Patrick Halbeisen Margrit MĂźller BĂŠatrice Veyrassat (Hg.)
Wirtschaftsgeschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert
Patrick Halbeisen Margrit MĂźller BĂŠatrice Veyrassat (Hg.)
Wirtschaftsgeschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert
Schwabe Verlag Basel
Die folgenden Institutionen und Stiftungen haben die Publikation unterstützt:
Die Schweizerische Nationalbank, die Vontobel-Stiftung und der Gerold-und-NiklausSchnitter-Fonds für Technikgeschichte der ETZ Zürich haben den Entstehungsprozess mit grosszügigen Beiträgen und Beitragszusagen unterstützt. Damit konnten die Koordinationsarbeiten in der Anfangsphase, die Arbeitstagungen der Autorinnen und Autoren sowie die aufwendige, in einigen Teilen des Buches besonders umfangreiche Erarbeitung und Aufbereitung der statistischen Grundlagen finanziert werden. Die Schweizerische Akademie für Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW ermöglichte die Durchführung der beiden Tagungen mit den in- und ausländischen Experten im Juni 2010.
Namhafte Druckkostenbeiträge leisteten:
Schweizerische Nationalbank, Zürich Jubiläumsstiftung der Schweizerischen Mobiliar Genossenschaft, Bern , Zug
Gerold-und-Niklaus-Schnitter-Fonds, Oberrieden Migros-Kulturprozent, Zürich NESTLÉ SA, Vevey UBS Kulturstiftung
Beiträge an die Übersetzungskosten leisteten folgende Universitäten und Stiftungen:
Université de Genève – Fonds Général Université de Lausanne, Faculté des lettres Université de Neuchâtel, Faculté des lettres et sciences humaines Università della Svizzera italiana – Laboratorio di Storia delle Alpi (LabiSAlp) Oertli-Stiftung, Zürich
Wissenschaftliche Trägerschaft
Unter der Ägide der Schweizerischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozial geschichte SGWSG hat eine Gruppe bestehend aus dreizehn Wirtschaftshistoriker innen und -historikern das Konzept für eine nach modernen wissenschaftlichen Grundsätzen konzipierte Wirtschaftsgeschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert erarbeitet. Die zu einem grossen Teil von ihnen selbst sowie weiteren acht Autoren verfassten Kapitel wurden an mehreren Arbeitstagungen präsentiert und kommentiert.
Konzept und Inhalt der Kapitel entstanden somit in einem intensiven Dialog, wobei die Autorinnen und A utoren bei ihrer Interpretation die völlige Freiheit behielten und für ihre Kapitel verantwortlich sind. Alle Autorinnen und Autoren haben ihre Beiträge unentgeltlich verfasst. Thomas David, Prof. Dr., Université de Lausanne (Präsident der SGWSG 2009–) Bernard Degen, Dr., Universität Basel Sébastien Guex, Prof. Dr., Université de Lausanne (Vorstandsmitglied der SGWSG bis 2008) David Gugerli, Prof. Dr., ETH Zürich Patrick Halbeisen, Dr., Schweizerische Nationalbank Luigi Lorenzetti, Dr., Università della Svizzera Italiana Margrit Müller, Dr., Universität Zürich (Präsidentin des SGWSG 1999–2005; Vorstandsmitglied bis 2009) Tobias Straumann, Dr., Universität Zürich (Vorstandsmitglied der SGWSG) Brigitte Studer, Prof. Dr., Universität Bern (Vorstandsmitglied der SGWSG) Jakob Tanner, Prof. Dr., Universität Zürich (Vorstandsmitglied der SGWSG) Laurent Tissot, Prof. Dr., Université de Neuchâtel (Präsident der SGWSG 2005–2009; Vorstandsmitglied der SGWSG) Béatrice Veyrassat, Dr., Université de Genève (Vorstandsmitglied der SGWSG bis 2008) Ulrich Woitek, Prof. Dr., Universität Zürich
Wissenschaftliche Gutachter
Zu allen Kapiteln wurden von renommierten in- und ausländischen Wissenschaftlern je zwei Gutachten erstellt und zusammen mit den Autorinnen und Autoren im Rahmen zweier wissenschaftlicher Tagungen diskutiert. Die folgenden Experten haben mit ihren kenntnisreichen Kommentaren neue Akzente gesetzt sowie hilfreiche Anregungen beigesteuert und damit wesentlich zum guten Gelingen der Abschlussarbeiten beigetragen: Christoph Conrad, Prof., Université de Genève, Schweiz Patrick Fridenson, Prof., Ecole des hautes études en sciences sociales EHESS, Paris, Frankreich Harold James, Prof., Princeton University, USA Peter Kugler, Prof., Universität Basel, Schweiz Harm G. Schröter, Prof., Universität Bergen, Norwegen Hansjörg Siegenthaler, Prof. em., Universität Zürich, Schweiz Jan Luiten van Zanden, Prof., Universität Utrecht, Niederlande Patrick Verley, Prof. em., Université de Genève, Schweiz
Redaktion und Koordination
Die Herausgeberschaft – Patrick Halbeisen, Margrit Müller und Béatrice Veyrassat – hat die Kapitel redigiert, mit kapitelübergreifenden Verweisen versehen und insbesondere das in den verschiedenen Kapiteln verwendete statistische Datenmaterial aufeinander abgestimmt. Sie wurde dabei von Manuel Hiestand unterstützt, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter die in den verschiedenen Kapiteln anfallenden statistischen Arbeiten betreut und einen grossen Teil der Grafiken erstellt und bereinigt hat. Die Datenreihen, die im Rahmen der Publikation neu berechnet bzw. erhoben oder ergänzt wurden, werden in die Historische Statistik der Schweiz Online (HSSO) integriert und dort auch dokumentiert. Damit werden die verwendete Datenbasis leicht zugänglich gemacht und die neuen Datenreihen der Öffentlichkeit zur breiten Nutzung zur Verfügung gestellt. Übersetzungsarbeiten
Die Wirtschaftsgeschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert ist ein Gemeinschaftswerk, an dem Autorinnen und Autoren aus allen Sprachregionen mitgewirkt haben. Mehrere Kapitel wurden in französischer Sprache verfasst und für die deutschsprachige Ausgabe aus dem Französischen übersetzt von: Reto Furter Alice Holenstein-Beereuter Kerstin Martinez Griese Christoph Rüegger
© 2012 Schwabe AG, Verlag, Basel, Schweiz Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Das Werk einschliesslich seiner Teile darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in keiner Form reproduziert oder elektronisch verarbeitet, vervielfältigt, zugänglich gemacht oder verbreitet werden. Lektorat: Nana Badenberg, Schwabe Layout und Satz der Grafiken: Manuel Hiestand, Zürich Umschlaggestaltung unter Verwendung einer Grafik, die die jährlichen Wachstumsraten des realen Bruttoinlandprodukts pro Kopf der Schweiz wiedergibt: Thomas Lutz, Schwabe Schrift: Adobe Caslon Pro und Syntax LT Std Papier: Munken Lynx naturweiss matt satiniert, holzfrei, 80 g / m2 Gesamtherstellung: Schwabe AG, Druckerei, Muttenz/Basel Printed in Switzerland ISBN Printausgabe 978-3-7965-2815-6 ISBN Flipping Book 978-3-7965-2816-3 rights@schwabe.ch www.schwabeverlag.ch
Inhalt I. Vorwort. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
15
II. Einführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
17
III.
