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nobilis 4/2026

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Interview mit Brigitta Muntendorf

Die neuen

KunstFestSpiele

Herrenhausen

Neue Generation Nachwuchsarbeit bei den Recken

Uni-Präsident

Prof. Dr. Volker Epping

Der Zukunftsmacher

... über die Talente von morgen

Unser Tag der offenen Tür

13.06..2026

11.07.2026 um 15:00 Uhr

Ein wahrer Ort der Selbstverwirklichung ist dort, wo Erfahrung auf Lebensfreude trifft – ein Zuhause, das nicht begrenzt, sondern beflügelt.

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Zukunft passiert nicht einfach. Sie wird gemacht. Von Menschen, die Ideen haben, Verantwortung übernehmen und bereit sind, Dinge anders zu denken. In dieser Ausgabe richten wir den Blick auf genau diese Menschen – auf Hannovers Zukunftsmacher und Zukunftsmacherinnen.

Da ist zum Beispiel Prof. Dr. Volker Epping, Präsident der Leibniz Universität Hannover, der eindrücklich beschreibt, warum Nachwuchsförderung weit mehr ist als eine akademische Aufgabe. Es geht um Perspektiven, um Chancen – und letztlich um die Frage, wie eine Stadt wie Hannover morgen aussehen wird.

Wir treffen einen jungen Koch, der zeigt, wie viel Innovationskraft in einer neuen Generation steckt –kreativ, mutig, kompromisslos in der Qualität. Wir sprechen mit Brigitta Muntendorf, die mit den KunstFest-

Spielen Herrenhausen neue künstlerische Räume öffnet und Kultur als Ort der Zukunft versteht. Und wir hören den drei Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters zu, die ihre Ideen für die kommenden Jahre formulieren.

Zukunft entsteht aber nicht nur in Hörsälen, Küchen oder auf politischen Bühnen. Sie wächst auch auf dem Spielfeld: bei den Nachwuchstalenten der TSV HannoverBurgdorf, den RECKEN, wo deutlich wird, wie wichtig Förderung, Teamgeist und langfristiges Denken sind. Das ist die Stärke Hannovers: dass es hier Menschen gibt, die leise beginnen – und Großes bewegen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei dieser Lektüre,

Ihre Frauke Hansen & das nobilis-Team

Ausgabe Mai/Juni 2026

Menschen & Gesellschaft

6

Souliger Auftakt

Jubiläumskonzert Jazz Club

8 Mehr Mut gefragt

Vortrag im Industrie-Club

10 Hannover, deine Menschen

Martin Schilling

11 Stadtgeflüster

Darüber redet die Stadt

12 Hannover hat die Wahl

Die Kandidaten der OB-Wahl

17 Spatenstich an der MHH

Ein Elternhaus entsteht

18 Sonnenuntergang am Maschsee

So schön ist unsere Stadt

20 Ein revolutionärer Zahlencode

Die Rechenmaschine von Leibniz

24 Hannovers Saubermann

Michele Hust im Porträt

28 Der erste Tunnel

Die Waterloo-Station

Innovation & Technik

33 Ideen mit Zukunft

Gewinner des Startup Impuls

34 Talente fördern, Zukunft sichern

Prof. Dr. Volker Epping im Interview

42 Zwischen Werkbank und Wellen

Richard Helmrichs Handwerkskunst

46 Zurück in die Zukunft

Oliver Blumes Pläne für Hannover

48 Von Hannover ins All Wegweisende Forschung an der MHH

Kunst & Kultur

50 Originale zum Leihen

Die artothek Hannover

52 Ein Festival im Aufbruch

Brigitta Muntendorf im Interview

55 Tanz mit Botschaft

Ostertanztage 2026

56 Die Kraft der Musik

Morena Piro im Interview

59 Buchtipps Lesenswertes im Mai und Juni

60 Hannovers visuelles Gedächtnis

Das Bildarchiv des HMH

62 Kulturtipps Sehenswertes im Mai und Juni

Genuss & Events

64 20, hungrig, preisgekrönt

Koch Clemens Schäftlein

67 Genusstipps Kulinarisches im Mai und Juni

68 Himmlisches Gebäck Macarons der Pâtisserie Elysée

Körper & Geist

70 Einstellung und Talent Nachwuchsarbeit bei den RECKEN

74 Grasgeflüster

Die Golf-Kolumne

Anzeigen

27 Unboxing Hannover

Neue Image-Kampagne der Stadt

30 Luxus unter Strom Fahrbericht Lotus Emeya 600 Sport SE

38 Boutique-Flair für komplexe Fälle Steinhoff und BRANDI Rechtsanwälte

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DerSoul-SängerMylesSanko brachtedasPublikumzum SingenundTanzen.

Souliger Auftakt ins Jubiläumsjahr

Zum 60. Jubiläum holte der Jazz Club soulige Klangkraft ins GOP Varieté-Theater.

Fotos:
Roksana Leonetti/Frauke Hansen
Text: Frauke Hansen
Jazz Club Hannover

Mit einem besonderen Konzertabend hat der Jazz Club Hannover sein 60-jähriges Bestehen gefeiert – und dafür einen Künstler eingeladen, der wie kaum ein anderer für stilistische Offenheit und emotionale Tiefe steht: Myles Sanko. Im GOP Varieté-Theater präsentierte der britische Sänger vor einem gut gelaunten Publikum sein aktuelles Album „Let It Unfold“ und setzte damit einen souligen ersten Höhepunkt im Jubiläumsjahr.

Sankos Stimme war das Zentrum des Abends: kraftvoll, warm und zugleich erstaunlich flexibel. Mühelos bewegte er sich zwischen Soul, Jazz und Funk, ließ Einflüsse aus Hip-Hop und afrikanischer Rhythmik einfließen und schaffte so einen Sound, der ebenso zeitgemäß wie tief verwurzelt wirkt. Begleitet von einer leidenschaftlich spielenden Band, entfaltete sich eine musikalische Dynamik, die das Publikum vom ersten Ton an mitnahm.

Myles Sanko faszinierte das Publikum

Dabei wurde schnell deutlich, dass Sankos musikalische Vielseitigkeit biografisch geprägt ist. Geboren in Accra in Ghana, aufgewachsen in Großbritannien, verbindet er unterschiedliche kulturelle Einflüsse zu einem eigenständigen Stil. Diese Vielfalt spiegelte sich auch live wider: Mal treibend und

DorotheaRichter-Horstmann(TKHannoverLuchse,l.)undBianca-Maria Klein

JürgenWache(VorstandsvorsitzenderHannoverscheVolksbank)und EhefrauChristine

rhythmisch, mal zurückgenommen und fast intim, gelingt es ihm, verschiedenste Stimmungen zu erzeugen.

Die Gäste ließen sich von Miles Sanko zum Mitsingen und Mittanzen mitreißen. Das Konzert im GOP war damit nicht nur ein gelungener Auftakt der Jubiläumsreihe, sondern auch ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie lebendig und facettenreich Jazz heute sein kann – ganz im Sinne des Jazz Clubs Hannover. b

DieGastgeberinnendesAbends:VanessaErstmann(JazzClubHannover,l.) undNadineMatzat(GOP)

AnneGrünhagen(ProjektleiterinOpernball)undBodoBusse(Staatsoper Hannover)

JuliaKronberg(FriedrichBödeckerKreis),EvaJandl-Jörg(MuseumWilhelm Busch)undEvaBender(Kulturdezernentin,v.l.n.r.)

Deutschland fehlt der Mut

Beim Industrie-Club Hannover

forderte Andrea Nahles mehr

Verantwortung der Wirtschaft.

Text: Roksana Leonetti

„Die Bundesagentur für Arbeit schafft keine Arbeitsplätze. Das machen die Unternehmen.“ Mit diesem klaren Satz eröffnete Andrea Nahles ihren Vortrag beim Industrie-Club Hannover. In den Räumen der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen wurde schnell deutlich: Der Arbeitsmarkt steht unter Druck und braucht neue Impulse.

Nahles sprach offen über den Stellenabbau in der Industrie. Rund 15.000 Jobs gehen derzeit monatlich verloren. Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen durch Demografie, Digitalisierung und Fachkräftemangel. Doch statt Panikmache setzte sie auf Zuversicht und klare Forderungen: „Mir fehlt momentan der Mut in diesem Land.“ Gemeint ist der fehlende Wille, gemeinsam Lösungen mit Wirtschaft, Politik und Sozialpartnern umzusetzen.

KlareWortezurLageamArbeitsmarkt:AndreaNahlesbeim Industrie-ClubHannover

Johannes Pfeiffer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen, betonte die aktive Rolle der Arbeitsagentur. Ziel sei es, Menschen früher zu begleiten und Übergänge von Job zu Job zu ermöglichen, bevor Arbeitslosigkeit entsteht.

Der Abend zeigte: Lösungen liegen nicht allein bei der Politik. Es braucht Zusammenarbeit und den Mut, Entscheidungen zu treffen, die auch unbequem sind. Genau daran, so Nahles, fehle es derzeit zu oft.

Unter den interessierten Gästen, die auch angeregt mit Andrea Nahles diskutierten: Andreas Sennheiser (Sennheiser), Dr. Jochen Köckler (Deutsche Messe), Dirk Gronert (Concordia Versicherungen) sowie Martin Schilling (Warburg Bank). b

InangeregterDiskussionmitAndreaNahles: DirkGronert

Fotos: Marcus
Prell/Industrie-Club Hannover
JuliaWohlfeld,KatharinaHeinemann,Lena BennefeldundAndreaNahles(v.l.n.r.)

17.04. Die nächsten Prime BBQ American Classic BBQ 22.05. Veggie BBQ 29.05.

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Hannover, deine Menschen

Martin Schilling ist 59 Jahre alt, verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und zwei große Hunde. Seit über 30 Jahren arbeitet er als Private Banker – für ihn bedeutet das vor allem, Menschen zuzuhören und sie bei wichtigen finanziellen Entscheidungen zu begleiten. Seit dem Jahr 2019 leitet er die Geschäftsstelle der Warburg Bank in Hannover.

Sein persönliches Motto lautet: „Behandle andere so, wie du selbst von ihnen behandelt werden möchtest.“ Eine Haltung, die ihn beruflich wie privat jeden Tag begleitet.

MartinSchillingunterstützt seinen Verein Hannover 96 gerneimStadion.

Das Schönste an meinem Leben in Hannover ist: Die Stadt hat viel Grün, die Wege sind kurz und die Menschen sind ehrlich und geradeheraus. Das gefällt mir sehr.

Diese kleine Alltagsfreude bedeutet für mich Luxus: Ich liebe es, während der Straßenbahnfahrt zur Arbeit Zeitung zu lesen. Hier bin ich ganz für mich und kann wunderbar abschalten.

Das mache ich in Hannover am liebsten: Ich bin sehr gerne bei den tollen Veranstaltungen des Feuerwerkswettbewerbs. Sei es drinnen in den Herrenhäuser Gärten oder draußen auf einer Picknickdecke mit einer guten Flasche Wein.

Dieser Ort in Hannover fühlt sich wie Urlaub an: Der Kronsberg bei Sonnenuntergang. Der fantastische Blick über Hannover ist für mich jedes Mal wie ein kleines Urlaubsgefühl mitten in der Stadt.

Ein Moment, den ich nie vergessen werde:

Das Rückspiel von Hannover 96 gegen Standard Lüttich in der Europa-League-Saison 2011/12. Es war ein berau-

schendes Fußballfest mit einem unvergesslichen 4:0 Heimsieg!

Mein Lieblingsrestaurant in Hannover:

Die Vinothek Baires in der List. Hier gibt es nicht nur fantastische Weine, sondern wahrscheinlich auch das beste Gin-Tasting in ganz Hannover!

Ein sportlicher Moment, der mich stolz gemacht hat:

Mein erster Hannover Marathon. Nach 42 Kilometern bin ich mit meinen damals kleinen Kindern an den Händen gemeinsam ins Ziel eingelaufen – pures Glück und bis heute unvergessen!

Diese Person aus Hannover inspiriert mich:

Peter Karst, der Geschäftsführer der Handwerkskammer und aktueller OB-Kandidat, mit seiner unglaublichen Agilität und Schaffenskraft.

So engagiere ich mich in meiner Freizeit für die Gesellschaft:

Seit vielen Jahren bin ich bei Round Table und danach bei Old Table aktiv. Ferner bin ich Prüfer bei der IHK, Mitglied im Börsenrat und im Kuratorium einer Stiftung. b

Stadtgeflüster

Sportlicher Austausch

Partnertreffen der RECKEN

Sportlich-fachliches Netzwerken: Beim Partnerabend der RECKEN, der Handballer des TSV Hannover-Burgdorf, erhielten die Gäste im Verlagshaus der Schlüterschen Mediengruppe von Geschäftsführer Eike Korsen spannende Einblicke in die Entwicklung bei den RECKEN und einen Zukunftsimpuls von Roksana Leonetti und Allaa El-Khodr zum Thema „Von SEO zu GEO: wie KMU in Zeiten von KI sichtbar bleiben“. Danach blieb Zeit zum Austauschen.

Ein Schrank ist ein Schrank?

Frauen in Vielfalt

Eva Benders neues Netzwerk verbindet Hannover

Eva Bender hat mit „Frauen in Vielfalt“ ein Netzwerk ins Leben gerufen, das Frauen aus Wirtschaft, Kultur, Politik und sozialen Bereichen zusammenbringt. Bei der Auftaktveranstaltung in Hannover begeisterten Stage-Poetin Antonia Josefa, Para-Weltmeisterin Tina Deeken und Aktivistin Sorour Khalili mit ihren Geschichten.

„Indem wir Frauen vernetzen, fördern wir nicht nur den Austausch, sondern auch die Sichtbarkeit in unserer Gesellschaft“, so Bender. Ein Abend, der zeigt: Gemeinsam sind Hannovers Frauen eine starke Stimme. Wer beim nächsten Treffen dabei sein möchte, findet alle Infos auf eva-bender.de.

Das gilt nicht bei uns. Ob Flursitzschränke, beleuchtete Einbauschränke, Schränke als Raumteiler mit Vitrinen oder begehbare Kleiderschränke... Mit uns haben Sie einen ideenreichen Partner, der sich für Ihr Projekt begeistert und es meisterlich umsetzt.

Helmrich: der Schrank!

Foto: Martin Bender
Foto: Lea Gebken

Oberbürgermeister-Kandidaten

Hannover hat die Wahl

Im September 2026 wählen die Menschen in Hannover einen neuen Oberbürgermeister. Die drei Kandidaten Belit Onay, Axel von der Ohe und Peter Karst erzählen hier, was sie über die Stadt denken.

Interviews: Frauke Hansen

DasNeueRathausinHannover:Hierzieht imSeptember2026einneueroderein wiedergewählterOberbürgermeisterein.

Belit Onay (Grüne) ist seit 2019 Oberbürgermeister der Stadt Hannover und möchte nun wiedergewählt werden.

Warum möchten Sie wieder Oberbürgermeister von Hannover werden?

Seit sieben Jahren darf ich Oberbürgermeister unserer tollen Landeshauptstadt sein. Eine schönere Aufgabe zur Gestaltung kann ich mir nicht vorstellen und ich habe noch viel vor. Ich bewerbe mich deshalb bei den Hannoveraner*innen erneut um ihr Vertrauen.

Was würden Sie als Erstes entscheiden, wenn Sie im Amt bestätigt werden? Entscheidungen trifft man als Oberbürgermeister nicht alleine. Aber wichtige Impulse wären, unsere Wirtschaftsförderung weiter zu entwickeln und Hannover zur Start-up-Metropole zu machen, obdachlosen Menschen noch besser zu helfen und alles daran zu setzen, dass Hannover in wenigen Jahren über die modernste Bildungsinfrastruktur der Republik verfügt.

Belit Onay

dürfen. Mir ist es wichtig, das Bewährte zu bewahren und gleichzeitig den Anschluss an die Zukunft nicht zu verpassen.

Schauen wir in die Zukunft: Wie soll Hannover 2036 aussehen, wenn es nach Ihnen geht? Bezahlbar, grün sowie voller Energie und Lebensfreude.

Was lieben Sie an Hannover besonders, was macht die Stadt für Sie aus?

Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist für mich einzigartig. Wenn es drauf ankommt, steht Hannover zusammen. Als Oberbürgermeister durfte ich das erleben, beispielsweise während der Coronapandemie oder auch in der Flüchtlingskrise nach dem Angriffskrieg auf die Ukraine.

