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November 2015
Offizielles Organ des Schweizerischen Chemie- und Pharmaberufe Verbandes
DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR DIE CHEMIE- UND LABORBRANCHE
« Kurse für die Chromatographie? Für mehr Wissen, mehr E rfolg und vor a llem noch mehr Freude im Labor! » Urs Hofstetter ist Applikationsspezialist und Kursleiter bei Brechbühler AG. Sein Wissen über Chromatographie stellt er seinen Kunden gerne zur Verfügung.
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EDITORIAL
Effiziente Logistik Die Logistik zählt heute zu den wichtigsten Aufgaben einer funktionierenden Volkswirtschaft. Güter sollen, nein, müssen sicher ans Ziel kommen. Und das ganz unabhängig davon, wie lang und kompliziert die Lieferkette ist. Man kann ein Ziel meist über viele Wege erreichen. Logistiker hingegen versuchen immer den besten Weg und das optimale Transportmittel zu finden, abhängig von Zeit, Kosten und Eigenschaften des zu transportierenden Gutes. Das ist keine leichte Aufgabe aber dafür sehr spannend. Denn die Anforderungen an die Logistik seitens der Auftraggeber erweitern sich stetig. Es genügt heute nicht mehr alleine zu wissen, wann die auf den Weg geschickte Ware am Ziel ankommt. Mittels Datenloggern, GPS oder eigenen TrackingSystemen, kann oftmals nicht nur der Logistiker sondern auch der Kunde über Internet sehen, wo die Transporteinheit gerade steckt – und das mittlerweile immer öfter auch in Echtzeit und nicht erst nachdem bestimmte Registrierstellen passiert worden sind. Es werden regelmässig Daten erhoben, beispiels-
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weise Temperaturen im Kühlcontainer, wenn die Kühlkette nicht unterbrochen werden darf. Zollabwicklungen erfolgen immer öfter papierlos oder papierreduziert. Die Zeiten der Postkutsche und der damit verbundenen Unsicherheiten und Umstände sind also lange vorbei. In dieser Ausgabe der ChemieXtra können Sie über die Logistik in der Binnenschifffahrt lesen. Ebenso berichten wir über die Logistik bei der EMS CHEMIE in Domat/Ems und noch über einiges mehr, was dieses Thema anbelangt. Selbstverständlich präsentieren wir wieder aktuelle Fortschritte in Forschung und Entwicklung aus den Bereichen Chemie, Biowissenschaften und angren-
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I N H A LT S V E R Z E I C H N I S
04 FOKUS Höchste Auszeichnung in der Wissenschaft
22 NEWS
28 LOGISTIK
Nobelpreise 2015 für Medizin und Chemie.
08 CHEMIE Einblicke in Abgaskatalysatoren
Röntgentechniken decken Molekülwechselwirkungen auf.
Das Tor zur Welt
Logistik in den Schweizerischen Rheinhäfen.
39 FIRMENREPORTAGE Von Helios zu Zimmerli
12 BIOWISSENSCHAFTEN Das Vibrieren der Moleküle
Zu Besuch bei der Zimmerli Messtechnik AG. Künstliche Photosynthese – Quanteneffekte lösen Rätsel.
16 FORSCHUNGSWELT Feiner Faden aus Gelatine
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VERFAHRENSTECHNIK
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Die 7 Mythen der additiven Fertigung Additive Fertigung und 3D-Druck gelten als «Game Changer» für viele Industrien.
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WISSENSWERT Wie Zitronensaft Noroviren austrickst
Fruchtextrakte reduzieren Infektionsfähigkeit von Noroviren.
MESSUND REGELTECHNIK 55
Eine Frage des Materials
VERBANDSSEITE Der SCV berichtet
Weichdichtende Armaturen für die Mess- und Regeltechnik.
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VERANSTALTUNGEN
Exkursion Felslabor Nagra AG und KWO.
Hilfestellungen für das Zoll-Labyrinth Zollseminar von Dachser Schweiz.
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PANORAMA Eiswolken sind die wahren Regenmacher
Regen über Land fällt zu 99 Prozent aus Eiswolken.
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« Kurse für die Chromatographie? Für mehr Wissen, mehr E rfolg und vor a llem noch mehr Freude im Labor! » Urs Hofstetter ist Applikationsspezialist und Kursleiter bei Brechbühler AG. Sein Wissen über Chromatographie stellt
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FOKUS
Nobelpreise 2015 für Medizin und Chemie
Höchste Auszeichnung in der Wissenschaft Anfang Oktober wurden wieder die Nobelpreis-Empfänger für herausragende wissenschaftliche Leistungen von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekannt gegeben. Die offizielle Verleihung findet traditionsgemäss am Todestag des Preisstifters Alfred Nobel am 10. Dezember in Stockholm statt.
Kleine Dimensionen mit grossen Auswirkungen Ein Blick zurück ins vergangene Jahr zeigt den Nobelpreisträger für Chemie Stefan Hell. Er hat das Nanoskop entwickelt, eine auf der Lichtmikroskopie basierende Methode, kleinste Strukturen in lebenden Zellen sichtbar zu machen. Was zunächst als Experiment begann, ist bereits heute ein wichtiges Werkzeug für viele Wissenschaftler geworden, ihre Forschungen noch besser und intensiver zu gestalten. Das Vordringen in das Unsichtbare, ja, zuweilen das Unfassbare, hat grosse Auswirkungen auf unser Weltbild und unser menschliches Dasein. Auch dieses Jahr werden Forscher ausgezeichnet, die sich mit sehr kleinen oder unsichtbaren Dingen beschäftigt haben. 4
Bilder und Grafiken: The Royal Swedish Academy of Sciences
Weltweit suchen viele Forscher nach Lösungen für die Rätsel, die die Natur für uns bereithält. Die sogenannte Grundlagenforschung in den klassischen naturwissenschaftlichen Bereichen dringt dabei in immer kleinere Dimensionen vor. Eine klare Abgrenzung zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung ist oftmals nicht mehr möglich. Denn wenn auch viele Arbeiten aus der Grundlagenforschung sehr abstrakt erscheinen und ein gesellschaftlicher Nutzen nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist, so ergeben sich doch nach vielen Jahren oder Jahrzehnten konkrete Anwendungen zum Wohle der Menschheit. Wie zum Beispiel Medikamente oder Therapien gegen weitverbreitete Erkrankungen oder gegen Krebs. Zumindest ist es oft so bei Pionieren, die Neuland betreten, die aber die Basis schaffen für andere, die neuen Erkenntnisse und Methoden zu verfeinern und zu vertiefen. Der Nobelpreis für Medizin und Physiologie wird in diesem Jahr für die Entwicklung von Medikamenten und Therapien gegen Malaria und parasitäre Wurmerkrankungen vergeben. Hier ist die Praxisnähe offensichtlich, denn mit den Wirkstoffen kann Millionen von Menschen weltweit geholfen werden. Und auch in der Physik geht es bis ins Kleinste um Grosses zu erklären. Hier werden Forscher für die Erkenntnis geehrt, dass Neutrinos eine Masse besitzen. Einen praktischen Nutzen kann man daraus noch nicht ziehen, aber für das Weltbild der Physik ist dieses Wissen von sehr grosser Bedeutung. Der Nobelpreis für Chemie wiederum zeichnet Arbeiten aus, die zwischen Grundlagenforschung und angewandter Praxis liegen. Drei Erbgutforscher erhalten die ehrenvolle Auszeichnung Alfred Nobels für die
Entschlüsselung von Reparaturmechanismen unseres Erbguts, der DNA. Mögliche Anwendungen für neue Krebstherapien liegen hier nahe.
Nobelpreis für Medizin Die Gewinner des Nobelpreises für Medizin 2015 sind die drei Parasitologen William C. Campbell, Satoshi Omura und Youyou Tu. Sie werden für ihre Arbeit an der Entwicklung neuer Therapien gegen Armutskrankheiten wie Malaria oder vernachlässigte Wurmerkrankungen ausgezeichnet. Die beiden Wissenschaftler Campbell und Omura werden für die Entdeckung des Wirkstoffes Avermectin geehrt. Unter dem Namen «Ivermectin» wird der Wirkstoff seit über zwanzig Jahren breit eingesetzt vor allem gegen die 11/ 2015
FOKUS
Tomas Lindahl
Flussblindheit und die Lymphatische Filariose. «Ivermectin ist ein wahres Wundermittel», sagt Jürg Utzinger, Direktor des Swiss TPH. «Es wirkt gegen eine ganze Palette von vernachlässigten Wurmerkrankungen beim Mensch und Tier und wird von Merck so lange gratis zur Verfügung gestellt, bis die Flussblindheit und die Lymphatische Filariose als Public Health Problem eliminiert sind.» Die Chinesin Tu wird für die Entdeckung von Artemisinin ausgezeichnet. Der Wirkstoff wird aus der Pflanze des Einjährigen Beifusses Artemisia annua gewonnen. Tu zeigte als erste Wissenschaftlerin, dass Artemisinin Malariaparasiten wirksam bekämpft. Artemisinin ist heute Bestandteil aller Kombinationstherapien gegen die Malaria. Der Wirkstoff führte in weiten Teilen Afrikas und Asiens zu einem markanten Rückgang der Krankheit. «Das ist eine tolle Anerkennung für den Kampf
gegen Krankheiten der Armut und der vernachlässigten Krankheiten» zeigt sich Tanner vom Swiss TPH erfreut. Dank Ivermectin und Artemisinin könne man in gewissen Regionen sogar an die Eliminierung der Malaria, Elephantiasis oder der Flussblindheit denken. «Youyou Tu ist eine würdige Preisträgerin», sagt Tanner. Es hätten zwar auch noch andere mitgeehrt werden können. Zum Beispiel Li Guoquiao, der die wichtigen Versuche durchführte, oder Yinqing Zhou, der die Kombinationstherapien vorantrieb. Doch habe die Chinesin sehr Wichtiges gleistet», sagt Tanner. «Artemisinin hat der Welt Glück gebracht.» Das Swiss TPH ist an diesem Erfolg nicht unbeteiligt. Das Institut leitete die ersten klinischen Versuche der Artemisinin-Kombinationspräparate bei Kindern in Afrika. Es war wesentlich an der Gründung der public-private-partnerships Medicines for Malaria Venture (MMV) und der Drugs for Neglected Diseases iniatiative (DNDi) beteiligt und erarbeitet Strategien, wie neue Medikamente effizient zu den betroffenen Menschen gelangen. Zudem ist das Swiss TPH «Collaborating Centre for Epidemiology and Control of Helminth Infections» der Weltgesundheitsorganisation.
Nobelpreis für Chemie Der Chemie-Nobelpreis geht in diesem Jahr an Tomas Lindahl (Schweden), Paul Modrich (USA) und Aziz Sancar (USA/
Türkei). Sie erhalten die Auszeichnung für die Forschung zur Reparatur der DNA. «Schäden an DNA können sehr ernsthafte Folgen haben», sagte Nobel-Juror Claes Gustafsson. «Tomas Lindahl spekulierte, dass es ein Reparatursystem geben muss, und machte sich auf die Suche. Und er fand tatsächlich eines.» Lindahl hat die Nachricht von der Auszeichnung überrascht. «Ich wusste, dass ich über die Jahre für den Preis in Betracht gezogen worden bin, aber das sind hundert andere genauso», sagte er. «Ich fühle mich sehr glücklich und bin stolz darauf, ausgewählt worden zu sein.»
DNA-zerstörende Einflüsse
Artemisinin ist der Ausgangsstoff für die Malariamedikamente Artemether, Artesunat, Artemol und Dihydroartemisinin. Die Umwandlung des Ausgangsstoffs Artemisinin in Medikamente wurde bisher in pharmazeutischen Unternehmen in der Schweiz, China, und Indien betrieben. Der Anbau und die Extraktion aus der Pflanze Artemisia annua erfolgt dagegen vor allem in China, Vietnam, Madagaskar und Kenia. Paul Modrich
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Aziz Sancar
In jeder Sekunde sind wir – und damit unsere Zellen mit der darin enthaltenen DNA – radikalen Angriffen in Form von UV-Licht von der Sonne, radioaktiver Strahlung aus dem Weltall oder Erdgestein sowie aggressiven Chemikalien aus unserer Umgebung ausgesetzt. All diese Störungen wirken erbgutverändernd. Im schlimmsten Fall so stark, dass aus vorher gesunden Zellen mutierte Formen entstehen, die sich fortwährend teilen und somit zu Krebs führen. Dass solche Vorfälle nach Möglichkeit nicht vorkommen, sorgt die Zelle selbst, indem sie unseren Bauplan des Lebens, die DNA-Doppelhelixstruktur (siehe Abbildung 1), immer wieder repariert. To5
FOKUS
mas Lindahl, Paul Modrich und Aziz Sancar haben diese lebenswichtigen Reparaturmechanismen erforscht.
Lindahls Forschung Bis Anfang der Siebzigerjahre war man davon ausgegangen, dass DNA ein extrem stabiles Molekül ist. Schliesslich hält das Erbgut die Funktionen im Körper über Jahrzehnte aufrecht. Lindahl zeigte aber das Gegenteil. Seine Versuche ergaben, dass der Bauplan des Lebens selbst ohne äussere Einflüsse dem Verfall preisgegeben ist. Er kam zu dem Schluss, dass jeden Tag Tausende potenziell verheerende DNA-Veränderungen stattfinden. Damit wäre der Mensch nicht überlebensfähig. Es musste also Prozesse in der Zelle geben, die die Schäden am Erbgut reparieren. Im Laufe seiner Karriere entdeckte Lindahl eine Vielzahl von Enzymen, die einzelne, zerfallene DNA-Bausteine aus dem Erbgut entfernen und damit einen der wichtigsten Reparaturmechanismen des Körpers (siehe Abbildung 2) darstellen.
Abbildung 1: Die Struktur unseres Erbguts besteht aus einer DNA-Doppelhelix aus vier Bausteinen. Jeweils Thymin und Adenin sowie Guanin und Cytosin lagern sich als Paare zusammen.
Abbildung 2: Unsere DNA besteht aus den Nukleinbasen Adenin, Guanin, Cytosin und Thymin. Cytosin bildet ein Basenpaar mit Guanin, Adenin mit Thymin. Lindahl entdeckte, dass Cytosin chemisch vergleichsweise instabil ist und leicht eine Aminogruppe verliert. Dadurch wird es zur Nukleinbase Uracil, die sich statt mit Guanin mit Adenin verbindet. Damit es nicht zu verheerenden Veränderungen der Erbinformation kommt, entfernen Enzyme das Uracil aus der DNA und schliessen die Lücke wieder mit Cytosin. Lindahl veröffentlichte den Mechanismus 1974.
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Sancars Arbeiten Der gebürtige Türke Aziz Sancar, der heute in den USA forscht, beschäftigte sich ebenfalls wie Lindahl mit Reparaturvorgängen im Erbgut, zunächst in Bakterien. Später fand er heraus, wie sich der menschliche Körper vor Schäden durch UV-Licht schützt, so dass wir vor Hautkrebs durch Sonneneinstrahlung geschützt sind. Auch hier kommen wieder viele Enzyme ins Spiel. Sancar entdeckte, dass drei bereits zuvor mit dem UV-Schutz in Verbindung gebrachte Gene, den Bauplan für die schützenden Enzyme enthalten. Diese schneiden bei UV-Schäden zwischen zwölf und 13 Nukleinbasen aus dem Erbgut heraus (siehe Abbildung 3). Die Zelle schliesst die Lücke mit den zu den Basen auf dem ersten Strang passenden Gegenstücken. Doch nicht nur instabile Moleküle und Einflüsse von aussen machen das Erbgut anfällig für Fehler. Diese schleichen sich auch in das Erbgut ein, wenn sich Zellen vermehren und die DNA kopiert wird. Dazu liest ein Enzym den originalen DNA-Strang ab und baut 11/ 2015
FOKUS
den neuen aus den jeweils passenden Basen zusammen (Cytosin wird gegenüber von Guanin eingebaut, Adenin gegenüber von Thymin und umgekehrt).
Modrichs Erkenntnisse Von dem Moment der Verschmelzung des väterlichen und mütterlichen Erbguts bei der Befruchtung der Eizelle bis an unser Lebensende, finden Duplikationen unserer DNA bei der Zellteilung mehrere Milliarden Mal statt – allerdings doch nicht ganz fehlerfrei, denn die Kopier-Enzyme machen häufig Fehler. Dass die Zellteilung so häufig ohne Schäden abläuft, verdanken wir daher einem ausgeklügelten Reparaturkonzept, das Paul Modrich im Detail erforscht hat (siehe Abbildung 4). Das Problem bei Fehlern in den DNA-Kopien: Wie soll die Zelle erkennen, welcher Strang der DNA-Doppelhelix das Original ist und damit die korrekten Erbinformationen enthält? Modrich entdeckte bei Experimenten mit Bakterien und Viren, dass sogenannte Methylgruppen der Zelle die entscheidende Information liefern: Ein Enzym lagert die Methylgruppen genau an der Stelle an die DNA, wo einer Nukle-
Abbildung 3: UV-Strahlung kann beispielsweise dazu führen, dass sich fälschlicherweise zwei Thyminbasen verbinden. Ein Enzym ist speziell dazu da, diesen Fehler zu finden und die fehlerhafte Information aus der DNA herauszuschneiden. Die Zelle füllt die Lücke schliesslich mit den korrekten Informationen.
inbase beim Kopieren das falsche Gegenstück zugeordnet wurde – allerdings nur am Originalstrang. Ein weiteres Enzym erkennt nun, wo der Fehler liegt und schneidet ihn auf der Gegenseite heraus.
Im Menschen ist der Mechanismus allerdings bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Wie menschliche Zellen den Originalstrang identifizieren ist unklar, da Methylgruppen dort eine andere Funktion haben.
Tieferes Verständnis Zusammen haben all diese Erkenntnisse dazu beigetragen, die Entstehung von Krebs besser zu verstehen. In vielen Krebszellen sind einer oder mehrere der Reparaturmechanismen defekt oder abgeschaltet. Dadurch mutieren sie ungewöhnlich schnell und entwickeln beispielsweise Resistenzen gegen Chemotherapie. Gleichzeitig sind die Zellen stark abhängig von den Reparaturmechanismen, die ihnen geblieben sind. Diese Schwachstelle versuchen Forscher zu nutzen, um neue Medikamente gegen Krebs zu entwickeln. Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäss am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel. n Abbildung 4: Wenn DNA kopiert wird, werden manchmal unpassende Basenpaare zusammengefügt. Zwei Enzyme sind dafür zuständig, diese Fehler zu identifizieren. Ein weiteres erkennt die Methylgruppe, die nur am Original-Strang zu finden ist. So weiss die Zelle, welche Information die richtige ist. Die falsche Information wird daraufhin aus dem kopierten Strang geschnitten und durch die richtige Information ersetzt.
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Quellen: Swiss TPH; The Royal Swedish Academy of Sciences 7
CHEMIE
Röntgentechniken decken Molekül-Wechselwirkungen auf
Einblicke in Abgaskatalysatoren
Bild: Dollarphotoclub/goldpix
Wie funktionieren Abgaskatalysatoren? Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben die Reaktionen unter wirklichkeitsnahen Bedingungen untersucht: Mithilfe von Röntgenstrahlung beobachteten sie die Wechselwirkungen des Schadstoffmoleküls Stickstoffmonoxid und des Reduktionsmittels Ammoniak mit den Eisen- und Kupferzentren der Katalysatoren Fe-ZSM-5 und Cu-SSZ-13. Ihre Ergebnisse können dazu beitragen, die Abgasnachbehandlung weiter zu verbessern.
Moderne Katalysatoren zur Abgasnachbehandlung in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor haben erheblich dazu beigetragen, Schadstoffemissionen zu reduzieren. Durch Oxidation und Reduktion – Abgabe und Aufnahme von Elektronen – wandeln Abgaskatalysatoren Verbrennungsschadstoffe wie Kohlenwasserstoffe, Kohlenstoffmonoxid und Stickoxide in die Stoffe Kohlenstoffdioxid, Wasser und Stickstoff um. Immer striktere Vorgaben des Gesetzgebers verlangen, den Kraftstoffverbrauch zu verringern und den Ausstoss von Stickoxiden weiter zu senken. Durch Zugabe des Reduktionsmittels Ammoniak, das zum Beispiel durch Zersetzung der hochreinen Harnstofflösung AdBlue im Fahrzeug gebildet wird, lassen sich die Stickoxide am Katalysator zu unschädli8
chem Stickstoff und Wasserdampf umsetzen. Die Harnstofflösung wird dazu vor dem Katalysator in den Abgasstrang eingespritzt.
Realitätsnahe Reaktionsbedingungen Um Katalysatoren zu verbessern, ist es erforderlich, ihre Funktion und die einzelnen Reaktionsschritte genau zu verstehen. «Verlässliche Erkenntnisse über die ablaufenden Reaktionen lassen sich nur unter realitätsnahen Reaktionsbedingungen gewinnen», erklärt Professor Jan-Dierk Grunwaldt, Inhaber des Lehrstuhls Chemische Technik und Katalyse am KIT. «Das heisst, wir müssen den Katalysatoren bei der Arbeit zuschauen. Dazu bieten Synchrotronstrahlungsquel-
len hervorragende Möglichkeiten.» Synchrotronstrahlung ist Röntgenstrahlung mit einer Energie von einigen bis zu Hunderten oder sogar einer Million Elektronenvolt. Mit ihr lassen sich die Eigenschaften der aktiven Metallzentren im Katalysator und deren Wechselwirkungen mit den Gasmolekülen beobachten. Dabei bieten sich zwei Methoden an: Die Röntgenabsorptionsspektroskopie (XAS) erlaubt es, den Oxidationszustand und die Koordinationszahl, das heisst die Zahl der nächsten Nachbarn eines Atoms, zu ermitteln. Die Röntgenemissionsspektroskopie (XES) ermöglicht neuerdings zusätzlich, zwischen den adsorbierten – am Katalysator angelagerten Stoffen – zu unterscheiden. So lässt sich erschliessen, welche Moleküle zur Reduktion führen, wann eine konkurrierende Adsorption stattfindet, das heisst, wann mehrere Stoffe um die Anlagerung am Katalysator konkurrieren, und wie einzelne Moleküle am Metallatom koordinieren. Eine Forschungsgruppe um Professor Jan-Dierk Grunwaldt zusammen mit Professor Christoph R. Jacob, der kürzlich vom KIT an die TU Braunschweig berufen wurde, und Pieter Glatzel von der European Synchrotron Radiation Facility (ESRF) in Grenoble/Frankreich hat nun erstmals beide Methoden kombiniert, um die Reaktionen an zwei bereits in Fahrzeugen eingesetzten katalytisch aktiven Materialien unter realitätsnahen Bedingungen zu untersuchen. Dabei handelt es sich um die Materialien FeZSM-5 und Cu-SSZ-13. Beide Materialien basieren auf Zeolithen, das sind besondere Mineralien mit poröser Gerüststruktur. 11/ 2015
Abbildung: KIT-ITCP
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Mithilfe von Röntgenstrahlung lassen sich Reaktionen in Katalysatoren unter realitätsnahen Bedingungen beobachten.
Unterschiedliche Reaktionswege Mithilfe der Röntgentechniken untersuchten und verglichen die Forscher die Wechselwirkung des Schadstoffmoleküls Stickstoffmonoxid und des Reduktionsmittels Ammoniak mit den Eisen- und Kupferzentren. «Obwohl in Summe die gleiche Reaktion abläuft, haben wir für die zwei Katalysatoren unterschiedliche Reaktionswege beobachtet», berichtet Doktorand Tobias Günter. Für die Reaktion am Fe-ZSM-5-Katalysator wiesen die Wissenschaftler eine Adsorption des Stickstoffmonoxids über ein positiv geladenes Sauerstoffatom nach. Am Cu-SSZ13-Katalysator hingegen zeigte sich dieses Verhalten nicht. Da ausserdem keine direkte Koordination über das Stickstoffatom stattfand, gehen die Forscher von einer Reaktion aus der Gasphase mit einer möglichen Aktivierung am Ammoniakmolekül aus. «Dies kann auch erklären, warum Ammoniak die Reaktion am Fe-ZSM5-Katalysator hemmte, was am Cu-SSZ13-Katalysator nicht festzustellen war», erläutert Günter. Die Erkenntnisse der Forscher liefern wertvolle Informationen für Modelle, um das Verhalten der Katalysatoren im Betrieb besser vorhersagen zu können. «Unser Ansatz mit den zwei röntgenbasierten Methoden eignet sich nicht nur für die 11/ 2015
genannten Materialien, sondern lässt sich auf viele weitere Materialien und Reaktionen übertragen», sagt Grunwaldt. In Zukunft kann dieser Ansatz die weitere Entwicklung und Verbesserung von Abgaskatalysatoren wesentlich voranbringen. Quelle: KIT
Originalpublikation T. Günter, H.W.P. Carvalho, D.E. Doronkin, T. Sheppard, P. Glatzel, A.J. Atkins, J. Rudolph, C.R. Jacob, M. Casapua, J.-D. Grunwaldt: «Structural snapshots of the SCR reaction mechanism on Cu-SSZ-13». Chemical Communications, 2015, 51, 9227-9230, DOI: 10.1039/C5CC01758K.
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CHEMIE
Reaktionsstart der MTO-Synthese aufgeklärt
Chemie für die Methanol-Wirtschaft Weil die Preise von Erdöl instabil und seine Ressourcen begrenzt sind, werden Petrochemikalien zunehmend aus Methanol hergestellt – vor allem in China. Chemiker der ETH Zürich haben nun die ersten Schritte dieses Umwandlungsprozesses entschlüsselt.
Es ist die weltweit am häufigsten produzierte Grundchemikalie: Ethen – ein kleines Molekül bestehend aus zwei Kohlenstoffatomen und vier Wasserstoffatomen. Es ist ein Grundbaustein für eine grosse Palette an Polymeren und Weichmachern. Der weitverbreitete Verpackungskunststoff Polyethylen (PE) ist nur einer davon. Während Ethen heute vor allem durch sogenanntes Cracken von Erdöl hergestellt wird, nimmt mit den stets stark schwankenden Preisen und den endlichen Reserven von Erdöl ein alternativer Herstellungsweg stark an Bedeutung: dessen Synthese aus Methanol. Bekannt ist dieser Syntheseschritt unter dem englischen Namen «Methanol- toolefins» (MTO). Wissenschaftler der ETH Zürich und der ENS Lyon haben nun im Detail aufgeklärt, wie diese Reaktion beginnt. Chemiker entwickelten den MTOProzess in den späten 1970er-Jahren, heute stehen Produktionsanlagen welt1 Dr. Fabio Bergamin, Wissenschafts redaktor ETH Zürich.
Grafik: Aleix Comas-Vives/ETH Zürich
1 Fabio Bergamin
Methanol – beziehungsweise sein Abkömmling Dimethylether (links dargestellt) – wird auf der Oberfläche von Aluminiumoxid zu Ethen (oben Mitte) umgesetzt.
weit. Nirgends jedoch gibt es so viele davon wie in China: Fünf Grossanlagen sind dort in Betrieb, dreizehn weitere in Planung. Denn China hat einen riesigen Bedarf an Petrochemikalien, jedoch kein Erdöl. Allerdings hat das Land Kohlereserven, und über die Vergasung von Kohle
kann auf einfache Weise Methanol hergestellt werden. Ausserdem lässt sich Methanol aus Erdgas herstellen. Chinesische Investoren planen daher, in den USA aus dem dort in Fülle vorhandenen Schiefergas Methanol für den Export nach China herzustellen.
