auch die Bepreisung von Kohlendioxidemissionen bzw. die Preise von CO2-Zertifikaten eine Rolle. Das komplexe System hat jedoch einen Vorteil: Forscher können an vielen Stell9/2026

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Chemie

ETH-Spin-off schafft neue Basis für 96 Prozent unserer Alltagsprodukte

Die ganze industrielle Chemie – klimaneutral Unter Einsatz des Klimagases Kohlendioxid als Edukt und angetrieben von Sonnen- und Windenergie erhält man als Zwischenstufe Methanol, und daraus machen Bakterien Kosmetika, Dämm- oder Kunststoffe, je nachdem wie ihr Soffwechsel feingetunt wurde.

Christian Ehrensberger Das ist das Ziel eines geplanten Spin-offs der ETH Zürich mit dem Namen «Teno Bioworks». Das Unternehmen steht in einer grossen Tradition, denn zur Herstellung von «grünem Methanol» gibt es schon verschiedene Ansätze [1].

Schritt 1: grünes Methanol Meist benötigt man dafür einen Metallkatalysator (z.B. Kobalt, Iridium, Rhodium, Wolfram), setzt Kohlendioxid zu Synthesegas um (Kohlenmonoxid und Wasserstoff) und schliesslich in Methanol. Oder das (noch klimaschädlichere) Methan wird zu Methanol. Diese Umwandlung schaffen übrigens auch geeignete Bakterien, und zwar unter Bio-Katalyse mit Methanmonooxygenase, die an einem einzelnen KupferIon lokalisiert ist. An der ETH hat man schon Verfahren für ein gezieltes Katalysator-Design zur Synthese von Methanol aus Konlendioxid und Wasserstoffgas entwickelt, unter Berücksichtigung der dabei nötigen hohen Temperaturen und Drücke [1, 2, 3]. Wenn die Energie dafür nachhaltig erzeugt wird

(Sonne, Wind), darf dieses Verfahren als Chance zur Gewinnung von Methanol als Rohstoff bei gleichzeitiger Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre gelten.

Schritt 2: Methanol zu Chemikalien Soweit der Weg zur Zwischenstufe Methanol – «Teno Bioworks» lässt daraus mit einem neuen Verfahren die gesamte Chemiewelt entstehen, die wir für Medikamente, Kleidung, Lebensmittel, kurz: für rund 96 Prozent unserer Alltagsprodukte brauchen. Dazu setzt das Unternehmen ein bereits grossindustriell genutztes Bakterium ein. «Wir haben den Stoffwechsel dieses Bakteriums grundlegend umprogrammiert», sagt Ronja Rappold, ETH Pioneer Fellow und operative Leiterin des zukünftigen Spin-offs. Statt von Zucker ernährt sich das umprogrammierte Bakterium von («grünem») Methanol, und auch die Stoffwechselprodukte lassen sich steuern, je nachdem ob gerade ein Baustein für Kosmetika, ein Dämmstoff oder ein bestimmter Kunststoff benötigt wird. Damit bietet «Teno Bioworks» eine Plattformtechnologie.

Ronja Rappold, ETH Pioneer Fellow und künftige operative Leiterin von «Teno Bioworks» kombiniert moderne Biologie mit der altbekannten bakteriellen Fermentation und entwirft einen Weg zu einer komplett klimaneutralen Chemie. (Bild: Michel Büchel/ETH Zürich)

Schritt 3: vom Labor in die Industrie Ronja Rappold sieht es so [4]: «Die chemische Industrie steht unter enormem Preisdruck. Deshalb müssen unsere Lösungen wirtschaftlich konkurrenzfähig sein. Nachhaltigkeit darf kein Luxusgut bleiben, sondern muss der neue Standard werden. Unsere Technologie schlägt

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Chemie

Die Optimierung «bakterieller Fabriken» im ETH-Labor ebnet den Weg, um Treibhausgase künftig im industriellen Massstab in wertvolle Chemikalien umzuwandeln. (Bild: Michel Büchel/ETH Zürich)

zwei Fliegen mit einer Klappe. Wir machen Chemikalienproduktion unabhängig von fossilen Rohstoffen und schützen gleichzeitig die Biodiversität sowie die Ressourcen Land und Wasser.» Noch steht das künftige ETH-Spin-off allerdings am Anfang. Der Prozess funktioniert bisher im Labor. Erste Skalierungsschritte wurden erfolgreich umgesetzt. Der nächs-

te Meilenstein ist die Erweiterung auf eine erste Test- und schliesslich der Sprung auf eine industrielle Anlage. Diese Entwicklung wird noch mehrere Jahre dauern.

Literatur 1. Ehrensberger C: Methanol – endlich ein grüner Grundstoff. https://chemiextra.

com/methanol-wird-endlich-zum-gruenen-grundstoff/, Zugriff am 14.7.2026 2. Chiang YT, Ritopecki M, Willi PO, Raue K, Morales-Vidal J, Zou T, Agrachev M, Eliasson H, Wang J, Erni R, Stark WJ, Jeschke G, Grass RN, López N, Mitchell S, PérezRamírez J: Single atoms of indium on hafnia enable superior CO2-based methanol synthesis. Nature Nanotechnology 2. März 2026, DOI: externe Seite10.1038/s41565026-02135-y 3. Meierhans D: Mit einzelnen Atomen zu einer Chemie ohne fossile Rohstoffe. https://ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2026/03/mit-einzelnen-atomen-zu-einer-chemie-ohne-fossile-rohstoffe.html, Zugriff am 11.3.2026 4. Raggenbass C: Bakterielle Fabriken als Schlüssel für klimafreundliche Chemie. https://ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2026/06/bakteriellefabriken-als-schluessel-fuer-klimafreundliche-chemie.html, Zugriff am 14.7.2026

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Labor

Die Bedeutung von Summenparametern

PFAS-Analytik neu gedacht Kaum eine Stoffgruppe steht derzeit so stark im Spannungsfeld von Umweltanalytik und Regulierung wie PFAS. Damit wächst auch die Bedeutung von Summenparametern wie AOF, EOF und TOF in der Analytik und deren Beitrag zur umfassenderen Erfassung von Umweltkontaminationen. Warum klassische Einzelstoffanalysen an ihre Grenzen stossen und welche Rolle moderne Methoden und Regulierung künftig spielen.

Lucia Meier ¹ Was die Industrie über viele Jahre hinweg an PFAS schätzte und gezielt nutzte – ihre aussergewöhnliche chemische Stabilität –, macht sie heute zu einer der langlebigsten Umweltkontaminationen unserer Zeit. Aufgrund ihrer hohen Persistenz verbreiten sie sich weltweit in Gewässern, Böden und biologischen Systemen. Für die analytische Praxis ergibt sich daraus eine zentrale Herausforderung: die zuverlässige Erfassung dieser langlebigen Chemikalien. Derzeit sind mehr als 10’000 PFASVerbindungen bekannt. Konventionelle zielgerichtete Verfahren wie LC-MS/MS oder GC-MS/MS können jedoch nur einen kleinen Ausschnitt davon quantitativ bestimmen. In der Routineanalytik werden meist lediglich einige Dutzend definierte Zielsubstanzen erfasst. Ein erheblicher Anteil potenziell vorhandener fluorierter Verbindungen bleibt damit analytisch unsichtbar. Vor diesem Hintergrund gewinnen sogenannte Summenparameter zunehmend an Relevanz. Sie ermöglichen eine übergreifende Bewertung der Belastung einer Probe mit organisch gebundenem Fluor und stellen damit ein wichtiges Werkzeug für Screeningprogramme und Umweltmonitoring dar.

Diese Eigenschaft ist gleichzeitig Vorteil und Einschränkung: Während auch unbekannte oder analytisch schwer zugängliche Verbindungen berücksichtigt werden können, lassen sich keine direkten Aussagen über spezifische PFAS-Einzelsubstanzen treffen. Gerade für Anwendungen wie Belastungsscreenings, Trendanalysen oder die Priorisierung belasteter Untersuchungsgebiete sind Summenparameter jedoch von grosser Bedeutung.

Drei zentrale Kenngrössen der PFAS-Summenanalytik In der PFAS-Analytik haben sich insbesondere drei Summenparameter etabliert: – AOF – Adsorbierbares organisch gebundenes Fluor: ideal für Wasserproben – EOF – Extrahierbares organisch gebundenes Fluor: kann für alle Proben verwendet werden und ist präferierte Methode für primär anorganische Proben, wie Erde – TOF – Gesamtes organisch gebundenes Fluor: wird für feste Proben, die

Verbrennungs-Ionenchromatographie: Labor-Aufbau mit IC-Analyse, Absorber und Verbrennungsmodul. (Bild: Metrohm)

direkt verbrennt werden können, wie Lebensmittelkontaktverpackungen, verwendet. Im Vergleich zum Gesamtfluor (TF) besitzen diese Parameter den Vorteil, dass anorganisches Fluorid nicht miterfasst wird. Dadurch richtet sich der Fokus gezielt auf organisch gebundene Fluorverbindungen. Zu berücksichtigen ist jedoch: Die Parameter erfassen nicht ausschliesslich PFAS. Auch andere fluorhaltige organische Verbindungen, etwa fluorierte Pflanzenschutz-

Warum Summenparameter immer wichtiger werden Im Unterschied zur klassischen Einzelstoffanalytik liefern Summenparameter keine Aussagen zu einzelnen Verbindungen, sondern erfassen die Gesamtmenge einer Stoffklasse ohne zwischen einzelnen Verbindungen zu unterscheiden.

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Chemikerin bei Metrohm

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Zur Bestimmung der Summenparameter wird häufig die Verbrennungs-Ionenchromatographie (Combustion Ion Chromatography, CIC) eingesetzt. (Grafik: Metrohm)

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Labor

mittel, pharmazeutische Wirkstoffe oder industrielle Fluorchemikalien, werden mitberücksichtigt. Die Werte dienen daher als Gesamtindikator für organisch gebundenes Fluor.

VerbrennungsIonenchroma­ tographie: etabliertes Verfahren Zur Bestimmung dieser Summenpa­ rameter wird häufig die Verbrennungs-­ Ionenchromatographie (Combustion Ion ­Chromatography, CIC) eingesetzt. Das Verfahren kombiniert die thermische Zersetzung der Probe mit der quantitativen Analyse des freigesetzten Fluorids. Der analytische Ablauf gliedert sich in mehrere Schritte: – Probenvorbereitung und Aufgabe Die Probe wird in ein Keramikboot eingebracht und anschliessend in das Verbrennungsmodul überführt. – Pyrohydrolyse (Verbrennung) Im Hochtemperaturofen erfolgt eine kontrollierte Verbrennung unter Sauerstoffund Argonatmosphäre. Organische Fluorverbindungen werden dabei vollständig zersetzt. – Absorption (Aufnahme der Zersetzungsprodukte) Die entstehenden gasförmigen Produkte werden in eine Absorptionslösung geleitet, in der das Fluor als Fluorid absorbiert wird. – Quantifizierung mittels Ionenchromatographie Das gebildete Fluorid wird anschliessend durch mittels Ionenchromatographie bestimmt und entspricht dem ursprünglich organisch gebundenen Fluoranteil der Probe. Durch seine Robustheit eignet sich das Verfahren für unterschiedlichste Matrizes und bildet die Grundlage zahlreicher Summenparameter-Methoden.

Unterschiedliche Probenvor­ bereitung für AOF, EOF und TOF Beim AOF-Verfahren werden organisch gebundene Fluorverbindungen aus Wasserproben zunächst an Aktivkohle angereichert. Die beladene Aktivkohle wird dann analysiert. Das Verfahren eignet sich besonders für wässrige Proben und weist methodische Parallelen zu etablierten AOX-Methoden auf. Für die EOF-Bestimmung wird die Probe – insbesondere bei komplexen oder biologischen Matrizes – zunächst homogeni9/2026

Summenparameter wie AOF, EOF und TOF erweitern die analytischen Möglichkeiten, indem sie eine integrale Bewertung organisch gebundenen Fluors ermöglichen. (Grafik: Metrohm)

siert. Anschliessend werden die Organofluor verbindungen mit geeigneten Lösungsmitteln extrahiert. Diese Vorgehensweise eignet sich für alle Proben, aber insbesondere solche mit hohem anorganischem Anteil. Der TOF-Wert wird indirekt aus der Differenz zwischen Gesamtfluor (TF) und anorganischem Fluor (TIF) berechnet: – TF: Direkte Bestimmung der Probe – TIF: Analyse nach Vorveraschung zur Entfernung organischer Bestandteile Die Differenz liefert den Anteil des gesamten organisch gebundenen Fluors. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine saubere Trennung zwischen organischen und anorganischen Fluoranteilen.

Regulatorik und Standard­ isierung gewinnen an Dynamik Auf regulatorischer Ebene spiegelt sich insbesondere die wachsende Erkenntnis wider, dass PFAS weiter verbreitet sind als angenommen. Durch die potenziell gesundheitsschädliche Wirkung hat sich ihre analytische Relevanz deutlich erhöht. In der Schweiz wird die PFAS-Belastung in Wasserproben oder Lebensmittel derzeit anhand der Summe ausgewählter PFASVerbindungen kontrolliert. Dies hat den Nachteil, dass die tatsächliche Gesamtbelastung nicht vollständig erfasst werden kann. Gleichzeitig gibt es in der EU Bestrebungen, neben Grenzwerten für gezieltanalysierbare Verbindungen zusätzlich Summenparameter einzuführen. Für die Bestimmung solcher Summenparametern existieren bereits heute normative Grundlagen, darunter:

– ISO 18127, DIN 38409-59 und US EPA Methode 1621 für die AOF-Bestimmung in Wasserproben mittels CIC – ISO 20999 für die Bestimmung von Gesamthalogengehalt in Textilien mittels CIC Diese leisten einen wichtigen Beitrag zur Standardisierung der PFAS-Analytik.

Summenparameter als Ergänzung zur Einzelstoffanalytik Die enorme Stoffvielfalt der PFAS macht deutlich, dass zielgerichtete Analysen allein die tatsächliche Gesamtbelastung häufig nicht vollständig erfassen können. Summenparameter wie AOF, EOF und TOF erweitern die analytischen Möglichkeiten, indem sie eine integrale Bewertung organisch gebundenen Fluors ermöglichen. Zusammen mit der CIC-Technologie entsteht so ein leistungsfähiger Ansatz für Umweltmonitoring und Screeninguntersuchungen. Mit zunehmenden regulatorischen Anforderungen dürfte die Bedeutung solcher Summenparameter weiter wachsen. Sie verbinden umfassende Umweltbewertung mit klassischer Einzelstoffanalytik und entwickeln sich damit zu einem zentralen Baustein moderner PFAS-Analytik, wodurch regulatorische Entscheidungen eine fundierte Basis erhalten und Massnahmen gezielt ergriffen werden können.

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A n a ly tik

Die Chemie kann auf verschiedenen Feldern grüner werden – zum Beispiel durch Wiederverwertung von Kunststoffen.

Neues Bestimmungsverfahren erfasst Qualität von Pyrolyseölen

Fluoranalytik beflügelt Kreislaufwirtschaft Fluor in Pyrolyseöl kann jetzt, dank der Molekülabsorptionsspektrometrie mit Kontinuumstrahler und hoher Auflösung (HR-CS-MAS), auf Standard-Atomabsorptionsspektrometrie-Geräten (AAS) bestimmt werden – bei reduziertem Platzbedarf und geringeren Betriebskosten im Vergleich zu herkömmlichem Equipment.

Diesem analytischen Verfahren kommt eine grosse Bedeutung im Zusammenhang mit der Wertstoffrückgewinnung von Kunststoffen zu. Denn durch Pyrolyse bei erhöhten Temperaturen und Druck können Kunststoffe und andere Abfallströme in Pyrolyseöl (WPPO) und Pyrolysegas umgewandelt werden. Beides sind wertvolle Rohstoffe, die wieder in die chemische Wertschöpfungskette integriert werden können. Durch diesen Prozess können Abfallstoffe mittels Energiezufuhr in neue Rohstoffe umgewandelt werden, wodurch die Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas verringert und langfristig möglicherweise sogar beseitigt werden kann.

Kritische Komponente Fluor Allerdings verhält es sich bei Pyrolyseöl ähnlich wie mit Rohstoffen aus der Natur: Es gibt stark unterschiedliche Qualitäten, je nach Quelle. Ein besonders kritischer Bestandteil ist Fluor. Während es in Mineralölen nahezu nicht vorkommt, kann die Fluorkonzentration in Pyrolyseölen je nach 20

Der Weg zu einer nachhaltigeren Kunststoffchemie führt über Pyrolyseöle, deren Qualität es mit einschlägigen Analyseverfahren zu erfassen gilt (z.B. den Fluorgehalt). (Bilder: Analytik Jena)

Selbstoptimierenden Verbrennungssteuerung: Probenvorbereitung durch pyrohydrolytische Verbrennung für die Analyse mittels Molekülabsorptionsspektrometrie oder anderen Detektionsverfahren.

Eingangsmaterial erheblich variieren. Selbst in geringen Mengen stellt Fluor ein ernsthaftes Risiko für Raffinerieprozesse dar, da es als Katalysatorgift wirkt und starke Korrosion verursacht. Zuverlässige und schnelle Analysetechniken sind daher unerlässlich, um den Fluorgehalt zu überwachen. Nur so kann man sicher sein, dass Pyrolyseöl A sinnvoll im nachgelagerten

Prozess B eingesetzt werden kann oder eventuell besser in den alternativen Prozess C eingespeist werden sollte. Traditionell basiert die Fluorbestimmung auf der Verbrennungsionenchromatographie (CIC), einer bewährten, aber zeitaufwändigen Methode. Als Reaktion auf die Nachfrage der Industrie nach schnelleren und effizienteren Analysen wurde eine 9/2026


A n a ly tik

Einfach zu bedienender Multielementanalysator zur Bestimmung der Elementkonzen­ tration in einem erweiterten Messbereich: Das AAS-System liefert schnelle Ergebnisse selbst bei geringen Analytkonzentrationen.

neue Lösung entwickelt, die die pyrohydrolytische Hochtemperaturverbrennung mit der High-Resolution-Continuum-Source (HR-CS) Molekülabsorptionsspektrometrie (MAS) kombiniert. Bei diesem Ansatz werden WPPO-Proben in Gegenwart von Wasser bei hohen Temperaturen ver-

brannt. So kann Fluor in einer wässrigen Lösung in einer einheitlichen und stabilen Form aufgefangen werden, während die Komplexität der organischen Matrix eliminiert wird. Gallium wird hinzugefügt, um Galliumfluoridmoleküle zu bilden, die dann mit hoher Empfindlichkeit mittels MAS nachgewiesen werden. Dieses Verfahren ermöglicht die Fluoranalyse auf StandardAtomabsorptionsspektrometrie-Systemen (AAS) und reduziert den Platzbedarf der Geräte und die Betriebskosten im Vergleich zu herkömmlichem Equipment.

Breite Verwendung von Pyrolyse­ölen möglich Das neue Analyseverfahren wird in der Praxis mit zwei sich ergänzenden Geräten umgesetzt. Die kontrollierte Verbrennung im ersten Gerät gewährleistet eine sichere und vollständige Oxidation einer Vielzahl organischer Proben, ohne dass spezielle Kenntnisse des Bedieners erforderlich sind. Das zweite Gerät ermöglicht zusätzlich die Me-

tallanalyse in denselben Matrizen, wodurch ein separates Gerät für die optische Emissionsspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP-OES) sich oft erübrigt. Untersuchungen haben gezeigt, dass der kombinierte Ansatz eine mit etablierten CIC-Methoden vergleichbare Empfindlichkeit und Genauigkeit erzielt und gleichzeitig den Durchsatz aufgrund kürzerer Analysezeiten deutlich erhöht. Mit dieser neuen Methode lässt sich Fluor in Pyrolyseölen schneller, zuverlässiger und effizienter überwachen, was eine breitere Integration von kreislauffähigen Rohstoffen in die petrochemische Wertschöpfungskette unterstützt. Durch die schnelle und robuste Fluoranalyse wird ein wesentliches Hindernis für die breite Einführung von Pyrolyseölen beseitigt und den Weg der Branche hin zu einer nachhaltigeren und widerstandsfähigeren Zukunft gestärkt.

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Medizin

Boost-Wirkung auf Pathogenität

Resistenzgene machen Bakterien gefährlicher Antibiotikaresistenzen sind weltweit für jährlich knapp eine Million Todesfälle verantwortlich. Forschende haben jetzt herausgefunden, dass spezifische Gene bei manchen Bakterien nicht nur deren Resistenz gegen Medikamente stärken, sondern die Bakterien auch gefährlicher machen.

Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Generaldirektor der WHO, bringt es auf den Punkt: «Die Resistenz gegen antimikrobielle Medikamente entwickelt sich schneller weiter als die Fortschritte der modernen Medizin. Dies ist eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen auf der ganzen Welt.» Laut einem von der WHO im Oktober 2025 veröffentlichten Bericht hat die Antibiotikaresistenz von 2018 bis 2023 in mehr als 40 Prozent der überwachten E ­ rreger-Antibiotika-Kombinationen zugenommen. Dies bedeutet: In nahezu der Hälfte der untersuchten Fälle werden die Bakterien resistenter gegen die Medikamente – eine dramatische Entwicklung, die für knapp eine Million Todesfälle auf der Welt ursächlich verantwortlich zeichnet.

Die Mechanismen der Antibiotikaresistenz verstehen Der Kampf gegen Antibiotikaresistenzen hat daher weltweit Priorität im Gesundheitswesen, und auch das Nationale Referenzlaboratorium zur Früherkennung und Überwachung neuartiger Antibiotikaresistenzen (NARA) an der Universität Freiburg hat ihn sich zur Aufgabe gemacht. NARA-

Antibiotikaresistenzgene: Jetzt geht es darum, herauszufinden, welche von ihnen sich nicht nur auf die Resistenz, sondern auch auf die Erregerkapazität auswirken. (Bild: Shutterstock)

Leiter Laurent Poirel erklärt: «Bakterien, die wir bisher ohne Probleme mit Antibiotika bekämpfen konnten, entwickeln Resistenzen. Unsere Rolle besteht darin, zu verstehen, welche Mechanismen die Wirksamkeit der Medikamente zunichtemachen, und dann Lösungen zu finden, damit es in der Medizin nicht zu einem schrecklichen Rückschritt kommt.»

In der aktuellen Studie hat die Forschungsgruppe versucht, herauszufinden, ob bestimmte Resistenzgene, welche die Bauanleitung für sogenannte AmpC-Enzyme enthalten, die Vermehrungs- und Verbreitungsfähigkeit der Bakterien beeinflussen können. Anders ausgedrückt: ob solche Resistenzgene sich auf die Pathogenität der Bakterien auswirken können.

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Medizin

Lange unterschätzte Gene Das AmpC-Gen wird von einem Plasmid (einer kleinen, mobilen, ringförmigen DNA, die Gene transportieren kann) auf das Bakterium Escherichia coli übertragen. Nach der Integration des Gens wird das Bakterium resistent gegen zahlreiche Penicilline und Cephalosporine, die als Mittel der ersten Wahl verwendet werden. In der Wissenschaft ging man lange davon aus, dass der Erwerb solcher Resistenzgene für ihren Wirt entweder neutral oder sogar nachteilig in Bezug auf den Energieverbrauch sei. Durch die Produktion von Plasmiden, die die Resistenzgene tragen, und von entsprechenden Enzymen, die viel Energie verbrauchen, entstehen dem Bakterium in der Regel nämlich inhärente «Kosten». Dr. Laurent Poirel und seinen Kolleginnen und Kollegen haben jetzt aber herausgefunden, dass diese Gene entgegen der bisherigen Annahme dazu fähig sind, die Bakterien zu noch stärkeren Krankheitserregern zu machen. Das ist natürlich eine schlechte Nachricht.

Bakterielle Fitness Die Wissenschaftler konnten zu ihrer grossen Überraschung nachweisen, dass und wie diese Gene die Physiologie des Bakteriums beeinflussen. Zunächst wurde ein Nachweis in vitro erbracht: Wenn das Bakterium Escherichia coli Plasmide erwirbt, die mehrere AmpC-Resistenzgene tragen, gleicht es die damit einhergehenden Energiekosten aus durch eine verringerte Produktion von sogenannten Flagellen (Geis­ seln), bei denen es sich um kleine Helixstrukturen handelt, die als unverzichtbare Motoren für die bakterielle Mobilität fungieren. Das Bakterium spart also Energie ein und wächst im Labor unter Schüttelkulturbedingungen schneller – also unter den klassischen Versuchsbedingungen 9/2026

mit einer besseren Sauerstoffversorgung. Diese negative Selbstregulation wurde jedoch nicht beobachtet, wenn das Bakterium bestimmte spezifische Varianten dieser Enzymfamilie AmpC produzierte. Bei Vorhandensein dieser Enzyme wurde nämlich die Flagellenproduktion beschleunigt und nicht – wie vorher angenommen – reduziert. In anschliessend durchgeführten Invivo-Versuchen konnten die Forschenden bestätigen, dass einige weit verbreitete AmpC-Versionen die Flagellenproduktion des Bakteriums anstossen und das Bakterium dadurch in einem lebenden Organismus und damit möglicherweise auch im menschlichen Körper mobiler und pathogener wird. Diese Entdeckung zeigt, dass manche Resistenzgene sich nicht damit begnügen, das zum Abtöten des Bakteriums gedachte Antibiotikum zu zerstören, sondern sie verleihen dem Bakterium darüber hinaus am Infektionsort eine bessere Fähigkeit zur Vermehrung und machen es dadurch zu einem stärkeren Erreger.

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Ein neues Paradigma Laut Dr. Laurent Poirel und seinem Kollegen Otavio Raro, der ebenfalls intensiv an der Studie mitgearbeitet hat, ist dies ein neues Paradigma: «Wir haben herausgefunden, dass manche sehr spezifische, aber leider weit verbreitete Gene den Bakterien nicht nur bei der Antibiotika-Abwehr helfen, sondern sie zu noch stärkeren Erregern machen und damit ihre Fähigkeit verbessern, Infektionen zu verursachen.» Die Ergebnisse ebnen den Weg für die weitere Erforschung der zahlreichen Antibiotikaresistenzgene, denn jetzt geht es darum, herauszufinden, welche von ihnen sich nicht nur auf die Resistenz, sondern auch auf die Erregerkapazität auswirken. In der Zukunft wird es dadurch möglich sein, die Mechanismen mit den vorhandenen oder noch zu entwickelnden Medikamenten gezielter anzusteuern und so die Pathogenität der betreffenden Bakterien zu senken. Die Arbeiten wurden in der Fachzeitschrift mBio der American Society for Microbiology veröffentlicht.