In welchen Bereichen ist Hanno ver schon ziemlich gut – wo kann die Stadt noch aufholen?

Hannover ist bei der Verkehrs- und Energiewende Vorreiterstadt und hat bei der Digitalisierung und beim Bürger*innenservice einen großen Rückstand aufgeholt. Auch beim sozialen Zusammenhalt kann ich mir keinen besseren Ort vorstellen. Ich möchte, dass wir diesen Kurs weiter fortsetzen. Gemeinsam mit der Immobilienwirtschaft möchte ich dafür sorgen, dass noch mehr gebaut wird, um die Wohnkosten im Griff zu behalten. Die Neugestaltung der City ist zudem im vollen Gange, aber hier heißt es: weiter einen langen Atem haben.

Was war Ihre mutigste Entscheidung als Bürgermeister – auch auf die Gefahr hin, unpopulär zu sein?

Hannover ist eine Stadt, die von langen Traditionen geprägt ist. Für manche war es sicher gewöhnungsbedürftig, dass auch Frauen jetzt Bruchmeisterinnen werden

Wo in Hannover spüren Sie die Zukunft der Stadt am stärksten ? Überall dort, wo Neues entsteht. In der Altstadt zum Beispiel ist ein viel jugendlicheres Flair als noch vor wenigen Jahren. Und mit der Neugestaltung des Galeria-Gebäudes inklusive einer Berufsschule wird das noch mal Fahrt aufnehmen. Mit der neuen MHH wird sich die Gesundheitslandschaft Hannovers entwickeln. Mit den vielen Großereignissen, etwa den Finals in diesem Jahr, putzt sich die Stadt als Ganzes heraus.

Foto: Andrea Seifert

Was macht Hannover kulturell einzigartig?

Die Abwechslung: Von der Initiative Hüttenstraße bis zur Oper. Vom Kids Kultur Festival bis hin zu Stadionkonzerten mit Weltstars. Von über 220.000 Besucher*innen bei der Ausstellung Niki. Kusama. Murakami im Sprengelmuseum in diesem Jahr bis zu den unzähligen Galerien ansässiger Künstler*innen. Wir sind eine wahre Kulturhauptstadt, weil wir für jeden etwas dabeihaben.

Es ist Sonntag, Sie haben keine Termine – wie verbringen Sie einen perfekten Tag?

Dann besuche ich am liebsten mit meiner Familie die vielen sportlichen und kulturellen Angebote unserer Stadt.

Axel von der Ohe (SPD) ist Stadtkämmerer und Erster Stadtrat und somit Stellvertreter des Oberbürgermeisters.

Warum möchten Sie Oberbürgermeister von Hannover werden und warum gerade jetzt?

Weil diese Stadt unter ihren Möglichkeiten bleibt. Zu viele Ankündigungen, zu wenig Ergebnisse. Zu viel Streit, zu wenig Umsetzung – das spüren die Menschen jeden Tag und das Vertrauen leidet. Ich will das ändern und Verantwortung übernehmen, damit Hannover wieder für alle funktioniert.

Was würden Sie als Erstes entscheiden, wenn Sie morgen im Amt wären?

Ich werde von Beginn an ein Oberbürgermeister für alle Menschen in der ganzen Stadt sein. Den Alltag wieder bezahlbarer zu machen, ist deshalb ein Anliegen, das ich sofort nach meiner Wahl anpacke. Kostenfreies Mittagessen in der Grundschule, bezahlbare Mieten, günstige Mobilität. Politik muss da anfangen, wo es aktuell jeden Tag mehr wehtut.

In welchen Bereichen ist Hannover schon ziemlich gut – wo kann die Stadt noch aufholen?

Hannover hat eine starke Basis: Wirtschaft, Wissenschaft, Handwerk, Kultur, Verbände und Vereine. Aber wer investieren will, kämpft oft gegen die Verwaltung, statt mit ihr – das müssen wir ändern. Gleichzeitig müssen wir den sozialen Zusammenhalt stärken: Chancen müssen fair verteilt sein, damit Herkunft nicht über Zukunft entscheidet.

Was wird Ihre mutigste Entscheidung als Bürgermeister sein – auch auf die Gefahr hin, unpopulär zu sein?

Ich werde den Mut haben, Dinge auch mal nicht zu machen oder zu stoppen, wenn sie nur für wenige funktionieren, aber für die meisten keinen Nutzen brin gen. Weniger Prestigeprojekte, dafür die wichtigen Aufgaben wie Schulsanierungen konsequent zu Ende bringen. Das ist notwendig, damit am Ende wieder verlässlich Ergebnisse entstehen.

Schauen wir in die Zukunft: Wie soll Hannover 2036 aussehen, wenn es nach Ihnen geht?

Wie die familienfreundlichste Stadt Deutschlands.

Eine Stadt, in der alle Kinder gute Chancen haben, Eltern entlastet werden und man sich das Leben leisten kann. In der kein Stadtteil abgehängt wird, auch Ältere gut leben können, weil der Alltag verlässlich funktioniert, und in der Zusammenhalt nicht nur ein Wort ist, sondern spürbar wird.

Was lieben Sie an Hannover besonders, was macht die Stadt für Sie aus?

Hannover lebt vom Miteinander – in den Vereinen, in den Stadtteilen, im Alltag. Ob Sport, Kultur oder Ehrenamt: Hier engagieren sich viele Menschen füreinander, und genau das hält die Stadt zusammen und verdient Unterstützung. Dieser Zusammenhalt und diese Bodenständigkeit machen Hannover für mich besonders und lebenswert.

Wo in Hannover spüren Sie die Zukunft der Stadt am stärksten?

Hannovers Zukunft spüre ich ganz besonders in der Vielfalt unserer Stadt. Ich bin sicher: Die Zukunft entscheidet sich in unseren Stadtteilen. Dort, wo Kinder in Kitas und Schulen aufwachsen und wo Menschen ihren Alltag gestalten, aber auch da, wo neue Ideen in Betrieben, im Handwerk und bei Gründungen entstehen. Wenn wir diese Orte stark machen, wächst Hannover als ganze Stadt zusammen und bleibt gleichzeitig innovativ und wirtschaftlich stark.

Was macht Hannover kulturell einzigartig?

Wir wissen nicht erst seit Niki, Kusama und Murakami, dass Hannover auch in der Kunst Champions League spielt. Das macht Hannover genauso einzigartig wie die Kultur, die hier gemacht wird. Viele Menschen bringen sich selbst in Chören, beim Poetry Slam, auf kleinen Bühnen oder bei Festivals in den Stadtteilen ein, und genau dieses Mitmachen prägt die Stadt.

Es ist Sonntag, Sie haben keine Termine – wie verbringen Sie einen perfekten Tag?

Nach dem Aufstehen eine Joggingrunde durch den Georgengarten mit meiner Frau. Dann einen Espresso, einen Stapel Zeitungen und zwei Stunden Ruhe. Nachmittags Zeit mit meinen Kindern und mit Freunden und zum Abschluss unser sonntägliches Familienritual: alle zusammen essen gehen.

Foto: Johannes Düselder

Peter Karst (CDU) ist Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover.

Warum möchten Sie Oberbürgermeister von Hannover werden und warum gerade jetzt?

Ich kandidiere, weil ich überzeugt bin, dass Hannover mehr kann, als es aktuell zeigt. Unsere Stadt hat enormes Potenzial – wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich. Aber viele Menschen haben das Gefühl, dass Dinge zu langsam vorangehen oder nicht konsequent genug angepackt werden. Gerade jetzt braucht es eine klare Führung, die zuhört, entscheidet und umsetzt. Ich möchte in herausfordernden Zeiten Verantwortung übernehmen und Hannover wieder nach vorne bringen.

Was würden Sie als Erstes entscheiden, wenn Sie morgen im Amt wären?

Entscheidungen treffen, um Mittel gezielt in Zukunftsthemen wie Bildung, Sicherheit und Infrastruktur zu investieren. Das kann unbequem sein, ist aber notwendig.

Schauen wir in die Zukunft: Wie soll Hannover 2036 aussehen, wenn es nach Ihnen geht?

Hannover soll eine moderne, wirtschaftsstarke und lebenswerte Stadt sein: mit einer lebendigen Innenstadt, sicheren Stadtteilen, innovativen Unternehmen und einer digitalen Verwaltung, die den Alltag erleichtert. Gleichzeitig soll Hannover grün bleiben – als Stadt mit hoher Lebensqualität für alle Generationen. Und vor allem: ein Hannover, in dem Menschen Verantwortung füreinander übernehmen und sich als Gemeinschaft verstehen.

Peter Karst

Ich würde sofort einen Maßnahmenplan zur Beschleunigung von Verwaltungsprozessen auf den Weg bringen – insbesondere bei Baugenehmigungen und Digitalisierung. Wer in Hannover investieren oder bauen will, darf nicht monatelang warten. Eine moderne Stadt braucht eine schnelle, effiziente Verwaltung. Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf, dass der Staat bei seinen Kernaufgaben nicht versagt. Andernfalls fördern wir Systemskepsis und stärken die radikalen Ränder.

In welchen Bereichen ist Hannover schon ziemlich gut – wo kann die Stadt noch aufholen?

Hannover ist stark im Bereich Messen, Wissenschaft und Grünflächen – das ist ein echtes Pfund. Gleichzeitig haben wir Nachholbedarf bei Digitalisierung, Sicherheit im öffentlichen Raum und der Attraktivität der Innenstadt. Gerade hier müssen wir deutlich mutiger werden. Bezahlbarer Wohnraum ist die zentrale soziale Frage unserer Zeit, weil Wohnen ein Grundbedürfnis ist, das über Lebensqualität, Teilhabe und soziale Stabilität entscheidet. Deshalb müssen wir in diesem Bereich dringend unsere Hausaufgaben machen und auch unliebsame Entscheidungen treffen.

Was wird Ihre mutigste Entscheidung als Bürgermeister sein – auch auf die Gefahr hin, unpopulär zu sein? Ich werde Prioritäten setzen – auch finanziell. Das bedeutet: Nicht jedes Projekt kann umgesetzt werden. Ich werde klare

Was lieben Sie an Hannover besonders, was macht die Stadt für Sie aus?

Ich schätze die Bodenständigkeit der Menschen hier. Hannover ist keine laute Stadt – aber eine verlässliche. Diese Mischung aus Gelassenheit, Vielfalt und Lebensqualität macht die Stadt besonders.

Wo in Hannover spüren Sie die Zukunft der Stadt am stärksten?

Die Zukunft spürt man überall dort, wo Wandel stattfindet – zum Beispiel in den Stadtteilen, die sich neu entwickeln, oder rund um Universitäten und innovative Unternehmen. Aber auch klassische Orte wie der Kröpcke müssen wieder stärker zu einem lebendigen und lebenswerten Mittelpunkt werden.

Was macht Hannover kulturell einzigartig?

Die Vielfalt. Hannover zeichnet sich durch eine breite, vielfältige Kulturlandschaft aus – von großen Institutionen bis hin zu vielen kleinen Initiativen. Besonders ist die Verbindung von Kultur, Ehrenamt und bürgerschaftlichem Engagement. Kultur entsteht hier nicht nur „von oben“, sondern wird von vielen Menschen aktiv getragen und gestaltet.

Es ist Sonntag, Sie haben keine Termine – wie verbringen Sie einen perfekten Tag?

Der perfekte Sonntag beginnt für mich ganz entspannt: eine Runde Sport, nach dem Gottesdienst ein leckeres Frühstück oder Brunch. Mittags durch die Eilenriede, um den Maschsee oder durch den grünen Ring. Abends gerne einen frühen Ausklang mit Familie und Freunden. Hannover bietet eine perfekte „Sonntagsmischung“ für mich. b

Foto: Sina Marie Körner

AnkeMayer(VorsitzendedesVereins),WolfgangRiedel(Architekt)undBärbelDütemeyer (ehemaligeVorsitzendedesVereins,v.l.n.r.)setzendensymbolischenerstenSpatenstich.

Festlicher Spatenstich an der MHH

In Hannover entsteht ein Rückzugsort für Familien krebskranker Kinder.

Der Verein für krebskranke Kinder Hannover e. krebsstation der Medizinischen Hochschule Hannover bereits seit 1984. Aus diesem langjährigen Engagement entstand die Idee, ein eigenes Elternhaus zu schaffen. Das Projekt wird vollständig durch Spenden ermöglicht und steht damit in besonderem Maße für Mitgefühl und Zusammenhalt.

Unter der Leitung von Anke Mayer, der ersten Vorsitzenden des Ver eins, und des Architekten Wolfgang Riedel nahm die Vision nach und nach Gestalt an. Am 20. März 2026 erfolgte schließlich der Spatenstich auf dem Gelände der MHH – ein Meilenstein für die Kinderonkologie in Hannover. Auf rund 2.600 Quadratmetern entsteht in den kommenden eineinhalb Jahren ein dreistöckiges Haus, das 20 Familien Platz bieten wird. Nur wenige Minuten vom Krankenhaus entfernt soll es ein sicherer Rückzugsort sein, der Entspannung, Austausch und gegenseitige Unterstützung ermöglicht. b

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Fotos:
Nele
Schubert
Text: Nele Schubert

WUNDERSCHÖNESHANNOVER: Sonnenuntergangüber demMaschsee

DerNachbauderRechenmaschineinderGottfriedWilhelmLeibnizBibliothekfunktioniertnochnichtperFernbedienung.

Historische Innovation aus Hannover

Ein revolutionärer Zahlencode

Wir reisen ins 17. Jahrhundert und ergründen, warum der Grundstein unserer digitalen Welt vor 350 Jahren in Hannover entdeckt wurde.

Text: Vanessa Erstmann

Ein Kreis, unterbrochen von einem senkrechten Strich – das sogenannte „Power“-Symbol ist in unserem Alltag allgegenwärtig. Ob auf der Fernbedienung oder am PC, das Zeichen versteht man auf der ganzen Welt. Aber was genau hat dieses Symbol mit Hannover und einem Gelehrten zu tun, nach dem ein Butterkeks mit 52 Zähnen benannt wurde?

Es war Gottfried Wilhelm Leibniz, der vor genau 350 Jahren nach Hannover kam, hier das binäre Zahlensystem entdeckte und damit die Basis unserer modernen Computertechnologie schuf. Das Revolutionäre an Leib-

niz‘ Entdeckung war, dass sich mit seinem dualen Zahlensystem alle Zahlen durch lediglich zwei Ziffern, Null und Eins, darstellen ließen. Leibniz sah in seiner Entdeckung einen göttlichen Sinn, wonach aus dem Nichts (der Null) mit dem Wort Gottes (der Eins) die ganze Welt entstanden sei. In der digitalen Welt geht es weniger um göttliche, sondern um elektrische Zustände, die sich aber auch mit dem Binärcode darstellen lassen: „Strom an“ und „Strom aus“ wird mit den Symbolen „0“ und „1“ übersetzt, die in Kombination das bekannte Power-Zeichen an unseren PCs ergeben.

Foto: Maja Henschel

Eine jahrhundertealte Rechenmaschine

Wer nachvollziehen möchte, wie der Universalgelehrte vor 350 Jahren rechnete, kann dessen Rechenmaschine in der niedersächsischen Landesbibliothek ausprobieren, wo der umfangreiche Nachlass von Leibniz liegt. Was auf den ersten Blick aussieht wie eine Drehorgel, entpuppt sich als mechanische Staffelwalzenmaschine, an der Leibniz über vier Jahrzehnte lang arbeitete.

Mit seiner Konstruktion war es erstmals möglich, per Maschine Zahlen zu addieren, zu subtrahieren, zu multiplizieren und zu dividieren. Die Rechenmaschine von Leibniz diente bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts als Vorbild und ist noch heute funktionstüchtig.

Der Ruf nach Hannover

Der 1646 geborene Leibniz erforschte unermüdlich die Welt, korrespondierte mit mehr als 1.000 Wissenschaftlern und Politikern seiner Zeit und reüssierte in den kulturellen Zentren Europas. Dem Ruf nach Hannover folgte Leibniz eher zögerlich: Mehrfach hatte sich Herzog Johann Friedrich von Braunschweig und Lüneburg darum bemüht, den Gelehrten als Berater und Bibliothekar an seinen Hof zu locken.

GottfriedWilhelm Leibnizverbrachte vierJahrzehntein Hannover.

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Foto: Maja Henschel

LeibnizhatteauchEinflussaufdieGestaltungderHerrenhäuserGärten, diewährendseinerZeitinHannoverangelegtwurden.