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Woher stammt das notwendige Carbenium-Ion? Damit die MTO-Reaktion überhaupt stattfindet, werden dem Methanol bei 400 Grad Celsius sogenannte Zeolithe als Katalysator beigemischt. Das sind poröse Aluminiumsilikat-Körner. Lange Zeit konnten Wissenschaftler den chemischen Mechanismus der MTO-Reaktion nicht genau erklären. Und vor 20 Jahren postulierten Chemiker, dass weitere Moleküle im Spiel sein müssen: ringförmige, positiv geladene KohlenwasserstoffMoleküle, in denen fünf bis sechs Kohlenstoffatome miteinander verbunden sind. Es sind diese Carbenium-Ionen genannten Moleküle, welche eigentlich mit Methanol reagieren: Sie fügen zwei Methanol-Moleküle zusammen und stellen eine chemische Bindung zwischen zwei Kohlenstoffatomen her, womit Ethen entsteht. Nur: Wie gelangen diese Carbenium-Ionen ins Reaktionsgemisch? Wissenschaftler stellten schon früh die Hypothese auf, dass das Methanol damit verunreinigt sein könnte und diese Verunreinigung eine Voraussetzung dafür ist, dass die Reaktion überhaupt starten kann. Das schweizerisch-französische Forscherteam schlägt nun eine andere Erklärung vor. «Wir konnten zeigen, dass Aluminiumoxid, welches auch in den Zeolith-Katalysatoren vorhanden ist, Methanol in Ethen und andere Kohlenwasserstoffe umsetzen kann. Diese wiederum können in den Poren der Zeolithe in Carbenium-Ionen umgewandelt werden», erklärt Christophe Copéret, Professor für Oberflächen- und Grenzflächenchemie an der ETH Zürich und einer der Autoren der Studie. «Während die MTO-Reaktion bereits sehr gut im industriellen Massstab läuft, erklären wir nun, wie sie zum Laufen kommt. Unsere Arbeit zeigt ausserdem, dass einfache Oxide wie Aluminiumoxid die Verbindung von zwei Kohlenstoffatomen auslösen kann. Damit werden nun auch neue Wege denkbar für die Umwandlung von Methanol-Abkömmlingen in längerkettige Kohlenwasserstoffe.»
Originalpublikation A. Comas-Vives, M. Valla, C. Copéret, P. Sautet: «Cooperativity between Al Sites Promotes Hydrogen Transfer and CarbonCarbon Bond Formation upon Dimethyl Ether Activation on Alumina». ACS Central Science, 5. August 2015. DOI: 10.1021/ acscentsci.5b00226.
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BIOWISSENSCHAFTEN
Künstliche Photosynthese – Quanteneffekte lösen Rätsel
Das Vibrieren der Moleküle Mit beeindruckender Effizienz können Pflanzen oder Bakterien das Licht der Sonne für die Photosynthese nutzbar machen. Seit Jahren wird diskutiert, ob Quanteneffekte für diese Effizienz verantwortlich sind. Man beobachtete nämlich, dass Moleküle bei der Photosynthese erstaunlich lange in einem Zustand verweilen können, den man nur quantenphysikalisch verstehen kann. Anhand eines Modellsystems wurde dieser Effekt an der TU Wien nun untersucht.
Bild: Dollarphotoclub/Alekss
se Quanten-Zustände aber für die Dauer von hunderten Femtosekunden. Das ist für alltägliche Massstäbe zwar bloss ein winziger Augenblick, auf quantenphysikalischen Zeitskalen ist das aber erstaunlich lange. «Dadurch drängte sich natürlich die Frage auf, ob diese lang anhaltende Quanten-Kohärenz für die Effizienz der Photosynthese notwendig ist», sagt Hauer. Er selbst war davon nicht überzeugt: «Unser Tageslicht ist kein Quanten-Licht, die Sonne ist kein Laser», erklärt er. «Es ist daher nicht wirklich nachvollziehbar, warum quantenphysikalische Kohärenz nötig sein soll um das Licht optimal zu nutzen.»
Vibrierende Moleküle Mittels Photosynthese gewinnen Pflanzen ihre Lebensenergie.
1 Florian Aigner
Dabei zeigte sich: Die heiss diskutierten langlebigen Quantenzustände sind ein Nebenprodukt eines anderen Phänomens. Die Kopplung zwischen Vibrationen und Elektronen der Moleküle stellt sich als entscheidend heraus, dieser Effekt erklärt die Messungen nun vollständig.
Warm, feucht und wirr Ein biologisches System wie eine lebende Zelle ist eigentlich kein gutes Quantenlabor. «Zellen sind warm, nass und unordentlich. Genauso eine Umgebung will 1 Dr. Florian Aigner, Wissenschaftsredaktor, Technische Universität Wien.
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man normalerweise vermeiden, wenn man Quantenexperimente durchführt», erklärt Jürgen Hauer vom Institut für Photonik der TU Wien. Man stellte fest, dass das Verhalten bestimmter Molekülverbände, wie sie auch bei der Photosynthese eine entscheidende Rolle spielen, nur quantenphysikalisch erklärbar ist. «Das Licht regt die Molekülverbände an und bringt sie auf ein höheres Energieniveau», sagt Hauer. «Quantenphysikalisch ist es möglich, dass sie zwei verschiedene Energien gleichzeitig annehmen.» Solche Überlagerungen werden normalerweise sehr rasch zerstört, die klassische Physik erlaubt nur eindeutige Werte für die Energie, keine Überlagerung zweier Werte. Bei der Photosynthese (bei Raumtemperatur) überleben die-
Chlorophylle oder andere Moleküle, die das Sonnenlicht umwandeln können, sind nicht zufällig verteilt, sondern finden sich zu Gruppen zusammen. Dadurch ist es möglich, dass diese Moleküle gegeneinander vibrieren. In den Photonik-Labors der TU Wien wurde das mit einem Modellsystem untersucht. Um dem Mechanismus genau auf die Spur zu kommen, analysierte man keine lebenden Zellen, sondern ein ähnliches, künstlich hergestelltes und geordnetes System aus Cyaninfarbstoff-Molekülen. Dabei zeigte sich, dass Vibrationen eine ganz entscheidende Rolle spielen. «Die Vibrationen koppeln verschiedene Energiezustände miteinander, man spricht von vibronischen Anregungen – Vibration und elektronische Zustände gehören untrennbar zusammen, sie werden ununterscheidbar», sagt Hauer. Diese vibronische Kopplung ermöglicht den schnellen und nahezu verlustfreien Transfer der Lichtenergie in Lichtsammelkomplexen. Diese 11/ 2015
BIOWISSENSCHAFTEN
Originalpublikation J. Lim, D. Palecek, F. Caycedo-Soler, C.N. Lincoln, J. Prior, H. Berlepsch von, S.F. Huelga, M.B. Plenio, D. Zigmantas, J. Hauer: «Vibronic origin of long-lived coherence in an artificial molecular light harvester». Nature Communications, 6, 2015. DOI:10.1038/ncomms8755. Die Veröffentlichung ist das Produkt einer Kooperation zwischen sechs europäischen Forschungsgruppen aus Wien, Prag, Ulm, Lund, Berlin und Cartagena (Spanien).
Bild: TU Wien
Molekülverbände werden durch das Licht zunächst angeregt und in einen Zustand hoher Energie gebracht. Ähnlich wie ein Ball auf einer Treppe von Stufe zu Stufe nach unten fällt, muss die Energie Schritt für Schritt verringert werden, um in der Zelle genutzt werden zu können. Beim wichtigen ersten Schritt dieser EnergieKaskade spielen die Vibrationen ihre entscheidende Rolle.
Lernen von der Natur
Die untersuchten makromolekularen Aggregate – 15 Nanometer im Durchmesser, bis zu hunderte Mikrometer lang.
Hauer möchte mit seinen Experimenten die Tricks der Natur nutzbar machen. Biologische Zellen sind in den ersten Schritten der Verarbeitung von Lichtenergie deutlich effizienter als künstliche Solarzellen: neun von zehn Photonen werden in Bio-Systemen in elektrochemische Energie umgewandelt. In den später ablaufenden Schritten sinkt zwar die Effizienz, doch auch das hat seinen Sinn: Die Zelle
gewinnt dadurch an Flexibilität und kann bei ganz unterschiedlichen Lichtverhältnissen überleben. Ein besseres Verständnis der natürlichen Photosynthese soll dazu führen, dass künftige Generationen von Solarzellen ähnlich gute Eigenschaften haben wie die biologischen Kraftwerke der Zelle, die von der Evolution über Milliarden Jahre optimiert worden sind.
Kontakt Dr. Jürgen Hauer Junior Forschungsgruppenleiter Institut für Photonik Technische Universität Wien, Österreich juergen.hauer@tuwien.ac.at www.photonik.tuwien.ac.at
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BIOWISSENSCHAFTEN
Neue Details der Reizübertragung in Lebewesen
Funktionsstruktur von Signalproteinen aufgeklärt Forschende am Paul Scherrer Institut PSI haben die Signalweiterleitung von Zellen weiter aufgeklärt. Mit einer eigens entwickelten Technik fanden sie heraus, dass nur wenige Aminosäuren die Funktion der sogenannten G-Proteine beeinflussen. Diese Proteine besitzen eine Schlüsselposition bei der zellulären Reizweiterleitung. Die neuen Erkenntnisse treiben das Verständnis von Vorgängen wie Sinneswahrnehmung und Hormonwirkung sowie die Entwicklung neuer Medikamente einen bedeutenden Schritt voran.
1 Leonid Ariosa Leiva
Grafik: Wikimedia Commons/Sven Jähnichen; lizenziert unter CC BY-SA 3.0
Wenn wir einen Gegenstand sehen, passiert im Grunde Folgendes: Das vom Gegenstand ausgehende Licht trifft unser Auge, woraufhin Nervenzellen ein Signal ins Gehirn weiterleiten, das vom Gehirn als ein Bild des Gegenstandes interpretiert wird. Den Anstoss für die Signalübertragung gibt das Protein Rhodopsin, das ein sogenannter G-Protein-gekoppelter Rezeptor ist. Dieses Protein in den Zellen der Netzhaut wird aktiviert, sobald Licht das Auge erreicht. Rhodopsin fungiert wie ein Schalter, der, einmal umgelegt, das Signal an sogenannte G-Proteine im Innern der Zelle überträgt. Diese verstärken das Signal und geben es in der 1 Leonid Ariosa Leiva, Wissenschaftsredaktor, Paul Scherrer Institut.
Aktivierungszyklus von G-Proteinen durch G-Protein-gekoppelte Rezeptoren – GPCR-Zyklus: (1) Bindung des G-Proteins; (2) Ligandenbindung; (3) Aktivierung des Rezeptors; (4) Aktivierung des G-Proteins; (5) Dissoziation des G-Proteins und Signaltransduktion; (6) Inaktivierung des G-Proteins.
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Zelle weiter. Auf ähnliche Weise funktionieren viele Paare von G-Protein-gekoppeltem Rezeptor (auf Englisch G-protein coupled receptor, kurz GPCR) und G-Protein. So wird etwa der Adrenalinrezeptor in den Muskelzellen aktiviert, wenn der Körper in einer Stresssituation das Hormon Adrenalin ausschüttet. Das dazugehörige G-Protein leitet hier das Signal weiter, das mit der Anspannung der Muskeln endet. Nun legt ein Team unter der Leitung von Forschenden des Paul Scherrer Instituts PSI und der ETH Zürich mit Beteiligung des britischen MRC Laboratory of Molecular Biology und des Pharmaunternehmens Roche neue Details
darüber vor, wie die Aktivierung dieser Proteine vonstattengeht. Die Erkenntnisse sind übertragbar auf andere Vorgänge wie das Riechen, das Schmecken und viele weitere, bei denen ähnliche Proteine an der Signalübertragung beteiligt sind. Sie könnten zudem dazu dienen, eine Fülle neuer, besserer Medikamente zu entwickeln.
Nobelpreiswürdige Forschung Dank jahrzehntelanger Forschung hat die Fachwelt bisher zwar viel über das Zusammenspiel von G-Proteinen und den dazugehörigen GPCR gelernt. So wurden 11/ 2015
Bild: Paul Scherrer Institut/Mahir Dzambegovic
BIOWISSENSCHAFTEN
Der Leiter der Studie, Dmitry Veprintsev, in einem der Labors am PSI, in denen die G-Proteine für die Messungen aufbereitet wurden.
Nobelpreise in den Jahren 1994 und 2012 für die Entdeckung dieser Rezeptoren bzw. für die Aufklärung ihres Kopplungsmechanismus mit den G-Proteinen verliehen. Wie das G-Protein im Detail aktiviert wird, war bisher aber nicht bekannt. Die neue Studie schliesst diese Lücke. Sie zeigt, wie sich die Form von G-Proteinen während ihrer Aktivierung verändert und welche Protein-Bausteine hinter diesen Veränderungen stecken.
Nur wenige Bausteine geben den Ton an
Bild: Dawei Sun
Wie jedes Protein, sind G-Proteine aus Bausteinen zusammengesetzt, die die Fachleute als Aminosäuren bezeichnen. Diese Aminosäuren sind in einem Protein gemäss einem genauen Bauplan in einer bestimmten Reihenfolge miteinander verknüpft. Beim jetzt untersuchten G-Protein sind es genau 354 Aminosäuren. Um herauszufinden, wie dieses G-Protein aktiviert wird, haben die Autoren der Studie jede einzelne dieser 354 Aminosäuren nach ei-
Vereinfachte Darstellung der Struktur des untersuchten G-Proteins (in Grau) und des daran gekoppelten Rezeptors. Die Kugeln stellen die Aminosäuren dar, die für die Aktivierung des G-Proteins entscheidend sind.
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nander gegen eine andere Aminosäure ausgetauscht. Dann haben sie gemessen, wie sich der Austausch auf die Stärke der Aktivierung auswirkt. «Die Analyse der Messungen zeigt, dass nur eine kleine Gruppe von rund 20 Aminosäuren massgeblich an der Aktivierung des G-Proteins beteiligt ist», erklärt Dawei Sun, der die Experimente als Teil seiner Dissertation am PSI durchführte. Tatsächlich hat nur der Austausch dieser Aminosäuren einen entscheidenden Einfluss auf die Aktivierung des G-Proteins ausgeübt, während der Austausch der restlichen Aminosäuren für die Aktivierung des Proteins praktisch folgenlos blieb. Den Einfluss der massgeblichen Aminosäuren konnten die Forschenden an Veränderungen in der Form eines Abschnitts des G-Proteins feststellen, der im deaktivierten Zustand einer ausgerollten Luftschlange (Helix-Struktur) ähnelt. «Beim Austausch der entscheidenden Aminosäuren fehlten an dieser Struktur die üblichen Windungen», erläutert Dmitry Veprintsev, der Forschungsleiter der Studie im Labor für Biomolekulare Forschung am PSI. «Wir konnten damit beweisen, dass während der Aktivierung des GProteins die Luftschlangenstruktur zumindest vorübergehend verschwindet», fügt Veprintsev hinzu.
Nützlich für fast jedes dritte Medikament Die Bedeutung der Arbeit beschränkt sich nicht auf ein einzelnes Protein. Der neu entdeckte Mechanismus ist vielmehr universell. Das heisst, er ist nicht nur bei dem einen, in dieser Studie untersuchten GProtein, sondern bei allen G-Proteinen am Werk. Das belegen umfangreiche Computerberechnungen eines Teams um Madan Babu vom MRC Laboratory of Molecular Biology. Veprintsev betont, dass mit der vorliegenden Arbeit die massgeblichen Aminosäuren identifiziert wurden, die dem Aktivierungsmechanismus eines G-Proteins zugrunde liegen. Gebhard Schertler, Leiter des Forschungsbereichs Biologie und Chemie am PSI legt dar, dass dieses Wissen die Entwicklung von Medikamenten, die durch die Aktivierung eines GPCRRezeptors und des dazugehörigen G-Proteins wirken, einen entscheidenden Schritt vorantreibt. Der potenzielle Nutzen ist
nicht zu unterschätzen: Schon heute entfalten rund 30 Prozent aller erhältlichen Medikamente ihre Wirkung auf diese Weise. Zudem könnten die Folgen über die GProteine hinausreichen. «Unsere Methode kann in Zukunft auch bei anderen wichtigen Proteinen angewandt werden, um deren Wirkmechanismus zu verstehen», versichert Veprintsev. Originalpublikation D. Sun, T. Flock, X. Deupi, S. Maeda, M. Matkovic, S. Mendieta, D. Mayer, R. Dawson, G.F.X. Schertler, M.M. Babu, D. Veprintsev: «Probing Gαi1 protein activation at single-amino acid resolution». Nature Structural & Molecular Biology, 2015. DOI: 10.1038/nsmb.3070. Kontakt Dr. Dmitry Veprintsev Projektleiter Labor für Biomolekulare Forschung Paul Scherrer Institut PSI, Schweiz dmitry.veprintsev@psi.ch www.psi.ch Dr. Gregor Cicchetti Scientific Relations Manager Forschungsbereich Biologie und Chemie Paul Scherrer Institut PSI, Schweiz gregor.cicchetti@psi.ch www.psi.ch
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Garngewinnung aus Schlachtabfällen
Feiner Faden aus Gelatine Rund 70 Millionen Tonnen Fasern werden heute jährlich rund um den Globus gehandelt. Fast zwei Drittel davon entfallen auf Kunstfasern auf Erdölbasis. Die häufigsten verwendeten Naturfasern sind Wolle und Baumwolle, doch haben sie gegenüber synthetischen Fasern an Boden verloren. Eine Alternative haben ETH-Forscher entwickelt. Aus von Schlachtabfällen gewonnener Gelatine fertigen sie ein Garn, das ähnlich gute Eigenschaften hat wie Merinowollfasern. Nun arbeiten sie daran, dieses Garn noch wasserfester zu machen.
Gelatine besteht im Wesentlichen aus Kollagen, das ein Hauptbestandteil von Haut, Knochen oder Sehnen ist und in Schlachthäusern in grossen Mengen als Abfall anfällt. Daraus lässt sich einfach Gelatine herstellen. Für Stark und Stössel war es deshalb naheliegend, dieses Biomaterial für ihre Versuche zu verwenden.
Bilder: Philipp Stössel/ETH Zürich
Zufall verhalf zu einer Lösung
Neuer Verwendungszweck für Abfallprodukt
Beim Experimentieren bemerkte Stössel, dass sich das Protein bei der Zugabe eines organischen Lösungsmittels (Isopropanol) zu einer erhitzten, wässrigen Gelatinelösung am Boden des Gefässes absetzte. Die formlose Masse sog er mit einer Pipette auf und konnte ohne Kraftaufwand einen dehnbaren, endlosen Faden aus ihr herausdrücken. Dies war der Startpunkt für seine ungewöhnliche Forschungsarbeit. Im Lauf seiner Dissertation entwickelte und verfeinerte der Wissenschaftler schliesslich das Verfahren. Anstelle der Pipette benutzte er mehrere parallel angeordnete Spritzenpumpen. Durch gleichmässigen Druck trieben die Spritzen feine Endlos-Fäden aus, die über zwei teflonbeschichtete Rollen geführt wurden. Die Rollen wurden konstant in einem Ethanolbad benetzt; dadurch konnten die Filamente nicht verkleben
Nun präsentiert Philipp Stössel, Doktorand in der Gruppe für funktionelle Materialien (FML) von ETH-Professor Wendelin Stark, in Zusammenarbeit mit dem Advanced Fibers Laboratory der Empa St. Gallen ein neues Verfahren, mit dem aus Gelatine hochwertige Fasern gewonnen werden können. Die Fasern konnte er zu einem Garn verspinnen, aus dem sich Textilien herstellen lassen.
Die Gelatinefasern weisen zahlreiche Poren auf, weshalb sie isolierend wirken.
Zu Garn versponnen und auf Kartonspulen aufgewickelt erinnert kaum mehr etwas an die Gelatine, aus dem die Wolle besteht.
1 Peter Rüegg
Ein umweltgerechtes Nischenprodukt sind Fasern aus Biopolymeren pflanzlichen oder tierischen Ursprungs. Schon Ende des 19. Jahrhunderts gab es Versuche, Proteine zu Textilien zu veredeln. So wurde 1894 bereits ein Patent für Textilien aus Gelatine eingereicht. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg verdrängten die aufkommenden Kunstfasern die biologischen Proteinfasern rasch und gründlich vom Markt. In den vergangenen Jahren ist jedoch der Ruf nach natürlichen Fasern aus umweltfreundlicher Produktion und erneuerbaren Ressourcen lauter geworden. Gerade die Wollfaser feierte in funkPeter Rüegg, Wissenschaftsredaktor an der ETH Zürich.
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tionalen Sportkleidern aus Merinowolle eine Wiederauferstehung. Und in Deutschland hat eine Jungunternehmerin vor ein paar Jahren damit begonnen, aus dem Milchprotein Kasein hochwertige Textilien zu produzieren.
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und härteten rasch aus, ehe sie auf einem Förderband aufgerollt wurden. Mit der von ihm entwickelten Spinnanlage konnte er 200 Meter Fasern pro Minute herstellen. Rund 1000 Einzelfasern verzwirnte er danach mittels einer Handspindel zu einem Garn. Als Anschauungsobjekt liess der Forscher daraus einen Handschuh stricken.
forschen, wie die Gelatinefasern noch wasserfester gemacht werden können. Denn diesbezüglich ist Schafwolle dem Gelatinegarn überlegen. Der Lebensmittelwissenschaftler ist aber überzeugt, dass er dem definitiven Ziel – der Produktion einer Biopolymer-Faser aus einem Abfallprodukt – sehr nahe ist. Vor zwei Jahren haben die Forscher ihre Erfindung zum Patent angemeldet, die Anmeldung befindet sich derzeit in der internationalen Phase. Nun sei man am Punkt angelangt, wo man die Kapazitätsgrenze im Labor erreicht habe, eine grosstechnische Produktion allerdings nur dann möglich sei, wenn Partner und Geld dafür gefunden würden.
Garn glänzt seiden Die einzelnen Filamente sind äusserst fein und haben einen Durchmesser von nur 25 Mikrometer. Ein menschliches Haar ist rund doppelt so dick. Bei seinen ersten Labor-Spinnanlagen lag die Faserdicke bei 100 Mikrometer, erinnert sich Stössel. Das sei für die Garnproduktion zu dick gewesen. Die Oberfläche der Fasern ist glatt, während natürliche Wollfasern kleine Schüppchen aufweisen. «Die Gelatinefasern haben deshalb einen schönen Glanz», sagt Stössel. Desweiteren ist das Innere der Fasern durchzogen von Hohlräumen, wie Elektronenmikroskop-Bilder aufzeigen. Daher rührt womöglich auch der gute Isolationseffekt des Gelatinegarns, den Stössel beim Vergleich mit einem Handschuh aus Merinowolle messen konnte.
Wasserfeste Fasern Grundsätzlicher Nachteil der Gelatine aber ist, dass sie wasserlöslich ist. Durch
Wasserfeste Gelatine: Härtetest für den Handschuh aus ungewöhnlicher «Wolle».
verschiedene chemische Verarbeitungsstufen musste Stössel die Wasserfestigkeit des Garns stark verbessern. So behandelte er den Handschuh zuerst mit einem Epoxid, um die Gelatine-Bestandteile stärker miteinander zu verknüpfen. Weiter behandelte der Forscher das Material mit Formaldehyd, um es noch besser auszuhärten. Um das Garn geschmeidig zu machen, imprägnierte er es zuletzt mit Lanolin, einem natürlichen Wollfett. In den kommenden Monaten bis zum Ende seiner Doktorarbeit wird Stössel daran
Originalpublikation P.R. Stoessel, U. Krebs, R. Hufenus, M. Halbeisen, M. Zeltner, R.N. Grass, W.J. Stark: «Porous, Water-Resistant Multifilament Yarn Spun from Gelatin». Biomacromolecules, 2015, 16 (7), pp 1997–2005. DOI: 10.1021/acs.biomac.5b00424.
Kontakt Prof. Wendelin Jan Stark Institut für Chemie- und Bioingenieurwissenschaften ETH Zürich, Schweiz wendelin.stark@chem.ethz.ch www.fml.ethz.ch
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Halbleitende Schichtmaterialien aus Phosphor und Arsen
Konkurrenz für Graphen Mit dem Nobelpreis 2010 wurde Graphen, das nur eine Atomlage dicke Kohlenstoff-Netzwerk, über Nacht berühmt. Doch es gibt längst Konkurrenz. Auch aus Phosphor kann man solche Schichten herstellen. Chemiker der Technischen Universität München (TUM) entwickelten nun ein Halbleiter-Material, bei dem einzelne PhosphorAtome durch Arsen ersetzt sind. Im Rahmen einer internationalen Kooperation bauten sie daraus zusammen mit amerikanischen Kollegen erstmals Feldeffekt-Transistoren.
Bild: Andreas Battenberg/TU München
Graphen, das aus einer einzigen Lage von Kohlenstoffatomen besteht, bildet es dünnste Schichten. Die Bandbreite seiner Anwendungen reicht von Transistoren, über Sensoren bis hin zu mechanisch-flexiblen Halbleiter-Bauteilen. Anders als beim Graphen, dessen elektronisches Verhalten dem von Metallen ähnelt, verhält es sich wie ein Halbleiter.
Phosphoren statt Graphen
Schwarzes Arsen-Phosphor: halbleitendes Material mit 2D-Struktur ähnlich der des Graphens hergestellt in der Arbeitsgruppe Prof. Tom Nilges.
1 Ulrich Marsch
Seit vielen Jahrzehnten ist Silizium die Basis der modernen Elektronik. Bisher konnte die Silizium-Technik für immer kleinere Geräte immer kleinere Transistoren herstellen, doch die Grösse von SiliziumDr. Ulrich Marsch Corporate Communications Center, Technische Universität München. 1
Transistoren stösst langsam an ihre physikalische Grenze. Silizium ist darüber hinaus hart und spröde, doch die Konsumenten hätten gerne flexible Geräte, Geräte, die sich in Kleidung einarbeiten lassen und vieles mehr. All dies hat einen Wettlauf um neue Materialien ausgelöst, die Silizium eines Tages ersetzen könnten. Ein solches Material könnte Arsen enthaltender schwarzer Phosphor sein. Wie das
In einer Kooperation der Technischen Universität München und der Universität Regensburg auf deutscher Seite sowie den amerikanischen Universitäten University of Southern California (USC) und Yale wurden nun erstmals Feldeffekt-Transistoren aus Arsen enthaltendem schwarzem Phosphor hergestellt. Die Verbindungen synthetisierte Marianne Köpf im Labor des Fachgebiets für Synthese und Charakterisierung innovativer Materialien an der TU München. Die an der TU München entwickelte neue Methode ermöglicht es, schwarzes ArsenPhosphor ohne hohen Druck zu synthetisieren. Das erfordert weniger Energie und ist billiger. Über den Arsengehalt kann die Lücke zwischen Valenz- und Leitungsband präzise eingestellt werden. «Das ermöglicht es uns, Materialien mit bisher unerreichbaren elektronischen und opti-
Emissionsgasanalyse mit STA 449-FTIR-Kopplung TRACOMME AG Dorfstrasse 8 • 8906 Bonstetten Tel. 044 709 07 07 • Fax 044 709 07 70 • www.tracomme.ch STA = Simultane Thermische Analyse DSC und TGA ohne Transferleitung direkt mit Bruker ALPHA FTIR gekoppelt! Hochdruck- und Hochtemperatur DSC, Differenz-Thermoanalyse (DTA), Dilatometer (DIL), Thermomechanische Analyse (TMA), 18 Dynamisch Mechanische Analyse (DMA), Dielektrische Analyse (DEA/DETA), Laser Flash Apparatur (LFA), Reaktionskalorimeter (Accelerating Rate Calorimetry = ARC)
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Bild: Marianne Köpf
Einkristall von P1-xAsx mit x = 0.83. Beginnende Delaminierung (Schichtablösung) im oberen Bildabschnitt.
schen Eigenschaften in einem Energiefenster herzustellen, dass bisher nicht zugänglich war», sagt Professor Tom Nilges, Leiter des Fachgebiets für Synthese und Charakterisierung innovativer Materialien.
