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Niedersächsische Wirtschaft 5/2026

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5|2026

Niedersächsische

September | Oktober

WIRTSCHAFT Das regionale Wirtschaftsmagazin der IHK Hannover.

Selbstverständlich selbstbewusst: Was Frauen in der Wirtschaft bewegen.

Frauen unternehmen KI: Finden und gefunden werden

EmpCo: Was jetzt zu tun ist

Seiten 14/24

Seite 22

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AUFSCHLAG

„If it was Lehman Sisters, it would be a different world.“ Hätte es sich um Lehman Sisters gehandelt, wäre die Welt eine andere: Das sagte Christine Lagarde, erste Frau an der Spitze der Europäischen Zentral­ bank, einst über die Investmentbank Lehman Bro­ thers, deren Insolvenz 2008 am Beginn der globalen Finanzkrise stand. Und sprach damit die Frage an, wie Frauen mit einem anderen Risiko­bewusstsein Einfluss auf die Wirtschaft nehmen können.

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INHALT

Niedersächsische

WIRTSCHAFT

Foto: Sparkasse Hannover

5|2026

Impulse

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Editorial • Nachrichten • Personalien • Kommentar

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Frauen in der Wirtschaft Damit Frauen die KI-Zukunft mitschreiben

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Ein Vortrag allein reicht nicht: Midlife

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Frauen-Netzwerk der IHK Hannover

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Wie Frauen gründen

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Foto: heise

Magazin

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EmpCo: Was jetzt auf dem Prüfstand ist

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Sichtbar sein – auch in der KI

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Über allen Köpfen KI

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Der europäische Blick

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Olaf Lies und Gerhard Oppermann im Interview: Mehr Tempo

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Unternehmen meta Fackler Arzneimittel: Mit der Natur im Einklang

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Hotel Roshop: Ein Hotel, alles da

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Sparkasse Hannover: Eine Zahl als Hebel

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Köpfe: Johanna Heise

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Geklingelt bei: Yvonne Weber, Classic-Moped.de

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Sport Sponsoring: dentastico – großes Herz für Frauenfußball

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Praxis

Foto: Georg Thomas

Fachkräfte 48 • Recht 54 • Digitalisierung 56 • Gesundheit 57 • International 58

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Vermischtes & andere Rubriken

64 Niedersächsische Wirtschaft 5 | 2026

Aufschlag 3 • Unternehmensbörse 45 • Unternehmen in Kürze 43 • Unternehmensbörse 45 • Gestartet / Firmenjubiläen 46 • Denkmale der Zeit 60 • Zeitreise / Impressum 63 • Engagiert: Heinrich-Dammann-Stiftung: Alles für die Jugend 64 • Ausstieg 66


ZUSATZ | INHALT

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Was, wenn Arbeit glücklich macht? Doch wieso ist das eigentlich Chefsache?

(c) pixeldeluxe/Getty Images

Wellbeing ist kein Privatproblem und kein Nice-to-have. Es ist ein zentraler Erfolgsfaktor: Bewegung stärkt nicht nur den Körper, sie verbessert Funktionen im Gehirn wie fokussieren und planen. Kurz gesagt: Wer sich bewegt, ist produktiver und leistungsfähiger. Laut der Great Employee Benefit Study fühlen sich 72 % der Beschäftigten durch FitnessBenefits körperlich unterstützt und 65 % erleben eine bessere Work-LifeBalance. Wer Menschen dabei unterstützt, gesund zu bleiben, sich zu bewegen und ihren Arbeitsalltag positiv zu gestalten, investiert nicht nur in ihre Gesundheit. Sondern auch in Motivation, Produktivität und langfristige Mitarbeiterbindung.

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IMPULSE

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Niedersächsische Wirtschaft 5 | 2026


Foto: Fabienne Engel & Wiebke Lühmann

IMPULSE

Mit dem Fahrrad von Freiburg nach Kapstadt Wiebke Lühmann hat während ihres Studiums in Göttingen und Freiburg ihre Leidenschaft fürs Radfahren entdeckt. Im 2023 ist sie mit ihrem Fahrrad von Freiburg in Richtung Kapstadt aufgebrochen: 430 Tage später erreichte die 32-jährige gebürtige Hildesheimerin das Kap der Guten Hoffnung in Südafrika – nach 20 150 Kilometern, die sie teils allein, teils in Gesellschaft durch Europa und durch 18 afrikanische Länder fuhr. Über ihre Erlebnisse berichtet sie in ihrem Anfang des Jahres erschienenen Buch „Immer Richtung Süden“. Und im Film „Same Sun“, der seit Anfang September im Kino läuft. (dö)

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IMPULSE

In diesen Tagen treffen sich 200 Frauen, die in der Wirtschaft Verantwortung tragen, in der IHK Hannover. Deshalb finden Sie in dieser Ausgabe mehr noch als sonst Beiträge, in denen Frauen mit Mittelpunkt stehen. Zum Beispiel: Eine Firma, die lange von Mutter und Tochter geführt wurde (S. 34). Eine junge Frau, die im Familienunternehmen Verantwortung übernimmt (S. 40). Eine andere fuhr mit dem Fahrrad nach Kapstadt (S. 6). Ganz bewusst weisen wir im Heft nicht auf diese und andere Beiträge eigens hin. Allerdings keineswegs deshalb, weil es selbstverständlich wäre, dass Frauen in führenden Positionen arbeiten. Ist es nicht, obwohl sie nach Schule, Ausbildung oder Studium sehr oft mit besseren Voraussetzungen in den Beruf starten. Trotzdem sind Karrierewege von Frauen immer besondere persönliche Erfolgsgeschichten. Noch nicht selbstverständlich. Obwohl es eigentlich so sein sollte: Genau deshalb haben wir etwa auf ein eigenes Logo für diese Beiträge verzichtet. Dieser Ausgabe vorangestellt ist ein Satz von EZB-Chefin Christine Lagarde, die angesichts eines männerdominierten Finanzsystems sagte, dass Lehman Sisters die Wirtschafts- und Finanzkrise verhindert hätten. Es bleibt eine – lohnende – Spekulation, ob bei mehr Verantwortung von Frauen in der KI (S. 14) die Diskussion um einen Kontrollverlust nicht notwendig wäre.

Klaus Pohlmann Chefredakteur

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Fachkräfte: IHK fordert schnellere Verfahren D

ie IHK Hannover spricht sich für eine grundlegende Modernisierung der Einwanderungsverfahren von qualifizierten Fachkräften aus. In ihrem von der Vollversammlung am 7. September beschlossenen Standpunkt „Fachkräfteeinwanderung wirksam gestalten“ fordert die IHK konkrete Reformen von Politik und Verwaltung. Dazu gehören eine konseFachkräfte: Der Weg bis zur Einreise ist meist weit. quente Digitalisierung, klar geregelte Zuständigkeiten und ein durchgängiger chen gut versorgt scheinen: in „One-Stop-Prozess“, bei dem Untervielen Bereichen wachsen ohne zusätzliche Zuwanderung in den nehmen und Fachkräfte alle notkommenden Jahren die Engpässe. wendigen Verfahren über einen zenEs wird nicht möglich sein, diese tralen Zugang abwickeln können. „Deutschland steht im internatioLücken allein aus dem heimischen nalen Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräftepotenzial zu schließen. Auch bei der AusbildungszuFachkräfte. Um den Personalbedarf wanderung sieht die IHK Handunserer Mitgliedsunternehmen lungsbedarf. Der Anteil Auszubilauch in Zukunft zu sichern, brauchen wir eindeutige Wege und dender mit ausländischem Pass schnellere Verfahren“, sagt Maike hat sich im Bereich der IHK HanBielfeldt, Hauptgeschäftsführerin nover in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht und der IHK Hannover. „Was bislang lag 2025 bei rund 12 Prozent aller in Modellprojekten gelingt, muss Auszubildenden. jetzt für alle ausgebaut werden.“ Ohne Fachkräfte aus dem Ausland Mit ihrem Positionspapier wird sich der Arbeitskräftebedarf legt die IHK Hannover 19 konkrete Vorschläge zur Weiterentwickder niedersächsischen Wirtschaft lung der Fachkräfteeinwanderung künftig nicht decken lassen. Nach vor: zum Beispiel den Abbau von Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft fehlten in NieDoppelprüfungen, schnellere Verdersachsen im Jahresdurchschnitt fahren für Unternehmen, bessere Sprachförderung, den Ausbau von 2025 mehr als 42 000 qualifizierte Anpassungsqualifizierungen sowie Arbeitskräfte. Gleichzeitig wird die eine stärkere Unterstützung interZahl der Menschen im erwerbsfänationaler Auszubildender. Der higen Alter in Niedersachsen in vollständige Standpunkt ist online den kommenden Jahren deutlich abrufbar. (gt) W zurückgehen. Aktuell ist rund jeder www.hannover.ihk.de/ vierte Beschäftigte älter als 55 Jahre. ihk_standpunkte Auch wenn derzeit manche Bran-

Foto: stock.adobe.com / escapejaja

Auf dem Weg


IMPULSE

Leibniz-FH startet KI-Studiengang K I-Technologien nicht nur anzuwenden, sondern auch zu verstehen und selbst zu gestalten – mit dem Ziel, den Fachkräften von morgen diese Kenntnisse zu vermittelt, startet die Leibniz-Fachhochschule aus Hannover den neuen Studiengang Applied AI in Informatics, der sich aktuell noch im Verfahren der Akkreditierung und Genehmigung befindet. Das Studium verbindet fundierte Informatikkenntnisse mit Methoden der künstlichen Intelligenz. Die Studierenden beschäftigen sich dabei unter anderem mit Programmierung, Algorithmen, Datenverarbeitung und maschinellem Lernen. In den Praxisphasen

wenden die jungen Menschen ihr Wissen in den Partnerunternehmen an und arbeiten an konkreten betrieblichen Herausforderungen. „In den Unternehmen der Region Hannover ist der Bedarf an KI-Kompetenzen mittlerweile enorm. Künstliche Intelligenz muss heute sicher und zielgerichtet im Betriebsalltag angewendet werden“, betont Prof. Dr. Thomas Winkelmann, Präsident der Leibniz FH. Der neue KI-Studiengang für duale Studierende soll 2027 starten. Unternehmen, die Studienplätze anbieten möchten, wenden sich an die Leibniz-FH. (AK) W www.leibniz-fh.de/ studiengaenge/applied-ai/

Neuer KI-gestützter Chatbot auf IHK-Seite Seit wenigen Wochen bietet die Website der IHK Hannover Besucherinnen und Besuchern zu allen Themen einen zusätzlichen Service: Ein Chatbot beantwortet KI-gestützt Fragen rund um die Uhr. Die IHK Hannover nutzt dabei die Software des Berliner Dienstleisters OMQ GmbH. Der Chatbot greift nicht nur auf eine Datenbank zurück, sondern findet mithilfe Künstlicher Intelligenz passende Informationen auf der IHK-Website und nutzt diese Inhalte für seine Antworten. Der Chatbot war anfangs nur auf Themenseiten im Bereich Ausbildung zu finden. Hier unterstützte er Ausbildungsbetriebe und Auszubildende bei Fragen zu Prüfungen, Fristen und Zugangsdaten. Da der Chatbot im Sommer seine eigene Prüfungsphase erfolgreich gemeistert hat und zuverlässig sowie schnell die passenden Antworten findet, ist er nun auch auf der ganzen Seite verfügbar. (gh) W

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IMPULSE

Pisa begegnen Als 2001 die Ergebnisse der ersten Pisa-Studie veröffentlicht wurden, ging ein Aufschrei durch das Land. Einige Pisa-Studien und 25 Jahre später haben sich die Gesamtergebnisse weiter verschlechtert. Ein Drittel der Schülerinnen und Schüler sieht die Schule sogar als komplette Zeitverschwendung an. Unternehmen merken das täglich: 94 Prozent der niedersächsischen Ausbildungsbetriebe stellen Defizite bei der Ausbildungsreife fest, 40 Prozent geben ihren Auszubildenden Nachhilfe, fast jede Firma ergreift Förder„Wer die Pisa-Studie maßnahmen. Doch auch die engagiertesten Ausbildungsbegenauer liest, sieht aber triebe können nicht auffangen, auch Zahlen, die Mut was vorher versäumt wurde.

machen.

Hinzu kommt: In Niedersachsen verließen 2025 knapp zehn Prozent der Jugendlichen die Schule ohne Abschluss; die meisten von ihnen werden ohne Berufsabschluss bleiben. Bildungsreformen haben bislang nicht den gewünschten Erfolg gebracht, weder beim Bildungsniveau noch zur Verhinderung von Schulabbrüchen. Wer die Pisa-Studie genauer liest, sieht aber auch Zahlen, die Mut machen: Vier von fünf Schülerinnen und Schülern halten sich für neuund wissbegierig. Mehr als die Hälfte überprüft regelmäßig mit verschiedenen Fragestellungen, ob sie den Stoff richtig verstanden haben. In diesen Feldern schneidet Deutschland über dem OECD-Durchschnitt ab. Viele Jugendliche haben also Lust zu lernen und sind im Grunde hoch motiviert.

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Politik muss hier mit aller Konsequenz ansetzen. Das geht nur Schritt für Schritt, und es geht nicht von heute auf morgen, aber es ist der richtige Weg. Nicht richtig ist es hingegen, ein Absinken von Bildungsstandards hinzunehmen und es Ausbildungsbetrieben zu überlassen, dies aufzufangen oder gar mit einer Ausbildungsplatzabgabe für die Versäumnisse des Bildungssystems zu bestrafen. Die Wirtschaft leistet ihren Beitrag zur Nachwuchsförderung mit vielfältigen Formaten zur beruflichen Orientierung und großem Ausbildungsengagement auch in schwierigen Zeiten. Dieses Engagement muss auf einer stabilen Bildungsbasis aufsetzen. Nur so bleibt der Wirtschaftsstandort Deutschland zukunftsfähig.

Silke Richter IHK Hannover


IMPULSE

Personalien

Ab 100 000 Euro: Ab 2028 sollen Registrierkassen zur Pflicht werden

Foto: stock.adobe.com/ okrasiuk

Das Bundesfinanzministerium hat im August einen Referentenentwurf vorgelegt, der ab 2028 eine Registrierkassenpflicht für Unternehmen mit mehr als 100 000 Euro Jahresumsatz vorsieht. Diese Unternehmen sollen keine offenen Ladenkassen mehr nutzen dürfen und stattdessen elektronische Kassensysteme mit zertifizierter technischer Sicherheitseinrichtung (TSE) einsetzen müssen. Zudem soll die bisherige papiergebundene Belegausgabepflicht (Bonpflicht) durch eine elektronische Belegbereitstellungspflicht ersetzt werden. Belege müssen dann beispielsweise per QR-Code oder NFC-Technologie bereitgestellt werden. Der zivilrechtliche Anspruch des Kunden auf einen Papierbeleg bleibt bestehen. Mit den Vorschlägen sollen die Ankündigungen des Koalitionsvertrags umgesetzt werden, wobei die verpflichtende digitale Belegausgabe dort nicht erwähnt ist. Das BMF sieht darüber hinaus die Möglichkeit vor, Ausnahmen von der Kassenpflicht per Rechtsverordnung zu regeln. Ein parallel veröffentlichter Diskussionsentwurf nennt unter anderem mobile Tätigkeiten, Marktstände, Vertrauenskassen sowie bestimmte Branchen als mögliche Ausnah-

Volker Alt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hannover, wird neues Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) in Berlin. Alt soll sein Amt möglichst Anfang 2027 antreten.

metatbestände. Die Abschaffung der Belegausgabepflicht ist eine langjährige Forderung der IHK-Organisation, da der Papierbeleg Unternehmen unnötig mit Kosten und zusätzlichen administrativen Vorgängen belastet. Dieses gilt insbesondere, weil viele Kunden bei Kleinbeträgen oder Einkäufen des täglichen Bedarfs keine Bons wünschen. Mit der Einführung einer Kassenpflicht für bestimmte Unternehmen würden allerdings neue organisatorische, bürokratische und finanzielle Belastungen geschaffen. Betroffene Betriebe müssen gegebenenfalls Kassensysteme anschaffen oder anpassen sowie die laufenden Anforderungen an Betrieb, Wartung und Meldung der Systeme erfüllen. (rf) W

Ulrich Herfurth, Re c h t s a nwa l t in Hannover, wurde mit dem Initiativpreis der Göttinger Susanne & Gerd Litfin-Stiftung ausgezeichnet für das von ihm angestoßene Programm Business4school, das Schülerinnen und Schüler in Südniedersachsen über Wirtschaft und Berufsperspektiven informiert. Dr. Oliver Kiaman ist seit Mitte August Mitglied der Geschäftsführung der Baum Holding GmbH in Hannover. Er stand zuletzt an der Spitze der Haus & Grundeigentum Service und von Haus & Grund Hannover. Matthias Ludwig wird neuer Geschäftsführer der Antecs GmbH in Lehrte sowie der Alphitan Ger-

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IMPULSE

Personalien

IHK IN DER PRESSE

Nachhaltig ja – aber bitte praxistauglich

many in Mühlheim-Klärlich. Er folgt damit auf den langjährigen Geschäftsführer Alexandros Sdrakas. Antecs und Alphitan Germany gehören zur französischen Alphitan Group.

Mit der neuen EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) verfolgt die Europäische Union wichtige Ziele für mehr Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Die Wirtschaft unterstützt diese Ziele, befürchtet aber unverhältnismäßige neue bürokratische Belastungen für Unternehmen. Die IHK Hannover fordert eine bürokratiearme Umsetzung der PPWR. Insbesondere bei der erweiterten Herstellerverantwortung braucht es europaweit möglichst einheitliche Verfahren, damit Unternehmen ihre Pflichten auch bei grenzüberschreitenden Geschäften mit vertretbarem Aufwand erfüllen können.

Mara Pleteit arbeitet seit dem 1. September in der Geschäftsführung der Hafven GmbH & Co. KG in Hannover. Zum 1. November kommt als weiterer Geschäftsführer Hannes Dahmke. Jürgen Pleteit wird den vor zehn Jahren als Coworking Space gegründeten Hafven noch ein Jahr übergangsweise begleiten.

Volker Stern (65) trat nach fast 30 Jahren im Vorstand der Volksbank Kassel Göttingen und ihrer Vorgängerinstitute am 31. Juli in den Ruhestand.

„Die verpflichtende Benennung von Bevollmächtigten in einzelnen EU-Mitgliedstaaten sollte Foto: stock.adobe.com / Pixel-Shot

Seit dem 1. Juli ist Eike Jan Schröder Kaufmännischer Leiter des Median Ambulanten Gesundheitszentrums sowie des Ambulantes Therapiezentrums in Hannover.

Frank Völkner hat zum 1. Juli die Leitung des Fairhandels-Unternehmens El Puente in Nordstemmen übernommen. Er folgt auf Jette Ladiges. Jürgen Wache, gerade als Vorstandschef der Hannoverschen Volksbank vermeintlich in den Ruhestand gewechselt, ist designierter neuer Vorstandschef der Volksbank BRAWO eG in Wolfsburg, die für 2025 gerade einen dreistelligen Millionenverlust ausweisen musste.

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Niedersächsische Wirtschaft 5 | 2026

abgeschafft werden. Statt vieler unterschiedlicher Registrierungsund Meldeverfahren brauchen wir einen europäischen One-StopShop, über den Unternehmen ihre EPR-Pflichten zentral und digital erfüllen können“, sagt Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Hannover. Unternehmen, die Verpackungen in andere EU-Mitgliedstaaten in Verkehr bringen, werden mit aufwändigen nationalen Registrierungs-, Melde- und gegebenenfalls Vertretungspflichten konfrontiert. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen steht der damit verbundene Aufwand häufig in keinem angemessenen Verhältnis zum tatsächlichen Geschäft. Dies kann dazu führen, dass Unternehmen einzelne Märkte künftig nicht mehr bedienen. Sinnvoll wären praxistaugliche Bagatellgrenzen, damit Unternehmen mit geringen Verpackungsmengen nicht mit unverhältnismäßigem Verwaltungsaufwand belastet werden. „Die Verpackungspolitik muss Nachhaltigkeitsziele und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zusammen denken, sonst gefährdet Überregulierung den europäischen Binnenmarkt“, so Bielfeldt. (red) W

85 Mio. Euro: EU fördert Cybersecurity Die EU stellt 85 Mio. Euro für Projekte zu KI-gestützter Cybersicherheit, Resilienz, Cloud-Infrastrukturen und Dual-Use-Technologien bereit. Das Nationale Koordinierungszentrum für Cybersicherheit (NKCS) informiert Unternehmen, die sich mit Ideen um Fördermittel bewerben möchten, in diversen Veranstaltungen. Dabei ist es auch das

Ziel grenzüberschreitende innereuropäische Verbinungen herzustelen. Erste Formate haben bereits im September stattgefunden,es gibt aber auch Angebote im Oktober, zum Beispiel einen kostenfreien Workshop zu europäischen Clouds am 20. Oktober. (os) W www.hannover.ihk.de Dok.-Nr. 7168264


IMPULSE

Foto: LmS

Personalien

Zehn Jahre: Logistik macht Schule Die Initiative „Logistik macht Schule“ hat vor wenigen Wochen in der IHK Hannover ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. Das Projekt schafft seit 2016 erfolgreich Verbin­dungen zwischen Schulen, Unternehmen und jungen Menschen in der Region Hannover und gibt realistische Einblicke in die Logistik-Branche. Bei der Veranstaltung diskutierte Silke

Richter, Leiterin des IHK-Bereichs Berufliche Bildung und Fachkräfte mit Fachleuten über die Wichtigkeit einer frühen beruflichen Orientierung, die Fachkräftesicherung sowie die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen. Eine Auszubildende berichte über ihren beruflichen Weg, den sie über das Projekt fand. (pfr) W

Katharina Wieking wird zum 1. Januar hauptamtliche Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen (IHKN). Sie übernimmt damit die Position von Monika Scherf, die Ende 2026 planmäßig in den Ruhestand tritt. Wieking ist seit Mitte 2023 politische Referentin der IHKN. Weiterhin wird Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Hannover, zur IHKN-Hauptgeschäftsführung gehören. Hinzu kommt ab 2027 Marco Graf, IHK-Hauptgeschäftsführer in Osnabrück. Mehr Personalien lesen Sie tages­aktuell im NW-Webmgagazin: www.nw-ihk.de

KI im Studium angekommen Vier von fünf Studierenden nutzen KI-Tools mindestens wöchentlich, fast 47 Prozent sogar täglich. Am häufigsten wird KI für Recherchen, erste Orientierung in Themenfeldern sowie für Brainstorming eingesetzt. Dies zeigt der aktuelle DatenCheck des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Während in der Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftspsychologie, im Wirtschaftsingenieurwesen und in der Betriebswirtschaftslehre mehr als neun von zehn Studierenden KI mindestens wöchentlich nutzen, liegen die Werte in der Sozialen Arbeit bei rund 69 Prozent und in den Rechtswissenschaften bei rund 53 Prozent.

Der Einsatz von KI bei Prüfungsleistungen wird unterschiedlich bewertet: 46 Prozent der Studierenden befürworten eine Nutzung eher oder vollständig, 31 Prozent lehnen sie (eher) ab, weitere 24 Prozent sind unentschlossen. Die Angebote der Hochschulen zur Vermittlung von KI-Kompetenzen werden von den Studierenden durchschnittlich mit 3,3 von 5 Sternen bewertet. Gleichzeitig wünschen sich mehr als die Hälfte der Befragten eine stärkere Them-atisierung von KI in der Lehre. 70 Prozent sprechen sich zudem für klare Richtlinien zum ethischen Umgang mit KI und zum Schutz er persönlichen Daten aus. (red) W

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HAUPTSACHE | FRAUEN IN DER WIRTSCHAFT

Damit Frauen die KI-Zukunft mitschreiben Rebecca Hundschell hat 2025 den ­„The Female AI Club“ gegründet, der über 5000 Frauen vernetzt. Ferner unterstützt sie Unternehmen bei der Einführung und Nutzung von Künstlicher Intelligenz.

