Skip to main content

SKE 3, Qualitätsmanagement

Page 1

QUALITÄTSMANAGEMENT AM DENKMAL

Wie lässt sich Qualität im Umgang mit Denkmälern sichern?

GESTION DE LA QUALITÉ SUR LES CHANTIERS PATRIMONIAUX

Denkmäler bedürfen früher oder später der Pflege. Bereits im Planungsprozess und später am Kulturgut selbst treffen sich dabei Partner mit unterschiedlichen Zielvorgaben und Qualifikationen: von der Eigentümerschaft über Architekten und Restauratorinnen bis hin zu Denkmalpflegern. Die Arbeit am Denkmal stellt grosse Herausforderungen an alle Beteiligten. Wie lassen sich die notwendigen Konservierungs- und Restaurierungsziele definieren und durchsetzen? Wer entscheidet über die anzuwendenden Methoden? Wie lässt sich die Qualität der durchzuführenden Massnahmen sichern? Im Rahmen einer in Bern im Oktober 2014 abgehaltenen Fachtagung der Arbeitsgruppe formation continue NIKE/BAK/ICOMOS wurde nach Ansätzen und Instrumenten gefragt, die sich zur Bewältigung der komplexen Prozesse im Umgang mit dem Denkmal herbeiziehen lassen. Die Diskussionen und Resultate sowie einige daraus abgeleitete wichtige Handlungsmaximen werden in diesem Band vorgestellt. Die Publikation gibt somit konkrete Hinweise und Anregungen für das Qualitätsmanagement am Denkmal.

Comment garantir la qualité de la gestion du patrimoine? Tôt ou tard, un monument doit faire l’objet de travaux d’entretien. Des premières phases de la planification aux interventions portant directement sur le bien culturel concerné, ces travaux associent des partenaires ayant des qualifications et des objectifs différents: propriétaire, architecte, restaurateur et service des monuments historiques. Le travail sur les monuments historiques est d’une grande complexité pour toutes les parties intéressées. Comment définir et mettre en œuvre les objectifs de conservation et de restauration? Qui choisit les méthodes à appliquer? Comment garantir la qualité des travaux effectués? Dans le cadre d’un colloque à Berne en octobre 2014, organisé par le groupe de travail formation continue NIKE/OFC/ICOMOS, il s’agissait de rechercher des méthodes et des instruments d’aborder et d’organiser des systèmes complexes autour du patrimoine. Ce volume réunit les discussions, leurs résultats et des maximes pour la manière d’agir. Ainsi, la publication donne des indications concrètes et des recommandations pour la gestion de la qualité sur les chantiers patrimoniaux.

I S B N 978-3-7965-3448-5

9

783796 534485

QUALITÄTSMANAGEMENT AM DENKMAL: TURMBAU ZU BABEL? GESTION DE LA QUALITÉ SUR LES CHANTIERS PATRIMONIAUX: UNE TOUR DE BABEL?


Schriftenreihe zur Kulturgüter-Erhaltung 3

QUALITÄTSMANAGEMENT AM DENKMAL: Turmbau zu Babel? GESTION DE LA QUALITÉ SUR LES CHANTIERS PATRIMONIAUX: Une tour de Babel?

Herausgegeben von:

FORM AT ION CONT INUE | WEITERBILDUNG | FORM A Z IONE CO NT INU A

NIKE

KULTURERBE PATRIMOINE CULTUREL PATRIMONIO CULTURALE

Schwabe Verlag Basel


Für die Druckbeiträge danken wir dem Bundesamt für Kultur BAK

und der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW

sowie der Stiftung Pro Patria

Schriftenreihe zur Kulturgüter-Erhaltung 3 Qualitätsmanagement am Denkmal: Turmbau zu Babel? / Gestion de la qualité sur les chantiers patrimoniaux: Une tour de Babel? enthält die Beiträge der gleichnamigen Tagung, welche am 24. und 25. Oktober 2014 an der Universität Bern abgehalten wurde. Herausgeber: Arbeitsgruppe formation continue NIKE/BAK/ICOMOS Redaktion: Boris Schibler, Cordula M. Kessler, Lino Gross, Myriam Schlesinger Übersetzungen: Laurent Auberson, Schaffhausen Abbildung auf dem Umschlag: Pieter Bruegel d. Ä., Turmbau zu Babel, 1563

Copyright © 2015 Schwabe AG, Verlag, Basel, Schweiz Copyright © 2015 Fotografien/Abbildungen vgl. Bildnachweis Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Das Werk einschliesslich seiner Teile darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in keiner Form reproduziert oder elektronisch verarbeitet, vervielfältigt, zugänglich gemacht oder verbreitet werden. Layout/Satz: Peter Kessler, Freiburg i.Ue. Gesamtherstellung: Schwabe AG, Muttenz/Basel, Schweiz Printed in Switzerland ISBN Printausgabe 978-3-3448-5 ISBN E-Book 978-3-7965-3479-9 rights@schwabe.ch www.schwabeverlag.ch