Detektoren für Infrarot Bei einem Arsengehalt von 83 Prozent hat das Material eine Bandlücke von nur noch 0,15 Elektronenvolt. Aus einem solchen Material können Sensoren aufgebaut werden, die Wellenlängen im langwelligen Infrarot detektieren. In diesem Bereich arbeiten beispielsweise LiDAR-Sensoren (Light Detection and Ranging). Sie werden unter anderem in Autos als Abstandssensoren eingesetzt. Eine andere Anwendung ist die Messung von Staubteilchen und Spurengasen in der Umweltmesstechnik. Ein weiterer interessanter Aspekt dieser neuen zweidimensionalen Halbleiter sind ihre anisotropen elektronischen und optischen Eigenschaften. Denn die Materialien zeigen unterschiedliches Verhalten entlang der x- und y-Richtung in der gleichen Ebene. Das Material kann in Schichten abgelöst werden. Die dünnsten bisher erreichten Schichten waren lediglich zwei Atomlagen dick. Originalpublikation B. Liu, M. Köpf, A.N. Abbas, X. Wang, Q. Guo, Y. Jia, F. Xia, R. Weihrich, F. Bachhuber, F. Pielnhofer, H. Wang, R. Dhall, S.B. Cronin, M. Ge, X. Fang, T. Nilges, C. Zhou: «Black Arsenic– Phosphorus: Layered Anisotropic Infrared Semiconductors with Highly Tunable Compositions and Properties». Adv. Mater., 2015, Early View. DOI: 10.1002/adma.201501758.
Kontakt Prof. Tom Nilges Synthese und Charakterisierung innovativer Materialien Technische Universität München, Deutschland tom.nilges@lrz.tum.de www.acinnomat.ch.tum.de
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An SwissFEL und SLS Biomoleküle entschlüsseln
Gemeinsam statt einsam Proteine sind ein begehrtes, aber widerspenstiges Forschungsobjekt. Eine für Freie-Elektronen-Röntgenlaser wie dem zukünftigen SwissFEL des PSI entwickelte Methode soll ihre Erforschung nun ein grosses Stück vorantreiben. Dabei werden viele identische, kleine Proteinproben in kurzen Abständen hintereinander mit einem Röntgenstrahl durchleuchtet. Damit wird ein bisheriges Hauptproblem der Erforschung von Proteinen umgangen: Proben in ausreichender Grösse herzustellen.
Ohne Proteine läuft in unserem Körper gar nichts. Als vielfältige Wandlungskünstler sitzen sie in jeder Zelle und steuern unsere Körperfunktionen. Ein Beispiel von vielen sind sogenannte ChemokinRezeptoren in unserem Immunsystem. Sie sorgen dafür, dass unsere Abwehrzellen dorthin wandern, wo sie ungeliebte Eindringlinge wie Viren oder Bakterien am effektivsten bekämpfen können. Insbesondere für die Medikamentenentwicklung sind Proteine aufgrund ihrer Schlüssel-Funktionen ein begehrtes Forschungsobjekt. Doch bleibt ihre Erforschung mühsam. Eine der Schlüsselmethoden biologischer Forschung ist es, Biomoleküle zu kristallisieren, mittels Röntgenlicht zu durchleuchten und aus dem dabei abgelenkten Licht auf die Struktur der Moleküle zurückzurechnen. Auch an der Synchrotron Lichtquelle Schweiz SLS des Paul Scherrer Instituts werden mit dieser Methode seit vielen Jahren tiefe Einblicke in die Struktur von Biomolekülen gewonnen. Erst durch die Kristallisation werden die Moleküle abbildbar. Doch so leicht wie die Kristalle des Meersalzes, die von alleine überbleiben, wenn das Meerwasser verdunstet ist, machen es die fragilen und bedeutend komplexeren Proteine den Forschenden nicht: «Bei manchen Proteinen dauert eine effiziente Kristallisation mehrere Jahre, bei anderen wie den ChemokinRezeptoren können wir die für die Experimente erforderliche Grösse der Kristalle nicht erreichen», sagt Jörg Standfuss, der 1 Martina Gröschl, Kommunikation SwissFEL, PSI.
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Grafik: PSI/Mahir Dzambegovic
1 Martina Gröschl
Bei der seriellen Kristallografie werden Kristalle in einen Röntgenstrahl injiziert (Bild 1). Beim Zusammentreffen zwischen Strahl und Kristall (Bild 2) werden Lichtstrahlen abgelenkt (Bild 3). Die abgelenkten Lichtstrahlen werden von einem Detektor aufgezeichnet (Bild 4). Aus den Lichtmustern, die viele gleiche Kristalle auf dem Detektor erzeugen, lässt sich der Aufbau der Kristalle bestimmen.
am PSI auf die Erforschung dieser widerspenstigen Zeitgenossen spezialisiert ist.
Stückweise zur Molekül-Struktur Der zurzeit vielversprechendste Ausweg aus dieser Misere heisst serielle Kristallografie. Statt wie bisher einzelne grosse Kristalle zu rotieren, um sie so von möglichst vielen verschiedenen Seiten zu durchleuchten und abzubilden, injiziert man Tausende kleine, identische Kristalle hintereinander (daher die Bezeichnung «seriell») in den Röntgenstrahl. Die beim Zusammentreffen zwischen Strahl und den einzelnen Kristallen abgelenkten Lichtstrahlen werden aufgezeichnet und diese Aufzeichnungen zusammengefügt. Mit einer ausreichend grossen Anzahl von
Kristallen ergibt sich ein genaues Strukturabbild des Proteins. Bei der seriellen Kristallografie werden Kristalle in einen Röntgenstrahl injiziert. Beim Zusammentreffen zwischen Strahl und Kristall werden Lichtstrahlen abgelenkt. Die abgelenkten Lichtstrahlen werden von einem Detektor aufgezeichnet. Aus den Lichtmustern, die viele gleiche Kristalle auf dem Detektor erzeugen, lässt sich der Aufbau der Kristalle bestimmen. Entwickelt wurde diese Methode für den Einsatz an Freie-Elektronen-Röntgenlasern wie dem SwissFEL, der gerade am PSI gebaut wird. Die grosse Strahlungsintensität der Röntgenlaser zerstört jeden Kristall innerhalb kürzester Zeit, sodass ein Rotationsexperiment nicht möglich wäre. Dem Messergebnis tut dies keinen Abbruch, im Gegenteil: Der Strahlbe11/ 2015
Bild: Scanderbeg Sauer Photography
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Christopher Milne, Jörg Standfuss und Meitian Wang an der SLS-Strahllinie, an der künftig Experimente mit serieller Kristallografie stattfinden sollen.
schuss ist so kurz gepulst, dass die abgelenkten Lichtstrahlen der noch völlig unbeschädigten Kristalle erfasst werden können. Zudem funktioniert die Methode bei Raumtemperatur, das heisst die Moleküle müssen nicht – wie sonst üblich – auf unter minus 173 Grad Celsius abgekühlt werden. «Mit der seriellen Kristallografie werden wir Proteine in ihrer natürlichen Form untersuchen können», freut sich Standfuss. Noch einen Schritt weiter hofft der Biologe Proteine, die je nach Funktion ihre Form gezielt verändern, endlich einmal in Aktion zu erleben: «Das können wir erreichen, indem wir bei einer Reihe von identischen Kristallen gleichzeitig eine Reaktion anregen und die Kristalle zeitversetzt in den Röntgenstrahl injizieren.» Die Forscher erhalten so jeweils eine Abbildung der Struktur zu einem bestimmten
Zeitpunkt der Reaktion und können diese zu einem Film zusammensetzen. Am SwissFEL wird die serielle Kristallografie ab Inbetriebnahme zur Verfügung stehen. 100 Röntgenpulse wird der FreieElektronen-Röntgenlaser pro Sekunde abfeuern. «Eine der Herausforderungen ist, die Kristalle so zu injizieren, dass sie punktgenau mit den Pulsen zusammentreffen», sagt Christopher Milne, der am SwissFEL jene Experimentierstation entwickelt, die die serielle Kristallografie anbieten wird. Kleinere Kristalle sind zwar in der Regel leichter herzustellen, trotzdem ist bei vielen Proteinen ihre mögliche Anzahl begrenzt. Kein Kristall sollte ins Leere injiziert werden und für das Experiment verlorengehen.
Die Synergie im Blick Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit läuft auf Hochtouren und sie beschränkt sich nicht nur auf den SwissFEL. «Die Methoden, welche für die Probeninjektion an Freie-Elektronen-Röntgenlasern entwickelt wurden, dürften auch die Möglichkeiten erweitern, Proteine an Synchrotron-Lichtquellen zu untersuchen», betont Standfuss. «Das ist wichtig, weil selbst mit dem SwissFEL die Zahl der Experimentierplätze an Freie-Elektronen-RöntgenLasern stark limitiert sein wird, so dass man sich da auf Experimente beschränken wird, die an anderen Anlagen absolut
nicht möglich sind.» «Erste Studien zeigen das grosse Potenzial serieller Kristallografie an Synchrotron-Lichtquellen», so Meitian Wang, der an der SLS für jene Strahllinie verantwortlich ist, an der künftig derartige Experimente stattfinden sollen. Nun geht es am PSI darum, die Methode an konkreten Beispielen weiterzuentwickeln. Eines davon ist einer der eingangs erwähnten Chemokin-Rezeptoren – ein Protein, das eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Entzündungsprozessen im Körper spielt. Und es ist eines jener Proteine, die bisher nicht effizient kristallisiert werden konnten. Das Feld ist im Umbruch und es entwickelt sich rasend schnell. Milne ist aber davon überzeugt, dass ein wenig Ruhe einkehren wird, wenn der SwissFEL einmal in Betrieb ist: «Der durchschnittliche Biologe will messen und sich nicht dauernd mit einer neuen Methode herumschlagen. Er will einfach nur das bestmögliche Resultat und wir werden dafür sorgen, dass er es bekommt.»
Kontakt Dr. Jörg Standfuss Group Leader Femtosecond Nanocrystallography PSI, Villigen, Schweiz joerg.standfuss@psi.ch www.psi.ch
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NEWS
Roche: Neues Bürogebäude Bau 1 in Basel
Roche hat in Basel das neue Bürogebäude Bau 1 eröffnet. Nach Abschluss des Bezugs, der bereits im Oktober startete, werden rund 2000 Mitarbeitende im Gebäude arbeiten. Die moderne Architektur fördert die Zusammenarbeit über
Abteilungsgrenzen hinweg und stimuliert Kreativität und Innovation – die Basis für den Erfolg des Unternehmens. «Bau 1 ist das erste sichtbare Zeichen der Arealentwicklung am Hauptsitz in Basel. Wir werden hier drei Milliarden Franken in neue Forschungs- und Büroinfrastruktur investieren und damit die Voraussetzung für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft des Standorts schaffen», sagt Severin Schwan, CEO von Roche. «Bau 1 ist für uns auch ein klares Bekenntnis zum Standort
Schweiz und zu Basel.» Neben der Funktionalität der Gebäude sei für Roche auch ihre Nachhaltigkeit sehr wichtig. Damit sei eines der nachhaltigsten Hochhäuser weltweit erstellt worden, so Jürg Erismann, Leiter Standort Basel/Kaiseraugst. «Rund 75 Prozent der Investitionssumme von 550 Millionen Franken wurden an Schweizer Firmen vergeben, Roche leistet damit einen bedeutenden Beitrag zur Stärkung der regionalen Wirtschaft.» Die im Oktober 2014 angekündigte Areal-
entwicklung in Basel wird in den nächsten Jahren schrittweise umgesetzt. Der Bebauungsplan für das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum sowie für Bau 2 und die weiteren Gebäude wurde bereits eingereicht. Roche ist im aktiven Dialog mit den zuständigen Behörden, Anwohnern und allen anderen Beteiligten, um einen guten Planungsfortschritt sicherzustellen. www.roche.ch
Wie die meisten exportorientierten Schweizer Unternehmen hat die abrupte Stärkung des Schweizer Frankens auch die Kistler Gruppe getroffen. Mit spezifischen Sofortmassnahmen konnte der Schaden jedoch weitgehend eingeschränkt werden. Langfristige Massnahmen werden die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig sichern. Dazu gehört die geplante Reduktion des Anteils von Zulieferern, die in Schweizer Franken abrechnen. Ausserdem wird die Verlagerung ein-
zelner Betriebsteile oder Produktionsprozesse in den Euroraum forciert. Im neuen Europa-Headquarter in BöblingenSindelfingen, Deutschland, ist viel Platz für einen späteren Ausbau reserviert, und das bestehende Software-Entwicklungszentrum in Bratislava wird flächenmässig praktisch verdoppelt. Ein weiterer Ausbau im Produktionszentrum Lorch, Deutschland, wurde bereits in Angriff genommen. Parallel dazu wurde auch das Tech Center Shanghai auf die doppelte
Fläche erweitert. CEO Rolf Sonderegger blickt zuversichtlich auf den Jahresabschluss 2015 und das kommende Geschäftsjahr. «Die Währungsentwicklung wie auch der Rückgang der Wirtschaftsdynamik in China strahlen natürlich auch auf die Kistler Gruppe aus. Wir sind jedoch zufrieden, dass wir diese ausserordentliche Situation ohne Mehrarbeit oder Entlassungen meistern konnten. Wir haben im Gegenteil dieses Jahr weltweit bislang 69 zusätzliche Stellen geschaffen (Schweiz:
Bild: Kistler
Kistler Gruppe: Wachstum trotz Frankenstärke
Im neuen Kistler Europa-Headquarter in Böblingen-Sindelfingen, Deutschland, ist viel Platz für einen späteren Ausbau reserviert.
12 zusätzliche Vollzeitstellen) und planen auch 2016 einen weiteren Ausbau.» www.kistler.com
VCI: Kurt Bock als Vizepräsident wiedergewählt Die Mitgliederversammlung des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) hat Kurt Bock, BASF SE, erneut zum Vizepräsidenten gewählt. Den Vorstand des Chemieverbandes bilden damit weiterhin VCI-Präsident Marijn E. Dekkers sowie die drei Vizepräsidenten Bock, Klaus Engel (Evonik Industries AG) und Dr. Karl-Ludwig Kley (Merck KGaA). 22
VCI: Kurt Bock als Vizepräsident wiedergewählt.
Henrik Follmann, Follmann Chemie GmbH, und Sabine
Herold, Delo Industrie Klebstoffe GmbH & Co. KGaA, wurden als Mitglieder des Präsidiums bestätigt. Neben dem Vorstand gehören dem Präsidium damit folgende Personen an: – Prof. Andreas Barner, Boehringer Ingelheim – Wolfgang Büchele, Linde – Henrik Follmann, Follmann Chemie
– Sabine Herold, Delo Industrie Klebstoffe – Willem Huisman, Dow Deutschland – Kasper Rorsted, Henkel – Prof. Rudolf Staudigl, Wacker Chemie – Matthias Zachert, Lanxess
www.vci.de 11/ 2015
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Reine Luft ist unser Business.
Bild: VCI/Darchinger
Preisträger des ResponsibleCare-Wettbewerbs 2015
Von links: Stefan Pein, Leiter Sicherheit und Umwelt, sowie Jörg Bley, Leiter Transportsicherheit der Total Bitumen Deutschland GmbH; Sabine Herold, Geschäftsführende Gesellschafterin, sowie Christian Walther, Leiter Produktion und Logistik und Mitglied der Geschäftsführung der Delo Industrie Klebstoffe GmbH & Co. Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG; VCI-Präsident Marijn E. Dekkers.
Der Verband der Chemischen Industrie in Frankfurt (VCI) hat drei Unternehmen für herausragende Projekte zur Logistik prämiert. Erstmals wurde auch ein Mittelstandspreis vergeben. Der VCI hatte den diesjährigen ResponsibleCare-Wettbewerb unter dem Motto «Wir haben gute Ideen für Transportsicherheit und nachhaltige Logistik» ausgeschrieben. Der Wettbewerb ist ein Beitrag zu Chemie3, der Nachhaltigkeitsinitiative der deutschen Branche. Der erste Preis geht nach Brunsbüttel an die Total Bitumen Deutschland GmbH, mit dem Projekt «Optimierung der Transportsicherheit bei Gefahrgut». Mit dem zweiten Platz ehrte die Jury die Delo Industrie Klebstoffe GmbH & Co. KGaA, Windach, und ihr Projekt «Logistik – sicher und nachhaltig». Mit dem Projekt bekam Delo auch den speziellen Mittelstandspreis. Das Projekt «Transportoptimierung für Überseetransporte» von der Wacker Chemie AG erhielt beim diesjährigen RC-Wettbewerb den dritten Preis. Die 11/ 2015
drei prämierten Projekte hatten sich bereits in Wettbewerben der VCI-Landesverbände durchgesetzt, an denen mehrere Dutzend Unternehmen teilgenommen haben. Über die Preisvergabe entschied eine unabhängige Jury: Egbert Biermann, Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie; Anton Erhard, Bundesanstalt für Materialforschung; Henning Krumrey, Wirtschaftswoche; Professor Ferdinand Schüth, Max-PlanckInstitut für Kohlenforschung; Helge Wendenburg, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, sowie Utz Tillmann, Verband der Chemischen Industrie. Responsible Care ist eine internationale Initiative der chemischen Industrie. Sie hat zum Ziel, die Bedingungen für den Schutz von Gesundheit und Umwelt sowie die Sicherheit von Mitarbeitern und Nachbarschaft ständig zu verbessern – unabhängig von den gesetzlichen Vorgaben. www.vci.de
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NEWS
Mittelständler prägen die Wirtschaft nicht nur – sie sind die Wirtschaft. Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt hat der unternehmerische Mittelstand in den letzten Jahren unzählige neue zukunftsfähige Arbeitsplätze in Industrie, Handel, Dienstleistung und Handwerk geschaffen. Zum 21. Mal wurde deshalb der «Grosse Preis des Mittelstandes» ausgeschrieben. Kein anderer Wirtschaftswettbewerb in Deutschland erreicht eine solch grosse Resonanz wie der von der Leipziger Oskar-Patzelt-Stiftung ausgelobte «Grosse Preis des Mittelstandes». Dabei ist der Preis nicht dotiert. Es geht für die Unternehmen einzig und allein um Ehre, öffentliche Anerkennung und Bestätigung ihrer Leistungen. Die Firma Peter Huber Kältemaschinenbau GmbH aus Offenburg, Hersteller von hochgenauer
Bild: Oskar-Patzelt-Stiftung, Andreas Schebesta
Huber Kältemaschinenbau erhält Mittelstandspreis
Finalisten 2015 aus Baden-Württemberg: Joachim Huber, Geschäftsführer der Peter Huber Kältemaschinenbau GmbH (ganz links); Marc Nagel, Inhaber der Metzgerei Nagel; Oliver Schmidt, Partner der Menold Bezler Rechtsanwälte Partnerschaft mbH; Frank Ganssloser, Geschäftsführer
Temperiertechnik, wurde als einer von fünf «Finalisten» aus Baden-Württemberg ausgezeichnet und setzte sich damit gegen starke Mitbewerber durch. Bundesweit waren insgesamt 5009 kleine und mittlere Unternehmen für den Wettbewerb 2015 nominiert – das ist ein neuer Rekord in der 21-jährigen Geschichte des Wettbewerbs.
Die Firma Huber wurde von der Stadt Offenburg und der Volksbank Offenburg eG nominiert. Geschäftsführer Joachim Huber nahm die begehrte Preisträgerstatue entgegen. Er freut sich über die Auszeichnung: «Wir sind stolz, diesen tollen Preis für unsere Arbeit erhalten zu haben. Viele erfolgreiche Unternehmen aus verschiedensten
Branchen waren für diesen Preis nominiert. Wir haben es mit unserem Unternehmen geschafft die Jury zu überzeugen. Die Auszeichnung bestätigt unsere Unternehmensziele und ist Motivation, den eingeschlagenen Weg hinsichtlich Arbeitsplatzsicherung, Innovation und Umweltverantwortung weiter zu gehen.» Die ausgezeichneten Unternehmen, so die Jury des Wettbewerbs, überzeugen mit einer wirtschaftlich gesunden Gesamtentwicklung, schaffen und sichern Arbeits- und Ausbildungsplätze, bringen Innovationen hervor, übernehmen Verantwortung für die Gesellschaft, engagieren sich regional und zählen bei Kundennähe, Service und Marketing zu den führenden Unternehmen ihrer Branche. www.huber-online.com
Switzerland Global Enterprise (S-GE, vormals Osec) lädt Schweizer und Liechtensteiner Unternehmen ein, ihre einträglichsten, innovativsten und vielversprechendsten Exportprojekte einzureichen für den Export Award 2016. Der Preis wird am 21. April 2016 anlässlich des Aussenwirtschaftsforums (AWF) in Zürich verliehen. Der Export Award lässt die gelungene Internationalisierung von Schweizer und Liechtensteiner Unternehmen strahlen und macht sicht-
bar, wie exzellent sie sich in der globalen Wirtschaft positioniert haben. Die ausgezeichneten Projekte dienen anderen Unternehmen als Inspiration für eigene Exportvorhaben, insbesondere in schwierigen Zeiten eines harten Frankens. In der Kategorie «Success» sind nachweisliche Erfolge gefragt. Das Unternehmen muss schon mindestens drei Jahre im Zielmarkt aktiv sein. Die Kategorie «Step-in» steht hingegen für Expansionsprojekte, bei denen ein
Unternehmen neu in einem Zielland tätig ist. Die unabhängige Jury aus Persönlichkeiten der Schweizer Wirtschaft, Wissenschaft und Medienwelt bewertet bei beiden Kategorien das gesamte Projekt von der Idee über die Ausgestaltung und Weiterführung bis zum Projektausbau. Alle Schweizer und Liechtensteiner Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen exportieren, können sich für den Export Award bewerben. Die Bewerbung ist ein-
Bild: S-GE
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fach und erfolgt am schnellsten via Website von S-GE (www.sge.com/exportaward). Einsendeschluss ist der 31.12.2015. www.s-ge.com
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11/ 2015
LABORAPPARATE
Wir vertreten:
38 Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Chemie konnten am 25. September 2015 an der ZHAW Zürcher Hochschule für Ange-
wandte Wissenschaften in Wädenswil ihr Bachelor-Diplom entgegennehmen. Die 5 Chemikerinnen und 33 Chemiker feierten im ZHAW-Campus
www.zhaw.ch/lsfm/medien
Bild: Manuel Wüest, zweidimensional.ch
S chweizerin gewinnt europäischen Laborantenwettbewerb
V.l.n.r.: Elias Vigl, Caitlin Blum und Jean-Luc Fuchs haben den Grand Prix Chimique 2015 gewonnen.
Der Grand Prix Chimique, bei dem sich junge Berufsleute bei der Arbeit im Chemielabor 11/ 2015
messen, fand vom 27. September bis 2. Oktober 2015 im aprentas-Ausbildungszentrum Muttenz statt – erstmals in der Schweiz und zum zweiten Mal mit Schweizer Beteiligung. Caitlin Blum (Schweiz), JeanLuc Fuchs (Schweiz) und Elias Vigl (Österreich) heissen die drei Gewinner des Grand Prix Chimique 2015. Die Teilnehmenden aus der Schweiz hatten sich an den SwissSkills Bern 2014 als Erst- und Zweitplatzierte in ihrem Beruf Laborant/-in EFZ, Fachrichtung Chemie, für den Grand Prix Chimique qualifiziert. Diesen Sommer schlossen sie ihre Lehre ab: Caitlin Blum an der Université de Fribourg und Jean-Luc Fuchs an der Ecole Polytechnique Fédérale
de Lausanne (EPFL). Elias Vigl besucht die Fachschule an der Höheren Technischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt (HTL) Dornbirn, Österreich. Die Kandidatinnen und Kandidaten kamen aus insgesamt neun Ländern: Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn. Rund 40 Kandidierende und Experten/-innen waren in Muttenz und Basel zur Preisverleihung zu Gast. Der Ausbildungsverbund aprentas organisierte und realisierte diesen Wettbewerb im Rahmen seines Berufsbildungsmandats von «scienceindustries», des Schweizer Wirtschaftsverbands Chemie Pharma Biotech. www.chem.elte.hu/w/gpch
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Grüental in Wädenswil den erfolgreichen Abschluss ihres Bachelor-Studiums mit Dozierenden, Angehörigen und Gästen. Institutsleiter Professor Christian Hinderling und Studiengangleiter Professor Achim Ecker überreichten 15 Diplome in der Vertiefungsrichtung Biologische Chemie und 23 in der Vertiefungsrichtung Chemie. Urs Lindenmann wurde für seine Bachelorarbeit mit dem Preis der Studentenverbindung Titania ausgezeichnet. Der Preis des SVC (Schweizerischer Verband diplomierter Chemiker) ging an Stefan Breitler für seine herausragende Studienleistung.
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NEWS
Das Schweizer Biopharma-Unternehmen Molecular Partners AG hat den European Biotechnica Award 2015 während der Messe Biotechnica in Hannover erhalten. In diesem Jahr ging es bei dem renommierten Preis darum, ein Unternehmen auszuzeichnen, das eine so genannte «disruptive technology», also eine umwälzende Technologie in den Bereichen Biotechnologie oder Life Sciences etabliert und nachweislich zum geschäftlichen Erfolg geführt hat. «Wir sind sehr stolz, dass auch die renommierte BiotechnicaJury unsere DARPin-Plattform als eine ‚disruptive technology‘ für die Biotechnologie und Life Sciences einstuft», sagt Christian Zahnd, CEO Molecular Partners. Zahlreiche Kandidaten aus den USA, Frankreich, der Schweiz und Deutschland waren im Rennen um den Award.
