Schriftenreihe zur Kulturgüter-Erhaltung Band 7
Schriftenreihe zur Kulturgüter-Erhaltung 7
Herausgegeben von:
FORM AT ION CONT INUE | WEITERBILDUNG | FORM A Z IONE CO NT INU A
NIKE
KULTURERBE PATRIMOINE CULTUREL PATRIMONIO CULTURALE
Schwabe Basel
Für die Druckbeiträge danken wir dem Bundesamt für Kultur BAK
und der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW
Schriftenreihe zur Kulturgüter-Erhaltung 7 DIGIARCH 2021 – Kulturerbe im digitalen Zeitalter / Patrimoine culturel à l’ère numérique enthält die Beiträge der gleichnamigen Tagung, die am 24. März 2021 virtuell durchgeführt wurde. Herausgeber: Arbeitsgruppe formation continue NIKE/BAK/ICOMOS Redaktion: Cordula M. Kessler, Ursula Merz, Boris Schibler Für den Inhalt der Beiträge zeichnen die Autorinnen und Autoren verantwortlich. Les auteurs sont seuls responsables du contenu de leur article. Übersetzungen ins Französische: Lara Tremblay, Ductia GmbH, Bern Abbildung auf dem Umschlag: Das Berner Münster heute und kurz nach 1514, Blick aus den Englischen Anlagen. (Nachweis: Foto, Rendering und Montage: Lengyel Toulouse Architekten Berlin) Der Tagungstitel bildet eine Verbindung zu einer ersten Tagung zur Digitalisierung in der Archäologie, die vom Netzwerk Archäologie Schweiz 2017 in Chur durchgeführt wurde. Da das Kürzel «Arch» auch für Architektur oder Archiv stehen kann, wurde der Name ebenfalls für die stärker interdisziplinär ausgerichtete Tagung 2021 verwendet. Copyright © 2021 Schwabe Verlag, Schwabe Verlagsgruppe AG, Basel, Schweiz Copyright © 2020 Fotografien/Abbildungen vgl. Bildnachweis Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Das Werk einschliesslich seiner Teile darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in keiner Form reproduziert oder elektronisch verarbeitet, vervielfältigt, zugänglich gemacht oder verbreitet werden. Layout/Satz: Peter Kessler, Düdingen Druck: Hubert & Co., Göttingen ISBN Printausgabe 978-3-7965-4304-3 ISBN eBook (PDF) 978-3-7965-4305-0 rights@schwabe.ch www.schwabe.ch
INHALTSVERZEICHNIS | TABLE DES MATIÈRES
VORWORTE | PRÉFACES 6 Digitalisierung – neue Möglichkeiten und Chancen Oliver Martin
8 Digital in die Zukunft Reto Marti
10 Vom realen zum virtuellen Gastgeber Beat Eberschweiler
EINFÜHRUNG | INTRODUCTION 14 Rivoluzione digitale e Umanesimo Christian Greco
I. DIGITAL KREIEREN | CRÉATION NUMÉRIQUE 22 Digitalisierung, Datafication, Digitalität. Zum Verhältnis und zu den Wechselwirkungen im Hinblick auf das Kulturerbe Torsten Schrade
26 Wie gross ist Dürers Feldhase? Überlegungen zur Veränderung der Wahrnehmung und Erforschung von Kunst durch ihre Digitalisate Gudrun Knaus
30 Eine Linie – eine Entscheidung. Die Feldzeichnung, ein archäologisches Werkzeug im technologischen Wandel Esther Schönenberger, Bernd Heinzle, Christian Kündig
34 Audiovisuelles Kulturerbe im digitalen Zeitalter – im Spannungsfeld von Zugang und Verlust Cécile Vilas
II. DIGITAL STRUKTURIEREN | GESTION NUMÉRIQUE 40 Strukturwandel – wieso Daten gemein sein könn(t)en und was Max Havelaar mit dem Ganzen zu tun hat. Philipp Wiemann
44 Le Projet Collart-Palmyre. Étude d’un projet de visualisation numérique du patrimoine antique à la lumière de la Chartre de Londres et des Principes de Séville Patrick M. Michel
50 Digitale Archivierung. Chancen und Risiken Peter Fornaro
54 Le cadre juridique des données patrimoniales numériques: le cas des bibliothèques Benoît Epron
III. DIGITAL VERMITTELN | MÉDIATION NUMÉRIQUE 60 Prinzipien der visuellen Vermittlung von Kulturerbe. Wahrnehmung, Tradition und Digitalisierung Dominik Lengyel, Catherine Toulouse
66 Analyse et diagnostic des métaux patrimoniaux. Possibilités et limites des outils numériques en libre accès et participatifs Christian Degrigny et al.
70 Chancen und Risiken des digitalen Publizierens Arlette Neumann
74 LabElysée, chantier vivant au cœur du musée Manuel Sigrist
78 AUTORINNEN UND AUTOREN | AUTEURES ET AUTEURS 80 BILDNACHWEIS | CRÉDITS PHOTOGRAPHIQUES
VORWORT I | PRÉFACE I
Digitalisieerung – neu ue Möglicchkeeiten und Chancen
R
aum und Zeit und ihre Wahrnehmung durch uns Menschen haben sich in den vergangenen Jahrhunderten stetig verändert. Heute liegt der Grund dafür zu einem nicht unbedeutenden Teil in der Digitalisierung. Menschen, Materie und Daten – damit verbunden Kultur, Kulturschaffen und Kulturerbe – unterliegen dieser alle Lebensbereiche durchdringenden technologischen Entwicklung, die wir aktiv mitgestalten, der wir jedoch auch unsere Wahrnehmung anpassen. Das Europäische Jahr des Kulturerbes 2018 hat die Bedeutung des Kulturerbes für die Menschen erfolgreich in Erinnerung gerufen. 2019 hat die Schweiz die Konvention von Faro ratifiziert und sich damit zur Stärkung der gesellschaftlichen Teilhabe im Bereich des Kulturerbes bekannt. Gemeinsames und geteiltes Erbe stärken die Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit einer Gesellschaft. Dazu gehören materielle, immaterielle und digitale Kulturgüter, die aus der Interaktion der Menschen miteinander sowie mit ihrer Umwelt entstehen und sich an deren Erinnerungsbedürfnissen orientieren – dies auch und gerade im Zeitalter der Digitalisierung.
