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Johann Jakob Spreng, Allgemeines deutsches Glossarium

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a

Die Seitenzahlen beziehen sich auf die Originale mit

A

den Signaturen: a – Amÿsagr IX.1 1–290 an – Azzo IX.2 1–238 Ergänzungen: [XI.1; XI.13] 6ra

a leidet verschiedene regelmässige Aenderungen, und verwandelt sich 1.) in ä in den Vergleichungsgraden, wie auch in den Nennwörtern, welche sich auf {e,} el, er, ig, isch, lich und sel endigen, z. E. in ärger, ärgster, Rähte, Schlägel, Männer, schäbig, männisch, kärglich, Rähtsel, u. drgl. Ferners in der gegenwärtigen Zeit der Anzeigweise ungleichfliessender Zeitwörter; z. E. {in} rähtst, räht, gräbst, gräbt, fängst, fängt, u. s. f. 2.) in ai; z. E. in Laib, panis, waich, mollis, von dem Angels. Hlaf, wak, u.a.m. 3.) in au; z. E. in faul, Faust, Maul, von fal, fassen, malen. 4.) in e; z. E. in ledig, Ebbe, Weck, Becken, pelvis, Schnee, von laden, aben, abnemen, backen, Back, Waschgefässe, Snaw. 5.) in ei; z. E. in dreiste, ein, Bein, Geist, von thar, darf, an, Ban, Gast. 6.) in i; z. E. in minder, Kiste, wichsen, schiften, Genicke, Finger, von man, klein, Kasten, Wachs, Schaft, Nacken, fangen. 7.) in ie, in der halbvergangenen Zeit ungleichfliessender Zeitwörter; z. E. in blies, fieng, hielt, rieht, schlief, von blasen, fangen, halten, rahten, schlafen. 8.) in o; z. E. in dorfte, oft, ohne, soll, {golten,} von darf, aftra, ane, skal, galt. 9.) im ö; z. E. in können, mögen, von kan, mag. 10.) in u; in der halbvergangenen Zeit einiger ungleichfliessenden Zeitwörter, und in gewissen Ableitungen; z. E. in grub, wuchs, Bulge, Stufe, von graben, wachsen, Balg, stapfen. 11.) in ü; in Ableitungen; z. E. in Wüste,

schwürig, Müle, nüchtern, von Waste, suar, malen, Nacht, u.a.m. a entspringt hingegen auch aus andern Selbstimmern. 1.) aus e; z. E. im Karst, Brast, gab, Gabe, ward, laben, Axt, von kehren, brechen, geben, werden, leben, Ecke, cuspis. 2.) aus ei; z. E. in glatt, Ordalium, Rang, Glast, von gleiten, Urteil, Reihe, gleissen. 3.) aus i; wie in band, rann, mahnen, von binden, rinnen, minnen, meminisse. 4.) aus ie; wie in dem Alemann. zam für ziemte. 5.) aus o; wie in kam, von kommen, oder eigentlicher von quiman. 6.) aus u; wie in Taht, Rast, rammen, schreÿen, von tuhn, Ruhe, Rum, Geschreÿ. s. Wachters Gloss. a. wird unterschiedlich verwechselt: 1.) mit ä. z. E. im äld, Kräft, für alt, Kraft. 2.) mit au. Die Alten haben Aurn, für Aar, aquila ; die Alemannier Strauzze, Rautzher, für Strasse, Rahtsherr; und wir noch Nachbaur und Nachbar. {s. au.} 3.) mit e. Beÿ den Alten heisßt es ununterschiedlich beschahren und beschehren, walen und welen, Mar und Meer, mare, und ar, far, ga, für er, ver, ge; und noch heutzutage sagt man rannte, sandte, nannte, für rennte, sendete, nennte, u. drgl. 4.) mit ei; wie in eitel, für adel oder ädel, nobilis. 5.) mit i. z. E. in ild, iller, Skilk, für adel oder ädel, aller, Schalk, minister. 6.) mit ie. z. E. in Wage, für Wiege, cunae. 7.) mit o. z. E. beÿ den Alemanniern in Oht, worent, sossent, koment, für Acht,

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bannus, waren, sassen, kamen, u. s. f.

