Skip to main content

nobilis 7/2026

Page 1

Mein

Strichcode

48. Jahrgang · 9,50 € · Oktober 2026

Isernhagen

Historische Villen

Hannovers Prunkstücke

Sandra Czok

Kunst in der Stadt

Die Zukunft der Galerien


Umschlag

Unser Tag der offenen Tür 13.11.2026 11.12.2026 um 15:00 Uhr

Ein wahrer Ort der Selbstverwirklichung ist dort, wo Erfahrung auf Lebensfreude trifft – ein Zuhause, das nicht begrenzt, sondern beflügelt.

2

nobilis 7/2026

www.eilenriedestift.de | 0511 540 40 | beratung@eilenriedestift.de


Foto: Lorena Kirste

Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

M

anchmal sind es die kleinen Geschichten, die uns besonders berühren. Ein Lieb­ lingscafé, ein Ort, an den man immer wieder zurückkehrt – oder ein süßes Geheimnis. In dieser Aus­ gabe nimmt uns Sandra Czok mit auf eine ganz persönliche Reise durch Isernhagen und zeigt die Plätze, die ihr am Herzen liegen. Wir begegnen Menschen, die in­ spirieren. Etwa Triathlet Christian Haupt, der kurz vor seinem nächs­ ten großen Ziel steht: Im Oktober kämpft der Ausnahme-Athlet um seinen fünften Weltmeistertitel. Im Gespräch verrät er nicht nur, was ihn antreibt, sondern auch, welche der drei Ironman-Disziplinen er erst überraschend spät gelernt hat. Doch nicht nur Menschen erzählen spannende Geschichten. Auch Ge­

bäude tun das. Deshalb werfen wir einen Blick auf historische Bauwerke, die unsere Stadt prägen und von ver­ gangenen Zeiten erzählen. Gleich­ zeitig schauen wir nach vorn und ent­ decken aktuelle Bau- und Bad-Trends, die zeigen, wie sich Wohnen heute verändert. Besonders ans Herz gegangen ist uns außerdem die Begegnung mit einem Paar, das seit mehr als 60 Jahren ge­ meinsam durchs Leben geht. Seine Geschichte zeigt, dass Liebe nicht spektakulär sein muss, um außer­ gewöhnlich zu sein. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Entdecken, Lesen und vielleicht auch beim Wiederfinden eigener Lieblings­ orte, Lebensträume und Erinnerungen. Ihre Frauke Hansen & das nobilis-Team

nobilis.de

nobilis nobilis 7/2026

3


6 8 10 12 18 20 22 26 27

Gemeinsam für 96 Zu Besuch in der aptum & friends Loge Positiv geladen in die Zukunft Media Night 2026 Stadtgeflüster Worüber die Stadt redet Mein Isernhagen Unterwegs mit Sandra Czok Zeitzeugen auf Schienen Hannovers historische Straßenbahnen Stimmen, die bleiben Audiograf Ingo Stoll Miteinander stark Eine lange Liebe Echte Sprache im Blick Start-up Phonomatics Hannover, deine Menschen Kathrin Battermann

Wohnen & Leben

28 Zukunft bauen Trends beim Bauen 30 Auf Lösungssuche Inga Frauendorf im Interview 32 Ein Bett für die Ewigkeit Ein Projekt vom Atelier Barbara Helmrich 34 Der Schiffgraben Ein Blick in die Geschichte 38 Individualität statt Einheitslook Bad-Trends 2026 40 Ikonen aus Stein Hannovers historische Villen

Advertorials

9

LEBENSART auf der infa Wo das Besondere seinen Platz hat

Titelfoto: Lorena Kirste

Foto: Historisches Museum Hannover

Menschen & Gesellschaft

40

Foto: Debbie Jayne Kinsey

Ausgabe Oktober 2026

58 Kunst & Kultur

46 Das Glück ist eine Falle „Pique Dame“ in der Staatsoper 48 Kunst braucht Räume Die Zukunft der Galerien 50 Buchtipps Präsentiert von der Lindener Buchhandlung 51 Kulturtipps Was im Oktober spannend ist Genuss & Events

52 Kochen unter freiem Himmel Farm-to-Table-Events 56 Bella Italia im Herzen Hannovers Hannover Prestige empfiehlt 57 Genusstipps Kulinarisches im Oktober Körper & Geist

58 Immer weiter Ironman Christian Haupt 61 Die Nacht beginnt am Tag Erholsam schlafen 62 Laufen kann so viel mehr Lauf-App RUN CITY. HANNOVER. 64 Range Rover Clubhouse Tour 2026 Das war die Tour 66 Grasgeflüster Vater-Sohn-Runde


Value Experts Vermögensverwaltungs AG

Deutschlands Nr. 1 in der Vermögensverwaltung Ihr Mehrwert bestimmt unser Handeln. PRÜFINSTANZ

Mit Prädikat summa cum laude ausgezeichneter Vermögensverwalter Handelsblatt Elite Report 2026

TRUSTED WEALTH MANAGER

www.valexx.de

www.fuchsbriefe.de

Wir verbinden langjährige Erfahrung mit höchster Professionalität, Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit. Als einer der führenden Vermögensverwalter Deutschlands entwickeln wir partnerschaftlich mit Ihnen individuelle Strategien, um Ihre finanziellen Ziele sicher und erfolgreich zu erreichen. Seit vielen Jahren werden unsere Vermögensverwaltungsmandate sowie unsere Beratungsleistung mit absoluten Bestnoten ausgezeichnet. Unser Engagement geht über die Finanzwelt hinaus: Wir setzen uns aktiv für soziale Belange ein und unterstützen zahlreiche Ehrenamtsprojekte. Denn nachhaltiger Erfolg bedeutet für uns auch, Verantwortung zu übernehmen und Gutes zu bewirken. Unser Team der Niederlassung Hannover ist persönlich für Sie da. Überzeugen Sie sich von unserer umfassenden Expertise. Beckum - Berchtesgaden - Bielefeld - Hannover - Kiel - Lingen - München - Traunstein

Landschaftstraße 2, 30159 Hannover info@valexx.de, www.valexx.de T. 0511 - 47 39 09 0


Fotos: Roksana Leonetti

Menschen & Gesellschaft

Direkt neben dem 96-Fanblock: In der aptum & friends Loge ist die Stimmung zum Greifen nah.

Zu Besuch in der aptum & friends Loge

Gemeinsam für 96 Wo Fußballbegeisterung auf Netzwerken trifft und selbst eine Niederlage die gute Stimmung nicht ganz vertreiben kann Text: Roksana Leonetti

D

ie Tipps des Tages stehen mit Kreide an der Wand der aptum & friends Loge. 4:1, 3:2 oder 6:1. An Optimismus mangelt es vor dem Anpfiff jedenfalls nicht. „Gerade hier vor der Kulisse im eigenen Stadion kann ich mir gut vorstellen, dass wir 3:2 gewinnen“, sagt Markus Klingemann von der Stadtspar­kasse Barsinghausen. Sein Kollege Tobias Daseler sieht die 2. Liga pragmatisch: „Ehrlich gesagt gewinne ich ganz gerne und ich glaube, das gelingt uns in der zweiten Liga deutlich häufiger als in der ersten Liga.“ An diesem Nachmittag geht es nicht nur um Fußball. Dominik Talhof und Niklas Querfeld haben mit der aptum & friends Loge einen Ort geschaffen, an dem Partner, Kun-

6

nobilis 7/2026

den und Freunde zusammenkommen. Alte Weggefährten treffen sich wieder, neue Kontakte entstehen. Gemeinsam mit zehn Partnerunternehmen wird hier mitgefiebert, diskutiert, gelacht und natürlich ausgiebig über 96 gefachsimpelt. Die Stimmung stimmt Auf dem Rasen gibt es allerdings weniger Grund zur Freude. Nach mehr als 30 Jahren treffen Hannover 96 und der VfL Wolfsburg erstmals wieder in der 2. Bundesliga aufeinander. Nach 90 Minuten steht es 0:1, entschieden durch einen Elfmeter. Die Bilanz nach nun 45 Duellen: 16 Siege für 96, 9 Unentschieden und 20 Niederlagen.


Menschen & Gesellschaft

Dominik Talhof und Heidi Mickenbecker (beide aptum Group)

Martin de Groot (l.) und Jens Koch (beide bauwo Grundstücksgesellschaft)

Tobias Daseler (l.) und Markus Klingemann (beide Stadtsparkasse Barsinghausen) Björn Retzbach (l., RKS Retzbach Klima Service) und Jörg Offenhausen (German Legal Tech Hub) Sandra Kandzia (l., Gielissen Interiors, Exhibitions & Events) und Monique Rogalla (MODES Cargobikes)

Monique Rogalla (MODES Cargobikes), Martin de Groot (bauwo Grundstücksgesellschaft), Kilian Enghard (Brilliant AG), Malte Kröger (LogBer) und Jens Koch (bauwo Grundstücksgesellschaft) (v. l. n. r.)

„Ich bin sprachlos“, sagt Dominik Talhof nach Abpfiff. David Jacob Huber liefert die passende Unternehmer­ antwort auf die Frage, wie man mit Niederlagen umgeht: „Einfach wegstecken, auf zum nächsten Spiel.“ Die Discokugel bleibt diesmal also aus. Statt Sieges­ feier läuft „Du bist gut genug“. Ein bisschen Melancholie darf sein. Denn auch, wenn an diesem Nachmittag auf dem Platz wenig zusammenläuft: Die Stimmung in der Loge stimmt. Und die Saison hat schließlich gerade erst begonnen. b

Thorben Wehrmann (Wehrmann Bestattungen), Marius Mieruch (MM Finanzierungsberatung) und Miguel Gutsch (Volksbank in Nienburg und Schaumburg) (v. l. n. r.)

Noch mehr Bilder finden Sie auf nobilis.de

nobilis 7/2026

7


Menschen & Gesellschaft

Media Night Hannover 2026

Positiv geladen in die Zukunft 500 Gäste aus Medien, Politik und Wirtschaft kamen zur 26. Media Night Hannover in der enercity-Zentrale zusammen. Text: Roksana Leonetti Unter dem Motto „Positiv geladen“ warb Christian Krebs, Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt, dafür, neben Krisen und Konflikten auch auf Geschichten zu blicken, die Mut machen und Perspektiven eröffnen. Moderatorin Vienna Heinrich führte durch das Programm, musikalisch begleitet vom Chor „clazz“. Bei den

Foto: NLM/Henning Scheffen

Gästen kam die positive Ausrichtung gut an. Julia Wohlfeld lobte den Fokus auf Chancen statt Probleme, Bastian Brunotte verwies auf die besondere Atmosphäre: „Hier sind ganz viele Leute, die ganz, ganz positiv geladen sind.“ Einen inhaltlichen Höhepunkt setzte Medienwissenschaftler Martin Andree. Er sprach über die Marktmacht großer Tech-Plattformen und deren Einfluss auf Medienvielfalt und Pressefreiheit. Zugleich betonte er, dass Regulierung und neue digitale Angebote helfen könnten, die digitale Öffentlichkeit aktiv mitzugestalten. Auch persönliche Begegnungen prägten den Abend. So sorgten Gespräche, neue Kontakte und kleine Geschichten am Rande für zusätzlichen Austausch. Am Ende blieb der Eindruck einer Veranstaltung, bei der das Motto nicht nur über dem Programm stand, sondern von vielen Gästen gelebt wurde. b Mehr Bilder finden Sie auf nobilis.de

Foto: Roksana Leonetti

Foto: Roksana Leonetti

Medienwissenschaftler Martin Andree sprach über die Macht der TechPlattformen und ihre Auswirkungen auf Medienfreiheit und Journalismus.

Christoph Bönhoff (Hochschule Hannover), Julia Wohlfeld (Tina Voß) und Bastian Brunotte (Digital Mindset) (v. l. n. r.)

8

nobilis 7/2026

Luisa Verfürth (l.) und Sylvia Sobbek (Sobbek Dienstleistungen)


ANZEIGE

LEBENSART auf der infa Wo das Besondere seinen Platz hat

Es sind die besonderen Dinge, die einem Zuhause Persönlichkeit verleihen, einen Look unverwechselbar machen oder einen ganz gewöhnlichen Moment zu etwas Besonderem werden lassen. Wer das Außergewöhnliche sucht, sollte sich auf der infa in Halle 19 Zeit für die Lebensart nehmen. Vom 10. bis 18. Oktober 2026 präsentiert die exklusive Themenwelt eine handverlesene Mischung aus stilvollem Wohnen, hochwertiger Mode, außergewöhnlichen Accessoires, Schmuck, Kunst und kulinarischen Genüssen. Die Lebensart ist dabei mehr als eine klassische Shoppingwelt: Sie ist Inspirationsquelle und Treffpunkt für Menschen mit Sinn für Qualität, Design und Individualität. Statt Massenware stehen hier Produkte mit Charakter im Mittelpunkt – von außergewöhnlichen Möbeln und edler Wohnund Tischdekoration bis hin zu handgefertigten Unikaten, exklusiven Lederaccessoires und besonderen Schmuckstücken. Ein besonderes Highlight ist das Forum Kunst & Design mit handverlesenen Produkten aus den Bereichen Schmuck, Mode, Mobiliar und Dekoration. Auch die Auswahl der Aussteller unterstreicht den besonderen Anspruch. Mit dabei sind unter anderem Duprès, JOSEPH knitwear, Galerie Bodek, La Modiste, Hemsley Living, Pepwalk by Sabine Herrmann, Ullmann. Wohnen Betonen und Bohomar Studio, ebenso wie Dat Holt und das hannoversche Fashionlabel Dörpwicht. Ein besonderer Publikumsmagnet ist erneut Björn Kroner. Der TV-bekannte Floristmeister und „Schönmacher“ präsentiert an seinem eigenen Stand ausgewählte Produkte aus deutschen Manufakturen sowie stilvolle Dekorationen und Inspirationen rund um Floristik, Tischkultur und Woh-

Schönes für Zuhause, Garten und Freizeit : Die LEBENSART lädt zum Stöbern und Entdecken ein.

nen. Apropos Bühne: Auch das Rahmenprogramm macht die LEBENSART zu einem Erlebnis. Modenschauen, Tanzund Friseurshows sowie inspirierende Programmpunkte sorgen dafür, dass es neben dem Entdecken und Shoppen auch jede Menge zu erleben gibt. Und dann wäre da noch ein Abend, der bislang nur einem exklusiven Kreis vorbehalten war: der Premierenabend der Lebensart. Erstmals können Besucherinnen und Besucher Tickets für dieses besondere Opening erwerben. Am Freitag, 9. Oktober, 19 Uhr, öffnet die Lebensart bereits vor dem offiziellen Start der infa ihre Türen. Freuen Sie sich auf einen stilvollen Abend mit spektakulärer Artistik des GOP Varieté-Theaters, Walking Acts, Live-Musik von Max & Friends feat. Myra Maud und einer Silent Disco mit DJ LUVE. Die Tickets sind streng limitiert und unter www. meine-infa.de erhältlich. LEBENSART auf der infa 2026 – für alle, die das Besondere nicht nur suchen, sondern es auch erkennen.

nobilis 7/2026

9


Menschen & Gesellschaft

Stadtgeflüster Foto: Tobias Wölki

Charity-Gala 25.000 Euro für Kinderherz Hannover e. V.

Ein Hauch von internationalem Glanz lag über Hannover, als die Chaîne des Rôtisseurs zum 102. Grand Chapitre d’Allemagne lud. Vier Tage lang wurde die Landeshauptstadt zum Treffpunkt von Gourmets, Gastgebern und Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Wirtschaft und Adel. Im festlich illuminierten Galeriegebäude Herrenhausen trafen Champagner, kulinarische Höchstleistungen, Live-Musik und ein beeindruckendes Feuerwerk auf stilvolle Gastlichkeit. Zu den Gästen zählten unter anderem Prinz Heinrich von Hannover und Peter Peters (Wempe). Die Veranstaltung bot den würdigen Rahmen für außergewöhnliche Begegnungen und machte Hannover einmal mehr zum glanzvollen Mittelpunkt der internationalen Genusskultur.

