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März 2018
Offizielles Organ des Schweizerischen Chemie- und Pharmaberufe Verbandes
DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR DIE CHEMIE- UND LABORBRANCHE
75 JAHRE METROHM T R U S T I N P E O P L E , T R U S T I N VA L U E S , T R U S T I N I D E A S
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EDITORIAL
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Gutes Terrain für die aufgeklärte Wissenschaft «Die Schweiz ist tot», meinte im Sommer unser jugendlicher Besucher aus Mexiko, weil sich in unserem Städtchen selbst am See in der Sommer hitze keine Menschenseele auf der Strasse bewegte. In diesen winterlichen Frosttagen nun ist das Land wiederum erstarrt: Wer nicht muss, verlässt das Haus kaum. Und trotzdem funktioniert alles – bei grösster Hitze, wie auch bei Minustemperaturen von 15 Grad Celsius. Die Industrie schafft es, ihre Produktionsstätten derart zu gestalten, dass die Produktion nahezu einwandfrei läuft. Zudem belegen die vorgelegten Jahreszahlen der
10. bis 13. April 2018 Messe München
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chemischen Industrie, dass diese nicht nur bei extremen Temperaturen einwandfrei funktioniert, sondern auch sonst sehr gut brummt. Die welt weite Konjunkturbelebung zeigt sich dieser Tage in den vorgelegten Jahreszahlen. Allerdings stagnierte die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt Ende 2017 noch, wie der Life-Science-Fachkräfteindex von Hays in einem Interview belegt. Der Ausblick auf die Entwicklung bei den Beschäftigten ist in der Tendenz aber optimistisch. Tauwetter also. Damit kann auch die Messesaison erfolgreich starten. Ein Rückblick auf die
auf dem ROTH Messestand Halle B1.303.
Maintenance Schweiz, und Solids Zurich und der Ausblick auf die bevor stehende Chemspec in Köln zeugen davon. Anfang April öffnet auch die internationale Leitmesse Analytica ihre Hallen. Das Geburtstagskind blickt auf 50 Jahre Entwicklung in der Labortechnik, Analytik und Biologietechnik zurück. Die Rückblende zeigt, wie sehr sich die chemische Analytik und die Bioanalytik seit 1968 gewandelt haben und wie viel auch offene
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Gesellschaften und die Wirtschaft von freien Menschen profitieren. Es ist die aufgeklärte Wissenschaft, die derartiges zustande bringt, und nicht der Aberglaube oder die Fake News.
Unser Team freut sich: Ihr Besuch auf unserem Messestand wird nicht nur unseren, sondern auch Ihren Puls nach oben treiben. Lassen Sie sich überraschen!
Die zweite Folge der Reportagereise durch den Osten Deutschlands schildert die Entwicklung und Planung des Chemie- und Industrieparks Zeitz. Die grossen Terrains der Industriebrachen in Sachsen-Anhalt streben heute wieder nach Innovation und Aufbau. Und diese tut Not, denn
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nach dem Entwicklungsstillstand seit dem Zerfall der DDR brodelt der rechte Rand Deutschlands eher unselig daher. Viel Vergnügen bei der Lektüre dieser Ausgabe von ChemieXtra.
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FOKUS
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Analytik wird noch «smarter»
Die Internationale Messe Analytica feiert im April in München ihr 50-jähriges Jubiläum.
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MEDIZIN Transplantation tierischer Inselzellen naht
Erstmals gelingt im Tiermodell die Transplantation von Inselzellen mittels einer künstlichen Bauchspeicheldrüse.
CHEMIE
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NEWS
Fluorhaltige Moleküle aus der Zellkultur
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VERANSTALTUNGEN Die Zauberformel für die Instandhaltung
BIOWISSENSCHAFTEN Algen mit Lichtschalter
Die Maintenance Schweiz und die Solids Zurich boten die ideale Mischung aus Messe und Rahmenprogramm. Algen als nachwachsender Rohstoff verändern je nach Licht ihre Oberfläche.
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LABOR Labor im Beutel: Minireinraum
Mit LabBag haben Fraunhofer-Forschende ein All-in-One-System in Form eines transparenten Beutels entwickelt.
IMPRESSUM
Die Fachzeitschrift für die Chemie- und Laborbranche
Erscheinungsweise 10 × jährlich Jahrgang 8. Jahrgang (2018) Druckauflage 11 800 Exemplare WEMF / SW-Beglaubigung 2017 11 505 Exemplare Total verbreitete Auflage 2 375 Exemplare davon verkauft ISSN-Nummer 1664-6770 Internet www.chemiextra.com Geschäftsleiter Andreas A. Keller
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Herausgeber/Verlag SIGWERB GmbH Unter Altstadt 10, CH-6301 Zug Telefon +41 41 711 61 11 info@sigwerb.com www.sigwerb.com Anzeigenverkaufsleitung Thomas Füglistaler Anzeigenverkauf SIGImedia AG Jörg Signer Pfaffacherweg 189, Postfach 19 CH-5246 Scherz Telefon +41 56 619 52 52 info@sigimedia.ch
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Redaktion Etel Keller Unter Altstadt 10 CH-6301 Zug Telefon +41 41 711 61 11 redaktion@sigwerb.com
Copyright Zur Veröffentlichung angenommene Originalartikel gehen in das ausschliessliche Verlagsrecht der SIGWERB GmbH über. Nachdruck, fotomechanische Vervielfältigung, Einspeicherung in Datenverarbeitungsanlagen und Wiedergabe durch elektronische Medien, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags. Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen.
Redaktionelle Mitarbeit Dr. Kurt Hermann
Copyright 2018 by SIGWERB GmbH, CH-6301 Zug
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REPORTAGE
Biotinte für den 3D-Druck Fotolia
Der Chemie- und Industriepark Zeitz (2)
WERKSTOFFE
Besuch in einem mittelgrossen Chemiestandort Deutschlands.
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Für die Erzeugung gewebeähnlicher Strukturen im Labor setzen Forschende auf 3D-Druckverfahren und «Biotinte».
FORSCHUNGSWELT 53
Elektronische Eigenschaften von Porphyrinen
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Hochkorrosionshemmende Stahlbeschichtung
MANAGEMENT
Eine neue Beschichtungstechnologie führt zur Verdopplung der Korrosionsschutzwirkung bei Stahl.
Neue Vorgaben für Prüfund Kalibrierlabors
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Die revidierte ISO/IEC-Norm 17025:2017 verlangt auch in der Schweiz eine Prozessanpassung in Schweizer Labors.
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Gesamtkonzept für höchste Ansprüche
Professionelle Dekontamination von Mehrwegbekleidung für Reinraum dank lückenloser Logistik.
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ZUM TITELBILD
DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR DIE CHEMIE- UND LABORBRANCHE
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Die Metrohm AG ist weltweit einer der grössten Hersteller von Hochpräzisionsinstrumenten für die chemische Analytik und die Nummer 1 in Titration. In diesem Jahr feiert Metrohm das 75-jährige Jubiläum. Ein junger Ingenieur namens Bertold Suhner legte 1943 den Grundstein für die Erfolgsgeschichte von Metrohm. Es ist vor allem die grosse Kontinuität und Tradition sowie die Standortverbundenheit, welche unsere Metrohm geprägt hat und immer noch prägt. Bertold Suhner war Wissenschaftler, Sportler, Maler, Philanthrop – und Gründer der Metrohm. Wir haben ihm ein grossartiges Unternehmen zu verdanken. Wir sind stolz darauf, Kunden weltweit
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mit unseren legendären und zuverlässigen «Swiss made» Instrumenten und umfangreichem Applikations-Know-how zu dienen – damals und heute. Feiern Sie mit uns dieses grosse Ereignis und melden Sie sich und Ihre Begleitung (Partner/-in, Familie) zu unserer Jubiläumsfeier am 1. Juni in Zofingen unter 75jahre@metrohm.ch an. Wir freuen uns auf Sie! Neue Adresse in Zofingen: Metrohm Schweiz AG Industriestrasse 13 CH-4800 Zofingen Tel. 062 745 28 28 Fax 062 745 28 00 info@metrohm.ch 3
FOKUS
50 Jahre Internationale Leitmesse Analytica
Analytik wird noch «smarter» 2018 feiert die Fachmesse für Labortechnik, Analytik und Biotechnologie ihr 50jähriges Jubiläum. Seit 1968 begleitet die Analytica die Entwicklung der chemischen Analytik und Bioanalytik. Mehr noch: Sie fördert den Technologie und Knowhowtransfer, denn sie bringt Gerätehersteller und Laboranalytiker, Wissenschaftler und Anwendende zusammen. Somit treibt die Analytica nun schon seit einem halben Jahrhundert den Fortschritt in der Analytik an. Die nächste Analytica findet vom 10. bis 13. April 2018 auf dem Gelände der Messe München statt.
Ein Blick zurück zeigt, wie grundlegend sich die Branche seit 1968 gewandelt hat: Als die erste Analytica stattfand, besassen viele Laborgeräte noch Zeigeranzeigen. Es gab noch keine Rechner zur automatischen Datenerfassung, keine Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) und keine Kopplung von Gaschromatographen mit Massenspektrometern. Bioanalytiker konnten noch keine Gene sequenzieren. Doch viele Ideen schwirrten im Raum. Keine Frage, die Branche brauchte einen Treffpunkt, um sich auszutauschen, neue Entwicklungen anzutreiben und sich auf den aktuellen Stand zu bringen. Schon die Premiere der Analytica im April 1968 war daher ein voller Erfolg. 5000 Besucher aus 24 Ländern und 90 Aussteller aus zehn Staaten Europas trafen sich vom 29. April bis 2. Mai 1968 in München auf der ersten Messe. Schnell stand fest: Die neue Fachmesse sollte alle zwei Jahre veranstaltet werden. Vier Jahre nach dem Start hatte sie ihre Besucherzahl schon auf 9400 gesteigert, im Jahr 1978
Auf der Analytica Conference trifft sich die internationale wissenschaftliche Elite zu aktuellen chemischen, biochemischen und labormedizinischen Themen.
waren es fast 20 000. An Attraktivität hat die Messe bis heute nichts eingebüsst: Die Analytica 2016 zählte 35 002 Besucher aus 119 verschiedenen Ländern. Auch im Jubiläumsjahr treffen sich Wissenschaftler, Unternehmer und Anwender aus aller Welt auf der internationalen Leitmesse in München. Vom 10. bis 13. April 2018
öffnet die 26. Analytica ihre Tore, um das 50-jährige Bestehen mit zahlreichen Ausstellerneuheiten und Inspirationen für das Labor von morgen zu feiern. Die Analytica ist dabei die einzige Messe weltweit, welche die Wertschöpfungskette im Labor in ihrer gesamten Tiefe und Breite abdeckt.
Bilder: Analy tica
Analytica Conference ergänzt Fachmesse
Vorträge auf höchstem Niveau – das bietet die Analytica Conference.
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Der Erfolg der Analytica hängt auch damit zusammen, dass sie schon immer mehr war als eine Geräteausstellung. Von Beginn an fand parallel zur Fachmesse ein wissenschaftlicher Kongress statt, zunächst die «Tagung Biochemische Analytik» und seit dem Jahr 1994 die neu aufgelegte Analytica Conference, die alle Aspekte von der analytischen Chemie über die Bioanalytik bis zur klinischen Chemie und Diagnostik abdeckt. Die analytische Chemie ist eines der vielseitigsten Fachgebiete der Chemie. Sie verbindet zahlreiche Teildisziplinen und ist 3/2018
FOKUS
Im Jahr 1968 umrundete eine bemannte Raumkapsel erstmals den Mond, führte Deutschland die Mehrwertsteuer ein und revoltierte die Jugend weltweit gegen die herrschenden Verhältnisse und im April feierte die Analytica ihre Premiere in München.
eine Schnittstelle zu gesellschaftlich relevanten Themen. Viele Nobelpreise wurden für analytische Entwicklungen vergeben und auch Technologiesprünge beruhen stets auf Erkenntnissen durch hochentwickelte Analytik. Auf der Analytica Conference zeigen Experten aus aller Welt, was die Disziplin derzeit umtreibt.
Konferenz als zentrales Element So wird auch dieses Jahr die Messe vom 10. bis 12. April von der Analytica-Konferenz begleitet, bei der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anwendungsbezogen über aktuelle Themen aus der Analytik berichten. Das wissenschaftliche Programm der Analytica Conference gestaltet das Forum Analytik, bestehend aus der Gesellschaft Deutscher Chemiker, der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie und der Deutschen Gesellschaft
für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin. Ein Schwerpunkt der Konferenz liegt auf Big Data. Denn auch in den analytischen Laboren hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten. Wie lassen sich nun aber riesige analytische Datenmengen effizient bearbeiten? Und welche «smarten» Lösungen optimieren bestehende Prozesse? Die Vorträge der Sessions geben einen konzentrierten Überblick über neuartige Methoden, Verfahren, Techniken und deren konkrete Einsatzmöglichkeiten. Weitere Sessions thematisieren unter anderem den Einsatz von analytischen Methoden in der Lebensmittelchemie, bei der Detektion von Mikroplastik und in der Toxikologie.
Direkter Wissenstransfer mit dem Rahmenprogramm Beim praxisorientierten Rahmenprogramm der Analytica stehen Wissenstransfer, Best-
Practice-Tipps und direkter Austausch im Vordergrund. In unseren Live Labs treffen innovative Anwendungsverfahren und Gerätesysteme auf eine spannende, reale Laborumgebung. Fachspezifische Foren bieten die Gelegenheit, um mit internationalen Experten und Kollegen zu diskutieren. Spezielle Thementage wie der «Analytica Job Day», der «Finance Day» und zahlreiche weitere lohnende Veranstaltungen runden unser Angebot ab. Auch die «Analytica Conference» findet im Internationalen Congress Center München auf dem Messegelände statt. Der Eintritt ist für Besucher der Analytica kostenfrei. Das Programm ist online einsehbar unter www.analytica.de/konferenz.
www.Analytica.de Quelle: Medienmitteilungen Analytica (bearbeitet)
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CHEMIE
Fluorierte Metabolite und Biokunststoffe
Fluorhaltige Moleküle aus der Zellkultur
Anders als die Natur nutzen Chemiker Fluor gern und häufig. Spontan denkt man da an die Teflonbeschichtung der Bratpfanne oder die wasserabweisende Gore-Tex-Jacke, die beide auf Polytetrafluorethylen (PTFE) basieren. Fluor ist aber auch in vielen Agrochemikalien und in rund 20 bis 30 Prozent unserer modernen Pharmaka enthalten, von Antimalariamitteln über Cytostatika bis zu Inhalationsanästhetika, Blutersatzstoffen und Beatmungsmitteln. Und auch Flüssigkristalle für Flachbildschirme, Ozon-freundliche Kühlmittel und Treibgase basieren auf fluororganischen Verbindungen.
Zelluläre biosynthetische Maschinerie manipuliert Angesichts des Potenzials lebender Systeme zur Herstellung komplexer chemischer Verbindungen wollten die Forscher um Michelle C. Y. Chang von der University of California in Berkeley (USA) die zelluläre biosynthetische Maschinerie so manipulieren, dass sie auch einfache fluorierte Bausteine verwenden kann, um neue fluororganisch Zielmoleküle herzustellen. Dazu schleusten sie Gene für drei besonders leistungsfähige Enzyme aus verschiedenen anderen Mikroorganismen in das Bakterium Escherichia coli ein, um einen Biosyntheseweg für Diketide einzuführen. Diese Enzyme akzeptieren auch fluorhalti-
Bild: Wiley-VCH
Natürliche organische Verbindungen, die Fluor enthalten, sind selten: Lebende Organismen stellen sie – bis auf Ausnahmen – nicht her. Amerikanische Wissenschaftler haben jetzt einen mikrobiellen Wirtsorganismus gentechnisch mit einem fluororganischen Stoffwechsel ausgestattet und dazu gebracht, ein fluoriertes Zwischenprodukt, ein Diketid, herzustellen. Dieses liess als Monomer zur In-vivo-Herstellung fluorierter Biokunststoffe nutzen.
Von lebenden Zellen produzierte fluorierte Metabolite.
ge Derivate ihrer eigentlichen Substrate. Zusätzlich musste ein Gen für ein Transportprotein eingeschleust werden, das zugegebenes Fluormalonat als fluorhaltiges Ausgangsmaterial in die Zellen transportiert. Mittels der Enzyme stellten die Zellen daraus Fluormalonyl-Coenzym A und davon ausgehend 2-Fluor-3R-Hydroxybutyrat-Diketid in hoher Ausbeute her.
Fluorierte Polyhydroxy-Alkanoate Die Forschenden schleusten nun noch ein weiteres Gen für ein Enzym ein, mit dessen Hilfe viele Bakterien Polyhydroxy-Alkanoate (PHA) herstellen, Polyester, die ihnen als Speicher für Kohlenstoff und Energie dienen. Die bioabbaubaren PHA werden zur Herstellung von Biokunststoffen verwendet, beispielsweise für Lebensmittelverpackungen und im medizinischen Bereich, etwa für Implantate. Die neuen gentechnisch veränderten Mikroorganismen bauten die fluorierten Dike-
tide mit in die erzeugten PHA ein und stellten so Polymere her, die 5 bis 15 Prozent fluorierte Bausteine enthielten. Die fluorierten Biokunststoffe zeigten sich weniger brüchig als fluorfreie PHA. Durch einen gesteuerten Einbau fluorhaltiger Monomere könnten die Eigenschaften von Biokunststoffen gezielt variiert werden. Die Forschenden hoffen ausserdem, über den Schlüsselbaustein Fluormalonyl-Coenzym A auch ein breites Spektrum fluorierter kleiner Zielmoleküle in lebenden Zellen herstellen zu können, etwa für Pharmaka. Originalpublikation Benjamin W. Thuronyi, Thomas M. Privalsky, Michelle C. Y. Chang, «Engineered Fluorine Metabolism and Fluoropolymer Production in Living Cells», Angewandte Chemie (2017); DOI: org/10.1002/ange. 201706696
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CHEMIE
Elektroorganische Synthese
Grüne Herstellung von Feinchemikalien
Vor über 160 Jahren entwickelte der deutsche Chemiker Adolph Wilhelm Hermann Kolbe die chemische Umsetzung mittels Strom. Obwohl in der chemischen Industrie elektrochemische Synthesen genutzt werden, nehmen diese bislang die Position einer Nischentechnologie ein. Ein Grund dafür war bislang, dass die Elektrolysebedingungen sehr gut kontrolliert werden müssen und ein gleichmässiger Einsatz des Stroms essenziell war. Wegen des apparativen Aufwands blieben den meisten Chemikern die Möglichkeiten der Elektrosynthese unbekannt. In den letzten Jahren wurde das grüne Potenzial der Elektrochemie wiederentdeckt. Mit einfachen Mitteln kann nachhaltige und umweltfreundliche Chemie betrieben werden, vor allem bei der Nutzung von Stromüberschüssen aus regenerativen Quellen wie Windkraft oder Solarenergie. Elektrochemie ist eine vielseitige und leistungsfähige Methode, die zur Her-
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Bild: Universität Mainz
Wissenschaftlern der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Evonik Performance Materials GmbH ist es gelungen, eine hochmoderne und innovative elektroorganische Synthese zu entwickeln. Die Forschungsergebnisse erlauben es, die Elektrosynthese als nachhaltige grüne Chemie für technische Anwendungen zu nutzen.
Beispiel einer elektrochemischen Reaktion: Kopplung von zwei Aromaten.
stellung von verschiedenen chemischen Verbindungen oder zur chemischen Veränderung von Molekülen verwendet werden kann. Vereinfacht gesagt, ersetzen Elektronen kostspielige und gefährliche Reagenzien. Unnötige Abfälle lassen sich vermeiden und die Reaktion kann jederzeit durch Unterbrechen des elektrischen Stroms angehalten werden. Ein weiterer Vorteil verglichen mit der klassischen Synthese ist, dass viele Einzelschritte elektrochemisch einfacher umzusetzen sind. In einigen Fällen kann dadurch eine Synthese um mehrere Syntheseschritte
verkürzt werden. Jedoch erfordern Elektrolysen häufig ein enges Stromdichtefenster und lange Reaktionszeiten. Zusätzlich ist die Selektivität und Skalierbarkeit schwieriger oder gar nicht gegeben. Der Schlüssel zum wissenschaftlichen Erfolg im Forschungskreis um Siegfried Waldvogel vom Institut für Organische Chemie der JGU beruht vor allem auf der Verwendung eines einzigartigen Elektrolytsystems. Die Elektrolysen zeigen eine sehr hohe Stabilität gegenüber einer Variation der Stromdichte und können somit in einem über zwei Grössenordnungen
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CHEMIE
breiten Stromdichtefenster betrieben werden. Gleichzeitig bleiben die Produktivität und Selektivität erhalten. Die Elektrolyse kann – je nach Stromangebot – auch in kurzer Zeit mit sehr hohem Stromeinsatz durchgeführt werden.
Adolph Wilhelm Hermann Kolbe (1818–1884). (Bild aus Nachruf in Journal für Praktische Chemie, 1885).
Kontakt Prof. Dr. Siegfried Waldvogel Institut für Organische Chemie Johannes Gutenberg-Universität Mainz D-55099 Mainz +49 6131 39 26069 waldvogel@uni-mainz.de www.chemie.uni-mainz.de
Bild: Carsten Siering
Originalpublikation Anton Wiebe et al., «Unexpected high robustness of electrochemical cross-coupling for a broad range of current density», Science Advances (2017); DOI: 10.1126/ sciadv.aao3920
Bis zu acht verschiedene Versuche können gleichzeitig in diesem Screening-Elektrolyseur durchgeführt werden.
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Bild: E. Oskar / Universität Hohenheim
CHEMIE
Biogasanlage der Universität Hohenheim auf der Versuchsstation «Unterer Lindenhof».
