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Von akademischer Nachahmung

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U N I V E R S I TÄT B A S E L

Antonio Loprieno Von akademischer Nachahmung

Schwabe Verlag Basel


A n to n i o L o p ri e n o Vo n a ka d e m i s ch e r N a ch a h m u n g

Basler Universitätsreden 111. Heft Rede gehalten am Dies academicus der Universität Basel am 30. November 2012

Schwabe Verlag Basel


Reihe Basler Universitätsreden, herausgegeben von der Stelle für Öffentlichkeitsarbeit der Universität Basel im Auftrag des Rektorats © 2012 Schwabe AG, Verlag, Basel, Schweiz · www.schwabeverlag.ch Gesamtherstellung: Schwabe AG, Druckerei, Basel/Muttenz, Schweiz Gestaltung: Lukas Zürcher, Riehen ISBN 978-3-7965-2909-2


Vo n a ka d e m i s ch e r N a ch a h m u n g

Besucher altägyptischer Denkmäler sind oft von den Wanddekorationen in den inneren Räumen der alten Gräber fasziniert. Gemalte Szenen aus dem idealisierten Alltag einer bronzezeitlichen Hochkultur: Bauern beim Pflügen, tanzende Jugendliche beim Fest, Handwerker bei der Arbeit. Den Besuchern erzählt der Reiseführer in der Regel, es handle sich um Darstellungen des Lebens im Jenseits, in dem sich der im Grab Bestattete jetzt befinde. Diese Auslegung der Alltagsszenen ist nicht einmal falsch. Und doch lässt sie ein adäquates Verständnis für den kontextuellen Rahmen dieser Darstellungen vermissen. Denn die Bilder eines idealisierten Lebens geben nicht eine prospektive, sondern eine retrospektive Realität wieder. Sie dienen nicht als Vorschau auf das erwartete Jenseits – das sich die ägyptischen Theologen ganz anders als mit weidenden Kühen und singenden Harfenspielern vorstellten –, sondern als Erinnerung an das erlebte Diesseits. Ein Diesseits, das der Verstorbene zwar in dieser ikonischen Dichte zeitlebens nie erfahren hat, das jedoch in fiktiver Form viele Merkmale der ägyptischen Enzyklopädie in sich trägt. Eine Simulation altägyptischer Weltanschauung. In meiner letztjährigen Dies-Rede habe ich Sie mit einer gewagten These konfrontiert: dass nämlich die kognitiven Prozesse, die der Erzeugung poe­ tischer Fiktion und wissenschaftlicher Simulation zugrunde liegen, sehr affin sind, weil beide – wie die Wanddarstellungen in ägyptischen Gräbern – in einen bildlichen (eher als in einen sprachlichen) Rahmen eingebunden sind. Heute möchte ich die Angemessenheit dieser These an mir selbst testen und Ihnen noch Gewagteres unterbreiten. Meine Frage lautet: Ist es möglich, wesentliche Eigenschaften unserer modernen universitären Realität in kontrafaktische Bilder zu kleiden? *

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Gestern Morgen platzte meine Assistentin mit einer schlechten Nachricht ins Büro: «Frau Professor Feuerbach ist gestorben. Der Dekan hat gerade angerufen.» Es war der Tag, an dem ich wie jedes Jahr der Lesefassung meiner Rede den letzten Schliff geben wollte und deshalb nicht sehr erpicht war auf Störungen. Im Nachhinein betrachtet hatte sich der Tag schon in aller Frühe eigenartig angekündigt. Beim Aufschalten des Computers, noch daheim, sichtete ich in meiner Mailbox eine dubiose Nachricht mit dem Absender aloprieno@ unibas.ch, also von mir selbst, aber eben nur fast: Es fehlte der Punkt zwischen dem ersten Buchstaben des Vornamens und dem Nachnamen. Das war zwar nicht das erste Mal, dass ich einen Brief von einem elektronischen Avatar meiner selbst bekomme, aber die meisten dieser Mails fallen nur wegen des gelegentlichen Vorkommens kyrillischer Grapheme auf und landen folgerichtig im Spamordner. Die des gestrigen Morgens war aber die erste von einem virtuellen an mein richtiges Selbst gerichtete Mail mit einem kohärenten, wenn auch sprachlich konfusen und semantisch mehrdeutigen Inhalt: «Ich habe sie effectively eliminiert. Und was machst Du, you pompous peacock? Nix erkennen!» Erhebliche sprachliche Defizite für einen Zweizeiler, dachte ich mir. Aber das scheint bei elektronischen Texten ja zunehmend der Fall zu sein. Nun, als die Assistentin mich mit ihrer Nachricht aufschreckte, war ich schockiert: «Frau Feuerbach ist gestorben?» «Ja, der Dekan meinte, sie habe heute Nacht einen Herzinfarkt erlitten. Es sei niemand da gewesen, um ihr zu helfen. Mehr hat er nicht gesagt. Er klang noch schweigsamer als sonst. Sie können ihn zurückrufen, wenn Sie möchten.» Es war niemand da, um ihr zu helfen. Meine Assistentin hatte es in einem Satz konzise auf den Punkt gebracht. Denn ohne alleinstehend zu sein, war 4


