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Corpus Vasorum Antiquorum

Page 1

CORPVS VASORVM ANTIQVORVM – Basel 5 – Schweiz 10 (Tafeln 484–547)

UNION ACADÉMIQUE INTERNATIONALE

CORPVS VASORVM ANTIQVORVM SCHWEIZ Basel, Antikenmuseum und Sammlung Ludwig

von VERA SLEHOFEROVA

2015

Schwabe Verlag Basel Schwabe Verlag Basel www.schwabeverlag.ch

UG Vasorum.indd Alle Seiten

Schweiz, Faszikel 10

Basel, Faszikel 5

05.08.15 08:06


CORPVS VASORVM ANTIQVORVM Schweiz, Faszikel 10 Basel, Faszikel 5


UNION ACADÉMIQUE INTERNATIONALE

CORPVS VASORVM ANTIQVORVM SCHWEIZ Basel, Antikenmuseum und Sammlung Ludwig von VERA SLEHOFEROVA

2015 Schwabe Verlag Basel

Schweiz, Faszikel 10

Basel, Faszikel 5


CIP-Kurztitelaufnahme der Deutschen Bibliothek Corpus Vasorum Antiquorum / Union Académ. Internat. – Basel: Schwabe. NE: International Union of Academies; Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften

Schweiz, Fasz. 10 / Basel, Fasz. 5 von Vera Slehoferova

Herausgegeben von der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW). Gedruckt mit grosszügiger Unterstützung der SAGW und der Ceramica-Stiftung, Basel. Photographien: Andreas F. Voegelin, Basel

© 2015 Schwabe AG, Verlag, Basel Kein Teil des Werks darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder elektronisch verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. Gesamtherstellung: Schwabe AG, Druckerei, Muttenz/Basel Printed in Switzerland ISBN 978-3-7965-3462-1 www.schwabe.ch


IN DANKBARER ERINNERUNG AN MARGOT SCHMIDT, KARL SCHEFOLD, HERBERT A. CAHN UND ERNST BERGER


INHALT Seite

Tafel

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  9 Abkürzungen .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11

III H Attische schwarzfigurige Vasen (3. Teil; vgl. CVA Basel 1 und 4) Bauchamphoren .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

16  1–12

Halsamphoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28

13–24

Subnikosthenische Amphora . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36

25–26

Spitzamphora . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37

27–34

Panathenäische Amphora . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42

35–36

Stamnos . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44

37–39

Dinos . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45

40–41

Skyphos-Krater . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46

41–42

Psykter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47

43-44

Hydrien .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48

45–53

Oinochoen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56

54–55

Lekythen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57

56–59

Kyathos . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60

60

Schalen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61

61–62

Fragmente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62

63

III J Attische weissgrundige schwarzfigurige Vasen (2. Teil; vgl. CVA Basel 1) Lekythos .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66

Register

1. Vasenmaler und Töpfer, Werkstätten und Gruppen . . . . . 68

2. Darstellungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68

3. Inschriften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69

Konkordanz der Inventar- und Tafelnummern .. . . . . . . . . . . . . . 70

Beilagen 1–32 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71

Tafeln 1–64 (Schweiz 484–547) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87

64


VORWORT Der fünfte Band des Basler Corpus Vasorum enthält die attischen schwarzfigurigen Vasen, die sich im Besitz des Antikenmuseums Basel befinden; es ist der 3. Teil, vgl. Teil 1 und 2 im CVA Basel (1) und (4). Die meisten Vasen in diesem Faszikel sind seit vielen Jahren in Basel ausgestellt. Sie waren zunächst als Leihgaben da und gingen erst später in den Besitz des Antikenmuseums über; einige davon wurden dem Antikenmuseum geschenkt, andere konnten erworben werden. Die Erwerbung vieler Vasen aus der Sammlung A. Moretti im Jahr 1984 verdankt das Antikenmuseum dem Vermächtnis F. L. Breusch (dazu s. E. Berger, Auszug aus dem Jahresbericht 1983 und 1984, AntK 27, 1984, 130 und AntK 28, 1985, 54). Neben den mit Sigel BS gekennzeichneten Objekten werden hier einige Vasen aus den Sammlun­ gen Gotthelf Kuhn (Kuhn), Peter und Irene Ludwig (Lu) sowie Hans und Trudy Bosshard (Bo) präsentiert, die dem Antikenmuseum 1974, 1981 und 2001 geschenkt wurden. Zum Vermächtnis G. Kuhn s. E. Berger, Auszug aus dem Jahresbericht 1975, AntK 19, 1976, 69; zur Schenkung P. und I. Ludwig s. E. ­Berger, Auszug aus dem Jahresbericht 1981, AntK 25, 1982, 162 ff. und ders., Zur Eröffnung des erweiterten Antikenmuseums Basel am 3. Mai 1988, AntK 31, 1988, 29 ff. Zur Sammlung H. und T. B ­ osshard und zur Schenkung s. P. Blome, Vorwort zum Katalog Orient und frühes Griechenland (Basel 1990) 5 f. und ders., Vorwort zum Katalog Orient, Zypern und frühes Griechenland (Basel 2001) 6. Zu den Vasen aus der Sammlung Ludwig sei hier vermerkt, dass die Inventar-Nummern den Katalog-Nummern in: E. Berger – R. Lullies (Hrsg.), Antike Kunstwerke aus der Sammlung Ludwig, Bd. 1 (Basel 1979) entsprechen. Aufgenommen im hier vorliegenden CVA-Faszikel wurden nur die attischen schwarzfigu­ rigen Vasen, die dem Antikenmuseum Basel geschenkt wurden. In diesem Zusammenhang ist wichtig zu erwähnen, dass nicht alle 79 Objekte, die in Lullies, Kat. Ludwig 1 figurieren, heute dem Antikenmuseum Basel gehören. In Basel befinden sich insgesamt 55 Vasen, davon wurden nur 32 Vasen dem Antikenmuseum geschenkt (Nr. 7. 9. 12. 14. 16. 18–20. 26. 30. 33. 35. 39. 41–42. 46. 48–51. 56–58. 62. 69–70. 74–79), die übrigen 23 Vasen (Nr. 11. 17. 21. 24. 27–29. 31. 34. 37–38. 40. 43–45. 53–55. ­60–61. 63–65) sind als Leihgaben der Ludwig Stiftung in Basel; die restlichen 24 Vasen in Lullies, Kat. Ludwig 1 (Nr. 1–6. 8. 10. 13. 15. 22–23. 25. 32. 36. 47. 52. 59. 66–68. 71–73) gehören ebenfalls der Ludwig Stiftung und befinden sich in Deutschland, die meisten davon in Kassel. (Von den Objekten, die in den Katalogen E. Berger [Hrsg.], Antike Kunstwerke aus der Sammlung Ludwig, Bd. 2 und 3 aufgeführt sind, befinden sich zwar alle in Basel, aber nicht alle gehören dem Antikenmuseum: Die Terrakotta Lu 215 und die Skulpturen Lu 222–223. 232. 234–235. 237. 244. 246. 255–257. 259–260. 262. 264 sind Leihgaben der Ludwig Stiftung.) Wie in den Faszikeln CVA Basel 2–4 erfolgt hier die Anordnung der behandelten Vasen nach Gattungen (schwarzfigurige und weissgrundige) und nach Vasenformen; innerhalb der Vasenformen nach den Malerhänden, entsprechend der Reihenfolge bei Beazley, ABV. Nur wenige Vasen konnten neu restauriert werden, die meisten mussten in dem Zustand belassen werden, in welchem sie ins Antikenmuseum gekommen sind. Bei allen Vasen wurden Erhaltungs­ zustand, Flickstellen und Ergänzungen ausführlich beschrieben. Wie im Faszikel 4 wurde hier neben Massangaben und Gewicht auch das Volumen einzelner ­Vasen angegeben. In den Beschreibungen wurde die traditionelle Bezeichnung des Malschlickers «Firnis» beibehalten (vgl. Vorwort zu Faszikel 2) und den Farbbeschreibungen wurden die Werte nach Munsell, Soil Color Charts (Baltimore 1954), beigefügt. Die Text-Abbildungen (Inschriften, Graffiti und Dipinti) werden im Massstab 1:1 präsentiert, mit Ausnahme der Abb. 1, 25 und 37, die im Massstab 1:2 wiedergegeben sind. Die Profilzeichnungen, ebenfalls im Masstab 1:1, werden in den Beilagen 1–32 vorgelegt. Die Inschriften, Graffiti und Profile hat die Verfasserin gezeichnet, die digitale Verarbeitung hat erneut Anne Wurz übernommen. Alle digitalen Fotoaufnahmen stammen von Andreas F. Voegelin († 2013); sie wurden z.T. von seinem Nachfolger Rudolf Habegger bearbeitet. Das Layout der Tafeln hat nach Angaben der Verfasserin Oliver Minzloff ausgeführt. Ich danke erneut dem ehemaligen Präsidenten der Kommission für das Schweizer CVA, Hans ­Peter Isler, seinem Nachfolger Christoph Reusser, dem ehemaligen Direktor des Antikenmuseums, ­Peter Blome, und seinem Nachfolger, Andrea Bignasca, für die Unterstützung dieser Publikation. ­Kristine Gex und Anna Laschinger danke ich für das Durchlesen des Manuskripts. Für die stete Hilfsbereitschaft und eine angenehme Zusammenarbeit möchte ich auch den Mitarbeitern des Antiken­ museums Basel herzlich danken: dazu zählen vor allem die Restauratoren Kurt Bosshard, Susanne Dürr und Olivier Berger, der Informatiker Nicholas Zurschmiede, wie auch die oben erwähnten Fotografen und die externen Mitarbeiter Anne Wurz und Oliver Minzloff. Ferner danke ich Erika KunzeGötte, J. Robert Guy und Dyfri Williams für Hinweise und Anregungen. Basel, im April 2014