10

nobilis 7/2026

Foto: Chaîne des Rôtisseurs

Grand Chapitre d’Allemagne Zu Gast bei den Welfen

Ein milder Sommerabend, ein schöner Garten und viele bekannte Gesichter: Zur Charity-Gala von Kinderherz Hannover kamen Freunde und langjährige Weggefährten ins Hardenbergsche Haus. Hanns Werner Staude und seine Frau Birte begrüßten die Gäste persönlich, bevor Zauberer Carsten Böttcher zwischen den Tischen für die ersten Rätsel sorgte. Musikalisch brachten Anca und Ossy die Gesellschaft in Bewegung, später zeigte Cody Stone, wie moderne Magie mit Smartphone und QR-Code funktioniert. Im Mittelpunkt stand jedoch der gute Zweck. Seit 21 Jahren unterstützt Kinderherz Hannover die Kinderherzchirurgie der MHH und hat in dieser Zeit mehr als 1,4 Millionen Euro gesammelt. Wie groß die Verbundenheit mit dem Verein ist, zeigte sich auch bei der Auktion: Andreas Kuhnt führte mit viel Charme durch die Versteigerung und brachte allein damit 15.000 Euro zusammen. Am Ende standen 25.000 Euro auf der Spendenseite und ein Abend, an dem Helfen und Feiern wunderbar zusammenpassten.


Menschen & Gesellschaft

Jubiläum 170 Jahre Gastlichkeit

Foto: Sabine Neumann

Wenn ein Hotel Geburtstag feiert und gleich rund 2.500 Gäste mitfeiern, dann ist das mehr als ein Jubiläum, es ist ein echtes Fest der Begegnungen. Das Kastens Hotel Luisenhof blickt auf 170 Jahre Geschichte zurück und feierte diesen besonderen Meilenstein mit vielen Wegbegleitern, Freunden und Partnern. Seit 1856 steht das Traditionshaus für Gastlichkeit, Beständigkeit und die Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden. Hinter 170 Jahren Luisenhof stehen nicht nur historische Ereignisse, sondern vor allem Menschen: Gäste, die wiederkommen, Partner, die verbunden bleiben, und ein Team, das das Hotel Tag für Tag mit Leben füllt. So entsteht jener besondere Charakter, der den Luisenhof für viele zu einem Zuhause auf Zeit macht. Das Jubiläumsfest war zugleich ein Dankeschön für all die Geschichten, Begegnungen und gemeinsamen Erinnerungen der vergangenen Jahrzehnte. Ein festlicher Meilenstein und zugleich ein schöner Ausblick auf die nächsten Kapitel dieser Hannoveraner Institution.

Neun Jahrzehnte Einrichtungskultur, Designkompetenz und persönliche Begegnungen: Mit einem festlichen Abend feierte Steinhoff Einrichtungen sein 90-jähriges Bestehen im Showroom am Braunschweiger Platz. Zahlreiche Freunde des Hauses folgten der Einladung und genossen inspirierende Gespräche über Wohnen, Gestaltung und die Zukunft des Einrichtens. Kulinarischer Höhepunkt war ein exklusives Menü des Zwei-Sterne-Restaurants Jante. In stilvoller Atmosphäre blickte das Familienunternehmen auf seine Geschichte zurück und richtete zugleich den Blick nach vorne. Ein Jubiläum, das Tradition, Gastfreundschaft und gelebte Designleidenschaft auf besondere Weise vereinte.

Foto: Maja Henschel

Jubiläum 90 Jahre Steinhoff Einrichtungen

nobilis 7/2026

11


Menschen & Gesellschaft

Fotos: Lorena Kirste

Herzlich willkommen in Isernhagen: Sandra Czok zeigt uns ihre Lieblingsplätze in der Bauerschaft.

Unterwegs mit Sandra Czok

Mein Isernhagen Entspannt, regional, herzlich: Sandra Czok zeigt der nobilis ihre Lieblingsorte in Isernhagen. Text: Frauke Hansen

12

nobilis 7/2026


A

n manchen Morgen braucht Sandra Czok keinen Wecker. Dann sind es die Vögel vor dem Fenster oder das Schnauben der Pferde in der Nachbarschaft in Isernhagen, die den Tag der Schauspielerin und Influencerin einläuten. Geräusche, die für sie heute ganz selbstverständlich sind, die aber lange nicht zu ihrem Alltag gehörten. Aufgewachsen in Bothfeld, später in Groß-Buchholz zu Hause, war sie immer eng mit Hannover verbunden. Doch der Wunsch nach mehr Ruhe, mehr Natur und etwas mehr Abstand zum städtischen Tempo begleitete sie schon lange.

Menschen & Gesellschaft

„Ich hatte Isernhagen eigentlich schon seit einigen Jahren im Kopf“, erzählt sie, während sie mit uns durch die grünen Wege ihres Wohnorts spaziert. Den entscheidenden Impuls gab ihre Rückkehr aus ihrer Studienstadt Köln. „Als ich zurückgekommen bin, war eigentlich klar: Jetzt muss es raus aus der Stadt gehen.“ Seit vier Jahren nennen Sandra und ihr Ehemann Sascha die ruhige Ortschaft nördlich von Hannover nun ihr Zuhause.

Das kleine Bäuchlein lässt sich nicht mehr verstecken: Sandra und ihr Mann Sascha werden im Frühjahr 2027 Eltern.

nobilis 7/2026

13


Menschen & Gesellschaft

In und um Isernhagen gibt es unzählige Blumenfelder, die Sandra gerne besucht.

14

nobilis 7/2026


Menschen & Gesellschaft

Eine Pause vom stressigen Alltag – ihr Zuhause ist für Sandra ein wichtiger Ort, um die Batterien wieder aufzuladen.

Perfekt für eine kleine Familie Noch bedeutender geworden ist die Entscheidung für Isernhagen mit Blick auf die Zukunft. Sandra wird im Frühjahr 2027 zum ersten Mal Mutter, verrät sie uns bei unserem Besuch. „Hier ist es eigentlich ideal, um eine Familie zu gründen“, sagt sie. Die Wege sind kurz, das Angebot groß, gleichzeitig beginnt die Natur direkt vor der Haustür. „Das ist mir persönlich super wichtig.“ Trotz aller Liebe zu ihrem Wohnort schlägt ihr Herz weiterhin für die gesamte Region. Hannover, sagt sie, wird oft unterschätzt. „Die Stadt und die Region bieten unheimlich viel.“ Ob Kultur, Gastronomie, Natur oder Freizeitangebote, überall gibt es Neues zu entdecken. „Jeder Stadtteil

hat irgendetwas Spezielles.“ Genau diese Vielfalt ist es, die Sandra Czok an ihrer Heimat so schätzt: die Möglichkeit, mitten im Leben zu sein und trotzdem immer wieder Orte zu finden, an denen man durchatmen kann. Der nobilis hat sie ihre Lieblingsplätze gezeigt. In der Natur Isernhagen vereint für Sandra das Beste aus zwei Welten: die Nähe zur Landeshauptstadt und die Gelassenheit des Landlebens. „Man ist komplett im Grünen, aber nicht abgeschottet von der Außenwelt“, sagt sie. „Und man ist trotzdem super gut angebunden.“ Gerade diese Balance schätzt sie. Während früher Straßenbahnen und Busse ihre

nobilis 7/2026

15


Menschen & Gesellschaft

In der Natur kommt Sandra zur Ruhe – für sie sind Spaziergänge ein wichtiger Ausgleich zu ihrem hektischen Alltag.

tägliche Geräuschkulisse bestimmten, genießt sie heute die Stille. „Für meinen Lebensstil ist das ein wichtiger Punkt, um einfach runterzukommen.“ Die vielen Möglichkeiten für lange Spaziergänge über Wanderwege, vorbei an Pferdekoppeln und Blumenwiesen, sind für Sandra ein Genuss. Zu Hause Ruhe findet Sandra Czok nicht nur in der Natur. Wenn der Alltag eine Pause verlangt, greift sie zu einem Buch oder beschäftigt sich mit Themen wie Achtsamkeit und Manifestation. Oft zieht es sie einfach in den Garten. „Ich setze mich raus und entspanne“, erzählt sie. Die bewusste Zeit für sich selbst sei für sie ein wichtiger Ausgleich. Café Mittendrin Weiter geht es im „Café Mittendrin“, das es seit elf Jahren gibt. Zwischen hausgemachten Kuchen, herzlichem Service und ländlicher Gemütlichkeit findet Sandra genau das, was den Ort für sie so besonders macht. „Man fühlt sich hier

16

nobilis 7/2026

Im „Café Mittendrin“ schätzt Sandra die große Gastfreundschaft und die saisonale Speisekarte.


Menschen & Gesellschaft

wirklich wie zu Hause“, sagt sie. Schon mehrere Familienfeiern hat sie hier ausgerichtet. Doch nicht nur die Gastfreundschaft überzeugt sie. Auch kulinarisch ist das Café für Sandra eine feste Adresse. Vor allem im Frühjahr zieht es sie hierher: „Die Spargelzeit ist meine Lieblingszeit.“ Und wer die prall gefüllte Kuchenvitrine sieht, versteht schnell, warum sie auch bei Torten nur schwer widerstehen kann. Hof Gerns Wenn Sandra frische Lebensmittel braucht, macht sie gerne auf dem Hof Gerns Halt. Im kleinen Hofladen kauft sie vor allem Kartoffeln, Eier und Honig. „Da merkt man einfach den Unterschied in der Qualität“, sagt sie. Gerade weil sie das Landleben bewusst gewählt habe, sei es ihr wichtig, die regionalen Angebote auch zu nutzen. „Wenn man schon hier draußen lebt, dann sollte man das auch nutzen.“ Zwar stehe sie nicht jeden Tag am Herd, aber wenn sie sich bewusst Zeit dafür nehme, koche sie ausgesprochen gern. Besonders italienische und asiatische Gerichte haben es ihr angetan. So verbindet der Hof Gerns für sie regionale Bodenständigkeit mit dem Genuss guter Küche – und ist damit ein weiterer Lieblingsort in ihrem Isernhägener Alltag. b

Honig, Kartoffeln, Eier – beim modernen Frische-Automaten vom Hof Gerns bekommt Sandra jederzeit regional produzierte Lebensmittel.

TECH 5.000€ XPENG G9

WOCHEN

Tech Prämie1 + Premium-Paket2

1, 2

mehr Details:

Mit bis zu 525 kW Ladepower in nur 10 Minuten von 20-80% ultraschnell laden. Vollausstattung und 7 Jahre Garantie. XPENG G9: Energieverbrauch 17,5-18,4 kWh/100 km; CO2-Emission 0 g/km; CO2-Klasse: A (jeweils kombinierte Werte laut WLTP).

XPENG Center Hannover

Kokenhorststraße 2 · 30938 Burgwedel · xpeng@hackerott.de · www.hackerott.de/xpeng


Fotos: Fritz Faupel

Menschen & Gesellschaft

Drei Fahrzeuggenerationen aus rund 50 Jahren Stadtbahnentwicklung: die creme-rote Straßenbahn der 1950er/60erJahre, der rot-weiße Wagen der Stadtbahn ab 1975 und das grüne Modell der modernen Stadtbahn seit 1997

Fritz Faupel mit einem der historischen Modelle aus der Sammlung.

Historische Straßenbahnen in Hannover

Zeitzeugen auf Schienen Fritz Faupel leitet seit 1997 den Förderverein Straßenbahn Hannover – ein Gespräch über alte Wagen und große Abenteuer. Text: Annika Enke

S

chon als Kind war Fritz Faupel von Straßenbahnen fasziniert. 1984 begann er als 16-Jähriger seine kaufmännische Ausbildung bei der ÜSTRA, zehn Jahre später erhielt er die Fahrerlaubnis für historische Bahnen. Seit 1997 leitet er den Förderverein Straßenbahn Hannover e. V., der die historischen ÜSTRA-Fahrzeuge dauerhaft erhält und betreibt. 30 Fahrzeuge, ein Lebenswerk Rund 30 Fahrzeuge umfasst die Sammlung. Einen Favoriten zu benennen, fällt Faupel schwer: „Der Arbeitswagen 804 Baujahr 1928 fasziniert durch seine einfache, zweckmäßige Bauart und die Tatsache, dass auch nach fast hundert Jahren kein besseres Neufahrzeug am Markt verfügbar wäre. Der elegante Großraumwagen 336 war in den Fünfziger­jahren

18

nobilis 7/2026

ein Quantensprung und in meiner Kindheit die älteste Bahn im regulären Einsatz mit viel Holz im Innenraum und einem sehr markanten Motorgeräusch. Noch dazu war es das erste Fahrzeug, das wir Ehrenamtlichen eigenständig restauriert haben“, erzählt er. „Den Prototyp 601 (Baujahr 1970) unserer grünen Stadtbahnen, den rot-weißen Pionier der erfolgreichen hannoverschen Stadtbahngeschichte, aus Kanada zurück nach Hannover geholt zu haben, war definitiv mein größtes Abenteuer.“ Am aufwendigsten ist die Pflege: Die Wagen werden von Hand gewaschen, bei einem 35 Meter langen Gelenkwagen keine kleine Aufgabe. Auch die technische Instandhaltung fordert viel Erfahrung, da Ersatzteile kaum noch zu bekommen sind. Die Spurweite von 1.435 Millimetern gilt in Hannover seit der Pferdebahn von 1872 und ist bis heute


Menschen & Gesellschaft

erhalten geblieben, sodass die meisten Oldtimer noch alle Strecken befahren können. Vom Geburtstag bis zur Trauung Die Bahnen können heute für Geburtstage, Hochzeiten, Jubiläen oder Klassentreffen gemietet werden. Die standesamtliche Trauung an Bord wurde möglich, weil einst ein ÜSTRA-Pressesprecher selbst in der Bahn heiraten wollte. Viele Kundinnen und Kunden kommen immer wieder, etwa um nach dem 60. Geburtstag später auch den Ruhestand und den 90. Geburtstag in der Bahn zu feiern. Wer noch keine Berührung mit der Straßenbahn hatte, ist beim Stahlwagen 178 von 1928 überrascht, wie edel die hölzerne Ausstattung ist. Wer als Kind mit der Bahn zur Schule fuhr, erlebt oft ein echtes Déjà-vu. Wiedersehen mit alten Bekannten Der bewegendste Moment für Faupel selbst: 2017 durfte er zum 125-jährigen ÜSTRA-Jubiläum den ersten elektrischen Triebwagen von 1893 persönlich über den Bahnhofsvorplatz steuern. Was die Bahnen wohl über ihre bewegte Geschichte erzählen würden? „Schon 1899 konnte man regelmäßig und zuverlässig mit der ‚Elektrischen‘ von Hannover nach Gehrden, Barsinghausen, Burgwedel, Sehnde, Haimar oder Hildesheim fahren. Stadt und Umland waren plötzlich ‚erreichbar‘ und wuchsen zusammen. Später kamen zwei Weltkriege und damit Verwundetentransporte mit der Bahn. Nach dem Krieg Notverkehre, wo Lebensmittel mit Güterzügen der Straßenbahn vom Land in die Stadt transportiert wurden oder Schulkinder, die im Süden mit der „roten 11“ bis nach Hildesheim zur Schule pendeln mussten, weil es dort noch unbeschädigte Gebäude gab.“ Für Faupel ist die Straßenbahn bis heute ein Stück lebendiger Stadt­ geschichte. b

Der ÜSTRA-Triebwagen 178 (Baujahr Anfang der 1920er-Jahre) mit offenen Einstiegsplattformen

Ein historischer Gütertriebwagen der Straßenbahn Hannover Gut geschützt warten die historischen Bahnen in einer großen Halle auf ihren Einsatz.

nobilis 7/2026

19


Foto: Roland Schmidt Fotografie

Foto: Johanna Ahrbecker

Foto: Privat

Menschen & Gesellschaft

Bunte Notizen zieren die Wände in Ingo Stolls Studio in Gehrden (oben). Aus einzelnen Erinnerungen und Erzählfäden entsteht das große Ganze einer Lebensgeschichte – wie bei Michael P. Wermelt, der rund 20 Jahre lang Präsident des Golfclub Hannover war.