Frau Feuerbach doch stets alleine. Und in ihrer Alleinstellung nicht allen genehm. Vor drei Jahren war Frau Feuerbach für unsere Universität ein sehr kostspieliger Einkauf gewesen. Alles die Schuld der Rankings. Wir wollten damals in der empirischen Sozialforschung unser institutionelles Image aufpolieren, und es drängte sich geradezu auf, jene Persönlichkeit nach Basel zu holen, die im Fernsehen tagein, tagaus den Ausgang manipulierter Wahlen in den Krisengebieten der Welt kommentierte. An dem von ihr geleiteten «World Democracy Observatory» arbeiten bei uns nun zwanzig junge Forschende, unter anderem zwei mit einem ERC Starting Grant. Um Frau Feuerbach nach Basel zu holen, mussten wir ein neues Gleichstellungsprogramm aus dem Boden stampfen: Academic Couples of Exceptional Achievement (ACEA) – ein Projekt, das auf die Bedürfnisse akademischer Ehepaare ausgerichtet ist, bei denen beide Partner zur Spitze ihrer jeweiligen Disziplin gehören. Ja, genau, das habe ich bisher nur indirekt erwähnt: Frau Feuerbach ist – oder leider muss man jetzt sagen: war – verheiratet, und ihren Mann beriefen wir damals auch. Es ist aber beileibe nicht so, dass wir Professor Andrew Feller ohne Begeisterung nach Basel geholt hätten; ganz im Gegenteil: Er wurde von den Direktoren unserer beiden Departemente für lebenswissenschaftliche Forschung (in seltener Eintracht) als internationale Koryphäe auf dem Gebiet der Pharmakologie bezeichnet. Er ist ein fast genauso guter Forschender wie seine Frau, aber menschlich ganz anders. Herr Feller tritt, ohne unbedingt glücklicher zu wirken, jovialer und zugänglicher auf als seine Frau. Sie schwebte über den Wolken und wurde von Peers und Studierenden eher gefürchtet als verehrt; er ist allgegenwärtig und segelt auch gern in den trüben Gewässern der akademischen Selbstverwaltung. Be5


zeichnenderweise spricht er dabei häufiger von Gleichstellung als von Exzellenz. Im alten republikanischen Rom wäre Frau Feuerbach eine Konsulin, Herr Feller ein Volkstribun geworden – allerdings nur, wenn es auch im alten Rom ein Programm für Couples of Exceptional Achievement gegeben hätte. *

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«Guten Morgen, Herr Dekan, Loprieno am Apparat.» «Grüezi, Herr Rektor.» Die Stimme von Dekan Hilfiger klang gestern Morgen noch getragener als sonst. «Ja, es ist alles ganz … schwierig. Es kommt ganz … ungelegen, direkt vor dem Dies!» Na ja, der Tod kommt selten gelegen, dachte ich, und der Bezug zum heutigen Dies schien mir nicht unbedingt zwingend. Denn Frau Feuerbach ist noch nie bei einem Dies erschienen. «Wir wollen … schauen, ob wir jemanden für die Prüfungssession … finden.» Nicht nur wegen seines Geschlechtes und seiner nationalen Herkunft ist Dekan Hilfiger das pure Gegenteil von Frau Feuerbach. Kein Topforscher (er möge mir meine Direktheit verzeihen), aber ein ausgezeichneter Bürger der akademischen Republik. Und ein hervorragender Lehrer: Heute bekommt er verdienterweise den Award for Best Teaching, der immerhin zum ersten Mal an einen amtierenden Dekan verliehen wird. «Sie ist einfach tot aufgefunden worden. Heute Morgen, hat mir ihr Mann gesagt.» Mehr wusste Dekan Hilfiger nicht, was ihm auch nicht unrecht zu sein schien, und so beendete ich das Gespräch. Jetzt habe ich wegen Frau Feuerbach genug herumtelefoniert, dachte ich mir. Was bei näherer Betrachtung gar nicht stimmte: Das Gespräch mit dem Dekan war bis dahin mein einziges Telefonat gewesen. Es war wohl 6