Vera Slehoferova


ABKÜRZUNGEN Die Publikationen werden nach den Richtlinien des Deutschen Archäologischen Instituts (2006) zitiert bzw. abgekürzt. Zusätzlich werden folgende Abkürzungen verwendet: Agora XXIII

M. B. Moore – M. Z. Pease Philippides, Attic Black-Figured Pottery, Agora 23 (Princeton 1986)

AVI

Rudolf Wachter, Attic Vase Inscriptions: https://avi.unibas.ch, ­fortlaufende Ergänzungen zu CAVI (s. unten)

BAPD

Beazley Archive Pottery Database: www.beazley.ox.ac.uk

Beazley, ABV

J. D. Beazely, Attic Black-Figure Vase-Painters (Oxford 1956)

Beazley Addenda

L. Burn – R. Glynn, Additional References to ABV, ARV² & Paralipomena (Oxford 1982)

Beazley Addenda2

T. H. Carpenter (Hrsg.), Additional References to ABV, ARV² & Para­ lipomena (2. Edition, Oxford 1989) incorporating the First Edition (Oxford 1982), compiled by L. Burn and R. Glynn

Beazley, ARV2

J. D. Beazley, Attic Red-figure Vase-painters (2. Edition, Oxford 1963)

Beazley, Paralipomena

J. D. Beazley, Paralipomena. Additions to Attic Black-figure Vasepainters and to Attic Red-figure Vase-painters (Oxford 1971)

Bloesch, FAS

H. Bloesch, Formen attischer Schalen von Exekias bis zum Ende des strengen Stils (Bern 1940)

Blome, Antikenmuseum (1999)

P. Blome, Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig. Eine Publikation der Reihe: Museen Schweiz, Paribas (Suisse) SA in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Institut für Kunst­ wissenschaft, Zürich (Zürich 1999)

Boardman, ABFV

J. Boardman, Athenian Black Figure Vases. A Handbook (London 1974)

von Bothmer, Amasis Painter

D. von Bothmer, The Amasis Painter and his World. Vase-Painting in Sixth-Century B.C. Athens. Ausstellungskatalog The Metropolitan Museum of Art, New York, The Toledo Museum of Art and Los Angeles County Museum of Art, Los Angeles (Malibu 1985)

Brommer, Hephaistos

F. Brommer, Hephaistos (Mainz 1978)

Brommer, Vasenlisten3

F. Brommer, Vasenlisten, dritte Auflage (Marburg 1973)

Burow, Antimenesmaler

J. Burow, Der Antimenesmaler = Kerameus Bd. 7 (Main 1989)

Caskey – Beazley

L. D. Caskey – J. D. Beazley, Attic Vase Painting in the Museum of Fine Arts, Boston, Bd. 1–3 (London 1931–1963)

CAVI

H. Immerwahr, Corpus of Attic Vase Inscriptions, laufend ergänzt in AVI (s. oben)

Haspels, ABL

C. H. E. Haspels, Attic Black-Figured Lekythoi (Paris 1936)

Johnston, Trademarks

A. W. Johnston, Trademarks on Greek Vases (Warminster 1979)


12

ABKÜRZUNGEN Johnston, Trademarks, Addenda

A. W. Johnston, Trademarks on Greek Vases, Addenda (Oxford 2006)

Kat. Antikenmuseum (1988)

Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig. 120 ausgewählte Kunstwerke (Basel 1988)

Kat. Orient und frühes Griechenland

P. Blome (Hrsg.), Orient und frühes Griechenland. Kunstwerke der Sammlung H. und T. Bosshard. Ausstellungskatalog Basel (Basel 1990)

Kolloquium Chantilly 1982

Texte et image. Actes du Colloque International de Chantilly 13–15 octobre 1982 (Paris 1984)

Kolloquium Lausanne 1984

C. Bérard – C. Bron – A. Pomari (Hrsg.), Images et société en Grèce ­ancienne, L’iconographie comme méthode d’analyse. Actes du C ­ olloque International, Lausanne 8–11 février 1984 = Cahiers d’archéologie ­romande 36 (Lausanne 1987)