INHALTSVERZEICHNIS | TABLE DES MATIÈRES


| PRÉFACES VORWORTE  10 Gemeinsam Antworten finden – für das Qualitätsmanagement am Denkmal | Trouver des réponses en commun – pour la gestion de la qualité sur les chantiers patrimoniaux 12 Zum Ablauf der Tagung und Aufbau der Publikation | Déroulement du colloque et structure de la publication

| INTRODUCTION EINFÜHRUNG  18 Restaurer pour conserver. Le chantier dans toute son importance Sabine Nemec-Piguet, Directrice de l’Office du patrimoine et des sites et conservatrice cantonale des monuments de l’Etat de Genève

I. KOMMUNIKATION – MEDIATION | COMMUNICATION – MÉDIATION 26 La Console, ancien herbier des Conservatoire et Jardin botaniques de la Ville de Genève Philippe Beuchat, Conseiller en conservation du patrimoine architectural pour la Ville de Genève

32 Kommunikation am Beispiel des Projekts La Console Dr. Christof Nägele, Fachhochschule Nordwestschweiz, Pädagogische Hochschule, Zentrum Lernen und Sozialisation, Solothurn

36 Synthese der Diskussionen | Synthèse des discussions

II. FACHÜBERGREIFENDE KOORDINATION | COORDINATION INTERDISCIPLINAIRE 46 Das Tscharnergut in Bern: Ein Scheibenhochhaus als junges Denkmal und das Problem seiner Erneuerung­ Dr. Ueli Habegger, Architekturhistoriker, Luzern

52 Fachübergreifende Koordination, Organisations- und Prozessmanagement­ Christine Steiner Bächi, Leiterin Bau- und Immobilienberatung Ernst Basler + Partner, Zürich

58 Synthese der Diskussionen | Synthèse des discussions

III. QUALITÄTSSICHERUNG BEI DER KULTURGUT-ERHALTUNG | GARANTIE DE QUALITÉ DANS LA CONSERVATION DES BIENS CULTURELS 68 Es gibt sie, und es gibt sie nicht – Standards im Umgang mit dem Denkmal Dr. Beat Eberschweiler, Leiter Abteilung Archäologie und Denkmalpflege des Kantons Zürich

74 Qualitätsmanagement ist kein Buch mit sieben Siegeln – Qualitätssicherung ist immer relativ­ Stefan Hünig, SAQ-Qualicon, Olten

80 Synthese der Diskussionen | Synthèse des discussions

6

Qualitätsmanagement am Denkmal: Turmbau zu Babel? 2015


IV. PRÄVENTIVE KONSERVIERUNG | CONSERVATION PRÉVENTIVE 90 Conservation préventive: le cas de la Collégiale de Neuchâtel Jacques Bujard, Dr ès lettres, Conservateur cantonal, chef de l’Office du patrimoine et de l’archéologie du canton de Neuchâtel

94 Vorbeugen statt Heilen Prof. Dr. Stefan Wuelfert, Vizedirektor Hochschule der Künste Bern, Fachbereichsleiter Konservierung und Restaurierung

98 Synthese der Diskussionen | Synthèse des discussions

107 Bildnachweis | Crédits photographiques

Gestion de la qualité sur les chantiers patrimoniaux: Une tour de Babel? 2015

7


VORWORTE | PRÉFACES


Gemeinsam Antworten finden – für das Qualitätsmanagement am Denkmal

W

ie tief ich in der Populärkultur

Ich freue mich, dass wir – das Bundesamt für

verankert bin, zeigt, dass meine

Kultur – Tagung und Publikation ideell, finanziell

erste Assoziation zum Turm zu Babel

und fachlich unterstützen konnten. Allen Arbeits-

nicht das Alte Testament ist, sondern das 1979

gruppenmitgliedern und den Mutterorganisa-

erschienene Buch des britischen Schriftstellers

tionen NIKE und ICOMOS sei an dieser Stelle

Douglas Adams (1952–2001) The Hitchhiker’s Guide

herzlich für den grossen Einsatz bei Vorbereitung,

to the Galaxy (dt. Per Anhalter durch die Galaxis).

Durchführung und Publikation der Tagung

Der Roman schildert die Geschichte von Arthur

gedankt. Und uns Leserinnen und Lesern

Dent. Beim Bau einer neuen intergalaktischen

wünsche ich, dass wir gemeinsam Antworten

Expressstrasse wird nicht nur das Haus von

finden…

Arthur zerstört, sondern gleich die ganze Erde.

…wenn auch nicht auf die «ultimative Frage

Arthur hat Glück und wird von einem Freund

des Lebens, des Universums und des ganzen

mitgenommen auf eine Reise durch die Galaxie.

Rests», so doch zumindest auf die Frage, wie sich

Und er begibt sich auf die Suche nach der

Qualität im Umgang mit Denkmälern sichern

Antwort auf die «ultimative Frage des Lebens, des

lässt.