Man sagt auch noch immer Made und Motte, tinea. Nater und Otter, vipera, Ahm und Ohm, amphora, Atem und Odem, halitus, erhaben und erhoben, erectus, excelsus ; u. dgl. 8.) mit u. die Alten haben oft in den Zusammensetzungen ar für ur, za, für zu; Und ehdessen sagte man Udelzins für Adelzins. 9.) mit ÿ, wie beÿ den AS. und N Sachs. in Ÿlde, iller, Ÿrf, ÿrm, für Alter, aller, Arf, haereditas, arm, miser, pauper. 6va

a. ward öfters von den Goten, alten Franken und Alemanniern für ein stummes oder kurzes e. gebraucht. z. E. Ahma sa weiha, der heilige Geist, farmurdran, ermorden, arworzalan, entwurzeln, apasceran, abscheren, analeckan, anlegen, luteraz, lauteres, her dualat, er irret. a. (ein langes) schrieben die Alten zuweilen für ab in den Zusammensetzungen, als {in} asneita, abschneiden; oder für hin, wie in aweg, hinweg. a. ist nicht selten beÿ unsern Alten ein bejahendes oder verstärkendes Vorwörtchen, und bedeutet so viel als er, ver, z. E. in abiteran, erbittern, verbittern, akoran, erkoren, afolon, erfühlen, awiziloser, witzloser. Beÿ den Jsländern trifft man es gar doppelt an. Die Engelländer brauchen es noch immer einfach; und die Griechen hatten es mit den Deutschen gemein. a. ist beÿ den Alten auch ein verminderndes oder verneinendes Vorwörtchen und bedeutet so viel als ab, ent, un; z. E. in Achust, Untugend, ateilo, unteilhaftig, ahlokan, entlochen, ausgraben, Ameis, von a. und Musse, u. drgl. Jn disem Verstande ward es auch verdoppelt, und in Einen Laut gezogen, wie in aamund, mund- oder vogtfreÿ. Dise verneinende Vorsÿlbe hatten sie beides mit den Griechen und Römern gemein.

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a, wird beÿ den Alemanniern noch immerfort gesprochen und zuweilen auch in Kanzleÿen geschrieben, bald wie e, wie in hert, het, Blett, für hart, hat, Blatt; bald wie ei, wie in heigist, seitist, für habest, sagtest; bald wie o, wie in roten, gfor, jor, für rahten, Gefahr, Jahr, u. s. f. a, leidet beÿ den Oberländern zuweilen eine Abwandlung, da es nicht sollte, wie in Läger, Widersächer, säggen, schwätzen, wäschen, für Lager, Widersacher,

sagen, schwatzen, waschen. Bald wird auch von ihnen die Abwandlung in a, wider alle alte und neue Sprachregeln unterlassen, z. E. in den ungleichfliessenden Zeitwörtern er rahtet, grabt, ladet, tragt, für räht, gräbt, lädt, trägt, u. drgl. a, wird zuweilen von oberländischen Schriftstellern und Predigern aus Unverstande über dz gebürliche Tohnmasß ausgedehnet. Da hört und list man z. E. Jaamer, saameln, Waafen, Fahl, für Jammer, sammeln, Waffen, Fall, und dgl. a, wird hingegen von andern Deutschen misßhandelt, wenn sie dasselbige in gleichfliessenden Zeitwörtern in ein u. verwandeln; z. E. in frug, jug, nug, {zwug}, für fragte, jagte, nagte, zwagte. a, (Britt.) und; et. (Boxhorn.) Vielleicht ist es die Wurzel von auch, und auchen, augen, augere. a. ist eine beraubende oder verneinende Vorsÿlbe beÿ den Britten: Wie zum Ex. in aban, nidrig, tief; von a. und ban, hoh. a, eine Vorsÿlbe für ent; wie im Engl. against, entgegen, und im Angels. awreon, entdecken, von wreon, decken. a, scheinet in dem Brittischen zuweilen eine müssige Vorsÿlbe zu seÿn; wie z. E. in Aban, für Ban, Mord; agarw, herb; Aläth, Leid; Alaw, Lilje; achrum, krumm. a. stehet mehrmals auch ohne Bedeutung zu Anfange der angelsächsischen Wörter. z. E. in abannan, bannen; abögan, beugen; awendan, wenden; ameran, merren, hindern; u. s. f.