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Die Kulturbotschaften des Bundes wie dessen Strategie «Digitale Schweiz» unterstreichen die digitalen Möglichkeiten, um die kulturelle Vielfalt zu fördern, den Zugang aller zum Kulturerbe zu erleichtern und durch die neuen Technologien auch neue Arten des Kulturschaffens, dessen Verbreitung und Rezeption zu unterstützen: Analoges Kulturerbe in Archiven, Bibliotheken und Museen wird für viele einfacher zugänglich, gedruckte und audiovisuelle Dokumente werden digitalisiert, Museumssammlungen digital erfasst und online gestellt. Ein erleichterter Zugang fördert das Verständnis zwischen den gesellschaftlichen, sprachlichen und kulturellen Gemeinschaften, innovative und digitale Formate bieten die Chance, ein noch diverseres Publikum anzusprechen. Die aktuelle epidemiologische Situation hat die Bedeutung der Digitalisierung verstärkt und beschleunigt, aber auch das Bedürfnis der Gesellschaft nach Kultur und Kulturerbe bestätigt. Virtuelle Räume und verschobene Zeitachsen ermöglichen Prozesse, Aktivitäten, Darstellungen im Zusammenhang mit dem Kulturerbe, die bisher nicht zur Verfügung
DIGIARCH 2021 Kulturerbe im digitalen Zeitalter | Patrimoine culturel à l’ère numérique
standen und der Erforschung, Sicherung, Instandhaltung, Vermittlung des Kulturerbes förderlich sind. Virtualität und Zeitflexibilität können die Authentizität von Materie in einem realen Raum aber auch gefährden und infrage stellen, wenn das Bild das Original zu ersetzen beginnt. Wie wir mit diesen Chancen und Risiken umgehen wollen und können, wird uns zunehmend beschäftigen. Der vorliegende Tagungsband – erhältlich in gedruckter und elektronischer Version – und die virtuell stattfindende Tagung sollen uns für diese wichtige Diskussion Austausch und neue Erkenntnisse bringen. Dafür profitieren wir am 24. März 2021 von den Möglichkeiten des digitalen Zeitalters. Die informellen Kontakte und Gespräche, die geplanten und ungeplanten Treffen, ja, auch das Wiedersehen von Kolleginnen und Freunden sind nicht aufgehoben, aber auf später verschoben. Ich freue mich darauf. Oliver Martin Leiter Sektion Baukultur, Bundesamt für Kultur
Oliver Martin – Digitalisierung – neue Möglichkeiten und Chancen
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VORWORT II | PRÉFACE II
Digital in die Zukunfft
U
nsere Welt wandelt sich derzeit ungewöhnlich rasant. Treibende Kräfte gibt es zuhauf. Klimaveränderungen etwa waren schon immer mächtige Faktoren. Hinzugekommen sind nun die digitalen Technologien, die sich in Windeseile entwickeln und ebenso schnell um den Globus verbreiten. Und ganz aktuell ist es die globale Bedrohung durch ein kleines, unsichtbares Etwas, von dem man nicht einmal so genau weiss, ob es eigentlich als Lebewesen zu betrachten ist oder nicht. Die aktuelle Lage, verursacht durch dieses kleine Ding, führt dazu, dass die Tagung DIGIARCH 2021 nun virtuell durchgeführt wird. Rascher Wandel auch da: Noch vor wenigen Monaten hätte sich hierzulande kaum jemand vorstellen können, dass das möglich, ja sogar unumgänglich ist. Standortbestimmungen sind in solchen Zeiten wichtiger denn je, denn ohne Kenntnis und Überblick ist es unmöglich, die Weichen richtig zu stellen. Wohin man blickt, sind heute digitale Technologien im Einsatz, auch in der Pflege des Kulturerbes. Vieles ist verlockend. Die Digitalisierung dreht sich um coole, innovative und zuweilen tatsächlich enorm effiziente Technologien, die auch die Arbeit der Archäologie, der Denkmalpflege und
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der Restaurierung einfacher machen. Mit ihr entstehen ganz neue Produkte, die sich z. B. kinderleicht kopieren, bearbeiten und in der ganzen Welt verteilen lassen. Gerade im Bereich des Kulturerbes, wo es oft um Objekte geht, die heute anders aussehen, unzugänglich oder sogar gänzlich verschwunden sind, ergeben sich daraus vielversprechende neue Ansätze und Formate in der Vermittlung wie in der Forschung. Unsere Arbeit wird dadurch sichtbarer, vielleicht aber auch manipulierbarer. Es ist richtig, dass an der Tagung neben den Möglichkeiten auch die Risiken der Digitalisierung diskutiert werden. Ein beträchtliches Risiko, dessen Tragweite nach meiner Wahrnehmung in der Praxis noch nicht ausreichend reflektiert ist, betrifft das Grundlegende dieser neuen Technologien. Digitale Daten sind flüchtig. Was geschieht mit ihnen in der Zukunft? Wer garantiert, dass 3D-Scans in 20, 50 oder gar 100 Jahren noch lesbar sind und – viel banaler – dass man unter den Abertausenden von Fotos, Mails und Textdateien dann noch die richtigen findet, und zwar so, wie wir sie abgespeichert haben? Die Anforderungen an die Archivführung sind durch die Zusammenführung von Analog- und Digitalformaten enorm gestiegen.