Bioökonomisch wertvolle Chemikalien aus Biogas
Biogasanlagen sollen Chemikalien liefern Feine Apfel-, Ananas- oder Erdbeeraromen: Diese chemischen Substanzen lassen sich aus Buttersäure herstellen. Buttersäure entsteht bisher meist in aufwendigen chemischen Verfahren. Biogasforschende der Universität Hohenheim möchten nun diese und weitere Säuren aus der Biomasse von Biogasanlagen gewinnen. Das Forschungsprojekt «Optigär» sucht deshalb nach Möglichkeiten, wie die Säuren sich ökonomisch und ökologisch sinnvoll erzeugen und vermarkten lassen.
Dietmar Töpfer 1 Biogas ist und bleibt der zentrale Wertstoff aus Biogasanlagen. Es entsteht in der Biomasse, dem Biogassubtrat, während der Vergärung im Biogasreaktor. Dabei entstehen als Zwischenprodukte auch andere Stoffe – darunter hochwertige organische Säuren. Diese wollen die Biogasforschen1
Universität Hohenheim
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Rohstoffen, weil sie herkömmliche Grundchemikalien ersetzen können, die aus fossilen Rohstoffen hergestellt sind. Milchsäure, die beispielsweise beim Silieren von Biomasse entsteht, kann als chemischer Grundbaustein zur Erzeugung von biologisch abbaubaren Kunststoffen (Polymilchsäure) dienen. Ein früheres Projekt untersuchte, wie die Ausbeute von Milchsäure erhöht werden kann. Im Projekt «Optigär» stehen andere Carbonsäuren im Fokus. Dazu gehört auch die Buttersäure. Aus ihr lassen sich Ester herstellen, die als fruchtige Duft- und Aromastoffe in der Lebensmittel-, Kosmetikund Futtermittelindustrie dienen.
Ausgangsstoff für wertvolle organische Säuren
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den der Universität Hohenheim nun aus einer vorgeschalteten Stufe im Biogasprozess, der Hydrolysestufe, gewinnen und untersuchen, wie sie die Ausbeute steigern können. Dieser Ansatz der Bioökonomie erhält von der Fachagentur nachwachsende Rohstoffe knapp 300 000 Euro Förderung und zählt damit zu den Schwergewichten der Forschung in Hohenheim. «Die Forschung und unsere praktischen Erfahrungen sind mittlerweile so weit, dass wir die Prozesse in der Anlage steuern und die Entstehung und Menge bestimmter organischer Säuren gezielt beeinflussen können», erklärt Hans Oechsner von der Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie der Universität Hohenheim.
Die organischen Säuren gelten als Plattformchemikalien aus nachwachsenden
05.04.17 18:08
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CHEMIE
Ziel sind reine, hochwertige Säuren «Die hochwertigen Säuren sind für die Entstehung des Biogases im Reaktor unerheblich», erläutert Jörg Steinbrenner. Er betreut das Forschungsprojekt als Doktorrand an der Universität Hohenheim. «Wir können sie daher dem Prozess entziehen und anderweitig nutzen. Bei derzeitigem weitgehend unkontrolliertem Ablauf der Hydrolyse entstehen Säuren meist als Gemische. Durch Steuerung der Abläufe, Regelung von pH-Wert und Temperatur, Zugabe oder Förderung von Reinkulturen können mehr der erwünschten Stoffe gewonnen werden», erklärt er weiter. «Die Abtrennung der wertbringenden Säuren erfolgt über spezielle Membranen.» Deshalb zieht Hans Oechsner folgendes Fazit: «Wir setzen auf vergleichsweise einfache biochemische Verfahren mit nachwachsenden Rohstoffen. Sie sollen herkömmliche aufwendigere Verfahren der Buttersäureerzeugung mit fossilen Rohstoffen eines Tages nachhaltig ersetzen.»
eine Säuregewinnung von zwei Prozent der Frischmasse des Biogassubstrats erreichen können. Bei 10 bis 20 Tonnen Frischmasse pro Tag könnten wir so täglich 200 bis 400 Kilogramm hochwertige Säuren herausfiltern.» Den Versuchen folgt eine Potenzialabschätzung, wie sich die Säuregewinnung ökonomisch rechnet und wie aus bioökonomischer Sicht die Ökobilanz ausfällt. Weitere Information: Homepage des Verbundprojekts «Optigär»: www.fnr.de
Kontakt Dr. Hans Oechsner Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie Universität Hohenheim D-70593 Stuttgart-Plieningen +49 711 459 22683 hans.oechsner@uni-hohenheim.de www.uni-hohenheim.de
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Versuchsreaktor hilft, Potenziale einzuschätzen Derzeit bauen die Forschenden im Labor eine Versuchsanlage auf. «Die ersten Vorversuche verliefen vielversprechend. Wir halten praktikable Lösungen für möglich», so Hans Oechsner. «Wir glauben, dass wir
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BIOWISSENSCHAFTEN
Flagellen haften je nach Licht
Algen mit Lichtschalter Das Licht der Sonne ermöglicht Grünalgen mehr als nur die Photosynthese, mit der sie Zucker aufbauen. Die Einzeller schalten mit Licht sogar die Klebrigkeit der feinen Härchen auf ihrer Oberfläche an und aus, wie jetzt erstmals Physiker am Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation beobachtet haben. Diese Erkenntnisse sind nicht zuletzt für die Entwicklung von Bioreaktoren interessant, in denen Algen als nachwachsender Rohstoff zur Biotreibstoffproduktion Anwendung finden.
übrigen Algen im Inneren der Anlage ab. In der Folge ist der Bioreaktor weniger produktiv.
In rotem Licht haften Grünalgen nicht Ein Forscherteam unter der Leitung von Oliver Bäumchen, Physiker am Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, hat jetzt eine Entdeckung gemacht, welche die Effizienz von Bioreaktoren künftig steigern könnte. «Bei Experimenten an Grünalgen haben wir festgestellt, dass die Algen nur unter bestimmten Lichtbedingungen klebrig sind und an Oberflächen haften können», sagt Oliver Bäumchen. Der Wissenschaftler befasst sich schon mehrere Jahre mit den Hafteigenschaften von Mikroorganismen. Er interessiert sich vor allem für die Funktionsweise der Flagellen und die Mechanismen, mit denen diese winzigen Härchen erstaunlich starke Haftkräfte aufbringen können. Diese Kräfte messen er und seine Mitarbeitenden mit einem präzisen Sensor: einer hauchdünnen Mikroglaspipette, an der eine einzelne Grünalgenzelle festgesaugt werden kann. Wie gross die Kraft ist, um mit der Mikropipette die Zelle von einer Oberfläche abzuziehen, messen die Forschenden.
Zellen an den Oberflächen gar nicht fest. Zwar ist seit langem bekannt, dass sich viele Mikroorganismen am Licht orientieren und beispielsweise in Richtung einer Lichtquelle schwimmen. Dass sich aber der Haftmechanismus der Grünalgen durch Licht quasi an- und ausschalten lässt, war bislang völlig unbekannt. Kreis untersuchte die Lichtreaktion genauer und stellte fest, dass Chlamydomonas bei Bestrahlung mit blauen Lichtanteilen an der Oberfläche klebt. Dieses Licht nimmt die Alge mit verschiedenen Proteinen wahr, speziellen lichtempfindlichen Eiweissen. «Wir denken, dass sich die Lichtschaltbarkeit durch die Evolution herausgebildet haben könnte», sagt Christian Kreis. Im Gegensatz zum Phytoplankton im Meer leben diese artverwandten Mik-
Bild: O. Bäumchen und Th. Braun/MPIDS
Im Alltag fallen Grünalgen eher unangenehm auf. Die mikroskopisch kleinen Einzeller bilden bei feuchter Witterung auf Gartenmöbeln und Hauswänden glitschige Beläge oder machen sich in warmen Sommern im Gartenteich und in Wasseraufbereitungsanlagen breit. Doch Grünalgen können auch nützlich sein. Seit Jahren kultiviert man sie in Bioreaktoren, in grossen Anlagen aus Glasröhrensystemen, um aus den Algen Biotreibstoffe herzustellen. Allerdings haben die Algen eine Eigenschaft, die diesen Prozess erschwert: Sie halten sich mit kleinen Härchen, den Flagellen, an Oberflächen fest. In den Bioreaktoren führt das dazu, dass die Glasröhren mit der Zeit von einem grünen Belag überzogen werden, sodass weniger Licht in die Anlage eindringt. Durch diesen Biofilm nimmt die Photosyntheseleistung der
Grünalge nimmt Licht wahr Dass sich das Anhaften der Algen an Oberflächen durch Licht steuern lässt, fand Oliver Bäumchens Doktorand Christian Kreis heraus. Er hatte mit der Grünalge Chlamydomonas experimentiert und festgestellt, dass die Algen immer nur in weissem Licht eine deutliche Haftkraft zeigten. In rotem Licht hingegen hielten sich die 21 2
Grünalgen können Ihre Haftung an Oberflächen durch Licht an- und ausschalten. Im Licht kleben ihre beiden Härchen, Flagellen genannt, an einer Oberfläche, während die Algen in der Dunkelheit mittels einer Art Brustschwimmbewegung durch das Wasser schwimmen.
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Bild: Jan Vetter/MPIDS
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Gruppenbild mit Grünalgen: Oliver Bäumchen, Christine Linne und Christian Kreis (von links) haben die Haftung der Algen auf Oberflächen untersucht.
roorganismen normalerweise in feuchten Böden, wo sie Oberflächen antreffen. «Liegen diese Oberflächen im Sonnenlicht können die Algen dank dieses cleveren Mechanismus einfach anhaften und Photosynthese betreiben», erklärt der Forscher.
Algen manipulieren, Biofilme vermeiden Was die Bioreaktoren betrifft, liefert diese Erkenntnis allein noch keine Lösung, um zu verhindern, dass sich Algenbeläge an den Glaswänden bilden. Die Bioreaktoren nur mit dem rotem Licht, bei dem die Haftung ausgeschaltet ist, zu bestrahlen, funktioniert nicht, weil die Grünalgen für die Photosynthese auch blaues Licht brauchen. Oliver Bäumchen und Christian Kreis verfolgen deshalb einen anderen Weg. «Wir kooperieren nun mit Mikrobiologen, die seit langer Zeit an Grünalgen arbeiten», sagt Bäumchen. «Gemeinsam wollen wir in nächster Zeit Zellen untersuchen, bei denen die verschiedenen Blaulichtrezeptoren blockiert sind, um herauszufinden, welche dieser Rezeptoren die Klebrigkeit der Algen tatsächlich auslösen.» Gelänge es, Algen mit veränderten Blaulichtrezeptoren in grosser Zahl zu züchten, dann könnte man diese möglicherweise künftig in Bioreaktoren einsetzen, ohne dass sich lästige Biofilme an den Oberflächen bilden. Das Forscherteam um Oliver Bäumchen untersucht die schaltbare Klebrigkeit von Grünalgen aus verschiedenen Gründen: «Es ist allgemein interessant, das Phänomen der Haftung an Oberflächen zu verstehen, immerhin sind die Haftkräfte der 13 –/ 2 0/ 21 80 1 8
Zellen im Verhältnis zu ihrer Grösse enorm», erklärt Bäumchen. Er erforscht die Flagellen zudem, weil ihr Bauprinzip fast identisch mit jenem der Flimmerhärchen im menschlichen Körper ist, wie sie beispielsweise in der Lunge vorkommen. Christian Kreis geht unterdessen den Möglichkeiten nach, die Bildung von Biofilmen durch Grünalgen zu verhindern. Er untersucht, ob sich die Klebrigkeit noch durch andere Reize als das Licht schalten lässt, etwa durch Oberflächen, die schwache elektrische Ladungen aufweisen. «Biofilme sind in vielen Anwendungen störend», meint der Forscher. «Gelänge es, Oberflächen so zu designen, dass die Klebrigkeit der Mikroorganismen ausgeschaltet wird, dann könnte das für viele Anwendungen in der Medizin, der Biotechnologie und der Prozesstechnik von grossem Interesse sein.»
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Originalpublikation Christian Titus Kreis, Marine Le Blay, Christine Linne, Marcin Michal Makowski und Oliver Bäumchen, «Adhesion of Chlamydomonas microalgae to surfaces is switchable by light», Nature Physics 25 (2017); DOI: 10.1038/nphys4258
Kontakt Dr. Oliver Bäumchen Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation Am Fassberg 17 D-37077 Göttinge +49 551 5176 260 oliver.baeumchen@ds.mpg.de www.ds.mpg.de
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BIOWISSENSCHAFTEN
G-Protein-gekoppelte Rezeptoren sind nicht, wie bisher angenommen, nur auf der Zelloberfläche, sondern auch in ihrem Innern aktiv. Beteiligt ist dabei das trans-Golgi-Netzwerk.
Ein Blick ins Zellinnere
Wie Rezeptoren für Medikamente arbeiten G-Protein-gekoppelte Rezeptoren sind für viele Medikamente der zentrale Angriffspunkt. Rund die Hälfte aller verschreibungspflichtigen Medikamente wirken auf diese Rezeptoren ein – und helfen so bei der Behandlung weitverbreiteter Krankheiten, wie etwa Bluthochdruck, Asthma oder Morbus Parkinson. Würzburger Wissenschaftler konnten jetzt genauer zeigen, wie diese Rezeptoren im Zellinneren wirken.
Gunnar Bartsch 1 G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (GPCR) werden zu Hunderten im menschlichen Erbgut kodiert. Sie bilden die grösste Gruppe von Rezeptoren, über die Hormone und Neurotransmitter auf Zellen einwirken. Dementsprechend gross ist ihre Bedeutung als Angriffsstelle für therapeutisch wirksame Substanzen. Lange Zeit war die Wissenschaft davon überzeugt, dass GPCR auf der Zelloberfläche sitzen und nur von dort aus über verschiedene Signalketten Einfluss auf die Aktivität der Zelle nehmen. Diese Vorstellung ist in jüngster Zeit durch eine Reihe von Studien ins Wanken geraten. Diese Studien deuten darauf hin, dass GPCR auch im Zellinneren aktiv sind. Eine Bestätigung für diese Theorie haben Julius-Maximilians-Universität, Würzburg
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jetzt Forschende um Davide Calebiro vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie und vom Bio-Imaging Center der Universität Würzburg geliefert. Vereinfacht dargestellt, sitzen G-Proteingekoppelten Rezeptoren in der Zellwand und warten darauf, dass ein Hormon oder Neurotransmitter an sie bindet und sie dadurch aktiviert. Das Signal wird in die Zelle weitergeleitet, vor allem durch die Produktion eines intrazellulären Botenstoffes wie des zyklischen Adenosinmonophosphats (kurz cAMP). Dieser Botenstoff wiederum ist im Zellinneren an der Regulation vieler Zellfunktionen beteiligt, wie beispielsweise der Gentranskription und der Zellteilung.
Rezeptoren sind auch im Zellinneren aktiv «Der erste Hinweis, dass GPCR auch im Zellinneren die Produktion von cAMP anstossen, stammte aus zwei Studien an ty-
pischen Protein-Hormon-Rezeptoren», sagt Davide Calebiro. Für eine dieser Studien waren er und sein Team verantwortlich; sie hatten einen Rezeptor untersucht, der für die Produktion von Schilddrüsenhormonen wichtig ist – den Thyreoidea-stimulierenden-Hormon(TSH) -Rezeptor. «Die Studien zeigten unabhängig voneinander, dass GPCR dazu in der Lage sind, im Zellinneren eine zweite Phase der cAMP-Produktion dauerhaft in Gang zu setzen», so Davide Calebiro. Tatsächlich sei ihre Wirkung dort «biologisch relevant». Der genaue Mechanismus sei allerdings weitestgehend unklar gewesen. Mit ihrer neuesten Studie ist es den Forschern der Universität Würzburg gemeinsam mit Kollegen der University of Birmingham gelungen, Details der Vorgänge im Zellinneren zu entschlüsseln. Als wichtigsten Hauptakteur identifizierten sie dabei das trans-Golgi-Netzwerk (TGN) – ein mit dem Golgi-Apparat verbundenes Netz1 32 / 2 0 1 87
BIOWISSENSCHAFTEN
werk von Kanälen und Zisternen. In diesem Netzwerk verteilt die Zelle modifizierte Proteine auf unterschiedliche Transportvesikel, mit denen diese anschliessend an ihren Bestimmungsorten gebracht werden. «Unsere neue Daten zeigen, dass das TGN eine zentrale Schaltstelle für die Aktivität von G-Protein-gekoppelten Rezeptoren ist», sagt Davide Calebiro. Sie zeigen dort einen neuen Mechanismus auf, der die zellulären Effekte der GPCR-Signale im Zellinneren erklären kann, so der Wissenschaftler.
spezifisch auf die Aufnahme von Rezeptoren oder auf Ihre Funktion im TGN wirken.» Originalpublikation Amod Godbole, Sandra Lyga, Martin J. Lohse & Davide Calebiro, «Internalized TSH receptors en route to the TGN induce local Gs-protein signaling and gene transcription», Nature Communications (2017); DOI: 10.1038/s41467-017-00357-2
Kontakt Professor Davide Calebiro Lehrstuhl für Pharmakologie Universität Würzburg Versbacher Strasse 9 D-97078 Würzburg +49 931 31 80067 davide.calebiro@toxi.uni-wuerzburg.de www.uni-wuerzburg.de
Die Abläufe im Zellinneren An Zellen der Schilddrüse läuft dieser Mechanismus demnach so ab: Nach Bindung von TSH werden TSH-Rezeptoren ins Zellinnere aufgenommen und zum TransGolgi-Netzwerk transportiert. Dort aktivieren die Rezeptoren die Produktion von cAMP und ein weiteres Enzym – die Proteinkinase A. Dies geschieht alles in direkter Nachbarschaft zum Zellkern, in dem die genetische Information der Zelle liegt, und nimmt somit Einfluss auf den Ableseprozess der DNA (Gentranskription). «Diese Studie bedeutet einen signifikanten Fortschritt», ist sich Davide Calebiro sicher, da sie ein neues Modell präsentiert, das zeigt, wie die G-Protein-gekoppelte Signalkette im Zellinneren abläuft. Diese neuen Ergebnisse könnten «zur Entwicklung neuer Medikamente für eine Vielzahl von menschlichen Krankheiten führen, die
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Mechanismus der GPCR-Signalisierung im Trans-Golgi-Netzwerk (TGN): Nach der Bindung eines Hormons (TSH) wird der Rezeptor von der Zelle aufgenommen (Internalisierung) und zum TGN transportiert, wo er die lokale cAMP-Produktion steigert und die Proteinkinase A (PKA) aktiviert.
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LABOR
Stammzellenkulturen
Labor im Beutel: Minireinraum Humane Stammzellen gelten als Hoffnungsträger der Medizin – in Zukunft sollen sie die Therapie von vielen Leiden wie etwa neurodegenerativen Erkrankungen ermöglichen. Mit LabBag haben Fraunhofer-Forschende ein All-in-one-System in Form eines transparenten Beutels entwickelt, in dem sich Stammzellen kostengünstig, schnell und steril kultivieren, differenzieren und einfrieren lassen. Die hergestellten Zellmodelle lassen sich für Toxizitätstests und die Entwicklung von Medikamenten nutzen.
Weltweit suchen Wissenschaftler nach Wegen, Krankheiten mit Stammzellen zu heilen. Diese bieten das Potenzial, neuartige Wirkstoffe und Medikamente zu entwickeln. Stammzellmaterial bildet auch die Grundlage, wenn es darum geht, Krankheiten derart zu erforschen, wie es bisher nicht möglich war. Um aussagekräftige und übertragbare Forschungsergebnisse zu erzielen, muss das zu untersuchende Zellmaterial vermehrt werden.
Ausserdem zeigen neueste Untersuchungen, dass dreidimensionale Zellmodelle die Bedingungen im menschlichen Körper viel besser wiederspiegeln. Die Erzeugung dieser Zellaggregate erfolgt vor allem unter sterilen Bedingungen in tropfenförmigen Nährlösungen. Künftig lässt sich dieser Prozess kostengünstig und sicher realisieren: Im Projekt LabBag haben die Fraunhofer-Institute für Biomedizinische Technik IBMT, für Schicht-
und Oberflächentechnik IST und für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV ihre Kompetenzen gebündelt und ein Minilabor in Form eines Kunststoffbeutels entwickelt, in dem sich humane induziert Pluripotente Stammzellen (siehe Kasten), also künstlich hergestellte Stammzellen, in einer sterilen Umgebung sowohl kultivieren als auch zu 3D-Aggregaten formen lassen. Diese können als patienten- oder krankheitsspezifi sche Testsysteme für die Medikamenten-
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LABOR
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In den hängenden Tropfen können sich die dreidimensionalen Zellmodelle bilden.
entwicklung und Wirkstoffforschung der Pharmaindustrie verwendet werden.
Manuelles Pipettieren entfällt Bislang werden Zellaggregate aus Stammzellen mit Hilfe von Pipettierrobotern, deren Anschaffung und Wartung kostspielig ist, oder durch manuelles Pipettieren erzeugt, was mit einem hohen Arbeits- und Zeitaufwand verbunden ist. Das manuelle Pipettieren in Petrischalen erfordert viel Übung, hinzu kommt die Gefahr der Kontamination. Das «Labor im Beutel» soll die Labor- und Sachkosten verringern, aber auch die Zellausbeute und die Prozesssicherheit deutlich steigern. Innerhalb weniger Sekunden lassen sich durch einfaches Schütteln des
Induziert Pluripotente Stammzellen (iPS) sind durch Reprogrammierung künstlich hergestellte Zellen, aus denen im Labor nahezu alle Zelltypen des menschlichen Körpers erzeugt werden können, das heisst sie sind pluripotent. Dadurch können direkt an den Zellen, die bei einer bestimmten Erkrankung betroffen sind, patientenspezifisch potenzielle Wirkstoffe getestet werden, so dass diese Zellen eine hohe Relevanz für die Pharmaindustrie besitzen.