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a. ist ein bestimmtes Geschlechtswörtgen in der keltischen Sprache, welches Davies mit dem Französischen le übersetzet. Daraus ist mit Vorsetzung des germanischen Zischbuchstabens das gotische sa, so, der, die, entstanden. Nach des sel. Herrn Boschats Anmerkung findet sich dises keltische Geschlechtswörtgen noch in den Namen einiger Oerter unseres Vaterlandes: z. E. in Adolsweil, Allens, Arig, u. dergl. a. ist beÿ den Alemanniern noch immer in Übung anstatt des unbestimmten Geschlechtswörtgens ein und eine, wenn nämlich dz benennte Wort mit einem Mitstimmer anfängt. Sie sagen z. E. a Mann, a Frau, a Kind; u. s. f. Das Gleiche tuhn auch die Engelländer, und heisßt es beÿ ihnen ebenso a Man, a Woman, a Child. s. akainer für ainkainer, keiner. a. für ein, beÿ den Angelsachsen in den

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Aach

zusammengesetzten Wörtern; z. E. in awindan, einwinden, einflechten; intexere. a, (Jsländ.) für in. Fader uor thu sem ert a himmun; Pater noster qui es in caelis. s. o. a, oder aa, (Angels.) immer, stets allezeit. Jsl. ä Engl. ay. Gr. αει. Jst das Stammwort von Ew; aevum, Αιων, Zeitalter, Zeitlauf. Sein zweÿter Vergleichungsgrad ist angelsächsisch ar; deutsch, eer, eher, und der dritte deutsch ehist, erist, erst. Es wird auch dreÿfach geschrieben und gesprochen nu and aaa, nun und allezeit. (Hickes.) a, wenn es die Endung eines gebietenden Zeitwortes ist, zeiget eine häftige Bewegung des Redenden an z. E. Hurta; Stosß zu! Susa; Lustig, wol auf! Warta, warta; Sehet doch; Sehet euch vor! Aufgeschaut! Wera, wera; Helfet, wehret! Nu swera lieger; Fluche denn du Lügner in aller T… Namen! Hakka nach; Hackt den Nacken; Kopf ab! und drgl. m. 7va

A, war vor Erfindung der heutzutage üblichen Singnoten in dem römischen und fränkischen Kirchengesange ein Zeichen, daß man die Stimme darbeÿ erheben sollte. Dises und andere Singzeichen erdachte Petrus, ein Römer, welchen Papst Adrianus I. auf Begehren Karls, des Grossen, in Frankreich schickte, den Kirchengesang daselbst zu verbessern. A. bedeutete beÿ den Goten Dreÿssig. (Hickes angels. Sprachl. Blts. 33.) Hingegen beÿ den lateinischen Schriftstellern der mittlern Zeiten bedeutete A. 500. und, wenn ein Strich darüber gezogen war, 5000. ( DU FRÊNE und Jabl.) A, für Aa, Wasser. Angels. Ae. s. Aa. A. (Got.) aerum. (Rudb. Manh. S. 206.) s. Ae. [XI.1.1–1] A, für Au, Jnsel, Land an einem Wasser. (J. L. Fr.)

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Aa, (thü,) Gewässer, Bach; {aqua, amnis, (Altfr. Alem. und Jsl.)} Jn der Schweiz, in Deutschland und andern Ländern unserer sprachverwandten Völker kommen unzählige Flüsse dises Namens vor. Jn dem Gr. bedeutet Αα gleichfalls ein Gewässer. s. Aach. Aa, heisßt in den alten Urkunden die Limmat von dem Ausflusse des Zürichersees an, bis zu dem Einflusse der Sil, oder dasjenige Wasser, welches zwischen der grossen und kleinen Stadt Zürich hin-

fliesßt. (Scheuchz. Schweiz. Naturgesch. T. II.) aa, eg aa, (Jsländ.) ich soll, mir gebürt oder stehet zu. Darmit kömmt überein das Hebr. K‫ יא‬es gebürt sich, wie auch dz Engl. to owe, oder wie es die nördlichen Engelländer aussprechen to awe, welches eben das bedeutet; Jt. dz Engl. owe, angelsächsisch agan, deutsch eigen, dessen Stammwort man hier anführen wollen. aaber, heisßt in Bündten und hin und wider in der {Schweiz} eine Gegend oder ein Platz, da der Schnee abgegangen und das Land freÿ und trocken ist. – „Mir zwÿfelt nit dann das die Alpgebirg wandelbar gewesen lang vor den ersten Gallischen reÿsen, dann die Alpgebirg an vil orten nit mer dann ein kleine tagreÿs, da guoter boden vnd wingewächs sind entzwüschend, begriffen. One zwÿfel hat man lang vor Tarquinii zÿten bis an solche ort, da es vs güete des bodens wÿngewächs tregt, gewonet. So hat man zwar die Alpen vf ein tagreÿs, (nit mer es doch antrifft,) wol erkundet, so es doch den sommer gantz aaber wirt.“ (Gilg. Tschud. Beschr. der Alpen, Kap. XXXII.) [quer am Rand:] {Jm J. 1551. den 29. Herbstmonats, da ein vngewonter schnee fiel, do ist ein Bergstorck oder Geÿradler mit schwären vnd nassen flügeln an ein kleins aabers vnd offen örtli an eines bürgers haus in Zürich hinabgefallen. (Gesßners Vogelb. Bl. 9. a.)} Entweder ist das Wort von Aa, Wasser, worunter man etwann auch den Schnee begreifen möchte, und bar, blosß, nackt, zusammengesetzet; oder es stammet von aben, abgehen, abnemen.