Wirtschaft und Gesellschaft an der Wende zum 20. Jahrhundert. . . .
33
III.i
Weltoffenheit – Abhängigkeit – Interdependenz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
35
III.ii
Institutionelle Reformen – Wirtschafts- und Sozialpolitik. . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
61
III.iii
Schlussbetrachtungen 76
Patrick Halbeisen, Margrit Müller und B éatrice Veyrassat
III.iv
Béatrice Veyrassat
III.i.1. Äussere Zwänge und interne Lösungen: zwischen Herausforderungen und Möglichkeiten [35] – III.i.2. Rascher sozioökonomischer Wandel [37] – III.i.3. Die strukturellen Herausforderungen der Landwirtschaft [38] – III.i.4. Tourismus und Finanzdienstleistungen: neue Wachstumspfade [41] – III.i.5. Die Erneuerung der industriellen und technischen Strukturen [46] – III.i.6. Internationale Integration und Wachstumsregime: Interpretationsansätze [50]
III.ii.1. Anfechtung der liberalen Ordnung und institutioneller Wandel [62] – III.ii.2. Auf der Suche nach einem neuen Machtgleichgewicht [63] – III.ii.3. Schranken für den Bundesstaat [65] – III.ii.4. Zwischen Intervention und Zurückhaltung: politische Anpassungsprozesse [65] – III.ii.5. «Alle ersuchen um die Intervention der Zentralgewalt …» [66] – III.ii.6. Von der Rhetorik zu konkreten Interventionsmassnahmen: ein vorsichtiger Pragmatismus [68]
Bibliographie 78
Teil 1: Wirtschaftliche Entwicklung, D emographie und Technologie Einleitung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
85
1.1
Wohlstand, Wachstum und Konjunktur .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
91
1.1.1
Der Wohlstand der Schweiz im internationalen Vergleich. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
92
1.1.2
Analyse des Wachstums und der Wachstumsfaktoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112
1.1.3
Konjunkturverlauf und Konjunkturperioden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130
1.1.4
Löhne, Preise und internationale Wettbewerbsfähigkeit .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 175
David Gugerli, Luigi Lorenzetti, Margrit Müller, Jakob Tanner und Ulrich Woitek Margrit Müller und Ulrich Woitek (unter Mitarbeit von Manuel Hiestand)
1.1.1.1 Das BIP pro Kopf als Wohlstandsindikator [92] – 1.1.1.2 Einkommen, Lebenshaltungs kosten und Reallohn [97] – 1.1.1.3 Sparen und Vermögen [102] – 1.1.1.4 Einkommen aus dem Ausland [108] – 1.1.1.5 Fazit [112]
1.1.2.1 Das Wirtschaftswachstum der Schweiz im internationalen Vergleich [113] – 1.1.2.2 Der Beitrag des Bevölkerungswachstums und der Beschäftigung zum BIP(BWS) [115] – 1.1.2.3 Der Wachstumsbeitrag der Produktionsfaktoren [120] – 1.1.2.4 Strukturwandel und Beitrag der Wirtschaftssektoren zum BIP(BWS)-Wachstum [122] – 1.1.2.5 Fazit [129] 1.1.3.1 Der Konjunkturverlauf im Überblick [132] – 1.1.3.2 Der Aufschwung der 1920er Jahre und die Grosse Depression [142] – 1.1.3.3 Der Konjunkturverlauf 1960–2005 [157] – 1.1.3.4 Fazit [171]
1.1.4.1 Die Entwicklung der Löhne, der Arbeitskosten und der Arbeitsproduktivität [176] – 1.1.4.2 Die Preisentwicklung im Inland und in den Handelsbeziehungen mit dem Ausland [187] – 1.1.4.3 Internationale Wettbewerbsfähigkeit und der Beitrag des Aussenhandels zu Wachstum und Wohlstand [194] – 1.1.4.4 Fazit [200]
8
Inhalt
1.1.5 Schlussbetrachtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203 1.1.6 Bibliographie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 211 1.1.7 Anhang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 217 1.2
Demographie und Wirtschaftsentwicklung*. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 223
1.2.1
Allgemeine demographische Entwicklungslinien .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 224
1.2.2
Altersstruktur und erwerbstätige Bevölkerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 231
Luigi Lorenzetti
1.2.1.1 Der erste demographische Übergang: Gleichgewicht bei niedrigem Bevölkerungs wachstum [224] – 1.2.1.2 Der zweite demographische Übergang [229]
1.2.2.1 Die Strukturindikatoren [231] – 1.2.2.2 Die demographische Alterung und ihre Heraus forderungen [234] – 1.2.2.3 Demographische Struktur und Erwerbstätigkeit [235]
1.2.3 Wanderungsbewegungen.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 240 1.2.3.1 Wanderungssaldi während der Krisenzeiten in der ersten Jahrhunderthälfte [242] – 1.2.3.2 Neue Voraussetzungen und Wanderungsbewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg [245]
1.2.4
Zusammenhänge zwischen Demographie und Ökonomie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 249
1.2.5
Generationeneffekte und Ökonomie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 256
1.2.4.1 Bevölkerungsstruktur und Wirtschaftswachstum [251] – 1.2.4.2 Bevölkerungsstruktur und Eintritt ins Erwerbsleben [252] – 1.2.4.3 Erwerbstätigkeit und Fertilität [253]
1.2.5.1 Ein angepasstes Reproduktionsverhalten [256] – 1.2.5.2 Der Einfluss der Wanderungs bewegung [258]
1.2.6 Schlussbetrachtungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 260 1.2.7 Bibliographie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 262 1.3
Wissen und Technologie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 265
1.3.1
Materielle und immaterielle Ressourcen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 265
1.3.2
Forschung und Entwicklung in der Privatwirtschaft.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 273
1.3.3
Konjunkturen und Kategorien der Forschung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 285
David Gugerli und Jakob Tanner
1.3.1.1 Wissen als nationale Ressource [265] – 1.3.1.2 Verwissenschaftlichung und Technolo gisierung [267] – 1.3.1.3 Was ist «schweizerisch» in der Forschung? [269]
1.3.2.1 Allokationen von Forschungsmitteln [273] – 1.3.2.2 Firmeneigene Forschung [277] – 1.3.2.3 Technologiemanagement ab 1945 [282]
1.3.3.1 Die «politische Ökonomie» der Wissensproduktion [285] – 1.3.3.2 Grundlagenforschung vs. angewandte Forschung? [289] – 1.3.3.3 Aufstieg und Niedergang des nationalen Innovations systems [292] – 1.3.3.4 Fazit [297]
1.3.4 Bildungs- und Wissenschaftspolitik. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 299 1.3.5 Orte der Wissensproduktion.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 305 1.3.6 Bibliographie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 311
Teil 2: Die Schweiz in der internationalen Arbeitsteilung Einleitung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 319 Margrit Müller
2.1
Internationale Verflechtung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 339
2.1.1
Die Offenheit der Schweiz im internationalen Vergleich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 344
Margrit Müller
2.1.1.1 Aussenhandelsquoten und Anteile am Welthandel [345] – 2.1.1.2 Direktinvestitionen schweizerischer Unternehmen im Ausland und ausländischer Unternehmen in der Schweiz [349] – 2.1.1.3 Die geographische Diversifikation der Märkte [352] – 2.1.1.4 Fazit [360]