Universums und des ganzen Rests». Jegliche intergalaktische Sprachbarrieren

Dr. Nina Mekacher

sind schnell überwunden: Der kleine Babelfisch,

Sektion Heimatschutz und Denkmalpflege,

einmal ins Ohr eingeführt, sorgt, schwupps, dafür,

Bundesamt für Kultur BAK

dass jeder jeden versteht und dass Gottes Wunder der babylonischen Sprachverwirrung sozusagen aufgehoben wird, was der gleichnamigen Webanwendung von Yahoo nicht immer gelang. Auf der Baustelle wäre so ein Babelfisch eine feine Sache; vorzugsweise in einer Version 2.0., mit der sich nicht nur die Worte verstehen, sondern auch Missverständnisse direkt aus dem Weg räumen liessen. Da uns dies vorläufig verwehrt bleibt, war es umso wichtiger, dass die Arbeitsgruppe formation continue sich des Themas angenommen und ihre Tagung im Herbst 2014 Fragen der Kommunikation, der fachübergreifenden Koordination, des Qualitätsmanagements sowie der präventiven Konservierung gewidmet hat. Dies geschah nicht nur auf einer theoretischen Ebene, sondern auch mittels praktischer Arbeit. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten die Möglichkeit, diese Themen in Workshops und im fachlichen Austausch untereinander zu vertiefen. Die vorliegende Publikation macht die an den Workshops erarbeiteten Erkenntnisse, Hinweise und Tipps einem hoffentlich breiten Publikum zugänglich.

10

Qualitätsmanagement am Denkmal: Turmbau zu Babel? 2015


Trouver des réponses en commun – pour la gestion de la qualité sur les chantiers patrimoniaux

L

a tour de Babel, je l’associe d’abord non pas à l’Ancien Testament, mais à un roman de l’écrivain britannique Douglas Adams

les travaux des ateliers. Je suis heureuse de savoir que nous – l’Office fédéral de la culture – avons pu apporter au

(1952–2001) paru en 1979, The Hitchhiker’s Guide

colloque et à la publication des actes un soutien

to the Galaxy (en français Le Guide du voyageur

sur le plan des idées, sur le plan financier et sur

galactique). C’est dire à quel point je suis enracinée

le plan professionnel.

dans la culture populaire. Ce livre décrit l’histoire

J’adresse mes chaleureux remerciements à

d’un certain Arthur Dent. La construction d’une

tous les membres du groupe de travail et aux

nouvelle voie rapide intergalactique entraîne

organisations à l’origine de la rencontre, NIKE et

la démolition non seulement de la maison

ICOMOS, pour les efforts fournis dans la prépa-

d’Arthur, mais encore de la Terre entière. Le

ration et la tenue du colloque et dans la publica-

héros cependant a la chance de s’en sortir et

tion des actes. Et à nous lectrices et lecteurs, je

d’être emmené par un ami en voyage à travers la

souhaite de trouver des réponses en commun…

galaxie. Il part alors à la recherche de la réponse

… et si ce ne sont pas les réponses «à la

à «la grande question sur la vie, l’univers et le

grande question sur la vie, l’univers et le reste»,

reste».

que ce soient du moins les réponses à la question

Les barrières linguistiques intergalactiques sont faciles à franchir: le poisson Babel introduit

des moyens d’assurer la qualité dans les chantiers patrimoniaux.

dans l’oreille permet d’un seul coup à chacun de comprendre n’importe qui! Le miracle divin de la

Nina Mekacher, Dr ès lettres

confusion des langues est pour ainsi dire aboli,

Section Patrimoine culturel et monuments historiques,

ce que le traducteur automatique de Yahoo,

Office fédéral de la culture OFC

baptisé du même nom de Babel Fish, n’a toujours pas réussi à faire. Un poisson Babel serait bien commode sur nos chantiers; et de préférence dans la version 2.0, qui permettrait non seulement de comprendre les mots, mais aussi d’éliminer directement les malentendus. Comme cela ne nous est pas possible actuellement, il est d’autant plus important que le groupe de travail de formation continue ait choisi ce thème et décidé de consacrer le colloque de l’automne 2014 aux questions concernant la communication, la coordination interdisciplinaire, la gestion de la qualité et la conservation préventive. Il n’y a pas eu seulement des discussions théoriques, mais aussi du travail pratique. Les participants ont eu l’occasion d’approfondir les échanges dans des ateliers. Le but de cette publication est de faire connaître, si possible à un grand nombre de lecteurs, les conclusions, les observations et les conseils auxquels ont abouti

Gestion de la qualité sur les chantiers patrimoniaux: Une tour de Babel? 2015

11


Zum Ablauf der Tagung und Aufbau der Publikation

D

enkmäler bedürfen früher oder später

Die Diskussionen in den Workshops wurden

der Pflege. Bereits im Planungsprozess

jeweils durch vier Fragen strukturiert. Die ersten

und später am Denkmal selber treffen

beiden Fragen sollten die Auseinandersetzung mit

sich Partner mit unterschiedlichen Zielvorgaben

dem Thema vertiefen. Sie lauteten:

und Qualifikationen: von der Eigentümerschaft

Kommunikation – Mediation:

über Architekten und Restauratorinnen bis hin

–– Wie kann es gelingen, unterschiedliche oder

zu Archäologie und Denkmalpflege. Die Arbeit

divergierende Interessen mittels guter Kommu-

am Denkmal stellt grosse Herausforderungen an

nikation anzugleichen? Wer soll/muss mit wem

alle Beteiligten. Wie lassen sich die notwendigen

über was kommunizieren?

