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Siegessäule April 2014

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Nicole (li.) und Manoo vom Tattoo-Studio Stichpiraten stichpiraten.de

FOTO: GUIDO WOLLER

akaberlin.com

Körperbilder Nicht nur in der Leder- und Fetischszene sind Tattoos längst salonfähig. Trotz der sich rebellisch gebenden Szene haben es queere Tattoo-KünstlerInnen aber nicht immer leicht

17.04. 21:00, Reizbar

Fuck and Fist Invasion Die „Welcome Sex Party“ des BLF eröffnet mit Dresscode Nacht, Jock, Underwear das schweinische Ostertreiben.

18.04. 13:30, Military Store

Drüber und Drunter Eine von vielen Traditionen des Leder- und Fetischtreffens ist die Stadtrallye des BLF. Treffpunkt am BLF-Infopoint.

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• Fetter Bart im Gesicht, gestählte Brust, schwarze Lederjacke, dazu passende Hosen und Boots. Jeder kennt das Klischee vom Lederdaddy und andere Fetisch-Looks. In den meisten Fällen gehören auch Piercings und Tattoos dazu. Nicht nur zu Folsom oder auf dem Ostertreffen, sondern ganzjährig können im fetischlastigen Sexparty-Dschungel Berlins die längst gesellschaftsfähig gewordenen Körperbilder bewundert werden. Homos lieben Tattoos, und eigentlich sollte man davon ausgehen, dass es auch in der Tattooszene kein Problem ist, wenn man queer ist. Egal ob man seinen Körper gern verzieren lässt oder ob man selbst zu den Menschen gehört, die mit der Nadel Motive in fremde Haut stechen. Schließlich steht die Tattooszene, obwohl sie im Mainstream angelangt ist, noch immer für Rebellion. Doch so einfach ist es nicht. Wenn man sich die einschlägigen Magazine anschaut, wird schnell klar, dass auch hier die üblichen Geschlechter- und Körperbilder bevorzugt werden. Meist ziert eine leicht bekleidete junge Dame, die dem gängigen Schönheitsideal entspricht, das Cover. Vieles sieht eher nach Erotikmagazin aus. Doch wenn man genau hinschaut, wer eigentlich die Tattooszene dominiert, ist das Ganze nicht mehr so verwunderlich. Brody Polinsky ist schwul und arbeitet beim Studio AKA in Neukölln. „Die Tätowiererszene kann sehr Macho sein, weil sie traditionell aus der Motorradszene kommt.“ Dass das auch für Deutschland gilt, hat Manoo schon am eigenen Leib erfahren. Sie betreibt mit zwei anderen Frauen das Studio Stichpiraten, ebenfalls in Neukölln. Obwohl sie die in Berlin selten angebotene Polka-Dot-Technik beherrscht, kommt sie in Magazinen nicht vor. Auch auf den Conventions, den Tattoo-Messen, ist oft zu spüren, dass man als

queere Tätowiererin eine Aussenseiterin ist: „Es ist eigentlich egal, wie dein Studio heißt, auf den Messen ist man dann immer der Homo-Stand“, erklärt Manoo. Sie empfindet die MainstreamSzene als nicht sonderlich rebellisch: „Das Rocker- oder Rockabilly-Klischee ist auch heute noch sehr oft vertreten. Wenn man hier anders ist, reagieren die Leute häufig nicht so offen.“ Interessanterweise haben aber viele moderne Tattootrends ihren Ursprung in der queeren Szene. Das Black Tattoo, welches vorwiegend bei AKA angeboten wird, kam zuerst im Londoner Underground auf. Dort ließen sich schwule SM-Begeisterte bereits vor einer Dekade Körperteile großflächig in schwarzer Tinte färben. Auch die Menschen auf der anderen Seite der Tätowiernadel sind heute häufig homo. „Viele Tätowierer haben einen Abschluss als Grafiker oder kommen aus der Medienbranche. Da diese Berufe oft von queeren Leuten ausgeübt werden, ist da eine Vermischung völlig plausibel“, erklärt Brody. Das AKA hat mittlerweile eine große Fangemeinde und ist deshalb auf Werbung in Magazinen nicht angewiesen. Auch bei den Stichpiraten ist die Auftragslage nicht schlecht. Trotzdem wäre mehr Sichtbarkeit wünschenswert: „Sicherlich sind Magazine eine gute Plattform für Werbung und rein theoretisch könnte man sich dort sogar Artikel kaufen. Aber das wollen wir nicht. Ich finde es wichtig, dass die Arbeit für sich spricht“, erzählt Nicole von den Stichpiraten. Sexualität sollte dabei einfach keine Rolle spielen. Doch der Ruf eilt beiden Studios dennoch voraus. Da die Belegschaft zu großen Teilen queer ist, ist es auch ein Großteil des Kundenstamms. „Ich habe oft das Gefühl, dass viele Trans*leute sehr erleichtert sind, wenn sie zu uns kommen, weil sie nichts erklären müssen und auch mit dem Pronomen angesprochen werden, mit dem sie sich vorstellen“, erzählt Manoo. Auch Brody kann das bestätigen: „Zu uns kommen einige Leute aus der SM-Szene. Die Crazy Daddys. Die sich dann natürlich den Schwanz tätowieren assen oder einen Stacheldraht um die Rosette.“ Logischerweise fühlt sich diese Klientel bei einem schwulen Tätowierer besonders gut aufgehoben. Kaey


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