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aabern, sagen die Schweizer und Bündtner von Oertern, da der Schnee allererst vergangen ist. Ein gewisser Schweizer pflegte im Scherze zu sagen: Er hoffe bald Sommer, dann es aabere schon in seinem Ankenkübel; d. i. Er sehe schon nackte Plätze an dem Boden desselbigen. Aac, Stärke. s. Acha; robur. Aach, (thü,) Wasserbach. Got. Ahwa. Aach, (die,) Acht, Landsverweisung. in der aach seÿn; aqua & igni interdici. (Fries.) in die aach geton; proscriptus (Mahl.)

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Alster

*Alseigenrecht; quasi–dominium. (Spate.) Alsem, (der,) ein Fisch, Alose. s. Schad, Zig, Lausfisch, Mannheimerpforte.

oder Bedinge; ea lege. (Senkenb. Sel. T. IV. S. 192.) also bescedelike. (Eb. das. T. VI. S. 314.)

Alsem, (der,) Wermutkraut. Alsemwein, Wermutwein. Jst Holl. und Niderd. s. Alst.

also ebe, als ob, als wenn. Die lüte fielent von der ertbiebunge also ebe jn geswunden were. (Königsh.)

Alsena, Alzena, (Deutschlat.) Alem. Alse, Schusterahle; subula.

also ob, als ob, gleich als wenn. Das mere teilt sich noch vnsers herren gebot also ob es grosß gebot verstuond vnd sehe. (Kart. Ps. Bl. 304.)

*Alsenroche. s. Ahlroche.

Alsensis Pagus. s. Alesia. Alsgaugia. s. Alsaugensis Pagus. *Alsgott, den man gleichsam vergöttert; quasi–deus. (Spate.) *Alshandlung, (Rechtsw.) quasi–contractus, eine Handlung, die zwar nicht wirklich geschlossen wird, aber als eine richtige Folge einer vorher geschlossenen Handlung kan angesehen werden.

Alsium, war ehmals ein römisches Pflanz-

städtchen, 18000. Schritte von der westlichen Mündung der Tÿber gegen Abend an dem Meere: wovon man östlich beÿ Palo noch die Merkmahle finden soll. (Kluv. alt. Jtal. B. II. 2. und Patrimon. D. Petri von Ameti.)

alsma, alsme, (als man,) wie man. Nu chüse ich des die warheit alsma mir hat geseit. (Chr. Rache, S. 72.) Alsnack, (der,) ein Kraut; meum palustre. (J. L. Fr.) s. Jungfernwerk. 269va

also, so; tam. also, als ob; ac si, ut si. Got nam einen klotz leÿmen also grosß also er einen Menschen wolte machen. (Königsh.) also, gleichwie; sicut. gehort (haricht) also ein pfert. ein blickeze (Blitz) also ein fürin drache. (Königsh.) s. auch Notk. Ps. XXI. 15. XXXVI. 6 LXVIII. 12. LXXIV. 9. LXXVI. 20. u. A. m.) [unter dem aufgedeckten Zettel:]

also, (ein Vorwörtchen mit der Zeugendung, [Genitiv] wie dz Lat. instar.) Jro zorn ist also wurmis, instar serpentis. (Notk. Ps. LVII. 5.) also … also, gleichwie … so. Also galaad was aceruus testimonii inter Jacob & Laban, also bin ih in (ihnen) apud patrem testis in caelo fidelis. (Willer. IV. 2.) also anhin, so hin. die sach ist jm also anhin geradten, d. i. zwischen schlimm und übel durch. also bescheidenlich, mit dem Bescheide

also … samo, gleichwie … so auch. Also der drahsel samftor wirchet danne ander dehein werchmann, samo was minemo sponso al sin operatio facilis ; d. i. Gleichwie ein Drechsler leichter wirket, als kein anderer Arbeiter, so ist auch meinem Braütigam alle seine Arbeit leicht. (Willer. V. 13. und 15. und VIII. 6.) also – samo so, so – als. Er warf sie ana fleisg also dicchen samo so stoub; Pluit