Mehr Infos finden Sie hier:

Lebensgeschichten

Stimmen, die bleiben

Damit nicht nur Erinnerungen, sondern auch Stimmen unvergessen bleiben, verwandelt Ingo Stoll sie in Audiografien. Text: Johanna Ahrbecker

A

lles hier hat eine Stimme“, sagt Ingo Stoll und öffnet die Tür zu seinem Wohnzimmer. Er gibt den Blick auf eine Voliere frei. Zwei Graupapagei­ en tapsen auf ihren Ästen umher und glucksen leise vor sich hin. Stoll spaziert barfuß durch den erhellten Raum, stellt Kaffee und Tee auf dem Tisch bereit. Dann be­ ginnt er zu erzählen. „Unsere Stimme kann ein stärkeres Kennzeichen unserer Persönlichkeit sein als ein Fingerabdruck“, er­ klärt Stoll. Aus diesem Grund verwandelt er Lebens­ geschichten nicht in geschriebene Biografien, sondern in eine Art Hörbuch: in eine Audiografie. „Anders als in einem Buch hörst du eine Stimme, die das komplette Spektrum an Emotionen transportiert. Man stelle sich einmal eine Person vor, die aus tiefstem Herzen heraus lacht.“

20

nobilis 7/2026

Ein Schatz, den es zu hüten gilt Die Idee zur Audiografie fand seinen Ursprung in einer mehr zufälligen Aufnahme. „Ich habe diese Aufzeichnung von meiner Mutter“, setzt der 52-Jährige an und erinnert sich ans Jahr 2015 zurück. Zu dieser Zeit besucht Stoll sie regelmäßig auf der Palliativstation. „Damals war ich noch kein Audiograf, aber ich machte bereits Podcasts. Eines Tages habe ich sie gefragt, ob ich ihr zeigen soll, wie das funktioniert.“ Stolls Gestik wird lebhafter. „Ich hatte in dem Moment noch gar nicht den Gedanken, ihre Stimme zu er­ halten. Ich habe ihr einfach gezeigt, wie man mit dem Lap­ top und mit Kopfhörern etwas aufnimmt.“ Wann ist der richtige Zeitpunkt, sich solch eine Auf­ nahme anzuhören? Bis heute wartet Stoll auf die richti­ ge Gelegenheit. „Doch über all die Jahre war es unglaub­


Menschen & Gesellschaft

lich wichtig zu wissen, dass es diese Aufnahmen gibt. Und ich hüte sie wie einen Schatz.“ Der Ursprung der Audiografie Zwei weitere Begegnungen prägen Stolls Weg zur Audiografie. Als er Ende 2018 mit einer Bekannten über die Krankheiten ihres Vaters und seiner Mut­ ter spricht, findet er das passende Wort für das, was Stoll selbst inzwischen tut. „Ich sagte ihr, ich komme mir manchmal vor wie ein Audiograf, also wie ein Fotograf zum Zuhören.“ Im Frühjahr 2019 lernt er die Journalistin Katharina Thoms auf einer Podcast-Konferenz kennen, die mit ihrem Podcast „Mensch Mutta“ einen Grimme-Preis gewann. Stoll interessiert vor allem, wie sie aus stunden­ langem Rohmaterial eine zusammenhängende Geschichte entstehen lässt. Nach welchen Kriterien entscheidet sie, was bleibt und was herausgeschnit­ ten wird? Und wie behält sie bei all den Aufnahmen den Überblick? Seine Fragen kann er direkt an Thoms richten. So bekommt er Einblicke in die handwerkliche Seite ihrer Arbeit. Zwischen Verlust und Erinnerung Seither lässt Stoll Hörbücher entstehen, die sowohl ihn als auch diejenigen bewegen, die ihn mit der Produktion beauftragen. Häufig sind das Fami­ lienangehörige, die ihren Eltern oder Großeltern dieses Projekt schenken wollen. Und damit letztlich auch sich selbst. Für viele Menschen ist ein solches Projekt mit Hemmungen verbunden, weiß Stoll. Wichtig ist deshalb, dass die Gespräche in vertrauter Umgebung stattfinden. Dazu unternimmt der Audiograf Hausbesuche und setzt sich zu den Erzählenden an den Küchentisch oder ins Wohnzimmer. Alltags­ geräusche geben den Aufnahmen zusätzliche Tiefe. Verarbeitet werden all die Tonaufnahmen in einem kleinen Studio di­ rekt über dem Wohnzimmer des Audiografen. Wände voller Notizzettel helfen ihm, ausgewählte Sequenzen einzelnen Kapiteln zuzuordnen und in einem Programm passend zusammenzufügen. So entsteht nach und nach die Audiografie – eine Lebensgeschichte, die auf ewig erhalten bleibt. b

Das Festival der Lebensgeschichten Am 8. und 9. November wird die Hinterbühne in Hannover zu einem Resonanzraum für Lebensgeschichten. In künstlerischen Beiträgen wie Illustrationen, Gemälden oder Lesungen soll sich zeigen, wie unterschiedlich Lebensgeschichten erzählt werden können. Die Vielfalt der Darstellungsformen spiegelt dabei die Vielfalt der Ge­ schichten selbst.

nobilis 7/2026

21

FÜR EIN STRAHLENDES LÄCHELN funktionsorientierte Kieferorthopädie Zahn- und Kieferregulierungen für Kinder und Erwachsene Ganzheitliche Bionatortherapie Zertifiziertes Invisalign Beratungszentrum


Menschen & Gesellschaft

Seit über 60 Jahren gehen Juliane und Wolfgang Hirschbold gemeinsam durchs Leben – jetzt genießen sie ihre Zeit im Eilenriedestift Hannover.

Eine lange Liebe

Seit mehr als 60 Jahren gehen Juliane und Wolfgang Hirschbold gemeinsam durchs Leben – immer Hand in Hand. Text: Frauke Hansen

22

nobilis 7/2026

Foto: Henning Scheffen

Miteinander stark


Menschen & Gesellschaft

M

von den Frauen. Sie kommt frisch aus einer Beziehung, will eigentlich keinen neuen Partner, sagt aber: „Den nächsten Mann, den ich kennenlerne, werde ich heiraten!“ Wolfgang Hirschbold erinnert sich noch genau an den Moment, als er Juliane das erste Mal sah: „Da erschien diese junge Dame und gefiel mir sehr.“ Wolfgang und Juliane tanzen den ganzen Abend – der 20-Jährige bringt sie und ihre Schwester später auch nach Hause. Juliane ist nicht nur von dieser höflichen Geste beeindruckt, auch von einer anderen Sache ist sie sehr angetan: seinem Bart. „Ich fand ihn ein bisschen seltsam, aber interessant“, sagt sie lachend.

Foto: Privat

anchmal beginnt ein gemeinsames Leben mit einem Tanz. Als die 18-jährige Juliane am 1. Dezember 1961 zu einer Veranstaltung des Allgemeinen Deutschen Studentenbundes der TU München kommt, ahnt sie nicht, dass sie dort dem Mann begegnen wird, mit dem sie mehr als sechs Jahrzehnte verbringen wird. Eigentlich ist sie nur dabei, weil ihre Schwester weibliche Unterstützung für einen Tanzabend braucht. Die Technische Universität ist damals fest in Männerhand, junge Frauen sieht man dort selten. Also werden kurzerhand einige Freundinnen eingeladen. Juliane ist eine

Foto: Privat

Foto: Privat

Eine Liebe, die wachsen durfte: Bilder aus dem gemeinsamen Leben des Ehepaars

nobilis 7/2026

23


Menschen & Gesellschaft

Foto: Henning Scheffen

Sieben Jahre warten Aus dem Heimweg wird bald mehr. Konzerte, Theaterbesuche und gemeinsame Skitage folgen. Der erste Kuss lässt vier Wochen auf sich warten. Die beiden entdecken ihre Liebe zur Kultur und zu den Bergen und verbringen jede freie Minute miteinander. Heiraten können sie jedoch noch nicht. Zunächst müssen Ausbildung und Studium abgeschlossen werden. So beginnt eine siebenjährige Zeit des Wartens, der Geduld und der vielen Briefe. Wolfgang studiert in Würzburg, Juliane arbeitet als Modelldirektrice für Kindermode in Tübingen. Alle zwei Wochen steigt sie in den Zug, um ihn zu sehen. Dazwischen schreiben sie sich beinahe jeden zweiten Tag. Telefonate sind selten und kostbar. Handys gibt es nicht, stattdessen Telefonzellen und Telefonmarken. Eine Liebe, die wachsen darf Nach der Hochzeit 1968 führt das Leben die beiden quer durch Deutschland. München, Darmstadt, Scheeßel, Salzgitter, Rosenheim, Goslar. Immer wieder warten neue berufliche Herausforderungen auf Wolfgang. Immer wieder packt die kleine Familie ihre Koffer. Juliane könnte ihre eigene Karriere weiterverfolgen, entscheidet sich aber bewusst anders. „Wozu habe ich geheiratet? Ich will bei meinem Mann sein“, erinnert sie sich. Gemeinsam bauen sie ihr Leben auf. Wolfgang macht Karriere bis zum Geschäftsführer eines international tätigen Unternehmens. Juliane hält ihm den Rücken frei, kümmert sich um Haus, Garten und die drei Kinder. Dabei ist für beide klar: Ihre Aufgaben mögen unterschiedlich sein, ihre Leistung ist gleich viel wert.

Foto: Privat

Foto: Privat

Die Familie ist Juliane und Wolfgang Hirschbold wichtig – mittlerweile leben sie in der Nähe einer ihrer Töchter.

Gemeinsam unterwegs, immer neugierig auf neue Kulturen, Menschen und Geschichten

24

nobilis 7/2026

Die Welt als gemeinsames Abenteuer: Über Jahrzehnte sammelte das Ehepaar Erinnerungen auf allen Kontinenten.


Menschen & Gesellschaft

Was sie verbindet, ist gegenseitiger Respekt. Und Zeit füreinander. Die Wochenenden gehören stets der Familie. „Wenn ich zu Hause war, war ich für die Familie da“, sagt Wolfgang. Das war ihm immer wichtig. Ob auf Fechtturnieren mit den Kindern, in einem vollgepackten VW-Bus quer durch Europa, auf Reisen rund um die Welt oder beim jährlichen Skiurlaub – die Familie schafft Erinnerungen. Ein bewegtes Leben Heute leben Juliane und Wolfgang Hirschbold im Eilenriede­stift in Hannover, ganz in der Nähe einer ihrer Töchter. Die elegante und gemütliche Wohnung hoch oben über den Dächern der Stadt ist voller Bilder aus Julianes Künstler­familie, voller Erinnerungen an ein bewegtes Leben. Kleine Rituale gehören zum gemeinsamen Leben dazu. Jeden Morgen bereitet Wolfgang ein gesundes Frühstück mit Müsli, frischem Obst und anschließendem Espresso zu. Juliane übernimmt andere Aufgaben. Es ist ein eingespieltes Miteinander, das nach Jahrzehnten selbstverständlich geworden ist.

Foto: Henning Scheffen

Das Geheimnis dieser Liebe Natürlich kennt auch ihre Geschichte schwere Kapitel. Familiäre Verluste begleiten das Leben des Ehepaares. Doch die beiden haben gelernt, gemeinsam durch Krisen zu gehen. Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis ihrer Liebe. Was würden die Hirschbolds jungen Paaren raten? Dem anderen das Leben leicht zu machen. „Man möchte, dass der andere glücklich ist. Denn wenn meine Frau glücklich ist, bin ich es auch“, sagt Wolfgang. Juliane erinnert sich an einen Spruch aus ihrem Poesiealbum: „Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu anderem Glück. Denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück.“ Nach mehr als 60 gemeinsamen Jahren klingt diese Weisheit bei den Hirschbolds nicht wie ein Spruch. Sondern wie gelebtes Leben. Und wenn man die beiden nebeneinander sitzen sieht, versteht man sofort, warum ihre Liebe bis heute trägt: Weil sie sich noch immer freuen, morgens gemeinsam aufzuwachen. Weil es jeden Tag einen Kuss gibt. Weil sie einander zuhören. Weil sie füreinander da sind. Oder, wie Juliane es sagt: „Miteinander sind wir stark.“ b

Wolfgang und Juliane Hirschbold in ihrem Appartement im Eilenriedestift in Hannover – an den Wänden hängt Kunst von Julianes Familie.

nobilis 7/2026

25


Menschen & Gesellschaft

Innovation

Das Start-up Phonomatics verbessert mit KI die Sprachförderung von Kindern. Text: Frauke Hansen

Foto: hannoverimpuls GmbH

Wie entwickelt sich die Sprache eines Kindes wirklich? Und wie lassen sich Auffälligkeiten früh erkennen, ohne Fachkräfte zusätzlich zu belasten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Hannoveraner Start-up Phonomatics, das beim Startup-Impuls-Wettbewerb 2026 von hannoverimpuls in der Kategorie „future health“ gewonnen hat. Gründerin Hanna Ehlert, selbst Logopädin, hat eine KI-gestützte Lösung entwickelt, die Sprachentwicklung alltagsnah analysiert und damit eine bislang aufwendige Methode für den Praxisalltag nutzbar macht. Die Grundlage bildet die sogenannte Spontansprachanalyse. Sie gilt in der Sprachentwicklungsdiagnostik als aussagekräftig, wird bislang jedoch selten eingesetzt. Der Grund: Die händische Auswertung ist zeitintensiv. „Mit künstlicher Intelligenz haben wir nun die Möglichkeit, diese Methode automatisiert umzusetzen“, sagt Ehlert.

Das Phonomatics-Team rund um Hanna Ehlert (2. v. l.) gewann beim Startup-Impuls-Wettbewerb 2026 in der Kategorie „future health“.

26

nobilis 7/2026

Foto: keetazalay/AdobeStock

Echte Sprache im Blick

Die Sprache des Kindes wird während einer natürlichen Kommunikation – etwa beim Anschauen eines Bilderbuchs – beobachtet und analysiert.

So analysiert Phonomatics Sprache Statt Kinder in eine klassische Testsituation zu bringen, setzt Phonomatics auf Sprache aus dem Alltag. Beim Betrachten eines Bilderbuchs oder im Gespräch mit einer Erzieherin entstehen Audioaufnahmen, die von eigens entwickelten KI-Modellen ausgewertet werden. Analysiert werden unter anderem Wortschatz, Grammatik und Aussprache. Die Ergebnisse werden mit Beobachtungen der Fachkräfte kombiniert und in einer App dargestellt. Für Ehlert ist Sprache weit mehr als ein Entwicklungsbereich. „Sprache ist der Schlüssel zur Welt“, sagt sie. Wer sich sprachlich ausdrücken kann, hat bessere Chancen auf Bildung, soziale Teilhabe und persönliche Entwicklung. Umso wichtiger sei es, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Gerade bei jungen Kindern könne bereits ein Jahr entscheidend sein, um durch gezielte Förderung oder Sprachtherapie Unterstützung zu bieten. KI als Unterstützung Dabei versteht sich die Technologie nicht als Ersatz für pädagogische oder therapeutische Fachkräfte. Im Gegenteil: „Menschen und KI können unterschiedliche Dinge gut“, betont die Gründerin. Erst die Kombination aus beidem ermögliche es, das Potenzial der Technologie sinnvoll auszuschöpfen. Vertrauen möchte das Start-up vor allem durch Transparenz schaffen. Die Software wird gemeinsam mit Fachkräften entwickelt, zugleich legt das Team großen Wert auf Datenschutz und die verständliche Vermittlung dessen, was KI leisten kann und wo ihre Grenzen liegen. In fünf Jahren soll Phonomatics ein etabliertes Werkzeug in Kitas sein. Das Ziel: bessere Informationen über die Sprachentwicklung von Kindern, gezieltere Förderung und langfristig bessere Bildungsqualität. b


Menschen & Gesellschaft

Hannover, deine Menschen

Foto: Privat

Kathrin Battermann, Geschäftsführerin des VfL Eintracht Hannover, ist in Barsinghausen aufgewachsen und lebt heute mit ihrer Familie in Hannover. Die begeisterte Volleyballerin engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in Vereinen, Schulen und im Kindergarten. Ausgleich findet sie bei einer Runde um den Maschsee, in der Eilenriede oder bei einem entspannten Frühstück mit ihrer Familie. Hannover beschreibt sie als grün, lebenswert und angenehm unaufgeregt – eine Stadt, die groß genug für alles ist und klein genug, dass man sich immer wieder begegnet. Ganz besondere Erinnerungen verbindet sie mit dem Neuen Rathaus: Dort, hoch oben nach der Fahrt mit dem Bogenaufzug, erhielt sie einst ihren Heiratsantrag. Kathrin Battermann beim „Christmas Garden“ im Zoo Hannover – einem ihrer Lieblingsorte

Das Schönste an meinem Leben in Hannover ist: Die kurzen Wege – mit dem Fahrrad ist fast alles in 30 Minuten erreichbar. Und irgendwie trifft man sich in Hannover immer mindestens zweimal und ist über irgendwen miteinander connected. Diese kleine Alltagsfreude bedeutet für mich Luxus: Ausschlafen, einen Kaffee im Bett trinken und anschließend ganz in Ruhe gemeinsam mit meiner Familie frühstücken. Viel mehr Luxus brauche ich eigentlich nicht.

