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Niedersächsische Wirtschaft 4/2026

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Niedersächsische

Das regionale Wirtschaftsmagazin der IHK Hannover.

Mensch bleiben

KI entwickelt sich rasend. Wir zeigen Facetten. Und beschreiben einen Leuchtturm.

Konjunktur: Wann befreit?

Seite 24

Diskotheken: Noch glitzernd?

Viele Facetten. Ein Leuchtturm.

• Unternehmensbörse

• Virales Volltreffer: Inno Tape, Alfeld 62 • Zeitreise/Impressum 63

• Holtmann: Miteinander erfolgreich 64 • Ausstieg 66

Foto:

Innenstadt mit Zukunft

3. September 2026 von 10: 00 bis 17: 00 Uhr im Sheraton Hannover Pelikan Hotel

IMPULS

Die attraktive Innenstadt von morgen Wie sieht sie aus, was müssen wir dafür tun?

DISKUSSIONSRUNDE

Innenstadt der Zukunft – Hotspot oder Auslaufmodell?

Wie Transformation gelingt – und woran sie scheitern kann

4 FOREN

• Wo stehen wir in 15 Jahren? Unsere Strategie für die Innenstadt von morgen

• SOS im „Zentrum“ – Maßnahmen für mehr urbane(s) Sicherheit(sgefühl)

• Marken und Kampagnen entwickeln und erfolgreich einsetzen

• Offenes Themenforum

Informieren und anmelden: www.hannover.ihk.de/stadtmarketingforum

4 WERKSTATTBERICHTE

Bindung und Belebung durch Marken und Kampagnen

• „Hermannsburg geht fremd“ –Wie Handel und Handwerk gemeinsam Aufmerksamkeit schaffen

• Machen – lernen – planen: Die Entwicklung der Marke marburgliebe

• Die Entwicklung der Speicherstadt-Marke: Mit Place Branding vom „NICHT-Ort“ zum „STAND-Ort“

• Teilhabe an einer starken Marke: Wie Cuxhaven das rote X® zur Aktivierung der Stadtgesellschaft nutzt

Korallen und Fische aus Fischbeck

Die Farben wirken unnatürlich, aber hier ist tatsächlich alles echt in diesem Meerwasseraquarium der Firma AquaDragon in Fischbeck. Das blaue Licht trifft auf die Weich- und Steinkorallen und ihre floureszierenden Proteine, die die Energie sofort wieder als grünes, rotes oder oranges Licht abgeben. Es scheint nur, als würden sie leuchten. Die festsitzenden Nesseltiere leben oft in flachen, sonnenreichen, tropischen Ozeanen, daher wird den floureszierenden Proteinen eine Schutzfunktion vor zu viel UV- und Blaulicht zugeschrieben. Die Floureszenz hat wohl aber auch viele weitere Funktionen von der Erkennung von Artgenossen bis zur Tarnung vor Fressfeinden. Mehr zum Inhaber dieses Riffaquariums: S. 40. (gt)

Foto:
Georg Thomas

Keine Irrfahrt?!

400 000 besuchen die IdeenExpo 2026

Odysseus ist einer der Menschen dieses Sommers: Nenne mir, o Muse, den Menschen, den vielgewandten, der gar viel umgetrieben wurde … Um mal besserwisserisch einen Ur-Satz europäischer Literatur in den Raum zu schmeißen. Und irgendwie ist es abgefahren, dass eine der ältesten Gestalten, an die sich die Welt erinnert, im heraufziehenden KI-Zeitalter auf die Kinoleinwand zurückkehrt. Aber so einen bräuchte man heute. Oder so eine, um die Orientierung zu behalten auf dem Weg in die neue KI-Welt. Nur, dass eben nicht zehn Jahre Zeit bleiben: Künstliche Intelligenz passiert jetzt, mit Herausforderungen Schlag auf Schlag. Gut zu wissen also, wo es langgeht, damit es keine Irrfahrt wird. Die schlimmstenfalls in irgendeine Unterwelt führt. Damit aber genug von der Odyssee. Oder vielleicht noch das: 2022, im Jahr, als ChatGPT vorgestellt wurde, nahm sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde vor, zum zweiten Mal Ulysses zu lesen, die gewaltige James-Joyce-Adaption der Odyssee. Ja, das muss man wohl, es zweimal lesen. Vielleicht gerade in solchen Zeiten: „Die Welt brennt, Lagarde liest Joyce“, schrieb damals das Handelsblatt. Aber genau das zeigt, dass da noch mehr ist. Etwas, das groß ist und Halt gibt. Was selbst manche, die Kirche und Papst nicht nahe stehen, auch über die neue KI-Enzyklika aus Rom sagen. Weil deren Botschaft ist: Mensch bleiben.

Neun Tage voller Technik, Innovationen und Zukunftschancen: Die IdeenExpo 2026 hat erneut eindrucksvoll gezeigt, wie groß die Begeisterung junger Menschen für naturwissenschaftliche Berufe, Berufsorientierung und Technik ist. Mehr als 330 Aussteller, mehr als 800 Mitmach-Exponate, über 900 Workshops und 400 000 Besucher

machten die zehnte IdeenExpo zu einem einzigartigen Erlebnisort für junge Menschen, Schulen, Familien, Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen.Das Erfolgsrezept der IdeenExpo bleibt unverwechselbar: Ausprobieren statt nur zuschauen und direkt mit Auszubildenden, Studierenden und Fachkräften ins Gespräch kommen. So wird Berufsorientierung konkret, nahbar und erlebbar. Großen Zuspruch erhielt auch die IHK Hannover am Gemeinschaftsstand mit der Region Hannover, im ClubZukunft, in dem sich das Team vom Welcome & Business Center der IHK zeigte, sowie am Stand der IHK Niedersachsen. In zwei Jahren, vom 1. bis 9. Juli 2028 findet auf dem Messegelände in Hannover dann die elfte IdeenExpo statt. (gt) W

Kommunalwahl 2026

Niedersachsen entscheidet am 13. September bei der Kommunalwahl über die Zusammensetzung von Stadt- und Ortsräten und an vielen Orten auch darüber, wer an die Spitze der Rathäuser oder Kreisverwaltungen rückt. Vor der Wahl gibt es in Hannover und anderen Orten in der IHK-Region mehrere Diskussionsveranstaltungen, zu denen die IHK mit Partnern – oder wie in Hameln – die Wirtschaftsjunioren einladen. Dabei geht es um die Fragen, wie sich die Bewerberinnen und Bewerber zu zentralen wirtschaftlichen Themen positionieren, welche Schwerpunkte sie setzen wollen – und was die Wirtschaft von diesen Plänen hat.

In Hannover treffen am 18. August um 16 Uhr die Kandidierenden für das Amt des Oberbürgermeisters in der IHK aufeinander. Am 25. August um 16 Uhr diskutieren die vier Bewerberinnen und Bewerber um das Spitzenamt in der Region Hannover bei einer Veranstaltung, die die IHK zusammen mit der Neuen Presse organisiert. Sie findet in der Alten Druckerei bei Madsack in Hannover statt. Und die Hamelner Wirtschaftsjunioren laden für den 1. September zu einer Diskussionsrunde mit den drei Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters ein. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Lalu im Hefehof in Hameln. (gt) W

Foto: Georg Thomas

Wirtschaftsminister Tonne reist ins Baltikum

Am 29. Oktober wird Vilnius erneut

Treffpunkt der Verteidigungswirtschaft. Bei der German-Baltic Defence Industry Conference 2026 kommen deutsche Unternehmen mit Firmen aus Estland, Lettland und Litauen und der Ukraine zusammen. Deutschland bringt eine starke industrielle Basis mit, die baltischen Staaten haben durch ihre Lage an der Nato-Ostflanke einen direkten Blick auf sicherheitspolitische Anforderungen, und die Ukraine verfügt durch den Krieg über Erfahrungen mit moderner Verteidigungstechnologie.

Aus dieser Konstellation können neue Partnerschaften entstehen, besonders bei Technologien, die schnell weiterentwickelt, in größerer Stückzahl

produziert und unter realen Bedingungen eingesetzt werden müssen. Aus Niedersachsen nimmt in diesem Jahr eine Unternehmensdelegation teil, die von Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne begleitet wird. Das Land ist bedeutender Bundeswehrstandort und zugleich stark industriell geprägt. Dazu gehören die Werften an der Nordseeküste ebenso wie die Luftfahrt- und Fahrzeugindustrie sowie zahlreiche Unternehmen, die bislang vor allem zivile Märkte beliefern. Viele ihrer Kompetenzen können auch im Verteidigungsbereich gefragt sein und für einzelne Betriebe neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen.

Die Unternehmensreise findet vom 28. bis 30. Oktober 2026 statt. Organi-

siert wird sie von der IHK Hannover Projekte GmbH in Kooperation mit der Deutsch-Baltischen Handelskammer. Weitere Informationen zur Teilnahme gibt es online. Im vergangenen Jahr reisten im November knapp 30 Unternehmen aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen nach Litauen. (os) W www.hannover.ihk.de/vilnius2026

Von Familie zu Familie.

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Bedingt krisenfest

Als am 3. Januar dieses Jahres in Berlin nach einem Brandanschlag das Stromnetz ausfällt, sind viele Bürgerinnen und Bürger, aber eben auch Unternehmen, nicht darauf vorbereitet. Vier Tage dauert der Blackout – gottseidank nur in einem begrenzten Gebiet und nicht überregional. Trotzdem: Chaos und viele Fragezeichen.

„Die Frage ist nicht mehr, ob eine Gefahrenlage eintritt, sondern wann – und wie gut wir vorbereitet sind.“

Bei mir persönlich hat dieses Ereignis zu einem Umdenken geführt. Wasser für mehrere Tage und Konserven lagern im Keller. Daneben ein Radio mit Batterie. In der Garage eine Ersatzflasche Gas mehr für den Grill und der Speicher für das so genannte „Balkonkraftwerk“ ist bestellt, um wenigstens etwas Strom nutzen zu können.

Wurde man früher für so etwas belächelt, trifft man heute vermehrt auf Verständnis. Schnell wird spürbar: Viele Menschen machen sich Gedanken um ihre Resilienz, aber sicherlich noch viel zu wenige.

Klar ist aber auch, dass einem in einer solchen Situation erstmal niemand zur Hilfe kommt. Polizei, Feuerwehr und THW haben in einer überregionalen Krise andere Aufgaben. Die Bundeswehr ist, anders als oft angenommen, gar nicht zuständig. Die aktuelle sicherheitspolitische Lage und die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass Krisen keine Ausnahmen bleiben.

Corona, Energiekrise, Lieferengpässe und Cyberangriffe machen deutlich: Die Frage ist nicht mehr, ob eine Gefahrenlage eintritt, sondern wann – und wie gut wir vorbereitet sind.

Was für den privaten Haushalt gilt, trifft noch mal mehr für Unterneh

men zu. Öffnen sich die Türen, wenn der Strom ausfällt? Komme ich ohne Internet an meine Daten? Wie erreiche ich Kundinnen und Kunden, vor allem auch meine Belegschaft, ohne Telefon und Handy?

Und neben der materiellen Vorbereitung sind Gespräche über mögliche Szenarien wichtig. Das nimmt Verunsicherung und zeigt: Wir sind bereit.

Resilienz beginnt nicht in der Krise, sondern vorher: durch Vorbereitung, klare Pläne und regelmäßiges Üben. Wie zuhause im eigenen Haushalt, sollten sich Unternehmen besser gestern als heute Gedanken machen, wie sie sich auf eine mögliche Ausnahmesituation einstellen. Wenn wir aber auf eine staatliche Vollkaskoversicherung für den Krisenfall warten, dann bleiben wir: bedingt krisenfest.

Alexander Krause

IHK Hannover

KARIKATUR

Inklusive Beschäftigung: Hilfsangebot

Viele Unternehmen stehen irgendwann vor der Frage, wie sie Menschen mit Behinderung erfolgreich ausbilden oder einstellen können – oder wie sie Mitarbeitende unterstützen, die im Laufe ihres Berufslebens eine Behinderung erleiden. Um bei Orientierung zu helfen, gibt es in Niedersachsen ein erweitertes Beratungsangebot der Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber (EAA). Sie bieten Unternehmen kostenfreie Information, Beratung und Unterstützung zu allen Fragen der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung – von Fördermöglichkeiten über rechtliche Rahmenbedingungen, Unterstützung im Arbeitsalltag bis zu Vernetzung und Austausch. Für Unternehmen aus der IHK-Region

gibt es vier Ansprechstellen in Hannover, Göttingen, Hildesheim und Diepholz, die auf der IHK-Website verlinkt sind. (rs) W www.hannover.ihk.de Nr. 7077860

Personalien

Robin Berkemeier und Jens Burmeister leiten künftig die RWS Vermögensplanung AG und bilden damit eine Doppelspitze. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Jörg Christian Hickmann wurde in den Aufsichtsrat gewählt und übernimmt dort den Vorsitz.

Andreas Berndt (66), Geschäftsführender Gesellschafter der Hannoverschen Kaffeemanufaktur GmbH, wurde Ende Juni als Familienunternehmer des Jahres 2026 ausgezeichnet. Die Jury des Regionalkreises Hannover Region der Familienunternehmer würdigte ihn für nachhaltiges Handeln und soziale Verantwortung.

Jonas Boldt (44) ist seit Juni Geschäftsführer Sport in der Hannover 96 GmbH & Co. KGaA. Er verantwortet künftig die Profimannschaft sowie die 96-Akademie des Fußball-Zweitligisten. Kaufmännischer Geschäftsführer bleibt Henning Bindzus (42).

Dr. Bruno Gas, viele Jahre Vorstandsvorsitzender der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe, ist bereits am 7. Juni im Alter von 89 Jahren verstorben. Er war seit 1957 in verschiedenen Funktionen rund 55 Jahre lang für die Gruppe tätig, zudem in Branchengremien aktiv.

Georg F. Hesselbach, Gründer des Flachglas-Veredlers Interpane in Lauenförde, ist am 1. Juli im Alter von 84 Jahren gestorben. Hesselbach hatte das Unternehmen 1971 auf den Weg

Karikatur: Michael Holtschulte/Catprint

Personalien

gebracht und damit die Entwicklung von Funktionsglas, insbesondere bei der Wärmedämmung, wesentlich vorangetrieben.

Dimitrios Konstantianos (Einbeck) ist neuer Vorsitzender der Fachvereinigung Taxi und Mietwagen im Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen. Als Stellvertreter neu im Amt ist der Garbsener Lars Bittner Die Wahlen waren durch den Rücktritt des bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Jürgen Hartmann notwendig geworden. Damit steht Gundula Hauenstein (Bispingen) nicht mehr an der Spitze der Fachgruppe. Außerdem legte sie ihr Amt als Vizepräsidentin des Taxi- und Mietwagenverbandes Deutschland nieder.

IHK IN DER PRESSE

Geplante Sperrung sorgt für Staus

Nach im Juni veröffentlichten Presseberichten kommt ein Gutachten zu dem Ergebnis, dass die geplante Sperrung der Culemannstraße in Hannover – sie verbindet Altstadt und Landtag mit dem Maschsee-Nordufer – zu erheblichen Rückstaus auf dem Cityring im der Bereich Willy-Bandt-Allee führen kann. Dies ist aus Sicht der IHK Hannover ein gravierendes Problem für die Verkehrsabwicklung in der Landeshauptstadt.

auch alle Überlegungen für eine autoarme Innenstadt konterkariert. Denn über den Cityring wird der Verkehr gebündelt und zu den Parkhäusern geführt sowie die Belieferung der Geschäfte organisiert.“ Vor diesem Hintergrund ist eine ausreichende Leistungsfähigkeit des hannoverschen City-Rings unverzichtbar, betont Hoppe.

Dr. Adam Melski wird zum 1. September Vorstandsmitglied der Wertgarantie SE, Hannover. Der Wirtschaftsinformatiker arbeitet seit 15 Jahren in der Versicherungsbranche.

Michael Obrowski soll zum 1. September Finanzvorstand der Deutschen Bahn werden. Er kommt von VW Nutzfahrzeuge in Hannover, wo er seit 2021 das Finanz- und IT-Ressort leitete.

„Wenn der Cityring nicht funktioniert, ist zum einen der Wirtschaftsstandort Innenstadt massiv betroffen,“ so Dr. Mirko-Daniel Hoppe, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover. „Zum anderen werden aber

Die IHK setzt sich auch für eine umfassende öffentliche Diskussion zu diesen Plänen ein: „Die nachvollziehbaren städtebaulichen Gründe einer Sperrung der Culemannstraße wurden intensiv diskutiert, das Gutachten zu den verkehrlichen Auswirkungen in der Öffentlichkeit hingegen bislang nicht“, so Hoppe weiter. W

Alexandra Scheidt ist seit Monatsbeginn Vorständin bei der Mecklenburgischen Versicherunggruppe und zuständig für IT. Sie folgt auf Marguerite Mehmel, die das Unternehmen zu Beginn des Jahres auf eigenen Wunsch verlassen hat.

Landesgartenschauen 2032 und 2034

Die niedersächsische Landesregierung hat Anfang Juli die Landesgartenschauen (LAGA) 2032 und 2034 nach Bad Zwischenahn und Cuxhaven vergeben. Aktuell findet die Landesgartenschau in Bad Nenndorf statt - bis zum 18.

Oktober ist ein Besuch dort noch möglich. Die Entscheidung für das Jahr 2030 hatte die Landesregierung bereits zuvor getroffen - dann ist Duderstadt im Süden Niedersachsens als Austragungsort an der Reihe. (bh) W

Das neue Rathaus von Hannover – im Vordergrund die Culemannstraße.

Entgelttransparenzrichtline – und nun?

Die Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht hätte in Deutschland eigentlich durch die Novellierung des bereits bestehenden Entgelttransparenzgesetzes (EntgTranspG) bis zum 7. Juni geschehen sollen. Ohne deutsches Umsetzungsgesetz gelten die Regelungen der EU-Entgelttransparenzrichtlinie nicht unmittelbar im privatrechtlichen Arbeitsverhältnis Das heißt, für privatrechtliche Arbeitsverhältnisse gilt die Entgelttransparenzrichtlinie nicht unmittelbar. Allerdings haben deutsche Gerichte nationales Recht grundsätzlich „richtlinienkonform“ auszulegen. Für öffentliche Arbeitgeber gilt die Richtlinie seit dem 8. Juni unmittelbar, inklusive der Informationspflichten und der Anfor-

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derungen an Vergütungskriterien. Unternehmen wird empfohlen:

• Gehaltsrunden 2026 und 2027 dafür nutzen, um eventuelle Lohnlücken zu schließen

• Arbeitsverträge auf unangemessene Benachteiligungen prüfen (sind alle Bestimmungen klar und verständlich formuliert, vgl. § 307 Abs. 1 BGB)

• Vergütungsprozesse und -strukturen prüfen und ggf. anpassen

• Die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates sollten geprüft werden (§ 87 Abs. 1 Nr. 10 BetrVG)

• Implementierung eines betrieblichen, transparenten sowie objektiven Vergütungssystems

• HR-Prozesse schulen und dokumentieren

• Systeme zur Entgeltberichterstattung vorbereiten

• Datenschutzkonforme Umsetzung sicherstellen

• Schulung von Führungskräften, da diese die ersten Ansprechpartner der Beschäftigten sind

Sobald ein Gesetzesentwurf vorliegt, informiert die IHK über ihren Newsletter Infoservice (Anmeldung: www.ihkinfoservice.de). (th) W

EINZIGARTIG

Personalien

Ulrich Schneider, bis Ende April Vorstandsmitglied bei der VHVGruppe, hat am 1. Juni den Vorsitz im Vorstand der VHV Stiftung übernommen. Er folgt auf den langjährigen Vorsitzenden Dietrich Werner

Nico Succolowsky (54) wurde am 1. Juli Geschäftsführer der Porzellanmanufaktur Fürstenberg GmbH. Er folgt auf Cornelia Abbe, die seit April 2025 an der Spitze des Unternehmens stand und in Mutterschutz und Elternzeit geht. Succolowsky war unter anderem bei Meissen Keramik und Geschäftsführer der GMB – Glasmanufaktur Brandenburg GmbH.

Mehr Personalien lesen Sie tagesaktuell im NW-Webmgagazin: www.nw-ihk.de

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Zwiespältig: So wird KI gesehen und genutzt

Macht Spaß, macht Angst – und wird im Job genutzt: Umfragen zu KI zeigen Widersprüchliches.

KLAUS POHLMANN

Drei von vier Menschen, die KI nutzen, sagen: Das macht Spaß. Quer durch alle Bevölkerungsgruppen verwenden fast 60 Prozent der Menschen in Deutschland Künstliche Intelligenz. Das ergab eine Studie im Auftrag des Branchenverbands Bitkom, die im Mai veröffentlicht wurde. Wobei man angesichts der rasenden Entwicklung fast schon zögert, sich auf Ergebnisse zu stützen, die im Frühjahr erhoben wurden.

Aber was Spaß macht, kommt auch im Job an. Fast die Hälfte der Beschäftigten setzen nach einer ebenfalls repräsentativen Umfrage des TÜV-Verbandes Künstliche Intelligenz

„Das

beste Mittel gegen Verunsicherung ist Wissen.“

bei der Arbeit ein. An erster Stelle steht mit 78 Prozent die Suche nach Informationen, gefolgt vom Erzeugen oder Bearbeiten von Texten (46 %), um auf Ideen zu kommen (41 %) oder um Bilder und Videos zu erstellen (19 %). Seltener sind komplexere Anwendungen wie Berechnungen, das Schreiben von Code oder die Analyse von Datensätzen mit Hilfe von KI. Was im Übrigen heißt: Bei diesen Anwendungen geht es vor allem um generative KI. Und die ist in den meisten Bereichen des Arbeitsalltags oft schneller angekommen, als dass in Unternehmen dafür klare Struk-

turen geschaffen werden, heißt es dazu vom TÜV-Verband. Mehr als die Hälfte der Befragten gaben an, im Job weder konkrete Regeln noch ein KI-Verbot zu haben. Nur bei knapp einem Drittel der Beschäftigten gibt es konkrete Vorgaben für den Einsatz von KI. Ein explizites Verbot ist mit lediglich fünf Prozent die Ausnahme. Und acht Prozent können die Frage nach KI-Regeln nicht einmal beantworten. „Vielen Beschäftigten fehlt es an einer verbindlichen Orientierung im Umgang mit Künstlicher Intelligenz“, sagt Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. „Hier müssen Arbeitgeber mit klaren Vorgaben für den Einsatz von KI nachlegen.“ Umso mehr, als mit dem Stichtag 2. August der europäische AI Act verschiedene Kennzeichnungspflichten, aber auch Schulung von Mitarbeitenden fordert.