Inhalt
9
2.1.2
Internationalisierung trotz weltwirtschaftlicher Desintegration und vielfältiger Handelsbarrieren: erste Hälfte des 20. Jahrhunderts .. . . . . . . . . . . 361
2.1.3
2.1.4
2.1.2.1 Internationale Wettbewerbsfähigkeit im schrumpfenden Weltmarkt [361] – 2.1.2.2 Die Optionen der Wirtschaftspolitik: Protektionismus oder E xportförderung? [368] – 2.1.2.3 Strategien und Handlungsspielräume der Unternehmen [374] – 2.1.2.4 Die Auswirkungen der beiden Weltkriege auf die internationale Verflechtung [392] – 2.1.2.5 Fazit [393]
Internationalisierung im Kontext von Liberalisierung, Globalisierung und europäischer Integration: zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 396 2.1.3.1 Internationale Wettbewerbsfähigkeit im expandierenden Weltmarkt [398] – 2.1.3.2 Die Prioritäten der Wirtschaft und der Wirtschaftspolitik [410] – 2.1.3.3 Die führenden Schweizer MNU und ihre Interessenorganisationen [413] – 2.1.3.4 Von der Exportorientierung zur Multi nationalisierung [418] – 2.1.3.5 Die 1990er Jahre: ein Jahrzehnt des Umbruchs [429]
Ausländische Unternehmen in der Schweiz .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 435 2.1.4.1 Die Präsenz ausländischer Unternehmen in der Schweiz im Zeitraum 1900–1970 [435] – 2.1.4.2 Der Aufstieg des «vergessenen Sektors» seit den 1980er Jahren [440] – 2.1.4.3 Fazit [447]
2.1.5 Schlussbetrachtungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 449 2.1.6 Bibliographie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 453 2.1.7 Anhang. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 460 2.2
Finanzplatz Schweiz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 467
2.2.1
Struktur, internationales Gewicht und Bedeutung des Schweizer Bankensektors: Überblick und quantitative Entwicklung 1890–2000.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 468
2.2.2
Malik Mazbouri, Sébastien Guex und Rodrigo Lopez
2.2.1.1 Die Entwicklung der Bilanzen von Banken und privaten Versicherungen [470] – 2.2.1.2 Grossbanken und Kantonalbanken [472] – 2.2.1.3 Die Schweizer Grossbanken im internationalen Vergleich [474] – 2.2.1.4 Die Vermögensverwaltung: Flaggschiff des Schweizer Bankensektors [476]
Eine Geschichte in fünf Akten: Phasen und zentrale Themen der Entwicklung des Schweizer Finanzplatzes. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 478 2.2.2.1 Aufkommen und Struktur des Finanzplatzes: 1890–1914 [479] – 2.2.2.2 Der Erste Welt krieg und der internationale Aufstieg in den 1920er Jahren [483] – 2.2.2.3 Krise, Krieg und Restrukturierungen: 1931–1945 [488] – 2.2.2.4 Ein beinahe goldenes Zeitalter: 1945–1973 [494] – 2.2.2.5 Konzentration, Internationalisierung und Verteidigung der Stärken: 1973–2000 [499] – 2.2.2.6 Hochmut kommt vor dem Fall: Exkurs zu den Jahren 2000–2010 [505]
2.2.3 Schlussbetrachtungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 510 2.2.4 Bibliographie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 513 2.3
Binnenwirtschaft, Tourismus und Landwirtschaft. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 519
2.3.1
Beziehungen zwischen Binnen- und Exportwirtschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 519
2.3.2
1914–1975: Expansion der Binnenwirtschaft. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 532
2.3.3 2.3.4
1975–2010: Destabilisierung und Reformen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 551 Der Tourismusstandort Schweiz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 553
Laurent Tissot (2.3.1–2.3.4) und Peter Moser* (2.3.5)
2.3.1.1 Definition und Funktionsweise der Binnenwirtschaft [520] – 2.3.1.2 Die Krise der 1970er Jahre [530]
2.3.2.1 Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Binnenwirtschaft [532] – 2.3.2.2 Der öffentliche Sektor: Eisenbahn, Post und Telekommunikation [534] – 2.3.2.3 Die Bauwirtschaft [547]
2.3.4.1 Definitionen und Messbarkeit [553] – 2.3.4.2 Zwischen Krisen und Wiederaufschwung – Festhalten am traditionellen Modell in den Jahren 1914–1950 [556] – 2.3.4.3 Vom Aufschwung in den «Trente Glorieuses» zur «kreativen Instabilität» [562]
10
2.3.5
Inhalt
Die Agrarproduktion: Ernährungssicherung als Service public.. . . . . . . . . . . . . 568 2.3.5.1 Erkenntnisleitende Perspektiven und Periodisierungen [568] – 2.3.5.2 Integration in die Industriegesellschaft: Politisierung und Reorientierung der Landwirtschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts [576] – 2.3.5.3 Die Landwirtschaft als Service public zur Ernährungssicherung: 1914/18–1992 [578] – 2.3.5.4 Reformen und Re-Regulierungen in den 1990er Jahren [612] – 2.3.5.5 Fazit [617]
2.3.6 Bibliographie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 621
Teil 3: Wohlstandsverteilung und regionale Entwicklung
Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 631 Ueli Haefeli, Margrit Müller, Brigitte Studer und Jakob Tanner
3.1
Konsum und Distribution. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 637
3.1.1
Von der industriellen Klassengesellschaft zur Konsumgesellschaft. . . . . . . . 639
Jakob Tanner und Brigitte Studer (unter Mitarbeit von Manuel Hiestand)
3.1.2
Reallöhne und Zeitallokation, Kaufkraft und Konjunktur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 646
3.1.4
Distributionssystem, Geldgebrauch und Zahlungsmodalitäten. . . . . . . . . . . . . . 664
3.1.6
Positionale Ökonomie, Werbung und Medienkonsum. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 684
3.1.3
3.1.5 3.1.7
Haushaltsrechnungen, Konsummuster, Sozialstruktur und Regionalverteilung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 653
Einkaufen, Hauswirtschaft und Geschlechterordnung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 678 Konsumentenschutz und -politik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 692
3.1.8 Schlussbetrachtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 695 3.1.9 Bibliographie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 697 3.2
Umwelt, Raum, Verkehr. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 703
3.2.1
Schlüsselprozesse und Grundfragen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 703
3.2.2
Die Entwicklung bis 1945 .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 717
3.2.3
Jahre des Booms: 1945–1970. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 726
3.2.4
Krisendiskurse und Trendwende: von 1970 bis zum Ende des Jahrhunderts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 732
Ueli Haefeli
3.2.1.1 Verstädterung [705] – 3.2.1.2 Landschaftswandel [708] – 3.2.1.3 Verkehrswachstum: schneller und weiter [711] – 3.2.1.4 Energieverbrauch als umweltgeschichtlicher Bezugsrahmen [715] 3.2.2.1 Im Zeichen der Schiene: vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs [717] – 3.2.2.2 Kontinuität trotz Krisen: 1914–1945 [722]