Mein Lieblingsrestaurant in Hannover: Stephans Eck in der Südstadt – unkompliziert, gemütlich und ein Ort, an dem man gerne mit Freunden zusammensitzt. So halte ich mich im Alltag fit: Viel Fahrrad, viel zu Fuß – und wenn es die Zeit zulässt um den Maschsee laufen. Mit Musik im Ohr kann ich dabei am besten meine Gedanken laufen lassen.

Das mache ich in Hannover am liebsten: Beim Fußballspiel meiner Tochter mitfiebern, mit Freunden unterwegs sein oder einfach eine Runde am Maschsee oder durch die Eilenriede drehen.

Ein sportlicher Moment, der mich stolz gemacht hat: Der Aufstieg in die 2. Volleyball-Bundesliga. Besonders stolz macht mich, dass wir ihn gemeinsam geschafft haben und als Mannschaft auch in der 2. Liga zusammengeblieben sind.

Dieser Ort in Hannover fühlt sich für mich wie Urlaub an: Ganz klar der Maschsee. Wasser, Weite und dieses besondere Gefühl, mitten in der Stadt für einen Moment ganz woanders zu sein.

Mein Wohlfühlort in den eigenen vier Wänden: Unser Wohnzimmer. Dort kommen alle zusammen: Wir essen, erzählen, spielen und verbringen Zeit miteinander. Für mich ist es der Mittelpunkt unseres Familienlebens. b

nobilis 7/2026

27


Fotos: Fischer-Bau

Wohnen & Leben

Zeitlose Architektur, gute Planung und moderne Technik bilden die Basis zukunftsfähigen Bauens.

Bau-Trends

Zukunft bauen

Flexibel, effizient, langlebig: Warum beim Hausbau heute vor allem zeitlose Qualität den Unterschied macht. Text: Frauke Hansen

S

mart Home, Wärmepumpe, offene Wohnwelten: Wer heute baut, begegnet einer Vielzahl an Trends und technischen Möglichkeiten. Doch welche Entwicklungen haben Bestand? Für Marco Möbes, Verkaufsleiter bei Fischer-Bau, liegt die Antwort nicht in kurzfristigen Moden, sondern in einer langfristigen Perspektive. „Ein Haus muss vor allem langfristig funktionieren“, sagt er. Zukunftsfähigkeit entstehe durch gute Architektur, hochwertige Bausubstanz, durchdachte Grundrisse und moderne, effiziente Haustechnik. Gleichzeitig haben sich die Ansprüche der Bauherren deutlich verändert. Viele kommen heute bestens in-

28

nobilis 7/2026

formiert und mit konkreten Vorstellungen in die Planung. Gefragt sind individuelle Lösungen statt standardisierter Konzepte. Das Eigenheim soll die eigene Lebensweise widerspiegeln und Raum für unterschiedliche Lebensphasen bieten. Entsprechend wichtig werden flexible Grundrisse, die sich veränderten Bedürfnissen anpassen können. Intelligente Raumnutzung Auch der Traum vom eigenen Haus ist heute persönlicher denn je. Ob Stadtvilla, klassisches Einfamilienhaus oder Bungalow: Im Mittelpunkt steht der Wunsch nach einem Zuhause, das Komfort, Qualität und Beständigkeit vereint.


Wohnen & Leben

Wohnfläche allein spiele dabei eine immer geringere Rolle. Viel entscheidender sei, wie intelligent Räume genutzt werden können. Ein Arbeitszimmer, das später zum Kinderoder Gästezimmer wird, ist dafür ein typisches Beispiel. Ein zentrales Thema bleibt zudem die Nachhaltigkeit. Für Möbes beginnt sie bei langlebigen Materialien und einer hochwertigen Bauweise. Ergänzt durch eine gute Gebäudehülle und effiziente Technik entstehen Häuser, die Ressourcen schonen und langfristig wirtschaftlich bleiben. Moderne Heizsysteme wie Wärmepumpen spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Betrachtung des Hauses als Gesamtsystem. Technik, die unterstützt Beliebt sind weiterhin offene Wohn- und Essbereiche. Gleichzeitig wächst das Bedürfnis nach Rückzugsorten und klar strukturierten Bereichen für Arbeit, Familie und Freizeit. Technische Lösungen sollen dabei unterstützen, nicht dominieren. Smart-Home-Anwendungen seien vor allem dann sinnvoll, wenn sie Komfort, Sicherheit oder Energieeffizienz dauerhaft verbessern. Mit Blick auf die kommenden Jahre erwartet Möbes eine noch stärkere Bedeutung von Energieeffizienz und flexiblen Wohnkonzepten. Gleichzeitig werde die Nachfrage nach zeitloser Architektur und langlebiger Qualität weiter steigen. Denn während Trends kommen und gehen, bleiben gute Planung, hochwertige Materialien und ein individuell gestaltetes Zuhause die Grundlage Ein ausführliches für nachhaltige WohnInterview finden Sie auf nobilis.de: qualität. b

Moderne Eigenheime überzeugen durch clevere Raumkonzepte, Effizienz und Wohnqualität.

Individuell geplant und nachhaltig gebaut: Häuser, die sich flexibel an neue Lebensphasen anpassen

Welcome back in Isernhagen, Pauline! Als Tischlerin mit dem Betriebswirt HwO arbeitet Pauline Helmrich nicht nur in unseren großen Projekten, sondern stellt schon mal die Weichen für die Zukunft. Seit 1960 gestalten und produzieren wir nachhaltig in Isernhagen.

Die 3. Generation startet in der

Familien-Tradition

Am Ortfelde 20A · 30916 Isernhagen NB · Tel.: 0511/73066-0 · www.helmrichs.de

nobilis 7/2026

29


Wohnen & Leben

Im Interview

Auf Lösungssuche Inga Frauendorf, Projektleiterin der Real Estate Arena, über Mut, Netzwerke und ihre Wahlheimat Hannover. Interview: Frauke Hansen

F

rau Frauendorf, wie würden Menschen Sie beschreiben? Inga Frauendorf: Wahrscheinlich als zuverlässig, pragmatisch und jemand, der gern nach vorne schaut. Im Team sage ich oft: „Leute, lasst uns davon ausgehen, dass es gut geht.“ Das ist für mich keine Naivität, sondern eine Haltung. Ich glaube daran, Dinge anzuschieben, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam Lösungen zu finden. Dabei ist mir wichtig, Menschen mitzunehmen und einen guten Konsens zu schaffen. Was treibt Sie dabei an? Frauendorf: Der Moment des Vernetzens – mich fasziniert dieser Augenblick, wenn unterschiedliche Menschen, Ideen und Perspektiven zusammenkommen. Oft entsteht genau dann etwas Besonderes. Das hat so manches Mal sogar einen gewissen Zauber. Zu sehen, wie aus Austausch und manchmal auch aus Reibung neue Lösungen entstehen, motiviert mich jeden Tag.

punkte zur Deutschen Messe. Ich habe damals an einem Projekt gearbeitet, bei dem es darum ging, Synergien zu finden und neue Potenziale zu erschließen. Die Messe hat mich dabei immer fasziniert. Als später die Möglichkeit entstand, zur Real Estate Arena (REA) zu wechseln, habe ich die Chance ergriffen. Das passte einfach perfekt zu dem, was ich mitbringe und was mir Freude macht. Sie leiten heute die REA. Was macht die Messe besonders? Frauendorf: Wir verstehen uns weniger als Messe, sondern vielmehr als Plattform für Austausch. Unser Konzept basiert auf drei Säulen: Ausstellung, Konferenz und Commu-

Wie sind Sie zur Deutschen Messe gekommen? Frauendorf: Über einige Umwege. 2011 gab es durch die Beteiligung an meiner damaligen Agentur erste Berührungs-

30

nobilis 7/2026

Foto: Frank Wilde

War dieser Wunsch, Menschen zusammenzubringen, schon immer da? Frauendorf: Wenn ich zurückblicke, zieht sich das tatsächlich wie ein roter Faden durch mein Leben. Nach meiner Ausbildung zur Werbekauffrau habe ich Marketing und Kommunikation studiert und bin anschließend in der Eventbranche gelandet. Dort geht es genau darum: Rahmenbedingungen für Begegnungen schaffen. Menschen zusammenbringen, Erlebnisse gestalten und etwas entstehen lassen, das es vorher nicht gab.

Inga Frauendorf leitet seit 2025 die Real Estate Arena.


Wohnen & Leben

Die Immobilienbranche befindet sich im Wandel. Wie erleben Sie das? Frauendorf: Die Branche hat herausfordernde Jahre hinter und auch vor sich. Früher wurde gebaut, gebaut, gebaut. Heute stehen Themen wie Digitalisierung, Wohnraummangel, Nachhaltigkeit, Umnutzung bestehender Gebäude oder auch Sicherheit deutlich stärker im Fokus. Ganz abgesehen vom Fachkräftemangel und der übergeordneten Frage, wie wir schneller und effizienter bauen können. Es geht heute konkreter denn je darum, gemeinsam ins Handeln zu kommen. Genau dafür braucht es Orte wie die REA. Warum funktioniert das Konzept gerade in Hannover so gut? Frauendorf: Hannover bringt vieles mit, was eine bundesweite Veranstaltung braucht: ein großartiges Messegelände, eine zentrale Lage und kurze Wege. Die Stadt ist ein unglaublich guter Gastgeber. Aber ganz entscheidend ist auch die Immobilienbranche hier in der Stadt, ohne die das ganze Projekt vor fünf Jahren nicht denkbar gewesen wäre. Damals ist es gelungen, gemeinsam ein starkes Momentum für eine neue Immobilienplattform zu kreieren. Hier wollten viele Akteure gemeinsam etwas bewirken und bewegen – und das ist auch eine schöne Eigenschaft von Hannover.

Foto: Deutsche Messe

nity. Wir bringen die gesamte Wertschöpfungskette der Immobilienwirtschaft zusammen – von PropTechs über Architekten und Projektentwicklern bis hin zu Investoren und Bestandshaltern. Was uns dabei besonders macht, ist, dass der Austausch nicht auf die zwei Messetage begrenzt ist. Wir wollen die Branche das ganze Jahr über miteinander vernetzen und den Dialog kontinuierlich weiterführen.

Inga Frauendorf (Mitte) bei der Eröffnung der Real Estate Arena 2026.

Sie leben seit rund 20 Jahren hier. Was bedeutet Hannover für Sie? Frauendorf: Hannover ist mein Zuhause geworden. Ich wohne in der List und liebe die Mischung aus Urbanität und Natur. Die Eilenriede ist für mich ein echter Kraftort. Oft gehe ich morgens vor der Arbeit laufen, allein oder mit Freundinnen. Und als Küstenkind brauche ich Wasser. Deshalb gehört auch der Maschsee fest zu meinem Leben. Und worüber können Sie sich heute noch wie ein kleines Kind freuen? Frauendorf: Über Geburtstagstische! Und dann gibt es noch Föhr. Sobald ich auf die Fähre zur Insel steige, beginnt für mich etwas ganz Besonderes. Ich bin in Flensburg aufgewachsen und habe dort viele Kindheitserinnerungen. Föhr ist mein Seelenort und zweite Heimat. b „Mutig. Kontrovers. Nah dran“: Die nächste Real Estate Arena findet am 9. und 10. Juni 2027 statt.

Fischer-Bau

®

Werte für Generationen

Das Massivhaus. Musterhausbesichtigungen: Hannover-Wettbergen

Hanna-Neuse-Straße 16 • 30457 Hannover 0511 45082280 • info@fischerbau.de Laatzen-Rethen

Lübecker Straße 14+14a • 30880 Laatzen 05102 919090 • info@fischerbau.de

Ihr individuelles Architektenhaus

zum Festpreis! www.fischerbau.de


Wohnen & Leben

Restaurierung

Ein Bett für die Ewigkeit Ein Prunkbett aus Schloss Urach kehrt nach aufwendiger Restaurierung durch Barbara Helmrich an seinen Ursprungsort zurück. Text: Maja Henschel

D

darunter lag. „Da hatte man natürlich einen tollen Effekt, der einem ganz viel Freude gemacht hat“, erzählt sie.

as Prunkbett aus der Zeit um 1585 mit großem Baldachin, aufwendigen Schnitzereien und kunstvollen Applikationen wurde einst anlässlich der Vermählung Herzog Ludwigs mit Ursula, Pfalzgräfin von Veldenz, gefertigt. Als Teil des ursprünglichen Inventars von Schloss Urach in Baden-Württemberg ist es heute wieder dort zu sehen. Als möglicher Schöpfer gilt Hans Rottenburger der Jüngere, über den nur wenig bekannt ist. Anlass für die Restaurierung war die umfassende Sanierung und Neukonzeption von Schloss Urach. Die historischen Ausstellungsstücke sollten an ihren ursprünglichen Ort zurückkehren. Auch das Prunkbett musste dafür wieder sicher aufgestellt werden können. „Es sind einige kon­struktive Bereiche geschädigt gewesen, sodass das Bett besonders in diesen Bereich gesichert werden musste“, erklärt Carla Helmrich, die zusammen mit ihrer Mutter Barbara Helmrich im Atelier in Isernhagen arbeitet. Mit gezielten Verleimungen wurde die Konstruktion stabilisiert.

32

nobilis 7/2026

Mit viel Fingerspitzengefühl restauriert: Das höfische Prunkbett erzählt heute wieder von Handwerkskunst und fürstlicher Pracht.

Fotos: Atelier Barbara Helmrich

Bewahren statt erneuern Im Mittelpunkt stand der Erhalt der Originalsubstanz. So war es nicht Ziel, das fast 450 Jahre alte Möbelstück in einen vermeintlichen Neuzustand zu versetzen. Auch ältere Restaurierungen sollten sichtbar bleiben. „Die Spuren der Zeit“ gehören zum Objekt. Zusätzlich wurden Furnier-, Einlege- und Intarsienarbeiten gesichert und die Oberfläche gereinigt. Besonders eindrucksvoll war für Carla Helmrich die Reinigung der Oberfläche. Über Jahrzehnte hatte sich Schmutz auf dem historischen Material abgelagert. Mit Wattestäbchen und Schwämmchen wurde nach und nach sichtbar, was

Drei Monate Arbeit Auch die Retuschen verlangten Fingerspitzengefühl: Wie weit darf eine Restaurierung gehen, ohne die Geschichte des Objekts zu überarbeiten?