Konservierungs- und Restaurierungsziele definieren und durchsetzen? Wer entscheidet über die anzuwendenden Methoden? Wie

um konsensfähige Zielsetzungen oder Lösungen zu erreichen?

lässt sich die Qualität der durchzuführenden

Fachübergreifende Koordination:

Massnahmen sichern?

–– Welches sind die entscheidenden Faktoren, die

Die in Bern im Oktober 2014 abgehalte-

beachtet werden müssen, um Projekte wie das

ne Fachtagung stellte die Zusammenarbeit der

Tscharnergut denkmalpflegerisch erfolgreich

Fachleute am Kulturgut und Fragen der Zustän-

abzuschliessen?

digkeit und Qualitätssicherung ins Zentrum. Sie fragte nach erfolgreichen Methoden der Prozessorganisation und Zusammenarbeit, nach

–– Wie lassen sich die grössten Chancen bzw. Risiken in geeigneter Form/Methodik als Entscheidungsbasis transparent darstellen?

Kommunikationsmodellen zur Überwindung

Qualitätssicherung:

von Divergenzen, ebenso wie nach der Beurtei-

–– Wie ist es möglich, ein konsensfähiges Quali-

lung oder Messung der gesteckten Ziele und der

tätsverständnis mit vereinbarten und verbind-

Ergebnisse.

lichen Standards (z.B. Messunsicherheit) aufzu-

In Input-Referaten wurden Ansätze und Instrumente zum Umgang und zur Gestaltung

bauen? –– Wie kann es gelingen, dass sich Fachexperten,

komplexer Systeme vorgestellt. Vier Themen-

Führungspersonen und Projektleiter für Trans-

blöcke befassten sich mit «Kommunikation –

parenz, Nachvollziehbarkeit und Relevanz von

Mediation», «Fachübergreifender Koordination»,

Daten einsetzen anstatt sich abzugrenzen?

«Qualitätssicherung bei der Kulturgut-Erhaltung»

Präventive Konservierung:

sowie der «Präventiven Konservierung». Dabei

–– Wie lässt sich eine pragmatische und zugleich

wurde jeweils zunächst von Expertinnen und

integrale Präventionsstrategie für einzelne

Experten in die Themen eingeführt. Diese theore-

Objekte entwickeln, um deren oft komplexem

tischen Ausführungen wurden anschliessend an einem konkreten Fallbeispiel aus dem Bereich der

Umfeld gerecht zu werden? –– Wie kann ein Risk Management aufgebaut

Kulturgüter-Erhaltung illustriert. In verschiede-

werden, das als Planungsinstrument der Präven-

nen Workshops diskutierten schliesslich die Teil-

tion wie auch dem situativen Unterhalt eines

nehmerinnen und Teilnehmer der Tagung über

12

–– Wie muss die Kommunikation gestaltet sein,

Kulturguts dienen kann?»

die Inputs. Dabei konnten sich alle Teilnehmen-

Die dritte Frage ermittelte anschliessend, wie

den zu allen Themen äussern, wodurch das

hoch die Gesprächspartner selber ihr Know-how

Besprochene um Fragen und Erfahrungen aus

für den entsprechenden Bereich einschätzten.

dem eigenen Arbeitsalltag erweitert und der Aus-

Zuletzt wurde nach dem grössten bestehenden

tausch untereinander vertieft werden konnte.

Handlungsbedarf gefragt. Die Referierenden

Qualitätsmanagement am Denkmal: Turmbau zu Babel? 2015


sowie Zehra Sirin und Markus Matter von SAQ-

Paula Borer, Jasmin Christ, Lino Gross, Nicoletta

Qualicon (Olten) leiteten als Moderatorinnen

Gschwend, Andreas Küng, Christian Marty,

und Moderatoren die Diskussionen. Ihrer Ge-

Brigitte Müller, Nina Müller, Claire Piguet,

sprächsleitung und ihren Inputs ist es zu ver-

Silvana Rageth, Jasmin Riedener, Anne-Catherine

danken, dass der Austausch differenziert, auf

Schröter, Regula Staub, Meret Tobler, Michail

hohem Niveau und damit für alle Beteiligten sehr

Zotos. Ihnen allen gebührt für ihre engagierte

gewinnbringend geführt werden konnte.

Arbeit grosser Dank.

In die vorliegende Publikation fanden neben

Im Anschluss an die Tagung bestand der

den Input-Referaten auch die in den Workshops

Wunsch, die gewonnenen Erkenntnisse, Hinweise

geführten Diskussionen Eingang. Dafür wurden

und Anregungen festzuhalten, um damit allen

über die einzelnen Workshops Berichte verfasst.

in der Kulturgut-Erhaltung engagierten Personen

Diese stellen weder eigentliche Protokolle dieser

Leitlinien für den interdisziplinären Alltag auf der

Sessionen dar, noch folgen sie dem Verlauf der

«Baustelle Denkmal» und dessen spezifische He-

Diskussionen, wie er durch die jeweils vier

rausforderungen an die Hand zu geben. Mit der

Fragen strukturiert wurde. Vielmehr fassen sie

vorliegenden Publikation leistet die Arbeitsgruppe

die Ergebnisse zusammen und ordnen sie, so

formation continue einen Beitrag dazu.