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Das Mini-Labor ist 150 mm lang, 120 mm breit und 20 mm hoch. Der Schraubverschluss wird per 3D-Druck hergestellt. An der oberen Beutelinnenseite sind die hydrophilen Spots erkennbar.
transparenten Beutels mehrere hundert hängende Tropfen erzeugen, welche die Funktion von Minibioreaktoren übernehmen. Die Nährlösungstropfen entwickeln sich quasi selbstständig als hängende Tropfen, in denen sich die Zellaggregate ausbilden können. Zunächst wird die Nährlösung mit den Stammzellen in den Beutel eingefüllt. Dieser wird einmal umgedreht und dann wieder in die Ausgangslage gebracht. Bei diesem Vorgang bleiben die Tropfen an hydrophilen runden Spots hängen. Die Zellen sinken in die Rundung der Tropfen, wo sie sich miteinander verbinden und zu einem definierten 3D-Aggregat verschmelzen. «Wir haben die Beutelwand aus Polymerfolie zweifach beschichtet. Eine hydrophobe, wasserabweisende Grundschicht sorgt dafür, dass die proteinhaltige Nährlösung über die Fläche fliesst und nicht anhaftet. Die 150 hydrophilen Spots mit jeweils einem Durchmesser von fünf Millimetern hingegen bewirken, dass die Tropfen hängen bleiben. Durch diese zweite Beschichtung in Form von runden Spots werden also die Tropfen ausgebildet», erläutert Michael Thomas, Projektleiter und Wissenschaftler am Fraunhofer IST, dessen Team im Projekt für die Beschichtung der Folien zuständig ist. Um die Folienoberfläche derart gezielt funktionalisieren zu können, verwenden
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LABOR
die Braunschweiger Forschenden Atmosphärendruck-Plasmaverfahren. Bei dieser Technologie wird in einem Gasspalt zwischen zwei Elektroden durch Anlegen einer Wechselspannung ein physikalisches Plasma erzeugt, mit dem sich die Oberflächen unterschiedlichster Materialien behandeln lassen. Der Clou: Die entstandenen Zellmodelle lassen sich sogar im Beutel einfrieren. Anders als beim manuellen Pipettieren entfällt das Umfüllen in ein separates Kryogefäss. Das Optimieren der Kryokonservierung, also das Einfrieren der Zellen, fällt in den Aufgabenbereich des Fraunhofer IBMT. Darüber hinaus ist das Institut im Projekt für die Kultivierung der Stammzellen sowie für die Charakterisierung und Analyse der dreidimensionalen Aggregate verantwortlich. «Wir fokussieren uns auf das Kultivieren von induziert Pluripotenten Stammzellen (iPS), da diese das Potenzial haben, sich zu jedem Zelltyp des Körpers und in jegliches Gewebe oder in bestimmte Gewebetypen zu entwickeln. Auch lösen sie – im Gegen-
satz zu embryonalen Zellen – keine ethischen Kontroversen aus», sagt Julia Neubauer, Biologin am Fraunhofer IBMT. Die Stammzellen werden in ihrer Gestalt und ihren Fähigkeiten für bestimmte Aufgaben spezialisiert, was die Entwicklung von patientenspezifischen Medikamenten ermöglicht. Julia Neubauer und ihre Kollegen konzentrierten sich auf die Differenzierung von Herzmuskelzellen, das heisst, sie haben die iPS-Zellen erfolgreich in diese Art von Zellen ausdifferenziert.
Hochwertige 3D-Zellmodelle in drei Tagen Jeder Tropfen hat ein Volumen von ungefähr 20 Mikrolitern, die Grösse des dreidimensionalen Zellmodells beträgt etwa 400 Mikrometer. Durch Variieren des Spotdurchmessers auf der Beuteloberfläche lässt sich die Aggregatgrösse einstellen, um so gezielt das biologische Portfolio zu erweitern. Derzeit benötigen die Forscherin und ihr Team für die Herstellung
der Aggregate im hängenden Tropfen etwa 72 Stunden. «Wir bezeichnen unseren LabBag-Beutel als Mini-GMP-Labor (GMP, kurz für Good Manufacturing Practice). Er erfüllt alle Anforderungen an eine gute Herstellungspraxis. Da es sich um ein geschlossenes, steriles System handelt, fällt die Kontaminationsgefahr sehr gering aus. Letztendlich können wir bessere Zellmodelle für die Medikamentenforschung erzeugen, insofern lassen sich auch Tierversuche vermeiden», betont die Forscherin. Geplant ist, Sensoren zur Prozessüberwachung zu integrieren. Da der LabBag sich günstig produzieren lässt, stellt er eine attraktive Alternative zu den herkömmlichen Ansätzen dar. Das Mini-GMP-Labor bietet der Pharmaindustrie, aber auch kleineren Laboren ohne Reinraumtechnik die Möglichkeit, ohne hohe Investitionskosten qualitativ hochwertige Zellmodelle für die Medikamentenforschung zu kultivieren. www.ibmt.fraunhofer.de
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LABOR
Micro-LC-MS/MS
Analyse von Zytostatika aus Wischproben Zytostatika werden häufig in der Krebstherapie eingesetzt. Neben den positiven Erfolgen in der Krebsbehandlung stellen sie aber auch ein enormes Gefahrenpotenzial dar. Daher ist es wichtig, die genauen Expositionswerte dieser Substanzen zu kennen, um Personen zu schützen, die mit solchen Medikamenten in Kontakt kommen könnten.
Der Kampf gegen Krebs ist eine der Hauptherausforderungen dieser Zeit, denn Krebs ist für 13 Prozent aller weltweiten Todesfälle verantwortlich. Eine etablierte Behandlungsmethode in der Krebstherapie ist die Anwendung von Zytostatika. Für die Patienten ist die Anwendung dieser Medikamente essentiell. Allerdings muss auch ihr Gefahrenpotenzial berücksichtigt werden.
Micro-LC-MS-Methode zur Quantifizierung Aus diesem Grund werden zuverlässige und sensitive analytische Methoden benötigt, welche die Zytostatikaexposition ermitteln können. Die gängigen Methoden sind LC-MS basiert, allerdings müssen neben dem Hauptziel, der Reduktion des Gefahrenpotenzials, auch Aspekte wie Ressourceneinsparungen und Analysenkosten berücksichtigt werden. Daher entwickelten Hetzel et al. eine Methode zur Quantifizierung von 11 Zytostatika mittels Micro-LC-MS/MS. Ein Hauptziel
der chromatographischen Methode war die Trennung der isobaren Verbindungen Ifosfamid, Cyclophosphamid, Doxorubicin und Epirubicin.
Validierung mittels Micro-LC-MS/MS Auf Basis einer vorherigen Studie, die der Auswahl der besten Selektivität für die Analyse diente, wurde in Folge dessen die Methode auf einer YMC-Triart C18 Micro-LCSäule (50 × 0,3 mm, 1,9 µm) entwickelt. Da der deutsche substanzunabhängige Orientierungswert 0,1 ng/cm2 beträgt, wurde die Bestimmungsgrenze (LOQ) auf eine Konzentration von 0,01 ng/ml hin optimiert. Im nächsten Schritt wurde die Methode unter Verwendung von 11 Zytostatikastandards validiert. Die Ergebnisse sind im nachfolgenden Chromatogramm dargestellt. Mit Hilfe der entwickelten Methode können alle 11 Substanzen identifiziert werden, selbst die isobaren Verbindungen. Die Wiederfindung liegt zwischen 80 und 120 Prozent und es ergeben sich nur minimale rela-
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tive Standardabweichungen in den Re tentionszeiten. Methodenvalidierung und QC-Daten konnten zudem die hohe Stabilität der Methode innerhalb eines Tages sowie über mehrere Tage hinweg demonstrieren. Die Bestimmungsgrenze beträgt für jede Verbindung zirka 10 pg/ml, wodurch das gesteckte Ziel in Bezug auf die Nachweisempfindlichkeit erreicht werden konnte. Um die Einsetzbarkeit von Micro-LC für Routineanalysen zu demonstrieren, erfolgte ein Methodentransfer auf reale Proben: Zytostatika in Wischproben. Als reale Proben wurden Wischproben ausgewählt, da diese derzeit die erste Wahl sind, um Oberflächenkontaminationen mit Zytostatika und den Erfolg des Reinigungsprozesses zu bestimmen. In Abbildung 3 sind exemplarisch die resultierenden Chromatogramme von drei Realproben der durchgeführten Studie dargestellt, die auf unterschiedlichen Stationen an verschiedenen Stellen in unterschiedlichen Krankenhäusern genommen wurden. Die Abbildung 3 zeigt die Anwendbarkeit der entwickelten Methode für reale Pro-
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Abbildung 1: Strukturen von 11 verschiedenen Zytostatika.
Abbildung 2: Analyse eines Standards bestehend aus 11 Zytostatika.1
ben und die Möglichkeit, die Methode für ein Arbeitsplatzmonitoring tagtäglich im pharmazeutisch-medizinischen Sektor zu verwenden. Hetzel et al. konnten somit eine analytische Methode entwickeln, mit der eine Zytostatikaexposition zuverlässig und sensitiv ermittelt werden kann, um die Sicherheit von Patienten sowie allen Personen, die mit solchen Medikamenten in Kontakt kommen, zu gewährleisten. Originalpublikation T. Hetzel et al., «Micro-liquid chromatography mass spectrometry for the analysis of antineoplastic drugs from wipe samples», Anal. Bioanal. Chem. (2016); DOI: 10.1007/s00216-016-9932-y
Kontakt Dr. Daniel Esser YMC Europe GmbH Schöttmannshof 19 D-46539 Dinslaken +49 2064 427 271 esser@ymc.de www.ymc.de
Die Veröffentlichung der Grafiken erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlags Springer Nature.
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Abbildung 3: Chromatogramme für 3 verschiedene reale Proben.1
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MEDIZIN
Diabetes: Ohne Eingriff ins Immunsystem
Transplantation tierischer Inselzellen naht Einem Forschungsteam gelingt im Tiermodell erstmals die erfolgreiche und sichere Transplantation von Inselzellen eines Schweins mittels einer künstlichen Bauchspeicheldrüse.
Diabetes mellitus Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, die zur irreversiblen Zerstörung von insulinproduzierenden Betazellen, auch Inselzellen genannt, führt. In den letzten Jahrzehnten wurden erhebliche Fortschritte bei Betazellersatztherapien erzielt. Der Mangel an geeigneten Spenderorganen und die Notwendigkeit einer dauerhaften Unterdrückung des Immunsystems schränken jedoch eine weiter verbreitete Anwendung dieser Strategien kritisch ein. Eine internationale Forschungsgruppe aus Diabetesspezialisten und Chirurgen um
die Dresdner Wissenschaftler Barbara Ludwig, Stefan Ludwig und Stefan Bornstein vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus präsentiert eine experimentelle Studie mit einer künstlichen Bauchspeicheldrüse. Dieser Bioreaktor, entwickelt mit der israelischen Firma «Beta-O2 Technologies Ltd.», erlaubt die Transplantation von artfremden, also xenogenen Inselzellen, ohne das Immunsystem zu beeinflussen. Die Forschenden konnten in Kooperation mit dem Deutschen Primatenzentrum in Göttingen bei nicht-menschlichen Primaten eine stabile Transplantatfunktion und
eine ausreichende glukoseregulierte Insulinsekretion ohne die Notwendigkeit einer immunsuppressiven Medikation nachweisen. Bislang ist die Transplantation von Inselzellen zur Behandlung von Typ-1-Diabetes auf Patienten beschränkt, deren Stoffwechsel infolge der Erkrankung eine kritische Instabilität erreicht hat. Dies ist zum einen auf die Notwendigkeit einer permanenten Immunsuppression und zum anderen auf den Mangel an geeigneten Spenderorganen zurückzuführen. Obwohl in den letzten Jahrzehnten grosse Fortschritte bei den Betazell-
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MEDIZIN
ersatztherapien erzielt werden konnten, begrenzen diese beiden Faktoren derzeit immer noch erheblich die weitverbreitete Anwendung dieser Therapieoption.
Um diese Schwierigkeiten zu überwinden, entwickelten Barbara Ludwig und ihre Kollegen eine Strategie, um Inseln verschiedener Quellen in einer künstlichen, bioartifiziellen Bauchspeicheldrüse einzukapseln, was nach der Transplantation ihr Überleben und ihre Funktion ohne Immunsuppression erlaubt. In der aktuellen Veröffentlichung beschreiben sie eine experimentelle Studie, in der eine solche bioartifizielle Bauchspeicheldrüse für die Transplantation von xenogenen Inseln in diabetische nicht-menschliche Primaten implantiert wird, ohne dadurch das Immunsystem zu beeinträchtigen. «Wir konnten eine stabile Transplantatfunktion nachweisen. Die mit der Kapsel implantierten artfremden Inselzellen sorgten
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Wirkungsweise des Bioreaktors.
für eine ausreichende glukoseregulierte Abgabe von Insulin in den Körper», erläutert Barbara Ludwig. «Eine Gabe von Medikamenten zur Unterdrückung des Immunsystems war durch die Kapsel, die nur das von den artfremden Zellen produzierte Insulin herauslässt, nicht notwendig.» Stefan Bornstein beschreibt die Chancen dieses Ansatzes: «Vor dem Hintergrund des Mangels an geeigneten Pankreas-Spenderorganen eröffnet diese Strategie nun ganz neue Möglichkeiten für eine breitere und
sichere Anwendung verschiedener zellbasierter Therapien.» Originalpublikation Barbara Ludwig et al., «Favorable outcome of experimental islet xenotransplantation without immunosuppression in a nonhuman primate model of diabetes», Proceedings of the National Academy of Sciences (2017); DOI: 10.1073/pnas.1708420114 www.uniklinikum-dresden.de
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MEDIZIN
Die Rolle der Neutrophile
Wenn Immuntherapien versagen Neue Immuntherapien können die körpereigenen Abwehrwaffen gegen Krebszellen schärfen. Bei einigen Patienten führt das sogar zur Rückbildung bereits fortgeschrittener Tumoren. Teilweise versagt jedoch diese Strategie. Die Ursachen lagen bislang weitgehend im Dunkeln. Ein internationales Forscherteam unter Führung der Universitätsklinika in Magdeburg und Bonn hat einen körpereigenen «Bremsmechanismus» aufgedeckt, der die Wirksamkeit der Krebsimmuntherapie begrenzt. Die Ergebnisse können bei der Weiterentwicklung der Krebsimmuntherapie helfen.
Bestimmte Zellen der Immunabwehr, T-Lymphozyten, können nicht nur Viren und Bakterien, sondern auch entartete Krebszellen gezielt erkennen und zerstören. Moderne Therapien mit sogenannten «Immun-Checkpoint-Inhibitoren» greifen in Steuerungsvorgänge der zellulären Immunabwehr ein und verstärken so die körpereigene Erkennung und Abtötung von Krebszellen. Dieser völlig neuartige Behandlungsansatz wurde ursprünglich für Patienten mit schwarzem Hautkrebs entwickelt und in der Folge auch bei einer Reihe anderer Krebsarten mit beachtenswerten Erfolgen angewendet. Allerdings zeigt die Immuntherapie bei vielen Krebspatienten nur vorübergehende oder überhaupt keine Wirkungen. Warum dies so ist, wird weltweit von zahlreichen Forschungsgruppen untersucht.
Neutrophile greifen ein
Bild: Meri Rogava/Tobias Bald
Einem internationalen Forscherteam aus Deutschland, Australien und Belgien ist es nun unter der Leitung von Michael Hölzel vom Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie am Universitätskli-
Immunfloureszenz: Nicole Glodde und Tobias Bald vor einem Bild, auf dem die Neutrophile rot dargestellt sind und die T-Zellen grün.
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nikum Bonn und Thomas Tüting von der Universitätshautklinik in Magdeburg gelungen, eine wichtige Ursache für die begrenzte Wirksamkeit der Krebsimmuntherapie herauszufinden. Dabei kommt eine weitere Art von Immunzellen ins Spiel, nämlich die neutrophilen Granulozyten – kurz: Neutrophile. Wie die T-Lymphozyten gehören auch die Neutrophilen zu den weissen Blutkörperchen, sie befinden sich mit Abstand am häufigsten im Blut. «Neutrophile stehen an vorderster Front, wenn es darum geht, eingedrungene Bakterien zu bekämpfen, aber auch Krebszellen können von ihnen angegriffen werden», erklärt Hölzel. «In unseren experimentellen Modellen beobachteten wir bei tumorkranken Mäusen, dass Neutrophile die Wirkung von Immuntherapien abschwächten, weil sie plötzlich T-Lymphozyten hemmten, anstatt ihnen zu helfen» erläutert Tüting.
Unerwartete Wesensänderung «Grund für die unerwartete Wesensänderung der Neutrophilen waren Botenstoffe, die durch den Angriff der T-Lymphozyten im Krebsgewebe freigesetzt wurden», berichten Nicole Glodde und Tobias Bald. Es ist, als ob diese Botenstoffe ein zweites böses Ich der Neutrophilen zum Vorschein bringen. «Ähnlich wie bei der berühmten Romanfigur des gutherzigen Dr. Jekyll, der sich durch einen geheimnisvollen Trank in den gewissenlosen Mörder Mr. Hyde verwandelt», ergänzt Hölzel. Die Wissenschaftler vermuten, dass es sich dabei um einen Schutzmechanismus unseres Körpers handelt, der Entzündungen auch wieder einzudämmen hilft. «Im Fall der Krebs-
immuntherapie ist dies allerdings eher hinderlich», meint Tüting. Perspektivisch fand das Forscherteam heraus, wie man die Neutrophilen von ihrer verhängnisvollen Wesensänderung von Dr. Jekyll in Mr. Hyde abhalten könnte. Die Wissenschaftler sind zuversichtlich, dass ihre Ergebnisse eine Grundlage für weitere Untersuchungen und klinische Studien bilden, die zu wirksameren Krebsimmuntherapien in der Zukunft führen. Originalpublikation Nicole Glodde et al., «Reactive neutrophil responses dependent on the receptor tyrosine kinase c-MET limit cancer immunotherapy», Immunity (2017); DOI: 10.1016/j. immuni.2017.09.012 Kontakt Prof. Dr. med. Michael Hölzel Institut für Klinische Chemie und Pharmakologie Universitätsklinikum Bonn Sigmund-Freud-Strasse 25 D-53127 Bonn +49 228 287 12170 michael.hoelzel@ukbonn.de www.meb.uni-bonn.de
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MEDIZIN
Wirksamkeit der Chemotherapie könnte erhöht werden
Schläferzellen in Tumoren zerstören Trotz erfolgreicher Chemotherapie wachsen in vielen metastasierten Krebsarten verstreute Tumore wieder zurück. Wie ein Forschungsteam unter der Leitung der Universität Bern nun herausgefunden hat, liegt das an vereinzelten Krebszellen, die wegen einer Ruhephase die Chemotherapie überleben. Wenn diese Schläferzellen jedoch spezifische Defekte aufweisen, können sie vernichtet werden.
berg noch bescheiden – zudem verursachen sie Nebenwirkungen und enorme Kosten. Nun konnten die Forschenden im Mausmodell eine Alternative aufzeigen: Bei Brusttumoren mit einem spezifischen Defekt in der DNA-Reparatur können die Tiere mit bereits etablierten und günstigen Chemotherapiemedikamenten geheilt werden, wenn genügend DNA-Schäden in den ruhenden Tumorzellen erreicht werden. Sven Rottenberg hofft, dass aufgrund dieser Befunde die Therapie von Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs in der Zukunft verbessert werden kann.
Bild: zvg
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Viele haben es im Familien-, Freundes- therapien sich insbesondere gegen aktive, oder Bekanntenkreis erlebt: Die Chemo- sich teilende Tumorzellen richten, können therapie schlägt bei Krebspatientinnen einige dieser Schläferzellen mit Hilfe einer und -patienten zunächst hervorragend an, kurzfristigen Wachstumspause überleben. obwohl der Tumor metastasiert, also in Nach Beendigung der Therapie fangen sie entferntes Gewebe abgesiedelt hat. In ei- dann wieder an, sich zu vermehren. Wenn nigen Fällen scheint der Krebs sogar be- diese Schläferzellen jedoch eine spezifi siegt zu sein. Doch dann folgt die Ernüch- sche Mutation aufweisen, die sie an der terung: Einige wenige Krebszellen haben Reparatur von eigenen DNA-Schäden hinüberlebt und vermehren sich wieder. Teil- dert, können sie gezielt mit Medikamenten weise sprechen sie auch wieder auf eine zerstört werden. erneute Therapie an, entwickeln dann aber eine Resistenz gegen alle TherapieMögliche Alternative methoden. «Uns interessiert, wieso einzelne Tumor- zur Immuntherapie zellen die Therapie überleben können», Wenn Tumore nach einer Behandlung wiesagt Sven Rottenberg von der Vetsuis- der zurückwachsen, sprechen sie manchse-Fakultät der Universität Bern. Ein inter- mal wieder auf die gleiche Chemotherapie nationales Forschungsteam unter seiner an. Sie haben also keine «sekundäre ResisLeitung hat nun Schläferzellen identifiziert, tenz» erworben, denn dann würden sie die der Therapie entkommen.1Da Chemo-07:47bei erneuter Therapie einfach weiterwachTOSOH_Ins_58x90_4c_Layout 20.12.12 Seite 1 sen. «Bei den wenigen verbliebenen Tumorzellen, welche die Chemotherapie überleben, sprechen wir in diesem Fall von ‹medikamententoleranten Zellen›», sagt Sven Rottenberg. Wie kann man diese verbliebenen Zellen nun vernichten? «Für bestimmte Krebsarten wie Leukämien oder Melanome gibt es bereits enorme Fortschritte im Bereich der Immuntherapie. Diese zeichnet sich im Gegensatz zur Chemotherapie durch die gezielte Stärkung von körpereigenen Immunzellen aus, mit der eine direkte Zerstörung der Krebszellen angestrebt wird. Mit dieser gegen die Krebszellen gerichteten Stärkung des Immunsystems können bei einigen Patientinnen und Patienten auch die medikamententoleranten Zellen Geissbrunnenweg 14 · CH-4452 Itingen BL vernichtet werden.» Die Erfolge dieser Tel. 061 971 83 44 · Fax 061 971 83 45 neuen Immuntherapie bei anderen häufi E-Mail: info@sebio.ch · www.sebio.ch gen Tumoren sind aber laut Sven RottenC
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«Schläferzellen» aufspüren: mit neuen Markern lassen sich die medikamenten-toleranten Zellen (ohne farbigen Zellkern) von aktiven, sich teilenden Tumorzellen (rote oder grüne Zellkerne) herausfiltern.