Rebecca Hundschell: Die Zahlen sprechen für sich: Nur 12 Prozent der KI-Forschenden weltweit sind Frauen, in Deutschland liegt der Anteil weiblicher KI-Talente bei 21 Prozent – gleichzeitig sind 80 Prozent der Menschen, die KI-Systeme entwickeln, weiße Männer. Das heißt: Eine sehr homogene Gruppe entscheidet gerade, wie ein Werkzeug funktioniert, das teils schon heute, aber vor allem in Zukunft über Kreditvergaben, Bewerbungen, Gerichtsurteile oder medizinische Behandlungen mitentscheidet. Wenn wir als Frauen in diesen Design-, Trainings- und Validierungsräumen nicht sitzen, wird über unsere Realität entschieden – nicht mit uns. Genau das meine ich: Die Zukunft wird geschrieben, aber nicht von uns mitgeschrieben.

Welche Gruppen werden von KI ­benachteiligt? Hundschell: Grundsätzlich reproduzieren und verstärken Algorithmen bestehende gesellschaftliche Ungleichheiten – das betrifft alle Gruppen, die in den Trainingsdaten historisch unterrepräsentiert oder benachteiligt waren. Frauen sind ein großes Beispiel, aber eben nicht das einzige: Es trifft auch Menschen mit dunklerer Hautfarbe, Teilzeitbeschäftigte – die übrigens mehrheitlich Frauen sind – und alle, deren Lebensrealität in den Daten schlicht nicht vorkommt. Bias entsteht nie böswillig, sondern

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Niedersächsische Wirtschaft 5 | 2026

Foto: Manuel Maier

„Die weibliche Zukunft wird gerade gestaltet, aber wir gestalten sie nicht aktiv selbst“, haben Sie im April beim FrauenKongress Femworx, der parallel zur Hannover Messe läuft, im Kontext zum Thema KI gesagt. Was meinen Sie damit?

„Nur 12 Prozent der KI-Forschenden weltweit sind Frauen. Gleichzeitig sind 80 Prozent der Menschen, die KI-Systeme entwickeln, weiße Männer.“ Rebecca Hundschell

Rebecca Hundschell

durch einen Kreislauf: Die Welt liefert Erfahrungen, die Erfahrungen werden zu Daten, aus den Daten wird ein Design gebaut – oft mit guten Absichten –, und das Design trifft wieder Entscheidungen, die auf die Welt zurückwirken. Genau dieser Kreislauf sorgt dafür, dass alte Ungleichheiten in neuen Systemen weiterleben.

Können Sie Beispiele nennen? Hundschell: Gerne, ich habe da leider reichlich Material. Was ich selbst regelmäßig teste, ist, was passiert, wenn ich einen gleichen Prompt in den Chatbot eingebe, nur den Namen und das Pronomen ändere – also einmal Kelly, einmal Joseph, gleiche Rolle, gleiche Erfahrung – und mir ein Arbeitszeugnis für beide erstellen lasse. Das Ergebnis: Kelly wird als „warmherzig“ und „verlässlich“ beschrieben, Joseph als „Vorbild“ mit „Führungsqualitäten“. Das ist übrigens keine Einzelbeobachtung von mir, sondern Titel eines Papers aus 2023: „Kelly is a warm person, Joseph is a role model.“ Ich mache das alle paar Monate mit jeder neuen KI-Modellgeneration, und mir ist aufgefallen,


FRAUEN IN DER WIRTSCHAFT | HAUPTSACHE

dass der Bias etwas subtiler geworden ist – aber er ist weiterhin vorhanden. Bei Gesichtserkennungssoftware großer Anbieter lag die Erkennungsgenauigkeit bei hellhäutigen Männern teils bei 100 Prozent – bei dunkelhäutigen Frauen teilweise nur bei 65 Prozent. Das heißt, dass Technologien wie FaceID für hellhäutige Nutzende deutlich besser funktionieren als für dunkelhäutige Nutzende. Und dann die Zahl, die mich am meisten wütend macht: Es wird sehr viel über Deepfakes zur Beeinflussung von Politikern oder Wahlen gesprochen – das will ich gar nicht kleinreden. Aber eine Auswertung von Security Hero aus 2023 hat gezeigt: 98 Prozent aller Deepfake-Videos online sind sexualisierte Inhalte mit 99 Prozent Frauen.

Sie haben im Frühjahr 2025 den Female AI Club gegründet. Was war Ihre Motivation dazu? Hundschell: Ich habe den Female AI Club am 8. März 2025, dem internationalen Frauentag, gegründet. Die Motivation war ganz direkt: 21 Prozent weibliche KI-Talente in Deutschland ist zu wenig, und ich wollte nicht nur darüber sprechen, sondern etwas dagegen tun. Dazu kommt ein weiterer Pain Point: Frauen sind von der KI-Transformation der Arbeitswelt besonders betroffen – viele klassisch weiblich besetzte Tätigkeiten und Branchen verändern sich gerade grundlegend. Mir war wichtig, einen Safe Space zu schaffen – einen niedrigschwelligen Einstieg in KI, unabhängig vom aktuellen Wissensstand, ohne dass sich jemand für eine „dumme Frage“ schämen muss. Heute sind wir eine Community und Lernplattform mit über 5000 Frauen im DACHRaum, die sich vernetzen und voneinander lernen. Unsere KI-Trainings sind regelmäßig ausgebucht. Unsere Mission ist, dass KI als Werkzeug Frauen dabei hilft, ihre Karriere neu zu denken, neue Chancen zu ergreifen und ihre Zukunft selbstbestimmt zu gestalten. Denn es reicht nicht, nur die Tools zu kennen – entscheidend ist, ob du mit am Tisch sitzt, wenn über die Zukunft der Arbeit entschieden wird.

Nicht jede Frau kann sich täglich sehr intensiv mit Themen wie KI oder Prompts auseinandersetzen … Hundschell: Absolut. Wenn man in die Medien schaut, hat man ständig das Gefühl, hinterherzuhinken – das geht mir übrigens genauso, obwohl ich mich tagtäglich mit KI beschäftige. Diese Fear of Missing out, ständig etwas Neues

„Wenn wir als Frauen in diesen Design-, Trainings- und Validierungsräumen nicht sitzen, wird über unsere Realität entschieden – nicht mit uns. Genau das meine ich: Die Zukunft wird geschrieben, aber nicht von uns mitgeschrieben.“ Das ausführliche Interview lesen Sie im Webmagzin auf nw-ihk.de

lernen zu müssen, wird von Medien und KI-Anbietern selbst befeuert – jede Woche ein neues Modell, ein neues Feature, ein neuer Hype. Davon sollte man sich nicht verrückt machen lassen. Mein Rat: Ein Tool wählen – ob ChatGPT, Claude oder Langdock ist am Ende zweitrangig – und dabei bleiben, statt ständig zu wechseln. Und dann nicht vom Tool her denken, sondern vom eigenen Problem: Welche Aufgaben mache ich in meinem Alltag wiederkehrend, bei denen KI mich unterstützen könnte? Was würde mehr Struktur benötigen? Wo bremst mich der Alltag bei einer Aufgabe aus? Zum Umsetzen empfehle ich dann immer: Erkläre der KI deinen Anwendungsfall so genau wie möglich und frag sie anschließend, was sie braucht, um ihn richtig gut für dich umzusetzen. Du musst dabei nicht von Anfang an den perfekten Prompt haben – die KI kann ihn auf Basis deiner Eingaben für dich mitentwickeln.

Auf Ihrer Handyhülle haben Sie den Satz stehen: „Offline is the new luxury.“ Hundschell: Ja, ausgerechnet bei mir (lacht). Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr stimmt der Satz. Ein Online-Call ist ein Klick, effizient, aus dem Homeoffice, notfalls in Jogginghose. Ein echtes Treffen dagegen verlangt ein Commitment: To-dos stoppen, sich anziehen, hinfahren. Gerade in dieser schnelllebigen, KI-getriebenen Welt sind Offline-Momente aber auch aus einem anderen Grund wichtig: Nur wenn unser Gehirn unstrukturierte, echte Reize bekommt, bleibt es trainiert, selbst zu denken. Kritisches Denken entsteht genau in diesen Pausen. W Die Fragen stellte Barbara Dörmer.

Zur Person Die 29-jährige KI-Expertin hat 2025 den „The Female AI Club“ in München gegründet, dem inzwischen rund 5000 Frauen aus dem DACH-Raum angehören. Der Club bietet Events, KI-Trainings und Vernetzungsmöglichkeiten für Frauen in einem sicheren Raum an. Die studierte Wirtschaftsinformatikerin verfügt über langjährige Erfahrung in der Leitung von Projekten im Bereich Technischer Vertrieb und Softwareentwicklung bei Bosch. Mi ihrem Unternehmen Elevaition Consulting berät sie den Mittelstand zur KI-Adaption. Durch ihre Arbeit befähigt sie Organisationen und Gemeinschaften, KI strategisch einzusetzen. Ihr Fokus liegt darauf, menschliche Beziehungen nicht zu ersetzen, sondern zu verbessern. (dö)

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HAUPTSACHE | FRAUEN IN DER WIRTSCHAFT

Katja Ohly-Nauber (l.) und ­Constanze Stock bringen mit ihrer ALL ABOUT MIDLIin der Lebensmitte auch in Unternehmen.

Ein Vortrag allein reicht nicht Katja Ohly-Nauber und Constanze Stock, Gründerinnen der ALL ABOUT MIDLIFE GmbH, nehmen Frauengesundheit in der Lebensmitte in den Fokus. Im August waren sie beim IHK-Frauen-Netzwerk. Hier zeigen sie, wie das Thema in Unternehmen verankert werden kann. VON KATJA OHLY-NAUBER UND CONSTANZE STOCK

„Boah, das war wirklich interessant und hilfreich. Aber könntet Ihr jetzt bitte auch mal mit meinem Chef darüber sprechen?“ Diesen Satz hören wir als Gründerinnen von All about Midlife erstaunlich oft nach Workshops zum Thema Wechseljahre in Unternehmen. Er bringt auf den Punkt, wo viele Arbeitgeber heute stehen: Das Thema bekommt Aufmerksamkeit. Erste Vorträge und Gesundheitsangebote für Frauen entstehen. Ein wichtiger Anfang. Doch wenn

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Niedersächsische Wirtschaft 5 | 2026

9 MILLIONEN Frauen in Deutschland (gerundet) sind aktuell in den Wechsel­jahren, etwa 7,5 Millionen von ihnen berufstätig.

Female Health nachhaltig im Arbeitsleben verankert werden soll, darf es dabei nicht bleiben.

Ein Thema mit wirtschaftlicher ­Relevanz Rund neun Millionen Frauen in Deutschland befinden sich aktuell in den Wechseljahren, etwa 7,5 Millionen von ihnen sind berufstätig. Gleichzeitig gehören Frauen über 50 zu den am schnellsten wachsenden Erwerbsgrup-

Foto: All about Midlife

FE GmbH Frauengesundheit


FRAUEN IN DER WIRTSCHAFT | HAUPTSACHE

pen. Fragt man diese Frauen nach ihren Beschwerden, nennen sie am häufigsten körperliche und geistige Erschöpfung, Schlafstörungen, erhöhte Reizbarkeit, depressive Verstimmung, Hitzewallungen, Gelenk- und Muskelbeschwerden. Die Auswirkungen auf Unternehmen sind erheblich: Laut einer Studie der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin reduzieren 25 Prozent der Frauen mit Wechseljahresbeschwerden ihre Arbeitszeit, 30 Prozent melden sich krank oder nehmen unbezahlten Urlaub, zehn Prozent kündigen. Hochgerechnet werden Wechseljahresbeschwerden mit rund 40 Millionen Fehltagen und wirtschaftlichen Kosten beziehungsweise Produktivitätsverlusten von 9,4 Mrd. Euro jährlich in Verbindung gebracht. Trotzdem haben 74 Prozent der Unternehmen bislang keine Maßnahmen zur Unterstützung von Frauen in den Wechseljahren implementiert. 42 Prozent der Firmen nennen mangelndes Bewusstsein als Grund, 32 Prozent fehlendes Wissen zur Umsetzung. 63 Prozent halten die Wechseljahre für ein „ausschließlich“ oder „hauptsächlich privates“ Thema. 32 Prozent der Personalverantwortlichen sehen das Thema in ihren Unternehmen als „tabuisiert“.

Vom Frauenthema zum ­Unternehmensthema

Führungskräfte müssen dabei keine Menopause-Expertinnen und -Experte werden. Sie sollten aber verstehen, wie sich beispielsweise Schlafprobleme, Erschöpfung oder Konzentrationsschwierigkeiten auf den Arbeitsalltag auswirken können und wissen, wie sie sensibel damit umgehen können.

Was können Unternehmen aber ­konkret tun?

„Entscheidend ist, herauszufinden, was die Mitarbeiterinnen tatsächlich brauchen und daraus Schritt für Schritt eine Struktur zu entwickeln, die langfristig trägt.“ Constanze Stock, Co-Geschäftsführerin, All about Midlife GmbH

Genau hier sehen wir den entscheidenden Perspektivwechsel. Wir freuen uns über jedes Unternehmen, das mit einem ersten Vortrag beginnt. Aber wenn danach ausschließlich die Frauen mehr über die Wechseljahre wissen, ist nur ein Teil der Aufgabe gelöst. Das Thema muss auch bei Führungskräften, im Bereich Human Resources und im Betrieblichen Gesundheitsmanagement ankommen.

In unserer Arbeit mit Unternehmen betrachten wir gemeinsam drei Ebenen: Strukturen, Arbeitsumgebung sowie Kultur und Führung. Maßnahmen können von flexiblen Arbeitszeiten und Pausenregelungen über Rückzugsmöglichkeiten bis zu Führungskräftetrainings, offener Kommunikation und passenden Angeboten im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) reichen. Dabei muss nicht alles auf einmal passieren. Ein Vortrag kann Awareness schaffen, vertiefende Workshops oder digitale Programme können Mitarbeiterinnen konkrete Unterstützung bieten, Führungskräfteschulungen schaffen Handlungssicherheit. Im nächsten Schritt kann Female Health strukturell im Betrieblichen Gesundheitsmanagement und perspektivisch im Employer Branding verankert werden. Es geht auch nicht darum, möglichst viele Einzelmaßnahmen anzubieten. Entscheidend ist, herauszufinden, was die Mitarbeiterinnen tatsächlich brauchen und daraus Schritt für Schritt eine Struktur zu entwickeln, die langfristig trägt. Wir sind überzeugt: Gerade bei diesem Thema müssen Frauen zusammenstehen, sich austauschen und auch laut werden. Im Privatleben genauso wie in den Unternehmen. Denn Veränderung beginnt dort, wo wir offen darüber sprechen, was Frauen in dieser Lebensphase wirklich brauchen. W

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Frauen-Netzwerk der IHK Hannover K ontakte knüpfen, Ideen austauschen und neue Impulse bekommen – das Frauennetzwerk der IHK Hannover bietet Unternehmerinnen und Frauen in Führungspositionen aus der Region seit Ende 2022 vielfältige Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln, Vorbild zu sein und andere zu motivieren. Inzwischen gehören mehr als 800 Frauen zum Netzwerk der IHK Hannover. Etwa vier Mal pro Jahr kommen die Teilnehmerinnen zusammen, um sich gemeinsam auszutauschen. Jedes Treffen hat einen thematischen Fokus. Neben einem fachlichen Input gibt es reichlich Raum für Diskussion – sei es an Themen­tischen oder während des Netzwerkens vor und nach der Veranstaltung. Die Netzwerktreffen finden in der IHK Hannover (Bild 4) oder extern statt – bisher zum Beispiel im Jazz Club Hannover (3), im ADAC Fahrsicherheits-Zentrum in Laatzen (2),

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„Was uns besonders freut, sind neben der Zahl der Teilnehmerinnen die Energie und Offenheit. Die Treffen leben von den Teilnehmerinnen, die sich einbringen, voneinander lernen und gemeinsam etwas bewegen wollen.“ Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Hannover

im GOP-Variété-Theater Hannover (6) oder bei der Niederlassung von Daimler Truck in Langenhagen (5). Das 4 Themen-Spektrum reicht von Care-Arbeit & Karriere über Digital Leadership & New Work oder Nachhaltigkeit & ESG-Reporting bis zu Frauen-Gesundheit. Die Teilnehmerinnen setzen sich auch dafür ein, andere Frauen und Mädchen für die Selbstständigkeit und für Führungspositionen zu begeistern: Bei der IHK-Girls’Day-Aktion „Ich werde Chefin!“ etwa durften Schülerinnen einen Tag lang den Arbeitsalltag einer Unternehmerin kennenlernen. Anfang Oktober ist die IHK Hannover Gastgeberin beim bundesweiten Netzwerktag Business Women IHK. Dabei treffen sich rund 200 ehrenamtlich in den IHKs organisierte Unternehmerinnen aus ganz Deutschland zum Austausch in Hannover. (dö) W


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Teilnehmerinnenentwicklung des IHK-Frauen-Netzwerks.

Foto: Mike Moritti

Möchten auch Sie dabei sein? Anmeldung: www.hannover.ihk.de/

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frauennetzwerk

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MÄRZ 2022

AUGUST 2024

AUGUST 2025

AUGUST 2026

Fotos: IHK (6)

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Gründungen von Frauen Laut KFW-Gründungsmonitor 2026 haben Frauen in Deutschland 2025 weniger Unternehmen im Vollerwerb gegründet. Eine der wenigen Studien, die sich intensiver mit Frauengründungen beschäftigt, ist der Female Founders Monitor.

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Foto: AdobeStock/Krakenimages

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er Anteil der Frauen, die in Deutschland 2025 ein Unternehmen gegründet haben, lag laut dem im Mai veröffentlichten KFW-Gründungsmonitor 2026 im vergangenen Jahr bei 35 Prozent (2024: 36 %) und damit unter dem langjährigen Durchschnitt von 39 Prozent. Der Rückgang resultiert maßgeblich aus den Vollerwerbsgründungen, bei denen der Gründerinnenanteil von 33 Prozent auf 27 Prozent eingeknickt ist. Bei den Nebenerwerbsgründungen blieb der Gründerinnenanteil im Vergleich zum Vorjahr stabil bei 38 Prozent. Auch der von der Bertelsmann Stiftung zusammen mit dem Startup-­Verband 2025 veröffentlichte Female Founders Monitor 2025 kommt zu dem Ergebnis, dass der Anteil von Frauen unter Startup-Gründenden in Deutschland erstmals seit Jahren rückläufig ist und aktuell bei rund 19 Prozent liegt. Die Studie beleuchtet als eine der wenigen den Gründerinnenanteil im deutschen Startup-Ökosystem. Interessant ist etwa, dass rund zwei Drittel der Start-up-Gründer den Plan einer Gründung bereits in der Jugend oder im Studium gefasst haben. Bei den Frauen ist der Anteil mit 43 Prozent deutlich niedriger. Außerdem setzen Frauen mit Blick auf ihren künftigen Job bereits im Studium andere Prioritäten: 60 Prozent der Studentinnen streben einen sicheren Arbeitsplatz an, während das nur für 32 Prozent der männlichen Studierenden eine wichtige Rolle spielt. Dies führt dazu, dass Frauen seltener früh den Weg in Richtung Start-up gehen: So liegt das Durchschnittsalter von Start-up-Gründerinnen aktuell bei 38 Jahren. 34 Prozent starten ihr Unternehmen im Alter zwischen 35 und 45, 39 Prozent zwischen 25 und 35, und lediglich 5 Prozent gründen vor ihrem 25. Lebensjahr. Ein Drittel der Gründerinnen fasst den Entschluss zur Gründung in den ersten Jahren der Berufstätigkeit, ein weiteres Viertel im weiteren Karriereverlauf. Damit fällt die Familiengründung bei Frauen zeitlich oft mit der Unternehmensgründung

Für Unternehmertum plus Care-Arbeit ist viel Kraft gefragt.

38 JAHRE ist das Durchschnittsalter von Start-up-Gründerinnen in Deutschland

zusammen. Frauen leisten aber nach wie vor den Großteil der Care-Arbeit. Eine zentrale Herausforderung ist die Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum: 81 Prozent der Frauen und 60 Prozent der Männer im Start-up-Umfeld sehen hierin einen entscheidenden Faktor für die Gleichstellung. Eine weitere Herausforderung besteht bei der Finanzierung: Bei Wagniskapital-Investitionen hat sich der Kapitalfluss in Start-ups mit mindestens einer weiblichen Gründerin seit 2017 zwar fast verdoppelt; 91 Prozent der Finanzmittel fließen allerdings an rein männliche Teams. Um mehr Frauen für die Start-up-­Welt zu gewinnen, fordern die Verfasser eine frühe Sensibilisierung und Bildung, bessere Rahmenbedingungen für Vereinbarkeit und mehr Diversität in Investoren-Netzwerken. (dö) W


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Familienunternehmen rekrutieren weiter nach traditioneller Schablone D arbeiten die Frauen deutlich stabiler in ihren Positionen: 23 Prozent der weiblichen und 38 Prozent der männlichen Vorstandsmitglieder haben seit März 2024 ihr Mandat abgegeben. „Wir beobachten gerade eine Vollbremsung bei der Erhöhung des Frauen­ anteils in den Geschäftsführungen der deutschen Unternehmen insgesamt“, kommentieren die Geschäftsführenden der AllBright Stiftung, Wiebke Ankersen und Christian Berg. „Für die Familien­ unternehmen ist das ein besonders großes Problem, denn sie stoppen die Entwicklung, bevor sie richtig gestartet ist. Der Modernisierungsstau in der deutschen Wirtschaft zeigt sich bei der Digitalisierung, bei den Geschäftsmodellen und bei der Zusammenstellung der Führungsteams gleichermaßen. Wir können diese unterschiedlichen Bereiche aber nicht gegeneinander ausspielen, es ist kein Entweder-Oder. Sie hängen alle miteinander zusammen und wir können nichts davon vernachlässigen, wenn die deutsche Wirtschaft wieder erfolgreich sein will. Die Unternehmen müssen jetzt in die besten Köpfe und das Zusammenspiel

unterschiedlicher Perspektiven in der Führung investieren.“ Auch die Personalberatung Russell Reynolds Associates (RRA) stellt in einer Untersuchung über die Zusammensetzung von Vorständen in DAX 40 und MDAX fest, dass der Frauenanteil nach mehreren Jahren kontinuier­ lichen und teils deutlichen Wachstums erstmals wieder leicht gesunken ist. Damit ende „vorerst die zehnjährige Phase stetigen Fortschritts, in der sich der Anteil der Frauen in den Vorständen der Unternehmen beider Indizes Jahr für Jahr erhöht hatte.“ Auch die funktionale Verteilung der 2025 neu berufenen Frauen im DAX 40 ist laut RRA auffällig. Keine von ihnen wurde in eines der 14 Vorstandsressorts mit direkter Ergebnisverantwortung oder in die sieben Supply-Chain-Positionen berufen. Fünf – also über 70 Prozent – der im vergangenen Jahr neu hinzugekommenen DAX-Vorständinnen übernahmen das Personalressort, die übrigen wurden zur Finanzvorständin berufen. Ferner wurde festgestellt, dass Deutschland auch im internationalen Vergleich an Boden verliert. (dö) W

Foto: AdobeStock/kasto

eutsche Familienunternehmen rekrutieren weiter nach einer sehr traditionellen Schablone und haben Probleme, die wenigen Frauen an der Spitze zu halten. Zu diesem Ergebnis kommt die AllBright Stiftung in ihrer im April veröffentlichten Publikation „Modernisierung später! Familienunternehmen bleiben bei männlicher Führung“. Basis sind die Zahlen der 100 größten deutschen Familienunternehmen. Die Stiftung stellt auch fest, dass der Frauenanteil bei börsennotierten Unternehmen höher liegt. In den Top 100 Familienunternehmen ist die Generation der Babyboomer dabei, sich aus dem Geschäft zurückzuziehen – eine Chance für die Modernisierung, denn den Geschäftsführungen mangelt es insbesondere an Frauen und internationaler Perspektive, heißt es in der Publikation. Doch trotz vieler Personalwechsel arbeiten in den Geschäftsführungen der Familienunternehmen aktuell 13 Prozent Frauen – ein im Zweijahreszeitraum kaum nennenswerter Zuwachs von 0,4 Prozent. Je höher die Transparenz des Unternehmens und der Einfluss familien­ fremder Akteure, desto höher ist der Frauenanteil in der Geschäftsführung. 20 der 100 Familienunternehmen sind auch an der Frankfurter Börse notiert und die Familie hält einen signifikanten Anteil der Aktien. Der Frauenanteil in diesen Geschäftsführungen entspricht mit 19,8 Prozent in etwa dem Durchschnitt aller Börsenunternehmen und ist deutlich höher als bei den nicht-­ börsennotierten Familienunternehmen (11,1 %). Außerdem haben die Frauen im Zweijahreszeitraum in den Familienunternehmen häufiger die Geschäftsführungen häufiger verlassen (32 Prozent) als Männer (24 Prozent). In den börsennotierten Unternehmen dagegen

Männer beherrschen das Bild in den Führungsetagen großer deutscher Unternehmen.