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Die entsprechenden Versuche wurden mit dem Bakterium Escherichia coli als Modell durchgeführt, das beim Menschen am weitesten verbreitet ist. Seit mehreren Jahrzehnten ist bekannt, dass dieses Bakterium extrem häufig AmpC-Enzyme erwirbt und diese Enzyme dem Bakterium eine Resistenz gegen Cephalosporine verleihen, also gegenüber den Antibiotika, die für die Behandlung zahlreicher bakterieller Infektionen verwendet werden.

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Medizin

«Pharmaindustrie besitzt enormen Hebel»

PFAS in Arzneimitteln sind oft ersetzbar Bestimmte Medikamente enthalten problematische per- und polyfluorierte Alkylverbindungen. Ein Gutachten der Universität Freiburg (D) zeigt, dass sich viele in Arzneimitteln eingesetzte PFAS-Wirkstoffe durch alternative Wirkstoffe ersetzen lassen.

Ein Grossteil der in der Human- und Tiermedizin eingesetzten PFAS-Arzneimittelwirkstoffe könnte durch PFAS-freie Alternativen ersetzt werden. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das ein Forschungsteam am Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Freiburg erstellt hat. Die Untersuchung zeigt, dass für 87 Prozent der identifizierten Human- und 65 Prozent der Tierarzneimittel mit PFASStrukturen bereits Wirkstoffe ohne PFASEigenschaften für dieselben Anwendungen existieren. Untersucht wurden 111 Humanund 28 Tierarzneimittelwirkstoffe, die nach der Definition der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) als PFAS gelten. Zudem konnten die Forschenden zeigen, dass sich für fast alle übrigen Humanarzneimittel bereits PFAS-freie Alternativen in der Entwicklung befinden. «Dass für fast alle Indikationen bereits PFAS-freie Alternativen existieren, ist ein eindeutiger Hinweis darauf, dass eine Per­b eziehungsweise Polyfluorierung aus pharmakologischer Sicht nicht zwingend erforderlich ist», betont Prof. Dr. Michael Müller, Universität Freiburg. Dr. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes (D), ergänzt: «Die Ergebnisse zeigen, dass Umweltschutz und medizinische Versorgung keine Gegensätze sein müssen. Die Pharmaindustrie besitzt hier bereits im Entwicklungsprozess von Arzneimitteln einen enormen Hebel, um den Eintrag von langlebigen Chemikalien in unsere Gewässer und Böden deutlich zu reduzieren.»

Wirkstoffe: Viele könnten potenziell zu TFA zerfallen Für die pharmazeutische Forschung liefert das Gutachten zudem grundlegende Erkenntnisse: Bei den untersuchten Arzneimittelwirkstoffen mit bekannter Wirkweise 24

Ein Gutachten der Universität Freiburg (D) zeigt: Viele PFAS-haltige Arzneimittelwirkstoffe lassen sich durch PFAS-freie Alternativen ersetzen. (Bild: Thomas Kunz/Universität Freiburg)

ist der PFAS-Anteil nicht für den beabsichtigten medizinischen Effekt verantwortlich. Die Per- und Polyfluorierung wird in der Pharmakologie genutzt, um die Stabilität und Verteilung der Wirkstoffe im Körper zu verbessern. Genau diese Eigenschaften führen in der Natur jedoch dazu, dass diese Stoffe nur schwer oder gar nicht abbaubar sind und nach dem Ausscheiden durch den Menschen die Ökosysteme belasten. Hier können sie sich möglicherweise in Lebewesen anreichern und zu problematischen, langlebigen Transformationsprodukten wie Trifluoressigsäure (TFA) zerfallen. TFA baut sich in der Umwelt nicht ab, verbreitet sich mit dem Wasserkreislauf und gilt als fortpflanzungsgefährdend. Laut dem Gutachten können über 80 Prozent der untersuchten PFAS-Wirkstoffe potenziell zu TFA zerfallen. Eine unmittelbare Gefahr für Patienten durch PFAS-haltige Medikamente besteht nicht, denn diese werden vor ihrer Zulassung intensiv auf mögliche Risiken für die menschliche Gesundheit geprüft. Ärzte können die Erkenntnisse nutzen, um bevorzugt PFAS-freie Medikamente zu ver-

schreiben, sofern dies aus therapeutischer Sicht sinnvoll ist. Für die forschenden Pharmaunternehmen liefert die Publikation einen Impuls, die Umweltfolgen von Per- und Polyfluorierung bereits im frühen Stadium der Medikamentenentwicklung zu berücksichtigen.

Implikationen für EU-Gesetzgebung Die Ergebnisse sind auch mit Blick auf die europäische PFAS-Regulierung relevant: Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) plant derzeit die finale wissenschaftliche Bewertung eines EU-weiten PFAS-Beschränkungsvorschlags. Auf Basis dieser Bewertung, die bis Ende 2026 vorliegen soll, wird die EU-Kommission voraussichtlich 2027 einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen. Bisher sind Arzneimittelwirkstoffe von der geplanten Beschränkung ausgenommen, weil sie als essenziell gelten.

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Neue magnetokalorische Materialien machen es möglich

Langzeitleistungsstarke Kühlung Mit Hilfe des magnetokalorischen Effekts lassen sich effizientere und nachhaltigere ­Kühlungen realisieren als mit konventionellen Verfahren, denn endlich gibt es jetzt die dafür benötigten leistungsstarken und über viele Kühl-Zyklen hinweg leistungsstabilen Materialien.

Dr. Christian Ehrensberger Es versteht sich von selbst, dass empfindliche Prozesse einer präzisen Temperaturregelung bedürfen – insbesondere Reinraumprozesse, wie sie aus der Pharmazie und der Halbleiterherstellung bekannt sind. Für die Aufrechterhaltung der erforderliche Reinraumklasse stellt die Kühlung eine essenzielle Voraussetzung dar. Davon hängen letztlich Prozessstabilität und Produktqualität ab.

licher HVAC-Systeme inklusive ihrer klimaschädlichen Kühlmittel (Treibhausgase) und hin zu Materialien mit magnetokalorischem Effekt. Diese Materialien erwärmen sich, wenn sie in ein Magnetfeld gebracht werden (Schritt 1). Die Wärme lässt sich mit Hilfe von Wasser oder Luft abführen

Bedeutung von Kühlung steigt Kühlung ist unter anderem nötig, weil Maschinen, Beleuchtung und Personen im Reinraum unvermeidlicherweise Wärme erzeugen. Dem wirkt der Betreiber beispielsweise mit einer aktiven Kühlung über wassergekühlte Wärmetauscher entgegen, wobei diese wiederum Bestandteile eines umfassenden HVAC-Systems sein können (Temperaturregelung, Lüftung, Feuchtigkeitskontrolle). Dazu gehören dann auch gleich die nötigen Filter für die Entfernung von Partikeln aus der Luft. Die Bedeutung der Kühlung in diesem Gesamtsystem steigt sogar noch durch die fortschreitende Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in viele industrielle Prozesse, denn die für die aufwendigen Rechenoperationen eingesetzten Prozessoren, wie GPUs (Graphics Processing Units) und TPUs (Tensor Processing Units), stellen hohe Anforderungen an die Reinheit ihrer Umgebung und produzieren als «rauchendes KIGehirn» auch noch enorm Abwärme.

(Schritt 2, ohne Treibhausgase). Anschliessend schaltet man das Magnetfeld ab, das Material erkaltet (Schritt 3) und nimmt nun Wärme aus dem zu kühlenden Reinraum auf (Schritt 4). Die bisher bekannten magnetokalorischen Materialen mit hohem Kühleffekt scheiterten allerdings regelmässig an irreversiblen Energieverlusten (sog. Hysterese). Die Kühlleistung nahm mit jedem Kühl-Zyklus ab – und insgesamt sehr schnell. Materialien, deren Kühlleistungen sich über mehr Kühl-Zyklen aufrechterhalten liessen, kamen aber erst gar nicht auf die hohen Kühlleistungen, die für eine Anwendung in der Praxis erforderlich sind.

Zinn zaubert starken, zugleich ­stabilen Kühleffekt

Ob es sich um Halbleiter handelt oder um …

Einen grossen Schritt nach vorn könnte nun ein neues magnetokalorisches Material aus Gadolinium, Germanium und Zinn bringen. Dazu haben Forscher der Tech­ nischen Universität Darmstadt einen

Magnet statt Dampfkompression Gleichzeitig besteht das Bestreben, Kühlung immer effizienter, kostengünstiger und nachhaltig bereitzustellen. Ein Weg in diese Richtung führt weg von den Dampfkompressionszyklus-Kühlungen herkömm­ 26

… Pharmaprozesse – Kühlung stellt oft eine essenzielle ­Voraussetzung …

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DIE NEUE PRODUKTGENERATION

… für die Einhaltung von Reinraumklassen und Produktqualitäten dar. (Bilder: Adpic)

g­ enauen Blick auf die atomaren Vorgänge beim Anlegen des Magnetfelds geworfen (Schritt 1). Dabei richten sich die magnetischen Spins der Atome aus, gelangen damit zu einem höheren Ordnungsgrad (entsprechend zu einem Entropieverlust), was im Endeffekt zur Erwärmung führt. Ein Material aus dem Metall Gadolinium und dem Halbmetall Germanium mit der Zusammensetzung Gd5Ge4 war bereits für seine hohe Kühlleistung bekannt. Nun konnten die Forscher zeigen, dass die ­gefürchtete Hysterese sich durch eine Feinabstimmung der kovalenten Bindungen entscheidend reduzieren liess, und zwar durch Zulegierung von Zinn zu der neuen Verbindung Gd5Sn2Ge2. Hier ist ein Teil der Germaniumatome durch Zinn ersetzt (1).

Weg frei für nachhaltige Kältemittel Dieses magnetokalorische Material behält seine hohe Kühlleistung über viele Kühl-Zyklen. Damit ist der Weg frei für nachhaltige und leistungsstarke magnetische Kältemittel. Sie eignen sich für verschiedene Anwendungen, zur Kühlung von Reinräumen ebenso wie für die Verflüssigung von Gasen wie Wasserstoff, Stickstoff und ­Erdgas. Dabei kommt ihnen zugute, dass sie auch bei extrem tiefen Temperaturen im Bereich von ca. –233 ° C bis –113 ° C eine hohe Effizienz zeigen. Die Forscher haben ihre Messergebnisse für Gd5Sn2Ge2.bereits mit ähnlichen M ­ aterialien verglichen, zum Beispiel mit den siliziumhaltigen Gd5Ge3,6Si0,4 und Gd5Sn2Ge0,8Si1,2 (1). In Zukunft will man ein noch breiteres Spektrum von Verbindungen erkunden und auf Anwendungsmöglichkeiten testen bzw. weiterentwickeln.

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Literatur 1. X. Tang, Y. Miura, N. Terada, et al. Control of Covalent Bond Enables Efficient Magnetic Cooling. Adv. Mater. 38, no. 7 (2026): e14295. h ­ ttps://doi. org/10.1002/adma.202514295

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Abb. 1: Beim Betrieb von Reinräumen kommen viele wertvolle Daten zusammen.

Von Grenzwert zu Trendbewertung

Neue Reinraum-Daten-Nutzung Aus den zahlreichen Daten, die Reinraumbetreiber erheben, lässt sich mit der richtigen Analyse-Software mehr herausholen, als heute üblich ist.

Reinraumbetreiber erfassen heute eine Vielzahl qualitätsrelevanter Daten (Abb. 1): kontinuierliche Partikelmessungen in kritischen Bereichen, Temperatur- und Feuchtedaten, Differenzdrücke, mikrobiolo­gische Befunde, Ergebnisse mobiler Messungen, Daten aus Labor-Informationsmanagement-Systemen (LIMS) sowie Status- und Ereignisdaten aus der Gebäudeleittechnik. In vielen Betrieben sind diese Informationen vorhanden – jedoch verteilt auf unterschiedliche Systeme, Datenbanken und Berichtsformate. Genau daraus entsteht eine zentrale Herausforderung moderner Reinraumüberwachung: Nicht der einzelne Messwert ist

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entscheidend, sondern seine Bewertung im Kontext. Erst wenn Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammengeführt und gemeinsam betrachtet werden, lassen sich Zusammenhänge, schleichende Veränderungen und wiederkehrende Muster zuverlässig erkennen. Der revidierte «EU GMP Annex 1» hat diese Entwicklung deutlich verstärkt. Es handelt sich um eine spezifische Vorgabe der Europäischen Union (EU) zur Guten Herstellungspraxis (GMP). Für Hersteller steriler Arzneimittel ist er ein zentraler regulatorischer Treiber. Er fordert nicht nur die Über wachung kritischer Reinraum­ parameter, sondern auch einen definierten Ansatz zur Trendbewertung. MonitoringDaten sollen dazu dienen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, die Wirksamkeit der Kontaminationskontrolle zu bewerten und Massnahmen nachvollziehbar abzuleiten. Doch auch Unternehmen ausserhalb der sterilen Herstellung profitieren von diesem Ansatz. Systematische Daten- und Trendanalysen schaffen Transparenz, verbessern das Prozessverständnis und unterstützen eine kontinuierliche Verbesserung im Reinraumbetrieb.

05.04.17 18:08

Vom Einzelwert zur systematischen Bewertung Lange Zeit war Reinraum-Monitoring in vielen Betrieben vor allem auf den Nachweis ausgerichtet, dass definierte Grenzwerte eingehalten wurden. Die zentrale Frage lautete: Liegt der Messwert innerhalb der Spezifikation oder nicht? Diese Betrachtung bleibt weiterhin relevant, reicht jedoch zunehmend nicht mehr aus. Annex 1 lenkt den Blick stärker auf Entwicklungen und Muster. Relevant sind etwa steigende Häufigkeiten von Warnoder Aktionsgrenzverletzungen, wie­ derkehrende Einzelereignisse, aufeinanderfolgende Überschreitungen oder Veränderungen in der mikrobiologischen Flora. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt vom reinen Grenzwertnachweis hin zur Trendbewertung. Diese Entwicklung ist eng mit der Contamination Control Strategy (CCS) verbunden. Die CCS beschreibt, wie Kontaminationsrisiken systematisch beherrscht werden. Monitoring-Daten liefern dafür einen wichtigen Nachweis, weil sie zeigen, ob definierte Massnahmen wirksam sind oder ob sich kritische Veränderungen ab9/ 2 0 2 6


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zeichnen. Gleichzeitig müssen die Ergebnisse in das Quality Risk Management (QRM) einfliessen. Werden relevante Trends erkannt, können daraus Untersuchungen, Anpassungen von Massnahmen oder Corrective and Preventive Actions (CAPA) entstehen.

Die typische Situation: viele Daten, wenig Zusammenhang In der Praxis treffen diese Anforderungen häufig auf historisch gewachsene Systemlandschaften. Ein Reinraummonitoring-System übernimmt die kontinuierliche Überwachung kritischer Bereiche. Mobile Messgeräte liefern zusätzliche Partikel- oder Filterdaten. Mikrobiologische Ergebnisse liegen in einem LIMS-System, die Gebäudeleittechnik dokumentiert Lüftungszustände, Betriebsmodi sowie Schleusen- oder Türereignisse. Weitere Informationen entstehen in Wartungs-, Reinigungs-, Kalibrieroder Abweichungsprozessen. Jedes dieser Systeme erfüllt seine Aufgabe. Die eigentliche Schwierigkeit liegt jedoch darin, diese Daten gemeinsam auszuwerten. Häufig werden Informa­tionen per CSV, PDF oder Excel exportiert und anschliessend manuell in Berichte überführt. Das ist zeitaufwendig, fehleranfällig und stark von einzelnen Personen abhängig. Vor allem aber fehlt oft die Möglichkeit, Datenquellen strukturiert mitei­nander in Beziehung zu setzen. Damit stehen Betreiber in vielen Fällen nicht vor einem Messproblem, sondern vor einem Analyse- und Integrationsproblem. Daten sind vorhanden, aber sie liegen in

Silos. Für eine belastbare und audit­feste Bewertung braucht es daher nachvollziehbare Methoden, konsistente Datenquellen, definierte Berechnungslogiken, klare Verantwortlichkeiten und standardisierte Reviews. So stellen sich regulatorische und betriebliche Erwartungen in der Praxis häufig als konkrete Herausforderungen dar. Dabei wird eine Annex-1-konforme Trendbewertung zu mehr als einem reinen Reporting-Thema (Tab. 1). Sie betrifft Datenarchitektur, Methodik, Verantwortlichkeiten und die Fähigkeit, aus Messwerten belastbare Entscheidungen abzuleiten.

Excel ist oft der Anfang – aber selten die Zielarchitektur Viele Betreiber schliessen die durch ­fehlende Analyse-Tools klaffende Lücke mit Excel-Auswertungen, individuellen Makros oder Access-Datenbanken. Für punktuelle Analysen kann das praktikabel sein. Für wiederkehrende GMP-relevante Trendbewertungen entstehen jedoch ­k lare Grenzen. Berechnungslogiken sind nicht immer dokumentiert, Versionen schwer nachvollziehbar, Zugriffsrechte nur eingeschränkt steuerbar und Änderungen nicht automatisch auditierbar. Sobald Datenanalysen Grundlage für GMP-relevante Entscheidungen sind, ­müssen auch die eingesetzten Auswertungswerkzeuge entsprechend betrachtet ­werden. Nicht nur Primärsysteme, sondern auch nachgelagerte Analyse- und ­Reporting-Lösungen geraten damit in den Fokus. Themen wie Benutzerrechte, Audit Trail, Datenintegrität, Validierung,

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Abb. 2: Mit der richtigen Analyse-Software lassen sich daraus Trends ableiten und Prozesse verbessern. (Bilder: Eurogard)

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Rein rau m

Erwartung an moderne T­ rendbewertung

Typische Herausforderung im Betrieb

Kurz- und Langzeittrends ­erkennen

Historische Systeme bieten nur b ­ egrenzte Trendfunktionen

Warn- und Alarmhäufungen auswerten

Alarmereignisse werden oft isoliert b ­ etrachtet

Datenquellen gemeinsam bewerten

Monitoring, LIMS, GLT und mobile ­ essungen liegen getrennt vor M

Reports nachvollziehbar erstellen

Excel-Auswertungen sind manuell und schwer auditierbar

Datenintegrität sicherstellen

Berechnungslogiken, Versionen und Ä ­ nderungen sind nicht immer ­transparent

Bewertungen in Qualitätsprozesse ü ­ berführen

Klare Trigger für Massnahmen fehlen häufig

Tab. 1: Anforderungen und typische «Pain Points» im Reinraumbetrieb

­ nderungsmanagement und NachvollziehÄ barkeit werden zentral. Der Anspruch besteht daher nicht darin, möglichst viele Diagramme zu erzeugen. Entscheidend ist, dass Betreiber nachvollziehbar erklären können, wie Daten ausgewählt, zusammengeführt, ausgewertet und bewertet werden – fachlich, technisch und organisatorisch.

Was Reinraumbetreiber jetzt tun ­sollten Der erste Schritt besteht darin, die vorhandene Datenlandschaft systematisch zu erfassen. Welche Datenquellen existieren? Welche Parameter sind kritisch? Welche Zusammenhänge sind für die Bewertung des Reinraumzustands besonders relevant? Darauf aufbauend sollten Betreiber definieren, welche Trendanalysen regelmässig durchgeführt werden. Dazu gehören beispielsweise Langzeitbetrachtungen von Partikel- oder Klimadaten, Häufigkeiten von Warn- und Alarmereignissen, Entwicklungen mikrobiologischer Ergebnisse, Vergleiche zwischen Räumen oder Messstellen sowie die Korrelation mit ­relevanten Betriebsinformationen. Ebenso ­w ichtig sind klare Review-Zyklen und Verantwortlichkeiten. Technisch braucht es dafür Lösungen, die verschiedene Datenquellen anbinden, Daten konsistent historisieren, flexibel visualisieren und reproduzierbare Reports erzeugen können. Organisatorisch müssen SOPs, 30

Verantwortlichkeiten und Bewertungslogiken angepasst werden. Methodisch ist ein pragmatisches, aber auditfestes Vorgehen gefragt, das sich im Alltag bewährt und im Audit klar erklären lässt.

Datensilos auflösen, Zusammen­ hänge sichtbar machen Genau hier setzt aktuelle Analyse-Software an (z.B. Cleanroomtrendpro, Eurogard). Die Lösung wurde entwickelt, um Reinraumbetreiber bei einer strukturierten, nachvollziehbaren Daten- und Trendanalyse zu unterstützen (Abb. 2). Im Mittelpunkt steht nicht nur die Auswertung einzelner Messwerte, sondern die Zusammenführung unterschiedlichster Datenquellen in einem einheitlichen Analysekontext. Die Software kann Daten aus bestehenden Monitoring-Systemen, mobilen Messungen, LIMS-Umgebungen, Gebäudeleittechnik und weiteren relevanten Quellen einbinden. Dadurch lassen sich Messwerte, Ereignisse und Kontextinformationen gemeinsam betrachten. Trends werden nicht isoliert bewertet, sondern im Zusammenhang mit dem Betriebsgeschehen interpretiert. Für Betreiber entsteht so ein deutlich umfassenderes Bild ihres Reinraums. Kurz- und Langzeittrends lassen sich visualisieren, Grenz- und Warnwertbetrachtungen systematisch durchführen, wiederkehrende ­Muster erkennen und Reports nachvollziehbar erstellen. Das schafft Transparenz für

­ ualitätssicherung, Technik und Betrieb – Q und unterstützt eine fundierte Bewertung im Sinne von CCS, QRM und CAPA. Für eine solche Gesamtlösung empfiehlt sich ein Partner, der alles Nötige zusammenbringt: Fachkompetenz aus GMP-, Reinraum- und Digitalisierungsprojekten sowie Software-Expertise. Gerade diese Verbindung aus Reinraumverständnis, Datenintegration und validierungsnaher Umsetzung macht es möglich, vorhandenen Daten besser nutzen und ihre Trendbewertung zukunftssicher aufstellen zu können.

Fazit Der EU GMP Annex 1 verändert das Reinraum-Monitoring nicht deshalb, weil plötzlich mehr Daten erhoben werden müssten. Die eigentliche Veränderung liegt darin, wie vorhandene Daten genutzt werden sollen. Betreiber müssen Entwicklungen erkennen, Zusammenhänge verstehen und qualitätsrelevante Entscheidungen nachvollziehbar dokumentieren. Dafür reicht es meist nicht aus, bestehende Standardreports um einige Kurven zu ergänzen. Gefordert ist ein strukturierter Ansatz, der Datenquellen verbindet, Trendmethoden definiert, Bewertungen standardisiert und Ergebnisse in übergeordnete Qualitätsprozesse überführt. Auch ausserhalb der sterilen Herstellung bietet dieser Ansatz deutlichen Mehrwert: mehr Transparenz, besseres Prozessverständnis und ein früheres Erkennen von Risiken. Mit CleanroomTrendPro unterstützt eurogard Reinraumbetreiber dabei, diesen Schritt vom Grenzwertnachweis zur fundierten Trendbewertung in der Praxis umzusetzen. Quellen und weiterführende ­Orientierung 1. Europäische Kommission: EU GMP Guidelines, Volume 4, Annex 1: Manufacture of Sterile Medicinal Products 2. Europäische Kommission: EU GMP Guidelines, Volume 4, Annex 11: Computerised Systems 3. ICH Q9: Quality Risk Management 4. U.S. FDA: 21 CFR Part 11 – Electronic Records; Electronic Signatures 5. MHRA: GxP Data Integrity Guidance and Definitions

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Ver anstaltungen

Messe rückt, künstliche Intelligenz und Biotools ins Zentrum

Labor der Zukunft in Lausanne Am 23. und 24. September 2026 wird die Expo Beaulieu Lausanne zum Treffpunkt der Schweizer Chemie- und Life-Sciences-Branche. Die Ilmac Lausanne erwartet rund 200 Ausstellende und 3’500 Fachbesuchende. Im Zentrum stehen ein Conference-Programm mit über 70 Vorträgen und Pitches sowie die «Future of Life Sciences»Area, die zentrale Zukunftsthemen wie «Process Analytical Technology» (PAT), Biotools, künstliche Intelligenz (KI), Quantum Computing und das Labor der Zukunft aufgreift.

Die Ilmac Lausanne hat sich in den vergangenen Jahren als fokussierte Plattform für die Westschweizer Chemie- und Life-Sciences-Industrie etabliert. 2026 zeigt sie, wie sich Labor- und Prozesstechnologie, Automatisierung, Digitalisierung und industrielle Anwendungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiterentwickeln. Damit positioniert sich die Veranstaltung über eine klassische Labormesse hinaus als Branchentreffpunkt für Forschung, Industrie, Startups und Technologiepartner:innen. «Die Anforderungen an Labore, Produktion und Entwicklung verändern sich rasant. An der Ilmac Lausanne bringen wir die Akteurinnen und Akteure zusammen, die diese Transformation konkret gestalten – von PAT und Automatisierung bis zu KI, Biotools und neuen Formen der Zusammenarbeit», erklärt Céline Futterknecht, Exhibition Director Ilmac. «Wir setzen bewusst neue Massstäbe – inhaltlich, formatmässig und in der Art, wie wir Networking und Wissenstransfer verbinden.»

Schweizer Expertise – internationale Impulse Die begleitende «Conference» bildet das inhaltliche Zentrum der Veranstaltung. Sie schlägt die Brücke zwischen wissenschaftlicher Exzellenz und konkreter industrieller Anwendung. An beiden Tagen erwarten die Besuchenden über 70 Vorträge und Pitches, kuratiert von renommierten Partner:innen. Dabei geben nationale sowie internationale Top-Speaker Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Zukunftsthemen. Tag 1 steht unter dem Schwerpunkt Process Analytical Technology (PAT): Unter der Leitung der Swiss Chemical Society (SCS) und in Zusammenarbeit mit den «Swiss Process and Chemical Engineers» 9/2026

Die Ilmac Lausanne 2026 präsentiert in der Westschweiz den Stand der Technik in der Chemie- und Life-Sciences-Branche, … (Bilder: Ilmac)

(SGVC) stehen Qualitätssicherung, KI-Integration sowie industrielle Anwendungen im Fokus. Tag 2 widmet sich dem Thema Biotools und dem Schweizer Life-ScienceÖkosystem: Unter der Leitung von BioAlps, Kanton Waadt und InnoVaud wird gezeigt, wie biokonvergente Technologien und starke Partnerschaften Innovation von der Forschung in die Anwendung bringen.