Generative KI wird im Job genutzt, oft auch gerne – aber was ist mit der Angst? Ein Drittel der in der TÜV-Studie Befragten geht davon aus, dass die eigene Tätigkeit vollständig oder teilweise durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden kann. Und die Bitkom-Befragung machte deutlich, dass sich viele Menschen von KI abgehängt oder überfordert fühlen – und zwar umso mehr, je weniger sie die Technik nutzen. Die KI-Fernen wünschen sich sogar zu fast 60 Prozent in eine Welt ohne KI zurück. Und selbst bei denen, die Spaß an Künstlicher Intelligenz haben, ist es laut Bitkom noch jeder Dritte.

Hier müssen Qualifizierungs- und Bildungsangebote ansetzen, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst: „Das beste Mittel gegen Verunsicherung ist Wissen.“ Ein digitaler Graben zwischen Menschen mit und ohne KI dürfe gar nicht erst entstehen.

Die Bitkom-Studie förderte aber auch noch ein Ergebnis zu Tage, das nachdenklich macht. Fast 60 Prozent der Befragten sagen, dass KI sie schlauer macht. Und das führt mitten rein in eine der großen Fragen zur Künstlichen Intelligenz. Macht KI klüger? Oder: „Macht die KI uns dumm?“ Das fragte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in diesem Frühjahr. Droht De-Skilling, also der Abbau von Fähigkeiten und Kompetenzen, weil das Denken auf die Künstliche Intelligenz verlagert wird? Klar ist das noch nicht, wie so vieles rund um die KI. Aber eine Regel wird immer wieder betont: Erst selber denken, dann die KI fragen – der reflektierte Umgang könnte dann nicht nur Spaß, sondern auch echten Nutzwert bringen. W

STREIFLICHT

Künstliche Intelligenz als Chance: Dazu gibt es keine Alternative

Mal ehrlich: Was wir gerade mit KI erleben, ist eigentlich nicht ungewöhnlich. Ein gigantischer Suchprozess. Was tun mit der neuen Technologie? Auch wenn es manchmal so scheint, als müssten erst Probleme gefunden werden, die man dann mit Künstlicher Intelligenz lösen kann. Hauptsache, das Etikett KI klebt drauf.

Das, was die KI-Revolution allerdings von allen anderen Technologie-Umbrüchen unterscheidet, ist die Geschwindigkeit. Alles entwickelt sich gerade wie unter einem hochtourigen Zeitraffer. Selbst in Unternehmen fragt man sich, ob das, was vor Jahresfrist als KI eingestuft wurde, heute überhaupt noch die Kriterien erfüllt. Und was wird in ein paar Monaten sein?

Hinter jeder Ecke lauert Neues: Gerade erst waren KI-Assistenten das angesagte Thema. Aber dann wurden viele Unternehmen von den Kosten kalt erwischt. Aber da kann man sich zurücklehnen: Sowas regelt der Markt. Preise werden sinken. Oder die Nutzung wird eingeschränkt. Oder beides.

Vor allem aber gibt es ja nicht „die KI“. Explosionsartig vermehren sich gerade Anwendungen in Maschinen, Geräten, in Prozessen. Nur ein Symptom: Auf manchen Musik-Plattformen wird offenbar eine fünfstellige Zahl künstlich generierter Stücke hochgeladen – täglich.

Künstliche Intelligenz geht weit über generische KI hinaus, also vor allem über die Sprachmodelle, die von manchen zum Schreiben selbst einfachster Texte genutzt werden.

Und wohin führt das? Zu massivem Kompetenzverlust? Oder ist das der Aufbruch in eine neue Wissensgesellschaft?

Die Diskussion um Künstliche Intelligenz bewegt sich gerade zwischen paradiesischer Verheißung und dystopischen Visionen bis zur Apokalypse. Zwischen Job-Verlusten und einem Arbeitsplatz-Boom durch KI. Zwischen Produktivitätsbeschleunigung und Hase-IgelWettlauf, weil andere schneller da sind. Zwischen Ablehnung und Euphorie. Die Fragen sind noch unbeantwortet.

Was die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umwälzungen betrifft, hat KI aber eine Vorlage: die dampfgetriebene, erste industrielle Revolution. Nur erstreckte sich die über Jahrzehnte. Künstliche Intelligenz hat sich nach der Veröffentlichung von ChatGPT sogar verglichen mit dem Internet um ein Vielfaches schneller durchgesetzt. Diese Geschwindigkeit lässt keine Zeit: Abwarten gilt nicht. Bloß zu beobachten, reicht nicht aus. Es gibt keine Alternative dazu, KI als Chance zu sehen. Auch wenn der Umgang damit so etwas ist wie die viel beschworene Operation am offenen Herzen. (pm)

Erkennen, was zu tun ist

Hochauflösende Kameratechnik und intelligente Bilderkennung:

Die Quantom GmbH aus Eime entwickelt Software und Bildverarbeitungslösungen für sicherheitskritische Anwendungen.

Die Kontrolle übernimmt immer noch ein Mensch. Aber beim Start oder der Landung eines Flugzeugs an den Flughäfen Erfurt-Weimar oder Saarbrücken ist keine Fluglotsin oder Fluglotse mehr vor Ort. Die Deutsche Flugsicherung überwacht das Geschehen an den zwei kleineren Flughäfen auf Landebahn und Rollfeld bereits seit vier Jahren aus der Ferne - mit einem Remote Tower-System. In einem Kontrollraum am Flughafen Leipzig können die Fluglotsen auf Monitoren mithilfe von hochauflösenden Video- und Infrarotbildern das Geschehen verfolgen.

Ein Teil der dort eingesetzten Technik wurde von der Quantom GmbH aus Eime im Landkreis Hildesheim entwickelt. So kommt an den zwei kleineren Flughäfen die sogenannte Visbox zum Einsatz, ein hochauflösendes Kamerasystem mit leistungsfähiger Zoomoptik. Das System funktioniert wie ein digitales Fernglas, das Fluglotsen bei

„Eine intelligente Bilderkennung analysiert dabei die Bilder und erkennt um welche Objekte es sich handelt.“

Andreas Reimann, Geschäftsführer Quantom GmbH

der visuellen Überwachung unterstützt. Mit ihrer hohen Auflösung und einem 30-fachen Zoom können auch weiter entfernte Flugzeuge erfasst werden. „Eine intelligente Bilderkennung analysiert dabei die Bilder und erkennt um welche Objekte es sich handelt. Sie erkennt auf dem 360-Grad-Bild auch Vogelschwärme, die für Flugzeuge bei Start oder Landung gefährlich werden könnten“, erklärt Andreas Reimann, der das Unternehmen zusammen mit Tom Tapken im Jahr 2021 gegründet hat. Die beiden waren zuvor für viele Jahre bei einem deutschen Technologiekonzern beschäftigt, bevor sie sich für den Schritt in die Selbstständigkeit entschieden. Quantom entwickelt Software und Bildverarbeitungslösungen für sicherheitskritische Anwendungen. Dabei wird Künstliche Intelligenz in Zukunft eine noch größere Rolle spielen, insbesondere bei der automatisierten Erkennung und Klassifizierung von Objekten in Kamera und Sensorsystemen. Das

GEORG THOMAS
Fotos: Quantom
Andreas Reimann und Tom Tapken sind Geschäftsführer der Quantom GmbH aus dem Landkreis Hildesheim. In Bremen gibt es einen Standort.

Unternehmen aus Eime hat auch ein eigenes System für einen aus der Ferne gesteuerten Tower entwickelt, das bislang in Gänze in der Praxis aber noch nicht zum Einsatz kommt.

„Wir sind noch in der Endphase der Entwicklung, aber es zeigt sich jetzt bereits, dass unser System nach der Anlernphase sogar weniger Energie als Produkte von Wettbewerbern benötigt“, sagt Reimann.

Aus dem 15-köpfigen Quantom-Team arbeitet ein großer Teil der Mitarbeitenden in Bremen, wo das Unternehmen eine Niederlassung unterhält, um näher an Kunden unter anderem aus dem Rüstungsbereich zu sein.

Neben Lösungen für die Luftfahrt entwickelt das Unternehmen auch Systeme für maritime Anwendungen. So kommt die Technologie von Quantom auch beim Artenschutz zum Einsatz. „Wir sind bald für vier Wochen Teil eines Forschungsprojekts der norwegischen Equinor, bei dem die Detektoren unseres Detektionssystems IR-Guard zum Einsatz kommen“. Das Ziel dabei sei es, das Risiko von Kollisionen zu reduzieren und mögliche Störungen von Walen während maritimer

Arbeiten besser beurteilen zu können.

Das Knowhow von Quantom in der Kameratechnik wird auch von anderen Unternehmen angefragt, zum Beispiel von einem Entwickler eines Vogelschutzsystems für Windkraftanlagen, bei dem auch eine KI eingesetzt wird. „Die Bilderkennung erfasst, ob es sich um eine besonders geschützte Vogelart handelt und schaltet nur dann die Anlage ab“, erklärt Reimann.

Auch intern nutzt Quantom Künstliche Intelligenz gezielt zur Unterstützung der täglichen Arbeit. So hat es moderne Large Language Modelle (LLM) auf eigener Infrastruktur aufgesetzt. „Wir arbeiten mit vielen sensiblen Daten, die wir so nicht an externe Anbieter übermitteln müssen“. W

Technologie aus Eime im Landkreis Hildesheim: Der IR-Guard von Quantom soll bald in Remote Tower Systemen zum Einsatz kommen.

Diskutierten über KI und die Papst-Enzyklika: Moderator Dr. Achim Budde, die Professoren Björn Ommer und Jeanne Rubner sowie Kardinal Reinhard Marx (v.l.). Und über allem: Leo XIV.

Mensch bleiben

Der Mensch im KI-Zeitalter: Damit hat sich der Vatikan auseinandergesetzt. Die neue Enzyklika richtet sich in der Tradition der Soziallehre auch an die Wirtschaft. Etwas Vergleichbares gibt es bislang nicht.

KLAUS POHLMANN

Die Wucht, mit der KI Wirtschaft und Gesellschaft verändert, lässt sich nur mit der ersten, durch Dampf getriebenen industriellen Revolution vergleichen: Diese Feststellung war dem neuen Papst offenbar so wichtig, dass er seinen Namen danach wählte. Leo XIV. bezieht sich damit auf den dreizehnten Papst, der so hieß. Und der 1891, in der späten Industrialisierung, mit einem Rundschreiben - der Sozialenzyklika Rerum novarum – einen Meilenstein für eine christliche Gesellschaftsethik setzte: Die Katholische Soziallehre ist unter anderem eng verbunden mit dem Aufbau der Sozialen Marktwirtschaft im Nachkriegsdeutschland. Nun äußert sich an der Schwelle zum KI-Zeitalter wieder ein Papst namens Leo mit einer Sozialenzyklika, unter dem richtungweisenden Titel Magnifica humanitas:

Magnifica humanitas: Großartige Menschheit

Programmatischer Name der neuen Papst-Enzyklika zur Künstlichen Intelligenz.

Großartige Menschheit. Unterzeichnet am 15. Mai, auf den Tag genau 135 Jahre nach Rerum novarum, ist sie eine Standortbestimmung zum allgegenwärtigen Thema Künstliche Intelligenz. Und die wurde auch außerhalb der katholischen Kirche wahrgenommen: Nicht zuletzt deshalb, weil sie die KI-Fragen nicht isoliert, sondern im Zusammenhang unter anderem mit sozialpolitischen Fragen reflektiert, so ein Sprecher der Evangelischen Kirche in Deutschland. Etwas vergleichbares gibt es derzeit nicht. Spiegel-Kolumnist Ullrich Fichtner nannte sie einen Sommer-Bestseller. Entsprechend umfangreich war die Berichterstattung, etwa im Handelsblatt. Dadurch wurde auch klar, dass es schon seit vielen Jahren Gespräche zwischen dem Vatikan und den US-amerikanischen Tech-Riesen gibt. Bei der Vorstellung

Foto: Katholische Akademie Bayern

des Rundschreibens war Anthropic-Mitgründer Christopher Olah in Rom dabei.

Mensch im Mittelpunkt

Was die Enzyklika nicht ist: technikfeindlich. Sie akzeptiert nicht nur Künstliche Intelligenz, sondern betont ausdrücklich, was KI leisten kann. Das allerdings in einem Ordnungsrahmen. „Wir können KI nicht als moralisch neutral betrachten“, heißt es in der deutschen Übersetzung. Gemeint ist zum Beispiel, dass KI abhängig von ihren Trainingsdaten möglicherweise verzerrt entscheidet. Was für die Betroffenen fatale Folgen haben kann. Das Rundschreiben warnt vor menschenverachtenden Anwendungen, fordert klare Verantwortlichkeiten und insbesondere auch eine öffentliche Diskussion über einen Ethik-Kodex, um die Entscheidung, wie KI-Algorithmen ausgerichtet sind, nicht undurchsichtig in wenigen Händen zu lassen. „Enzyklika gegen die Macht der Tech-Konzerne“, stand über dem Handelsblatt-Beitrag von Heiner Wilmer, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und bis vor Kurzem Bischof von Hildesheim. Das Papst-Schreiben spricht davon, dass die KI entwaffnet werden müsse.

Durchaus ähnlich die Haltung der evangelischen Kirche, die zu einem „aufgeklärt-kritischen Umgang mit der KI-Technologie“ aufruft, schreibt ein EKD-Sprecher. Auch er weist neben der Gefahr einer militärischen Nutzung auf die Chancen in der Medizin hin.

Die Enzyklika baut auf der über Jahrzehnte entwickelten kirchlichen Soziallehre auf und überträgt sie in KI-Welt. Menschenwürde spielt eine zentrale Rolle. Die Wirtschaft insgesamt und auch die Künstliche Intelligenz muss dem Menschen dienen. Zum harten Kern der Soziallehre gehören Solidarität und soziale Gerechtigkeit. Hinter solche Werte kann man sich auch stellen, wenn man nicht der katholischen Kirche zugeneigt ist.

Das gilt ebenso für einen weiteren Grundsatz: Subsidiarität. Der wurde schon 1931 ebenfalls in einer Sozialenzyklika formuliert und besagt, dass – vereinfacht gesprochen – nur die über etwas entscheiden sollen, die auch betroffen sind. Und dass dies nicht auf höhere Ebenen verlagert werden dürfe. Diese Idee hat zumindest grundsätzlich Eingang in die EU-Verfassung gefunden. Längst gehört auch die Forderung, dass natürliche Ressourcen allen Menschen zu Gute kommen müssen, zum Bestand der Soziallehre – bis hin zum

Anspruch auf eine intakte Umwelt. Die KI-Enzyklika erweitert das ausdrücklich um Daten, Algorithmen oder Online-Plattformen. Insbesondere in den frühen Jahren der Bundesrepublik setzte die Katholische Soziallehre auf politische und gesellschaftliche Wirkung – im Rahmen der Sozialen Marktwirtschaft. Sie konnte dabei auf Verbindungen zu Unternehmen und Verbänden, in Gewerkschaften, Politik und Wissenschaft bauen. Und mit Kardinal Joseph Höffner stand ein promovierter Volkswirt gut zehn Jahre an der Spitze der Deutschen Bischofskonferenz. Heute gilt der Münchener Kardinal Reinhard Marx als renommiertester Sozialethiker unter den deutschen Bischöfen. Anfang Juli diskutierte er an der Katholischen Akademie in Bayern mit dem KI-Forscher Björn Ommer und der Publizistin Jeanne Rubner über die neue Enzyklika.

Wert und Würde der Arbeit

„Wir können KI nicht als moralisch neutral betrachten.“

Magnifica humanitas

Marx hob dabei insbesondere Wert und Würde der Arbeit hervor. Das zielt auf eine zentrale Frage: Wie verändert KI die Arbeit? Und, was gerade kontrovers und noch ohne Antwort diskutiert wird: Wie viele Jobs fallen weg? Entstehen durch KI genügend neue? Die Frage ist offen, aber entscheidend, wenn man wie Marx davon ausgeht, dass das Selbstverständnis vieler Menschen wesentlich von Arbeit geprägt ist. Applaus erntete er in München für den Satz: „Freizeit ist doch nicht ein Lebensziel.“ Jeanne Rubner sprach davon, dass Menschen von der Konkurrenz der KI, die so vieles besser zu können scheint, geradezu gekränkt sind. Und Angst haben. Wer dazu Bilder sucht, sieht zum Beispiel Fredric Zelniks Verfilmung des Hauptmann-Stücks „Die Weber“ von 1927: Die Folgen der dampfgetriebenen Industrie-Revolution des 19. Jahrhunderts sollten besser keine Vorlage für das sein, was KI auslöst.

Das stellt die Frage in den Raum, die schon die erste industrielle Revolution beherrschte, wie nämlich der Produktivitätszuwachs – heute durch KI - verteilt wird. Reinhard Marx sprach das in München an und ist mit dieser Frage nach der ökonomischen, aber auch gesellschaftlichen und politischen Macht dicht an der Enzyklika, die sich damit ausdrücklich beschäftigt.

Björn Ommer warnte ebenfalls vor einer Machtkonzentration. Vor allem aber setzte er sich dafür ein, Künstliche Intelligenz als „Ermöglichungstechnologie“ zu sehen.

Einen ähnlichen Begriff verwendete Jeanne Rubner. Was man so verstehen kann: Wer mit Künstlicher Intelligenz das gleiche macht wie bisher, nur effizienter, kann sich auf einem Holzweg wiederfinden: Produktivitätsfortschritte durch KI werden durch KI schneller aufgefressen, als man sich umdrehen kann. Es geht also darum, die Technologie zu nutzen, um Neues zu erschließen, durch neue Ideen das Bisherige zu erweitern. Und Ommer sieht gerade Deutschland in der Gefahr, dass genau das nicht geschieht.

Beispiel? Die KI-Diskussion habe dazu geführt, dass unter Jugendlichen auch nach dem Abitur eine Ausbildung deutlich attraktiver geworden sei, merkt Kommunikationswissenschaftlerin Rubner an. Was wiederum Ommer dazu bringt, vor Nischen zu warnen: Bloß dorthin auszuweichen, wo KI nicht oder noch nicht ist, reicht aus seiner Sicht nicht aus. Auch hier die Botschaft: Es muss sich mehr verändern. Spätestens jetzt ist die Diskussion auch beim Thema Bildung angekommen. Höherqualifikation ist nötig: Gesucht seien diejenigen, die die cleveren Fragen stellen, so Ommer. Und was ist mit denen, die diese Qualifikation nicht erreichen? Fragte Marx. Das alles sind nur Aspekte aus einer rund zweistündigen Diskussion. Weitere solcher Runden scheinen derzeit eher dünn gesät.

Auch die evangelische Kirche hat sich das Thema vorgenommen, setzt auf „gründliche Recherche und Information“ – mit Tagungen oder grundlegenden ethischen Einordnungen.

Unter dem Strich bleibt die Frage unbeantwortet, wie Kirchen und Wirtschaft weiter ins Gespräch kommen. Auf dem Podium in München war noch keine Vertreterin, kein Vertreter aus einem Unternehmen. Wettbewerbsfähigkeit auf der einen Seite, die Bewahrung des „großartigen Menschlichen“ auf der anderen, um den programmatischen Titel der Enzyklika aufzugreifen. Dazwischen die Frage nach Arbeit und Arbeitsplätzen und ökonomischer Machtverteilung: Um nichts weniger geht es.

„Wir sind früh dran“, meint zumindest Reinhard Marx mit Blick auf Magnifica humanitas. Zwar gab es auch zuvor schon Äußerungen zur KI. Und die EKD stützt sich auf die Denkschrift „Freiheit digital“, die 2021 veröffentlicht wurde – vor der durch ChatGPT ausgelösten breiten KI-Woge. Aber die Zeit drängt. Künstliche Intelligenz verbreitet sich mit einer Geschwindigkeit wie keine andere Technologie zuvor. W

Es geht zu langsam voran

Das kam einigermaßen überraschend. Mitte Juli meldete sich die Monopolkommission zum Thema KI – und sieht bei der Anwendung von Künstlicher Intelligenz in der Industrie noch deutliche Defizite. Die KI-Adaption kommt nicht mit der notwendigen Schnelligkeit und Breite voran, heißt es vom Beratungsgremium der Bundesregierung. Die Gründe dafür seien vielfältig: Rechtsunsicherheit und Regulierungen, die insbesondere kleinere Unternehmen und Startups belasten. Aber dann dieser Weckruf: Die Kommission spricht ausdrücklich auch von der Trägheit vieler Unternehmen.

Dabei verfügt die deutsche Industrie über großes Potenzial für die KI-Nutzung. „Das Spezialwissen in den Unternehmen und der Datenschatz bieten riesige Möglichkeiten für industrielle KI-Anwendungen“, so Tomaso

Duso, der Chef der Kommission. Ausdrücklich kritisch sieht er die große Abhängigkeit von amerikanischen Tech-Unternehmen.

Dusos Äußerung kann man auf einer Linie sehen mit dem, was Björn Ommer bei einer Podiumsdiskussion sagte (linke Spalte auf dieser Seite): Der KI-Forscher sieht gerade Deutschland in der Gefahr, Künstliche Intelligenz zu wenig als „Ermöglichungstechnologie“ zu begreifen.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer gibt sich da optimistischer. KI sei als Produktivitätsfaktor in den Unternehmen angekommen, heißt es als Ergebnis der aktuellen DIHK-Digitalisierungsumfrage. Rund 34 Prozent der Befraten sehen einen hohen Einfluss von KI auf die Produktivität ihres Unternehmens, weitere 52 Prozent einen moderaten. Deutlich an der Spitze liegt bei der Nutzung mit fast 80 Prozent allerdings generative KI, also die Erzeugung von Texten, Bildern oder Grafiken. Etwa jeweils ein Drittel der Unternehmen setzt entweder KI bereits ein, plant das in den nächsten drei Jahren – oder sieht mittelfristig keine Nutzung von Künstlicher Intelligenz.

Übrigens: Um die KI-Nutzung zu beschleunigen, empfiehlt die Monopolkommission eine schlankere KI-Regulierung und fordert statliche Stellen auf, ihre Einkaufsmacht strategisch besser zu nutzen – um europäische Lösungen zu stärken. (pm) W

Foto: Torsten Hamacher (mit KI Firefly)

Unternehmensnachfolge ist Teamwork

Beim Inhaberwechsel eines Betriebs müssen Verkäufer und Nachfolger am selben Strang ziehen. Die Sparkasse Hannover unterstützt dabei.