Wohnen & Leben

Rund drei Monate arbeitete das Atelier an dem Prunkbett. Zur Ausstellungseröffnung entstand zudem ein Holzmodell, das einen Ausschnitt des Bettes zeigt und nach historischen Techniken gefertigt wurde. Dieses soll den Besuchern einen genauen Blick auf die alte Handwerkskunst ermöglichen. Für Carla Helmrich liegt genau darin der besondere Reiz des Berufs: „Man sieht, was man geschafft hat mit seinen Händen und seinem Wissen.“ Restaurierung wird so zum Balanceakt zwischen Bewahren und behutsamem Eingreifen, damit Geschichte auch für kommende Generationen sichtbar bleibt. b

Nach aufwendiger Restaurierung durch Carla (l.) und Barbara Helmrich (o.) kehrt das rund 450 Jahre alte Prunkbett an seinen historischen Platz in Schloss Urach zurück..

Anzeige

Expertentipp von Leinepartners

DENKMALSCHUTZ MIT WEITBLICK

Unser neues Büro im Schiffgraben 57 zeigt: Historische Substanz und moderne Nutzung schließen sich nicht aus – wenn die rechtlichen Fragen früh geklärt sind.

Foto: Lukas Runge

Denkmalschutz beginnt rechtlich vor dem Kauf. Wer eine denkmalgeschützte Immobilie erwirbt, sollte vor der Beurkundung klären, welche Veränderungen genehmigungspflichtig sind und ob bereits Auflagen oder Verfahren bestehen. Im Kaufvertrag können Risiken, Zuständigkeiten und bestehende Genehmigungen sauber abgebildet werden.

Die Rechtsanwälte und Notare von Leinpartners: Maximilian Tomm, Jens Helbich, Dr. Dimitri Immermann und Dr. Dennis B. Bertog

nobilis 7/2026

33


Wohnen & Leben

Hannovers verborgene Geschichte

Der Schiffgraben Wo einst Torfschiffe unterwegs waren, entstand eines der vornehmsten Wohnviertel Hannovers: der Schiffgraben. Text: Vanessa Erstmann

D

er Schiffgraben gilt als eine der bekanntesten innerstädtischen Hauptstraßen. Bürogebäude und imposante Villen aus vergangenen Zeiten säumen die Verkehrsader, auf der einst Torfschiffe fuhren. Heute erinnert nur noch der Name an jenen Wasserlauf, der um 1861 aus dem Stadtbild verschwand. Als „Schiffgraben“ wurde ursprünglich ein neun Kilometer langer Graben bezeichnet, der sich über viele Jahrhunderte vom Altwarmbüchener Moor bis zur Eilenriede

34

nobilis 7/2026

und von dort weiter bis zum Aegidientor erstreckte. Bereits ab 1365 wurde der Graben als Kanal genutzt, auf dem Torf und Holz transportiert wurden, das die Hannoveraner als günstiges Heizmaterial nutzten. Im 18. Jahrhundert erweiterte die Stadt den Schiffgraben und machte ihn für eigene Torfschiffe befahrbar, wogegen sich die Torfbauern jedoch zur Wehr setzten. Nach gezielten Sabotage-Aktionen gegen die vermeintliche Konkurrenz wurde die Torfschifffahrt schließlich eingestellt.


Foto: Historisches Museum Hannover

Wohnen & Leben

Foto: Historisches Museum Hannover

Ansicht der Villengruppe am Schiffgraben aus den 1870er-Jahren

Kupferstich vom ehemaligen Schiff­ graben mit dem Neuen Haus im Hintergrund aus dem Jahr 1810

nobilis 7/2026

35


Foto: Historisches Museum Hannover

Foto: Historisches Museum Hannover

Wohnen & Leben

Das Areal am Neuen Haus mit seinen Parkanlagen galt um 1900 als beliebtes Ausflugsziel.

Eine Villengruppe als Sehenswürdigkeit Im Jahr 1861 wurde der Schiffgraben ganz zugeschüttet und unterirdisch abgeleitet, was auch mit der Geruchsbelästigung zusammenhing, die vom Graben ausging. Die ehemalige Vorstadt Hannovers verwandelte sich derweil in ein großbürgerliches Wohnviertel. Die Straße „Am Schiffgraben“ weckte Begehrlichkeiten bei bekannten Architekten, zu denen auch Heinrich Köhler (1830–1903) zählte. In den 1870er-Jahren errichtete er innerhalb von fünf Jahren ein aus neun Villen bestehendes Ensemble im Stil des Spätklassizismus und der italienischen Neorenaissance. Die repräsentative Villengruppe entwickelte sich schnell zum beliebten Motiv zeitgenössischer Grußkarten und wurde in Stadtführern als Sehenswürdigkeit aufgeführt. Das Areal in der Nähe des Stadtwalds Eilenriede und des beliebten Ausflugslokals „Neues Haus“ galt als angesehenes Wohnviertel. In der Köhler’schen Villengruppe lie-

36

nobilis 7/2026

Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die Villen am Schiffgraben als Verwaltungsgebäude genutzt.

ßen sich wohlhabende Persönlichkeiten der Stadt nieder, darunter der jüdische Bankier und Stifter Simon Coppel, der Chemiker und Unternehmer Eugen de Haën und der Fabrikant Berthold Körting, der mit seinem Bruder Ernst eines der größten Unternehmen der Region führte. Die neun Villen am Schiffgraben boten eine luxuriöse Ausstattung mit Marmorsäulen und goldenen Ornamenten. Auch die Außenansicht war prunkvoll gehalten mit reichlich Figurenschmuck und Vorgärten, die durch Rosenbäume und Palmen geschmückt wurden. Hinter den Gebäuden lagen durch Mauern abgeschlossene Gärten, die nach „englischem Geschmack“ gestaltet waren.


Foto: Lukas Runge

Wohnen & Leben

Ein Baudenkmal erstrahlt in neuem Glanz Von den neun Villen überstanden nur drei Gebäude den Zweiten Weltkrieg, darunter die „Villa Köhler“ am Schiffgraben 57, die bis heute als Blickfang an großbürgerliche Zeiten erinnert. Nach dem Krieg diente sie unter anderem Versicherungen und zuletzt der IHK Hannover als Verwaltungs­gebäude. Vor einigen Jahren erwarb schließlich ein Team aus Anwälten und Notaren die denkmalgeschützte Villa und begann mit der umsichtigen Sanierung des Gebäudes. Im Juni 2026 feierte die Kanzlei Leinepartners den Einzug in eine der schönsten historischen Villen Hannovers, die nun wieder in neuem alten Glanz erstrahlt. b

Unser Dank gilt dem Bildarchiv des Historischen Museums Hannover für die Unterstützung und Bereitstellung der historischen Abbildungen.

Im Juni 2026 fand die Einweihungsfeier der Kanzlei Leinepartners in der sanierten „Villa Köhler“ am Schiffgraben Nr. 57 statt.

ANGEBOTE ZUR WEIHNACHTSZEIT

Sichtbar werden, wenn Hannover schenkt Im gemeinsamen Adventskalender von nobilis nobilis und Hannover HannoverPrestige Prestige auf Instagram, auf nobilis.de und als Ankündigung in der nobilis-Ausgabe 07/26.

Jetzt Platz sichern nobilis.de/service/angebote-zur-weihnachtszeit

Sabine Neumann

sabine.neumann@schluetersche.de Tel. 0511 8550-2649 · Mobil 0160 8841762 nobilis 7/2026

37


Foto: Bäder by Oettinger

Foto: naphat/AdobeStock

Wohnen & Leben

Zurückhaltende Befliesung, altersgerechte Dusche, intelligente Beleuchtung und hier und da frische Farbakzente: So sehen Bäder 2026 aus.

Bad-Trends 2026

Individualität statt Einheitslook Das Badezimmer wird individueller. Badplaner Martin Kussauer verrät, welche Entwicklungen trotzdem erkennbar sind. Text: Frauke Hansen

W

er sein Badezimmer modernisieren möchte, sucht oft nach den neuesten Trends. Doch für Martin Kussauer, Projektleiter bei Bäder by Oettinger, greift diese Frage zu kurz. „Jeder Kunde hat immer noch eigene Vorstellungen, wie er sein Bad haben möchte“, sagt er. Einen einzigen Trend gebe es deshalb nicht. Stattdessen stehe heute die Individualität im Mittelpunkt.

38

nobilis 7/2026

Dennoch beobachtet Kussauer einige klare Entwicklungen. Besonders deutlich zeigt sich der Wandel bei der Befliesung. Wurden Badezimmer früher häufig bis zur Decke gefliest, dominieren heute zurückhaltendere Konzepte. „Man setzt Fliesen nur noch minimal ein“, beschreibt Kussauer den aktuellen Weg. Sie kommen vor allem dort zum Einsatz, wo sie funktional notwendig sind, während andere Wandflächen bewusst frei bleiben.


Wohnen & Leben

Sein Blick in die Zukunft ist eindeutig: Badezimmer werden altersgerechter, individueller und atmosphärischer. Minimal eingesetzte Flächen, gezielte Farbakzente und intelligente Lichtsteuerungen werden dabei eine immer größere Rolle spielen. Der wichtigste Trend bleibt jedoch derselbe: ein Bad, das zu den Menschen passt, die es täglich nutzen. b

Martin Kussauer, Projektleiter bei Bäder by Oettinger Foto: Privat

Mut zur Farbe Auch bei Farben sieht der Badexperte Bewegung, wenn auch vorsichtige. Noch immer entscheiden sich viele Kunden für Grau-, Weiß- oder Beigetöne. Kussauer versucht jedoch regelmäßig, zu mehr Mut zu ermuntern. Dunkle Fliesen im Duschbereich kombiniert mit helleren Flächen im übrigen Bad können spannende Akzente setzen. Wichtiger als modische Farben ist für Kussauer der Komfort. Würde er sein eigenes Bad neu planen, würden eine Regendusche, eine spülrandlose Toilette mit Absenkautomatik, ein Waschtisch-Unterschrank mit viel Platz zum Verstauen sowie eine Aufsatzschale zur Grundausstattung gehören. Gleichzeitig empfiehlt er, schon heute an morgen zu denken. Wenn er die technischen Gegebenheiten hätte, würde er stets auf eine altersgerechte und barrierefreie Planung setzen. Das Bad wird altersgerechter Ein weiteres Thema sind Dusch-WCs. Zwar gehören sie noch nicht zur Standardausstattung deutscher Badezimmer, doch Kussauer beobachtet großes Interesse. Seine Erfahrung: „Wer mal ein Dusch-WC benutzt hat, der würde sich das auch garantiert zu Hause einbauen.“

Luxuriöse Momente ... Einzigartige Bettwäsche in höchster Qualität. Gibt’s bei uns!

I.G. von der Linde GmbH & Co. KG Osterstraße 18 · 30159 Hannover www.IGvonderLinde.de nobilis 7/2026

39


Foto: Historisches Museum Hannover

Wohnen & Leben

40

Hannovers Unternehmervillen: Blick in die Sextrostraße mit „Haus Gröne“ um 1900

nobilis 7/2026


Wohnen & Leben

nobilis 7/2026

41


Wohnen & Leben

Hannovers imposante Unternehmervillen

Ikonen aus Stein

Sie gehören zu den schönsten Adressen Hannovers: Wir erkunden die Geschichte hinter den prunkvollen Fassaden im Stadtbild. Text: Vanessa Erstmann

Dort, wo einst der Ziegeleibesitzer in seiner Tränenburg residierte, befindet sich heute ein Parkplatz nahe der Güntherstraße

42

nobilis 7/2026

Die Tränenburg So mancher Hannoveraner wird eine Träne vergossen haben, als die imposante „Villa Willmer“ an der Hildesheimer Chaussee 1971 der Abrissbirne zum Opfer fiel. Den Spitznamen „Tränenburg“ verdankte die in den 1880er-Jahren errichtete Villa jedoch ihrem Hausherrn. Der Ziegeleibesitzer Friedrich Willmer ließ das schlossartige Gebäude voller Stolz mit den eigenen Ziegeln errichten. Dabei drückte er seine Handwerker laut Legende derart im Preis, dass diesen die Tränen kamen. 75 Zimmer zählte das von dem Architekten Karl Börgemann erbaute Herrenhaus und galt als „größte und prächtigste Villa“ der klassischen Hannoverschen Architekturschule.

Foto: Historisches Museum Hannover

W

er mit offenen Augen durch die Straßen Hannovers flaniert, entdeckt mitunter alte Prachtbauten, die renommierte Architekten einst für die Fabrikanten und Direktoren der Stadt errichteten. Heute dienen diese Villen kaum noch als Wohnhäuser, sondern beherbergen Kanzleien, Firmensitze oder Kulturinstitutionen. Von anderen überdauerte nur ein Stück der Fassade oder eine verblichene Fotografie die Zeit. Doch eines eint sie alle: Die Villen waren einst Ausdruck des wirtschaft­lichen Erfolgs und des Repräsentationsbedürfnisses ihrer Bauherren.


Foto: Historisches Museum Hannover

Wohnen & Leben

Dat Gröne Hus Das dreigeschossige Backsteingebäude in der Sextrostraße fällt durch seine neugotische Bauweise mit Jugendstil-Elementen, dem Treppengiebel und den grün­ glasierten Kacheln auf. Den Namen „Haus Gröne“ trägt die 1899 errichtete Villa aber nicht nur aufgrund der grünen Ziegel, sondern weil ihr erster Besitzer Simon Gröne hieß. Der Kaufmann war ebenfalls mit Ziegeln im Geschäft und hatte – noch eine Parallele zur „Villa Willmer“ – Karl Börgemann mit dem Bau beauftragt. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm mit Hans Otto Voss ein weiterer Unternehmer die Villa, der eine Arzneimittelfabrik in dem ehemaligen Privatwohnhaus einrichtete.

„Dat Gröne Hus“ besticht noch heute durch seinen auffälligen Treppengiebel.

Das Hochzeitsbett

Atelier Helmrich Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut Barbara Helmrich Dipl. Restauratorin Carla Helmrich M. A.

Am Ortfelde 20B · 30916 Isernhagen NB Tel.: 0511/7306644 www.restaurierung-helmrich.de

helmrich.restaurierung

Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige nobilis 7/2026 43 für Restaurierungsfragen


Wohnen & Leben

Foto: Historisches Museum Hannover

Villa Ebeling Mit ihren Rundbögen und Türmen aus Naturstein gleicht die „Villa Ebeling“ einer Trutzburg aus der Welt der Märchen. Fabelwesen, Drachen und Ritter zieren die Fassade der im neuromanischen Stil errichteten Villa im Stadtteil Zoo. An der Schauseite zur Loebensteinstraße prangt noch heute das Wappen des Bergbaudirektors Georg Ebeling, der das Haus nach Plänen von Ferdinand Eichwede errichten ließ. Das 1904 fertiggestellte Gebäude fand überregionale Beachtung und fügte sich gut in das herrschaftliche Villenquartier am Zoologischen Garten ein. Viele Jahrzehnte später diente die „Villa Ebeling“ zeitweise der Maschmeyer-Group als Unternehmenssitz. Die „Villa Ebeling“ gleicht einer Trutzburg aus der nordischen Sagenwelt.

Gästehaus der Landesregierung Auch diese Villa in der Lüer­ straße befindet sich im Zoo-Viertel und ist regelmäßig Schauplatz repräsentativer Empfänge und Ordensverleihungen. Seit 1947 wird das stattliche Gebäude als Gästehaus der Niedersächsischen Landesregierung genutzt. Bevor die Staatskanzlei hier ihre hochrangigen Besucher empfing, diente die Villa dem Kommerzienrat Fritz Kaeferle als Wohnhaus. Der Heizungsfabrikant ließ die großbürgerliche Villa im Stil der Neorenaissance zwischen 1898 und 1900 von dem Architekten Emil Lorenz errichten.

44

nobilis 7/2026

Foto: Historisches Museum Hannover

Foto: Historisches Museum Hannover

Das Gästehaus im Zooviertel diente einst dem Fabrikanten Fritz Kaeferle als Wohnhaus und beherbergte seit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg hochrangige Gäste der Landesregierung.