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Gedruckt, bevor überhaupt von EmpCo die Rede war: Bücher sind von den neuen Vorgaben besonders betroffen.

EmpCo: Was jetzt auf dem Prüfstand ist Aussagen zu Umwelt, Nachhaltigkeit und Sozialem müssen jetzt beweisbar sein. Das fordert die EmpCo-Richtlinie. Beim Übergang könnten EU-Leitlinien helfen. KLAUS POHLMANN

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mpCo: Das steht für Empowering Consumers for Green Transition, also etwas frei übersetzt Stärkung von Konsumentinnen und Konsumenten im Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft. Die Richtlinie fordert, dass Informationen und Hinweise – auch in der Werbung – zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsmerkmalen von Waren und Dienstleistungen transparent, nachvollziehbar und belegbar sein müssen. Das soll fundierte Kaufentscheidungen ermöglichen. Im Fokus steht das so genannte Greenwashing. Das hat Fragen aufgeworfen. Öffentlich wahrgenommen wurde die Aktion eines Schokoladenherstellers, der auf Verpackungen bisherige Aussagen überklebte. Aber EmpCo sorgt an vielen Stelle für Unsicherheit. Etwa beim Verlag zu Klampen, beheimatet im Springer Ortsteil Völksen: Wie mit in der

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„Dabei wollen wir doch nur Bücher machen.“ Dietrich zu Klampen, Verleger, angesichts einer Vielzahl von Regulierungen.

Vergangenheit verwendeten Nachhaltigkeitslabeln in Büchern umgehen? Zu viel ist unklar bei Altbeständen. Denn dieser Aspekt wurde wurde vom Gesetzgeber nicht berücksichtigt. Verlage sind besonders betroffen von der neuen Rechtslage, mit Büchern, die gedruckt wurden, als von EmpCo noch keine Rede war. Bücher sind extrem langsam drehend, langfristig verfügbare, häufig fünf Jahre und länger im Markt. Hier wirkt sich besonders aus, dass die Richtlinie Altbestände vernachlässigt – trotz aller Warnungen aus der Wirtschaft, auch vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels. EmpCo stellt aber jede Branche, jedes Unternehmen zumindest auf den Prüfstand. Das Tourismusnetzwerk Niedersachsen etwa weist darauf hin, dass vage oder unbelegte Aussagen wie „nachhaltig“ oder „klimaneutral“ künftig untersagt sind.


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Und generell gilt: Umweltaussagen sind dabei nicht nur als Texte, sondern auch als Bilder, Symbole, Produkt-, Unternehmens- und Markennamen wie auch Verpackungsgestaltungen zu verstehen. Die IHK Dortmund hat ein „GreenClaim-Checktool“ ins Netz gestellt, das für Werbeaussagen eine erste, unverbindliche Einschätzung liefern soll: https://t1p.de/nq20b Wichtig ist zudem, dass nicht nur explizite Aussagen in Bezug auf Umwelt oder Nachhaltigkeit betroffen sind, sondern auch solche, bei denen eine Aussage suggeriert wird. Oder werden könnte. Damit muss die gesamte Kommunikation unter die Lupe genommen werden. „Unternehmen sollten sich daher sämtliche Beiträge auf ihren Websites, in den Sozialen Medien, Printmedien, auf den Produkten selbst, Video- und Tonaufnahmen kritisch ansehen“, rät Falko Lehmeier, Referent bei der IHK Hannover. Aussagen wie „umweltfreundlich“, „grün“, „ökologisch“, „klimafreundlich“, und „biologisch abbaubar“ jedenfalls sind als allgemeine Umweltclaims zukünftig weitgehend verboten. Genutzt werden können sie bei anerkannter hervorragender Umweltleistung, bestätigt etwa durch das EU-Ecolabel oder vergleichbare Kennzeichnungen. Auch produktbezogene Klimaaussagen wie „CO₂-neutral“, „klimapositiv“ oder „reduzierter CO₂-Fußabdruck (kompensiert)“ sind nicht mehr zulässig, so sie ausschließlich auf Kompensationsmaßnahmen oder Emissionszertifikaten beruhen. Eine tatsächliche Klimaneutralität muss sich auf den gesamten Lebenszyklus eines Produktes beziehen Durch die neue Richtlinie sollen sowohl Herstellerunternehmen und der Handel geschützt werden, wo mitunter ein großer Aufwand betrieben wird, um Umwelteinflüsse von Produkten und Dienstleistungen zu verbessern und darzustellen. Ein Anliegen, das Dietrich zu Klampen zwar nachvollziehen kann: „Ich sehe die gute Intention sehr wohl.“ Aber: „Ich bin angestrengt. Weil ich eine Verordnung oder Richtlinie nach der anderen umsetzen muss“, sagt der Chef eines kleinen Verlages mit wenigen Mitarbeitenden. „Dabei wollen wir doch nur Bücher machen.“ Nachhaltigkeitssiegel dürfen nur verwendet werden, wenn sie auf einem unabhängigen Zertifizierungssystem beruhen oder staatlich festgelegt sind. Und auch diese Zertifizierungssysteme werden in der EmpCo genau definiert.

SO HEISST DIE EMPCO KOMPLETT: Richtlinie (EU) 2024/825 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 28. Februar 2024 zur Änderung der Richtlinien 2005/29/EG und 2011/83/EU hinsichtlich der Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel durch besseren Schutz gegen unlautere Praktiken und durch bessere Informationen

Artikel online lesen: Bleiben Sie auf dem Laufenden auch zum Thema EmpCo: nw-ihk.de

Nun genießen Richtlinien und Verordnungen der EU nicht den Ruf, einfache Spielregeln zu sein; meist braucht es nicht unerheblichen Beratungsaufwand zur Umsetzung. Bei der EmpCo verweist die EU-Kommission aber auf den gebotenen Pragmatismus von nationalen Behörden und Gerichten. Hier kommen die "Common Understandings on old stock situations" ins Spiel, die Allgemeinen Vereinbarungen zu Altbeständen, kurz CU, die vom Verbraucherschutz-Kooperationsnetz der EU-Mitgliedstaaten (CPC-Network) vereinbart wurden. Das CU gibt Leitlinien, wie nationale Durchsetzungsbehörden mit Waren umgehen sollen, die bereits vor dem Inkrafttreten der Richtlinie hergestellt wurden. Das CU schafft ausdrücklich keine Rechtsverbindlichkeit, soll aber eine Hilfe bieten. Nur gibt es in Deutschland keine staatlichen Durchsetzungsbehörden, die mit dem Papier eine klare Handreichung hätten. Stattdessen gilt die zivilrechtliche Durchsetzung im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels rät trotz allem dazu, besonnen vorzugehen und verweist auf das CU – das Unternehmen kennen sollten, um sich ihrer Möglichkeiten bewusst zu werden, meint Kristina Kramer vom Börsenverein. Sie regt für die Buchbranche an, dass alle Beteiligten die darin vorgegebenen und zumutbaren Maßnahmen berücksichtigen. Für den Handel etwa seien Hinweisschilder denkbar, um sich Umweltwerbung auf Produkten im Laden nicht zu eigen zu machen. Das CU soll als Leitlinie für den Umgang mit Altbeständen dienen und für eine verhältnismäßige Durchsetzung der neuen Regeln sorgen. Das heißt auch: Wenn in Deutschland vermeintliche EmpCo-Verstöße vor Gericht landen, können sich die Gerichte an den EU-Leitlinien orientieren – gerade mit Blick auf die Verhältnismäßigkeit. Trotzdem: Die Unsicherheit bleibt – gerade mit Blick auf Altbestände: Label überkleben? Ist teuer, könnte für Verlage in die Tausende gehen. Oder Bücher vernichten? Das ist immer ein sensibles Thema – ganz abgesehen davon, dass das auch nicht nachhaltig wäre. Was aber auch die EU so sieht: Dass schon produzierte Waren auf den Müll wandern, soll vermieden werden. Nur könnte das in Deutschland etwas schwieriger sein als in anderen EU-Ländern. Doch das werden die kommenden Monate zeigen. W

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Sichtbar sein – auch in KI Die KI-Antworten von Google verändern das Suchverhalten. Unternehmen müssen ihre Websites und Inhalte für das Zusammenspiel mit KI vorbereiten. GEORG THOMAS

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Informationsblöcke bieten

nstatt lange in den Ergebnissen einer Suchmaschine zu suchen, verspricht die KI kurze Antworten und die wichtigsten Informationen auf einen Blick, die direkt über den Suchergebnissen angezeigt werden. Das ist praktisch, zugleich fragen sich immer mehr Unternehmen, wie sie als Firma oder auch mit ihren Produkten in den KI-Antworten auftauchen können.

Wachsendes Interesse bei Abakus „Wir bekommen zu GEO immer mehr Nachfragen – ohne dass wir groß auf das Thema aufmerksam gemacht haben“, sagt Anna Pianka, die bei der Abakus Internet Marketing GmbH aus Hannover als SEO-Offpage-­ Expertin arbeitet. Das 2002 in Hannover gegründete Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, die Wahrnehmung von Firmen im digitalen Raum zu verbessern, durch Suchmaschinenoptimierung (SEO) und die KI-Optimierung GEO. Es sind Maßnahmen, mit denen Unternehmen ihre Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen und generierten Antworten verbessern können, beispielsweise bei ChatGPT, Perplexity, Gemini oder den KI-Funktionen von Google. „Dabei ersetzt GEO die klassische Suchmaschinenoptimierung nicht. Gute SEO bildet vielmehr die Grundlage dafür, dass Inhalte überhaupt gefunden, verstanden und als vertrauenswürdig eingestuft werden können“, erklärt Pianka.

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„Für GEO reicht es nicht, möglichst viele Texte mit KI zu produzieren.“ Anna Pianka, Leiterin SEO OffPage bei der Abakus Internet Marketing GmbH

Kamillo Kluth, der Geschäftsleiter von Abakus Internet Marketing empfiehlt daher, auf der eigenen Internetseite gezielt zu informieren: KI-Systeme müssen erkennen können, wofür ein Unternehmen steht, welche Leistungen es anbietet und über welche Expertise es verfügt. Präzise Aussagen, Definitionen, Tabellen und gut strukturierte Abschnitte helfen dabei, zum Beispiel die Beantwortung der häufigsten Fragen in einem FAQ-Bereich. Dabei rät er, nicht zu umfassend auf KI-Tools zu setzen. „Für GEO reicht es nicht, möglichst viele Texte mit KI zu produzieren. Im Gegenteil: Unternehmen müssen Informationen schaffen, die eine KI nicht selbst erfinden kann – eigene Expertise, Erfahrungen, Daten, Produkteigenschaften, Fallbeispiele und eindeutige Fakten. Genau solche Inhalte können für klassische Suchmaschinen und für KI-Systeme zu einer wertvollen Quelle werden.“

Einzigartige Inhalte statt Massenware Beim Einsatz von KI für die Content-Erstellung sieht sie erhebliche Risiken - vor allem, wenn Texte weitgehend automatisiert erzeugt und ohne fachliche Überarbeitung veröffentlicht werden. Für Unternehmen kann das sowohl die Sichtbarkeit bei Google als auch die Wahrnehmung der eigenen Marke negativ beeinflussen. „Wer ungeprüfte KI-Texte auf seiner Unternehmenswebsite veröffentlicht, geht ein


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Foto: stock.adobe.com / Faisal

Sichtbarkeits-Tipps von Abakus 1. Expertise und Vertrauen sichtbar machen: Autorenprofile, Referenzen, Zertifikate, Unternehmensinformationen und nachvollziehbare Quellen unterstützen die Glaubwürdigkeit. 2. Die Marke außerhalb der eigenen Website stärken: Für die Wahrnehmung eines Unternehmens sind Erwähnungen und Verlinkungen auf anderen vertrauenswürdigen Websites wichtig. Fachmedien, Branchenportale, Verbände und andere seriöse Quellen können dazu beitragen, dass eine Marke als relevante Entität wahrgenommen wird. 3. Technische SEO-Grundlagen beachten: Sauberes HTML, eine logische Seitenstruktur, interne Verlinkungen, strukturierte Daten, gute Ladezeiten und eine zuverlässige Indexierung bleiben wichtige Voraussetzungen. 4. Inhalte regelmäßig fachlich prüfen: Gerade bei KI-unterstützter Content-­ Erstellung müssen Fakten, Quellen und Aktualität kontrolliert werden. KI darf nicht zum automatischen Veröffentlichungsprozess werden.

SEO-Risiko ein. Google kann minderwertige, oder massenhaft erzeugte Inhalte abstrafen. Gleichzeitig leidet die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens, wenn Texte austauschbar wirken oder sogar falsche Aussagen enthalten“, sagt Kluth, der empfiehlt KI bei der Content-Erstellung höchstens als unterstützendes Werkzeug einzusetzen – beispielsweise für Recherche, Ideenfindung oder Strukturierung. Der eigentliche Mehrwert müsse vom Unternehmen beziehungsweise von fachkundigen

Autoren kommen und auch eigene Erfahrungen, eigenes Wissen, konkrete Beispiele, Daten, Bewertungen und eine individuelle Einordnung beinhalten. Für viele mittelständische Unternehmen ergeben sich hier auch Chancen. Sie besitzen häufig viel Fachwissen und Erfahrungen aus der Praxis, die bisher gar nicht vollständig online dokumentiert sind. Genau dieses Wissen sollte sichtbar gemacht werden, statt das Internet mit weiteren generischen KI-Texten zu ergänzen. W

Aufgesang: Die GEO-Pioniere B ei der Recherche nach Experten für GEO empfiehlt die KI die Aufgesang GmbH aus Hannover. „Wir waren eine der ersten Agenturen weltweit, die sich mit der Optimierung der Sichtbarkeit in den Antworten generativer KI (Generative Engine Optimization) beschäftigt hat“, sagt Olaf Kopp, der das Thema bei der 1998 gegründeten Agentur verantwortet. Der Experte ist davon überzeugt, dass

es für einen erfolgreichen Weg in die Antworten der KI vor allem auf drei Faktoren ankommt. Neben erweiterter Suchmaschinenoptimierung durch kurze, informative Textabschnitte, braucht es Referenzen zur Stärkung einer Marke und eine Website, die es KI-Agenten leicht macht, die gesuchten Informationen zu finden (LLM-Readability). Größere Unternehmen haben in den gängigen

KI-Modellen den Vorteil, bereits im Grundmodell mit Informationen verknüpft zu sein, zum Beispiel auf Basis eines Wikipedia-Eintrags. Gerade bei kleineren Unternehmen sei daher oft etwas mehr Aufwand nötig. Ob Unternehmen auch in Zukunft noch eine Website brauchen? Das mag Olaf Kopp von Aufgesang heute nicht mit Bestimmtheit sagen, aber es zeichne sich ab, dass Webseiten immer

öfter so gestaltet werden, dass KI-Agenten dort die gefragten Informationen gut finden können - und sie zudem auch für menschliche Leserinnen und Leser funktionieren. Der erwartete nächste Schritt ist, dass KI-Agenten auf Websites selbstständig Aktionen ausführen oder ein Produkt bestellen. „Hierfür bedarf es aber noch gesetzlicher Regeln und Regulatorik“, sagt Kopp. W

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Fotos: Tobias Giessen

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Weiß, wie ein Chatbot ticken muss: Jan Christian Halfbrodt bei der Horizons in Hannover.

Über allen Köpfen KI Fast ein bisschen Festival-Charakter: Viele Bühnen, viele Themen bei der Horizons by Heise. Und allgegenwärtig: Künstliche Intelligenz. KLAUS POHLMANN

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as Wort lag in der Luft, wurde geflüstert, wurde gehaucht.“ Nach sechs Stunden im Hannovers Altem Rathaus tauchen diese Zeilen geradezu unwiderstehlich auf. Ein Wort, das greifbar das Denken bestimmt: Bei Joseph Conrad, der den Satz vor 130 Jahren schrieb, war es das Wort Elfenbein, das die Menschen in Goldrausch versetzte. Im September, in Hannover, bei der Konferenz Horizons bei Heise, schwebten zwei Buchstaben flirrend über den Köpfen von 750 Teilnehmenden: KI. Und Conrad möge den Rückgriff verzeihen auf seinen Satz. Er stammt aus der Erzählung „Herz der Finsternis“. Ob uns die Künstliche Intelligenz dorthin bringt, ist zumindest noch nicht ausgemacht. Überhaupt: Kann man weiter entfernt sein von Finsternis, wenn Jan Christian Half-

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HEMINGWAY, EISBERG, CHATBOT: Passt nicht zusammen? Doch: Lesen Sie den ausführlichen Bericht zur Horizons by Heise im NW-Webmagazin: https://t1p.de/nqesb

brodt über die Psychologie eines KI-Chatbots spricht? Er kam als einer von 60 Fachleuten ins Alte Rathaus – und arbeitet bei einem Unternehmen, das Farbe schon im Namen trägt: Cewe Color. Und das, wie Halfbrodt erklärte, ja im Kern nicht Fotobücher verkauft. Sondern Emotionen. Dazu muss ein Chatbot passen. Empathie ist der Schlüssel, sagt der Softwareentwickler und riet dazu, nicht mit der Technik anzufangen. Sondern dem Wesen des Chatbots. Hat er – oder sie – einen Namen, ein Geschlecht? Weiß es, dass es ein Chatbot ist? Halfbrodt warnte: Nicht-perfekte Menschenähnlichkeit kann für Stress sorgen: Nicht gut, will man eine Beschwerde beschwichtigen. Halfbrodt sprach am Nachmittag der diesjährigen Horizons by Heise, und der Raum


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im Alten Rathaus flirrte zunächst weniger von KI als vom Hintergrundrauschen der Tischgespräche zunehmend erschöpfter Kongressteilnehmer. Und, etwas weniger, Teilnehmerinnen. Sie alle hatten schon einige Stunden Tech-KI-Druckbetankung hinter sich. Und gleich zu Beginn war in einer Diskussionsrunde das ganze Feld der KI im Parforceritt durchmessen worden. Ja, Deutschland kommt „extrem late to the party“, sagte Jonas Diezun, der mit seiner Firma Beam Technologies GmbH Unternehmen durch KI-Agenten zu selbstlernenden Organisationen machen will. Und das, obwohl diese Einschätzung in der Diskussion unwidersprochen blieb: In vielen mittelständischen Unternehmen ist noch nicht einmal die Digitalisierung abgeschlossen. Und jetzt sollen sie KI einsetzen. Aber Diezun will den Mittelstand auch nicht abschreiben, der sei grundsätzlich in der Lage, mitzugehen – trotz aller Geschwindigkeit der KI „ist noch Zeit, dranzubleiben.“ Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne sollte einige Zeit später darauf hinweisen, dass er die große Chance Deutschlands in der Verbindung von Automatisierung und KI sieht – auch wegen der starken Position des technikorientierten Mittelstandes. Übrigens könnte auch außen vor bleiben, wer mittels KI nur das effizienter machen will, was er bislang schon macht. So war Jonas Diezun zu verstehen, und er ist nicht der Einzige, der das sagt. Seine US-Erfahrungen vermittelte er aber ziemlich eindringlich: Dort suchen die Unternehmen nicht Effizienz im Althergebrachten. Sondern neue Geschäftsmodelle mit Künstlicher Intelligenz. Trotzdem: Bei aller Rasanz der KI-Entwicklung sollte man „nicht zu schnell rennen“, sagte zum Beispiel Steven Mc Auley, Wirtschaftspsychologe bei Google Deutschland. Denn es geht auch darum, bei KI-Projekten das ganze Unternehmen, jeden Menschen darin, zu erreichen: Wenn man nicht alle mitnimmt, bleibt viel zu viel Potenzial ungenutzt, hieß es. Im Klartext: Ohne die Menschen im Unternehmen lässt sich KI nicht umsetzen. „Wichtig, die Mitarbeitenden zu sehen“, betonte Sandra Kuwatsch aus dem Vorstand der AOK Niedersachsen. Aber die Kluft wurde genauso deutlich: Der Mensch ist eben nicht mehr der begrenzende Faktor für Unternehmenswachstum, wenn KI-Agenten selbstständig arbeiten, so Jonas Diezun. KI arbeitet rund um die Uhr,

Automatisierung plus KI: „Hier hat Deutschland die Chance, führend zu sein.“ Grant Hendrik Tonne, niedersächsischer Wirtschaftsminister

und das nicht nur schneller: „Anerkennen, das etwas da ist, was besser ist als ich“, forderte der Beam-Gründer. Aber gerade dieses Anerkennen dürfte viele Menschen eben nicht nur in Selbstzweifel stürzen, sondern ebenso Ängste vorm Job-Verlust auslösen. Den erledigt dann die KI. Oder? Allerdings: Was macht Künstliche Intelligenz denn nun eigentlich in Unternehmen? Was sind die Projekte, von denen Horizons-Referent Ludwig Gundermann sagte, dass lediglich fünf Prozent der KI-Tool-Initiativen produktiv umgesetzt würden. Weil, zum Beispiel, weniger hochwertige Daten vorhanden seien als gedacht – Stichwort Datenillusion. Oder weil Daten in Unternehmen eher eifersüchtig bewacht als allen zugänglich gemacht werden – Stichwort Datensilo. Und auch Gundermanns Forderung lautet: Die Mitarbeitenden mitnehmen. Da ist dieses Motiv wieder. Denn Copilot freischalten ist noch kein KI-Projekt, ein Tool noch keine Transformation. KI kann sich wiederholende, langweilige Tätigkeiten erledigen: So weit, so gut. Aber wer entscheidet, was langweilig ist? Das Bearbeiten von E-Mails? Oder das Schreiben von Texten und andere kreative Arbeit? Sprachmodelle, ChatGPT und Claude zum Beispiel, sind das eine. Auf der anderen Seite gibt es aber natürlich auch KI-Lösungen für konkrete Aufgaben. Rechnungsprüfung bei der AOK brachte Sandra Kuwatsch ins Spiel. Auch diese Unschärfe – was ist "dieKI" eigentlich? – wurde in Hannover deutlich. Schon gar nicht ist sie auf Sprachmodelle begrenzt. Gleich ein ganzes Bündel konkreter Anwendungen kam, vielleicht etwas überraschend, aus dem Sport. Bei der Horizons waren sowohl Handball-Erstligist Hannover-Burgdorf als auch Fußball-Zweitligist Hannover 96 vertreten, mit den Geschäftsführern Eike-Christian Korsen und Holger Bindzus. KI-gestützte Zuschauerprognosen sind ein Thema. Ein weiteres: Die Fernsehzeit von Sponsoren erfassen. Und mit KI - gestützt auf Daten, die aus dem Spiel gewonnen wurden – lässt sich zum Beispiel ein schnelles, komplexes Spiel wie Handball besser erklären, so Burgdorfs Manager Korsen. Sowohl er als auch Fußball-Geschäftsführer Bindzus waren außerdem sehr klar, was Grenzen für KI angeht. Die ist zum Beispiel überschritten, wenn Spielergebnisse vorhergesagt werden: Wie ein Spiel ausgeht, kann die KI nicht vorhersagen. Zum Glück. W

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Foto: Georg Thomas

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Melanie Walter (Mitte) vertritt als Europaministerin die niedersächsischen Interessen in Brüssel. Und war im September bei der IHK-Vollversammlung, begrüßt von Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt und Präsident Gerhard Oppermann.