viel eher die Geschichte mit der Mail, die an mir nagte: Ich habe sie effectively eliminiert. Sollte ich nicht wenigstens doch Herrn Feller zu erreichen versuchen, ihm mein Beileid aussprechen und mich nebenbei unauffällig nach den Hintergründen erkundigen? Ich empfand die Perspektive eines Gespräches mit Herrn Feller über seine gerade verstorbene Frau als peinlich. In der Tat: peinlich eher als bedrückend. Die beiden – immerhin Eheleute – waren stets bestrebt gewesen, in der universitären Öffentlichkeit so aufzutreten, als ob sie alleinstehend wären. Gipfelpunkt dieser Haltung war die Antwort, die mir Frau Feuerbach anlässlich der Diplomfeier ihrer Fakultät, zwischen Häppchen und Weisswein, auf meine unverfängliche Frage nach dem Wohlergehen ihres Mannes gab. «Wieso fragen Sie?», war damals ihre Reaktion gewesen. «Einfach so, weil ich ihn lange nicht gesehen habe.» «Very well, I should say, würde er jetzt antworten.» Vielleicht leben erfolgreiche Eheleute in einer Art steten Wettbewerbs. Herr Feller und Frau Feuerbach führten jedenfalls eine Art Modellehe – eine Theorie von Ehe eher als eine eigentliche Ehe. Aber es ist nicht so, dass Frau Feuerbach und Herr Feller sich nicht geliebt hätten, wie man jetzt vielleicht denken könnte. Zumindest was Frau Feuerbach betrifft, waren die äusseren Zeichen der Zuneigung durchaus zu erkennen, etwa ein Foto von Mann und Kind in ihrem Büro (selbst war ich nie dort, aber als Tagesschau-Konsument kam man nicht umhin, sehr viel von ihr zu erfahren) – ein Foto von Mann und Kind mit einer Überschrift, die an die letzten Verse erinnerte, mit denen die Äbtissin im Prolog von Geoffrey Chaucers Canterbury Tales eingeführt wird und deshalb ein Quäntchen gewollt wirkte: 7


An theron heng a brooch of gold ful sheene, On which ther was first write a crowned A And after Amor vincit omnia.

Neben das grosse A von «Amor» hatte eine unsichere Hand (die Hand eines Kindes?) ein kleines Pluszeichen gesetzt. Das Kind des Paares kenne ich zufällig auch, weil es in dieselbe Klasse wie mein Sohn geht. Ein Kind, das die Eltern für unterfordert halten (es ist schon erstaunlich, wie viele überbegabte Kinder unsere Gymnasien frequentieren), die Schulfreunde hingegen eher vernachlässigen. *

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Ich bemühte mich, an der Lesefassung meiner Dies-Rede weiterzuarbeiten, aber das wollte mir nicht gelingen. Zu jenem Zeitpunkt muss ich beschlossen haben, den vorbereiteten Text sein zu lassen und Ihnen heute anstelle der vorgesehenen langweiligen Rede die gestrigen Erlebnisse zu erzählen. Ich lief in meinem Büro hin und her. Schliesslich rief ich Kollege Feller auf seinem Natel an. Er antwortete mir auf Deutsch. Seit einiger Zeit besteht Herr Feller darauf, mit mir auf Deutsch (freilich in angelsächsischer Färbung) zu verkehren. Ich denke, damit will er ein polemisches Zeichen setzen. Herr Feller schrieb nämlich vor vier Monaten einen Brief an das Rektorat mit der Aufforderung, man möge fortan die Rektoratsbeschlüsse auch auf Englisch publizieren, damit sich alle Mitglieder einer globalisierten Institution wie der unsrigen die Feinheiten dieser Textgattung in aller semantischen Schärfe zu Gemüte führen können. Als Antwort auf diesen anspielungsreichen Brief erliess das Rektorat einen nicht minder anspielungsreichen Beschluss, der den offiziellen Status, der dem Englischen erst kürzlich zuerkannt worden war, auslegte. Dass man je nach Kontext das Deutsche oder das 8


Englische benutzen könne, bedeute nicht – so war in diesem Beschluss zu lesen –, dass man in jedem Kontext sowohl das Deutsche als auch das Englische benutzen müsse. Die Einführung der Zweisprachigkeit sei als Vereinfachung, nicht als Verkomplizierung des Lebens in unserem akademischen Gemeinwesen gemeint. Und im persönlichen Begleitbrief an Herrn Feller versuchte ich, ihm das mit dem ironisch-kollegialen Satz zu verdeutlichen: We are not in Belgium here! Ich gebe zu, das hätte ich mir sparen können. Aber die Sprachproblematik bewegt mich. Einerseits bringe ich wenig Verständnis dafür auf, sich ideologisch gegen den Vormarsch einer internationalen Sprache der Wissenschaft zu sperren. Noch weniger Verständnis habe ich andererseits für den Widerstand gegen eine eigene sprachliche Integration in unser deutschsprachiges Umfeld. Es ist nicht nur Zufall, sondern es kommt immer ein Hauch Notwendigkeit hinzu, wenn das akademische Schiff, auf dem wir unsere kleine Kabine gemietet haben, an einem bestimmten universitären Hafen andockt. Deshalb lautet das beste akademische Sprachrezept: englischsprachige Globalität und baseldeutsche Provinzialität als zwei Pole einer sprachlichen Vielfalt, die erst das polyglotte Denken einer Universität ausmacht. *