Future of Life Sciences: Innovation erleben In der «Future of Life Sciences»-Area werden konkrete Anwendungen aus Automatisierung, künstlicher Intelligenz, Laborplanung und industrieller Digitalisierung gezeigt. Die kuratierte Plattform verbindet Showcases, Fachbeiträge und Dialogformate zur Frage, wie sich Forschung, Produktion und Patient:innenversorgung bis 2040 verändern könnten. Die Area wird in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus dem Schweizer LifeSciences-Ökosystem realisiert, darunter

Siemens, HDI, Laborplaner Tonelli sowie weitere führende Branchenakteur:innen. Gemeinsam wird aufgezeigt, wie Automatisierung, künstliche Intelligenz und industrielle Anwendungen konkret zusammenspielen, praxisnah und erlebbar. Mit Brett Staahl (Co-Founder und VP External Innovation, Scribe Therapeutics) aus den USA erhält das Programm zudem internationale Perspektiven aus dem Life-Sciences-Bereich.

Im Fokus stehen zentrale Zukunftsfragen der Branche: Tag 1: Labor der Zukunft Im Zentrum steht die Transformation ­moderner Labore, von eigenständigen ­Einrichtungen hin zu vernetzten, datengetriebenen Hochleistungsplattformen. Themen wie Automatisierung, neue Arbeitsweisen und digitale Prozesse zeigen auf, wie sich Geschwindigkeit, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit künftig verändern. Was bedeutet dies für die Schweiz, und 31


Ver anstaltungen

… und hier entwickelt sich in vielen Fachgesprächen die Zukunft der Branche.

kette eine zentrale Rolle – genau diese Entwicklungen macht die «Future of Life Sciences»-Area erlebbar», sagt Jens Feddern, Head Vertical Market Life Science, Siemens Schweiz AG.

Austausch und neue Verbindungen

Darüber hinaus biete die Ilmac Lausanne 2026 reichlich Gelegenheiten zum persönlichen Networking.

was sollten Unternehmen jetzt tun, um ihren Vorsprung zu sichern? Tag 2: KI & Quantum Computing Der zweite Tag widmet sich dem Einfluss von künstlicher Intelligenz, Quantentechnologien und fortschrittlicher Automatisierung auf die gesamte Life-Sciences-Wertschöpfungskette – von Forschung und Entwicklung über Produktion und Regulierung bis hin zur Interaktion mit Patient:innen. Im Fokus steht dabei, wie diese Technologien bereits heute Prozesse, Entscheidungen und die Zusammenarbeit im gesamten Ökosystem verändern. Auch hier wird wieder der Frage nachgegangen, was dies für die Schweiz bedeutet und Unternehmen tun sollten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. «Die Life-Sciences-Industrie ist Teil der Schweizer DNA. Um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, spielt die digitale Transformation entlang der gesamten Wertschöpfungs­ 32

Die Ilmac Lausanne schafft gezielt Raum für vielfältige Begegnungen. Ob im Speakers Corner, der Startup-Area oder Formaten wie «Women in Life Sciences», die Veranstaltung lebt vom persönlichen Austausch und dem Setzen wegweisender Impulse. Beim täglichen Networking Lunch sowie dem Networking Apéro am ersten Messetag entstehen inspirierende Gespräche und neue Kontakte, ermöglicht durch Endress+Hauser als Networking Partner, und ein Umfeld, das bewusst auf Qualität, Dialog und Vernetzung ausgerichtet ist. Der Apéro wird zusätzlich gemeinsam mit Apin realisiert. Beide Events sind im Ticketpreis inkludiert und gelten sowohl bei den Besuchenden als auch Ausstellenden als beliebte Anlässe zum Netzwerken. Für weitere Genussmomente sorgen der Barista-Partner VITARIS sowie der GelatoPartner Milian, die das Messeerlebnis auch kulinarisch abrunden.

Swissness als Fundament Die Ilmac Lausanne vereint Schweizer Qualität, Innovationskraft und internationale Relevanz; sie steht für exquisites und persönliches Networking in einem kompakten 2-Tages-Format, eingebettet in eine der stärksten Life-Science-Regionen Europas.

Als führende Plattform der Westschweiz ergänzt sie die Ilmac Basel optimal, welche als grösste Fachmesse der Chemie- und Life-Science-Industrie in der Schweiz den internationalen Höhepunkt bildet. «In Lausanne entstehen persönliche Begegnungen und neue Partnerschaften, während Basel die internationale Bühne für die Branche bietet. Genau dieses Zusammenspiel macht die Ilmac einzigartig», so Futterknecht. Mit Ilmac 365 bleibt die Branche das ganze Jahr über vernetzt. Vor und während der Messe unterstützt die Plattform als persönlicher Event-Assistent bei der individuellen Planung des Besuchs und ergänzt das Live-Erlebnis durch digitale Networking- und Informationsangebote. Die vollständige Agenda, Ausstellende sowie weitere Informationen zur Veranstaltung sind auf www.ilmac.ch/365 sowie in der App jederzeit digital abrufbar.

Öffnungszeiten und Eckdaten Datum: 23. – 24. September 2026 Öffnungszeiten täglich 9 – 17 Uhr Networking Apéro: 23. September 17 – 19 Uhr Ort: Expo Beaulieu Lausanne Ausstellende: rund 200 Erwartete Fachbesuchende: 3’500 E-Mail: info@ilmac.ch Website & Tickets: www.ilmac.ch Prio-Code (kostenloser Eintritt): cx-26 via Ticketshop

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Compact Line: Kompakt, hygienisch & prozesssicher

Die Compact Line von Endress + Hauser steht für zuverlässige Messtechnik auf engstem Raum – mit klarem Fokus auf Produktsicherheit. Die Geräte Micropilot FMR43, Liquiphant FTL43 und Cerabar PMP43 wurden speziell für hygienische Anwendungen entwickelt und bieten eine hohe Messperformance bei gleichzeitig kompakter Bauform – ideal für modulare Anlagen oder beengte Einbausituationen. Ein besonderes Merkmal ist die einfache, technologieübergreifend einheitliche Bedienung: Farbdisplays mit intuitiver Touch-Funktion, geführte Assistenten und die mobile SmartBlue App ermöglichen eine sichere, effiziente und fehlerfreie Inbetriebnahme und Wartung. Damit wird nicht nur die Effizienz erhöht, sondern auch die Betriebssicherheit gestärkt. Ein weiterer Vorteil: Alle Geräte der Compact Line verfügen serienmässig über die Heartbeat Technology. Sie bildet die Grundlage für durchgängige Diagnostik, Selbstverifikation und zustandsbasierte Wartung – direkt am Gerät und ohne Prozessunterbrechung.

Halle 36 Stand A172

Endress+Hauser (Schweiz) AG Kägenstrasse 2 CH-4153 Reinach +41 61 715 7575 info.ch@endress.com www.ch.endress.com

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Exponate Objektive Bestimmung nach EuPhar 2.2.1 & 2.2.2

Seit der Ausgabe 10.3 der Europäischen Pharmakopöe, gültig seit 2021, wird die instrumentelle Farbbeurteilung an transparenten Flüssigkeiten offiziell zugelassen. Die Methode, implementiert als Methode III, hat den wesentlichen Vorteil gegenüber den nach wie vor zugelassenen visuellen Methoden I & II, dass die Beurteilung objektiv erfolgt. Hach bietet mit dem Lico690 die instrumentelle Farbbeurteilung nach EuPhar 2.2.2 schon in der fünften Gerätegeneration an. Mit dem spektralen VIS Photometer können neben der EuPhar auch die Farbzahlen nach der US Pharmacopeia (USP), Chinese Pharmacopeia (CP) sowie 15 weitere normierte Farbzahlen wie APHA (Hazen) und Gardner ausgewertet werden. Das Lico690 erfüllt die EuPhar 2.2.2 Spezifikationen sowie die Anforderungen bezüglich der Daten Integrität (DI). Über einen intuitiv bedienbaren Touchscreen können Proben ab 0,5 ml Volumen einfach und objektiv in Einmal-Vials bestimmt werden. In Kombination mit der Geräteserie TL23xx für die Bestimmung der Opaleszenz können die Bestimmungen nach EuPhar 2.2.1 und 2.2.2 objektiv und qualifiziert auch mit geringen Probenvolumina durchgeführt werden.

Halle 36 Stand C200

Hach Lange GmbH Rorschacherstrasse 30A CH-9424 Rheineck +41 848 55 66 99 info-ch@hach.com www.ch.hach.com

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Hettich AG – Ihr Partner für Laborlösungen

Sie suchen zuverlässige Geräte für Anwendungen in Pharma, Chemie, Biotech­nologie, Medizin, Umweltanalytik, Transfusionsmedizin oder der Lebensmittelindustrie? Bei uns finden Sie Zentrifugen, Robotik Zentrifugen, Inkubatoren, Pflanzenwachstumsschränke, MoPlant, Thermomixer, Aspirationssysteme sowie Wärme-, Kühl- und Gefrierschränke, Transportboxen und Blutbeutel-Auftaugeräte. Als Produktspezialist vertreiben wir das vollständige Sortiment von Memmert sowie Kühlgeräte und Blutplasma-Schockfroster von B Medical Systems und Kühlgeräte, Thrombozyten-Schaukeln und Blutbeutel-­ Auftaugeräte von Helmer Scientific. Wir beraten Sie individuell, nehmen Geräte in Betrieb, führen IQ/OQ-Validierungen durch und bieten Wartung und Reparatur durch unser werkzertifiziertes Service-Team. Die Hettich AG ist ISO 13485 und ISO 9001 zertifiziert – für Qualität, Sicherheit und Effizienz.

Nachhaltig temperieren mit JULABO

Entscheiden Sie sich beim Einsatz von Temperiergeräten für die nachhaltigen sowie zukunftssicheren Lösungen von JULABO, ohne dabei Kompromisse in Bezug auf Präzision und Leistung einzugehen. Als zukunftsorientierter Hersteller achten wir bei allen Produkt-Neuentwicklungen konsequent auf die Verwendung von natürlichen und somit umweltfreundlichen Kältemitteln. Bereits heute sind unsere Kältethermostate auf natürliche Kältemittel umgestellt. Mit der neuesten Generation Kälte-Umwälzthermostaten und den neuen modernen VALEGRO Umlaufkühlern setzten wir Massstäbe im Bereich der Energieeffizienz. Bei Geräten mit einer Kühlleistung ab 800 W lässt sich der Stromverbrauch bei vielen Temperieranwendungen im Teillastbetrieb um bis zu 70 % reduzieren. Das senkt die Betriebskosten und trägt gleichzeitig aktiv zum Klimaschutz bei. Für noch mehr Kundennähe sind wir mit einer eigenen Niederlassung in der Schweiz vertreten. So bieten wir unseren Kunden vor Ort persönliche Beratung, passgenaue ­Lösungen und zuverlässigen Service.

Wir freuen uns, Sie in Halle 36, Stand A144 persönlich zu begrüssen.

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Exponate Langzeit-Fermentation

Abstract Fermentationsprozesse in der Bioprozess­ technik werden zunehmend länger: Der klassische Fed-Batch-Prozess (bis zu 20 Tage) wird zunehmend durch Perfusions- und kontinuierliche Prozesse mit Laufzeiten bis zu 60 Tagen ersetzt. Das Drift­ verhalten wird standardmässig mit einer Offline-Messung kontrolliert. Leider wird oft übersehen, dass auch die Referenzmessung nicht fehlerfrei ist. Die Offline-Verifikation von Online-Sensoren unterliegt eigenen systematischen Fehlern. CO2-Ausgasung nach der Probenentnahme, Temperaturdifferenz zwischen In- und OffLine-Gerät sowie Rühreffekte sind Fehlerquellen. In der Produktion können diese bei > 0.2 pH-Einheiten liegen. Mit steigender Zelldichte (Tag 15–30) wird die Differenz zwischen Online- und Offline-Messung grösser und weniger vorhersehbar. Wechselarmaturen können hier eine Lösung bieten. Damit können Sensoren ohne Eingriff in den eigentlichen Prozessablauf gereinigt, getauscht, kalibriert und sterilisiert werden. Diese Abläufe sind automatisiert und unterliegen einem Audit Trail. So können die oben beschriebenen Wechselwirkungen minimiert und der Zeitaufwand reduziert werden. Besuchen Sie unseren Stand (B200) und den Vortrag am 24. Sept. um 10.40 Uhr im Speakers Corner.

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Innovatives Pipettieren mit Socorex

Chromatographie, die überzeugt

Acura® manual Mikropipetten garantieren sowohl bei Routinearbeiten als auch bei komplizierten Pipettierprozessen höchsten Komfort und zuverlässige Resultate. Das ergonomische Design und die sanfte Betätigung aller Funktionen mindern die Belastungen der Hand. Ein grosszügiges Anzeigefenster auf der Frontseite aller Pipetten ermöglicht eine jederzeit einfache Volumenablesung. Alle Pipetten sind mit einem System für den effizienten Abwurf von Pipettenspitzen ausgestattet. Die Justierung der Schafthöhe garantiert die optimale Anpassung und den reibungslosen Abwurf der Spitzen. Dadurch resultiert eine weitaus breitere Kompatibilität mit Fremdspitzen. Das Qualitix® Pipettenspitzen-Programm bietet Lösungen für jeden Applikationsbereich. Hergestellt aus hochwertigem Polypropylen, garantieren die DNAse-, RNAse-freie, Pyrogen-/Endotoxin- und ATP-freien Qualitix® Pipettenspitzen höchste Reinheitsgrade. Sterile Spitzen sind zusätzlich frei von menschlicher DNA zertifiziert. Das tipfill™ Rack-Nachfüllsystem ist einfach in der Anwendung und platzsparend auf der Laborarbeitsfläche. Spitzen-Einsätze sind umgehend in ein Rack transferiert, ohne Kontaminationsrisiko. Weitere Informationen beim Stand B155 oder unter www.socorex.com

Ob robuste Routineanalytik, anspruchsvolle Biomoleküle oder der Schritt vom Labor in den Produktionsmassstab: Entscheidend ist eine chromatographische Lösung, die zu Ihrer Anwendung passt und zuverlässig funktioniert. YMC unterstützt Sie dabei mit Lösungen für die analytische und präparative Flüssigchromatographie sowie mit anwendungsnaher Expertise bei Methodenentwicklung, Scale-up, Transfer und Validierung. Besonders anspruchsvoll wird es bei metall-sensitiven Analyten. (Oligo-) Nukleotide, Phosphopeptide, Proteine oder Phospholipide können mit Metalloberflächen im LC-System wechselwirken. Die Folgen: Peak-Tailing, Probenverluste, Carry-over und eine geringere Sensitivität. YMC Accura Säulen reduzieren diese Wechselwirkungen durch eine bioinerte Beschichtung von Säulenkörper und Fritte – ohne vorherige Konditionierung. Für die Grössenausschlusschromatographie stehen zusätzlich vollständig bioinerte, PEEK-lined SEC-Säulen zur Verfügung. Das Ergebnis: bessere Peakformen, hohe Sensitivität und reproduzierbare Ergebnisse – auch bei anspruchsvollen bioanalytischen Anwendungen. Und wenn aus einer Methode mehr werden soll? Mit Bulk-Materialien, Glassäulen für MPLC und Pilotmassstab sowie persönlichem Anwendungssupport begleitet YMC den Weg von der ersten Trennung bis zum Scale-up. Sprechen Sie mit uns auf der Ilmac in ­L ausanne über Ihre chromatographische Herausforderung.

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Ver anstaltungen

Physik ist, wenn’s nie gelingt

Powtech Technopharm ist, wenn’s knallt Vom 29. September bis zum 1. Oktober 2026 präsentiert die Powtech Technopharm in Nürnberg ein vielseitiges Programm für die Prozessindustrie. Im Fokus stehen Pharma Processing, Lebensmittelverarbeitung, auf Künstliche Intelligenz gestützte Prozessführung, Nachhaltigkeit und Sicherheit.

Auf dem sogenannten «Expert Forum» erwartet die Besucher dazu ein vielfältiges Vortragsprogramm. Mehrere Verbände laden zudem dazu ein, gemeinsam Zukunftsthemen zu diskutieren und neue Geschäftschancen zu entdecken. Dabei bietet die Powtech Technopharm auch 2026 wieder viel Raum und Zeit für den interdisziplinären und internationalen Austausch.

Reine Luft – smarter Prozess Zahlreiche Verbände setzen Impulse für Wissen, Vernetzung und Sicherheit. Wertvolle Informationen zu Auslandsmärkten erwartet die Teilnehmer des Treffens der internationalen Schüttgutverbände am Dienstag, 29. September 2026, von 10.00 bis 11.00 Uhr (NCC Ost, Ebene 2, Raum Neu-Delhi). Vertreter der Verbände aus Deutschland, Grossbritannien, Spanien, den Niederlanden und Japan infor-

«Expert Forum» auf der Powtech Technopharm: vielfältiges Vortragsprogramm inklusive typischenReinraumthemen wie «Clean Air – Smart Processing» und «GxP in der Pharmaherstellung». (Bild: Nürnbergmesse/Frank Boxler)

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Ver anstaltungen

mieren über Geschäfts- und Kooperationsmöglichkeiten. Darüber hinaus gibt es auf dem Pavillon «DSIV (Deutscher Schüttgut-Industrie Verband e. V.) Process Solutions » in Halle 7, Stand 7-857, vielfältige Möglichkeiten, innovative Schüttguttechnik aus dem Angebot der Mitglieder des Deutschen Schüttgut-Industrie Verbands kennenzulernen. Auf der VDMASonderschau (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) in Halle 7, Stand 7-776, präsentieren sich die Fachverbände Allgemeine Lufttechnik und Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate wieder zusammen mit Mitgliedsunternehmen. Diesmal setzt der Verband unter dem Motto «Clean Air – Smart Processing » thematische Schwerpunkte auf eine nachhaltige, emissionsarme Produktion und die intelligente, digital unterstützte Prozessführung.

Knaller: zwei Live-Demonstrationen Einen weiteren Treffpunkt mit «Knalleffekt» bieten täglich zwei Live-Demonstrationen zum Schutz vor Staubexplosionen. Jeweils um die Mittagszeit und am Nachmittag machen das «Rembe Research + Technology Center» und der Verein IND EX die Auswirkungen einer Explosion erlebbar und stellt Schutzsysteme vor. Für den intensiven fachlichen Austausch treffen sich internationale Fachleute auf dem «IND EX Explosion Safety Forum» am Donnerstag, den 1. Oktober 2026, von 9:30 bis 12:30 Uhr (NCC Ost, Ebene 2, Raum Riga). Die Teilnehmer erwartet ein informatives Vortragsprogramm zu praktischem Explosionsschutz, Standards und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen aus gross angelegten Explosionstests.

Pavillons thematisieren Zukunftsmärkte Drei Pavillons legen den Fokus diesmal auf Recycling, pharmazeutische Verfahrenstechnik sowie die Vernetzung mit Playern aus Schlüsselmärkten wie Südamerika und Asien. Das Pavillon-Format hat bei der Powtech Technopharm bereits Tradition. Es bietet eine unkomplizierte Teilnahme für Aussteller, die ihre Kompetenz für ein besonderes Schwerpunkt-Thema im passenden Umfeld herausstellen wollen. Der Pavillon Pharma9/2026

in-Focus bündelt Kompetenzen der pharmazeutischen Verfahrenstechnik, während der Pavillon Recycling-in-Focus der wachsenden Bedeutung der Kreislaufwirtschaft mit den geeigneten Technologien Rechnung trägt. Auf dem Pavillon Processing Alliance können Besucher Aussteller der Powtech-TechnopharmSchwester-Veranstaltungen in Brasilien, Griechenland und China kennenlernen und internationale Kontakte knüpfen. Für technische Innovation steht darüber hinaus auch in diesem Jahr der Gemein-

schaftsstand «Young Innovators». Hier stellen Startups und junge Unternehmen sich und ihr Angebot vor.

Weitere Informationen Nürnbergmesse GmbH D-90471 Nürnberg powtech-technopharm@ nuernbergmesse.de www.powtech-technopharm.com

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Veranst al t ungen

Veränderte Messelandschaft

Reinraum-Branche ohne Cleanzone Die Reinraum-Messe Cleanzone hätte in diesem Herbst stattfinden müssen, doch statt e ­ iner Ankündigung steht an dieser Stelle eine Abkündigung.

Dr. Christian Ehrensberger Es gibt sie nicht mehr, die Messe für Reinraumtechnologie, Hygiene und Kontaminationskontrolle in Frankfurt am Main. Dabei hat sie von 2012 bis 2024 die Branche begleitet und vorangetrieben. Mit der Ausstellung und verschiedenen Formaten für Vorträge und Diskussionen (Cleanzone Conference und Cleanzone Plaza) zog sie führende und innovative Unternehmen an, immer auch aus der Schweiz (Abb. 1). ­Vertreten waren vor allem Persönlichkeiten, die für die Reinraum-Branche stehen und das Messekonzept unterstützten (Abb. 2) Einen Höhepunkt bildete regelmässig die Verleihung des Cleanzone Award (Abb. 3). Mit ihm wurden herausragende Innovationen prämiert und so wichtige Trends aufgezeigt.

Auf Augenhöhe mit grossen ­Branchen In der Zeit der Corona-Pandemie setzte die Cleanzone aus und stellte dann von einem jährlichen auf einen zweijährlichen Turnus um. Von 2022 auf 2024 kam es jedoch zu einem Rückgang der Besucherzahlen. Am Ende war das Interesse insgesamt nicht gross genug, als dass sich die

Die Verleihung des Cleanzone Award war stets ein herausragendes Ereignis auf der Messe – hier: Im Jahr 2024 freuen sich Alina Kopp (r.) und Evi Held-Föhn (M.) über den Gewinn des Cleanzone Awards mit ihrem neuen Verfahren zum Test auf mikrobiologische Durchlässigkeit von Reinraumbekleidung. (Bild: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Jochen Günther)

Messe Frankfurt zu einer Weiterführung hätte entschliessen können. Als typische Querschnittsdisziplin bietet die Branche natürlich viele Anknüpfungspunkte für inhaltlich angrenzende Messen und Informationsforen, die sich beispielsweise mit Gebäudetechnik, Lebensmitteltechnologie oder Textilien bzw. Textilreinigung beschäftigen. Allerdings bestand der eigentliche

Wert der Cleanzone für Unternehmen und Besucher darin, dass man sich in Frankfurt traf und sich hier bewusst als ReinraumBranche begriff – eben nicht als «Anhängsel» von Halbleiter- oder Arzneimittel­ herstellern und vielen anderen, sondern auf Augenhöhe mit ihnen. Schliesslich definiert man in der Reinraum-Branche selbst (zuweilen ringt man auch darum), wie die einschlägigen Normen und Standards aussehen (z B. VDI-2083, Verein Deutscher Ingenieure; EN ISO 14644).

Alternative «Lounges» in Karlsruhe

Eine Messe wie die Cleanzone wird nicht ­z uletzt von Persönlichkeiten getragen, die hinter dem Konzept stehen und in der Branche bekannt sind – hier: Josef Ortner (l.) und Dr. Gernod Dittel (2.v.l.). (Bild: Ehrensberger)

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Als Alternative gibt es die Messe «Lounges» in Karlsruhe. Sie startete schon 2007 und gilt im Vergleich zur Cleanzone als stärker pharmadominiert – was aber kein Minuspunkt sein muss. Schliesslich ist Pharmaprozesstechnik ohne Reinraumtechnik gar nicht denkbar. Die nächste Lounges findet vom 16. bis zum 18. März 2027 auf dem Gelände der Messe Karlsruhe in Rheinstetten statt. 9/ 2 0 2 6


Schweizer Gefahrguttag

Spannende Abfälle Am Freitag, 18. September 2026 treffen sich Fachpersonen aus Industrie, Transport, Entsorgung, Chemie, Behörden und Beratung zum 24. Schweizer Gefahrguttag 2026 im Verkehrshaus Luzern.

Die Fachtagung vermittelt kompakt und praxisnah die wichtigsten Neuerungen im Gefahrgutrecht und bietet gleichzeitig eine Plattform für den fachlichen Austausch innerhalb der Branche. Die Dynamik zwischen internationalen Regelwerken, nationalen Anpassungen und technischen Entwicklungen erfordert eine regelmässige (Neu-)Orientierung. Der Schweizer Gefahrguttag greift die aktuellen Veränderungen auf und zeigt ihre Auswirkungen auf die betriebliche Praxis auf. Das diesjährige Programm deckt ein breites Spektrum aktueller Themen ab. Behandelt werden unter anderem die bevorstehenden Änderungen des ADR 2027, die Weiterentwicklung der nationalen Gefahrgutvorschriften (SDR, GGBV, SKV und VSKV) sowie die Neuerungen der IATAGefahrgutvorschriften für die Luftfracht. Weitere Referate befassen sich mit der Bedeutung multilateraler Vereinbarungen (MLA), den Auswirkungen der neuen EUVerpackungsverordnung (PPWR) auf Gefahrgutverpackungen, der korrekten Anwendung von Freistellungen im ADR / SDR sowie den besonderen Anforderungen bei der Beförderung und Entsorgung asbesthaltiger Materialien. Renommierte Referentinnen und Referenten aus Behörden, Wirtschaft und spezialisierten Beratungsunternehmen vermitteln die Inhalte anhand aktueller Beispiele und geben wertvolle Hinweise für die praktische Umsetzung. Neben den Fachreferaten bietet die Veranstaltung Gelegenheiten zum persönlichen Austausch und dem Besuch der Fachausstellungen der Tagungspartner. Gerade der direkte Dialog zwischen Unternehmen, Vollzugsbehörden und Fachspezialistinnen und Fachspezialisten trägt wesentlich dazu bei, Erfahrungen zu teilen, offene Fragen zu diskutieren und gemeinsame Lösungen für die Praxis zu entwickeln. 9 / 2 0 2 6

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Der Schweizer Gefahrguttag greift die aktuellen Veränderungen auf und zeigt ihre Auswirkungen auf die betriebliche Praxis auf. (Bilder: Adpic)

Der Schweizer Gefahrguttag hat sich in den vergangenen Jahren als einer der wichtigsten Branchentreffpunkte der Schweiz etabliert. Wer Verantwortung für den sicheren und rechtskonformen Umgang mit gefährlichen Gütern trägt, erhält hier einen kompakten Überblick über die aktuellen Entwicklungen und kann wertvolle Kontakte für den beruflichen Alltag knüpfen. Der Verband der Schweizerischen Ausbildungsveranstalter für Gefahrgutbeauftragte, VAG, und seine Mitglieder freuen sich darauf, auch 2026 wieder zahlreiche Teilnehmende aus der Gefahrgutbranche begrüssen zu dürfen. Interessenten melden sich jetzt an.