Kristina Kasubke (Foto) war bereits rund zehn Jahre als Innenarchitektin tätig, als sie beruflich durchstarten und etwas Eigenes entwickeln wollte. Damit stieß sie bei Bernd Rokahr, der an der Hochschule ihr Professor gewesen war und ein Innenarchitekturbüro betrieb, auf offene Ohren. Der 65-Jährige wünschte sich mehr Zeit für seine Rolle als Großvater und Reisen mit dem Camper. Er bot ihr an, seine Firma zu übernehmen und so ein in der Region bekanntes Büro mit ihrer eigenen Perspektive zu versehen.

Inhaber und Nachfolgerin tauschen die Rollen

Im ersten Schritt wurde Kasubke für ein Jahr Angestellte in Rokahrs Büro. Sie sprach mit dem Center Nachfolge und Gründung der Sparkasse Hannover und überzeugte mit ihrem Konzept und der Auftragslage. Neben Eigenkapital flossen eine Gründungsförderung durch die KfW und eine Absicherung über die Bürgschaftsbank Niedersachsen in die Finanzierung ein. Im Juli 2025 wurde Kristina Kasubke zur Geschäftsführerin von ria. vision und Bernd Rokahr zunächst für ein

Kristina Kasubke, Geschäftsführerin von ria.vision.

Jahr ihr Angestellter. Der frühere Inhaber sorgte für Kontinuität, während sie ihr Netzwerk und ihre fachlichen Stärken einbrachte.

Die Sparkasse Hannover an der Seite Die Geschäfte laufen gut, inzwischen arbeiten sieben Personen in dem Büro. Falls eine räumliche Vergrößerung erforderlich werden sollte, hat Kristina Kasubke über das FirmenkundenCenter der Sparkasse Hannover bereits einen Kontakt zum Immobilien-Team der Sparkasse. Auch wenn ihr Team sich in den aktuellen Räumlichkeiten wohl fühlt, weiß die Unternehmerin: „Es ist immer gut, die Augen offen zu halten.“ Das gilt generell, wenn es um eine Unternehmensnachfolge geht. W

Frau Jakubka, warum ist die Nachfolge für viele Unternehmen eine Herausforderung?

Nachfolger gesucht?

Beachten Sie diese 5 Tipps!

1. Rechtzeitig anfangen: Nachfolger-Suche und Abwicklung können sich ziehen.

2. Beratung und Unterstützung in Anspruch nehmen: bei der Sparkasse, in regionalen Netzwerken, bei Veranstaltungen zum Thema.

3. Persönliche Lebensplanung: Wie stellen Sie sich die Zeit nach dem Verkauf vor?

4. Realistische Preisvorstellung: Der Kaufpreis sollte einer Überprüfung der Ist-Zahlen Stand halten.

5. Zukunftsfähigkeit von Geschäftskonzept und Ausstattung: Investitionsstau oder rückläufige Geschäftsentwicklung schrecken ab.

In manchen Branchen gibt es viele Abgeber, aber wenig Nachfolger – auch aus dem Familienkreis, wenn die nächste Generation andere Pläne hat. Für Unternehmer ist es oftmals ein emotionales Thema, das sie in die Zukunft schieben. Wenn es Form annimmt, brauchen Verkäufer wie Nachfolger Orientierung.

Wie unterstützt die Sparkasse Hannover Unternehmen dabei?

Wir sensibilisieren und sprechen das Thema Nachfolge frühzeitig an. Kunden können mit uns entscheiden, welche externen Partner und Spezialistenteams der Sparkasse mitwirken. Für potentielle Käufer erstellen wir ein Finanzierungskonzept inklusive Fördermittel wie die der KfW.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, eine Nachfolge vorzubereiten?

Wenn man sich als Unternehmerin oder Unternehmer diese Frage stellt, sollte man vermutlich anfangen. Wir empfehlen, bereits mit Mitte 50 Pläne zu entwickeln.

Stefanie Jakubka Fachberaterin

Unternehmensgründer 0511 3000-3287 stefanie.jakubka@ sparkasse-hannover.de

Da hängt der Stabwechel in der Luft: Damit das bei einer Unternehmensübergabe nicht passiert, bieten die IHK-Standpunkte Daten und Fakten –und auch Vorschläge für die Politik.

In Niedersachsen mehr

Gegen den Trend: Bis 2030 sinkt deutschlandweit die Zahl zur Übergabe anstehender Firmen leicht. In Niedersachsen steigt sie an.

Das Bonner Institut für Mittelstandsforschung (IfM) geht von 19 000 Unternehmensnachfolgen aus, die zwischen 2026 und 2030 zwischen Nordsee und Harz bewältigt werden müssen. Das sind 1600 mehr als im Vergleichszeitraum 2022 bis 2026 – ein vergleichsweise deutliches Plus von 9,2 Prozent.

Zum Vergleich: Deutschlandweit erwartet das IfM in diesen Jahren rund 186 000 Unternehmensübergaben. Das sind 4000 weniger als im vorherigen Fünfjahreszeitraum. Und das, obwohl eigentlich aus demografischen Gründen ein Anstieg zu erwarten gewesen wäre, wie das Institut betont. Mehr Unternehmerinnen und Unternehmen kommen in ein Alter, in dem sie eine Nachfolge brauchen. Allerdings hat das IfM auch untersucht, bei wie vielen Unternehmen sich eine Weitergabe überhaupt lohnt, die also "übergabewürdig" sind. Und deren Zahl sinkt deutschlandweit,

„Es ist gerade heute von entscheidender Bedeutung, dass Unternehmen nicht verloren gehen ...“
Maike Bielfeldt, IHK-Chefin in Hannover

während sie in Niedersachsen steigt. Das Institut spricht dabei von „Familienunternehmen“ und zählt aktuell in Deutschland rund 3,2 Millionen. Übergabewürdig sind davon 733 000, also 22,9 Prozent. Das heißt: Nur jedes vierte Unternehmen in Deutschland erfüllt aktuell überhaupt die Voraussetzungen, um weitergeführt zu werden. Zwischen 2022 bis 2026 lag der Anteil bei 23,4 Prozent und damit auch nur wenig höher.

Das bedeutet aber auch: Niedersachsen hat gegenüber den anderen Bundesländern vergleichsweise mehr Unternehmen, die zur Übergabe anstehen und bei denen das auch sinnvoll ist. Auf je 1000 Firmen kommen in Niedersachsen 61, in Bayern 51 und in Nordrhein-Westfalen 53 übergabewürdige Firmen. Dr. Markus Rieger-Fels, der an der IfM-Studie mitgeschrieben hat, sieht für diese niedersächsische Besonderheit vor allem zwei Gründe. Der Anteil der Unternehmen in einer mittle-

KLAUS POHLMANN
Foto: KI-generiert (Copilot/Juli 2026)

ren Umsatzgrößenklasse, also etwa zwischen 500 000 und 5 Mio. Euro, ist in Niedersachsen höher als in anderen Bundesländern. Dafür ist das Land im Dienstleistungsbereich schwächer aufgestellt, der bei Unternehmensübergaben unterdurchschnittlich abschneidet.

Nachfolgelücke groß wie nie Eigentlich ja keine schlechte Nachricht. Allerdings: Unter dem Strich müssen damit in Niedersachsen tendenziell mehr gut laufende Firmen an den Mann oder an die Frau gebracht werden. Und das in einer Zeit, in der die Lücke zwischen Unternehmen, die an die nächste Generation weitergegeben werden sollen, und potenziellen Nachfolgern oder Nachfolgerinnen so groß ist wie nie zuvor. Und in der jede gelungene Weitergabe zählt: „Es ist gerade heute von entscheidender Bedeutung, dass Unternehmen nicht verloren gehen, weil keine Nachfolgerin oder kein Nachfolger gefunden wird“, so Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Hannover.

Die Zahlen für den Bereich der hannoverschen IHK sehen, gestützt auf die IfM-Studie, so aus: Bis 2030 werden jedes Jahr mehr als 1200 Unternehmen eine Nachfolge suchen, davon knapp die Hälfte in der Landeshauptstadt. Und alle diese Unternehmen sind aus Sicht des IfM übergabewürdig. Worüber vor allem die Ertragslage entscheidet. Schlicht gesagt muss sich die Selbstständigkeit für eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger lohnen, verglichen mit einer abhängigen Beschäftigung. Wobei in der IfM-Studie unter anderem auch der Kapitaleinsatz berücksichtigt wird. Als Schlussfolgerung ergibt sich aus der Studie zum Beispiel dies: Unternehmen mit Umsätzen unter 250 000 Euro sind zwar bei weitem die zahlreichsten in Deutschland. Aber kaum eines von ihnen erfüllt die Voraussetzungen, für eine Übergabe.

IHK-Standpunkte zur Nachfolge Angesichts der Nachfolgelücke sieht sich die IHK in der Pflicht. „Für uns ist es eine wichtige Aufgabe, Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihren Betrieb abgeben wollen, mit der nächsten Generation zusammenzubringen. Gleichzeitig müssen die Hürden für eine Übernahme gesenkt werden“, erklärt IHK-Chefin Bielfeldt.

Entsprechend hat die Vollversammlung der IHK Hannover in diesem Sommer ein Standpunkte-Papier zur Unternehmensnachfolge

Zur Übergabe anstehende Unternehmen nach Bundesländern 2026 bis 2030

Nachfolge gesucht: Diese Zahlen hat das Institut für Mittelstandsforschung berechnet.

IHK-Standpunkte zur Unternehmensnachfolge:

verabschiedet. Dazu fordert die IHK unter anderem, bei der Erbschaftsteuer jede zusätzliche Belastung des betrieblichen Vermögens zu vermeiden, weil es in die Substanz des Unternehmens eingreift und so eine Nachfolge erschwert. Außerdem kann das Baurecht eine erfolgreiche Unternehmensweitergabe ausbremsen: Hier setzt sich die IHK für Erleichterungen ein. Auch praxisnahe Datenschutzregelungen sind für eine reibungslose Unternehmensweitergabe wichtig. Und angesichts der Rekord-Lücke zwischen Unternehmen, die eine Nachfolge suchen, und potenziellen Unternehmerinnen und Unternehmern ist es aus Sicht der IHK notwendig, mehr Menschen davon zu überzeugen, eine Firma zu übernehmen und den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. www.hannover.ihk.de/ihk_standpunkte

Langjähriger Durchschnitt: 102

Allenfalls weniger pessismistisch

Die Reformpläne liegen auf dem Tisch. Aber Strukturprobleme und Unsicherheit bleiben. Das zeigt die IHKN-Konjunkturumfrage.

Zwar ist der IHK-Konjunkturklimaindex für Niedersachsen um fünf auf jetzt 84 Punkte gestiegen, aber eigentlich scheinen die Umfrageergebnisse diesen Anstieg überhaupt nicht herzugeben. Beispiel Geschäftserwartungen: Die optimistischen Stimmen, die in den kommenden Monaten eine bessere Geschäftslage erwarten, kleben nahezu unverändert bei neun Prozent – trotz der während der noch laufenden Umfrage veröffentlichten Reformbeschlüsse der Bundesregierung. Immerhin sind die Stimmen weniger geworden, die eine eher ungünstige Entwicklung sehen. Unter dem Strich blickt Niedersachsens Wirtschaft nicht optimistischer, sondern nur etwas weniger pessimistisch in die Zukunft.

„Noch eher ein Hoffnungsträger als ein Problemlöser.“
Maike Bielfeldt, IHK-Chefin, zum Stand der im Juli veröffentlichten Reformvorhaben der Bundesregierung.

Weitere Ergebnisse: Die für die künftige Entwicklung so wichtigen Investitionspläne der Unternehmen haben sich noch einmal leicht nach unten bewegt. Das gleiche gilt für die Konsumneigung im Einzelhandel. Und die Beschäftigungspläne haben sich zwar nicht weiter verschlechtert, verharren aber auf dem tiefsten Stand seit Corona.

Noch einige Fragezeichen

Und auch dort, wo man aus den bloßen Zahlen noch einen leichten Auswärtstrend herauslesen könnte, tauchen schnell Fragezeichen auf. So gibt es bei den Auftragsbeständen der Industrie neben Unternehmen mit einer negativen Entwicklung in gleichem Maße auch positive Stimmen. Die könnten aber

durchaus auf die Sondermögen für Infrastruktur oder Verteidigung zurückzuführen sein, die jetzt langsam bei den Unternehmen ankommen. Und wenn sich die Exporterwartungen in Niedersachsen leicht verbessert haben, muss man berücksichtigen, dass die Umfrage abgeschlossen war, bevor die Kämpfe im Nahen Osten wieder aufloderten. Die kurzzeitig im Raum stehende US-Gebühr auf Hormus-Passagen zeigt umso mehr, wie fragil gerade jede Konjunktureinschätzung ist. Die Ergebnisse der Umfrage unter rund 2000 Unternehmen wurden Mitte Juni von der IHK Niedersachsen (IHKN) veröffentlicht. Überhaupt stellt sich derzeit die Frage nach der Halbwertzeit von Aussagen zur konjunkturellen Entwicklung. Schließlich kann jeder Blick in die Medien eine neue Situation bringen. Entsprechend sehen die niedersächsischen Unternehmen als Top-Risiko unangefochten die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Mit einigem Abstand folgen Inlandsnachfrage, Energie- und Rohstoffpreise sowie Arbeitskosten. Der Fachkräftemangel wird bereits sein längerem als deutlich weniger kritisch eingeschätzt.

Bewegung in der Politik sichtbar Und das Reformpaket? Hat die Erwartungen der Unternehmen zwar aufgehellt, aber die strukturellen Belastungen bleiben unverändert. „Die Unternehmen sehen, dass sich politisch etwas bewegt. Für einen echten und nachhaltigen Stimmungsumschwung reicht das aber nicht“, sagte IHKN-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse in Hannover.

PUNKTE erreichte der KonjunkturklimaIndikator im Sommer.

Und noch ist das Reformpaket eine Art ungedeckter Scheck, „eher ein Hoffnungsträger als ein Problemlöser“, so Bielfeldt. Denn zum einen müssen die Maßnahmen überhaupt erst noch umgesetzt werden. Und sie gehen auch an manchen Stellen nicht weit genug.

Die IHKN-Hauptgeschäftsführerin sprach etwa die Arbeitszeitflexibilisierung an, die zwar im Koalitionsvertrag steht, aber auf sich warten lässt. Beim Bürokratieabbau bleiben die Belastungen hoch, auch wenn weniger Berichtspflichten und die Einführung einer Genehmigungsfiktion Entlastung bringen würden. „Im Bereich der Energiepreise und der Unternehmensbesteuerung bleiben wir auch weiterhin international nicht wettbewerbsfähig“, erklärte Bielfeldt und mahnte nach der Ankündigung der Maßnahmen deren schnelle Umsetzung an. W www.ihk-n.de/presse

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Foto: Barbara Dörmer
Konjunktur-Fachleute: Maike Bielfeldt, Dr. Mirko-Daniel Hoppe, Paul Preuß (r.).

Ab und zu

Viele Diskos und Clubs in Deutschland haben in den letzten Jahren geschlossen. Seit 2011 hat sich ihre Zahl mehr als halbiert. Trotzdem gibt es in vielen Städten in der IHK-Region noch Clubs, die weiter bestehen oder zur Eventlocation werden – wie die „Baggi“ in Hannover.

GEORG THOMAS

M„Wir haben jahrelang unseren Traum gelebt“

Martin Polomka, Geschäftsführer Trend ID im Rückblick auf die guten Jahre in der „Baggi“

artin Polomka gehört nicht zu denjenigen, die schlecht über Hannover sprechen, im Gegenteil. „Es gibt nicht wenige große Städte, in denen nachts deutlich weniger los ist, als in Hannover.“ Die Clubs und Diskotheken seien hier aber stärker über die Stadt verteilt, als etwa in kleineren Städten wie Bielefeld oder Braunschweig. Der 43-Jährige ist seit einigen Jahren Chef vom „Palo Palo“ und der Osho-Disko am Raschplatz, die in Hannover nur als „Baggi“ bekannt ist. In dem kleinen Club und der Disko für bis zu 1000 Menschen hat der Hannoveraner früher als DJ selbst aufgelegt. Zusammen mit seinem damaligen Manager gründete er 2012 die Eventagentur Trend ID. „Wir haben nicht lange überlegt und es einfach gemacht.“ Wieso sollten sie nicht auch Partys selbst veranstalten, dachten sie sich. Sie hatten Erfolg und übernahmen 2014 den Club von Ferry Ghods und zwei Jahre später die benachbarte Disko. Mit ihren 18 Festangestellten – „bei großen Events können wir ein Team von bis zu 120 mit Minijobbern und Aushilfen stellen“ – zählt auch das RP5 am Raschplatz und der historische Maschseepavillon zu den Locations der Agentur.

„Wir haben jahrelang unseren Traum gelebt“, sagt Polomka rückblickend. Die Zeit der Corona-Pandemie nutzte er, um seine Clubs umfassend zu renovieren. Rund 1 Mio. Euro investierte er in neue Technik für Sound, Belüftung und die Umstellung auf LED-Licht.

Martin Polomka öffnet die Türen der „Baggi“ in Hannover nicht mehr jedes Wochenende – aber getanzt wird weiter auf der runden Tanzfläche.
Fotos: Georg Thomas (2)

„Nach der Pandemie haben uns die Leute die Bude eingerannt.“ Aber schon nach einigen Monaten sei diese besondere Phase schon wieder vorbei gewesen.

„Kriege, Energie, Migration“ – Themen, die sich aus Sicht von Martin Polomka direkt oder indirekt auf sein Geschäft mit den Diskotheken ausgewirkt hätten. Auch die Diskussion um die „Sicherheit in Hannovers Innenstadt“ habe ihm geschadet. Während die Umsätze pro Gast sogar gestiegen seien, sanken die Besucherzahlen in seinen Clubs drastisch um rund 50 Prozent. „Ich komme gern zu Euch, aber ich habe Angst vor dem Weg aus der Disko zum Bahnhof. Könntet ihr für den Weg nicht einen Sicherheitsdienst engagieren“, sei er nicht nur einmal gefragt worden. Polomka, selbst Vater zweier Kinder, nimmt die Bedenken ernst, sagt aber selbst aus voller Überzeugung: „Hier ist nie etwas passiert, bei uns nicht und auch auf dem Raschplatz – aber die Menschen hatten Angst, weil die Sicherheit so oft Thema war.“

Deutschlandweit hat sich die Zahl der Diskotheken in den letzten zehn Jahren mehr als halbiert. Aufgrund der rückläufigen Besucherzahlen und der gestiegenen Kosten hat auch Polomka schon Ende 2024 die Reißleine gezogen. „Es hat sich nicht mehr gerechnet, Palo Palo und Baggi regelmäßig zu öffnen.“ Getanzt werden kann auf der runden Tanzfläche aber nach wie vor an vielen Wochenenden – nur eben nicht immer. Geöffnet wird zu besonderen Events, die Trend ID organisiert oder zu Abenden, zu denen sich externe Veranstalter einmieten. Zudem können sich Firmen für Mitarbeiterevents oder Weihnachtsfeiern einmieten.

Blick auf die leere Tanzfläche und eine Bühne der „Baggi“.

Es gibt viele Gründe für das veränderte Ausgehverhalten der jungen Generation – von den gestiegenen Kosten bis zur gezielten Auswahl besonderer Events. Anstatt in die Disko oder den Club zu gehen, gibt es heute etliche Alternativen.

„Es hat sich nicht mehr gerechnet, Palo Palo und Baggi regelmäßig zu öffnen.“

Martin Polomka

Bereits während und nach der Corona-Pandemie haben viele Städte in Deutschland nach Möglichkeiten gesucht, um die Betreiber von Clubs und Diskotheken zu entlasten. So haben bis heute unter anderem Dortmund, Düsseldorf, Bielefeld, Essen, Duisburg, Braunschweig und Osnabrück die Vergnügungssteuer auf Tanzveranstaltungen abgeschafft. In Hannover steht ein entsprechender Antrag zur Entscheidung im August an.

Polomka und das Team der Trend ID passen sich an und gehen auch den Trend zu Ausgeh- und Tanz-Veranstaltungen am Tag mit. So haben sie dieses Jahr bereits zwei Events im Stadtpark Hannovers organisiert – mit DJ und Musik. „Daydrinking liegt voll im Trend.“ W

Nachtwerk Sulingen: Für immer zu

Nur 150 am Freitag und 250 Gäste am Samstag reichen nicht aus, um eine Diskothek auf Dauer zu betreiben. „Es hat sich einfach nicht mehr gelohnt“. Deswegen zog Riyad Al-Ghoul vor zwei Jahren die Reißlinie und entschied, die Sulinger Disko „Nachtwerk“ zu schließen. Am 31. Dezember 2024 öffneten sich die Türen der Diskothek zum letzten Mal. Es war keine leichte Entscheidung für Riyad Al-Ghoul, der selbst mit 28

Jahren hinter der Theke der „KremlDisko“ angefangen und sie seit dem Jahr 2010 betrieben und umbenannt hatte. „Ich kannte damals alles, daher war das für mich kein großer Schritt“, sagt der heute 52-Jährige, der mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Sulingen lebt. Als umsatzstärkstes Jahr hat der gebürtige Jordanier das Jahr 2019 in Erinnerung, als an den Wochenenden noch regelmäßig mehrere hundert Gäste

auf den zwei Etagen im Nachtwerk tanzten und feierten. Nach Corona gab es dann nochmal einen Boom und dann die drastischen Besucherrückgänge, die letztlich zum Aus für das Nachtwerk führten. Riyad Al-Ghoul hat sich inzwischen mit der All In One Service GmbH, einem Dienstleistungsunternehmen für Haus und Garten selbstständig gemacht. „Es reicht zum Leben, aber reich wird man damit nicht“. (gt) W

gut gefüllte Tanzfläche des Club Savoy, der mit seinen zwei „Areas“, Lounge und Außenbereich Platz für mehr als 800 Gäste bietet..

Club mit Geschichte(n)

Trotz Krisen und Klagen: Der Club Savoy von Markus Thunert gehört seit 1999 zum Nachtleben in Göttingen. Bis heute öffnet das Savoy an drei Tagen in der Woche – das ganze Jahr über.