Villa Haase In Hannovers Philosophenviertel steht die „Groschenburg“, die der Karussellbauer Hugo Haase um 1910 mit jenen Groschen finanzierte, die er zuvor mit seinen Karussells verdient hatte. Als Haase die besagten Groschen ausgingen, veräußerte er die Jugendstilvilla in der Spinozastraße an den Textilfabrikanten Gustav Fränkel. Die luxuriöse Innenausstattung und das riesige Parkgelände, das die „Villa Haase“ umgab, sollte noch etliche weitere Unternehmer begeistern, darunter die Gebrüder Hartmann, die in den Geha-­Werken Schreibwaren und Büromaterialien produzierten. b

Foto: Annika Enke

Wohnen & Leben

Unser Dank gilt dem Bildarchiv des Historischen Museums Hannover für die Unterstützung und Bereitstellung der historischen Abbildungen.

Die „Groschenburg“ des Karussellbauers Hugo Haase befindet sich im Philosophenviertel.


Kunst & Kultur

„Pique Dame“ in der Staatsoper Hannover

Das Glück ist eine Falle

Drei, sieben, As: Tschaikowskis „Pique Dame“ erzählt packend von Geld, Macht und einer verhängnisvollen Obsession. Text: Roksana Leonetti

E

igentlich könnte alles gut ausgehen. Hermann liebt Lisa, Lisa liebt Hermann. Dass sie Fürst Jelezki heiraten soll, scheint das klassische Hindernis einer großen Opernliebe zu sein. Doch in „Pique Dame“ liegt die eigentliche Konkurrenz woanders: zwischen Liebe und Geld. Hermann ist Außenseiter in einer Welt, in der gesellschaftliche Zugehörigkeit vor allem eine Frage des Vermögens ist. Als er erfährt, dass Lisas Großmutter, die Gräfin, das Geheimnis dreier Gewinnkarten kennen soll, beginnt sein Absturz. Drei, sieben, As, mehr braucht es scheinbar nicht für ein anderes Leben. Und irgendwann geht es Hermann längst nicht mehr darum, reich genug für Lisa zu sein. Es geht nur noch ums Gewinnen. Eine opulente Inszenierung Gerade darin liegt die Stärke von Roland Schwabs Inszenierung. Hermann ist nicht einfach der Wahnsinnige, auf den alle zeigen können. Die Gesellschaft um ihn herum ist mindestens ebenso verstörend. Sie schaut zu, spielt mit ihm und findet an seinem Untergang beinahe Gefallen. „Wer ist hier eigentlich wahnsinniger?“, fragte Dramaturg Daniel Menne schon bei der Einführung, Hermann mit

Hermann und Lisa zwischen großer Liebe und dem Wunsch nach einem anderen Leben ina ett s: B Foto

46

nobilis 7/2026

ß Stö


Kunst & Kultur

seiner Fixierung auf Geld und gesellschaftlichen Aufstieg oder die Gesellschaft um ihn herum? Piero Vinciguerras Bühnenbild findet dafür ein starkes Bild: eine monumentale, scheinbar endlose Treppe. Immer höher will Hermann hinaus und kommt doch nirgendwo an. Dazu mehr als 200 Kostüme von Gabriele Rupprecht, Chor, Kinderchor und ein großes Ensemble: Diese „Pique Dame“ darf opulent sein, ohne ihren psychologischen Kern zu verlieren. Extreme Kontraste Tschaikowskis Musik tut ihr Übriges. Sie rauscht und funkelt, wird plötzlich intim und kippt im nächsten Moment

ins Bedrohliche. Francesco Angelico gibt mit der Premiere seinen Einstand als neuer Generalmusikdirektor und führt das Niedersächsische Staatsorchester durch diese extremen Kontraste. Besonders ist auch Helen Donath als Gräfin: Die international gefeierte Sängerin kehrt für ein Rollen­debüt auf die hannoversche Bühne zurück. Hermann glaubt derweil bis zuletzt, sein Glück erzwingen zu können. Doch als statt des Asses die Pik Dame vor ihm liegt, ist längst mehr verloren als nur Geld. Drei, sieben, As versprechen Hermann das Glück. Dass es längst vor ihm steht, erkennt er erst, als es zu spät ist. b Die Gräfin hütet das Geheimnis der drei Gewinnkarten.

„Pique Dame“ ist noch bis zum 15. November 2026 im Opernhaus Hannover zu sehen. Weitere Informationen, Termine und Tickets gibt es direkt bei der Staatsoper Hannover.

Drei, sieben, As werden für Hermann zur Obsession.

nobilis 7/2026

47


Kunst & Kultur

Die Zukunft der Galerien

Kunst braucht Räume

Hannover braucht Galerien: Robert und Cornelia Drees erklären, warum Kunstorte für eine lebendige Stadt unverzichtbar sind. Text: Frauke Hansen

W

Foto: Frauke Hansen

er die Treppe im alten Fabrikgebäude am belebten Weidendamm hinaufgeht, betritt weit mehr als einen Ausstellungsraum: Die Galerie Drees ist ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der Inspiration. Die Galeristen Robert und Cornelia Drees haben zusammen mit Kulturwissenschaftlerin Susanne Borsch in den letzten 25 Jahren einen Ort erschaffen, an dem Kunst erlebbar wird, und sind damit ein wichtiger Teil des kulturellen Lebens der Stadt. Seit 1999, dem Gründungsjahr der Galerie, haben sie miterlebt, wie sich die Galerieszene verändert hat. Wo früher zahlreiche professionelle Galerien die Kulturlandschaft der Stadt prägten, sind heute nur noch wenige geblieben. Für Robert Drees ist das eine Entwicklung, die weit über die Kunstszene hinausreicht. „Eine lebendige Stadt braucht Orte, an denen neue Ideen sichtbar werden“, sagt er. Galerien seien solche Orte.

Bild 01

Das Spiel mit neuen Impulsen Dabei versteht das Team seine Arbeit als Brücke zwischen Künstlern und Publi­kum. Jede Ausstellung entsteht in engem Austausch mit den Kunstschaffenden. „Es ist jedes Mal wie eine kleine Zauberei“, beschreibt Robert Drees den Prozess. Aus ersten Ideen, einzelnen Werken und vielen Gesprächen entsteht eine Ausstellung mit eigener Geschichte und Atmosphäre.

Kunst in der Stadt sichtbarer zu machen – dieser Wunsch begleitet die Galerie Drees.

48

nobilis 7/2026

to Fo

n ola :R

id chm dS


Kunst & Kultur

Gleichzeitig setzen die Galeristen auf Kontinuität und Erneuerung. Viele Künstler begleiten die Galerie bereits seit Jahrzehnten, zugleich werden regelmäßig junge Positionen vorgestellt. „Wir möchten Vertrautes bewahren und immer wieder Neues entdecken“, sagt Cornelia Drees. Gerade dieser Dialog zwischen verschiedenen Generationen halte die Kunst lebendig. In der Galerie Drees wird der Dialog zwischen Künstlern und Publikum lebendig gehalten. Fot o: R ola nd Sc h

m id

Kunst als Wirtschaftsfaktor Für die Zukunft sehen beide großes Potenzial. Hannover verfügt über renommierte Museen, bedeutende Kunstvereine und eine lebendige Kulturlandschaft. Was aus ihrer Sicht fehlt, sind noch mehr Orte, an denen zeitgenössische Kunst unmittelbar erlebt werden kann. Denn hier entsteht etwas, das kein digitaler Kanal ersetzen kann: die direkte Begegnung mit einem Werk, mit den Künstlern und mit anderen Besuchern. Hinzu kommt ein Aspekt, der häufig unterschätzt wird. Galerien sind auch ein Wirtschaftsfaktor. Sie machen Städte für Fachkräfte, Unternehmen und kreative Köpfe attraktiver. „Kultur entscheidet oft mit da­rüber, ob Menschen sich an einem Ort wohlfühlen“, sagt Cornelia Drees. Kunst schaffe Identität und somit auch Lebensqualität. Mehr Raum für Kunst Besonders ermutigend finden beide die Neugier junger Menschen. Andere Sehgewohnheiten und Perspektiven finden so ihren Weg in die Galerie. Neue künstlerische Ausdrucksformen, digitale Bildwelten und gesellschaftliche Fragen sorgen für frische Impulse. Diese Offenheit macht den Galeristen Hoffnung. Ihr Wunsch für Hannover ist deshalb klar: mehr Raum für Kunst, mehr Sichtbarkeit für kreative Ideen und mehr Menschen, die den Mut haben, neue kulturelle Orte zu schaffen. Denn Galerien sind nicht nur Ausstellungsorte. Sie sind Impulsgeber für eine Stadt, die offen, vielfältig und lebendig bleiben will. b

„UNDERCOVER – Wolfgang Flad, Jürgen Paas“ ist die aktuelle Ausstellung in der Galerie Drees, zu sehen bis 30. Oktober 2026.

Bild 03

Die Kunstexperten der Galerie stehen interessierten Privatpersonen und Unternehmen auch beratend zur Seite – aus einem riesigen Portfolio lässt sich so für jede freie Wand das passende Kunstwerk finden.

nobilis 7/2026

49


Kunst & Kultur

Buchtipps

Vorgestellt von Stefan Schilling, Lindener Buchhandlung

AB INS WASSER, PIRATEN Didier Lévy, Caroline Hüe, dtv, 32 Seiten, 15 Euro

Foto: dtv

„Dieses Kinderbuch ist ein großer Lesespaß. Die Geschichte erzählt von einem kleinen Jungen, der auf Piraten trifft und überrascht feststellt, dass die Seeräuber gar nicht schwimmen können. Kurzerhand führt er sie ins Hallenbad, wo die Piraten das Schwimmen lernen und schließlich in Badekappen und Badehosen ihre Bahnen ziehen. Daraus entsteht eine ebenso witzige wie charmante Geschichte. Der entscheidende Punkt ist jedoch der hohe Unterhaltungswert, der das Buch zu einem vergnüglichen Leseerlebnis macht.“

KASKADEN Louise K. Böhm, Penguin, 288 Seiten, 24 Euro „Das Buch ‚Kaskaden‘ ist vor allem eine wunderschön erzählte Geschichte, die ihre Zeit auf eindrucksvolle Weise einfängt. Im Kern handelt der Roman vom Erwachsenwerden und zeigt dabei eindrücklich die Möglichkeiten und Herausforderungen des Lebens auf. Besonders faszinierend sind die präzise Wortwahl, die sprachliche Kraft und der fesselnde Erzählstil. Geschrieben wurde das Buch von einer jungen Hamburger Autorin. Für ein Debütwerk ist es bemerkenswert stark und meine wärmste Empfehlung.“

Foto: Hanser

DIE BÄUME Percival Everett, Hanser, 368 Seiten, 26 Euro

50

nobilis 7/2026

„Percival Everetts ‚Die Bäume‘ ist gewissermaßen ein intellektuelles Lesevergnügen. Das Buch ist ein Krimi, der eigentlich keiner sein will. Zugleich ist es ein moralisches Buch, das sich den Konventionen eines moralischen Romans entzieht. Eve­ rett spielt gekonnt mit den Genres, fordert seine Leserinnen und Leser heraus und lädt dazu ein, den eigentlichen Sinn hinter der Geschichte zu entdecken. Für mich war diese ebenso kluge wie unterhaltsame Lektüre ein großes Vergnügen.“

Foto: Penguin

Foto: Leona Portnov

„Bücher haben mich schon immer begleitet. Seit der Übernahme der Buchhandlung vor fünf Jahren setze ich mich jedoch noch intensiver mit den unterschiedlichsten Genres auseinander. Die Idee für den Slogan ‚Bücher für euch‘ hatte meine Frau Antje. Er bringt auf den Punkt, wofür wir stehen: Wir möchten insbesondere für die Menschen in Linden-Nord da sein und junge Leserinnen und Leser erreichen. Mit Angeboten wie kostenlosen Lesungen fördern wir lokale Literatur und schaffen zugleich einen niedrigschwelligen Zugang zum Lesen. Besonders am Herzen liegt uns, Kinder und Jugendliche wieder für Bücher zu begeistern.“


Kunst & Kultur

Kulturtipps

Bild 01

ANZEIGE Bis 30. Oktober 2026 UNDERCOVER – WOLFGANG FLAD & JÜRGEN PAAS N ESIG RK.D Foto: Verein KUNST.HANDWE

ANZEIGE Am 17. + 18. Oktober 2026 Messe KUNST.HANDWERK.DESIGN.

o: ot

Entdecken Sie bei den Skulpturen und Wandobjekten von Wolfgang Flad und Jürgen Paas, was unter der Oberfläche verborgen liegt und sich unserem Blick nicht sofort erschließt. Die Materialien entziehen sich einer eindeutigen Zuordnung, während Titel wie „Dark Side of the Moon“ (Flad), „Jukebox“ und „Target“ (Paas) Impulse zur Deutung geben. Ergründen Sie selbst … F ARTIST TALK mit Wolfgang Flad & Jürgen Paas: 29. September 2026 ab 18 Uhr Bild 02 Mi bis Fr von 10–18:30 Uhr, Sa 11–14 Uhr und gern nach Vereinbarung

be r Ro t Sch mid

GALERIE DREES | Weidendamm 15 | 30167 Hannover | 0511-980 58 28 | www.galerie-drees.de

Es gibt Ereignisse, die beständig, qualitätsvoll und innovativ sind. So wie die kleine feine Hildesheimer Messe KUNST.HANDWERK.DESIGN, die ihre Türen seit 1958 öffnet. Sie ist Schaufenster für außergewöhnliche Gestaltung. Treffpunkt für Kreative und Liebhaber des Besonderen. Sa 13–18 Uhr/ So 10–18 Uhr Eintritt 5 EUR (bis 18 Jahre und Studierende frei) Novotel Hildesheim | Bahnhofsallee 38 | 31134 Hildesheim | kunst-handwerk-designhildesheim.de

Am 21. Oktober 2026 um 20 Uhr Ein Jazz-Abend im Pavillon

Jenny und ihr Mann Sam haben ein altes Haus gekauft und stecken mitten in der Renovierung. Doch seit einigen Nächten hört Jenny um exakt 2:22 Uhr Schritte im Zimmer ihrer kleinen Tochter und die Stimme eines weinenden Mannes. Sie ist überzeugt: In dem Haus spukt es. Sam glaubt dagegen nur an das, was sich wissenschaftlich erklären lässt. Als Freunde zum Abendessen kommen, beschließen die vier, bis 2:22 Uhr gemeinsam wach zu bleiben. Ein Theaterabend, der bis zum Schluss die Frage offenhält: Gibt es wirklich für alles eine Erklärung?

Cécile McLorin Salvant erobert die deutschen Bühnen: Die Jazzsängerin tourt im Oktober und tritt im Kulturzentrum Pavillon in Hannover auf. Mit mehrfachen Grammy-Auszeichnungen und dem Titel „beste Jazzsängerin der letzten Dekade“ präsentiert Cécile iz ihr neues Album „Oh Snap“ und ihre fesselnde Stimme. Begleitet von Piano, Bass und Schlagzeug, verbindet sie Blues, Jazz und Folk mit der Haltung des Hip-Hops und kreiert somit ein einzigartiges Musikerlebnis. ru Eb

d Yil

Neues Theater | Georgstraße 54 | Hannover | neuestheaterhannover.de

o: Fot

Bis 24. Oktober 2026 „2:22 Eine Geistergeschichte“ im Neuen Theater

o Fot

Kulturzentrum Pavillon I Lister Meile 4 I 30161 Hannover I pavillon-hannover.de

: Ol iver

hage Voss

nobilis 7/2026

51


Genuss & Events

Farm-to-Table

Kochen unter freiem Himmel

Die Permakultur in Kirchhorst lockt Hannovers Szeneköche ins Grüne – in diesem Sommer das 11A. Beim Farm-to-Table-Event essen die Gäste direkt da, wo die Zutaten für ihr Menü herkommen.