InseinemNeujahrsbriefandenHerzogvonWolfenbüttelerwähnte Leibniz1697erstmalsdieZahlenkolonnezumBinärsystem.

Im Dezember 1676 willigte Leibniz schließlich ein und entwickelte sich zu einem wichtigen politischen Berater der hannoverschen Herzöge und Kurfürsten. Vor allem in Kurfürstin Sophie fand er eine wertvolle Gesprächspartnerin, die er maßgeblich bei der Gestaltung der Herrenhäuser Gärten unterstützte. In Hannover sollte er schließlich auch seine letzten Lebensjahre verbringen und 1716 in der Neustädter Kirche beigesetzt werden.

Das Universalgenie wird zur (Stadt-)Marke Ein hannoverscher Keksproduzent namens Bahlsen war der Erste, der das Universalgenie als Marke entdeckte und 1891 den Leibniz-Keks auf den Markt brachte. Von der Stadt selbst wurde der Gelehrte erst um das Jahr 2000 herum als nutzbare Persönlichkeit für das eigene Stadtmarketing erkannt. Seit 2004 finden in der Neustädter Kirche jährlich Leibniz-Festtage statt. Kurz darauf folgte die Umbenennung der Landesbibliothek in Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek. Seit 2006 trägt auch die Leibniz Universität Hannover den Namen des Universalgenies und verweist im Logo auf jenes Zahlensystem, das bis heute die Grundlage unserer modernen Computertechnologie bildet. b

Unser Dank gilt dem Bildarchiv des Historischen Museums Hannover und der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek für die Unterstützung und Bereitstellung der historischen Abbildungen.

350 Jahre Leibniz

Im Jahr 2026 wird die Ankunft des Gelehrten in Hannover mit gleich mehreren Aktionen gefeiert: Stadtführungen und eine digitale Gartenrallye in Herrenhausen laden dazu ein, die 350 Jahre alten Ideen von Leibniz neu zu entdecken. Ab Herbst bietet die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek wieder die Möglichkeit, am Nachbau der Rechenmaschine von Leibniz knifflige Rechenaufgaben zu lösen.

DasbinäreZahlensystemimklugen Kopfeingraviert–dasLeibniz-DenkmalvonStefanSchwerdtfeger aufdemGeorgsplatz

Foto: Reinhard Gottschalk, Historisches Museum Hannover

Hannovers Saubermann

Warum Unternehmer Michele Hust nicht nur die Stadt sauber hält, sondern Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Text: Roksana Leonetti

Fotos: Roksana Leonetti
Michele Hust
MicheleHust:einer,deranpackt unddabeinieabhebt

Ich bin auf dem Boden geblieben.“ Michele Hust sagt das ruhig, fast nebenbei. Und doch ist es der Satz, der bleibt.

Denn wer ihm begegnet, merkt schnell: Hier steht keiner, der sich über Status definiert, sondern jemand, der weiß, wo er herkommt und genau daraus seine Stärke zieht.

Sein Weg beginnt nicht im Büro, sondern auf der Straße. Hust ist Kfz-Mechaniker, fährt Kehrmaschinen und kehrt selbst. Später baut er Strukturen auf, lernt das Geschäft von der Pike auf. Und dann kommt der Moment, in dem er alles auf eine Karte setzt: Gründung am Valentinstag 2017. Mit einem Besen, einem alten BMW und einem klaren Ziel. „Es geht nur noch nach vorne.“

Wachstum mit Haltung

Was nach Mut klingt, war vor allem eines: hart. Kaum Geld, viel Unsicherheit, ein Winter, der entscheiden sollte, ob es weitergeht. „Da hat man schon gedacht, dass man das nicht schafft.“ Und trotzdem macht er weiter. Zahlt seine Mitarbeiter. Oft mit dem letzten Cent.

Heute ist aus diesem Anfang ein Unternehmen geworden. Über 120 Fahrzeuge, hunderte Kunden, vierstellige Anfragen im Jahr. Doch das eigentlich Bemerkenswerte ist nicht die Zahl. Es ist die Haltung dahinter. Hust wächst, aber bewusst. Er sagt nein, wenn es zu viel wird. Lehnt Aufträge ab, obwohl sie Geld bringen würden. „Wir wollen unsere Kunden glücklich machen und gleichzeitig auf unsere Mitarbeiter achten.“

Ein Arbeitsplatz, der mehr sein soll Und genau hier beginnt das, was ihn besonders macht. Denn wer über sein Gelände geht, sieht mehr als einen Betrieb. Da steht eine Grillhütte. Eine Sauna. Ein Schwimmbecken.

„Wir wollen unsere Kunden glücklich machen und gleichzeitig auf unsere Mitarbeiter achten.“

Michele Hust, Geschäftsführung Saubermänner Hannover GmbH

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Laatzen-Rethen

Lübecker Straße 14+14a • 30880 Laatzen 05102 919090 • info@fischerbau.de

Bald ein Fitnessbereich. Mitarbeitende stehen zusammen, reden, lachen. Hust baut gerade einen Veranstaltungsraum. Plant sogar einen Rodelberg. Nicht, weil es nötig ist, sondern weil er will, dass Menschen gerne kommen. Arbeit ist für ihn kein Ort, den man erträgt, sondern einer, den man gestaltet.

Vielleicht ist es genau dieser Blick, der sich durch alles zieht. Wenn Hust durch Hannover fährt, sieht er nicht einfach Straßen. Er sieht Details: Wildkraut zwischen Bordsteinen, Müll, der liegen bleibt. Sauberkeit ist für ihn kein Job, sondern Antrieb und Leidenschaft.

Der Blick fürs Wesentliche Und gleichzeitig ein Blick auf Menschen. Auf diejenigen, die eine Chance brauchen. Die wieder arbeiten wollen. Die wieder Teil von etwas sein möchten. „Die Dankbarkeit bekomme ich jeden Tag zurück. Deswegen mache ich das auch.“ Ein Satz, der viel über ihn aussagt. Über jemanden, der nicht nur ein Unternehmen aufgebaut hat, sondern auch Verantwortung übernimmt. Für seine Leute, für seine Stadt, für das, was entsteht, wenn man Dinge richtig macht.

Und vielleicht ist es genau das, was bleibt, wenn man wieder geht: Dass hier jemand etwas aufgebaut hat, das über ein Unternehmen hinausgeht. Einen Ort, an dem Arbeit mehr ist als Leistung. Und an dem man spürt, dass es am Ende nicht nur um sauberere Straßen geht, sondern um ein gutes Miteinander. b

MehralseinBetrieb: dasSchwimmbeckenals TreffpunktfürdasTeam

UnterwegsfürHannover:MicheleHustzwischenEinsatzundAlltag

VomBesenzurMarke:dieSaubermännerHannoverGmbH

Unboxing Hannover –Wir sind die Zukunft

Studierende, Start-ups und internationale

Talente prägen Hannovers Zukunft schon heute. „Unboxing Hannover“ zeigt, was den Standort ausmacht.

Manchmal lohnt es sich, genauer hinzuschauen. In Hannover zeigt sich dabei eine Stadt, in der Innovation, Wissenschaft und Lebensqualität zusammengehen. Zwölf Hochschulen und 50.000 Studierende wirken wie ein sprudelnder Jungbrunnen. Genau hier setzt die Kampagne „Unboxing Hannover“ an: Sie packt aus, was diesen Standort auszeichnet, und zeigt Hannover als Stadt der Möglichkeiten für Menschen, die Zukunft gestalten wollen. Hannovers Zukunftsmacher sind längst da: Studierende, Gründerinnen und Gründer, junge Talente und internationale Fachkräfte. Sie finden hier ein Umfeld, in dem sie Ideen entwickeln und in die Realität umsetzen können.

Lowkey High-tech: Unsere Uni.

Die Leibniz Universität Hannover mit ihrem Hauptsitz im historischen Welfenschloss, die Hochschule Hannover mit

SelbstbewusstundmiteinemAugenzwinkern:Die neueImage-KampagnederStadtHannover

70 praxisnahen Studiengängen von Technik über Pflege bis Mode und die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) mit international führender Expertise zum Beispiel für Transplantationen machen die Stadt zu einem starken Wissenschaftsstandort. Weitere Forschungsinstitute, Technologieparks und Innovationszentren fördern den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. So entstehen neue Kooperationen und Perspektiven für die Fachkräfte von morgen.

Wir drängen uns nicht in den Mittelpunkt. Der sind wir schon.

Auch wirtschaftlich steht Hannover im Zentrum. Dank ihrer zentralen Lage in Europa ist die Region ein bedeutender Handels- und Logistikstandort. Internationale Unternehmen, starke mittelständische Betriebe und innovative Start-ups profitieren von kurzen Wegen, leistungsfähiger Infrastruktur und einem engen Netzwerk.

Doch Zukunft braucht auch Raum zum Leben. In Hannover liegen zwischen Campus und Unternehmen oft nur wenige Minuten – und genauso schnell ist man im Grünen, am Maschsee oder in der Eilenriede. Oder in einem der Szeneviertel für Shoppingtouren, Feinschmeckerlokale und Nightlife. Oder im hochkarätigen Kulturleben der niedersächsischen Landeshauptstadt mit seinen Leuchtturm-Events vom Feuerwerkswettbewerb bis zum Stadionkonzert.

„Unboxing Hannover“ bedeutet deshalb auch: sichtbar machen, was für viele hier längst selbstverständlich ist. Eine Stadt, die jungen Talenten Chancen bietet, ohne sich laut inszenieren zu müssen. Ein Standort, der Innovation ermöglicht und Lebensqualität schafft. So zieht sich Zukunft durch Hannover wie der Rote Faden. b

GroßbaustelleWaterlooplatz:1965begannhiermitdemerstenStahlträgerderBauvonHannoversU-Bahn.

Hannovers Waterloo-Station

Der erste Tunnel

Unter dem Waterlooplatz wird Stadtgeschichte lebendig: Die Station

Waterloo verbindet Tunnelkunst, Protestkultur und Verkehrswende.

Text: Maja Henschel

Versteckt unter Hannovers Waterlooplatz schlummert ein Ort voller Aufbruchsstimmung und Erinnerung. Die Waterloo-Station ist weit mehr als nur eine Haltestelle. Die Gänge und die Bilder in ihnen erzählen von einer bewegten Epoche des Umbruchs. Während man auf die Stadtbahn wartet, lassen sich auf illustrativen Tableaus Einblicke in die Stadtgeschichte entdecken.

Hannovers Stadtbahngeschichte begann hier: Die Waterloo-Station in der Calenberger Neustadt war der erste U-Tunnel der Stadt. Hier fiel 1965 der Startschuss für das große Bauprojekt. Im November wurde der erste Stahlträger gesetzt. Zehn Jahre später, 1975, fuhr der erste Stadtbahnzug durch den Tunnel. Damit bekamen die oberirdischen Straßenbahnen Zuwachs – der Verkehr verlagerte sich unter die Erde, und in der Innenstadt entstanden Fußgängerzonen.

Tunnelkunst und Roter-Punkt-Protest

Die Station war zunächst nüchtern mit Fliesen verkleidet. Erst im Frühjahr 2014 erhielt sie ihr heutiges künstlerisches Erscheinungsbild: Die Betonwände wurden farbig gestaltet. „Es sind Tableaus, die aussehen wie Kinderbücher“, erzählt Kunsthistorikerin Barbara Schlunk-Wöhler und zeigt auf die bunten Illustrationen. Sprechblasen und erläuternde Texte an den Säulen berichten von der Bau- und Stadtgeschichte. Die kreative Wandgestaltung lässt die Räume heller und großzügiger wirken.

Ein Höhepunkt der hannoverschen Stadtgeschichte war die legendäre Rote-Punkt-Aktion von 1969. Aus Protest gegen Fahrpreiserhöhungen blockierten Studierende die Straßenbahnschienen. Die ÜSTRA stellte daraufhin den Betrieb ein. Als Reaktion organisierten Bürgerinnen und Bürger eine Mitfahraktion: Sie kennzeichneten ihre Autos

AuchheuteimmernocheinungewöhnlicherStadtbahn-Halt–unterdemWaterlooplatzwurde Verkehrsgeschichtegeschrieben.

mit roten Punkten und boten kostenlose Fahrgemeinschaften an. Elf Tage lang kam der Straßenbahnverkehr zum Erliegen. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, doch die Solidarität in der Bevölkerung war groß.

Schließlich lenkte die Politik ein: Ein einheitlicher 50-Pfennig-Tarif wurde eingeführt. Die ÜSTRA ging in städtische Hand über, 1970 entstand der Verkehrsverbund Hannover. Die Rote-Punkt-Aktion gilt bis heute als Wendepunkt der hannoverschen Nahverkehrsgeschichte.

Stadtgeschichte erleben

„Die eigene Stadt bereisen, statt zu verreisen“, lautet das Motto von Stattreisen Hannover e. V. Seit über 35 Jahren haben es sich die Stadtführerinnen und Stadtführer zur Aufgabe gemacht, genau solche Geschichten zu erzählen. Unter diesem Leitgedanken bieten sie thematische Rundgänge zur Geschichte Hannovers an. Von Architekturspaziergängen bis zu besonderen Themen wie der U-Bahn-Geschichte. Termine und Informationen finden Interessierte auf der Website von Stattreisen Hannover. b

InderWaterloo-Station könnensichBesucher undFahrgästeüberdie GeschichtederU-Bahn unddieStadtgeschichte von Hannoverinformieren.

FÜR EIN STRAHLENDES LÄCHELN

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Foto: Nele
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Foto: Nele
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Vollelektrischer Lotus

Luxus unter Strom

Elektro-Power trifft Fußballprominenz: Mirko Slomka testet den Lotus Emeya 600 Sport SE.

BeeindruckendeDaten:LotusEmeya600SportSE, Stromverbrauchkombiniert:18,7-22,4kWh/100km, CO₂-Emissionenkombiniert0g/km.EffizienzklasseA

CockpitderZukunft:DerzentraleMonitor machtdenLotusEmeyazumrollenden Hightech-Labor.

Das Autohaus in Burgwedel ist fast so neu wie der Lotus, der an diesem strahlend sonnigen MärzTag davor parkt. Nur 50 Meter neben dem nicht mal zwei Jahre alten Cupra-Autohaus hat die Hackerott Autohausgruppe vor wenigen Monaten eine Verkaufsstätte mit Werkstattservice für die chinesische Boom-Marke Xpeng und die britische Sportwagenmarke Lotus gebaut.

Erster Eindruck mit Wow-Effekt

Langsam und staunend umrundet Mirko Slomka den vollelektrischen, Kaimu-grauen Lotus Emeya 600 Sport SE mit einer Leistung von 612 PS. „Was für ein Auto“, sagt der Fußball-Experte, der einst Hannover 96 unvergessliche Abende im Europapokal bescherte.

Fotos: Lorena Kirste

KeinAutofreak–undtrotzdembegeistert:MirkoSlomkaaufProbefahrt imLotusEmeya.

Der 58-jährige Slomka, inzwischen als TV-Experte gefragt und mit zwei Geschäftspartnern Inhaber eine Immobilienfirma, die Bürogebäude kauft und veredelt, ist nach Burgwedel gekommen, um sich in dieses bis zu Tempo 250 schnelle Geschoss zu setzen und eine Testfahrt zu machen. „Ich habe mich seit Tagen darauf gefreut“, sagt Slomka, der „eigentlich kein Autofreak“ sei, aber zugeben muss, „außer Opel bin ich jede Marke wohl schonmal gefahren.“ Von Fiat bis Ferrari, von Mercedes bis Porsche. „Auf Mallorca“, sagt Slomka, der dort eine Finca hat, „fahre ich einen Jeep Sahara, in Hannover einen süßen Smart Cabrio.“

EleganteHeckansicht vordemSchlosshotel FürstenhofinCelle

Obenwieuntenabgeflacht,perfektinderHand:dasSportlenkraddes LotusEmeya.

Hightech trifft Fahrspaß

Nun also der 146.000 Euro teure Lotus, der über 18 Assistenzsysteme verfügt, von einer Allradlenkung bis zur aktiven Aerodynamik. Um weiterhin so sportlich wie die kleine Elise zu sein, kommen die vollelektrischen Modelle alle serienmäßig mit adaptiver Luftfederung daher. Es ist 11.11 Uhr, als Slomka das Fahrzeug startet und ins oben wie unten ergonomisch abgeflachte Sportlenkrad greift. Fahrgeräusche sind nicht zu hören, als Mirko Slomka auf die Kokenhorststraße einbiegt und Gas gibt, aber sein Staunen ist hörbar: „Der ist extrem griffig, da machen schon die ersten Meter Spaß.“

Es geht ins rund 50 Kilometer entfernte Celle und dort zu einer Adresse, die als Hotel ähnlich nobel und exklusiv ist wie Lotus als Auto: das Schlosshotel Fürstenhof. Nach 25 Minuten ist das Zwischenziel erreicht, Slomka ist begeistert. „Der Emeya wirkt von außen kleiner als er innen ist, er ist wirklich geräumig, wir hätten mit der ganzen Familie bequem Platz.“ Mirko und Gunda Slomka, Sportwissenschaftlerin mit Doktortitel, haben zwei Kinder.