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Am Telefon klang Andrew Feller verständlicherweise bedrückt und kurz angebunden. «Herr Loprieno, es ist alles so schrecklich. Herzversagen. Ich bin im Spital.» «War sie zuhause?» «Nein, in ihrem Studio», antwortete er. «Sie hat dort die Nacht verbracht. Sie muss hingefahren sein, nachdem Armando und ich zur Aufführung kamen. Heute Morgen wollte ich sie abholen, sie lag tot in ihrem Bett …» 9


Aha, das Studio, Armando und die Aufführung. Ich wusste nichts von diesem Studio, aber eine schnelle telefonische Nachfrage bei Frau Rentsch, der Geschäftsführerin der Fakultät, lüftete das Geheimnis: Neben dem gemeinsamen Haus auf dem Bruderholz bewohnte Frau Feuerbach auch ein kleines Apartment in der Altstadt, wo sie ihre Fachliteratur aufbewahrte. (Das Bild mit der Überschrift Amor vincit omnia hängt also wahrscheinlich in ihrem Studio, nicht in ihrem Büro.) Dorthin zog sie sich zurück, wenn sie «Wissenschaft betreiben» wollte. Wobei wir nie ganz genau wissen, ob die gesuchte Wissenschaft uns eher hin zu den Büchern oder weg von zuhause treibt. Denn zuhause bei Feller-Feuerbachs scheint häufig auch Armando zugegen zu sein. Armando ist nicht etwa das Kind des Paares (der Sohn heisst übrigens Pierre Marie), sondern so etwas wie der rührigste Postdoc der Universität Basel. Hauptberuflich organisiert Armando Tourn Fellers Labor – und gelegentlich sogar Fellers Leben. Häufig holt er Pierre Marie von der Schule ab. Armando ist zudem ein Magier in Informatikdingen, dem es praktisch im Alleingang gelungen ist, gegen die Bedenken der geballten universitären Verwaltung für Fellers Forschungsgruppe einen eigenen Server mit höchstem Sicherheitsstandard einzurichten. Und der Erfolg hat ihm Recht gegeben: Erst vor einigen Tagen gelang Armando die Neutralisierung einer umfassenden Virusattacke auf das elektronische Netz der Universität – eine Leistung, für die er sich seitens der Universität (besonders von mir) grössere Anerkennung gewünscht hätte. Nachdem Armando und ich zur Aufführung kamen, hatte Herr Feller am Telefon gesagt. Vorgestern Abend wurde in der Tat in den Räumlichkeiten des Englischen Seminars William Shakespeares The Tragedy of King Richard the Second von der studentischen Theatergruppe unter der Leitung Professor 10


Jan Nordsterns aufgeführt. Eine seit Jahren bestehende, sehr erfolgreiche Initiative, die sich zu einem obligaten Treffpunkt für unsere (insbesondere, aber nicht ausschliesslich englischsprachige) universitäre Intelligenzija entwickelt hat. Jedes Jahr ein neues Stück von Shakespeare, das der erfahrene Theaterwissenschaftler in einen subtilen Bezug zur aktuellen Situation an der Universität zu bringen und durch trickreiche choreographische Effekte zu inszenieren weiss. Bei Richard II war dies – so glaube ich, denn sicher ist man in der Fiktion nie – der Kampf der Fakultäten um zusätzliche Mittel und die erwartete Schlichtungsrolle des Rektorates: Die beiden Adligen Henry Bolingbroke und Thomas Mowbray, die König Richard in Shake­ speares Stück wider Erwarten nicht versöhnt und die sich stattdessen duellieren, trugen die Dekanatsketten zweier unserer Fakultäten – jene Ketten, die auch heute von den betreffenden Dekanen getragen werden. Ich kann nur hoffen, dass der intendierte Bezug zur aktuellen Universitätspolitik nicht etwa in dem Hinweis auf die Ermordung von König Richard lag – Gott sei Dank trug er in der Aufführung keine Rektoratskette. Als ich nach der gelungenen Aufführung den Kollegen Nordstern darauf ansprach, ­reagierte er mit Bedacht: «Vertreter des elisabethanischen Adels kann man durchaus mit heutigen Dekanen gleichsetzen, aber ein Rektor ist gewiss kein König und eigentlich auch kein republikanischer Präsident», sagte er. «Die akademische Republik unterscheidet sich von anderen Gebilden dadurch, dass sie nicht auf dem Prinzip der Führung, sondern auf jenem des Konsenses basiert. Sie, lieber Herr Rektor, müssten zurücktreten, wenn Sie nur 51% Ihrer Peers hinter sich wüssten. Anders als Richard II, der von Gottes Gnaden regierte, oder als ein Regierungsrat, der allenfalls mit knapper Mehrheit gewählt wird, erwartet man von Ihnen, dass Sie das Vertrauen von mehr als 90% der Universität gewinnen.» 11