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MEDIZIN
Achillesferse der Krebszellen Hintergrund sind die Fortschritte im Bereich der personalisierten Medizin. Krebsarten werden nicht mehr nur nach Ursprung des Gewebes eingeteilt und behandelt, sondern es wird mit gezielten Analysen – etwa der Sequenzierung von Genen oder der Untersuchung nach dem Vorhandensein von bestimmten Proteinen – nach individuellen Mutationen gesucht, die therapeutisch ausgenutzt werden können. Ein Beispiel sind Defekte in der DNA-Reparatur. Diese entstehen durch eine Fehlfunktion von Proteinen, die in normalen Körperzellen DNA-Schäden reparieren. Sind diese Proteine inaktiv – was bei vielen Patientinnen und Patienten mit Brust-, Eierstockoder Prostatakrebs der Fall ist – kommt es zu einer fehlerhaften Reparatur.
Originalpublikation Marina Pajic, Sohvi Blatter, Charlotte Guyader, Maaike Gonggrijp, Ariena Kersbergen, Aslι Küçükosmanog˘lu, Wendy Sol, Rinske Drost, Jos Jonkers, Piet Borst and Sven Rottenberg, «Selected Alkylating Agents Can Overcome Drug Tolerance of G0-like Tumor Cells and Eradicate BRCA1-Defi cient Mammary Tumors in Mice», Clin Cancer Res October 20 (2017); DOI: 10.1158/1078-0432.CCR17-1279
Kontakt Prof. Dr. Sven Rottenberg Institut für Tierpathologie Vetsuisse-Fakultät Universität Bern Länggassstrasse 122 CH-3012 Bern +41 31 631 23 95 sven.rottenberg@vetsuisse.unibe.ch www.itpa.vetsuisse.unibe.ch
multi N/C®-Serie High-Performance TOC-Analysatoren
Tumorzellen sind empfindlicher Das kann therapeutisch ausgenutzt werden, wie Sven Rottenberg erläutert: «DNAReparaturdefekten Schläferzellen sprechen auf bestimmte Stoffe an, welche die DNA schädigen.» Diese Stoffe treffen sowohl gesunde Zellen wie auch den Krebs. Im Gegensatz zu normalen Zellen sind die Tumorzellen aber deutlich empfindlicher, da sie den Schaden nicht gut reparieren können. Im Tiermodell zeigten sich dabei sogenannte DNA-Crosslinker als sehr effizient. Diese sind bereits lange auf dem Markt, werden aber bisher nicht speziell für Krebsarten mit solchen Defekten eingesetzt.
Verbesserte Heilung bei Brustkrebs Wie die meisten Krebsmedikamente haben auch diese Stoffe starke Nebenwirkungen wie etwa Knochenmarksschädigungen. Bei bestimmten Patientinnen und Patienten könnten diese Nebenwirkungen allerdings durch eine Stammzelltransplantation ausgeglichen werden, ähnlich wie bei Leukämiebehandlungen. «Erste klinische Versuche in den Niederlanden haben gezeigt, dass einige Brustkrebspatientinnen mit metastasierten Brustkrebs tatsächlich durch eine solche intensivierte Chemotherapie geheilt werden konnten», sagt Sven Rottenberg. 13 –/ 2 0/ 21 80 1 8
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Ein Schritt weiter zum künstlichen Herzen
Muskeln aus der Spraydose Für Menschen mit Herzinsuffizienz wäre ein künstliches Herz die Rettung. Um das komplexe Organ im Labor nachzubauen, müsste es aber zunächst gelingen, vielschichtige, lebende Gewebe zu züchten. Forschende der Empa in St. Gallen sind diesem Ziel nun nähergekommen: Mit einem Sprühverfahren erzeugten sie funktio nierende Muskelfasern.
Andrea Six 1 Wer aufgrund einer Herzinsuffizienz auf eine Transplantation angewiesen ist, muss auf ein passendes Spenderorgan hoffen. Eine elegante Alternative wäre ein künstliches Herz, das nach der Implantation keinerlei Abstossungsreaktionen im Körper auslöst. Das Projekt «Zurich Heart» des Forschungsverbundes Hochschulmedizin Zürich, dessen Partner die Empa ist, entwickelt derzeit ein solches Kunstherz. Damit die Pumpe aus dem Labor vom Körper angenommen wird, soll sie – einer Tarnkappe gleich – von menschlichem Gewebe umhüllt und ausgekleidet sein. Bisher ist das Züchten von mehrschichtigen funktionsfähigen Geweben jedoch noch eine grosse Herausforderung im aufstrebenden Gebiet des «Tissue Engineering». Den Forschenden ist es nun gelungen, Zellen in einem dreidimensionalen Kunststoffgerüst zu Muskelfasern heranwachsen zu lassen.
Der Natur nachgeahmt: Ein Geflecht aus Muskelfasern wächst auf einem Gerüst auf gespon nenem Kunststoff. Unter dem konfokalen LaserScanningMikroskop erscheinen Muskelfasern rot und Zellkerne blau.
müssen. «Zwar ist es möglich, dreidimensionale Gebilde aus Kunststoff zu erzeugen, die dem menschlichen Gewebe stark ähneln, etwa durch das sogenannte Elektrospinning», so Lukas Weidenbacher. Hierbei
werden flüssige Polymere als hauchzarte Fäden in der Form natürlicher Gewebe versponnen. Schädliche Lösungsmittel, die für die Methode nötig sind, seien jedoch Gift für die empfindlichen Zellen.
«Das menschliche Herz ist natürlicherweise aus mehreren Lagen unterschiedlicher Gewebe aufgebaut», erklärt Lukas Weidenbacher von der Abteilung Biomimetic Membranes and Textiles in St. Gallen. Muskelfasern in der Auskleidung spielen hier eine entscheidende Rolle, sorgen sie doch für Stabilität und Flexibilität des stetig schlagenden Herzens. Mehrschichtig wachsende Muskelfasern zu züchten, ist jedoch schwierig, da die Zellen zunächst in ein räumliches Gerüst eingebracht werden 1
Empa, Dübendorf
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Bilder: Lukas Weidenbacher
Muskelfasern stabilisieren das Herz
Bereits nach 7 Tagen verschmelzen die Zellen im Gerüst (weiss) miteinander und entwickeln sich zu länglichen Muskelfasern (gelb), wie diese eingefärbte elektronenmikroskopische Auf nahme zeigt.
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Bild: Empa
Polyurethan, der Konstruktionswerkstoff für anspruchsvolle Formteile
Zellen werden in schützende Kapseln verpackt. Eine Hülle aus Gelatine enthält jeweils ein bis zwei Zellen. So bleiben die Zellen vor den Lösungsmitteln geschützt. Nach dem Elektrospray ing löst sich die Gelatinekapsel (hellgrün) innert Minuten auf, während die Zellen (orange) aktiv und am Leben bleiben.
Die Forschenden haben daher die kostbaren Zellen in schützende Kapseln verpackt. Eine Hülle aus Gelatine enthält jeweils ein bis zwei Zellen. So bleiben die Zellen vor den Lösungsmitteln geschützt. Ein spezielles Sprühverfahren, das Elektrospraying, ermöglicht es, die Kapseln in die Poren des gesponnenen Gerüsts einzubringen. «Das Sprayen überstehen die derart geschützten Zellen sehr gut», so der Materialforscher. Und haben sich die Zellen einmal am Zielort eingenistet, löst sich die gallertige Gelatinekapsel innert Minuten auf.
Unsichtbar für die Körperabwehr Dass es den Zellen in ihrem Kunststoffnest gefällt, zeigen Aufnahmen mit dem Rasterelektronenmikroskop: Sobald die Kapseln aufgelöst sind, beginnen die unreifen Vorläuferzellen miteinander zu verschmelzen und zu länglichen Muskelfasern auszureifen. Am Schluss soll eine Struktur entstehen, die natürlichem Muskelgewebe möglichst ähnlich ist. «Da das künstliche Herz permanent vom Blutkreislauf durchspült wird, ist es wichtig, dass die Oberfläche so gestaltet ist, dass sich keine Gerinnsel bilden», erläutert Lukas Weidenbacher. Für die Versuchsreihe haben die Forschenden unreife Muskelzellen einer Mäusezell-
linie verwendet. Die Vorläuferzellen differenzierten sich im Gerüst aus und produzierten Proteine, die typischerweise in Muskeln vorkommen. Das implantierbare Kunstherz soll in Zukunft allerdings mit Zellen bestückt werden, die vom Patienten selbst stammen. So könnte für die Betroffenen ein persönliches Herz gezüchtet werden, dass für die Körperabwehr «unsichtbar» bleibt. Originalpublikation L. Weidenbacher, A. Abrishamkar, M. Rott mar, A. G. Guex, K. ManiuraWeber, A. J. de Mello, S. J. Ferguson, R. M. Rossi, G. Fortu nato, «Electrospraying of microfluidic encapsulated cells for the fabrication of cell-laden electrospun hybrid tissue constructs», Acta Biomaterialia (2017); DOI: 10.1016/j.actbio.2017.10.012
Optimales Design für technische Formteile Polyurethan wird heute in einem weiten Gebiet von Anwendungen eingesetzt, wobei es für beinahe jede Anforderung die entsprechende Formulierung gibt. Seit rund 35 Jahren ist die Emaform der führende Hersteller in der Schweiz und hat sich da-bei ausschliesslich auf die Herstellung von Teilen aus PUR-Integralhartschaum und PUR-Kompaktmaterial spezialisiert. Mit einem kompetenten und motivierten Team unterstützen wir unsere Kunden mit Know-how vom Entwicklungsprozess über den Prototypenbau bis zum fertig lackierten PUR-Formteil bzw. montierten Baugruppen.
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NEWS
E RZE – IN KÜRZ Ü K N I – E Z R Ü K IN KÜRZE – IN
■ Der Industriegaseverband Schweiz IGS wählte Hans Michael Kellner einstimmig für vier Jahren zum Präsidenten. Der promovierte Ingenieur ist seit über 30 Jahren im Bereich Industriegase tätig. Der in der Öffentlichkeit wenig bekannte Verband verbindet alle Industriegaseunternehmen der Schweiz. Sie erzielen einen jährlichen Umsatz von zirka CHF 450 Mio. stoehlker.ch ■ Auf der Messe Lounges in Karlsruhe hat das Fraunhofer IPA den Reinheitstechnikpreis vergeben. Für ihre Innovationen erhielten LPW Reinigungssysteme GmbH, Igus GmbH und Vetter Pharma International GmbH den «CLEAN! 2018Award». www.fraunhofer.de ■ Nach vier Jahren Energieforschung zieht die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW eine positive Bilanz. Gemäss einer externen Evaluation hat sie sich unter den Fachhochschulen eine führende Position erarbeitet. Ein klarer Indikator ist auch, dass sich die öffentlichen Fördermittel für die ZHAW in diesem Bereich von CHF 6,3 Mio. im Jahr 2012 bis auf CHF 13,5 Mio. im Jahr 2015 mehr als verdoppelt haben. www.zahw.ch ■ Profitabilität sowie einen deutlichen Beschäftigungszuwachs belegen die vorläufigen
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Geschäftszahlen der Firmengruppe Endress + Hauser, die zu den international führenden Anbietern von Prozess- und Labormesstechnik, Automatisierungslösungen und Dienstleistungen zählt. Der konsolidierte Umsatz der Firmengruppe stieg um 4,8 Prozent auf über Euro 2,2 Mrd. Wechselkurseinflüsse verhinderten noch bessere Zahlen. www.endress.com ■ Der Schweizerische Nationalfonds unterstützt 13 Projekte, die im Rahmen des European Cooperation in Science and Technology Programms Ländergrenzen überwinden. Er spricht dafür CHF 3,9 Mio. Das Programm fördert die europaweite Zusammenarbeit von Forschenden. Es bindet national finanzierte Forschungsprojekte in Netzwerke ein, an denen jeweils mindestens sieben Länder beteiligt sind. Der Forschungsrat hat 13 Förderanträge genehmigt, was 56 Prozent der beantragten Mittel entspricht. www.snf.ch ■ Die Broschüre «Guide 2018 – National Centres of Competence in Research (NCCR)» stellt die 16 Nationalen Forschungsschwerpunkte (NFS) vor. Seit 1999 fördern die NFS, oder NCCR auf Englisch, den Aufbau einzigartiger Kompetenzzentren, in denen sich die besten Forschungsinstitutionen der Schweiz vernetzen. www.snf.ch
■ Der Hersteller von LaborMessinstrumenten Knauer aus Berlin erhielt die Auszeichnung «Leading Employer 2018». Dem Unternehmen wurden in Deutschland die besten Bewertungen zuteil, die in einer unabhängigen Studie von der Düsseldorfer Firma 3.works GmbH erhoben und durchgeführt wurden. Es wurden die Daten von insgesamt über 70 000 Unternehmen ausgewertet. www.knauer.de ■ Merck feiert dieses Jahr unter dem Motto «Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft.» ihren 350. Geburtstag. Der Apotheker Friedrich Jacob Merck legte 1668 den Grundstein. «350 Jahre, das ist eine unglaubliche Zahl, gerade wenn man bedenkt, was sich zwischen 1668 und heute in der Wissenschaft alles getan hat», so Stefan Oschmann, CEO von Merck. www.merckgroup.com ■ Pflanzenschutzmittel oder ihre Transformationsprodukte verbleiben bis zu Jahrzehnten im Boden. Das ergab eine vom Bundesamt für Umwelt BAFU finanzierte Studie. Forschende von Eawag und Agroscope analysierten dabei Bodenproben von 14 Schweizer Landwirtschaftsflächen aus den Jahren 1995 bis 2008, die im Monitoringprogramm «Nationale Bodenbeobachtung» erhoben wurden, auf Pestizidrückstände. In den Proben der meisten Flächen fanden die
Wissenschaftler auch nach Jahren noch 10 bis 15 Pestizide in Konzentrationen von 1 bis 330 Mikrogramm pro Kilogramm Trockengewicht. www.eawag.ch ■ Der Fachverband Schweizerischer Errichter von Sicherheitsanlagen SES zeichnet 17 junge Fachkräfte mit dem eidgenössischen Fachausweis «Projektleiter Sicherheitssysteme» aus. Der Verband hat sich professionelle Sicherheit auf die Fahne geschrieben. Doch das geht nicht ohne Nachwuchskräfte, die es auszubilden gilt. Deshalb bietet der SES in Kooperation mit der Technischen Fachschule Winterthur den Lehrgang «Projektleiter/in Sicherheitssysteme» an. www.sicher-ses.ch ■ Fraunhofer und die portugiesische Forschungsförderorganisation Fundação para a Ciência e a Tecnologia gründen eine neue Forschungseinrichtung zu den Themen Smart Agriculture und Wassermanagement. Das Fraunhofer Center soll die Arbeit Ende 2018 in Portugal aufnehmen. Um neue Anwendungsgebiete für die Digitalisierung von Prozessen in der Land- und Forstwirtschaft zu erschliessen, bringen beide Partner ihr Know-how in der Informations- und Softwaretechnik, in Prozess- und Energietechnologien sowie in Sensorik und neuen Materialien zusammen. www.fraunhofer.de
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NEWS
Polymere und Treibstoffe aus erneuerbaren Ressourcen
Charlotte K. Williams, Professorin von der Oxford University UK, erhält die Otto RoelenMedaille 2018. Mit diesem Preis würdigen die Dechema und die Deutsche Gesellschaft für Katalyse ihre Entwicklungen zu hochaktiven Katalysatoren für die Kohlen-
dioxid-Copolymerisation. Damit können erneuerbare Ressourcen wie Kohlendioxid und Pflanzen zu Polymeren und Treibstoffen umgesetzt werden. Die Preisverleihung findet im März 2018 während des Jahrestreffens Deutscher Katalytiker in Weimar statt. Mit diesen massgeschneiderten Katalysatoren kann Kohlendioxid aus der Abluft eines Kraftwerks zu Polycarbonatpolyolen umgewandelt werden. Diese Polyole bilden die Basis für die Herstellung von Polyurethanen, die zum Beispiel als Dämmmaterial, Möbel, Klebstoffe, Bekleidung und im Au-
tomobil eingesetzt werden. Die Katalyse zur Wiederverwertung von Kohlendioxid trägt dazu bei, die Treibhausgasemissionen bei der Polyolherstellung deutlich zu reduzieren. Charlotte Williams ist es gelungen, neben massgeschneiderten Katalysatoren für die Copolymersiation von Kohlendioxid auch schaltbare Katalysatoren für den selektiven Einbau von Monomeren zu entwickeln. Darüber hinaus hat sie stereokontrollierte Katalysatoren für die Polymerisation von Lactiden und kolloidale Nanokatalysatoren für die Umwandlung von Kohlendioxid in Methanol
hergestellt. Ihre Forschung wurde kommerzialisiert und sie ist die Gründerin der Firma Econic Technologies mit über 25 Mitarbeitenden. Die Otto-Roelen-Medaille wird seit 1997 in der Regel alle zwei Jahre von der Dechema vergeben. Sie ist mit 5000 Euro dotiert. Gestiftet vom internationalen Chemieunternehmen Oxea werden mit ihr herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Katalyse ausgezeichnet, die auch eine starke industrielle Relevanz aufweisen. www.dechema.de
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NEWS
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Energy Globe Salzburg für Grundfos Der 1999 in Österreich gegründete Energy Globe Award zählt zu den weltweit renommierten Umweltpreisen. Ausgezeichnet werden nachhaltige Projekte mit Fokus auf Ressourcenschonung, Energieeffizienz und Einsatz erneuerbarer Energien in sechs Kategorien: Erde, Feuer, Wasser, Luft, Jugend und Sustainable Plastics. «Das Thema Energie ist inzwischen allgegenwärtig und auch der Energy Globe Award ist mittlerweile zu einer fi xen Veranstaltung geworden. Es freut mich und stimmt mich zuversichtlich, dass sich das Bewusstsein der Menschen für Energiefragen in den letzten Jahren zunehmend gewandelt hat. Hervorstechende und innovative Projekte, wie sie der Energy Globe auszeichnet, sind dabei die Speerspitze des sich abzeichnenden Zeitenwandels», sagte Josef Schwaiger, Energielandesrat von Salzburg anlässlich der Ehrung. Welche Bedeutung dem Award zugemessen wird, das zeigt sich eindrucksvoll an der Zahl der eingereichten Projekte: In diesem Jahr beteiligten sich 183 Nationen mit über 2000 Konzepten. In der Kategorie «Wasser» konnten Projekte eingereicht werden, die eine effiziente Nutzung von sauberem Wasser gewährleisten. Die Jury des Energy Globe Award Salzburg entschied sich für einen Technologiemeilenstein von Grundfos: Smarte Dosierpumpen der Baureihe DDA mit einem ausgeklügelten Antriebskonzept – einem elektronisch drehzahlgeregelten Schrittmotor. In der Wasseraufbereitung
Bild: LMZ/Franz Neumayr
AVESTIN exhibits at ACHEMA in Frankfurt, Germany, 11-15 June 2018, Hall 5.0, Booth D69
2018 erhielt Grundfos als Trendsetter in der Wassertechnik den renommierten Energy Globe Salzburg für ihre innovative Technologie bei Pumpen und den zugehörigen Systemlösungen.
eingesetzt, regelt dieser Antrieb in optimaler Weise die Hubgeschwindigkeit und passt die Dosiermenge so allen Betriebsbedingungen bestmöglich an. Der Clou dabei: Die Pumpe arbeitet stets mit voller Hublänge. Zum Einsatz kommen die Dosierpumpen in zahlreichen Anwendungen der Gebäudetechnik, Industrie, Wasserversorgung und -aufbereitung sowie in der Umwelttechnik. Zudem werden komplette Do sieranlagen und Desinfektionssysteme ab Werk mit dieser Technologie ausgestattet, Durch eine Grundfos eigene Busanbindung an eine Cloud können die Pumpen der Baureihe Smart Digital DDA eine Vielzahl an nützlichen Informationen weiterleiten und auch Befehle empfangen.
Quelle: Pressemeldung Grundfos Pumpen AG und Energy Globe Salzburg (von der Redaktion bearbeitet) 3/2018
NEWS
Innovationspreis für Durchflusszytometer Die Messe «aqua pro gaz» findet alle zwei Jahre statt und ist die einzige Fachmesse der Schweiz für die Fachleute aus der Wasser-, Gas- und Abwasserbranche. Dieses Jahr präsentierten sich an drei Tagen
115 Aussteller aus der ganzen Schweiz. Die Jury des Innovationspreises unter der Leitung von Philippe Perritaz, Präsident der Messe, vergab den Innovationspreis 2018 und den Preis
Simon Kuenzi, CEO bNovate, und René Gehri, Area Sales Manager Sigrist, mit dem Innovationspreis 2018 den sie für den automatischen Durchflusszytometer BactoSense TCC erhalten.
der Jury 2018. Dreizehn Kandidaturen genügten den strengen Auswahlkriterien: echte Innovation im technischen, industriellen und geschäftlichen Sinn, realer Mehrwert für Benutzer und Betreiber, Vermarktung in der Schweiz mindestens einen Monat vor Messeeröffnung. Innovationspreis 2018 an der aqua pro gaz Der diesjährige Preis für Innovation ging an die Firma SigristPhotometer für ihre Entwicklung des automatischen Durchflusszytometers zur mikrobiologischen Trinkwasserüberwachung namens BactoSence TCC. Das Flow-Cytometer ist
ein speziell für die Bedürfnisse der Trinkwasserindustrie entwickeltes, automatisches Durchflusszytometer zur mikrobiologischen Trinkwasserüberwachung. Der gesamte Programmablauf erfolgt schnell und vollautomatisch: Die Messresultate liegen bereits nach 20 Minuten vor – bei herkömmlichen Methoden dauert dies zirka 72 Stunden. Zusammen mit dem für die Entwicklung des BactoSense zuständigen Technologiepartners bNovate, ist den beiden Unternehmen eine wertvolle Innovation auch für zukünftige Entwicklungen gelungen. www.photometer.com
Wenn es auf die Technik ankommt – zählt nur der Mensch.