Der europäische Blick Europa im globalen Wettbewerb, die neue Standortkampagne des Landes: Die IHK-Vollversammlung diskutiert mit Europaministerin Melanie Walter. Und beschließt Reformen für die nächste IHK-Wahl. STEFAN NOORT

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eit Mai 2025 ist Melanie Walter die Stimme Niedersachsens in Brüssel, und in Hannover stellte sich die Europaministerin im September in der IHK-Vollversammlung einer intensiven Diskussion über die Rolle der EU im globalen Wettbewerb. Vor dem Hintergrund einer geoökonomischen Zeitenwende mit Wettbewerbern, die sich nicht (immer) an Regeln halten, forderte die Ministerin „entschlossene europäische Antworten“ ein. Traditionelle Schlüsselindustrien seien in Europa in den jüngsten Jahren immer stärker unter Druck geraten,

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dies erfordere eine neue industriepolitische Handlungsfähigkeit, um Wertschöpfung als strategische Ressource zu sichern. Industriepolitik müsse künftig mit Handelspolitik zusammen gedacht werden, die Spielregeln hätten sich geändert und auch die EU müsse ihre handelspolitischen Schutzinstrumente weiterentwickeln. Der Fokus müsse künftig stärker darauf liegen, Wertschöpfungsketten zu sichern und weiter auszubauen. Dabei könne die EU auf ein großes Pfund setzen: nämlich den gemeinsamen Binnenmarkt, der nicht durch bürokratische Hemm-

nisse konterkariert werden dürfte. Die Europaministerin plädierte für ein „Europa mit Augenmaß“ und führte als jüngstes abschreckendes Beispiel die in den vergangenen Wochen auch von der IHK stark kritisierte europäische Verpackungsverordnung an. Mit dem Industrial Accelerator Act (IAA) hat die Europäische Kommission jüngst eine europäische Industrieinitiative vorgelegt, die einen neuen Schub in die Industriepolitik geben soll, unter anderem mit schnelleren Verfahren und Industriebeschleunigungsgebieten, in der


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IHRE VISION UNSER PROJEKT

Foto: Georg Thomas

ÜBER 3.000 ERFOLGREICHE PROJEKTE IM INDUSTRIE- UND GEWERBEBAU

September-Vollversammlung in der IHK Hannover.

IHK-Kurzanalyse grundsätzlich ein guter Ansatz, der aber auch kritisch diskutiert wird: Befürchtet wird wieder einmal steigender Aufwand durch Bürokratie. In der EU gebe es zwischen den Partnerländern bereits unterschiedliche Bewertungen – etwa für das Kriterium „made in Europe“, mit entsprechenden Rückwirkungen auf die Lieferketten. Federführend zeichnete Europaministerin Walter im Sommer dieses Jahres auch für den Start der neuen Standortkampagne des Landes „Nie-

dersachsen. Das ist groß“ verantwortlich. Derzeit in Vorbereitung sei die zweite Stufe der Kampagne - mit Fokus auf den Wirtschaftsstandort Niedersachsen. Für 2027 sei eine weitere Stufe mit der Zielgruppe Fachkräfte geplant. Die Mitwirkung von Unternehmen sei ausdrücklich erwünscht, dafür gebe es Angebote und auch bei der Adaption sei man sehr offen. Mit einer engagierten Präsentation stellte sich Walter auch einigen kritischen Stimmen im Saal und konnte hier am Ende umfänglich punkten. W

IHK-Wahl 2027 neu aufgestellt Im Jahr 2027 steht neben der niedersächsischen Landtagswahl auch die Wahl der nächsten Vollversammlung der IHK Hannover an. Dafür wurden jetzt im September die Weichen mit einigen Neuerungen bei Mandatsdauer, Kandidatur und Wahlverfahren neu gestellt. Die Partizipation der IHK-Mitglieder soll künftig deutlich vereinfacht werden. Die wichtigsten drei Änderungen im kurzen Überblick: Die IHK-Vollversammlung soll künftig für fünf Jahre gewählt werden, statt der bisherigen vier Jahre. Durch eine höhere personelle Kontinuität auch im Ehrenamt soll eine bessere Begleitung langfristiger Strategien und IHK-Projekte für die Wirtschafsregion ermöglicht werden. Unternehmerinnen und Unternehmer, die für die nächste Vollversammlung kandidieren möchten, profitieren von einem

deutlichen Bürokratieabbau – die bisher erforderlichen Unterstützungsunterschriften aus der eigenen Wahlgruppe entfallen ersatzlos. Wählbare IHK-Mitglieder können sich ohne formelle Hürde künftig direkt zur Wahl stellen. Und ab 2027 gehört auch die Briefwahl bei der IHK Hannover der Vergangenheit an, die IHK-Wahl wird künftig über eine rein digitale Stimmabgabe über ein Online-Wahlportal durchgeführt. Bis zum 30. März 2027 können interessierte Unternehmensspitzen aus der gesamten IHK-Region ihren Hut für die IHK-Wahl in den Ring werfen, die Wahl startet dann Mitte August und endet am 10. September 2027. Bei Interesse an einer Kandidatur können Sie sich heute bereits an Daniel Tänzer, Wahlbeauftragter der IHK Hannover, wenden: wahl@hannover.ihk.de (no)

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Fotos: Michael Wallmüller

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Ministerpräsident Olaf Lies und Gerhard Oppermann, Präsident der IHK Niedersachsen (IHKN).

Mehr Tempo Der niedersächsische Weg ist, mit allen Beteiligten über die Lösung zu reden: Sagt Olaf Lies. Und belegt das, indem er sich gemeinsam mit IHKN-Präsident Gerhard Oppermann einem Interview stellt. Herr Lies, Herr Oppermann: Was sagt ein Unternehmen heute über Niedersachsen, was es vor fünf Jahren vielleicht noch nicht gesagt hat? Ministerpräsident Olaf Lies: Vor fünf Jahren waren die Zeiten auch schon schwierig, aber heute sind sie noch herausfordernder geworden. Ich hoffe, das Unternehmen sagt heute, dass wir nicht nur an dem festhalten, was wir haben, sondern: Wir schauen nach vorn. Wir investieren in Forschung und Entwicklung, vermarkten unser Land positiv, selbstbewusst und optimistisch – und wir machen uns nicht klein. IHKN-Präsident Gerhard Oppermann: Ich unterschreibe das eins zu eins. Niedersachsen hat sich nach vorne entwickelt. Es wird lebendiger, mutiger, dynamischer.

Also alles gut? Lies: Das wäre schön. Wir sind in einer Phase, in der wir das, was wir gut begonnen haben,

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mit mehr Tempo fortführen müssen. Wir müssen jetzt zu größeren Schritten in kürzerer Zeit kommen.

„Ich mag den Slogan, denn er ist nicht angeberisch, aber er ist selbstbewusst. Das passt zu uns.“ Ministerpräsident Olaf Lies zur Landeskampagne „Niedersachsen. Das ist groß.“

Haben Sie ein konkretes Beispiel? Lies: Berichts- und Dokumentationspflichten: Das, was nicht zwingend aufgrund von höherrangigem Recht vorgeschrieben oder aus anderen elementaren Gründen unverzichtbar ist – zum Beispiel aus Gründen des Kinder- und Jugendschutzes –, schaffen wir ab... Lieber endlich einen Schritt, der groß ist, als immer – wenn überhaupt – nur in kleinen Schritten voranzukommen.

Können Sie konkret benennen, was bis Ende 2026 spürbar wird? Lies: Die Liste der Dinge ist lang, sehr lang. Es ist die Summe der Punkte, die das Problem macht, und auch die Ebenen, von denen sie kommen. Angefangen vom Lieferkettensorg-


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faltspflichtengesetz des Bundes bis zum Leiterbeauftragten, den die Berufsgenossenschaft vorgibt. Jeder Punkt für sich genommen ist gar nicht so dramatisch. Aber zusammen stellen sie für Unternehmen eine enorme Belastung dar. Wir setzen daher nun nachdrücklich bei den in Landeshand liegenden Berichts- und Dokumentationspflichten an, die ab Ende des Jahres wie beschrieben sukzessive gemeinsam mit den Ressorts abgeschafft werden. Dies wird nicht nur die Wirtschaft spüren, sondern auch die kommunale Ebene. Oppermann: Die Kultur muss sich ändern: Bin ich bereit, etwas abzuschneiden, um dann Mut zur Lücke zu haben? Eigentlich muss ich disruptiv zerstören und am Ende neu aufbauen. Lies: Man kann Bürokratie viel schneller und vor allem leichter auf- als abbauen. Aber: Wir müssen von der Misstrauenskultur zu einer Vertrauenskultur kommen. Darin liegt ein Schlüssel für echten Abbau.

Lassen Sie uns nach vorne schauen. Was ist denn Ihr großer Masterplan?

„Deutschland hatte die Vision einer Marktwirtschaft auf sozialer Basis. Das war mal unsere Stärke.“ IHKN-Präsident Gerhard Oppermann

Politik und Wirtschaft stehen gar nicht weit auseinander. Wie kriegen wir das gemeinsam hin?

Lies: Wir müssen erstens dringend für die Stabilisierung der Wirtschaft sorgen. Die Industrie droht wegzubrechen. Zweitens müssen wir die Chancen nutzen, die die Wirtschaft gerade liefert. Das ist zum Beispiel das Thema Verteidigung. Stichwort Dual Use. Genauso auch die Chancen aus der Energiewirtschaft – saubere, unabhängige, günstige Energie. Das ist eine echte Zukunftsperspektive für neue Investitionen. Und das Dritte ist Innovation. Wir werden nie günstiger sein als die anderen. Aber wir haben Grundlagen, die wir nutzen, entwickeln und mit neuen Themen kombinieren müssen. Dann kommen wir wieder zurück zu unserem erfolgreichen Geschäftsmodell und können uns auch leisten, teurer zu sein. In der Summe legen wir mit Innovationen die Basis für eine neue Wettbewerbsfähigkeit.

Sie sprechen von wir. Können wir das? Oppermann: Ja, klar, die Strukturen sind da. Die Industrie war jahrelang die Kernstütze der deutschen Volkswirtschaft. Um die Industrie herum hat sich alles angesiedelt. Daneben

Oppermann: Eine Notwendigkeit bleibt immer, mitzudenken, welche Entscheidungen später zu welchen Ergebnissen in der Wirtschaft führen. Das geschieht nicht immer in ausreichendem Maße. Lies: Wir haben zehn Jahre wirtschaftlich nur positive Entwicklungen gehabt. Das hat uns davon abgehalten, zu sagen: Müssen wir nicht was ändern? Nach sechs harten Jahren hoffe ich, die Menschen haben verstanden, warum wir Wachstum brauchen. Wenn wir jetzt etwas auf den Weg bringen, muss das auch mit einem Impuls für die Wirtschaft verbunden sein. Dann müssen wir Raum geben, Freiheit geben.

ieren In f o r m Sie sich

Braucht es dann nicht auch mehr Verlässlichkeit und kein Hangeln von Wahlperiode zu Wahlperiode? Lies: Es ist wichtig, dass wir zu konsensualen Entscheidungen kommen, die nicht abrupt nach Wahlperioden enden. Das lähmt alles. Das ist für die Wirtschaft fatal, für die Gesellschaft auch. Oppermann: Deutschland hatte die Vision einer Marktwirtschaft auf sozialer Basis. Entwicklung und Chancengleichheit. Das war mal unsere Stärke. Und die ist sukzessive weggebröckelt.

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ist die Netzversorgung eine Chance, ebenso die KI. Sie müssen wir nutzen und nicht verdammen. Lies: Aber wir haben die Regulierung der KI im Bereich der Industrie zu eng gefasst. Der Schutzgedanke ist so hoch, das droht Innovationen auszubremsen. Da müssen wir mutiger werden.

Verlassen wir einmal das Thema Bürokratie und reden über Infrastruktur. Was hat gerade höchste Priorität? Lies: Die Verkehrsinfrastruktur im Sinne von Logistikinfrastruktur ist für Niedersachsen elementar. Jetzt haben wir die Milliarden des Bundes und zusätzlich weitere aus Niedersachsen, sodass wir Straße, Schiene, Wasserstraße wieder auf Vordermann bringen können. Das gilt auch für die Energienetze. Wir sind das Tor zur Energie. Ohne Niedersachsen werden Energiewende und Versorgungssicherheit nicht gelingen. Das braucht große Infrastruktur, die wir ganzheitlich denken müssen – ich denke da auch an die Chancen durch unser „NetZero Nordwest Deutschland“. Das ist eine Chance, die wir nutzen müssen, damit die Energie nicht nur durch Niedersachsen durchgeleitet wird, sondern wir hier Wertschöpfung und Arbeitsplätze halten und schaffen. Oppermann: Die Notwendigkeit der Projekte – A39, A20 – ist für uns unstrittig. Aber man muss die Notwendigkeit so erklären, dass sie für alle nachvollziehbar ist. Es geht nicht darum, irgendwelche kapitalistischen Grundbedürfnisse zu befriedigen, es geht um die Überlebensfähigkeit unserer Gesellschaft.

„Wir wollen verteidigungsfähig werden. Also müssen wir investieren“ Ministerpräsident Olaf Lies

Lies: Wer heute sagt: „Alles ist gut und es muss sich nichts ändern“, der versteht nicht, warum wir gerade jetzt solche Infrastruktur bauen müssen. Es ist eben gerade nicht alles gut. Wenn wir uns nicht wettbewerbsfähig aufstellen, kein Wachstum generieren, können wir unseren Wohlstand nicht halten, den Sozialstaat nicht finanzieren. Der Ausbau von Schiene und Straße ist da ein Symbol. Es geht darum, der wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes eine gute Basis zu verschaffen. Das haben wir in der Vergangenheit nicht ausreichend kommuniziert. Oppermann: Es geht darum, Einnahmen zu generieren. Dafür braucht es eine verlässliche Infrastruktur.

Schaffen wir es wirklich, immer alle mitzunehmen? Oder muss die Wirtschaft jetzt an allererster Stelle stehen? Lies: Das haben wir in Hannover bei der Südschnellweg-Debatte erlebt, das gilt auch für die A20 und wird für die A39 gelten: Wenn etwas entschieden ist, dann muss da ein Haken dran. Es muss um Verständnis geworben werden, klar. Aber Entscheidungen müssen auch getroffen werden – und sie müssen Bestand haben und es muss losgelegt werden. Oppermann: Genau. Entscheidungen dürfen nicht permanent aufgebohrt werden und jeder darf noch mal mitreden. Unternehmerinnen und Unternehmer haben sonst keine Verlässlichkeit. Und wir müssen nicht alles mit Geld regeln. Wir brauchen intelligente Rahmenbedingungen statt zu viele Zuschüsse. Lies: Tatsächlich haben wir das Geld ja auch gar nicht. Investitionsbooster oder Körperschaftssteuer lohnen sich, weil die Entlastung durch Investitionen und die dann folgende Gewerbesteuer wieder zurückkommt. Wir brauchen Impulse. Das muss jetzt nicht noch einmal eine Abwrackprämie sein, aber ein Motor, der Bewegung schafft.

Gibt es da was Konkretes? Welchen Impuls könnte die Wirtschaft gut gebrauchen? Oppermann: Sonderabschreibung bei Inves-

Im Interview mit Elisabeth Ahrens: Olaf Lies, Gerhard Oppermann.

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titionen, die aktuell getätigt werden. Zum Beispiel bei energetischen Investitionen durch eine unbürokratische Verkürzung der Abschreibungsfristen. Lies: Klar ist: Was wir im Land machen können, müssen wir im Land auch umsetzen – und nicht mit dem Finger auf andere zeigen.


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Gleichzeitig bringen wir in der Allianz von Bund und Ländern jetzt Dinge voran. Unterhaken ist wichtig. Wir brauchen jetzt etwas unmittelbar Wirkendes. Die Schwierigkeit ist dabei, dass ein Finanzminister zunächst von Mindereinnahmen ausgehen muss. Nur richtig ist auch: Wir lösen Konsum und Umsatz aus, und haben in Summe Mehreinnahmen. Das bildet sich nur in unserem Haushaltsrecht, das eher nur von Jahr zu Jahr denkt, nicht ab. Oppermann: Die Sondervermögen sind einerseits Schuldenaufnahme. Andererseits investieren wir damit in die Infrastruktur und die Zukunft der Gesellschaft. Dies Bewusstsein müssen wir haben.

Wir investieren gerade massiv in Sicherheit. Welche Chance sehen Sie darin für Niedersachsen? Lies: Wir wollen verteidigungsfähig werden. Also müssen wir investieren – in Häfen, in Logistikstrukturen, in Infrastruktur. Das eröffnet auch Chancen für Niedersachsen. Dahinter steckt ein industriepolitischer Ansatz. Ich habe vor dreieinhalb Jahren ein Rüstungscluster gegründet. Damals waren 30 Unternehmen dabei, inzwischen sind es 530. Wir müssen die Verantwortung für die Sicherheit in Europa nutzen, um daraus Perspektiven für unser Land zu entwickeln. Deshalb ist es wichtig, dass die politische Mitte beweist, dass sie handlungsfähig ist.

Das ist die politische Sichtweise. Oppermann: Die wirtschaftliche Sichtweise ist vielfältig. So gibt es Gespräche zwischen Wirtschaftsunternehmen und der Bundeswehr. Dabei geht es um Fragen wie: Was heißt es, wenn Reservisten aus einem Unternehmen abgezogen werden? Diese Gespräche laufen gerade. Gleichzeitig haben wir Rüstungsdialoge, um das Thema Resilienz als Wirtschaft weiter nach vorne zu treiben. Denn Niedersachsen ist infrastrukturelle Drehscheibe, und diese Funktion gilt es abzusichern.

Wir haben so viele Schnittmengen. Warum schaffen wir es nicht, gemeinsam mehr Positives nach vorne zu stellen? Oppermann: Gute Ansätze sind da, aber es fehlt die Konsequenz in der Umsetzung. Beispiele sind der Commercial Court in Celle oder Erleichterungen in der Bauordnung. Das kommt in der Wirtschaft oder in den Ämtern häufig gar nicht an.

Lies: In wenigen Bundesländern gibt es einen so engen Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Sozialpartnern wie in Niedersachsen. Das heißt nicht, dass jeder zufrieden ist. Aber die größtmögliche Chance, eine Lösung zu finden und umzusetzen, entsteht, wenn wir es gemeinsam vereinbaren. Ich weiß, in der Wirtschaft herrscht gerade ein derart großer Druck, dass hohe Unzufriedenheit entstanden ist. Aber allein durch Kritik ändert sich nichts. Wir müssen zusammenkommen und sehen: Was sind die richtigen Impulse, um voranzukommen?

Das vollständige Interview lesen Sie im NW-Webmagazin:

Die Fragen stellte Elisabeth Ahrens (Oldenburgische IHK).

https://t1p.de/mddgj

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Auf dem Firmengelän-

UNTERNEHMEN | PORTRÄT

de in Springe hat das Unternehmen einen Heilpflanzen­garten und einen Biodiversitäts-­ Entdeckerpfad angelegt, den auch Besucher erkunden können.

Dr. Ricarda Fackler führte zeitweise zusammen mit ihrer Mutter die Geschäfte der meta Fackler Arzneimittel GmbH. Das Unternehmen aus Springe feiert in diesem Jahr 60-jähriges Bestehen. GEORG THOMAS

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ielleicht war der Name des Unternehmens schon 1966 Programm. Das griechische Wort ‚meta‘ bedeutet „zwischen“, aber unter anderem auch ‚über etwas hinaus‘ oder ‚verbindend‘. Genau dieser Gedanke begleitet die meta Fackler Arzneimittel GmbH aus Springe bis heute: Brücken zu bauen – zwischen Apotheke und Praxis, zwischen unterschiedlichen naturheilkundlichen Denkansätzen und zwischen Tradition und moderner Pharmazie. Erich und seine Frau Dr. Rosa Maria Fackler gründeten das Unternehmen im Jahr 1966. Der Apotheker Fackler gab dafür seine sichere Tätigkeit als Herstellungsleiter in einem pharmazeutischen Unternehmen auf und machte sich mit der Idee einer eigenen Arzneimittelfirma selbstständig. Seine Frau unterstützte

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„Ich habe anfangs wenig in bestehende Strukturen eingegriffen.“ Dr. Ricarda Fackler, Geschäftsführerin der meta Fackler Arzneimittel GmbH, Springe.

diesen Schritt, beendete ihr Arbeitsverhältnis als Privatdozentin an der Universität Hannover und übernahm zunehmend Verantwortung für die kaufmännische und personelle Entwicklung des Unternehmens. Aus den Anfängen entstand über die Jahrzehnte ein wachsendes Arzneimittelsortiment. Zu den bekanntesten zählt das homöopathische Erkältungsmittel metavirulent.

Zwei Frauen an der Spitze Mit dem Eintritt von Dr. Ricarda Fackler in die Geschäftsführung begann der schrittweise Übergang zur zweiten Generation. Erich Fackler war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr operativ in der Geschäftsführung tätig, sondern konzentrierte sich auf die Leitung der heutigen Schweizer Tochtergesellschaft metapharmaka

Foto: meta Fackler

Mit der Natur im Einklang


Die Mitarbeitenden von meta Fackler haben zum Jubiläum ein Teamfoto gemacht.

„So hat sich im Alltag vieles sehr gut ergänzt.“ Dr. Ricarda Fackler, über die Zusammenarbeit mit ihrer Mutter im Unternehmen.

Therapietradition mit einer entsprechend langen Anwendungserfahrung. Hinzu kommen heute zahlreiche klinische Studien und mehrere Metaanalysen. Die Autoren eines aktuellen systematischen Reviews kommen sogar zu dem Schluss, dass die verfügbaren Metaanalysen randomisierter placebokontrollierter Studien signifikante positive Effekte homöopathischer Behandlungen über Placebo hinaus zeigen.“ Auch homöopathische Kombinationsarzneimittel können Gegenstand klassischer klinischer Forschung sein: Für ein Präparat des Unternehmens liegen Ergebnisse einer Phase-III-Studie vor. In Österreich wurde das Arzneimittel bereits zur Verbesserung der Wundheilung nach Verletzungen und Operationen neu zugelassen. „Für uns ist das ein spannendes Beispiel dafür, dass sich traditionelle Arzneimittel und moderne klinische Forschung keineswegs ausschließen. Nun wird spannend sein, wie dies in Deutschland bewertet wird.“ W

Foto: meta Fackler

GmbH. „Die gemeinsame Geschäftsführung mit meiner Mutter war sicher nicht immer völlig konfliktfrei – dafür waren wir in manchen Fragen einfach zu verschieden. Gleichzeitig hatten wir klar getrennte Schwerpunkte, die sich gut ergänzt haben: Ich brachte vor allem die medizinische Anwendung und den praktischen Einsatz unserer Arzneimittel ein, meine Mutter hatte insbesondere Personal und die kaufmännischen Themen im Blick. So hat sich im Alltag vieles sehr gut ergänzt“, erinnert sich die Geschäftsführerin Ricarda Fackler setzte bei ihrem Einstieg in das Familienunternehmen bewusst auf Zurückhaltung. „Ich habe anfangs wenig in bestehende Strukturen eingegriffen. Mein Gedanke war, dass ich mir zunächst sehr genau anschauen möchte, warum ein funktionierendes System so arbeitet, wie es arbeitet. Das dürfte rückblickend nicht nur dem Unternehmen, sondern vermutlich auch dem familiären Miteinander ganz gutgetan haben. Erst mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl dafür, was bewahrt werden sollte und wo Veränderungen notwendig oder sinnvoll sind.“ Heute trägt sie die alleinige Verantwortung für meta Fackler. Das Unternehmen steht aktuell auch aufgrund der veränderten gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen für homöopathische Arzneimittel vor einer gewissen Neuorientierung. Mit dem 2026 verabschiedeten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wurde die Möglichkeit der Krankenkassen gestrichen, homöopathische Arzneimittel und Leistungen als zusätzliche Satzungsleistungen anzubieten. Für Ricarda Fackler greift die Begründung mit fehlender wissenschaftlicher Evidenz zu kurz: „Natürlich müssen wir uns als pharmazeutisches Unternehmen einer wissenschaftlichen Bewertung stellen. Gleichzeitig sprechen wir über eine mehr als 200-jährige europäische

Foto: meta Fackler

PORTRÄT | UNTERNEHMEN

Ein Zeitstrahl mit Meilensteinen der Unternehmensgeschichte von meta Fackler.

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Ein Hotel, alles da Moderne Konferenzräume, sanierte Zimmer, Schwimmbad und zwei Restaurants: Das familiengeführte Hotel Roshop in Barnstorf überzeugt mit Qualität und Tradition – und das seit mehr als 75 Jahren. VON GEORG THOMAS

E Blick in eines der Zimmer des Vier-Sterne-Hotels.