Dieser Mann versteht etwas von der Universität, dachte ich. Der Sinn universitärer Gremien ist tatsächlich nicht die Administrierung von Macht, sondern die Erzeugung von Einverständnis. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb unsere Schweizer Universitäten – zumindest in unseren eigenen Augen – das beste akademische System der Welt verkörpern: weil bei uns die akademische Entscheidungsfindung dem vorherrschenden politischen Diskurs ähnelt. Oder ist es andersherum? Ist der politische Diskurs bei uns so lebendig, weil er nach den Kriterien akademischer Umgangsformen geführt wird? Wie dem auch sei: Bei dem Theaterstück hatte ich vorgestern Abend in der Tat auch Professor Feller und Dr. Tourn gesehen, die ich während der Pause allerdings tunlichst zu meiden versuchte. Weder verspürte ich Lust, mich auf eine Diskussion über das Englische als Sprache der Universität einzulassen, noch wollte ich meine täglichen Versäumnisse bei der Motivierung des akademischen Nachwuchses vor Augen geführt bekommen, und es wäre sicherlich dazu gekommen. Oder vielleicht doch nicht, denn das pharmakologische Duo schien mit anderen Problemen beschäftigt zu sein, wie mir plötzlich einfiel, als ich an eine Szene kurz vor dem Ende der Aufführung zurückdachte. Im Stück ging es gerade darum, dass der adlige Exton den eingesperrten König Richard ermordet hat, weil er eine Aussage des neuen Königs Henry Bolingbroke so verstanden hatte, als wünschte sich Letzterer den Tod des alten Königs: Exton: From your own mouth, my lord, did I this deed. Henry Bolingbroke: They love not poison that do poison need Nor do I thee: though I did wish him dead, I hate the murderer, love him murdered.

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Just in diesem Augenblick waren Andrew und Armando aufgestanden und gegangen. *

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«Mein aufrichtiges Beileid, lieber Herr Feller. Falls meine Frau und ich etwas tun können, auch für Pierre Marie, lassen Sie es mich wissen. Und wegen der Bestattung – falls Sie es wünschen, stehe ich für eine Rede zur Verfügung.» Im Nachhinein weiss ich nicht mehr, was ich mit diesen absurd selbstgefälligen Worten gemeint haben könnte. Vielleicht suchte ich nur einen Weg, um mich von Herrn Feller zu verabschieden. Wieder versuchte ich, mich zur Arbeit zu zwingen, was dringend nötig gewesen wäre, sass ich doch inzwischen vor einem weissen Blatt auf meinem Bildschirm, auf dem bislang nur ein einsamer Titel stand: «Dies-Rede neu». Es fehlte mir die zündende Idee, wie ich die Geschichte aufgleisen könnte. Ich habe sie effectively eliminiert. Und was machst Du, you pompous peacock? Nix erkennen! Sollte die Mail tatsächlich mit dem Tod von Frau Feuerbach zu tun haben? Stammte sie aus der Hand von jemand, der seine Hände im Spiel hatte? Ich musste mit Frau Rentsch reden. Frau Rentsch ist unsere fähigste fakultäre Geschäftsführerin. Wenn ihr professorale Gestaltungsmöglichkeiten offen stünden, würde man ihr Genie erkennen, denn sie hat ein sicheres Gespür für die organisatorischen Schwächen der Universität und weiss sich systematisch für deren Behebung einzusetzen, noch dazu ohne den Lehrkörper zu brüskieren. Frau Rentsch weiss (obwohl sie es nicht so formulieren würde), dass der wichtigste Unterschied zwischen der Universität, die wir Älteren kennen und in der wir gross geworden sind, und jener, die wir jetzt erleben dürfen, die vollzogene Trennung der Einheit von akademischen und 13