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Am Ende entschied sich die Jury unter dem Vorsitz von Karsten Henco, Vorstandsvorsitzender der HS LifeSciences GmbH, Düsseldorf, für die Molecular Partners AG: «Wir haben es hier mit einer Technologie zu tun, die das bereits etablierte Potenzial der so genannten Antikörpertherapien um weitere Einsatzgebiete erweitert.» Molecular Partners ist ein Biopharma-Unternehmen mit Produkten in der klinischen Entwicklung, das an der SIX Swiss Exchange in Zürich kotiert ist. Das Unternehmen entwickelt eine neue Klasse von Therapeutika, die so genannten DARPins. Dabei handelt es sich um hochspezifische und vielseitig einsetzbare Proteintherapien, die herkömmlichen monoklonalen Antikörpern oder anderen aktuell verfügbaren Proteinwirkstoffen potenziell überlegen sind. Die DARPin-Technologie er-
Bild: Deutsche Messe AG
Auszeichnung für Molecular Partners
Im Bild v.l.n.r: W. Eberhardt, Vice President Healthcare Development at SAP SE, Prof. N. Hoppe, Director of the Centre for Ethics and Law in the Life Sciences, J. Köckler, Mitglied des Vorstandes, Deutsche Messe AG, T. Schneckenburger, Molecular Partners AG, K. Henco, Chairman of the Board at HS LifeSciences GmbH, Chairman of the panel of judges, presentation of the European Biotechnica Award.
möglicht einen multispezifischen Behandlungsansatz. Um die Möglichkeiten der Behandlung zu verbreitern, werden dabei DARPins auf multiple Ziele gestreut oder mehrere Wirkmechanismen gleichzeitig angegangen. DARPins haben das
Potenzial, um die moderne Medizin voranzubringen und die Behandlung ernsthafter Erkrankungen, einschliesslich Krebs und schwerer Augenleiden, substantiell zu verbessern. www.vci.de
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NEWS
– IN KÜRZE E Z R Ü K N I – E KÜRZ IN KÜRZE – IN
n Der Informationsdienst ICIS Chemical Business hat den Münchner Chemiekonzern Wacker zum Unternehmen des Jahres gekürt. Der Konzern habe 2014 seinen Umsatz in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld stark gesteigert und sei auch für künftiges Wachstum bestens positioniert. www.wacker.com n Der Spezialchemie-Konzern Lanxess und Saudi Aramco gründen ein Joint Venture für synthetischen Kautschuk. Lanxess und die Saudi AramcoTochtergesellschaft Aramco Overseas Company werden einen Anteil von je 50 Prozent an dem Joint Venture halten, dessen Jahresumsatz bei rund drei Milliarden Euro (2014) liegt. www.lanxess.de n Zum 1. September 2015 wurden Peter Kunze zum Geschäftsleiter Temperiergeräte und Rainer Hartmann zum Gebietsvertriebsleiter Asien der Lauda Dr. R. Wobser GmbH & Co. KG ernannt. www.lauda.de n Der Aufsichtsrat der Lanxess hat Hubert Fink zum neuen Mitglied des Vorstandes berufen. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2015 wird der Vorstand damit von drei auf vier Personen erweitert. Fink leitet derzeit bei Lanxess die
11/ 2015
Business Unit Advanced Industrial Intermediates. www.lanxess.de n Merck hat mit der Tridonic Jennersdorf eine Lizenzvereinbarung über den Einsatz von Silikat-Leuchtstoffen für Weisslicht-LEDs abgeschlossen. www.merck.de n Messer erwirbt Gasegeschäft von Air Liquide in Ungarn. Messer Hungarogáz übernimmt damit mehr als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Anlagegüter und Kundenbeziehungen. www.gasesforlife.de n Spectro Analytical Instruments hat im August 2015 das 40 000ste Spektrometer seiner Unternehmensgeschichte ausgeliefert. www.spectro.de n Die Rhenus-Tochtergesellschaft Cargologic hat für die Abfertigung von Arzneimitteln am Flughafen Zürich die Zertifizierung Center of Excellence for Independent Validators (CEIV) der IATA erlangt. www.rhenus.com n Siegfried und BASF haben das Closing abgeschlossen. Damit hat Siegfried das BASF-Auftrags- und Zuliefergeschäft mit pharmazeutischen Wirkstoffen, verbunden mit den drei Standorten in
Evionnaz (CH), St. Vulbas (F) und Minden (D), definitiv übernommen www.siegfried.ch n Clariant hat das neue Clariant Biotech Center (CBC) in Planegg bei München eröffnet. Das CBC ist neben dem Clariant Innovation Center (CIC) in Frankfurt ein weiteres wichtiges globales Forschungszentrum für das Unternehmen. www.clariant.com n Endress+Hauser Spanien hat zum 25-jährige Bestehen der Vertriebsgesellschaft einen Neubau mit 4000 m2 Grundfläche in Sant Cugat, in der Nähe von Barcelona bezogen. Das Unternehmen investierte hierzu acht Millionen Euro. www.endress.com n Der weltweite Vertrieb für antimikrobielle Produkte für Polymer und Textil der Schweizer Sanitized wird ab sofort von Stefan Müller als Global Head of Sales geleitet. www.sanitized.com n Analytik Jena erweitert seinen Vorstand. Ab 1. Oktober ist Peter Juschitz neuer Chief Operating Officer (COO). Ab 1. November übernimmt Ulrich Krauss das neu geschaffene Vorstandsressort Marketing und Vertrieb. Ebenfalls neu ist das Ressort Personal, das ab
1. Januar 2016 Grit PetzhodtGühne übernehmen wird. www.analytik-jena.de n Grundfos hat die Hilge GmbH & Co KG an die GEAGruppe verkauft. Ende September haben die Kartellbehörden dieser Übernahme zugestimmt, der Verkauf ist damit erfolgreich abgeschlossen. Ungeachtet dessen bleibt Grundfos im Markt der Lebensmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie aktiv – nicht mehr mit Sterilpumpen direkt im Prozess, aber mit einem breiten Produkt- und Systemangebot für alle Sekundärprozesse. www.grundfos.ch n Die USA haben den langjährigen Spitzenreiter Niederlande als wichtigsten Exportmarkt der deutschen Chemie abgelöst. Knapp zehn Prozent aller Ausfuhren von chemischpharmazeutischen Erzeugnissen gingen 2014 in die Vereinigten Staaten. Rund 16,5 Milliarden Euro erlösten die Unternehmen im Handel mit US-amerikanischen Kunden, berichtet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Frankfurt. Auf die Niederlande entfielen 14,8 Milliarden Euro. Insgesamt erwirtschaftet Deutschlands drittgrösste Branche 60 % ihres Umsatzes von gut 190 Milliarden Euro mit dem Auslandsgeschäft. www.vci.de
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LOGISTIK
Logistik in den Schweizerischen Rheinhäfen
Das Tor zur Welt Die Schweizerischen Rheinhäfen sind das Tor zu den Weltmeeren und letzte Station zu Wasser in der Schweiz. In Basel, Birsfelden und Muttenz werden mehr als zehn Prozent aller Schweizer Importe umgeschlagen, die aus der ganzen Welt via die Seehäfen Rotterdam, Antwerpen und Amsterdam über den Rhein ihren Weg hierher finden. Verteilt auf die drei Hafenplätze befinden sich in grossen Getreidesilos und Lagern für Benzin und andere Mineralölprodukte die Getreide- und Mineralölreserven der Schweiz.
Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) wurden 2008 gegründet und sind eine Anstalt öffentlichen Rechts im Besitz der Kantone Basel-Landschaft und BaselStadt. Damals wurde die Rheinschifffahrtsdirektion (BS) und die Rheinhäfen Basel-Landschaft fusioniert. Heute beschäftigen die SRH in drei Abteilungen über 35 Mitarbeitende. «Die Organisation Schweizerische Rheinhäfen kümmert sich darum, dass die Rahmenbedingungen für die Umschlagstätigkeiten gegeben sind und sorgt dafür, dass der Hafen als Logistikstandort attraktiv bleibt», erklärt Simon Oberbeck, Beauftragter Kommunikation und Verkehrspolitik. «Sie übernimmt aber auch behördliche Aufgaben – beispielsweise mit dem Betrieb der Revierzentrale, welche die reibungslose Abwicklung des Schiffsverkehrs garantiert.»
Die drei Rheinhäfen Die Schweizerischen Rheinhäfen bestehen aus drei Hafenteilen in den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt. Mit einer Fläche von 420 479 m² ist der linksrheinische Birsfelder Hafenteil auf den Umschlag und die Lagerung von Stahl und anderen Metallen im Verbund mit Produktionsanlagen und trimodaler Logistik spezialisiert. Ferner dient dieser Hafenteil dem Verkehr mit weiteren Trockengütern, Containern und Mineralölerzeugnissen. Ebenfalls linksrheinisch liegt der Hafenteil Muttenz-Au mit einer Fläche von 458 136 m². Hier werden besonders flüssige Treib- und Brennstoffe umgeschla28
Bilder: Georg Sposny
Georg Sposny
Blick auf das Verlade-Terminal im Hafen Basel-Kleinhüningen.
gen und gelagert. Ferner dient dieser Hafenteil dem Verkehr mit Speiseöl sowie Dünger, Tonerde, Getreide und anderen Trockengütern. Eine Spezialität bildet die Bearbeitung von Schwergut. Der dritte Hafen Basel-Kleinhüningen ist der grösste mit einer Fläche von 701 091 m² und damit fast so gross, wie die anderen beiden Häfen zusammen. Basel-Kleinhüningen ist am rechten Rheinufer angelegt und besteht aus den Hafenbecken 1 und 2 sowie einem Wendebecken. Dieser Hafenteil verfügt über drei Containerterminals von wachsender Bedeutung. In Kleinhüningen werden aber auch klassische Trockengüter wie beispielsweise Stahl, Aluminium, Buntmetalle sowie flüssige Treib- und Brennstoffe umgeschlagen und gelagert. Die drei Häfen sind von grosser strategischer Bedeutung für die gesamte Schweiz, denn hier lagern die Getreide- und Mineralölreserven des Landes.
Drehscheibe für die Schweiz Die SRH sind die wichtigste Verkehrsdrehscheibe des Landes. Zehn bis zwölf Prozent aller importierten Waren erreichen die Schweiz über die Häfen. Im Bereich der Mineralölprodukte ist der Anteil sogar noch höher: Jeder dritte bis vierte Liter Benzin, Diesel oder Heizöl kommt mit dem Binnenschiff. Der Rhein ist für die Schweiz der einzige direkte Zugang zum Meer. Mit internationalen Verträgen ist dieser völkerrechtlich gesichert. «Wir sind besorgt für eine funktionierende und zukunftsgerichtete Verkehrsinfrastruktur (Schiff – Bahn – Strasse) der Häfen und der Wasserstrasse Basel – Rheinfelden», erklärt Oberbeck die Aufgaben der SRH. «Wir sind die nationale Rheinschifffahrtsbehörde für die Grossschifffahrt und kümmern uns um die Verkehrsüberwachung und Schiffsregistrierung, Schiffspersonal, Patente und Prüfungen.» 11/ 2015
LOGISTIK
Simon Oberbeck erklärt die Areal-Struktur der Hafenplätze.
Trimodales Containerterminal Basel Nord Gerade weil der Hafen Basel sozusagen «Endstation» für die Binnenschiffe und damit Übergabeort der Güter auf andere
Verkehrsträger wie LKW und Bahn ist, obliegt es den SRH dafür zu sorgen, dass die Arealentwicklung auf zukünftige Bedürfnisse ausgerichtet wird und die beiden Eigner-Kantone jetzt und in Zukunft ein attraktiver Wirtschaftsstandort bleiben. Im besten Fall werden bei den Entwicklungsprojekten auch die ansässigen Unternehmen mit einbezogen. Das grösste und nicht ganz unumstrittene Zukunftsprojekt ist der Neubau eines trimodalen Containerterminals Basel-Nord. «Dieses Gemeinschaftsprojekt der Planungsgesellschaft «Gateway Basel Nord» aus SRH, SBB Cargo, Contargo und Hupag will mit dem Terminal die Schweizer Containerverkehre bündeln», erläutert Oberbeck. Trimodal bedeutet hierbei die logistische Nähe zwischen Wasser, Schiene und Strasse. Basel als Logistikdrehscheibe der Schweiz, direkt an der wichtigsten europäischen Verkehrsachse Rotterdam – Genua gelegen, sei hierfür der ideale Standort. «Mit der perfekten An-
Löschvorgang der Eiger Nordwand.
bindung an die Verkehrsträger Schiff, Bahn und LKW kann ein effizienter Umschlag von Gütern gewährleistet werden», so Oberbeck. Ziel des neuen Terminals ist ein effizienter Verkehrsträgerwechsel. Die Containerverkehre sollen vom Schiff auf die Schiene umgeschlagen werden. Mit 300 000 Containereinheiten (TEU) pro Jahr wird Basel Nord
20. bis 23. September 2016 Messe Basel
Mein Entscheid ILMAC 2016 «Die ILMAC ist die Schweizer Messe auf der man alles über die neuesten Trends in der Pharmazeutischen Labortechnik, vor allem aber auch der Prozesstechnik, erfahren kann.
Christian Scherrer Senior Specialist, Sales & Resource Management NNE Pharmaplan, Basel
Aus diesem Grund nutzt auch NNE Pharmaplan die ILMAC als Plattform, um als führendes und international aufgestelltes Engineeringunternehmen, in den Bereichen der Pharma- und Biopharmaindustrie, über die neuesten Entwicklungen zu informieren.»
LOGISTIK
die rasant steigenden Containerverkehre in die Schweiz bewältigen können. Damit sollen auch bei voller Auslastung jährlich 140 000 LKW-Fahrten in der Schweiz wegfallen, die sonst die Autobahn A2 belasten würden. Substantiell will man mehr Container über die Schiene abwickeln. «Bis 2020 soll das Terminal fertig sein, wobei von Kosten für das bimodale Terminal (Schiene – Strasse) von 80 Millionen Franken und für die Trimodalität inklusive des neu anzulegenden Hafenbeckens 3 von 90 bis 100 Millionen Franken ausgegangen wird», berichtet Oberbeck.
Vorteile der Binnenschifffahrt Die Güterschifffahrt ist ein besonders umweltfreundlicher Verkehrsträger. Mit der Energie aus fünf Litern Dieselöl kann ein Binnenschiff eine Tonne 500 Kilometer weit transportieren, während die Bahn eine Tonne 333 Kilometer weit befördert und ein Lastwagen gar nur 100 Kilometer. Der Treibstoffverbrauch – und damit auch die Emissionen aus der Verbrennung von Treibstoff – sind bei der Schifffahrt also mit Abstand am niedrigsten. Dies liegt vor allem darin begründet, dass mit Binnenschiffen grosse Mengen mit einem grossen Transportgefäss befördert werden können. Nicht zuletzt ist aber auch die Sicherheit ein wichtiges
Argument für den Schiffstransport. Die meisten Binnenschiffe sind mit Funk und Radar ausgerüstet, weshalb sie praktisch bei jedem Wetter Tag und Nacht – fahrplanmässig – fahren können. Für Gefahrguttransporte werden vermehrt die mit doppelten Wänden ausgerüsteten Doppelhüllenschiffe eingesetzt, womit das Risiko des Auslaufens von Flüssigkeiten oder anderen Gefahrgütern auf ein Minimum beschränkt wird. Zur Ereignisbekämpfung existiert ein ausgebautes Melde-, Rettungs- und Hilfesystem, welches erlaubt, schnellstens Massnahmen zu ergreifen. Im Gegensatz zu anderen Verkehrsträgern kommen auf dem Rhein nur äusserst selten Kapazitätsengpässe und Staus vor. Die Unfallrisiken sind deshalb wesentlich geringer als bei anderen
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Verkehrsträgern. Dadurch, dass Kapitän und Mannschaft das Schiff permanent bewohnen, sind sowohl Schiff als auch Ware rund um die Uhr überwacht und somit vor Diebstählen und böswilliger Beschädigung weitgehend geschützt.
Ein Logistik-Unternehmen in Aktion Einer der wenigen Flottenbetreiber mit eigenen Schiffen und Fullservice-Provider auf den Binnenwasserstrassen Nordwest-Europas ist die Danser Gruppe. Die Flotte besteht insgesamt aus acht eigenen Binnenschiffen, welche zusammen vier Koppelverbände bilden. Vier Schiffe fahren unter niederländischer Flagge und vier unter Schweizer Flagge. Zusätzlich verfügt Danser über etwa 50 Charterschiffe. Auf dem Areal der SRH ansässig ist die Danser Switzerland AG, als Teil der Danser Gruppe. «Wir konzentrieren uns auf die Containerschifffahrt von und nach der Schweiz und Süddeutschland», sagt Kay Metzger, Sales-Verantwortlicher. «Wir sind seit 1982 in der Containerschifffahrt tätig und haben uns ein grosses Fachwissen für die ganze Transportlogistik-Kette erarbeitet.» Durch eine optimale Kombination von Umschlags- und Transportfirmen kann das Unternehmen sämtliche Dienstleistungen in den Bereichen
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LOGISTIK
Das Koppelverband-Schiff Eiger Nordwand in seiner vollen Grösse.
Schifffahrt, Umschlag, Lagerung, Voroder Nachläufe inklusive der Verzollung kostengünstig und aus einer Hand anbieten. Seit ihrer Gründung ist die Danser Gruppe zu einer der führenden Binnenreedereien mit einem ausgezeichneten Netzwerk im europäischen Hinterland gewachsen. Nebst dem Transport per Binnenschiff bietet das Unternehmen auch Verbindungen per Bahn sowie diverse weitere Dienstleistungen an. Jährlich werden durch die Gruppe mehr als eine Million TEU zwischen den Seehäfen und dem europäischen Hinterland abgewickelt.
Ökologische Nachhaltigkeit Ökologische Nachhaltigkeit ist für Danser von grosser Wichtigkeit und eine strategische Zielsetzung. Auf verschiedenen Ebenen wurde das Unternehmen für sein umfassendes Umweltmanagement ausgezeichnet. Oberstes Ziel ist die Reduktion des CO2 Ausstosses und die Überwachung der eingesetzten Flotte. «Ende 2011 wurden wir – als eines der ersten Binnenschifffahrtsunternehmen – mit dem Lean and Green Award ausgezeichnet», berichtet Metzger stolz. «Und zwei Koppelverbände erhielten zudem den Green Award für Binnenschiffe.» Die Eiger Nordwand ist das ökologische Vorzeigeschiff der Flotte. Der Koppelverband ist mit einem LNG/Diesel-Antrieb ausgestattet. Der Einsatz von LNG (liquified natural gas) bietet grosse Vorteile in Bezug auf Nachhaltigkeit. Der Ausstoss von CO2, NOx und Feinstaub reduziert sich 11/ 2015
stark. «Die 177 Meter lange und 11,45 Meter breite Eiger Nordwand ist das erste LNG-betriebene Containerschiff auf dem Rhein – darauf sind wir besonders stolz», sagt Metzger während einer Fahrt auf dem Schiff in den Hafen Basel-Kleinhüningen. Die Eiger Nordwand mit fünf Mann Besatzung ist wie die anderen Schiffe der Flotte mit modernster Überwachungs- und Kommunikationstechnik ausgestattet und bietet Platz für 348 TEU auf vier Lagen. Eine Besonderheit pro Schiff sind die 25 Anschlüsse für Kühlcontainer, die für eine ununterbrochene Kühlkette sorgen. «Diese Kühlcontainer sind entsprechend der Good Distribution Praxis (GDP) validiert und entsprechen den Vorgaben der Pharmaindustrie zum Transport von temperatursensitiven Wirkstoffen», erklärt Metzger. Dabei wird die Temperatur in regelmässigen Abständen kontrolliert und in eine Datenbank eingespeist. Diese wird nach Übergabe des Containers im Hafen an den Kunden
Schiffsführer Roland Fessler zeigt die Stromanschlüsse für die Kühlcontainer.
weitergegeben. «Unsere Mannschaft an Bord nimmt die Kontrolle des Temperaturverlaufs an den Containern vor und unser Customer Service kümmert sich um den gesamten, termingerechten Transport der Sendung – von der Erstellung der Offerte bis zur Auslieferung des Containers beim Kunden», holt Metzger aus. «Wir erstellen die Transitdokumente, organisieren den Umschlag und führen Importverzollungen durch. Auch Vor- und Nachläufe per Lkw und Bahn können wir in Zusammenarbeit mit sorgfältig ausgewählten Partnerunternehmen aus einer Hand anbieten», sagt Metzger. Aber das Beste ist die lückenlose Überwachung der Transportabläufe, wie er live beim Löschen des Schiffes auf seinem Smartphone demonstriert. «Mit unserer sogenannten EDI-Kommunikation kann ich spätestens fünf Minuten nach Abladen des Containers auf seinem Stellplatz im Hafen in unserem System sehen, wann der Container gelöscht wurde und auf welchem Stellplatz, Reihe und Lage er steht.» Diese Informationen können sowohl die zur Abholung beauftragte Spedition als auch der Endkunde und der Auftraggeber einsehen. Mehr Transparenz und Schnelligkeit in der ContainerLogistik der Binnenschifffahrt ist fast nicht möglich.
Kontakt Schweizerische Rheinhäfen Hochbergerstrasse 160 CH-4057 Basel Telefon +41 (0)61 639 95 95 info@portof.ch www.port-of-switzerland.ch Danser Switzerland AG Sales & Customer Service Südquaistrasse 14 CH-4019 Basel Telefon +41 (0)61 639 92 33 info@danser.ch www.danser.ch
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Bild: Ems-Chemie
Luftaufnahme des Werkplatzes Domat/Ems.
Besuch des Werkplatzes der Ems-Chemie in Domat/Ems
Logistische Höchstleistung Die Ems-Gruppe ist in den Geschäftsbereichen Hochleistungspolymere und Spezialchemikalien weltweit tätig. Ihre Gesellschaften sind in der Ems-Chemie Holding AG zusammengefasst. Für den gesamten Werkplatz Domat/Ems, wozu auch die Logistik gehört, ist der Unternehmensbereich Ems-Services zuständig. Die Verantwortlichen tragen Sorge, dass die täglichen logistischen Abläufe reibungslos und sicher erfolgen.
Die Geschichte der erfolgreichen EmsChemie beginnt 1936 mit der Gründung der Holzverzuckerungs AG (Hovag) durch Werner Oswald. Mithilfe des «Schollerschen Verfahrens» stellte man in Domat/ Ems (GR) aus Bündner Holzabfällen Aethylalkohol als Ersatz-Treibstoff für Motorfahrzeuge her. 1951 nimmt die Hovag die Produktion von Caprolactam auf. Die 1949 gegründete Fibron AG, eine Tochtergesellschaft der Hovag, stellt daraus Polyamid-Kunststoffe und Polyamid-Fasern (Nylon) in Domat/Ems her und vermarktet diese. 1956 wird die Alkoholproduktion eingestellt und 1960 wird das Unternehmen in die Emser Werke AG umbenannt. Zwei Jahre später erfolgt die Gründung der Chemie Holding Ems AG (die heutige Ems-Chemie Holding AG). Soweit ein grober Überblick der Vorgeschichte, denn ab diesem Zeitpunkt ent32
Bilder: Georg Sposny
Georg Sposny
LKW-Verlade-Terminal aussen.
wickelt sich aus dem Schweizer Unternehmen bis heute ein global agierendes Unternehmen mit 26 Produktionsstandorten in 16 Ländern. Insgesamt arbeiten
für die Ems rund 2800 qualifizierte Fachkräfte, alleine rund 1000 am Werkplatz Domat/Ems plus 140 Auszubildende in den unterschiedlichsten Berufen. 11/ 2015
LOGISTIK
textile Anwendungen, Haftvermittlern für Hochleistungsreifen, Pulverlackhärtern und Reaktivverdünnern. Ems-Patvag ist spezialisiert auf Anzünder für Airbags.
Ems-Services sorgt für reibungslose Abläufe
Verladehalle mit Hubwagen.
Die Geschäftsbereiche der Ems-Gruppe Knapp über die Hälfte des Umsatzes der Unternehmensgruppe wird in Europa erwirtschaftet, die andere Hälfte in Asien und den NAFTA-Ländern, nur wenig in der Schweiz selbst, da der Hauptabsatzmarkt die Automobilindustrie darstellt – und diese ist in der Schweiz kaum vorhanden. Heute unterteilt sich die Ems-Chemie in verschiedene Geschäftsbereiche. Der Geschäftsbereich Hochleistungspolymere umfasst Ems-Grivory und Ems-Eftec. Ems-Grivory ist der führende Spezialist für Hochleistungspolyamide und Anbieter mit dem breitesten Polyamid-Sortiment. Ems-Grivory besteht aus den drei Unternehmensbereichen Ems-Grivory Europa, Ems-Grivory America und Ems-Grivory Asia. Aktuellster Erfolg: Bereits zum 5. Mal in Folge darf Ems-Grivory die «Lieferant des Jahres»-Auszeichnung von General Motors (GM) entgegennehmen. Dies für die langjährige exzellente Geschäftsbeziehung, die hervorragenden Leistungen im Rahmen innovativer Technologien, den permanenten Innovationsaustausch und die rasche Reaktion als Entwicklungspartner. Ems-Eftec tritt unter dem Namen Eftec als weltweit führender Lieferant für Klebstoffe, Abdichtmaterialien, Beschichtungen und den dazugehörigen Applikationssystemen für die Automobilindustrie auf. Der Geschäftsbereich Spezialchemikalien umfasst die Unternehmensbereiche EmsGriltech und Ems-Patvag. Ems-Griltech ist spezialisiert auf die Entwicklung und Produktion von Spezialfasern, Schmelzklebstoffen und Klebgarne für technische und 11/ 2015
Der Unternehmensbereich Ems-Services ist für die zentralen Dienste am Werkplatz Domat/Ems zuständig. Dieser umfasst ein Areal von etwa 75 Hektar. Etwa 60 Prozent dieser Fläche sind mit rund 100 Gebäuden überbaut. Generell wird hier in vier Schichten während 365 Tagen im Jahr produziert. Verantwortlich für die Ems-Services ist Christoph Bischof, der selbst über zwanzig Jahre Ems-Erfahrung mitbringt. In seinen Bereich fallen die vom Unternehmen selbst geplanten und gebauten Energieanlagen, die Logistik und Instandhaltung sowie Umweltschutz, Sicherheit, Personalmanagement, das Rechnungswesen und die gesamte IT. Für Bischof sowie für die Unternehmensleitung sind eine nachhaltige Entwicklung im wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Bereich die Hauptanliegen. Dabei haben wirtschaftliche Ziele keinen Vorrang gegenüber Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. «Wir entwickeln umweltverträgliche und sichere Produkte und Verfahren», sagt Bischof. Damit diese auch sicher hergestellt, kommissioniert und transportiert werden, sorgen entsprechende Ablaufpläne für jeden einzelnen Bereich. Diese sind bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, denn in der Regel muss es bei der Verladung der Produkte zügig vorangehen.
schen, sondern bringen sie direkt aus den Hochregallagern auf die Transporter.» Hinter den Toren geht es daher auch sehr emsig zu. Die Staplerfahrer arbeiten nach Ladelisten und einem genau berechneten Zeitplan. Geleitet werden sie vom Staplersystem, welches über Monitore genau anzeigt, wohin die auf Rollbändern ankommenden Gebinde gebracht werden müssen. Immerhin werden an normalen Arbeitstagen etwa 2500 Paletten im Einschichtbetrieb bewegt. «Seit wir dieses Leitsystem eingeführt haben, ist kein einziger Verladefehler mehr zu verzeichnen», sagt Hepberger. Und die Verladegeschwindigkeit ist beeindruckend: Das Fahrer-Team ist so eingespielt und aufeinander abgestimmt, dass es fast wie in einem Bienenstock zugeht. Mit flotten Geschwindigkeiten nehmen die Fahrer koordiniert die Waren auf, fahren sie zu den bereitstehenden LKWs an den Toren oder zu Bahn-Waggons an der Gleisanbindung. Je nach Gebinde – Flüssigkeiten in Behältern, Pulver oder Granulate in Octabins oder Säcken – müssen die Staplerfahrzeuge umgerüstet werden. Auch dies geschieht mit einer professionellen Geschwindigkeit der Fahrzeuglenker. «Organisation ist bei uns alles, damit in der Logistikkette kein Stillstand erfolgt», erklärt Hepberger. Bischof ergänzt: «Bei uns wird zudem alles elektronisch erfasst und abgearbeitet – von den Auftrags- und Ladelisten wie beim Staplerleitsystem bis hin zum Rechnungs- und Zollwesen.» Das (fast) papierlose Unternehmen gibt es also schon. «Etwa 66 Prozent der Waren
Tanz der Hubwagen Dies zeigt ein Blick in die zentrale Umlade- und Verladestelle mit Vollanbindung an die Hochregallager. Hier laufen die Wareneingänge und -ausgänge zusammen. «An der Verladestelle melden sich die LKW an, egal ob sie Ware bringen oder holen», erklärt der Leiter der Logistik, Roman Hepberger. Insgesamt stehen fünf Verlade-Tore an der Rampe zur Verfügung. «Jeder LKW sollte nach 40 Minuten komplett be- oder entladen sein, damit der nächste Transporter andocken kann. Wir lagern keine Ware zur Beladung zwi-
Verladeterminal innen.
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LOGISTIK
Sicherheit wird gross geschrieben
Links: Roman Hepberger, Leiter Logistik, rechts: Christoph Bischof, Unternehmensbereichsleiter Ems-Services.
verlassen über den LKW-Transport das Gelände, die restlichen 33 Prozent übernimmt die Bahn», erklärt Bischof. Ems ist übrigens das einzige Unternehmen im Kanton Graubünden, das im Umkreis von 150 Kilometern um Domat/Ems Container umschlagen kann. Jährlich bringt und holt die Bahn etwa 2000 TEU (Containereinheiten).