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inen Ruhetag gibt es hier nicht. „Wir haben nur am 23. und 24. Dezember geschlossen“. Für Ludolf Roshop ist es schwer vorstellbar, ein Hotel oder Restaurant zu besitzen, bei dem Gäste an einem Montag oder Dienstag vor verschlossenen Türen stehen. „Für uns ist das ein Alleinstellungsmerkmal immer da zu sein“, sagt der 69-Jährige, der das Hotel mit seinen 63 Zimmern und 110 Betten zusammen mit seiner Frau Andrea und seinem Sohn Lars führt. Das Viersterne-Hotel

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aus Barnstorf im Landkreis Diepholz beschreibt sich selbst als „eine angenehme Mischung aus Tradition, stilvollem Ambiente und zeitgemäßer Ausstattung“. Es gibt zwei Restaurants, moderne Konferenzräume, einen Fitness- und Wellnessbereich, ein Hallenbad und mehrere Bars – und das alles inmitten der 12 000 Einwohnerstadt im Nordwesten Niedersachsens. „Wir haben einen guten Mix, der unseren Erfolg ausmacht“, beschreibt es Roshop, der häufig persönlich die Anfragen am Telefon beantwortet. Dabei seien oft auch die gut hundert eigenen Parkplätze des Hotels ein wichtiger Faktor. So gab es erst kürzlich ein Oldtimertreffen. In den letzten Jahren habe aber auch der Fahrradtourismus deutlich zugenommen und dem Haus eine neue Besuchergruppe beschert. Das Hotel Roshop hat sich nie auf eine Klientel oder ein Geschäftsfeld festgelegt – ganz bewusst. „Wenn mal eine Sache schlecht läuft, gleicht sich das aus.“ Das Hotel ist sowohl Anlaufstelle für 80. Geburtstage und Familienfeiern, wie auch für Tagungen und Gäste von Kurzurlaubern bis zu Bands, die im Sommer bei einem der Musikfestivals in der Region auftreten. Der Einzugsbereich des Hauses ist nicht zu unterschätzen. „Es gibt eigentlich keine Häuser unserer Größe und Qualität in der näheren Umgebung“, sagt Roshop.


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geschäft sowie das Angebot für Kurzurlaube aus. Und so wurden über die Jahrzehnte aus 20 erst 40 und dann die heutigen 60 Zimmer. Das Hotel beschäftigt heute 33 Mitarbeitende, darunter sechs Auszubildende – als Koch/ Köchin und Restaurant- und Hotelfachleute.

Ausgleich im Stadion

Ludolf und Lars Roshop im Foyer des Hotels Fotos: Georg Thomas

Im vergangenen Jahr hat die Familie für gut 350 000 Euro die Tagungsräume modernisiert und mit einer modernen Lüftungsanlage ausgestattet. „Die misst kontinuierlich den CO₂-­Gehalt in der Luft und sorgt selbstständig für die nötige Frischluftzufuhr. Für ein Hotel unserer Größe ist das schon eine beachtliche Investition“, sagt Roshop, der auch in diesem Sommer wieder einige Zimmer modernisiert hat.

Vom Korn zur Kegelbahn Angefangen hat alles einmal mit einem Markt, der jedes Jahr in Barnstorf stattfand. Seine Eltern verkauften dort selbstgebrannten Schnaps „und daraus ist dann irgendwann eine kleine Gaststätte geworden“. Als in den 1950er Jahren die Erdöl- und Erdgasförderung in der Region boomte und die Firma Wintershall 1954 ihre Zentrale in Barnstorf bezog, entschieden die Roshops, ein Hotel mit Kegelbahn zu bauen. „Wir sind mit Wintershall groß geworden“, sagt Ludolf Roshop heute. Ein Rückschlag war der Bau der Autobahn 1 für das Hotel, das infolge plötzlich fernab der Verkehrsströme zwischen Ruhrgebiet und Bremen oder Hamburg lag. Bis zur A1 bei Vechta sind es mehr als 30 Kilometer und eine gute halbe Stunde Fahrt. Die Familie reagierte mit dem Bau eines Hallenbads und baute das Tagungs-

„Wir haben einen guten Mix, der unseren Erfolg ausmacht.“ Ludolf Roshop, Geschäftsführer

Alle zwei Wochen gönnen sich Vater und Sohn mal eine Auszeit. Seit mehr als 20 Jahren haben die zwei eine Dauerkarte für Werder Bremen. Während der Fußballspiele können Ludolf Roshop und sein Sohn Lars mal abschalten. Für weitere Hobbys lässt das Hotel nur wenig Zeit. Im vergangenen Jahr hat die Familie das 75-jährige Bestehen ihres Hotels feiern können. Ludolf Roshop denkt noch lange nichts an Aufhören, aber er hat große Teile des Hotels bereits an seinen Sohn überschrieben. Vor einigen Jahren hatten sie bereits eine weitere Erweiterung des Hotels geplant, dann aber wegen der Coronapandemie verschoben. Heute scheinen sie beinahe froh zu sein. „Denn man braucht dann auch zusätzliches Personal, was es praktisch nicht gibt“, sagt Lars Roshop. Der 34-Jährige hat nach seiner Ausbildung an der Hotelfachschule in Dortmund wie sein Vater in verschiedenen Luxushotels gelernt und so auch Erfahrungen im Hamburger Hotel Vier Jahreszeiten sammeln können. „Für mich war aber immer klar, dass ich wieder hierher zurück möchte.“ Denn im Hotel Roshop ist alles vorhanden – und in vielen Bereichen kann es sich mit den Großen durchaus messen. W

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Eine Zahl als Hebel Kundenzufriedenheit verbessern: Die Sparkasse Hannover setzt auf den Net Promoter Score. Marina Barth im Gespräch.

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in bisschen hört sich das nach Fußball an: Fans gewinnen – und halten. Bei der Sparkasse Hannover geht es um den Geschäftserfolg und so sind die Fans in diesem Konzept Kundinnen und Kunden, die erklärtermaßen die Sparkasse weiterempfehlen würden. Ihnen gegenüber stehen die kritisch Eingestellten. Wie groß die Gruppen jeweils sind, lässt sich durch Befragungen ermitteln. Und daraus wird dann sehr einfach eine Zahl errechnet, die die Kundenzufriedenheit wiedergibt: Der Anteil der Kritikerinnen und Kritiker wird vom Anteil der Fans abgezogen. Dieser Wert ist der Net Promoter Score, NPS. Ein im Grundsatz vergleichsweise überschaubares Konzept, das aber in der Lage ist, ein Unternehmen, wenn nicht völlig umzukrempeln, dann doch deutlich zu verändern. Das jedenfalls wird klar, wenn Marina Barth über den NPS spricht. Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hannover hat das Programm seit dessen Einführung ab 2021 begleitet. Entwickelt wurde das NPS-Konzept aber bereits Anfang des Jahrtausends, unter anderem von der Unternehmensberatung Bain & Company. Dahinter steckt im Kern dieser Gedanke: Mit zufriedenen Kunden und Kundinnen, den Fans der Firma, ist jede Geschäftsbeziehung intensiver und erfolgreicher. Also muss man sie gewinnen – und halten. Die Kundenzufriedenheit, die in nahezu jedem Selbstbild eines Unternehmens als Ziel auftaucht, wird über den Net Promoter Score vom abstrakten Begriff zur konkreten Steuerungsgröße, sagt Marina Barth. Dabei geht es nicht nur um Optimierungen, beispielsweise von Klickstrecken bei Kontoeröffnungen, die sich aus den bis in Details reichenden Kundenfeedbacks ergeben.Ein unmittelbarer Effekt, der zu mehr Zufriedenheit führt. Es geht darüber hinaus

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Marina Barth, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hannover

„Wir haben die Köpfe aufgeschlossen.“ Marina Barth, stellvertretende Vorstandsvorsitzende, zur Wirkung des Net-Promoter-Systems in der Sparkasse.

um die systematische und kontinuierliche Ausrichtung eines Unternehmens am Bedarf und an der Zufriedenheit seiner Kundinnen und Kunden. Das Net-Promoter-System startete bei der Sparkasse Hannover mit der Gründung eines eigenen Teams; dessen Name ist Programm: „Fokus Kunde“. Ab 2021 wurde der Net Promoter Score nach und nach in der ganzen Bank umgesetzt, zuerst bei den privaten und dann auch bei den gewerblichen Kundinnen und Kunden. Sie alle werden einmal jährlich befragt: Das ergibt den Basis-Score. Hinzu kommen die Befragungen nach einem konkreten Kontakt, etwa nach einer Beratung oder nach Serviceleistungen wie der Hilfestellung beim Online Banking. Ausgehend von 28 000 Rückmeldungen, die 2022 ausgewertet wurden, waren es zwei Jahre später bereits 40 000. Hinzu kamen dann noch einmal rund 4500 aus dem gewerblichen Bereich. „Die Kundinnen und Kunden werden nicht müde, uns Feedback zu geben“, heißt es bei der Sparkasse. Die Rückmeldungen fließen dann auf verschiedenen Wegen, aber strukturiert in die Arbeit der Bank ein. So gibt es Kunden-Rückmeldungen, die sich auf einzelne Mitarbeitende beziehen. Beispiel: „Benutzt in


Foto: Sparkasse Hannover

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„Die Kundinnen und Kunden werden nicht müde, uns Feedback zu geben.“ Sparkasse Hannover

der Beratung zu viele Fremdwörter.“ Ebenso gibt es Hinweise, die ein ganzes Team oder Sparkasse insgesamt betreffen. Dafür gibt es jeweils eigens festgelegte „Feedbackschleifen“, in denen die Rückmeldungen systematisch bearbeitet werden. So entsteht ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Bis 2025 habe man in den vier Jahren seit Einführung des Net Promoter Systems den Basis-NPS im Privatkundenbereich um zwölf und bei den gewerblichen Kundinnen und Kunden um elf Punkte steigern können. Belegen lässt sich auch, dass nach einer konkreten Beratung der Zufriedenheitswert deutlich ansteigt. Wie hoch der Score in absoluten Zahlen ist, will die Sparkasse allerdings nicht sagen: Das Konzept wird auch bei anderen Unternehmen eingesetzt – die Werte seien aber nicht vergleichbar. Die große Mehrheit der Sparkassenkundinnen und -kunden, egal ob privat oder gewerblich, zählt aber zur Gruppe der Fans: Bei der Frage, ob sie die Bank weiterempfehlen würden, kreuzen sie auf einer Skala von null bis zehn eine neun oder zehn an. Auch wenn der Ausgangspunkt derVertrieb war: Das Net-Promoter-System und die damit verbundene Ausrichtung auf die Kundenzufriedenheit muss im ganzen Unternehmen gelebt werden, bis in die Unternehmensspitze. Auch Vorständin Barth griff zum Telefonhörer, um die Rückmeldungen der Kundinnen und Kunden aufzunehmen. Und hörte zum Beispiel: Konto zu teuer, Wartezeiten zu lang, Briefe unverständlich. Daran wird dann gearbeitet. Etwa bei der Kundeninformation zu den Giropreiserhöhungen: Direkte, klare Information, die eher blumige Umschreibungen weglassen: Diesen Kundenwunsch beherzigend zählte die Sparkasse bei 500 000 betroffenen Konten 300 Beschwerden: Aus Sicht der Sparkasse ein klarer Erfolg. Und Teil eines Veränderungs-, eines Change-Prozesses, der, so sagt es Marina Barth, nicht nur angestoßen, sondern auch umgesetzt wurde. „Wir haben die Köpfe aufgeschlossen,“ sagt sie. Das hat auch anderenorts Eindruck gemacht. In der Gruppe der größten deutschen Sparkassen – zu der auch das hannoversche Institut mit einer Bilanzsumme von rund 22,1 Mrd. Euro und über 2000 Beschäftigten zählt – beschäftigt man sich aktuell mit dem Net-Promoter-System. (pm) W

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Johanna Heise (27)

Head of Brand & Culture bei heise (Hannover), Geschäftsführerin heise Academy, heise ventures … Teil der vierten Generation des Medienunternehmens heise aus Hannover. Nach meinem Studium an der WHU in Vallendar und an der ESCP Business School in London, Berlin und Madrid ging es direkt ins Familienunternehmen, wo ich heute die Bereiche Brand & Culture, die heise academy und heise ventures verantworte.

ALS CHEFIN

… möchte ich Menschen die Möglichkeit geben, wirksam zu werden und echten Mehrwert zu schaffen. Mir ist wichtig, Zuversicht zu vermitteln und den Blick nach vorn zu richten – deshalb ist Zukunftsorientierung für uns ein zentraler Wert.

ALS FAN

… bin ich fest davon überzeugt, dass Hannover 96 das Zeug für die 1. Bundesliga hat.

ALS POLITIKERIN

… und als Mitglied des Vorstands der Jungen Unternehmer setze ich mich dafür ein, Regulierung abzubauen, unternehmerisches Handeln zu erleichtern und das Vertrauen in Eigenverantwortung wieder zu stärken.

ALS KIND

… hatte ich eine wunderschöne Kindheit, geprägt von viel Sport, Freundschaften und familiärer Wärme.

ALS LETZTES

… wünsche ich mir, dass wir der Zukunft – und besonders der Zukunft Deutschlands – wieder mit mehr Optimismus begegnen.

DIE MUTIGE FRAGE: WIE NUTZEN SIE CHATGPT/COPILOT BERUFLICH GERN?

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Foto: Heise

ICH BIN

Johanna Heise ist seit 2023 mit ihren Schwestern Charlotte und Luise Gesellschafterin der heise group aus Hannover. Die älteste Tochter von Ansgar Heise, dem geschäftsführenden Gesellschafter der Gruppe, verant-

Ich nutze KI vor allem als Sparringspartner und für Recherchen. Außerdem unterstützt sie mich beim Erstellen von LinkedIn-Posts und Präsentationen. Dabei arbeite ich mit heise I/O.

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wortet als Head of Brand & Culture die Markenidentität von Heise. Johanna Heise ist auch Geschäftsführerin von heise ventures und Co-Geschäftsführerin von Heise Knowledge. Um Frauen in der Informationstechnik zu fördern, hat sie die Initiative „Women in Tech by heise“ gestartet.


ZUSATZ | UNTERNEHMEN

Ganzheitliche Vermögensplanung: Erfolg über Generationen Eine vorausschauende Vermögensplanung legt den Grundstein für nachhaltigen Erfolg über Generationen hinweg. Dabei spielt der Faktor Zeit eine zentrale Rolle: Wer frühzeitig beginnt und sein Vermögen auch über den Übergang in den Ruhestand hinaus aktiv steuert, schafft beste Voraussetzungen für langfristigen Werterhalt. Gerade bei Unternehmerfamilien und in der Phase der Vermögensübertragung an die nächste Generation gewinnt eine strukturierte und ganzheitliche Herangehensweise zunehmend an Bedeutung. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Absicherung des Lebensstandards, sondern der verantwortungsvolle und schonende Übergang von Werten. Klare Ziele, eine durchdachte Struktur sowie die frühzeitige Einbindung steuerlicher und familiärer Rahmenbedingungen bilden die Basis für eine erfolgreiche Strategie. Strategischer Weitblick Wer Vermögen über Generationen erhalten möchte, sollte die Strukturierung als lebenslange Aufgabe begreifen. Unternehmer neigen dazu, geschäftliche Planung über private Vorsorge zu stellen, und verlieren so wertvolle Jahre für den Zinseszinseffekt. Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung ist es heute wichtiger denn je, auch im Alter nicht mit der Steuerung aufzuhören. Ein Zeithorizont von mehreren Jahrzehnten im Ruhestand macht eine fortwährende strategische Steuerung sogar zwingend erforderlich, um die Kaufkraft für die nachfolgenden Generationen real zu erhalten. Navigation durch Zielklarheit Häufig konzentrieren sich Anleger auf technische Details einzelner Finanzprodukte und verlieren die übergeordnete Strategie aus dem Blick. Eine

fundierte Planung beginnt nicht bei der Auswahl einer Assetklasse, sondern beim eigentlichen Zweck. „Entscheidend ist nicht, worin investiert wird, sondern, warum. Erst die langfristigen Ziele geben der Anlage eine Richtung“, sagt Maximilian Kleyboldt, Senior Wealth Planner, Certified Financial Planner®. Genau hier setzt die Bethmann HAL an: nicht bei kurzfristigen Produkten, sondern bei Struktur und Zielklarheit. Um teure emotionale Fehlentscheidungen zu vermeiden, entwickeln die Experten ein klar definiertes Anlegerprofil, das Renditeerwartung, Verlusttoleranz und Liquiditätsbedarf messbar miteinander verbindet. Ganzheitliche Begleitung durch Bethmann HAL In einem strukturierten Prozess werden Kunden durch eine ganzheitliche Analyse begleitet, die weit über das Depot hinausreicht und das Gesamtvermögen als Basis für alle zukünftigen Entscheidungen transparent darstellt. Darauf aufbauend entsteht ein individuelles Lösungskonzept, das komplexe Themen wie Nachfolgeplanung oder Stiftungsvermögen präzise integriert – für eine Strategie, die über Generationen Bestand hat.

Lassen Sie sich jetzt beraten: Philipp Radmann Leitender Direktor Mitglied der Niederlassungsleitung T: +49 511 44988-206 E: philipp.radmann@ bethmannbank.de

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Yvonne Web er hat sich m it Classic-M kauf von Er oped.de au satzteilen fü f den Onliner Mopeds, M Verofas und Ro ller spezialis iert.

16. September, 9.30 Uhr Salzhemmendorf, Hagenbrink 7

Ihr Kind war drei Jahre alt und Yvonne Weber ahnte, dass sich ein halbwegs normales Familienleben mit der Arbeit in der Gastronomie nur schwer vereinbaren ließe. Ihre Eltern führten damals das Alfelder Hotel-Restaurant Am Schlehberg. Durch ihren Mann Henning (52), der seit seiner Jugend gern an Mofas und Mopeds schraubte, kam sie auf die Idee, sich mit einem Onlineshop für Ersatzteile für Mofas und Mopeds selbstständig zu machen. Seit 2006 gibt es Classic-Moped.de. Mit dem Online-Handel hat die 50-Jährige in den letzten 20 Jahren auch manche Höhen und Tiefen erlebt - sich letztlich aber erfolgreich in der Nische behauptet: „Es gibt praktisch keinen anderen Shop mit so einem breiten Sortiment verschiedener Marken“, sagt Yvonne Weber.

Wobei störe ich gerade?

Mehr Beiträge aus der Reihe Geklingelt bei: nw-ihk.de

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Ich habe heute morgen etwas später angefangen. Daher bin ich gerade noch dabei, die Kundenanfragen, die uns per E-Mail erreichen, zu beantworten. Das Aufkommen ist höher, da ich durch unser smartes KI-System auch die Telefonanfragen per E-Mail erhalte.

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Foto: Georg Th

GEKLINGELT BEI: YVONNE WEBER CLASSIC-MOPED.DE

omas

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Was ist Ihr Kerngeschäft? Wir verkaufen über unseren eigenen Onlineshop Ersatzteile für ältere Mopeds. Mofas und Roller von Zündapp, Hercules, Kreidler KTM, Puch und vielen mehr – nur ostdeutsche Marken führen wir nicht. Von unseren 6000 bis 7000 Kunden sind etwa ein Drittel Stammkunden.

Wofür möchten Sie werben? Für das Kulturgut historischer Mofas und Mopeds. Wir leisten mit unserem Ersatzteilhandel einen Beitrag dafür, dass diese Zweiräder weiter erhalten bleiben können.

Wie viele Mitarbeitende haben Sie? Neben mir und meinem Mann Henning gibt es einen weiteren Mitarbeiter.

Was verbinden Sie mit der IHK? Ich gehöre seit kurzem zum Frauennetzwerk der IHK – mit Classic-Moped gab es bislang wenige Berührungspunkte mit der IHK. Aufgezeichnet von Georg Thomas.


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UNTERNEHMEN IN KÜRZE

+++ Thimm ist jetzt Teil der spanischen Saica-Gruppe. Die EU-Kommission hat die Übernahme Ende Juli freigegeben sodass die Thimm-Standorte in Deutschland, Polen, Tschechien und Rumänien mit annähernd 2500 Mitarbeitenden nun zu Saica gehören und weitergeführt werden. Die beiden Verpackungsunternehmen arbeiten bereits seit Ende der 1990er Jahre in einer strategischen Vertriebsallianz zusammen und betreiben zudem ein gemeinsames Joint Venture in Polen. Im Zuge der Übernahme scheidet die Inhaberfamilie Thimm aus dem Unternehmen aus.. +++ McDonald‘s Ehmann investiert in die Zukunft seines Standorts Langenhagen: Rund 1,3 Mio. Euro fließen in die Modernisierung des Restaurants. Geplant sind neben dem Umstieg auf ein aktuelles Innendesign, ein zweispuriger McDrive sowie digitale Neuerungen, wie es in einer Mitteilung heißt. Die Zahl der Sitzplätze steigt um knapp 20 auf künftig 134. „Mit der Modernisierung investieren wir in die Zukunft unseres Standorts in Langenhagen“, so David Ehmann, Franchise-Nehmer von McDonald’s Deutschland. +++ Die Continental AG hat im aktuellen Nachhaltigkeitsrating von EcoVadis 84 von 100 möglichen Punkten erzielt, was einer Goldmedaille und damit der zweithöchsten

Einstufung entspricht. Mit diesem Ergebnis gehört der Reifenhersteller zu den besten fünf Prozent der weltweit so bewerteten Unternehmen. Die Bewertung umfasst die Kategorien Umwelt, Arbeitsund Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung. Besonders stark schnitt Conti nach eigenen Angaben in den Kategorien Umwelt sowie Arbeits- und Menschenrechte mit jeweils 86 Punkten ab. Continental habe unter anderem den Anteil der eingekauften erneuerbaren und recycelten Produktionsmaterialien für Reifen im Jahr 2025 auf 28 Prozent erhöht. Darüber hinaus baue Continental die Rückverfolgbarkeit von Rohstoffen kontinuierlich aus und setze auf Nachhaltigkeitsanforderungen für Lieferanten. +++ Die Fluggesellschaft Eurowings verbindet in diesem Winter den hannoverschen Airport nicht per Direktflug mit Dubai. Auf Nachfrage teilte die Lufthansa-­ Tochtergesellschaft mit, ihr Dubai-Angebot im Winterflugplan 2026/27 auf die Abflughäfen Berlin, Stuttgart und Köln/Bonn zu fokussieren. Eurowings verbindet im Winterflugplan 2026/27 erstmals Hannover direkt mit der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Zudem werden die Direktflüge nach Alicante auch im Winter angeboten. Zudem stärkte die Airline die bestehenden touristischen

Foto: Bild_Quelle

Sozial: 96 startet „Hannover zuliebe“ Die Beteiligten von „Hannover zuliebe“ beim Start.