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PUBLIREPORTAGE

PharmaLab 2026

Das Labor der Zukunft wird messbar besser Wie lassen sich pharmazeutische Laborprozesse effizienter, schneller und zugleich GMP-gerecht gestalten? Welche digitalen Grundlagen braucht ein automatisiertes Labor – und wo schafft Künstliche Intelligenz bereits heute einen konkreten Mehrwert? Mit diesen Fragen befassen sich bei der PharmaLab 2026 am 23. bis 25. November die Konferenzreihen «Laboratory Optimization, Automation and Digitalization» sowie «Artificial Intelligence in Laboratories».

Der Druck, Kosten zu senken sowie Effizienz und Effektivität zu steigern, betrifft auch die pharmazeutische Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung. Die Bereitstellung von Prüfergebnissen ist häufig ein zeitbestimmender Faktor für nachgelagerte Entscheidungen und damit für den gesamten Herstellungsprozess. Die angenommenen Vorträge zeigen deshalb nicht nur technologische Möglichkeiten auf, sondern auch Wege von der Analyse bestehender Prozesse bis hin zur tragfähigen Umsetzung und messbaren Verbesserung. Praxisbeispiele aus Lean-Labor-Ansätzen in der QC-Mikrobiologie, aus der Planung von Laborfazilitäten und aus der Führung von GMP-Laboren zeigen, wie Standardisierung, geeignete Kennzahlen, klare Entscheidungsstrukturen und realistische Ressourcenplanung zu mehr Kosteneffizienz beitragen. Dabei wird auch diskutiert, ob Automatisierung und Digitalisierung tatsächlich das Ziel jeder Verbesserung sein müssen – oder ob zunächst der Prozess selbst im Mittelpunkt stehen sollte. Weitere Beiträge widmen sich den digitalen Grundlagen automatisierter Workflows: elektronische Laborbücher, digitale Reinraumprobenahme, QR-Codes, Geräteanbindung sowie dem Management von Reagenzien und Verbrauchsmaterialien. «Robotic-friendly consumables» werden im Hinblick auf Rückverfolgbarkeit, Abweichungsmanagement und automatisierte Umweltmonitoring- und Bioburden-Workflows betrachtet. Ergänzend geht es um Audit-Trail-Reviews, Review by Exception sowie digitale Wartungs- und Gerätenutzungsprotokolle. Die Mikrobiologie zeigt besonders anschaulich, wie Automatisierung, Digitalisierung und schnellere Entscheidungen zusammenwirken. Vorgestellt werden die 40

Ein-Temperatur-Inkubation und das automatisierte Auslesen von EM-Platten, ­zentralisierte Proof-of-Concept- und Änderungsstudien sowie ein skalierbarer Validierungsansatz für alternative mikrobiologische Methoden. Im Zentrum steht außerdem die KI-gestützte AgarplattenInterpretation: Kontinuierliche Bildaufnahmen und die Erkennung langsam wachsender oder gestresster Umweltkeime sollen die Zeit bis zur Detektion verkürzen, die Anwender-Variabilität reduzieren und die Datenintegrität stärken. Künstliche Intelligenz wird zudem entlang des analytischen Workflows betrachtet. Die

Themen reichen von der Harmonisierung komplexer Chromatographiedaten und der Erstellung KI-fähiger Datensätze über die Erkennung von Trends und Out of Trend (OOT)-Ergebnissen bis hin zur Unterstützung von Out of Specification (OOS)-Untersuchungen, Abweichungsbearbeitung und Ursachenanalyse. Auch chemische Screenings, etwa zu PFAS und NIAS, sowie die Überführung statischer Failure Mode and Effects Analysis (FMEAs) in dynamische, prädiktive Risikomodelle werden anhand konkreter Ansätze beleuchtet. Technologie allein reicht jedoch nicht aus. Deshalb geht es auch um regulatorische

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Veranst al t ungen

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Flagship for your lab’s future Erwartungen, Validierung, Erklärbarkeit, Rückverfolgbarkeit und die Überwachung von KI-Modellen über ihren Lebenszyklus. Diskutiert werden die Anforderungen an KI in GxP-Laboren, die neue EU-Annex-22 Artifical Intelligence-Thematik und die Umsetzung von Innovation ohne zusätzliche Compliance-Risiken. Abgerundet wird das Programm durch Beiträge zur analytischen und bioanalytischen Methodenleistung – von statistischen und performancebasierten Ansätzen für biologische Wirkstoffe bis zur Verbindung von QTPP (Quality Target Product Profile) , ATP (,Analytical Target Profile) Total Analytical Error und Messunsicherheit unter ICH Q2(R2) und ICH Q14. PharmaLab 2026 richtet sich an Laborleitungen, QC- und QAVerantwortliche, analytische und bioanalytische Wissenschaftler, QPs, erfahrene Laborfachkräfte, Behördenvertreter und Dienstleister. Die Beiträge verbinden Fallstudien mit strategischen und regulatorischen Perspektiven – für Labore in der Routineherstellung ebenso wie für analytische Aufgaben in Entwicklung, klinischen Phasen und ausgewählten R&D-Anwendungen.

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Sensoraufbau und -auswahl

pH-Messung in der chemischen Industrie In chemischen Anlagen entscheidet die pH-Messstelle oft über Prozesssicherheit, Produktqualität und Anlagenverfügbarkeit. Besonders anspruchsvoll sind Medien mit hohem organischem Anteil, niedriger Leitfähigkeit, hoher Ionenstärken oder referenzvergiftenden Bestandteilen wie Sulfiden, Cyaniden und Ammoniak. In solchen Fällen reicht es nicht, nur den pH-Messbereich des Sensors zu betrachten: Entscheidend ist, wie stabil die Referenzseite des Sensors im Prozess bleibt.

Die Funktion und Lebensdauer eines pHSensors wird hauptsächlich bestimmt durch die Eigenschaften der Glasmembran, des Diaphragmas und des Referenzsystems. Die Glasmembran ist das pHsensitive Element; sie bildet abhängig von der H+ -Aktivität ein elektrochemisches Potential, dass im Vergleich zur Referenz in mV gemessen wird und den pH-Wert bestimmt. In Abhängigkeit zu den Prozess­ parametern kommen Standardgläser für breite Anwendungen, Spezialgläser für hohe Temperaturen oder flusssäurehaltige Medien sowie Flachmembranen in abrasiven Applikationen zum Einsatz. ISFETSensoren (ionensensitiver Feldeffekttransistor) setzen auf einen glasfreien Chip, anstelle der Glasmembran. Die pH- bzw. die H+ -Sensitivität wird hier über eine Tantaloxid-Beschichtung erreicht. Das Diaphragma stellt die Verbindung zwischen Prozessmedium und Referenz­ system her. Seine Bauform bestimmt ­A nsprechzeit, Reinigbarkeit und Verblockungsrisiko.

Diaphragmenvergleich – PTFE-Ring, Keramik und offene Pore auf Basis der Folieninhalte.

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Hauptkomponenten eines pH-Sensors: Glasmembran, Diaphragma, Referenzsystem. (Bilder: Endress)

Die mit 3M-KCl gefüllte Referenzseite liefert das stabile Bezugspotential, typischerweise über ein KCl/Ag/AgCl-System. Wird diese Seite durch den Einsatz im Prozess ausgelaugt oder chemisch beeinflusst, entstehen Drift, träges Ansprechen und verkürzte Wartungsintervalle.

Diaphragmen: Vorteile und Grenzen PTFE-Ringdiaphragmen sind robust, schmutzabweisend und gut zu reinigen. Aufgrund ihrer grossen Oberfläche haben sie ein geringes Verblockungsrisiko. Sie eignen sich für viele Standard- und Wasserprozesse der Chemie, reagieren jedoch tendenziell langsamer und können Memoryeffekte zeigen. Keramikdiaphragmen bieten eine schnelle Ansprechzeit, reproduzierbare Qualität und sind für hygienische Anwendungen prädestiniert. Des Weiteren gibt es Varianten mit einer druckbeaufschlagten Referenzseite, was das Risiko der Referenzvergiftung und Verblockung reduziert. Keramikdiaphragmen sind allerdings anfällig für Porenverblockung durch Beläge, Fette, Eiweiss oder Fällungsprodukte. Durch regelmässige Wartung oder automatische Reinigungs­lösungen im Prozess

kann hier vorgebeugt werden. Offene Poren sind bei hohen Feststoffgehalten und Fällungsreaktionen vorteilhaft, weil sie weniger zum Verblocken neigen. Gleichzeitig ist die Referenz direkter dem Medium ausgesetzt; dadurch steigt das Risiko der Referenzvergiftung.

Memosens Technologie: ­Digitalisierung und Vereinfachung der Flüssigkeitsanalyse Die Anforderungen an die pH-Messung in der chemischen Industrie sind vielfältig. Entscheidend für zuverlässige Messwerte sind ein geeignetes pHsensitives Element, das passende Diaphragma sowie eine stabile Referenz. Mit der digitalen Memosens-Technologie und einem breiten Portfolio anwendungsspezifischer pH-Sensoren unterstützt Endress+Hauser eine sichere, effiziente und langfristig stabile Prozessführung – auch unter anspruchsvollen Prozessbedingungen. Möchten Sie mehr erfahren?

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Niedrige Leitfähigkeit, Organik, Referenzvergiftung In der chemischen Industrie kommen häufig Medien mit hohem organischem Anteil und damit häufig niedriger Leitfähigkeit zum Einsatz. Bei geringer Leitfähigkeit diffundiert KCl schneller aus dem Referenzsystem in den Prozess. Hohe Ionenstärken können zusätzlich einen Ionenaustausch im Referenzsystem verursachen. Die Referenz wird zunehmend ausgelaugt, das Driftverhalten nimmt zu und die Justierung wird häufiger erforderlich. Ein veränderter Nullpunkt ist ein typisches Zeichen einer beanspruchten Referenzseite. Zusätzlich greift ein hoher organischer Anteil die Quellschicht der Glasmembran an, wodurch sie weniger sensitiv auf H+-Ionen reagiert. Hier hilft der Einsatz von ISFETSensoren, deren Chip durch die Organik nicht beeinflusst wird. Kritisch sind ausserdem Sulfide, Cyanide und Ammoniak: Sie reagieren mit Silber­ ionen der Referenz und bilden Niederschläge, die das Diaphragma blockieren können. Typische Symptome sind ein veränderter Nullpunkt und längere Reaktionszeiten. Es empfiehlt sich der Einsatz von druckbeaufschlagten Sensoren, Sensoren mit Ionenfalle oder die kontinuierliche Zufuhr von KCl.

Memosens CPS11E mit Salzvorrat und Ionenfalle Memosens CPS11E ist ein robuster Universalsensor für die chemische Prozessund Umwelttechnik. Sein PTFE-Diaphragma ist wartungsarm, schmutzabweisend und mechanisch widerstandsfähig. Für

Digitaler pH-Sensor Memosens CPS11E.

Memosens CPS47E-ISFET-Sensor mit Kunststoffschaft und Flüssig-KCl.

Medien mit niedriger Leitfähigkeit ist die Ausführung mit Salzvorrat besonders relevant: Das KCl-Reservoir verzögert den Elektrolytverlust und stabilisiert die Referenz über längere Zeit. Bei Vergiftungsrisiko bietet die Ionenfalle einen zusätzlichen Schutz. Sie wirkt als Ionentauscher, bindet freie Silberionen aus der Referenz und hemmt dadurch die Bildung schwerlös­ licher Niederschläge im Diaphragma. In der Kombination aus Salzvorrat und Ionenfalle adressiert Memosens CPS11E zwei zentrale Probleme in der chemischen Produktion: Referenzauslaugung und Referenzvergiftung. Besonders sinnvoll ist er für robuste Trendmessungen, Grenzwertüberwachung und Standardprozesse mit moderater Dynamik.

g­ eeignet und erhöht durch den bruchsicheren Schaft zusätzlich die Produktsicherheit. Der kontinuierliche Elektrolytfluss unterstützt die Referenzstabilität insbesondere dort, wo klassische Gelreferenzen schneller an ihre Grenzen stossen. Für die ­chemische Industrie ist pH-Sensorik eine Frage der anwendungsgerechten Auswahl des pH-sensitiven Elements, des Diaphragmas und der Referenzstabilisierung. PTFE, Keramik und offene Pore bilden unterschiedliche Kompromisse zwischen ­Robustheit, Dynamik und Vergiftungsrisiko. Memosens CPS11E mit Salzvorrat und Ionenfalle eignet sich für robuste Standardund Niedrigleitfähigkeitsprozesse mit Vergiftungsrisiko. Memosens CPS47E ergänzt das Portfolio für sehr niedrige Leitfähigkeiten, hohen organischen Anteil und dynamische Medien.

Memosens CPS47E mit ­ Flüssig-KCl Zufuhr Wenn die Leitfähigkeit sehr niedrig ist, der organische Anteil hoch ist oder Medien schnell wechseln, kann ein Flüssigelektrolyt-Sensor die bessere Wahl sein. Memosens CPS47E ist hierfür ideal ausgelegt: er ist der High-Performer mit Flüssig-KCl-­ Referenz für Medien mit niedriger Leit­ fähigkeit oder hoher organischer Last. Als ISFET-Sensor ist er hierfür besonders

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Digitaltechnik erweitert Funktionalität von Einrichtungen aus Stahl

Vom Labormöbel zur vernetzten Plattform Das Unternehmen Köttermann, Hänigsen (Niedersachsen), Spezialist für Laboreinrichtungen aus Stahl, feiert 2026 sein 80-jähriges Jubiläum und zeigt, wie sich klassische Laboreinrichtungen zu vernetzten Plattformen entwickeln.

Ein Laborabzug war früher vor allem ein abgesaugter Arbeitsplatz. Ein Kühlschrank stand neben dem Arbeitsplatz und kühlte Proben. Beides geschah, ohne mit irgendetwas zu kommunizieren. Das hat sich grundlegend geändert. Im Jubiläumsjahr zeigt das Unternehmen Köttermann, wie moderne Laboreinrichtungen die Digitalisierung im Labor fördern und sich zu vernetzten Plattformlösungen entwickeln.

Laborinfrastruktur verbindet heute Geräte und Daten Laboreinrichtungen übernehmen weit mehr als Schutz- oder Stauraumfunk­ tionen: Sie integrieren Geräte und Moni­ toring-Technologien in durchgängige ­Prozesse. Auf der Messe Analytica 2026 demonstrierte Köttermann dies anhand eines vernetzten Probenlaufs mit den Partnern Siemens, C. Gerhardt und Liebherr Professional Appliances. Von der gekühlten und gleichzeitig überwachten Lagerung über die Vorbereitung und Analyse im Laborabzug bis zur digitalen Dokumentation greifen alle Komponenten ineinander. Siemens-Technologien erfassen Energieverbräuche und Qualitätsdaten in

Was in den 1980er-Jahren mit einem computergesteuerten Umweltsimulator von Köttermann begann, findet heute seine Fortsetzung in vernetzten Laborszenarien.

Echtzeit; Laborprozesse werden digital dokumentiert. Gerade in Laboren eröffnet diese Transparenz unter anderem neue Potenziale, Fehlerquellen frühzeitig zu ermitteln und energieintensive Prozesse gezielt zu optimieren.

Jubiliar Köttermann Seit 80 Jahren produziert das Unternehmen Köttermann im niedersächsischen Hänigsen flexible Laboreinrichtungslösungen aus Stahl. Individuell planbare Komponenten vereinfachen den Laborarbeitsalltag und sorgen gleichzeitig für eine sichere Umgebung. Nationale und internationale Kunden aus über 40 Branchensegmenten werden mit einem Rundum-Service-Angebot von der Planung bis zur Wartung betreut. Zum Produktportfolio gehören Labormöbel und -abzüge, Sicherheits- und Gefahrstoffschränke sowie Medienversorgungen. Weitere aktuelle Informationen finden sich auf www.koettermann.com oder in den sozialen Medien: • www.linkedin.com/company/koettermann/ • www.instagram.com/koettermann/ • www.youtube.com/@koettermann46

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Die heutige Laborinfrastruktur wird selbst zum aktiven Bestandteil nachhaltiger Laborplanung. Laborabzüge zählen beispielsweise zu den grössten Energiekonsumenten, sodass ein effizienter Einsatz an Bedeutung gewinnt. Moderne Abluftregelungssysteme steuern Luftmengen bedarfsgerecht und ermöglichen in Kombination mit intelligenter Steuerungstechnik signifikante Energieeinsparungen. Ein geschlossener Frontschieber minimiert den Energieverbrauch. Diesen mühelos einstellen und auch die Abluft individuell steuern zu können, ermöglicht bei KöttermannLaborabzügen die elektronische Bedieneinheit TouchTronic. Gleichzeitig verbessert die Vernetzung die Sicherheit im Laboralltag. Systeme zur Überwachung von Geräten und deren Betriebszuständen erkennen Auffälligkeiten und unterstützen schnelle Reaktionen im Ausnahmefall. Erstmals in diesem Jahr vorgestellt, lassen sich Brandschutzlösungen von Siemens direkt in den ­L aborabzug integrieren. Eine spezielle Sensorik löst bei Erreichen einer Temperaturgrenze die Brandbekämpfung automatisch aus. Brände werden schnell erkannt und gelöscht. Das erhöht nicht nur die Sicherheit im Arbeitsalltag, sondern gibt auch Freiraum für Tätigkeiten abseits der Laborabzüge.

Rückblick: Computersteuerung für Umweltsimulatoren Schon Anfang der 1980er Jahre integrierte Köttermann moderne Technologien in Umweltsimulatoren. Dafür musste zunächst eine Schnittstelle zwischen analoger und digitaler Technik geschaffen werden, was dem Köttermann-Techniker Walter Schacht mit einem weiteren Experten schliesslich gelang. Das erste computergestützte Klimaprogramm entstand. «Jedes Kind konnte 9/2026


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damit Abläufe programmieren», berichtete Walter Schacht. In vielen Laboren hielten auf diesem Weg Computer Einzug, denn diese allein waren so kostspielig, dass die Einkaufsabteilungen sie in der Regel ablehnten. In Kombination mit dem Simulator liess sich die neue Technologie jedoch wirtschaftlich in Labore integrieren. Die computergesteuerten Umweltsimulatoren liessen sowohl grafische Darstellungen als auch automatisierte Abläufe zu. Damit entwickelte sich aus einem rein funktionalen Gerät eine steuerbare technische Plattform. «Die Integration neuer Technologien als Basis neuer Funktionen gehört zur DNA von Köttermann», erklärt Dr. Christof Behrens, Head of Product M ­ anagement Köttermann.

Laborinfrastruktur als vernetzte Plattform: Was früher Einzellösungen waren, wächst heute zu einem kommunizierenden System zusammen. (Bilder: Köttermann)

Stabile Basis: Laboreinrichtung aus Stahl Köttermann Laboreinrichtungen aus Stahl – langlebig und flexibel erweiterbar – schaffen den stabilen Rahmen, in den sich

moderne Lösungen sicher integrieren lassen. Labore, die nicht nur funktional sind, sondern Prozesse aktiv unterstützen und Risiken minimieren, sind bei Köttermann das Ergebnis von unternehmensübergreifenden Kooperationen. Auch in der Laborbranche kommt es inzwischen auf ein gutes Netzwerk an. Im Jubiläumsjahr blickt Köttermann auf 80 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von Laboreinrichtungen am Standort Hänigsen zurück. Seit 1946 entstehen hier Laborinfrastrukturen, die kontinuierlich weiterentwickelt werden: von klassischen Labormöbeln hin zu vernetzten, zukunftsfähigen Plattformen.

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Vorstellung der Rheno Purewater AG

Reinstwasser-Spezialisten – jetzt zur Ilmac Die Rheno Purewater AG hat sich auf den Vertrieb von hochwertigen, effizienten und bedienerfreundlichen Reinstwasser-Anlagen spezialisiert und ist der Schweizer Vertriebspartner von Veolia Labwater solutions. Die bekanntesten Modelllinien MEDICA und die Purelab-Linie mit Chorus, Quest und Flex sind auf der ganzen Welt in der Wissenschaft, der Forschung, Health Care und bei Qualitätskontrollen erfolgreich im Einsatz, aktuell über 50’000 Anlagen. Gegründet im Jahre 2001 in Villmergen unter dem Namen Labtec Services AG, ist im Jahre 2023 durch Verkauf des Unternehmens und der daraus resultierenden Umfirmierung die junge, dynamische Rheno Purewater AG entstanden.

Speisewasser kann viele Stoffe in Lösung oder in Suspension enthalten, welche die Analysendaten beeinflussen und verzerren können. Diese Verunreinigungen können sich negativ auf zahlreiche wissenschaftliche Anwendungen auswirken. Wenn es um Wasseraufbereitungssystem geht, ist es wichtig, das Anwendungsgebiet und die Qualität des Speisewassers zu kennen. Reinstwasser-Systeme sind in vielen Bereichen eine unabdingbare Voraussetzung, so etwa in Forschung, Entwicklung und Produktion. Hier betrifft es praktisch alle Industriebereichen, wie zum Beispiel Pharmaindustrie, Uhrenindustrie und Lebensmittelproduktion. Ebenso sind Labore, Spitäler und Forschungseinrichtungen auf ReinstwasserSysteme angewiesen. Im Besonderen haben sie eine grosse Bedeutung für die klinische Diagnostik, denn die Analysegeräte müssen hier über Reinstwasser-Systeme (Analyser-Feeding-Systems) mit CRLWkonformen Wasser (Clinical Laboratory Reagent Water) versorgt werden.

Kernkompetenz des Unternehmens Labore, Spitäler und Forschungseinrichtungen – reines Wasser ist die Essenz innovativer Forschung und Präzisionstechnik. Rheno Purewater AG zählt in der Schweiz zu den führenden Experten für Wasseraufbereitung. Mit massgeschneiderten Lösungen, erstklassigem Service und innovativer Technologie sorgt das Unternehmen dafür, dass seine Kunden jederzeit auf reinste Wasserqualität vertrauen können. Das SchweizerServiceteam bestehend aus Fachspezialis46

ten repariert und wartet Anlagen und Geräte mit Wartungsvertrag schweizweit vor Ort, Notfalldienst optional.

Beratung, Verkauf, Projektmanagement Als Full-Service Provider bietet Rheno Purewater AG alles von der initialen Wasseranalyse, einer fundierten Bedarfsanalyse, einer umfassenden Projektierung der neuen Anlage bis hin zur Installation, Inbetriebnahme, Instruktion vor Ort. Auf Wunsch kommt auch GMP (Good Manufacturing Practice) gemäss Pharma Compliance hinzu. Im Rahmen der Angebotserstellung können die zu erwartenden Kosten für Verbrauchsmaterialien und die zu ersetzenden Verschleissteile über den ganzen Lebenszyklus des Produktes aufgezeigt werden, einschliesslich CapEx und OpEx. So ergibt sich stets ein transparentes Angebot.

Team des Unternehmens Ein wesentliches Charakteristikum von Rheno Purewater AG ist das dynamische, interdisziplinäre Team mit Experten aus den Bereichen Wasseraufbereitung, Technik und Betriebswirtschaft. Sie bieten eine fundierte Beratung, nachhaltige Lösungen und kontinuierlichen Support. Basil Richter, Leiter Technik/CTO bei Rheno Purewater AG, verbindet fundiertes technologisches Know-how aus dem Maschinenbau mit strategischem Management. Als gelernter Konstrukteur und Dipl.-Techniker HF vertiefte er seine Expertise an der FHNW (Fachhochschule Nordwestschweiz) mit einem MAS (Master of Advanced Studies) in Business Engineering – spezialisiert auf Prozess-, Busi-

Basil Richter, Leiter Technik / CTO bei Rheno Purewater AG

ness- und Unternehmensführung. In seiner Rolle als Leiter Technik/CTO bei Rheno Purewater AG verantwortet er die technologische Ausrichtung, die Steuerung komplexer Engineering-Projekte sowie die kontinuierliche Optimierung operativer Kernprozesse. An der Schnittstelle von Technik und Unternehmensentwicklung treibt er innovative Lösungen voran, um ein nachhaltiges und langfristiges Wachstum sicherzustellen. In der Romandie unterhält Rheno Pure­ water AG seit dem 1. Mai 2026 eine Niederlassung mit Service und Sales-Hub. Verantwortlich ist Tymmo von Wild. Als versierter Service-Techniker kann er die ganze Romandie effizient abdecken. Er spricht Französisch und Deutsch und lebt in der Nähe von Lausanne.

Nachhaltige Partnerschaften, nachhaltiges Portfolio Der Fokus des gesamten Teams liegt auf langfristigen Partnerschaften sowie auf ökonomischen und ökologischen Lösungen. 9/2026


PPersönliche U B L I R E P O R SchutzTAGE

ausrüstung (PSA) ist Vertrauenssache

Zertifizierter Schutz gegen folgende Risiken: Reinstwasser-System MEDICA®150 EDI: bis zu 150l/h CLRW-konformes Wasser für klinische Analysegeräte und Medica Biox zur Entfernung von Nanoplastik.