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super eos carnes sicut pulverem.

also senfte, eben so gerne, eben so leicht. Jch mochte also senfte sterben sol ich ewern schaden werben; d. i. Eben so gerne stürbe ich, als das ich euern Schaden würbe. (Eschenb. Bl. I. 3229.) also vil einlich, allso nur; ita duntaxat. (Bib. von 1454.) also mein ich, das will sagen, das ist; id est. (Notk. Ps. XCIII. 29.) s. ich meine. Alson oder Alse, soll vormals die Alme in Westfalen geheissen haben, welches man aus dessen lateinischem Namen Aliso, und aus der Benennung des daran gelegenen Dorfes Alshem abnimmt. (Kluver.) s. Aliso, Almaha.

Alsona, Auzon, ein Flecken oder Städtchen in der Auvergne, an dem rechten Ufer des Allierflusses. ( VALES. Not. Gall.) Alsontia. s. Alisontia. *Alsrecht, ein Recht das man auf seinem Grunde oder Ungrunde beruhen läsßt, bis es unrecht erwiesen werde; fictio juris, jus vel quasi. (Spate.)

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Alst, (der,) Wermut; absynthium. (Kilian.) s. Alsem.

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Alst, (der,) Holzknorre; tumor in ligno globoso. (Voc. Cart. Aa. VIII. 7.) Alstan, (AS. Mannsn.) edler Fels, Adelfels. Alster, hiesß vorzeiten die Brut von allerleÿ Vögeln. Nunmehr aber ist der Name nur der Atzel eigen verblieben. Von alen, nähren, brüten, auferziehen.


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cher Kunst und Schönheit führen lassen, daß sie alle nach der Zeit angelegten Strassen der Römer weit übertroffen. Sie ward im J. 442. der Stadt Rom verfertiget, da vorhin noch keine solche Strasse gepflastert worden. s. BERG. Hist. des gr. ch. de l’E. R. Tom. I. p. 222.) Apple–tröwe, Apfelbaum. (Somn.) s. Aeppel–tröw. Apple–tun, Obstgarten; pomarium. (Somn.) s. Aeppulder, Apulder–tun. Appo, ein Mannsname. s. Abo. Appobzelle, soll in alten Schriften den Flecken Appenzell bedeuten. (Leuens helv. Lex.) s. Alciumcella. Appoldro, in der Velau, ist Appeldorn, südlich beÿ dem Schlosse Loo. (Chron. Gotw. T. I. p. 831.) Appolit, (Eigenname;) Hippolytus. (Anm. zu Königsh. Blts. 890.) s. Pülte.

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Aprilapis, Eberstein. (J. Fr. Herbster aus Urk.) s. Apri petra. *Aprilblume, (weisse,) ranunculus candidus s. nemorosus. (Kirsch.) Aprilis lacus. s. Prelius. Apri petra, Eberstein. (Karlsr. nützl. Samml. T. I. S. 415.) s. Aprilapis. Aprusa, ein Flüsßchen in Umbrien, wel-

ches nahe beÿ Rimini in das adriatische Meer fliesßt. Kluver hält dasselbige für die Ausa, welche nächst der Ostseite diser Stadt auslaüft.

Aprustum. s. Abustrum. apsare, Apsarius. s. absus. Apseitas. s. absus. Apsiditas. s. absus. Apta Julia, ehmals der Haubtort der Vul-

gienter, einer gallischen Völkerschaft, wohin die Römer nach der Zeit eine Bürgerpflanzung abführen lassen. Die Stadt ligt nördlich von Marseille, und behält den Namen Apt noch heutzutage. Sie ist der Sitz des ersten Bischoffes, der unter dem Erzbischoffe von Achen ( Aix ) stehet. ( VALES. Not. Gall. und Cellar. O. A. l. II. cap. 2. §. 130.)

Aptagarius, ein Eigenname, bedeutet ei-

nen Glücksmann oder Glücksverleiher; von Happ, Glücke, Wolfahrt, und garen, bereiten; oder von happet, glücklich, und Gär, Mann. Man könnte auch einen heilreichen Beschützer dardurch verstehen, weil Gar in den Namen gar oft eine Wehre anzeiget.