Selbst bei der Rekordhitze Anfang Juli herrschten im Savoy angenehme Temperaturen. Nicht nur die zwei Tanzflächen, sondern alle Räume des Göttinger Clubs sind klimatisiert. „Wir waren an dem Wochenende als es so warm war, sehr gut besucht“, sagt Markus Thunert. Vor 27 Jahren eröffnete er mit seinem Bruder Steffen und einem weiteren Partner die Diskothek in den Räumen der ehemaligen Landeszentralbank. Die zwei Eichsfelder betrieben damals bereits die Großraumdiskothek Glashauscenter in Thüringen. Das unter Denkmalschutz

JAHRE ist es her, dass die Eichsfelder Steffen und Markus Thunert mit einem weiteren Partner in Göttingen den Club Savoy eröffneten.

stehende Gebäude musste zwar aufwendig umgebaut werden, aber „es lag ideal“, hinter dem Göttinger Wall und war so von der damals geltenden Sperrstunde um drei Uhr ausgenommen. „Dass man bei uns bis um fünf oder sechs Uhr morgens feiern konnte, war kriegsentscheidend“, sagt der 60-Jährige heute. Ihre größte Herausforderung bestand damals darin, sowohl den Eigentümer als auch das Verwaltungsgericht von der Doppelnutzung des Gebäudes zu überzeugen. Das Gericht im Obergeschoss und das Savoy teilen sich bis heute die Eingangstür – „ohne

GEORG THOMAS
Foto: Club Savoy
Die

Probleme“. In den ersten Jahren betraten die Gäste die Diskothek durch den alten Tresorraum und eine massive Bode-Panzer-Tür. Zunächst gab es nur eine große Tanzfläche im Savoy. Es brauchte ein paar Wochen bis die Studierenden den Club für sich entdeckten – obwohl das Savoy mit freiem Eintritt und günstigem Bier lockte. „Das ging dann ganz plötzlich“. Später zogen die anderen Clubs in Göttingen nach.

Markus Thunert kann zu jedem Detail in den Räumen des Savoy etwas berichten. Früher hat er selbst als DJ aufgelegt – und bis heute besucht er im Urlaub im Ausland Clubs, um sich zu inspirieren. 2001 baute er den Keller zu einer zweiten Tanzfläche aus, später richtete er einen Außenbereich ein. Und er investierte regelmäßig in die Räume und Technik. So gibt es seit Corona ein Garderobensystem aus dem Maschinenbau, das Platz und Personal spart. Der ganze Club ist zur Sicherheit der Gäste videoüberwacht. „Wir gehören zu den wenigen Clubs in Deutschland, die heute noch - auch im Sommer – durchgehend geöffnet haben“, sagt Thunert, der 2017 mit dem Savoy mit dem Diskotheken-Unternehmer-Preis ausgezeichnet

„Wir performen immer noch auf einem ziemlich hohen Niveau.“

Markus Thunert, Geschäftsführer der Savoy Lounge & Event UG. (haftungsbeschränkt), die den Club Savoy aktuell betreibt.

wurde. Der Club öffnet mittwochs, freitags und samstags - vom Donnerstag habe man sich erst kürzlich verabschiedet.

Auch das Savoy hat zu kämpfen: Die Gema verlange dieses Jahr fast doppelt so viel wie im Vorjahr und gleichzeitig seien die Personalkosten ein immer größerer Posten. Es gibt 50 Beschäftigte, ein Großteil im Minijob. Allerdings sei der Zuspruch der Gäste weiterhin recht stabil und damit die Lage wohl auch noch deutlich besser als andernorts, „Wir performen immer noch auf ziemlich hohen Niveau.“ Im Rückblick auf die letzten 27 Jahre sagt Markus Thunert: „Wir hatten Höhen und Tiefen.“ So musste die TTE Gastrobetriebs GmbH, die den Club bis dahin betrieb, im Herbst 2025 Insolvenz anmelden, weil – wie Thunert sagt – „beantragte Corona-Hilfen in sechsstelliger Höhe von der NBank nicht ausgezahlt" worden seien. Dazu liegen zwei Klagen beim Verwaltungsgericht, die noch nicht entschieden sind – anders als eine Klage gegen das Karfreitags-Tanzverbot vor dem Bundesverfassungsgericht, mit der er scheiterte. Er sieht sich durch das Tanzverbot als Unternehmer um einen der umsatzstärksten Abende gebracht. W

Total neuer Club

In Dubai hat Ali Lotfi selbst einmal in einem solchen VIP-Bereich in einem Club gesessen und die Sitzecken nun auch in seinem neuen Club „The Livingroom“ in Hannover eingerichtetgemütlich, mit eigener Bar, Blick auf die Tanzfläche und LED-Flächen, auf denen die Gäste Texte und Bilder zeigen können. Einen hohen sechsstelligen Betrag hat der 42-Jährige mit iranischen Wurzeln und viel Gastro-Erfahrung mit einem Bauunternehmer in den Komplettumbau des früheren „Puerto Rico“ investiert. In diesen Zeiten, in denen Clubs überall unter

Besucherrückgängen leiden, einen neuen zu eröffnen - „vielleicht bin ich ein wenig verrückt", gibt Lotfi mit einem Augenzwinkern zu. Bis zu 400 Gäste finden in den Räumen unterhalb des Hilton-Hotels Schweizerhof in Hannover Platz. Das DJ-Pult ist im sogenannten Boiler-Room-Stil gebautmit Soundtechnik von Coda - sodass auch hinter dem Künstler getanzt werden kann, vor einem riesigen 15 Meter langen LED-Bildschirm. Zudem können Gäste auch aus Plexiglasschaukeln das Geschehen verfolgen oder sich an einem Kiosk mit Weingummi und

Snacks stärken. An der runden Bar unter glitzernden Vorhängen gibt es einen Livingroom-Cocktail mit Champagner und Pfirsichpüree. Bislang öffnet der Club samstags ab 23 Uhr. An den anderen Tagen kann der Club auch für Events gemietet werden. Der Club sorgte wegen des gleichen Namens auch für Ärger - bei Benjamin Meusel, der drei Straßen weiter seit Jahren seine gehobene Gastronomie „The LIVING -room" betreibt. Ali Lotfi sieht zwar wenig Verwechslungsgefahr - aber er hätte den Unmut gern vermieden,sagt er. (gt) W

Foto: Georg Thomas
Exklusives Ambiente: Ali Lotfi in seinem Club „The Livingroom".

Der Start in die Ausbildung ist etwas vollkommen Neues für Azubis – und entsprechend spannend. Natürlich auch für Unternehmen.

Ausbildungsstart ohne Missverständnisse

Neue Generation, neue Gewohnheiten? So können Unternehmen den Ausbildungsstart ohne Missverständnisse gestalten.

Die oder der neue Auszubildende schaut während Ihrer Erklärung ständig aufs Smartphone. Schnell entsteht der Eindruck „Der oder die konzentriert sich ja eh nicht.“ Tatsächlich nutzen Auszubildende ihr Smartphone heute ganz selbstverständlich als Arbeitsmittel. Für Notizen, den Kalender, den Taschenrechner oder auch, um schnell einen Fachbegriff nachzuschlagen. Auch digitale Werkzeuge wie Künstliche Intelligenz gehören für viele junge Menschen längst zum Alltag.

Unsere Auszubildenden lernen anders, kommunizieren anders, als wir das zu Beginn unserer Ausbildung taten.

Praxis-Tipp

Fragen Sie zunächst nach, bevor Sie urteilen. Mit einem Satz wie „Wofür nutzen Sie Ihr Smartphone gerade?“ schaffen Sie Klarheit. Kommunizieren Sie gleichzeitig transparent, welche Regeln in Ihrem Betrieb gelten und wann digitale Hilfsmittel sinnvoll eingesetzt werden dürfen.

Rückfragen zeigen Interesse „Warum machen wir das so?“ Nicht immer bedeutet das Hinterfragen durch Ihre Auszu-

SINA DOROTHEA HANKOFER

bildenden gleichzeitig ein Infragestellen von Prozessen oder Erfahrung. Vielmehr steckt dahinter das Interesse, die Zusammenhänge zu verstehen, um die Ausbildungsaufgaben sicher und eigenständig erledigen zu können. Freuen Sie sich über Auszubildende, die lieber einmal mehr nachfragen, als vermeidbare Fehler zu machen. Übrigens: Auch der Wunsch nach regelmäßigem Feedback ist erfahrungsgemäß heute oft größer. Geben Sie Ihrer bzw. Ihrem Auszubildenden zeitnah Rückmeldungen, damit diese sich schneller weiterentwickeln können.

Fragen sind willkommen Signalisieren Sie Ihren Auszubildenden ausdrücklich, dass Fragen willkommen sind. Gleichzeitig dürfen Sie erklären, wann eigenständiges Ausprobieren erwünscht ist. Beides schließt sich nicht aus.

Direkt heißt nicht automatisch respektlos

Manche Auszubildende formulieren Wünsche oder Rückmeldungen sehr direkt. Was auf Sie und andere erfahrene Mitarbeitende möglicherweise fordernd wirkt, entspricht der aktuellen Kommunikationskultur: Offen, ehrlich und eben direkt. Selbstverständlich sollten Ihre Auszubildenden dennoch höflich und respektvoll kommunizieren, ebenso wie Sie andersherum mit Ihren Auszubildenden. Sprechen Sie mit Ihren Auszubildenden darüber, welche Umgangsformen und Kommunikationsformen in Ihrem Unternehmen gelten.

Bevor Sie sich ärgern … fragen Sie sich kurz:

• Weiß meine/mein Auszubildende/r überhaupt, was ich gerade erwarte?

• Gibt es eine andere Erklärung für ihr/ sein Verhalten?

• Habe ich die Aufgabe gut genug erklärt?

• Handelt es sich gerade wirklich um ein Problem, oder ist das Verhalten/ die Situation für mich nur ungewohnt?

5 Tipps für einen gelungenen Ausbildungsstart

1. Fragen Sie nach, bevor Sie bewerten.

2. Formulieren Sie Ihre Erwartungen klar verständlich.

3. Fordern Sie Ihre Auszubildenden zu Fragen auf.

4. Geben Sie regelmäßig Feedback.

5. Erkennen Sie die Stärken Ihrer Auszubildenden und nutzen Sie sie.

• Was können wir beide aus dieser Situation lernen?

Nutzen Sie Unterschiede als Chancen

Die meisten jungen Menschen bewegen sich heutzutage sicher in digitalen Anwendungen. Sie recherchieren Informationen schnell und bringen einen frischen Blick auf bestehende Abläufe mit. Gleichzeitig profitieren sie von Ihrer Erfahrung als Ausbilderin oder Ausbilder und der Ihrer Kolleginnen und Kollegen. Erfolgreich wird der Ausbildungsstart nicht nur durch das perfekte Onboarding, sondern durch die Bereitschaft, alte Rollen aufzugeben. Wir sind längst nicht mehr autoritäre Ausbilderinnen und Ausbilder, wir sind Lernprozessbegleiter und sollten noch dazu gleichermaßen bereit sein, von unseren Auszubildenden ebenso zu lernen, wie sie von uns.

Ausblick

Ungewohnte Verhaltensweisen neuer Auszubildender müssen nicht gleich ein Problem sein. Die Auszubildenden von heute lernen anders, kommunizieren anders, als wir das zu Beginn unserer Ausbildung taten. Lassen Sie uns Interesse zeigen, statt vorschnell zu urteilen. So können wir gemeinsam voneinander lernen und Missverständnisse gleich zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres ausräumen. W

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Groß dabei sein

Nicht mehr zurückhaltend und bescheiden, sondern mutig und der eigenen Stärken bewusst – so tritt das Land seit Anfang Juni mit der Kampagne „Niedersachsen. Das ist groß.“ auf.

Die neue Kampagne soll zeigen, dass Niedersachsen als eines der größten Flächenländer in Deutschland schon immer Großes bewegt hat – von der modernen Landwirtschaft über die Automobilindustrie bis zum Ausbau der Erneuerbaren Energien. Niedersachsen präsentiert sich dabei zum Beispiel als „das Land mit der bundesweit höchsten Geburtenrate, das auch in Zukunft ein attraktives Umfeld bietet, in dem große Ideen wachsen und die Fachkräfte von morgen groß werden können“.

Wie Unternehmen mitmachen können Für Unternehmen, Institutionen, Hochschulen, Vereine, Städte und Landkreise gibt es verschiedene Möglichkeiten, um die Standortkampagne des Landes zu unterstützen.

Die zunächst bis Ende 2027 laufende Kampagne wird von zahlreichen

Vertretern aus Wirtschaft und Gesellschaft in Niedersachsen unterstützt.

1. Der Werbefilm mit Basketballstar Dennis Schröder

Unternehmen können den Film mit Basketballstar Dennis Schröder auf Websites oder in Präsentationen einbinden – und so einem noch breiterem Publikum die schönen Seiten des Landes näherbringen.

2. Das Kampagnenlogo – auch auf Bannern und Werbemitteln

Unterstützerinnen und Unterstützer können das Kampagnenlogo in E-Mail-Signaturen, in ihre Website oder das Intranet integrieren. Auch das Soundlogo mit der bekannten „Wind-of-Change-Melodie“ kann genutzt werden. Die Wirtschafts- und Innovationsagentur des Landes, Niedersachsen.next, die die Kampagne betreut, hat dazu alle

GEORG THOMAS
Niedersachsen will mit Größe punkten: Drei Motive aus der neuen Werbekampagne für den Standort.

wichtigen Informationen in einem StyleGuide festgehalten.

Es ist außerdem möglich, eigene Werbemittel mit dem Kampagnenlogo zu erstellen. Unternehmen müssen die Nutzung des Niedersachsen-Claims allerdings über die Kampagnenseite beantragen. Eine Freigabe soll es dann innerhalb von 24 Stunden geben. Unternehmen, die mit einem großen Banner an Gebäudefassaden mit der Kampagne ein Statement für Niedersachsen setzen möchten, können sich ebenfalls an die Agentur Niedersachsen.next wenden. Dort wird dann eine passende digitale Vorlage für ein Werbebanner erstellt. Die Kosten für die Herstellung und Aufhängung werden nicht übernommen.

„Unternehmen können mit Bannern an ihren Gebäuden mit der Kampagne eine Statement für Niedersachsen setzen.“

Alexandra Kruse, ist MItglied im Kampagnen-Team bei Niedersachsen.next

3. Social Media – Folgen und teilen

Die neue Landeskampagne hat eigene Social-Media-Auftritte bei LinkedIn (nds. das ist groß) und Instagram (nds.dasistgross). Dort gibt es Daten und Fakten zu Niedersachsen, Gesichter, Geschichten und Event-Ankündigungen. Unternehmen können dort zum Follower werden – und natürlich die Inhalte teilen und verbreiten.

4. Ideen und Anregungen

Unternehmen, die in ihrem Umfeld besondere Geschichten oder Projekte haben, die für die Werbekampagne interessant sein könnten, können sich an die Wirtschafts- und Innovationsagentur des Landes wenden. So sollen Geschichten perspektivisch gemeinsam kommuniziert werden, um ein breiteres Publikum zu erreichen. Dies gilt ebenso für Ideen für individuelle Kooperationen, für Aktionen oder Vorschläge für Testimonials, die exemplarisch für Niedersachsen stehen. www.dasistgross.de

Kontakt

Kontakt zum Kampagnen-Team bei Niedersachsen.next: Alexandra Kruse kampagne@nds.de

Tel.: 0173 623 27 31

Und weil machen sich lohnt, sind wir überzeugt davon, dass Sie in betriebliche Weiterbildung investieren sollten! Denn es ist ein oft unterschätztes Instrument gegen den Fachkräftemangel und den Know-how-Verlust im Betrieb.

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Die Bauhaus-Idee lebt weiter

Tecta stellt seit rund 70 Jahren in Lauenförde Möbel her. Und zeigt auf dem firmeneigenen Gelände in seinem Kragstuhlmuseum Sammlungen und Archive zur Geschichte des modernen Designs.

Die Präsentation von Tecta auf den Munich Design Days im März.

Ob per Bahn oder mit dem Auto – so oder so ist es eine Reise zu Tecta.

Wer bei der Möbelmanufaktur im südniedersächsischen Flecken Lauenförde ankommt, wird in mehrfacher Hinsicht überrascht.

Ins Auge sticht ein Flachbau, den der Tecta-Gründer und Architekt Hans Könecke Ende der 50er Jahre neben einem Wohngebiet in Lauenförde errichten ließ, um dort sein eigenes, zeitgenössisches Möbelprogramm zu entwickeln und zu produzieren. 1972 wurde die Firma von Werner Bruchhäuser und dessen Sohn Axel Bruchhäuser übernommen. Damit änderte sich die Ausrichtung auf die konstruktive Moderne und auf historische Entwürfe des Bauhauses.

Umgeben ist die Manufaktur von einem Skulpturenpark: Die „Tecta Landscape“ ist ein über Jahrzehnte gewachsenes Zusamenspiel von Architektur, Landschaft, Produktion und Sammlung, das wesentlich durch die Zusammenarbeit mit dem britischen Architektenpaar Alison und Peter Smithson geprägt wurde. Mittendrin: das Kragstuhlmuseum. Dort dokumentiert Tecta die Entwicklung des hinterbeinlosen Stuhls von frühen starren Konstruktionen bis zum federnden Freischwinger und zeigt dort historische Möbel, Modelle, Zeichnungen, Prototypen, Archive bedeutender Architekten und Gestalter. Zusammengetragen hat die Sammlung Axel Bruchhäuser. Heute wird sie von Christan und Daniela Drescher fortgeführt und ergänzt.

Bruchhäuser beschäftigte sich seit den 1970er-Jahren intensiv mit den Ursprüngen der konstruktiven Moderne. Er recherchierte historische Entwürfe, fand Originalmöbel und Zeichnungen und nahm Kontakt zu Gestaltern, Zeitzeugen, Familien und Rechteinhabern auf. Daraus entstanden persönliche Beziehungen, etwa zu Ise Gropius, Marcel Breuer, Mart Stam, Jean Prouvé und Peter Keler. Historische Entwürfe wurden auf dieser Grundlage rekonstruiert und in enger Abstimmung als werkgetreue Reeditionen wieder in Produktion genommen.

Der Fokus des Unternehmens liegt bis heute darauf, Bauhaus-Möbel und allgemein Möbel der internationalen Avantgarde der 1920er Jahre werkgetreu und in Lizenz herzustellen. Daneben wurde die Kollektion um eigene Entwicklungen sowie Entwürfe zeitgenössischer Architekten, Künstler und Designer erweitert. „Wir bewahren das Bauhaus

und entwickeln es weiter“, erklärt Christian Drescher. Der 55-jährige Geschäftsführer führt Tecta seit 2001 im Sinne seines Großvaters und seines Onkels weiter.

„Wir bewahren das Bauhaus und entwickeln es weiter.“
Christian Drescher, Geschäftsführer Tecta

Von den rund 100 Stühlen, Sesseln, Tischen, Sofas und Leuchten, die Tecta produziert, tragen mehr als 20 das Bauhaus-Signet. Die Produkte werden in Lizenz als Reeditionen hergestellt und sind vom Bauhaus-Archiv Berlin genehmigt.

Seit den 1970er Jahren hat Tecta sowohl mit Protagonisten der klassischen Moderne als auch mit zeitgenössischen Architekten und Künstlern zusammen gearbeitet. Dazu gehörten Marcel Breuer, Mart Stam, Jean Prouvé, Peter Keler, Alison und Peter Smithson, Sergius Ruegenberg und Stefan Wewerka. Ein zentraler Schwerpunkt wurde die Weiterentwicklung des hinterbeinlosen Stuhls. Stam hatte in den 1920er Jahren den ersten starren Kragstuhl entwickelt, Breuer daraus den federnden Freischwinger. Tecta führte diese Entwicklung im Austausch mit Stam, Breuer und Prouvé weiter.

Eine wesentliche Innovation war das abgeflachte Stahlrohr, das sogenannte „tube aplati“. Die von Axel Bruchhäuser entwickelte Konstruktion wurde 1987 in Deutschland und 1990 europaweit patentiert. Auf dieser Grundlage entstand eine eigenständige Serie von Tecta-Kragstühlen.

Parallel dazu begann 1978 die Zusammenarbeit mit Stefan Wewerka. Nach dem dreibeinigen Armlehnstuhl B1 von 1979 entstand

Eine Halle des Kragstuhlmuseums mit Blick in den „Tecta Landscape“.

1982 mit dem B5 ein einbeiniger Kragstuhl aus einem einzigen, rund 3,30 Meter langen Stahlrohr. Damit führte Wewerka die konstruktive Reduktion des Kragstuhls an ihre äußerste Grenze.

Die handgeflochtenen Freischwinger B20 und B25 entwickelten sich in den folgenden Jahrzehnten zu den bekanntesten Produkten von Tecta. Ihre größte wirtschaftliche Bedeutung erreichte die Kragstuhlserie um die Jahrtausendwende, zeitweise entfiel der überwiegende Teil des Umsatzes darauf. „Die geflochtenen Kragstühle wurden zu einem unverwechselbaren Markenzeichen von Tecta und prägten über viele Jahre die Wahrnehmung des Unternehmens“, erinnert sich Drescher. In den 2000er-Jahren kamen zahlreiche Nachahmungen auf den Markt. Tecta ging erfolgreich gegen viele dieser Kopien vor.

Die Stühle werden bis heute in Lauenförde von Hand geflochten. Je nach Ausführung kommen Naturrohr oder eigens entwickelte, Oeko-Tex-zertifizierte Geflechtmaterialien zum Einsatz. Mit neuen Modellen, Farben und Materialien führt Tecta die Serie weiter. Die Kragstühle stehen damit nicht nur für die Vergangenheit, sondern auch für die Zukunft der Manufaktur.

2025 erzielte Tecta mit 35 Beschäftigten einen Umsatz von knapp sechs Mio. Euro. Zu den Topsellern zählen Gropius’ Sessel F51, Breuers Faltsessel D4, Wewerkas Tisch M21 und der Tecta-Kragstuhl B20. Produziert wird in eigenen Werkstätten – Tischlerei, Schlosserei, Polsterei und Flechterei – in Lauenförde. Einzelne Teile werden bei Lieferanten in Deutschland und Europa bezo-

100 Jahre Bauhaus

Das Bauhaus wurde 1919 in Weimar von Walter Gropius gegründet. Hauptanliegen des Architekten war, bildende Künste, Architektur und gestaltendes Handwerk in Werkstätten wieder miteinander zu verbinden. Zu den Lehrern gehörten etwa die Maler Johannes Itten, Paul Klee und Wassily Kandinsky oder der Architekt Ludwig Mies van der Rohe. 1925 wurde das Bauhaus aus politischen Gründen nach Dessau verlegt. 1926 zog es in ein von Gropius geplantes ultramodernes, zweckbezogen gebautes

Die handgeflochtenen Kragstühle prägten über viele Jahre die Wahrnehmung von Tecta.

gen. Die Produkte werden weltweit von über 300 Fachhändlern sowie über den eigenen Online-Shop verkauft. Wichtigste Exportländer sind Japan, Korea, Australien und China. Der Exportanteil liegt bei rund 60 Prozent. Seit Herbst 2025 feiert die Stiftung Bauhaus Dessau das 100-jährige Bestehen des Bauhauses in Dessau. Tecta beteiligt sich am Jubiläumsprogramm. Mit Thyssen Krupp hat das Unternehmen das Projekt „D4 zirkulär“ gestartet und auf der Mailänder Möbelmesse 2026 eine neue Ausführung von Breuers Faltsessel D4 aus CO2-reduziertem Stahl und recyceltem Stahl präsentiert. Und zeigt damit, wie ein historischer Entwurf mit neuen Materialien und zirkulären Produktionskonzepten weiterentwickelt werden kann. W

Der Bauhaus-Klassiker von Walter Gropius im neuen Gewand von Designerin Katrin Greiling (2023).