3.2.3.1 Massenmotorisierung und Autobahnbau [727] – 3.2.3.2 Bauboom und zaghafte Anfänge der Raumplanung [729] – 3.2.3.3 Gewässerschutz [730]
3.2.4.1 Umweltfragen im Zentrum der Krisendiskurse [733] – 3.2.4.2 Aufbruchstimmung im öffentlichen Verkehr [734] – 3.2.4.3 Fortschreitende Zersiedelung und Bildung von Metropoli tanräumen [738]
3.2.5 Schlussbetrachtungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 741
3.2.6 Bibliographie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 748
Inhalt
11
3.3
Partizipation der Kantone und Regionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 753
3.3.1
Kantonale, regionale und andere Grenzziehungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 754
3.3.2 3.3.3 3.3.4 3.3.5
762 769 776
Manuel Hiestand, Margrit Müller und Ulrich Woitek
3.3.1.1 Kantone, Regionen und ihre Beziehungen zu den Nachbarländern [754] – 3.3.1.2 Konfessionelle und sprachliche Grenzziehungen [758]
Konkurrenz und Solidarität im föderalistischen System. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Verteilung der Bevölkerung und der Beschäftigung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wirtschaftsstruktur und Strukturwandel. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Beitrag der Kantone und Regionen zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3.3.6 Wohlstandsverteilung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3.3.6.1 Regionale Disparitäten [800] – 3.3.6.2 Regionale und kantonale Einkommensverteilung [802]
791 800
3.3.7 Schlussbetrachtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 811 3.3.8 Bibliographie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 814 3.3.9 Anhang. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 817
Teil 4: Die schweizerische Variante des Kapitalismus Einleitung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 823 Thomas David, Bernard Degen, André Mach und Brigitte Studer
4.1
Corporate Governance*. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 831
4.1.1 4.1.2 4.1.3
Problemstellung und Bedeutung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 831 Corporate Governance und Unternehmensnetzwerke im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 839 Das goldene Zeitalter der Alpenfestung (1937–1980). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 844
4.1.4
Infragestellung des traditionellen Modells (1980–2000). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 854
Thomas David und André Mach
4.1.3.1 Die Konsolidierung des Netzwerks [844] – 4.1.3.2 Zunehmende Verbreitung der Vinkulierung [847] – 4.1.3.3 Das Gentlemen’s Agreement von 1961: die Reaktion der Wirtschaftseliten auf die Bedrohung der Vinkulierung [852] 4.1.4.1 Die Bedrohung durch öffentliche Übernahmeangebote: Aufkommen einer neuen Art von Investoren [855] – 4.1.4.2 Wandel der Banktätigkeiten und Druck der Börsen [857] – 4.1.4.3 Vermehrte Ausrichtung an den Aktionärsinteressen [859] – 4.1.4.4 Die Auflösung des Unternehmensnetzwerks [863]
4.1.5 Schlussbetrachtungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 866 4.1.6 Bibliographie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 868 4.2
Arbeit und Kapital. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 873
4.2.1 4.2.2
Konzepte, Theorien und Geschichtsschreibung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 873 Die Akteure und ihre Beziehungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 874
4.2.3
Erster Weltkrieg, Generalstreik und die Folgen (1914–1930). . . . . . . . . . . . . . . . 885
Bernard Degen
4.2.2.1 Strukturelle Voraussetzungen: Erwerbsquoten und duale Wirtschaftsstruktur [874] – 4.2.2.2 Arbeitnehmerschaft, Unternehmerschaft und Management [875] – 4.2.2.3 Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften [878] – 4.2.2.4 Spannungen, Arbeitskonflikte und kollektive Regelungen [881] 4.2.3.1 Kriegswirtschaft, Teuerung und soziale Unrast [885] – 4.2.3.2 Arbeitszeitregelung und Lohnentwicklung nach Kriegsende [888] – 4.2.3.3 Neustrukturierung und Aufschwung der Gewerkschaftsbewegung [891] – 4.2.3.4 Das amerikanische Vorbild [893]
12
4.2.4
Inhalt
Die Weltwirtschaftskrise und der schweizerische Weg zum Arbeitsfrieden (1930–1950). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 894 4.2.4.1 Massenarbeitslosigkeit und politische Offensive der Gewerkschaften [894] – 4.2.4.2 Vom Aufschwung der Tarifverträge im Binnenmarkt zum «Friedensabkommen» in der Maschinen- und Metallindustrie [897] – 4.2.4.3 Ideologien und Formen der entstehenden «Sozialpartnerschaft» [899]
4.2.5
Die Hochkonjunktur (1950–1973). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 903
4.2.6
Krise, Neoliberalismus und Globalisierung (1973–2000).. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 910
4.2.5.1 Das institutionelle und quantitative Gewicht der Gewerkschaften [903] – 4.2.5.2 Der Ausbau des Tarifvertragsmodells [905] – 4.2.5.3 Die ausländischen Arbeiterinnen und Arbeiter [909] 4.2.6.1 Die Gewerkschaften zwischen Anerkennung und Infragestellung [910] – 4.2.6.2 Löhne und Tarifverträge unter Druck [912]
4.2.7 Schlussbetrachtungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 915 4.2.8 Bibliographie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 919 4.3
Ökonomien der sozialen Sicherheit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 923
4.3.1 4.3.2
Problemstellung, Definitionen und Forschungsansätze.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 923 Von den industriegesellschaftlichen Risiken zum postindustriellen Umbau. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 927
Brigitte Studer*
4.3.2.1 Das Aufkommen der «Sozialen Frage» und neue Problemwahrnehmungen: die Formationsphase 1877 bis zum Ende der 1930er Jahre [928] – 4.3.2.2 Gezielte soziale Sicherung im Krieg und begrenzter Ausbau in der Hochkonjunktur: die Take-off-Phase 1938–1973/74 [941] – 4.3.2.3 Konsenszerfall, Konsolidierung mit Aufholbewegung und Krisendiskurs: die Transformationsphase nach 1974 [952]
4.3.3 Gesamtrechnung, Redistributionseffekte und Residualkategorien. . . . . . . . . 957 4.3.4 Schlussbetrachtungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 963 4.3.5 Bibliographie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 966
Teil 5: Wirtschaft und Politik Einleitung.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 977 Patrick Halbeisen
5.1
Die Wirtschaftspolitik im internationalen Kontext. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 983
5.1.1
5.1.4
Internationales Währungssystem und wirtschaftspolitische Handlungsspielräume. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Die Geld- und Währungspolitik der Schweiz im europäischen Vergleich. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Akteure und strukturelle Gegebenheiten am Vorabend des Ersten Weltkriegs. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wirtschaftspolitik im «Zeitalter der Katastrophen» (1914–1945).. . . . . . . . .