Kolloquium Lille 1993

J. de La Genière (Hrsg.), Héra. Images, espaces, cultes. Actes du C ­ olloque International du Centre de recherches Archéologiques de l’Université de Lille III et de l’ Association P.R.A.C. Lille, 29–30 novembre 1993 (Neapel 1997)

Kolloquium Toulouse 2002

C. Orfanos – J.-C. Carrière (Hrsg.), Symposium. Banquet et représentations en Grèce et à Rome. Kolloquium in Toulouse 2002 = Pallas 61, 2003

Lullies, Griechische Kunstwerke

R. Lullies, Griechische Kunstwerke. Sammlung Ludwig, Aachen. Eine Auswahl. Ausstellung im Hessischen Landesmuseum Kassel vom 25. Mai bis 6. Oktober 1968 = Aachener Kunstblätter 37, 1968

Lullies, Kat. Ludwig1

E. Berger − R. Lullies (Hrsg.), Antike Kunstwerke aus der Sammlung Ludwig, Bd. 1 (Basel 1979)

Mommsen, Affecter

H. Mommsen, Der Affecter = Kerameus 1 (Mainz 1975)

MuM

Münzen und Medaillen AG Basel (1941−2004), Auktionskataloge und Sonderlisten

Murray, Sympotica

O. Murray (Hrsg.), Sympotica: A Symposium on the Symposion, Oxford 4–8 September 1984 (Oxford 1990, paperback 1994)

Richter – Milne, Shapes

G. M. A. Richter – M. J. Milne, Shapes and Names of Athenian Vases (Washington D.C. 1973)

Schefold, Führer

K. Schefold, Führer durch das Antikenmuseum Basel (Basel 1966)

Schefold, MW

K. Schefold, Meisterwerke griechischer Kunst (Basel 1960)

Schefold, GuH (1978/1992)

K. Schefold, Götter- und Heldensagen der Griechen in der spät­ archaischen Kunst (München 1978) und englische Übersetzung ­(Cambridge 1992)

Schefold – Jung, K. Schefold – F. Jung, Die Sagen von den Argonauten, von Theben und Argo­nauten,Theben,Troia Troia in der klassischen und hellenistischen Kunst (München 1989) Schlesier – Schwarzmaier, Dionysos

R. Schlesier – A. Schwarzmaier (Hrsg.), Dionysos. Verwandlung und Ekstase. Ausstellung Berlin (Berlin 2008)

SOMA 2001

G. Muskett – A. Koltsida – M. Georgiadis (Hrsg.), Symposium on Mediterranean Archaeology, Liverpool 2001 = BAR International Series 1040 (2002)


ABKÜRZUNGEN ThesCRA

Thesaurus Cultus et Rituum Antiquorum

Tiverios, Lydos

M. A. Tiverios, Ο ΛΥΔΟΣ ΚΑΙ ΤΟ ΕΡΓΟ ΤΟΥ. ΣΥΜΒΟΛΗ ΣΤΗΝ ΕΡΕΥΝΑ ΤΗΣ ΑΤΤΙΚΗΣ ΜΕΛΑΝΟΜΟΡΦΗΣ ΑΓΓΕΙΟΓΡΑΦΙΑΣ (Athen 1976)

Vasen-Symposium ­Amsterdam 1984

H. A. G. Brijder (Hrsg.), Ancient Greek and Related Pottery, ­Proceedings of the International Vase Symposium, Amsterdam 12–15 April 1984 (Amsterdam 1984)

Vasen-Symposium Athen 1994

J. H. Oakley – W. D. E. Coulson – O. Palagia (Hrsg.), Athenian Potters and Painters I, The Conference Proceedings Athen 1994, dedicated to Sir John Boardman and Erika Simon (Oxford 1997)

Vasen-Symposium Athen 2007

J. H. Oakley – O. Palagia (Hrsg.), Athenian Potters and Painters II, The Conference Proceedings Athen 2007, dedicated to M. Tiverios ­(Oxford 2009)

Vasen-Symposium Brüssel 2006

A. Tsingarida (Hrsg.), Shapes and Uses of Greek Vases, Proceedings of the Symposium held at the Université libre de Bruxelles 27–29 April 2006 (Brüssel 2009)

Vasen-Symposium Brüssel 2008

A. Tsingarida – D. Viviers (Hrsg.), Pottery Markets in the Ancient Greek World (8th – 1st centuries B.C.), Proceedings of the International Symposium held at the Université libre de Bruxelles 19–21 June 2008 (Brüssel 2013)

Vasen-Symposium Catania 2001

F. Giudice – R. Panvini (Hrsg.), Il greco, il barbaro e la ceramica attica. Atti del convegno internazionale di studi, 14–19 maggio 2001, volume 1–4 (Rom 2007)

Vasen-Symposium Graz 2013

Publikation in Vorbereitung

Vasen-Symposium Kiel 2001

A. Schmaltz – M. Söldner (Hrsg.), Griechische Keramik im kulturellen Kontext, Akten des Internationalen Vasen-Symposions in Kiel vom 24. bis 28.9.2001 (Münster 2003)

Vasen-Symposium ­Kopenhagen 1987

J. Christiansen – T. Melander (Hrsg.), Proceedings of the Third Symposium on Ancient Greek and Related Pottery, Kopenhagen 31 August – 4 September 1987 (Kopenhagen 1988)

Vasen-Symposium Malibu 2006

K. Lapatin (Hrsg.), Papers on Special Techniques in Athenian Vases, Proceedings of a Symposium held in connection with the exhibition The Colors of Clay: Special Techniques in Athenian Vases, Malibu, June 15–17, 2006 (Los Angeles 2008)

Vierneisel – Kaeser, Kunst K. Vierneisel – B. Kaeser (Hrsg.), Kunst der Schale. Kultur des Trinkens. der Schale Ausstellung München (München 1990) Wünsche, Herakles

R. Wünsche (Hrsg.), Herakles / Herkules, Ausstellung München ­(München 2003)

Wünsche – Knauss, Lockender Lorbeer

R. Wünsche – F. Knauss (Hrsg.), Lockender Lorbeer. Sport und Spiel in der Antike. Ausstellung München (München 2009)

13


III H ATTISCHE SCHWARZFIGURIGE VASEN (3. Teil; vgl. CVA Basel 1 und 4)


16

III H ATTISCHE SCHWARZFIGURIGE VASEN (3. Teil; vgl. CVA Basel 1 und 4)

TAFEL 1

Intakt, bis auf die kleinen Absplitterungen der Oberfläche, ­einige Kratzer und leichte Versinterungen in den Bildfeldern.

1–2. Beilage 1. Bauchamphora. Maler des Aachener Pferdekopfes. Lu 16. Seit 1968 im Antikenmuseum Basel, zunächst als Leihgabe. 1981 Geschenk P. und I. Ludwig.

Maler des Aachener Pferdekopfes (A. Birchall). Um 550 v. Chr.