Vollautomatisches Hochregallager Die insgesamt drei vollautomatischen Hochregallager sind direkt an den Umschlagplatz angeschlossen. Das erste stammt aus dem Jahr 1975, das zweite wurde 1995 fertig gestellt und das dritte nahm 2011 seinen Betrieb auf. Mit einer Länge von 99,50, einer Breite von 15,10 und einer Höhe von 44,55 Metern ist es das höchste vollautomatische Hochregallager in der Schweiz. Es verfügt über eine Kapazität von 12888 Palettenplätzen. Mit einer Geschwindigkeit von 2,8 Metern pro Sekunde sowohl in horizontaler als auch vertikaler Ausrichtung fahren die Lagerroboter computergesteuert die Palettenplätze an. «Wir haben eine Auslastung von 98 Prozent, wobei wir nicht nur Fertigware sondern auch Rohstoffe hier einlagern», sagt 34
Bischof. Die Besonderheit ist die doppelte Belegung eines Palettenplatzes. Sowohl vorne wie auch dahinter kann eine Palette, in der Regel von der gleichen Charge, abgestellt werden. «In der Dichte ist dieses Lager einzigartig», sagt Hepberger. Insgesamt können 65 Tonnen (dies entspricht drei vollen LKW) pro Träger belastet werden. «So massiv und mit solch einer Belastung ist es das stärkste Hochregallager und das dritthöchste auf der ganzen Welt», ist Hepberger stolz. Ergänzt werden die Hochregallager durch mehrere kleinere Lager auf dem Gelände, die allerdings von Staplern und damit von Menschenhand bedient werden.
Bereitstehende Bahnwaggons für Flüssigprodukte.
Wo so viele Gebinde bewegt werden, ist die Unfallgefahr entsprechend hoch. Daher sind Sicherheit und damit auch verbunden der Umweltschutz umfassende Aufgaben, die sämtliche unternehmerischen Tätigkeiten beinhalten. Sie beginnt bei Auswahl und Transport der Rohstoffe und endet bei der sicheren umweltverträglichen Handhabung, Anwendung und Entsorgung der Produkte. Daher werden diese Themen mit oberster Priorität im Unternehmen behandelt. Jeder Mitarbeiter weiss, wie er sich am Arbeitsplatz zu verhalten hat, was er tun und nicht tun darf. «Wir sorgen mit regelmässigen Sicherheitsschulungen bei den Mitarbeitern dafür, dass das Thema Sicherheit immer im Bewusstsein bleibt», erklärt Bischof. Aber nicht nur intern wird geschult, auch Externe kommen regelmässig, um sich bei Sicherheitsübungen über die Schulter schauen und bewerten zu lassen. «Wir pflegen mit den Behörden eine offene Kommunikation und Zusammenarbeit.» Bischof ist diese Zusammenarbeit sehr wichtig, denn die Ems-Chemie ist ein Vorzeige-Unternehmen der Schweiz mit klaren Leitlinien zum Schutz von Mensch und Umwelt. Öffentlichkeit, Kunden und Mitarbeiter werden über die Massnahmen, die das Unternehmen zur Gewährleistung von Umweltschutz und Sicherheit getroffen hat, regelmässig informiert. So übernimmt auch die Abwasser-Kläranlage des Werkes die Abwasserreinigung der umliegenden Gemeinden – ein weiteres Zeichen für das grosse Engagement von Ems für die Umwelt und die Region.
Kontakt EMS-CHEMIE AG Business Unit EMS-SERVICES Via Innovativa 1 CH-7013 Domat/Ems welcome@emsservices.ch
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LOGISTIK
Stöcklin Logistik implementiert Flottenmanagement
Service gut – alles gut!
1 Urs Grütter
Im Verbund der zum Einzelhandelskonzern Migros gehörenden Mibelle Group, Nummer 3 auf dem europäischen Markt der Eigenmarkenanbieter, ist die MIFA AG das Kompetenzzentrum für die Herstellung von Waschmitteln und Speisefetten. Am Standort Frenkendorf nahe Basel betreibt der Schweizer Marktführer modernste Produktionsanlagen, die dem strengen Regelwerk der «Good Manufacturing Practice» (GMP) unterliegen. Im Geschäftsfeld «Personal & Home Care» sind es 17 Produktions- und 12 Abfülllinien für Pulver und Flüssigkeiten, über die ein Ausstoss von 224 Tonnen pro Tag bzw. 205 000 Einheiten erzielt wird. Der Bereich «Nutrition» wird durch fünf Produktions- und neun Abfülllinien bedient. Hier werden täglich 42 Tonnen bzw. 76 000 Einheiten an Butter- und Fettprodukten hergestellt.
Systematische Optimierung des Fuhrparks Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Verfügbarkeit eines jeden zum Einsatz kommenden Staplers. Die Aufgabe von Stöcklin Logistik bestand zunächst darin, den tatsächlichen Bedarf an Fahrzeugen und Gerätetypen zu ermitteln. Damit verbunden war die Aussicht auf handlungsrelevante Informationen zur Reduzierung der Betriebs- und der Unterhaltskosten. «Im Zuge der sich anschliessenden Potenzialanalyse sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass die erforderliche Produktivleistung auch mit einer deutlich verrin1
Urs Grütter, Stöcklin Logistik.
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gerten Zahl an Flurförderzeugen erbracht werden kann», sagt Markus Stohler, Regionalverkaufsleiter Nordwestschweiz im Geschäftsbereich Flurfördermittel bei der Stöcklin Logistik AG. Voraussetzung hierfür seien partielle Instandsetzungsarbeiten, eine Verjüngung der Staplerflotte sowie ein bedarfsgerechter und effizienter Ressourceneinsatz. Gesagt, getan. Auf Basis des Flottenmanagement-Konzepts konnte die Zahl der Fahrzeuge gleich anfänglich von 66 auf 55 reduziert werden. 29 Geräte hat Stöcklin Logistik überholt und teils instandgesetzt sowie 26 Fahrzeuge gegen neue ausgetauscht. Dieser massgeschneiderte Fuhrpark umfasst Elektro-Hubwagen, ElektroHochhubwagen, Elektro-Doppelstock-Geräte, Quersitz- und 3-Rad-Stapler. Im Rahmen des auf eine Laufzeit von sechs Jahren angelegten Full-Service-Vertrages übernimmt Stöcklin Logistik sämtliche Unterhalts-, Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten und verantwortet zudem die Ersatzteilversorgung. Über dieses Gesamtpaket, das auch Sicherheitsaspekte sowie eine kontinuierliche Transportoptimierung berücksichtigt, ist die Einsatzbereitschaft der einzelnen Geräte und damit die Verfügbarkeit der gesamten Staplerflotte durchgängig sichergestellt. Die Höhe der monatlich anfallenden Full-Service-Raten orientiert sich an den Ergebnissen der Einsatzanalyse. Dabei gehen die Partner von durchschnittlich 6600 Betriebsstunden pro Gerät und Jahr aus. «Eine solch fix definierte Pauschalvereinbarung schafft Transparenz über die Kostenstrukturen und bildet eine verlässliche Kalkulationsbasis für die nächsten Jahre», berichtet Stohler weiter.
Bilder: Stöcklin Logistik
Um dauerhaft auf die Ausfallsicherheit und Verfügbarkeit ihrer Staplerflotte vertrauen zu können, hat die MIFA AG einen Full-Service-Vertrag mit der Stöcklin Logistik AG abgeschlossen. Das am Standort Frenkendorf implementierte Flottenmanagement fokussiert die Wartung, Instandsetzung und Ersatzteilbevorratung. Basierend auf den Ergebnissen einer vorangegangenen Einsatzanalyse konnte die Anzahl der in den Materialfluss eingebundenen Geräte um mehr als zehn Prozent gesenkt werden. Diese Einsparungen machen sich insbesondere bei den Unterhaltskosten positiv bemerkbar.
Der 15BT-9 Elektro-Gegengewichtsstapler von Hyundai mit einer Hubhöhe bis 4500 mm.
Baureihen stimmig integriert Neu bei MIFA sind beispielsweise zehn Elektro-Hubwagen des Typs EDP 20 von Stöcklin Logistik von einer Tragfähigkeit bis 2000 kg. Diese werden überwiegend zu Be- und Entladezwecken an den Rampen genutzt, übernehmen temporär aber auch Aufgaben im Bereich der Produktionsver- und -entsorgung. Darüber hinaus sind in den Lagerhallen am Standort Frenkendorf ein EDP 2001-P mit FahrerstandPlattform und Seitenbügel sowie fünf Elektro-Hochhubwagen aus der EDI 14-Serie im Einsatz. Letztere sind auf ei11/ 2015
Der Produktionsstandort in Frenkendorf mit 17 Produktions- und 14 Abfülllinien für Pulver und Flüssigkeiten.
ne Hubhöhe von 2800 mm und eine Tragfähigkeit bis 1400 kg ausgelegt. Vornehmlich im Produktionsumfeld unterwegs sind zudem Elektro-Doppelstock-Geräte, Typ EDD 12, des Schweizer Markenherstellers von Flurförderzeugen. Ihre zentrale Aufgabe ist die Bereitstellung von Rohmaterialen zur Weiterverarbeitung. Dabei werden Lasten bis 2000 kg bewegt. Aufgrund ihrer geringen Abmessungen und der kompakten Bauweise bewähren sich diese robusten Geräte insbesondere beim Einsatz unter vergleichsweise beengten Platzverhältnissen im Bereich von Produktion und Logistik. Durch das Konstruktionsprinzip der seitlich angeordneten Deichsel hat der Führer des EDI 14 jederzeit freie Sicht beim Aufnehmen der Waren und deren Abgabe. Die weiteren Baureihen sind mit einer mittig positionierten Deichsel ausgestattet. Zentrale Vorteile dieser Lösung sind maximale Bewegungsfreiheit und erhöhte Wendigkeit. Sämtliche Deichselköpfe sind nach ergonomischen Prinzipen gestaltet und lassen sich auch mit Arbeitshandschuhen feinfühlig bedienen. Grosszügig dimensionierte Wippentasten ermöglichen ein fein dosiertes, proportionales Heben und Senken der Last. Kennzeichnend für die Geräte sind zudem moderne, energiesparende AC-Fahrantriebe und drehzahlgeregelte DC-Hubmotoren. Der Seitenantrieb mit seitlicher Stützrolle bzw. die Mittelantriebe mit zwei gefederten und gedämpften Stützrollen sorgen für höchstmögliche Fahrstabilität und Traktion beim Warenumschlag. Über das integrierte LOS-System (Limited Operating Strategy) sind die Stapler im Fall eines Defekts nicht vollends manövrierunfähig, sondern lassen sich trotz Einschränkung über einen gewissen Zeitraum weiter führen. Für die Ver- und Entsorgung des Kühllagers haben sich die Vertragspartner für einen Quersitz-Stapler EFI 1600 mit einer Hubhöhe von 2800 mm und einer Tragfähigkeit von bis 2000 kg entschieden. Bei einer Breite von 800 mm und einer Vorbaulänge von nur 920 mm handelt es sich hierbei ebenfalls um eine äusserst platzsparende und dennoch höchste Qualitätsanforderungen erfüllende Fahrzeugvariante. Die Bedienung erfolgt über einen Multifunktionsgriff. Zum Ergonomiestandard 11/ 2015
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LOGISTIK
zählen ferner die elektrische Lenkung, ein verstellbarer Schwingsitz, gepolsterte Armlehnen, Ablagefächer und eine höhenverstellbare Bodenplattform. In der Verladezone sind Querstand/-sitz-Geräte vom Typ ESI 1250 mit einem Masthub von 1800 mm im Einsatz. Der Seitenantrieb und eine seitliche Stützrolle in Kombination mit dem im Initialhub integrierten Geländeausgleich sorgen auch hier für optimale Traktion und ein Höchstmass an Fahrstabilität.
Full-Service-Modus auch für Fremdgeräte Komplettiert wird die Flotte der in die Prozesse eingebundenen Fahrzeuge durch sechs 3-Rad-Gegengewichtsstapler. Die Geräte stammen aus der neuen Baureihe 15BT-9 des südkoreanischen Herstellers Hyundai, für den Stöcklin Logistik seit 2013 die Vertriebsaktivitäten in der Schweiz verantwortet und darüber hinaus Leistungen in den Bereichen Service und Wartung sowie Ersatzteilbevorratung und -versorgung erbringt. Dank einer Breite von lediglich 1074 mm und einem Wenderadius von 1540 mm sind auch diese Elektro-Stapler geeignet für den Einsatz in den schmalen Gängen der Hallen. Um Euro-Paletten mit Rohstoffen oder Fertigprodukten je nach Platzverhältnis auch quer aufnehmen zu können, sind fünf der sechs Fahrzeuge mit hydraulisch verstellbaren Teleskopgabelzinken ausgestattet worden, die sich je nach Bedarf zwischen 800 und 1200 mm justieren lassen.
Markus Stohler, Regionalverkaufsleiter Nordwestschweiz bei der Stöcklin Logistik AG, mit Marc Ursprung, Leiter Logistik der Mibelle Group (v.l.n.r.).
Im Rahmen des auf eine Laufzeit von sechs Jahren angelegten Full-Service-Vertrages übernimmt Stöcklin Logistik alle anfallenden Wartungs-, Reparatur-, Präventions- und, falls erforderlich, Revisionsarbeiten – sowohl bei den Fahrzeugen aus eigener Herstellung, als auch an den Hyundai-Geräten. «Über den gewählten Full-Service-Modus gewährleisten wir im Sinne von MIFA eine kontinuierliche Verfügbarkeit und Sicherheit beim Betrieb der Staplerflotte und tragen Verantwortung für die Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften», betont Markus Stohler. Der Kunde werde von Arbeiten entlastet, die nicht primär zur Wertschöpfung beitragen und spare zudem bares Geld.
Werterhaltung sichert Wertschöpfung
In der Verladezone kommt der ESI 1250 mit Initialhub zum Einsatz.
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«Ihre Erfahrung auf dem Flurförderzeugsektor hat Stöcklin Logistik bereits nutzbringend in anderen Unternehmen der M-Industrie eingebracht, die sich ebenfalls für ein integriertes Flottenmanagement entschieden haben. Daher haben auch wir dieses Angebot dankend angenommen und sind sehr zufrieden mit dem schon nach kurzer Zeit erreichten, sowohl in monetärer Hinsicht als auch in punkto funktionaler und operativer Si-
cherheit», sagt Marc Ursprung, Leiter Logistik bei der MIFA AG. Das Schweizer Traditionsunternehmen könne sich nun gezielt auf strategische Herausforderungen und seine Kernkompetenzen konzentrieren. Das Leistungsversprechen des Schweizer Staplerherstellers versteht sich als ein sogenanntes «Rundum-sorglos-Paket» für die Betreiber von kleinen bis grossen Fuhrparks. Es gliedert sich in die Prozesse Analyse, Optimierung und Umsetzung mit dem Ziel, Transparenz über alle im Einsatz befindlichen Geräte zu schaffen sowie die innerbetrieblichen Transporte sicherer, effizienter und nachhaltiger zu gestalten.
Kontakt Stöcklin Logistik AG Förder- und Lagertechnik Postfach CH-4143 Dornach Adresse für Navigation: Dornacherstrasse 197 CH-4147 Aesch Telefon +41 (0)61 705 81 11 info@stoecklin.com www.stoecklin.com
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FIRMENREPORTAGE
Zu Besuch bei der Zimmerli Messtechnik AG
Von Helios zu Zimmerli Füllstände von Flüssigkeiten vor allem in ex-geschützten Bereichen zu erfassen, ist in der Regel mit einem gewissen Aufwand verbunden. Eine einfache unabhängige mechanisch-magnetisch gekoppelte Lösung bietet die Zimmerli Messtechnik AG mit einem eigens entwickelten Füllstand-Anzeiger. Der genial einfach zu bedienende und einsetzbare Anzeiger löst die entsprechenden Geräte von Helios ab, die nicht mehr produziert werden. Vormals verkaufte zunächst Eletta und danach Bilfinger die Geräte von Helios. Nach der Produktionseinstellung erwarb Zimmerli von Bilfinger das gesamte Archiv mit Kunden-Engineering- und Anwendungsdaten und ist somit in der Lage, die ehemaligen Helios-Kunden sowohl für den Ersatzbedarf (alte Seriennummer genügt) wie auch für den Neubedarf schnell und zuverlässig mit eigenen Lösungen zu bedienen. Georg Sposny Das familiengeführte Unternehmen Zimmerli Messtechnik AG wurde 1974 von Peter und Ursula Zimmerli gegründet. In den letzten 40 Jahren hat sich die Firma in Riehen zu einem kompetenten und anerkannten Partner in der Mess- und Regeltechnik entwickelt. Die mittlerweile 15 gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter im Verkauf, Technik, Entwicklung und Administration können auf einen grossen Erfahrungsschatz zurückgreifen und bieten den Kunden umfassende Beratung und Service von zuverlässigen und sicheren Produkten für die Prozessmesstechnik.
Erwartungen übertreffen Das Erfolgskonzept klingt scheinbar einfach: «Unser Ziel ist es, die Erwartungen unserer Kunden stets zu erfüllen oder sogar noch zu übertreffen, indem wir innovative, zuverlässige und hochwertige Produkte und Serviceleistungen anbieten», erklärt Peter Zimmerli, Senior-Geschäftsleiter. Hinzu kommen langfristige Beziehungen mit den Geschäftspartnern und offene Ohren für die individuellen Anforderungen der Kunden. So haben sich im Laufe der Zeit nicht nur Wissen und Erfahrung mit Standardprodukten aufgebaut, sondern auch die Fähigkeit, anspruchsvolle Anwendungen, die massgeschneiderte Lösungen in der Prozessmesstechnik erfordern, schnell und erfolgreich umzusetzen. Zimmerli macht den Erfolg nicht an Einzelnen fest, sondern 11/ 2015
Die Zimmerli Messtechnik AG feierte letztes Jahr ihr 40-jähriges Bestehen.
betrachtet das Gesamte: «Die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens wäre ohne die Treue der Kunden und ohne die Leistungen der langjährigen und qualifizierten Mitarbeiter nie möglich gewesen.»
Wie alles begann «Ganz am Anfang unserer Tätigkeit stand die Durchfluss-Messtechnik. Mit der Firma Rota, einem führenden und zugleich ältesten Hersteller von »Rotametern«, war eine sehr gute Basis für den Start gegeben. Innert kürzester Zeit konnten wir Dank exzellenter Produktqualität und hervorragenden Lieferzeiten – bedingt durch
unser eigenes Lager – das Vertrauen unserer Kunden gewinnen», holt Dieter Greiner, Mitglied der Geschäftsleitung, aus. Auch die Auswahl der Lieferanten erfolgt nach genauen Prüfungen. «So legen wir grössten Wert auf moderne und zuverlässige Technologien und auf höchste Produktqualität. Wir sind stolz darauf, so namhafte Firmen wie Yokogawa, Rota-Yokogawa, Labom, Magnetrol, Tescom, Idag, systec, Flexim oder GHR etc. in der ganzen Schweiz und teilweise auch weltweit vertreten zu können», sagt Greiner. Heute werden die Dienstleistungen des Unternehmens zusätzlich mit Know-how von ehemaligen Helios Mitarbeitern ergänzt. 39
FIRMENREPORTAGE
Füllstand- und Trennschicht-Messumformer für Flüssigkeiten ZM-VL (A2).
Füllstand- und Trennschicht-Messumformer für Flüssigkeiten ZM-HL (A2H).
Füllstand- und Trennschicht-Messumformer für Flüssigkeiten ZM-VL Messumformer mit Schwimmer zur kontinuierlichen Messung von Füllstand, Trennschicht oder Volumen in flüssigen Medien, alternativ zu ehem. Helios A2. Die Messung ist unabhängig von Druck, Temperatur, Dichte, Leitfähigkeit, Dielektrikum, Schaum oder Dampf.
Dies bezieht sich sowohl auf Beratung bei Neuanlagen wie auch auf die Inbetriebnahme und Instandsetzung und Kalibrierung von bestehenden Geräten und Anlagen.
Messprinzip Der Schwimmer liegt auf der Flüssigkeitsoberfläche. Die Füllstandhöhe wird durch ein mechanisches Hebelsystem und über eine magnetische Kopplung berührungslos auf die Anzeige und/ oder den Messumformer übertragen. Lokaler Anzeiger Anzeiger ohne Hilfsenergie Optionen ZM-VL: Vertikalmontage ZM-HL: Horizontalmontage Grenzwerte für Alarm Min-/Max-Alarm Grenzschalter Messumformer Elektronischer Messumformer 4…20 mA Min-/Max-Alarm Grenzschalter Werkstoffe Edelstahl für medium berührte Teile Option Hastelloy C276 Bescheinigungen ATEX Zündschutzart II 1/2G, Ex ia II C T6
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Experten für die Füllstandmesstechnik Helios war einst einer der führenden Hersteller von mechanischen Füllstandmessgeräten mit örtlicher Anzeige und ohne erforderliche Hilfsenergie. Der Geschäftsbereich lag sowohl im In- als auch im Ausland. Seit der Schliessung von Helios wurde auch die Fabrikation der Füllstandanzeiger eingestellt und dies trotz grosser Nachfrage. Da aber auf dem Markt kein ähnliches Gerät vorhanden war, entschloss man sich bei der Zimmerli Messtechnik AG entsprechende Nachfolgegeräte für Flüssigkeiten zu entwickeln und herzustellen, welche die ehemaligen Helios-Geräte ohne Änderungen an den Prozessanschlüssen ersetzen können. Das Ergebnis ist der erste eigenentwickelte Füllstand-Anzeiger, der nicht nur in der Schweiz, sondern auch weltweit vertrieben wird. Die konstruktive Ingenieurleistung haben Peter Zimmerli und einer seiner Mitarbeiter Jean-Claude Graff geleistet. «Es war letztlich eine Gemeinschaftsarbeit», freut sich Zimmerli. Die einzelnen Komponenten des im ex-geschützten Bereich einsetzbaren Anzeigers werden in Riehen montiert.
Als örtliches Anzeigeteil wird dazu ein seit vielen Jahren bewährtes Rota-YokogawaAnzeigeteil von der bekannten Rotameter-Familie «RAMC», optional auch mit einem elektrischen Transmitter und/oder mit Min.-Max.-Kontakten in praktisch unveränderter Form verwendet. Schwierig war es anfangs, Hersteller für weitere Bauteile zu finden. «Schwimmer und Anzeigenteil waren nicht das Problem», sagt Graff und ergänzt: «Aber andere wesentliche Bauteile in ihrer speziellen Geometrie zu bekommen, war kniffliger.» An dieser Stelle der Geräteentwicklung kam eine langjährige Kundenbeziehung zum Tragen. «Die Firma Roger Oehri AG in Muri – ein guter Kunde von uns – bot die Lösung, nachdem wir mit ihm unser Anliegen erörtert hatten», freut sich Zimmerli. Der Dreimann-Betrieb stellt nun eines der wesentlichen Bauteile nach Bedarf zu überschaubaren Kosten her. «Im Prinzip wird heute um das Rota-Yokogawa-Anzeigenteil eine komplett neue Füllstand-Messeinrichtung für den vertikalen wie auch für den horizontalen Einbau hergestellt und dies, ohne dass Änderungen für den Einbau an Behältern oder Tanks nötig werden», erklärt Greiner. Merkmale der Zimmerli-Füllstand-Anzeiger: – Komplette Entleerung der Geräte ohne Rückstände – Kompatibel mit den ehemaligen Helios-Geräten A2 und A2H – Um- und Anbau des Anzeigeteils ohne Ausbau der Messeinrichtung. – Einfache 0-Punkteinstellung – Edelstahl, Hastelloy, ATEX, FDA und PED verfügbar
Anwendung und Vorteile Die Anwendungen sind auch dort möglich, wo keine elektrische Versorgung zur Verfügung steht und trotzdem eine örtliche Füllstand- oder Trennschichtanzeige für Flüssigkeiten erforderlich ist. In erster Linie sind dies also Anwendungen an Zisternenbehältern oder Rollcontainern. Da aber auch sehr kleine Messbereiche von z.B. nur 0 bis 200 mm für 0 bis 100 Prozent realisiert werden können, ergeben sich auch Anwendungen in der Prozess- und Verfahrenstechnik. Dort ist dann neben der örtlichen Anzeige auch 11/ 2015
FIRMENREPORTAGE
Wiege- und Druckmesstechnik
Frontansicht einer Geräte-Installation zur kontinuierlichen Füllstandmessung im ExBereich.
die Anbindung an ein Leitsystem wichtig, wozu ein eigensicheres 2-Leitersignal (ATEX) in Form von 4–20 mA und / oder Max. und Min.-Kontakte nach NAMUR zur Verfügung stehen. Die Geräte ZM-HL (horizontale Montage) und ZM-VL (vertikale Montage) arbeiten unabhängig von Leitfähigkeit, Dielektrikum, Viskosität, Temperatur, Druck etc. Die Geräte sind ab Werk abgeglichen, kalibriert und nach der Montage sofort betriebsbereit. Die benetzten Teile der Geräte werden zurzeit in Edelstahl (1.4404 / SST316) und / oder in Hastelloy C276 für korrosive Anwendungen angeboten.
Neben der Füllstand- und Trennschichtmessung hat das Unternehmen in Riehen auch das komplette Programm der Wiegetechnik von der ehemaligen Helios übernommen. Heute werden die gleichen Wägezellen und Wägemodule unter den Herstellernamen durch Zimmerli Messtechnik vertrieben. So können die bisherigen Anwender für Füllstand oder Wiegetechnik einfach Ersatz oder Neugeräte bis hin zu kompletten Wiegeanlagen beziehen. Im Falle von Ersatzgeräten genügt es völlig, wenn die Serien-Nummer von bestehenden Helios-Geräten bekannt gegeben wird. Damit können entsprechende Lieferungen und Auslegungen der Geräte über mehrere Jahrzehnte zurückverfolgt und reproduziert werden. Die Ersatzbeschaffung ist dadurch mit minimalem Aufwand durchführbar. Auch bei der Druckmesstechnik hat Zimmerli die Nase vorn und hat weltweit Standards gesetzt. Vor gut 30 Jahren hat der Seniorchef einen Druck-Regler entwickelt, anfangs mit Kinderkrankheiten, aber am Ende ein perfektes Gerät, das selbst bis heute nicht mit allen Eigenschaften kopiert werden
Um die Präsenz speziell für den Schweizer Markt zu verdeutlichen, entstand die eigens d afür erstellte Deutsch- und Französischsprachige Internetseite www.helios-zimmerli.com.
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Schwimmer des Messgerätes zur Füllstandmessung, gesehen von der Rückseite durch ein Schauglas.
kann. «Wir haben weltweit drei Nachahmer, aber das kümmert uns wenig, denn die Kunden kommen immer wieder zu uns zurück und verlangen den echten »Zimmerli-Regler« – eine Qualitätsmarke, die sich auszahlt», lacht Zimmerli.
Internet-Auftritt Um die Präsenz speziell für den Schweizer Markt zu verdeutlichen, entstand eine eigens dafür erstellte Deutsch- und Französischsprachige Internetseite unter www. helios-zimmerli.com mit den Arbeitsgebieten: – Vertikale Füllstand- und Trennschichtmessung – Horizontale Füllstand- und Trennschichtmessung – W iegetechnik und Dosiersysteme, auch eichfähig «Im Bewusstsein, weiterhin auf unsere treuen Kunden und Mitarbeiter zählen zu dürfen, so wie der Wille, die in den vergangenen 40 Jahren befolgten Grundsätze stets hochzuhalten und zu befolgen, lassen uns auch weiterhin optimistisch in die Zukunft blicken», sagen Zimmerli und Greiner.
Kontakt Zimmerli Messtechnik AG Schlossgasse 10 CH-4125 Riehen Telefon +41 (0)61 645 98 00 info@zimmerliag.com www.zimmerliag.com
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FIRMEN BERICHTEN
Anpassbare Luftpolster für effiziente und sichere Containerstauung
Ladungssicherung im Seecontainerversand
Bild: Dollarphotoclub/VRD
Der Logistik-Dienstleister Pharmaserv Logistics führt bei der Verladung von Seefrachtcontainern das zertifizierte Ladungssicherungssystem von Rothschenk ein. Neben der Verbesserung der Ladungssicherheit stand die Optimierung der Verladezeit, die Reduzierung der Kosten und eine ansprechendere Optik beim Empfänger im Vordergrund.