Dazu passt auch der Partner Veolia. Der Konzern ist bestrebt, den CO2-Fussabdruck des ganzen Produktportfolios und der globalen Aktivitäten zu reduzieren. Veolia Labwater solutions-Produkte sind so konzipiert, dass sie in allen Phasen der Herstellung über den Betrieb bis hin zum Ende der Lebensdauer die geringstmöglichen Auswirkungen auf die Umwelt haben. Veolia Labwater solutions verwendet beispielsweise rezyklierte Kunststoffe für ihre Geräte. Veolia Labwater solutions ist nach ISO9001 und ISO14001 Normen für Umweltmanagement zertifiziert. Rheno Purewater AG nach ISO 9001:2015. «Als führendes Unternehmen in der Wasseraufbereitungsbranche haben wir die Verantwortung, mit umweltverträglichen Technologien und Produktdesigns innovativ zu sein und sicherzustellen, dass unser Betrieb die Auswirkungen auf das Klima so gering wie möglich hält», sagt Nora Ikene, Geschäftsführerin Veolia Labwater solutions. Jedes Produkt wurde bezüglich CO2-Auswirkungen analysiert, von der Forschung und Entwicklung über die Herstellung und

Unternehmensprofil Firma: Rheno Purewater AG gegründet 2001 als Labtec Services AG Umfirmierung zu Rheno Purewater AG: 2023 Branche: Reinstwasser-Anlagen Anwendungsgebiete: Labore, Spitäler, Forschungseinrichtungen, Industrie etc.

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den Vertrieb bis hin zum Austausch / Service von Verbrauchsmaterialien und der Entsorgung am Ende der Lebensdauer.

Rheno Purewater AG auf der Ilmac 2026 Rheno Purewater AG ist an der wichtigsten Messe der Chemie- und Life-ScienceBranche, in diesem Jahr am 23. / 24. September in Lausanne, mit einem eigenen Stand vertreten, Halle 36, Stand C130. Neuheit 2026: das Medica 15/30 EDI ist ein Reinstwasser-System, das direkt aus Trinkwasser bis zu 30 l / h CLRW-konformes Wasser für klinische Analysegeräte liefert. Praktisch sind eine einfache Systemwartung, ein Notfall-Bypass und ein platzsparendes Design. Neu ist auch ein System zur Entfernung von Nanoplastik mit einer Effizienz von 95 Prozent bezogen auf Nanopartikel von 60 Nanometern Durchmesser und grösser. Ausserdem inaktiviert das System biogefährliche Stoffe aus Flüssigabfällen in der klinischen Analytik. Eine quecksilberfreie LED-UV-Reinigung macht das System besonders nachhaltig und reduziert Gefährdungen MEDICA® BIOX. Lesertipp: mit dem Prio-Code rheno-2026 lädt Sie Rheno Purewater an die Ilmac 2026 in Lausanne ein, Halle 36, Stand C130. Rheno Purewater AG Nordstrasse 7 CH-5612 Villmergen Tel. +41 56 619 89 19 info@rhenopw.ch www.rheno-purewater.ch

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Schonung sensibler Substanzen ist das A und O

Pumpenwahl entscheidet über Produktqualität Empfindliche Flüssigkeiten wie Impfstoffe, Antikörper oder andere biopharmazeutische Produkte müssen während der Herstellung schonend behandelt werden. Häufig unterschätzt: Bereits die eingesetzte Pumpe kann die Qualität des Endprodukts massgeblich beeinflussen. Zu hohe Scherkräfte schädigen Zellen und Proteine, verändern die Produkteigenschaften und führen so zu Ausschuss.

Eine im bioX Applications Lab (Salem, USA) durchgeführte Untersuchung der Fristam Doppelschraubenspindelpumpe FDS belegt deren schonende Förderung. Geprüft wurden die mechanische Scherbelastung, die Stabilität empfindlicher Proteine sowie die Gleichmässigkeit des Förderstroms, jeweils über mehrere Druckstufen und Förder­mengen.

für Antikörperlösungen, sondern auch für Zellkulturen, Wirkstofflösungen und weitere empfindliche Medien der biopharmazeutischen Produktion.

Der Vorteil für die Produktion

Schonung, die messbar ist Als Mass für die Scherbelastung diente die Hämolyse roter Blutkörperchen, ein standardisiertes Prüfmedium für scherempfindliche Zellen. Nach über zwei Stunden Dauerbetrieb lag die Schädigung unter fünf Prozent. Ähnlich überzeugend fielen die Tests zur Protein­stabilität aus: Die Konzentration des Testantikörpers Immunglobulin G ver­ringerte sich nach einer Stunde um ­lediglich vier Prozent. Laut Fristam liegt dieser Wert bei Drehkolben- und Schlauchpumpen zwischen acht und sechzehn Prozent. Zudem arbeitete die FDS über alle Druckstufen nahezu pulsationsfrei. Der Grund liegt im Funktionsprinzip: Zwei berührungslos kämmende Schraubenspin-

Fristam Doppelschraubenspindelpumpe FDS: schonende Förderung für sensible Anwendungen in Pharma, Biotech und Feinchemie. (Bilder: Rototec AG & Fristam Pumps)

deln fördern das Medium gleichmässig und mit geringer Scherwirkung. Der so entstehende konstante Förderstrom ist gerade bei anspruchsvollen Verfahren wie der Tangentialflussfiltration und der Chromatographie ein wichtiger Vorteil. Ebenso lässt sich die Pumpe im laufenden Prozess per CIP und SIP reinigen, was den strengen Hygieneanforderungen der Branche entspricht. Damit eignet sie sich nicht nur

Für Pharma- und Biotech-Unternehmen bedeutet dies höhere Prozesssicherheit, reproduzierbare Ergebnisse und eine ­konstant hohe Produktqualität. Eine produktschonende Förderung reduziert ­Ausschuss und steigert die Effizienz der Produktion. Gerade bei hochwertigen Wirkstoffen ist das ein spürbarer wirtschaftlicher Faktor, der sich unmittelbar auf die Ausbeute auswirkt. Als markenunabhängiger Schweizer ­Vertriebspartner von Fristam unterstützt die Rototec AG Unternehmen bei der ­A uswahl und Integration hygienischer Pumpensysteme für die Chemie-, Pharmaund Lebensmittelindustrie. Von der Analyse und Auslegung über die Inbetriebnahme bis zu Revisionen und Ersatzteilen aus dem eigenen Lager in Richigen bei Bern begleitet Rototec den gesamten Lebenszyklus einer Anlage.

Pumpentechnik erleben Wie sich schonende Fördertechnik in der Praxis bewährt, zeigt Rototec auf der Ilmac Lausanne in Halle 36, Stand C222. Erhalten Sie dort einen Einblick in Pumpentechnologien für sensible Anwendungen. Vor Ort können Sie sich mit unseren Spezialisten austauschen, beraten lassen und bei Bedarf eine Testpumpe anfordern.

Ob Emulsion, Zellsuspension oder Wirkstofflösung: Sensible Medien reagieren empfindlich auf mechanische Belastung. (Symbolbild)

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Flexible Methodenwahl, Arbeitsschutz verbessert, weniger Gasflaschen im Labor

Chemisorptionsanalyse im Durchflussverfahren Die Charakterisierung von Katalysatoren kommt auf ein neues Niveau an Bedienkomfort, Automatisierung und analytische Zuverlässigkeit.

Dabei handelt es sich im Besonderen um einen neuen Chemisorptionsanalysator für Durchflussverfahren (Autosorb 3300, Anton Paar). Die jetzt verfügbare Kombination aus innovativer Konstruktion, fortschrittlichem Wärmemanagement und intelligenter Gasführung macht High-End-Leistung für F&E sowohl für industrielle Qualitätskontrolllabore als auch für kostenbewusste akademische Einrichtungen zugänglich.

Weniger manuelle Schritte Für eine zuverlässige Katalysatorchara­ kterisierung sind wiederholbare, reprodu­

zierbare und anwenderunab­h ängige ­Ergebnisse entscheidend. Der neue Chemisorptionsanalysator erfüllt diese Anforderungen mit einem grundlegend überarbeiteten Bedienkonzept, das viele der bisher üblichen manuellen Schritte in der Chemisorptionsanalyse eliminiert. Zu den wichtigsten Innovationen gehört der vollautomatische Mechanismus zum Einsetzen und Abdichten der Probenzelle. Statt kleine Verschraubungen manuell zu handhaben, setzen Anwender die Probenzelle einfach in den Ofen ein. Der Autosorb 3300 dichtet sie automatisch ab, der

Ofen muss dabei nicht manuell geschlossen werden. Dieser vereinfachte Workflow reduziert die anwenderbedingte Variabilität und erhöht den Bedienkomfort deutlich, auch für unerfahrene Anwender.

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kühlsystems bleibt die Aussenoberfläche des Ofens auch bei hohen Betriebstemperaturen berührungssicher. Dieses Design eliminiert das Verbrennungsrisiko nahezu vollständig und gibt dem Bedienpersonal im Routinebetrieb zusätzliche Sicherheit. Eine programmierbare integrierte Gasmischfunktion vereinfacht Labor-Workflows zusätzlich. Sie reduziert die Zahl benötigter Gasflaschen und bietet volle Flexibilität für individuell angepasste ­Methoden. Etablierte Aktivierungsprotokolle und temperaturprogrammierte Experimente lassen sich einfach reproduzieren. Gleichzeitig können Anwender die Instrumentenparameter schnell an zukünftige Anwendungen anpassen. Auch die Pulstitration, eine grundlegende Methode der Chemisorptionsanalyse, wurde deutlich weiterentwickelt. Vier vorkalibrierte Injektionsschleifen können während eines Experiments gemäss benutzerdefinierten Softwaremethoden automatisch ausgewählt werden. Beim herkömmlichen Wechsel der Injektionsschleifen sind manuelle Änderungen an

Katalysatorcharakterisierung wird zugänglicher

Innovative Konstruktion, fortschrittliches Wärmemanagement, intelligente Gasführung: So werden bestehende Hürden für hochwertige Chemisorptionsmessungen abgebaut. (Bild: Anton Paar)

«Der Autosorb 3300 wurde entwickelt, um Hürden für hochwertige Chemisorptionsmessungen abzubauen», sagt Dr. Martin Thomas als zuständiger Produktmanager. «Indem wir fortschrittliche Automatisierung, Bedienersicherheit und ausser­ gewöhnliche analytische Leistung kombinieren, machen wir eine zuverlässige Katalysatorcharakterisierung zugänglicher denn je.» Mit dem neuen Chemisorptionsanalysator erweitert Anton Paar sein ­Portfolio zur Charakterisierung poröser ­Materialien und ergänzt sein bestehendes Angebot an Instrumenten für Physisorption und statische Chemisorption.

der Hardware und eine Neukalibrierung erforderlich. Die Automatisierung dieses Prozesses steigert die Effizienz erheblich. Gleichzeitig gewährleistet die präzise Druck- und Temperaturregelung der injizierten Gasvolumina eine branchenführende Wiederholbarkeit.

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Mit leistungsstarker Druck-/Saugpumpe und für Temperaturen bis –90 ° C

Temperierung sichert Scale-ups Kilolabore bilden die entscheidende Brücke zwischen Laborentwicklung und industrieller Produktion. Für sichere und reproduzierbare Scale-up-Prozesse ist eine präzise Temperierung unverzichtbar. Sie steuert exotherme Reaktionen, gewährleistet definierte Temperaturprofile und verbessert Ausbeute, Produktqualität sowie Prozesssicherheit – von der ersten Synthese bis zur Kristallisation.

Chemische Reaktionen verlaufen selten isotherm. Viele Synthesen setzen Wärme frei oder benötigen gezielt zugeführ­te Energie, um die gewünschte Re­ aktionskinetik zu erreichen. Bereits geringe ­Temperaturabweichungen können ­Reaktionsgeschwindigkeiten verändern, ­Nebenreaktionen fördern oder die Produktqualität beeinträchtigen. Im Kilolabor nimmt aufgrund der grösseren Stoffmengen die thermische Trägheit deutlich zu, wodurch eine präzise Temperierung unverzichtbar wird. Externe Thermostate versorgen Reaktoren, Doppelmantelgefässe oder Wärmetauscher mit einem exakt geregelten Temperiermedium und übernehmen sowohl Kühl- als auch Heizaufgaben. So lassen

sich definierte Temperaturprofile über den gesamten Prozess zuverlässig einhalten. Bereits bei der Vorbereitung der Edukte kann eine Vorkühlung erforderlich sein, um temperaturempfindliche Stoffe zu schützen oder unerwünschte Reaktionen zu vermeiden. Während der Synthese muss die bei exothermen Reaktionen entstehende Wärme schnell abgeführt werden, während andere Prozessschritte gezielte Heizphasen benötigen. Eine präzise Temperaturführung hält die Reaktion im optimalen Temperaturfenster, verbessert Ausbeute und Selektivität und ermöglicht auch bei der Dosierung von Reagenzien eine sichere Kontrolle stark exothermer Prozesse. Anschliessend beeinflussen ­definierte Abkühlphasen bei der Kristallisa-

Präzise Temperierung für sichere Scale-ups. (Bild: Julabo)

tion unmittelbar Kristallgrösse, Reinheit und Filtrierbarkeit des Produkts. Für anspruchsvolle Temperieraufgaben, wie sie im Kilolabor benötigt werden, wurde der Tiefkältethermostat JULABO MAGIO MS1000FF entwickelt. Mit einem Temperaturbereich von –90 ° C bis +100 ° C, einer Temperaturstabilität von bis zu ± 0,02 ° C und einer leistungsstarken Druck-/Saugpumpe schafft er reproduzierbare Bedingungen für anspruchsvolle externe Temperieraufgaben. Natürliche Kältemittel und moderne Kommunikationsschnittstellen ermöglichen zudem eine nachhaltige und automatisierte Prozessführung. Mit zunehmender Reaktorgrösse steigen die Anforderungen an die Wärmeabfuhr. Eine leistungsfähige Temperierung erhöht die Prozesssicherheit, verhindert thermische Durchgänge und sorgt für reproduzierbare Ergebnisse. Gleichzeitig liefert sie belastbare Daten für die Übertragung auf den Produktionsmassstab. Präzise Temperierung bildet damit die Grundlage für sichere, wirtschaftliche und reproduzierbare Scale-up-Prozesse.

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Forschungswelt

Durchbruch nach jahrzehntelanger Suche

Ikonisches aromatisches Molekül mit Silizium Forschenden ist ein Coup gelungen: Sie haben ein stabiles Molekül hergestellt, das Chemikerinnen und Chemiker weltweit jahrzehntelang erfolglos gejagt hatten.

Aller Anfang ist schwer, gut Ding will Weile haben: Wenn man möchte, könnte man wissenschaftlichen Fortschritt mit vielerlei Redewendungen zu umschreiben versuchen. Denn oft brauchen grössere Durchbrüche ihre Zeit. Das erfahren derzeit auch David Scheschkewitz, Professor für Allgemeine und Anorganische Chemie an der Universität des Saarlandes, und sein Doktorand Ankur (der einem populären Trend seiner Heimat Indien folgend nur einen Namen trägt). Gemeinsam mit Bernd Morgenstern von der Servicestelle Röntgenbeugung der Universität des Saarlandes ist ihnen ein Durchbruch gelungen, der fast ein halbes Jahrhundert auf sich warten liess. Und der jetzt in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurde. Doch was ist den Forschenden gelungen? Sie haben Pentasilacyclopentadienid erzeugt. Wer jetzt nicht direkt sagt «Ah ja, das ist ja toll!», sondern eher fragt: «Was, bitte, soll das sein? »: Keine Sorge, das dürfte wohl vielen Menschen

Probe mit Pentasilacyclopentadienid. (Bild: Thorsten Mohr/UdS)

so gehen. Im Prinzip kann man es herunterbrechen auf die Aussage, dass Scheschkewitz und seine Kollegen es geschafft haben, bei einer besonders stabilen Art von Molekülen aus der organischen Chemie die Kohlenstoffatome durch Siliziumatome zu ersetzen.

Eine neue Welt chemischer Möglichkeiten In der Welt, die uns umgibt, spielen solche stabilen Moleküle eine überragende Rolle, etwa bei der Kunststoffherstellung. «In der Polyethylen- und Polypropylen-Herstellung sorgen derartige aromatische Verbindun-

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Forschungswelt

INDUSTRIEKÄLTEANLAGEN

TIEFTEMPERATURTECHNIK

Pentasilacyclopentadienid ist ein stabiles aromatisches Molekül, das das Tor zu einer neuen Welt chemischer Möglichkeiten öffnen könnte. (Thorsten Mohr/UdS)

gen dafür, dass die Katalysatoren, die den chemischen Prozess für die Kunststoffherstellung gezielt ablaufen lassen, langlebiger und damit effektiver sind», erklärt David Scheschkewitz. «Silizium ist viel metallartiger als Kohlenstoff und bindet Elektronen daher viel schlechter», so der Chemiker weiter. Mit Silizium- statt Kohlenstoff-Atomen im Cyclopentadienid werden neue Verbindungen und Katalysatoren zugänglich, die ganz andere Eigenschaften aufweisen dürften. Es würde sich ein Tor zu einer neuen Welt chemischer Möglichkeiten öffnen. Und dieses Tor haben David Scheschkewitz, Ankur und Bernd Morgenstern nun weit aufgestossen. Weshalb es so schwierig war, wird klar, wenn man ein Stück weit in die Chemie eintaucht, die dahintersteckt. Cyclopentadienid, also das kohlenstoffhaltige Vorbild der nun erzeugten Silizium-Verbindung, ist ein aromatisches Kohlenwasserstoffmolekül. Das heisst, es ist flach (planar), die Kohlenstoffatome sind in einem Ring angeordnet und die Verbindung ist besonders stabil. Das liegt daran, dass aromatische Verbindungen (die übrigens so heissen, weil die ersten Verbindungen dieser Art, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckt wurden, besonders aromatische Gerüche aufweisen) eine Art «Elektronen-Sozialismus» betreiben. «Wir sprechen davon, dass eine aromatische Verbindung eine bestimmte Anzahl gerecht geteilter Elektronen aufweist, die der sogenannten Hückel-Regel 9/2026

folgen», erklärt David Scheschkewitz. Diese Regel, benannt nach dem deutschen Physiker Erich Hückel, besagt, dass die Zahl dieser geteilten Elektronen einem bestimmten Muster folgt. Die Elektronen verleihen dadurch, dass sie sich an jedem beliebigen Kohlenstoff-Atom des Rings aufhalten können, dem Molekül besonders hohe Stabilität. Für Silizium gab es diese aromatischen Moleküle jahrzehntelang nur in einer einzigen Variante. 1981 gelang die Herstellung eines Silizium-Analogons von Cyclopropenylkation, einem aromatischen Molekül mit einem Ring aus drei Kohlenstoff- bzw. Siliziumatomen. Ansonsten: Viele Versuche, die allesamt erfolglos ­blieben. Bis jetzt, wo es Ankur, Bernd ­Morgenstern und David Scheschkewitz gelungen ist, ein fünfatomiges Molekül zu ­entwickeln, das diese komplexen Eigenschaften aufweist. Ironie der Geschichte: Praktisch zeitgleich wurde exakt die gleiche Verbindung im Labor von Takeaki Iwamoto an der Tohoku University in Sendai (Japan) entdeckt. In kollegialer Übereinkunft publizierten die saarländischen und japanischen Forschungsgruppen jetzt in derselben Ausgabe von Science. Damit ist der Weg geebnet für ganz neue Materialien und Prozesse mit möglicherweise industrieller Relevanz. Der schwere Anfang ist gemacht.

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Umwelt

Auswirkungen des Klimawandels

Geschwächte Reinigungsfunktion von Seen Seen übernehmen eine wichtige Filterfunktion im Ökosystem: Sie entfernen überschüssigen Stickstoff aus dem Wasser. Eine Forschungsgruppe unter der Leitung der Universität Basel und der Eawag zeigt jetzt, dass der Klimawandel diese natürliche Reinigungsleistung schwächen könnte. Das hätte Folgen bis in Küstenökosysteme der Meere.

Catherine Weyer, Universität Basel Wenn wir an Seen denken, kommen uns oft Fische und Frösche in den Sinn, Vögel am Ufer oder Plätze zum Baden. Doch Seen spielen auch eine zentrale Rolle im globalen Stickstoffkreislauf. Mikroorganismen wandeln Stickstoffverbindungen wie Nitrat oder Ammoniak in Stickstoffgas (N²) um. Dieses wird in die Atmosphäre abgegeben und so effektiv aus der Biosphäre entfernt. Dieser Prozess der Stickstoffentfernung heisst Denitrifikation.

«Die Fähigkeit von Seen, Stickstoff aus dem Wasser zu entfernen, ist stark von der Jahreszeit abhängig.» Cameron Callbeck, Erstautor der Studie

Rund 20 Prozent der natürlichen Stickstoffentfernung in Binnengewässern gehen auf solche Prozesse zurück. Eine neue Studie unter der Leitung der Universität Basel und der Eawag zeigt, dass diese Reinigungsfunktion empfindlich auf die Erwärmung durch den Klimawandel reagiert. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Microbiology veröffentlicht.

Seen wie der Baldeggersee wirken als natürliche Stickstoffsenken und tragen dazu bei, die Ökosysteme flussabwärts vor Nährstoffverschmutzung zu schützen. Die Klimaerwärmung schwächt diese wichtige Filterfunktion. (Bild: Pro Natura Luzern)

Filter besonders im Winter aktiv

Stickstoff sammelt sich letzten Endes im Meer an

Für ihre Untersuchungen entnahmen die Forschenden Proben aus dem Baldeggersee im luzernischen Seenland. Der 5,3 Quadratkilometer grosse See gilt als typisch für viele Seen unserer Breitengrade, in denen sich das Wasser einmal pro Jahr vollständig durchmischt. Die Forschenden konnten zeigen, dass die Denitrifikationsaktivität eng mit dieser saisonalen Durchmischung zusammenhängt. Im Winter vermischen sich im Baldeggersee die drei Wasserschichten vollständig: das warme, sauerstoffreiche Oberflächenwasser, die Übergangszone und das kalte, sauerstoffarme Tiefenwasser.

In dieser Phase ist die Denitrifikation um fast 50 Prozent aktiver als während der sommerlichen Schichtung. Genau hier liegt eine mögliche Gefahr des Klimawandels: «Die Fähigkeit von Seen, Stickstoff aus dem Wasser zu entfernen, ist stark von der Jahreszeit abhängig. Und diese wird durch den Klimawandel verändert», erklärt Erstautor Cameron Callbeck. In einem starken Erwärmungsszenario könnte sich die winterliche Mischphase um rund 27 Tage verkürzen. Entsprechend würde auch die Stickstoffentfernung im See abnehmen. «Warum die Denitrifikation besonders im Winter statt-

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Umwelt

findet, wissen wir derzeit allerdings noch nicht», so der Umweltwissenschaftler. Seen übernehmen im globalen Stickstoffkreislauf eine wichtige Filterfunktion. Wenn sie Stickstoff nicht zurückhalten und abbauen, gelangt er über Flüsse ins Meer. Die Folgen können gravierend sein: Algenblüten in Küstenregionen, sogenannte «Todeszonen» mit Sauerstoffmangel und eine Belastung empfindlicher Ökosysteme. «Die Studie zeigt, dass selbst relativ geringe Verschiebungen im saisonalen Durchmischungsrhythmus von Seen den Stickstoffkreislauf auf Seenebene und insgesamt den globalen Stickstoffkreislauf messbar beeinflussen können», sagt Prof. Dr. Moritz Lehmann, Letztautor der Studie.

Stickstoffabbau im See zu treffen, und zeigte, dass die Winterzeit tatsächlich eine Phase intensiver Denitrifikation ist», so Callbeck.

Winteraktivität durch mikrobielle Symbiose angetrieben

Kombination von Sedimentproben und See-Bilanz Um die Denitrifikation im See zu messen, nutzten die Forschenden zwei Methoden. Einerseits versetzten sie Sedimentproben mit Stickstoffmolekülen, die das seltene Isotop 15N enthielten. Dieses Isotop ­e rlaubte ihnen mit speziellen Messverfahren nachzuvollziehen, wie viel des ­m arkierten Stickstoffs zu Stickstoffgas umgewandelt wurde: ein Mass für die Aktivität der D ­ enitrifikation. «Selbst relativ geringe Verschiebungen im saisonalen Durchmischungsrhythmus von Seen können den globalen Stickstoffkreislauf messbar beeinflussen.» Moritz Lehmann, Letztautor der Studie

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Ein wichtiges Werkzeug ist der Schwerkraftbohrer, mit dem Sedimentkerne entnommen werden. Diese Kerne werden für Experimente zur Zugabe von 15N-Tracern verwendet, um die Denitrifikationsaktivität im See zu quantifizieren (Bild: Universität Basel, Cameron Callbeck).

Andererseits erstellten sie eine Modellierung für den ganzen Baldeggersee, um abzuschätzen, wie viel Stickstoff der See insgesamt abbaut. «Die Isotopenmessungen und die berechnete Gesamtbilanz stimmten zwischen den Beobachtungen und dem Modell überein. Dies ermöglichte es uns, zuverlässige Vorhersagen zum

Die Forschenden entdeckten zudem eine Art mikrobielles Teamwork im Sediment. Bestimmte Bakterien bauen dort Chitin ab – ein robustes Molekül, das etwa aus den Hüllen von Zooplankton oder aus abgestorbenen Algen stammt und sich im Seegrund ansammelt. Beim Abbau entstehen Verbindungen, die anderen Mikroorganismen als Energiequelle dienen. Diese wiederum betreiben Denitrifikation und wandeln Nitrat in Stickstoffgas um. Der Chitinabbau liefert also gewissermassen den Treibstoff für den Prozess, durch den der See überschüssigen Stickstoff aus dem Wasser entfernt. In einem nächsten Schritt wollen die Forschenden untersuchen, ob die beobachteten Prozesse auch Effekte auf die Produktion von klimaschädlichem Lachgas in Seen haben. Dies hängt mit der Denitrifikation und anderen wichtigen Stickstoffumwandlungsprozessen in Seen zusammen.

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Umwelt

Schadstoffbelastung durch Flugzeuge

Schmieröl haftet an ultrafeinen Partikeln Flugzeuge emittieren beim Starten und Landen ultrafeine Aerosol-Partikel. Manche enthalten auch Schmieröl, wie Messungen von Forschenden am Paul Scherrer Institut im Umfeld des Flughafens Zürich zeigen. Ein Schlüssel zur Lösung sind schwefelarme Treibstoffe.