(Schweiz 484)

H 36,6 bis 37,1 cm; Dm Mündung 16,4 cm; Dm mit Henkeln 26,2 cm; max. Dm Bauch 26,0 cm; Dm Fuss 13,1 cm; Gewicht 2204 g; Volumen (gestrichen) 9,42 dm3. Bauchamphora Typ B, mit runden Henkeln und Echinus-Fuss. Innenseite tongrundig bis auf die Mündung, die nicht nur auf der Aussen- und Oberseite, sondern auch innen gefirnisst ist. Am Mündungsrand innen und aussen je ein roter Streifen. Am Hals oberhalb der Henkel zwei umlaufende rote Streifen, ein dritter roter Streifen verbindet die unteren Teile der ­oberen Henkelansätze. Unter den Bildfeldern zwei umlaufende rote Streifen. Fuss auf der Oberseite gefirnisst, Fusskante ausgespart. Unterseite des Fusses tongrundig, Standring vom Boden (Dm 6,9 cm) abgesetzt. Geritztes Graffito (zwei kurze parallele ­ ­ Linien) und schwache Spuren eines rot gemalten ­Dipintos.

Abb. 1 (1:2) A/B: Jeweils eine Protome eines gezäumten Pferdes nach rechts (das Bildfeld auf Seite A ist etwas grösser). Die Bilder sind oben und seitlich mit einem roten Streifen, unten mit einem Streifen in verdünntem Firnis gerahmt. Mähne, Iris, ein Strich in der Ohrmuschel des Pferdes auf Seite B wie auch das runde Verbindungsstück des Zaumes sind rot gemalt. Innenzeichnung geritzt. Ton: 5 YR 6−5/6. Firnis: 7.5 YR 2/0. Rot: 10 R 4−3/4.

Bibl.: Lullies, Griechische Kunstwerke Nr. 16; M. G. Picozzi, ­Anfore attiche a protome equina, Studi Miscellanei 18, 1970– 1971, 38 Nr. 73 Taf. 47–48; A. Birchall, Attic Horse Head Amphorae, JHS 92, 1972, 52 D1 (Maler des Aachener Pferdekopfes); Lullies, Kat. Ludwig 1, 45 f. Nr. 16; Johnston, Trademarks 182 (Subsidiary List 5) Nr. 1 («Aachen 16») ist das gleiche Gefäss wie Johnston, Trademarks, Addenda 183 (Subsidiary List 5) Nr. 1 («Basel Lu 16»). BAPD 5554. Zum Maler: Birchall a.O. hat diesem Maler nur zwei Amphoren zugeschrieben und den Maler nach der ­Amphora aus der Sammlung Ludwig (Lu 16), die sich f­ rüher in Aachen befand, benannt; die zweite Amphora stammt aus der Sammlung Guglielmi in Rom, jetzt im Vatikan: Beazley, ABV 16, 22; Beazley Addenda2 5; Picozzi a.O. 24 Nr. 33 Taf. 26. Was den Darstellungen auf beiden Vasen gemeinsam ist, beschreibt Birchall a.O.: «The most distinguishing characteristic is the single looped ear with the added red oval within.» Zu Amphoren Typus B s. J. D. Beazley, An Amphora by the Berlin Painter, AntK 4, 1961, 49 f.; Mommsen, Affecter 48 ff. Zu Vasen mit Spuren von roten Dipinti s. Johnston a.O. Zu den Pferdekopfamphoren, die wahrscheinlich «Preisvasen waren oder im Kult der Hippeis, des Ritterstandes, eine Rolle spielten»: T. Mannack, Griechische Vasenmalerei (Darmstadt 2012, 12002) 105; s. ­ferner Birchall a.O. 46 ff.; Lullies a.O. (Kat. Ludwig 1) 45; H. Mommsen, CVA Berlin (5) 15 zu Taf. 4, 3; B. Kreuzer, Unter­ suchungen zu den attischen Pferdekopfamphoren, BABesch 73, 1998, 95 ff. Zu Pferdekopfprotomen: L. A. Schneider, Zur sozialen Bedeutung der archaischen Korenstatuen = Hamburger Beiträge zur Archäologie, Beiheft 2, 1975, 40 ff.; Lullies a.O. 45; E. Simon, Pferde in Mythos und Kunst der Antike (Mainz 2006) 24. Zur Wiederholung des Motivs der Pferdeköpfe auf einer Vase zuletzt: A. Steiner, Reading Greek Vases (Cambridge 2007) 42 ff.; zur Literaturdiskussion s. CVA Rhodos (1) 16 zu Taf. 1 (A. A. Lemos).

3–4. Tafel 2, 1–6. Tafel 3, 1–8. Beilage 2. Bauchamphora des Phrynos-Malers. BS 496. Ehemals Sammlung A. Moretti. Seit 1966 in Basel, zunächst als Leihgabe. 1984 erworben von A. Moretti, dank Vermächtnis F. Breusch. H zwischen 39,9 und 40,3 cm schwankend; Dm Mündung innen 14,3 cm, aussen 17,3 cm; max. Dm Bauch 26,3 cm; Dm Fuss 13,3 cm; Gewicht 2732 g; Volumen (gestrichen) 9,88 dm3. Bauchamphora Typ B, mit runden Henkeln und Echinus-Fuss. Hals innen nur im oberen Teil (4,5 cm breite Zone) gefirnisst.


TAFEL 1 Vorkragende Mündung, Oberseite flach und tongrundig, Aus­ senseite gefirnisst. Am Mündungsrand oben ein umlaufender roter Steifen. Oberhalb der Henkelansätze ein umlaufender roter Streifen. Über den Bildern Palmetten-Lotos-Geschlinge (unterer Teil der Lotosblüten rot). Die Bilder und die Ornamentleisten sind mit einfachen Firnisstreifen eingefasst sowie oben und seitlich mit einfachen roten Streifen gerahmt. Unter den Bildfeldern und über dem Strahlenkranz, der über dem Fuss liegt, jeweils zwei umlaufende rote Streifen. Ein roter Streifen zwischen Körper und Fuss. Oberseite des Fusses gefirnisst, nahe am Rand zwei umlaufende rote Streifen; Unterseite tongrundig; auf dem konvexen, vom Standring abgesetzten ­Boden (Dm 5,6 cm) ein Graffito.