Ziele – etwa mit bis zu elf wöchentlichen Flügen nach Palma de Mallorca, zwei wöchentlichen Verbindungen nach Faro sowie drei wöchentlichen Rom-Flügen. +++ Zusammen mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft hat Hannover 96 ein neues Netzwerk für soziales Engagement in Hannover und der Region gestartet. Unter dem Namen „Hannover zuliebe“ haben sich mehrere Akteure zusammengetan, um etwas Gutes zu tun – für bedürftige und benachteiligte Menschen und Familien, für Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen sowie für eine vielfältige Gesellschaft, in der demokratische Werte gelebt werden. Hauptpartner sind die Apostel Griechische Spezialitäten GmbH aus Garbsen und der Online-Versicherer Linexo by Wertgarantie SE. Weitere Partner: heise, Rossmann und dentastico, Vilsa und Dunkin’ Donots. +++ Die Concordia Versicherung ist für ihren Marken-Relaunch im letzten Jahr mit dem Corporate Design Preis 2026 in der Kategorie „Corporate Design Redesign“ ausgezeichnet worden. Die unabhängige Fachjury würdigte insbesondere die gelungene

Verbindung aus strategischer Ausrichtung, zeitgemäßer Gestaltung und konsequenter Markenführung. (gt)

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GROSSES HERZ FÜR ­FRAUENFUSSBALL

Foto: dentas tico

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Hannover ist mit seiner Arena am Maschsee Spielort der Frauen­ fußball-EM 2029, aber das Frauenteam von Hannover 96 spielt bislang nur in der Regionalliga. Unternehmerin Michaela Prins möchte das gern als Hauptsponsorin ändern. Von Georg Thomas

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usschlaggebend war ein Podcast. Die 290. Folge von 96-Vorwärtsnach-weit widmete sich dem Frauenfußball bei Hannover 96. Der Göttinger Podcast-Host Tobias Groebner spricht in dieser Ausgabe mit der Teammanagerin und der Trainerin des Frauenteams. Bei Michaela Prins blieben die Worte von Lea Bey, die heute den Frauenfußball bei 96 leitet, nicht ohne Folgen. „Das kann doch nicht wahr sein“, dachte sich die Unternehmerin aus Hannover, als sie hörte unter welchen Bedingungen die Frauen in der Landeshauptstadt leistungsorientierten Fußball spielen. Während der Frauenfußball zu diesem Zeitpunkt von fast allen größeren Fußballclubs in Deutschland längst gefördert wurde, schien sich im Sommer 2024 bei Hannover 96 wenig zu bewegen. Michaela Prins, die seit vielen Jahren als Fan auch die Spiele der Männer in der Zweiten Liga besucht, entschied sich dazu, finanzielle Unterstützerin das Frauenteams zu werden, das

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aktuell in der Regionalliga spielt. Die dentastico GmbH ist inzwischen mit einer mittleren fünfstelligen Summe Hauptsponsor – das Logo des Abrechnungsdienstleisters für Zahnärzte ziert die Trikots der Fußballfrauen, die anders als die Männer noch dem Breitensportverein und nicht dem von Martin Kind und Vorgängern ausgegliederten Unternehmen Hannover 96 angehören. Die Unternehmerin ist davon überzeugt, dass Frauen bereits in der Schule gegenüber Jungen benachteiligt werden. In ihrer Firma, die sie 2017 gründete, arbeiten nur Frauen. Es gebe so „weniger Ellenbogen und alle könnten sich gut auf die Arbeit konzentrieren“, sagt Prins, die ihrem 20-köpfigen Team viel Freiraum lässt und einmal im Jahr alle in einer Transparenzbesprechung über die wirtschaftliche Entwicklung der Firma im Detail informiert. Das Unternehmen ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Dentastico profitierte

davon, dass viele Zahnarztpraxen die Abrechnung nicht mehr selbst machten. Ihre Mitarbeiterinnen, von denen zwölf ausschließlich mobil arbeiten, sind etwa zu 50 Prozent am Erfolg des Unternehmens beteiligt. Die andere Hälfte fließe wohltätigen Zwecken zu. Hierunter fällt auch das Sponsoring der Fußballfrauen. Michaela Prins ist durch ihr Sponsoring inzwischen zu einem echten Fan der Frauen geworden. Sie besucht regelmäßig die Heimspiele und begleitet das Team auch zu Auswärtsspielen, wenn es passt. Natürlich war sie auch beim DFB-Pokal-Spiel gegen Schalke 04 dabei, dass die 96-Frauen deutlich verloren. „Es wäre schön, wenn sich auch durch mein Engagement noch weitere Unterstützer finden und die Frauen bald auch unter so professionellen Bedingungen wie die Männer trainieren und spielen. Es ist ein wirklich sympathisches und auch erfolgreiches Team, das mehr Aufmerksamkeit verdient“, sagt Prins. W


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Unternehmensbörse

Angebote Etablierter Personaldienstleister aus Altersgründen abzugeben. H-A-72/2026 Etablierter, bankenunabhängiger Leasingvermittler & Inkasso-Dienstleister sucht Nachfolger. H-A-73/2026 Familiär betriebenes und ländlich gelegenes Altenpflegeheim mit 37 Bewohnern, sucht Nachfolger. H-A-74/2026 Agentur für Printmedien & Direktwerbung inkl. Top-Mitarbeiter, zu verkaufen. H-A-75/2026 Etabliertes 31-Zimmer-Hotel mit Immobilie in niedersächsischer Kurstadt, sucht Nachfolger. H-A-78/2026

Repräsentative Reitsportanlage & Eventhof in Niedersachsen, zu verkaufen. H-A-77/2026 Webagentur mit 18 Bestandskunden und vollständig wiederkehrenden Umsätzen, zu verkaufen. H-A-78/2026 Attraktives, modernes Textilgeschäft in 1A-Lage sucht einen passenden Nachfolger. H-A-79/2026 Spezialisierter außerklinischer Intensivpflegedienst mit Fokus auf die 1:1-Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Raum Hannover zu verkaufen. H-A-81/2026

Nachfragen Technologieunternehmen mit Potenzial zur Übernahme gesucht. H-N-80/2026

Sie möchten hier stehen? Informieren Sie sich über die Voraussetzungen bei Nicole Bokelberg, Tel. 0511 3107-336, nicole.bokelberg@hannover.ihk.de. Weitere Angebote und Gesuche sowie Details zu den vorgestellten Unternehmen finden Sie in der bundesweiten Unternehmensbörse www.nexxt-change.org Tipp: Mit den kostenfreien Tools der Unternehmenswerkstatt Deutschland können Sie ein Unternehmensexposé erstellen und den Unternehmenswert überschlägig ermitteln. www.uwd.de

Foto: Georg Thomas

Hier finden Sie Inserate von Unternehmen, die eine Nachfolgelösung suchen sowie Inserate von Menschen, die ein bestehendes Unternehmen übernehmen möchten. Diese Anlage filtert das CO₂ heraus.

Zementwerk startet CO₂-Abscheidung Die Holcim Deutschland GmbH hat im August im Zementwerk in Höver bei Hannover eine Anlage zur Abscheidung von Kohlendioxid in Betrieb genommen. Mithilfe des Membrantrennverfahrens können in dem Zementwerk bis zu 10 000 Tonnen CO₂ im Jahr aus den Abgasen abgeschieden werden. „Höver ist damit eine der ersten Industrieanlagen in Deutschland, bei der im großen Maßstab CO₂ abgeschieden wird“, sagte Stephan Hinrichs, Geschäftsführer von Holcim Deutschland bei der feierlichen Inbetriebnahme. Das CO₂ soll zukünftig hochrein aufbereitet und weiter genutzt werden, zum Beispiel als Grundstoff in der chemischen Industrie. Aufgrund der weiteren Nutzung sprechen Fachleute von CCU („Carbon Capture an Utilisation“), die sich von der Speicherung (CCS) unterscheidet. Am Startschuss nahm auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies teil. In Höver wurde bereits 2022 eine Testanlage in Betrieb genommen, die mithilfe von Membranen das CO₂ aus der Abluft herausfiltern soll. Das Verfahren, bei dem eine 50 Nanometer dünne Membran zum Einsatz kommt, bewährte sich. Der Bund förderte den Bau der Testanlage mit 1,6 Mio. Euro. Im Zementwerk Höver arbeiten heute rund 200 Beschäftigte. (gt) W

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GESTARTET: DAMALS ...

Foto: Bettenhaus Welge

Welcher Blick in Niedersachsens Wirtschaftsgeschichte sich hinter diesem Geschäft öffnet: Wo heute in Lehrte das Bettenhaus Heinrich Welge steht, prägte über Jahrzehnte

Wilhelm Welge und Familie.

eine Fabrik das Bild. Die Spinnerei, die Wilhelm Welge 1876 übernahm, ist der Ursprung der Firma. Kurz nach den Gründerjahren kaufte der mit dem Wollgeschäft durchaus vertraute Sohn einer Schafzüchterfamilie die Garnspinnerei Adolf Frie und wurde somit Fabrikant. Und erweiterte die Produktpalette um Handelswaren, darunter auch Bettfedern, Decken und Bettwäsche. In der zweiten Generation – Heinrich Welge, bis heute Namensgeber des Geschäfts, und seine beiden Schwestern – kam 1910 die Bettfedernreinigung hinzu: Sie gehört bis heute zum Angebot. Dann brachten die Kriege jeweils Einschnitte:

Foto: Welge

Bettenhaus Welge Urkunde zum 150-jährigen für Regina Rosenbaum: Hans-H. Buhr (IHK) und Lehrtes Bürgermeister Frank Prüße (r.).

Der Unternehmenschef fiel kinderlos 1917, der Neffe Albert Breustedt übernahm. Dessen Sohn und dann seine Enkelin folgten: 2002 hat Regina Rosenbaum die Verantwortung übernommen. Die Fabrik, Ursprung des Bettenhauses, wurde während des Zweiten Weltkriegs stillgelegt und in den 1970er Jahren abgerissen. Bestand hat das Bettenhaus mit einem Kerngeschäft, das sich inzwischen wieder rund um das Schlafen dreht. Mit den gesammelten Erfahrungen von fünf Gene-

rationen: Und der Wunsch Regina Rosenbaum für die Zukunft? „Dass der Verbraucher das Vertrauen in kompetente Fachgeschäfte mit einer Beratung vor Ort nicht verliert, gerade bei unserem speziellen Sortiment. Die Politik auf kommunaler Ebene muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass innerstädtische Standorte attraktiv bleiben und die Politik auf Bundesebene sollte dafür Sorge tragen, dass die Existenzen für Unternehmen auch gesichert bleiben.“ (pm) W

GESTARTET: DAMALS ...

Kaufhaus Döring

Das Geschäft in Bad Münder 1948 ...

... und das Kaufhaus heute.

Fotos: Döring

Ein Kaufhaus im Herzen einer kleinen Stadt – und das seit 150 Jahren. Michael Engel führt in fünfter Generation das Kaufhaus Döring in Bad Münder. 1876 gegründet, spiegelt sich in diesem Familienunternehmen Handelsgeschichte. Was als Tuchhandel begann, entwickelte sich vom Fachgeschäft für Stoffe und Konfektionswaren zum Kaufhaus mit

vielfältigem Angebot: Mode, Haushaltswaren, Elektrokleingeräte, Spiel- und Schreibwaren. Immer wieder wurde das Gebäude an Sortiment und Zeit angepasst, in kleineren Schritten noch während der Wirtschaftswunderjahre und dann ab 1970 mit der Erweiterung auf 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche – also in einer Zeit, in der auch die Fußgängerzone Bad Münders entstand. Heute, nach dem bislang letzten Umbau

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vor zehn Jahren, sind es noch einmal 200 Quadratmeter mehr. Im Frühjahr 2026 erfolgte ein weiterer Umbau im Ober-und Untergeschoss. Es wurden viele neue Marken mit aufgenommen und das ganze Sortiment verjüngt. Ziel war es, das Kaufhaus zum Jubiläum neu und modern zu präsentieren. Auch die Geschichte der Handelskooperationen findet sich bei Döring wieder: Mit dem Beitritt 1962 zur traditionsreichen Kaufring eG. Die in Teilen von der Bielefelder EK/servicegroup eG weitergeführt wurde: Zu dieser auf Angebote für den mittelständischen Einzelhandel konzentrierten Gruppe gehört Döring seit 2002. Drei Jahre später übernahm in Bad Münder Michael Engel das elterliche Unternehmen mit heute 18 Mitarbeitenden. Sein Wunsch für die Zukunft: „Wir möchten für unsere Kunden vor Ort ein modernes und gutes Angebot anbieten und hoffen weiter, dass unsere Kunden dies schätzen und uns weiter die Treue halten.“ (pm) W


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FIRMENJUBILÄEN

Damals gegründet …

150 JAHRE

125 75 50 JAHRE

Kaufhaus Döring Inh. Michael Engel e.K., Bad Münder.

Petersen & Nagel Steuerberatungsgesellschaft mbH, Syke (13. November)

Bettenhaus Heinrich Welge, Inh. Regina Rosenbaum e.K., Lehrte

TaxiBus Vertriebs- und Vermittlungsgesellschaft mbH, Hannover (19. November)

Buchhandlung Aloys Mecke Papier- und Schreibwaren, Inh. Christian Mecke e.K., Duderstadt (15. Oktober)

Walter Buhr GmbH & Co. KG, Coppenbrügge (15. November)

JAHRE

JAHRE

Manfred Rump GmbH, Burgwedel (1. Oktober) Gaußturm-Apotheke Stefanie Konstanze Schön-­Heider e. Kfr., Dransfeld (28. Oktober) Lohrig Motorräder e.K., Syke (1. November)

25 JAHRE

Fischfeinkost Lindemann GmbH, Hagenburg (1. Oktober) TPK Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH, Nörten-Hardenberg (2. Oktober) ZBT Zöller BrandschutzTechnik e.K., Sarstedt (9. Oktober) Heise Media Service GmbH & Co. KG, Hannover (11. Oktober) RR Verwaltungs GmbH, Hann. Münden (16. Oktober) CS Treuhand GmbH, Bad Eilsen (18. Oktober) Prusseit u. Reiss Bauplanungsbüro GmbH, Garbsen (26. Oktober) CON 2 Concept & Consult, Hannover (31 Oktober)

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Schimanski Elektroanlagen GmbH, Duderstadt (20. November) Meisterbetrieb Spickermann GmbH, Hannover (23. November)

Und Ihr Jubiläum? Sich als Unternehmen über viele Jahrzehnte am Markt zu behaupten: Das verdient Respekt. Allein zwei Unternehmen aus dem Bereich der IHK Hannover feiern in diesen Wochen ihr 150-jähriges Bestehen. Und eine Gründung 1876 reicht immerhin zurück ins frisch gegründete Kaiserreich. Seitdem wechselte hier bis heute allein drei Mal die Staatsform. Sie feiern mit Ihrem Unternehmen ein Jubiläum und finden sich nicht in dieser Liste wieder? Das kann verschiedene Gründe haben – zum Beispiel, dass die IHK-Mitgliedschaft nicht bereits mit der Unternehmensgründung begann. Aber auch Ihr Jubiläum wollen wir an dieser Stelle veröffentlichen. Melden Sie sich also ganz einfach in der NW-Redaktion: nw@hannover.ihk.de


Foto: Adobe stock/MACO

PRAXIS | FACHKRÄFTE

Prof. Dr. Yuliya Kosyakova beim Fachkräftekongress in der IHK Hannver.

Fachkräfte gewinnen. Halten. Und wiedergewinnen. Gutes Umfeld für Mitarbeitende aus dem Ausland: Dafür lieferte der Internationale Fachkräftekongress im September in der IHK Hannover zwei Tage lang Impulse.

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ie Arbeitskräfteknappheit ist kein Zukunftsproblem“, machte Prof. Dr. Yuliya Kosyakova in ihrem Vortrag auf dem Kongress klar. Die Leiterin des Forschungsbereiches Migration, Integration und internationale Arbeitsmarktforschung am Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) trug einige ihrer Forschungsergebnisse den mehr als 100 Kongress-Teilnehmenden vor. Nicht nur den Ergebnissen Kosyakovas zufolge ist das Fehlen passender Arbeitskräfte bereits heute ein wirtschaftlicher Engpass, der die Leistungsfähigkeit von Unternehmen limitiert. „Ohne Zuwanderung sinkt das Erwerbspotenzial bis 2060 um rund 16 Millionen Menschen“, so die Forscherin.

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„Ohne Zuwanderung sinkt das Erwerbspotenzial bis 2060 um rund 16 Millionen Menschen.“ Prof. Dr. Yuliya Kosyakova, Arbeitsmarktforscherin beim IAB

Den Rückgang der deutschen Bevölkerung im erwerbstätigen Alter würde sich weitestgehend durch den Zuzug ausländischer Arbeitskräfte kompensieren.

Zufrieden sein und bleiben Was diese Menschen für ein erfolgreichen Ankommen und Bleiben in Deutschland brauchen, führte die IAB-Forscherin weiter aus, und sorgte damit für gespannte Zuhörerinnen und Zuhörer. „Wir sehen, dass deutlich mehr Menschen mit Befristungen konkrete Pläne zur Abwanderung schmieden“, so die Professorin. Daraus folge: Wer weniger zufrieden mit seiner Arbeit sei, zeige deutlich höhere Überlegungen, wieder


FACHKRÄFTE | PRAXIS

Was Unternehmen ganz praktisch tun können Zusammengefasst stellte Prof. Dr. Kosyakova heraus, dass Folgendes wichtig ist, wenn man Menschen aus dem Ausland im eigenen Betrieb beschäftigen möchte: Gewinnen: Visa- und Anerkennungsverfahren sollten schnell verlaufen und Einwanderungswege attraktiv und verlässlich sein. Außerdem braucht es Rahmenbedingungen, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit stützen.

Halten: Beschäftigten muss eine Perspektive zur beruflichen Entwicklung geboten werden. Auch die Arbeitszufriedenheit ist wichtig: Beschäftigte mit Abwanderungsplänen sind im Durchschnitt deutlich weniger zufrieden mit ihrer Arbeit. Verlässliche Beschäftigungsbedingungen schaffen zudem berufliche und private Planungssicherheit. Neben einer funktionierenden Verwaltung ist auch der soziale Aspekt ein wichtiger Faktor, um sich in Deutschland wohlzufühlen

auszuwandern und setze dies auch häufiger in die Tat um.

Über die Arbeit hinaus unterstützen Auch das soziale Umfeld spiele bei der Frage nach „gehen oder bleiben“ eine zentrale Rolle. „Familie und Partnerschaft sind wichtig.“ Für Unternehmen bedeute das die Chance, einen neuen Mitarbeitenden auch dort zu unterstützen. Beispielsweise bei der Suche nach einer Wohnung, einem Kindergarten- oder Schulplatz oder Behördengängen. „Ein relevanter Teil der Gründe, warum Menschen überlegen, Deutschland wieder zu verlassen oder dies tatsächlich tun, liegt im Einflussbereich von Arbeitgebern, Verwaltung und Politik“, machte die Expertin klar. Rund 43 Prozent der Eingewanderten gaben daher auch an, dass ihr Arbeitgeber oder ihre Arbeitgeberin ein wichtiger Kontakt in solchen Fragen sei.

Gehen muss keinen dauerhaften ­Abschied bedeuten Verlässt ein ausländischer Mitarbeitender Unternehmen und Land, muss das aber nicht für immer sein. „Wir sehen, dass eine Auswanderung aus Deutschland auch Potenzial für Wiedergewinnung hat.“ Unternehmerinnen und Unternehmern empfahl die Forscherin

„Familie und Partnerschaft sind wichtig.“ Yuliya Kosyakova, mit Bick auf wichtige Gründe, die über Gehen oder Bleiben entscheiden..

– Wohnraum, Sprachkurse, Kita- und Schulplätze fördern wesentlich die soziale Einbindung. Wiedergewinnen: Ein Abschied muss nicht für immer sein. Wenn Unternehmen den Kontakt halten und pflegen, kann man Weggezogene bei passender Gelegenheit wieder für sich gewinnen. Das braucht niedrigschwellige Rückkehrwege. (skl) W www.hannover.ihk.de/wbc

bei ihrem Vortrag daher, auch nach einem beendeten Arbeitsverhältnis den Kontakt zu halten. Gleichzeitig müssten aber Rückkehrwege einfach gestaltet werden – hier sei nicht nur das jeweilige Unternehmen, sondern auch die Politik in der Pflicht. Weniger Bürokratie und schnellere Verfahren könnten nach Einschätzung der Professorin helfen, Deutschland für ausländische Arbeits- und Fachkräfte attraktiv zu machen. Denn: „Die Fachkräftesicherung endet weder mit der Einreise noch mit der Ausreise.“ (skl) W www.hannover.ihk.de/wbc

Der Kongeress Der Internationale Fachkräftekongress beschäftigte sich mit hochkarätigen Gästen aus Politik, Wirt- und Wissenschaft zwei Tage lang mit der Frage der nachhaltigen Fachkräftegewinnung. Dabei wurden unter anderem auch das Welcome & Business Center IHK, sowie die Projekte „Kolumbien TalentHub“ und „¡Adelante! Colombia“ vorgestellt. Ausführliche Informationen dazufinden Sie unter www.hannover.ihk.de/wbc

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PRAXIS | FACHKRÄFTE

Fachkräfteeinwanderung: Kooperation in Niedersachsen Menschen nach Niedersachsen zu holen, die hier arbeiten wollen: Um das zu unterstützen, haben wesentliche Einrichtungen eine Kooperation vereinbart. as Verfahren der Fachkräfteeinwanderung soll für Unternehmen durch die Mitte August vereinbarte Zusammenarbeit leichter zugänglich und schneller werden. Die niedersächsischen Industrie- und Handelskammern wurden dabei von Gerhard Oppermann vertreten, Präsident der IHK Niedersachsen (IHKN). Für die Arbeitsagentur unterschrieb Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen, und für die noch junge Landesaufnahmebehörde Niedersachsen deren Vorsitzender Klaus Dierker. Die Landesaufnahmebehörde hat in Niedersachsen bei der Neuorganisation des beschleunigten Fachkräfteverfahrens, das den rechtlichen Rahmen für die Zuwanderung vorgibt, eine besondere Bedeutung. Sie wurde Mitte 2025 gegründet, hat ihren Sitz in Osnabrück und bearbeitet seit Jahresbeginn alle Verfahren zentral. Zuvor wurden waren jeweils die kommunalen Ausländerbehörden zuständig. Rund 3000 Anträge zählte die Behörde bislang, davon erhielten mehr als die Hälfte einen positiven Vorab-Bescheid.

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Johannes Pfeiffer (Arbeitsagentur), Gerhard Oppermann (IHKN-Präsident), Klaus Dierker (Landesaufnahmebehörde) und IHKN-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt.

Entscheidend: Ein vollständiger Antrag Entscheidend für eine reibungslose Abwicklung sind vollständige und aussagekräftige Antragsunterlagen. Hier werden die Industrie- und Handelskammern künftig nicht nur Unternehmen beraten und über das Verfahren informieren, sondern auch den Unterlagensatz prüfen, bevor der Antrag an die Landesaufnahmebehörde geht. Dadurch soll es weniger Rückfragen geben und ein Verfahren ohne Erfolgsaussicht ganz vermieden werden. Klaus Dierker, Präsident der Landesaufnahmebehörde: „Jede Rückfrage kostet Zeit. Wenn die Unternehmen bereits im Vorfeld gut beraten werden und die Unterlagen vollständig bei uns eingehen, können wir die Verfahren deutlich effizienter bearbeiten.“ Er geht bei einem gut vorbereiteten Antrag von einer Dauer zwischen sechs und acht Wochen aus.

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Niedersächsische Wirtschaft 5 | 2026

„Jede Rückfrage kostet Zeit.“ Klaus Dierker,, Präsident der niedersächsischen Landesaufnahmebehörde..

Nach Eingang der Unterlagen übernimmt die Zentralstelle für das beschleunigte Fachkräfteverfahren die landesweite Koordination und Bearbeitung der digital abgewickelten Verfahren. Dabei spielt auch eine Rolle, um welche Berufe es geht und ob ausländische Abschlüsse in Deutschland anerkannt werden können. Hier hat gerade die IHK Hannover jahrelange Erfahrung. Die Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit bringt ihre arbeitsmarktbezogene Expertise in den Prozess ein und unterstützt insbesondere bei Fragen rund um die Beschäftigung internationaler Fachkräfte. Erforderlich ist des Weiteren ein Visumsverfahren über die deutschen Botschaften, das aber schon begonnen werden kann, sobald positive Erfolgsaussichten bescheinigt sind.

Einwanderungsland Niedersachsen Alle drei Vertreter der beteiligten Institutionen betonten, dass der Fachkräftemangel


FACHKRÄFTE | PRAXIS

weder in Deutschland noch in Niedersachsen ohne Zuwanderung bewältigt werden kann. IHKN-Präsident Oppermann wies auf die hohe Zahl von Menschen hin, die aus dem Erwerbsleben ausscheiden: Der Bedarf an qualifizierten Beschäftigten werde weiter steigen, und: „KI wird nicht alles lösen, davon sind wir überzeugt.“ Mit der heutigen Kooperationsvereinbarung würden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass das beschleunigte Fachkräfteverfahren für Unternehmen einfacher und verlässlicher funktioniert, so Oppermann. Er forderte ausdrücklich eine Willkommenskultur statt einer des Misstrauens und der Kontrolle.