Komplettlösungen aus einer Hand. Mess- und Reinraumtechnik müssen immer zuverlässig arbeiten, wenn es um Sicherheit und Gesundheit geht. Weiss Klimatechnik bietet nicht nur höchste Produktqualität als Gerätehersteller, sondern auch zuverlässigen, persönlichen Service von der Planung über die Inbetriebnahme bis zur Qualitätssicherung. Das schätzen unsere Kunden, denn so wird moderne Mess- und Reinraumtechnik nachhaltig zeit- und kosteneffizient.
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Bilder: Thomas Füglistaler, ChemieXtra
VER ANSTALTUNG
Maintenance Schweiz & Solids Zurich
Die Zauberformel für die Instandhaltung Die elfte Austragung der Maintenance Schweiz bot mit den Vorträgen im Science Center die ideale Mischung aus Messe und Rahmenprogramm. Parallel zur Instandhaltungsmesse fand auch die Solids Zurich statt.
Von der Instandhaltung werden wahre Wunder erwartet. Denn eine der am öftesten gestellten Fragen lautet: Wie kann man so kostensparend wie möglich die Anlagenverfügbarkeit erhöhen? Antworten darauf fand man auf der Fachmesse Maintenance Schweiz, die am 7. und 8. Februar zeitgleich mit der Solids Zurich stattfand. Und wer an der Veranstaltung im sogenannten Science Center dem Vortrag von Christoph Heitz, Professor der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, zuhörte, der bekam sozusagen gratis und franko eine Formel zur Verfügung gestellt, wie man tatsächlich Kostenminimierung und Verfügbarkeitserhöhung kombiniert. Sie lautet: R = Konsequenz (K) × Ausfallrate (r). Das Resultat zeigt in der Summe, wie schlimm der Ausfall einer Maschine sich auf die Produktion auswirkt. Wer diese Formel über alle Maschinen anwendet und daraufhin in einer Matrix mit den Zahlen aller Maschinen jongliert, wird einen der wesentlichen Grundsätze der Instandhaltung herausfinden: «Die richtigen Dinge tun», sagt Heitz, «und nicht einfach ‹Die Dinge richtig tun›, das ist der gravierende Unterschied.» 23 2
«Unsere Chance, gesehen zu werden» Das Vortragsprogramm war eines der Highlights der Messe. «Es gibt sogar einzelne Besuchende, die extra deswegen nach Zürich gekommen sind», sagt David Henz, Messeleiter der Easyfairs. Der Besucherandrang beim Science Center unterstreicht diese Aussage. «Wir haben im Vorfeld der Messe mit Besuchern und Ausstellern lange über das Rahmenprogramm gesprochen und hier offensichtlich eine ideale Mischung gefunden», freut sich David Henz. Doch nicht nur das Rahmenprogramm zog die Besuchenden an. 2350 waren es insgesamt, oder eingetragen auf die beiden Messen rund 1650 Besucher auf der Maintenance Schweiz und 700 Besucher auf der Solids. «Sehr gute Kontakte gab es», sagte Michael Kummer, Geschäftsführer der Firma Küffer Elektro-Technik AG, die seit der ersten Austragung der Maintenance Schweiz dabei ist und an keiner anderen Messe ausstellt. «Für uns ist es eine reine Kontaktmesse, wir zeigen nicht einmal Exponate», meint
Kummer, der sich mit vier anderen Firmen zusammentat, um möglichst viele Synergien beim Kundenkontakt zu nutzen. Mit einem Wettbewerb, einem Fotoshooting und einer grossen Bar fiel man durchaus auf. «Und genau deshalb mögen wir das Konzept dieser Easyfairs-Messe», sagt Kummer. «An anderen Messen würden wir neben den grossen Playern verschwinden, aber hier haben alle eine Chance, gesehen zu werden.»
Instandhaltungswissen weitergeben Vertreten waren selbstverständlich auch die grossen Unternehmen wie ABB, Suva, Endress + Hauser und Siemens: «Tolle Messe», meinte etwa Harald Strohbusch, Presales Consultant Comos bei Siemens Industry Software AG. «Was für uns gegenüber den international ausgerichteten Messen so wertvoll ist: Dass wir als Besuchende Schweizer Fachleute haben, also genau die Kunden, die wir ansprechen wollen.» Siemens zeigte unter anderem die Plant Engineering Software Comos. «Denn ein 3/2018
VER ANSTALTUNG
Ein Vorteil der Messe: Produkte live erleben.
wichtiges Thema bei der Instandhaltung geht oft vergessen», sagt Strohbusch, «das ist der Personalwechsel und der damit verbundene Verlust von Wissen.» mit der Software lassen sich alle Instandhaltungsszenarien in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden durchspielen – wie zum Beispiel bei einem Leck die richtigen Schritte einleiten.
Von «Smart Maintenance» bis Explosionsschutz Auch die digitale Transformation wurde als Thema aufgenommen. Sie lief unter «Smart Maintenance» und dürfte in Zukunft wohl weiter ausgebaut werden. Firmen wie EAM Swiss GmbH, Barcotec, GreenGate, Coresystems oder IAS Mexis zeigten dort, was heutzutage mit intelligenten Tools bereits möglich ist – auch hinsichtlich vorausschauender Wartung.
Instandhaltungsnachwuchs nicht vergessen «Alles in allem ist die Messe hier eine zwar kleine, aber wirkungsvolle Plattform», meinte Rainer Artho, Geschäftsführer von fmpro, des grössten Verbands der Schweiz im Bereich Facility Management und Maintenance. Rainer Artho setzte sich in einer Ansprache beim Branchenfrühstück am
zweiten Messetag auch dafür ein, dass der Nachwuchs für die Branche gezielt ausgebildet wird und dass es dazu einen starken Verband mit vielen Mitgliedsfirmen braucht. Der Besuch der Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh zeugte von der Wichtigkeit der Branche und der Messe. Die FDP-Politikerin verwies ausserdem auf einen heiklen Punkt, mit dem sich die Instandhaltung immer wieder auseinandersetzen muss: «Auch wir Politikerinnen und Politiker eröffnen gerne neue Werke. Dann aber für den Unterhalt einen Kreditantrag zu stellen, fällt ungemein schwerer», sagte sie.
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Play it smooth
Neue Geschäftsmodelle dank Instandhaltung Aus diesem Grund sind Messen auch ein guter Ort, um sich einen Überblick zu verschaffen, wie die Instandhaltung nicht einfach ein Kostenfaktor ist, sondern richtig eingesetzt dem Betrieb enorme Kosten sparen kann. Und sogar mehr als das. «Wir sehen ja schon heute, dass neue Geschäftsmodelle entstehen, deren Grundlage die Serviceleistungen rund um die Instandhaltung sind», meint Messeleiter David Henz. «Das wird der Instandhaltung einen weiteren Schub verleihen und sicherlich an den kommenden Veranstaltungen vermehrt in den Fokus rücken.» Die nächste Maintenance Schweiz wird am 13. und 14. Februar 2019 stattfinden, dann zusammen mit der Fachmesse Pumps & Valves. Weitere Informationen unter maintencanceschweiz.ch oder solids-zurich.ch Kontakt Stefan Meier Project Manager Maintenance Schweiz / Solids Zurich Easyfairs +41 61 228 10 06 stefan.meier@easyfairs.com www.easyfairs.com
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Chemspec Europe 2018
Marktplatz für Fein- und Spezialitätenchemie Die Chemspec Europe ist Europas führende Fachmesse für die Fein und Spezialchemiebranche. Die interna tionale Messe ist bekannt für ihr fokussiertes Veranstaltungsprofil und bietet eine Plattform, um Produktportfolios einem Fachpublikum vorzustellen, das ausschliesslich aus Vertretern der Fein und Spezialchemiebranche besteht.
chen, finden hier ein umfassendes Produktangebot für zahlreiche Sektoren und Anwendungen, wie zum Beispiel Pharma, Agro, Lebensmittel und Getränke, Kosmetik, Reinigungsmittel, Wasseraufbereitung, Kleb- und Dichtstoffe, Farben und Lacke, Beschichtungen, Biobasierte Chemikalien,
Bild: Chemspec
Die Chemspec Europe findet dieses Jahr vom 20. bis 21. Juni 2018 in Köln, an der Koelnmesse, statt. Die Veranstaltung ist bekannt als führendes Branchenevent für die Fein- und Spezialchemie. Einkäufer und Agenten, die nach spezifischen Stoffen, Prozessen und Dienstleistungen su-
Biokatalysatoren sowie Kunststoffe und Polymere. Besucher können auf der Messe mit einer grossen Anzahl an Herstellern, Anbietern und Distributoren aus dem Fein- und Spezialchemiesektor in Verbindung treten. Neben dem Messegeschehen mit den rund 300 Ausstellern aus aller Welt, ist die Chemspec Europe aber auch eine anerkannte Plattform zum Networking. Neben dem Messegeschehen stehen den Besuchern zahlreiche Workshops und hochkarätige Konferenzen zur Verfügung, die neueste Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung vorstellen. Erstmals bietet der Veranstalter, Mack Brooks Exhibitions, auch ein Partnering-Programm zur Chemspec Europe an. Besucher können ab März 2018 auf der Messewebseite www.chemspeceurope. com persönliche Treffen mit existierenden oder neuen Geschäftspartnern in eigens angebotenen Meeting-Spaces auf der Veranstaltung vereinbaren. www.chemspeceurope.com
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TERMINE
Kurse, Seminare, Workshops und Messen MÄRZ 2018 20.03.– 23.03.
Anuga Food Tec Ort: D-Köln Veranstalter: Koelnmesse GmbH Messeplatz 1, D-50679 Köln +49 221 8210 info@koelnmesse.de, www.anugafoodtec.de
22.03.
Swiss Symposium on Lab Automation 2018 – Artificial Intelligence on Lab Automation Ort: CH-Rapperswil Veranstalter: ILT Institute for Lab Automation and Mechatronics Oberseestrasse 10, CH-8640 Rapperswil +41 55 222 47 27 labsymposium@hsr.ch www.ilt.hsr.ch/Labsymposium
27.03.
Grundkurs Dampf und Kondensat Ort: CH-Suhr Veranstalter: Franz Gysi AG Bachstrasse 34, CH-5034 Suhr +41 62 855 00 00 zentrale@fgysi.ch, www.fgysi.ch
18.04.– 19.04.
Qualitätsverbesserung und Kostenreduzierung durch statistische Versuchsmethodik – Design of Experiments Ort: D-Frankfurt am Main Veranstalter: Gesellschaft Deutscher Chemiker Postfach 90 04 40, D-60444 Frankfurt am Main +49 69 7917 665 fb@gdch.de, www.gdch.de/fortbildung
19.04.
Grundlagen in der HPLC Ort: CH-Schlieren Veranstalter: Brechbühler AG Steinwiesenstrasse 3, CH-8952 Schlieren +41 44 732 31 31 kurse@brechbuehler.ch, www.brechbuehler.ch
19.04.– 20.04.
Interpretation von FT-IR Spektren, Applikationen in der Polymerchemie Ort: CH-Biel-Benken Veranstalter: Portmann Instruments AG Gewerbestrasse 18, CH-4105 Biel-Benken +41 58 765 52 00 infodas@eawag.ch, kurse.scg.ch
23.04.– 24.04.
Visualisierung von Labordaten mit Excel Ort: CH-Allschwil Veranstalter: Aicos Technologies AG Sandweg 46, CH-4123 Allschwil +41 61 686 98 77 info@aicos.com, www.aicos.ch
24.04.
Von der chemischen Struktur zur HPLC-Methode Ort: CH-Dübendorf Veranstalter: Swiss Chemical Society / Division of Analytical Science DAS Schweizerische Chemische Gesellschaft (SCG), Haus der Akademien, Laupenstrasse 7, Postfach, CH-3001 Bern +41 58 765 52 00 infodas@eawag.ch, kurse.scg.ch
24.04.– 25.04.
Polymeradditive Ort: D-Frankfurt am Main Veranstalter: Gesellschaft Deutscher Chemiker Postfach 90 04 40, D-60444 Frankfurt am Main +49 69 7917 665 fb@gdch.de, www.gdch.de/fortbildung
25.04.– 27.04.
GPC Intensivkurs in Theorie und Praxis Ort: D-Mainz Veranstalter: PSS Polymer Standards +49 6131 96 23 90 info@pss-polymer.com, www.pss-polymer.com
26.04.
Sichere Chemikalienlagerung Ort: CH-Buchs Veranstalter: EcoServe International AG Pulverhausweg 13, CH-5033 Buchse +41 62 837 08 10 info@ecoserve.ch, www.ecoserve.ch
26.04.– 27.04.
Versuchsplanung und -auswertung mit Stavex, Teil A Ort: CH-Allschwil Veranstalter: Aicos Technologies AG Sandweg 46, CH-4123 Allschwil +41 61 686 98 77 info@aicos.com, www.aicos.ch
APRIL 2018 06.04.
SCS Spring Meeting 2018 – Bio inspired Chemistry Ort: CH-Neuenburg, Universität Veranstalter: Swiss Chemical Society Haus der Akademien, Laupenstrasse 7, Postfach, CH-3001 Bern +41 31 306 92 92 info@scg.ch, www.scg.ch
10.04.
Basis: GMP Dokumentation Ort: CH-Olten Veranstalter: PTS Training Service Am Freigericht 8, D-59759 Arnsberg +49 2932 51 477 info@pts.eu, www.pts.eu
11.04.
Nanoflow-HPLC-MS: Praktische Grundlagen beim Arbeiten mit kleinen Flussraten Ort: CH-Dübendorf Veranstalter: Schweizerische Chemische Gesellschaft (SCG), Division of Analytical Science DAS Haus der Akademien, Laupenstrasse 7, Postfach, CH-3001 Bern +41 58 765 52 00 infodas@eawag.ch, kurse.scg.ch
16.04.– 17.04.
Analyse von Materialflüssen mittels Simulation, Teil A Ort: CH-Allschwil Veranstalter: Aicos Technologies AG Sandweg 46, CH-4123 Allschwil +41 61 686 98 77 info@aicos.com, www.aicos.ch
17.04.– 18.04.
Einführung in die Gaschromatographie (GC) Ort: CH-Schlieren Veranstalter: Brechbühler AG Steinwiesenstrasse 3, CH-8952 Schlieren +41 44 732 31 31 kurse@brechbuehler.ch, www.brechbuehler.ch
3/2018
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FIRMEN BERICHTEN
Neuer Standort für die Qualitäts- und Sicherheitsprüfung
Flexible Laborumgebung in kurzer Zeit realisiert Das auf Qualitäts- und Sicherheitsprüfungen spezialisierte Unternehmen Intertek richtete 2015 im TechCenter Reinach innerhalb weniger Monate neue Laborarbeitsplätze ein. Bei der Wahl des geeigneten Partners für die Medien- und Energieversorgung der Labors waren Modularität und Flexibilität wichtige Entscheidungskriterien.
der neuen Laborräumlichkeiten setzte Intertek auf eine Partnerschaft mit dem in diesem Bereich besonders renommierten Unternehmen H. Lüdi + Co. AG. «Bei der Laborplanung für den neuen Standort in Reinach zeigte sich, dass die Anforderungen bezüglich Flexibilität und Modularität der Laborinfrastruktur hoch sind», erklärt Ulrich Walter von Intertek den Entscheid. «Wir müssen unsere Dienstleistungen jederzeit anpassen und auf veränderte staatliche Vorgaben reagieren können, ohne gleich das ganze Labor umbauen zu müssen», präzisiert Ulrich Walter.
Enger Zeitrahmen für Einrichtung neuer Labors
Moderne Laborumgebung mit hoher Flexibilität
Der zeitliche Rahmen zur Vorbereitung des Umzugs vom Basler Rosental-Areal ins TechCenter Reinach war verhältnismässig eng. Nach der Planungsphase während der ersten Jahreshälfte 2015 stand für die Installation der Labors nur die Zeit zwischen Ende August und Mitte November zur Verfügung. Für die Medienversorgung
Um die Laborarbeitsplätze mit Elektrizität, Gasen, Wasser, Vakuum und Kühlmedien zu versorgen, setzte man auf die Mediensäulen von Lüdi. Die Mediensäulen sind an einer stabilen Aluminiumhalterung aufgehängt, die analog eines Schienensystems an der Decke über die gesamte Länge der einzelnen Laboreinheiten verläuft.
Damit ist es möglich, die Mediensäulen bei Bedarf zu verschieben. Doch auch die Ausstattung der Mediensäulen lässt sich nachträglich wieder anpassen, je nachdem, welche Medien benötigt werden. Das System ist in kurzer Zeit lieferbar und auch sehr rasch installiert.
Kurzfristige Anpassungen bei der Laborausstattung Ein Schweizer Laborplaner plante mittels 3-D-CAD Konstruktionen den kompletten Laborausbau und die H. Lüdi + Co. AG implementierte anschliessend die Energieund Medienversorgung der Laboratorien. Für viele Laborarbeitsplätze war die Installation von 102 Mediensäulen vorgesehen. Als sich während der Lieferzeit herausstellte, dass einzelne Mediensäulen anders eingerichtet werden müssen als ursprünglich geplant, konnte den veränderten Anforderungen mühelos entsprochen werden. «Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass sich bei der Einrichtung von neuen
Bilder: H. Lüdi + Co. AG
Intertek konnte im TechCenter Reinach für einen freien Raum von 2200 Quadratmetern nach eigenen Vorstellungen die Raumeinteilung vornehmen und zusammen mit den entsprechenden Partnern die Innenausstattung realisieren. Für den neuen Standort mussten im Wesentlichen zwei Laborbereiche neu eingerichtet werden. Zum einen den Bereich für Testverfahren an Materialen und Werkstoffen wie Metall, Kunststoff oder Beton, zum anderen den klassischen, analytischen Bereich mit Spektroskopie, Mikroskopie und chromatographischer Analytik.
Um die Laborarbeitsplätze mit Elektrizität, Gasen, Wasser, Vakuum und Kühlmedien zu versorgen, hat Intertek Mediensäulen der H. Lüdi + Co. AG installieren lassen.
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Die Mediensäulen von Lüdi sind flexibel einsetzbar. An der Decke installiert, können sie bei Bedarf verschoben werden.
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FIRMEN BERICHTEN
Höchstleistung
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Aufgrund des engen Zeitrahmens war ein gut funktionierender Informationsaustausch zwischen den am Innenausbau beteiligten Firmen unabdingbar. Seitens Lüdi waren sowohl der für die Montage vor Ort zuständige Mitarbeiter, als auch der für die Planung zuständige Projektleiter für Fragen und Rücksprachen stets verfügbar. Dank der guten Kommunikation war inklusive der erforderlichen Anlagetests ein fliessender Übergang von der Installations- zur Inbetriebnahmephase möglich.
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Labors die Anforderungen nochmals kurzfristig ändern», sagt Beat Kunz, Projektleiter bei Lüdi. «Dann erweisen sich die Mediensäulen dank ihrer Flexibilität bei der Platzierung und Bestückung bereits als grosser Vorteil», so Kunz. Neben den Mediensäulen wurden bei Intertek auch Armaturen für sieben Kapellen installiert.
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Die Mediensäulen von Lüdi machen auch die Anschlüsse für Strom und PC-Netzwerk verfügbar.
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Bild: Lutz Lück
REPORTAGE
Es gibt noch Platz für Erweiterungen und Neuansiedlungen im Chemie- und Industriepark Zeitz.
Recherchereise in Sachsen-Anhalt (2)
Der Chemie- und Industriepark Zeitz Der Chemie- und Industriepark Zeitz umfasst rund 232 Hektar. Er zählt damit zu den mittelgrossen Chemiestandorten in Deutschland. Insgesamt haben sich 50 Unternehmen niedergelassen. Die Industriebetriebe erwirtschaften jährlich mehr als 300 Millionen Euro und haben zusammen knapp 400 Millionen Euro in Sachanlagen investiert. Sie beschäftigen mehr als 600 Mitarbeiter; rund 400 weitere Beschäftigte stellen die ansässigen 5 Energieerzeuger und 35 Industriedienstleister.
Kurt Hermann In den Jahren 1937 bis 1939 wurde am Ort des heutigen Chemie- und Industrieparks Zeitz ein Hydrierwerk erstellt, in dem Treib- und Schmierstoffe nach einem von den Chemikern Friedrich Bergius und Matthias Pier entwickelten Verfahren produziert wurden. Das Ausgangsprodukt – Braunkohleschwelteer – stammte aus den nahe gelegenen Braunkohlebergwerken, wo es beim Trocknen der Kohle anfiel. Beim Bergius-Pier-Verfahren werden Makromoleküle bei hohem Druck und hoher Temperatur in Anwesenheit von Wasserstoff zu Molekülen mit weniger Atomen abgebaut.
Zeiten grösster Hersteller von Zweitakt-Motorenölen. Nach der Wende wurde das Hydrierwerk vollständig abgetragen, da die Technologie viel zu teuer war, um wettbewerbsfähig zu sein. 1996, vier Jahre später, wurde auch die Raffinerie abgerissen. «Das bedeutete für uns Kahlschlag, also Tabula rasa im Prinzip. Das unterscheidet uns auch noch bis heute von den anderen Parks», sagte Arvid Friebe, Geschäftsführer
Während des 2. Weltkriegs fielen über 900 Bomben auf die kriegswichtigen Anlagen. Diese wurden nach Kriegsende wieder aufgebaut. In der DDR-Zeit wurde die ursprüngliche Kapazität von 300 000 auf 700 000 Tonnen Hydrierprodukte pro Jahr erhöht. 1974 konnte zudem eine Erdölraffinerie (Kapazität: rund 2,8 Millionen Tonnen pro Jahr) in Betrieb genommen werden. Das Hydrierwerk Zeitz war zu DDR23 8
Bild: Wolfgang Kubak
Tabula rasa nach der Wende
Arvid Friebe, Geschäftsführer der Infra-Zeitz Servicegesellschaft mbH.
der Infra-Zeitz Servicegesellschaft mbH, anlässlich einer Vorstellung des Zeitzer Chemieparks, dessen Eigentümer die Zeitzer Standortgesellschaft mbH ist. Friebe ist aktuell auch Sprecher von CeChemNet, in das Zeitz eingebunden ist.