Abb. 2

02 Abb_BS_496 A/B: Geburt der Athena/Aufnahme des Herakles in den Olymp. Einige Bildteile überschneiden den oberen Bildrahmen (vor allem auf A). Auf beiden Seiten sinnlose Inschriften (zwei auf A, vier auf B). A: Geburt der Athena. In der Bildmitte sitzt Zeus auf ­einem Thron nach rechts, den Blitz in der rechten und das S ­ zepter in der linken Hand, unter den Füssen ein Schemel. Aus seinem Haupt steigt Athena in voller Rüstung, ebenfalls nach rechts gerichtet, Lanze und Schild schwingend; ihr Körper ist bis auf das rechte Bein schon sichtbar. Entsetzen äussert sich in der Haltung der Hera, die vor Zeus frontal auf einem Thron sitzt, einen Schemel unter den Füssen, den Blick auf ­ihren Gemahl ­gerichtet. Wie beklommen presst sie das Szepter in der Linken an ihren Körper und hält dieses auch noch mit dem anderen Arm umschlungen, mit dem sie auch ihre Haar­locken ergreift. Noch deutlicher ist die Gebärde des Erschreckens bei der ­kleinen Eileithyia, die im Hintergrund zwischen dem Götterpaar erscheint, die Arme seitlich erhoben, den Kopf zu Hera gewendet. Hinter Hera steht Poseidon, mit Dreizack in der ­Linken, die Rechte grüssend erhoben. Auch die beiden Frauen links im Bild – hinter Zeus eine zweite Eileithyia, links aussen eine weitere weibliche Gestalt, vielleicht Moira (?) – halten ­jeweils den linken Arm erhoben, die letztere hält eine Binde in der rechten Hand. Zwischen diesen Frauen schreitet Hephaistos hinweg, den Kopf zurückgewendet, in der Rechten die ­Doppelaxt. Oben links, hinter Athena, liegt horizontal eine ­Inschrift.

Abb. 3

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Eine zweite Inschrift senkrecht vor dem Schild der Athena.

Abb. 4 Weitere Einzelheiten auf A: Zeus trägt ein Band im langen Haar, einen Chiton (rote Punkte als Verzierung, am Halsausschnitt Zickzackmuster mit Zwickelpunkten) und einen Mantel (Spiralmuster am Saum). Sein Szepter hat eine seltene Bekrönung in Form eines Widderkopfes; das mittlere Stück des Aufsatzes ist konisch und endet nach unten in einer Spirale. Der Thron ist rot bemalt, die Rückenlehne endet in einem nach unten gerichteten Schwanenkopf, die Thronbeine enden in Löwenklauen. Zwischen den Thronbeinen befindet sich eine Verstrebung: Über einer Horizontalleiste (mit wechselständigen Punkten) zwei antithetische, sich umblickende Löwen, die jeweils mit einem Vorder- und einem Hinterbein auf geschwungenen Ranken (mit aufsteigenden Knospen) stehen und mit dem anderen Vorderbein den Thronsitz stützen. Athena trägt einen attischen Helm mit hohem Busch (am Helmbusch neun Kreise und vier Strichgruppen), einen Peplos (Gewandfläche rasterartig in Vierecke aufgeteilt, jedes Feld mit Andreaskreuz und Zwickelpunkten gefüllt, am Saum Doppelwinkelmuster) und eine Aegis, die von den Schultern nach hinten fällt. Der linke Arm der Göttin, an dem sie den Rundschild führt, ist zweimal gemalt bzw. korrigiert worden; der Schild (von innen gesehen) ist flüchtig gefirnisst und war rot bemalt. Hera trägt ein Haarband (rot), ein Halsband (geritzt), e­ inen gegürteten Peplos (mit ähnlicher Verzierung wie am Gewand der Athena, nur sind hier die Felder mit Andreaskreuz und Zwickelwinkeln sowie mit zwei konzentrischen Vierecken gefüllt, am Saum Spiralmuster) und einen Mantel (am Saum Doppel­winkelmuster). Heras Schemel wirkt neben ihrem Thron schlicht und zierlich; er hat schmale Beine, die in Tierpfötchen enden, und eine einfache Verstrebung. Der Thron hat pfostenartige Beine, verziert auf der Vorderseite mit weissen Doppelpalmetten (Innenzeichnung geritzt, die Ringpaare tongrundig (also nicht weiss, wie Mommsen in AntK 32, 1989, 134 Anm. 96 meint); über den Palmetten je ein roter Querstreifen, rot bemalt sind auch unten die dünnen Standplatten mit den Voluten und oben die einfachen Abschlussplatten. Poseidon ist in Chiton (am Saum Zickzackmuster mit Zwickelwinkeln) und Mantel (am Saum Spiralmuster) gekleidet, in seinem Haar trägt er ein Band. Die kleine Eileithyia trägt eine Haarhaube (Netzmuster, am Oberteil eine Öse oder ein Ring zum Aufhängen), die hinter Zeus stehende Eileithyia hat eine Binde im Haar. Die Geburtshelferinnen tragen ausserdem ein Halsband (geritzt) und einen gegürteten Peplos (am Gewand der kleinen Eileithyia Schuppenmuster und eine rote Borte, die von Schulter zu Schulter läuft; der Gürtel der anderen Eileithyia ist rot, ihr Gewand hat das gleiche Muster wie der Peplos der Athena; Doppelwinkelund Zickzackmuster mit Zwickelwinkeln schmücken den Saum). Die Frau (Moira?) am linken Bildrand trägt eine Haarbinde (rot) und einen gegürteten längs gestreiften Peplos (Streifen abwechselnd schwarz und rot, am Saum Doppelwinkelmuster).


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TAFEL 1

Hephaistos trägt ein Haarband, einen kurzen gegürteten C ­ hiton (am Halsausschnitt Doppelwinkelmuster, am unteren Saum Zickzackmuster mit Zwickelwinkeln), einen Mantel (am Saum Doppelwinkelmuster) und Flügelschuhe. Zuletzt ist zu bemerken, dass alle Mäntel (ganz oder teilweise) rot und die Haut der weiblichen Gestalten weiss gemalt waren (geringe Spuren von aufgelegtem Weiss nur an den ­Armen der Athena und der kleinen Eileithyia vorhanden). B: Einführung des Herakles in den Olymp. In der Bildmitte erscheint Athena in voller Rüstung nach links, ihr folgt Herakles im Löwenfell, den linken Arm vorgestreckt, mit Keule in der Rechten und mit umgehängtem Schwert und Köcher. Hinter Herakles folgen Poseidon mit Dreizack und ein Jüngling mit Speer in der Rechten (Ares oder Iolaos?). Hermes, kenntlich an seinen Attributen und mit einem Becher in der linken Hand, geht Athena voran, blickt aber zu Athena und Herakles zurück. Dieser von Hermes angeführte Zug wird von Hera und Zeus empfangen, die links im Bild stehen, sowie von einem Hund, der schon an Hermes vorbeigelaufen ist und nun, sich um­blickend, an Athena hochspringt. Vor dem Kopf der Athena befindet sich die Inschrift:

Abb. 5 Hinter dem Kopf der Athena eine zweite Inschrift:

Abb. 6 Eine dritte Inschrift läuft entlang dem rechten Unterschenkel des Herakles:

Abb. 7

Eine vierte Inschrift läuft entlang dem rechten Bein des Hermes:

Abb. 8 Weitere Einzelheiten auf B: Athena hält eine Lanze in der Rechten und zwar mit der Spitze nach unten. Die Göttin trägt einen attischen Helm mit hohem Helmbusch (Kalotte mit roter Binde geschmückt, ein Band mit Punktreihe über der Stirn und im Nacken, Helmbusch mit neun Kreisen und vier Strichgruppen) und einen Peplos (mit Schuppenmuster, am Saum Doppelwinkelmuster). Ihr grosser Rundschild, der ihren Oberkörper verdeckt, hat ein Gorgoneion in Vorderansicht als Schild­ zeichen (in Umrisszeichnung wiedergegeben, bis auf den Bart, dessen Innenzeichnung geritzt ist; Stirnlocken gefirnisst und jede zweite rot bemalt, Augenpupillen rot, Zähne in verdünntem Firnis, ursprünglich weiss bemalt). Herakles (Bart rot) trägt unter dem Fell einen kurzen Chiton (rot, am Saum Spiralmuster). Er hält offenbar den linken (?) Arm vorgestreckt und hält die Keule wohl in der rechten Hand (von diesem Arm ist allerdings nur der Ellenbogen hinter dem Köcher sichtbar). Im Köcher (der ungetupfte Teil ist rot, Querleisten mit Doppelwinkelmuster verziert) stecken vier Pfeile (in verdünntem Firnis). Sein Schwert steckt in der Scheide (Schwertband weiss, Scheidenabschluss rot). Poseidon trägt ein Band im Haar, einen langen Chiton (am Saum Zickzackmuster mit Zwickelwinkeln) und einen Mantel (rot, am Saum Doppelwinkelmuster). Der Jüngling – Ares, Iolaos oder Apollon? – ist nackt; er trägt nur ein Haarband und ein Mäntelchen (rot, mit Kreisen am Saum) um die Schultern. Hermes hält in seiner Rechten das Kerykeion und in der linken Hand einen Becher (zwei horizontal verlaufende Bänder mit Doppelwinkelmuster als Verzierung) «zur Spende bei der ­Begrüssung von Vater und Sohn» (Schefold a.O. 40); er trägt einen Petasos (rot, bis auf die Krempe), einen kurzen gegürteten Chiton, einen Mantel (an den Säumen Doppelwinkelmuster, Mantel z. T. rot bemalt) und Flügelschuhe. Hera hält ihre Linke grüssend erhoben; sie trägt ein Haarband, einen gegürteten Peplos (mit ähnlichem Rastermuster wie bei den Frauen auf A, am Saum Winkelmuster und Kreise) und einen Mantel (rote Faltenbahnen, am Saum Doppelwinkelmuster). Zeus hat den Blitz in der Rechten und das Szepter in der Linken; auch er trägt ein Haarband, einen langen Chiton (am Saum Zickzackmuster mit Zwickelwinkeln) und darüber einen Mantel (rote Faltenbahnen, Kreise am Saum). Innenzeichnung und wenige Konturen geritzt; Rand der Rundschilde (A/B) mit Zirkel geritzt, Einstichpunkte sichtbar. Relief­ linien: Auf A für die Szepter von Zeus und Hera, für den Dreizack des Poseidon und für die Doppelaxt des Hephaistos; auf B für die Lanzen von Athena und Ares, den Dreizack des Poseidon, das ­Kerykeion des Hermes und den Szepter des Zeus. Ton: 7.5 YR 6/4–6. Firnis: 7.5 YR 2/0. Weiss: 10 YR 7/2. Rot: 10 R 4/6.


TAFEL 1 Zusammengesetzt. Kleine Retuschen an den Bruchstellen. Retuschen oder Ergänzungen in den Bildern: Auf A sind Retuschen am Kopf des Zeus (übermalt sind die Stirn, das Auge, ein Teil des Bartes, ein Teil der Haare; am Backenbart sind die Striche nachgezeichnet), am rechten Unterarm, am unteren Chitonsaum und an der Bekrönung des Szepters; kleine Retuschen im Gewand und unten am Schild der Athena; eine Retusche am Gesäss der kleinen Eileithyia; kleine Flickung am rechten Oberschenkel des Hephaistos sowie an der rechten Hand des Poseidon und an seinen Gewändern (am unteren Chitonsaum und an dem Mantelzipfel darüber). Auf B kleine Retuschen an Hals und Brust des Herakles und eine grössere Ergänzung unterhalb seines Gürtels. Kleine Absplitterungen am Mündungsrand sowie am Fuss. Flickstelle um den unteren Ansatz des linken Henkels. Einige Risse in der Wandung (am Hals und unter den Bildfeldern). F ­ irnis stellenweise grünlich, grau oder rotbraun verbrannt und z. T. abgeblättert. Weiss fast überall verschwunden. Rot zum grossen Teil verblasst oder nur in matten Spuren vorhanden. Phrynos-Maler (H. Mommsen). Um 550/540 v. Chr. Bibl.: Brommer, Vasenlisten3 174, A 6 («Basel, Lg. Tessin»; betr. Seite B: Herakles im Olymp); Mommsen, Affecter 65 Anm. 348 (Löwen unter dem Thron des Zeus auf A erwähnt) und Anm. 350 (mit irrtümlicher Vermutung, die Geburt der Athena sei mit Brommer V, 5 identisch). 66 Anm. 356 (Szepterbekrönung in Form eines Widderkopfs, Seite A, erwähnt); Brommer, ­Hephaistos 206 Nr. 14 (betr. Seite A: Geburt der Athena); Schefold, GuH 16 f. Abb. 4 (A) und 39 f. Abb. 37 (B); E. H. Loeb, Die Geburt der Götter in der griechischen Kunst der klassischen Zeit (Jerusalem 1979) 278 Nr. 5; S. Pingiatoglou, Eilei­thyia (Würzburg 1981) 15 Anm. 7; I. Beck, Ares in Vasenmalerei, ­Relief und Rundplastik (Frankfurt am Main 1984) 3 (Anm. 6). 5 (Anm. 12, b). 15 f. (Anm. 53). 136 f. (Anm. a 8 und a 11) und 142 (Anm. b 31); LIMC II (1984) 987 s.v. Athena Nr. 353 Taf. 745 [Seite A] (H. Cassimatis); LIMC III (1986) 687 s.v. Eileithyia Nr. 6 (R. Olmos); D. C. Kurtz – J. Boardman, Booners, in: Greek Vases in The Paul Getty Museum 3 (Malibu 1986) 53 (Anm. 97). 67 Abb. 31, 8; A. Verbanck-Piérard, Images et croyances en Grèce ancienne: répresentations de l’apothéose d’Héraklès au VIe siècle, in: Kolloquium Lausanne 1984 (1987) 188; von Bothmer, Amasis Painter 140 (erwähnt zu Nr. 27); Kat. Antikenmuseum (1988) 28; LIMC IV (1988) 646 s.v. Hephaistos Nr. 193 [Seite A] (A. Hermary) sowie 691 f. s.v. Hera Nr. 288 [Seite A] und 714 s.v. Hera Nr. 461 [Seite B] (A. Kos­satz-Deissmann); N. Yalouris, Ein bislang unbeachtetes Attribut des Zeus, in: KANON, Festschrift ­Ernst Berger = AntK 15. Beiheft, 1988, 351 ff. Taf. 97, 1; H. Mommsen, Zwei schwarzfigurige Amphoren aus Athen, AntK 32, 1989, 134 ff. Taf. 26, 2. 4 und Taf. 27, 1–2; N. Malagardis, Note sur un peintre athénien novateur ou du bon usage de la passion chez les dieux, AEphem 128, 1989, 104 ff. Abb. 1, a–b (A/B); H. A. Shapiro, Art and Cult under the Tyrants in Athens (Mainz 1989) 113– 114. 135. 158. Taf. 47, b (Seite B, mit Ausst.-Nr. statt Inv. Nr. beschriftet); ­A.-F. Laurens – F. Lissarrague, Entre Dieux, Métis 5, 1990, 58. 68 Abb. 7–8 (Zeichnung A/B); LIMC V (1990) 123 s.v. Herakles Nr. 2850 Taf. 113 [Seite B] (J. Boardman) und 332 s.v. Hermes Nr. 555 (G. Siebert); LIMC VI (1992) 640 f. s.v. Moirai Nr. 16 (S. De ­Angeli); S. H. Lonsdale, Dance and Ritual Play in Greek Religion (Baltimore/London 1993) 153 Abb. 21 (A); M. A. Tiverios, ΕΛΛΗΝΙΚΗ ΤΕΧΝΗ ΑΡΧΑΙΑ ΑΓΓΕΙΑ (Athen 1996) 78 Abb. 37 (A); N. Malagardis, Héra, la sans pareille ou l’épouse exclue? À travers l’image, in: Kolloquium Lille 1993 (1997) 104 f. Abb. 11–12 (A, Detail A); Blome, Antikenmuseum (1999) 39