Weitere Informationen Informationen zur Fachkräftevereinbarung und einen Überblick zu Veranstaltungen im Bereich der IHK Hannover finden Sie auf der IHK-Website auf den Seiten des Welcome & Business Center der IHK. Kontaktpersonen bei der IHK Hannover:

Konkurrenz um ausländische Fachkräfte Arbeitsagentur-Regionalchef Johannes Pfeiffer wies auf die Konkurrenzsituation beim Werben um ausländische Fachkräfte hin. Das gelte für Deutschland, aber auch für einzelne Bundesländer: „Man kommt nicht unbedingt auf Niedersachsen, auch nicht im deutschlandweiten Vergleich“, beschrieb er die Perspektive ausländischer Fachleute. Niedersachsen sei ein Einwanderungsland, betonte Pfeiffer, und machte deutlich, dass sonst kein wirtschaftliches Wachstum möglich wäre. Schon jetzt kommen nicht genug Menschen nach Deutschland, um die demografische Lücke zu füllen. Mit der jetzt geschlossenen Kooperati-

„Der Bedarf an qualifizierten Beschäftigten wird weiter steigen.“ Gerhard Oppermann, Präsident der IHK Niedersachsen.

Maria Svetlichnaia Tel. 0511 3107-441 maria.svetlichnaia@ hannover.ihk.de

Andrey Schuhr Tel. 0511 3107-293 andrey.schuhr@ hannover.ihk.de

onsvereinbarung wolle man sich gegenseitig in die Pflicht nehmen und Niedersachsen für die Zuwanderung attraktiver machen. Dabei betonte Klaus Dierker für die Landesaufnahmebehörde die Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern. Das ermögliche den Rückgriff auf langjährige Erfahrung sowie regionale Strukturen mit großer Nähe zu den Unternehmen und ebenso kurze Abstimmungswege. Die Behörde begann nach vergleichsweise kurzem Vorlauf vor gut einem Jahr mit ihrer Arbeit und zählt heute rund 30 Vollzeit-Mitarbeiterstellen. (pm) W www.hannover.ihk.de/wbc

IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigungsdynamik nimmt ab Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im Juli um 0,2 Punkte auf 99,4 Punkte gesunken. Damit liegt der Frühindikator für die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes erstmals seit längerer Zeit leicht unter der neutralen 100-Punkte-Marke. Sowohl die Beschäftigungsals auch die Arbeitslosigkeitskomponente erreichen im Juli 99,4 Punkte. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat sich insbesondere der Beschäftigungsausblick eingetrübt. Die Beschäftigungskomponente sank

gegenüber dem Vormonat um 0,5 Punkte, während sich die Erwartungen zur Arbeitslosigkeit leicht stabilisierten. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Unternehmen bundesweit derzeit zurückhaltender bei Neueinstellungen agieren. Für niedersächsische Unternehmen fallen die Auswirkungen differenziert aus. In konjunktursensiblen Bereichen wie Industrie, Logistik, Bauwirtschaft und Teilen des Handels kann die schwächere Beschäftigungsdynamik zu vorsichtigeren Personalentscheidungen

führen. Zugleich eröffnet die Entwicklung Betrieben die Möglichkeit, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen, die in Zeiten eines sehr angespannten Arbeitsmarktes nur eingeschränkt verfügbar waren. Die Entwicklung ändert jedoch nichts an den strukturellen Herausforderungen des Arbeitsmarktes. Viele Unternehmen in Niedersachsen sehen sich weiterhin mit einem zunehmenden Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel konfrontiert. Demografisch bedingte Altersabgänge, der Wandel

von Berufsbildern und die Transformation der Wirtschaft wirken unabhängig von konjunkturellen Schwankungen auf die Verfügbarkeit von Personal. Aus Sicht der Industrie- und Handelskammern gewinnen Maßnahmen zur Fachkräftesicherung weiter an Bedeutung. Für die betriebliche Praxis bleibt eine vorausschauende Personalplanung entscheidend, um auf konjunkturelle Schwankungen reagieren und zugleich den langfristigen Personalbedarf absichern zu können. (hir) W

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PRAXIS | WEITERBILDUNG

Weiterbildung in der IHK Die IHK bietet ein umfassendes Weiterbildungs-Programm zu wirtschaftsrelevanten Themen an. Hier finden Sie Beispiele aus diesem Angebot. Alle Veranstaltungen im Überblick:

www.hannover.ihk.de/ veranstaltungen

Programm 2. Halbjahr 2026 Weiterbildung 2026

Das komplette Weiterbildungsprogramm der IHK Hannover für das zweite Halbjahr dieses Jahres steht als PDF auf der IHK-Website: www.hannover.ihk.de

2. Halbjahr

www.hannover.ihk.de/veranstaltungen

Ausbilderinnen und Ausbilder

Finanz- und Rechnungswesen

Zeitgemäß ausbilden: Machen Sie sich zukunftssicher! 29. Oktober, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €), Tel. 0511 3107-392

Controlling: Chancen und Risiken systematisch ­erkennen und nutzen 12. November, 150 € + 19 % USt. (brutto 178,50 €), Tel. 0511 3107-413

Digitalisierung und E-Business

Forderungsmanagement 15. November, 165 € + 19 % USt. (brutto 196,35 €), Tel. 0511 3107-413

Google Analytics für Einsteiger (Webinar) 27. Oktober, 160 € + 19 % USt. (brutto 190,40 €), Tel. 0511 3107-275 KI in der Praxis (IHK) Online-Zertifikatslehrgang 16. November bis 10. Februar, 1672,27 € + 19 % USt. (brutto 1990 €), Tel. 0511 3107-527 Content-Optimierung für SEO 20. November, 160 € + 19 % USt. (brutto 190,40 €), Tel. 0511 3107-275 Künstliche Intelligenz im Recruiting (Webinar) 26. November, 240 € + 19 % USt. (brutto 285,60 €), Tel. 0511 3107-275 Social Media & Recht (Webinar) 1. Dezember, 240 € + 19 % USt. (brutto 285,60 €), Tel. 0511 3107-275

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Niedersächsische Wirtschaft 5 | 2026

Buchführung & Steuerrecht für kleinere Betriebe (Webinar) 30. November, 240 € + 19 % USt. (brutto 285,60 €), Tel. 0511 3107-392

Gründung, Sicherung, Nachfolge Unternehmensnachfolge: Weiche Faktoren, steuerliche Aspekte, Finanzierungformen 20. Oktober, kostenlos, Syke, Tel. 04242 78298-182 Business Booster Day: Sprechtag mit NBank und IHK zum Thema Gründung & Finanzierung Kostenlos in Göttingen: 15. Oktober, 12. November, 9. Dezember, Tel. 0551 70710-124


WEITERBILDUNG | PRAXIS

Businessplan in Zahlen verständlich machen (Webinar) 28. Oktober, 150 € + 19 % USt. (brutto 178,50 €), Tel. 0511 3107-271 Workshop: Liquiditätsmanagement und Finanzplanung 5. November, 120 € + 19 % USt. (brutto 142,80 €), Tel. 0511 3107-413

Innovation Sprechtag Patente, Marken & Co. Kostenlos in: Göttingen: 5. November, 3. Dezember, Tel. 0551 70710-124; Hannover: 4. und 18. November, 2. Dezember, Tel. 0511 3107-260; Hildesheim: 19. November, Tel. 05121 105-143; Syke: 11. November, Tel. 04252 75198-182 IHK-Gesprächskreis Lean Production Kostenlos. 18. November, Üstra Hannoversche ­Verkehrsbetriebe, Tel. 0511 3107-260

International Einreihung von Waren in den Zolltarif (Online) 20. November, 130 € + 19 % USt. (154,70 €), Tel. 0511 3107-298 NEU: Zentralasien und Kaukasus: Von Einfuhr über ­Produktzulassung bis zu Entsendung 24. November, 45 € + 19 % USt. (53,55 €), Tel. 0511 3107-431 Praktische Abwicklung von Exportgeschäften 1./2. Dezember, Syke, 450 € + 19 % USt. (535,50 €), Tel. 0511 3107-298 Interkulturelle Kompetenz in den Ländern der arabischen Welt 3. Dezember, 240 € + 19 % USt. (285,60 €), Tel. 0511 3107-431

GmbH-Geschäftsführung (Teil III): Persönliche Haftungsrisiken 27. Oktober, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €), Tel. 0511 3107-392 Redegewandtheit und Überzeugungskraft in der Praxis 29./30. Oktober, 480 € + 19 % USt. (brutto 571,20 €), Tel. 0511 3107-392 Konfliktmanagement – Strategien zur Konfliktlösung 6. November, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €), Tel. 0511 3107-392

Marketing & Vertrieb Unternehmen zur Marke entwicklen (Webinar) 4. November, 170 € + 19 % USt. (brutto 202,30 €), Tel. 0511 3107-271

Organisation & Sekretariat Büromanagement (Webinar) 5. November, 240 € + 19 % USt. (brutto 285,60 €), Tel. 0511 3107-392 Der gute Ton am Telefon für Profis 13. November, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €), Tel. 0511 3107-392 Exzellenz im Sekretariat und am Empfang (Webinar) 18. November, 240 € + 19 % USt. (brutto 285,60 €), Tel. 0511 3107-392

Recht & Steuern Das aktuelle Reisekosten- und Bewirtungsrecht 30. Oktober, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €), Tel. 0511 3107-392

Management & Persönlichkeitsbildung

Aktuelles im Lohnsteuer-, Sozialversicherungs- und Arbeitsrecht 26. November, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €), Tel. 0511 3107-392

Erfolgreiches Teambuilding und Teamarbeit 23. Oktober, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €), Tel. 0511 3107-392

Alle Veranstaltungen finden, soweit nicht anders angegeben, in der IHK Hannover oder deren Geschäftsstellen statt.

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PRAXIS | RECHT

URTEILE IN KÜRZE

+++ Gesellschafter einer Personengesellschaft haben grundsätzlich Anspruch auf Auskunft über ihre Mitgesellschafter. Dies gilt auch dann, wenn die Informationen genutzt werden sollen, um Kontakt zu anderen Gesellschaftern aufzunehmen oder ihnen Kaufangebote für ihre Beteiligungen zu unterbreiten. Dies entschied das Landgericht Dortmund am 10. Juli 2026. (AZ: 30 465/25) +++ Ein Arbeitszeugnis muss grundsätzlich auf dem Geschäftspapier des Arbeitgebers mit entsprechendem Briefkopf ausgestellt werden. Andernfalls kann der Zeugnisanspruch unter Umständen als nicht erfüllt gelten. Dies entschied das Landesarbeitsgericht Hamm am 19. Februar. (AZ: 9 Ta 319/25) +++ Auch langlebige Permanenttragetaschen sind systembeteiligungspflichtige Verpackungen. Unternehmen, die solche Taschen an Kunden ausgeben, müssen sich am Dualen System beteiligen und Lizenzentgelte zahlen. Entscheidend ist der Zweck als Transporthilfe, nicht die Haltbarkeit der Tasche. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht am 23. Juli entschieden. (AZ: 10 C 6.25) +++ Arbeitgeber dürfen einen Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit nach § 8 Teil-

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zeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) ablehnen, sofern tarifvertraglich festgelegte Teilzeitbegrenzungen entgegenstehen. Dies ergibt sich aus einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG). (AZ: 9 AZR 32/25) +++ Kündigungen von Beschäftigten mit einer Schwerbehinderung sind ohne Zustimmung des Integrationsamts unwirksam, selbst wenn der Grad der Schwerbehinderung erst nach Ausspruch der Kündigung mitgeteilt wird. (AZ: 6 SLa 574/25) +++ Der Verkauf und die Weiterführung eines Hotels mit Frühstück, jedoch ohne Restaurant und Rezeption, stellen einen Betriebsübergang dar, keine Betriebsstilllegung. Dies entschied das Arbeitsgericht Villingen-Schwenningen Schwenningen am 25. Februar 2026. (AZ: 8 Ca 181/25) +++ Wer länger arbeitsunfähig ist und kein Entgelt mehr erhält, hat keinen Anspruch auf die Zahlung einer Inflationsausgleichsprämie, sofern dies in einer Betriebsvereinbarung geregelt ist. Dies ergibt sich aus dem Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Niedersachsen vom 16. März 2026. (AZ: 15 SLa 555/25) +++ Kommt es zwischen Gesellschaftern eines Unter-

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Foto: stock.adobe.com / Jerry Sliwowski

Kein Kontaktverbot während Urlaubs

nehmens zu schweren und dauerhaften Konflikten, kann sich die Frage stellen, ob ein Gesellschafter aus wichtigem Grund aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden kann. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einer aktuellen Entscheidung (BGH, Beschluss vom 2. Dezember 2025, AZ: II ZR 134/24) wichtige Hinweise zur Auslegung entsprechender Mehrheitsklauseln in Gesellschaftsverträgen gegeben. (AZ: II ZR 134/24) +++ Eine arbeitsvertragliche Klausel, nach der Arbeitgeber berechtigt sind, Beschäftigte im gekündigten Arbeitsverhältnis bis zum Ablauf der Kündigungsfrist unter Fortzahlung der Vergütung von der Arbeitsleistung freizustellen, ist unwirksam, weil sie die Beschäftigten unangemessen benachteiligt. Dies entschied das Bundesarbeitsgericht am 25. März. (AZ: 5 AZR 108/25) +++ Fahrten können Arbeitszeit sein, wenn der Arbeit­ geber sie verbindlich organisiert. Entscheidend ist, dass Ort, Zeit und Transport durch den Arbeitgeber bestimmt werden und die Beschäftigten nicht frei über ihre Zeit

verfügen können. Dies hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in seinem Urteil am 9. Oktober 2025 klargestellt. (AZ: C-110/24) +++ Arbeitgeber dürfen bei schwerwiegenden Verdachtsfällen nicht wochenlang untätig bleiben, nur weil sich ein Arbeitnehmer im Urlaub befindet. Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 4. Dezember 2025 besteht kein generelles Kontaktverbot während des Urlaubs. (AZ: 2 AZR 55/25) +++ Bei entsprechender Satzungsregelung reicht für die Einladung von GmbH-Gesellschaftern die Einladung per einfachem Brief. Die gesetzlich vorgesehene Einladung mittels Einschreiben kann wirksam durch den Gesellschaftsvertrag abbedungen werden. Dies entschied das Oberlandesgeridcht Celle am 9. Juli 2025. (Az. 9 U 64/24)

Mehr Meldungen aus dem Bereich Recht im Infoservice: nw-ihk.de


RECHT | PRAXIS

Muss eine UG bei Rücklagen von 25 000 Euro in eine GmbH umgewandelt werden? Viele Unternehmer gehen davon aus, dass eine UG automatisch zur GmbH wird, sobald 25 000 Euro Rücklagen angespart sind. Eine gesetzliche Pflicht zur Umwandlung gibt es jedoch nicht. Die Änderung in eine GmbH ist dennoch ein häufiger Schritt für Unternehmen, die ihre Kapitalbasis erweitern und ihre Marktstellung stärken wollen.

Auch wenn die UG über Rücklagen von mindestens 25 000 Euro verfügt, kann sie weiterhin in der Rechtsform der UG (haftungsbeschränkt) bestehen bleiben. Erst wenn die Gesellschafter die Vorteile einer GmbH nutzen möchten, etwa im Hinblick auf Image, Finanzierungsmöglichkeiten oder Marktauftritt, kann eine freiwillige Umwandlung in Betracht

gezogen werden. Hierfür muss das Stammkapital auf mindestens 25 000 Euro erhöht werden. Dies kann durch zusätzliche Einlagen der Gesellschafter oder durch die Umwandlung vorhandener Rücklagen in Stammkapital erfolgen. Die Umwandlung setzt einen notariell beurkundeten Gesellschafterbeschluss voraus. Zudem ist die Sat-

zung an die Anforderungen einer GmbH anzupassen. Sowohl die Kapitalerhöhung als auch die Satzungsänderung müssen anschließend zur Eintragung beim zuständigen Handelsregister angemeldet werden. Weitere Informationen bietet ein Leitfaden auf der IHK-Website. (sam) W www.hannover.ihk.de Nr. 6259284

Gesellschafterausschluss und der Wortlaut der Mehrheitsklausel Kommt es zwischen Gesellschaftern eines Unternehmens zu schweren und dauerhaften Konflikten, kann sich die Frage stellen, ob ein Gesellschafter aus wichtigem Grund aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden kann. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat dazu in seiner Entscheidung (AZ: II ZR 134/24) wichtige Hinweise gegeben. Nach Auffassung des BGH kommt es bei der Auslegung gesellschaftsvertraglicher Regelungen in erster Linie auf den gewählten Wortlaut an. Im entschiedenen Fall war maßgeblich, dass die Klausel ausdrücklich auf die „übrigen Gesellschafter“ Bezug nimmt. Daraus folgt, dass für die erforderliche 75-Prozent-Mehrheit ausschließlich die Stimmen der anderen Gesellschafter berücksichtigt werden. Die Stimmen des betroffenen Gesellschafters bleiben bei der Berechnung außer Betracht.

Der BGH stellte zudem klar, dass auch eine sprachlich eindeutige Regelung im Einzelfall anders ausgelegt werden kann, wenn besondere Umstände dafür sprechen. Die Entscheidung unterstreicht die große Bedeutung einer klaren und präzisen Gestaltung von Gesellschaftsverträgen. Insbesondere bei Unternehmen mit mehreren Gesellschaftern können persönliche oder wirtschaftliche Konflikte die Handlungsfähigkeit der Gesellschaft erheblich beeinträchtigen. Unklare Mehrheitsklauseln können zu Auslegungsstreitigkeiten führen. Eine eindeutige Vertragsgestaltung schafft Rechtssicherheit und beugt späteren Konflikten vor. Deshalb sollten Gesellschaftsverträge eindeutig regeln, unter welchen Voraussetzungen ein Gesellschafter ausgeschlossen werden kann, welche Mehrheitsverhältnisse hierfür erforderlich sind, welche Stimmen bei

der Mehrheitsberechnung berücksichtigt werden und wie mögliche Interessen-

konflikte im Rahmen der Abstimmung zu behandeln sind. (sl) W

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Foto: IHK Hannover

PRAXIS | DIGITALISIERUNG

In verschiedenen IHK-Geschäftsstellen wurden Veranstaltungen zu KI-Bewerbungen angeboten.

KI oder nicht? Bewerbungen aus dem Ausland richtig einordnen Gerade in Zeiten von KI wird es zusehends schwerer, Bewerberinnen und Bewerber anhand ihrer Unterlagen einzuschätzen. Einige Tipps.

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as Welcome & Business Center lud mit dem Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge ein, um Unternehmen hilfreiche Hinweise an die Hand zu geben. Denn für sie wird es immer schwieriger, menschengemachte von KI-generierten Unterlagen zu unterscheiden. Und auch in Bewerbungsgesprächen kann der Einsatz von künstlicher Intelligenz weit reichen – von einem Helfer, der passenden Antworten vorformuliert, bis hin zu einem Hauptdarsteller, der mittels Stimmerkennung und -nachahmung anstelle des Bewerbers oder der Bewerberin agiert. Tipps für Unternehmen, das zu erkennen und zu verhindern:

Vakante Stellen ausschreiben Schon bei der Veröffentlichung von freien Stellen oder Ausbildungsplät-

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Niedersächsische Wirtschaft 5 | 2026

zen lässt sich das Risiko minimieren, KI-generierte Bewerbungen zu erhalten. Dabei kann beispielsweise ein Firmeneigenes Portal nützlich sein, bei dem sich Bewerberinnen und Bewerber zunächst einen eigenen Account erstellen und sich erst dann bewerben können. Und auch wenn es zunächst niedrigschwellig und somit attraktiv wirkt, sollten Unternehmen keine One-Click-Bewerbungen anbieten.

Unterlagen sichten Beim Lesen der Unterlagen kommt es auf die Details an. Wurde auf spezielle Zusatzfragen in der Stellenausschreibung eingegangen? Wird deutlich, warum gerade diese vakante Stelle interessant ist? Gibt der Bewerber oder die Bewerberin vielleicht auch

einen Einblick in Dinge, die ihm oder ihr derzeit noch schwerfallen?

Bewerbungsgespräch führen – auch digital Fragen wie „Können Sie das etwas genauer ausführen?“ helfen, dem Gespräch mehr Tiefe zu geben. Auch das Bezugnehmen auf vorangegangene Gespräche oder ein kurzfristiger Medienwechsel vom Laptop auf das Handy können sinnvoll sein, um Betrugsversuche auszuschließen. Bei passender Gelegenheit tut das auch eine Quatschfrage wie „Erzählen Sie doch mal einen Witz“. So gibt man dem Gesprächsverlauf eine Spontanität, auf die die KI schlecht oder nur unpräzise reagieren kann. Geht es um Stellen, die handwerkliches Geschick erfordern, können Unternehmen sich beispielsweise ein Video als Arbeitsprobe schicken lassen oder ein Gespräch per Live-Video führen. (skl) W www.hannover.ihk.de/wbc


GESUNDHEIT | PRAXIS

Unausgewogene Ernährung kann Entzündungsprozesse im Körper begünstigen. Wie sich anti-­ entzündliche Ernährungs-Hacks in den Alltag einbauen lassen, erklärt die Debeka.

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orgens schnell ein süßes Teilchen, mittags irgendetwas von der Imbissbude, abends ein Fertiggericht aufwärmen: Solche Tage kennt fast jeder. Doch auf Dauer kann eine unausgewogene Ernährung Entzündungsprozesse im Körper begünstigen. Umgekehrt kann die tägliche Lebensmittelauswahl dazu beitragen, entzündungsfördernde Prozesse zu bremsen. Worauf es dabei ankommt, erklärt die Krankenversicherung Debeka in fünf Punkten.

Möglichst bunt essen Kräftige, natürliche Farben (zum Beispiel bei Beeren, Tomaten, Blattgrün oder Kohl) weisen auf verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe hin. Viele davon wirken als Schutzschild gegen oxidativen Stress – also gegen aggressive Moleküle, die Zellen reizen und Entzündungsreaktionen anheizen können. Je größer die Farbvielfalt über die Woche, desto breiter das Spektrum dieser Schutzstoffe. Tipp: eine kleine Rohkost-Box mit zur Arbeit nehmen.

Mit Vollkorn und Hülsenfrüchten den Darm stärken Hafer, Vollkornbrot, Linsen, Bohnen oder Kichererbsen liefern reichlich Ballaststoffe. Diese nähren nützliche Darmbakterien. Beim Abbau entstehen kurzkettige Fettsäuren (zum Beispiel Butyrat), die die Darmschleimhaut stärken und das Immunsystem dabei

unterstützen, nicht ständig „auf Alarm“ zu stehen. Ein gesunder Darm kann so zu weniger Entzündungsaktivität im gesamten Organismus beitragen. Tipp: Hülsenfrüchte aus dem Glas sind sofort verwendbar.

Gute Fette – positive Botenstoffe

Foto: AdobeStock/Sebra

Fünf Ess-Strategien gegen Entzündungen Bis zu elf Millionen Menschen in Deutschland haben erhebliche Probleme mit dem Darm.

keine gesunde Ernährung aus. Entscheidend ist das gesamte Ernährungsverhalten über einen längeren Zeitraum. Schon kleine regelmäßige, positive Umstellungen zählen. Tipp: mit dem Ersetzen einer ungesunden Ess-Gewohnheit anfangen und dies beibehalten. (red) W

Oliven- und Rapsöl, Nüsse, Samen und fetter Fisch liefern Omega 3 Fettsäuren: Sie dienen als Bausteine für Signalstoffe, die Entzündungsreaktionen eher bremsen. Im Gegensatz dazu kann ein Übermaß bestimmter Fettsäuren, wie sie in stark verarbeiteten Produkten häufiger vorkommen, das Gleichgewicht ungünstig verschieben. Tipp: täglich eine Handvoll ungesalzene Nüsse.

Stark verarbeitete Produkte meiden Zuckerreiche Snacks, süße Getränke und viele industriell stark veränderte Produkte liefern viel Energie bei wenig Nährstoffen. Das fördert Blutzuckerspitzen und kann Stoffwechselwege aktivieren, die Entzündungsreaktionen begünstigen. Zusätzlich stehen bestimmte ungünstige Fette (zum Beispiel Transfette) im Verdacht, entzündliche Prozesse zu verstärken. Tipp: selbst kochen mit frischen Zutaten.