5.1.5
Wirtschaftspolitik in der Ära von Bretton Woods. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1023
5.1.2 5.1.3
Patrick Halbeisen und Tobias Straumann
5.1.4.1 Erster Weltkrieg [997] – 5.1.4.2 Rückkehr zum Goldstandard und zur Friedenswirtschaft [1002] – 5.1.4.3 Deflationspolitik in der Weltwirtschaftskrise [1009] – 5.1.4.4 Zweiter Weltkrieg [1017] 5.1.5.1 Rückkehr zur Konvertibilität im Rahmen des europäischen Wiederaufbaus und der Europäischen Zahlungsunion [1024] – 5.1.5.2 Kampf um die fixen Wechselkurse, um den Anschluss an die europäischen Märkte und gegen die konjunkturelle Überhitzung [1031] – 5.1.5.3 Die Konjunkturpolitik des Bundes im Zeichen der Hochkonjunktur [1044]
983 987 993 996
Inhalt
13
5.1.6
Wirtschaftspolitik unter flexiblen Wechselkursen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1051 5.1.6.1 Geldmengensteuerung, finanzpolitische Zurückhaltung und abwartende Handelspolitik [1052] – 5.1.6.2 Abschied vom Monetarismus, öffentliche Schulden und bilaterale Verträge [1058]
5.1.7 Schlussbetrachtungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1066
5.1.8 Bibliographie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1069 5.2
Öffentliche Finanzen und Finanzpolitik .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1077
5.2.1
Die Entwicklung der öffentlichen Finanzen: ein quantitativer Überblick. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1078
Sébastien Guex
5.2.1.1 Ausgaben der öffentlichen Hand (Staatsquote) [1078] – 5.2.1.2 Verwendung der öffentlichen Ausgaben [1082] – 5.2.1.3 Haushaltssaldi und Verschuldung [1085] – 5.2.1.4 Struktur der Steuereinnahmen [1088] – 5.2.1.5 Fiskalquote im internationalen Vergleich [1090]
5.2.2 Finanzpolitik. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1091 5.2.2.1 Der Erste Weltkrieg: ein grundlegender Einschnitt (1914–1918) [1091] – 5.2.2.2 Versuchte Rückkehr zur Vorkriegssituation (1919–1929) [1099] – 5.2.2.3 Die Antwort auf die Wirtschaftskrise: Deflation und Sparpolitik (1930–1938) [1101] – 5.2.2.4 Der Zweite Weltkrieg: eine neue Wende (1939–1945) [1107] – 5.2.2.5 Finanzieller Wohlstand, minimaler «Keynesianismus» und Kämpfe um die Verteilung der Steuerlast während der «Trente Glorieuses» (1945–1975) [1112] – 5.2.2.6 Das Wiedererstarken des Liberalismus (1975–2000) [1117]
5.2.3 Bibliographie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1125 5.3
Die Schweiz und die internationalen Organisationen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1131
5.3.1
Normen im Dienste der Globalisierung: 1860–1918. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1133
5.3.3
Zwischen Globalisierung und Europäisierung: nach 1945. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1140
5.3.2
Thomas Gees
Die Politisierung der internationalen Organisationen: 1919–1945 . . . . . . . . 1137 5.3.3.1 Die unmittelbare Nachkriegszeit [1140] – 5.3.3.2 Die Entwicklung 1948–1980 [1143] – 5.3.3.3 Die Phase nach 1980 [1149]
5.3.4 Schlussbetrachtungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1153
5.3.5 Bibliographie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1156
Anhang A.1
Statistische Grundlagen und Methoden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1161
A.1.1
Bruttoinlandprodukt (BIP) und Bruttonationalprodukt (BNP). . . . . . . . . . . . . 1161
A.1.2
Multifaktorproduktivität (MFP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1177
A.1.3
Manuel Hiestand, Margrit Müller und Ulrich Woitek
A.1.1.1 Übersicht über die verschiedenen Berechnungsarten des BIP und die Berechnung des BNP [1161] – A.1.1.2 BIP nach dem Produktionsansatz: BIP(BWS) [1163] – A.1.1.3 BIP nach Verwendungsarten BIP(Verw) [1168] – A.1.1.4 Volkseinkommen [1172] – A.1.1.5 Bruttonationalprodukt (BNP) [1172] – A.1.1.6 Vergleich der aggregierten Reihen 1890–2005 [1173] – A.1.1.7 Internationale Wohlstandsvergleiche: BIP und BIP pro Kopf (in 1990 Int. GK $) [1173]
Internationaler Konjunkturzusammenhang. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1180
A.1.4 Verlaufsvergleich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1181 A.1.5 Bibliographie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1183
14
A.2
Inhalt
Schätzung des Bruttoinlandprodukts nach Branchen und Kantonen 1890–1960. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1185 Heiner Ritzmann und Thomas David
A.2.1 Einleitung .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1185 A.2.2 Produktionsansatz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1186 A.2.2.1 Land- und Forstwirtschaft [1186] – A.2.2.2 Industrie und Gewerbe [1190] – A.2.2.3 Dienstleistungen: Banken [1193]
A.2.3 Einkommensansatz.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1194 A.2.3.1 Industrie und Gewerbe: Stickerei und grafisches Gewerbe [1194] – A.2.3.2 Dienstleistungen [1195]
A.2.4 Grobschätzungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1199 A.2.5 Deflationierung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1199 A.2.6 A.2.7
A.2.5.1 Deflationierungskonzepte [1199] – A.2.5.2 Angewandte Deflationierungsmethoden [1202]
Qualität der neuen BIP-Reihe im Vergleich mit bisherigen Schätzungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1203 Das BIP der Kantone. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1205 A.2.7.1 Festlegung von Struktur- und Standortfaktoren [1205] – A.2.7.2 Homogenisierung der Beschäftigungsstatistiken [1206] – A.2.7.3 Ermittlung des nominalen und des realen BIP der Kantone [1208]
A.2.8 Bibliographie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1210 Abkürzungsverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1215 Abbildungsverzeichnis.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1223 Verzeichnis der Grafiken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1224 Verzeichnis der Tabellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1230 Autorinnen und Autoren.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1233
I. Vorwort