DIGIARCH 2021 Kulturerbe im digitalen Zeitalter | Patrimoine culturel à l’ère numérique
Gerade die Tatsache, dass digitale Technologien in unserem Fach längst etabliert sind, stimmt nachdenklich. Viele, auch richtungsweisende Entscheide, wie etwas umzusetzen sei, sind in unseren Dienststellen bereits gefallen, meist in jedem Kanton für sich. Ob eine im Trubel des Alltags gewählte Lösung nachhaltig ist oder zur Eintagsfliege wird, steht und fällt mit der Frage, ob sich daraus ein Standard entwickelt. Die Erfassung und Strukturierung von Daten, aber auch ihre Erschliessung und Archivierung, müssen nach gemeinsamen Regeln erfolgen, wenn sie auch für andere – etwa die Forschung oder die Vermittlung – nutzbar und langfristig erhalten bleiben sollen. Das gelingt nur, wenn wir eng zusammenarbeiten. In diesem Sinne wünsche ich der DIGIARCH 2021 viel Erfolg. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass zukünftige Treffen wieder physisch an einem Ort stattfinden können. Denn das Gemeinsame bleibt auch in Zeiten der Virtualisierung ein zentraler Aspekt. Reto Marti Leiter Archäologie und Museum Baselland, formation continue NIKE/BAK/ICOMOS und Steuerungsgruppe DIGIARCH 2021, Konferenz Schweizerischer Kantonsarchäologinnen und Kantonsarchäologen KSKA
Reto Marti – Digital in die Zukunft
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VORWORT III | PRÉFACE III
Vom realeen Gastgeber zu um viirtueellen 01000111 1 01100001 01 1110 0011 1 01110100 01100111 1 01100101 01 1100 0010 0 01100101 01110010 0 00001010
I
ch bin mit Pong (Atari, 1972) gross geworden, durfte vor der Matura erstmals mit dem TI-30 (Texas Instruments, 1979) rechnen und erfasste später meine Bibliothek mit Filemaker 1.0 (Claris, 1990), das Backup auf blauen 3,5-Zoll-Floppys mit sagenhaften 1,4 MB Speicherkapazität. Sie sehen, Ihr Gastgeber der Tagung DIGIARCH 2021 ist kein Digital Native. Das muss aber kein Nachteil gegenüber der Y- und der Z-Generation sein, denen Social Media und mobiles Cloud Computing quasi schon in die Wiege gelegt war. Wer von null an die rasanten Entwicklungen mitmachen durfte, der kennt unterdessen die Chancen und Risiken und die damit einhergehenden Begleiterscheinungen. Er kann die digitale Revolution womöglich nüchterner einordnen und in Relation zu den durchaus bewährten Werkzeugen von früher stellen. «Kulturerbe im digitalen Zeitalter» – für diese Tagung wären Sie nach Zürich an den Limmatplatz gefahren und zu Fuss in den denkmalgeschützten Bau im lebendigen Kreis 5 spaziert. Sie hätten sich in Ihren Stühlen eingerichtet, den Referaten gelauscht und sich aktiv in die
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Diskussionen und Workshops eingebracht. In den ausreichend langen Pausen wären Sie alten Bekannten begegnet und hätten neue Leute kennengelernt. Es wären Visitenkarten (sic!) ausgetauscht worden und Sie hätten zusammen diskutiert, Archäologinnen mit Kunsthistorikern, Archivare mit Denkmalpflegerinnen. Am Abend schliesslich hätten Sie auf den Stadtexkursionen reale Orte mit Geschichte besucht. Wir wären bereit gewesen, für das erste Datum im Juni 2020 ebenso wie für den auf März 2021 verschobenen Termin. Dass ein Virus (und zwar ein biologisches Original, und nicht etwa eine programmierte Version) derart grossen Schaden angerichtet, sich tief in unsere Systeme eingeschleust und damit ungeahntes Chaos verursacht hat – das war beim Planungsstart noch undenkbar. Alle organisierenden Institutionen wollten einhellig an der Durchführung festhalten. Und so wurden die eher klassischen Tagungselemente von DIGIARCH 2021 flugs in eine interaktive Online-Version umgegossen. Seit Ausbruch der
DIGIARCH 2021 Kulturerbe im digitalen Zeitalter | Patrimoine culturel à l’ère numérique
Pandemie haben Anbieter hierfür interessante technische Angebote weiterentwickelt: digitale Kreativräume, Videostreams, Chat-Rooms, Breakout-Sessions. Wir sind voller Vorfreude und gespannt neugierig auf das neue Format. Bloss mit meiner Rolle des virtuellen Gastgebers kann ich mich nicht so recht anfreunden. Es gibt keine Hände zu schütteln, keine Leute zu verdanken und keine launige Begrüssungsrede zu halten. Die Gastfreundschaft bleibt auf der Strecke und Sie, verehrte Gäste, bleiben für einmal nicht greifbar. Und so grüsse ich denn auf gut Glück in die Cloud hinein, heisse Sie herzlich willkommen, nicht hier in Zürich, sondern … ja, wo eigentlich? Es sei Ihnen zumindest ein freundlichst dreinblickendes Emoji und ein kurz gepieptes Pong mit auf unsere Tagung gegeben. Ihr etwas einsamer Gastgeber Beat Eberschweiler Kantonsarchäologe und kantonaler Denkmalpfleger Zürich
Beat Eberschweiler – Vom realen zum virtuellen Gastgeber
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Rivoluzione diigitalee e Umaneesim mo
Christian Greco
Esiste un’interdipendenza fra l’essere umano e la cultura materiale
possiamo avere nello studiare un contenitore anti-
da lui prodotta. Gli oggetti, poi, creati dall’uomo gli sopravvivo-
co. A volte già l’analisi autoptica o la diagnostica per
no e restano testimoni della sua vita, delle sue abitudini, delle sue
immagini ci fanno scoprire dettagli interessantissimi quali ad esempio la presenza delle impronte di-
relazioni. Compito dell’archeologo è quello di ricostruire, sulla scorta
gitali dell’artista che ha modellato l’oggetto. Le in-
della cultura materiale, gli usi ed i costumi degli antichi. Per far
dagini sugli isotopi ci permettono di capire che tipo
questo egli deve indagare ogni artefatto per cercare di compren-
di argilla sia stata utilizzata e di determinarne addi-
derne a fondo la biografia. Ciascun oggetto, infatti, raccoglie in sé una moltitudine di informazioni. Innanzi tutto possiamo cercare di
rittura il luogo di provenienza. L’analisi del residuo è in grado di fornirci indicazioni su quale sia stato l’ultimo liquido contenuto all’interno di un vaso.