administrativen Strukturen ist. Die humboldtsche Universität war ein virtuelles Konstrukt, das es erlaubte, im Geographischen Institut dem Studium des Faches Geographie und im Romanischen Seminar dem Studium des Faches Romanistik zu frönen – zwei Herzogtümer, die intern in akademische und administrative Funktionen untergliedert waren und über ein je eigenes, wenn auch manchmal quantitativ bescheidenes Budget verfügten: Jedem Institut seinen Studiengang, seine Sekretärin, seinen Informatiker, seine Bibliothek, seinen Direktor, seine Räume, seine Träume – jede Einheit als autonomer Kleinstaat in einem lose verbundenen Reich namens Universität. Die Logik des Standes. In den letzten Jahrzehnten fanden politische und gesellschaftliche Veränderungen statt – die Entlassung in die Autonomie, die Einführung des BolognaSystems, die Erweiterung der kantonalen Trägerschaft –, die das Kaiserreich in eine engmaschige Republik umgeformt haben. Anstelle von herzoglichen Delegierten verwalten jetzt spezialisierte Fachleute ein transparentes Gesamtbudget und übernehmen Aufgaben für das Gemeinwohl: Studiengänge, Sekretärinnen, Informatiker, Bibliotheken, Direktoren, Räume, Träume nicht für einen Kleinstaat allein, sondern für die gemeinsame Universität. Die Logik des Projektes. *

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Frau Rentsch war gleich am Telefon, wobei sie gleichzeitig auch auf dem Bauplatz des neuesten fakultären Gebäudes oder in der wöchentlichen Teamsitzung mit ihren Mitarbeitenden zu finden gewesen wäre. «Guten Morgen, Frau Rentsch. Ich weiss, dass meine Assistentin Sie schon angerufen hat, und ich bitte um Verzeihung, wenn ich Sie noch einmal wegen Frau Feuerbachs Tod stören muss. Ich möchte Ihnen eine unverblümte 14


Frage stellen: Meinen Sie, dass es jemanden geben könnte, der sich Frau Feuerbachs Tod … wünschte?» «Da haben Sie, Herr Rektor, die Qual der Wahl. Ich will ganz direkt antworten: Frau Feuerbach war die beste Professorin unserer Fakultät, aber nicht die netteste, das wissen Sie selbst ganz genau. Auch zu Ihnen war sie nicht besonders nett, lieber Herr Loprieno …» Hoppla, das tat weh. Ich denke, Frau Rentsch bezog sich auf das letzte Interview von Frau Feuerbach, in dem sie auf die Frage, was der Universität Basel fehle, um mit den besten Universitäten der Welt zu konkurrieren, sinngemäss antwortete, dass sich der hiesige Rektor – anders als in Heidelberg oder Cambridge – zu wenig um die guten Köpfe der Universität und zu viel um «seine mittelmässigen Klienten» kümmere. Ich weiss nicht, auf wen sich Frau Feuerbach mit dem Ausdruck «mittelmässige Klienten» bezogen haben mag, glaube jedoch zu verstehen (und auch nachzuvollziehen), worum es ihr in diesem Interview ging. Wie viele Wissensschaffende, die sich dem Geist einer unternehmerischen Universität verpflichtet fühlen, hegte sie eine elitäre Verachtung für diejenigen Kollegen, ob in der Akademie oder in der Selbstverwaltung, bei denen sie einen Hang zur Pflege von Sonderrechten anstelle von Qualität zu erkennen glaubte. Wie viele hervorragende Wissenschaftler interpretierte sie die Universität einzig als society of achievers und nicht als community of peers. Damit bezog sie sozusagen die Gegenposition zu jener von Herrn Nordstern. Und sie war enttäuscht, wenn man ihr gelegentlich nicht zustimmen konnte – oder wollte. «Gut, ich verstehe, was Sie meinen. Aber abgesehen von mir, liebe Frau Rentsch, fallen Ihnen auch andere Leute ein, denen Frau Feuerbach gelegentlich auf die Nerven ging?» 15