Ein Auto, das begeistert

Vorsichtig streicht Mirko Slomka über die Flächen an der Türverkleidung, lobt das „edle Material“ und die übersichtliche Front mit großem Monitor und enthüllt versteckte Tricks: „Wenn du hier auf Sport-Modus gehst, umschließt der Sitz deinen Körper.“

„Ein Traumauto“, sagt Slomka zu Fürstenhof-Direktor Alexander Musy, der vor das Haus gekommen ist, das schon Königin Silvia von Schweden beherbergte. Musy antwortet: „Der kann hier gerne als Blickfang stehen bleiben.“

Slomka lacht nur und steigt wieder ein. Lange Standzeiten wird dieses Schmuckstück nicht haben, weiß LotusBrand-Manager Paul Matschulat: „Seit wir Lotus im Portfolio haben, gibt es mit uns endlich einen festen Händler für Norddeutschland im Vertrieb sowie Service.“ b

Ideen, die Zukunft machen

Ausgezeichnet: Die Gewinner des Wettbewerbs Startup-Impuls

Text: Frauke Hansen

DieGewinnerzeigen,dassinHannovervieleguteIdeenentstehen.

Unternehmerisches Potenzial, Mut und innovative Ideen: Beim Startup-Impuls-Wettbewerb von hannoverimpuls und der Sparkasse werden jedes Jahr Gründer aus Hannover und der Region ausgezeichnet. 2026 konnten diese Geschäftskonzepte überzeugen und wurden mit einem Preisgeld im Gesamtwert von über 100.000 Euro ausgezeichnet:

„hottest innovation“: LIGARO LIGARO entwickelt Klebstoffe auf Basis natürlicher Proteine – frei von Schadstoffen wie Formaldehyd und ohne fossile Rohstoffe.

„next Mittelstand“: BlattWerk BlattWerk gibt ausrangierten Windkraftrotorblättern ein zweites Leben – als langlebige Designmöbel. Statt verbrannt zu werden, werden die Hightech-Werkstoffe zu Unikaten mit unverwechselbarer Oberfläche und Charakter.

Die patentierte Technologie erreicht dabei eine Wasserbeständigkeit, die mit konventionellen Systemen mithalten kann.

„future health“: Phonomatics Phonomatics analysiert die Sprachentwicklung von Kindern per App: Eine kurze Alltagsaufnahme – etwa beim Bilderbuchanschauen in der Kita – wird automatisch transkribiert und von KI auf Aussprache, Wortschatz und Grammatik untersucht. Fachkräfte prüfen die Ergebnisse und erhalten daraus individuelle Förder- und Therapieempfehlungen.

HMTG-Sonderpreis Marketing: OceanOfFits GmbH OceanOfFits ist ein Abo-Service für Streetwear: Mitglieder wählen Kleidung aus einer kuratierten Kollektion, tragen sie, solange sie möchten, und schicken sie einfach zurück – gereinigt und aufgearbeitet geht das nächste Paket bereits auf den Weg. Lieblingsstücke können zu Rabattpreisen behalten werden. b

„highest impact“: SmaWo SmaWo bringt Photovoltaik in Mehrfamilienhäuser: Das Unternehmen übernimmt Planung, rechtliche Absicherung und Abrechnung –Eigentümer profitieren von Rendite, Mieter von günstigerem Strom direkt vom eigenen Dach.

Talente fördern, Zukunft sichern

Prof. Dr. Volker Epping, Präsident der Leibniz Universität Hannover, über Bildung, Stipendien und den Blick in die Zukunft

Interview: Frauke Hansen Interview

Herr Prof. Dr. Epping, der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig. Wie stark spüren Sie ihn auch an der Leibniz Universität Hannover?

Der Fachkräftemangel hat tatsächlich eine neue Dimension erreicht – und das merken wir sehr deutlich. Wir haben auf der einen Seite sinkende Studierendenzahlen, bedingt durch den demografischen Wandel. Diese Delle in der Kurve wird uns noch einige Jahre begleiten. Gleichzeitig gehen die Babyboomer-Generationen in den Ruhestand. Das bedeutet: Wir bilden weniger Menschen aus, brauchen aber deutlich mehr Fachkräfte – an der Universität selbst, aber auch gesamtgesellschaftlich. Das verschärft die Situation enorm.

Wie reagieren Sie darauf?

Ein zentraler Hebel ist für uns die Internationalisierung. Wir werden den Bedarf an qualifizierten Fachkräften mit den hier ausgebildeten Studierenden schlicht nicht decken können. Deshalb gehen wir gezielt ins Ausland, sprechen potenzielle Studierende an und versuchen, sie nicht nur für ein Studium hier zu gewinnen, sondern auch langfristig für den Standort Deutschland zu halten.

Was braucht es, damit internationale Studierende bleiben?

Integration. Und die beginnt bei uns schon im Studium. Wir bieten zunehmend englischsprachige Studiengänge an, aber gleichzeitig gehört immer auch ein verpflichtendes Deutschmodul dazu. Denn wer hier lebt, möchte sich verständigen können – im Supermarkt, im Alltag, im sozialen Umfeld. Unser Ziel ist es, dass internationale Studierende nicht nur akademisch, sondern auch gesellschaftlich ankommen. Foto:

Welche Rolle spielt die frühe Förderung junger Menschen?

Eine entscheidende. Unser Anspruch ist es, jungen Menschen das wissenschaftliche Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem sie die Herausforderungen der Zukunft bewältigen können. Dazu gehört nicht nur Fachwissen, sondern auch ein Wertefundament und soziale Kompetenzen. Wir erleben, dass Dialogfähigkeit und Kompromissbereitschaft in der Gesellschaft abnehmen – genau hier setzen wir an.

Wie sieht das konkret aus?

Wir bieten eine Vielzahl von Unterstützungsangeboten: Brückenkurse, insbesondere in Mathematik, Förderprogramme, Sprachkurse und Soft-Skill-Trainings. Viele Studierende starten ohne die notwendigen fachlichen Grundlagen ins Studium – das holen wir gemeinsam auf. Gleichzeitig bereiten wir sie gezielt auf den Arbeitsmarkt vor. Auch mit Soft-Skill-Trainings , welche die persönlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen schulen, die für den beruflichen Erfolg entscheidend sind.

Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit mit Unternehmen?

Eine sehr große. Wir bringen Studierende früh mit potenziellen Arbeitgebern zusammen – über Karrieremessen, Kooperationen oder Veranstaltungen in den Fakultäten. Auch Programme wie das Deutschlandstipendium sind hier wichtig.

Wird dieses Potenzial ausreichend genutzt?

Nein, noch nicht. Gerade das Deutschlandstipendium ist ein hervorragendes Instrument, um frühzeitig Kontakte zu knüpfen. Mit relativ geringem finanziellen Aufwand können Unternehmen talentierte Studierende fördern und langfristig binden. Viele Unternehmen aus Hannover machen schon mit, aber da ist definitiv noch Luft nach oben.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen bei den Studienfächern?

Ganz klar im MINT-Bereich, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Dort haben wir zu wenig Studierende, obwohl genau diese Fächer entscheidend für unsere wirtschaftliche Zukunft sind. Das Problem beginnt oft schon in der Schule, wo das Interesse an Mathematik und Naturwissenschaften nicht ausreichend gefördert wird.

Frauen sind im MINT-Bereich noch immer in der Minderheit.

Ja, hier besteht Nachholbedarf. Obwohl viele der besten Schulabschlüsse von Frauen kommen, sind sie in technischen Studiengängen unterrepräsentiert. Wir versuchen gegenzusteuern, etwa durch neue Studienangebote wie nachhaltiges Ingenieurwesen, die breiter ansprechen.

DieLeibnizUniversitätHannoversitztimWelfenschlossundisteinederneunführendentechnischenUniversitäteninDeutschland.
Foto: HMTG

Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die vor dem Eintritt in die Arbeitswelt stehen?

Sich ehrlich mit den eigenen Interessen auseinanderzusetzen. Ein Studium ist nicht automatisch der richtige Weg für jeden. Es gibt viele andere berufliche Möglichkeiten, die genauso erfüllend sein können. Wichtig ist, den eigenen Weg zu finden.

Und für diejenigen, die studieren?

Man sollte die Studienwahl regelmäßig reflektieren. Passt das wirklich zu mir? Ein Studium erfordert Durchhaltevermögen – aber es sollte auch zu den eigenen Neigungen passen. Lebenswege sind selten geradlinig. Sie entwickeln sich.

Wie blicken Sie in die Zukunft?

Grundsätzlich optimistisch. Die junge Generation hat den Willen, Dinge zu verändern und Verantwortung zu übernehmen. Das erlebe ich hier täglich. Sorgen bereitet mir

allerdings die weltpolitische Lage. Demokratische Werte geraten zunehmend unter Druck – und das ist eine Entwicklung, die wir sehr ernst nehmen müssen.

Welche Rolle spielen Universitäten dabei?

Eine zentrale. Wir vermitteln nicht nur Wissen, sondern auch Werte. Wenn wir es schaffen, junge Menschen für die Bedeutung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu sensibilisieren, leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Zukunft.

Zum Schluss eine persönliche Frage: Was ist Ihr Lieblingsort an der Universität?

Das ist der Welfengarten hinter dem Welfenschloss. Er ist vielleicht nicht ganz so bekannt wie die Herrenhäuser Gärten, aber für mich ein echtes Kleinod. Mitten im Universitätsalltag bietet er Ruhe, Atmosphäre und Begegnung – ein Ort, der zeigt, wie lebendig diese Stadt ist. Und die Studierenden lieben ihn auch! b

DerWelfengartenhinterdem Welfenschlossisteinerder LieblingsortevonProf.Dr.Volker Epping.

Deutschlandstipendium –Talente fördern

Das Deutschlandstipendium unterstützt Studierende mit 300 Euro monatlich, davon 150 Euro vom Staat, 150 Euro von privaten Förderern oder Unternehmen. Ziel ist es, begabte und engagierte Studierende frühzeitig zu fördern und in Kontakt mit den Fördernden zu bringen. Neben finanzieller Entlastung bietet das Stipendium Netzwerkmöglichkeiten, Praxis-Kontakte und eine Plattform für persönliches Wachstum.

Boutique-Flair

für komplexe Fälle

In den neu gestalteten Räumen von BRANDI Rechtsanwälte verschwimmen die Grenzen zwischen Kanzlei und Boutiquehotel –dank des Designs aus der Hand von Anand Steinhoff.

Text: Frauke Hansen Beratung neu gedacht

Dr.SvenHasenstab(l.)und AnandSteinhoffindenneugestaltetenRäumenvonBRANDI RechtsanwälteinHannover

HellgestalteteSofaeckenladenzumVerweilenundzuentspannten Gesprächenein.

DieKonferenzräumederKanzleisindperfekteOrtefür schwierigeGespräche.

Wer die Räume der Kanzlei BRANDI Rechtsanwälte in der Adenauerallee in Hannovers Zooviertel betritt, hält für einen Moment inne. Nicht, weil er sich orientieren muss –sondern weil sich etwas ungewohnt vertraut anfühlt. Es ist diese leise, aber willkommene Irritation: Bin ich hier richtig? Oder gerade in der Lobby eines Boutiquehotels gelandet? Warm, ruhig und geborgen wirkt der Eingangsbereich der Kanzlei.

Dergeschwungene Empfangsbereichlässt denBlickfließen.

Genau dieses Gefühl war gewollt. Anand Steinhoff hat die neuen Kanzleiräume nicht als klassischen Arbeitsort gedacht, sondern als Erlebnis. Als einen Ort, der empfängt, statt abzuschrecken. Der Nähe schafft, wo sonst Distanz herrschen könnte.

Ruhig, offen und präsent Der Weg dorthin begann lange vor dem ersten Möbelstück. Steinhoff hörte zu, fragte nach, tastete sich an das he-

Fotos: Henning Scheffen

ran, was die neuen Räume leisten sollen. Funktion ist das eine. Atmosphäre das andere. Erst wenn beides zusammenkommt, entsteht das, was er sucht: ein Gefühl.

Und genau das entfaltet sich hier. Helle Materialien, viel Holz, weiche Texturen, warmes Licht. Nichts ist laut, nichts drängt sich auf – und doch ist alles präsent. Der große Eingangsbereich wirkt nicht wie ein Empfang, sondern wie eine Lounge. Statt steifer Stühle gruppieren sich Sitzbereiche, die zum Verweilen einladen. Gespräche finden nicht nur in geschlossenen Räumen statt, sondern ganz selbstverständlich auch im Offenen, auf Sofas, in Nischen, fast beiläufig. „Wir wollten eine ganz besondere Atmosphäre – nicht zu wohnzimmerhaft, aber zum Wohlfühlen“, fasst Dr. Sven Hasenstab von BRANDI Rechtsanwälte das Konzept zusammen.

Ein Besprechungsraum für bis zu 80 Menschen, eine Mitarbeiter-Lounge, die auch als After-Work-Location funktioniert, und ein Außenbereich zum Entspannen: Das Boutiquehotel-Gefühl zieht sich durch die komplette Kanzlei, deren Räume Ende 2025 bezogen wurden.

WarensichinihrerVisionfürdieRäume vonBRANDIRechtsanwälteeinig:Anand Steinhoff(l.)undDr.SvenHasenstab

PerfektesSpielmitdemSonnenlicht: AccessoireshatAnandSteinhoffhierganz bewusstplatziert.

DieKanzleiinderAdenaueralleeim ZooviertelinHannover

Accessoires, Licht und Kunst

Anand Steinhoffs Designvisionen basieren auf drei Elementen: gezielt eingesetzte Accessoires, Licht-Installationen und dazu passende Kunst. Auch bei BRANDI greifen sie ineinander. Jeder Besprechungsraum hat seine eigene Handschrift, seine eigene Stimmung. Die Kunst – alle Werke stammen aus dem Privatbesitz der Anwälte – ist nicht Dekoration, sondern Teil des Ganzen. Das Licht der Bocchi-Leuchten lenkt, zoniert, schafft Tiefe. Und die Accessoires aus der Anand Steinhoff Kollektion setzen ausgewählte Akzente.

Es ist ein Konzept, das sich bewusst gegen die gewohnte Ästhetik von Kanzleien stellt. Keine kühle Sachlichkeit, kein

nüchternes Funktionieren. Stattdessen eine Umgebung, die sagt: Du darfst dich hier wohlfühlen. Leichtigkeit wird zugelassen, Raum für Gespräche geöffnet. So entfaltet sich ein Gefühl, das man sonst eher aus kleinen, sorgfältig gestalteten Hotels kennt.

Die Kanzlei reiht sich damit in eine Serie von Steinhoff-Projekten ein, die zeigen, wie sehr sich Arbeitswelten verändern. Büros werden zu Orten der Begegnung, der Identität, der neuen Art der Beratung. Und im Fall von BRANDI Rechtsanwälte eben auch zu einem Ort, an dem man kurz vergisst, warum man eigentlich gekommen ist. b

KunstisteinwichtigesDesignelementim Steinhoff-Konzept:BeiBRANDIstammt dieseausdemPrivatbesitzderAnwälte.

DerAufenthalts-undVeranstaltungsraum machtGesprächeundEntspannung einfach.

Zwischen Wellen und Werkbank

Vom Surftraum zur internationalen Manufaktur: Richard Helmrich führt in Portugal den Standort der Familientischlerei in Isernhagen.

Text: Frauke Hansen
Richard Helmrich

DieArbeitsplattedieserinPortugalverbautenKücheninselstammtauseinem FachwerkhausinDeutschlandundbestehtauseiner200JahrealtenEiche.

Wenn Richard Helmrich von seinem Weg in den Süden erzählt, beginnt alles mit einer Sehnsucht – nach Sonne, Strand und atemberaubenden Wellen. Der Traum vom Surfen zieht den Isernhägener vor vier Jahren nach Ericeira in Portugal. Ein Designstudium soll die Ausbildung ergänzen und abschließen. Das ist nach neun Monaten beendet und schnell wird klar: Richard Helmrich will bleiben. Er arbeitet als Interior Designer, sammelt Erfahrungen – und erkennt das Potenzial eines Landes im Aufbruch.