dargli una contestualizzazione cronologica e di capire da dove esso
Ecco, quindi, che raccogliendo tutte queste infor-
provenga e quale sia stata la sua funzione.
mazioni l’oggetto pian piano ci svela la sua storia, ci permette di ricostruire la sua biografia e diventa la chiave di lettura per comprendere abitudini e
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L’analisi, però, non si può fermare a questo livel-
costumi degli antichi. Considerare, però, l’artefat-
lo. L’artefatto contiene in sé una serie di informa-
to come mero documento storico, come il testimo-
zioni «nascoste» che permettono di dare risposta a
ne superstite di un mondo lontano e scomparso non
tutta un’ulteriore serie di domande. Mi piace ricor-
rende a pieno giustizia del suo valore.
dare, come fa Ian Hodder all’inizio del suo volume
Quando visitiamo un museo ed ammiriamo un
«Entangled» (interconnesso, libro in cui analizza la
manufatto custodito all’interno di una vetrina in-
stretta relazione fra l’essere umano e gli oggetti)
stauriamo con esso un rapporto che va aldilà del-
la definizione che Martin Heidegger diede di giara,
la testimonianza del mondo a cui è appartenuto.
nella sua opera ‹Poetry, Language and Thought› del
Suddetto oggetto, infatti, «vive» nel presente una
1971. Si prova, infatti, una certa insoddisfazione nel
nuova esistenza. Viene ammirato, studiato, classi-
dare di un vaso solo una descrizione, nell’indicarne
ficato, interpretato ed assume un valore probabil-
la cronologia, nell’individuarne la tipologia. Quan-
mente molto diverso da quanto aveva nel passato.
do, infatti, pensiamo alla sua funzione, compren-
Un sarcofago antico egizio non è certo stato creato
diamo che è essenziale sapere quale fosse il liquido
per essere esposto all’interno di una vetrina ed am-
contenuto all’interno. Questa sostanza poteva es-
mirato come un oggetto d’arte. Allora anche questa
sere olio, birra, vino o semplicemente acqua. A vol-
seconda vita, condotta nel museo, ha la sua valenza
te il contenuto veniva utilizzato in un contesto ri-
e deve essere analizzata e studiata. Potremmo dire
tuale, ad esempio per compiere una libagione agli
che nel ricostruire la biografia dell’oggetto archeo-
dei. Si potrebbe quindi affermare che la giara può
logico non dobbiamo dimenticarci che esso è stato
essere studiata come elemento di congiunzione fra
dimenticato e disperso, a volte è stato riutilizzato
la terra, in quanto fatta di argilla, gli uomini, per-
con scopi e finalità diverse, è stato riscoperto gra-
ché proprio costoro l’hanno creata, ed il cielo, poi-
zie a degli scavi archeologici, è tornato a nuova vita
ché poteva essere utilizzata in un rituale religioso.
ed ora esercita una sua funzione all’interno di un
Ebbene le moderne analisi archeometriche possono
percorso museale. Per riscostruire la biografia di un
aiutarci a dare una risposta a molti dei quesiti che
artefatto custodito all’interno di un museo, quindi,
DIGIARCH 2021 Kulturerbe im digitalen Zeitalter | Patrimoine culturel à l’ère numérique
non dobbiamo dimenticarci del valore degli archi-
passato. La consapevolezza storica e lo studio delle
vi che documentano la storia della sua acquisizio-
civiltà antiche quindi sono essenziali per compren-
ne nel mercato antiquario o del suo rinvenimento
dere il nostro ruolo nel presente.
archeologico, nonché l’importanza che può aver rivestito nella storia della disciplina e l’interesse che
Natura degli oggetti, materialità ed aspetti cognitivi
ha suscitato fra gli studiosi e la comunità civile in
Qual è la natura degli oggetti? Essi sono certamen-
generale. La disamina delle pubblicazioni, l’anali-
te interconnessi fra di loro e con gli esseri umani
si del risultato degli studi condotti da coloro che in
ma quali sono le loro caratteristiche e come possia-
un passato recente e lontano si sono dedicati alla
mo definirli e prenderne coscienza? Gli studi sulla
comprensione del suddetto oggetto ci permetto-
cultura materiale ci riconducono alla «Fenomeno-
no di capire anche un altro aspetto fondamentale
logia dello Spirito» di Hegel del 1807. Nel descrivere
ovvero come la ricerca sia in continua evoluzione.
la diretta relazione fra soggetto ed oggetto il filoso-
Grandi studiosi del passato, coloro che sono riusci-
fo tedesco ci permette di capire come l’uomo ab-
ti per primi a decifrare ad esempio la lingua degli
bia bisogno degli oggetti per comprendere sé stes-
antichi Egizi, hanno avuto intuizioni, sono riusci-
so. Il soggetto, infatti, indefinito, prende coscienza
ti a cogliere a fondo il significato di un determina-
della sua natura capendo che vi è una realtà diver-
to reperto e le loro conclusioni rimangono valide.