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Abb. 43 (A); Weltbild Brockhaus Geschichte, Bd. 1 (2002) 144 (Detail A); Weltbild Brockhaus A–Z, Bd. 3 (2002) 572 s.v. Zeus (Detail A); L. Kötzsche, Der bemalte Behang in der Abegg-Stiftung in Riggisberg. Eine alttestamentliche Bildfolge des 4. Jahrhunderts, Riggisberger Berichte 11, 2004, 134 Abb. 106 (Detail A); A. Arvanitaki, ΗΡΩΑΣ ΚΑΙ ΠΟΛΗ. ΤΟ ΠΑΡΑΔΕΙΓΜΑ ΤΟΥ

ΗΡΑΚΛΗ ΣΤΗΝ ΑΡΧΑΪΚΗ ΕΙΚΟΝΟΓΡΑΦΙΑ ΤΗΣ ΚΟΡΙΝΘΟΥ (Diss., Thessaloniki 2006) 196 Anm. 133; M. B. Moore, The Princeton Painter in New York, MetrMusJ 42, 2007, 27 f. (mit Anm. 40) Abb. 12 (B); LIMC Suppl. (2009) 510 s.v. Zeus add. 61 [Zeus sitzend auf Seite A] und 525 s.v. Zeus add. 140 [Zeus stehend auf Seite B] (W. Felten); J. Penny Small, How not to Tell a Story, in: D. Yatromanolakis (Hrsg.), An Archae­ology of Representations. Ancient Greek Vase-Painting and Contemporary Methodologies (Athen 2009) 83 Abb. 3 (B); E. Loeser, Die Darstellung des Mythos der Athenageburt in der attischen schwarzfigurigen und rotfigurigen Vasenmalerei (Magisterarbeit, Tübingen 2010, Publikation in Vorbereitung) 13 Kat. Nr. 17 Taf. 5, 1; P. Heesen, Athenian Little-Master Cups (Amsterdam 2011) 60 Anm. 369. 64. 69 und 178 Anm. 1092 a; E. Loeser, Zu Ehren Athenas oder doch insgeheim zur Verehrung der Hera? Zur Deutung eines Vasenbildes des Phrynos, GFA 16, 2013, 115 ff. Abb. 1–7 (A, B, Details); E. van der ­Meijden (Hrsg.), Wann ist man ein Mann? Das starke Geschlecht in der Antike, Broschüre zur Ausstellung im Antikenmuseum Basel (2013) 50 Nr. 27 mit Abb. (A) [A. Bignasca]. BAPD 213. AVI 2006. Die Amphora BS 496 ist nicht identisch mit der Amphora: F. Brommer, Die Geburt der Athena, JbRGZM 8, 1961, 70 V 5 («Schweiz, Pb.»), wie Mommsen a.O. (Affecter 65 Anm. 50 sowie AntK 32, 1989, 134 Anm. 96) irrtümlich vermutet hat; «Brommer V 5» bezieht sich auf das Fragment HC 801 in der Sammlung H. A. Cahn, s. B. Kreuzer, Frühe Zeichner, Ausstellungskatalog Freiburg (Waldkirch 1992) 55 Nr. 52; Loeser a.O. (2010) 21 Nr. 40. Die Amphora BS 496 wurde von Mommsen a.O. (AntK 32, 1989, 134 ff.) ausführlich gewürdigt. Neben Form und Darstellun­gen hat Mommsen (135 f.) auch die Frage der Malerhand behan­ delt und die Amphora BS 496 überzeugend dem P ­ hrynos-­Maler ­zugeschrieben; zu diesem Maler: Beazley, ABV 168 f. 688; B ­ eazley, Paralipomena 70 f.; Beazley Addenda2 48; s. auch Malagardis a.O. (1989) 105 ff.; E. Loeser a.O. (2013) 1. Es sollen noch frühere Zuweisungen erwähnt werden: Loeb a.O. nennt «Amasis-Maler und Zeitgenossen», Schefold a.O. 16 die E-Gruppe; vor allem die Zuweisung an die E-Gruppe wird in einigen ­späteren Publikationen wiederholt übernommen. Eine dritte Zuweisung, nämlich an den Maler von Berlin 1686, stammt von Beazley, der allerdings diese Zuschreibung später zurückgezogen hat. Dies ist einer Notiz von Margot Schmidt auf der Inventarkarte BS 496 zu entnehmen, die auf einer Mitteilung des Sammlers A. Moretti basiert. Den Maler von Berlin 1686 nennt auch D. von Bothmer im Amasis-Katalog auf S. 140, wo er die Amphora BS 496 zu Nr. 27 erwähnt (dort ist die Amphora mit der Ausst.-Nr. «Basel 103.4» ­beschriftet); s. auch Moore a.O. 50 Anm. 40, die wiederum von Bothmer z­ itiert. Zu den Inschriften s. AVI a.O.; Lit. zu «sinnlosen» Inschriften s. hier, Taf. 13, 1–4 (BS 466). Zur Darstellung auf Seite A, Geburt der Athena: s. Schefold a.O. 16 f. und dann vor allem Mommsen a.O. (AntK 32, 1989) 140 ff. Bei Mommsen a.O. 136 in Anm. 96 findet sich eine kleine Differenz in der Beschreibung der Verzierung der Thronbeine: Die Doppelringe sind nicht weiss, sondern tongrundig, wie oben erwähnt. Zu Hera, die durch die Frontalansicht besonders hervorgehoben ist, s. Malagardis a.O. (1997) 104 f. und ­Loeser a.O. (2013) 115 ff.