Heute leitet er den Portugal-Standort der Familientischlerei Helmrich. Zwischen wildem Atlantik und inspirierender Aufbruchsstimmung hat er mit Helmrich Interiors eine lokale Design-Stätte geschaffen, die mehr ist als ein klassischer Handwerksbetrieb. „Viele internationale Bauherren, Architekten und Designer investieren hier in hochwertige Projekte. Hier fehlt aber oft genau das, was wir aus Deutschland kennen: Verlässlichkeit, Präzision, Struktur“, sagt er. Eine Lücke, die Richard Helmrich füllt.

Designprozesse neu gedacht

Während in Isernhagen über Jahrzehnte gewachsene und bewährte Abläufe greifen, ist Portugal dynamischer, manchmal auch unberechenbarer. Richard Helmrich ist hier nicht nur Tischlermeister, sondern Projektmanager, Schnittstelle,

Elegant,mediterranundmaßgefertigt:RichardHelmrichsetztauf Präzision.

Fotos: Helmrich‘s Interior Design

HandwerkinBewegung:MaßgefertigteTreppen verbindenPräzisionausDeutschlandmit portugiesischerLeichtigkeit.

Problemlöser. Einer, der zwischen internationalen Architekten, Bauherren und lokalen Gegebenheiten vermittelt. „Man muss vieles neu denken – und gleichzeitig den eigenen Anspruch halten.“

Dieser Anspruch speist sich aus seiner Ausbildung: Tischlermeister, Betriebswirt, Handwerksmanager. Vor allem aber aus Erfahrung. Denn begonnen hat alles als OneMan-Show – mit Reparaturen vor Ort, Schritt für Schritt hin zu größeren Projekten. „Machen“, sagt er rückblickend. „Das hat mir das meiste beigebracht.“

In Portugal designt, in Deutschland gefertigt

Seine Projekte tragen heute die Handschrift beider Welten. Große, komplexe Arbeiten entstehen weiterhin in Isernhagen – dort, wo Maschinen, Prozesse und Präzision auf höchstem Niveau greifen. In Portugal erfolgen Planung, Design und Umsetzung vor Ort. Es ist ein Zusammenspiel, das funktioniert: Industrielle Präzision und handwerkliche

RäumemitGefühl:klare Linien,warmeMaterialienundeinDesign,das FunktionundAtmosphäre vereint

ZwischenTraditionundModerne:eineKücheaus edlenMaterialien–geplantinPortugal,gefertigt mitdeutscherPräzision.

Detailarbeit aus Deutschland werden mit der Flexibilität und Nähe zum Projekt vor Ort in Portugal kombiniert.

Diese Kombination zeigt sich im Detail: Küchen aus jahrhundertealter Eiche, verarbeitet mit traditionellen Verbindungen, kombiniert mit moderner CNC-Technik. Räume, die nicht nur funktionieren, sondern ein Lebensgefühl transportieren. Denn Portugal verändert auch den Blick auf Gestaltung. „Hier wird emotionaler geplant, freier, oft mutiger“, sagt der Tischlermeister. Farbe statt Weiß, Leichtigkeit statt Strenge – aber immer mit Blick auf Funktion und Beständigkeit. Gerade die Nähe zum Meer fordert neue Lösungen.

Richard Helmrich denkt längst weiter. Der Standort in Portugal soll wachsen, Strukturen entstehen, eine größere Werkstatt und ein Showroom. Gleichzeitig rückt auch Isernhagen wieder stärker in seinen Fokus. Der Generationenwechsel steht an, neue Ideen warten. „Wir haben einiges vor“, sagt er und lacht. b

Mehr Eindrücke auf Instagram: @helmrich.interiordesign

Neue Adresse, bewährte Beratung.

DieNähezumMeerist beidiesem Badezimmer dankderBlautönegut erkennbar.

Stadtentwicklung

Zurück in die Zukunft

Oliver Blume will parallel gleich zwei

Problem-Immobilien in Hannovers Innenstadt zu echten Hinguckern machen.

Text: Stefanie Nickel

Er war die Zukunft: Der Fernsehturm hinter Hannovers Hauptbahnhof wurde Ende der 1950er-Jahre gebaut, um hannoversche Haushalte mit Radio und Fernsehen zu versorgen. Der Koloss aus Beton, in der Stadt liebevoll Telemoritz genannt, war Zeichen von Größe, Aufbruch, Möglichkeiten. Oliver Blume hat den Turm schon als Kind bewundert. „Der Telemoritz hat für mich auch einen emotionalen Wert, er ist ein Wahrzeichen der Stadt“, sagt er. Doch seit gut 30 Jahren steht der Turm nur noch herum, seit dem Bau des neuen Fernsehturms war der Telemoritz lange nur noch Werbetafel mit seinem

OliverBlume,GeschäftsführerderTheBoxProjektentwicklungsgesellschaftmbHundStadt-Visionär

riesigen VW-Logo. Dann fiel ein großer Betonstein auf den Boden. Und die Stadt stand vor ihrem mittlerweile denkmalgeschützten Turm und fragte: Und nun?

Oliver Blume liebt solche Fragen. Wie kann man es anders machen? Mit Antworten auf Fragen wie diese hat der Hannoveraner schon so manchen geschäftlichen Erfolg erzielt. „Ich bin ein disruptiver Unternehmer“, sagt er. Das zeigte er Anfang der 2000er-Jahre: Da erkannte er die Umbrüche in der bis dahin stark traditionell geprägten Apothekenbranche und setzte dem System die Discounterapotheke mit Franchiseelementen entgegen. Die Easy-Apotheken waren geboren. Auch seine Box-Hotels in Hannover und Göttingen waren umstritten, denn es gibt in den Zimmern mit zwei Einzelbetten auf vier Quadratmetern keine Fenster, dafür ist die Übernachtung günstig und unkompliziert. Nun will der 60-Jährige etwas umbauen, was noch eine Nummer größer ist: Hannovers Innenstadt.

Visionen für die Innenstadt

Aus Schandflecken Ikonen machen – das ist das, was Oliver Blume mit Blick auf die herausfordernden Immobilien vor-

„TheBox“:Sosolldasehemalige Galeria-Karstadt-Gebäudemal aussehen.

Foto: The Box
Group

schwebt, die er zuletzt erworben hat. 2024 wurde er Besitzer des ehemaligen Fernsehturms, 2025 kaufte er das Gebäude der ehemaligen Galeria-Kaufhof-Filiale an der Marktkirche in der hannoverschen Altstadt. „Ich schaue mir solche Immobilien an und sehe Möglichkeiten“, sagt er. Möglichkeiten sieht er nicht nur in Immobilien. Seine Unternehmungen reichen von Niemand Gin, wo er Geschäftsführer ist, bis zum internationalen Quantencomputer-Projekt in Hamburg, in das er involviert ist. Sein Ziel für seine Heimatstadt Hannover: mehr Leben in die Innenstadt bringen. „Es soll bunter, vielfältiger und aufregender werden“, sagt er. Blume fordert: Hannover sollte wieder größer denken, schauen, wie andere Städte mit einzelnen, herausstehenden Immobilien ihre Attraktivität erhöht haben – und damit Nachahmern Mut machen.

Gerade hat das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron den Wettbewerb um die Gestaltung der ehemaligen Kaufhausimmobilie gewonnen. Hoch aufragende, rot geklinkerte Streben fassen das Gebäude ein, kombiniert mit viel Glas verleiht das dem etwas gestaucht wirkenden Gebäude neue Leichtigkeit. Das renommierte Büro hat die Elbphilharmonie in Hamburg gestaltet. Oliver Blume ist sich sicher: „Das wird spektakulär.“ In die mittleren Etagen des

rund 48.000 Quadratmeter umfassenden Gebäudes sollen rund 4.000 Berufsschüler einziehen. Sie erhalten eine große offene, sich über zwei Etagen erstreckende Aula. Die Miete zahlt die Region Hannover. Ins Erdgeschoss kommen Handel und Gastronomie, in die oberen Etagen Wohnungen – vom Einraumapartment für Studierende bis hin zur großzügig gestalteten Mansardenwohnung.

Ein Turm wird neu gedacht

Und der Telemoritz? Aus dem ehemaligen Fernsehturm könnte ein Leuchtturm-Projekt werden: Der Turm soll eine Ummantelung mit 150 Mini-Apartments bekommen. Blume will Dachgärten anlegen lassen, Kultur- und Eventflächen aufbauen – und so Wohnraum und Kultur miteinander verbinden. Wenn die Baugenehmigung vorliegt, könnte es ganz schnell gehen. Die Bauzeit soll etwa neun Monate betragen. Baustart könnte 2027 oder 2028 sein.

Oliver Blumes Ideen enden nicht beim ehemaligen Kaufhof oder dem Fernsehturm. Zuletzt brachte er die Idee ein, das Ihmezentrum zu einer Hochschule für Künstliche Intelligenz umzubauen: „Es reizt mich, einer Immobilie, die eigentlich nicht mehr gebraucht wird, eine neue Identität zu geben.“ b

LOTUS – JETZT NEU BEI HACKEROTT.

Lotus Emeya 600 GT SE: Stromverbrauch kombiniert: 18,7 kWh/100 km, CO₂-Emissionen kombiniert 0 g/km. Effizienzklasse A.

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Prof. Dr. Lachmann zeigteinGefäß,indem humane Immunzellen entstehen.

Moderne Forschung

Von Hannover ins All

Makrophagen, Medizin und Mission Mars: Wie Prof. Dr. Nico Lachmann an der MHH Forschung in konkrete Anwendungen übersetzt.

Text: Frauke Hansen

Seine Karriere begann mit einem Schulpraktikum – und endet, zumindest vorläufig, in der internationalen Spitzenforschung: Prof. Dr. Nico Lachmann steht heute an der Medizinischen Hochschule Hannover im Labor und arbeitet an Zellen, die das Potenzial haben, Medizin grundlegend zu verändern. Sein Weg dorthin: kein gerader, sondern einer mit bewussten Umwegen.

Aufgewachsen in Mecklenburg-Vorpommern, entschied er sich nach dem Realschulabschluss zunächst gegen das Abitur, für die Praxis, für eine Ausbildung zum biologisch-technischen Assistenten. Ein Schritt, der sich als richtungsweisend erwies. „Da habe ich gemerkt, dass mich Naturwissenschaften nicht nur interessieren, sondern wirklich faszinieren“, sagt Lachmann. Es war die Neugier auf das Verstehen, auf das Entdecken – und schließlich der Wunsch, eigene Fragen zu stellen.

Foto: Marco Oliveira

Er holte das Abitur nach, ging nach Hannover, blieb. Auch nach Stationen in den USA zog es ihn immer wieder zurück an die MHH. Weil hier Forschung und Klinik ineinandergreifen – und Ideen nicht Theorie bleiben müssen.

Forschung an „Fresszellen“

Im Zentrum seiner Arbeit stehen Makrophagen. Zellen, die lange als bloße „Fresszellen“ galten, als stille Aufräumer des Immunsystems. Lachmann lächelt über diese Vereinfachung. Denn Makrophagen können weit mehr: Sie steuern Entzündungen, dirigieren die Kommunikation zwischen Zellen, entscheiden mit darüber, wie Gewebe heilt. Kurz: Sie sind Taktgeber im Körper. „Genau diese Vielseitigkeit fasziniert mich“, sagt er.

Was nach Grundlagenforschung klingt, hat konkrete Konsequenzen. Lachmann denkt seine Arbeit immer in Richtung Anwendung. Makrophagen könnten künftig selbst zu Therapien werden – oder als Zielstruktur für Medikamente dienen. Gleichzeitig arbeitet sein Team daran, diese Zellen in gleichbleibender Qualität und großer Menge herzustellen. Eine stille, aber entscheidende Voraussetzung dafür, dass aus Ideen tatsächlich Behandlungen werden.

Forschung ist ein Prozess

Der Moment des Durchbruchs? Den gibt es so nicht. Forschung, sagt Lachmann, sei ein Prozess. Ein langsames Annähern, ein stetiges Verschieben von Grenzen. Und doch gibt es diese Augenblicke, in denen klar wird: Es funktioniert. Wenn aus einer Beobachtung ein Ansatz wird – und aus einem Ansatz eine Perspektive.

Manchmal entstehen daraus ganz neue Wege. Etwa, wenn Makrophagen plötzlich nicht mehr nur als therapeutisches Werkzeug gedacht werden, sondern als Sensoren. Sie reagieren sensibel auf Verunreinigungen in Medikamenten –und könnten so helfen, Tierversuche zu ersetzen. Standardi-

Prof.Dr.LachmannmiteinerFlascheNatriumchlorid-Infusionslösung.Er willdieSicherheitvonMedikamentenrevolutionieren,diedurcheineInjektionparenteralverabreichtwerden.

ImLaborvonProf.Dr.Lachmann(l.):SamuelSunghälteineSchalemitGel inderHand.Erzeigt,wieerFresszellenhinzufügt,diebeiderWundheilung helfensollen.

sierte menschliche Zellen statt variabler Tests: ein Ansatz, der Sicherheit neu definiert.

Ein „Superpflaster“ für Astronauten

Und dann ist da noch diese Idee, die fast futuristisch klingt: ein „Superpflaster“. Entwickelt gemeinsam mit dem FraunhoferInstitut für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM und dem Fraunhofer Institut für Silicatforschung ISC, gedacht für den Einsatz im All. Ein Material, das nicht nur schützt, sondern aktiv heilt – indem es die Funktionen von Makrophagen nutzt, Entzündungen steuert, Regeneration anstößt. Was für Astronauten gedacht ist, könnte eines Tages auch Patienten auf der Erde helfen.

Für seine Arbeit wurde Lachmann mehrfach von der Europäischen Union ausgezeichnet, eine weitere Förderung steht bereits in Aussicht. Doch so sehr ihn diese Anerkennung freut – mindestens ebenso wichtig ist ihm der Blick nach vorn. Und der Blick zurück. Denn er weiß, wie entscheidend frühe Impulse sein können.

Den Nachwuchs im Blick

Mit Formaten wie „Stem Cells go Back2School“ bringt er Forschung zurück ins Klassenzimmer, macht Wissenschaft greifbar, öffnet Labortüren für Schülerinnen und Schüler . Vielleicht steht irgendwo unter ihnen schon die nächste Generation.

Und Hannover? Ist längst mehr als nur ein Arbeitsort. Was einst nicht erste Wahl war, ist heute bewusst gewählt. Eine Stadt, die Raum lässt – für Ideen, für Familie, für beides zugleich. b

Auf nobilis.de finden Sie ein ausführliches Interview mit Prof. Dr. Nico Lachmann

Foto: Karin Kaiser/MHH

artothek Hannover

Kunst auf Zeit

Echte Kunst im Wohnzimmer, für 60 Euro im Jahr: Die artothek

Hannover verleiht Originale – und kaum einer kennt sie.

Text: Frauke Hansen

Ein bisschen versteckt, im Untergeschoss der Städtischen Galerie KUBUS am Theodor-Lessing-Platz, verbirgt sich eine ganz besondere Galerie: die artothek Hannover. Wer den Weg über eine strahlend weiße Treppe nach unten findet, entdeckt hier rund 520 Originalwerke von etwa 60 bis 70 Künstlerinnen und Künstlern aus der Region. Und das Beste: Man darf sie einfach mitnehmen.

Anke Pauli hat die artothek Hannover e. V. gegründet – aus persönlicher Frustration. „Ich habe in Bonn studiert und in Köln gearbeitet. In beiden Städten gibt es artotheken, sie sind ganz normale kulturelle Bestandteile der Stadt. Als ich dann nach Hannover gezogen bin, habe ich eine artothek sehr vermisst.“ Der Gedanke ließ sie nicht los. Wenige Jahre später gründete sie den Verein, zunächst nebenberuflich, mit sieben Mitstreitern – heute ist sie hauptberuflich Geschäftsführerin, mit institutioneller Förderung durch das städtische Kulturbüro.

Das Prinzip: aussuchen, ausleihen, kaufen Das Prinzip der artothek ist so einfach wie bestechend: Für 60 Euro Jahresmitgliedschaft darf man sich Originalkunst für jeweils drei Monate ausleihen, verlängern inklusive. Auf der Website lässt sich die gesamte Sammlung vorab durchstö-

AnkePaulizeigt einesdervielen Kunstwerke,dieman ausleihenkann.