«Ja, durchaus. Sehr viele sogar: unser Forschungsdekan, der sich stets beschwert, dass er für Frau Feuerbach und ihre Wünsche mehr Zeit investieren muss als für alle anderen 25 Professorinnen und Professoren der Fakultät zusammen; Frau Pretorius, der Frau Feuerbach den besten Doktoranden weggeschnappt hat, nachdem er ein besonders gut ausgestattetes SNF-Stipendium bekommen hatte; aber auch in anderen Fakultäten, etwa der Völkerrechtler Herr Winter, der Frau Feuerbach ihre ironischen Kommentare über das «selbsternannte juristische Weltwunder» nicht verzeihen kann. Und schauen Sie sich im Rektorat um: Der Verwaltungsdirektor hat wenig Freude daran, dass Frau Feuerbach nur Business Class fliegt, wenn sie wegen ihrer vielen Meilen nicht gleich ein Upgrade auf First erhält. Wenn ich jedoch Agatha Christie spielen müsste und Ihnen nur eine einzelne Person nennen dürfte, würde ich auf Herrn Becker setzen. Et bonne chance, M. Poirot!» Sicher war Frau Feuerbach keine beliebte Zeitgenossin gewesen. Aber trotz der Anspielungen von Frau Rentsch hatte ich sie irgendwie gemocht. Ich habe sie jedenfalls nicht eliminiert. Eliminiert? War dies nicht das Wort in der frühmorgendlichen Mail? Könnte es wirklich Becker gewesen sein? Unmöglich. Dennoch nahm ich mir vor, ihn auf diskrete Art zu verhören, da ich ihn am Nachmittag ohnehin sehen würde. Der Grund für die Vermutung von Frau Rentsch war gewiss die Auseinandersetzung über Frau Feuerbachs Rolle in Universität und Politik im Feuilletonteil unserer lokalen Zeitung. Herr Becker ist dort Ressortleiter für den Bereich «Wissen», und ich sollte ihn für das traditionelle Interview vor dem Dies treffen. Mir machen diese Interviews keine Freude – nicht etwa wegen Herrn Becker, dem zu begegnen ich mich durchaus freue, sondern wegen der Thematik, auf die man dabei wie eine tibetanische Gebetsmühle immer wieder zu sprechen kommt: die Bologna-Reform. 16


Bevor sich Herr Becker für die Lehre an der Universität Basel zu interessieren begann, führte ich seine diffuse Kritik gegen das jetzige Studienmodell auf eine romantische Sehnsucht nach vergangener Perfektion zurück: Früher war sowieso alles besser. Es wurden mehr Tore geschossen, das lose Kaiserreich war besser als die engmaschige Republik, das Lizentiat war besser als der Bachelor, und Jerusalems salomonischer Tempel war viel imposanter als der nachexilische, archäologische Realität hin oder her. Aber dann kam Herrn Beckers Diskussion mit Frau Feuerbach als Direktorin des World Democracy Observatory. Herr Becker hatte den seltenen Mut, auch einmal eine Professorin frontal anzugreifen, was ich ihm hoch anrechne. In der Regel greifen Journalisten nur gutmeinende Rektoratsmitglieder an, wirken jedoch im Umgang mit Professorinnen, in deren Händen die wahre akademische Macht liegt, plötzlich wie gelähmt. Nicht so Herr Becker: Im Interview meinte er, dass Frau Feuerbach trotz (oder vielleicht wegen) ihrer politischen Tätigkeit ihrer Lehrverpflichtung nicht nachkomme, keine Ahnung habe, was ein Studienprogramm sei, und nur assoziativ das unterrichte, was ihr gerade durch den Kopf gehe. Ohne Studienziele, ohne Planung. Das habe er, Becker, von mehreren Studierenden gehört. Herr Becker hatte Recht, und zwar in grösserem Ausmass, als ihm das selbst bewusst war. Denn der hauptsächliche Unterschied zwischen dem «alten» und dem «neuen» Studienmodell liegt in der Dialektik von Studienprogramm und fachlicher Kohärenz. Das humboldtsche Modell war primär darauf ausgerichtet, das methodische Instrumentarium und umfassende Kenntnisse in einer wissenschaftlichen Disziplin zu vermitteln. Der Weg dahin war individuell und kumulativ. Mit der Umsetzung der BolognaReform hätte das Primat des Faches durch das Primat des Studienprogramms 17


ersetzt werden sollen: Wie organisiere ich wissenschaftliche Inhalte so, dass sie im Rahmen eines bestimmbaren Zeitaufwandes studierbar werden? Vom selbständigen zum gesteuerten, vom kumulativen zum modularen Studium. Dieser Paradigmenwechsel hätte stattfinden sollen, ist aber nicht erfolgt. Weiterhin gestalten wir das universitäre Studium nach den Kategorien des fachlichen Angebots und nicht nach jenen der programmatischen Abfolge. Deshalb ist unser kontinentaleuropäischer Blick auf Bologna so schief wie die zwei Türme der gleichnamigen italienischen Stadt. Wir sind wie die Conversos im frühneuzeitlichen Spanien, die hinter äusseren Zeichen christlicher Bekehrung weiterhin ihr angestammtes Judentum praktizierten. Irgendwann in der Zukunft werden wir uns aber entscheiden müssen, ob wir der Flexibilität eines Studienprogramms oder der Stabilität eines Studienfaches den Vorzug geben wollen. Beides sind legitime, aber nicht identische akademische Anliegen. Bis dahin werden wir im jetzigen bolognesischen Limbo verweilen. *