Aqua ferentina

Aptgöt, Abgötter. (Kart. Ps. und Kob. Bib.)

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Aptgrunt, Abgrund. (Kart. Ps. durchaus.) Ap–Thanes, nennet man den hohen Adel in Schottland. ( BAILEY.) Die Benennung zeiget ritterliche Männer an. s. Ab. vir, und Thanus. Aptisteÿ, Frauenabteÿ. ( LIMN. J. Publ. T. I. l. 1. p. 57.)

Apua, ehmals eine Stadt der Ligurier, ist das jetzige Pontremoli, ein toskanisches

Städtgen, oberhalb Lukka, an den Quellen der Makra. (Kluv. alt. Jtal. X. 1.)

Apuldre, Apuldur, Aepfelbaum; pomus. (Somn.) s. Apple–tröwe. Apuldre–tun, Obstgarten; (Somn.) Apple–tun.

pomarium.

Apuldur, Apfelbaum. s. Affolder.

Apulia, ein Landstrich an der adriatischen

See, wird verschiedentlich genommen. Anfänglich verstand man dardurch das ganze Japÿgien, d. i. die Gegend, von dem Fortore oder Tifernflusse bis an das Marienkap oder salentinische Vorgebirge, und da ward es in Dreÿ Teile, nämlich in Apuliam Dauniam, Peucetiam und Messapiam geschieden. Unter den Römern aber begriff dasselbige nur die Zween ersten Teile. Der erste erstreckte sich von dem gedachten Flusse bis an den Ofanto, der andere sodann bis an Brindisi und Tarent ausschliesßlich und bis an den Auslauf des Brandanflusses. Gegen Mittage schied beide Teile eben diser Flusß samt einer geraden Linie von dessen Quelle bis an die Quelle des Tifernflusses von den Lukanern und Hirpinern.

apullod, (AS.) abgerissen, ausgerauft, berupft; vulsus. (Somn.)

Apulum. s. Alba Julia. Apum cella, soll der Flecken Appenzell ge-

nennt seÿn. (Leuens helv. Lex.) s. Appobzelle.

apunstan, beneiden. apunstonte, invidentes. (Boxh. Gl.) s. abanston.

Aqua, die Stadt Aqui in dem Herzogum Montferrat. (Paul Warnfr.) s. Aquae Statiellorum. Aqua crabra, Marrana, ein Flüsßchen, welches von Fraskat her durch die Stadt Rom in die Tÿber fliesßt. (Kluver und AMETI.)

Aqua ferentina ; heutzutage Cornacchiola,

ein Flüsßchen in Latien, welches beÿ Marino entspringet, un nahe unter Rom

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Aqua sana

sich mit dem Albanflüsßchen und der Tÿber vermänget. Kluver schliesßt daher, es müsse Marino, welches auch Caput Aquae ferentinae genennt wird, das eigentliche Ferentum gewesen seÿn, sonderlich, weil {sich} daselbst auch ein Hain, welchen man der Ferentinae ( Deae ) d. i. der ferentinischen Stadt- und Landsgöttinn, geheiligt hatte, befunden. Es hat auch alle Wahrscheinlichkeit, ungeachtet Ametti das Ferentum besser gegen Morgen verleget. s. Ferentum. 86vb

Aqua sana, ist der rätische und lateinische

Name eines Dorfes in dem untern Engadin. (Sprechers Rät. Blts. 297.)

Aqua Sparsa, Aiguéperse, ein altes, nun-

mehr in Verfall gerahtenes Schlosß in dem nidern Arvernien, ( basse Auvergne,) an dem Buronflüsßgen, dessen Brunn bald quillt, bald verseiget, und wegen seines unrichtigen Springens die Benennung des Ortes soll veranlaßt haben. ( VALES. Not. Gall.)

Aqua viva, ehmals ein bischöffliches, nun-

Aquae Bilbilitanae, ist das jetzige Calatajud in Arragonien an dem Xalon oder Salonflusse. s. Bilbilis. Aquae Bormony {v. Bormonae,} Bourbon. l’Archembaud, das berühmte Stamm-

haus des regirenden königlichen Hauses in Frankreich. ( D’ANVILE.) s. Burbo Erchenbaloi.