Quartier um. 1927 begann das Bauhaus, auch auf dem Gebiet der Architektur zu unterrichten und es wurden Pläne für vorgefertigte Unterkünfte für viele Menschen und niedrigpreisige Häuser ausgearbeitet und umgesetzt. 1930 übernahm Ludwig Mies van der Rohe die Leitung. Zwei Jahre später zog das Bauhaus nach Berlin um. 1933 löste sich die Schule unter dem Druck der Nationalsozialisten auf. Einige Lehrer und Studierende, darunter auch Walter Gropius und Marcel Breuer, emigrierten nach London oder in die Vereinigten Staaten.

Gropius’ erste bedeutende architektonische Arbeit war das ab 1911 erstellte Fagus-Werk in Alfeld. Im Jahr 2011 wurde das als moderne Industriearchitektur konzipierte Gebäude zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Bauhaus-Klassiker werden bis heute in Lizenz als Originalnachbauten produziert oder neu interpretiert. Die Stiftung Bauhaus Dessau begeht ihr 100-jähriges Jubiläum seit Herbst 2025 bis Anfang 2027 mit Ausstellungen und einem umfangreichen Begleitprogramm. (dö) W www.bauhaus-dessau.de

UNTERNEHMEN IN KÜRZE

Von Contitech bis Papair

+++ Die Continental AG hat den Bereich ContiTech an eine Tochtergesellschaft der Investmentgesellschaft Lone Star Funds mit Hauptsitz in London verkauft. Das hannoversche Unternehmen erhält 4 Mrd. Euro. Außerdem wurden einer Mitteilung zufolge erfolgsabhängige Komponenten in Höhe von bis zu 250 Mio. Euro in den Folgejahren vereinbart. Nach dem Verkauf des Industriegeschäfts, der aber noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen steht, stellt Continental erstmals in seiner Geschichte ausschließlich Reifen her. Continental erwartet einen Barmittelzufluss in Höhe von rund 3,1 Mrd. Euro. Davon sollen rund 2,5 Mrd. Euro in Form einer Sonderdividende oder einer Kombination aus Sonderdividende und Aktienrückkäufen verwendet werden.

+++ Die Ottobock SE & Co. KGaA, Duderstadt will die Fesia Technology, S.L mit Sitz im nordspanischen Donostia/San Sebastian an der Grenze zu Frankreich übernehmen. Der Kauf soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Fesia beschäftigt rund 20 Mitarbeitende. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt funktionelle Elektrostimulationssysteme und versorgt damit Patienten mit neurologischen Erkrankungen oder Verletzungen des Nervensystems. Bislang lagen die Fesia-Anteile bei verschiedenen spanischen Unternehmen und Einrichtungen, darunter ein öffentlicher baskischer Kapitalfonds.

+++ Der Burgwedeler Drogeriekonzern Rossmann plant zum Ende dieses Jah-

res, Arzneimittel und apothekennahe Gesundheitsversorgung über eine Apotheke in den Niederlanden zu verkaufen. Dieses Vorhaben soll die neu gegründete Rossmann-Apotheke B.V. umsetzen, eine eigenständige Apotheke mit Sitz im grenznahen Emmen in den Niederlanden. Auch E-Rezepte sollen eingelöst werden können.

+++ Im Projekt Biowrap entwickeln 14 Partner aus sieben EU-Ländern die erste industriell skalierbare Produktionsanlage für papierbasierte Luftpolsterfolie. Koordiniert wird das Projekt von der Papair GmbH in Hannover. Das 2020 gegründete Unternehmen hat mit PapairWrap die papierbasierte Alternative zur Kunststoff-Luftpolsterfolie entwickelt. Sie wird in Rethem an der Aller produziert. Ziel ist, auf Grundlage der von Papair entwickelten und patentierten Technologie die Papier-Luftpolsterfolie weiterzuentwickeln und in einen industriellen Maßstab zu bringen. Das Projekt läuft fünf Jahre, umfasst ein Gesamtbudget von rund 19 Mio. Euro und wird durch die EU im Rahmen von Horizon Europe kofinanziert.

Diese und weitere Unternehmensmeldungen aktuell und ausführlich nw-ihk.de

Den Weg zum Kunden immer wieder finden

Über die Veränderungen der Schnittstelle zum Kunden in den vergangenen vier Jahrzehnten berichtete Jürgen Wache, Vorstandschef der Hannoverschen Volksbank, vor seinem Eintritt in den Ruhestand.

Die Schnittstelle zum Kunden – und wie sie sich in den vergangenen vier Jahrzehnten verändert hat: Das bewegt Jürgen Wache (66) ganz besonders, wenn er nach den Meilensteinen seines Berufslebens gefragt wird. Wache hat seit 1982 in der genossenschaftlichen Bankenwelt gearbeitet. Ende Juni ist der Vorstandschef der Hannoverschen Volksbank in den Ruhestand getreten.

„Als ich anfing, war die Bankwelt eine ganz andere, es war ein typisch persönliches Geschäft. Die ersten Automaten waren Geldautomaten, später kamen Kontoauszugsdrucker und SB-Terminals zu. Dann kam der erste PC in die Bank. Irgendwann stand auf jedem Schreibtisch ein PC. Heute erwarten unsere Kunden, dass sie über die digitalen Schnittstellen eine ständige Verfügbarkeit zu ihrer Bank haben. Die Kundenschnittstelle, die früher filialbezogen und sehr persönlich war, hat

„Als ich anfing, war die Bankenwelt eine ganz andere, es war ein typisch persönliches Geschäft.“
Jürgen Wache

sich gewandelt: Wir müssen für den Kunden auch in der digitalen Welt wahrnehmbar sein.“ Wache nennt andere Einschnitte, die sein Berufsleben prägten: die Finanzmarktkrise, die Subprime-Krise. Und die Corona-Pandemie mit ihren gravierenden Veränderungen auf die Arbeitsweisen von Beschäftigten und die Kundinnen und Kunden.

„Man trifft sich heute wie selbstverständlich per Videokonferenz. Für die Kundenschnittstelle bedeutet dieses: Wir müssen Erlebnisse auf allen Ebenen bieten – persönlich, persönlich digital und digital – und dabei sicherstellen, dass die erhaltenen Informationen anschließend gleichberechtigt zur Verfügung stehen. Die nächste Entwicklung, die kommen wird, ist der Einbezug der Künstlichen Intelligenz. Künftig können KI-Agenten auf Seiten der Kunden Aufgaben übernehmen. Für uns Banken heißt das, entsprechende

Foto: Barbara Dörmer
Jürgen Wache, Vorstandschef der Hannoverschen Volksbank, im Juni – kurz vor seinem Eintritt in den Ruhestand

Schnittstellen zu schaffen. Wir müssen uns fragen: Wo ist morgen der Mehrwert für den Kunden, die Leistungen einer regionalen Volksbank in Anspruch zu nehmen? Bis heute hat sich die genossenschaftliche Finanzgruppe dabei gut geschlagen. Aber darauf kann man sich nicht ausruhen.“ [...] „In der Vergangenheit war die Sparkasse unser Hauptwettbewerber, heute sind es eher die Neobanken sowie die Big Techs. Viele Banking-Funktionen sind heute Teil anderer Wertschöpfungsketten. Im E-Commerce wollen sich die Menschen schlicht einen Wunsch erfüllen, dann ist das Bezahlen nur ein technischer Vorgang und damit keine wahrgenommene Bankleistung.“ Mehr als vier Jahrzehnte bei der Volksbank, und immer im Raum Hannover: Wie Jürgen Wache Veränderungen in Stadt, Gesellschaft und Wirtschaft wahrgenommen hat, beantwortet er hier.

Sie sind fest in Hannover verwurzelt. Wie hat sich die Stadt aus Ihrer Sicht seit den 80er Jahren verändert?

„Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen spiegeln sich wider. Das erleben wir in allen Städten sichtbar unter anderem im Einkaufsverhalten. Die großen Kaufhäuser sind immer schwieriger zu füllen, leider geht auch der inhabergeführte Einzelhandel zurück. Diese Veränderungen spüren wir auch Hannover. Es ist letztlich das Ergebnis dessen, was von den Menschen nachgefragt wird. Wenn man dies nicht möchte, sollte man sein Einkaufsverhalten ändern – gleichzeitig müssen sich die Städte natürlich den veränderten Kundenbedürfnissen anpassen, um attraktiv zu bleiben.“

Und als Wirtschaftsstandort?

„Für unsere Planung schauen wir immer nach vorne und fragen: Wie attraktiv ist unser Wirtschaftsraum? Wie entwickeln sich die Einkommensverhältnisse? Welchen Einfluss hat das auf die Kaufkraft und Sparfähigkeit?

Die Region Hannover liegt hier über dem bundesweiten Durchschnitt. Wir haben einen attraktiven Markt – sowohl, was das Privatkundengeschäft betrifft, aber auch was die mittelständischen Unternehmen betrifft –die auch im Wandel sind, das merken wir natürlich ebenfalls. Viele Branchen befinden sich in der Transformation. Dieses hat es aber auch in der Vergangenheit immer gegeben. Die Region Hannover ist für uns weiterhin

ein sehr attraktiver Standort und Wirtschaftsraum. Und das sollten wir für uns nutzen!“

Was ist Ihnen als Perspektive für die Region Hannover wichtig?

Das komplette Interview finden Sie im Webmagazin der NW:

https://t1p.de/ ua5e1

„Uns ist wichtig, dass wir eine gute Verkehrsanbindung haben, weil ein Großteil unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Umland in die Landeshauptstadt pendeln. Deswegen ist ein funktionierender öffentlicher Nahverkehr wichtig. Zweitens brauchen wir in der Stadt und der Region bezahlbaren Wohnraum. Und dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Infrastruktur vorfinden, die ihren Bedürfnissen an Freizeit, Versorgung, Schulen etc. entspricht. Deswegen sind wir auch immer wieder mit den kommunalen Verantwortlichen in Gesprächen und schauen, wo wir helfen oder unterstützen können. Wir haben ein großes Interesse daran, die Attraktivität der Stadt und der Region zu erhalten und auszubauen. Mit unserer Förderung setzen wir uns dafür ein, ein attraktives Umfeld zu schaffen und dadurch auch unsere Arbeitgeberattraktivität zu erhöhen. Wir engagieren uns beispielsweise für Sportvereine und soziale Einrichtungen. Denn wir wollen – so wie die Sparkassen ja auch – einen Kosmos schaffen, in dem man gerne lebt.“

Würden Sie jungen Menschen heute noch eine Ausbildung als Bankkauffrau/-kaufmann empfehlen?

„Wenn ich sehe, mit welchem Elan die jungen Menschen bei uns eine Ausbildung machen, kann ich nur sagen: Ja, es ist nach wie vor eine interessante und gute Ausbildung, denn sie hat mit Menschen zu tun. Und sie bietet viele individuelle Entwicklungsschritte, die man danach gehen kann.“

Die Fragen stellte Barbara Dörmer.

Zur Person

Jürgen Wache (66) ist nach 44 Jahren bei der Hannoverschen Volksbank bzw. deren Vorläuferinstituten (Burgdorf-Celle, Garbsen) Ende Juni in den Ruhestand gegangen. Sein Nachfolger ist seit 1. Juli Daniel Haartz; der 47-Jährige zog 2022 in den Vorstand ein und ist seit Mai 2025 stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Zum Vorstand der Hannoverschen Volksbank und ihren 1097 Mitarbeitenden in 64 Filialen gehören weiter Matthias Battefeld, Marcus Hölzler und Anne Mahler.

GEKLINGELT

BEI: AQUA DRAGONENJOY THE REEF

13. Juli, 17.08 Uhr

Hessisch

Oldendorf (Fischbeck)

Paschenburg 13

Aufgezeichnet von Georg Thomas.

Mehr Beiträge

Geklingelt bei: nw-ihk.de

Dimitar Argirov Gillmeister vor einem Riffaquarium. Er verkauft

Aquarien, Tiere und Zubehör in seinem Laden und via Onlineshop.

In seiner Heimatstadt in Bulgarien besuchte er schon als kleiner Junge nach der Schule oft Aquaristikgeschäfte, um die Pflanzen und Tiere im Wasser zu bestaunen. Da wusste er noch nicht, dass aus diesem Interesse mal sein Beruf werden würde. Vor sechs Jahren stieg Dimitar Argirov-Gillmeister zunächst nebenberuflich in die Korallenzucht ein. Der heute 39-Jährige lebte seit vielen Jahren in Deutschland und hatte bislang als DJ, in der Gastronomie und im Einzelhandel gearbeitet. Im Corona-Jahr 2020 gründete er Aqua Dragon zunächst in Hannover. Im Jahr 2021 zog er mit seiner Firma nach Fischbeck bei Hameln. In dem Ortsteil von Hessisch Oldendorf hat er eine Korallenfarm und ein Geschäft, in das Kunden auch aus Nachbarländern zum Kauf von Korallen und Fischen kommen.

Wobei störe ich gerade?

In der Pause. Davor habe ich das Wasser in den Aquarien kontrolliert. Ich prüfe regelmäßig Temperatur, Nährstoff- und Salzgehalt und bei Bedarf auch häufiger.

Was ist Ihr Kerngeschäft?

Korallen. Ich züchte selbst und verkaufe auch Nachzuchten aus heimischen Zuchtfarmen sowie Tiere von internationalen Züchtern hier im Geschäft und auch online. Ich lege großen Wert auf Nachhaltigkeit, um unsere Ozeane zu schützen. Daher halten wir alle internationalen Vorschriften im Umgang mit geschützten Arten ein.

Wie viele Mitarbeitende haben Sie?

Ich bin Einzelunternehmer, habe aber Unterstützung an meiner Seite.

Wofür möchten Sie werben?

Ich möchte gern bei noch mehr jungen Menschen das Interesse für Meeresaquaristik wecken. Daher mache ich jedes Jahr beim Zukunftstag mit und biete regelmäßig Workshops an, um das nötige Wissen für den Einstieg zu vermitteln. Das ist wirklich ein schönes Hobby.

Was verbindet Sie mit der IHK?

Bislang gab es keinen intensiven Kontakt.

Foto: Georg Thomas

Sennheiser für besonders verlässliche Ausbildung geehrt

Ausgezeichnet: Die praxisnahe Einbindung von KI in die Ausbildung und die Einführung einer Demokratie-Grundschulung für alle Auszubildenden überzeugten die Jury.

Sennheiser electronic hat am 7. Juli die niedersächsische Auszeichnung für besonders verlässliche Ausbildung erhalten. Kultusministerin Julia Willie Hamburg übergab die zum zehnten Mal vergebene Auszeichnung in der Kategorie Industrie und Handel an den Audiospezialisten aus der Wedemark in der Region Hannover. Sennheiser wurde insbesondere für die systematische Verankerung der Themen in die Ausbil-

WETTBEWERBE

dung ausgezeichnet. So gibt es Grundlagenschulungen zum verantwortungsvollen Umgang mit KI und Angebote, die die Kompetenzen zur Meinungsbildung und Diskursfähigkeit stärken. Die „Niedersächsische Auszeichnung für besonders verlässliche Ausbildung“ ist mit einem Preisgeld von jeweils 1000 Euro verbunden, das für die Ausbildung zu verwenden ist. Das Bündnis Duale Berufsausbildung (BDB) vergibt die Auszeich-

nung jährlich. Damit werden Betriebe gewürdigt, die sich durch ein vorbildliches

und beständiges Ausbildungsangebot hervorheben. (gt) W

Kultusministerin Julia Willie Hamburg übergab die Auszeichnung an Andreas Sennheiser. Mit dabei waren Ausbildungsleiter Christoph Knake (l.), Silke Richter (r.), Leiterin Berufliche Bildung und Fachkräfte bei der IHK Hannover, sowie Mitarbeitende von Sennheiser (im Hintergrund).

Generationenfreundliches gesucht

Kreative Projekte unter dem Motto „Für alle Generationen“ im Einzelhandel und von Standortgemeinschaften werden beim niedersächsischen Wettbewerb „Gemeinsam aktiv – Handel(n) vor Ort“ gesucht. Unter dem Motto „Für alle Generationen“ startete am 1. Juni zum neunten Mal in Niedersachsen der Wettbewerb „Gemeinsam aktiv –Handel(n) vor Ort“. Gesucht werden innovative Projekte, die den Handel stärken und neue Impulse für Städte, Gemeinden und den ländlichen Raum setzen. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr Projekte, die den Handel als Ort der Begegnung, Teilhabe und Lebensqualität stärken und zeigen, wie generationenfreundliches Einkaufen heute und morgen gelingt, wie Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen durch barrierefreie Angebote, innovative Service- und Beratungskonzepte, gemeinschaftliche Aktionen oder moderne

Kommunikationsformate angesprochen und verbunden werden können. Die Projekte sollen somit Barrieren abbauen, neue Einkaufserlebnisse schaffen und den Handel insgesamt stärken – analog, digital oder in einer klugen Verbindung beider Ansätze. Bewerbungsschluss ist am 21. August. Nähere Informationen online.

www.wettbewerb-gemeinsam-aktiv.de

Unternehmen und Institutionen aus dem Gefahrgutbereich können sich noch bis zum 30. September für den Innovationspreis des Portals „fokus Gefahr/Gut 2027“ bewerben. Gesucht werden vorbildliche technische oder logistische Lösungen, die zur Verbesserung der Sicherheit beim Umgang und Transport gefährlicher Güter beitragen. Voraussetzung ist, dass die eingereichte Lösung bereits in der Praxis umgesetzt wurde oder kurz vor der Einführung

steht. Aus den eingegangenen Einreichungen wählt die Redaktion gemeinsam mit einem Fachbeirat die vielversprechendsten Projekte aus und fordert diese zur Abgabe einer ausführlichen Bewerbung auf. Eine unabhängige Jury aus 14 Expertinnen und Experten wird anschließend den Preisträger bestimmen. Die Preisverleihung ist für den 3. Mai 2027 im Rahmen der Münchner Gefahrguttage vorgesehen. www.hannover.ihk.de I Nr. 7091540

Der Stadt-Hannover-Preis „Frauen machen Standort“ zeichnet Frauen aus, die mit unternehmerischer Stärke, innovativen Ideen und nachhaltigem Engagement die Wirtschaft in der Landeshauptstadt prägen und voranbringen. Bewerbungsschluss für den mit 10 000 Euro dotierten Preis ist am 23. August. www.stadt-hannover-preis.de

Foto:
Sennheiser

Susanne Treptow (57)

Geschäftsführerin der Stadtwerke

Hameln Weserbergland GmbH

ICH BIN

ALS CHEFIN

… gebürtige Hamelnerin und seit 2004 Geschäftsführerin der Stadtwerke Hameln Weserbergland. Nach einem dualen Studium an der Hochschule Weserbergland und einem BWL-Studium in Lüneburg habe ich 2004 erfolgreich das Steuerberaterexamen abgelegt.

… möchte ich Orientierung geben, Vertrauen schaffen und die Mitarbeitenden darin bestärken, Verantwortung zu übernehmen. Gute Führung bedeutet für mich, klare Ziele zu formulieren, aufmerksam zuzuhören und unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen. Wer Gestaltungsspielräume erhält und sich mit seinen Ideen einbringen kann, arbeitet engagierter und entwickelt bessere Lösungen. Wichtig sind mir deshalb eine offene Kommunikation, kurze Entscheidungswege und eine Zusammenarbeit, die von Verlässlichkeit, Wertschätzung und gegenseitigem Vertrauen geprägt ist.

MEIN LEBEN WURDE GEPRÄGT VON

VON DER POLITIK ERWARTE ICH

… einer schönen, behüteten Kindheit und meinem ersten Job als Küchenhilfe in einem örtlichen Restaurant. Zehn Jahre lang habe ich dort neben Schule und Studium gearbeitet. Dabei habe ich früh gelernt, dass sich Fleiß und Engagement auszahlen und dass gute Ergebnisse immer auch vom Zusammenspiel eines Teams abhängen. Diese Bodenständigkeit begleitet mich bis heute.

… verlässliche und langfristig tragfähige Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie sowie schnellere Planungsund Genehmigungsverfahren - denn die Energie- und Wärmewende wird vor Ort umgesetzt.

IN MEINER FREIZEIT

… steht meine Familie an erster Stelle – insbesondere mein Mann und meine Nichten. Darüber hinaus engagiere ich mich im Hamelner Rotary Club für soziale Projekte und übernehme in verschiedenen gemeinnützigen Vereinen Verantwortung. Den besten Ausgleich zu Terminen, Entscheidungen und vielen Stunden am Schreibtisch finde ich in der Natur, beim Reisen oder Fahrradtouren mit Freunden.

Susanne Treptow (57) wünscht sich mehr Vertrauen der Bundesregierung in die Geschäftsführungen des Mittelstands und langfristig tragende Rahmenbedingungen für wichtige Investitionsentscheidungen.

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GESTARTET: DAMALS ...

Mit Milch gewachsen

Familiensache. In jeder Hinsicht: Die Wurzeln der frischli Milchwerke reichen zurück bis zur Gründung der Friller Molkerei durch Hermann Schäkel im August 1901. Das war vor 125 Jahren. Bis in die 1930 Jahren fanden schließlich drei Molkereifamilien der Region zusammen –Schäkel, Winkelmann und Holtorf, die auch heute noch im Unternehmen vertreten sind. Geschäftsführender Gesellschafter aus der Urenkel-Generation ist Dr. Timo Winkelmann. Hans Holtorf und Lars Schäkel, ebenfalls Gründer-Urenkel, sind 2021 als geschäftsführende Gesellschafter ausgeschieden und seitdem im Aufsichtsrat aktiv. Aber es sind nicht nur die Gründerfamilien. Mehr als 800 Milcherzeuger beliefern das Unternehmen. „Viele dieser Partnerschaften bestehen über Generationen hinweg. Oft haben schon die Väter und Großväter der Landwirte meinem Vater und Großvater Milch geliefert – und ähnlich ist

es bei unseren Mitarbeitenden. Wir beschäftigen Großvater, Vater und Sohn – und diese vertrauensvolle Partnerschaft und Zuverlässigkeit ist seit 125 Jahren unser Erfolgsrezept,“ sagt Timo Winkelmann. Pro Tag verarbeitet frischli rund zwei Millionen Kilogramm Milch – über 960 Millionen Kilogramm im Jahr. Eine Reihe von Übernahmen haben frischli seit der Gründung zu einer der führenden Molkereien Deutschlands werden lassen. Zuletzt kam 2017 beispielsweise das Werk Wiesehoff im westfälischen Schöppingen hinzu. Dort wird heute ebenso produziert wie an den Standorten Weißenfels in Sachsen-Anhalt, Eggenfelden in Bayern und am Unternehmenssitz in Rehburg-Loccum. Frischli beschäftigt gut 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von aktuell über 800 Mio. Euro. Und baut inzwischen auch das Standbein der pflanzenbasierten Produkte aus. (pm) W

für Oldtimer-Fans: Der Rehburger Sahne-Express.