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TAFELN 1–4

Zum Thema Geburt der Athena: F. Brommer, JbRGZM 8, 1961, 66 ff. und Loeser a.O. (2010) 8 ff. (dort im Katalog wurde Brommer’s Liste um 42 Darstellungen ergänzt); s. auch LIMC II (1984) 985 ff. und 1021 ff. (H. Cassimatis); LIMC VIII (1997) 317 (M. Tiverios) und LIMC Suppl. (2009) 509 f. (W. Felten). Zu den anderen Gestalten, die bei der Geburt der Athena anwesend sind: Eileithyia: LIMC III (1986) 696 ff. (R. Olmos); Hephaistos und Hera: LIMC IV (1988) 646 f. (A. Hermary) und 690 ff. (A. Kossatz-Deissmann); Moirai: LIMC VI (1992) 640 f. (S. De Angeli); Poseidon: LIMC VII (1994) 464 f. (E. Simon). Zur Geburt der Athena aus dem Haupt des Zeus als Vergleich bzw. Vorstufe zu «Eva aus Adam» s. Kötzsche a.O. 133. Zur Darstellung auf Seite B, Einführung des Herakles in den Olymp: Schefold a.O. 40 und vor allem Mommsen a.O. 129 ff. Bei Mommsen a.O. 138 ist wiederum eine Differenz in der Beschreibung zu beachten, nämlich bei Herakles. Mommsen interpretiert die unklare Zeichnung seines Oberkörpers und vor allem der Arme anders als oben beschrieben. Zum Becher in der Hand des Götterboten schreibt Schefold: « ­ Hermes hält einen Becher zur Spende bei der Begrüssung von Vater und Sohn, dem kraftvollen Zentrum des Geschehens», vgl. dazu Mommsen a.O. 138. Zum Gorgoneion als Schildzeichen: M. Halm-Tisserant, Le gorgonéion, emblème d’Athena. ­Introduction du motif sur le bouclier et l’égide, RA 1986, 245 ff. Zum Thema Einführung des Herakles: Verbanck-Piérard a.O. 187 ff.; LIMC V (1990) 122 ff. (J. Boardman); ältere Lit. zum Thema Einführung: CVA Berlin (5) 17 zu Taf. 4, 4 (H. Mommsen); s. auch Shapiro a.O. 157 ff. («Herakles: Hero and God») und V. Brinkmann, Unter Göttern, in: Wünsche, Herakles 307 ff. Zu den Begleitfiguren Hermes und Athena: LIMC V 332 (G. Siebert); zu Zeus bei der Einführung des Herakles: LIMC Suppl. (2009) 525 f.; zum Thema s. auch hier Taf. 7, 1–4 (BS 495). Zur Bedeutung der Darstellungen der Athena mit Herakles: J. Boardman, Image and Politics in Sixth Century Athens, in: Vasen-Symposium Amsterdam 1984, 239 ff. Kurzer Überblick zur Ikonographie des Herakles in der 2. Hälfte des 6. Jhs.: E. A. Mackay, Narrative Tradition In Early Greek Oral Poetry And Vase-Painting, Oral Tradition 10/2, 1995, 290 f.

TAFEL 2

(Schweiz 485) 1–6. s. Tafel 1, 3–4.

TAFEL 3

(Schweiz 486) 1–8. s. Tafel 1, 3–4.

TAFEL 4

(Schweiz 487) 1–2. Tafel 5, 1–2. Beilage 3. Bauchamphora des Amasis-Malers. Lu 19. Seit 1968 im Antikenmuseum Basel, zunächst als Leihgabe. 1981 Geschenk P. und I. Ludwig.

H 34,6 cm; Dm Mündung 15,2 cm; max. Dm Bauch 23,2 cm; Dm Fuss 12,4 cm; Gewicht 1552 g; Volumen (gestrichen) 7,2 dm3. Bauchamphora Typ B, mit runden Henkeln und Echinus-Fuss. Mündung aussen und innen (= obere 2 cm des Halsinneren) gefirnisst, am Mündungsrand aussen und innen je ein roter Streifen. Bildfelder und das Palmetten-Lotosblüten-Band über den Bildern sind oben und seitlich mit doppelten Streifen in verdünntem Firnis gerahmt. Im Palmetten-Lotos-Geschlinge sind die Verbindungsstücke zwischen Palmetten und Lotosblüten wie auch die Kelche bzw. Herzen in Rot. Unter den Bildfeldern zwei umlaufende rote Streifen. Über dem Fuss ein Strahlenkranz, oben mit zwei und unten mit einem roten Streifen eingefasst. Oberseite des Fusses gefirnisst, Fusskante und Unterseite tongrundig, auf der Unterseite des Fusses ein Graffito und auf dem leicht gewölbten Boden (Dm 5,8 cm) ein dunkelrotes Dipinto.

Abb. 9 A: Kriegerabschied. Zwischen zwei Kriegern und zwei nackten Jünglingen steht eine Frau (Athena?) nach links, mit Lanze in der Rechten. Sie trägt eine rote Haarbinde, Hals- und Armband (jeweils geritzt) und einen gegürteten Peplos (rot, Mittelbahn und Bordüren schwarz und mit geritzten Kreuzchen, Punktreihen und Wellenmuster reich verziert). Der vor der Frau stehende Krieger trägt einen korinthischen Helm (an Helmkalotte roter Streifen, rot auch der Stiel zum Helmbusch, am Busch selbst geritzte Streifen, die eine Reihe von geritzten und eine Reihe von weissen Punkten rahmen) und einen kurzen, mit grossen Punktrosetten (Punkte weiss, Herz rot) reich verzierten Chiton (am Saum geritzte Muster und Fransen); in der Linken hält er einen Schild, in der Rechten eine Lanze. Der Schild (in Rot) wie auch das Schildzeichen (eine plastische ­Löwenprotome) sind im Profil wiedergegeben. Der bärtige Krieger hinter der Frau ist nackt (Bart geritzt, Brustwarzen in Rot), er trägt nur eine spitze Kappe oder Hut (in Rot); auch er hat einen Schild in der Linken und eine Lanze in der Rechten. Sein Schild und das Schildzeichen – eine Schlange – sind ebenfalls im Profil wiedergegeben (am Rand des Schildes breiter roter Streifen und eine weisse Punktreihe). Die nackten Jünglinge am Bildrand links und rechts haben jeweils eine Lanze in der Rechten; der Jüngling links streckt seinen linken Arm an dem vor ihm stehenden Krieger vorbei zu der Frau, der Jüngling rechts weist mit der linken Hand nach unten. Beide Jüng-


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