Aquae Caerites s. Caeretanae. s. Caere. Aquae calidae. s. ad Aquas, Antonsbaden, Aquae Junonis, Aquae Solis, Aquae Voconiae, Calentes Bajae. Aquae Celeniae v. Cilinae, treffen nach

Aquae Convenarum. s. Aquae Bigerronum. Aquae Cutiliae. s. Cutilia. Aquae durae, ad Aquas duras, oder Aquidurum bedeutet den wegen seiner Jahr-

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märkte berühmten Flecken Zurzach in der Grafschaft Baden.

Aquae Flaviae, ehmals eine vorneme Stadt, wovon noch Chiaves, ein geringer

Aquae, die Stadt Aich. s. Aquae Statiellorum. Aquae Apollinares, hiesß ehmals das be-

Aquae granni v. grani. d. i. Bad auf dem

Aquae Augustae Tarbellorum. s. Aquae Tarbellicae. Aquaebellicum, ist das Städtgen Wasserbil-

Aquae Junonis s. Aquae calidae, heisßt das

Ort mitten an Portugalls Gränzen gegen Gallizien übrig ist.

Grant oder Gries, ist die uralte, wegen ihres Heilbades berühmte Reichsstadt Achen, wegen ihres griesichten Bodens allso genannt. s. Grant. Vergl. Anal. Hass. Coll. 3. p. 229.–231. Eine andere Meÿnung s. in Granen, radii. [XI.1.3–44]

seit den römischen Zeiten berühmte Wildbad Caldero, in der venetianischen Lombardeÿ, östlich von Verona. (Kluv. alt. Jtal.)

lich an den Gränzen des Herzogtums Luxemburg und des Erzstiftes Trier, da die Sauer, Sura, in die Mosel fällt. (Junkers mittl. Geogr.)

Aquae Mattiacae, Wisbaden in der Wet-

Aquae Bigerronum s. Convenarum, v. Aquae Onesiae, ist Bagnères, ein aquitanisches

Aquae Minervae, ist Bath, in Engelland all-

Städtchen und Heilbad an dem Aturflusse. Nach Einigen sollen Aquae Convenarum und Aquae Onesiae Zweÿ verschiedene Oerter bedeuten: So aber käme man mit den Wegweisungen des Antoninus und Aethikus nicht zurechte. Lieber gibt man zu, daß ehmals die Convenae nicht in dem jetzigen Comminges eingeschlossen gewesen, sondern bis an den gedachten Flusß gereicht haben. s. VALES. Not. Gall. vergl. mit den besten Karten und CELLAR. Not. O. A.)

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dem antoninischen Wegweiser überein mit der Bergstadt Orensee in dem Königr. Gallizien. Deutsch Warmsee. s. Aquae Quintianae, welche CELLARIUS darmit zu vermängen scheinet.

mehr aber zerstörtes Städtgen nördlich von Rom, an dem linken Ufer der Tÿber, wo die Farfa ( Fabaris ) dareinfliesßt. (Kluv. alt. Jtal. und CELLAR. Not. O. A.)

rühmte Warmbad in Hetrurien zwischen der Altstadt oder Cività vecchia und Bracciano, beÿ Stigliano. (Patrimon. S. Petri von AMETI.) s. Aquae Caerites.

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terau. (Kluv. alt. Germ.)

so genannt, weil dessen Heilwasser {ehmals} so wol der Minerva als der Sonne geheiligt gewesen, wie Herr Wesseling in s. Anm. über den Antoninus aus dem Solinus bewiesen. s. Aquae Solis.

Aquae mortuae, Aigues mortes, eine Stadt

in Niderlangedock, zwischen dem Magellonersee und der westlichen Mündung des Rodans. Den Namen hat sie von den stillen Wassern, womit sie zum Teile umgeben ist. Ehmals hatte sie eine strengen Haven, der aber nunmehr

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durch den von dem Rodan hinzugeschlemmten Sand unbrauchbar worden. ( VALES. Not. Gall.)

Aquae Neri, Néris, ein Städtchen in der

burbonischen Landschaft auf der rechten Seite des Scher- oder Karflusses. Voralters war es wegen seines Heilwassers berühmt, daher auch dessen nicht nur in der teodosianischen Reiskarte, sondern auch in den fränkischen Schriftstellern zuweilen Meldung geschiht.

Aquae Nisineii, Bourbon l’Anci, eine Stadt

in dem Herzogtum Burgund, mit berühmten Bädern. ( D’ANVILE.) s. Burbo Anselli.