GESTARTET: HEUTE ...

Gründungsboom: Auch durch KI

Zwischen Januar und Juni dieses Jahres wurden in Deutschland gut 3050 Startups gegründet. Der Start-up Verband, der die Zahlen erhebt, spricht von einem Boom: Die Zahlen im ersten Halbjahr liegen um mehr als 52 Prozent

höher als in der zweiten Jahreshälfte 2025, und damit gab es mehr Gründungen als im gesamten Jahr 2024. Start-ups aus Sicht des Verbandes sind innovative, technologieorientierte Gründungen mit deutlichem Wachs-

tumsanspruch. Getrieben wird die Entwicklung auch durch Künstliche Intelligenz. Wermutstropfen: Unter den gründungsstärksten Regionen sind weder das Land Niedersachsen noch die Stadt Hannover. (pm) W

Sahneschnitte
Einer der Familienstämme: Holtorf.
Fotos: frischli

FIRMENJUBILÄEN

Damals gegründet ...

200

JAHRE

125

JAHRE

Heinrich Natje Landhandel, Burgdorf (1. August)

ComProTec GmbH, Isernhagen (13. September)

SB Möbel Boss Handels GmbH & Co KG Hildesheim (13. September)

100

JAHRE

frischli Milchwerke GmbH, Rehburg-Loccum (17. August)

Heinecke & Klaproth GmbH & Co. KG, Bückeburg (1. Oktober)

Reklame-Fricke Außenwerbung, Wedemark (21. September)

Sägewerk Fritz Scharnhorst, Inh. Friedhelm Mehring e.K., Neustadt a. Rbge. (26. September)

75

JAHRE 50

JAHRE 25

JAHRE

Emmerthaler Apparatebau GmbH, Emmerthal

Der kleine Teeladen, Inh. Jürgen Hornschu, Hannover (15. August)

Manfred Rump GmbH, Burgwedel (1. Oktober)

Kopmann Servicewerkstatt GmbH, Holzminden (9. August)

Kirchröder WohnungsverwaltungsGesellschaft mbH, Hannover (15. August)

Henne Kies + Sand GmbH, Nienburg (20. August)

Mahr Metering Systems GmbH, Göttingen (22. August)

Der Wärmepumpenpartner GmbH, Wedemark (30. August)

EDV.de Systemhaus GmbH & Co. KG, Burgdorf (1. September)

Limmer Apotheke e.K., Hannover (17. September)

eichels GmbH, Hannover (19. September)

Kampmann Städtereinigung GmbH, Hannover (19. September)

ITBN Business Network GmbH, Isernhagen (24. September)

Nass Immobilienverwaltung GmbH, Hannover (27. September)

Fischfeinkost Lindemann GmbH, Hagenburg (1. Oktober)

Und Ihr Jubiläum?

Sich als Unternehmen über viele Jahrzehnte am Markt zu behaupten: Das verdient Respekt. Allein fünf Unternehmen aus dem Bereich der IHK Hannover werden in den kommenden Wochen mindestens 100 Jahre alt. Und eine Gründung 1826, vor 200 Jahren, reicht zurück ins Königreich Hannover. Seitdem wechselte hier bis heute allein vier Mal die Staatsform. Sie feiern mit Ihrem Unternehmen ein Jubiläum und finden sich nicht in dieser Liste wieder? Das kann verschiedene Gründe haben – zum Beispiel, dass die IHK-Mitgliedschaft nicht bereits mit der Unternehmensgründung begann. Aber auch Ihr Jubiläum wollen wir an dieser Stelle veröffentlichen. Melden Sie sich also ganz einfach in der NW-Redaktion: nw@hannover.ihk.de

Aktion zum Ausbildungsstart: „CoffeeBossChallenge“

Ausbildende Unternehmen können sich zum Ausbildungsstart an einer Social-MediaAktion beteiligen. Dabei lädt die Führungskraft ihre Azubis auf einen Kaffee ein.

Die Aktion macht Werbung für die Ausbildung.

Bereits vor zwei Jahren sorgte die Aktion in den sozialen Medien für Aufmerksamkeit: Statt des bekannten Klischees „Azubis kochen Kaffee“ übernahmen damals Führungskräfte selbst die Rolle des Baristas und servierten ihren Auszubildenden eine Tasse Kaffee. Mit zahlreichen Beiträgen auf LinkedIn und Instagram wurde

deutlich: Auszubildende sind weit mehr als Helfer im Alltag – sie sind die Fachkräfte von morgen.

Auch in diesem Jahr steht die Wertschätzung für Auszubildende im Mittelpunkt. Die Aktion möchte zeigen, wie wichtig Ausbildung für die Zukunft der Unternehmen und der Wirtschaft insgesamt ist.

So funktioniert die #CoffeeBossChallenge

Führungskräfte, Ausbilderinnen oder Ausbilder bereiten ihren Auszubildenden eine Tasse Kaffee zu – gerne auch ein anderes Lieblingsgetränk. Gemeinsam wird ein Foto aufgenommen. as Foto wird auf LinkedIn oder Instagram veröffentlicht – idealerweise mit den Hashtags #CoffeeBossChallenge, #Könnenlernen und #AusbildungMachtMehrAusUns und der Verlinkung von @ihk_hannover

Mit wenig Aufwand entsteht so eine gemeinsame Aktion, die Ausbildung sichtbar macht und Wertschätzung für junge Talente ausdrückt.

Da Auszubildende nicht in allen Unternehmen zum gleichen Zeitpunkt starten, läuft die Aktion über einen Zeitraum von sechs Wochen – vom 1. August bis zum 15. September. So haben Betriebe ausreichend Zeit, ihre neuen Auszubildenden einzubinden und an der Challenge teilzunehmen. Unternehmen können auch alternativ oder ergänzend an der #MatchaChefChallenge teilnehmen. Hier zeigen Auszubildende ihren Ausbilderinnen und Ausbildern, wie Matcha-Tee zubereitet wird.

Ziel ist es, möglichst viele Betriebe und Auszubildende für die Aktion zu gewinnen und gemeinsam positive Signale für die Ausbildung zu senden.

Alle Informationen und Materialien zur Teilnahme finden sich auf der IHK-Internetseite. (gs) W www.hannover.ihk.de Nr. 7118876

Foto: stock.adobe.com / Julia

Unabhängigkeit beginnt auf dem eigenen Dach

Steigende Energiekosten, volatile Strompreise und wachsender Wettbewerbsdruck: Für viele Unternehmen wird die Energieversorgung zunehmend zum strategischen Thema. Als Photovoltaik-Experte bei EWE erklärt Michael Förster, warum immer mehr Betriebe auf selbst erzeugten Solarstrom setzen.

Herr Förster, warum beschäftigt das Thema Energie aktuell so viele Unternehmen?

Die Energiebeschaffung ist heute deutlich komplexer als früher. Die Marktpreise schwanken stärker, unter anderem durch zunehmende Elektrifizierung, geopolitische Spannungen und die Integration Erneuerbarer. Für Unternehmen wird es dadurch schwieriger, ihre Energiekosten zuverlässig zu planen und langfristig abzusichern.

Wie können Unternehmen mehr Unabhängigkeit erreichen?

Indem sie einen Teil ihres Stroms selbst erzeugen. Mit einer Photovoltaikanlage nutzen Unternehmen eine Fläche, die meist ohnehin vorhanden ist: das eigene Dach oder Unternehmensgelände. Der hier erzeugte Strom kostet oft deutlich weniger als Netzstrom. Viele Betriebe sind überrascht, dass sich eine Anlage häufig schon nach fünf bis sechs Jahren rentiert.

Wovon hängt es ab, ob sich Photovoltaik lohnt?

Eine wichtige Rolle spielen die verfügbare Fläche und der Anteil des Stroms, den das Unternehmen selbst nutzen kann. Deshalb zahlt sich ein genauer Blick auf die individuellen Rahmenbedingungen aus. Mit unserem PV-Rechner erhalten Unternehmen in wenigen Minuten eine erste Einschätzung zu Investition, Amortisationszeit und möglicher Rendite. Bei einer Beratung werden diese Werte von uns natürlich konkretisiert. Wir schauen dann beispielsweise auch, ob ein Speicher Sinn macht, um mehr selbst produzierten Strom zu nutzen.

Wie unterstützt EWE Unternehmen, die sich für eine PV-Anlage interessieren?

Wir sind Komplettanbieter. Von der ersten Beratung über die Analyse und Planung bis hin zu Bau und Betrieb erhalten Unternehmen bei uns alle Leistungen aus einer Hand. Das reduziert den Abstimmungsaufwand erheblich und bringt Beschaffung, Erzeugung und Verbrauch miteinander in Einklang.

Lohnt sich Ihr Unternehmensdach für Solarstrom? Finden Sie es mit dem PV-Rechner in zwei Minuten heraus – kostenlos: business.ewe.de/pv-berechnen

Ihre Individuelle Lösung? Lassen Sie uns persönlich sprechen. Michael Förster Leiter Vertriebsregion West 0441 803-2044 energiewelt@ewe.de

Passgenau besetzt

Der Unternehmer Lars Olthoff hat beim Azubi-Speed-Dating der

IHK bereits zwei Mal Auszubildende gefunden, die sehr gut ins Team der Burgwedeler Spedition passen.

Mit dem Abitur in der Tasche kam Duong Phung vor elf Jahren aus der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi nach Hannover. Die damals 20-jährige Frau besuchte zunächst Deutschkurse und das Studienkolleg und begann 2018, in der Landeshauptstadt Wirtschaftswissenschaften zu studieren. „In meinem Studium war ich allerdings noch viel mit Englisch unterwegs“, berichtet Duong Phung. Nach ihrer Hochzeit und der Geburt ihres Kindes im Jahr 2020 bemerkte sie: Das Studium kann auch ziemlich anstrengend sein – mit Kind und Familie. „Also habe ich einen Weg gesucht, um unsere Familiensituation verbessern zu können.“ Ihr Mann brachte sie auf die Idee, eine Ausbildung zu machen. Duong Phung informierte

„Ich finde jeden Tag meinen Spaß bei der Arbeit und in der Schule. Ich habe tolle Kollegen und einen tollen Chef. Jeder gibt mir jeden Tag Motivation.“

Duong Phung, Auszubildende Olthoff Freight Solutions

sich online und besuchte Ausbildungs- und Karrieremessen. Bei einer Ausbildungsmesse der Arbeitsagentur Hannover, bei der auch das Team „Passgenaue Besetzung“ der IHK Hannover vor Ort war, sprach sie über ihre Interessen und Stärken. Und bekam den Tipp für ein Azubi-Speed-Dating bei der IHK Hannover. Aus den Gesprächen ergab sich ein Praktikum im Forschungsbereich, bei dem die junge Frau feststellte: Das war es nicht, irgendetwas fehlt noch. „Die IHK-Mitarbeiterin hat mir dann vorgeschlagen, eher in die Richtung kaufmännischer Berufe zu schauen, zum Beispiel im Bereich Spedition und Logistik. Beim zweiten Speed-Dating habe ich dann meinen jetzigen Chef getroffen und mit ihm ein Gespräch geführt – ich glaube

BARBARA DÖRMER
Fotos: Barbara Dörmer
Wenn ein Auftrag reinkommt, darf die Glocke geläutet werden, erklärt Duong Phung.

über fünf Minuten. Danach hatte ich ein gutes Bauchgefühl und Herr Olthoff und ich haben ein Praktikum für eine Woche vereinbart.“ Im August 2025 startete Duong Phung dann im siebenköpfigen Team der Olthoff Freight Solutions GmbH ihre dreijährige Ausbildung als Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistungen.

Geschäftsführer Lars Olthoff (47) hat das Unternehmen 2007 gegründet. Vorher hat er bei Schenker selbst diese Ausbildung absolviert und danach zwei Jahre lang Speditionserfahrung in England gesammelt. Mit dem Brexit fokussierte Olthoff dann immer stärker in Richtung Großbritannien und Irland. Die Bandbreite der Transporte, die Olthoff plant und mit anderen Speditionen und deren LKW abwickelt, reicht von Salami über PCs oder Matratzen bis hin zu aufwändigen Spezialtransporten wie etwa einer Leihgabe des Kriegsflugzeugs FockeWulf Fw 190. Das nämlich galt es, schadlos auf dem Straßenweg vom Royal Air Force Museum aus London in das Militärhistorische Museum der Bundeswehr nach Berlin-Gatow zu transportieren.

Der Unterricht in der Berufsbildenden Schule in Burgdorf findet blockweise statt. Duong Phung schätzt diese Aufteilung, weil sie so Zeit für Schule, Arbeit und Familie einplanen kann. „Und danach habe ich noch ein bisschen Zeit für meinen Sohn, ihm

Infos & Termine

Das Team „Passgenaue Besetzung & Willkommenslotsen“ der IHK Hannover unterstützt Unternehmen bei ihrer Suche nach Nachwuchskräften und berät junge Menschen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Das Team organisiert regelmäßig Azubi-SpeedDatings. Die nächsten Termine sind am 9. September (Hameln) und am 25. November (Sulingen). Details zu diesen und anderen Veranstaltungen des Teams stehen auf der IHK-Website: www.hannover.ihk.de I Nr. 5163754.

Ansprechpartner bei der IHK, Abteilung Berufliche Bildung und Fachkräfte, ist Frank Willmann, Tel. 0511 3107-481, frank.willmann@hannover.ihk.de

„Wichtig ist für uns, dass die Azubis Geografie-Kenntnisse haben, Deutsch und gut Englisch sprechen können und in unser Team passen.“

Lars Olthoff, Geschäftsführer Olthoff Freight Solutions

vor dem Schlafen vorzulesen. Da habe ich auch meinen Wortschatz nochmal verbessert (lacht). Und ich habe Zeit zum Lernen, weil mein Mann abends da ist“, erklärt sie. „Ich finde jeden Tag meinen Spaß bei der Arbeit und in der Schule. Ich habe wirklich tolle Kollegen und einen tollen Chef. Jeder gibt mir jeden Tag Motivation. Mit jedem Auftrag lerne ich was Neues. Und ich lerne Menschen aus ganz Europa kennen. Ich habe in meinem Leben noch nie so viel Multikulti erlebt wie jetzt.“

Seit Anfang August ist Duong Phung im zweiten Ausbildungsjahr. Vor Kurzem hat sie bei der IHK an einer Schulung für Ausbildungsbotschafterinnen und Ausbildungsbotschafter teilgenommen. Denn künftig möchte sie Schülerinnen und Schülern, die noch auf der Suche nach ihrem Beruf sind, von ihrer Ausbildung berichten.

Am 1. August hat ein weiterer Auszubildender bei der Burgwedeler Spedition begonnen. Kennengelernt hat Lars Olthoff den 24-jährigen Mann mit togolesischen Wurzeln wieder bei einem Azubi-Speed-Dating der IHK. W

WELCOME CENTER Wir beraten Sie individuell rund um die Gewinnung und Integration internationaler Fachkräfte. www.wirtschaftsfoerderunghannover.de/welcome

WELCOME CENTER WIRTS CHAFTS- UND BESCHÄ FTIGUNGSFÖRDERUNG

IHK bietet Future Skills Test

Der Future Skills Test ist ein neues, KI-gestütztes Online-Tool, das jungen Menschen mit oder ohne Flucht- und Migrationsgeschichte den Einstieg in das duale Ausbildungssystem erleichtert. „Der entscheidende Unterschied zu bestehenden Angeboten liegt darin, dass wir die Inhalte mit KI-Unterstützung sprachsensibel, alltagsnah und für die Jugendlichen viel verständlicher und individueller aufbereiten können“, sagt Silke Richter, Abteilungsleiterin Berufliche Bildung und Fachkräfte bei der IHK Hannover.

Auf Basis des individuellen Profils schlägt das System passende Ausbildungsberufe vor und liefert Informationen zu den Ausbildungsinhalten und zum Berufsbild. Entstanden ist der kostenlose Future Skills Test in Zusammenarbeit mit der hannoverschen Bildungsoffensive „Nachwuchskraft“. (skl) W www.ihk.de/hannover/wbc

Internationale Rekrutierung, Integration und nachhaltige Fachkräftesicherung stehen im Fokus des Internationalen Fachkräfte-Kongresses in der IHK.

Fachkräfte-Kongress

in der IHK

Freie Stellen, fehlende Fachkräfte – Unternehmen und Institutionen in Niedersachsen stehen vor Herausforderungen. Gleichzeitig eröffnen internationale Fachkräfte neue Chancen für Wachstum, Innovation und Zukunftsfähigkeit. Beim Internationalen Fachkräftekongress am 8. und 9. September in der IHK Hannover werden Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Politik und Praxis zusammengebracht, um gemeinsam Lösungen zu diskutieren und neue Wege der Fachkräftegewinnung zu erschließen.

Freuen Sie sich auf Beiträge, Diskussionen und vier Foren mit IHK-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt und Gästen wie Niedersachsens Arbeits- und Sozialminister Dr. Andreas Philippi, Vertretern der kolumbianischen Botschaft, Jasmin Arbabian-Vogel (geschäftsführende

Gesellschafterin, Interkultureller Sozialdienst GmbH), Prof. Dr. Yulia Kosyakova (Leiterin des Forschungsbereiches Migration, Integration und internationale Arbeitsmarktforschung) und Falk Spörlein (RKW Nord GmbH/ IQ Netzwerk Niedersachsen).

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitieren von praxisnahen Einblicken und vielfältigen Austauschmöglichkeiten rund um die Themen internationale Rekrutierung, Integration und nachhaltige Fachkräftesicherung, lernen erfolgreiche Projekte kennen und können wertvolle Kontakte knüpfen.

Details zum Kongress und zu den Foren stehen auf der IHK-Webseite. Die Plätze für die Veranstaltung sind begrenzt und werden daher nach zeitlichem Eingang der Anmeldungen vergeben. (skl) W www.ihk.de/hannover/wbc/kongress

Das Maskottchen des Future Skills-Tests.

Berufsbildung ohne Grenzen zeichnet Unternehmen aus

Mit dem Förderprogramm „Berufsbildung ohne Grenzen“ des Bundeswirtschaftsministeriums sollen kleine und mittlere Unternehmen sowie deren Auszubildende und junge Fachkräfte für die Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Mobilität während und nach der Ausbildung sensibilisiert werden.

Auch in diesem Jahr werden mit dem Programm wieder Unternehmen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für den internationalen Austausch von Auszubildenden und jungen Fachkräften einsetzen.

Gesucht werden Unternehmen, die mit Leidenschaft ihre Auszubildenden fördern und ihnen die Welt als Lern- und Erfahrungsort eröffnen. Und zwar unabhängig davon, ob sie bereits mehrere Auslandspraktika organisiert haben oder ihr erstes realisiert haben. Denn Firmen, die ihren Auszubildenden, jungen Fachkräften oder Ausbilderinnen und Ausbildern die Möglichkeit geben, internationale Erfahrungen zu sammeln, eröffnen neue Horizonte und unterstützen die persönliche und berufliche Entwicklung der Beschäftigten. Vielleicht ermöglichen sie sogar ausländischen Auszubildenden oder Ausbilderinnen und Ausbildern einen Einblick in ihr Ausbildungsunterneh-

men und in das System der dualen Berufsausbildung in Deutschland.

Der Preis wird vom Bundeswirtschaftsministerium, der Deutschen Industrie- und Handelskammer und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks gemeinsam in diesen Kategorien ausgeschrieben:

In der Kategorie „Beste Praxis“ werden drei Hauptpreise für sehr kleine (1 bis 9 Beschäftigte), kleine (10 bis 49 Beschäftigte) und mittelgroße (50 bis 249 Beschäftigte) vergeben. Zusätz-

lich wird ein weiteres Unternehmen in der Kategorie „Bester Newcomer“ mit einem Hauptpreis ausgezeichnet. Bewerbungen sind bis zum 1. September möglich.

Die Gewinnerunternehmen erhalten ein professionelles Image-Video, in dem ihr Engagement für die internationale Lernmobilität sichtbar wird. Die feierliche Preisverleihung findet am 17. November in Berlin statt. (sun) W www.berufsbildung-ohne-grenzen. de/unternehmenspreis-2026

Auslandsaufenthalte in oder nach der Ausbildung eröffnen allen Beteiligten neue Horizonte.

Workshop: KI-Bewerbungen aus dem Ausland richtig einordnen

Vor allem bei Lebensläufen und Motivationsschreiben aus dem Ausland ist es inzwischen oft schwer zu unterscheiden, ob ein Text menschlichen oder digitalen Ursprungs ist. Das bringt neue Möglichkeiten, aber auch Unsicherheit für Unternehmen, beispielsweise bei der Bewertung von Sprachkenntnissen. Das Welcome & Business Center der IHK Hannover bietet daher im August drei Veranstaltungen an, in denen es um die realistische Einschätzung von Kompetenzen und Sprachkenntnissen ausländischer Bewerberinnen und Bewerber geht. In Zusammen-

arbeit mit dem Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge (NUiF) bieten die Fachkräfteberaterinnen und -berater des WBC dabei einen kompakten ersten Überblick, Tipps und Unterstützungsangebote. Die Beratungen finden an den folgenden drei Terminen statt:

Hildesheim: 18. August

Hameln: 19. August

Kirchdorf: 20. August. Die Teilnahme an den Beratungen ist kostenlos. Interessierte können sich über die Internetseite der IHK bis zum 11. August anmelden. (skl) W www.hannover.ihk.de Nr. 7101606

Den digitalen Wandel greifbar machen

Das IHK-Digi-Breakfast, das seit Frühjahr 2025 jeden zweiten Freitag im Monat läuft, hat sich zu einem festen Treffpunkt entwickelt.

Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Cybersecurity, digitale Geschäftsmodelle – die Themen verändern Unternehmen in rasantem Tempo. Gleichzeitig fehlt vielen Verantwortlichen die Zeit, sich regelmäßig und kompakt über neue Entwicklungen zu informieren. Genau hier setzt das Digi-Breakfast der IHK Hannover an. Seit März 2025 bietet das Format monatlich praxisnahe Einblicke in aktuelle Digitalisierungsthemen und hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem festen Treffpunkt für Unternehmerinnen und Unternehmer, Führungskräfte sowie Digitalisierungsinteressierte entwickelt. Die IHK wird bei der Umsetzung des Digi-Breakfast von der Digital Mindset GmbH aus Hannover unterstützt. Jakob Jagau, Lotse bei Digital Mindset, und Christian Grascha, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer, moderieren das Format.

Der Bedarf an niedrigschwelligen, praxisorientierten

Informationsangeboten rund um die digitale Transformation ist ungebrochen hoch.

Jeden zweiten Freitag im Monat findet von 8.30 bis etwa 9.15 Uhr die digitale Session statt. Das Konzept ist bewusst schlank gehalten: keine langen Vorträge, keine umfangreichen Veranstaltungsblöcke, sondern Praxisberichte, Erfahrungswerte und Impulse, die sich unmittelbar auf den Unternehmensalltag übertragen lassen.

Im Juli ist die Reihe mit regelmäßg rund 120 Teilnehmen in ihre 15. Ausgabe gegangen. Dies zeigt, dass der Bedarf an niedrigschwelligen und praxisorientierten Informationsangeboten rund um die digitale Transformation ungebrochen hoch ist. Gerade kleine und mittlere Unternehmen suchen zunehmend nach Orientierung: Welche Technologien sind tatsächlich relevant? Welche Erfahrungen machen andere Unternehmen? Und wie gelingt es, Mitarbeitende auf dem Weg der Transformation mitzunehmen?

Foto:
Jeden zweiten Freitag im Monat lädt die IHK zum Digi-Breakfast ein.
Anmeldung & Infos zum Digi-Breakfast.

Das Digi-Breakfast liefert auf diese Fragen regelmäßig Antworten aus der Praxis. Expertinnen und Experten aus Unternehmen, Wissenschaft und Beratung geben Einblicke in konkrete Anwendungsfälle und berichten über Chancen, Herausforderungen und Lernerfahrungen. Die Themenvielfalt spiegelt sich auch in der Auswahl der Referentinnen und Referenten wider. Im zehnten Digi-Breakfast im Februar gab Niedersachsens Digitalisierungsstaatssekretärin Anke Pörksen Einblicke in die aktuellen Schwerpunkte der Landesregierung bei der Digitalisierung von Verwaltung und Infrastruktur sowie in die Herausforderungen einer ressortübergreifenden digitalen Transformation.

Aktuelle Entwicklungen greift auch die nächste Ausgabe am 14. August „Gespannt in die Zukunft – wie Technologie alles verändert: Eine Reise durch die technologische Gegenwart von Robotik“ auf. Im Fokus steht die Frage, wie Robotik, Künstliche Intelligenz und Automatisierung die Arbeitswelt, Industrie und Gesellschaft verändern. Anhand von Entwicklungen und Beispielen wird gezeigt, welche technologischen Möglichkeiten Realität sind, welche Veränderungen unmittel-

Workshop: Datenräume

Daten zwischen Partnern automatisch, sicher und identifizierbar in Echtzeit direkt teilen? Wie mittelständische Industrieunternehmen den Einstieg in die sogenannte Datenraumtechnologie schaffen und davon profitieren, zeigt ein Workshop am 4. September in Hannover.

Die Datenraumtechnologie ist ein Übertragungsmedium. Sie bietet eine neutrale, vertragsbasierte Infrastruktur für einen kollaborativen und unternehmensübergreifenden Austausch. Damit lassen sich Daten zwischen verschiedenen, vertrauenswürdigen Seiten automatisch, sicher und identifizierbar

120

TEILNEHMENDE verzeichnet das Digi-Breakfast im Durchschnitt.

in Echtzeit direkt teilen. Auf diese Weise können Unternehmen effizienter produzieren, Compliance-Anforderungen schneller erfüllen und neue, datenbasierte Geschäftsmodelle entwickeln. Im Gegensatz zu kommerziell und zentral gesteuerten Datenplattformen bleiben die Daten beim Eigentümer ohne Abhängigkeiten und Insellösungen. Wer die Technologie nutzt, behält die Kontrolle über die Daten, indem festlegt wird, wer was wie nutzen darf. Auf Basis föderierter Identitäten, gemeinsamer Standards und Nutzungsregeln werden Zugriffrechte kontrolliert sowie Daten nur

bar bevorstehen und welche Chancen sich daraus für Unternehmen ergeben. Dabei wird deutlich: Die Herausforderungen der digitalen Transformation ähneln sich häufig branchenübergreifend. Fragen zur Einführung neuer Technologien, zur Akzeptanz bei Mitarbeitenden oder zur Anpassung von Prozessen beschäftigen Unternehmen unabhängig von ihrer Größe oder Branche. Gerade deshalb stoßen die Erfahrungsberichte aus dem Digi-Breakfast auf großes Interesse.

Für Interessierte, die am Live-Format nicht teilnehmen konnten, stehen die Aufzeichnungen zur Verfügung. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Themenvorschläge einzubringen. Damit entwickelt sich das Digi-Breakfast zunehmend zu einer Plattform, auf der Unternehmen ihre Erfahrungen teilen und voneinander lernen können.

Wer den digitalen Wandel nicht nur beobachten, sondern aktiv gestalten möchte, findet im Digi-Breakfast einen kompakten und praxisnahen Einstieg. Nach mehr als einem Jahr und 14 Ausgaben zeigt sich: Oft reichen 45 Minuten am Morgen, um neue Perspektiven für die digitale Zukunft des eigenen Unternehmens zu gewinnen. (cg) W

mit vertrauenswürdigen Partnern getauscht. Betreiber sehen dabei nicht, was bei Transaktionen geteilt wurde, sondern nur, dass es einen Austausch gab. Der kostenlose Workshop wird am 4. September von 9 bis 14 Uhr von Scale-MX in

Kooperation mit Nass Magnet und der IHK durchgeführt. Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt, eine Anmeldung daher nötig. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. (tr) W https://t1p.de/znyer

IHK-Forum: Citys mit Zukunft schaffen

Bei der 30. Auflage des IHK-Forums Stadtmarketing der niedersächsischen IHKs am 3. September im Sheraton Hannover Pelikan Hotel steht das unverändert aktuelle Thema Transformation bzw. Weiterentwicklung der Innenstadt wie folgt im Fokus: Haben wir eine Vorstellung davon, wie unsere Innenstadt der Zukunft aussehen wird? Oder davon, was wir tun müssen, um

unserer Innenstadt eine Zukunft zu schenken? Gestalten wir – oder lassen wir geschehen? Haben wir eine Idee, besser noch einen Plan, wie sich die Innenstadt weiterentwickeln soll? Und haben wir auch die richtigen Tools in der Werkzeugkiste? Welche (politischen, städtebaulichen, wirtschaftlichen) Rahmenbedingungen sind Erfolgsfaktoren für eine gelingende Transformation –und welche Hürden gilt es zu überwinden?

Die Veranstaltung startet mit dem Impuls eines Zukunftsforschers über „Die attraktive Innenstadt von morgen: Wie sieht sie aus, was müssen wir dafür tun?“ und einer inhaltlich sich anschließenden Diskussionsrunde zum Thema „Innenstadt der Zukunft –Hotspot oder Auslaufmodell? Wie Transformation gelingt – und woran sie scheitern kann.“ Danach laufen parallel Foren zu diesen Themen:

• Wo stehen wir in 15 Jahren? Unsere Strategie für die Innenstadt von morgen

• Marken und Kampagnen entwickeln und erfolgreich einsetzen.

Darüber hinaus bietet das Stadtmarketing-Forum wieder ein offenes Themenforum, in dem eigene Fragen geklärt werden und Erfahrungen ausgetauscht werden können.

Am Nachmittag geht das Veranstaltungs-Programm weiter mit vier Werkstattberichten aus folgenden Städten bzw. Stadtteilen:

• Hermannsburg: Wie Handel und Handwerk gemeinsam Aufmerksamkeit schaffen

• Marburg: Die Entwicklung der Marke „marburgliebe“

• Speicherstadt Hamburg: Mit Place Branding vom „NICHT-Ort“ zum „STAND-Ort“

• Cuxhaven: wie die Stadt das rote X zur Aktivierung der Stadtgesellschaft nutzt

Die Zukunft der Citys steht im Fokus des 30. Stadtmarketing-Forums.

• SOS im „Zentrum“ – Maßnahmen für mehr urbane(s) Sicherheit(sgefühl)

Die Teilnahme am Stadtmarketing-Forum kostet für Einzelteilnahme bzw. erste Teilnehmende 290 Euro zzgl. 19 % USt. (brutto: 345,10 Euro) und für jede Begleitperson 250 Euro zzgl. 19 % USt. (brutto: 297,50 Euro). Anmeldungen für für das Forum sind bis zum 23. August möglich. (bh) W www.hannover.ihk.de/ stadtmarketingforum

Impulspapier:

Niedersachsens Städte stehen vor der Aufgabe, ihre Zentren als attraktive Wirtschafts-, Begegnungsund Lebensräume weiterzuentwickeln. Die IHK Niedersachsen (IHKN) und der Dehoga Niedersachsen haben mit ihrem Impulspapier „Zentren-SOS – Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit als Standortfaktor für

„Zentren-SOS“ für lebendige

lebendige Innenstädte in Niedersachsen“ Handlungsempfehlungen für Politik, Kommunen und Wirtschaft vorgelegt. Nach Einschätzung von IHKN und Dehoga werden insbesondere Bahnhofsumfelder, Parkhäuser, Unterführungen und Randlagen von Fußgängerzonen vielerorts zunehmend kritisch wahrgenommen. Für

Innenstädte

ein wirksames Zentren-SOS schlagen sie einen integrierten Ansatz vor – mit sichtbarer Präsenz von Polizei und Ordnungsdiensten, engen Kooperationen zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Sicherheitsbehörden sowie einer konsequenten Durchsetzung bestehender Regelungen. Als wichtig erachtet werden auch die

Pflege öffentlicher Räume, eine gute Beleuchtung, die Beseitigung von Angsträumen, ein zügiger Umgang mit Vermüllung und Vandalismus sowie eine planerisch gesteuerte Mischung aus Handel, Gastgewerbe, Dienstleistungen, Wohnen und Kultur. (ihkn) W www.ihk-n.de Nr. 7113706

Foto: Frank Loeser

Gut informiert von Ihrer IHK

Der Newsletter „Infoservice“ bringt Ihnen aktuelle Wirtschaftsinformationen mit direktem Nutzen für Ihre tägliche Arbeit. Er richtet sich speziell an den Informationsbedarf kleiner und mittlerer Unternehmen und wird von rund 9 000 Abonnenten genutzt. Aus 21 Rubriken – von Ausbildung über Digitalisierung, Fachkräfte über International bis hin zu Recht und Steuern – können Beschäftigte aus den Mitgliedsunternehmen die Themen auswählen, die sie interessieren. Dieser Service ist kostenlos.

Melden Sie sich an: www.ihkinfoservice.de

Folgen Sie der IHK auch auf LinkedIn: www.linkedin.com/company/ihk-hannover

Weiterbildung in der IHK

Die IHK bietet ein umfassendes Weiterbildungs-Programm zu wirtschaftsrelevanten Themen an. Auf dieser Doppelseite finden Sie Beispiele aus diesem Angebot. Alle Veranstaltungen im Überblick:

Programm 2. Halbjahr 2026

Artikel online lesen: www.hannover.ihk.de/ veranstaltungen

Das komplette Weiterbildungsprogramm der IHK Hannover für das zweite Halbjahr dieses Jahres ist erschienen und liegt als Beilage in dieser Ausgabe. Alternativ finden Sie das Programm als PDF auf der IHK-Website: www.hannover.ihk.de

Ausbilderinnen und Ausbilder

Junge Menschen in Ausbilder- und Führungspositionen

27. August, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €), Tel. 0511 3107-392

Ausbilden mit Wirkung!

1. September, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €), Tel. 0511 3107-392

Rechtliche Aspekte und Organisation der Ausbildung

14. September, 250 € + 19 % USt. (brutto 297,50 €), Tel. 0511 3107-392

Digitalisierung & E-Business

WhatsApp für die Kundenkommunikation (Webinar)

25. August, 150 € + 19 % USt. (brutto 178,50 €), Tel. 0511 3107-377

Azubi-Recruiting über Social Media (Webinar)

26. August, 240 € + 19 % USt. (brutto 285,60 €), Tel. 0511 3107-377

KI in der Praxis (IHK) – Online-Zertifikatslehrgang

2. September bis 3. November, 1.672,27 € + 19 % USt. (brutto 1990 €), Tel. 0511 3107-527

Erfolgreich werben mit Google Ads (Webinar)

2. September, 240 € + 19 % USt. (brutto 285,60 €), Tel. 0511 3107-377

Marketingkanal Google Business Profil (Webinar)

15. September, 160 € + 19 % USt. (brutto 190,40 €), Tel. 0511 3107-377

Barcamp: KI in der Unternehmenskommunikation

8. Oktober, 220 € + 19 % USt. (brutto 261,80 €), Tel. 0511 3107-377

Finanz- und Rechnungswesen

Fachkraft für Buchführung (IHK) - Online-Zertifikatslehrgang

1. September bis 17. November, 1175,63 € + 19 % USt. (brutto 1399,00 €), Tel. 0511 3107-527

Grundlagen Buchführung und Abschluss (IHK)

31. September bis 4. September, 695 € + 19 % USt. (827,05 €), Tel. 0511 3107-392

Data Analyst (IHK) – Online-Zertifikatslehrgang

1. Oktober bis 14. Januar, 1840,34 € + 19 % USt. (brutto 2290 €), Tel. 0511 3107-527

Innovation

Datenräume: Daten automatisiert austauschen Kostenlos. 4. September, Tel. 0511 3107-411

KI in der Produktion – Austauschgruppe Kostenlos. 23. September, online, Tel. 0511 3107-411

International

Mit Lieferantenerklärungen zu Wettbewerbsvorteilen

19. August, 310 € + 19 % USt. (brutto 268,90 €), Tel. 0511 3107-298

Einstieg in die Exportkontrolle

12. September, 260 € + 19 % USt. (brutto 309,40 €), Tel. 0511 3107-298

Praktische Abwicklung von Exportgeschäften

21.-22. September, 450 € + 19 % USt. (brutto 535,50 €),

Tel. 0511 3107-298

Das US-(Re-) Exportkontrollrecht (Online)

29. September, 130 € + 19 % USt. (brutto 154,70 €),

Tel. 0511 3107-298

Management & Persönlichkeitsbildung

GmbH-Geschäftsführung, Teil I: Allgemeine Rechten und Pflichten

24. August, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €),

Tel. 0511 3107-392

Zeit- und Selbstmanagement

2./3. September, 480 € + 19 % USt. (brutto 571,20 €),

Tel. 0511 3107-392

Konflikte in der Ausbildung erkennen und lösen

22. September, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €),

Tel. 0511 3107-392

Kleiner Knigge – erfolgreicher Start in den Beruf

23. September, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €), Tel. 0511 3107-392

Recht und Steuern

Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie (Webinar)

2. September, 150 € + 19 % USt. (brutto 178,50 €), Tel. 0511 3107-392

Compliance für kleine und mittlere Unternehmen

23. September, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €), Tel. 0511 3107-392

Notfallkoffer: Vorsorge für Unternehmen und Familie

10. September, 250 € + 19 % USt. (brutto 297,50 €), Tel. 0511 3107-413

Umsatzsteuer: Reihen- und Dreiecksgeschäfte

21. September, 160 € + 19 % USt. (brutto 190,40 €), Tel. 0511 3107-228

Lohnsteuer – steuerfreie Sachzuwendungen (Webinar)

29. September, 160 € + 19 % USt. (brutto 190,40 €), Tel. 0511 3107-230

Verrechnungspreise: Grundlagen bis Praxis (Webinar)

6. Oktober, 160 € + 19 % USt. (brutto 190,40 €), Tel. 0511 3107-228

Unternehmensfinanzierung & Rating

Unternehmensbewertung: Grundlagen und Besonderheiten

17. September, 120 € + 19% USt (142,80 € inkl. USt.), Tel. 0511 3107-413

Mitarbeitervergütung: Lohn- und Gehaltssysteme unter Druck – was tun?

21. September, 250 € + 19% USt. (297,50 € inkl. USt.), Tel. 0511 3107-413

Motivation und Bindung durch Mitarbeiterbeteiligung

22. September, 150 € + 19 % USt. (brutto 178,50 €), Tel. 0511 3107-413, Tel. 0551 70710-125

Sprechtage

Anerkennungsberatung für Menschen mit ausländischen Berufs- oder Hochschulabschlüssen

Kostenlos. Hameln: 7. September, 5. Oktober; Hildesheim: 12. August, 26. August, 2. September, 7. Oktober; Syke: 10. August, 14. September. Anmeldung: Tel. 0511 3107-517

Gründung und Finanzierung: Business Booster Day mit der NBank

Kostenlos. Göttingen: 12. August, 9. September, Tel. 0551 70710-124

Unternehmensnachfolge

Kostenlos. 26. August, Göttingen, Tel. 0551 70710-125

Patente, Marken & Co. Kostenlos. Hannover: 2. September, 16. September, 2. Oktober, Tel. 0511 3107-260; Göttingen: 3. September, 1. Oktober, Tel. 0551 70710-124

Alle Veranstaltungen finden, soweit nicht anders angegeben, in der IHK Hannover oder deren Geschäftsstellen statt.

Kein Hitzefrei

am Arbeitsplatz

Tropische Temperaturen erschweren das Arbeiten erheblich. Deshalb stellt sich in jedem heißen Sommer erneut die Frage: Haben Arbeitnehmende Anspruch auf „hitzefrei“?

Anders als Schulkinder, die bei hohen Temperaturen gesetzlich hitzefrei bekommen können, besteht für Arbeitnehmende kein genereller Rechtsanspruch darauf.

Eine konkrete gesetzliche Grenze für die zulässige Lufttemperatur am Arbeitsplatz gibt es nicht. Auch eine Klimaanlage ist nicht vorgeschrieben. Dennoch sind

Arbeitgebende verpflichtet, bei steigenden Temperaturen geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Dazu zählen beispielsweise nächtliches Lüften oder das Herunterlassen von Rollläden. Verbindlich vorgeschrieben ist lediglich der Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung, etwa durch Jalousien, Vorhänge oder Sonnenblenden.

Für bestimmte Arbeitsplätze – etwa in Grillstuben oder an Hochöfen – gelten aufgrund der Arbeitsbedingungen ohnehin besondere Regelungen. Auch für Schwangere und stillende Mütter bestehen

Neue Pfändungsgrenzen

Schuldner, die einer Pfändung unterliegen, haben seit dem 1. Juli monatlich mehr Geld zur Verfügung. Nach der Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2026 steigt der Sockelbetrag von 1555,00 Euro auf 1587,40 Euro. Arbeitgeber müssen dies bei von Lohnpfändung betroffenen Mitarbeitern automatisch berücksichtigen. Die Anpassung der Freigrenzen erfolgt jährlich gemäß § 850c ZPO und berücksichtigt die wirtschaftliche Entwicklung sowie das Existenzminimum. Pfändungsfreigrenzen schützen das Existenzminimum von Schuldnern. Sie legen fest, welcher Teil des Einkommens unpfändbar ist, um die grundlegenden Lebenshaltungskosten zu sichern. Die Höhe der Freigrenzen richtet sich nach dem Nettoeinkommen und der Anzahl der unterhaltspflichtigen Personen.

aufgrund ihres besonderen Schutzbedarfs gesonderte Vorschriften.

Um die Belastung durch Hitze zu reduzieren, sollten Vorgesetzte und Mitarbeitende gemeinsam nach Lösungen suchen. Möglich sind etwa flexible Arbeitszeiten, die Nutzung von

Wird dem Arbeitgeber ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss zugestellt, wird dem Arbeitgeber verboten, gepfändetes Gehalt an seinen Mitarbeiter auszubezahlen. Bei der Gehaltsabrechnung muss er die gepfändeten Einkommensteile selbst berechnen. (sam) W

Bekanntmachung

Erlöschen der Bestellung

Bei dem nachfolgend aufgeführten Sachverständigen ist die öffentliche Bestellung und Vereidigung erloschen:

Dr. rer. nat. Gerke Hoppmann

Bootsweg 30, 31535 Neustadt

Sachgebiet: Schall- und Schwingungstechnik

Gleitzeit, der Abbau von Überstunden, gelockerte Kleiderordnungen oder das Bereitstellen von kostenlosen Getränken oder Eis. Ebenso kann es sinnvoll sein, körperlich anstrengende Tätigkeiten in die kühleren Morgenstunden zu verlegen. (th) W

Einladungen rechtssicher zustellen

+++ Ein Einwurf-Einschreiben reicht nicht aus, um den Zugang eines Schreibens rechtssicher nachzuweisen. Dies hat das Bundesarbeitsgericht im Mai entschieden. Um den Zugang eines Schreibens rechtssicher belegen zu können, wird aus Beweisgründen empfohlen, das Schreiben per Einschreiben mit Rückschein zu versenden. (AZ: 4 SLa 26/24) hannover.ihk.de

Nr. 7074620

Der Gesellschaftsvertrag einer GmbH kann bestimmen, wie die Einladung zur Gesellschafterversammlung erfolgen soll, und damit sogar die gesetzlich vorgeschriebene Form des eingeschriebenen Briefes abbedingen. Das zeigt ein Urteil des Oberlandesgerichts Celle. (AZ: 9 U 64/24) hannover.ihk.de

Nr. 7098462

URTEILE IN KÜRZE

Minister reist nach Serbien sowie Bosnien und Herzegowina

Vom 11. bis 16. Oktober wird der niedersächsische Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne Serbien sowie Bosnien und Herzegowina besuchen. Unternehmen, die mitreisen wollen, können sich noch bis zum 15. August melden.

Vorgesehene Stationen der Reise sind Belgrad und Sarajevo. Die Reise dient dem Ausbau der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Niedersachsen und Serbien beziehungsweise Bosnien und Herzegowina besuchen. Im Mittelpunkt stehen die Themen Absatz und Einkauf, Investitions- und Kooperationsmöglichkeiten, digitale Wirtschaft und Künstliche Intelligenz, Fachkräftesicherung, Agrar- und Ernährungswirtschaft, Energiewirtschaft und erneuerbare

Sarajevo in Bosnien wird auch von der Delegation besucht.