Fotos: Frank Wilde

Text: Stefanie Nickel

52

nobilis 7/2026


D

ie ersten Gäste sind schon da. Der Weg führt sie mitten durchs Grün zu einem weißen Pavillon. Überall Büsche, Gräser, Blumen, Bäume. Sogar ein Pfau huscht durchs Gebüsch, die Hühner gackern. Unter dem Pavillon steht Florian Vree, der den Ankommenden ein kaltes Glas Rosmarin-Beeren-Tonic reicht. Der Chef des Restaurants 11A und sein Kollege und Koch Matthias Wickert haben an diesem sommerlichen Nachmittag den städtisch-quirligen Lindener Küchengartenplatz mit Blick auf das Heizkraftwerk gegen die Idylle der Permakultur Kirchhorst (PeKK) eingetauscht, um hier ein Vier-Gänge-Menü zu servieren. Bereits im vierten Jahr organisieren Birga und Thomas Mazur die Kochevents im Freien. Zuletzt war es Tony Hohlfeld vom Zwei-Sterne-Restaurant Jante, der auf ihrem Gelände kochte. Seit heute Morgen um 6:30 Uhr seien sie mit den Vorbereitungen beschäftigt, erzählt Birga MazurRodek, hätten geerntet, die lange Tafel unter die Kirschbaumallee neben dem Blumenfeld aufgestellt und die Freiluftküche präpariert.

Genuss & Events

Das Prinzip der Permakultur 2012 gründeten Birga Mazur-Rodek, die damals als Grundschullehrerin arbeitete, und ihr Mann Wirtschaftsprüfer Thomas Mazur die PeKK. Die Idee kam den beiden, als der Pächter der rund zwei Hektar großen Grünfläche hinter ihrem Wohnhaus aufgab. Der Biolandwirt konnte dem trockenen Boden nicht genug Ertrag abringen. Die beiden standen vor der Frage: das Grundstück an die Gemeinde verkaufen und künftig auf eine Gewerbefläche schauen oder selbst den Spaten in die Hand nehmen und etwas erschaffen.

Matthias Wickert (l.) und Florian Vree vom Restaurant 11A beim Zubereiten des Menüs

Birga Mazur-Rodek legt auch gerne selbst Hand an.

Die Köche Florian Vree und Matthias Wickert mit den Gastgebern Thomas und Birga Mazur-Rodek (v. l. n. r.)

nobilis 7/2026

53


Genuss & Events

Auf der Speisekarte: sommerlicher Tomatensalat

Florian Vree serviert den Gästen sein Menü.

Sie entschieden sich für Letzteres – und machten den Boden wieder fruchtbar. Heute wirtschaftet das Ehepaar gemeinsam mit einer Gärtnerin nach den Prinzipien der Permakultur, heißt: keine Pestizide, kein künstlicher Dünger und kein Umpflügen. Stattdessen werden die natürlichen Kreisläufe der Natur beobachtet und auf dem Feld nachgeahmt. Der „Rock Star“-Salat Während die Gäste an ihrem Rosmarin-Beeren-Tonic nippen, schneidet Koch Matthias Wickert die Tomaten für den ersten Gang. Neun Sorten kommen auf den Teller, dazu gepickelte Zwiebeln und Wildpflaumen von der PeKK. „Ich hätte mir vor 20 Jahren nie vorstellen können, Landwirtin zu werden“, begrüßt Birga Mazur-Rodek die Gäste. Früher habe sie lieber auf dem Golfplatz gestanden oder sei segeln gegangen. „Jetzt bin ich permakulturinfiziert.“ Dann führt die 58-Jährige die Truppe über das Gelände. Im Gewächshaus gedeihen die Tomaten, die Wickert gerade vorbereitet, darunter Green Zebras und Ochsenherz­ tomaten. Auf den Feldern gleich daneben wachsen Mangold, Gurken, Zucchini und verschiedene Salate – von Asia-

54

nobilis 7/2026


Genuss & Events

Nicht gut geschlafen?

Frischer geht es nicht: Die Gäste genießen das Menü der Köche vom 11A.

Schnarchschienen Schlafapnoetherapie Schlafanalyse Paarschlafdiagnostik

Wir schlafen Sie aus!

ild

usch a H s u t s . Ju

Dr salaten über Rucola bis hin zu zarten Grünkohlblättern. Ihre Salatmischung haben die Mazurs selbstbewusst „Rock-Star“-Salat getauft. Die Mazurs verkaufen ihre Produkte im Direktvertrieb. Vor der Gärtnerei stehen zwei pinke Kühlschränke, die sie ständig mit frischer Ernte befüllen. Einmal wöchentlich gibt es einen Hofverkauf.

Beißen Sie sich durch? CMD-Therapie Kiefergelenksdiagnostik Spezialschienen Botox-Therapie (CMD)

Eine grüne Bühne Die Gäste nehmen im Schutz der Bäume Platz. Dann läuft alles wie am Schnürchen. Zuerst wird der kunstvoll arrangierte Tomatensalat serviert. Es folgt der zweite Gang, ein Ceviche aus Kabeljau mit der peruanischen Marinade „Tigre de leche“, dazu Gurkensalat und eingelegte Möhren von der PeKK, danach Fleischklöße aus Wild und Kalb in einer Morchelrahmsoße und Kartoffelstampf. Den Abschluss bildet eine Schokoladenvariation mit Johannisbeeren. „Das ist eine tolle Abwechslung zum normalen Restaurantbetrieb“, sagt Florian Vree, der sich wöchentlich von der Permakultur beliefern lässt. Birga Mazur-Rodek plant, die Farm-to-Table-Events noch auszuweiten: „Ich kann mir gut vorstellen, hier noch weiteren hannoverschen Köchen die grüne Bühne zu bieten.“ b

Wir entspannen Sie!

Zahnärztliche Schlafmedizin & Funktion Dr. Justus Hauschild Aronstabweg 2, 30559 Hannover M info@somnow.de T 0511 22011350 Weitere Informationen auf somnow.de

Termine direkt online buchen:

nobilis 7/2026

55


Genuss & Events

Rotonda Ristorante & Bistro Origlio

Bella Italia im Herzen Hannovers

Italienische Küche, gelebte Gastfreundschaft und mediterranes Flair: Seit über 25 Jahren bringt die Rotonda ein Stück Italien nach Hannover.

Italienische Klassiker Das Konzept verbindet Café, Bar und Restaurant, wie man es aus Italien kennt. Vom Espresso am Vormittag über das Mittagessen bis zum ausgedehnten Dinner begleitet die Rotonda ihre Gäste durch den Tag. Auf der Karte treffen italienische Klassiker auf hochwertige Fleisch- und Fischgerichte, Pasta, Risotto und Pizza. Dazu kommt eine umfangreiche Weinauswahl mit rund 180 Positionen. Über die Jahre hat sich die Rotonda kontinuierlich weiterentwickelt, ohne ihren Charakter zu verlieren. Mediterrane Materialien und das lichtdurchflutete Ambiente der Kröpcke-Passage schaffen einen eleganten, zugleich angenehm ungezwungenen Rahmen. Ein Ort zum Wohlfühlen Dass sich hier längst nicht nur Hannoveraner wohlfühlen, zeigt auch die Gästeliste der vergangenen Jahrzehnte: Per-

56

nobilis 7/2026

sönlichkeiten wie Karl Lagerfeld, Thomas Gottschalk und Joachim Löw sowie internationale Musiker gehörten bereits zu den Besuchern. Für uns ist die Rotonda deshalb mehr als ein italienisches Restaurant: Sie ist ein Stück gewachsene hannoversche Gastronomiekultur – familiär geführt, zentral gelegen und bis heute geprägt von echter italienischer Gastfreundschaft. b

Ein Ort wie kein anderer: die Rotonda in der Kröpcke-Passage

Fotos: Hannover Prestige

M

itten in der Hannoveraner Innenstadt, unter dem markanten Glasdach der Kröpcke-­ Passage, ist die Rotonda seit über 25 Jahren eine feste Adresse für italienische Lebensart. Hinter dem Restaurant stehen Antonio und Natascha Origlio. Die Wurzeln der Familie liegen in Sizilien – und genau diese Herkunft prägt bis heute die Philosophie des Familienbetriebs. Für Antonio Origlio bedeutet Gastronomie dabei weit mehr als gutes Essen. Es geht um Gastfreundschaft, Persönlichkeit und das Gefühl, für einige Stunden ein Stück Italien zu erleben.


Genuss & Events

Genusstipps Foto: The Harp

ANZEIGE

Süße Baklava, kaukasischer Walnusskuchen und Manti mit Rindfleischfüllung sind nur einige der vielen Spezialitäten aus dem Kaukasus, die es ab sofort im „Bahar“ gibt. Bakhruz Habibov und Arslanbek Atadzahnov haben das Bistro „Bahar – kaukasische Spezialitäten“ am Stand 67/68 eröffnet. Das Angebot wird durch köstliche Schawarma, lauwarme Teigrollen mit Hühnchen, Salat und Kartoffeln ergänzt. Probieren sollten Kunden auf jeden Fall die gefüllten Fidschi, eine Art Kuchen mit Rindfleischfüllung, und aserbaidschanisches Plov. Letzteres ist ein traditionelles Reisgericht mit mariniertem Huhn und Rindfleisch. Kommen Sie vorbei!

„The Harp“ „The Harp“ gehört zu den angesagtesten Läden in Linden. Seit 2013 werden im Hannoveraner Pub einzigartige Burger-Kreationen serviert. Ob mit Blauschimmelkäse, überbackenem Mozzarella oder zwei Beef-Pattys: Die Lokalität versteht ihr Handwerk. Die kreativen Burger werden mit frischen regionalen Zutaten und viel Liebe zum Detail zubereitet. Zusammen mit dem liebevoll eingerichteten Innenraum ist es nicht nur ein Ort zum Genießen, sondern auch zum Verweilen. The Harp I Schwarzer Bär 1 I 30449 Hannover I theharplinden.de

Bahar | Markthalle | Karmarschstraße 49 | 30159 Hannover | Stand 67/68

„Little H“

In der Altstadt trifft im Restaurant „Schorse“ französische Küche auf englischen Service: Am Leineschloss erwartet die Gäste zunächst ein eindrucksvoller Blick auf die Leine. Aber auch die Küche überzeugt: Froschschenkel, Austern und klassische Steak Frites ergänzen das Menü und machen es zu einem einzigartigen kulinarischen Erlebnis. Im „Schorse“ wird großen Wert darauf gelegt, ein zugleich stilvolles und einladendes Ambiente zu schaffen.

Im Herzen der Nordstadt liegt die Café- und Weinbar „Little H“. Das Lokal zeichnet sich durch sein gemütliches und einladendes Ambiente aus, ist aber vor allem für die umfangreiche Weinkarte bekannt. Hier finden sich ausgewählte Tropfen aus den verschiedensten Weinregionen der Welt. Zusätzlich gibt es eine kleine Auswahl an Speisen, die das Weinerlebnis abrunden, wie etwa Winzerplatten, Oliven und Trüffel-Chips oder andere Leckereien. Little H I Callinstraße 10 I 30167 Hannover I www.little-h.cafe

Schorse im Leineschloss I Hannah-Arendt-Platz 1 I 30159 Hannover I schorse-im-leineschloss.de

nobilis 7/2026

57

Foto: Schorse

„Schorse“

Foto: Little H

Foto: Bahar

„Bahar“


Körper & Geist

Triathlet Christian Haupt

Immer weiter

Im Oktober startet Christian Haupt erneut bei der Ironman-WM auf Hawaii – der Hannoveraner will seinen fünften Titel gewinnen. Text: Frauke Hansen Am 10. Oktober will Christian Haupt beim Ironman auf Hawaii wieder jubeln.

Foto: Debbie Jayne Kinsey

W

58

nobilis 7/2026

enn Christian Haupt am 10. Oktober 2026 wieder an der Startlinie des Ironman auf Hawaii steht, geht es um weit mehr als Zeiten, Platzierungen oder Medaillen. Für den viermaligen Ironman-Weltmeister seiner Altersklasse aus Hannover ist die legendäre Strecke auch ein Symbol dafür, wie weit man kommen kann, wenn man sich von Rückschlägen nicht aufhalten lässt. Dabei begann seine Triathlon-Geschichte alles andere als selbstverständlich. Ausgerechnet das Schwimmen, die erste Disziplin eines Ironman, war lange seine größte Schwäche. Noch heute bezeichnet Haupt die 3,8 km lange Disziplin als die Sportart, für die er sich am meisten überwinden muss. Umso größer war die Motivation, daran zu arbeiten. Als er den Triathlon für sich entdeckte, stand zunächst nicht der Gedanke an Titel oder Siege im Vordergrund. Er wollte die drei Disziplinen – zum Schwimmen kommen noch 180 km Radfahren und ein Marathon über 42 km – beherrschen und den Sport genießen können.


Körper & Geist

180 km: Radfahren ist die zweite Disziplin eines kompletten Ironmans.

Foto: Privat

Der Reiz des Ironman Genau diese Vielseitigkeit macht für ihn bis heute den besonderen Reiz des Ironman aus. Schwimmen, Radfahren und Laufen verlangen nicht nur Ausdauer, sondern auch Technik, Taktik und mentale Stärke. Für Haupt ist der Ironman die Suche nach dem „ultimativen Ausdauersportler“. Wer einen Ironman absolviert, bewegt sich stundenlang an der Belastungsgrenze. Umso wichtiger ist für Haupt die mentale Vorbereitung. Als Speaker spricht er heute regelmäßig über Motivation, Fokus und Mindset. Viele der Strategien, die er Unternehmen und Teams vermittelt, hat er selbst im Leistungssport erlernt. „Wenn man seinen Kopf zusammenbekommt, wird vieles einfacher“, sagt er. Während eines Rennens hilft ihm ein mentaler Tunnel, ganz bei sich und seiner Aufgabe zu bleiben. Gleichzeitig habe er gelernt, dass es manchmal sogar hilfreich sei, bewusst andere Gedanken zuzulassen, um anschließend wieder konzentrierter zurückzufinden.


Die erste Disziplin eines Ironman: 3,86 km Schwimmen im offenen Wasser

Foto: Debbie Jayne Kinsey

Der Ironman gilt als einer der prestigeträchtigsten Wettkämpfe im Ausdauersport.

Niederlagen als Wendepunkt Zu den wichtigsten Erfahrungen seiner Karriere zählt jedoch keine seiner Weltmeisterschaften, sondern eine bittere Niederlage. Nach einem Wettkampf wurde Haupt durch eine Kampfrichterentscheidung disqualifiziert. Ein Erlebnis, das ihn tief traf. Im Rückblick bezeichnet er diesen Moment dennoch als entscheidenden Wendepunkt. Die Enttäuschung zwang ihn, sich neu auszurichten, Stärken und Schwächen noch genauer zu analysieren und mental zu wachsen. Viele seiner späteren Erfolge führt er direkt auf diese Erfahrung zurück. „Niederlagen sind leider die besten Lehrmeister“, sagt er heute. Zwischen Kindergarten und Trainingsplan Mit 46 Jahren gehört Christian Haupt längst zu den erfahrenen Athleten seines Sports. Doch Leistungssport ist nur ein Teil seines Lebens. Er ist Familienvater, berufstätig und organisiert seinen Alltag mit großer Konsequenz. Trainiert wird häufig frühmorgens oder spät am Abend. Wege werden sinnvoll kombiniert: Kind zum Kinder­

60

nobilis 7/2026

Foto: Debbie Jayne Kinsey

Foto: Debbie Jayne Kinsey

Körper & Geist

Als dritte Disziplin folgt ein kompletter Marathon mit 42,195 km.

Trainingsalltag, Vorträge und aktuelle Projekte: Mehr über Christian Haupt finden Sie hier:

garten bringen, ins Schwimmbad fahren, anschließend ins Büro. Für Haupt liegt genau darin der Schlüssel. Nicht alles perfekt voneinander zu trennen, sondern verschiedene Bereiche des Lebens miteinander zu verbinden. Diese Struktur ermöglicht ihm, auch heute noch auf höchstem Niveau zu konkurrieren. Sehnsuchtsort Hawaii Warum zieht es ihn immer wieder nach Hawaii? Die Antwort fällt vielschichtig aus. Da ist die besondere Atmosphäre der Insel. Vor allem aber sind es die besten Athleten der Welt, die sich dort Jahr für Jahr messen. Für Haupt schließt sich auf Hawaii immer wieder ein Kreis. Dort anzutreten, bedeutet für ihn nicht nur sportliche Herausforderung, sondern auch die Bestätigung, dass vermeintliche Grenzen verschoben werden können. Und genau deshalb steht der Hannoveraner auch in diesem Jahr wieder an der Startlinie. Auf der Suche nach dem nächsten großen Moment. Und angetrieben von der Überzeugung, dass man oft weiter kommt, als man selbst für möglich hält. b


Körper & Geist

Wer morgens gut erholt aufwachen will, muss einiges beachten.