dass sich innerhalb der einzelnen Themen eine logische Abfolge ergibt. Zu Beginn jedes Be-

Dr. Cordula M. Kessler, Boris Schibler

richts werden die wichtigsten Aussagen aus den

formation continue NIKE/BAK/ICOMOS

Referaten nochmals aufgelistet. Sie bilden die grobe Struktur, an welcher sich die Ausführungen orientieren. Zum Schluss wird jeweils festgehalten, für welche Punkte im Bereich der Kulturgüter-Erhaltung der grösste Handlungsbedarf besteht. Die Berichte widerspiegeln eine Erkenntnis, die für alle Teilnehmenden prägend war: die grosse Interdependenz der vier Themen untereinander. Um die unvermeidlich daraus entstehenden Redundanzen zu minimieren, finden sich an den entsprechenden Stellen jeweils Verweise auf die anderen Themenblöcke. Die Berichte sind illustriert mit Bildern, die während der 2010–2013 erfolgten Restaurierung der Villa Patumbah in Zürich entstanden sind. Dem Fotoarchiv der Kantonalen Denkmalpflege Zürich sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Die Berichte konnten nur verfasst werden dank der ausführlichen Wortprotokolle, die während der Diskussionen von zahlreichen Personen erstellt wurden. Die Protokollanten waren neben den Verfassern dieses Überblicks (in alphabetischer Reihenfolge): Léa Marie d’Avigneau,

Qualitätsmanagement am Denkmal: Turmbau zu Babel? 2015

13


Déroulement du colloque et structure de la publication

T

ôt ou tard, un monument doit faire l’objet

Communication – médiation:

de travaux d’entretien. Des premières

–– Comment accorder des intérêts différents ou

phases de la planification aux interven-

tion? Qui doit communiquer avec qui et à quel

concerné, ces travaux associent des partenaires

sujet?

ayant des qualifications et des objectifs différents: propriétaire, architecte, restaurateur et service

–– Comment élaborer une communication permettant d’atteindre un consensus en matière d’ob-

des monuments historiques. Le travail sur les

jectifs ou de solutions?

monuments historiques est d’une grande com-

Coordination interdisciplinaire:

plexité pour toutes les parties intéressées.

–– Quels sont les principaux facteurs à prendre en

Comment définir et mettre en œuvre les

compte pour qu’un projet comme le «Tschar-

objectifs de conservation et de restauration?

nergut» soit une réussite du point de vue de la

Qui choisit les méthodes à appliquer? Comment

conservation des monuments?

garantir la qualité des travaux effectués? Le colloque, qui avait lieu à Berne en octobre

–– Comment tirer parti des atouts et des risques d’un grand chantier en toute transparence?

2014, s’est concentré sur la collaboration entre

Quelle méthode employer pour en faire une

spécialistes, sur les attributions et sur l’assu-

base de décision?

rance de la qualité. Il s’agissait de rechercher des

Garantie de qualité:

méthodes efficaces d’organisation des processus

–– Comment atteindre un consensus en matière

et de collaboration, des formes de communi-

de qualité, au moyen de normes définies et

cation pour surmonter les divergences, et des

ayant force obligatoire (incertitude de mesure

moyens d’évaluer les objectifs et les résultats. Dans les exposés d’entrée, les interve-

par exemple)? –– Comment convaincre les spécialistes, les cadres

nants ont présenté les approches des systèmes

et les gestionnaires de projets d’agir en faveur

complexes et les instruments à utiliser. Quatre

de la transparence, de la traçabilité et de la per-

sections spécialisées ont traité différents

tinence des données, plutôt que de maintenir

thèmes: «Communication – médiation», «Coor-

des cloisonnements?

dination interdisciplinaire», «Assurance de la

Conservation préventive:

qualité dans la conservation des biens culturels»

–– Comment élaborer une stratégie de prévention

et «Conservation préventive». Ces thèmes ont

à la fois réaliste et intégrale pour des objets dis-

d’abord été présentés par des experts. Puis des

tincts, tout en respectant leur environnement

exemples concrets dans le domaine de la conservation des biens culturels ont servi à illustrer les réflexions théoriques. Enfin, les participants se sont réunis dans divers groupes de discussion.

parfois complexe? –– Comment concevoir un outil de planification permettant la gestion des risques et l’entretien à long terme d’un bien culturel?

Tous ont eu la possibilité de s’exprimer sur

La troisième question visait ensuite à déterminer

l’ensemble des thèmes, qui se sont ainsi enrichis

la valeur que les participants eux-mêmes

des questions et des expériences de la pratique

accordent à leur savoir-faire dans le domaine

quotidienne. Les participants ont pu aussi de

concerné. Et finalement, la quatrième question

cette manière approfondir leurs échanges.

devait faire apparaître les principaux besoins.