Jan Berndorff ¹ Forschenden des Paul Scherrer Instituts (PSI) haben im Umfeld des Flughafens Zürich Messungen zur Luftqualität durchgeführt. In zwei jeweils mehrwöchigen Messreihen im Winter 2022 und im Sommer 2024 fingen sie gut einen Kilometer in Windrichtung von der meistgenutzten Start- und Landebahn 28 entfernt mit speziellen Vorrichtungen den in der Luft enthaltenen Feinstaub ein. Und praktisch in Echtzeit, also unmittelbar nach dem Einfangen, analysierten sie ihn mittels Spektrometrie hinsichtlich Partikelgrösse und chemischer Zusammensetzung. Das hat gegenüber den bislang üblichen ­Studien dieser Art, bei denen über den Tag gesammelt und erst dann gemessen wird, den Vorteil, dass sich etwa der Einfluss wechselnder Windrichtungen oder aktueller Anflugregime zeigt. Die Quellen können genauer zugeordnet werden. 1

Paul Scherrer Institut

Die Messungen bestätigen Ergebnisse, wie sie von einigen anderen europäischen Flughäfen wie Amsterdam oder Frankfurt bereits vorliegen: Bei Start und Landung emittieren Flugzeuge aus ihren Triebwerken insbesondere ultrafeine Partikel mit Grössen unter 100 Nanometer, in Fachkreisen als ultrafeine Partikel (UFP) bezeichnet. Dabei handelt es sich um ein Partikelgemisch aus festem Russ und flüchtigem Sulfat, die bei der Verbrennung des Treibstoffs in der Gasturbine sowie im daraufhin abkühlenden Abgas entstehen. Die Forschenden stellten bis zu 300’000 UFP pro Kubikzentimeter Luft fest. Das ist mehr als das Zehnfache des normalen Hintergrundwertes am Flughafen bei Nacht, wenn keine Flugzeuge verkehren. In Städten liegen typische UFP-Messwerte bei etwa 5’000 bis 40’000 Partikeln pro Kubikzentimeter Luft und damit deutlich unter den beim Flughafen gemessenen Werten. Allerdings enthält städtische Luft einen grösseren Anteil der gröberen Feinstaubkategorien unter 2,5 und unter

10 Mikrometern. «Bezogen auf die Partikelmasse ist die Feinstaubbelastung am Flughafen daher geringer als in der Stadt, wo sie vornehmlich aus Strassenverkehr, Heizungen und Industrie stammt», sagt Studienautorin Sarah Tinorua vom Zentrum für Energie- und Umweltwissenschaften am PSI. «Aber die Anzahl der Partikel am Flughafen ist deutlich grösser.» Dies sei gesundheitlich relevant, da kleinere Partikel beim Einatmen tiefer in die feinen Verästelungen der Lunge eindringen können. Für Anwohner sowie Flughafenpersonal ist diese Unterscheidung daher bedeutsam.

Jedes Flugzeug bringt einen Schwung Feinstaub Das hohe Aufkommen ultrafeiner Partikel am Flughafen hatten die Forschenden also mehr oder weniger erwartet. Neu an ihrer Studie ist vor allem, dass erstmals auch Schmieröl nachgewiesen wurde, das an den ultrafeinen Partikeln haftet. «Zwar hat bereits eine Studie am Frankfurter Flughafen Schmieröl im Feinstaub gefunden», berichtet

Flugzeug-Triebwerke sind für den Reisebetrieb in grosser Höhe optimiert. Das bedeutet, dass die Verbrennung am Boden bei Start und Landung weniger vollständig ist und entsprechend mehr Partikel produziert. (Bild: Shutterstock)

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Umwelt

Am Rande einer Wohnsiedlung, gut einen Kilometer von der meistgenutzten Start- und Landebahn des Flughafens Zürich entfernt, stellten die Forschenden eine mobile Messstation auf, um den Feinstaub in der Luft zu untersuchen. (Bild: PSI/Sarah Tinorua)

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der Wind die UFP-Wolke von der Startbahn zur Messstation wehte. Zudem waren die gemessenen Partikelzahlen bei starkem Wind höher, da die Partikel bei schwachem Wind mit der Zeit leichter zusammenklumpen und grössere bilden. Dass Flugzeuge vor allem ultrafeine Partikel ausstossen, ist auf die im Vergleich zu anderen Motoren recht vollständige Verbrennung des Treibstoffs in den heissen Gasturbinen zurückzuführen. «Allerdings sind Flugzeug-Triebwerke für den Reisebetrieb in grosser Höhe optimiert», sagt Atmosphärenchemiker Brem. Das bedeute, dass die Verbrennung am Boden bei Start und Landung weniger vollständig ist und e ­ ntsprechend mehr Partikel produziert. Offenbar gelangen bei manchen Triebwerken zudem Reste von Schmieröl ins Abgas – eine schwerflüchtige organische Substanz. Die Messwerte lassen sich eindeutig auf den Flughafeneinfluss und erhöhte Partikelkonzentrationen ­z urückführen. «Die möglichen gesund-

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Studienleiter Benjamin Brem, ebenfalls vom Zentrum für Energie- und Umweltwissenschaften des PSI. «Dort wurden die Partikel jedoch gesammelt und Tagesmittelwerte bestimmt. Wir dagegen haben das Schmieröl in Echtzeit erfasst, also unmittelbar nachdem ein Flugzeug vorbeigeflogen war.» Jedes Mal, wenn ein Flugzeug in rund 80 bis 100 Meter Höhe über die Messstation hinwegflog, registrierten die Forschenden eine starke Zunahme der UFP-Konzentration. «Das liegt daran, dass die Turbinenabgase hinter den Flügeln durch den Abwind nach unten gedrückt werden – gewissermassen direkt in den Trichter unserer Fangvorrichtung», erklärt Brem. Erst bei Flughöhen über 300 Meter seien solche Spitzen nicht mehr feststellbar, da sich die Partikel je nach Wind rasch in der Luft verteilen und kein Luftaustausch mit dem Boden mehr stattfindet. Auch der Wind erwies sich als wichtiger Einflussfaktor: Bei Landungen waren die Spitzen ausgeprägter als bei den Abflügen. Dort traten sie nur dann stark auf, wenn

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Benjamin Brem und Sarah Tinorua in einem ihrer Labore am Zentrum für Energie- und Umweltwissenschaften am Paul Scherrer Institut. (Bild: PSI/Markus Fischer)

heitlichen Auswirkungen, wenn solche Schmierstoffe tief in die Lunge gelangen, sind noch nicht umfassend erforscht», sagt Tinorua. Jedenfalls aber gelte es, solche Emissionen vorsorglich so weit wie möglich zu vermeiden. Frühere Messungen direkt an Triebwerken zeigten, dass die Schmierölemissionen nicht bei allen Flugzeugtypen auftreten. Ihr Vorkommen könnte daher von der Bauart der Triebwerke oder deren Wartungszustand abhängen.

Gegenmassnahmen werden bereits geprüft

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Das Bundesamt für Zivilluftfahrt, das die Studie finanziert hat, zeigt grosses Interesse an den Ergebnissen. Sie werden bereits in internationalen Arbeitsgruppen diskutiert, um mögliche Massnahmen für Emissionsminderungen insbesondere beim Schmieröl zu prüfen. Die Forschung zu ultrafeinem Russ und sinnvollen Emissionsgrenzwerten hat das Amt bereits seit Jahren vorangetrieben und finanziert. Naheliegend wäre zudem laut Brem etwa die Einführung von schwefelarmem Kerosin. Denn je höher der Schwefelgehalt eines Treibstoffs ist, desto mehr Feinstaub entsteht – insbesondere flüchtige Schadstoffe gehen zu einem grossen Teil auf Schwefelverbindungen zurück. Kerosin gehört zu den wenigen Treibstoffen im Verkehr, für die dafür bislang keine strengen Grenzwerte gelten.

Auch wäre denkbar, Flugzeuge auf dem Rollfeld mit elektrischen Schleppern zum Startplatz zu bringen oder nach der Landung zum Flugsteig. Das würde erhebliche Mengen Kerosin mit unvollständiger Verbrennung einsparen. Der Flughafen Zürich hat bereits verschiedene Massnahmen ergriffen, um den Ausstoss von Feinstaub so weit wie möglich zu reduzieren: So ist beispielsweise der Betrieb der flugzeugeigenen Hilfsturbinen zur Stromversorgung nach Abschalten der Triebwerke untersagt. Stattdessen müssen Flugzeuge die am Gate bereitgestellte Stromversorgung des Flughafens nutzen. Langfristig, so Brem, könnte auch der verstärkte Einsatz von synthetischem Kerosin – sogenanntem Sustainable Aviation Fuel (SAF) – helfen. Wie sich dieser Treibstoff effizient und umweltfreundlich herstellen lässt, wird am PSI seit Jahren erforscht. Der Vorteil von SAF hinsichtlich des Feinstaubs ist, dass er im Vergleich zu fossilem Kerosin keinen Schwefel und weniger unerwünschte Russvorläufersubstanzen enthält. Dadurch verbrennt er sauberer, und es entstehen weniger Russ und andere Feinstaubkomponenten.

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V E R F A H R E N S T E C H N I K

25 Jahre Almatechnik TDF

Flüssiges in Bewegung bringen Seit 25 Jahren steht die Almatechnik TDF AG aus Zeiningen (AG) für zuverlässige Lösungen in der Pumpen-, Filter- und Rührtechnik. Das Unternehmen hat sich schweizweit als kompetenter Partner für die Förderung, Dosierung und Mischung von Flüssigkeiten etabliert und beliefert Kunden aus unterschiedlichsten Industriezweigen. Zum Jubiläum durfte ChemieXtra Herrn Michael Misteli, Mitglied der Geschäftsleitung, befragen.

Die Almatechnik TDF AG wurde am 1. Januar 2001 gegründet. Über die Jahre hat sich aus dem kleinen Familienbetrieb mit drei Pumpentypen ein etabliertes Handels- und Dienstleistungsunternehmen entwickelt. Seit 2021 gehört Almatechnik zur international tätigen TDF Group, zwei Jahre später wurden Almatechnik und TDF Schweiz zur heutigen Almatechnik TDF AG zusammengeführt. Die Flüssigkeitsexperten bieten heute das schweizweit grösste Sortiment an Pumpenund Rührsystemen für Anwendungen in den Branchen Chemie, Pharma, Biotechnologie, Lebensmittel, Kosmetik sowie Umwelt- und Entsorgungstechnik.

Besitzer Alberto Maestre zu Besuch beim aktuellen Team: Emad Sabet, Christian Bachmann, Teresa Aznar, Martin Lüthi, Michael Misteli, Alberto Maestre Hoffmann, Michael Karrer, Carlo Stürchler, Rene Waldmeier und Paolo Lepore. (Bilder: Almatechnik TDF)

sorgen, dass Prozesse zuverlässig in Bewegung bleiben. Im folgendem das Interview: Das oberste Credo seit der Gründung ist das Ziel, K ­ undenerwartungen nicht nur zu erfüllen, sondern zu ­übertreffen. Persönliche Beratung, technische Kompetenz und langfristige Kunden­ beziehungen bilden die Basis für nachhaltigen Erfolg bei Almatechnik TDF.

Dank der Zusammenarbeit mit etablierten Herstellern und der grossen Produktvielfalt können für nahezu alle industriellen Anforderungen massgeschneiderte Lösungen realisiert werden. Die Beratung endet dabei nicht mit dem Verkauf: Die Kunden werden von der Produktauswahl über die Inbetriebnahme bis hin zu Wartung und Aftersales-Service begleitet. So können in der Werkstatt in Zeiningen Pumpen und Systeme verschiedenster Fabrikate repariert, gewartet und geprüft werden. Das umfangreiche Ersatzteillager sorgt für kurze Reaktionszeiten und hohe Verfügbarkeit. Unter der Sparte «Almatechnik Systeme» werden eigene mobile Pumpensysteme, Transportwagen und Traggestelle entwi9 / 2 0 2 6

Michael Misteli, Mitglied der Geschäftsleitung der Almatechnik TDF AG.

ckelt und produziert, die mit Durchflussund Druckmessgeräten, Sicherheitsventilen oder Strömungswächtern ausgestattet werden können. Mit der Kombination aus langjähriger Erfahrung, technischem Know-how, hochwertigen Produkten und persönlicher Betreuung blickt die Almatechnik TDF AG optimistisch in die Zukunft, um weiterhin innovative und nachhaltige Lösungen zu bieten und dafür zu

ChemieXtra: Was gab den Ausschlag für die Gründung der Almatechnik? Michael Misteli: Der Grundstein wurde durch den Firmengründer Peter Gammenthaler gelegt. Bereits in seiner früheren Tätigkeit sammelte er umfassende Erfahrungen im Vertrieb von Chemie- und Industrietechnik und erkannte dabei das Potenzial, sein Fachwissen und seine Marktkenntnisse auf selbstständiger Basis einzusetzen. Sein Ziel war es, Kunden nicht nur hochwertige Produkte anzubieten, sondern sie mit fundierter technischer Beratung und persönlichem Engagement langfristig zu begleiten. Diese Philosophie prägt das Unternehmen bis heute. Wenn Sie auf die Firmengeschichte zurückblicken: Welche Weichenstellungen waren besonders bedeutend? Peter Gammenthaler startete als Einzelfirma mit viel Engagement und unternehmerischem Mut. Neben den Almatec-DruckluftMembranpumpen vertrieb er zunächst zwei weitere Pumpenprodukte ­renommierter 59


V  ERFAHRENSTECHNIK

Ein Pumpenwagen der Almatechnik TDF mit einer Almatec E-Serie, Druckluftversorgung und Erdungsklammer zur mobilen Verwendung.

Hersteller. Bereits innerhalb der ersten fünf Jahre gelang es ihm, den Umsatz mit den Almatec-Pumpen mehr als zu verdreifachen. Dieses Wachstum bildete die Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Unternehmens. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Almatechnik Gammenthaler zu einem erfolgreichen Schweizer KMU mit einem stetig wachsenden Produktsortiment und zusätzlichen qualifizierten Mitarbeitenden. Im Jahr 2010 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Ein wichtiger Schritt für die weitere Professionalisierung und Expansion. Ein weiterer Meilenstein wurde 2021 mit der Übernahme durch die TDF Group erreicht. Anschliessend erfolgte die Fusion mit der bereits 2010 gegründeten TDF Schweiz AG sowie die Umfirmierung zur heutigen Almatechnik TDF AG. Dadurch wurde nicht nur das Produktportfolio erweitert, sondern auch der Zugang zu einem internationalen Netzwerk mit zusätzlichen Lager- und Servicekapazitäten geschaffen. Was hat sich seit dem Unternehmensstart wesentlich verändert? Die Anforderungen des Marktes haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Insbesondere in den Branchen Pharma, Biotechnologie und Chemie sind die Prozesse komplexer und die Erwartun60

Die Meilensteine 2001 Gründung des Einzelunternehmens Almatechnik Gammenthaler 2001 B eginn Vertrieb von drei Pumpentypen, darunter Almatec Druckluft-Membranpumpen im eigenen Haus 2002 Bezug neuer Büroräume 2006 Einstellung des ersten Aussendienstmitarbeiters 2008 Design und Herstellung eigener Transportwagen für mobile Pumpenlösungen 2010 Erhalt des «Almatec’s Most Valuable Partner Award» 2010 G ründung der TDF Schweiz AG mit Vertriebsrecht von Wilden Druckluft-Membranpumpen 2011 Umfirmierung in eine Aktiengesellschaft Almatechnik AG 2012 Aufbau eines Werkstattbereichs mit Pumpenprüfstand 2014 Umzug in eigenes Firmengebäude 2017 Ausbau des oberen Stockwerks des Firmengebäudes 2018 Label und Zertifizierung Fach-Servicestelle für Quattroflow-Pumpen 2019 Erhalt des «Quattroflow EMEA Growth Award» 2021 Übernahme durch die TDF Group 2022 Fusion mit der TDF Schweiz AG und Umfirmierung in Almatechnik TDF AG 2023 Ausbau des Ersatzteile- und Pumpenlagers 2026 Almatechnik TDF feiert sein 25-jähriges Jubiläum

gen an Lieferanten wesentlich höher geworden. Kunden verlangen heute schnelle Reaktionszeiten, kurze Lieferfristen, kompetente technische Unterstützung und einen zuverlässigen After-Sales-Service. Parallel dazu ist auch die Vielfalt der Anwendungen und Produkte stetig gewachsen. Dadurch konnte die Almatechnik TDF ihren Kundenkreis kontinuierlich erweitern und sich als kompetenter Ansprechpartner für anspruchsvolle Förderlösungen etablieren. Flexibilität, Fachkompetenz und Kundennähe sind heute wichtiger denn je. Mit welchen Kompetenzen heben Sie sich vom Wettbewerb ab? Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal der Almatechnik TDF ist der eigene technische Kundendienst. Unsere Spezialisten führen Wartungs-, Reparatur- und Servicearbeiten sowohl direkt beim Kunden als auch in unserer modern ausgestatteten Werkstatt in Zeiningen durch. Dort verfügen wir über ein Prüfsystem, mit dem sämtliche relevanten Parameter dokumentiert und protokolliert werden können. Dank unseres umfangreichen Ersatzteil- und Kleinteilelagers lassen sich die meisten Reparaturen innerhalb kürzester Zeit durchführen. Zusätzlich profitieren unsere Kunden von vier weiteren Lagern der TDF Group in Europa.

­ adurch können wir Ersatzteile und ProD dukte schnell und zuverlässig liefern und hohe Lieferbereitschaft gewährleisten. Wie haben Sie diese Kompetenzen über die Jahre entwickelt? Die kontinuierliche Weiterbildung unserer Mitarbeitenden hat seit jeher einen hohen Stellenwert. Unser erfahrenes Team bildet sich regelmässig weiter, um technologischen Entwicklungen und steigenden Kundenanforderungen gerecht zu werden. Dieses Know-how geben wir auch an unsere Kunden weiter. In unserem Schulungszentrum in Zeiningen bieten wir praxisorientierte Produktschulungen und Trainings an, die mit einem Zertifikat abgeschlossen werden können. So schaffen wir Mehrwert über das eigentliche Produkt hinaus. In welchen Branchen sind Sie tätig? Unsere Lösungen kommen in einer Vielzahl von Branchen zum Einsatz. Dazu gehören die Pharma- und Biotechnologie, die chemische Industrie, die allgemeine Industrie, der OEM-Bereich, die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie, das Baugewerbe, die Wasseraufbereitung sowie die Energiegewinnung. Dank unseres breiten Produktportfolios können wir unterschiedlichste Anwendungen mit individuell abgestimmten Lösungen bedienen. 9 / 2 0 2 6


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Inwiefern hat die Zusammenarbeit mit Ihren Kunden Ihr Portfolio beeinflusst? Die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden ist ein wesentlicher Treiber unserer Weiterentwicklung. Durch die zunehmende Spezialisierung der Anwendungen und die steigenden Anforderungen wurden zahlreiche Sonderausstattungen und ergänzende Produkte in unser Sortiment aufgenommen. Dazu gehören beispielsweise Druckluftversorgungssysteme oder eigens entwickelte Transportwagen. Darüber hinaus wurde das Portfolio im ­Bereich der Single-Use-Technologie kon­ tinuierlich erweitert. Heute bieten wir ­Lösungen mit moderner Sensorik sowie kundenspezifischen Assemblies an, die exakt auf die jeweiligen Prozesse abgestimmt sind. Hier entstehen kundenorientierte Innovationen: Firmensitz der Almatechnik TDF in Zeiningen (AG).

Welche Rolle spielen Digitalisierung und Daten bei Ihren Projekten? Die Digitalisierung gewinnt auch in unserem Markt zunehmend an Bedeutung. Moderne Pumpen- und Fördersysteme ermöglichen heute eine umfassende Datenerfassung sowie die Rückverfolgbarkeit und Archivierung wichtiger Prozessdaten. Diese Informationen unterstützen unsere Kunden bei der Qualitätssicherung, Dokumentation und Optimierung ihrer Prozesse. Gleichzeitig schaffen digitale Lösungen eine höhere Transparenz und erleichtern Wartung sowie vorbeugende Instandhaltung. Welche Innovationen oder Technologien werden die Pumpentechnik in den kommenden Jahren besonders prägen? Die Pumpentechnik entwickelt sich zunehmend in Richtung Digitalisierung, Energieeffizienz und Prozesssicherheit. Intelligente Sensorik und digitale Überwachung ermöglichen eine bessere Kontrolle von Prozessen, vorausschauende Wartung und eine höhere Anlagenverfügbarkeit. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach nachhaltigen und energieeffizienten Lösungen. Als Almatechnik TDF setzen wir auf innovative Technologien führender Hersteller und unterstützen unsere Kunden dabei, ihre Prozesse zukunftssicher und wirtschaftlich zu gestalten. Was bedeutet für Sie eine erfolgreiche Partnerschaft mit Ihren Kunden? Eine erfolgreiche Partnerschaft basiert für uns auf Vertrauen, persönlicher Beratung  9 / 2 0 2 6

Eine Pumpe der Almatec E-Serie wird am Prüfstand auf ihre funktionsweise geprüft.

und technischem Know-how. Wir begleiten unsere Kunden von der Planung über die Inbetriebnahme bis hin zu Wartung und Service und verstehen uns als langfristiger Partner. Unser Ziel ist es, individuelle Lösungen zu entwickeln, schnell auf Anforderungen zu reagieren und mit hoher Servicequalität einen nachhaltigen Mehrwert zu schaffen. Mit Blick auf die nächsten zehn Jahre: Welche Prioritäten setzen Sie? Unser wichtigstes Ziel bleibt die langfristige und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Mit einem motivierten und professionellen Team möchten wir bestehende Kundenbeziehungen weiter stärken und neue Märkte

erschliessen. Dabei verfolgen wir den Anspruch, die Erwartungen unserer Kundschaft nicht nur zu erfüllen, sondern zu übertreffen. Unsere Dienstleistungen begleiten den gesamten Lebenszyklus der von uns vertretenen Produkte – von der technischen Beratung über die Inbetriebnahme und Schulung bis hin zu Wartung, Reparatur und Ersatzteilversorgung. Diese ganzheitliche Betreuung soll auch in Zukunft den Kern unserer Unternehmensphilosophie bilden.

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FIRMEN BERICHTEN

Runder Geburtstag von abovo

Reinraum-Wünsche ohne Grenzen Der Schweizer Fach-Grosshändler und Onlineshop für Reinraum- und ESD-Bedarf abovo, Selzach, feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen – Anlass für einen genaueren Blick auf die Entwicklung dieses Unternehmens.

Die Geschichte von abovo begann im Jahre 2016 in einer Militärbaracke. Damit lässt sich das Unternehmen zwar nicht wortwörtlich als «Garagenfirma» bezeichnen, aber dem Sinn nach gebührt ihm dieser Ehrentitel doch. Die Keimzelle war da, und noch im selben Jahr erkannten zwei Unternehmer, welche Chancen darin steckten. Beherzt starteten sie als geschäftsführende Gesellschafter durch: Markus Kaufmann als CEO (Geschäftsführer) und Tobias Morandi als COB (Präsident des Verwaltungsrats), unterstützt von Dominik Lehmann als weiterem Board Member – das UrTeam der heutigen abovo.

Start in der Militärbaracke im Jahr 2016: die Keimzelle von abovo.

Hauptbetätigungsfeld «Reinraum» Auf dem Weg dorthin spielten langfristige Partnerschaften eine wesentliche Rolle. Eine wichtige Verbindung betrifft den Reinraum-Bereich: pure11, welche mittlerweile der Dastex Gruppe angehört. Eine weitere Partnerschaft, mit Henkel, umfasst ein umfangreiches Portfolio von Klebstoffen, Dichtstoffen und Funktionsbeschichtungen für die Elektronikfertigung – insbesondere Materialien für das Halbleiter-Packaging sowie Klebstoffe und Pasten für die Leiterplattenmontage. Dazu zählen auch leitfähige Klebstoffe mit Silberpartikeln, die in der Elektronikfertigung zur elektrischen Kontaktierung von Komponenten eingesetzt werden. Mit der langjährigen Partnerschaft zu pure11 und somit dem Zugang zu der gesamten Dastex Group hat sich abovo im Geschäftsfeld «Reinräume» breit aufgestellt, und es bleibt spannend. Denn die Teile in Rein- und Sauberräumen werden immer kleiner, während speziell im Pharma-Bereich die regulatorischen Anforderungen wachsen. Damit bildet das Reinraum-Portfolio eine 62

Markus Kaufmann, Tobias Morandi und ­D ominik Lehmann von abovo.

der drei tragenden Säulen von abovo, neben ESD und Henkel. Dies spiegelt auch das Firmenlogo wider: blau für Reinraum, gelb für ESD und ein breites V für Vertrieb.

Auszeichnung als «Loctite Gold Partner» Dank einer Intensivierung der Zusammenarbeit mit Henkel ist abovo heute autorisierter Distributor für Hochleistungs-Klebstoffe wie Gewindedichtungen und Schraubensicherungen, Industriedichtstoffe, Funktionsbeschichtungen sowie

für Reiniger und Schmiermittel, Dosiersysteme und Roboter. Damit bietet der Fach-Grosshändler seinen Kunden auf das gesamte Klebstoffsortiment des weltgrössten Herstellers Zugriff. Diese Produkte eignen sich für so unterschiedliche Anforderungen, wie man sie in den Bereichen Verteidigung, Transport, Konsumgüter, Beleuchtung, Energie, Medizin sowie allgemeine Industrie findet. Darüber hinaus hält abovo seit 2026 den Titel eines «Loctite Gold Partner», d.h. eines zertifizierten Fachhändlers für Kleb-, Dicht- und Oberflächenbehandlungslösungen der Marke Loctite (von Henkel). Es handelt sich um eine Auszeichnung für eine besonders enge Partnerschaft mit dem Hersteller. Die Kunden von abovo profitieren davon durch einen besonders schnellen Service und eine intensive Beratung – auch für komplexe Aufgabenstellungen und inklusive Vor-Ort-Schulungen.