Bild: Pharmaserv Logistics
Pharmaserv Logistics, Marburg, Deutschland, erbringt kundenindividuelle Kontraktlogistikleistungen und Pre-Wholesale-Lösungen für die Biotech- und pharma-
zeutische Industrie. Die flexibel skalier bare Biotech Distribution Platform bietet eine sichere Lagerung, Handling, Verpackung nach AMG §13 und Distribution temperaturkritischer und hochsensibler Güter für kleine, mittelständische und internationale Grossunternehmen. Zusätzlich bietet das Unternehmen eine hochentwickelte Infrastruktur, strukturierte Problemlösungen, ein langjähriges Knowhow sowie ein internationales Netzwerk an qualifizierten Logistikpartnern. Die Fokussierung auf die Herausforderungen der Kunden wird durch den Leitbegriff «Serving your market» dokumentiert.
Sicherheit für Seefracht Ein vorbildlich gestauter Container mit dem Ladungssicherungssystem von Rothschenk, in dem temperatursensible Medikamente verschifft werden.
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«Bei steigenden Mengen an Seefrachtcontainerverladungen für temperatursensible und hochwertige Arzneimittel mussten wir auch das Thema Ladungssicherungssystem neu beleuchten. Auf der Su-
che nach alternativen Ladungssicherungssystemen haben wir mit Rothschenk einen idealen Partner gefunden. Neben der verbesserten Sicherheit und den gesunkenen Kosten hat uns auch überzeugt, dass beim Empfänger ein optisch professioneller Eindruck entsteht.» so Martin Egger, Leiter der Pharmaserv Logistics. Die G & H GmbH Rothschenk ist ein in Aub, Deutschland, ansässiges mittelständisches Unternehmen. Zur Produktpallette gehören Zurrgurte, Kantenschutzwinkel und Antirutschmatten, die produktorientiert angewandt werden können und auftragsbezogen konfektioniert werden. Der Produktschwerpunkt liegt jedoch bei der Entwicklung und Herstellung von Luftoder Staupolstern und von Rückhaltesystemen, auch Lashings genannt. «Unser zertifiziertes Ladungssicherungssystem wird individuell nach Kundenwunsch angefertigt. Im Vordergrund steht für uns die Prozessoptimierung bei der Ladungssicherung. Der Kunde profitiert von einem optimierten Sicherungsergebnis, bei gleichzeitiger Kostenreduzierung», so Garf Brede, Vertriebsmitarbeiter der Firma Rothschenk.
Quelle: Pharmaserv Logistics
Kontakt Pharmaserv GmbH & Co. KG Emil-von-Behring-Strasse 76 DE-35041 Marburg Telefon +49 (0)64 21 39 37 35 info@pharmaserv.de www.pharmaserv.de
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VERFAHRENSTECHNIK
White Paper
Die 7 Mythen der Additiven Fertigung Additive Fertigung und insbesondere der 3D-Druck gelten als «Game Changer» für viele Industrien. Wie gross das Potenzial für den Apparate- und Anlagenbau in der Prozessindustrie wirklich ist und welche Herausforderungen bei der weiteren Entwicklung bevorstehen, beleuchtet das White Paper «Die 7 Mythen rund um die additive Fertigung».
Bild: Dollarphotoclub/Trueffelpix
sind es Pioniere wie Stephan Kegelmann, Gründer und Geschäftsführer von Kegelmann Technik, die seit über 25 Jahren Bauteile mittels additiver Fertigung herstellen. Experten sprechen oftmals von «Rapid Prototyping» und «Rapid Manufacturing». Dass die Fertigungstechnologie derzeit einen solchen Aufschwung durchläuft, liegt vor allem an den grossen Fortschritten der vergangenen Dekade: Heute gibt es beispielsweise 3D-Drucker für den Heimgebrauch und Industriegeräte ermöglichen den Druck von deutlich grösseren Bauteilen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach immer individuelleren Bauteilen; das verleiht der Fertigungstechnologie einen neuen Schub.
2: Verdrängung herkömmlicher Produktionsverfahren
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ist die Technologie wirklich schon so weit, wie es die Medien suggerieren? Gibt es die notwendigen Standards und Normen? Werden Ersatzteillager in den Unternehmen zukünftig überflüssig? Das Dechema-Whitepaper «Die 7 Mythen rund um die Additive Fertigung» beleuchtet, welche Einsatzmöglichkeiten es heute schon gibt, wo die Additive Fertigung Mehrwert bietet und wie sie mit herkömmlichen Produktionsverfahren korrespondiert.
Bild: ncd nietfeld GmbH
Warum ist die additive Fertigung gerade für den Apparate- und Anlagenbau so interessant? Sie kann bislang ungewohnte, komplexe Strukturen herstellen und eignet sich insbesondere für Anwendungsbereiche in denen es auf Spezialanfertigungen und geringe Losgrössen ankommt. Die teure und zeitaufwendige Herstellung von Werkzeugen und Formen ist bei der additiven Fertigung ebenso Geschichte wie hoher Materialverlust bei der Bauteilherstellung. Aus Kostensicht werden additiv gefertigte Bauteile spätestens dann mehr als konkurrenzfähig, wenn die durch den Aufbau bedingte Materialeinsparung oder die Integration bislang nicht möglicher Funktionen mit in die Kalkulation einbezogen wird. Eine Technologie, scheinbar wie gemacht für den Apparate- und Anlagenbau. Doch
Die Additive Fertigung wird die zur Verfügung stehenden Fertigungsverfahren ergänzen, aber nicht verdrängen. Selbst die kurzen Innovationszyklen bei den Herstellern von 3D-Druckern werden wesentliche Nachteile der Technologie nicht beheben können: Für eine wirkliche Massenproduktion ist sie zu teuer und alles andere als schnell. Die bei der Massen-
1: Additive Fertigung ist neu Auch wenn die Additive Fertigung und insbesondere der 3D-Druck derzeit einen grossen Hype erleben, sind sie doch alles andere als neu. Charles Hull, Gründer von 3D Systems, entwickelte bereits 1984 den ersten 3D-Drucker. In Deutschland
12 Zylinder Diesel-Motor im 3D-Druckverfahren hergestellt.
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produktion wichtige economy of scale, also die mit der produzierten Stückzahl sinkenden Durchschnittskosten, kommt hier nicht zum Tragen. Insbesondere in der Prozesstechnologie werden jedoch oftmals massgeschneiderte hochkomplexe Lösungen nachgefragt, die unter dem Gesichtspunkt der Ressourcen- und Kosteneffizienz ausschliesslich additiv gefertigt werden können. Hier kann es zukünftig in der Tat dazu kommen, dass gefräste oder gegossene Bauteile verdrängt werden, die keine komplexen Geometrien zulassen.
3: Alles ist druckbar Die Materialvielfalt ist gross: Kunststoff, Silikon, Keramik, aber auch Metalle lassen sich mit verschiedenen Verfahren drucken. Doch meist steht für die konkrete Anwendung nur eine sehr begrenzte Auswahl zur Verfügung. Zudem können derzeit nur wenige Anlagen Bauteile herstel-
len, die aus unterschiedlichen Materialien bestehen, also beispielsweise Metall und Kunststoff. Hier bedarf es noch einiger Entwicklungsarbeiten. Besonders für Materialentwickler eröffnet sich hier ein grosser Wachstumsmarkt. Ferner müssen Bauteile für die Additive Fertigung meist von Grund auf neu designt werden, beispielsweise bei der Planung von Stützstrukturen. Im Gegenzug ist jedoch meist weniger Materialeinsatz nötig als bei anderen Fertigungstechnologien.
4: Günstiger Die Additive Fertigung soll sich insbesondere rechnen, wenn es um niedrige Losgrössen geht, also Kleinserien mit bis zu fünf gleichen Teilen. Dies gilt jedoch nur, wenn die Bauteile neuartig designt werden und alle Freiheitsgrade der 3DDruck-Gestaltung ausgenutzt werden. Ansonsten kommt ein Kostentreiber voll zur Geltung: das Material. Denn die Rohstoffe
Bild: ncd nietfeld GmbH
VERFAHRENSTECHNIK
Technische Bauteile aus dem 3D-Drucker.
für die Additive Fertigung sind 50–100 Mal teurer im Vergleich zu den Qualitäten, die man in herkömmlichen Fertigungen einsetzt.
5: Schnelligkeit Noch ist sie das nicht. Derzeit liegt die Fertigungsgeschwindigkeit meist bei 1020 cm³ pro Stunde. Bei kleinen Bauteilen ist das kein Problem, bei grösseren kann
Weltpremiere in Paris, ausgestellt an der ACHEMA in Frankfurt Sicheres Arbeiten mit pulverförmigen Substanzen im Wägeabzug AKKURAT. Unser neuer Wägeabzug AKKURAT wurde am 31. März 2015 auf der Forum LABO & BIOTECH in Paris mit überwältigendem Erfolg erstmals in der Öffentlichkeit präsentiert. Das Modell AKKURAT IONIC war auf der ACHEMA, vom 15.–19. Juni 2015 in Frankfurt auf dem Ausstellungsstand bei der Firma Waldner ausgestellt. Das Echo für den AKKURAT auf diesen internationalen Fachmessen war sehr positiv und hat uns bestätigt, genau das richtige Produkt für Wäge-Arbeiten mit hochempfindlichen Mikrowaagen entwickelt zu haben.
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VERFAHRENSTECHNIK
Bild: Nimeskern L. et al., 2013, und Angelika Jacobs/ETH Zürich
7: Nischentechnologie für Kleinunternehmen
3D-Verfahren in der Medizintechnik: Ein Ohrimplantat, das nicht nur aussieht sondern sich auch so anfühlt wie ein echtes Ohr.
es jedoch mehrere Tage dauern, bis der Drucker sie erstellt hat. Doch schon zu Beginn des neuen Jahrzehnts soll die Fertigungsgeschwindigkeit auf bis zu 80 cm³ pro Stunde steigen. Bei gleichzeitig sinkenden Fertigungskosten würde dies der industriellen Anwendung der Technologie einen weiteren Schub verleihen. Von Ansprüchen der Massenproduktion, wie sie beispielsweise beim Spritzgiessen von Kunststoffen gestellt werden, ist die Technologie aber weit entfernt.
6: 3D-Druck – Print and go! Auch im industriellen Bereich müssen Apparateteile aus dem 3D-Drucker individuell nachbehandelt werden. Oftmals werden die Oberflächen zusätzlich geschliffen, poliert oder von zusätzlichem Material befreit. Bei Spezialanwendungen im Bereich der Medizintechnik sind die Nachbehandlungen meist noch aufwendiger. Von «print and go» kann hier nicht die Rede sein.
Zwar haben anfangs vor allem kleine und mittelständische Unternehmen und StartUps die Technologie nach vorne gebracht, doch Grosskonzerne zeigen längst mehr als nur leichtes Interesse an der Technologie. Siemens sieht die Additive Fertigung als Teil der Produktion von morgen und druckt bereits heute Ersatzteile für Brennerspitzen von Gasturbinen. General Electric hat seine Fühler nach 3D Systems ausgestreckt. Amazon, HewlettPackard, Dell oder Software-Schmieden wie Autodesk wittern seit geraumer Zeit einen lukrativen Markt im Geschäft mit dem 3DDruck. Kein Wunder, schaut man sich nur die Zahlen an: Roland Berger schätzt den weltweiten Markt für Additive Fertigung bis zum Jahr 2023 auf 7,7 Milliarden Euro. Bereits 2014 erreichte der 3D-DruckMarkt ein Volumen von über 3 Milliarden Dollar.
Quelle: Dechema
Kontakt DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. Theodor-Heuss-Allee 25 DE-60486 Frankfurt am Main Telefon +49 (0)69 75 64 0 www.dechema.de
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Weichdichtende Armaturen für die Mess- und Regeltechnik
Eine Frage des Materials Industriearmaturen für die Mess- und Regeltechnik kommen mit höchst unterschiedlichen Medien in Kontakt – und jedes davon hat ganz spezifische Eigenschaften und Besonderheiten. Dichtheit ist dabei immer oberstes Gebot, denn schliesslich sind nicht alle Gase und Flüssigkeiten für Mensch und Umwelt unbedenklich. AS-Schneider bietet Anwendern ein umfangreiches Sortiment von weichdichtenden Armaturen mit Ventilsitzen aus Kunststoff.
Kraftwerke, Chemieanlagen, Ölraffinerien, Erdgas-Pipelines: Weichdichtende Ventile und Ventilblöcke haben sich in zahlreichen Anwendungen als sichere und zuverlässige Lösung bewährt. Die Armaturen kommen dabei in der Mess- und Regeltechnik zum Einsatz, etwa bei Druckoder Durchflussmessungen. Anders als bei metallisch dichtenden Ventilen ist bei ihnen entweder der Ventilkegel oder das Gehäuse an den Dichtflächen mit einer Kunststoffdichtung versehen. Schliesst das Ventil, wird dieser elastische Kunststoff zusammengedrückt und es entsteht ein leckagefreier, blasendichter Abschluss. Dieser ist erforderlich, um zum einen Linda MacDonald, US Sales Manager bei AS-Schneider America, Inc. 1
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Hohe Anforderungen, aggressives Prozessmedium: Die weichdichtenden Armaturen von ASSchneider kommen beispielsweise in Förder- und Transportanlagen der Erdgasindustrie zum Einsatz.
höchstmögliche Sicherheit und zum anderen genaue Messergebnisse zu er zielen. Zu den weltweit führenden Herstellern von Industriearmaturen für die Mess- und Regeltechnik gehört AS-Schneider. Das Familienunternehmen aus Nordheim bei Heilbronn ist seit vielen Jahren Partner zahlreicher renommierter Firmen aus unterschiedlichen Branchen. Daher kann es auf eine reichhaltige Praxiserfahrung sowie auf ein profundes Know-how bei der Entwicklung und Produktion individueller Lösungen bauen. Der Spezialist bietet ein breites Sortiment an weichdichtenden Ventilen und Ventilblöcken mit einer grossen Vielfalt an Material- und Anschlussoptionen für jegliche Anforderungen. Um für jeden Einsatzfall einen sicheren und leckagefreien Betrieb sicherzustellen, wählt der Armaturen-Spezialist das Dichtungsmaterial abhängig von Druck, Betriebstemperatur und Prozessmedium sorgfältig aus.
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Zuverlässige Lösungen Die weichdichtenden Armaturen von ASSchneider kommen beispielsweise bei der Förderung und dem Transport von Erdgas zum Einsatz. Hier herrschen besonders hohe Anforderungen: Denn einerseits darf aus Sicherheits- und Umweltschutzgründen kein Gas in die Umgebung entweichen, andererseits können
Bei weichdichtenden Ventilen und Ventilblöcken ist die Auswahl eines geeigneten Dichtungsmaterials von grosser Bedeutung.
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Hersteller mit weiteren Chemikalien an – zum Beispiel mit Merkaptan, um den typischen Gasgeruch zu erzeugen, sowie mit Korrosionsschutzmitteln und Glykol, um die Pipelines vor Feuchtigkeit und Frost zu schützen. Allerdings machen diese Stoffe das Roherdgas zu einem hochaggressiven und komplexen Prozessmedium, das Leitungen und Armaturen angreift und mit der Zeit beschädigt.
optimal auf den individuellen Einsatzfall abstimmen lässt, bieten die weichdichtenden Armaturen noch weitere Vorteile: Sie sind nicht nur sicher und zuverlässig, der elastische Kunststoff gleicht auch Unebenheiten an den Dichtflächen aus. Zudem lassen sich die Dichtungen einfach austauschen, was insbesondere bei aggressiven oder verschmutzten Prozessmedien wie Roherdgas die Lebensdauer der Ventile erhöht. Statt eine komplette Armatur zu ersetzen, kann der Anwender einfach nur den Ventilsitz wechseln. Dies verringert den Reparaturaufwand und erhöht zudem die Sicherheit: Denn durch regelmässige Wartung kann der Anlagenbetreiber das Risiko einer Leckage weitgehend minimieren.
Druck, Temperatur, Prozessmedium Die Armaturen werden in der Mess- und Regeltechnik eingesetzt, etwa bei Druck- oder Durchflussmessungen.
undichte Messanordnungen und damit Fehler bei Druck- oder Durchflussmessungen schnell hohe Kosten zur Folge haben. Absolute Dichtheit und eine wiederholgenaue Arbeitsweise der Ventile sind daher von grosser Bedeutung. Rohes Erdgas wird über drei verschiedene Verfahren gewonnen: Öl-, Gas- und Kondensatbohrungen. Je nach Art der Bohrung enthält es zahlreiche weitere Substanzen, darunter Rohöl, Ethan, Propan, Butan, Pentan, Wasserdampf, Kohlendioxid, Helium oder Stickstoff. Auch mit Sand, Kies, Schmutz oder Schwefelwasserstoff kann das Roherdgas verunreinigt sein. Darüber hinaus reichern es die
Für Armaturenhersteller ist daher die Auswahl des richtigen Dichtungsmaterials von grosser Bedeutung: Denn nicht jeder Kunststoff ist unempfindlich gegen sämtliche Bestandteile und Zusätze des Roherdgases. Auch haben die Werkstoffe unterschiedliche Einsatzgrenzen in Bezug auf Druck und Betriebstemperatur. All das kann auf lange Sicht die Ventildichtungen beschädigen und zu gefährlichen und kostspieligen Leckagen führen. ASSchneider bietet deshalb verschiedene weichdichtende Materialien an. Das stellt sicher, dass die Armaturen den Anforderungen in der Praxis zu hundert Prozent standhalten. Die Ventile und Ventilblöcke des Unternehmens bewähren sich bereits seit langem in zahlreichen Anwendungen. Neben der Tatsache, dass sich das Material
Kontakt Armaturenfabrik Franz Schneider GmbH + Co. KG Bahnhofplatz 12 DE-74226 Nordheim Telefon +49 (0)7133 101 187 www.as-schneider.com
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Zoll-Seminar von Dachser
Hilfestellungen für das Zoll-Labyrinth
Dachser gibt Hilfestellungen für das tägliche Zoll-Labyrinth.
1 Robert Altermatt
Gross war das Interesse am Zoll-Seminar von Dachser. Urs Häner, Managing Director European Logistics der Dachser Spedition AG, konnte in Egerkingen zahlreiche Teilnehmer begrüssen. Der erfahrene Vollblut-Logistiker erklärte in seiner kurzen Eröffnungsrede, dass die komplexe Thematik des Zollwesens bzw. der Verzollung gleichermassen sowohl Spediteure und Logistiker als auch Verlader in ihrer 1
Robert Altermatt, freier Journalist.
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tagtäglichen Arbeit beschäftige und vor viele, immer wieder neue Herausforderungen stelle. Auf vielfach geäusserten Kundenwunsch hin habe man sich bei Dachser deshalb dazu entschieden, wieder einmal ein Zoll-Seminar auf die Beine zu stellen. Das Motto des Anlasses lautete knapp und prägnant: «Zielsicher. Zollsicher. Dachser hilft Ihnen sicher durchs Zoll-Labyrinth.» Nach Häners Einleitung übernahm Moderatorin Ursula Schmeling das Wort. Schmeling, die als eine Art «Reiseleiterin» die interessierten Teilnehmer souverän durch den halbtägigen Anlass führte, hiess sogleich die drei Referenten Ralf Aeschbacher, Vinzenz Hingerl und Stefan Meinigg willkommen.
Freihandelsabkommen Schweiz-China Als erster Vortragender betrat Ralf Aeschbacher das Rednerpult. Der stellvertretende Chef des Dienstes Freihandelsabkommen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) informierte über erste Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Freihandelsabkommen (FHA) zwischen der Schweiz und China. Das FHA zwischen der Schweiz und China ist seit dem 1. Juli 2014 in Kraft. Aeschbacher, der seit 1991 bei der EZV ist und seit 2009 Ursprungsregelungen und Handelserleichterungen für die Schweiz verhandelt, erklärte, dass die Schweiz seit 1973 bis heute insgesamt 30 Freihandelsabkommen abgeschlossen hat. Weil die Schweizer Exportwirtschaft unter dem starken Franken leide, setze die Schweiz mehr denn je auf solche Abkommen, sagte er. Dies, um den Handel zu erleichtern und neue Absatzmärkte für
die Exportwirtschaft zu erschliessen. An den Verhandlungen an vorderster Front mit dabei ist jeweils auch die EZV. Der Schweizer Zoll stellt bei der Ausarbeitung von neuen Freihandelsabkommen jeweils einen Teil der Verhandlungsdelegation. «Für die Zollbehörden sind die Ursprungsund Listenregeln das Hauptthema, immer wichtiger werden aber auch die Handelserleichterungen – so genannte »Trade facilitations« – in Zollangelegenheiten», sagte Aeschbacher. Ursprungsregeln gelten als das Herzstück von Freihandelsabkommen. Vereinfacht gesagt definieren sie, welche Produkte vom Zollabbau profitieren. Für die Schweiz ist China der grösste Handelspartner in Asien. Aeschbacher erläuterte anhand einiger eindrücklicher Beispiele, wie gross die Unterschiede zwischen der kleinen Schweiz und dem Riesenreich China sind. So etwa hat das Reich der Mitte mit 1,35 Milliarden Menschen 160 mal soviele Einwohner wie die Schweiz (8,2 Mio.), und auf 4400 Zollangestellte in der Schweiz kommen 52000 Bild: Dachser
Bild: Dollarphotoclub/kamasigns
Das Logistikunternehmen Dachser Schweiz empfing im Mövenpick-Hotel in Egerkingen mehr als 50 Kunden und Gäste zum Zoll-Seminar. Dort referierten drei kompetente Redner über Zoll-Themen wie «Freihandelsabkommen Schweiz – China», «EU-Verzollung» und «Urspungsnachweise/Ermächtigter Ausführer» – und brachten dabei die Teilnehmer auf den neuesten Wissensstand.
Die Moderatorin Ursula Schmeling führte die interessierten Teilnehmer des Zollseminars von Dachser Schweiz durch den halbtägigen Anlass.
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EU-Verzollung und Fiskalvertretung Als zweiter Redner des Dachser-Zoll-Seminars trat Vinzenz Hingerl auf. Der Fachbereichsleiter Zoll bei der Dachser Group SE & Co. KG sprach zum Thema «Lieferungen in die EU: EU-Verzollung, Fiskalvertretung und Unionszollkodex». Hingerl stieg gleich ins Thema der EU-Verzollung ein: «Wenn Sie sich die Landkarte der EU mit ihren 28 Mitgliedsländern anschauen, so ist dort alles schön grün, sprich es handelt sich um ein einziges, zusammenhängendes Zollgebiet. In der Mitte befindet sich mit der Schweiz jedoch ein weisser Fleck, der ja bekanntlich nicht zur EU gehört.» Diese Situation führe insbesondere dann zu Problemen, wenn Waren aus der Schweiz ausgeführt oder in die Eidgenossenschaft importiert werden, «weil halt zwischen der EU und der Schweiz der Zoll steht», so Hingerl. Der Zoll-Experte verwies auf ein Dilemma: Einerseits wollten Schweizer Firmen gerne mit der EU zusammenarbeiten, weil rund 60 Prozent aller Schweizer Exporte in die EU gehen, andererseits möchten die Schweizer weiterhin eigenständig bleiben. 11/ 2015
Das alles führe dazu, dass Schweizer Unternehmen als Importeure gerne in der EU auftreten wollen und so wie ein EULieferant agieren, sodass deren Kunden in der EU nicht mit Zollangelegenheiten «belästigt» werden. Das Problem dabei: Ein Schweizer Unternehmen darf nicht einfach in die EU importieren ohne selber im EU-Zollgebiet ansässig zu sein. Die Hauptthemen, mit denen Dachser als Spediteur in diesem Zusammenhang immer wieder konfrontiert werde, sind gemäss Hingerl folgende Aspekte: Wann kann eine Schweizer Firma Waren in die EU importieren, wann nicht? Unter welchen Voraussetzungen kann ein schweizerisches Unternemen zum zollrechtlichen Anmelder in der EU werden? Wie muss sich ein Unternehmen zoll- und steuerrechtlich registrieren lassen? Als Alternative zur steuerlichen Registierung in der EU leitete Hingerl elegant zum Thema der Fiskalvertretung über. Zolldienstleister, Zollagenten oder Spediteure haben die Möglichkeit, selber diese steuerliche Registrierung vorzunehmen und eine so genannte Fiskalvertretung anzubieten. Konkret bedeutet das, dass eine Schweizer Firma in der EU eine Drittpartei damit beauftragt, für sie «fiktiv» Ware in die EU zu importieren, sofern sich im Anschluss an die EU-Verzollung eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung anschliesst. Unter Verwendung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Fiskalvertreters kann so ein Schweizer Unternehmen Güter an seine Kunden in der EU liefern.
Ursprungsnachweise Das dritte und letzte Referat des Zoll-Seminars hielt Stefan Meinigg. Der stellvertretende Chef Sektion Ursprung und Textilien bei der EZV ging in seinem Vortrag «Bedingungen für die Ausstellung von Ursprungsnachweisen/Ermächtigter Ausführer» detailliert auf diese Themenbereiche ein. Damit eine Ware bei der Einfuhr im Bestimmungsland präferenzbegünstigt (zollfrei oder mit reduziertem Zollansatz) veranlagt werden könne, sei der im entsprechenden FHA vorgesehene Ursprungsnachweis notwendig. Meinigg ergänzte: «Es genügt nicht, dass ich als Exporteur Ursprungsware habe, ich muss
eine solche auch belegen können. Der Exporteur ist für den Ursprungsnachweis verantwortlich, und er haftet allenfalls auch für die Folgen, sollte sich herausstellen, dass ein Ursprungsnachweis unrechtmässig ausgestellt wurde.» Meinigg sagte auch, dass die Anwendung der FHA für die Wirtschaft zunehmend schwieriger werde und zugleich für den Zoll erheblicher Mehraufwand entstehe. So müssten u.a. komplexe Ursprungsregeln angewendet werden, die von Abkommen zu Abkommen unterschiedlich sein können. In der abschliessenden Diskussionsrunde erörterten die Referenten in regem Austausch mit dem Publikum grundsätzliche Fragen zur vielschichtigen Thematik «Herausforderung Zoll».
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Zoll-Mitarbeitende in China. Der langen Rede kurzer Sinn: Mit der neuen FHA mit China hat sich für die Schweiz ein riesiger neuer Absatzmarkt eröffnet. 2012 hatten die Exporte der Schweiz nach China ein Volumen von 8,8 Mrd. Franken, währenddessen China in demselben Zeitraum Waren für 12,1 Mrd. Franken in die Schweiz ausführte. Dank des Freihandelsabkommens haben die meisten Güter mit Schweizer Ursprung zollfreien oder zollermässigten Zugang zum Reich der Mitte. Zu den ersten Erfahrungen, welche die EZV mit dem Freihandelsabkommen Schweiz-China gemacht hat, führte Aeschbacher aus, dass die Zollverwaltung in Bezug auf die Ursprungsregeln vor allem von den Importeuren mit Anfragen regelrecht überrollt worden sei. Des Weiteren gab es anfänglich Probleme, weil gewissen Zollstellen in China das FHA schlicht nicht bekannt war. Nach Interventionen der EZV, des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) und der Schweizer Botschaft in China konnten diese Probleme in der Zwischenzeit gelöst werden.
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MESSE
Rückschau BLSW-MipTec 2015
Medikamentenforschung im Fokus
Jedes Jahr kommen etwa 3000 Teilnehmer aus über 50 Ländern zur BLSW-MipTec, um sich in über 100 wissenschaftlichen Vorträgen, 150 Posterpräsentationen und zahlreichen Symposien und Foren über die Neuigkeiten im Bereich der Arzneimittelforschung zu informieren. Die Fachveranstaltung will Wissenschaftler aus allen Bereichen mit pharmazeutischen und Biotech-Firmen, Laboren und Technologieanbietern in einer Atmosphäre zusammenbringen, in der Ideen und Erfahrungen ausgetauscht und diskutiert werden. Über die letzten Jahre ist der Anlass von einem lokalen Wissenschaftsmeeting zu einem führenden internationalen Forum gewachsen, wo Spezialisten aus Europa, Asien und Nordamerika zusammen in Kontakt treten. Auch in diesem Jahr nahm die Veranstaltung Bezug auf die bedeutenden Herausforderungen in der Wirkstoffforschung und -entwicklung.