sa da lui stesso. La consapevolezza di sé si ottiene
A volte, al contempo, nuove scoperte, osservazioni
creando «l’altro o l’oggetto». Così il soggetto è defi-
diverse, il cambiamento di punto di vista ci hanno
nito in relazione all’oggetto, qualcosa, quindi, a lui
portato a mutare le nostre conclusioni. La ricerca ci
contrapposto. Questo primo livello cognitivo, tutta-
insegna a mettere costantemente in discussione i
via, porta ad un’insoddisfazione ed il soggetto ten-
nostri risultati nel tentativo di comprendere a fon-
de a reincorporare l’oggetto al suo interno in un fe-
do il mondo antico e capire sempre di più noi stessi.
nomeno che Hegel chiama «sublazione». In questo
Lo studio approfondito di una civiltà passata signi-
modo vengono identificate nuove forze trascenden-
fica l’analisi degli avvenimenti storici, l’interpreta-
ti e collettive come la società, la legge, la religio-
zione delle fonti scritte e del dato archeologico, lo
ne, che tendono a formare «l’universale». L’oggetti-
studio della società, dell’organizzazione economi-
vazione descritta da Hegel è il processo tramite il
ca, sociale, politica, dell’amministrazione, dell’evo-
quale noi creiamo il mondo e definiamo noi stessi.
luzione del pensiero, della teologia e della ritualità
Questo implica che non vi sia una contrapposizio-
legata al culto del soprannaturale, delle concezioni
ne statica soggetto-oggetto ma una relazione dialet-
sulla vita dopo la morte e delle considerazioni sul-
tica in continuo divenire. Possiamo anche dire che
la caducità dell’esistenza umana. L’archeologia ha
gli oggetti sono dotati di una certa «agency», paro-
portato alla luce insediamenti che ci fanno scopri-
la inglese che definisce una categoria molto usata
re l’attività umana di migliaia di anni fa. Noi sia-
in archeologia ed in antropologia per definire il ruo-
mo tutti in debito e siamo una derivazione di questa
lo dell’individuo nel promuovere il cambiamento?
storia passata. La nostra stessa struttura biologica,
Non quella primaria cosciente tipica dell’intenzio-
la nostra tecnologia, la struttura della società e del-
nalità umana ma di un’altra attribuita loro dagli uo-
la cultura contemporanea, addirittura il nostro me-
mini? Vi è un fascino che gli artefatti esercitano su
todo cognitivo e la nostra psicologia derivano dal
di noi come ad esempio la loro durata che ci pone
Christian Greco — Rivoluzione digitale e Umanesimo
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a contatto con «l’altro», il «diverso» da noi. Questo
naturalisti ci fanno un resoconto esatto delle carat-
viene poi accresciuto dalla conoscenza. Potremmo
teristiche intrinseche degli oggetti, corriamo il ri-
affermare, di conseguenza, che l’agency degli arte-
schio di affrontare lo studio dei manufatti tramite
fatti è definita dalle loro caratteristiche intrinseche
due binari paralleli e non comunicanti. Una com-
e dal modo in cui noi li percepiamo ed immaginia-
posizione fra questi punti di vista è assolutamente
mo. Come si è detto sopra, gli studi sulla cultura
necessaria per comprendere la complessità della vi-
materiale tendono sempre più a porre in relazione
cenda umana e del mondo che la circonda. Gli uma-
gli oggetti al loro contesto storico, archeologico e le
nisti devono coinvolgere gli archeometri nella defi-
biografie dei manufatti permettono di esplorare le
nizione della cornice teorica che definisce gli studi
relazioni culturali e di definire le variazioni degli as-
sulla cultura materiale e gli scienziati naturali, al
setti sociali. Così, in alcuni casi, come per la storia
contempo, devono rendersi conto di come il ruolo
dell’antico Egitto, riusciamo a ricostruire la vita ed
degli umanisti sia fondamentale per comprendere a
il ruolo ricoperto dalle persone vissute in un pas-
fondo l’interdipendenza fra esseri umani e artefat-
sato lontano solo grazie agli oggetti ed alla cultura
ti. L’archeologo, l’antropologo, lo storico, il filosofo,
materiale che ci hanno lasciato. In questo caso, la
il neuro-scienziato, lo psicologo, lo scienziato socia-
dipendenza del soggetto dall’oggetto diventa dav-
le deve lavorare fianco a fianco del chimico, del fi-
vero evidente. In realtà, in tutto il nostro processo
sico, dell’esperto informatico per arrivare alla defi-
cognitivo, dobbiamo mitigare la contrapposizione
nizione di una nuova semantica che ci permetta di
fittizia fra soggetto cosciente ed oggetto inerte. La
comprendere la complessità della realtà.