Zeitz ist anders als die andern Chemieparks Zuständig für den Betrieb und die Entwicklung des Chemieparks ist die Infra-Zeitz. Sie ist Standortmanager und Servicepartner und betreut mit ihren mehr als 50 Mitarbeitern die ansässigen Unternehmen mit Immobilien- und Facility Management sowie massgeschneiderten Infrastruktur- und technischen Dienstleistungen rund um das Thema «Wasserwirtschaft». Sie verfügt über 232 Hektar industriell nutzbare Fläche (ungefähr ein Siebtel der Chemieparks Leuna oder Bitterfeld-Wolfen). Davon sind 60 Hektar noch frei. Niedergelassen haben sich insgesamt fünfzig Betriebe. Die 10 Industriebetriebe beschäftigen mehr als 600 Mitarbeiter. In Sachanlagen haben sie 400 Millionen Euro investiert; der Jahresumsatz beträgt rund 300 Millionen Euro. In 35 industrienahen Dienstleistungsunternehmen und 5 Ener3/2018
REPORTAGE
gieerzeugern sowie in Forschung und Entwicklung sind weitere 400 Personen tätig. Friebe nennt fünf Merkmale, die den Zeitzer Chemiepark von anderen Chemieparks unterscheiden: • Der Chemiepark ist kein geschlossenes Areal. Abgesehen von der Abwasserentsorgung gibt es keine Zwangsdienstleistungen. • Der Chemiepark ist unabhängig, also nicht Eigentum von Grosskonzernen wie BASF oder Bayer. • Der Chemiepark ist mittelständisch geprägt. • Mit Firmen aus der Ukraine, Amerika, Italien und China ist der Chemiepark international aufgestellt. • Infra-Zeitz ist nachhaltig: Mehr als 40 Prozent der elektrischen Energie stammt aus erneuerbaren Energien (mehrere di-
rekt einspeisenden Solarparks, Biogasanlagen sowie Stromproduktion aus Klärgas). Zudem stammen 70 Prozent der verarbeiteten Rohstoffe aus Recyclingmaterial beziehungsweise Biomasse.
Bunter Firmenmix Im Chemie- und Industriepark Zeitz werden recht unterschiedliche Produkte erzeugt. Die wichtigsten ansässigen Unternehmen und ihre Produkte sind: • Die italienische Radici-Gruppe war 2001 der erste Grossinvestor. Die aktuell 190 Mitarbeiter der Radici Chimica Deutschland GmbH produzieren im vollständig neu erstellten Industriekomplex Adipinsäure sowie deren Vorprodukte Cyclohexanol und Salpetersäure.
Bild: Europäisches Patentamt
Die «Superschwamm» aus Zeitz Im Jahr 2010 unterlief einem Mitarbeiter der Deurex AG bei der Einstellung einer über Nacht laufenden Maschine ein Fehler. Am anderen Morgen war der gesamte Fabrikboden mit einer watteähnlichen weissen Substanz bedeckt. Günther Hufschmid und seine Mitarbeiter entwickelten daraus das Öl- und Chemikalienbindemittel Deurex Pure, das vom Europäischen Patentamt mit dem europäischen Erfinderpreis 2017 ausgezeichnet wurde. Das Europäische Patentamt schreibt: «Dank einer zufälligen Entdeckung hat die Welt eine neue Superwaffe im Kampf gegen Ölteppiche und chemische Verschmutzungen. Es handelt sich um ein synthetisches Wachs, das von Günter Hufschmid und seinem Team bei dem deutschen Unternehmen Deurex entwickelt wurde. Es kann fast das Siebenfache seines eigenen Gewichts an hydrophoben Flüssigkeiten aufsaugen, ohne dabei Wasser aufzunehmen. Das macht es zu einem idealen Mittel, um Verschmutzungen durch ausgelaufenes Öl und andere flüssige Chemikalien zu beseitigen – ob auf dem Boden einer Autowerkstatt oder in der Umgebung einer Ölplattform auf hoher See.» (Quelle: www.epo.org) Dank der grossen Oberfläche von 3 Quadratmeter pro Gramm werden die Schadstoffe rasch aufgenommen. Die mit den Schadstoffen beladene hydrophobe Wachswatte schwimmt auch im gesättigten Zustand auf der Wasseroberfläche. Sie lässt sich dadurch leicht einsammeln. Nach dem Auswringen kann sie erneut eingesetzt werden.
Stufen der Entfernung eines Ölteppichs: Deurex Pure wird auf dem verunreinigten Wasser verteilt, saugt sich mit dem Schadstoff voll und lässt sich anschliessend problemlos mechanisch entfernen. Zurück bleibt reines Wasser.
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REPORTAGE
Bild: Lutz Lück/Beschrif tung Kur t Hermann
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Die grössten Ansiedlungen in Zeitz: Interstarch GmbH, Puraglobe GmbH und Radici Chimica Deutschland GmbH.
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• Die Puraglobe GmbH, die deutsche Tochter der Puralube Inc. (Wayne/USA) beschäftigt 105 Mitarbeiter. Sie betreibt zwei Raffinerien mit einem Gesamtdurchsatz von 150 000 Jahrestonnen Gebrauchtöl. Daraus werden nach einem modernen Verfahren 90 000 t Basisöle (zentrale Bestandteile vieler Schmierstoffe) und 50 000 Tonnen weitere Mineralölprodukte hergestellt. • Die Deurex AG ist bekannt für ihre Spezialwachse, wachsbasierten Öl- und Chemikalienbindemittel (siehe Kasten) sowie Zuckerrohrwachse. Sie beschäftigt rund 15 Mitarbeiter. • Im Jahr 2011 übernahm der ukrainische Unternehmer und Politiker Poroshenko die zwei Jahre zuvor gegründete insolvente Weizenstärkefabrik in Zeitz. Aus 120 000 Tonnen gentechnikfreiem Weizen produziert die Interstarch GmbH mit rund 80 Mitarbeitern jährlich 60 000 Tonnen native und modifi zierte Weizenstärke, 10 000 Tonnen Weizengluten sowie 50 000 Tonnen Futtermittel.
Investitionen in die Zukunft Infra-Zeitz versorgt die ansässigen Betriebe mit Brauch- und Löschwasser, Rückkühlwasser, vollentsalztem Wasser (Deionat), Prozesswasser (Trinkwasserqualität) und entsorgt betriebliche Abwässer (Schmutz- und Regenwasser sowie Industrieabwasser). Der Chemiepark verfügt zudem über ein doppeltes 20-kV-Areal-
Stromnetz und ist über zwei 40-MWTransformatoren redundant an zwei 110kV-Landes-Stromnetze angebunden. Trinkwasser und Erdgas werden von regionalen Versorgern herangeführt, beide Medien sogar im Industriemassstab. Technische Gase (Wasserstoff, Stickstoff, Druckluft) stellt Infra-Zeitz als Betriebsführer zur Verfügung. Dank Investitionen von 50 Millionen Euro werden 100 neue Arbeitsplätze entstehen: Puraglobe, Interstarch und Deurex erweitern ihre Gebäude und Anlagen, zwei Betriebe siedeln sich neu an. Doch auch Infra Zeitz hat Ausbaupläne. Friebe betonte, die ansässigen Betriebe erwarteten vom Standortbetreiber verlässliche und attraktive Dienstleistungsangebote. Er ergänzte: «Bis 2019 beabsichtigen wir noch einmal etwa 18 Millionen Euro für die Erweiterung der Entsorgungs- und Aufbereitungsanlagen sowie die weitere Baufeldfreimachung im Chemie- und Industriepark aufzuwenden.»
Kontakt Infra-Zeitz Servicegesellschaft mbH Chemie- und Industriepark Zeitz Hauptstrasse 30 D-06729 Elsteraue +49 3441 / 84 24 02 infra@industriepark-zeitz.de www.industriepark-zeitz.de
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FORSCHUNGSWELT
Molekulare Alleskönner
Elektronische Eigenschaften von Porphyrinen
Bild: Karl-Franzens-Universität Graz
Am Institut für Physik der Karl-Franzens-Universität Graz forschen Daniel Lüftner und Peter Puschnig seit Jahren an den Grundlagen für neue Halbleitertechnologien. Die Wissenschafter testen dabei gemeinsam mit KollegInnen des deutschen Forschungszentrums Jülich sowie der Universität Triest organische Moleküle auf deren elektronische Eigenschaften.
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Anlagerung eines Nickelporphyrin-Komplexes auf ein Kupfersubstrat.
Porphyrine spielen in biologischen Systemen eine wichtige Rolle. So sind Eisenporphyrine ein wesentlicher Bestandteil des Hämoglobins und damit verantwortlich für den Sauerstofftransport im menschlichen Körper. «Inspiriert durch diese biologische Funktion werden Porphyrinen aber auch vielfältige technologische Anwendungsmöglichkeiten zugesprochen. Diese reichen von organischen Solarzellen über Gassensoren und Einzelmolekül-Schaltern bis hin zu Spinfiltern», erzählt Peter Puschnig von der Karl-Franzens-Universität Graz. Insbesondere beeinflussen die atomare Struktur der Grenzschicht sowie die Wechselwirkung zwischen Molekül und Metall letztendlich die erwünschte Funktionalität.
Nickeltetraphenylporphyrin auf Kupfersubstrat Das Verhalten der Elektronen in Grenzschichten und der Ladungstransfer zwischen den beiden Teilsystemen ist noch nicht eindeutig geklärt. In einem Experiment haben die Wissenschafter eine ultradünne Schicht (kleiner als einen Nanometer) von Nickeltetraphenylporphyrin auf ein Kupfersubstrat aufgedampft. 13 0/ 2/ 20 01 18 7
Die atomare Struktur wurde mithilfe eines Rastertunnelmikroskops untersucht. Die nicht erreichbaren Bereiche des Moleküls wurden mithilfe der Fotoemissions-Tomografie betrachtet. Diese Technik, die in den vergangenen Jahren in Graz und Jülich entwickelt worden ist, ermöglicht die detaillierte Bestimmung der energetischen Lage sowie der räumlichen Struktur einzelner Molekülorbitale. «Die Analyse unserer quantenmechanischen Berechnungen ergab einen unerwartet grossen Elektronenübertrag vom Metall auf das Molekül», erklärt dazu der Grazer Physiker Daniel Lüftner und führt aus: «Die Resultate belegen, dass Porphyrine – trotz der jahrelangen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Molekül – noch immer neue Fragen aufwerfen und zu neuen Erkenntnissen führen.» Originalpublikation Giovanni Zamborlini et al., «Multi-orbital charge transfer at highly oriented organic/ metal interfaces», Nature Communications (2017); DOI: 10.1038/s41467-017-00402-0
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MANAGEMENT
ISO/IEC-Norm 17025:2017 wurde revidiert
Neue Vorgaben für Prüf- und Kalibrierlabors Mehr als 60 000 Prüf- und Kalibrierlabors weltweit müssen die revidierte ISO/IEC-Norm 17025:2017 binnen drei Jahren implementieren. Auch die Schweizer Labors, die Prüfenden und die Akkreditierungsstelle müssen ihre Prozesse anpassen.
tur bildet den natürlichen Prozessablauf ab, von der Planung über das Testen bis zum Kontrollmanagement». Er rät den Verantwortlichen, die revidierte Norm vor allem mit Blick auf tatsächliche Neuerungen zu durchforsten, um festzustellen, wo es Anpassungen in der Laborpraxis braucht. Ist ein Labor bereits nach der Qualitätsmanagementsystem-Norm ISO 9001 zertifi ziert, kann es dieses Managementsystem benutzen und muss nur noch die technischen Aspekte nachführen.
Neue Begriffe prägen die Norm Das risikobasierte Denken ist neu in der Norm für Prüf- und Kalibrierlabors. Das bedeutet, dass Labors potenzielle Risiken analysieren, einschätzen und entsprechende Massnahmen treffen müssen. Allerdings wird kein umfassendes Risikomanagement gefordert. Weiter gibt es in der Norm eine Präzisierung im Bereich der Entscheidungsregeln
(sogenannte Pass-Fail-Entscheidungen). Sie betrifft Prüf- und Kalibrierlabors, die bisher nicht ausweisen mussten, worauf ihre Entscheidungen basieren. Das ist nun anders: Die Entscheidungen müssen nun begründet und transparent gemacht werden und das Labor muss die Risiken einer Falschentscheidung kennen. Eine Anpassung erfolgte auch mit dem Begriff der Unparteilichkeit, der den Begriff der Unabhängigkeit ersetzt. Unparteilichkeit ist der treffendere Begriff im Zusammenhang mit risikobasiertem Denken. Labors dürfen sich demnach nicht unter Druck setzen lassen, etwa aus wirtschaftlichen Gründen oder durch eine Verflechtung mit den Auftraggebenden.
Karteikästchen sind passé Doch warum war eine Anpassung der ISO/ IEC 17025 dringend erforderlich? Mehrere nationale Gremien gaben den Anstoss, diese Norm zu revidieren. Die gültige Norm von 2005 war veraltet, stammte sie
Bilder: SNV
Christian Müller-Schöll leitet selbst das Kalibrierlabor der international tätigen Firma Mettler-Toledo, und er muss es demnächst auf den Stand der neuen ISO/IEC-Norm bringen. Er kennt allerdings den aktualisierten Normentext mit dem Titel «Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien» sehr gut. Der Ingenieur hat intensiv in der ISO-Arbeitsgruppe zur Revision der Norm mitgearbeitet und die Schweizerische Normen-Vereinigung (SNV) in diesem Gremium vertreten. Er weiss, dass zahlreiche Vorgaben in geprüften Labors bereits umgesetzt sind, da sie schon in der alten Norm enthalten waren und erklärt: «Die bisherigen Vorgaben waren gut und anerkannt und wurden deshalb auch in den neuen Normentext eingebaut. Das ist allerdings nicht so offensichtlich, weil die alte Norm mit der Revision der einheitlichen Struktur der ISO/IEC 17 000er-Normenreihe angeglichen wurde und gewisse Textabschnitte lediglich innerhalb der Norm verschoben wurden. Die neue Struk-
Die überarbeitete Norm betrifft alle Prüf- und Kalibrierlabors.
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Neu in der Norm geregelt: das risikobasierte Denken.
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MANAGEMENT
doch aus einer Zeit, in der noch häufig Karteikästchen und Taschenrechner zum Einsatz kamen. 2014 wurde mit der Arbeit an der neuen Norm begonnen. Das stringente Projektmanagement der ISO ermöglichte es, dass die neue Norm innerhalb des von ISO vorgegebenen Zeitrahmens erarbeitet werden konnte. Immerhin haben rund 150 internationale Expertinnen und Experten am Normentext gearbeitet, und bei den öffentlichen Umfragen in 138 ISO-Mitgliedsländern sind insgesamt über 6000 Kommentare eingegangen, die von der ISO-Arbeitsgruppe berücksichtigt werden mussten. Christian Müller-Schöll erlebte diesen Prozess als anstrengend, aber auch spannend. Wer schon einmal in einem grösseren und dazu noch internationalen Team einen Text erarbeitet hat, weiss, wovon er spricht. Er berichtet von intensiven Diskussionen, grundsätzlichen Fragen und der Herausforderung, Inhalte so zu formulieren, dass sie konsensfähig werden.
antwortung den Labors selbst.» Und David Rais, leitender Begutachter der SAS, betont: «Für uns wird es anspruchsvoller und interessanter, auch weil man tiefer in die Materie eintauchen muss, damit die Einschätzungen der Labors nachvollzogen und beurteilt werden können.»
Weitere Informationen unter www.snv.ch oder www.sas.admin.ch
Kontakt Barbara Guder Schweizerische Normen-Vereinigung (SNV) Bürglistrasse 29 CH-8400 Winterthur +41 52 224 54 14 barbara.guder@snv.ch www.snv.ch
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Drei Jahre Übergangsfrist Die Labors müssen die aktualisierte Norm innert dreier Jahre nach der Publikation der englischsprachigen Version implementieren. So schreibt es die internationale Vereinigung der Akkreditierungsstellen für Laboratorien und Inspektionsstellen ILAC vor. Auch wenn die international vorgegebene Übergangszeit kurz ist, ist die Schweizer Akkreditierungsstelle (SAS) gut auf Kurs. Ab 1. März 2018 sind die neuen Akkreditierungsgrundlagen bereit. Ab 1. Juli 2018 werden alle Begutachtungen nur noch nach der neuen Norm durchgeführt. Ende Mai 2020 müssen alle Labors in der Schweiz durch die SAS auf die neue Norm hin begutachtet sein.
Weniger Checklisten, mehr Eigenverantwortung Was sicher in Bezug auf die ISO/IEC-Norm 17025 neu ist: Die Begutachtungen erfolgen mit einem risikobasierten Ansatz und verlangen eine fallbezogene Beurteilung. Thomas Hilger, stellvertretender Ressortleiter Metrologie und Ingenieurwesen von der SAS, hält diesbezüglich fest: «Die neue Norm erfordert eine weniger formalistische Prüfung und übergibt die Hauptver3/2018
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MANAGEMENT
Life-Science-Fachkräfteindex für das zweite Halbjahr 2017
Stagnierende Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt Der Fachkräfteindex von Hays wird in der Schweiz für vier Berufsgruppen, unter anderem auch für den Bereich Life Science, erhoben. Dieses Instrument erlaubt Stellensuchenden sich über Trends ihrer Branche zu orientieren. Gero Knüfer, Division Manager bei der Hays (Schweiz) AG, beantwortet Fragen der «ChemieXtra»-Redaktion.
Das Personalrekrutierungsunternehmen Hays untersucht im Bereich Life Science regelmässig die Nachfrage nach Fachkräften. Es wird die Nachfrage nach Positionen wie Clinical Project Manager, Medical Manager, Quality Manager sowie Regulatory Affairs Manager analysiert. Der Index bildet die Entwicklung der Nachfrage ab, die sich für die jeweilige Berufsgruppe von Quartal zu Quartal ergibt. Der Index basiert auf der Auswertung aller Stellenanzeigen in regionalen und überregionalen Tageszeitungen sowie der meistfrequentierten Online-Jobbörsen. Den Referenzwert von 100 bildet das 4. Quartal 2011. Die Nachfrage lag Ende 2017 praktisch gleichauf wie zur Jahresmitte. Fehlen der Life-Science-Branche in der Schweiz derzeit die richtigen Impulse? Nein, die richtigen Impulse fehlen sicherlich nicht. Ich interpretiere den Verlauf eher als auf hohem Niveau verharrend. Wir sehen, dass zurzeit in allen Bereichen gesucht wird, ohne dass eine Spezialisierung besonders heraussticht. Solche Auffälligkeiten entstehen meist durch externe Auslöser, beispielsweise durch die Bekanntgabe neuer oder die bevorstehende Änderung bestehender Regularien. Dann müssen sich die Firmen auf weitreichende Änderungen vorbereiten. Die Life-Science-Branche weist einen stark zyklischen Ablauf auf: Neue klinische Studien werden aufgegleist und durchgeführt und enden dann – wenn alles gut läuft – in neuen Medikamenten, die eine Zulassung benötigen. Entsprechend wandelt sich in dieser Zeit auch die Nachfrage nach den einzelnen Skills. Stehen in nächster Zeit neue Studien an, die den Arbeitsmarkt befeuern werden? 24 4
Es sind ja nicht nur Studien, die den LifeScience-Markt befeuern, sondern auch Firmenzusammenschlüsse sowie Änderungen von Unternehmensstrategien und Regularien. Wechsel an der Spitze von grossen Pharmakonzernen können unter Umständen diese Ereignisse zusätzlich beschleunigen. Momentan ist auf dieser Ebene viel in Bewegung, weshalb es durchaus sein kann, dass im Laufe des Jahres auch wieder mehr Schwung in den Arbeitsmarkt kommt. Bei Betrachtung der Kurve über die letzten Jahre hinweg fällt das Nachfragehoch auf, das im 3. Quartal 2014 seine Spitze erreicht. Seither sind die Änderungen von Quartal zu Quartal ver-
gleichsweise moderat. War diese Spitze eine einmalige Entwicklung, oder können wir auf Grund der Zyklizität der Branche in näherer Zukunft mit einem erneuten Nachfrageausbruch rechnen? Ein Zyklus in der Pharmabranche kann durchaus einmal drei bis vier Jahre dauern. Das hängt zum einen mit der Dauer von grossen, richtungsweisenden Studien zusammen, aber auch mit einer Neuausrichtung in den Unternehmensstrategien und letztlich mit der Digitalisierung. Die Pharmabranche kann und wird vieles (weiter-) automatisieren, was sich bei Beendigung eines Projekts in Personalbewegungen niederschlägt. Ich rechne tatsächlich wieder mit diversen Spitzen, allerdings nicht unbedingt im Ausmass von 2014.
Hays Fachkräfteindex für die zweite Jahreshälfte 2017 (Referenzwert: Quartal 4 / 2011).