Volle Vortragsräume Die wissenschaftlichen Foren der BLSW waren sehr gut besucht, die Vortragsräume gefüllt. Sie deckten alle Bereiche der Medikamenten-Forschung ab und wurden durch hochkarätige KeyNote Speakers ergänzt. Der Kongress bot sowohl Spezialisten als auch Neulingen eine ideale Plattform, um sich einen umfassen-
Bild: Thomas Füglistaler
Europas grösste Konferenz für Arzneimittelforschung BLSW-MipTec hat auch dieses Jahr wieder zahlreiche Wissenschaftler aus Industrie und Akademie angezogen. Die Veranstaltung fand im Kongresszentrum Basel vom 21. bis 24. September 2015 statt. Vorträge wie auch die Ausstellung waren gut besucht.
den Einblick in die neuste Entwicklung in den Forschungszweigen und Märkten zu verschaffen, Erfahrungen auszutauschen und über Strategien und Innovationen im Bereich Life Sciences zu diskutieren. Zudem stellte die BLSW-MipTec eine ausgezeichnete Gelegenheit dar, Partner zu finden, Kontakte zu knüpfen und Produkte und Lösungen zu präsentieren. Parallel zum wissenschaftlichen Programm fand in der Halle 4.1 des Kongresszentrums Basel die MipTec-Ausstellung statt. Mehr als 100 Aussteller präsentierten ihre neusten Entwicklungen, Produkte und Dienstleistungen. Der Austausch der aktuellsten wissenschaftlichen Ergebnisse und technischen
Innovationen, sowie der sich verbessernden Integration der Wissenschaft und Technologie stand im Zentrum dieser viertägigen Konferenz. Für die Veranstalter war es besonders wichtig, eine interaktive Plattform für Forscher zu schaffen, die im Bereich Life Sciences arbeiten und sich sonst selten sehen würden.
Ausblick Die nächste MipTec-Veranstaltung findet vom 19. bis 22. September 2016 parallel zur Fachmesse ILMAC wieder in Basel statt. Quelle: Congrex Switzerland Kontakt Congrex Switzerland Ltd. Peter Merian-Strasse 80 CH-4002 Basel Telefon +41 (0)61 686 77 77 info@congrex-switzerland.com www.congrex-switzerland.com www.basel-life-science-week.eu
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Bild: Dollarphotoclub/philippmartin
Regen über Land fällt zu 99 Prozent aus Eiswolken
Eiswolken sind die wahren Regenmacher Wolken sind der grosse Unsicherheitsfaktor in Wetter- und Klimaprognosen. Vor allem an den Eiswolken zerbrechen sich Forscher die Köpfe. Leipziger Meteorologen haben nun belegt, dass sich darin der Grossteil unseres Regens an Land bildet. Das könnte helfen, Wetter und Klima besser vorherzusagen und die Rolle menschengemachter Emissionen in der Atmosphäre für die Entstehung von heftigen Regengüssen zu verstehen.
1 Katrin Henneberg
Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der USA und Erfinder des Blitzableiters, vermutete es als Erster bereits Ende des 18. Jahrhunderts: Selbst an heissen Sommertagen entstehen Regentropfen aus Eiskristallen, gebildet in mehreren Kilometern Höhe. Mehr als 230 Jahre später gelang es nun Wissenschaftlern vom Institut für Meteorologie an der Universität Leipzig mit Hilfe neuer Satellitenbeobachtungen Franklins Vermutung mengenmässig zu erfassen: Ausserhalb der Tropen fallen an Land 99 Prozent des Regens 1 Katrin Henneberg, Redakteurin in der Pressestelle der Universität Leipzig
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aus Eiswolken. Es war zwar bereits bekannt, dass der meiste Regen nicht aus Flüssigwasserwolken stammt, die in tiefer gelegenen Atmosphärenbereichen vorkommen und aus Wassertröpfchen in flüssiger statt in fester Form bestehen. «Dennoch sind wir über den sehr hohen Prozentsatz erstaunt, den Eiswolken übernehmen», so Johannes Mülmenstädt vom Institut für Meteorologie der Universität Leipzig. «Unsere Erkenntnisse könnten nun helfen, die Rolle des Menschen besser zu verstehen, die er bei der Entstehung von Regen spielt.» Innerhalb der Studie hatten die Meteorologen die Daten dreier Satelliten der NASA ausgewertet, die über fünf Jahre hinweg über 50 Millionen Regenwolken vermessen haben.
Warmer Regen in den Tropen Wolken sind der Ausgangspunkt jedes Regens. Sie bilden sich, wenn Wasser durch die Sonne verdunstet und als feuchte Luft in der Erdatmosphäre aufsteigt. Dabei kühlt sich der Wasserdampf ab. Trifft er auf in der Atmosphäre schwebende, mikroskopisch kleine Partikel, sogenannte Kondensationskeime, so kann daran das Wasser zu Tröpfchen kondensieren. Nach und nach sammelt sich mehr Wasser an, sodass sie zu Regentropfen heranwachsen – bis sie irgendwann nicht mehr von den Aufwinden der Luft gehalten werden können und zu Boden fallen. Dieser «warme Regen», also Regen, der sich in Wolken mit Flüssigwasser bildet, 11/ 2015
Bild: Dollarphotoclub/vette91
Bild: Dollarphotoclub/Michael Fritzen
PANORAMA
Der warme Regen in den tropischen Regionen stammt von aufsteigenden Wassertröpfchen, die tiefhängende Wasserwolken bilden.
rievals». Geophysical Research Letters, Juli 2015. DOI: 10.1002/2015GL064604. ist in den Tropen besonders häufig, vor allem über den Ozeanen. An Land der mittleren Breiten spielt diese Regenform eine untergeordnete Rolle. Vielmehr steigt hier das Wasser weiter in grössere, kältere Höhen auf und gefriert zu Eiskristallen. Auch sie werden irgendwann so schwer, dass sie aus den Eiswolken herausfallen und auf dem Weg nach unten wieder flüssig werden, um sich in heftigen Regenfällen zu ergiessen.
Kalter Regen über Land
Bild: Dollarphotoclub/Christian Repenning
«Dass es an Land deutlich weniger und dafür umso heftiger regnet als über dem Meer, ist vor allem den Eiswolken als unseren Hauptregenmachern geschuldet», erklärt Mülmenstädt. Möglicher Grund dafür seien wiederum die menschengemachten Emissionen aus Verkehr und Industrie, durch die die Luft über dem Land zum Teil hundert- bis zweihundertmal mehr Schwebepartikel enthält. «Dadurch können sich hier deutlich mehr Eiswolken
Der Regen über den Kontinenten stammt aus Eiskristallen, welche in den Eiswolken hoch in der Atmosphäre gebildet werden. Diese schweben über den «Wasserwolken» in der tieferen Ebene.
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bilden als auf offener See – möglicherweise mit steigender Tendenz», erklärt der Meteorologe. «Unsere Ergebnisse haben gezeigt, dass über dem Meer immerhin bis zu 15 Prozent des Regens aus flüssigen Wolken herausnieseln.» Denn enthält die Atmosphäre wenige solcher Partikel, kondensiert das Wasser an nur wenigen Sammelstellen, sodass die Tropfen schnell schwer werden und ausregnen, häufig als Nieselregen. Stehen jedoch viele Schwebeteilchen zur Kondensation zur Verfügung, bilden sich mehr und dafür kleinere Tropfen, die weiter in grössere Höhen aufsteigen können und zu Eiskristallen gefrieren. «Weil sich eine Eiswolke langsamer bildet, regnet es aus ihr zwar seltener, dafür aber dann umso stärker.»
Präzisere Wetter-Vorhersagen Zudem können die Erkenntnisse helfen, die bisherigen Wetter- und Klimaprognosen zu verbessern: «Bisher sagten die Modelle wesentlich häufigere, jedoch schwächere Regengüsse voraus, als letztlich auftraten, weil man die Rolle der Eiswolken unterschätzte«, so Mülmenstädt. »Wenn wir nun wissen, dass sie ausserhalb der Tropen die wahren Regenmacher sind, lassen sich unsere Vorhersagen deutlich präzisieren.» Originalpublikation J. Mülmenstädt, O. Sourdeval, J. Delanoë, J. Quaas: «Frequency of occurrence of rain from liquid-, mixed- and ice-phase clouds derived from A-Train satellite ret-
Kontakt Dr. Johannes Mülmenstädt Universität Leipzig Fakultät für Physik und Geowissenschaften Leipziger Institut für Meteorologie Stephanstrasse 3 DE-04103 Leipzig Telefon +49 (0)341 97 32937 johannes.muelmenstaedt@ uni-leipzig.de www.uni-leipzig.dew
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WISSENSWERT
Fruchtextrakte reduzieren Infektionsfähigkeit von Noroviren
Wie Zitronensaft Noroviren austrickst
Bild: Dollarphotoclub/Mihai Simonia
Zitronensäure bindet an hochansteckende Noroviren und hindert sie möglicherweise daran, menschliche Zellen zu infizieren. Das entdeckten nun Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum. Zitronensaft könnte sich daher als sicheres, gesundheitlich unbedenkliches Desinfektionsmittel gegen die verbreiteten Erreger schwerer Magen-Darm-Infekte eignen.
Hinter heftigen, plötzlich einsetzenden Magen-Darm-Beschwerden stecken häufig Erreger aus der Familie der Noroviren. Sie sind die überwiegende Ursache von Gastroenteritis-Ausbrüchen in Krankenhäusern oder Schulen oder etwa auf Kreuzfahrtschiffen. Das Virus ist extrem ansteckend und wird, wie Mediziner es nennen, «fäkal-oral» übertragen, das heisst über kontaminierte Hände oder verunreinigte Lebensmittel. «Daher ist es wichtig, ein sicheres und gesundheitlich unbedenkliches
Desinfektionsmittel zur Verfügung zu haben», erklärt der Grant Hansman, der Leiter der C.H.S.-Nachwuchsgruppe Noroviren am Deutschen Krebsforschungszentrum und der Universität Heidelberg. Von früheren Beobachtungen wissen Forscher, dass Fruchtextrakte, etwa Orangenoder Granatapfelsaft, die Infektionsfähigkeit von Noroviren reduzieren können. Bereits als Hansman noch in den USA an den National Institutes of Health forschte, hatte er durch Zufall entdeckt, dass das Citrat aus dem Chemikalienhandel an die Kapselproteine von Noroviren binden kann. Diesen Zufallsbefund verfolgte der Virologe in Heidelberg weiter.
leeren Virus-Proteinkapseln haben die gleichen Oberflächeneigenschaften wie echte Viren. In ihrer aktuellen Arbeit zeigen Hansmann und seine Mitarbeiter, dass die Viruspartikel nach Citrat-Bindung ihre Gestalt verändern. Eine Röntgenstrukturanalyse ergab, dass das Citrat – aus Zitronensaft oder aus citrathaltigen Desinfektionsmitteln – genau an die Stelle bindet, mit der das Virus beim Infektionsvorgang mit den Körperzellen in Kontakt tritt. Diesen Bereich bezeichnen die Mediziner als «Blutgruppen-Antigene». Die Ergebnisse erklären, warum Citrat die Infektionsfähigkeit von Noroviren reduziert. «Vielleicht sind ja die paar Tropfen Zitronensaft, die man üblicherweise auf eine Auster träufelt, eine guter Infektionsschutz», spekuliert der Virologe. Er schätzt, dass die Citratmenge im Saft einer Zitrone ausreichen könnte, um beispielsweise die Hände zu dekontaminieren. Mit seinen Mitarbeitern will er nun untersuchen, ob Zitronensäure auch bei bereits erfolgter Norovirus-Infektion die Symptome lindern kann. Quelle: DKFZ Originalpublikation A.D. Koromyslova, P. White, G.S. Hansman: «Citrate alters norovirus particle morphology». Virology 2015. DOI: 10.1016/j.virol.2015.07.009.
Kontakt
Bild: DKFZ
Zitronensaft könnte Hände dekontaminieren
Schematische Darstellung eines Norovirus.
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Weil sich Noroviren nicht in Zellen in der Kulturschale oder in Tieren vermehren lassen, verwendeten die Forscher für ihre Versuche keine intakten Erreger, sondern so genannte «virus-like particles». Diese
Dr. Grant Hansman DKFZ Im Neuenheimer Feld 242 DE-69120 Heidelberg Telefon +49 (0)6221 42 1520 g.hansman@dkfz.de www.dkfz.de
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VERBANDSSEITE
n Infostelle SCV n Präsident n Höhere Fachprüfung n Termine Schweizerischer ChemiePatrick Merkofer alle Termine online Chemietechnologe Siegfried AG, Daniel Müller und Pharmaberufe Verband Breiten 5 anschauen: Untere Brühlstrasse 4 Postfach 509 CH-5082 Kaisten www.cp-technologe.ch CH-4800 Zofingen CH-4005 Basel Mobile +41 (0)79 688 08 91 Telefon +41 (0)62 746 19 77 Mobile +41 (0)79 688 08 91 praesident@cp-technologe.ch weiterbildung@cp-technologe.ch info@cp-technologe.ch www.cp-technologe.ch
Sektion Oberwallis
Kristallkluft im Felslabor Grimsel.
Bei strahlend blauem Himmel starteten wir am 19. Juni 2015 unseren Ausflug auf den Grimselpass. Es haben sich alle rechtzeitig an den Treffpunkten eingefunden, so dass wir mit unserem kleinen Bus die Fahrt durch das Goms beginnen konnten. Auf dem Pass, wo es schon fasst nach Schnee roch, machten wir einen kurzen Halt zu Kaffee und Gipfel. Dabei begrüsste Orlando alle Teilnehmer und orientierte uns kurz über den weiteren Tagesablauf. Nach anschliessender Weiterfahrt, trafen wir um kurz nach 9 Uhr in 11/ 2015
Gerstenegg ein. Hier befinden sich der Stolleneingang zum Felslabor und der Eingang zum Kraftwerk Oberhasli. Gesteinskunde im Felslabor Wir wurden freundlich durch Heinz Sager (Geologe) und Marc Croket (Bauingenieur) begrüsst. Kurz darauf durften wir alle eine Leuchtweste anziehen und wurden in einen VW Bus verladen. Dieser führte uns durch den etwa 1,5 km langen Felsstollen zum Eingang des Felslabors der Nagra (Nationale Genossenschaft für
die Lagerung radioaktiver Abfälle). Das Felslabor im Grimsel wurde durch massives Granitgestein gefrässt und gibt somit ein sehr schönes Bild ab. In kleinen Seitenstollen waren mehrere Teststrecken und Labors aufgebaut. Herr Sager gab uns vor dem Gang ins Labor ein Crashkurs in Geologie. Hierbei informierte er uns über die Zusammensetzung der Erde, die einzelnen Schichten von Gesteinsarten in der Schweiz und, und, und. Mit Humor, sachlich und richtig spannend wurden wir über die Aufgabe von Nagra aufgeklärt. Heute beteiligen sich rund zwanzig Partnerorganisationen sowie Universitäten, Institute und Firmen aus verschiedenen Ländern an den Untersuchungen. Die Schlussfolgerung für uns als Laien war relativ einfach. Die Erde im Wallis besteht aus unterschiedlichen kristallinen Gesteinen, wie beispielsweise Granit. Diese Strukturen enthalten feine Risse, so dass Wasser hindurchsickern kann. Das Mittelland wiederum besteht aus Molasse (Sandstein,
Tonstein und anderen Sedimenten). Der Opalinuston welcher im Jura Ost (AG) und im Zürich Nordost (ZH, TG) vorkommt, wird nun als Schutzmantel für die Endlagerung gebraucht. Diese Erkenntnis konnte im Felslabor der Nagra in Mont Terri im Jura genau evaluiert werden. Uns ist nun auch klar warum wir nicht mehr ewig Zeit haben für die Endlagerung. Wenn die Geschichte der Menschheit Recht behält, so kommt es alle 100 Jahre zu einem Krieg und wir hoffen nicht, dass bei einem Krieg unser über Tag angelegtes radioaktives Zwischenlager in Zwilag in Würelingen beschädigt wird. Es gibt nicht nur radioaktiven Abfall von den Atomkraftwer-
Bild: Comet
Bild: Neil Barcley
Exkursion Felslabor Nagra AG und KWO (Kraftwerke Oberhasli)
Versteinerung im Opalinuston: das Leitfossil Leioceras opalinum.
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VERBANDSSEITE
Bild: Luca Zanier
on im auch schon beendet. Der Hunger war zu diesem Zeitpunkt nun ziemlich gross und so konnten wir im Hotel Bären in Guttannen ein köstliches Mittagessen zu uns nehmen. Es blieben wirklich keine Wünsche offen und wir alle gaben ein grosses Lob an die exzellente Küche ab.
Stollen Gerstenegg.
ken (hochaktiver Abfall), sondern auch Abfall wie alte rote Plättli, Abfall aus der Medizin, Industrie und Forschung. Dieser Abfall ist nur schwach- bis mittelaktiv. Die Zeit im Felslabor verging wie im Fluge und nach rund drei Stunden war die Exkursi-
Pumpenwerk und Kristallkluft Nach dem alle wieder gestärkt waren, ging es sofort weiter zum zweiten Teil der Exkursion. Wir trafen uns wieder beim Eingang Gerstenegg und fuhren ein zweites Mal mit dem Bus in den Stollen. Dieses Mal aber noch tiefer in den Fels bis zum Pumpenwerk Grimsel 2. Dort stehen vier Francisturbinen mit jeweils 348 MW. Die Pumpen haben einen Durchfluss von
93 m3/s und an der gleichen Welle der vier Francisturbinen ist ein weiteres Laufrad montiert. Dieses Laufrad dient dazu, um bei überschüssiger Energie im Netz das Wasser wieder zurück in den Stausee zu pumpen. Das Umstellen von «Strom produzieren», zu «Strom vernichten», um die Netzspannung auf 50 Herz zu halten, dauert drei Minuten. Die grossen Wasserleitungen und Ventile, welche je nach Bedarf umgestellt werden, waren sehr beeindruckend. Nach dieser technisch interessanten Führung durch Herrn Heinz Hohl liefen wir Richtung Ausgang. In der Mitte des Stollens wartete noch eine Überraschung auf uns. Hinter einem Rolltor versteckt, war eine wunderschöne Kristallkluft, welche die Arbeiter beim damaligen
Ausbruch des Stollens entdeckt hatten. Mit vertieften Kenntnissen, was in unseren Wasserkraftwerken alles gesteuert wird, verabschiedeten wir uns vom Gerstenegg und fuhren mit dem Bus zurück ins Wallis, wo wir im Goms noch einen kurzen Stopp einlegten. Bei schönstem Walliser Wetter gönnten wir uns noch ein köstliches Bier, bevor es wieder zurück nach Visp ging. Dem Organisator Orlando Juon wie auch allen Personen, welche uns durch diesen Tag begleitet haben, gebührt ein grosses Dankeschön. Wir werden diese Exkursion sicherlich in guter Erinnerung behalten.
Für den SCV Sektion Oberwallis Andreas Michael Wyer
Neue Finanzierung der höheren Berufsbildung Die höhere Berufsbildung bildet zusammen mit den Hochschulen die Tertiärstufe des Schweizer Bildungssystems. Sie zeichnet sich durch einen hohen Praxisbezug und eine konsequente Orientierung an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes aus. Sie umfasst die eidgenössischen Berufsprüfungen und die eidgenössischen höheren Fachprüfungen sowie die eidgenössisch anerkannten Bildungsgänge an höheren Fachschulen. Prüfungen sind eidgenössisch geregelt, nicht aber der Weg dazu Die eidgenössischen Prüfun56
gen stellen bildungssystematisch einen Sonderfall dar. Nicht der Weg zum Abschluss, das heisst die Ausbildung und ihre Inhalte sind definiert, sondern ausschliesslich die nachzuweisenden Berufsqualifikationen. Die jeweils zuständigen Organisationen der Arbeitswelt regeln die Zulassungsbedingungen, Lerninhalte, Qualifi kationsverfahren, Ausweise und Titel in den Prüfungsordnungen. Das SBFI genehmigt die Prüfungsordnungen. Aktuell gibt es rund 220 eidgenössische Berufsprüfungen und 170 höhere Fachprüfungen.
80 bis 90 Prozent der Prüfungskandidatinnen und -kandidaten besuchen einen Vorbereitungskurs. Diese Kurse sind nicht zwingend eine Bedingung für die Zulassung zur Prüfung, obschon zur Erlangung des erforderlichen Fachwissens in der Regel notwendig. Stark verändertes Umfeld Die heutige Regelung der höheren Berufsbildung beruht auf den Rahmenbedingungen der 1960er- und 1970erJahre. Inzwischen haben sich die bildungssystematischen, bildungspolitischen und wirtschaftlichen Ansprüche an
die höhere Berufsbildung gewandelt. Die strukturellen Veränderungen innerhalb der höheren Berufsbildung, die Abgrenzung zur berufsorientierten Weiterbildung und zu den Fachhochschulen sowie die Internationalisierung des Bildungssystems machen Neureglungen unumgänglich. Zudem sind die teilweise markant höheren Studien- bzw. Kursgebühren für die Absolventinnen und Absolventen der höheren Berufsbildung von den Akteuren der Berufsbildung und von politischer Seite als Ungleichbehandlung gegenüber dem akademischen Weg verschiedentlich kritisiert worden. 11/ 2015
VERBANDSSEITE
Ungleiche Ellen bei der staatlichen Finanzierung Im Vergleich zur Finanzierung des schulischen Systems auf der Tertiärstufe, dem Hochschulbereich und den höheren Fachschulen, ist die öffentliche Finanzierung im Bereich der eidgenössischen Prüfungen deutlich geringer. Insgesamt beruhen die berufsbegleitend organisierten eidgenössischen Prüfungen und die damit einhergehenden vorbereitenden Kurse fi nanziell auf einer höheren Beteiligung der Wirtschaft und der Absolvierenden als dies bei Ausbildungen (in der Regel in Vollzeit) im Hochschulbereich oder an höheren Fachschulen der Fall ist. Die öffentliche Hand engagiert sich zwar finanziell bei der Durchführung und Entwicklung von eidgenössischen Prüfungen. Jedoch ist die Beteiligung der Kantone an den Bildungskosten historisch gewachsen und von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Hinzu kommt, dass die Beteiligung der Arbeitgeber grösstenteils individuell mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vereinbart wird. So existiert heute eine schwer zu durchschauende Finanzierungsvielfalt, innerhalb welcher einzelne Absolvierende eidgenössischer Prüfungen die gesamten Ausbildungskosten persönlich fi nanzieren müssen, während die Ausbildung anderer Studierender von Staat und/oder Arbeitgebern (mit-)finanziert wird. Anders bei den Bildungsgängen der höheren Fachschulen, bei denen bereits eine einheitliche Finanzierungslösung auf interkantonaler Ebene gefunden worden ist. 11/ 2015
Finanzierung als Teil eines Massnahmenpakets Im Februar 2013 hat das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF das SBFI beauftragt, gemeinsam mit den Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt ein Strategieprojekt zur Stärkung der höheren Berufsbildung zu lancieren. Im Rahmen des Strategieprojekts wurde gemeinsam mit den Partnern der Berufsbildung ein Massnahmenpaket zur Stärkung der höheren Berufsbildung erarbeitet, welches der Bundesrat im August 2014 genehmigt hat. Mit der vorgeschlagenen Änderung des Berufsbildungsgesetzes wird ein neues System für die Finanzierung von vorbereitenden Kursen auf eidgenössische Prüfungen angestrebt. Das subjektorientierte Finanzierungsmodell kennzeichnet sich durch folgende Eckwerte: – Entlastung der Teilnehmenden von vorbereitenden Kursen durch direkte, vom Bund ausbezahlte Zuschüsse (subjektorientierte Finanzierung). – Die bisher geleisteten kantonalen Beiträge an die Anbieter der vorbereitenden Kursen fliessen neu in die direkten Beiträge an die Teilnehmenden ein. Es handelt sich um ein Systemwechsel von den Kantonen zum Bund. Die Kantone behalten sich vor, aus regionalpolitischen Gründen einzelne Angebote weiterhin zu unterstützen. – Die freie Auswahl der Kursangebote durch die Teilnehmenden wird gewährleistet. – Keine unerwünschten Regulierungen der Angebote. – Die staatlichen Zuschüsse bemessen sich anteilig an
den Kursgebühren, wobei es einen Minimal- respektive einen Maximalbeitrag der anrechenbaren Kursgebühren gibt. – Die Beiträge werden nach Absolvierung des vorbereitenden Kurses und dem positiven Zulassungsentscheid der Prüfungskommission direkt an die Teilnehmenden ausbezahlt. – Für die Prüfung der Beitragsberechtigung und der Höhe der anrechenbaren Kosten steht ein Einbezug bundesexterner Stellen im Vordergrund, zum Beispiel der Prüfungsträgerschaften. Grossmehrheitliche Zustimmung Die Vernehmlassung dauerte vom 14. Januar bis am 21. April 2015. Es gingen rund 160 Stellungnahmen ein. Die Mehrheit der Teilnehmenden der Vernehmlassung begrüsste die Stossrichtung der Revision. Die Milderung der finanziellen Belastung der Studierenden, der Bedarf nach einer Bundesregelung und die direkte Ausrichtung der Beiträge an die Teilnehmenden von Vorbereitungskursen waren weitgehend unbestritten. Nur einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Vernehmlassung kritisieren grundsätzlich die Hauptpfeiler der Gesetzesänderung, nämlich die direkte Auszahlung der Beiträge an die Absolvierenden und den Kompetenzwechsel von den Kantonen hin zum Bund (Artikel 56a Berufsbildungsgesetz). Der Beitragssatz von höchstens 50 Prozent findet ebenfalls grossmehrheitlich Zustimmung. Jedoch werden teilweise Forderungen nach einer Erhöhung des Beitragssatzes sowie nach Pauschal-
beiträgen geltend gemacht. Vor allem die heutige Kostenbeteiligung des Bundes von einem Viertel an den Aufwendungen der öffentlichen Hand für die Berufsbildung wird aufgrund der zusätzlichen Finanzierung in Frage gestellt. Die teilnehmenden Kreise fordern die Erhöhung der Bundesbeteiligung an den Gesamtkosten der Berufsbildung, um negative Auswirkungen, namentlich auf die berufliche Grundbildung, zu vermeiden. Obwohl der Vollzug des neuen subjektorientierten Finanzierungsmodells nicht offizieller Teil dieser Vernehmlassung ist, wurden zahlreiche Rückmeldungen zu den einzelnen Modalitäten abgegeben. Unterbreitung dem Parlament im Rahmen der BFIBotschaft Der Bundesrat hat das WBF beauftragt, die Gesetzesvorlage und die notwendigen Finanzbeschlüsse 2016 im Rahmen der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) 2017–2020 dem Parlament zu unterbreiten. Daneben hat der Bundesrat auch bereits Eckwerte für die später folgende Anpassung der Berufsbildungsverordnung definiert. Diese werden zusammen mit den Rückmeldungen aus der Vernehmlassung zu Vollzugsmodalitäten in die Vorbereitung der Verordnungsanpassung einfliessen.