Unter allen Industrieländern der westlichen Welt erzielte die Schweiz vor dem Ersten Weltkrieg die höchste Wirtschaftsleistung je Arbeitskraft. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts standen ihre Einwohnerinnen und Einwohner immer noch im Genuss eines hohen Wohlstandes, aber sie teilten ihn mit den Einwohnerinnen und Einwohnern vieler anderer Länder. Das sollte uns nicht erstaunen: Was im Wirtschaftsraum unseres Landes geschieht, gehorcht den Spielregeln einer Kultur, die individuelle und kollektive Bemühungen um wachsende Wirtschaftsleistungen in grossen Teilen der Welt honoriert. Die Schweiz hat Teil an einem globalen Wirkungszusammenhang, in dem sich Grundlagen wirtschaftlichen Wachstums über nationale Grenzen hinaus gefestigt haben. In diesem globalen Wirkungszusammenhang hat sie sich im 20. Jahrhundert erfolgreich behauptet. Und das nicht als ein nationaler Sonderfall, sondern als Prototyp einer modernen Wirtschaftsgesellschaft, der in der jüngsten Geschichte viele Länder angehörten und angehören. Und genau als ein solcher Prototyp findet sie das Interesse der Autorinnen und Autoren dieses Buches, als Prototyp verdient sie das Interesse der internationalen Fachwelt und aller Leserinnen und Leser, die wissen wollen, wie ein Land seinen Wohlstand behauptet, wie es seine institutionellen Regeln an die vielfältigen Folgen des Wachstums anpasst, wie es während schwerer Wirtschaftskrisen und im Zeitalter der Weltkriege um zukunftsfähige Lösungen ringt, wie seine individuellen und kollektiven Akteure sowohl lernfähig als auch handlungsfähig bleiben und wie sich in der jüngsten Vergangenheit die Pfade entwickelt haben, auf denen sich individuelle und kollektive Akteure bewegen und denen sie auf Gedeih und Verderb verhaftet bleiben. Die Schweiz ist ein reiches Land, aber sie ist nicht eben reich an wirtschaftshistorischer Forschung. Das vorliegende Werk schliesst Forschungslücken, die auch und gerade im Interesse international vergleichender Analysen zu schliessen waren. Sehr zu Recht bemüht es sich um ein quantitatives Bild der wirtschaftlichen Entwicklung, und dieses Bild korrigiert manche der Vorstellungen, mit denen wir bisher gelebt haben: Die Schweiz ist – um ein Beispiel zu nennen – nicht einfach deshalb ein reiches Land, weil sie im 19. und 20. Jahrhundert von Kriegen verschont blieb. Ob wir bereit sein werden, uns von statistischen Daten belehren zu lassen? Auf jene Häme zu verzichten, mit der wir den «Lügen der Statistik» so gerne begegnen? Gewiss liefert uns keine statistische Beschreibung etwas, das man für eine «historische Wahrheit» halten darf. Sie führt uns wohl nicht näher an die «historische Wahrheit» heran, als dies andere Formen historischer Erzählung tun. Aber sie unterwirft sich klaren Regeln des Umgangs mit verfügbaren Informationen, und wo sie die Regeln verletzt, liefert sie ebenso klare Ansatzpunkte für Kritik. Die Daten, auf die sie sich stützt, warten darauf, durch zusätzliche Forschung ergänzt und korrigiert zu werden. Im Grunde stellt uns jede statistische Beschreibung vor die Wahl, uns entweder von liebgewordenen Vor-
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Vorwort
stellungen zu verabschieden, wenn sie sich mit den Daten nicht vertragen, oder uns der Mühe zu unterziehen, andere und besser begründete statistische Beschreibungen zu entwerfen. So oder so wird unsere Lernbereitschaft und unsere Lernfähigkeit auf die Probe gestellt. Selbst wenn statistische Beschreibungen nichts anderes leisten, leisten sie damit schon sehr viel. Wer allein die Wirtschaft ins Visier nimmt, versteht auch die Wirtschaft nicht. Selbst wenn man davon ausgeht, dass sich menschliches Handeln an Güter- und Faktorpreisen orientiert, muss man der Tatsache Rechnung tragen, dass Preise interpretationsbedürftig sind. Sie leiten uns nicht zu guten Lösungen hin, solange wir nicht über ihre mittel- und langfristige Bedeutung Bescheid wissen. Dabei stützt sich die Interpretation der Preise auf das sehr prekäre Wissen, das die Menschen von der Welt und vom mutmasslichen Gang der Dinge in naher und ferner Zukunft haben. So thematisiert diese Wirtschaftsgeschichte aus guten Gründen auch die Frage, wie die Menschen zu dem gelangen, was sie als «Wissen» betrachten. Und mit ebenso guten Gründen kümmert sie sich um die institutionellen Rahmenbedingungen, unter denen die Menschen über ökonomische Belange entscheiden: um die Regeln, die der Staat in seine Bestimmungen der Verfassung und der Gesetze aufnimmt, aber auch um Regeln, Fairnessstandards zum Beispiel, die im einen oder anderen sozialen Milieu Geltung haben, ob sie nun ins staatliche Recht gefasst sind oder nicht. Selbst wenn man nicht ganz ohne Selbstironie auf den seinerzeit von Fernand Braudel geprägten Begriff der «histoire totale» schwören möchte: Die Wirtschaftsgeschichte hat gar keine andere Wahl, als sich zu einer allgemeinen Strukturgeschichte auszuweiten. Natürlich gilt auch für Historikerinnen und Historiker, was wir für die Akteure der Wirtschaft festgestellt haben: Sie interpretieren relative Preise und alle übrigen Fakten, die sie für wichtig halten, auf der Grundlage von Überzeugungen, die sich nicht umstandslos aus den Fakten gewinnen lassen. Vielleicht ziehen sie aus dieser Tatsache den Schluss, es sei für ihre Arbeit und für das Verständnis ihrer Leserinnen und Leser hilfreich, über solche Überzeugungen nachzudenken, sie explizit zu formulieren, in «Theorien» zu verdichten und damit klar zu machen, dass ihre histo rische Arbeit von solchen theoretischen Ansätzen nicht unabhängig ist. Vielleicht halten sie es für richtig, in einer Gesamtschau sehr unterschiedliche mentale Dispositionen und Perspektiven historischen Denkens in ein wechselseitiges Gespräch zu bringen, um so irrtumsträchtige individuelle Dispositionen wenn auch nicht gänzlich um ihre Wirkung zu bringen, so doch für aufmerksame Leserinnen und Leser sichtbar zu machen. Genau dies unternimmt die wissenschaftliche Trägerschaft des vorliegenden Werkes, indem sie Vertreterinnen und Vertreter verschiedener historiographischer Traditionen zusammenführt, die während der letzten Jahrzehnte an Schweizer Universitäten an Bedeutung gewonnen haben. Sie verdienen hohe Anerkennung für dieses erfolgreiche Bemühen um eine Synthese. Hansjörg Siegenthaler