Besser schlafen

Die Nacht beginnt am Tag

Dr. Justus Hauschild weiß, was Zähne mit gutem Schlaf zu tun haben.

Noch mehr Tipps für guten Schlaf finden Sie auf nobilis.de

Wer erholsam schlafen möchte, sollte nicht erst im Bett damit anfangen. Dr. Justus Hauschild erklärt, worauf es ankommt. Text: Maja Henschel Unsere moderne Lebensweise passt nicht immer zu unserer inneren Uhr. Licht, Stress, Zeitdruck und ungünstige Gewohnheiten können den natürlichen Schlaf-WachRhythmus aus dem Takt bringen. „Unsere Chronobiologie ist ein festgelegter Kreislauf“, erklärt Dr. Justus Hauschild. Besonders künstliches Licht am Abend kann dem Körper signalisieren, es sei noch Tag. Was der Mund verrät Auch ein Blick in die Mundhöhle kann Hinweise auf schlechten Schlaf geben. Geröteter, glasiger Gaumen, abgenutzte Zähne oder eine kräftige, von Zahnabdrücken geprägte Zunge können bei Schnarchern und Menschen mit Atemaussetzern auftreten. Hinzu kommt häufig nächtliches

Zähnepressen. „Das Kieferknirschen und Pressen ist absolut protektiv“, sagt Hauschild: Der Körper versucht damit, die Atemwege wieder zu öffnen. Wird jedoch aus anderen Gründen geknirscht, können Kopfschmerzen, Schmerzen und empfindliche Zähne die Folge sein. Die Nacht wird am Tag gewonnen Sein wichtigster Rat: „Wenn ich meinen Schlaf verbessern will, dann verliere ich die Nacht oder gewinne ich die Nacht eigentlich immer am Tag davor.“ Wer abends leicht isst, Alkohol vermeidet, sich noch etwas bewegt und Fernseher und Handy beiseitelegt, schafft bessere Voraussetzungen für eine entspannte Nacht. Statt Bildschirmlicht empfiehlt Hauschild: lesen, sich unterhalten oder einfach zur Ruhe kommen. b

nobilis 7/2026

61


Körper & Geist

RUN CITY. HANNOVER.

Laufen kann so viel mehr

Mit dem H/21 erhält Hannover einen neuen Halbmarathon und die App RUN CITY. HANNOVER. vernetzt die Laufcommunity der Stadt.

U

Text: Roksana Leonetti

62

nobilis 7/2026

meinsame Erlebnis im Mittelpunkt. DJs, Live-Bands, Samba, Illuminationen und Hotspots machen die Innenstadt dabei selbst zur Bühne für den H/21. „Wir wollen gemeinsam in die Dunkelheit laufen“, erklärte Veranstalterin Stefanie Eichel bei der Vorstellung. Nach dem großen Marathon im Frühjahr bekommt HanStefanie Eichel (eichels), Marco Malcangi (enercity), Fabienne Königstein (Hannover 96) und Carsten Krebs (eichels) bei der Vorstellung des H/21 und der App RUN CITY. HANNOVER. (v. l. n. r.)

Foto: Roksana Leonetti

m 17 Uhr fällt am 11. Oktober am Glockseeplatz der Startschuss. Eine ungewöhnliche Zeit für einen Halbmarathon und genau das gehört zum Konzept. Während es langsam dunkel wird, führt der H/21 über 21,1 Kilometer durch Hannover: vorbei am Neuen Rathaus und Aegidientorplatz bis zum Ziel vor dem Opernhaus. Unter dem Motto „RUN. CITY. VIBES.“ steht weniger die Jagd nach Bestzeiten als das ge-


Körper & Geist

Die App RUN CITY. HANNOVER. findet sich in allen gängigen App-Stores. Foto: Roksana Leonetti

Die Laufstadt für die Hosentasche Dieses „Mehr“ soll auch RUN CITY. HANNOVER. zeigen. Die kostenfreie Web-App bündelt Strecken, Run Clubs und Veranstaltungen für Hannoveraner und Gäste der Stadt. Über den Routen-Finder lassen sich je nach gewünschter Distanz passende Strecken auswählen und direkt navigieren. Wer lieber gemeinsam unterwegs ist, findet über den Run-Club-Finder offene Lauftreffs mit Zeiten und Treffpunkten. Die Community kann eigene Routen, Clubs und Veranstaltungen einreichen. Perspektivisch sollen auch beleuchtete „Safe Routes“, Trinkbrunnen und Refill-Stationen integriert werden. Der „RUN CITY. PULS“ sammelt zudem die über die App gelaufenen Kilometer und könnte künftig für Challenges oder Charity-Aktionen genutzt werden. Das Ziel ist ambitioniert: Hannover soll zur aktivsten Laufstadt Deutschlands werden. Die Voraussetzungen sind da: Eilenriede, Maschsee, Mittellandkanal und eine wachsende Laufcommunity inklusive H/21 und RUN CITY. HANNOVER. geben ihr jetzt zwei neue Treffpunkte, einen auf der Straße und einen digital. b

Foto: Maja Henschel

nover damit ein neues Laufereignis für den Herbst. Mehr als 3.500 Anmeldungen liegen bereits vor. Beim „H/21 for Two“ lässt sich die Strecke auch im Zweierteam absolvieren. Pace-Gruppen von 1:20 bis drei Stunden bringen unterschiedliche Leistungsniveaus zusammen. Eine davon übernimmt Fabienne Königstein. Die Hannover-96-Läuferin wird nach ihrer Verletzung nicht auf Bestzeit laufen, sondern jene begleiten, die die Zwei-Stunden-Marke knacken möchten. Für die Marathon-Eliteläuferin eine neue Erfahrung: „Der Profisport ist halt doch oft einsam, aber Laufen kann so viel mehr.“

Am 11. Oktober startet der Halbmarathon Hannover.

MO

DER N IS IER SAN U NG IER UNG BAR RI E R EF REI

EGAL, OB LUXUS, IN PINK, MODERN, STYLISCH ODER DIE GRÜNE OASE, WIR ERSCHAFFEN FÜR JEDEN TRAUM DAS RICHTIGE BAD ...

Bäder

BY OETTINGER

-Luxus für die SeeleBEEKESTRASSE 54 · 30459 HANNOVER · WWW.BÄDERBYOETTINGER.DE

nobilis 7/2026

63


Fotos: Marleen Witte

Körper & Geist

Jubel beim Turnier in Hainhaus.

Maximilian Grabher, der Kopf hinter der Clubhouse Tour.

Golf-Turniere 2026

Range Rover Clubhouse Tour

Fünf Turniere, fünf Plätze und ein Netzwerk, das weit über den Golfplatz hinausgewachsen ist. Text: Roksana Leonetti

W

as im Juni mit dem ersten Abschlag begann, endete im September nicht mit dem letzten Putt. Sondern mit einer ziemlich großen Party im 12 Apostel. Hinter der Range Rover Clubhouse Tour 2026 liegen fünf Turniere auf fünf Plätzen rund um Hannover und ein Sommer, der schnell zeigte: Hier geht es um mehr als Birdies und Bogeys. Gespielt wurde im Golfclub Hannover, im Golf Park Steinhuder Meer, im Golfpark Hainhaus, im Golf Club Isernhagen und zum Finale bei Golf51 in Rethmar. Mehr als 360 Golferinnen und Golfer waren dabei. Und unter-

64

nobilis 7/2026

wegs entstand ein Netzwerk, das auf dem Grün genauso gut funktionierte wie danach im Clubhaus. Die Tour geht 2027 und 2028 weiter Die Idee dazu hatte Maximilian Grabher. Mit viel Energie, starken Partnern und einem guten Gespür dafür, was Hannover gefehlt hat, brachte er die Tour auf die Plätze. Bei der Closing Night im 12 Apostel wurde gefeiert und auf einen besonderen Golfsommer zurückgeblickt. Und der bekommt eine Fortsetzung: 2027 und 2028 geht die Clubhouse Tour weiter. Der nächste Sommer auf Hannovers Grüns kann also kommen. b


Körper & Geist

Werbung in der

?

Ihre Ansprechpartnerin: Die Weinbar schenkte an allen Turniertagen edle Tropfen aus.

Mediadaten 2026

nobilis.de/service/werben

SABINE NEUMANN Sales Managerin

0511 8550 2649 0160 8841762 sabine.neumann@schluetersche.de

Beste Laune beim Tour-Stopp in Mardorf.

Dein 4-Schritte-

200 Seiten ISBN 978-3-8426-4280-5 € 22,00

CharismaBooster!

Drei Gewinner unserer nobilis-Ticketverlosung beim Tour-Stopp in Hainhaus.

Thomas Rätzke (links) und Erhan Tüzün in Isernhagen.

• Ergründe dein wahres Ich • Finde eine wertschätzende innere Haltung • Strahle selbstbewusst in Job und Privatleben

Stephen Lingies und Maximilian Grabher bei der Siegerehrung in Hainhaus www.humboldt.de

nobilis 7/2026

65


Körper & Geist

Grasgeflüster

IMPRESSUM Herausgeber und Verlag: Schlütersche Fachmedien GmbH Ein Unternehmen der Schlüterschen Mediengruppe Postanschrift: 30130 Hannover Adresse: Hans-Böckler-Allee 7 30173 Hannover Tel. 0511 8550-0 Fax 0511 8550-2403 www.schluetersche.de, www.nobilis.de

Foto: Roksana Leonetti

Redaktion: Marco Weiß (Chefredakteur, V.i.S.d.P.) Hans-Böckler-Allee 7, 30173 Hannover Tel. 0511 8550-2442 marco.weiss@schluetersche.de

Gemeinsam unterwegs mit vier Spielern und einem Nachwuchsgolfer

Vater-Sohn-Runde Eine Kolumne von Roksana Leonetti

8:30 Uhr, Loch Rot. Mit mir spielen Christian, sein Sohn Yannick und Erhan. Dessen Sohn Miran läuft mit, denn fünf Spieler sind einer zu viel für einen Flight. Was mich trotzdem beschäftigt: Wie bekommt man einen Halbwüchsigen um diese Uhrzeit auf den Golfplatz? Und das auch noch ohne Frühstück, wie ich später erfahre. Christian und Erhan haben vor acht Jahren gemeinsam mit dem Golfen angefangen. Heute stehen ihre Söhne mit ihnen auf dem Platz. Yannick hat erst vor zwei Monaten seine Platzreife gemacht, Miran spielt neben Golf auch Fußball. Erhan sieht in seinem Sohn jedenfalls schon Potenzial für eine Golfkarriere. An Loch zwei läuft es für Erhan weniger gut. Zweimal landet sein Ball im hohen Gras. „Das ist kein Golf, was ich hier spiele“, stellt er trocken fest. Während der Runde beobachte ich, wie selbstverständlich die Väter ihr Wissen weitergeben. Christian gibt Yannick Tipps zu Schlägern und Schlägen, Erhan unterstützt Miran. Mal klappt die Um-

66

nobilis 7/2026

setzung, mal nicht. Aber beide Jungs haben Talent und vor allem zwei Väter an ihrer Seite, die ihr Hobby mit ihnen teilen können. An Loch fünf beschäftigt uns der starke Wind. Erhan zupft Gras aus dem Boden und wirft es in die Luft, Christian hält dagegen: „Wir haben Rückenwind.“ Kurz darauf sind sie sich einig und Erhan zeigt uns seinen legendären „ErhanSchlag“. Der Ball sieht zunächst verloren aus, fliegt über den Raisbunker in den Bunker und springt von dort aufs Grün. Hätte ich es nicht gesehen, würde ich es nicht glauben. Der Wind begleitet uns durch die neun Löcher. Mal schiebt er, mal hält er dagegen. Dazwischen wird geschlagen, gesucht, erklärt und gelacht. Und ich denke mir: Eigentlich ziemlich schön, wenn aus dem eigenen Hobby irgendwann gemeinsame Zeit mit dem Sohn wird. Schönes Spiel, Christian, Yannick, Erhan und Miran. b

Frauke Hansen Tel. 0511 8550-2651 frauke.hansen@schluetersche.de Anna Langlott (Content Management) Tel. 0511 8550-2658 anna.langlott@schluetersche.de Anzeigenverkauf: Sabine Neumann Tel. 0511 8550-2649 sabine.neumann@schluetersche.de Derzeit gültige Anzeigenpreisliste: Mediadaten 2026 Druckunterlagen: anzeigendaten-nob@schluetersche.de Tel. 0511 8550-8248 Fax 0511 8550-2401 Leser-/Abonnement-Service: vertrieb@schluetersche.de Tel. 0511 8550-8822 Bezugspreis: Jahresabonnement: € 60,00 inkl. Versand und MwSt. (Ausland € 87,00) Einzelheft € 9,50 zzgl. Versandkosten. Die Mindestbezugszeit eines Abonnements beträgt ein Jahr. Danach kann jederzeit mit einer Frist von 14 Tagen zum Ende des Folgemonats gekündigt werden. Der laufende Jahrgang wird anteilig berechnet. ISSN 1437-6237 Druck: Bonifatius GmbH Druck | Buch | Verlag, Paderborn Gleichbehandlung Die Publikation richtet sich, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes angegeben ist, an alle interessierten Personen, unabhängig vom Geschlecht. Wegen besserer Lesbarkeit und Verständlichkeit der Texte wird jedoch meistens nur die männliche Personenform verwendet. Gleichbehandlung ist uns wichtig, Diversität nehmen wir als Chance für die Zukunft wahr.

Unser QR-Code bringt Sie direkt zu www.nobilis.de


Weil zuhause überall sein kann

und wir rund um Immobilien zuhause sind. Immobilien sind unsere Leidenschaft – mit vielen Kontakten sowie über 20 Jahren Erfahrung in Hannover und der Region führen wir Ihr Vorhaben erfolgreich und lukrativ über die Ziellinie. Sprechen Sie uns gerne an, wenn es um den Kauf oder Verkauf Ihrer Immobilien geht.

DAHLER Hannover Inh.: ISC Immobilien GmbH Wedekindstraße 4 30161 Hannover T 0511 515 324 100 E hannover@dahler.com

dahler.com/hannover

Bemerode, in ruhiger Wohnlage – beeindruckender Bungalow mit viel Raum und seperatem Gästehaus:

Isernhagen-Süd – modern und exklusiv, neues Einfamilienhaus in bester Wohnlage inklusive Gartengestaltung:

Bj. 1966, ca. 208 m² Wfl. verteilt auf das Haupthaus und 57 m² Gästehaus, klassisch ausgestattet mit Solnhofener Platten, Vollholzparkett, Innenund Außenkamin, großer Küche mit Einbauküche und Kühlkammer, Kalksandstein-Sichtmauerwerk, ca. 1.441 m² Grundst. Alarmanlage, Holzfenster mit Panzerglas, Sauna, dreifach Garage, unterkellert, GasBrennwertheizung aus 2018, Bedarfsausw., 239,60 kWh/(a*m²), Kl. G. KP: 975.000,- € zzgl. 3,57% Käuferprovision inkl. MwSt.

Bj. 2026, ca. 239 m², 6 Zimmer, ca. 651 m² Grundst., erlesene Materialien, Vollkeller, Garage, moderne Technik u.a. Wallbox und Gira Steuerung der Haustechnik, Sauna, 3 Duschbäder und ein Vollbad, Erdwärmepumpe, PV mit Batteriespeicher, Fußbodenheizung, Be- und Entlüftungsanlage, Klimaanlage, Bedarfsausweis Kl. A+, 21,70 kw/h(a*m²), Kl A+, Erdwärme. KP: 1.970.000,- EUR zzgl. 3,57 % Käuferprovision inkl. MwSt.


Körper & Geist


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
nobilis 7/2026 by Schluetersche - Issuu