Les discussions de groupe ont été structurées en

14

divergents au moyen d’une bonne communica-

tions portant directement sur le bien culturel

Les débats ont été dirigés par les intervenants,

fonction de quatre questions. Les deux premières

assistés de Zehra Sirin et Markus Matter, de SAQ

sont destinées à approfondir l’étude du thème:

Qualicon à Olten. Grâce à leur habileté à mener

Gestion de la qualité sur les chantiers patrimoniaux: Une tour de Babel? 2015


la discussion et aux idées qu’ils ont apportées,

chaque personne engagée dans la conservation

les échanges ont été de haut niveau et très enri-

des biens culturels puisse disposer de lignes di-

chissants pour tous.

rectrices pour le travail interdisciplinaire au

La présente publication réunit non seulement

quotidien sur les chantiers patrimoniaux, avec

les textes des exposés d’entrée, mais aussi le

les difficultés qui leur sont propres. Le groupe de

résumé des discussions de groupe. Des rapports

travail formation continue, en faisant paraître cette

ont été établis dans chacun des groupes. Il ne

publication, a voulu apporter sa contribution.

s’agit pas de comptes rendus à proprement parler et ils ne suivent pas le cours des discus-

Cordula M. Kessler, Dr ès lettres, Boris Schibler

sions, structuré selon les quatre questions. Ce

formation continue NIKE/OFC/ICOMOS

sont plutôt des résumés des résultats, agencés de manière à donner une séquence logique à l’intérieur de chaque thème. Les principaux éléments des exposés sont rappelés au début de chacun des rapports. Ils constituent un canevas sommaire pour le texte qui suit. A la fin sont consignés les principaux points où il y a nécessité d’agir. Les textes expriment aussi une observation qui a été marquante pour tous les participants: la forte interdépendance des quatre thèmes. Des renvois aux autres sections thématiques permettent de limiter les inévitables répétitions. Les illustrations qui accompagnent les textes sont des photographies prises durant la restauration de la Villa Patumbah à Zurich de 2010 à 2013. Nous adressons ici nos remerciements aux Archives photographiques du Service des monuments historiques du canton de Zurich. Les textes n’ont pu être rédigés que grâce aux comptes rendus détaillés établis par plusieurs personnes pendant les discussions. Ce sont, en plus des auteurs de cet aperçu (en ordre alphabétique): Léa Marie d’Avigneau, Paula Borer, Jasmin Christ, Lino Gross, Nicoletta Gschwend, Andreas Küng, Christian Marty, Brigitte Müller, Nina Müller, Claire Piguet, Silvana Rageth, Jasmin Riedener, Anne-Catherine Schröter, Regula Staub, Meret Tobler, Michail Zotos. Tous ont fourni un important travail qui mérite reconnaissance. Au terme du symposium, le souhait a été exprimé de voir consignées les observations, informations et suggestions recueillies afin que

Gestion de la qualité sur les chantiers patrimoniaux: Une tour de Babel? 2015

15


EINFÜHRUNG | INTRODUCTION


Restaurer pour conserver. Le chantier dans toute son importance

Sabine Nemec-Piguet Directrice de l’Office du patrimoine et des sites et conservatrice cantonale des monuments de l’Etat de Genève

Alors que le chantier 1 est une des phases décisives des opérations

attitude commune, leurs positions opposées il-

de restauration et de conservation du patrimoine, il est plus aisé de

lustrent deux manières d’aborder la matérialité du

parler de théorie d’architecture ou d’histoire de l’art que du chantier

patrimoine. Pour Ruskin, conduire une opération de « restau-

lui-même. Le chantier, dans son organisation et son déroule-

ration » est synonyme de « destruction ». Supprimer

ment, est souvent difficile à cerner, car il est soumis, comme

les marques du temps, qui donnent au bâtiment

toute expérience de terrain, aux contingences du pragmatisme,

sa patine, ferait disparaître, irrémédiablement, les

aux aléas de la nécessité. Les grands principes se dérobent sous la pression des techniques et de la mise en œuvre: caprices des

qualités essentielles d’un monument historique, celles qui relèvent justement de son histoire et le rendent unique. A ses yeux, seul l’entretien est ad-

usages, résistance des matériaux, imperfection de la matière,

missible. C’est ce qu’il exprime dans son ouvrage

savoir-faire des entreprises. Il faudrait pouvoir, à son sujet, élaborer

The Seven Lamps of Architecture, publié en 1849: « Pre-

une «théorie de la pratique». La qualité d’exécution repose sur

nez soin de vos monuments et vous n’aurez nul be-

l’expérience conjuguée à la connaissance, impliquant un partage des savoirs, des sensibilités et des compétences.

soin de les restaurer. » 2 Pour Viollet-le-Duc, le monument historique n’appartient pas au passé. Certes, il incarne l’héritage de périodes anciennes; mais, de par son usage,

Du concept du projet à la matérialité du bâti

il est ancré dans le présent, ce qui justifie toutes

Si le projet architectural définit les concepts d’in-

les interventions de restauration, et même de re-

tervention sur un bâtiment, le chantier est en prise

constitution / reconstruction, permettant d’en as-

avec la matérialité, la substance du bâti. La dualité

surer la bonne conservation et la transmission aux

qui en résulte est au cœur de la protection du patri-

générations futures. Viollet-le-Duc poursuit, à tra-

moine. Les grandes figures qui en marquent l’his-

vers la mise en valeur des monuments historiques,

toire, telles qu’Eugène Viollet-le-Duc (1814–1879),

une action pédagogique à l’égard de ses contempo-

John Ruskin (1819–1900), Camillo Boito (1836–1914),

rains. Dans ses Entretiens sur l’architecture 3, publiés

Aloïs Riegl (1858–1905), ont adopté des positions

en 1863, Viollet-le-Duc consacre de nombreux cha-

marquées sur la conservation des monuments his-

pitres à la construction, à la connaissance des ma-

toriques, leur entretien et les interventions admis-

tériaux et, enfin, son dernier chapitre, à la direc-

sibles de restauration et de transformation.

tion de chantier.