Quelle: SBFI News September 2015 Kürzung und Ergänzung des Texts: Patrick Merkofer 57
VERBANDSSEITE
Ausblick Klausur Im März 2016 wird die nächste, alle zwei Jahre stattfindende, Delegiertenversammlung (DV) des SCV – Schweizerischer Chemie- und Pharmaberufe Verband stattfinden. Naturgemäss wird dann dem Vorstand die Decharge erteilt, der Vorstand wird gewählt und die Ziele für die nächsten zwei Jahre werden genehmigt. Dies selbstverständlich nur dann, wenn die Arbeit des Vorstands den Ansprüchen der Delegier-
ten und somit auch der Verbandsmitglieder genügen wird. Um sich auf die kommenden beiden Jahre vorzubereiten, sich auszurichten und sich mit den Sektionen des Verbands abzustimmen, wird der Zentralvorstand zusammen mit den Sektionsvorständen und weitern Interessengruppen zusammensitzen. Dabei ist diesmal eine Reihe von Workshops geplant. Über die Inhalte und Ergebnisse wird in der kom-
menden Ausgabe der ChemieXtra zu lesen sein… Obwohl sich der aktuelle Vorstand geschlossen zur Wiederwahl stellen wird, und grundsätzlich alle Ressorts besetzt werden können, ist der Zentralvorstand des SCV Interessenten für eine Vorstandsmitgliedschaft gegenüber jederzeit offen. Reich an Geld wurde wohl noch kein Vorstandsmitglied des SCV (zumindest nicht wegen seiner Vorstand-
stätigkeit) aber interessant ist die Arbeit allemal. Nicht nur kann die Vorstandstätigkeit eine Spielwiese darstellen, die in Firmen heutzutage leider viel zu selten anzutreffen ist. Auch um Kontakte zu knüpfen und interessante Personen aus Aus-, Weiterbildung, Ämtern und Unternehmen kennen zu lernen, kann ein Motivationsfaktor für die Vorstandstätigkeit sein. Patrick Merkofer
Termine Event / Anlass
Veranstalter
Ansprechpartner Ort / Zeit
Bemerkung
07.11.15
SCV Klausur
Zentralvorstand
Patrick Merkofer
9:30 bis 17:00 Uhr Ort wird noch bekannt gegeben
Details folgen
25.11.15
Sitzung ZV
Zentralvorstand
Patrick Merkofer
17 bis 19 Uhr PanGas AG, Muttenz
Details folgen
29.01.– 22.04.15
Diplomarbeit
SCV
Marcel Dürr
Uhrzeit folgt Hotel Waldhaus In der Hard CH-4127 Birsfelden
allday
Bild: Fotolia.com / werbefoto-burger.ch
Datum
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Premium Filtrierpapiere
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PRODUKTE
Sicherer Transfer von gefährlichen Abfällen aus der Sicherheitswerkbank Seit über 45 Jahren ist die Skan AG für ihre Kunden ein erfolgreicher Partner für Sicherheitswerkbänke in der Schweiz. Die über 20 Servicetechniker sind Garant, um auch nach erfolgter Lieferung und Inbetriebnahme einen optimalen Service zu bieten. Das Sortiment der neuen Gerätegeneration Claire von Berner International wurde mit einer weiteren Option Abfall-Einschweissgerät SealSafe BSS Sensor+ ergänzt. Dies ergibt eine perfekte Symbiose, welche dem Mitarbeiterschutz eine noch stärkere Bedeutung zumisst. Die neue Sicherheitswerkbank Claire mit in-
tegriertem Abfall-Einschweissgerät, minimiert wirkungsvoll Verschleppungen beim Transfer von gefährlichen chemischen und biologi-
schen Abfällen aus der Sicherheitswerkbank. Personen-, Produkt-, Umgebungs- und Verschleppungsschutz einer Sicherheitswerkbank hat allerhöchste Priorität. Die Anlagen haben ein vorteilhaftes ergonomisches Design. Ein farbcodiertes Lichtband sorgt für optische Sichtbarkeit des Betriebszustandes. Das Touch-Display verfügt über eine intuitive Bedienung und eine einfache, sich selbst erklärende Menüführung. Dank neu entwickelter Ansaugdüse und Luftführung sind die Betriebseigenschaften verbessert worden. Schallpegel und Energieverbrauch sanken deutlich,
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Pulsationsfreie Förderung gegen hohen Druck Überall, wo es gilt, kleine Fördermengen pulsationsfrei gegen hohe Drücke zu pumpen, sind die Peripheralradpumpen Typ P-R und MP-R des Herstellers Sawa Pumpentechnik AG die richtige Wahl. Das Familienunternehmen mit Sitz in Degersheim, Schweiz, stellt diese Pumpenbaureihe seit mehr als 50 Jahren her. Die Peripheralradpumpen sind symmetrisch ausgelegt, so dass sie sich sowohl für Links- als auch für Rechtslauf eignen. Auch diese Baureihe wird aus einem Block hochwertigen und korrosionsbeständigen Chrom-NickelMolybdän-Stahl 1.4435 (AISI 316L) gefertigt. Dadurch sind die Pumpen besonders robust und langlebig. Die einstufigen, drehrichtungsunabhängigen Peripheralradpumpen sind aufgrund ihrer steilen
vormals: labotec
Expo Beaulieu
Kennlinien-Charakteristik mittels Frequenzumrichter gut regelbar. Sie werden in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, der Pharma-, Kosmetik- und Chemieindustrie eingesetzt. Die Oberflächen, die mit den Fördermedien in Berührung kommen, sind in unterschiedlichen Oberflächenrauheiten (Ra ≤ 3,2 µm bis Ra ≤ 0.4 µm) sowie, je nach Anwendungsgebiet, auch in elektropolierter Ausführung lieferbar. Die maximale Fördermenge der Peripheralradpumpen liegt bei 7 m3/h und einer Förderhöhe bis zu 100 m. Die maximale Viskosität der Produkte liegt bei etwa 150 mPas. Die Pumpen sind für Systemdrücke bis zu PN64 verfügbar und können auch bei geringen Zulaufhöhen betrieben werden, ohne dass nennenswerte Kavitati-
onsschäden auftreten. Für diese Baureihe stehen verschiedene Gleitringdichtungssysteme oder je nach Einsatz auch Magnetkupplungen wahlweise zur Verfügung. Bei den Magnetkupplungsausführungen ist der Einsatz von SiC-Lagern in Verbindung mit einer Keramikwelle, für äusserst geringen Verschleiss und Vermeidung möglichen Abriebes, sehr interessant. Das ganze Programm wird als ATEX
Version für die EX-Zonen 1 und 2 hergestellt. Viele weitere Ausstattungsoptionen sind lieferbar. Die verschiedenartigen Einsatzgebiete führen auch zu unterschiedlichen Aufgabenstellungen. Deshalb sind massgeschneiderte Lösungen und das Erfüllen spezieller Kundenwünsche für Sawa eine Selbstverständlichkeit. Beratung, Entwicklung und Produktion der hochwertigen Pumpen erhält der Auftraggeber aus einer Hand.
SAWA Pumpentechnik AG Taastrasse 40 CH-9113 Degersheim Telefon +41 (0)71 372 08 08 Telefax +41 (0)71 372 08 09 info@sawa.ch www.sawa.ch
Lausanne 2016
Lausanne 13. & 14. April 2016
Die Messe für Technologien & Dienstleistungen im Labor 60
www.labinnovations.ch
11/ 2015
PRODUKTE
LEO 5. Digitales Manometer für Druckspitzen- Analyse und Messdaten-Speicherung
Mit dem Typ LEO 5 stellt die Keller AG für Druckmesstechnik das erste der hochauflösenden Manometer einer neuen Generation vor. Im Innern: präzise Sensorik, schnelle, hochauflösende Signalverarbeitung, Spitzenwerterfassung, Speicher mit Zeitstempel. Von aussen: robustes Edelstahlgehäuse, Sicherheitsglas, reinigungsfest, 16 mm grosses Display mit Hintergrundbeleuchtung,
kapazitive Touch-Tasten. Wo immer hydraulische oder pneumatische Komponenten im Einsatz sind, gehören unerkannte Druckspitzen zu den Ursachen für frühzeitigen Verschleiss und ungeplanten Stillstand. Dasselbe gilt für die Auslegung von Leitungen und Ventilen, etwa in Frischwasser-Systemen. Hier schafft der LEO 5 Abhilfe. In seinem speziellen Druckspitzen-Analysemodus liegt die Abtastfrequenz bei 5 kHz und die Auflösung des A/D-Wandlers bei 16 Bit. Das kleinste konfigurierbare Speicherintervall ist eine Sekunde. Der Speicher der neuen Manometer von Keller bietet Platz für über 50 000 Druckspitzen-Werte samt Temperatur und Zeitstempel. Weit mehr als genug für genaue Analysen nach dem Daten-Export via USBSchnittstelle. Im normalen Messbetrieb mit der exakten Überwachung
von Grenzwerten, liegt die Abtastrate bei 2 Hz und die Auflösung des A/D-Wandlers bei 20 Bit. Die LEO 5-Geräteserie umfasst sieben Standard-Messbereiche zwischen 3 bar und 1000 bar. Im Temperaturbereich von 0…50 °C liegt das Gesamtfehlerband des Druckes innerhalb von 0,1 %FS. Bei stabilen Temperaturverhältnissen erreicht das Manometer eine Genauigkeit von ±0,01 %FS. Das ist im Anlagenbereich Referenzqualität. Der LEO 5 bietet auf Wunsch eine Reihe weiterer Möglichkeiten. Beispielsweise eine Standard-Funkschnittstelle für Messungen an schlecht zugänglichen oder bewegten Messorten. Auch Analogausgänge mit Standard-Signalen (4…20 mA bzw. 0…10 V) und bis zu zwei Schaltausgänge zur Prozesssteuerung bzw. -überwachung sind lieferbar. Para-
metrierung und Datenübertragung werden über USB oder mit einer RS485-Schnittstelle realisiert. Über die USB-Schnittstelle werden speziell entwickelte Firmware-Varianten eingespielt. Wie bei allen LEO Manometern stehen personalisierte Frontfolien (hinter dem Schutzglas), Gehäusematerialien, Druckanschlüsse usw. zur Verfügung. Mit dem hochauflösenden LEO 5 zur Präzisionsmessung, DruckspitzenAnalyse und Messwert-Speicherung präsentiert Keller den Auftakt zu einer neuen Generation von Überwachungs- und Referenzgeräten am oberen Ende der Skala. Keller AG für Druckmesstechnik St. Gallerstrasse 119 CH-8404 Winterthur Telefon +41 (0)52 235 25 25 info@keller-druck.com www.keller-druck.com
Neuer YMC-Gesamtkatalog 2016/2017 Enthaltene Produktneuheiten: – gecoatete/immobilisierte YMC Chiral-Säulen – zusätzliche robuste YMC-Triart (U)HPLC Säulen stabil gegenüber pH und Temperatur – nanoLC/microLC Kapillarsäulen – YMC Core-Shell Säulen – 3 µm YMC SEC Säulen für hoch auflösende Trennungen – SFC Säulen Der neue YMC-Gesamtkatalog wird sowohl in gedruckter als auch elektronischer Form (pdf oder flipbook) erhältlich sein. Fordern Sie noch heute (schneider@ymc.de) den neuen YMC-Katalog an! Der neue YMC-Gesamtkatalog 2016/2017 bietet Ihnen: – Applikationssupport – ausführliche Produktinformationen zu allen YMC-Produkten – Poster mit Phasenübersicht und Selektivitätsdiagramm – nano/micro-UHPLC-HPLC-präp.
11/ 2015
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PRODUKTE
Ultratiefkühlschrank für maximale Probensicherheit im Labor In der Pharma- und Biotechnologie müssen wertvolle medizinische und biologische Proben und Materialien oftmals über mehrere Wochen bis hin zu einigen Jahren bei extrem niedrigen Temperaturen konserviert werden. Dafür unerlässlich ist die maximale Sicherheit und Zuverlässigkeit des Kühlsystems, denn bei einer Störung können nicht nur wertvolle Proben, teure Reagenzien oder die kompletten Forschungsergebnisse verloren gehen, sondern neben dem grossen zeitlichen Verlust und dem finanziellen Schaden wird auch das Image geschädigt. Der Ultratiefkühlschrank der Serie UF V von Binder, dem weltweit grössten Spezialisten für Simulationsschränke für das wissenschaftliche und industrielle Labor, ist auf die sichere Langzeitlagerung von Proben bei -86 °C ausgelegt. Das mehrstufige Sicherheitskonzept garantiert einen extrem hohen Sicherheitsstandard.
Die personalisierte Zugangskontrolle mittels RFID Key Card schützt die Proben vor unzulässigen Zugriffen. Nur vorab akkreditierte Labormitarbeiter können den Ultratiefkühlschrank öffnen. Der integrierte Protokollspeicher dokumentiert lückenlos jeden Öffnungsvorgang. Der Ultratiefkühlschrank bietet zudem maximale Bedienerfreundlichkeit. Der automatische Türmechanismus ermöglicht ein einfaches Öffnen der Tür per Knopfdruck. Das Gerät ist einfach in die Sicherheits- und Alarm-Infrastruktur zu integrieren. Die Betriebsdaten können via optionalem Data Logger mit USB-Anschluss ausgewertet und protokolliert werden. Der werkzeuglos austauschbare Luftfilter und das Abtaukit zur einfachen Enteisung ermöglichen eine völlig unkomplizierte Wartung und Reinigung. Der Ultratiefkühlschrank zeichnet sich ausserdem durch eine ausgezeichnete Umwelteffizienz
aus. Die grossflächigen Vakuumwärmedämmplatten sorgen für einen reduzierten Energieverbrauch und beste Isolationswirkung. Durch einen zweistufigen Kältekreislauf werden die extremen Temperaturen absolut zuverlässig gehalten. Die getrennten Innenbereiche sorgen zudem für eine bessere Kältestabilisierung bei geöffneter Tür. Die Zuverlässigkeit der Ultratief-
kühlschränke der Serie UF V spiegelt sich auch in den Garantiebedingungen wieder. Binder hat seit 2015 die gesetzliche Gewährleistung um zusätzliche drei Jahre Garantie ausgeweitet; der Kunde erhält somit fünf Jahre Garantie auf die Funktionsfähigkeit seines Gerätes. «Unsere Produkte sind so ausgelegt, dass sie unseren Kunden höchste Qualitätsstandards bieten», so Geschäftsführer Peter M. Binder. «Die längere Garantiezeit ist zugleich ein Bekenntnis zur Produktqualität und zur erwiesenen Langlebigkeit unserer Ultratiefkühlschränke.» BINDER GmbH Dorothea Fichter-Fechner Im Mittleren Ösch 5 DE-78532 Tuttlingen Telefon +49 (0)7462 2005 632 dorothea.fichter-fechner@ binder-world.com www.binder-world.com
Intuitiv und für aggressive sowie korrosive Flüssigkeiten: Neue Dosierpumpe Simdos 02 FT
Seit Oktober 2013 ist das Dosieren von höchst aggressiven und korrosiven Flüssigkeiten in Labors noch einfacher und sicherer. Die neue Dosierpumpe Simdos 02 FT von KNF Neuberger AG arbeitet intuitiv, trockenlaufsicher, exakt und benötigt dabei nur wenig Platz. Die Simdos 02 FT (full Teflon) ist zum Fördern von aggressiven Chemikalien konzipiert. Sie ist seit Oktober 2013 auf dem Markt und in
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ihrer Art eine absolute Schweizneuheit. Für ihre ganz besonders heikle Aufgabe ist die Hightechpumpe mit einem Kopf aus PTFE, einer PTFE-beschichteten Membrane und chemisch beständigen FFKMKalrez-Ventilen bestens gerüstet. Optional ist auch ein ChemrazVentilkit erhältlich, das die Simdos 02 FT sogar gegen hochkonzentrierte Säuren wie Nitrit, Schwefel, Hydrochlorid und gegen Lösungsmittel wie TFH, DMF, DMSO und MEK beständig macht. Der Pumpenkopf, auch als PP- oder PVDFAusführung erhältlich, ist ausserhalb des spritzwassergeschützten IP-65-Gehäuses angebracht, was die Sicherheit signifikant erhöht. Die Dosierpumpe fördert Flüssigkeiten von 30 µl bis 20 ml/min und dosiert Volumen von 30 µl bis zu 999 ml. Trockenlaufsicher und selbstansaugend bis zu 2 mWS, arbeitet sie gegen Drücke bis 6 bar und fördert selbst zähflüssige Medien bis 500 Centistokes. Nach der Kalibrierung liegt die Wiederholgenauigkeit bei ausgezeich-
neten +/-1 % (Nominalwert). Exzellente Stabilität und höchste Zuverlässigkeit in allen Prozessen sind weitere Argumente, die für das neuste Mitglied der bewährten Simdos-Familie sprechen. Highlights der Simdos 02 FT: – PTFE-Kopf / FFKM-Kalrez für aggressive und korrosive Flüssigkeiten – Einfachste, selbsterklärende Bedienung über Dreh-DruckKnopf – Schnelle und einfache Kalibrierung – Pausenfunktion ohne Datenverlust – Einstellbare Fördereigenschaften – Spritzwassergeschütztes Design für höchste Sicherheit – Minimaler Platzbedarf Die Förderparameter können softwareunterstützt auf Knopfdruck verschiedensten Viskositäten angepasst werden. Dank ihres schlanken Designs und ihrer kleinen
Standfläche beansprucht die Simdos 02 FT mit 140 × 87 × 130 mm äusserst wenig des meist knapp bemessenen Laborplatzes. Äusserst nützlich ist das Zubehör, das optional erhältlich ist: Fussschalter, Filter sowie Befestigungsplatte. S-Version: – Manueller Betrieb RC-Version: – Manueller Betrieb – Analog-Ansteuerung: 0-5 V, 0-10 V 0,20 mA, 4-20 mA – Ausgangssignal für Fehlermeldung RC Plus-Version: – Entspricht der RC-Version, zusätzlich aber mit RS 232
KNF Neuberger AG Pumpen und Systeme Stockenstrasse 6 CH-8362 Balterswil Telefon +41 (0)71 973 99 30 knf@knf.ch www.knf.ch
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NE
Hochleistungs-OEM-Spektrometer mit nur 12 mm Bauhöhe
Die industrielle Stoffanalytik, Plastiksortierung und andere Applikationen setzen vermehrt Spektralmesstechnik ein. Meist braucht es sehr robuste Spektrometer mit kleinem Formfaktor und höchster Leistung. Insbesondere kritisch ist die Streulichtunterdrückung, dem Restanteil an Fremdwellenlängen. Hamamatsu hat genau hierfür die neue Produktreihe Flat Type OEMSpektrometer entwickelt: es werden Quarztransmissionsgitter für beste spektrale Eigenschaften verwendet bei einer Bauhöhe von nur 12 mm. Das C13053MA deckt 500 nm bis 1100 nm mit einer Auf-
lösung von 2,5 nm ab und garantiert eine Streulichtunterdrückung > 33 dB. Der neue APS Aktiv Pixel CMOS Sensor ist so empfindlich wie beste CCD Sensoren. Dies ermöglicht Fluoreszenzdetektion. Das C13054MA wurde für die Ramanspektroskopie gebaut, es bietet 0,4 nm Auflösung für 790 nm bis 920 nm. Hamamatsu entwickelt auch kundenspezifische OEM-Module mit integriertem Laser für Fluoreszenz- und Ramanapplikationen. Hamamatsu setzt solche Module z.B. für SERS ein, der oberflächenverstärkten Raman Streuung, wofür auch eigene SERS Probensubstrate hergestellt werden. Hamamatsu Photonics Dornacherplatz 7 CH-4500 Solothurn Telefon +41 (0)32 625 60 60 swiss@hamamatsu.ch www.hamamatsu.ch
Industrie-Tablet-PC im Ex-Bereich Der Bartec Agile X ist der weltweit flachste, für ATEX Zone 2 zertifizierte Industrie-Tablet-PC für den Einsatz in rauen Umgebungen. Für Mobile Arbeiter wird es zunehmend wichtiger, im Feld Zugriff auf unternehmensinterne Daten und Systeme zu haben. WLAN und optionale LTE-Module des Agile X ermöglichen Datenaustausch in Echtzeit und durchgehende Vernetzung, die Arbeiter im Feld benötigen, um ihr Büro in den Ex-Bereich zu bringen. Eine Erweiterungsschnittstelle auf der Rückseite ermöglicht, den exgeschützten Tablet-PC durch spezielles Zubehör wie einen RFID-Reader mit weiteren Datenerfassungsmöglichkeiten neben dem integrierten Barcode-Scanner auszustatten. Das auf dem Tablet-PC installierte Betriebssystem Windows Embedded 8.1 Industry Pro bietet zusätzliche Sicherheitsfunktionen wie eine Gerätesperre oder eine eingebettete Aktivierung, die es ermöglicht, einen Produktschlüssel für mehrere Geräte zu nutzen. Durch die Büro-Docking-Station gelingt der nahtlose Übergang vom Büro zum Ausseneinsatz. Sollte das Gerät gestohlen werden, kann es über Com-
11/ 2015
U! DIE ZUKUNFT DER GAS-DURCHFLUSSMESSUNG
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Ihr TOC / TNb-Spezialist
Kompakt – Leistungsstark – Preiswert putrace getrackt werden. Agile X ist sehr robust und hält Stössen, Vibrationen und selbst dem Sturz aus mehr als einem Meter Höhe auf Beton stand. Es kann in einem Temperaturbereich von -20 bis +50 °C eingesetzt werden. Durch die IP65Zertifizierung ist das Gerät staubund wasserdicht. Mit seinem grossen und hochauflösenden 10,1” LED-Display bietet das Gerät sehr gute Sicht bei allen Tageslichtbedingungen. Die Multi-Touch-Technologie ermöglicht es dem Nutzer, zwischen Fenstern zu wechseln, Screenshots aufzunehmen, zu drehen und hineinzuzoomen. BARTEC Engineering + Services AG Hinterbergstrasse 28 CH-6330 Cham Telefon +41 (0)41 747 27 27 info@bartec.ch www.bartec.ch
Laborsysteme: – Probengeber für unsere TOC-Feststoff-Systeme – TOC/TNb-Analysatoren für Wasser- und Feststoffproben
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PRODUKTE
Autograph-AGS-X-Baureihe erweitert
Shimadzu ergänzt die AGS-X-Baureihe der zerstörenden Materialprüfung um vier Modelle mit einer hö-
heren Kapazität von bis zu 300 000 N für Zugfestigkeits-, Biege- und Kompressionstests. Das ausgezeichnete Preis-LeistungsVerhältnis und die umfassende Software empfehlen die neuen Typen nicht nur für die Qualitätskontrolle, sondern auch für Forschung und Entwicklung. Die neuen AGSX-Modelle sind mit einem internen leistungsfähigen Kontroller ausgestattet, der Messdaten mit bis zu 1000 Hz überträgt. Darüber hinaus wurden die Kraftmessdosen verbessert und decken nun einen breiteren Messbereich von 1/1 bis hinunter zu 1/500 der relativen Kapazität ab. Dabei ist eine Genauigkeit der Klasse 1 und sogar
der Klasse 0,5 gemäss ISO 7500-1 und vergleichbaren Verordnungen gegeben. Daher ist es nun möglich, Spinnenfäden von gerade einmal 0,002 N bis zu hochfesten Stählen von 300 000 N mit der gleichen Maschine zu messen. Die neuen AGS-X-Modelle mit ihrer verbesserten Hardware-Ausstattung lassen sich mit der aktuellen Version der selbsterklären-den Trapezium-XSoftware betreiben. Neben Zugfestigkeits-, Kompressions- und Biegetests lässt sich auch eine grosse Auswahl weiterer Tests durchführen, wie Anwendungen für Schälund Reibungsverfahren ebenso wie für Klebstoffe und Texturen. Die AGS-X-Baureihe erfüllt zudem in
Verbindung mit einem geeigneten Extensometer die Anforderungen der ISO-6892 und ISO-527. Selbstverständlich lassen sich für alle Modelle grundsätzlich alle vorhandenen Zubehöreinrichtungen nutzen – wie Spannwerkzeuge und -halterungen, thermostatische Kammern und Längenänderungsaufnehmer bis zum leistungsfähigen VideoExtensometer TRViewX.
Shimadzu Schweiz GmbH Römerstrasse 3 CH-4153 Reinach Telefon +41 (0)61 717 93 33 info@shimadzu.ch www.shimadzu.ch
Denios Gefahrstoffschränke: mobil, robust, wartungsarm, langlebig Seit geraumer Zeit ist eine neue Typ 90 Sicherheitsschrankserie beim europäischen Marktführer für Gefahrstofflagerung Denios verfügbar. Neu konstruiert und in attraktiver Optik bieten die Gefahrstoffschränke eine sichere Umgebung für die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten. Der Gefahrstoffschrank besticht durch seine extrem robuste Bauweise. Die neue Optik im 2-Farbkonzept bietet maximale Individualität und ein modernes Erscheinungsbild. Bei einheitlich anthrazitfarbenem Korpus sind die Schranktüren in sieben verschiedenen Farben ohne Aufpreis wählbar: Weiss, Lichtgrau, Grün, Blau, Silbergrau, Sicherheitsgelb und Rot stehen zur Auswahl. Dabei sorgt die neue robuste Strukturlackierung für mehr Resistenz gegen Umwelteinflüsse und Schmutz. Neu bleiben
die Türen des Gefahrstoffschrankes in jedem Öffnungswinkel stehen – ganz ohne zusätzliche Türfeststellanlage. Im Brandfall sorgen bewährte technische Elemente wie Schmelzlote für die sichere Türschliessung. Und natürlich verfügt der Gefahrstoffschrank die in der
Schweiz notwendige Feuerwiderstandsfähigkeit nach EN 14470-1: die Schränke sind typengeprüft, GS-geprüft, mit CE-Konformität. Die neue Schrankserie ist in 60, 90 und 120 cm Breite verfügbar. Die Einbringung und der Transport werden durch eine gezielt verbesserte Verwindungssteifheit vereinfacht. Den Transport unterstützen der integrierte Sockel sowie eine mobile Transporthilfe, der «Mover». Dank des Sockels ist selbst beim 60 cm breiten Modell eine stabile Unterfahrbarkeit mit beiden Hubwagengabeln möglich. Mit zusätzlicher Hilfe des Movers können selbst die Sicherheitsschränke in den Breiten 90 und 120 cm problemlos längs und aufrecht von Hand geschoben werden. Da er den Schrank nur minimal anhebt, ermöglicht der Mover die Bewegung durch enge Türen
und Durchgänge, ohne dass die Schränke wie bisher umständlich gekippt oder sonstige Hilfsmittel benutzt werden müssen. Die neuen Konstruktionsdetails steigern nicht nur die Alltagstauglichkeit, sondern auch die Sicherheitsaspekte. Serienmässig ist ein manipulationssicheres Türschloss in jeder Schranktür verbaut, so dass die Entnahme der gefährlichen Stoffe nur von entsprechend befugten Mitarbeitern erfolgen kann. Eine mechanische Anzeige (rot/grün) signalisiert den aktuellen Schliesszustand der Türen.
DENIOS AG Mythenstrasse 4 CH-5430 Wettingen Telefon +41 (0) 56 417 60 60 info@denios.ch www.denios.ch
Neues Iris-Ventil für Food und Pharma Für hohe Hygieneanforderungen und optimale Durchflusskontrolle wurde das Mucon-Iris-Ventil Typ K2P neu entwickelt. Das Ventil hat folgende Eigenschaften: – Ventilkörper komplett aus Edelstahl 316. – Manschetten aus FDA-zertifiziertem Material (Gummi, EPDM oder Silikon).
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– Produkt kommt ausschliesslich mit der Manschette in Kontakt. – Manschette kann stufenlos geöffnet bzw. geschlossen werden. – Antrieb mit Luftmotor oder Elektromotor. Durch das sanfte Öffnen und Schliessen der Manschette werden auch bruchanfällige Produkte wie zum Beispiel Tabletten nicht beschädigt. Das
K-Ventil ist auch mit Handbetätigung erhältlich, mit den gleichen vorteilhaften Eigenschaften. Paliwoda AG Im Chapf 2 CH-8703 Erlenbach Telefon +41 (0)44 910 50 05 info@paliwoda.ch www.paliwoda.ch
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