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II. Einführung Patrick Halbeisen, Margrit Müller und Béatrice Veyrassat Seit den globalen Umwälzungen der 1990er Jahre und den anhaltenden Verschie bungen im weltwirtschaftlichen Gefüge ist die Unsicherheit über die Folgen dieser Entwicklungen für die Schweiz allgegenwärtig und hat sich mit der im europäischen Raum besonders ausgeprägten Finanz- und Staatsschuldenkrise noch verstärkt. Unsere Wirtschaft ist eng mit dem europäischen Umfeld verflochten. Unser Verhältnis zur Europäischen Union befindet sich jedoch in einer Art Dauerprovisorium. Wichtige Problembereiche bleiben politische Baustellen, sie binden einen grossen Teil der politischen Kräfte, ohne zu tragfähigen, d. h. sowohl von breiten Bevölkerungsteilen im Inland wie auch von den ausländischen Vertragspartnern akzeptierten, Vereinbarungen zu führen. Bereits abgeschlossene Verträge können jederzeit infrage gestellt werden und das gesamte Verhältnis der Schweiz zu ihrem nach wie vor wichtigsten Wirtschaftsraum gefährden. Hinzu kommt, dass tragende Stützen des schweizerischen Wirtschaftssystems, wie die starke eigene Währung, erneut zum Problem geworden sind. Der seit dem Übergang zu flexiblen Wechselkursen in den frühen 1970er Jahren latent stets vorhandene Interessenkonflikt zwischen Finanzplatz und Werkplatz wird spürbar, wobei nicht mehr nur die Exportwirtschaft, sondern ebenso die Binnenwirtschaft dem verschärften Konkurrenzdruck ausgesetzt sind. Weil direkte Schutzmassnahmen aufgrund internationaler Verträge kaum noch möglich sind, rekurriert man auf alternative Mechanismen, etwa durch die Festlegung von Mindestlöhnen in vom Lohndruck besonders stark betroffenen Branchen. Doch solche Regelungen lassen sich im Inland nur schwer durchsetzen und gegenüber dem Ausland kaum rechtfertigen. Die Anbindung des Schweizer Frankens an den Euro im Herbst 2011 war als kurzfristiger Eingriff zwar durchaus geeignet, den Konkurrenzdruck im Inland zu mildern und die Wettbewerbsfähigkeit im Ausland zu stärken, doch längerfristig muss der Handlungsspielraum der Geldpolitik wiederhergestellt werden. In von Unsicherheit geprägten Zeiten entsteht das Bedürfnis nach einem Rückblick in die Geschichte, einerseits, um sich der insgesamt doch recht erfolgreichen Vergangenheit zu vergewissern, und andererseits, um vor dem Hintergrund der historischen Erfahrung neue Einsichten für die Gegenwart zu gewinnen. Gleich mehrere Bücher zur Schweizer Geschichte sind in den letzten Jahren erschienen.1 Es handelt sich dabei teils um breit angelegte Synthesen, die jedoch nur wenige Aussagen zur wirtschaftlichen Entwicklung enthalten, teils um auf ökonomische Fragen fokussierte Darstellungen, die sich jedoch auf die Jahrzehnte vor und nach der Wende zum 1
Maissen 2010; Volker 2010; Walter 2009–2010; Andrey 2007; Widmer 2007.
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II: Einführung
21. Jahrhundert bzw. auf besondere Aspekte dieser Entwicklung konzentrieren.2 Die Autoren neigen dazu, von der erfolgreichen Vergangenheit auf Erfolge in der Zukunft zu schliessen, doch so direkt und selektiv lassen sich aus der Geschichte keine Lehren ziehen. Eine Gesamtdarstellung der wirtschaftlichen Entwicklung der Schweiz fehlte bisher. Die vorliegende breit angelegte, den Zeitraum ab Ende des 19. bis Anfang des 21. Jahrhunderts thematisierende Wirtschaftsgeschichte der Schweiz kann dazu beitragen, vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung den Blick auf bestehende Probleme zu schärfen. Vergleichbar sind nicht die konkreten, sich immer wieder anders stellenden Probleme, sondern die Art und Weise, wie man in der Schweiz damit umgegangen ist. Voraussetzung ist allerdings, dass neben der auch in dieser Publikation dominierenden nationalen Perspektive Entwicklungen im Umfeld einbezogen werden. Denn wirtschaftlich war die Schweiz stets eng mit anderen Ländern verflochten. Deshalb macht es wenig Sinn, eine Wirtschaftsgeschichte der Schweiz nur aus der Binnenperspektive zu verfassen und dabei wichtige Interdependenzen auszublenden. Die vergleichende Perspektive ist in dieser Publikation zentral: Es geht um das Ausmass, in dem die eigene Volkswirtschaft am übergreifenden weltwirtschaftlichen Trend partizipieren konnte und um die Gründe für mehr oder weniger ausgeprägte Vorsprünge und Rückstände. Die Schweiz gehörte während des gesamten 20. Jahrhunderts zu den kleinen europäischen Ländern, denen die Partizipation am wachsenden Wohlstand gut gelungen ist, wobei sie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und insbesondere im späten 19. Jahrhundert vergleichsweise besser abschnitt als im Zeitraum nach 1950. Relative Auf- und Abstiege gemessen an zentralen Indikatoren der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit sind der Normalfall in der Wirtschaftsgeschichte Europas und anderer Weltregionen im 20. Jahrhundert. Entstehung des Projekts
Mehrere Gründe haben dazu geführt, dass eine Gruppe von Wirtschaftshistorikerinnen und Wirtschaftshistorikern dieses Buchprojekt in Angriff genommen und schliesslich zu einem erfolgreichen Abschluss geführt hat. – Am Anfang stand der Befund, dass es für die Schweiz, im Unterschied zu den meisten anderen europäischen Ländern, keine Gesamtdarstellung der wirtschaftlichen Entwicklung im 20. Jahrhundert gab, sieht man von einigen wenigen Darstellungen aus den frühen 1980er Jahren ab. Die Autoren konnten sich damals zwar auf eine Vielzahl von Studien über Teilperioden oder spezielle Themen der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Entwicklung stützen, doch internatio2
Breiding/Schwarz 2011 konzentrieren sich auf erfolgreiche Unternehmen oder Wirtschaftszweige; Kappeler 2011 vermittelt einen Rückblick auf zentrale Wachstumstreiber seit den 1950er Jahren; Strahm 2008 betont einige als besonders vorteilhaft eingeschätzte Institutionen, insbesondere die berufliche Ausbildung.