Malgré leurs divergences, Ruskin et Viollet-le-

Ces deux personnalités accordaient une très

Duc soulignaient, tous deux, la nécessité incon-

grande importance au dessin comme moyen de

tournable de la connaissance historique et ar-

connaissance du monument. Il est, dès lors, inté-

chéologique du patrimoine bâti, comme préalable

ressant de constater, en examinant l’expression

indispensable à toute intervention. Hormis cette

graphique de leurs relevés architecturaux, que

1 Le colloque mis sur pied par la plateforme de formation continue

l’occasion de faire le point sur cette étape essentielle de la politique de protection du patrimoine. 2 John Ruskin. Les Sept Lampes de l’architecture. Paris 1987, p. 205. 3 Eugène Viollet-le-Duc. Entretiens sur l’architecture. Bruxelles 1978.

du Centre NIKE, de l’Office fédéral de la culture et d’ICOMOS porte sur un thème difficile à traiter: le chantier. Je tiens tout particulièrement à remercier les organisateurs pour cette initiative et souhaite qu’elle soit

18

Gestion de la qualité sur les chantiers patrimoniaux: Une tour de Babel? 2015


Fig. 1: Genève, Collège Calvin, intervenants pendant le chantier, 2014.

celle-ci traduit parfaitement l’écart de pensée qui

constructives destinées à la restauration-recons-

les sépare. Les relevés de chapiteaux, l’un de Rus-

titution de monuments anciens, tout comme à la

kin, l’autre de Viollet-le-Duc, en font la démons-

réalisation des constructions nouvelles.

tration. Le relevé par Ruskin du Chapiteau d’une des ar-

Règles et méthodes d’intervention

cades inférieures du Palais des Doges à Venise (Fig. 2) est

Cent ans après les écrits de Ruskin et de Viollet-le-

une reproduction fidèle de l’œuvre telle qu’il pou-

Duc, la communauté internationale a voulu se don-

vait l’observer, dans l’état dans lequel elle était par-

ner des règles communes pour garantir une ap-

venue jusqu’à lui. L’usure de l’érosion, les coulures

proche scientifique de la protection du patrimoine.

et les mousses, les éclats de la pierre, témoignant

Ces règles ont été consignées dans la Charte de Ve-

de la force de la nature, des intempéries, donnent

nise (1964), qui reste aujourd’hui encore un docu-

au monument, marqué par les siècles, sa spécifici-

ment de référence. Les articles 4, 9 et 10 prescri-

té. Cette patine est le témoignage de son histoire,

vent des principes d’intervention, qui ont servi de

son incarnation matérielle. Le dessin de Ruskin tra-

cadre à la pratique du chantier pendant plus d’un

duit cette émotion, la part du sensible. « Il y avait

demi-siècle.

dans l’ancien de la vie, une mystérieuse suggestion de ce qu’il avait été et de ce qu’il avait perdu;

Article 4

du charme dans ces tendres lignes, œuvre du soleil

La conservation des monuments impose d’abord la per-

et des pluies» (p. 204).

manence de leur entretien.

A l’opposé, le dessin de Viollet-le-Duc, Chapiteau du XIIe siècle à Vézelay (Fig. 3), représente le cha-

Article 9

piteau tel qu’il devait être à l’époque de sa construc-

La restauration est une opération qui doit garder un ca-

tion. Ici, nulle trace de vieillissement. Le dessin est

ractère exceptionnel. Elle a pour but de conserver et de

épure, abstraction. Il se présente comme un outil

révéler les valeurs esthétiques et historiques du monu-

pédagogique destiné à l’enseignement de l’archi-

ment et se fonde sur le respect de la substance ancienne et

tecture. Il ne témoigne pas de l’œuvre ayant tra-

de documents authentiques. Elle s’arrête là où commence

versé les siècles, de la pierre usée par le temps.

l’hypothèse, sur le plan des reconstitutions conjecturales,

Au contraire, le dessin transmet un savoir hérité

tout travail de complément reconnu indispensable pour

du passé et constitue un support didactique utile,

raisons esthétiques ou techniques relève de la composi-

au présent. Il permet la recherche de solutions

tion architecturale et portera la marque de notre temps.