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MANAGEMENT
Welche Entwicklungen (zum Beispiel politisch, wirtschaftlich, rechtlich) kommen in nächster Zeit auf die Branche zu, welche die Nachfrage beeinflussen werden? Pharmaunternehmen sind unabhängiger von wirtschaftlichen oder politischen Einflüssen als andere Branchen und reagieren daher weniger volatil auf Entwicklungen in diesen Bereichen. Ungleich grösseren Einfluss – positiv wie negativ – haben zum einen eben neue Studien, in deren Folge neue Medikamente auf den Markt kommen, und auslaufende Patente und zum anderen Änderungen des Arbeitsmarkts. Aufgrund der immer genaueren Methoden und der stets komplexeren Regelwerke werden zusehends spezialisierte Mitarbeitende gebraucht – damit wächst der Bedarf an Mitarbeitenden. Änderungen von Regelwerken lassen etwa die Nachfrage nach bestimmten Spezialisten aus dem Bereich «Regulatory Affairs» steigen. Tätigkeiten, die automatisiert werden können, fallen hingegen weg. Diese ständige Bewegung bietet gute Aussichten für den Arbeitsmarkt in der Pharmabranche. Auch in den anderen untersuchten Branchen der Schweizer Wirtschaft verzeichnet der Hays Fachkräfteindex derzeit
eine stagnierende oder sinkende Nachfrage. Sehen Sie hier einen branchenübergreifenden Zusammenhang, oder ist das unabhängig? Grundsätzlich scheint die Schweizer Wirtschaft ja gut zu laufen. Ich glaube nicht, dass ein Zusammenhang besteht. Selbstverständlich ist auch die Pharmabranche von der allgemeinen Wirtschaftslage abhängig, jedoch – wie gesagt – deutlich geringer als andere. Im aktuellen Fall spielt wohl eher der Jahreswechsel eine Rolle: Zum Beginn eines Jahres werden neue Personalstrategien erstellt, und damit stagniert der Personalbedarf zum Jahresende oft. Was denken Sie, wie sich die Nachfrage in der ersten Jahreshälfte entwickeln wird? Ich denke, dass die Nachfrage in den nächsten Monaten wieder steigen wird. In jüngster Zeit traten viele Veränderungen im Pharmamarkt auf: Zusammenschlüsse oder Aufkäufe von Unternehmen, aber auch Wechsel in der Unternehmensführung grosser Pharmakonzerne. Es wird daher sicherlich ein spannendes Jahr werden.
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PUBLIREPORTAGE
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Bei hochsensiblen Produktionsprozessen unter Reinraumbedingungen in der Pharmaindustrie, Medizinaltechnik oder Mikroelektronik ist der Mensch die grösste Kontaminationsquelle. Um einwandfreie Produkte herzustellen, ist neben technischen Massnahmen in Infrastruktur und Lüftungstechnik ein wirksamer textiler Produktschutz mit spezieller Reinraumkleidung unabdingbar. Die Reinraumkleidung hat die Funktion eines Filters für die vom Menschen abgegebenen Partikel. Auf dem Markt sind Einweg- und Mehrwegkleidung erhältlich. Bardusch, einer der führenden Textildienstleister in der Schweiz, bietet den Kunden Reinraum-Mehrwegkleidung mit fachgerechter Aufbereitung und Logistik an.
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PUBLIREPORTAGE
sche Aufladung. Zudem zeigen sich dekontaminierbare Reinraumtextilien im Gebrauch umweltfreundlicher, da sie kein riesiges Abfallvolumen erzeugen.
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Biotinte für den 3D-Druck Im Labor gezüchtete Gewebe sind ein Hoffnungsträger für Menschen mit Gewebeschädigungen. Sie könnten einmal Knorpelmasse, Nervenbahnen, Hautpartien oder ganze Organe ersetzen, die durch Krankheiten oder Unfälle verletzt wurden. Für die Erzeugung gewebeähnlicher Strukturen im Labor setzen Forschende Julius-Maximilians-Universität Würzburg auf 3D-Druckverfahren und «Biotinte». Sie besteht aus einer Mischung biokompatibler Polymere und lebender Zellen.
Angela Wenzik und Marco Bosch 1 Wissenschaftler der Julius-MaximiliansUniversität Würzburg haben ein neues Thermogel synthetisiert, das alle Anforderungen an Biotinten für die regenerative Medizin erfüllt: Bei Raumtemperatur ist die Verbindung aus Polymeren und lebenden Zellen flüssig, bei Erwärmung geliert das Material (ähnlich wie Gelatine beim
Erkalten). Zudem besitzt es justierbare physikalische und biologische Eigenschaften und ist in ausreichender und gleichbleibender Qualität herstellbar. «Wir denken, dass die robuste und doch variable Synthese eine grosse Stärke dieses neuen Biomaterials sein könnte», sagt Robert Luxenhofer, Professor für Chemische Technologie der Materialsynthese an der Uni Würzburg.
Mechanische Stärke und besondere Struktur Von anderen Thermogelen hebt das Biomaterial sich durch eine besondere mechanische Stärke ab. Zudem unterscheidet sich die Struktur des Gels von anderen bekannten Biotinten: Es bildet ein «bikontinuierliches» schwammartiges Netzwerk aus, dies im Gegensatz zum häufig auftretenden
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KAMMERVOLUMEN VON 25 - 200 LITER Stand- und Tischgeräte mit integriertem Doppelmantel Die Neutronenkleinwinkelstreuapparatur KWS-1 an der Jülicher Aussenstelle am Heinz MeierLeibnitz-Zentrum in Garching eignet sich hervorragend zur Untersuchung von Nanostrukturen. Dadurch erhielten die Würzburger Wissenschaftler gewissermassen einen genauen «Einblick» in ihr Material.
Netzwerk aus dicht gepackten Kugeln. Dies legen Untersuchungen mit Hilfe von Neutronenstreuung nah, welche die Forschenden an einem Gerät des Forschungszentrums Jülich durchführen konnten. «Die Neutronenkleinwinkelstreuapparatur KWS-1, die wir an der Jülicher Aussenstelle am Heinz Meier-Leibnitz-Zentrum in Garching betreiben, ist besonders geeignet, um Strukturen im Bereich einiger Nanometer zu untersuchen. Das ist speziell bei solchen Hydrogelen wichtig, da hier das makroskopische Verhalten oft durch diese Nanostruktur mitbestimmt wird», erklärt Sebastian Jaksch vom Jülich Centre for Neutron Science, der die Neutronenuntersuchungen durchgeführt und ausgewertet hat. «Für eine zukünftige Anwendung ist unser Material auch deshalb spannend, weil es durchgängige Kanäle besitzt, die für das Zellwachstum förderlich sind», ergänzt Sebastian Jaksch.
len, aus denen verschiedene Bindegewebszelltypen entstehen können. Das flüssige Polymer-Zell-Gemisch wird zunächst durch Erwärmung in einen Gelzustand und dann mit 3D-Druckern in die gewünschte Form gebracht. Diese Prozedur überstehen die Zellen gut, zeigten die Forschenden. Sie betonen, dass die genaue chemische Zusammensetzung ihres Thermogels leicht variiert werden kann und das System dadurch sowohl für die weitere Grundlagenforschung als auch für Anwendungen geeignet ist. Originalpublikation Thomas Lorson, Sebastian Jaksch, Michael M. Lübtow, Tomasz Jüngst, Jürgen Groll, Tessa Lühmann, Robert Luxenhofer, «A Thermogelling Supramolecular Hydrogel with Sponge-Like Morphology as a Cytocompatible Bioink»; Biomacromolecules (2017); DOI: 10.1021/acs.biomac.7b00481
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Polymerbausteine und organische Zellen Der Polymeranteil der neuen Biotinte besteht aus zwei sich abwechselnden Polymerbausteinen, von denen einer bei Erwärmung geliert und der andere hydrophil ist. Als biologische Komponente mischten die Forschenden so genannte «Fibroblasten» bei, noch nicht voll differenzierte ZelJulius-Maximilians-Universität Würzburg
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Kontakt Prof. Dr. Robert Luxenhofer Chemische Technologie der Materialsynthese Universität Würzburg Sanderring 2 D-97070 Würzburg +49 931 31 899 30 robert.luxenhofer@uni-wuerzburg.de www.uni-wuerzburg.de
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Ligninbasierte Kohlenstofffasern als Lösung
Präkursormaterialien wie Cellulose und Lignin
Nach Schätzungen des Kompetenznetzwerkes Carbon Composites e. V. (CCeV) steigt der globale Bedarf an Kohlenstofffasern bis zum Jahre 2020 auf etwa 130 000 Tonnen, nicht zuletzt durch die EURO6-Richtlinie zur Verringerung des CO2 -Ausstosses von Automobilen. Karbonfasern, die aus dem Ausgangsmaterial (Precursor) Polyacrylnitril (PAN) durch Verstrecken und anschliessendem Karbonisieren und Graphitieren hergestellt werden, werden hauptsächlich für hochfeste Strukturbauteile verwendet. Aufgrund der hohen Temperaturen, die für diese Schritte nötig sind, werden zur Produktion solcher Fasern allerdings erhebliche Energiemengen benötigt. Weiterhin handelt es sich bei dem hauptsächlich verwendeten PAN-Präkursor um ein erdölbasiertes Material, dessen Vorratsmenge eine natürliche Grenze aufweist. Als alternative Präkursormaterialien können zum Beispiel Pech (Pitch), Cellulose und Lignin verwendet werden, wobei bisher lediglich Pitchfasern kommerziell genutzt werden. Cellulose und Lignin sind die zwei am häufigsten vorkommenden Biopolymere, die als Bestandteile von Pflanzen zu den nachwachsenden Rohstoffen zählen. Während es für Cellulose bereits viele wirtschaftliche Anwendungsmöglichkeiten in der Textilindustrie gibt, handelt es sich bei Lignin häufig um ein Beiprodukt der Papierindustrie, das bisher meist energetisch genutzt wird. Ein weiterer Vorteil von Lignin gegenüber Cellulose ist der höhere Gehalt an Kohlenstoffatomen bezogen auf das Molekülgewicht. Durch die Verarbeitung von Lignin zu Kohlenstofffasern wird eine stoffliche Nutzung gewährleistet. Eine der Herausforderungen bei der Verarbeitung von Lignin 25 0
Bild: LIBRE2020
Seit der Entwicklung der ersten Automobile und Flugzeuge haben sich die verwendeten Werkstoffe stark weiterentwickelt, um den Anforderungen, die sich aus speziellen Anwendungen ergeben, besser entsprechen zu können. Durch neue Technologien und Materialien konnten Werkstoffe entwickelt werden, die Gewicht und Performance von Fahr- und Flugzeugen immer weiter optimieren. Kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe haben dabei sowohl im Automobilbereich wie auch in der Luft- und Raumfahrt eine wichtige Rolle eingenommen.
Prozesskette zur Herstellung von Kohlenstofffaser-Verbundbauteilen aus Lignin.
besteht jedoch im Spinnprozess, da sich reines Lignin sehr spröde verhält. Gegenstand des Horizon 2020-Projekts «LIBRE», die Abkürzung steh für «Lignin Based Carbon Fibres for Composites», das im November 2016 mit einer Laufzeit von vier Jahren gestartet wurde, ist die Nutzung verschiedener Lignine als Präkursor für Karbonfasern. Um die Spinneigenschaften zu verbessern, werden an dem Institut für Verbundwerkstoffe GmbH verschiedene Blends aus Ligninen mit weiteren (Bio-)Polymeren hergestellt, deren Verarbeitbarkeit im Hinblick auf die Prozessanforderungen bewertet wird. Dabei werden unter anderem thermische, rheologische und chemische Eigenschaften der Blends ermittelt und deren Beeinflussung durch Polymertypen und -gewichtsanteile bestimmt. Mittels hochauflösender mikroskopischer Aufnah-
men können beispielsweise Phasen visualisiert und deren chemische Zusammensetzung analysiert werden, welche die mechanischen Eigenschaften der Blends und deren Verarbeitbarkeit zu Kohlenstofffasern massgeblich definieren. Weitere Informationen: www.libre2020.eu
Kontakt Martje Armbrecht, M. Sc. Werkstoffwissenschaft Institut für Verbundwerkstoffe GmbH Erwin-Schrödinger-Str. 58 D-67663 Kaiserslautern +49 631 2017 239 martje.armbrecht@ivw.uni-kl.de www.ivw.uni-kl.de
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Untersuchung klimatischer Einflüsse
Werkzeuge im Check-up Klimatische Bedingungen haben einen grossen Einfluss darauf, wie präzise Werkzeugmaschinen arbeiten. Am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU kann man in einer neu eröffneten Klimazelle testen, wie klimatische Effekte auf die Funktionsweise von Drehmaschine und Co. einwirken.
Bild: Fraunhofer IWU
Werkzeugmaschinen sind thermisch empfindlich. Die meisten Unternehmen fertigen weltweit, oftmals in nicht klimatisierten Umgebungen. Die Folge sind ungenau arbeitende Maschinen, die Ausschuss produzieren. Auch laufende Antriebe und andere Wärmequellen wie etwa heisse Werkzeuge können sich negativ auswirken. Welchen Einfluss klimatische Effekte und Umgebungswechselwirkungen auf Werkzeugmaschinen und deren Komponenten haben, untersuchen Forscher des Fraunhofer IWU in Chemnitz in einer weltweit einzigartigen Klimazelle, die kürzlich eröffnet wurde. «Ziel ist es, die Fertigungsgenauigkeit der Maschinen zu stabilisieren und zu erhöhen», erläutert Janine Glänzel, Wissenschaftlerin am Fraunhofer IWU. Von thermischen Einflüssen besonders betroffen sind beispielsweise Maschinen mit einem langen Bett oder auch vertikal gebaute Systeme, die sich während der Produktion ungleichmässig erwärmen und zur Seite biegen.
Dank einer Aufstellfläche von 40 m 2, einer lichten Höhe von 4,5 m und einer abnehmbaren Deckenkonstruktion lassen sich nicht nur einzelne Komponenten, sondern komplette Werkzeugmaschinen mit dem Hallenkran heben und in der Klimazelle platzieren. Die temperierbare Bodenplatte ist auf ein Gewicht von maximal 20 t ausgelegt.
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Simulation diverser Klimata Die Wissenschaftlerin und ihr Team simulieren verschiedenste Temperaturszenarien: In dem neu eröffneten Prüflabor lassen sich Temperaturen von 10 bis 40 Grad Celsius mit einem Toleranzbereich von plus/minus 0,1 Kelvin und eine Luftfeuchte von 10 bis 90 Prozent mit einer Toleranz von drei Prozent einstellen. «Wir haben die bereits bestehende Thermozelle zur Klimazelle umgerüstet. Durch neue Lüftungskomponenten, Dampfbefeuchter und Absorptionstrockner können wir jetzt neben der Temperatur zusätzlich die Luftfeuchte regeln», sagt Janine Glänzel. Die Forscherin und ihre Kollegen sind beispielsweise in der Lage, den Einfluss der Luftfeuchtigkeit auf das Quellverhalten moderner Materialien wie Mineralbeton zu untersuchen.
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Thermische Schwachstellenanalyse Bevor der Messaufbau startet, ermitteln die Forschenden mithilfe einer simulationsgestützten Analyse die optimale Platzierung der Temperatur- und Verlagerungssensoren. Mit den Temperatursensoren können sie den Einfluss innerer als auch äusserer Wärmelasten auf die Maschinenstruktur erfassen. Während des Experiments werden Temperaturschwankungen automatisiert abgebildet. Auch das Verhalten der Werkzeugmaschinen unter Langzeitbelastungen lässt sich erfassen. Hersteller, aber auch Anwender, haben so die Möglichkeit, ihre Fräs- und Zerspanungsmaschinen bereits im Vorfeld entsprechend zu konfigurieren und an künftige klimatische Gegebenheiten anzupassen. www.iwu.fraunhofer.de
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Erste OECD-Prüfrichtlinie
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Dispersionsstabilität von Nanomaterialien
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Mit der Prüfrichtlinie OECD 318 ist die erste standardisierte Prüfmethode speziell für Nanomaterialien durch die OECD verabschiedet worden. Sie ist ein wichtiger Baustein für die Anpassung der nanospezifischen Anforderungen bei der Umweltrisikobewertung im Rahmen der Regulierungen zur Chemi kaliensicherheit.
Durch die Prüfrichtlinie steht nun eine standardisierte Methode zur Bestimmung der Dispersionsstabilität von Nanomaterialien in wässrigen Medien in Abhängigkeit von Umweltbedingungen zur Verfügung. Die Notwendigkeit für eine solche Prüfrichtlinie für die Umweltrisikobewertung von Nanomaterialien basiert auf Empfehlungen von OECD-Experten. Denn die Dispersionsstabilität beeinflusst Mobilität und Verfügbarkeit von Nanomaterialien in der Umwelt.
Erste OECD-Prüfrichtlinie für Nanomaterialien Zur Beschreibung dieser Eigenschaft gab es bislang keine OECD-Prüfrichtlinie. Die Daten, die jetzt anhand dieser Prüfrichtlinie erhoben werden können, dienen somit als wesentliche Basis für weiterführende Prüfstrategien zum Umweltverhalten und -exposition von Nanomaterialien. Neben der Löslichkeitsrate ist die Dispersionsstabilität in wässrigen Medien ein grundlegender Parameter, der im Rahmen einer sachgerechten Regulierung von Nanomaterialien berücksichtigt werden sollte. So fordert Deutschland bei den Diskussionen zur nanospezifischen Anpassung der Europäischen Chemikalienverordnung REACH, dies als Informationsanforderung aufzunehmen. Die OECD-Prüfrichtlinien zur Prüfung von Chemikalien umfassen eine Reihe standardisierter, international harmonisierter und akzeptierter Prüfmethoden und Leitfäden, anhand derer Chemikalien charakterisiert und potentiell schädigendes Verhalten und Wirkung auf Mensch und Umwelt untersucht werden können.
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U2
Nanostrukturen, wie das hier schematisch dargestellte Graphen, sind mehr als 1000 mal kleiner als der Durchmesser eines Men schenhaars.
Nur beschränkte Anwendbarkeit Diese Prüfrichtlinien wurden vorrangig für wasserlösliche organische Chemikalien entwickelt. Das Verhalten von Nanomaterialien in der Umwelt und im Menschen unterscheidet sich aber deutlich von dem dieser Chemikalien, so das zwar anerkannt wird, dass die bestehenden OECD-Prüfrichtlinien im Allgemeinen auch für Nanomaterialien anwendbar sind, dennoch aber Anpassungs- und Ergänzungsbedarf besteht. Originalpublikation OECD (2017), «Test No. 318: Dispersion Stability of Nanomaterials in Simulated Environmental Media», OECD Publishing, Paris; DOI: 10.1787/9789264284142-en www.umweltbundesamt.de 1 32 / 2 0 1 87
Verdoppelung der Korrosionsschutzwirkung
Hochkorrosionshemmende Stahlbeschichtung Wissenschaftler von Innovent in Jena arbeiten an einer Verfahrenskombination aus nasschemischer Vorbehandlung und Sol-Gel-Korrosionsschutzbeschichtung mit anschliessender konventioneller Pulverlackbeschichtung.
Rostbildung auf Stahl ist allgegenwärtig. Zur Vermeidung werden Korrosionsschutzschichten verwendet. Insbesondere in den Märkten Sondermaschinen, Maschinenbau, Landmaschinenbau und Metallbau müssen aufgrund ihres vorrangigen Einsatzes im Aussenbereich besondere Anforderungen an eine entsprechende Beschichtung gestellt werden. Im Fall kostengünstiger Beschichtungen kommt dabei eine Phosphatschicht zum Einsatz, auf die im Anschluss ein Pulverdecklack aufgetragen wird. Im oberen Preissegment wird eine vergleichsweise höherwertige Pulverlackgrundierung appliziert und darauf der ebenfalls pulverförmige Decklack.
Verdopplung der Korrosionsschutzwirkung
Bild: Innovent e. V.
Diese nach dem Stand der Technik eingesetzten Vorbehandlungs- und Lackierverfahren führen jedoch oftmals zu unzureichenden Haltbarkeiten. Ferner sind sie deutlich zu teuer und stellen damit in den genannten preissensitiven Märkten, die in der Regel sogar die Eignung von einschichtigen Pulverlackierungen für den Aussenbereich fordern, keine wirtschaftliche Lö-
Mähdrescher mit pulverbeschichteten Teilen.
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sung dar. Als Folge der unzureichenden Haltbarkeiten treten zudem vorzeitige Korrosionsschäden und erhebliche Reklamationen auf. Ziel des Forschungsprojektes war es daher, eine Verfahrenskombination aus nasschemischer Vorbehandlung und Sol-Gel-Korrosionsschutzbeschichtung mit nachfolgender konventioneller Pulverlackbeschichtung zur Erzeugung hochkorrosionsbeständiger 3D-Bauteile zu entwickeln. Die entwickelten Sol-Gel-Schichten zeichnen sich durch eine gute Haftung zum Untergrund und zum Pulverlack aus. Nach Sprühapplikation und einer kurzen physikalischen Vortrocknung können die Sole während eines gemeinsamen Einbrennprozesses von Pulverlack und Sol-GelSchicht gemeinsam ausgehärtet werden, was vor allem im Hinblick auf eine Energieeffizienz im Prozess von Vorteil ist. Zur Visualisierung kleiner Beschichtungsfehler sowie zur leichteren Abgrenzung zwischen bereits beschichteten und unbeschichteten Bereichen kann zum Zweck der Beschichtungskontrolle eine Einfärbung der Schichten erfolgen. Durch eine Kombination dieser Sol-GelSchichten mit einer nasschemischen Oberflächenvorbehandlung mittels Eisenphosphatierung konnte im Vergleich zum bisher eingesetzten Industrieprozess eine Verdopplung der Korrosionsschutzwirkung erzielt werden. Die Sol-Gel-Schichten bilden damit eine antikorrosiv wirksame Ergänzung zum bisherigen Industrieprozess, ein vollständiger Ersatz war aufgrund der vergleichsweise guten Schichthaftung auf den phosphatierten Oberflächen nicht zielführend.