Neubau, mehr Mitarbeiter, ISO-Zertifikate Die Ausweitung des Gesamtportfolios an Produkten und Dienstleistungen hat den 9/2026


PUBLIREPORTAGE

DAMPFSTERILISATOREN • Instrumentenaufbereitung im Krankenhaus • Infektiöse Labor- und Klinikabfälle • Für das mikrobiologische Labor • Steril-, Pharma- und Medizinprodukte • Gentechnisch veränderte Stoffe

Im Neubau wirkt abovo smarter und befindet sich auf dem Stand der Technik, …

Fach-Grosshändler inzwischen in eine neue Dimension geführt. Im Jahr 2022 hat er sich mit einem neuen Gebäude modern und ­effizient aufgestellt. 1’000 Quadratmeter, 320 Palett-Plätze, Solardach – mit diesen Eckpunkten sieht sich das abovo-Team für die nächsten Schritte gerüstet. Personell hat man sich in den zehn Jahren seit Unternehmensgründung verstärkt und wuchs dabei von zwei auf acht Kollegen. So ist Daniela Mauro als Head of Operations für das Qualitätsmanagement gemäss ISO 9001 verantwortlich (Erfüllung von Kundenwünschen, Fehlerminimierung, kontinuierliche Verbesserung), Sabrina Leisi im Customer Service für ein konsequentes Umweltmanagement nach ISO 14001. Hervé Pedrosa kümmert sich als Area Sales Manager um wichtige regionale Märkte, so auch um die gesamte Schweiz. Joël Antenen bekleidet die Position einer Logistics and Customer Service Safety Officer, wobei es auch um verschiedene spezielle Dienstleistungen geht. In der Logistik zählt dazu eine eigens eingerichtete Tiefkühl-Logistik (Schockgefrorenes, –40 Grad, Sendungen mit Trockeneis). Hervorzuheben sind darüber hinaus Informationsservices mit Mehrwert, wie etwa der Blog «Wissenswertes» auf der abovoWebsite. Als externes Team-Mitglied bestreitet Daniel Jost (Buchsiness GmbH) den Bereich Finance.

… insbesondere in der Logistik.

Stunden. Grenzen kennt der Fach-Grosshändler dabei nicht. Das bestehende Produktportfolio aus Verbrauchsmaterialien, Ausrüstung und mehr wird auch auf spezielle Wünsche hin um genau das erweitert, was der jeweilige Kunde gerade braucht. Und die neuen Artikel werden dann gleich bei abovo und beim Kunden in die entsprechenden IT-Systeme eingepflegt; die Nachbestellung kann kommen. Dabei sind stets auch kleine Mengen möglich.

EXCELLENCE IN AUTOCLAVES • Schnellkühlen von Flüssigkeiten • Kammervolumina 25 - 200 Liter • Integrierter Doppelmantel • Kondensatsterilisation • Vor-/Nachvakuum • Abluftfiltration

Von Grund auf konsequent aufgebaut Die Philosophie von abovo hat schon in vielen Fällen zu langjährigen Partnerschaften mit Kunden geführt. Diese sind zu 80 Prozent kleine und mittelgrosse Unternehmen. Sie schätzen die Betreuung unabhängig von Bestellmengen, stets verbunden mit individueller Betreuung in allen vier Landessprachen. Dieser Erfolg gibt der Grundüberlegung Recht, das Unternehmen von Grund auf konsequent aufzubauen und auszubauen. Wie der Lateiner sagt: «ab ovo» = vom Ei, vom Ursprung an – und dann Schritt für Schritt geradeaus weitergedacht, in die Realität umgesetzt und für die nächsten zehn Jahre gut aufgestellt.

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Grenzen sind zum Überschreiten da Eine grosse Dynamik – dennoch ist abovo «klein, aber fein» geblieben, schlank und flexibel. So reagiert das Team selbst auf spezielle Wünsche innerhalb weniger 9/2026

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Pharma-Reinräume

Neue Generation der Luftkeimsammler Aktive Luftkeimsammler erreichen ein neues Niveau von Prozesssicherheit, Bedienungseffizienz und Datenintegrität. Das setzt einen neuen Standard in der Überwachung mikrobieller Luftkontamination.

Seit rund einem Jahr präsentieren sich für die aktive mikrobielle Luftkeimsammlung agarbasierte Geräte mit selbstausrichtendem, magnetischem Lochdeckel: der MAS-100 Sirius®. Ein abgewinkelter, ergonomischer Griff erleichtert die Handhabung bei der Probenahme, reduziert den Kraftaufwand und ermöglicht eine kontaminationsfreie Bedienung von der Seite (www.mbv.ch/sirius).

Komfortable Handhabung – intuitive Benutzeroberfläche Das glatte Edelstahlgehäuse ist frei von Schmutzfallen und lässt sich problemlos mit gängigen Desinfektionsmitteln und Sporiziden reinigen. Der innere Flusspfad des Gerätekopfes kann aktiv mit verdampftem Wasserstoffperoxid (VHP) dekontaminiert werden – das Risiko von Sekundärkontaminationen wird dadurch deutlich minimiert. Die intuitive und konfigurierbare Benutzeroberfläche führt Schritt für Schritt durch den Probenahmeprozess. Alternativ kann das Gerät mithilfe einer WLANVerbindung ausserhalb des Reinraums bedient werden. Automatisierte SelfCheck-Routinen informieren während der Messung über fehlende oder falsch eingesetzte Komponenten. Der Agarplattenhalter lässt sich werkzeuglos und ohne Adapter auf ­55-mm- und 90-mmAgarplatten sowie Growth-Direct®Kassetten anpassen. Die hohe Durchflussrate von 200 Standard-Liter pro Minute (SLPM) verkürzt die Probenahmezeiten und erleichtert das Einhalten enger Zeitpläne. Eine integrierte Dichtigkeitsprüfung überprüft den korrekten Sitz zwischen Lochdeckel und Sammler und unterstützt so auch den Einsatz von intakten Deckeln. Das DoppelsensorDesign ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Sensordrifts und damit eine hohe Präzision bei jeder Probenahme. 64

Der magnetische Lochdeckel mit ergonomischem Griff reduziert den Kraftaufwand und ermöglicht eine kontaminationsfreie Bedienung von der Seite.

Hoher Stellenwert für die Datenintegrität Der neue Probenehmer verfügt über einen vollständigen und manipulationssicheren Audit-Trail mit Filter-Funktion. Durch den fehlersicheren Datenexport über Ergebnis- Barcode oder WLAN wird die Integrität der Daten gewährleistet. Das Gerät lässt sich überdies nahtlos in Labor-Informations- Management-Systeme und Umweltmonitoring- Softwarelösungen einbinden und verfügt über einen Active-Directory- Login. Die beschriebene Entwicklung erfolgte gemäss dem risikobasierten Ansatz für GxP-konforme computergestützte Systeme ISPE GAMP5. Es liegen Validierungen nach den einschlägigen PharmaStandards PDA TR #13, EU GMP Annex 1 sowie nach ISO 14698/EN 17141

Ein solcher Plattenhalter schont die Hände: kein Verdrehen, kein Verklemmen, weniger Kraftaufwand – und ein guter Halt (inklusive Dichtheitsprüfung).

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Firmen Berichten

Schritt für Schritt durch den Probenahmeprozess – wahlweise über die intuitive Bedienoberfläche am Gerät oder per WLANFernbedienung von ausserhalb des Reinraums.

Dank einem vollständigen und manipulationssicheren Audit-Trail und einer fehlerfreien Datenübertragung lassen sich sämtliche Aktionen mit dem Gerät datenintegritätskonform nachvollziehen. (Bilder: MBV)

(Biokontaminationskontrolle). Ausserdem werden die ALCOA+-Prinzipien für die Datenintegrität in regulierten Branchen (Attributable, Legible, Contemporaneous, Original, Accurate – zuordungsfähig, lesbar, zeitgleich, original, genau) und der Anforderungen gemäss 21 CFR

Part 11 (Regelung der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zu elektronischen Aufzeichnungen und elektronische Signaturen) eingehalten. Damit eignet sich diese Entwicklung sowohl für nicht kontrollierte Umgebungen als auch für kontrollierte

Umgebungen, insbesondere für pharmazeutische Reinräume. MBV AG CH-8712 Stäfa welcome@mbv.ch www.mbv.ch

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Aus der Forschung

EU-Reform der Pestizidzulassung: Forschungsgemeinschaften warnen Die Europäische Kommission hat ein neues Gesetzespaket für die Zulassung von Pestiziden vorgelegt. Ein Forschungs­team aus 27 europäischen Forschungsinstitutionen warnt in einem Beitrag in der Fachzeitschrift «Science» vor erheblichen Risiken für die Umwelt und menschliche Gesundheit. Das «Omnibus-Paket X: Sicherheit von Lebens- und Futtermitteln» ist Teil einer umfassenden Strategie, mit der die Kommission Rechtsvorschriften in der Europäischen Union (EU) vereinfachen und den Verwaltungsaufwand senken möchte. Doch es ist hoch umstritten.

Derzeit werden auf EU-Ebene Pestizide je nach Art des Wirkstoffes für 10 oder 15 Jahre zugelassen. Danach können Hersteller die Weiterzulassung beantragen und müssen dabei aktualisierte Daten zur Sicherheit des Wirkstoffs vorlegen. Dieser wird dann erneut auf aktueller wissenschaftlicher Basis überprüft. «Das hat sich als wirksamer Hebel für problematische Stoffe bewiesen», sagt Carsten Brühl, RheinlandPfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau. Seit 2011 haben 59 Wirkstoffe aufgrund von Gesundheitsoder Umweltbedenken keine Neu-Zulassung erhalten.

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Die Empfehlungen der Forschenden sollen auch Insekten wie den Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) langfristig schützen. (Bild: Wilhelm Osterman)

Mit der geplanten Reform soll die Zulassung stark dereguliert werden: Wirkstoffe sollen teilweise unbefristet zugelassen und routinemässige wissenschaftliche Neubewertungen in festen Zeitabständen abgeschafft werden. Mit der Reform soll sich ausserdem der Mechanismus der Risikobewertung umdrehen. Während heute die Hersteller regelmässig die Unbedenklichkeit der Stoffe beweisen müssen, sollen nach Plänen der EU die Stoffe künftig dauerhaft am Markt bleiben können, sofern nicht von Behördenseite gravierende neue Gesundheitsoder Umweltrisiken festgestellt werden. «Damit würde die Beweislast vom Hersteller auf die Behörden entfallen, was problematisch ist, da die Zulassungsbehörden nur ein geringes Budget für Forschung haben», unterstreicht Brühl. Die Forschenden kritisieren, dass damit das Vorsorgeprinzip ausgehöhlt werden könnte. Auch die Änderung der Über-

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gangsfristen für Wirkstoffe, deren Zulassung abgelaufen ist, sehen sie kritisch. Aktuell dürfen Produkte, die einen nicht mehr zugelassenen Wirkstoff enthalten, nur noch bis zu 18 Monate verbraucht werden. Mit der Reform würde sich die Übergangsfrist auf bis zu 3 Jahren verlängern – auch bei Gesundheits- oder Umweltbedenken, solange diese nicht als unmittelbar und schwerwiegend eingestuft würden. Im Science-Artikel werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich die Zulassungsverfahren vereinfachen liessen, ohne dabei auf den Schutz von Mensch und Umwelt zu verzichten. «Bei aller Diskussion über die Anpassung der Pestizidregulierung gilt: Das internationale Ziel einer Reduktion des Pestizidrisikos um 50 Prozent bis 2030 darf nicht aus dem Blick geraten», bekräftigt Brühl.

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G. BOPP ist ein ausgezeichnetes Unternehmen Die G. BOPP + Co. AG wurde im Rahmen des Programms «Switzerland’s Best Managed Companies 2026» für ihre unternehmerische Leistung, ihre nachhaltige ­Entwicklung und ihre starke Unternehmensführung ausgezeichnet. Die ausgezeichneten Unternehmen des «Best Managed Companies»-Programms zählen zu den führenden privat gehaltenen Unternehmen der Schweiz. Das Schweizer Programm ist Teil des globalen «Best Managed Companies»-Programms des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte. Das international anerkannte Programm bewertet Unternehmen anhand zentraler K ­ riterien

Andreas Jehle, Technical Director der G. BOPP + Co. AG, David Rolny, Verwaltungsrat/Board of Directors, Marco Müller, Head of Sales International, Victoria Gräfensteiner, Communications Manager, Stefan Iten, Director Finance & Administration und Patrick Vögeli, Marketing Manager, freuen sich über die Auszeichnung als eines der am besten gemanagten privat gehaltenen Unternehmens der Schweiz. (Bilder: BOPP)

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anspruchsvolle industrielle Anwendungen. Dazu zählen unter anderem Lösungen für die Chromatographie in der Pharma- und Biotechnologie, Filtermedien für die Wasseraufbereitung, Materialien für akustische Anwendungen sowie Komponenten für Brennstoffzellen. Der Niederhalter am Nutschenboden fixiert das Siebgewebe auf dem Filterboden – kein Anheben, Verrutschen, keine Leckagen oder Beschädigungen bei Prozessen mit Rührwerken.

wie Strategie, Kultur und Commitment, Fähigkeiten und Innovation sowie Governance und finanzielle Leistungsfähigkeit. Die Bewerbungen werden durch eine unabhängige Jury geprüft. Die Bewertung basiert auf über 30 Jahren Erfahrung aus dem globalen Programm, das mittlerweile in mehr als 50 Ländern weltweit durchgeführt wird.

Vision und Strategie Die BOPP-Gruppe überzeugte die Jury insbesondere durch einen sehr profes­sionellen und im Unternehmen breit abgestützten Prozess zur Visionsund Strategieentwicklung. Die klare strategische Ausrichtung, die breite Einbindung verschiedener Führungsebenen sowie der langfristige Anspruch, die eigene Marktposition weiterzuentwickeln, wurden als besondere Stärken hervorgehoben. Das «Best Managed Companies»Programm ist eine Initiative von Deloitte Private in Zusammenarbeit mit EFG Private Banking, der Wertpapierbörse SIX Swiss Exchange, der Zürcher Handelskammer und der Zürcher Marketingagentur Willishenry.

Authentizität und Diversifikation «Die mit dem ‹Best Managed Companies Award› ausgezeich68

Chromatographie, Wasseraufbereitung, akustische Anwendungen, Brennstoffzellen – überall sind hochpräzise Feinstmetallgewebe gefragt.

neten Firmen dürfen zurecht stolz sein. Sie haben ein intensives Bewertungsverfahren durchlaufen und eindrücklich aufgezeigt, dass sie ihre Firma in jedem der vier zentralen unternehmerischen Bereiche vorbildlich führen, hinsichtlich Strategie, Produktivität & Innovation, Kultur & Commitment sowie Governance & Finanzen», betont Andreas Bodenmann, Leiter des «Best Managed Companies»-Programms von Deloitte Schweiz. Ebenfalls ausschlaggebend war die ausgeprägte Diversifikation der BOPP-Gruppe in verschiedenen Absatzmärkten. Als international tätiges Schweizer Industrieunternehmen bewegt sich BOPP in anspruchsvollen Nischenmärkten, in denen Qualität, Verlässlichkeit, technische Kompetenz und Kundennähe entscheidend sind. Der Wettbewerbsvorteil durch die hohe vertikale Integration unter anderem durch teilweise selbst entwickelte Maschinen, sowie die starke Kundenorientierung wurden von der Jury besonders positiv bewertet. Darüber hinaus wurde die starke und authentische Unternehmenskultur der BOPP-Gruppe gewürdigt. Sie fördert Engagement, Teamgeist und kontinuierliche Weiterentwicklung und bildet damit eine wichtige

Grundlage für den langfristigen Unternehmenserfolg.

«Ein sehr besonderer Moment» «Ganz ehrlich, für mich persönlich ist das ein sehr besonderer Moment. Eine Auszeichnung wie diese steht nie nur für Leistung, sondern vor allem für die Menschen dahinter – für ein Team, das gemeinsam Verantwortung übernimmt, sich stetig weiterentwickelt und auch in herausfordernden Phasen zusammenhält. Gerade in unserer Branche, in der sich so vieles ständig verändert, bedeutet dieser Award für uns eine wichtige Bestätigung, dass wir nicht nur erfolgreich sind, sondern unseren Weg auch nachhaltig und mit der richtigen Haltung gehen. Und genau das macht uns als Team besonders stolz. Vielen herzlichen Dank für diese Auszeichnung», sagt Stefan Iten, Director Finance & Administration der G. BOPP + Co. AG.

Partner für Chemie und Pharma Die Diversifikation der BOPPGruppe in unterschiedliche ­Zukunftsmärkte war ein wichtiger Faktor für die positive Bewertung. Das Unternehmen entwickelt und produziert hochpräzise Feinstmetallgewebe sowie daraus gefertigte Komponenten für

Filterronde zur Abtrennung der Feststoffe (meist Kristalle) von ihrer Mutterlauge: Die Expertise liegt wesentlich im Filtergewebe.

Mit seinen Filtrationslösungen hat sich BOPP über Jahrzehnte hinweg als verlässlicher Partner der Chemie- und Pharmabranche etabliert. Ronden mit Durchmessern von 25 bis 2’000 Millimetern und Porengrössen von 1 bis 40 Mikrometern ermöglichen eine beeindruckende Anwendungsbreite. Angesichts der hohen Qualitätsanforderungen der Chemieund Pharmabranche überzeugt BOPP durch reproduzierbare Qualität über die geltenden Branchennormen hinaus und gewährleistet die lückenlose Rückverfolgbarkeit jeder einzelnen Filterronde. Mit ihrer hohen Präzision, Qualität und Langlebigkeit tragen die Lösungen von BOPP dazu bei, die hohen Anforderungen regulierter Industrien wie Chemie, Pharma und Prozesstechnik zu erfüllen. G. BOPP + CO. AG CH-8046 Zürich info@bopp.ch www.bopp.ch 9/2026


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MBV AG ernennt Frank Panofen zum CCO Die MBV AG stärkt ihre Vertriebs- und Marktausrichtung und ernennt Frank Panofen zum Chief Client Officer (CCO). In dieser Funktion übernimmt er die globale Verantwortung für Vertrieb, Marketing, Produktmanagement und Business Development und startet per sofort. Frank Panofen bringt über 20 Jahre Erfahrung in der ­Life-Sciences- und Pharmaindustrie mit. In verschiedenen internationalen Führungsrollen, ­zuletzt als Vice President & General Manager einer Life-Scien-

ces-Division, verantwortete er die strategische Weiterentwicklung von Geschäftsbereichen sowie den Ausbau globaler Markt- und Vertriebsstrukturen. Seine fachli-

chen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Mikrobiologie, Sterilitätssicherung und Kontaminationskontrolle. «Mit Frank Panofen gewinnen wir eine erfahrene Führungspersönlichkeit mit ausgewiesener internationaler Expertise. Er versteht es, globale Märkte strategisch zu entwickeln, leistungsfähige Distributionsstrukturen aufzubauen und Vertrieb, Marketing, Produktmangement sowie Business Development eng zu verzahnen. Gerade im Hinblick auf unsere weitere In-

ternationalisierung und die konsequente Umsetzung unserer Wachstumsstrategie wird er eine zentrale Rolle übernehmen», erklärt Ronny Zingre, CEO der MBV AG. «Ich freue mich sehr, Teil von MBV zu werden und gemeinsam mit dem Team die nächste Wachstumsphase aktiv voranzutreiben sowie unsere Kunden weltweit mit innovativen Lösungen zu unterstützen», sagt Frank Panofen.

betreiber bedeutet dies einen zuverlässigen Betrieb auch unter anspruchsvollen Temperaturbedingungen. Gleichzeitig ermöglichen die reduzierten Betätigungsmomente eine effizientere Auslegung von Antrieben und Bedienkonzepten. Dadurch können Planungs-, Betriebs- und Wartungskosten gesenkt sowie die Gesamtbetriebskosten der Anlage nachhaltig reduziert werden.

Mit einer PFAS-freien Armaturenlösung bietet ChemValve-Schmid zudem eine Alternative. Betreiber erhalten dadurch zusätzliche Handlungsspielräume, um Nachhaltigkeitsziele, interne Werkstoffstrategien oder künftige regulatorische Anforderungen zu berücksichtigen.

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Produktfamilie erweitert Die ChemValve-Schmid AG hat ihre ChemLine-Produktfamilie weiterentwickelt. Neue Lösungen für Tieftemperaturanwendungen, PFAS-freie Prozesse sowie erweiterte Ausführungsund Zubehörvarianten bieten Anlagenbetreibern mehr Flexibilität, hohe Betriebssicherheit und wirtschaftliche Vorteile. Ein Schwerpunkt der Produktweiterentwicklung ist die Erweiterung des Einsatzbereichs

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■ Infostelle SCV Schweizerischer Chemieund Pharmaberufe Verband Postfach 509 CH-4005 Basel info@cp-technologe.ch www.cp-technologe.ch

■ Präsident Patrick Springer Martinsgasse 20 CH-4051 Basel praesident@cp-technologe.ch

■ Höhere Fachprüfung ■ Termine Alle Termine online Chemietechnologe Remo Kleeb anschauen: weiterbildung@cp-technologe.ch www.cp-technologe.ch

2-JAHRES-BERICHT SCV Delegiertenversammlung 2026 Sicherheit der Berufe in der Chemieindustrie Die chemische Industrie ist das Rückgrat der modernen Wirtschaft in Europa und der Schweiz. Sie liefert Grundstoffe für fast alle anderen Branchen – von der Pharmazie bis zum Automobilbau. Doch angesichts von Energiekrise, Dekarbonisierung und globalem Wettbewerb fragen sich viele: Wie sicher sind diese Arbeitsplätze wirklich?

Die Situation in Europa: Ein Sektor im Wandel In der Europäischen Union steht die Chemiebranche unter enormem Druck. Die Gründe sind vielfältig: – Energiepreise: Besonders in Deutschland leiden Unternehmen unter hohen Strom- und Gaskosten. Dies führt dazu, dass energieintensive Produktionen teilweise ins Ausland verlagert werden.

– Regulierung: Die EU verfolgt mit dem «Green Deal» strenge Umweltauflagen. Während dies Innovationen im Bereich «Grüne Chemie» fördert, belastet es gleichzeitig die Rentabilität klassischer Standorte. – Globaler Wettbewerb: China und die USA locken mit niedrigeren Energiekosten und massiven Subventionen (z. B. durch den Inflation Reduction Act).

Der SCV ZV-Vorstand in der neuen Zusammensetzung, gemeinsam mit den abtretenden Kollegen im Bild: ­Yannik Maere (neu), Erwin Venetz (alt Kassier), Janin Rytz (neu), Remo Kleeb und Kevin Kronig (beide wiedergewählt), Patrick Springer (neuer Präsident), Kurt Baechtold (abtretender SCV-Präsident), Patrick Keller (wiedergewählt). (Bilder: Thomas Füglistaler)

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Dennoch bleibt die Branche ein Stabilitätsanker. Europa verfügt über hochintegrierte Produktionsstandorte (Verbundstandorte), die sich nicht einfach über Nacht ersetzen lassen. Fachkräfte, insbesondere in den Bereichen Verfahrenstechnik und Biochemie, werden weiterhin händeringend gesucht. Sonderfall Schweiz: Fokus auf Spezialisierung Die Schweizer Chemie- und Pharmaindustrie nimmt eine Sonderrolle ein und gilt als deutlich krisenfester als ihre europäischen Nachbarn. – Hochwer tprodukte: Die Schweiz hat sich früh von der Produktion einfacher Basischemikalien verabschiedet. Der Fokus liegt auf Spezialitäten-Chemie und Pharmazeutika. Diese Produkte sind weniger preissensitiv bezüglich der Energiekosten. – Innovationskraft: Die Schweiz belegt regelmässig Spitzenplätze bei Patentanmeldungen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Firmen wie Roche oder Novartis und Hochschulen wie der ETH sichert den technologischen Vorsprung. 9/2026


VERBANDSSEITEN

– Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote in diesem Sektor ist in der Schweiz verschwindend gering. Tatsächlich herrscht ein massiver Fachkräftemangel, was die individuelle Jobsicherheit für qualifizierte Arbeitnehmer erhöht. Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Jobmotoren Die grösste Veränderung – und gleichzeitig die grösste Chance für die Sicherheit der Berufe – ist die Transformation. 1. Green Chemistry: Experten für nachhaltige Prozesse und Kreislaufwirtschaft sind die neuen gefragten Spezialisten. 2. Digitalisierung (Industrie 4.0): Die Vernetzung der Produktion schafft neue Rollen für Datenspezialisten und Automatisierungstechniker innerhalb der Chemiebetriebe. 3. Resilienz: Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig lokale Produktionsketten für Medikamente und Chemikalien sind. Dies führt zu einem Trend des «Reshoring» (Rückverlagerung der Produktion), was Arbeitsplätze sichert. Fazit: Wer ist sicher? Die Arbeitsplatzsicherheit ist hoch, aber an Bedingungen geknüpft. Wer bereit ist, sich kontinuierlich weiterzubilden – insbesondere in Richtung digitaler Tools und ökologischer Verfahren –, findet in der Schweiz und in Europa ein äusserst stabiles Arbeitsumfeld vor. Während einfache Produktionsjobs in Billiglohnländer abwandern könnten, bleibt die Nachfrage nach hochqualifizierten Fachkräften, Laboranten, Chemie- und Pharmatechnologen, Chemikern und Ingenieuren auf Rekordniveau. Die Chemie bleibt eine Leitindustrie, die für die Bewältigung der 9/2026

Klimaziele unverzichtbar ist. Wichtigste Erkenntnis: In der Schweiz ist die Sicherheit aufgrund der Spezialisierung aktuell höher als im restlichen Europa, doch der Fachkräftemangel schützt Arbeitnehmer in beiden Regionen. Möchtest du mehr über spezifische Einstiegsgehälter oder die benötigten Qualifikationen für bestimmte Berufsfelder in der Chemie erfahren? Chemie- und Pharmatechnologe / Chemikant Der Beruf des Chemikanten (in Deutschland/Österreich) bzw. des Chemie- und Pharmatechnologen EFZ (in der Schweiz) bildet das operative Rückgrat der Industrie. Die Sicherheit dieser Berufe ist aktuell als sehr hoch einzustufen, da sie genau an der Schnittstelle von Produktion, Sicherheit und Qualität liegen. Der Beruf im Detail: Sicherheit durch Unverzichtbarkeit Diese Fachkräfte steuern und überwachen grossindustriellen Anlagen zur Herstellung von Chemikalien, Medikamenten oder Wirkstoffen. – Systemrelevanz: Ohne sie steht die Produktion still. Während Bürojobs durch KI unter Druck geraten, ­e rfordert die Bedienung ­physischer Reaktoren und ­k omplexer Abfüllanlagen menschliche Präsenz und Urteilskraft. – Fachk räf temangel: In Deutschland fehlten zuletzt rund 71’000 Fachkräfte in chemie-relevanten Berufen, besonders in der Technik und Produktion. In der Schweiz ist die Situation ähnlich angespannt; Unternehmen buhlen aktiv um Talente, besonders in Grenznähe.