InderGalerieimKUBUSkönnensichInteressierteihr Lieblingsbildaussuchen unddirektmitnehmen.

EinGutscheinfür dieMitgliedschaft inderartothekistein schönesGeschenkfür Kunstinteressierte.

bern, darunter großformatige Leinwände, Zeichnungen, Collagen und fotografische Arbeiten in allen Größen und Stilrichtungen. „Man weiß, man hat ein Original zu Hause, das es nur einmal gibt“, sagt Anke Pauli. „Und man kann es in Ruhe studieren – nicht so wie im Museum einfach mal dran vorbeigehen.“ Die Kunst kann zudem auch gekauft werden.

SilkeWorthmann(Vorständinartothek),Marieke Mantel(Vorständinartothek),AnkePauli(Geschäftsführerinartothek)undMoniqueRogalla(Mitgliedartothek, v.l.n.r.)

Monique Rogalla kam über eine Freundin zur artothek – und war sofort überzeugt. „Ich kannte das Konzept gar nicht, dass man sich als Firma oder Privatperson Kunst leihen kann. Dann stand ich in der Galerie, habe mich unterhalten und währenddessen ein Bild gesehen. Und irgendwann habe ich gesagt: Was muss ich tun, damit ich das mitnehmen darf?“ Heute hängt das Bild in ihrem Wohnzimmer und sie bezeichnet sich selbst augenzwinkernd als inoffizielle Markenbotschafterin.

Wenn Kunst in die Firma kommt

Genau diese Begeisterung will die artothek auch in andere Bereiche bringen. Im Fokus stehen Unternehmenskooperationen: Als sogenannte Art Break bietet der Verein künstlerische Mittagspausen und Kurzworkshops an – entweder vor Ort oder direkt in den Betrieben. Mal drucken, mal collagieren, mal nähen. Das Fraunhofer Institut gehört bereits zu den Förderpartnern, die ihre Flure mit wechselnder Kunst bespielen lassen. „Was ist, wenn nicht die Wirtschaft die Kultur fördert, sondern die Kultur die Wirtschaft?“, zitiert Vorstandsmitglied Silke Worthmann einen Kulturwissenschaftler – und meint es ernst.

Denn neben der Kunstvermittlung gibt es auch ein anderes Ziel: Hannoveraner Künstlerinnen und Künstler dauerhaft zu unterstützen, auch finanziell. Momentan stellen viele von ihnen ihre Werke pro bono zur Verfügung. „Wir möchten sie dafür eigentlich auch vergüten“, sagt Silke Worthmann. „Das ist uns als artothek im Sinne der Kunstförderung ein ganz wichtiger Ansatz.“

Wer also das nächste Mal am KUBUS vorbeiläuft: einfach die Treppe runter. Da wartet ein Original. b

Gutverpacktkanndas Original-Kunstwerk nachHausetransportiertwerden.

Ein Festival im Aufbruch Ein Festival im Aufbruch

Brigitta Muntendorf über ihre erste Spielzeit als Intendantin der KunstFestSpiele Herrenhausen

Interview: Frauke Hansen

Frau Muntendorf, was ist 2026 neu bei den KunstFestSpielen Herrenhausen?

Wir setzen erstmals einen thematischen Fokus, der uns bis 2030 begleiten wird: Kunst an der Schnittstelle von Technologie und Gesellschaft. Wir leben mitten im digitalen Zeitalter – und das verändert auch die Künste. In Musik, Performance oder Bildender Kunst verschwimmen die Genres immer stärker: Elektronik, Video, künstliche Intelligenz oder Robotik werden zunehmend Teil künstlerischer Prozesse. Uns interessiert, wie diese Technologien unsere Wahrnehmung verändern, neue Perspektiven ermöglichen und welche neuen Formen von Kunst daraus entstehen können – mal spielerisch, mal kritisch.

Was bedeutet das konkret für das Programm?

Wir setzen einen stärkeren Fokus auf Neu- und Koproduktionen. Wir möchten Künstlerinnen und Künstler nicht nur einladen, sondern sie hier in Hannover arbeiten lassen. Wenn Produktionen vor Ort entstehen, verändert das auch die Beziehung zur Stadt: Die Künstlerinnen und Künstler sind länger da, geben Workshops, vernetzen sich mit lokalen Partnern. Gleichzeitig stärkt das die internationale Wahrnehmung der KunstFestSpiele.

Ein Beispiel für diese Zusammenarbeit?

Wir produzieren z.B. eine Club-Opera mit dem Treppenhausorchester, für die wir Auftragskompositionen vergeben konnten mit The Day Before ein neues Musiktheater mit Les Percussions de Strasbourg und den Wiener Festwochen, das in Hannover und Wien geprobt wird. Solche Kooperationen ermöglichen es, Ressourcen zu teilen und gleichzeitig international zu produzieren.

Ein weiterer neuer Baustein ist die „SpektakelAkademie“. Was steckt dahinter?

Die Idee lehnt sich an Leibniz an, der davon überzeugt war, dass Erkenntnis entsteht, wenn Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammenkommen. Deshalb verstehen wir darunter nicht nur klassische Vermittlungsformate wie z. B. Talks. Auch Dinge wie Fermentier-Workshops, ein Theorie-Rap mit DJ oder gemeinsames Experimentieren gehören dazu. Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen Kunst, Wissen und Alltag miteinander ins Gespräch kommen.

Die KunstFestSpiele öffnen sich stärker zur Stadt. Warum ist Ihnen das wichtig?

Hannover wird oft unterschätzt, dabei gibt es hier eine unglaublich lebendige Kulturszene, wichtige Kunstinstitutionen und eine große Offenheit für Kooperationen. Wir arbeiten etwa mit lokalen Ensembles, Chören oder Initiativen zusammen. Wenn internationale Künstlerinnen und Künstler hier auf dieses Netzwerk treffen, profitieren

Der„ElectricArt Monday“lädtam 1. JunizumEarlyClubbingindieOrangerie indenHerrenhäuser Gärten ein.

Foto:ReinerPfsterer

denHerrenhäuserGärten

alle davon. Zudem möchten wir Räume der Kunst öffnen und zugänglich machen wie z. B. mit der kostenlosen Audioübertragung von „Einstein on the Beach“ in der temporären Beach Bar am Maschteich am Neuen Rathaus.

Auch die Formate selbst wirken ungewöhnlich: ein After-Work-Club am frühen Montagabend oder ein Konzert um fünf Uhr morgens.

Ja, wir wollen mit Zeiten und Orten experimentieren. Der „Electric Art Monday“ ist ein früher Clubabend mit ausgewählter elektronischer Musik – für Menschen, die tanzen möchten, ohne erst um Mitternacht loszugehen. Und die Fünf-Uhr-Morgens-Performance, die wir zusammen mit dem Fuchsbau Festival entwickeln, ist eine Art Klangmeditation bei Sonnenaufgang: Man liegt auf Bassboxen, spürt die tiefen Frequenzen im Körper und erlebt den Anbruch des Tages mit Live-Musik.

Für wen sind die KunstFestSpiele gedacht –eher für Kenner oder für Neugierige?

Für beide. Es gibt viele Einstiege: große ikonische Werke, Club- und experimentelle Formate oder unser KinderKunstSpektakel für Familien. Mir ist wichtig, dass man einfach vorbeikommen kann – vielleicht auf ein Getränk, ein Gespräch oder eine kurze künstlerische Erfahrung.

Ihre erste Spielzeit steht kurz bevor. Mit welchem Gefühl blicken Sie darauf?

Mit großer Vorfreude. Ich habe Lust, gemeinsam mit dem Publikum zu entdecken, was passiert, wenn diese verschiedenen Formate aufeinandertreffen. Viele Produktionen entstehen ja gerade erst. Dieses Moment des Unfertigen gehört dazu.

Und was wünschen Sie sich, wenn das Festival vorbei ist?

Dass Menschen sagen: „Ich war dabei“. Dass sie sich erinnern, wie sie morgens um fünf im Garten lagen, abends getanzt oder eine Uraufführung erlebt haben. Wenn dieses Gefühl entsteht, Teil eines besonderen Moments gewesen zu sein, dann haben wir unser Ziel erreicht. b

„TheFortyPartMotet“-–eineKlanginstallationvon JanetCardiff,die inder GalerieHerrenhausenzu sehenseinwird

Foto: Nele Schubert

Ballett-Jubiläumsgala

Tanz mit Botschaft

Gewann 1990

denWettbewerbfürChoreographie: „Shakespeare&Love“vonStephanThoss

Politisch, poetisch, provokant: Die Ostertanztage feierten 40 Jahre Ballettgesellschaft Hannover – mit Tiefgang.

Text: Frauke Hansen

Neunzig Tänzerinnen und Tänzer, ein ausverkauftes Opernhaus und ein Ballettchef, der Geburtstag und Gegenwart auf einmal feierte: Die Staatsoper Hannover war Schauplatz einer Gala der besonderen Art. Die Ballettgesellschaft Hannover lud zum 40. Jubiläum zu einem Abend mit acht ehemaligen Preisträgern ihres internationalen Choreographiewettbewerbs – dem weltweit ältesten seiner Art.

Den stärksten Akzent setzte Ballettdirektor Goyo Montero selbst. Sein Geburtstagsgeschenk war ein Ausschnitt aus „Malditos Benditos“, unterlegt mit Bob Dylans Song „It‘s Alright, Ma“ –eine Abrechnung mit Kommerz, Kriegsbereitschaft und klerikalen Eiferern, 1965 geschrieben und 2026 erschreckend aktuell. Das Staatsballett in schwarzen Anzügen, temporeich zwischen Gruppenformationen

PreisträgerdesJahres

2012: dieChoreographie zu„Al’Origine“vonWang Ramirez

und Soli wechselnd, strahlte am Ende keine Düsternis aus, sondern Stärke. Monteros Botschaft war klar: Tanz schafft Licht in dunklen Zeiten.

Zwischen Provokation und Leichtigkeit

Die weiteren Beiträge des Abends spannten ein weites Themenfeld auf. Marcos Morau prangerte mit seiner MiR Dance Company digitale Reizüberflutung und das Paradoxon wachsender Einsamkeit an – eindrücklich bebildert durch schwarze Priesterhüte, die die Tänzer mal trugen, mal warfen, mal über den Boden schoben. Heiterer ging es bei der Italienerin Sofia Nappi zu: Ihr Stück „The Fridas“, inspiriert von Frida Kahlos Gemälde „Las dos Fridas“, mixte Hahnenkämpfe, zarte Annäherungen und clowneske Einlagen zu einem kurzweiligen Identitätsreigen.

Einen verdienten Sonderapplaus erhielt Birgit Grüßer, die 25 Jahre lang als Geschäftsführerin den Wettbewerb organisiert hat und ihr Amt demnächst an den Choreografen Raffaele Irace übergibt. Die Messlatte, die dieser Abend gesetzt hat, liegt hoch. b

Wer selbst erleben möchte, welche Talente die nächste Generation des Tanzes hervorbringt: Der 40. Internationale Wettbewerb für Choreographie findet vom 11. bis 13. Juni 2026 im Theater am Aegi statt.

Foto:StefanFöge­Riekenberg

Das Foto stammt aus dem Porträtprojekt„MenschenofMusic“ vonHelgeKrückebergundHolger Jenrich(ET:September2026),das 100 Personen aus Hannover vorstellt,dieMusikindieserStadthörbar,sichtbarunderlebbarmachen.

Die Kraft der Musik

Am 21. Juni feiert Hannover die Fête de la Musique. Lokalmatadorin

Morena Piro leitet die Geschäftsstelle des Bundesnetzwerks von hier aus. Ein Gespräch darüber, wie Musik Menschen in Verbindung bringt.

Interview: Stefanie Nickel

Foto:
Helge
Krückeberg
Morena Piro

Sie sind seit zwei Jahren Koordinatorin der Fête de la Musique in Deutschland, die weltweit am 21. Juni gefeiert wird. Die Lizenzvergabestelle für die Teilnahme am Musikfestival wird bundesweit vom MusikZentrum Hannover aus organisiert. Was genau gehört zu Ihren Aufgaben?

Wir koordinieren die Fête bundesweit und sind die zen trale Anlaufstelle für alle teilnehmenden Städte. Wir vergeben die Lizenzen, beraten bei der Umsetzung vor Ort und achten darauf, dass die Grundprinzipien eingehalten werden. Gleichzeitig vernetzen wir die Akteurinnen und Akteure – in Deutschland und international.

MorenaPiroistseit2011auchWissenschaftliche MitarbeiterinderStiftungUniversitätund KoordinatorindesStudiengangs„Musik.Welt“ander UniversitätHildesheim.

Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist auch die politische Kommunikation, etwa mit dem Deutschen Musikrat, dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement, der Musikwirtschaft und unseren Partnern im deutsch-französischen Netzwerk. Kurz gesagt: Wir sorgen dafür, dass die Fête wächst, gut organisiert ist und immer mehr Menschen erreicht.

Was ist das Besondere an der Fête?

Der Begriff „Fête de la Musique“ geht auf das ursprüngliche Motto „Faites de la Musique“ – „Macht Musik“ – zurück. In

vielen Ländern wird sie auch als „Make Music Day“ gefeiert. Das Besondere für mich ist, dass es ein offenes Fest der Amateurmusik und des bürgerschaftlichen Engagements ist: Nicht Profis stehen im Mittelpunkt, sondern die Menschen vor Ort, die ihre Musik mit anderen teilen möchten. Einzigartig ist zudem, dass die Fête weltweit am selben Tag stattfindet und alle eingeladen sind, sich ohne Hürden zu beteiligen – kostenlos und im öffentlichen Raum. Wenn sich ganze Innenstädte in lebendige Orte der Begegnung verwandeln, entsteht ein starkes Gefühl von Gemein-

schaft. Genau darin liegt für mich ihre besondere Kraft: Sie bringt Menschen zusammen und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Welche Akzente wollen Sie als Koordinatorin der Fête de la Musique Deutschland setzen?

Mein Ziel ist es, die Fête de la Musique deutschlandweit noch bekannter zu machen. In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Zahl der teilnehmenden Städte bereits mehr als verdoppelt. Es würde mich freuen, wenn wir weiter daran arbeiten, dass sich wirklich alle Menschen eines Ortes eingeladen fühlen, die eigene Stadt mit ihrer Musik zu bereichern.

MorenaPiroistinHannovergeboren, hatunterandereminParisundFlorenz studiertundistseit2002 wiederinihrerHei-

Ich würde mich freuen, wenn wir die Vielfalt in unserer Gesellschaft als Potenzial begreifen. Bei der Fête de la Musique kann man sich wunderbar treiben lassen und kommt so dazu, Musik zu hören, die man sonst vielleicht nicht hören würde. Gerade in der musikalischen Welt gibt es vieles zu entdecken, was wir noch nicht kennen. Der 21. Juni ist wie ein kleines Fenster in die Musikszene der jeweiligen Stadt. Und die Stärkung der Musikschaffenden ist mir ein großes Anliegen.

Die Fête de la Musique gilt als weltweit größtes Musikfestival. In Deutschland sind über 170 Städte dabei. Warum ist die Veranstaltung so erfolgreich? Weil sie so niedrigschwellig ist. Weil jede und jeder sich so einbringen kann, wie er oder sie kann und möchte. Die Fête de la Musique wird an jedem Ort anders organisiert und auch gefeiert. Städte, Gemeinden, Vereine, Instituts français oder auch einzelne ehrenamtliche Personen können eine Fête veranstalten. Mal ist die Fête ein musikalischer Spaziergang durch den Ort, dann ein großes Volksfest wie in Berlin, wo an 300 Spielorten den ganzen Tag Musik gemacht wird.

In Hannover werden rund 30 Bühnen bespielt. Jeder ist eingeladen, sein Instrument zu schnappen, sich in der Stadt einen Ort zu suchen und mitzumachen. Oder am Abend gemeinsam mit vielen anderen „Der Mond ist aufgegangen“ zu singen. b

Mehr Informationen zur Fête de la Musique in Hannover finden Sie auf www.musikzentrum-hannover.de

Foto:JonnyKnoblauch

Buchtipps

ALLE MEINE MÜTTER

Lena Gorelik, Rowohlt, 272 Seiten, 24 Euro

DIE MANUFAKTUR DER MAGISCHEN WORTE

Allison King, HEYNE, 512 Seiten, 24 Euro

In „Alle meine Mütter“ versammelt Lena Gorelik Geschichten von Mutterschaft: von Fürsorge und Erschöpfung, von Krankheit, Verlust und Nähe. Unterschiedlichste Lebensrealitäten stehen nebeneinander – Mütter, Tanten, Bonusmütter. Persönliche Erfahrungen verbinden sich mit gesellschaftlichen Perspektiven. Ein vielstimmiger Roman, der Mutterschaft neu denkt und wohltuend von alten Bildern befreit.