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PRAXIS | INTERNATIONAL

Japan investiert Milliarden in Zukunftstechnologien Die japanische Regierung will bis 2040 mit privaten Unternehmen rund 2,3 Billionen US-Dollar investieren. Das beitet auch Chance für deutsche Unternehmen. er Plan der japanischen Regierung umfasst 62 Produktgruppen und Technologien. Neu sind nach Einschätzung von Germany Trade and Invest (GTAI) dabei weniger die Förderschwerpunkte, sondern vielmehr die Bereitschaft der Regierung, in diesen Bereichen mehr Geld auszugeben und Zusagen über mehrere Haushaltsjahre zu ermöglichen. Das gibt Unternehmen mehr Investitionssicherheit. Deutsche Unternehmen können demnach vor allem als Zulieferer oder Technologiepartner bei Produkten profitieren, die Japan im Rahmen seiner Förderprogramme strategisch unterstützt. Dies sind in den Bereichen

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1. Halbleiter: Maschinen und Komponenten, Chemikalien, Optik, Messund Regeltechnik 2. Arzneimittelentwicklung und Spitzenmedizin: Anlagen, Labor- und Analysetechnik, Mess- und Regeltechnik, Arzneimittel 3. Digitales und Cybersicherheit: Halbleiter, Kühlungslösungen für Datencenter, Management von Batteriespeichern, Cybersecurity-­ Lösungen, Zulieferungen im Bereich autonomes Fahren 4. KI und KI-Roboter: Halbleiter, Automatisierungslösungen, Sensoren und weitere Komponenten für die Robotik 5. Ressourcen, Energiesicherheit und grüne Transformation: Auf-

bau und Betrieb von Off­ shore-­Windkraftanlagen, Lösungen im Bereich Wasserstoff, Anlagen zum Sortieren und Recyceln, Kompressoren und weitere Zulieferungen für die Abscheidung und Speicherung von CO₂ 6. Spiele: Software für die Erstellung von Spielen, Unterstützung bei der

Vermarktung im Ausland, Anpassungen von Spielen für Auslandsmärkte Am 19. November findet in der IHK Hannover ein ganztägiges interkulturelles Training zu Japan statt. Infos und Anmeldung über die IHK-Website. (Dr.S) W www.hannover.ihk.de Dok.Nr. 7129692

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Blick über das abendliche Tokio.

Gipfel in Ghana: Der German-­ African Business Summit 2026

AHK China unterstützt bei Praktikumsvisa

Die wichtigste Veranstaltung der deutschen Wirtschaft in Afrika, der German-African Business Summit (GABS), findet vom 23. bis 25. November in Accra, Ghana statt. Erwartet werden 600 Unternehmerinnen und Unternehmer sowie hochrangige politische Entscheidungsträger aus Deutschland und Afrika. Der Gipfel bietet eine einmalige Plattform, um

Die AHK Greater China unterstützt deutsche Unternehmen bei der rechtskonformen Beschäftigung deutscher Praktikanten in China. Grundlage ist das China-­ Deutschland Jugendpraktikums-Austauschprogramm, das jungen Menschen beider Länder Praktika im jeweiligen Partnerland ermöglicht. Die AHK fungiert dabei als offizielle deutsche Durchfüh-

Geschäftsmöglichkeiten zu präsentieren und die Markenbekanntheit zu steigern – auch durch Sponsoring oder als offizieller Partner. Der GABS wurde von der Subsahara-Afrika-Initiative der Deutschen Wirtschaft (SAFRI) ins Leben gerufen. Die kostenpflichtige Anmeldung ist über die Seite des Summits möglich. (red) W www.gabs2026.com

Niedersächsische Wirtschaft 5 | 2026

rungsstelle. Sie stellt Praktikumsbestätigungsschreiben für deutsche Studierende aus, die die Anforderungen des Programms erfüllen, und fördert die Umsetzung des Programms in China. Die AHK hilft insbesondere bei den notwendigen Visa-, Arbeits- und Aufenthaltsformalitäten. (red) W www.hannover.ihk.de Dok.-Nr. 7138090


ZUSATZ | PRAXIS

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VERMISCHTES

Hanomag-Produktionshalle

Fotos: Manfred Hamm

in Hannover

Denk mal Industriekultur Das kann sich sehen lassen: Bilder des im April verstorbenen Architekturfotografen Manfred Hamm, die Industriebauten aus Niedersachsen und Bremen zeigen, sind für die Region gesichert. VON KLAUS POHLMANN

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anche sind gewaltig, mit hoch aufragenden Mauern. Andere erinnern an eine mittelalterliche Burg, mit Schornsteinen statt Türmen. Wieder andere erscheinen fast sakral: Fabrikgebäude, Denkmale der Industriegeschichte. Paläste allerdings sind es zumeist nicht, jedenfalls nicht in dem Sinne, wie Walter Gropius es verstand. Die von Menschen getane Arbeit wollte Gropius feiern, mit Gebäuden, die dafür die passenden Bedingungen bieten: „Der Arbeit Paläste bauen.“ Alfeld, 1911: Noch bevor er das Bauhaus gründete, konnte Gropius hier gemeinsam mit dem Unternehmer Carl Benscheidt sich ausprobieren, im Fagus-Werk.

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„Der Arbeit Paläste bauen.“ Walter Gropius, Bauhaus-Gründer und Architekt des Alfelder Fagus-Werkes

Natürlich, so könnte man sagen, hat Manfred Hamm auch dieses prägende Gebäude fotografiert. Er gilt als einer der renommiertesten Architekturfotografen, gerade für Industriebauten. Sein Werk zählt Tausende von Bildern. Unter anderem veröffentlichte er zusammen mit Michael Mende 1990 ein Buch zur Industriegeschichte Niedersachsens. Hamm starb im April dieses Jahres. Die damals entstandenen Bilder – rund 2800 von 300 Objekten an fast 170 Standorten – konnten nun dauerhaft für die Region erhalten werden. Und sie sind in Teilen auch sofort sichtbar: In einer Ausstellung im Fagus-Werk und in einer Neuauflage des Buches von Hamm und Mende.


VERMISCHTES

Die Bilder Hamms für Niedersachsen und Bremen zu sichern: Dahinter versammelten sich eine ganze Reihe von Menschen und Institutionen. Schließlich ist es auch kein geringer Aufwand, eine vierstellige Zahl von Fotos zu digitalisieren. Unterstützung kam von der hannoverschen Hackerodt-Stifung. Wesentlich war auch der Anteil der Hanomag-Interessengemeinschaft, deren treibende Kraft über viele Jahre Horst-Dieter Görg war. Görg stand für die Bewahrung der Technik- wie der Industriegeschichte Niedersachsens, ganz besonders die der Hanomag als eines der prägendsten Unternehmen Hannovers. Görgs Name ist verknüpft mit Projekten wie dem Neuaufbau des Hanomag-Rekordwagens der 1930er Jahre oder dem Nachbau des von Karl Jatho 1903 konstruierten Flugzeugs. Eine Vielzahl von Büchern oder auch das Ausstellungsprojekt der Mobilen Welten tragen seine Handschrift. Und immer wieder Autos, vor allem die in Hannover gebauten, das Kommißbrot, um nur eins der wichtigsten zu nennen. Unmittelbar nach der Ausstellungseröffnung in

Kornspeicher in Einbeck – heute nicht mehr Korn-, sonder PS-Speicher.

Leinewasserkunst Herrenhausen.

Die Ausstellung Noch bis zum 24. Januar ist in der Galerie des Fagus-Werks die Sonderausstellung „Niedersachsen und Bremen – Denkmale der Industrie und Technik“ mit 75 Fotografien von Manfred Hamm zu sehen. Geöffnet ist die Galerie zu den Öffnungszeiten des Weltkulturerbes, in der Regel täglich von 10 bis 17 Uhr, ab November bis 16 Uhr und mit Ausnahmen an Feiertagen und zum Jahreswechsel. Im Eintrittspreis für das Fagus-Werk (11 Euro) ist die Ausstellung enthalten; der Besuch der Galerie allein kostet 5 Euro. (pm)

Alfeld ist Horst-Dieter Görg nach schwerer Krankheit verstorben. Die Hamm-Fotos zu sichern, gehört damit zu den letzten Projekten, an denen Görg maßgeblich mitgewirkt hat. Wenn Sammlungen weitergegeben werden, aus welchem Grund auch immer, ist das oft genug ein kritischer Punkt: Was da jahr-, manchmal jahrzehntelang zusammengetragen wurde, droht verlorenzugehen. Oder einfach nicht mehr greifbar zu sein. Oft genug sind schnelle Entscheidungen gefragt. Dagegen ist das Fagus-Werk ein Fixpunkt, seit 2011 Weltkulturerbe, beispielhaft für den Erhalt eines Industriedenkmals. Dahinter steht auch ein Förderverein, dessen Vorsitzender Karl-Heinz Duwe die Hamm-Ausstellung mit eröffnete. Und der darauf hinwies, dass bereits die Briten 1946 – vor 80 Jahren das Fagus-Werk als denkmalwürdig einstuften. Bei anderen Industriebauten stellt sich aber immer wieder die Frage, ob und wie sie erhalten werden können. Allerdings:

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VERMISCHTES

Gebäude der Brauerei Hein in Bockenem

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2800 FOTOS zeigen Industriegebäude aus Niedersachsen und Bremen..

auf die Zeit blicken, die danach anbrach. Denn gerade in den 1920er Jahren erlebte die Stadt einen Aufbruch, der gerade auch von Unternehmen angetrieben wurde. Das zeigte sich nicht zuletzt in einer Vielzahl von Industriebauten – nicht alle unter der von Walter Gropius geforderten Art. Aber prägend – und manche auch vom Industriefotografen Manfred Hamm porträtiert. W

Denkmale der Industrie Dass die Fotografien von Manfred Hamm jetzt für Niedersachsen und Bremen gesichert werden konnten, führte auch zu einer Neuauflage eines Buches von 1990. Hamms Bilder und die Texte von Michael Mende zeigen und beschreiben Industrie-Denkmale, jetzt gegenüber der ursprünglichen Fassung ergänzt und auch mit einem deutlich umfangreicheren Anhang versehen. Wie sieht Denkmalschutz heute aus? Was ist aus den damals so akribisch erfassten Monumenten inzwischen geworden? Herausgeber der im Olms-Verlag erschienenen Neuauflage ist der vor wenigen Tagen verstorbenen Horst-­ Dieter Görg. (pm) Denkmale der Industrie und Technik. Herausgegeben von Horst-Dieter Görg. 2. erweiterte und aktualisierte Auflage 2026. 216 Seiten mit 182 Abbildungen, 38 Euro. ISBN: 978-3-7582-0837-9

Foto: Olms-Verlag

Warum eigentlich? Klar: Wenn die Gebäude weiter genutzt werden. Das Pelikan-Viertel in Hannover ist da ein Beispiel. Und für die großen Ringlokschuppen in der Landeshauptstadt zeichnet sich gerade eine solche Möglichkeit ab. Und in Göttingen hat die Lokhalle als Veranstaltungszentrum den Bereich hinter dem Bahnhof neu geordnet. Aber es gibt noch weitere Gründe. Zum Beispiel aus der Sicht des Europa-Abgeordneten Bernd Lange: „Weil Zukunft aus der Vergangenheit wächst“, sagte er am Rande der Ausstellungseröffnung in Alfeld. Lange betont die lange Tradition der Mobilität in Niedersachsen mit Unternehmen die VW, Continental oder eben auch der Hanomag: Hier fehle auch eine zentrale Einrichtung, um gerade diesen Teil der Technik- und Industriegeschichte zu bewahren. Aus der Vergangenheit Technik-Begeisterung auch für junge Menschen zu gewinnen: Unter anderem darüber unterhielten sich bei der Ausstellungseröffnung Gerhard Rickert von der Hanomag-Interessengemeinschaft und Prof. Dr. Uwe Groth vom VDI-Landesverband. Denn schließlich bietet die Vergangenheit auch jede Menge an Vorbildern. Gerade erst titelte die FAZ: ­„Warum Deutschland wieder Unternehmer wie Hugo Junkers braucht“ und erinnerte an seine Rolle als Technikpionier und Firmengründer. Das war noch Jahre, bevor Walter Gropius und Carl Benscheidt in Alfeld einen Palast für die Arbeit bauten. Aber vielleicht ist es auch gerade in Hannover angebracht,

Wasserturm der Eilers-Werke in Hannover


VERMISCHTES

ZEITREISE

Niedersächsische

WIRTSCHAFT

IMPRESSUM Von Unternehmen für Unternehmen – betreut durch die IHK Hannover: Die IHK-Community bietet die Internet-Plattform für einen intensiven Erfahrungsaustausch. (…) Interessenten haben dort die Möglichkeit, ihre fachspezifischen Erfahrungen und ihr Know-how auszutauschen und zu diskutieren.“ Oktober 2001

Wir leben mit dem Computer und, wie es scheint, der Computer lebt über uns. Denn er ist es zweifellos, der mit seinen staunenswerten technischen Möglichkeiten besonders unternehmerischen Initiativen leicht den Schwung nehmen kann. Oktober 1976

Es gibt noch in zahlreichen Betrieben unausgenutzte Möglichkeiten zur Einschränkung des Stromverbrauchs. Die Bedeutung dieser Rationalisierung ergibt sich aus den steigenden Strompreisen unserer Zeit von selbst, die größtenteilss von den Kohlepreiserhöhungen und steigenden Festkosten der Elektrizitätserzeugung herrühren. Oktober 1951

Das regionale Wirtschaftsmagazin der IHK Hannover.

Herausgeberin Industrie- und Handelskammer Hannover Bischofsholer Damm 91, 30173 Hannover Telefon: 0511 3107-268, Telefax: 0511 3107-450 E-Mail: kommunikation@hannover.ihk.de Internet: www.hannover.ihk.de LinkedIn: www.linkedin.com/company/ihk-hannover Facebook: www.facebook.com/ihkhannover Redaktion Chefredakteur: Klaus Pohlmann, Telefon: 0511 3107-269 E-Mail: klaus.pohlmann@hannover.ihk.de Redaktion: Barbara Dörmer, Telefon: 0511 3107-212, barbara.doermer@hannover.ihk.de; Georg Thomas, Telefon: 0511 3107-468, georg.thomas@hannover.ihk.de E-Mail: nw@hannover.ihk.de, Internet: www.nw-ihk.de Facebook: facebook.com/NiedersaechsischeWirtschaft Verlag Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG Hans-Böckler-Allee 7, 30173 Hannover, Telefon 0511 8550-0 info@schluetersche.de, www.schluetersche.de Geschäftsführung: Ansgar Heise Media Sales Jennifer Karpinski (Head of Sales) sales@schluetersche.de Titelfoto All about Midlife Erscheinungsweise Die Zeitschrift erscheint sechs Mal jährlich Erscheinungstermin Für diese Ausgabe: 1. Oktober 2026 Bezugspreis Jährlich 69,50 Euro einschließlich Portokostenanteil und MwSt. Bezug durch den Verlag.

Ein neues Buch von Henry Ford: „Das große Heute – Das größere Morgen.“ Es ist ein Lehrbuch für die Industrie, für den Kaufmann und für das praktische Leben. Ford kennt keine Geschäftsgeheimnisse. Er enthüllt in seinem neuen Werk die Prinzipien und Methoden, nach denen seine Unternehmungen arbeiten, bis ins einzelne mit beispielloser Offenheit. Oktober 1926

Die Anfertigung von Diebes-Werkzeugen zum Einbrechen, Oeffnen von Schlössern etc. wird, nach dem Newyork commercial advertiser in den Vereinigten Staaten in nicht geringem Umfange und von ansehnlichen Firmen getrieben, welche den Dieben ein allen Anforderungen moderner Wissenschaft und Technik entsprechendes Handwerksgeräth liefern. Oktober 1876

Mitglieder der IHK Hannover können die Zeitschrift auf Anforderung erhalten, der Bezug ist durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten. Der Bezug der IHK-Zeitschrift „Niedersächsische Wirtschaft“ erfolgt im Rahmen der grundsätzlichen Beitragspflicht als Mitglied der IHK. Mit Namen und Initialen gekennzeichnete Beiträge geben nicht in jedem Fall die Ansicht des Herausgebers und der Redaktion wieder. Keine Gewähr für unverlangt eingesandte Manuskripte oder Besprechungsexemplare. Nachdruck und elektronische Vervielfältigung des Inhalts nur nach ausdrücklicher Genehmigung, mit Quellenangabe und unter Einsendung eines Belegexemplars. Druck Bonifatius GmbH Druck – Buch – Verlag Karl-Schurz-Straße 26, 33100 Paderborn verkaufte Auflage: 21 236, verbreitete Auflage: 21 608 Druckauflage: 21 650 www.blauer-engel.de/uz195 · ressourcenschonend und umweltfreundlich hergestellt · emissionsarm gedruckt · aus 100 % Altpapier RG4

2. Quartal 2026

Dieses Druckerzeugnis ist mit dem Blauen Engel ausgezeichnet.

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ENGAGIERT

Alles für die Jugend Vor 35 Jahren gründete der Hildesheimer Unternehmer Heinrich Dammann zusammen mit seiner Frau eine Stiftung zur Förderung der Jugend, die durch ihren Nachlass zu den größeren Jugendstiftungen Deutschlands gehört. VON GEORG THOMAS

Heinrich und Ortrud Dammann

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Foto: Chris Gossmann

S

ie gehört zu den Großen. Die meisten anderen Stiftungen haben meist nur einige hunderttausend Euro oder einstellige Millionenbeiträge an Stiftungskapital. Die Heinrich-Dammann-Stiftung verfügt über „deutlich mehr als 30 Mio. Euro. Damit gehören wir zu den obersten fünf Prozent der Stiftungen in Deutschland“, sagt Thomas Schlichting. Der 65-Jährige ist Geschäftsführer der kirchlichen Stiftung, die 1991 von Heinrich Dammann, dem Inhaber der gleichnamigen Kreidewerke aus Söhlde im Landkreis Hildesheim, und seiner Frau Ortrud zunächst mit 100 000 D-Mark gegründet wurde. Das Unternehmerpaar entschied sich später dazu, auch ihren Nachlass – vor allem den Erlös aus dem Verkauf der Vereinigten Kreidewerke Dammann mit Standorten auf Rügen, bei Itzehoe und dem Stammsitz Söhlde – in eine Stiftung zu überführen. Der Wunsch des kinderlosen Ehepaars, das bis zu ihrem Tod 2014 die Stiftung noch selbst mitlenkte: das Geld sollte der Jugend zugutekommen, vor allem der vom Land. Sie entschieden sich für eine kirchliche Stiftung, die insbesondere die evangelische Jugendarbeit auf dem Gebiet der Landeskirche Hannovers und der allgemeinen Jugendarbeit in den weiteren Teilen Niedersachsens in den Blick nehmen sollte.

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„Der Jugend wird heutzutage zu wenig zugetraut. Dabei dürfen wir durchaus mehr Vertrauen in die Jugend haben“, sagt Thomas Schlichting, der seit elf Jahren die Geschäfte der Stiftung führt. Die Schwerpunkte ihrer Förderung legt die Stiftung auf die Partizipation Jugendlicher, die Vernetzung der Träger von Jugendarbeit und die Entwicklung zukunftsweisender Jugendarbeit auf dem Land. Es gibt Förderung für Projekte aus dem Bereich Kunst & Kultur, zum Beispiel für ein Theatertreffen oder die EVI Lichtungen in Hildesheim, für Sportliches, zum Beispiel für ein Triathlon-Erlebniscamp oder Vorhaben aus dem Bereich Bildung wie etwa ein Boxprojekt oder Kinder- und Jugendbuchwochen, um nur mal einige Beispiele zu nennen. Hinter vielen Förderanträgen, die ihn erreichen, steckt ein hohes Maß an Engagement von Jugendlichen. Und die Stiftung setzt darauf, dass dieses auch bei der Umsetzung von geförderten Vorhaben zum Vorschein kommt. So gibt es beispielsweise nur 10 000 Euro für die Einrichtung eines Jugendraums, wenn sichergestellt ist, dass die Jugendlichen sich bei kleineren Renovierungsarbeiten dabei miteinbringen. 25 Räume sind so bereits in Niedersachsen bezuschusst worden. Die hohe Nachfrage habe ihn überrascht. „In


ENGAGIERT

Der Geschäftsführer der Heinrich-Dammann-Stiftung, Thomas Schlichting, und seine Mitarbeiterin Jacquelin Stürmer vor einer grafischen Darstellung (Graphic Recording) der zukünftigen Aufstellung der Jugendstiftung. Foto: Georg Thomas

118 PROJEKTE förderte die Stiftung im Jahr 2025.

Gremium, das zur Heinrich-Dammann-Stiftung gehört, entscheiden Jugendliche über die Förderung von Jugendprojekten mit bis zu 1000 Euro selbst. Und sie tun es im Sinne des Stifterehepaars Heinrich und Ortrud Dammann, die mit ihrem Weitblick die Arbeit der Stiftung ermöglicht haben. W www.heinrich-dammann-stiftung.de

Foto: Heinrich-Dammann-Stiftung

Zeiten knapper Kassen, scheint es die Jugend mit ihren Anliegen nicht immer leicht zu haben“, mutmaßt Schlichting. Seit einigen Jahren bietet die Dammann-Stiftung auch eigene Projekte an, die Jugendliche inspirieren sollen. Unter dem Stichwort „Apfelblau“ winken 500 Euro Förderung, die Jugendgruppen beispielsweise zum Anlegen und Bepflanzen eines Gemeinschaftsgarten einsetzen können. Das Geld könnte aber ebenso für einen eintägigen Workshop zur Zukunft der Jugendarbeit genutzt werden. Im Jahr 2025 unterstützte die Stiftung insgesamt 118 Projekte. Die Zahl der Anträge lag laut Geschäftsführer Schlichting „mindestens drei Mal so hoch“. Zur Förderung steht der Stiftung jedes Jahr ein hoher sechsstelliger Betrag zur Verfügung. Drei Mal im Jahr tagt der siebenköpfige Vorstand – dem neben dem Pastor der evangelischen Kirchengemeinde aus Söhlde auch IHK-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt angehört – und entscheidet über die Vergabe. Ein Kuratorium kontrolliert den Vorstand. „Größere Vorhaben lassen wir zusätzlich durch eine externe Gutachterin bewerten“. Zu den Mitarbeitenden gehört mit Jacquelin Stürmer inzwischen auch ein ehemaliges Mitglied der Jugendcrew. In diesem

Thomas Schlichting (l.) mit dem jungen Team der JugendCrew.

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AUSSTIEG

STREIFLICHT

Gibberlink Kennen Sie Gibberlink? Damit unterhalten sich KI-Chatbots, ein Kommunikationsprotokoll, würden Techies sagen. Es gibt Youtube-Videos, die zeigen, wie künstlich-intelligente Dienstprogramme in diesen Slang verfallen, sobald sie sich gegenseitig als KI erkennen. Ist nicht ganz neu und auch keine Geheimsprache: Schließlich haben Menschen Gibberlink und andere Protokolle entwickelt. Wir können also noch verstehen, was die untereinander sprechen. Noch. Denn der Gesellschaftsphilosoph Yoel Harari hat im Spiegel-Interview vor ein paar Wochen mal kurz die Frage angerissen, was ist, wenn KI selbstständig eine Sprache entwickelt, die wir nicht mehr verstehen. Aber lassen wir das.

Und dann ist da noch der Wüstenplanet, Dune, der fast nebenbei mit der Künstlichen Intelligenz aufräumt: Die hat nämlich eine Revolution irgendwann weggefegt. Keine Computer mehr: Das ist erst recht Zukunftsmusik. Und irgendwie auch keine Lösung. (pm)

Karikatur: Markus Grolik-

Gibberlink hört sich übrigens an wie eine Mischung aus Fax-Einwahlton und R2D2. Der Roboter aus Starwars. Überhaupt hat man

gerade den Eindruck, als würde man von Science Fiction eingeholt. Laser zur Drohnenbekämpfung? Geht gerade in Hannover in die Serienproduktion. Und ist nicht die einzige Entwicklung in diesem Bereich. KI-Beziehungen? Eindrücklich beschrieben in Blade Runner 2049, der Fortsetzung des Filmklassikers von 1979. Aber bis die künstlichen Menschen so perfekt sind wie von Regisseur Ridley Scott vor fast 50 Jahren gezeigt, dauert es noch was. Scott stützte sich übrigens auf Philip K. Dick, den Science-Fiction-Autor, der immer wieder die Frage aufwarf: Was macht den Menschen aus?

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