dipendenza dalla cultura materiale si vede in modo calcoli complessi e si debba quindi ricorrere a carta
Lo studio del passato e le moderne metodologie di indagine
e penna o a calcolatori e a computer. Anche per co-
«Perché vedi, Fedro, la scrittura (graphè) ha una
struire la memoria ed il ricordo ricorriamo a mezzi
strana qualità, simile veramente a quella della pit-
materiali che ci forniscono la possibilità di deposi-
tura (zographìa). I prodotti della pittura ci stan-
to di dati. A volte, come ha dimostrato Malafouris,
no davanti come se vivessero; ma se domandi loro
diviene davvero complesso operare una distinzio-
qualcosa, tengono un maestoso silenzio. Nello stes-
ne netta fra soggetto ed oggetto nel processo co-
so modo si comportano i discorsi (logoi): crederesti
gnitivo. Se pensiamo ad un non vedente che riesce
che potessero parlare quasi che pensassero; ma se
ad avere una percezione del mondo che lo circonda
tu, volendo imparare, domandi loro qualcosa di ciò
e ad acquisire mobilità grazie ad un bastone bian-
che dicono, ti manifestano una cosa sola e semp-
co, dove possiamo dire che inizia la percezione di
re la stessa. E una volta che sia messo per iscritto,
sé contrapposta all’altro. All’estremità della mano
ogni discorso (logos) si rivolge a tutti, tanto a chi
o del bastone. L’interconnessione fra «le cose» e gli
l’intende quanto a chi non ci ha nulla da fare, e non
umani è davvero pervasiva ed in una costante re-
sa a chi gli convenga parlare e a chi no. Prevaricato
lazione di mutua influenza. La nostra stessa strut-
ed offeso oltre ragione esso ha sempre bisogno che
tura biologica e cognitiva è influenzata dalla cul-
il padre gli venga in aiuto, perché esso da solo non
tura materiale e per questo dobbiamo impegnarci
può difendersi né aiutarsi [275c-d]».
esplicito quando si vogliano ad esempio formulare
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a studiare il rapporto fra corpo, mente e artefat-
Nel corso della vicenda umana vi sono stati vari
ti. Nonostante il fatto che questa consapevolezza
momenti in cui significativi cambiamenti ed inno-
sia largamente diffusa, resta, tuttavia, una distan-
vazioni importanti ci hanno indotto a ripensare i
za da colmare fra le scienze umane e quelle natu-
nostri sistemi cognitivi e le modalità di ricerca. Cer-
rali. Gli umanisti, infatti, pur sottolineando come
tamente significativa è la difesa della parola orale
il rapporto e l’interconnessione fra soggetto ed og-
portata avanti nell’Atene di fine V secolo a.C. da So-
getto sia imprescindibile nella comprensione della
crate. Il filosofo greco riteneva che lo scritto avreb-
storia, tendono ad avere un approccio umano cen-
be potuto ingessare il discorso e non avrebbe avuto
trico e negli studi di «agency» della cultura mate-
in sé la possibilità ermeneutica garantita dal meto-
riale, di fenomenologia ed archeologia cognitiva si
do maieutico che Socrate diceva di aver imparato
presta poca attenzione alla materialità dell’ogget-
dalla madre Fenarete, una levatrice. Come costei,
to. Gli archeometri, d’altro canto, registrano tutte le
infatti, facilitava il parto aiutando la madre a dare
caratteristiche morfologiche degli oggetti studian-
alla luce il nascituro, così il filosofo, non imponendo
done a fondo le peculiarità chimiche e fisiche. Se gli
nulla ma inducendo a riflettere con domande strin-
umanisti, quindi, si concentrano sui processi socia-
genti e scomode, guidava l’interlocutore alla sco-
li e storici tramite i quali la cultura materiale è pro-
perta della verità. Sappiamo che la cultura scritta
dotta ed influenza l’esistenza umana e gli scienziati
divenne quella dominante e nonostante la strenua
DIGIARCH 2021 Kulturerbe im digitalen Zeitalter | Patrimoine culturel à l’ère numérique
difesa dell’oralità furono proprio i dialoghi platoni-
di tale invenzione. Ma sarà facile capire quali risor-
ci a consacrare la dottrina socratica e a trasmettere
se, quali nuove facilitazioni essa porterà allo studio
le sue idee ai posteri. Certo l’avvento della scrittura
delle scienze e, per quanto riguarda le arti, i servizi
come modalità dominante di trasmissione del sa-
che potrà rendere vanno al di là di ogni previsione.
pere offrì una serie di possibilità, portò a variazio-
Disegnatori e pittori, anche i più abili, troveranno
ni cognitive e a modificare aspetti importanti della
in questa perfetta riproduzione della natura un co-
vita dell’uomo come ad esempio la memoria. Non
stante oggetto di osservazione. Dall’altro lato, que-
era più necessario ricordare migliaia di versi dei po-
sto procedimento offrirà loro un facile e veloce me-
emi epici, ad esempio, in quanto la materia, come
todo per creare collezioni di schizzi, disegni, che
abbiamo visto sopra, ci forniva la possibilità di de-
non potrebbero procurarsi se non con dispendio di
positare i dati e di consultarli quando ne avessimo
tempo e di fatica nel farli a mano, e in questo caso
avuto bisogno. Ogni cambiamento radicale necessi-
essi sarebbero molto meno perfetti. L’arte dell’in-
ta, però, di una seria riflessione e di studio profon-
cisione, che consiste nel moltiplicare, attraverso la
do per saperne cogliere le opportunità che ci offre
riproduzione, queste figure tracciate dalla natura
e per capire al contempo come le nostre modalità
stessa, trarrà da questa scoperta nuovi e importan-
di ricerca ne possano essere influenzate. A volte le
ti benefici. Per il viaggiatore, l’archeologo, il natu-
aspettative risultano poi disattese. Si tende spesso
ralista, l’apparecchio del Signor Daguerre diventerà
a dare una grande fiducia alle innovazioni tecni-
un oggetto di uso continuo e indispensabile. Li aiu-
co-scientifiche pensando che possano risolvere in
terà a prender nota di quello che vedono, senza far
breve tempo tutti i quesiti ed i problemi scientifici
ricorso alle mani di nessuno. In futuro ogni autore
che non hanno ancora avuto una risposta.
potrà comporre la parte geografica del suo lavoro,
E’ davvero interessante, a questo proposito, os-
fermandosi un momento davanti al più complicato
servare come venne annunciata la scoperta di una
dei monumenti, o il più ampio colpo d’occhio, otter-
delle innovazione tecnologiche più importanti del
rà immediatamente un esatto facsimile.»