Die Studentin Monica begibt sich auf die Spur eines Familiengeheimnisses, das mit einer alten Bleistiftfabrik in Shanghai verbunden ist. Je tiefer sie in die Vergangenheit eintaucht, desto mehr rückt das Schweigen der Familie in den Fokus – und die Frage, was ausgesprochen werden muss, um weiterzuleben. Allison King erzählt von Erinnerung, Verlust und der Kraft von Geschichten. Ein atmosphärisches Debüt über die leisen Verbindungen zwischen Generationen.

MALACARNE

Beatrice Salvioni, Penguin Verlag, 512 Seiten, 25 Euro

In „Malacarne“ erzählt

Beatrice Salvioni von zwei Mädchen im Italien der 1940er-Jahre: Francesca und Maddalena, verbunden durch Freundschaft und getrennt durch Gewalt, Ausgrenzung und Krieg. Als Maddalena zurückkehrt, ist nichts mehr wie zuvor. Ein intensiver Roman über Mut, Loyalität und die Frage, wie viel Nähe eine zerbrechende Welt aushält –eindringlich und kraftvoll erzählt.

MORD IN DER PENSION MÖWENNEST

Jess Kidd, DuMont, 384 Seiten, 18 Euro

Schwester Agnes kehrt als Nora Breen ins Leben zurück und begibt sich in ein Küstenstädtchen, um das Verschwinden ihrer einstigen Novizin zu klären. In der Pension Möwennest stößt sie auf Geheimnisse, die weit in die Vergangenheit reichen – und auf einen Mordfall, der alles verändert. Jess Kidd verbindet Spannung mit Atmosphäre und erzählt von Neuanfängen, Mut und verborgenen Wahrheiten.

Foto: DuMont

DasSammlungszentrum anderVahrenwalderStraße321istdasneue zentraleMagazinfürdiestädtischenMuseenunddas Stadtarchiv.

Bildarchiv des Historischen Museums Hannover

Hannovers visuelles Gedächtnis

Mehr als 2,4 Millionen historische Bilddokumente befinden sich im Archivbestand des Historischen Museums. Zu Besuch bei Martin Arp Duncker, der seit einem Jahr über den Millionenschatz wacht.

Text: Vanessa Erstmann

Der Weg zum Bildarchiv führt entlang der Vahrenwalder Straße. Kurz vor Ende des hannoverschen Stadtgebiets haben die zahlreichen Objekte des Historischen Museums zusammen mit den Sammlungen des Kestner Museums, des Sprengel Museums und des Stadtarchivs eine neue Heimat gefunden. Von seinem Bürofenster aus blickt Martin Arp Duncker auf das gelbe Ortsschild der unmittelbar angrenzenden Stadt Langenhagen. Doch zumeist ist sein Blick auf digitale oder

analoge Bilddokumente und ein Mailpostfach voller Anfragen gerichtet. Seinen Job beschreibt er selbst als eine Kombination aus dem Bearbeiten von Anfragen und dem Verwalten der riesigen Sammlung des Archivs.

Hunderte Suchanfragen pro Jahr Knapp 300 Suchanfragen hat der Museologe allein im vergangenen Jahr

MartinArp Dunckerrecherchiertregelmäßig imBestanddesBildarchivs.
Fotos:MajaHenschel

bearbeitet, wobei die reinen Recherche-Anfragen hier nicht mitgerechnet sind. Darunter befanden sich Hilfegesuche von Studenten und Wissenschaftlern, die nach historischen Abbildungen für ihre Publikationen suchten, aber auch eilige Suchaufträge von Journalisten, die einen Artikel oder Fernsehbeitrag bebildern wollten. Auch Privatpersonen, die auf der Suche nach einer bestimmten Straßenansicht sind, gehören zur Stammkundschaft des Bildarchivs.

BesondereEreignissederStadtgeschichte wiedieEröffnungdererstenExportmesse imJahr1947wurdenfotografisch festgehalten.

Das Bildarchiv als Lebensaufgabe Längst sind nicht alle Fotografien, Fotopostkarten, Gemälde, Stadtpläne und Werbemittel aus dem riesigen Bestand des Museums inventarisiert, geschweige denn digitalisiert. Dies sei eine Lebensaufgabe für mehrere Mitarbeitende, so Duncker. Immerhin wächst die Sammlung seit ihren Anfängen im Jahr 1903 beständig und beinhaltet mehrere umfangreiche Fotonachlässe wie denjenigen des bekannten Pressefotografen Wilhelm Hauschild, der einige der beliebtesten Momente aus Hannovers jüngerer Geschichte festhielt. In der städtischen Datenbank sind bislang etwa 122.000 Abbildungen auffindbar. Wenn der Museologe hier nicht fündig wird, folgt die detektivische Suche in der Objektdatenbank und in den langen Regalreihen des Archivs.

Ein Blick in die Herzkammer des Archivs Für den Laien muten die unzähligen Regale, Schränke und Schubladen mit ihren knappen Beschriftungen und Nummerierungen rätselhaft an. Doch hinter den eintönigen Stahltüren verbergen sich wahre Schätze: Ortsansichten Hannovers aus vergangenen Zeiten reihen sich hier an Porträts von Fürsten, Künstlern und Architekten. Großformative Schubladen enthüllen Film- und Wahlplakate sowie Konzertankündigungen, die allesamt das gesellschaftliche Leben der vergangenen Jahrzehnte bezeugen. Bunte Werbemittel unter anderem von Continental, Hanomag oder Pelikan erzählen derweil von Hannovers vielseitiger Industriegeschichte. Noch befindet sich ein großer Teil des Bildarchivs in Umzugskartons. Regelmäßig kommen große Pakete im Sammlungszentrum an, die zunächst im Quarantäneraum einer Stickstoffbehandlung unterzogen werden, damit sich keine Schädlinge einschleichen. Nach ihrer Behandlung werden die Bestände von Martin Arp Duncker persönlich gesichtet und schließlich Stück für Stück im Depot aufgenommen –in der Tat eine Lebensaufgabe und ein großer Dienst für das visuelle Gedächtnis unserer Stadt. b

IndenRegalendesBildarchivswerdenunteranderemWerbeschriften vonUnternehmenwie Bahlsenaufbewahrt.

Kulturtipps

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Vom 29.5. bis 29.8.2026

FRANZISKA STÜNKEL – COEXIST

PART 7 – DIALOGUE

Die hannoversche Fotokünstlerin und Filmregisseurin FRANZISKA STÜNKEL ist weltweit unterwegs, um die vielschichtigen Ebenen menschlicher Koexistenz fotografisch festzuhalten. COEXIST PART 7 – DIALOGUE verweist darauf, wie anspruchsvoll und zugleich unverzichtbar Dialog ist. Die Fotografien, entstanden u. a. in Mexico City, Belfast und Neapel, eröffnen einen ebenso dokumentarischen wie poetischen Blick – zwischen Menschen und Kulturen, Perspektiven und Wirklichkeiten. Mi–Fr von 10–18.30 Uhr, Sa 11–14 Uhr | Nacht der Museen am 6.6.2026 von 18–24 Uhr!

GALERIE DREES | Weidendamm 15 | 30167 Hannover | Tel. 0511/980 58 28 | www.galerie-drees.de

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Bis 30.5.2026

Horst Antes – Ausstellung zum 90. Geburtstag

Horst Antes gehört zu den bedeutenden Erneuerern der figurativen Malerei in Deutschland nach 1945. Anlässlich seines 90. Geburtstages zeigt die Galerie Koch Werke aus verschiedenen Schaffensperioden des Künstlers. Zu seinen bekanntesten Schöpfungen gehören seine anthropomorphen Kunstfiguren, auch Kopffüßler genannt, die zwischen 1962 und 1981 sein Werk dominieren. Ab 1986 entstehen seine nicht weniger bekannten Haus-Bilder, karge Kompositionen nach außen geschlossener Architektur sowie dann seine Datumsbilder. Allen gemeinsam ist ihr oft rätselhafter Charakter verbunden mit einer ganz eigenen Symbolik. In Hannover ist sein Werk im Sprengel Museum vertreten und auf öffentlichen Plätzen präsent.

GALERIE KOCH | Königstraße 50 | 30175 Hannover | Tel. 0511/342006 |www.galeriekoch.de

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Vom 4.6. bis 7.6.2026 Landpartie auf Schloss Bückeburg

Schloss Bückeburg verwandelt sich zur Landpartie in ein fernöstliches Erlebnisreich. Unter dem Motto „Japan – Im Land der aufgehenden Sonne“ präsentieren rund 200 Aussteller Kunst, Mode, Gartenkultur und Lifestyle. Auch der Genuss kommt nicht zu kurz, wenn die Besucher zwischen Kirschblüten, Ikebana, Kalligrafie und japanischer Kulinarik in die Ästhetik und Lebensfreude Japans eintauchen.

Schloss Bückeburg | Schlossplatz 1 | 31675 Bückeburg | www.landpartie-schloss-bueckeburg.de

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Vom 22.5. bis 7.6.2026

KunstFestSpiele Herrenhausen: Neustart mit Brigitta Muntendorf

Die KunstFestSpiele bieten zwischen barockem Garten und digitaler Welt experimentelle künstlerische Formate und neue Perspektiven auf Kunst und Gesellschaft – innovativ, überraschend und für alle zugänglich. In ihrer ersten Festivalausgabe setzt die neue Intendantin, die Komponistin Brigitta Muntendorf, auf das Zusammenspiel von Kunst, Technologie und Wissenschaft: Das Programm reicht von Musiktheater bis Clubkultur, von Performances bis Installationen, von Tanz bis Hybrid Art und einem besonderen KinderKunstSpektakel gleich zum Auftakt am 24. und 25.5.

Tickets unter kunstfestspiele.de

Foto: Jörg Müller
oto: Klaus Mellenthin

Vom 8.5. bis 10.5.2026

ART VISION 2026: Neue Kunstmesse für Hannover

Die ART VISION bringt in diesem Jahr erstmals zeitgenössische Kunst nach Hannover. Initiiert von der Kunstplattform POSH VISION präsentieren rund 70 nationale und internationale Künstler ihre Arbeiten im EXPO Corner, von etablierten Positionen bis hin zu aufstrebenden Talenten. Die Messe verbindet Ausstellungen mit Austausch: Sammler, Galeristen und Kunstinteressierte können Künstler treffen, aktuelle Trends entdecken und Kunstwerke erwerben. Ein Treffpunkt für kreative Begegnungen und neue Perspektiven im Kunstmarkt.

EXPO Corner | Expo-Gelände Hannover | Tickets erhältlich unter: www.posh-vision.com

Seit dem 1. März Kunstmuseum Schloss Derneburg ist wieder geöffnet

Das Kunstmuseum Schloss Derneburg öffnet wieder seine Türen. Besucher können die Ausstellungen „Baselitz im Atelier“ im ehemaligen Atelier des Künstlers und „Nicole Eisenmann: Schloss Lyfe“ in der Schafscheune ohne Führung besuchen. Auch der weitläufige Skulpturenpark mit über 35 Arbeiten kann auf eigene Faust entdeckt werden. Aufgrund der Sanierungsmaßnahmen können die Ausstellungen im Schloss nur mit Führungen besucht werden.

Am 14.5.2026

Jazz an Himmelfahrt: „enercity swinging hannover“

Norddeutschlands größtes Open-Air-Jazz-Festival „enercity swinging hannover“ bringt Jazz, Swing und Funk mitten in die Stadt. Über 40.000 Besucher werden erwartet und dürfen unter anderem die Bigband Berenbostel und die international gefeierte Nik West live erleben. Das Festival feiert zugleich 60 Jahre Jazz Club Hannover – und der Eintritt ist frei. Ein musikalisches Highlight unter freiem Himmel für alle Jazzfans.

Foto:BigbandBerenbostel

Bühne auf dem Platz der Menschenrechte | Infos unter www.enercity.de/jazz

Kunstmuseum Schloss Derneburg | Schlossstraße 1 | 31188 Derneburg | www.sdmuseum.de

Vom 8.5. bis 14.6.2026 Festival tanzOFFensive

Die 11. tanzOFFensive macht die EISFABRIK zum Zentrum der freien Tanzszene. Zuschauer erwarten Produktionen internationaler und nationaler Künstler. Im Fokus stehen Körper, Bewegung und Begegnung. Eröffnet wird das Festival am 8. Mai durch Kulturdezernentin Eva Bender, den künstlerischen Auftakt bildet das faszinierende Tanzstück „T.R.I.P.O.F.O.B.I.A.“. Es folgen bis Mitte Juni verschiedene Darbietungen und Workshops.

tanzOFFensive in der EISFABRIK | Seilerstraße 15F | 30171 Hannover | Tickets erhältlich unter: www.tanzoffensive-hannover.de

eum Schloss Derneburg/
Foto: Klaus Handner
HallArtFoundation/Franziska Lenferink

RumpsteakmitKräuter-Senf-Kruste undBratkartoffeln

Clemens Schäftlein

20, hungrig,

preisgekrönt

Zwischen Ausbildung und Auszeichnungen: Wie ein junger Koch mit Talent, Ehrgeiz und nachhaltigem Arbeiten überzeugt – und Preise gewinnt.

Text: Nele Schubert

Der kleine Innenraum des Wirtshauses am Waldrand ist still, es ist Ruhetag. Heute bleiben die Stühle an den mit hölzerner Deko und Blumen geschmückten Tischen leer. Dennoch zieht aus der Küche der Duft von Gewürzen. In einem Topf köchelt Tomatenmarmelade, es ist warm und gemütlich – es wirkt, als würde das Restaurant nur darauf warten, morgen wieder Gäste zu empfangen.

Am Herd steht Clemens Schäftlein. Der Koch ist erst 20 Jahre alt – und erzählt seine Geschichte, die ihn schon erstaunlich angekommen wirken lässt in einer so anspruchsvollen Branche. Den Grundstein für seinen Weg in die Küche legte er früh: Bereits als Kind begeisterte ihn Arbeiten mit Lebensmitteln. „Ich habe immer bei den Großeltern mitgekocht“, erzählt er. Es folgten Praktika in Restaurantküchen, und schnell war klar, dass es nach der Schulzeit dort weitergehen sollte.

Der Einstieg in die Profiküche

Im August 2022 begann der damals 16-Jährige seine Ausbildung als Koch im Restaurant Schorse im Leineschloss – eine Küche, die für ihren gehobenen französischen Stil bekannt ist. Die Ausbildung war anspruchsvoll, die Verantwortung groß. In der Gastronomie steht die Reflexion von Fehlern oft im Vordergrund, Mut und Durchhaltevermögen sind gefragt. „Da zweifelt man an sich selbst“, erinnert sich Schäftlein. Doch immer wieder fand er zurück zu seiner Motivation –die Freude am Handwerk war größer als die Unsicherheit, und die Ausbildung war genau das, was er wollte.

Zwischen Druck und Erfolg

Schon bald suchte er neue Herausforderungen. Im zweiten Lehrjahr trat er bei seinem ersten Wettbewerb der Berufsbildenden Schulen 2 in Hannover gegen andere Nachwuchsköche an – und gewann. Beim Zubereiten von Pilz-Tartelet-

ClemensSchäftleinanseinemArbeitsplatzinderKücheder WaldwirtschaftBärenhöhle

tes, Kaninchenrouladen und Grießdessert überzeugte er mit handwerklichem Geschick, und sein nachhaltiger Umgang mit den Zutaten zeigte sich bereits hier. „Ich habe darauf geachtet, nicht so viel wegzuschmeißen”, erzählt er.

Ein Jahr später folgten die Niedersachsenmeisterschaften mit einem sehr ähnlichen Menü. Er punktete mit seiner sauberen Arbeit und erreichte damit erneut den ersten Platz. Ein halbes Jahr nach der Abschlussprüfung im Juni 2025 stellte sich Schäftlein wieder der Konkurrenz: Bei den deutschen Meisterschaften bekochte er die Jury mit Kompositionen aus Lachs, Wachteleiern, Rinderhüfte und einem Dessert aus Marone und Himbeere. Wie bereits beim ersten Mal überzeugte er mit wenig Materialver-

PrämierterHauptgang:RinderhüfteundkonfierteRiesengarnelemit Beilagen

EinhimmlischesDessertvonClemensSchäftlein: GrießflammerieundOrangensorbet

Süß:Maronen-Himbeerschnitteund Ricotta-Honig-Eis

Deftig:KaninchenmitBeilageausverschiedenen Gemüsesorten

lust und wurde dafür mit dem Nachhaltigkeitspreis des Wettbewerbs ausgezeichnet.