Aquae Onesiae. s. Aquae Bigerronum. Aquae Pannoniae, die Stadt Baden in Niderösterreich, südlich von Wien.

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Aquae Passaris s. Passeris. Jtal. i Bagni Giasinelli, ist der Name eines herrlichen Wildbades in Patrimonio Petri westlich beÿ Viterbo. (Karte des AMETI von Patrim. S. Petri.) Aquae Patavinae. s. Aponus fons. Aquae pisanae, ein Bad in Hetrurien zwischen Pisa und Lukka.

Aquae Querquernae. s. Quarquerni. Aquae Quintianae, deren Ptolemäus gedenket, sollen nach Nolins Anzeige in s. Karte von dem Königr. Gallizien das darinnen gelegene Sarria bedeuten. s. Aquae Celeniae.

Aquae regiae, Aegeri, ein Ort in dem Kanton Zug. (Hergotts Geneal. Habsb. Tom. III. p. 334.)

Aquae Rosellarum, ein Wildbad in Toskana, nicht weit von Grosseto. s. Rosellae. Aquae Segeste, ein Bad in Gallien, dessen Lage Herr d’Anvile nach der Anzeige der

teodosianischen Reiskarte erst gefunden, nämlich daß es an der Stelle des heutigen Montboui, (an dem Loinflusse, nicht weit von dem briarischen Kanal,) gestanden seÿn müsse, da man in der Taht, als man gedachten Kanal gegraben, ein Mänge Überbleibsel alter Gebaüde, musivischer [mosaikartiger] Arbeiten, Münzen, u. dergl. gefunden.

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Aquae Sextiae Salyorum, ist Achen beÿ Marseille, Aix. Den Namen hat dise Stadt

teils von ihren warmen Bädern, und teils von ihrem Stifter Kajus Sextius Kalvinus, der sein Winterlager daselbst ge-

Aquensis Civitas

nommen, und die Salÿer gedehmühtiget. ( VALES. Not. Gall.)

Aquae Solis, Aquae calidae s. Britannicae,

ist die berühmte Stadt Bath, in der brittischen Grafschaft Sommerset. s. Auqae Minervae.

Aquae Statelliorum, Aquae Statelliae, oder nur kurz Aquae, heisßt die wegen ihres Heilbades berühmte Stadt Acqui in dem Herzogtum Monferrat. (Kluver und Cellar.) s. Aich.

Aquae Tarbellicae, Aquae Augustae, s. Aquensis Civitas, heisßt beÿ den römischen Schriftstellern die Stadt Aqs oder

Achen in Aquitanien an dem Adurflusse. ( VALES. Not. Gall. und CELL. Not. O. A.)

Aquae Tauri s. Aquae Taurinae, ehmals ein

streng besuchtes Wildbad in Hetrurien, etwann 3000. Schritte {landwerts} von der Altstadt oder Cività vecchia. Den Namen hat dasselbige daher, weil es von einem Stiere soll entdeckt worden seÿn. ( CELLAR. Not. Gall.) Jtal. nennet sie Ameti in s. Karte von dem Patrimonio Petri, Ba-

gni de Palazzi

Aquae Vetulonienses, in Hetrurien. s. Vetulonii.

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Aquae Vicanae. s. Aquae Bigerronum. Aquae Voconiae s. calidae, heisßt beÿ dem

Antoninus und Ptolemäus das Städtchen Bañolas in Katalonien, nördlich von Girona, an einem See. ( CELLAR. Not. O. A. Tom. I. p. 117.)

Aquae Volaterranae ; Jtal. i Bagni al morbo,

seÿn das {zwischen Massa und Volterra} beÿ dem toskanischen Städtchen Monte Cerberi befindliche Heilbad, welches aus etlichen überaus tiefen Schwefelteichen mit einem häftigen Schwefeldampfe und Geraüsche emporwallet und siedet. Den Namen hat es von {der Stadt} Volterra weil es der beträchtlichste Ort in der Umgegend ist, obschon sie XVI. römische Meilen darvon ligt.

Aquae in Vtta Silva ; Franz. Aix en Otte, ein

Flecken in Schampanien, an dem südwestlichen Ende des Bistums Troyes. ( VALES. N. Gall.)

aquald, (AS.) getödtet, umgebracht. (Somn.) Von Kwäle, Tod, Tödtung.

Aqualisina. s. Jculisna. Aquarum haustus, ein Kloster. s. Crucis Vallis. Aquensis Civitas. s. Aquae Tarbellicae.

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