XIX secolo. Nel 1839 e precisamente il 7 gennaio lo
Sempre nello stesso anno, il 19 Agosto, Arago
studioso e uomo politico François Jean Dominique
rivela all’Accademia delle Scienze e a quella delle
Arago spiegò nei dettagli all’Accademia di Francia
Belle Arti, in riunione congiunta, la tecnica per ot-
l’invenzione di Louis Mandé Daguerre, la dagherro-
tenere un dagherrotipo, consacrando così ufficial-
tipia, con queste parole: «un metodo per fissare le
mente la fotografia. In quella occasione viene spie-
immagini che si dipingono da sole dentro la came-
gato quali applicazioni la fotografia avrebbe potuto
ra oscura». Lo stesso Arago presentò un progetto di
avere per l’Egittologia con grandi aspettative: «Se
legge alla Camera dei Deputati a Parigi il 15 giugno
avessimo avuto la fotografia nel 1798, oggi avremmo
1839. Rileggendo parte del testo vediamo come ven-
materiale iconografico affidabile di ciò che è stato
ga legata a questa nuova scoperta tutta una serie
sottratto alla comunità scientifica dall’avidità degli
di possibilità che avrebbero permesso il progresso
Arabi (sic) e dal vandalismo dei viaggiatori. Solo per
della ricerca tecnico scientifica e migliorato la co-
copiare i milioni di geroglifici che coprono la par-
noscenza del mondo. «Signori, riteniamo di dover
te esterna dei monumenti di Tebe, Menfi, Karnak
anticipare il volere del Parlamento proponendovi di
ed altri luoghi avremmo bisogno di decenni e di le-
acquisire, in nome dello Stato, la proprietà di una
gioni di disegnatori. Grazie alla dagherrotipia una
scoperta tanto utile quanto inaspettata e che è im-
persona sola può essere in grado di portare a ter-
portante e nell’interesse delle arti e delle scienze,
mine con successo questo immenso lavoro. Diamo
deve essere resa pubblica. Voi tutti sapete, e alcuni
quindi due o tre esemplari dell’apparecchiatura di
di voi, Signori, hanno forse già avuto l’opportunità
Daguerre all’Institut d’Egypte e un numero illimi-
di convincersi del fatto che dopo quindici anni di
tato di geroglifici, così come essi sono nella realtà
costoso lavoro e di perseveranza, il Signor Daguer-
sostituiranno quelli che ora vengono immaginati o
re è infine riuscito a scoprire un procedimento che
riprodotti in modo approssimativo.»
permette di fissare i vari oggetti riflessi in una ca-
E’ certo innegabile che la fotografia abbia mu-
mera obscura e anche di descriverli in quattro o cin-
tato la nostra capacità di rappresentare il mondo e
que minuti, grazie al potere dei disegni della luce,
abbia contribuito alla diffusione della conoscenza.
nei quali gli oggetti conservano il loro disegno ma-
Dopo centottant’anni dalla sua invenzione, tutta-
tematico nei suoi più minuti dettagli, e nei quali gli
via, dobbiamo constatare che la documentazione
effetti della prospettiva lineare, e la diminuzione
dei geroglifici che ricoprono i monumenti dell’antico
delle ombre generata dalla prospettiva aerea sono
Egitto non è assolutamente stata completata e seb-
resi a un grado di bellezza che non ha precedenti.
bene la fotografia si sia dimostrata un ausilio impor-
Non possiamo qui soffermarci sull’immensa utilità
tantissimo, il ruolo del disegno e l’interpretazione
Christian Greco — Rivoluzione digitale e Umanesimo
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dell’epigrafista continuano ad essere fondamentali.
sfide del futuro. Ed in questo quale sarà il ruolo del
Oggi ci troviamo immersi nella cosiddetta rivo-
museo? Queste istituzioni sono destinate a scom-
luzione digitale che ha già profondamente trasfor-
parire? Non dobbiamo dimenticarci che nel ripen-
mato il nostro approccio cognitivo ed il modo di la-
sare il ruolo che i musei possono avere nel futuro
vorare. In ambito archeologico la fotogrammetria
dobbiamo al contempo ricordare il motivo precipuo
e la modellazione 3d mettono in grado gli archeo-
per cui sono stati fondati ovvero per essere il luogo
logi di documentare l’intero processo di scavo e di
in cui oggetti del passato potessero essere conser-
ricostruire contesti anche dopo la loro rimozione.
vati. E, nonostante tutti i cambiamenti che abbia-
Possiamo riprodurre un sarcofago con precisione
mo subito, è innegabile che il fulcro dell’esperien-
submillimetrica registrando tutte le sue fasi di pro-
za museale continui ad essere quella di trovarsi
duzione e di riutilizzo. La diagnostica per immagini,
davanti a prodotti artistici, documenti archeolo-
non invasiva, ci permette di scrutare all’interno di
gici o documenti della storia sociale. I mutamen-
un vaso ancora sigillato e di sbendare virtualmen-
ti continueranno. Si penseranno diverse soluzioni
te le mummie. Analisi puntuali danno oggi la pos-
organizzative ed architettoniche che possano ri-
sibilità agli studiosi di osservare le fibre di un pa-
spondere alle esigenze contemporanee. Ci saranno
piro facilitando la ricomposizione dei documenti
certamente anche nuove forme di fruizione cultu-
antichi. La comunicazione digitale ci consente, inol-
rale. Il nostro compito rimarrà sempre, però, quel-
tre, di creare ambienti di lavoro virtuali in cui stu-
lo di migliorare l’esperienza visiva, estetica ed in-
diosi di tutto il mondo possano mettersi in relazio-
tellettuale di ogni visitatore quando costui si trovi
ne e confrontare i loro dati. Tutto questo facilita ed
di fronte ad un manufatto del passato, cercando di
accelera il lavoro del filologo. Significa perciò che
fornire tutte le informazioni necessarie per arric-
il ruolo dell’umanista sta diventando subalterno?
chirne la comprensione. Il futuro quindi dei musei
Tutt’altro. I dati che ci vengono forniti sono sempre
è, come è sempre stato, la ricerca.