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«Wenn Sie mich fragen, hat sich Frau Feuerbach selbst umgebracht» – der plötzliche Einwurf meiner Assistentin hatte was für sich. «Wer geht schon freiwillig Wissenschaft betreiben, wenn der eigene Ehemann mit einem anderen Mann ins Theater geht und das Kind allein zuhause bleibt? Der armen Frau war es einfach zu viel. Die Mail hat damit nichts zu tun.» Offenbar hatte auch meine Assistentin die seltsame Spammail gelesen. Ich habe sie effectively eliminiert. Wie konnte jemand heute am frühen Morgen bereits wissen, dass Frau Feuerbach tot war? Auf diese Frage hatte ich zunächst keine Antwort. 18


Am Mittag traf ich mich zum Lunch mit meiner Frau und erzählte ihr die ganze Geschichte – und auch, dass ich beschlossen hatte, anstelle der bereits geschriebenen Dies-Rede über die erstaunlichen Vorkommnisse dieses Tages zu berichten. «Untersteh dich!», war ihre Reaktion, wie immer, wenn sie befürchtet, dass ich mich blamiere. «Die Festversammlung wird mir dankbar sein», konterte ich. «Als die Rektoren häufig wechselten, enthielten die Dies-Reden jedes Jahr neuen food for thought. Aber es ist einfach langweilig, jedes Jahr mich hören zu müssen.» Der Überzeugungskraft dieses Arguments musste sich sogar meine Frau beugen. – «Übrigens, ich habe Herrn Feller am Telefon gesagt, dass Pierre Marie zu uns kommen könne, wenn es ihm in diesen Tagen zu viel würde. Kannst du dich darum kümmern?» Am frühen Nachmittag rief dann Armando Tourn an. Uns beide verbindet Konfessionelles. «Caro Presidente», sagte er in seinem unnachahmlichen Kreol aus angestammtem Französisch, angeborenem Spanisch und angelerntem Italienisch, «je pars, je m’en vais. Voy a regresar a mi país. Me dieron una plaza fija en la Facultad de Zoología de la Universidad Nacional. Médicaments pour les animaux, j’en ai assez de Bâle. Et toi, mon frère, tu ne t’intéresses pas du tout à ce que je fais! Pero el niño me faltará mucho. Peut-être viendra-t-il étudier en Uruguay. Je vais lui écrire une lettre, et lui dire que je l’aime beaucoup – y que mi casa siempre será su casa. Que te vaya bien, y saludos a la comunidad.» Ja, unsere Gemeinde. Was werden die alten Damen sagen, wenn sie die ganze Geschichte hören? *

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Nach einer unruhigen Nacht trieb es mich heute Morgen gegen 5 Uhr aus dem Bett. Ich dachte zurück an die Aufführung und an die gestrigen Ereignisse, und es wurde mir langsam klar: Ein passender Shakespearean title für das gerade Geschehene wäre A Tale of Academic Jealousy. Denn in dieser Geschichte ist vor allem Eifersucht im Spiel. Frau Feuerbach war auf die Popularität ihres Mannes unter Studierenden und Mitarbeitern eifersüchtig, er hingegen auf ihr Genie und ihre elitär wirkende Distanz, die in der Community oft als Anzeichen für die Einhaltung exzellenter Standards ausgelegt wird. Und beide waren vereint in ihrer Eifersucht auf Armando, auf seine Fähigkeit, ihrem Kind jenes kontaminierende Gefühl zu vermitteln, das eine kleine Familie anders sein lässt als eine nicht minder kleine akademische Community. Mich traf der Schlag, ich musste die ganze Zeit blind gewesen sein. Die Aufführung von Richard II mit dem theatralischen Weggang von Andrew und Armando, Frau Feuerbachs Tod, die mehrsprachige Spammail am frühen Morgen, die geteilte Liebe, die akademische Macht, das Gift der Eifersucht. Das Gift: They love not poison that do poison need. Wie konnte ich das übersehen haben? Das notwendige Gift, mit dem Armando seinen Freund und Mentor und Chef vom Joch einer dominierenden Frau befreien wollte, entpuppte sich als abscheulich, sobald es eingesetzt wurde. Jetzt verstand ich, so war es. Schnell im Internet nachgeschaut. Google-Suche: «Gift verursacht Herzinfarkt». 13 000 Ergebnisse, unter anderem ein vielversprechender Eintrag auf www.gutefrage.net: «Es gibt schon Gifte, die einen Herztod verursachen, aber hinterher nicht mehr oder nur sehr aufwendig nachweisbar sind. Die Wissenschaftler der Landeskriminalämter wissen um diese Problematik und kennen auch die infrage kommenden Substanzen.» 20


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