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ZENTRALVORSTAND Es war eine grossartige Erfahrung Ansprüche an den Verband und die Ausrichtung der Berufe kundtun. Es versteht sich von selbst, dass die Interessen verschiedener Natur sein können, und es gilt, Kompromisse und tragbare Lösungen zu finden und umzusetzen. Auf der anderen Seite leben Berufsverbände wie der SCV von ihren Mitgliedern. Diese bei Laune zu halten, junge Menschen in den Verband nachzuziehen und ihnen dessen Sinn aufzuzeigen, ist ein weiterer relevanter Aspekt. Ich erinnere mich noch heute wie mein Vorgänger, Thomas Börlin, auf mich zukam und mir die Mitarbeit im Vorstand schmackhaft machte. Damals
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Sehr geehrte Mitglieder und Partner Wozu ist ein Berufsverband eigentlich da? Die Antwort auf diese Frage ist grundsätzlich einfach, und doch, immer wieder kompliziert. Berufe existieren, werden tagtäglich gelebt und zelebriert – und das ist gut so. Was aber, wenn sich für die Zukunft entscheidende Veränderungen abzeichnen? Diese Veränderungen frühzeitig mit Partnern aus der Industrie und dem Bildungswesen zu erkennen und die Ausbildung junger Menschen entsprechend auszurichten, genau darum geht es. Und doch steckt so viel mehr dahinter. Etwa Mitglieder und interessierte Parteien, die
Patrick Merkofer zeigte mit seiner langen Laufzeit von zehn Jahren als Präsident des SCV Ausdauer, die er in seiner Freizeit ausgiebig trainierte.
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befasste sich der Verband zum ersten Mal mit dem Aufbau einer eigenen Internetseite und man schaffte den Sprung in die Moderne. Wie die Zeit doch vergeht . . . Man muss manchmal etwas genauer hinschauen, um den Sinn einer Sache zu sehen. So ging es auch mir, als ich dem Vorstand beitrat. Den Entscheid, etwas Gutes für die Zukunft meines erlernten Berufs zu tun, habe ich nie bereut. Ganz im Gegenteil! Chemie- und Pharmatechnologen EFZ arbeiten heute in einem sehr anspruchsvollen und gleichzeitig stark regulierten Umfeld. Dies ist notwendig, um zum Beispiel Patienten mit innovativen und qualitativ hochwertigen Medikamenten, die Leben retten können, zu versorgen. Die Mitarbeit im Vorstand des SCV bietet interessierten Kandidatinnen und Kandidaten auf der anderen Seite eine Spielwiese, um auch mal mit eigenen Ideen an Dinge heranzugehen, wichtige Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schliessen. Hier sind wir beim Ursprung des SCV angelangt. Als Feierabendclub für Schichtarbeiter gegründet, ist es uns auch heute noch wich-
tig, unseren Mitgliedern interessante Events anzubieten. Abschied nehmen fällt schwer! Nach 18 Jahren im Zentralvorstand, davon die letzten 10 Jahre als Präsident, darf ich mit meinen Kollegen unter anderem auf drei Überarbeitungen von Bildungsverordnungen, spannende Kontakte mit Mitgliedern und Partnern des Verbands und die Neuausrichtung des Internetauftritts zurückblicken. Der frische und moderne Auftritt des SCV im Internet spiegelt dabei den Zustand unseres Verbands und vieler engagierter Menschen wieder. Es ist grossartig, was der Zentralvorstand, in Zusammenarbeit mit den Sektionen, Mitgliedern und Partnern in den vergangenen Jahren erreicht hat. Euch allen gebührt ein grosses, herzliches Dankeschön. Mit Veröffentlichung dieses Berichts ist die Stabsübergabe erfolgt. Ich wünsche dem Vorstand in seiner neuen Zusammensetzung weiterhin viel Freude, Weitsicht und Erfolg! Ich bin überzeugt davon, dass der SCV auch in Zukunft als kreativer und starker Partner wahrgenommen wird. Patrick Merkofer, abtretender Präsident SCV 3/2018
PRODUKTE
Sicherheitsarbeitsplatz für den optimalen Personen- und Produktschutz Der Wibobarrier-Economy-Sicherheitsarbeitsplatz kommt immer dann zum Einsatz, wenn neben dem Personenschutz auch der sichere Produktschutz gefordert ist. Endständige HEPA-Filter sorgen für gefilterte reine Luft im Arbeitsbereich und für die Einhaltung der Reinraumklasse ISO 5 gemäss DIN EN ISO 14644. Ein zusätzlicher vertikaler Reinluftschleier trennt den Produktbereich vom Personenbereich und schützt vor Verunreinigungen und Kreuzkontaminationen. Freiwerdende Schadstoffe werden im Arbeitsbereich durch die Tisch-
absaugung direkt erfasst und der zweistufigen Abluftfilterung (Vorund Hauptfilter) im Untergestell zugeführt. Trotz sanfter Luftführung wird ein robustes Rückhaltevermögen, angelehnt an die DIN EN 14175-3, erreicht. Optional kann ein Frontschieber oder eine verschiebbare Scheibe als Spritz- und Verschleppungsschutz eingesetzt werden. Ob für Arbeiten im Labor, der Herstellung und Bearbeitung von medizintechnischen Produkten oder für den Umgang mit aggressiven Schadstoffen und hochaktiven
Neue Produkte zum Schalten und Steuern im Ex-Bereich Elektrische Schaltgeräte für explosionsgefährdete Bereiche zählen seit Jahren zu den Schwerpunkten von Pepperl + Fuchs. Zur Hannover Messe wurde das Portfolio mit elektrischem Explosionsschutz nochmals aktualisiert und erweitert. Zur Steuerung von Maschinen und zum Aufbau elektrischer Netze im Ex-Bereich liefert Pepperl + Fuchs eine Fülle von Produkten in unterschiedlichen Zündschutzarten und Gehäusevarianten. Interessant ist die umfangreiche Baureihe beispielsweise an Schaltern, Leuchtdrucktastern, Not-AusTastern. Sie zeichnen sich durch eine geringe Einbautiefe aus. Mit ihrem Bajonettverschluss lassen sie sich schnell und sicher in jede Schalttafel einbauen. Die Schalter
sind Ex e zertifiziert für einen Einsatz in Standardgehäusen auch im explosionsgefährdeten Bereich. Eine praxisgerechte Lösung und einmalige Neuheit sind die Alarmgeber von Pepperl + Fuchs. Dabei kommt ein neuartiger Summer wählbar mit integriertem Blinklicht zum Einsatz. Die Komponente emittiert neben einem anhaltenden Blinken einen durchdringenden Dauerton. Diese Schalterreihe gewährleistet den sicheren Betrieb von Motoren und Antrieben in explosionsgefährdeten Bereichen. Pepperl + Fuchs tritt hier mit einer komplett neuen Baureihe in der Zündschutzart Ex de an. Die manipulationssicheren Sicherheitsschalter sind 3-fach abschliessbar. Alle Schalter stehen in einer 3-, 4- und 6-poligen Ausführung für bis 16, 25 oder 40 A zur Verfügung und sind in einem GRPoder Edelstahlgehäuse lieferbar.
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Substanzen: der Wibobarrier Eco von Weiss Pharmatechnik ist ein flexibel einsetzbarer Sicherheitsarbeitsplatz, der zuverlässigen Schutz und Wirtschaftlichkeit vereint.
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Auftragsanalytik: Hochauflösende Pulver-Röntgen-Diffraktion Die Emott AG hat ihr Analysenangebot mit einem hochmodernen Pulverdiffraktometer mit Liniendetektor erweitert. Neben der klassischen Bragg-Brentano-(Reflexions-)Anordnung mit programmierbarer Optik ist das Unternehmen nun auch in der Lage, Pulverproben in der Transmissionsanordnung mit Hochleistungsoptik zu analysieren. Dadurch lassen sich unter anderem mittels Rietveld-Verfeinerung schnell quantitative Bestimmungen durchführen. Polymorphe Kristalle von API's (active pharmaceutical ingredients) sind von immer grösserer Bedeutung in Bezug auf Löslichkeit, Stabilität und Bioverfügbarkeit. Qualitative/quantitative Charakterisierung von zum Beispiel (H)API mittels hochauflösender Pulverröntgendiffraktion sind in der Forschung, der Entwicklung, dem Screening nach Polymorphen, der Qualitätskontrolle, der Bestimmung der Echtheit von Tabletten nicht mehr wegzudenken. Hochauflösende Pulver-Röntgen-Diffraktion (XRD) erlaubt die Unterscheidung von verschiedenen Phasen oder Polymorphen aufgrund ihrer einzigartigen Diffraktogrammen – auch in Mischungen. Anwendungsgebiete sind unter anderem Pharmazie, Mineralogie,
Bauchemie, Beschichtungsmaterialien, Farbpigmente, Nanopartikel, Umweltanalytik. Unser Labor ist spezialisiert auf Festkörperanalytik mittels P-XRD, REM/ EDS, TEM, TGA, DSC, IR-Spektroskopie/Mikroskopie. Die Analysen werden in Übereinstimmung mit den GMPRichtlinien (ICH Q7a) durchgeführt. Unser Labor ist GMP zertifiziert durch Swissmedic und ist FDA approved. Proben werden bei uns zuverlässig, speditiv und zu günstigen Konditionen bearbeitet.
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PRODUKTE
Ein Bestseller zeigt sich neu und modern
Vor knapp 30 Jahren wurde der widerstandsfähige Kautschukbelag norament grano von Nora Systems auf dem Markt eingeführt und ist mit seinem charakteristischen Granulatdesign seither nicht mehr aus der norament-Reihe wegzudenken. Aber auch ein Bodenklassiker geht mit der Zeit und so wurden im Laufe der Jahre immer wieder kleinere Sortimentsanpassungen vorgenommen. Besonders beliebt ist norament grano wegen seiner einzigartigen, über viele Jahre hinweg andauernden Widerstandfähigkeit, die der Boden seiner extrem dichten und geschlossenen Oberfläche verdankt. Daher ist norament grano weltweit oftmals in Industriebetrieben zu finden – aber auch in öffentlichen Gebäuden, in Bildungseinrichtungen sowie im Gesundheitswesen profitieren Planer, Bauherrn und Gebäudenutzer von der herausragenden Strapazierfähigkeit. Ab sofort präsentiert sich der Kautschukboden sowohl mit einer runderneuerten und modernen Farbpalette als auch mit farblich angepassten Granulaten, die fortan harmonischer und weniger kontrastierend erscheinen. Insgesamt stehen dem Kunden im Standardsortiment nun 32 verschiedene Farben zur Auswahl, die eine ausgewogene Balance zwischen den jeweiligen Grundfarben und farb-
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lich akzentuierten Granulaten aufweisen. «norament grano wird besonders gern in Bereichen mit hoher Belastung eingesetzt – sei es durch Personen oder Maschinen», sagt Produktmanager Simon Rau. Doch der widerstandsfähige Verkaufsschlager ist weit mehr als nur ein einzelnes Produkt. «Hinter norament grano steckt ein komplettes Produktportfolio, das es ermöglicht, mit nur einem Design unterschiedliche Funktions- und Anwendungsbereiche abzudecken», erklärt Simon Rau weiter. So ist norament grano mit seiner klassischen Hammerschlagoberfläche beispielsweise in elektrostatisch ableitfähiger Ausführung erhältlich oder aber mit Carréstruktur als besonders rutschhemmende Variante. Ergänzt wird das umfangreiche Sortiment unter anderem durch Formtreppen, passende Sockelleisten und Treppenwinkel. In jedem Fall aber gilt: Durch die Granulateinstreuungen sind Staub und Schmutz kaum erkennbar, sodass der Boden auch bei starker Belastung oder hohem Publikumsverkehr stets gepflegt aussieht. Nora Flooring Systems AG Gewerbestrasse 16 CH-8800 Thalwil +41 44 835 22 88 info-ch@Nora.com www.Nora.com/ch
Automatisierte Bestimmung von PAK
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) gehören zu den am meisten untersuchten Kontaminanten in unterschiedlichen Matrices. Der Grund dafür besteht in der teilweise sehr hohen Kanzerogenität dieser Stoffgruppe und der weiten Verbreitung. PAK entstehen bei unvollständigen Verbrennungen und Pyrolyseprozessen. In die Umwelt gelangen sie durch Rauchgase, gebunden an Staubpartikel oder Mineralölrückstände. In Lebensmittel gelangen sie entweder durch Eintrag aus der Umwelt, zum Beispiel Staubpartikel auf grossblättrigem Gemüse, oder durch Röst- und Räucherprozesse. Die PAK-Bestimmung mit der nötigen Empfindlichkeit ist in der Vielzahl an möglichen Lebensmittelmatrizes eine grosse Herausforderung für die Analytik. Als Analyse verfahren werden entweder HPLC mit Fluoreszenzdetektion oder GCMS eingesetzt. Die Probenvorbereitung ist oft sehr umfangreich und aufwendig. Die PAK-Workstation, basierend auf der LC-GC-Technologie von Axel Semrau, bildet die ideale Grundlage, um die Turnaround-Zeit zu verringern und ohne Einbusse bei analytischen Kenngrössen wie Empfindlichkeit, Präzision und Richtigkeit, sowie den Probendurchsatz
zu erhöhen. Axel Semrau hat zusätzlich die imPAHct-Methode entwickelt: innovative multidimensional PAH-Cleanup-Technology. Um PAK zu bestimmen, wird dabei eine einfache und schnelle Extraktion der Probe durchgeführt. Der Extrakt wird nach kurzer manueller Bearbeitung im LC-GC-System durch eine zweistufige LC-Trennung aufgereinigt und anschliessend mittels GC-MS analysiert. Durch dieses intelligente Matrixmanagement wird es möglich, PAK vollautomatisch zu bestimmen. Je nach Detektor werden Nachweisgrenzen erreicht, die um den Faktor 100 geringer sind, als die vorgeschriebenen europäischen Grenzwerte für Babynahrung. Unsere Automatisierungen werden mit Chronect-Robotic umgesetzt, also der benutzerfreundlichen Softwareplattform Chronos in Kombination mit den PAL-Samplern von CTC-Analytics. Die Automatisierung optimiert die Systemproduktivität und Chronos ermöglicht eine Online-Validierung der Daten. Axel Semrau GmbH & Co. KG Stefansbecke 42 D-45549 Sprockhövel +49 2339 12 090 info@axel-semrau.de www.axel-semrau.de
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PRODUKTE
Der einfache Weg zur passenden Vakuumpumpe Die Vakuumtechnik ist eine weit verbreitete Schlüsseltechnologie
sowohl im Labor, als auch in der Produktion von Chemie, Pharma-
zie, Medizin und Physik. Für viele dort zum Einsatz kommende Anwendungen, Produktions- oder Analyseprozesse wird Vakuum in unterschiedlichsten Ausprägungen benötigt. Das neue Online Tool «Vacuum Pump Selection Guide» (www. vacuubrand.com/vpsg) von Vacuubrand vereinfacht die Suche nach der passenden Technologie und der richtigen Vakuumpumpe enorm. Im ersten Schritt wird die Anwendung ausgewählt. Mit den nachgeschalteten Optionsfeldern schränkt man die Auswahl weiter ein und passt die vorgeschlagenen Geräte an seine individuellen Gegebenheiten an. Die beschreibenden Texte und technischen Angaben erlauben es, die Produkte komfortabel zu vergleichen. Darüber hinaus können per Klick Produktspezialisten bei Vacuubrand
für weitergehende, technische Fragen kontaktiert werden. Das Ziel sei es, den Auswahlprozess für Anwender und Vertriebspartner erheblich zu erleichtern, erläutert Daniel Barthel, Onlinespezialist bei Vacuubrand. Mit dem neuen Vacuum Pump Selection Guide sei der Nutzer ohne weitere Hilfe oder Spezialwissen in der Lage, das passende Vakuumsystem für seine Applikation und individuelle Anforderung auszuwählen. Analytica: Halle B1, Stand 321
Vacuubrand GmbH + Co. KG Alfred-Zippe-Str. 4 D-97877 Wertheim +49 9342 808 55 50 info@vacuubrand.com www.vacuubrand.com
Messermühle in Industriequalität Homogene Proben in kürzester Zeit: Mit bis zu vier Klingen zerkleinert die Messermühle «pulverisette p-11» von Fritsch selbst problematische Proben. Sie ist eine ideale Mühle zur sehr schnellen, schonenden Zerkleinerung und Homogenisierung sowohl feuchter, öliger und fettiger als auch trockener, weicher, mittelharter und faseriger Proben auf < 300 µm. Über den Touchscreen können 20 SOP definiert und im Klartext zum Beispiel als «Müesliriegel» gespeichert werden. Pro SOP können 15 Sequenzen für 2000 bis 10 000 UPM plus Turbofunktion bis 14 000 UPM, Mahldauer, Intervall- und Reversbetrieb definiert werden. Über
die eingebaute USB-Schnittstelle können alle gespeicherten SOP per Laptop angesteuert, aufgespielt und ausgetauscht werden. Mit dem Vario-Deckelsystem kann das Mahlraumvolumen auf bis zu 0,54 Liter verkleinert werden. Damit kann man die Probe jederzeit während der Zerkleinerung manuell komprimieren oder auflockern, was auch bei kleineren Probenmengen oder schwierigen Materialien immer eine homogene Probe in einem schmalen Kornbreitenband liefert. Wärmeempfindliche Proben wie Gummibärchen, Schokolade oder Kunststoffspielzeug kann man direkt im Mahlbehälter aus rostfreiem Stahl 316L zum Beispiel mit flüssigem Stickstoff verspröden und zerkleinern. Dazu ist auch ein Spezialdeckel mit leicht austauschbarem Single-Use-Siebeinsatz erhältlich – zum sicheren Schutz vor Kontamination. Alle produktberührenden Teile sind sterilisierbar. Fritsch bietet eine kostenlose Probemahlung schwierigster Proben an. Tracomme AG Dorfstrasse 8 CH-8906 Bonstetten +41 44 709 07 07 tracomme@tracomme.ch www.tracomme.ch
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PRODUKTE
Perfect Separation Solutions (Bio)SECcurity², der Nachfolger der PSS SECcurity-Serie, ist die flexible, modulare Lösung für GPC/SEC, IPC und 2D von Polymeren, Biopolymeren und Proteinen. Mit WinGPC UniChrom MCDS als leistungsstarker Softwarezentrale, die über den ChromPilot auch Geräte anderer Anbieter integrieren kann, stehen alle Verfahren der LC von Makromolekülen zur Verfügung. Vorgestellt auf der Analytica werden neue Optionen für SECcurity²-Module, die WinGPC Säulendatenbank für automatisches Tracking, WinGPC Erweiterungen im Compliance Pack, der Importfilter für Chromeleon-Daten und neue
hochauflösende GPC/SEC-Säulen für wässrige Applikationen. Zugänglich sind zudem Informationen zu PSS-Kursen und -Webinaren, zu unserem Auftragsanalytiklabor und den Möglichkeiten für GPC/SEC, IPC oder 2D Methodenentwicklung. Analytica: Halle A1, Stand 511
PSS GmbH In der Dalheimer Wiese 5 D-55120 Mainz +49 6131 962 390 info@pss-polymer.com www.pss-polymer.com
Komplettlösung für die Fermentation
Die Hamilton Bonaduz AG wartet mit einem neuen Produkt auf: Neben dem bereits verfügbaren Single-Use-pH-Sensor OneFerm wird zukünftig auch ein Sensor zur optischen Messung des gelösten Sauerstoffs lieferbar sein. OneFerm kombiniert die pH-Genauigkeit und die minimale Drift eines pH-Sensors aus Glas mit der schnellen Einsetzbarkeit eines optischen pH-Sensors, ohne Gefahr zu laufen, das Kontaminationsrisiko zu erhöhen. Praxisrelevante Tests namhafter Anbieter von Single-Use-Bags haben dies bestätigt. Um die Integration in bestehende Anlagen zu vereinfachen, sind die Sensoren von Hamilton sowohl als analoge, wie auch als Arc-Version erhältlich. Die Online-Messung der Zelldichte ermöglicht Reaktionen auf Prozessabweichungen in Echtzeit und trägt zudem wesentlich zu einer Zeitersparnis bei.
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Zur Zeitersparnis trägt auch die neue Version der ArcAir-Software bei, welche die Überwachung und Steuerung von Arc-Sensoren mit Hilfe mobiler Endgeräte auf ein neues Niveau hebt. Bei der Kalibrierung, Verifizierung oder auch bei erforderlichen Updates wird der Kunde Schritt für Schritt durch die Prozesse hindurch geleitet und kann so sämtliche Vorgänge schnell und unkompliziert ausführen. Eine weitere Neuerung ist, dass die Barcodes der pH-Puffer und Leitfähigkeitsstandards eingelesen und dokumentiert werden können.
Hamilton Bonaduz AG Via Crusch 8 CH-7402 Bonaduz +41 58 610 10 10 contact.pa.ch@hamilton.ch www.hamiltoncompany.com
Neues Racknachfüllsystem
Mit dem neuen Qualitix tipfill-Racknachfüllsystem hat Socorex das vor kurzem auf dem Markt eingeführte Spitzenprogramm komplettiert. Jeder Karton enthält einen Stapel vorgefüllter Spitzeneinsätze und ist wiederverschliessbar. Leere Racks können schnell, sicher und ohne Kontaminationsrisiko mit einem Einsatz wieder befüllt und erneut verwendet werden (Recycling). Das tipfill-System benötigt wenig Stauraum, ist ideal zur Aufbewahrung auf der Laborarbeitsfläche und für die rasche Verwendung bei Bedarf. Das Qualitix tipfill-System ist in 10, 200 und 1000 Mikroliter Spitzenvolumen erhältlich. Es ist eine praktische und wirtschaftliche Lösung
für jedes Labor, um Arbeitsunterbrechungen auf ein Minimum zu reduzieren. Das Wiederverwenden von leeren Racks und die Reduktion von Kunststoffabfällen sind zudem wichtige Beiträge zum Umweltschutz. Das umfassende Qualitix Spitzenprogramm bietet vielseitige Kompatibilität mit Socorex und Mikropipetten sämtlicher Marken. Es ist möglich beim Fachhändler kostenlose Muster einzuholen. Socorex Isba SA Chemin de Champ-Colomb 7a CH-1024 Ecublens +41 21 651 60 00 socorex@socorex.com www.socorex.com
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