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più dettagliati e complessi e richiedono un livello di interpretazione ancora maggiore. Lo scienziato e l’umanista devono lavorare sempre di più assieme per cercare di dipanare la complessità del mon-
Questo articolo è stato pubblicato per la pri-
do contemporaneo. Una sempre maggiore collabo-
ma volta con il titolo «La biografia degli oggetti.
razione che vada aldilà dei dogmatismi dei singoli
Rivoluzione digitale e Umanesimo», in anonimo
saperi, la definizione di una semantica condivisa e
(ed.). Archeologia Invisibile. Modena: Franco Cosi-
lo sviluppo di un vero approccio multidisciplinare
mo Panini, 2019, pp. 14-20.
sono il solo metodo che abbiamo per affrontare le
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DIGIARCH 2021 Kulturerbe im digitalen Zeitalter | Patrimoine culturel à l’ère numérique
Bibliografia J.L. Amselle. Il museo in scena. L’alterità culturale e la sua rappresentazione negli spazi Espositivi. Milano: Meltemi, 2017. F. Arago. Séance du 19 août 1839, in «Compte rendu des séances de l’Académie des sciences», 1839, IX, p. 257. E. DeMarrais, C. Gosden, C. Renfrew. Rethinking Materiality: The Engagement of Mind with the Material World. Cambridge: McDonald Institute, 2004. M.A. Dobres, J. Rob. Agency in Archaeology. London: Routledge, 2009. M. Heidegger. Poetry, Language, Thought. London: Harper, 1971. I. Hodder. Entangled. An Archaeology of the Relationships between Humans and Things. Oxford: John Wiley and Sons Inc, 2012. A. Malafouris. How Things Shape the Mind, a Theory of Material Engagement. Cambridge: MIT Press, 2013.
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ZUSAMMENFASSUNG
Die digitale Revolution und die Geisteswissenschaften Wir befinden uns heute mitten in der sogenannten digita-
Zusammenarbeit, die über die dogmatischen Grenzen der
len Revolution, welche die Art und Weise, wie wir arbei-
einzelnen Wissensgebiete hinausgeht, die Definition einer
ten und Wissen generieren, bereits tiefgreifend verändert
gemeinsamen Semantik und die Entwicklung eines ech-
hat. In der Archäologie ermöglichen Photogrammetrie und
ten multidisziplinären Ansatzes sind der einzige Weg, um
3D-Modellierung den Archäologen, den gesamten Ausgra-
den Herausforderungen der Zukunft begegnen zu können.
bungsprozess zu dokumentieren und Kontexte auch nach
Welche Rolle wird das Museum dabei spielen ? Sind
deren Entfernung zu rekonstruieren. Ein Sarkophag lässt
diese Institutionen dazu bestimmt zu verschwinden ? Beim
sich mit Submillimeter-Präzision reproduzieren und in
Überdenken der künftigen Rolle der Museen dürfen wir
allen Phasen seiner Herstellung und Wiederverwendung
nicht vergessen, warum sie ursprünglich gegründet wur-
aufzeichnen. Die nicht invasive Bilddiagnose erlaubt es,
den: als Orte, an denen Objekte aus der Vergangenheit be-
in eine noch versiegelte Vase zu blicken und Mumien vir-
wahrt werden können. Und trotz aller Veränderungen ist
tuell auszuwickeln. Präzise Analysen geben den Wissen-
es unbestreitbar, dass der Kern des Museumserlebnisses
schaftlerinnen die Möglichkeit, die Fasern eines Papyrus
nach wie vor darin besteht, vor künstlerischen Produk-
zu betrachten, was die Rekomposition alter Dokumen-
ten, archäologischen Zeugnissen oder Dokumenten der
te erleichtert. Die digitale Kommunikation ermöglicht es
Sozialgeschichte zu stehen. Die Veränderungen werden
schliesslich, virtuelle Arbeitsumgebungen zu schaffen, in
weitergehen. Es werden verschiedene organisatorische
denen Wissenschaftler aus der ganzen Welt sich austau-
und architektonische Lösungen erarbeitet, um die heutigen
schen und ihre Daten vergleichen können.
Anforderungen zu erfüllen. Sicherlich wird es auch neue
All dies erleichtert und beschleunigt die Arbeit der Phi-
Formen des Kulturgenusses geben. Unsere Aufgabe wird
lologinnen. Bedeutet dies indes, dass die Rolle der Geis-
jedoch immer sein, die visuelle, ästhetische und intellek-
teswissenschaften nachrangig wird ? Weit gefehlt. Die zur
tuelle Erfahrung einer jeden Besucherin und eines jeden
Verfügung gestellten Daten werden immer detaillierter
Besuchers zu verbessern, wenn sie oder er mit einem Ar-
und komplexer und erfordern ein noch höheres Mass an
tefakt aus der Vergangenheit konfrontiert wird, und zu
Interpretation. Natur- und Geisteswissenschaftler müs-
versuchen, alle notwendigen Informationen zu liefern, um
sen immer enger zusammenarbeiten, um die Komplexi-
ihr Verständnis und ihren Horizont zu bereichern. Die Zu-
tät der heutigen Welt zu entschlüsseln. Eine zunehmende
kunft der Museen ist also, wie schon seit je, die Forschung.
Christian Greco — Rivoluzione digitale e Umanesimo
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