II.i: Entstehung des Projekts
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nale Vergleiche waren aufgrund des damaligen Forschungsstands kaum möglich.3 Für eine vergleichende Darstellung fehlten die statistisch-empirischen Grundlagen; die verfügbaren Daten waren überaus lückenhaft, schwer zu überblicken und kaum zu überprüfen. Zudem konzentrierte sich die Geschichtsschreibung nicht nur in der Schweiz, sondern auch in anderen Ländern stark auf den nationalen Raum. Sogar die verschiedenen, in den 1980er Jahren erschienenen Handbücher zur europäischen Wirtschaftsgeschichte beschränkten sich weitgehend darauf, den einzelnen Nationalgeschichten eine gemeinsame Struktur zu geben und sie in einem Band zusammenzuführen.4 Als die konkrete Arbeit an der nun vorliegenden Publikation vor einigen Jahren begonnen wurde, hatten sich die Voraussetzungen sowohl in der Schweiz wie auch im internationalen Umfeld stark verbessert. Mit der 1996 in Buchform pu blizierten Historischen Statistik der Schweiz und der auf dieser Grundlage zwischen 2003 und 2005 erstellten Historischen Statistik der Schweiz Online stand ein umfangreicher, gut dokumentierter und leicht zugänglicher Datenbestand für langfristige Beschreibungen und Analysen zur Verfügung.5 Zudem lagen dank neuer Schätzungen der Bruttowertschöpfung nach Branchen6 sowie der vom Bundesamt für Statistik ab 1990 erstellten Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zentrale Datenreihen für die Analyse der Wirtschaftsentwicklung der Schweiz vor. Diese statistische Datenbasis spielt in verschiedenen Kapiteln dieses Buches eine zentrale Rolle und bildet für alle Kapitel eine gemeinsame Grundlage, sodass ein gewisses Mass an Kohärenz zwischen den Kapiteln gewährleistet ist. Darüber hinaus waren im Laufe der 1990er Jahre auch international vergleichbare Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung einer Vielzahl von Ländern verfügbar geworden.7 Auf dieser Basis entstanden mehrere Publikationen zur europäischen Wirtschaftsgeschichte, die eine vergleichende Darstellung der Wirtschaftsgeschichte der Schweiz erheblich erleichterten.8 Seit den 1990er Jahren hatte sich in der Schweiz ferner der Forschungsstand im Bereich der international immer wichtiger werdenden und an Fragestellungen sowohl der Wirtschafts- wie der Sozial geschichte sich orientierenden Unternehmensgeschichte stark verbessert.9 3
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Bergier 1983 deckt einen langen Zeitraum ab und behandelt verschiedene, für die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz besonders relevante Themen; die Beiträge von Gilg und Jost zur Geschichte der Schweiz und der Schweizer (1986) thematisieren neben der politisch-gesellschaftlichen auch die wirtschaftliche Entwicklung. Siehe die Beiträge von Hansjörg Siegenthaler zur Wirtschaftsgeschichte der Schweiz 1850–1914 und 1914–1984 im Handbuch der Europäischen Wirtschaftsgeschichte (1985 und 1987). Siehe dazu Ritzmann-Blickenstorfer 1996 und 2010, 286–295, sowie zur Historischen Statistik der Schweiz Online (HSSO) Hiestand/Kammerer 2010, 296–299. Siehe den Anhang A.2 von Heiner Ritzmann in diesem Buch. Maddison 1995, 2001 und 2004 sowie das 1992 zur Weiterfühung der Maddison Historical Statistics gegründete The Groningen Growth and Development Center. Hansen 2001; Berend 2006; Broadberry/O’Rourke 2010. Diese Form der Unternehmensgeschichte distanziert sich klar von der «Festschriften»-Literatur (siehe dazu Pierenkemper 2012). Die nach wissenschaftlichen Kriterien betriebene Unternehmensgeschichte
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II: Einführung
– Eine zweite, besonders wichtige Voraussetzung für das Gelingen dieses Buchprojekts war personeller und institutioneller Art. Denn es handelt sich um das Gemeinschaftswerk einer Gruppe von zuerst dreizehn Autorinnen und Autoren, welche die wissenschaftliche Trägerschaft bildeten; im Verlauf der Projektarbeiten wurden weitere acht Autoren beigezogen. Von Beginn an waren Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen verschiedener Schweizer Universitäten aus allen Sprachregionen beteiligt. Die breite Autorschaft ergab sich nicht aus irgendeinem Streben nach regionaler Ausgewogenheit, sondern schlicht aus der Notwendigkeit, die im Bereich der Wirtschaftsgeschichte äusserst knappen Forschungskapazitäten in dieses umfassende Projekt einzubinden. Denn die Wirtschaftsgeschichte ist in der Schweiz seit langem institutionell eher schwach verankert. Als interdisziplinärer sowohl zur Ökonomie wie zur Geschichte gehörender Forschungsbereich ist sie an den Universitäten in gewisser Weise ein «heimatloses Fach». Hinzu kommen die in der interdisziplinären Forschung unvermeidlichen Ausdifferenzierungen in eine Vielzahl von Forschungsrichtungen und -schwerpunkten mit unterschiedlichen theoretischen Zugängen und Methoden der historischen Beschreibung.10 Dieser schwach dotierte und gleichzeitig überaus vielfältige Forschungsbereich hat jedoch einen tragfähigen institutionellen Rahmen gefunden: die Schweizerische Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte (SGWSG). Unter der Ägide dieser Gesellschaft wurde das Projekt denn auch in Angriff genommen. Ihre Jahrestagungen sind ein wichtiger Treffpunkt für Wirtschafts- und Sozialhistorikerinnen und -historiker aus der ganzen Schweiz. Sie gehen Forschungslücken an, greifen neue Forschungsschwerpunkte auf und vermitteln ihre Ergebnisse durch deren Veröffentlichung in Jahresbänden einem breiten Leserkreis. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang zudem die Zeitschrift Traverse, die ebenfalls regelmässig Forschungsbeiträge zu wichtigen Themen publiziert und damit die Forschung sowohl im Bereich der Sozial- wie der Wirtschaftsgeschichte der Schweiz fördert.11 – Mehrere Mitglieder der wissenschaftlichen Trägerschaft waren im Vorstand der Gesellschaft aktiv. Mit solch einer guten Forschungsbasis und der Bereitschaft zur Zusammenarbeit über vielfältige Grenzziehungen hinweg waren die zentradient nicht der Selbstdarstellung der Firmen und der Betonung ihrer Erfolge, sondern sie trägt zum besseren Verständnis der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung bei. Denn Unternehmen sind zentrale Akteure dieser Entwicklung. In der Schweiz gibt es eine beachtliche Zahl von Unternehmen, die dafür ihre Archive zur Verfügung stellen, auch wenn sie wegen ihrer starken Zukunftsorientierung an den Ergebnissen solcher Forschungen häufig wenig interessiert sind (siehe dazu Schweizerisches Wirtschaftsarchiv Basel / Verein Schweizerischer Archivarinnen und Archivare 2006). Sie leisten damit einen Dienst für die Öffentlichkeit. Besonders erfreulich ist, dass auch Firmenschriften zunehmend den wissenschaftlichen Standards entsprechen, von renommierten Verlagen herausgegeben werden und somit in der wirtschaftshistorischen Forschung berücksichtigt werden können. 10 Jost 2010, 254–263; Historisches Lexikon der Schweiz, «Wirtschaftsgeschichte». 11 Zu erwähnen sind hier vor allem die historiographischen Übersichten zum Stand der Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte in der Schweiz: Bott et al. 2010; Hürlimann et al. 2011; Crousaz et al. 2012.