Sabine Nemec-Piguet | Restaurer pour conserver. Le chantier dans toute son importance

19


La restauration sera toujours précédée et accompagnée

matériaux adéquats, de vérifier l’excellence des ar-

d’une étude archéologique et historique du monument.

tisans, de coordonner les compétences multiples des spécialistes et des experts, de surveiller le tra-

Article 10

vail des entreprises, au jour le jour, dans toutes les

Lorsque les techniques traditionnelles se révèlent ina-

étapes des opérations.

déquates, la consolidation d’un monument peut être

Le chantier est le lieu de rencontre de multiples

assurée en faisant appel à toutes les techniques mo-

acteurs (Fig. 1) qui œuvrent, avec leurs compétences

dernes de conservation et de construction dont l’effica-

spécifiques, à la préservation de notre patrimoine:

cité aura été démontrée par des données scientifiques

architecte, ingénieur-e, entrepreneur, artisan, ou-

et garantie par l’expérience.

vrier, maître de l’ouvrage, usager, historien-ne, historien-ne d’art, historien-ne de l’architecture, res-

Depuis les débuts des politiques de protection, il y a

taurateur/trice, conservateur/trice des monuments,

plus de 150 ans, la définition du patrimoine a consi-

spécialiste, expert-e, expert-e fédéral-e, etc… Leur

dérablement évolué. Au cours la seconde moitié du

participation est indispensable au déroulement

XX e siècle, le champ patrimonial s’est largement

qualitatif du chantier. De par leur formation, leur

étendu: le concept réservé initialement aux monu-

sensibilité et leurs intérêts propres, ils utilisent

ments historiques des périodes anciennes, d’An-

des moyens d’expression et pratiquent des codes

cien Régime, au caractère exceptionnel, englobe

de communication et de langage spécifiques, qu’il

aujourd’hui toute une série de bâtiments et d’objets

est important d’identifier et d’intégrer dans le dé-

immobiliers plus ordinaires, des ensembles bâtis,

roulement d’un chantier. On y trouve des supports

de valeurs, de typologies et d’époques variées. Le

et des formes de représentation variés, mais néan-

patrimoine régional, par exemple, suscite un grand

moins complémentaires, tels que des plans histo-

intérêt dans les filières de formation en histoire de

riques aquarellés tirés des archives ou ceux dessi-

l’art et de l’architecture. Le caractère protéiforme du

nés à l’aide de logiciels informatiques produits par

patrimoine, sur lequel se penche Nathalie Heinich

les bureaux d’architectes, des photographies an-

dans son ouvrage La fabrique du patrimoine. De la ca-

ciennes (Fig. 4) transmettant une ambiance ou des

thédrale à la petite cuillère 4 – dont le titre est particu-

relevés photogrammétriques (Fig. 5) d’un degré de

lièrement explicite – rend la tâche de conservation-

précision extrême.

restauration extrêmement complexe.

L’intervention de conservation-restauration doit

D’un côté, le développement des connaissances

s’appuyer sur la connaissance des matériaux et des

renforce incontestablement les exigences en ma-

modes de construction aussi divers, riches et mul-

tière de conservation du patrimoine. La préserva-

tiples que l’est notre patrimoine. Intervenir sur un

tion de la substance ancienne – sa conservation au

bâtiment existant, c’est découvrir l’histoire cachée

sens étymologique du terme – fait désormais par-

d’un autre chantier, celui de sa construction et ceux

tie des principes fondamentaux. D’un autre côté,

de ses transformations successives. Chaque partie,

les normes de sécurité ou énergétiques se sont dur-

chaque élément de construction nécessitent une ap-

cies, mettant en situation critique les bâtiments qui

proche spécifique: analyse chimique des pigments,

n’y répondent pas. L’accroissement des richesses

études de la charpente, inspection des ferblanteries,

pousse par ailleurs à une intégration de standards

stratigraphie mécanique des couches picturales…

de confort élevés, parfois difficilement compatibles

Requérant une expertise propre, ces analyses ma-

avec le bâti ancien. La complexité des chantiers de

térielles devront être mises en relation avec le pro-

conservation du patrimoine s’est, par conséquent,

jet. Par ailleurs la confrontation à un appareil nor-

fortement accrue.

matif aussi évolutif que tyrannique, que ce soit en matière d’isolation énergétique ou dans la préven-

De la tradition à l’innovation, savoirs et savoir-faire au service du patrimoine

20

tion des risques, va également se jouer dans le cadre du chantier.

Comme l’énonçaient déjà Viollet-le-Duc et Ruskin,

La gestion maîtrisée d’un chantier de conserva-

la connaissance historique et matérielle du bâti est

tion-restauration est un élément essentiel de la sau-

indispensable pour orienter le projet d’interven-

vegarde de notre patrimoine. Il importe aujourd’hui

tion. La réussite de sa mise en œuvre se joue sur le

de se questionner sur les méthodes de manage-

chantier. Il s’agit, dans l’exécution, de confirmer et

ment de projet et de contrôle qualité au service du

respecter les options du projet, de rechercher les

patrimoine. Plusieurs moyens existent et devront,

4 Nathalie Heinich. La fabrique du patrimoine. De la cathédrale à la

5 www.armp.ch/index.php?option=com_content&task=view&id=54&

petite cuillère. Paris, 2009.

Itemid=79

Gestion de la qualité sur les chantiers patrimoniaux: Une tour de Babel? 2015


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
SKE 3, Qualitätsmanagement by Schwabe Verlag - Issuu