Der neue SCV-Präsident Patrick Springer (l.) wird von seinem Amtsvorgänger Kurt Baechtold zur Wahl beglückwünscht.

– Schichtarbeit als «Job-Garant»: Die Produktion läuft oft 24/7. Der hohe Bedarf an Personal für den Schichtbetrieb sorgt für eine dauerhafte Nachfrage nach qualifizierten Technologen. Karrierechancen und Zukunft Wer heute in diesen Beruf einsteigt, hat exzellente Aufstiegsmöglichkeiten, die die persönliche Sicherheit weiter festigen: 1. Weiterbildung: In der Schweiz führen Wege über die Höhere Fachprüfung zum Produktionsleiter oder via Berufsmaturität zum Studium (BSc in Chemie/Life Sciences). 2. Spezialisierung: In der Schweiz gibt es spezifische Schwerpunkte wie Chemietechnologie, Pharmatechnologie oder Biotechnologie. 3. Digitalisierung: Moderne Anlagen werden über Prozess-

leitsysteme (PLS) gesteuert. Wer fit in der digitalen Überwachung ist, wird zum gefragten Spezialisten. Aktuelle Joblage Allein auf Schweizer Portalen sind regelmässig Dutzende Stellen für diesen Beruf offen, von Grosskonzernen wie Novartis, Syngenta, BASF, Bayer, CABB, Bachem, Corden Pharma etc. (via aprentas) über Roche bis hin zu spezialisierten Betrieben wie DSM-Firmenich, Siegfried oder Dottikon Exclusive Synthesis. Fazit: Der Beruf ist eine der sichersten Wahlen in der Industrie. Die Kombination aus technischem Handwerk, hoher Verantwortung und dem enormen Mangel an Nachwuchs macht Chemikanten und Technologen zu den «unersetzbaren Motoren» der Chemie- und Pharmawelt. 71


VERBANDSSEITEN

Der Berufsverband Der Schweizerische Chemieund Pharmaberufe Verband (SCV) nimmt eine zentrale Rolle als Interessenvertreter für Fachkräfte in der Produktion und Technik ein. Er fungiert als Bindeglied zwischen den Berufsleuten, den Ausbildungsbetrieben und den Behörden. Sein Stellenwert lässt sich in drei Hauptbereiche unterteilen: Gestaltung der Berufsbildung Der SCV ist massgeblich an der Definition und Weiterentwicklung der Berufsbilder beteiligt. – Berufsentwicklung: Er arbeitet aktiv an den Ausbildungsreglementen für Berufe wie ­Chemie- und Pharmatechnologe EFZ, Chemie- und Pharmapraktiker EBA. – Qualitätssicherung: Der Verband setzt sich für eine langfristig hohe Qualität in der beruflichen Grundbildung und der höheren Berufsbildung ein. – Trägerschaft: Gemeinsam mit dem Wirtschaftsverband scienceindustries ist der SCV in Trägerschaften für Revisionsprozesse von Berufen engagiert. Karriere und Weiterbildung Für Berufsleute ist der Verband der wichtigste ­Partner für den nächsten K ­ arriereschritt. – Höhere Fachprüfung (HFP): Der SCV organisiert und begleitet die Weiterbildung zum Eidg. dipl. Chemietechnologen, was den Weg in Führungspositionen ebnet. – Vernetzer: Durch fünf regionale Sektionen (Nordwestschweiz, Aargau, Oberwallis, Fricktal und Romandie) bietet er eine Plattform für den fachlichen Austausch und Networking. 72

Politische und berufliche Lobby Als «Stimme der Praktiker» vertritt der SCV die Anliegen seiner Mitglieder gegenüber Arbeitgebern und dem Staat. – Interessenvertretung: Er nimmt an Vernehmlassungen zu Arbeitnehmerfragen teil und wahrt die beruflichen Belange seiner Mitglieder. – Arbeitsplatzsicherung: Durch die Förderung moderner Berufsbilder trägt er dazu bei, dass die Fachkräfte in der Schweiz auch bei technologischem Wandel (Digitalisierung) unverzichtbar bleiben. Zusammenfassend: Der SCV ist für dich besonders wichtig, wenn es um die Anerkennung deiner Ausbildung, höhere Abschlüsse und die Vernetzung mit Kollegen in der Branche geht. In den Jahren 2024 und 2025 konzentrierte sich der SCV massgeblich auf die Weiterentwicklung der Berufsbilder und den personellen Generationenwechsel in der Verbandsführung. Die Resultate spiegeln eine Phase der Konsolidierung und Modernisierung wider. Personelle Erneuerung und Führung Ein prägendes Ereignis im Jahr 2025 war der Wechsel an der Spitze des Zentralvorstands (ZV). – Amtsübergabe: Im Februar 2025 erfolgte die Amtsübergabe von Peter Trescher, der den Verband langjährig geprägt hatte. – Zukunftsstrategie: Unter dem ZV-Präsidium (Kurt Bächtold) wurden verstärkt Themen wie «Berufsbilder der Zukunft» vorangetrieben, um den Beruf des Chemie- und Pharmatechnologen fit für neue Anforderungen zu machen.

Neuer SCV-Präsident gewählt An der Delegiertenversammlung 2026 wurde mit Herrn Patrick Springer ein neuer SCV-Präsident (Zentralvorstand) gewählt. Herr Springer war zuvor schon im Zentralvorstand tätig und bringt für das Amt beste Kenntnisse mit. Herr Kurt Bächtold ist aus dem Zentralvorstand zurückgetreten. Der SCV bedankt sich bei Herrn Bächtold herzlich für seinen ausserordentlichen Einsatz.

Resultate der Sektionsarbeit Der Verband blieb durch seine regionalen Sektionen auch in den Jahren 2024/2025 äusserst aktiv in der Basisarbeit: – Sektion Oberwallis: Der Jahresbericht 2025 des Sektionspräsidenten hebt die erfolgreiche Integration der Lernenden bei der Lonza AG in Visp hervor. – Sektion Fricktal: Zeigt wie immer ein sehr breit gefächertes Programm für alle Sektionsmitglieder. Die erfolgten Aktivitäten sind jeweils in der Chemiextra publiziert. Auch die Sektion Fricktal motiviert immer wieder junge Leute zum Mitmachen im Berufsverband. – Nordwestschweiz: Die Sektion Nordwestschweiz konnte 2025 im Rahmen ihrer 37. GV zahlreiche langjährige Mitglieder für ihre Verdienste in der Branche ehren. – Sektion Aargau: Bietet immer wieder seinen Mitgliedern Besuche in unterschiedlichen Firmen. Fortschritte in der Berufsbildung Der SCV war in den 2024/ 2025 beteiligt unter Führung der scienceindustries an: – Nachwuchsförderung: Ein Fokus lag auf der Aktion «Talents in Science», die jungen Schulabgänger und Talente für eine EFZ-Lehre in der

Forschung, Entwicklung und Produktion in der Industrie begeistern soll. Verein höhere Berufsbildung Der HBB-CPLS (Verein Höhere Berufsbildung Chemie Pharma Life Sciences) ist durch den strategischen Zusammenschluss zweier etablierter Organisationen entstanden, um die Kräfte in der höheren Berufsbildung der Schweiz zu bündeln. Der Entstehungsprozess (Juli 2025) Das offizielle Gründungsdatum des neuen Vereins ist der 9. Juli 2025. Er entstand aus der Fusion der folgenden zwei Akteure: 1. Weiterbildung Laborberufe (WBLB): Zuvor zuständig für die Bildungswege im Laborbereich. 2. Höhere Berufsbildung der Chemie- und Pharmaberufe (VHBCP/HFPC): Zuvor der Träger für die höheren Prüfungen in der Produktion (Chemie- und Pharmaproduktionsleiter). Gründe für den Zusammenschluss Die Gründung des HBB-CPLS war ein «Meilenstein», um die Effizienz und Qualität der tertiären Bildung in der Branche zu steigern: – Zentrale Anlaufstelle: Durch die Bündelung von Know-how 9/2026


VERBANDSSEITEN

und Ressourcen gibt es nun ein gemeinsames Dach für alle eidgenössischen Prüfungen (BP/HFP) der Branche. – Praxisnähe: Die Koordination unter einem Dach erlaubt es, die Bildungsgänge schneller an neue technologische Entwicklungen (wie die Digitalisierung in der Produktion) anzupassen. – Internationalisierung: Im Kontext der Einführung von Titeln wie «Professional ­Bachelor» und «Professional Master» im Jahr 2026 soll der HBB-CPLS die inter­nationale Vergleichbarkeit der Schweizer Abschlüsse stärken. Bedeutung für dich als Fachkraft Für Chemie- und Pharmatechnologen bedeutet diese neue Struktur, dass die Karrierewege vom Labor bis zur Produktion nun koordinierter verlaufen. Der Verein ist nun das operative Herzstück für: – Die Organisation der Höheren Fachprüfungen (HFP). – Die Weiterentwicklung der Berufsprüfungen (BP) zum Che-

mie- und Pharmatechniker. – Die Sicherung der Qualität gegenüber dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI). Durch die Gründung des HBB-CPLS im Juli 2025 hat der SCV seine Rolle in der höheren Berufsbildung gestärkt. – Fokus: Der neue Verein – der SCV ist ein Teil davon - wird die treibende Kraft hinter den Praxisinhalten für die neuen Titel Professional Bachelor und Professional Master (ab 2026) sein. – Ziel: Die Abschlüsse der Chemie- und Pharmatechnologen und Laboranten sollen international gleichwertig zu akademischen Graden anerkannt werden. Zum Abschluss ein paar persönliche Worte ohne meinen digitalen Begleiter und Assistenten. Zukunft gestalten: Engagement ist der Schlüssel In den vergangenen zwei Jahren hat unser Verband Meilensteine gesetzt, die unsere berufliche Landschaft nachhaltig

prägen werden. Die zeitintensivsten und bedeutendsten Projekte waren zweifellos der erfolgreiche Zusammenschluss zum HBB-CPLS sowie die umfassende Überarbeitung der Bildungsverordnung für Chemie- und Pharmatechnologen (CPT). Ein solches Fundament lässt sich nicht am Reissbrett entwerfen – es ist das Ergebnis harter Arbeit. Ein herzlicher Dank gebührt daher den Mitgliedern des Zentralvorstands in den jeweiligen Ressorts. Sie haben unzählige Stunden investiert und sich mit grosser Leidenschaft für die Belange unseres Berufsstandes eingesetzt. Dein Input zählt – Werde Teil der Bewegung Uns allen ist bewusst: Unser Beruf wird nur dann attraktiver und zukunftsfähiger, wenn er von den Menschen gestaltet wird, die ihn täglich leben. Der SCV lebt vom Dialog und der aktiven Mitwirkung. – Du hast Ideen? Wir bieten dir die Plattform, um Impulse

direkt in die Branche einzubringen. – Du willst mitgestalten? Berufsleute, die ihren Beruf lieben und die Zukunft aktiv mit anpacken wollen, sind bei uns jederzeit herzlich willkommen. Echter Einsatz statt blosser Mitgliedschaft im ZV Ein starker Verband funktioniert wie eine gute chemische Reaktion: Es braucht die richtige Energie und den Einsatz aller Beteiligten. Wir suchen Menschen, die etwas bewegen wollen – echte Mitstreiter, denen die Weiterentwicklung unseres Berufs am Herzen liegt. Wer lediglich die Vorteile einer Position im Verband sucht, ohne sich einzubringen, wird bei uns kaum fündig werden. Unser Fokus liegt auf der gemeinsamen Sache und dem echten Mehrwert für alle CPT-Profis.

Kurt Bächtold

SEKTION NORDWESTSCHWEIZ Monteverdi – Schweizer Automobilgeschichte hautnah erlebt Der zweite Vereinsanlass der SCV-Sektion Nordwestschweiz führte am Freitag, 26. Juni 2026 ins Verkehrshaus nach Luzern. Bereits kurz vor 10 Uhr traf sich die angemeldete Gruppe gut gelaunt beim Haupteingang. Vorstandsmitglied Felice Bertolami, der den Ausflug organisiert hatte, begrüsste die Teilnehmenden herzlich und informierte über den Ablauf des Tages. 9/2026

Das Verkehrshaus zählt zu den beliebtesten Museen der Schweiz und begeistert mit seinen Themenwelten rund um den Schienen-, Strassen- und Schiffsverkehr sowie Luft- und Raumfahrt. Ziel unseres Ausflugs war jedoch die Monteverdi-Ausstellung, die an diesem Tag den besonderen Höhepunkt bildete.

Spannender Vortrag in der Abteilung Schienenverkehr.

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VERBANDSSEITEN

Bevor wir in die Welt der exklusiven Schweizer Automobile eintauchten, führte uns der Weg zunächst in die Abteilung Schienenverkehr. Vor einer eindrucksvollen Dampflokomotive erläuterte ein Museums-Guide mit viel Fachwissen die Geschichte der Eisenbahn und die Entwicklung der Dampftechnik. Die spannenden Erklärungen und der lebhafte Austausch machten diesen ersten Programmpunkt zu einem gelungenen Einstieg. Anschliessend folgte der Höhepunkt unseres Besuchs: die Monteverdi-Ausstellung. Die

liebevoll präsentierten Fahrzeuge des Basler Herstellers von Luxusautomobilen faszinierten mit ihrer eleganten Linienführung, ihrer technischen Raffinesse und ihrer aussergewöhnlichen Geschichte. Vielen war gar nicht bewusst, dass mit Monteverdi einst eine Schweizer Marke internationale Automobilgeschichte schrieb. Die Ausstellung zeigte eindrucksvoll, mit welchem Innovationsgeist und Qualitätsanspruch Peter Monteverdi seine exklusiven Fahrzeuge entwickelte. Zahlreiche Hintergrundinformationen, Originalfahrzeuge und

Höhepunkt des Besuchs war die Monteverdi-Ausstellung.

Monteverdi High Speed 375 C.

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Zufriedene Gesichter nach dem Essen und vor dem Espresso. (Bilder: SCV)

historische Dokumente machten den Rundgang zu einem besonderen Erlebnis und sorgten für angeregte Gespräche unter den Teilnehmenden. Nicht weniger sehenswert war anschliessend die Ausstellung des Luzerner Künstlers Hans Erni, dessen Werke Kunst, Technik und Wissenschaft auf eindrucksvolle Weise miteinander verbinden. Nach den vielen Eindrücken genossen wir das gemeinsame Mittagessen im Bistro du Théâtre. In gemütlicher Atmosphäre wurden die Erlebnisse des Vormittags ausgetauscht und die schönsten Exponate nochmals diskutiert. Beim anschliessenden Espresso bedankte sich Co-Präsident Martin Nagel herzlich bei allen Sektionsmitgliedern und Gästen für ihre Teilnahme. Ein besonderer Dank galt Felice Bertolami, der den Ausflug sorgfältig vorbereitet und hervorragend organisiert hatte. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Während einige die Monteverdi-Ausstellung ein zweites Mal besuchten und weitere Details entdeckten, zog es andere in die faszinierenden Bereiche Schifffahrt, Luft- und

Raumfahrt oder nochmals zu den historischen Eisenbahnfahrzeugen. So konnte jeder den Tag ganz nach seinen persönlichen Interessen gestalten. Wie so oft verging die Zeit viel zu schnell. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass das Verkehrshaus auch nach mehreren Besuchen immer wieder Neues zu bieten hat. Besonders die Monteverdi-Ausstellung hinterliess bleibende Eindrücke und war für viele das unbestrittene Highlight des Tages. Einige schmiedeten bereits Pläne für einen weiteren Besuch – vielleicht zusammen mit ihren Enkelkindern. Mit der gemeinsamen Rückreise im Intercity Richtung Basel endete ein abwechslungsreicher und rundum gelungener Vereinsanlass. Neben vielen spannenden Einblicken in Technik und Schweizer Industriegeschichte kam auch die Geselligkeit nicht zu kurz – eine gelungene Kombination, wie sie die Anlässe der SCV-Sektion Nordwestschweiz auszeichnet.

Martin Nagel SCV-Sektion-NWS@bluewin.ch 9/2026


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Laborplatzsparendes Reinstwassersystem Reinstwassersysteme für typische Assays wie AAS, IC, ICP sowie Puffer- und Medienvorbereitung im gesamten molekularbiologischen und biochemischen Spektrum sind in immer schmaleren Ausführungen verfügbar – platzsparend und fertig zur Montage direkt auf der Bench oder optional an der Wand. Die Speisewasser-Aufbereitung erfolgt durch Ionenaustausch, ReversOsmose, Deionisierung oder Destillation. Die Qualität des Wassers wird durch eine Auslegung des Systems gemäss der Norm ASTM Typ I sichergestellt (Amerikanische Gesellschaft für Prüfung und Materia-

lien; Widerstand: 18,2 MΩ x cm, Leitfähigkeit: 0,055 µS / cm). Damit sind analytische und biowissenschaftliche Anwendungen in Life Science, Chemie und Biochemie bis hin zur Ultraspuren- und TOCAnalyse möglich. Ein integrierter Sensor signalisiert eine Leckage des Systems, und eine Rezirkulationsfunktion verhindert das Wachstum von Biofilmen. Datenleckagen und Hacker-Angriffen wirkt der Schutz mit einem Passwort entgegen. Jenseits der Erfüllung regulatorischer Anforderungen und des Datenschutzes bieten moderne, kom-

schen viel Komfort. Beispielsweise ermöglicht eine frei schwenkbare Dispenser- und Überwachungseinheit (bis zu 170 °) eine einfache und präzise Wasserentnahme auf Knopfdruck. Ein integriertes Grafikdisplay zeigt sämtliche Betriebsund Leistungsparameter in Echtzeit an. Die Leitfähigkeitsanzeige kann dabei in MΩ x cm oder in µS / cm erfolgen (wahlweise auf Deutsch oder Englisch).

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Höchste Schutzstufe: Chemie bis Kerntechnik Seit über 60 Jahren entwickelt, produziert und vertreibt die Pedi AG Personen- und Umweltschutzsysteme für die chemische, pharmazeutische und kerntechnische Industrie. Die Systeme kommen überall dort zum Einsatz, wo Personen geschützt oder die Ausbreitung gefährlicher Stoffe verhindert werden muss – entlang der gesamten Produktionskette sowie bei Lager-, Logistik-, Reinigungs- und Kontrollprozessen. Die Schutzanzüge sind nach relevanten Normen gegen

chemische und biologische Risiken zertifiziert und bestehen aus Materialien, die Viren, Bakterien und Flüssigkeiten zuverlässig zurück­ halten. Sie sind als Einweg- oder Mehrweganzüge entweder mit Atemluftzufuhr oder für den Einsatz mit Schutzmasken erhältlich. Ein umfassendes Zubehörsortiment zur Atemluftversorgung ergänzt das Angebot. Dazu bietet die Pedi AG mobile Handschuhboxen für Zwischenlagerung und temporäre Produktion an. Diese arbeiten unter leichtem

sen und Dämpfen. Dimensionierung und Ausstattung erfolgen kundenspezifisch. Durch die Fertigung in eigenen Produktionsstätten garantiert die Pedi AG gleichbleibend hohe Qualität und zuverlässige Lieferfähigkeit. Weitere Informationen finden sich unter pedi.ch.

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Pedi AG CH-5036 Oberentfelden info@pedi.ch www.pedi.ch

Kältemittel: natürlich, nicht fluoriert In der Temperiertechnik arbeiten immer mehr Geräte mit natürlichen Kältemitteln – regulariengerecht und umweltfreundlich. Die Hersteller reagieren damit auf die europäische F-Gas-Verordnung für fluorierte Treibhausgase, richten sich strategisch auf nachhaltige Produkte aus und kommen damit auch dem Wunsch vieler ihrer Kunden entgegen. Als Alternativen für F-Gase kommen vor allem zwei Kältemittelklassen zum Einsatz. A1-Kältemittel, wie zum Beispiel CO2, weisen ein stabiles Leis-

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tungsverhalten auf, sind besonders energieeffizient bei Temperaturen unter 0 ° C und eignen sich für Anwendungen mit hohem Kälteleistungsbedarf. A3-Kältemittel, wie zum Beispiel Propan oder Propen lassen sich universell einsetzen ­(alle Temperaturbereiche, auch unter -50 ° C), zeichnen sich durch ein besonders geringes Potenzial zum Aufheizen der Atmosphäre und eine hohe Energieeffizienz auf. Bei grösseren Kältemittelfüllmengen (z.B. > 150 g) lassen sich die betreffenden Ge-

räte mit einer mit integrierten Sicherheitstechnik ausstatten. Beispielsweise wählt man für Labor-Badthermostaten, -Umlaufkühler und -Prozessthermostate Propan oder andere A3-Kältemitteln. Für Industrie- und Prozessanwendungen kommen CO2, Propan oder Propen in Frage.

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PRODUKTE

Plattform für Online-Order und Laboralltag Elementar Analysensysteme GmbH erweitert das digitale Serviceangebot und stellt mit «my Elementar» ein neues Kundenportal für die komfortable Online-Bestellung von Verbrauchsmaterialien und Verschleissteilen vor. Das Portal bietet Kundinnen und Kunden ab sofort eine zentrale Anlaufstelle für Angebote, Bestellungen und weitere Services rund um die Hochleistungsanalytik. Mit dem neuen Portal reagiert Elementar auf die steigenden Anforderungen an Effizienz, Transparenz und Verfügbarkeit im Laboralltag. Nutzerinnen und Nutzer können die für den

a­ ller benötigten Verbrauchsmaterialien und Verschleissteile können Nutzerinnen und Nutzer auch Angebote online anfordern und bei Bedarf später, mit wenigen Klicks, in eine Bestellung umwandeln. Ergänzt wird das Portal durch zahlreiche weitere Funktionen, die Transparenz schaffen und Prozesse vereinfachen.

Betrieb ihrer Analysatoren benötigten Materialien nun jederzeit online bestellen oder sich vorab ein individuelles Angebot erstellen lassen. Das neue Kundenportal vereint

Bestellprozesse, Dokumente und Serviceleistungen an einem zentralen Ort und erleichtert damit den Arbeitsalltag in Labor und Analytik. Neben der direkten Bestellung

Elementar Analysensysteme GmbH D-63505 Langenselbold info@elementar.com www.elementar.ch

Kombination bringt Erfolg bei Fehleranalysen Die kombinierte Untersuchung von Festkörpern mit mehreren analytischen Verfahren liefert die Grundlage zur Beantwortung der verschiedensten Fragestellungen. Es versteht sich von selbst, dass zielgenaue Fehler- und Schadensanalysen das A und O sind, ob es sich nun um Problemstellungen in Forschung und Entwicklung, in der Produktion oder bei Kundenreklamationen handelt. Bei Festkörpern tragen die Abbildung ihrer Morphologie, die Bestimmung der Elementzusammensetzung oder der chemisch-physikalischen Parameter zur Lösung des Problems bei. In der Festkörperanalytik kommt es auf

die richtige Kombination an: Rasterelektronenmikroskopie mit Elementanalytik, Thermoanalytik (TGMS/DSC), hochauflösende Pulverröntgendiffraktometrie (PXRD) und FTIR-Spektroskopie/Mikroskopie. Als Analytikdienstleister empfehlen sich auf diesem vielschichtigen Gebiet Partner mit über 25-jähriger Erfahrung und einer Spezialisierung auf Festkörperanalytik. Ein solches Unternehmen führt Routineanalysen schnell und zuverlässig aus und arbeitet dabei in der Regel in Übereinstimmung mit den GMPRichtlinien. Als Qualitätssiegel kommen eine GMP-Zertifizierung und eine Anerkennung durch die FDA

mengen (z.B. Fremdpartikel, Fasern, Polymerfolien, alles was sich in der Produktion ablösen kann und in das Produkt wandert). Bei komplexen und kniffligen Fragestellungen kann sich die Zusammenarbeit mit einem kleinen spezialisierten FestkörperanalytikDienstleister besonders lohnen, weil er individuell und sehr schnell darauf eingehen wird.

(«FDA approved», Food and Drug Administration, USA) hinzu. Bei der apparativen Ausstattung der FTIRMikroskopie ermöglicht eine mikroATR die Analyse kleinster Proben-

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Pocket-Scanner bis in Zone 1/21 und Div. 1 Der neue Pocket-Scanner IdentEx® 02 ist der erste am Markt erhältliche Scanner seiner Klasse, der für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen bis Zone 1/21 und Div. 1 zugelassen ist. Gleichzeitig eignet er sich ebenso für ­A nwendungen in der Logistik sowie in Nicht-Ex-Bereichen. Die hochperformante Scanner-Lösung ermöglicht das zuverläs­sige Erfassen aller gängigen 1D- und 2DCodes – selbst aus Entfernungen von bis zu 25 Metern. Damit sorgt sie für schnelle und effiziente

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­ atenerfassung in unterschiedD lichsten Arbeitsumgebungen. Mit vier Varianten – Pocket, Grip, Grip + und Smart Grip – bietet die Scanner-­Familie eine grosse Flexibilität und lässt sich an die jeweiligen Anforderungen und Einsatzszenarien anpassen. Dank Bluetooth® Classic und Bluetooth® 5.4 Low Energy gewährleistet der Scanner eine bestmögliche Konnektivität und lässt sich problemlos mit einer Vielzahl mobiler und stationärer Endgeräte verbinden. Eine speziell entwickelte HMI-

Durch Entwicklung, Fertigung und Support in Deutschland stehen die Scanner für Qualität und Zuverlässigkeit. Ein garantierter Produktlebenszyklus von acht Jahren bietet Anwendern darüber hinaus langfristige Investitionssicherheit.

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