Bodenständig statt Sterneküche

Mit den Erfolgen im Rücken ging der Blick nach vorn. Sein guter Abschluss eröffnete ihm die Möglichkeit auf ein

Vollmundig:Lachs-Tatarmit Auberginen-Tapenade

Gastgewerbe zu machen. Eine Position als Küchenmeister oder Küchenchef könnte er sich für später vorstellen. Höher hinaus zieht es ihn jedoch nicht: Ein eigenes Restaurant oder eine Karriere als Sternekoch reizen ihn wenig. „Ich möchte eine ehrliche Küche, die am selben Tag entsteht und wieder geht“, sagt Schäftlein. Monatelange Vorbereitungen, wie sie in der Sternegastronomie teilweise üblich sind, widersprechen seiner Vorstellung vom Kochen. Heute arbeitet er in der Waldwirtschaft Bärenhöhle in Barsinghausen. Besonders gern probiert er sich in der vegetarischen Küche aus. „Mit Gemüse kann man am meisten spielen“, erzählt er. Und sein Lieblingsgericht? „Der Kartoffelsalat von Oma.“ Dafür steht er allerdings ungern selbst am Herd –hier gibt er lieber den Kochlöffel ab. Ein kleiner Kontrast zu seinem Alltag, in dem er sonst andere bekocht. b

GefüllteOfenkartoffelmit getrocknetenTomatenund Oliven

Genusstipps

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News aus dem Bauch von Hannover

Waren Sie schon einmal in Tadschikistan? Nein? Dann sollten Sie in die Markthalle Hannover kommen. Seit Kurzem bereichert ein neuer Stand die kulinarische Vielfalt der Markthalle Hannover. „Plov by Johnny“ bringt traditionelle Gerichte aus Zentralasien in die Innenstadt. Geschäftsführer des neuen Standes ist Mirkamol Mirsaidov (Foto links). Er sagt: „Es war immer ein Traum, ein tadschikisches Restaurant zu eröffnen und unsere Kultur hierherzubringen. Probieren sollten Sie unbedingt Plov. Unser bekanntes Reisgericht mit Kichererbsen, Lamm und Rosinen.“

Hamachi: Asiatische Küche neu definiert

Markthalle Hannover | Stand 30 und 31 | Karmarschstr. 49 | 30159 Hannover | Betreiber: Mirkamol Mirsaidov

Fidan Feinkost Oase: Orientalische Spezialitäten

Die Fidan Feinkost Oase präsentiert verschiedene Spezialitäten der orientalischen Küche. Das Sortiment reicht von Salaten über Dips und eingelegte Köstlichkeiten bis hin zu warmen Gerichten. Auch süße Spezialitäten verschiedener Art dürfen nicht fehlen. Als süßes Highlight bietet die Fidan Feinkost Oase eine Auswahl an verschiedenen Zimtschnecken an.

Fidan Feinkost Oase I Große Packhofstraße 41 I 30159 Hannover I www.fidanfeinkostoase.de

Bei Hamachi erlebt man die asiatische Küche auf eine ganz neue Art und Weise. In einer großen Auswahl von Sushi und anderen Spezialitäten werden hochwertige und teilweise außergewöhnliche Zutaten verarbeitet, darunter feinste Meeresfrüchte. Traditionelle japanische Techniken werden hier in verschiedensten Kreationen neu definiert, um den Gästen ein einzigartiges Geschmackserlebnis in einem gehobenen kulinarischen Ambiente zu bieten.

Hamachi I Nikolaistraße 5 I 30159 Hannover I www.hamachihannover.de

Sem Oui Deli: Café & Weinbar vereint

Sem Oui Deli vereint Café, Weinbar und Pop-up-Store in einem. Ob Kaffee und hausgemachte Spezialitäten oder ein Glas Wein und leckere Tapas in gemütlicher Atmosphäre – hier ist man zu jeder Tageszeit gut aufgehoben. Das Weinangebot umfasst Sorten aus aller Welt. Außerdem bietet der Pop-up-Store mit wechselnden Angeboten eine Gelegenheit zum Stöbern. Auch als Veranstaltungsort für Events und Feiern sowie Workshops ist die Location wunderbar geeignet.

Sem Oui Deli I Podbielskistraße 6 I 30163 Hannover I www.semouideli.de

Foto: Hamachi
Foto: Markthalle Hannover
Foto: Nele Schubert
Foto: Nele Schubert

Die Macarons der PâtisserieElyséewerdennochinsorgfältiger Handarbeithergestellt.

Französisches Gebäck in Hannover

Mmh - himmlisch!

Zarte Macarons, handwerkliche Perfektion und ein Hauch Paris –die Pâtisserie Elysée bringt französische Eleganz nach Hannover.

Text: Maja Henschel

Kaum ein Gebäck vereint Präzision und Leichtigkeit so sehr wie das Macaron. In der Pâtisserie Elysée in Hannover widmet man sich dieser feinen Spezialität mit besonderer Sorgfalt und vor allem mit handwerklichem Anspruch. „Unsere Macarons werden von einem französischen Patissier gefertigt“, sagt Inhaberin Christina Hochheuser. Die Handschrift französischer Backkunst ist dabei in jedem Detail spürbar.

Anfang 2003 wagten Christina Hochheuser und der französische Konditormeister Serge Maranzana den Schritt in die Selbstständigkeit und gründeten die Pâtisserie Elysée. Bis heute ergänzt sich das Duo in seinen Kompetenzen: Hochheuser verantwortet die kaufmännischen und organisatorischen Bereiche, während Maranzana für die handwerkliche Herstellung steht. „Genuss pur und höchste Qualität – das ist es, was unsere Kunden erwarten und was

Fotos:
Pâtisserie
Elysée

wir täglich neu garantieren“, so Hochheuser. Die Macarons sind dabei Ausdruck dieses Anspruchs.

Handwerk trifft Raffinesse

Die Herstellung verlangt Präzision und Geduld. „Das Wichtigste ist, dass Mandelmehl und Puderzucker sehr fein vermahlen werden“, erklärt Hochheuser. Erst dann wird die Masse mit Eischnee aufgeschlagen, sorgfältig verarbeitet und in Form gebracht.

Auch beim Backen bleibt man bewusst traditionell.

„Das wird alles handwerklich hergestellt“, betont sie. Die filigranen Schalen entstehen ebenso von Hand wie die Füllungen. Letztere bestehen aus feiner Schokoladen-Ganache, die je nach Sorte individuell veredelt wird – mal fruchtig, mal nussig, mal mit einer dezenten salzigen Note.

Klassik und feine Nuancen Geschmacklich setzt die Pâtisserie auf zeitlose Eleganz. „Pistazie und Himbeere sind immer die gefragtesten Sorten“, so Hochheuser. Ergänzt wird das Sortiment durch moderne Akzente wie Salzkaramell oder vegane Mandelmacarons.

Was einen perfekten Macaron ausmacht, bringt sie prägnant auf den Punkt: „Außen fluffig und innen cremig.“ Genau dieses Zusammenspiel verleiht den kleinen Gebäcken ihre charakteristische Leichtigkeit.

Vielleicht ist es diese Konzentration auf das Wesentliche, die den besonderen Reiz der Pâtisserie Elysée ausmacht. Oder, wie Hochheuser es formuliert: „Himmlisch. Original französisch. Feinste Patisserie.“ Ihr persönlicher Favorit bleibt dabei ganz klassisch – Pistazie. b

Implantate in Perfektion.

ChristinaHochheuserundSergeMaranzanagründeten2003diePâtisserieElysée Macaronssindzeitlosundelegant.

NachseinemBundesliga-DebütgegendenTVBStuttgartimDezember2025:Fabrice-JoelWolfmitHeidmarFelixson, derseinenWegausdereigenenJugendbisindieProfimannschaftbegleitethat

Talentschmiede bei den RECKEN

„Einstellung ist wichtiger als Talent“

Bei den RECKEN geht es um mehr als Handball: Jugendkoordinator

Heidmar Felixson über Werte, Disziplin und den langen Weg zum Profi.

Text: Maja Henschel

Fotos: Die RECKEN/Jan Günther

Die Nachwuchsarbeit bei den RECKEN ist seit Jahren ein zentraler Baustein des sportlichen Erfolgs und zugleich weit mehr als reines Training. Für den Jugendkoordinator und Co-Trainer der Bundesligamannschaft der Recken, Heidmar Felixson, steht vor allem eines im Fokus: der Mensch hinter dem Talent.

„Jeder Jugendliche bringt seine eigene Geschichte mit. Sein Umfeld, seine Eltern, seine Persönlichkeit. Damit umzugehen, ist eine riesige Herausforderung“, sagt Felixson. Genau darin liege aber auch der Reiz seiner Arbeit. Die Trainer seien heute nicht mehr nur Ausbilder, sondern „auch Pädagogen und Psychologen“.

Lernen wollen – nicht nur können

Der Unterschied zwischen Nachwuchs- und Profibereich zeigt sich für Felixson besonders in der Haltung. Während erfahrene Bundesligaspieler ihre Routinen pflegen, sind junge Talente vor allem eines: hungrig.

„Ein 16-Jähriger will alles aufsaugen, alles verstehen, immer weiter lernen“, beschreibt er. Diese Neugier sei ein entscheidender Motor in der Entwicklung. „Der Profi sucht eher Konstanz – der Jugendliche sucht Fortschritt.“

Der lange Weg nach oben

Der Weg in den Profihandball beginnt bei den RECKEN vergleichsweise spät, dafür aber strukturiert. „Wir holen die Spieler meist mit 14 oder 15 Jahren zu uns“, erklärt Felixson. Viele wechseln ins Internat, trainieren intensiver, wachsen

MitvollemEinsatzanderSeitenlinie:HeidmarFelixsonunterstütztseine Mannschaft.

Mit jedem Jahr steigen Anspruch und Belastung, bis schließlich erste Einheiten mit der U23 oder sogar der Bundesligamannschaft anstehen. „Das passiert nicht plötzlich, sondern entwickelt sich Stück für Stück“, sagt er. Entscheidend sei, dass jeder Spieler in seinem eigenen Tempo wachsen könne.

Haltung entscheidet

Was am Ende den Unterschied macht, hat Felixson über viele Jahre immer wieder beobachtet. „Einstellung ist deutlich wichtiger“, sagt er. Zu oft habe er erlebt, dass große Talente ihren Weg nicht zu Ende gehen.

Gleichzeitig gebe es Spieler, „die vielleicht weniger Talent haben, aber eine unglaubliche Einstellung, und die spielen heute Bundesliga“. Für Felixson ist klar: Talent allein reicht nicht. „Am Ende muss vieles zusammenpassen, aber ohne die richtige Haltung wird es schwer.“

Diese Philosophie zeigt sich auch im Trainingsalltag. Disziplin sei das Erste, was

Außenstehenden auffalle. „Respektvoller Umgang, klare Sprache, Struktur – das ist uns extrem wichtig“, betont Felixson.

Mehr als nur Sport

Auf diese Persönlichkeitsentwicklung seiner Spieler ist der Jugendkoordinator besonders stolz. „Mir ist wichtig, dass unsere Jungs vernünftig auftreten“, sagt er. „Wenn jemand die Halle betritt, dann geht man hin, sagt Hallo und gibt die Hand.“ Handball sei nur ein Teil der Ausbildung. Schule, soziales Verhalten, Eigenverantwortung, alles laufe parallel. „Persönlichkeitsent-

HeidmarFelixsonprägtals JugendkoordinatorundCo-TrainerderBundesligamannschaft dieNachwuchsarbeitderRECKEN maßgeblich.

BeiderNachwuchsförderung stehtnichtnurderSportim Fokus,sondernauchSoftSkills.

wicklung ist manchmal wichtiger als die Karriere im Sport“, so Felixson. „Wir wollen Menschen formen, nicht nur Spieler.“

Dass dieser Ansatz aufgeht, zeigen Geschichten wie die von Hannes Feise. Als dieser kurz davorstand, sich für einen klassischen Berufsweg zu entscheiden, blieb Felixson hartnäckig. „Ich habe immer an ihn geglaubt und nicht locker gelassen“, erinnert er sich. Heute ist Feise Profi und ein Beispiel dafür, was möglich ist, wenn Vertrauen und Geduld zusammenkommen.

Blick nach vorn

Für die kommenden Jahre sieht Felixson die Nachwuchsarbeit weiter im Wandel. Mehr hauptamtliche Trainer, mehr Zeit für individuelle Förderung, noch intensivere Betreuung. „Wir werden von Jahr zu Jahr professioneller“, sagt er.

Das Ziel ist klar: Talente nicht nur sportlich, sondern ganzheitlich auf das Leben vorzubereiten – auf und neben dem Feld.

Und genau darin liegt vielleicht das Erfolgsgeheimnis der RECKEN. Oder, wie Felixson es mit Blick auf den Standort sagt: „Wir wollen hier in Hannover Spieler entwickeln, die nicht nur sportlich bestehen, sondern auch zeigen, wofür wir als Verein stehen.“ b

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Rethmar Golf

Am Golfplatz 1 31319 Sehnde

Telefon: 0 51 38 / 70 05 30

E-Mail: info@rethmargolf.de

Grasgeflüster Nicht perfekt, aber zusammen

Wiedersehen,dasguttut: Johannes,Olga (r.)undich kurzvormSpiel.

IMPRESSUM

Herausgeber und Verlag: Schlütersche Fachmedien GmbH Ein Unternehmen der Schlüterschen Mediengruppe Geschäftsführung: Ingo Mahl

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16:30 Uhr. Eigentlich spiele ich morgens. Heute nicht. Ich habe mich mit Johannes und Olga verabredet. Wir haben im Oktober die Platzreife gemacht, danach nur eine Runde gespielt. Seitdem haben wir uns nicht gesehen. Umso mehr freue ich mich auf heute.

Johannes hat schon eine ganze Woche Golf hinter sich. Olga will wieder anfangen und dranbleiben. Wir starten auf Blau. Neun Loch. Die erste Bahn läuft holprig. Ich frage Johannes, was wir dazu später in die Kolumne schreiben sollen. „Dass wir bedauert haben, überhaupt losgefahren zu sein.“ Wir lachen, spielen weiter und reden viel. So viel, dass wir zwischendurch nicht mehr wissen, wer wie viele Schläge hatte. „Wir brauchen eine Zählkette“, sagt Johannes. Wahrscheinlich hat er recht.

Auf der zweiten Bahn wechselt Olga den Ball. „Vielleicht klappt es mit einer anderen Farbe besser“, merke ich an. Der Abschlag sitzt. Wir sprechen über Paris, übers Reisen, übers Ausprobieren. Während Johannes auf der dritten Bahn seinen Ball sucht, werden Olgas Schläge im-

mer besser. Sein Ball wird gefunden und mit viel Kraft übers Grün ins Wasser geschlagen. An Bahn vier misslingt ihm der Abschlag komplett. „Der war nicht gut“, sage ich, ohne hinzusehen. Der Ball liegt noch am Abschlag. „Ich brauche dieses T-Shirt, auf dem steht ‚Ich hasse Golf‘“, sagt er und lacht.

An Bahn fünf zeigt er sein Spiel. Zweiter Schlag aufs Grün, zwei Putts, Loch. „Die Bahn spielen wir öfter.“ Auf Bahn sechs wird es ruhig. Waldschneise, Wasser, ein Moment zum Durchatmen. An Bahn sieben fliegt sein Ball weit über die Bäume hinaus. Olga probiert auf den letzten Bahnen den Driver. Noch vorsichtig, aber es wird besser. Ich merke: Es geht heute nicht darum, gut zu spielen. Sondern wieder reinzukommen.

Nach neun Löchern ist Schluss. Die Zeit ist viel zu schnell vergangen. Wir verabreden uns für in zwei Wochen. Vielleicht geht es nicht immer um den perfekten Schlag. Sondern darum, wieder gemeinsam auf dem Platz zu stehen. Schönes Spiel, Johannes und Olga. b

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Druck: Bonifatius GmbH Druck | Buch | Verlag, Paderborn

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Leonetti
Eine Kolumne von Roksana Leonetti

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