Energien. Das Programm wird wirtschaftliche und politische Gespräche, Netzwerkveranstaltungen sowie Unternehmensbesuche vorsehen. Unternehmen mit entsprechendem Interesse sind eingeladen, sich zu melden. Nähere Informationen zur Reise, zu den Kosten und zur Anmeldung finden sich auf der Website der IHK Hannover. (dr) W www.hannover.ihk.de Nr. 7108752

Vom Wissen zur Wirkung –Technologietransfer neu gedacht

Konferenz für Neudenker*innen 9. September 2026

ASTOR Grand Cinema Hannover www.knowledgemove.de

Buchtitel: Verlag zu Klampen

Weichenstellungen

Auf Schienen in die Zukunft – seit 1835: Johann-Günther Königs Kulturgeschichte der Eisenbahn ist nach wie vor lesenswert.

Diese beiden Bücher gehören eigentlich zusammen: Johann-Günther König hat sich für den Springer Verlag zu Klampen mit der Eisenbahn beschäftigt: 2017 mit einer unvermeidlich nach wie vor aktuellen Kulturgeschichte, und sieben Jahre später (Anschluss verpasst? www.t1p.de/3gkzi) mit der Krise der deutschen Bahn Deren schmerzhafte Bewältigung gerade ins Rollen kommt. Oder eben auch regelmäßig nicht. Doch bleiben wir bei der Kulturgeschichte. Weil es einfach schöner ist, sich damit zu beschäftigten. Nicht umsonst gibt es ja den Begriff der Eisenbahnromantik. Auch wenn das auch in der frühen Zeit keineswegs immer so war. Und eigentlich kommt es letzten Endes wohl mehr darauf an, mit wem man reist.

Pünklich wie die deutsche Bahn?

Eine kulturgeschichtliche Reise bis in die Gegenwart.

Von JohannGünther König. Verlag zu Klampen, Springe 2017.

224 Seiten, 17,99 Euro. ISBN 978-3-866747135

König stützt sich zum Beispiel auf Friedrich Wilhelm Hackländer, der in den 1860er Jahren über das Eisenbahnfahren schrieb, im Stile einer Reportage. Da lässt er einen Herrn Schmauder zunächst in der Schlange stehen, um ein Billett für die schmauchende (!) Bahn zu erstehen. Um später den Zugmeister sagen zu hören: „Es ist rein zum Davonlaufen, jetzt haben wir schon zwanzig Minuten Verspätung – na, die Bayern werden uns wieder auslachen.“ Und noch später, auf die Frage, ob der Anschlusszug voll sein wird: „Stark besetzt sein? – Fragen Sie lieber, ob unsere Wagen ausreichen werden, um Alles das fortzubringen.“

Ist ja heute alles anders. Internetbuchung, nicht die Bayern lachen und über 20 Minuten würde sich mancher freuen. Aber überfüllte Wagen gibt’s noch, oder?

Aber nicht nur Hackländer kommt zu Wort, auch Hans Castorps Reise zum Zauberberg nahe Davos ist Thema. Fast unvermeidlich

ist Thomas Manns Romans der Ausgangspunkt für das Lesen in der Bahn: „Um 1870 gab es ein Dutzend Bahnhofsbuchhändler, um 1900 gut zweihundert, um 1930 knapp sechshundert“, schreibt König. Und was gibt es Besseres, wenn dann von den Buchseiten der Blick nicht nur durch Fenster in die vorbeiziehende Landschaft geht, sondern wenn auch in den Sinn kommt, wo die Eisenbahn sonst noch auftaucht: In der Musik, etwa dem legendären Locomotive Breath von Jethro Tull, dem A-Train Duke Ellingtons oder dem Mystery Train von Paul Butterfield. Oder im Film, angefangen beim General von und mit dem niemals lachenden Buster Keaton, der Brücke am Kwai, dem Runaway Train quer durch Alaska, Und natürlich: Spiel mir das Lied vom Tod, der Westernklassiker, der die Weiche stellt, um zu Königs Kulturgeschichte der Bahn zurückzukommen. Denn der Westernklassiker dreht sich letzten Endes um Geld. Und wenn nicht Film und Musik, dann hat aber König umso mehr das im Blick: Privatgegen Staatsbahn in den Anfangsjahren, die Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung, die Unternehmen. Hannover taucht kurz auf: Georg Egestorff, und nachfolgend Bethel Henry Strousberg. Natürlich, die Lokomotiven stehen immer im Mittelpunkt, auch bei König. Dabei gab es doch in Hannover und drumherum auch eine höchst interessante Waggonbau-Industrie. Abgesehen davon war ja der als Durchgangs-, nicht als Kopfstation gebaute Bahnhof in der Residenzstadt, später Provinzial- und heute Landeshauptstadt von Anfang an stadtbildprägend. Und was das mit dem Kreuzungspunkt Lehrte zu tun hat, ist ebenfalls Thema bei König. Wobei Lehrte mit dem „Megahub“ – was für ein Wort! – inzwischen weiter an Bedeutung gewonnen hat. Was allgegenwärtig ist, wird leicht übersehen. Es sei denn, man ärgert sich drüber. Johann-Günter König macht aber mit seinem Buch deutlich, was kulturell, ökonomische und gesellschaftlich hinter der Bahn steckt. Und das höchst lesenswert - auch oder gerade heute noch angesichts der zukunftssuchenden deutschen Bahn. (pm) W

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INNO TAPE: MIT DEM CHEF AUF INSTAGRAM

Das macht nicht jeder Chef mit: Thomas Weiser, Geschäftsführer der Inno Tape GmbH aus Alfeld, spielt neben Content Creatorin Alisha Leuci eine Hauptrolle in den Videos seiner Firma.

Wo gepostet? Instagram, Tiktok, Youtube, LinkedIn von Georg Thomas

Der QR-Code führt zum Instagram-Kanal von Innotape: www.instagram.com/ inno_tape

Was Inno Tape macht, sieht man nicht. Meistens. Denn das Alfelder Unternehmen ist Spezialist in der Anpassung von Klebebändern, die in der Automobilindustrie zum Einsatz kommen – zum Beispiel zum Befestigen, Verbinden, Dichten oder Abschirmen. Während die Inno-Tape-Produkte eher im Hintergrund bleiben, möchte das vor 20 Jahren gegründete Unternehmen sichtbar sein und von Kunden wie potenziellen neuen Mitarbeitenden wahrgenommen werden. „Wer unsichtbar ist, ist irgendwann weg“, sagt Geschäftsführer Thomas Weiser.

Inno Tape ist schon seit einigen Jahren bei LinkedIn, Tiktok, Instagram und Youtube shorts aktiv. Seit März gehört zu dem 140-köpfigen Team des Unternehmens auch die Social-Media-Expertin Alisha Leuci. Die 27-Jährige hat bereits während ihres Marketingmanagementstudiums seit 2019 für viele Unternehmen als Content Creatorin gearbeitet. „Als ich die Stelle bei Inno Tape sah, musste ich nicht lange überlegen. Ich bin in der Region aufgewachsen und hatte bislang nur Positives gehört.“

Bei den Videos und Beiträgen, die gepostet werden hat die Alfelderin völlige Freiheit. „Ich

vertraue da Alisha, so wie auch anderen aus unserem Team“, erklärt der Geschäftsführer, den alle nur Thomas nennen. „Wir duzen uns schon immer bei Inno Tape.“ So muss der Geschäftsführer in den Videos auch mal den Gen-Z-Klassiker „Hannah Montana“ schauen, eine Geschenk von allen Mitarbeitenden in Empfang nehmen oder eine spontan wirkende Modenschau über sich ergehen lassen. Am meisten Aufrufe hat das Unternehmen bislang mit einem Video erzielt, in dem Alisha Leuci ihrem Chef stolz ein Tattoo präsentiert – natürlich kein echtes. Die Szene mit dem Aufklebe-Tattoo mit dem Gesicht von Thomas Weiser wurde mehr als 200 000 Mal bei Instagram und Tiktok angesehen. Neben den Videos, die Thomas Weiser in ungewöhnlichen oder überraschenden Situationen zeigen – Beispiel „Thomas muss auf dem Reiterhof helfen“ – gibt es auch viele Videos aus dem Unternehmen, in denen Mitarbeitende kleine Rollen übernehmen. Die meisten der Videos haben bei Instagram zwischen 7000 und 10 000 Aufrufe erreicht.

Für Ältere oder Menschen ohne InstagramErfahrung erschließen sich manche Inhalte nicht – aber das ist ja auch nicht das Ziel.

Foto:
Screnshot

Niedersächsische

IMPRESSUM

Herausgeberin

Industrie- und Handelskammer Hannover

Bischofsholer Damm 91, 30173 Hannover

Telefon: 0511 3107-268, Telefax: 0511 3107-450

E-Mail: kommunikation@hannover.ihk.de

Internet: www.hannover.ihk.de

August 2001

Feilschen? Veilchen? Reporterglück: Für die „Tagesthemen“ am Tag 1 nach dem Rabattgesetz wird ein feilschender Käufer gesucht. Ein Mann, der gerade bündelweise Rosen kauft, scheint ideal. Doch der Rosenkäufer bringt es, den Arm voller Blumen und ARD-Mikrophon unter der Nase, auf den Punkt: „Ich will nicht feilschen, ich will Rosen.“

Überrollt uns nach der Freß-, Reise und Bildungswelle eine elektronische Kommunikationsspringflut? Zumindest bis zur Jahrtausendwende bleibt der Bundesrepublik nach dem jetzt vorgelegten Gutachten des Professors Witte die Telekratie per totaler Verkabelung erspart. Der „Homo informaticus“, der von seinem Heim aus in ganz ungeselliger Weise mit der Umwelt telekommuniziert, wird erst der Mensch des 21. Jahrhunderts sein. August 1976

LinkedIn: www.linkedin.com/company/ihk-hannover Facebook: www.facebook.com/ihkhannover

Redaktion

Chefredakteur: Klaus Pohlmann, Telefon: 0511 3107-269

E-Mail: klaus.pohlmann@hannover.ihk.de

Redaktion: Barbara Dörmer, Telefon: 0511 3107-212, barbara.doermer@hannover.ihk.de; Georg Thomas, Telefon: 0511 3107-468, georg.thomas@hannover.ihk.de

E-Mail: nw@hannover.ihk.de, Internet: www.nw-ihk.de

Facebook: facebook.com/NiedersaechsischeWirtschaft

Verlag

Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

Hans-Böckler-Allee 7, 30173 Hannover, Telefon 0511 8550-0

info@schluetersche.de, www.schluetersche.de

Geschäftsführung: Ansgar Heise

Media Sales

Jennifer Karpinski (Head of Sales) sales@schluetersche.de

Die erste große internationale Bauausstellung nach dem Kriege schließt am 12. d. M. in Hannover ihre Pforten. Sie brachte in den letzten Wochen einen verstärkten Besuch, nachdem anfangs nur die Fachleute gekommen waren. Es wird berichtet, daß sich unter den Besuchern Zehntausende von Frauen befanden, die ein besonders lebhaftes Interesse dran hatten, sich vor allem über die zweckmäßigste Innengestaltung der Wohnung zu orientieren.

August 1951

Titelfoto

Torsten Hamacher (mit KI Firefly)

Erscheinungsweise

Die Zeitschrift erscheint sechs Mal jährlich

Erscheinungstermin

Für diese Ausgabe: 3. August 2026 Bezugspreis

Jährlich 69,50 Euro einschließlich Portokostenanteil und MwSt. Bezug durch den Verlag.

Sperrung der Landstraßen für Lastkraftwagen. In verschiedenen Landkreisen des Wirtschaftsgebietes Niedersachsen-Kassel sind mit der Begründung, daß der Zustand der Straßen, insbesondere der Unterbau, dem Verkehr mit schweren Lastkraftwagen nicht gewachsen ist, fast sämtliche Straßen für den Verkehr mit Lastkraftwagen, die ein bestimmtes Gewicht überschreiten, gesperrt worden.

August 1926

Mitglieder der IHK Hannover können die Zeitschrift auf Anforderung erhalten, der Bezug ist durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten. Der Bezug der IHK-Zeitschrift „Niedersächsische Wirtschaft“ erfolgt im Rahmen der grundsätzlichen Beitragspflicht als Mitglied der IHK. Mit Namen und Initialen gekennzeichnete Beiträge geben nicht in jedem Fall die Ansicht des Herausgebers und der Redaktion wieder. Keine Gewähr für unverlangt eingesandte Manuskripte oder Besprechungsexemplare. Nachdruck und elektronische Vervielfältigung des Inhalts nur nach ausdrücklicher Genehmigung, mit Quellenangabe und unter Einsendung eines Belegexemplars.

Druck

Das Ergebnis der 1875er Seidenernte ist von zuverlässiger Seite geschätzt und auf Kilo Grège (Anm. d. Red.: Naturseide) für Italien 2.606.000, Frankreich 732.100, Spanien 115.100; Türkei, europäische 130.700, Türkei, Broussa 152.000, Türkei, Syrien 135.700, Griechenland 16.000, Persien 310.000, insgesamt für diese Länder auf 4197.600 Kilo (gegen 4675.300 in 1874). August 1876

Bonifatius GmbH Druck – Buch – Verlag Karl-Schurz-Straße 26, 33100 Paderborn verkaufte Auflage: 21 236, verbreitete Auflage: 21 608 Druckauflage: 21 650

2. Quartal 2026

IHK Hannover.

Miteinander erfolgreich

Das auf Live-Kommunikation spezialisierte Unternehmen Holtmann+ aus Langenhagen beteiligt seit 20 Jahren ihre Mitarbeitenden am Unternehmen.

Vom kleinen Familienbetrieb hat sich Holtmann+ zu einem international tätigen, agilen 360-Grad-Full-Service-Anbieter der Livekommunikation mit aktuell rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickelt. Wichtiger Teil der Erfolgsgeschichte ist ein Beteiligungsprogramm, das in diesem Jahr das 20. Jubiläum feiert und die Belegschaft zu Mitunternehmern macht.

Das Unternehmen wurde 1950 in Langenhagen bei Hannover als Tischler- und Zimmereibetrieb gegründet. Die tiefe Handwerkserfahrung setzte Holtmann später auch im Messebau ein, nachdem 1947 in Hannover erstmals eine Exportmesse stattfand, die vier Jahre später in Hannover Messe umbenannt wurde. Durch internationale Projekte an Messestandorten weltweit wuchs Holtmann zu einem führenden Unternehmen mit heute

„Unser Mitarbeiterbeteiligungsprogramm ist ein wertvoller Baustein unserer partnerschaftlichen Unternehmenskultur.“

Ilka Schulze, Geschäftsführerin der Mitarbeitergesellschaft

zwei Standorten: Hannover und seit 2010 auch Nürnberg.

Der Unternehmer Claus Holtmann führte das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm 2006 ein. Es ging ihm darum, die Belegschaft am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Gleichzeitig unterstrich er damit sein großes soziales Engagement. Vom Start weg wurde das Angebot von den Mitarbeitern gut angenommen, die gerne zu Mitunternehmern wurden.

Programm als Anker in der Pandemie

Die Verwerfungen der Corona-Pandemie brachten Messen zunächst zum Erliegen und forderten schnelle, kreative Neuansätze. Heute als Holtmann+ firmierend, liegt ein Transformationsprozess gewissermaßen im Zeitraffer hinter den Mitarbeitenden. In dieser herausfordernden Phase zeigte sich der

STEFAN PREUSS
Foto: Holtmann/Markus
Schwalenberg
Der Messestand Kanada wurde im April auf der Hannover Messe für den Kunden Next Gen gebaut.

Mehrwert des bereits etablierten Beteiligungsprogramms, erinnert sich Geschäftsführer

Jörg Zeißig: „Es hat sich ein besonderer Spirit gezeigt, ein Gemeinschaftsgefühl, das dem Unternehmen geholfen hat, aus der Pandemie gestärkt hervorzugehen.“ Nicht zuletzt half auch das Mitarbeiter-Kapital, die Transformation zu finanzieren.

„Unser Mitarbeiterbeteiligungsprogramm ist ein wertvoller Baustein unserer partnerschaftlichen Unternehmenskultur“, betont Ilka Schulze, die als Geschäftsführerin der Mitarbeitergesellschaft die Organisation verantwortet. Unter dem Motto „Fair miteinander erfolgreich“ werden Teamarbeit, Partnering, die eigenverantwortliche Gestaltung der Arbeitszeit sowie zielorientiertes Denken und Arbeiten seit nun 20 Jahren als wichtige Erfolgsfaktoren definiert.

Beschäftigte als stille Gesellschafter Holtmann+ hat ein System gewählt, bei dem sich die Mitarbeiter als stille Gesellschafter über die Holtmann Mitarbeiterbeteiligungs GmbH (HMG) engagieren. Der Nennwert eines Holtmann-Beteiligungsscheins beträgt 250 Euro. Der Kauf von bis zu drei Anteilen wird unterstützt, und zwar mit 100 Euro für den ersten und je 50 Euro für den zweiten und dritten Schein – statt 750 Euro müssen Mitarbeitende also nur 550 Euro zahlen. Wer darüber hinaus noch weitere Beteiligungsscheine erwerben möchte, kann dies bis zu einem Gesamtbetrag von 5000 Euro jährlich tun, allerdings ohne Discount. Damit sind die Beschäftigten am Unternehmensergebnis beteiligt.

Die HMG verzinst diese Einlage abhängig vom Unternehmensergebnis. Die Verzinsung ist auf maximal 13 Prozent gedeckelt; rutschte Holtmann+ in die roten Zahlen, würde maximal 1 Prozent abgezogen. Henning Ordas, ebenso langjähriger Mitarbeiter und Teilnehmer am Programm, befindet das als „hochattraktive Anlageform“. Die Renditeaussicht bewege ihn jedes Jahr aufs Neue am Programm teilzunehmen. Das dürfen übrigens auch schon Auszubildende. „Wir kannten das als Möglichkeit gar nicht und finden es sehr positiv“, heißt es von den Auszubildenden. Es war für viele daher keine

„Es

hat sich ein besonderer Spirit gezeigt, ein Gemeinschaftsgefühl, das dem Unternehmen geholfen hat, aus der Pandemie gestärkt hervorzugehen.“

Jörg Zeißig, Geschäftsführer Holtmann GmbH & Co. KG

Frage, einen Anteilsschein zu kaufen – und dies auch weiter regelmäßig zu machen.

Thesaurierung der Gewinne möglich

Die HMG führt ein Beteiligungskonto, auf dem Gesellschaftseinlagen gebucht werden. Teilnehmende Mitarbeiter sind stille Gesellschafter der HMG. Die Höhe der Einlagen entspricht dem Nennwert der Beteiligungsscheine und übersteigt somit den real geleisteten Kaufbetrag um den Förderbetrag. „Auf Wunsch aus dem Mitarbeiterkreis haben wir seit 2012 die Möglichkeit geschaffen, Anteile über das Jahr hinweg anzusparen“, führt Schulze aus. Ebenfalls auf Wunsch der Beteiligten gibt es seit 2016 die Möglichkeit, die Zinsen (ohne Kapitalertragsteuer und Solidarzuschlag, die direkt an das Finanzamt abgeführt werden) für den Kauf von Anteilen des Folgejahrs stehenzulassen. Der Erwerb jedes Beteiligungsscheins ist auf mindestens fünf Jahre angelegt. „Diese Sperrfrist ist notwendig, denn nur so können langfristige Investitionen bei der HKG finanziert werden“, erläutert Zeißig.

In der Panemie bewährt

Für Zeißig und Schulze stellt die Mitarbeiterbeteiligung ein sehr effizientes Werkzeug dar, Mitarbeitende zu finden und sie zu halten. Insbesondere in Sondersituationen wie der Pandemie habe sich das Angebot bewährt: „Es ist eine wichtige unternehmerische Aufgabe, das Team zusammenzuhalten. Das fällt umso leichter, je größer die Vertrauenssphäre ist und die Motivation der Mitarbeiter, am Unternehmen festzuhalten und es zu stützen.“ W

Zeiten des Wandels - schon immer

Eigentlich ist es wie immer. Es wird lange gewarnt, gefürchtet: Wenn wir nicht aufpassen, könnte da etwas auf uns zukommen. Und irgendwann, ohne dass wir es so richtig gemerkt hätten, sind wir mittendrin.

Klimawandel? Auch so ein Thema. Aber was sich jetzt gerade und besonders schmerzhaft ins Bewusstsein drängt, heißt Deindustrialisierung. Klar, der Begriff ist schon seit ein paar Jahren in der Welt, aber lange mit dem Zusatz: drohend. Und jetzt?

Im Juli hat die Agentur für Arbeit Zahl veröffentlicht. Die Zahl der Beschäftigten ist im Verarbeitenden Gewerbe 2025 deutschlandweit um 177 000 gesunken. Der Anteil der Industrie am deutschen Bruttoinlandsprodukt liegt jetzt unter 20 Prozent, nachdem er lange irgendwo in der Größenordnung um 23 Prozent stabil war.

Und nimmt man nur Hannover, dann waren die Nachrichten zuletzt auch eher Besorgnis erregend. Die Automobilindustrie steckt in der Krise, und auch andere Industriezweige stehen unter Druck.

Deindustrialisierung? Vor ein, zwei Jahren war das noch ein schwieriger Begriff. Da wurde erstmal nach den Kriterien gefragt, an denen man das festmachen könne. Und jetzt? Sind wir nun mittendrin? Oder was?

Auf jeden Fall hat die Europäische Union den Industrial Accelerator Act auf den Weg gebracht, um den es in den kommenden Monaten noch reichlich Diskussionen geben dürfte. Der soll die europäische Industrie stärken. Auch das beantwortet die Frage noch nicht, ob wir nun schon in einer Phase der Deindustrialisierung sind oder ob es noch immer nur eine drohende Perspek-

tive ist. Aber irgendwann hat sich der Begriff "gefühlt" eingebürgert: Angesichts der jüngsten Nachrichten - tatsächlicher oder erst noch angekündigter Stellenabbau, Abwanderungstendenzen und Investitionspläne - sind wir doch gefühlt drin in einer Zeit, in der die Bedeutung der Industrie schwindet.

In gewisser Weise ist das nicht neu. Dass ganze Branchen verschwinden, begleitet die Wirtschaftsgeschichte schon immer. Mehr noch: Die Industrialisierung hat eine ganze Form des Wirtschaftens zur Seite gefegt. Nehmen wir nur Hannover: Hier war mal die Textilindustrie wichtig. Dort steht heute das Ihmezentrum. Auch dort, wo noch vor Jahrzehnten Fabriken dröhnten, ist es heute still. Manchmal fast ländlich.

Das ist, was die Industriegeschichte lehren kann: Sie macht den Wandel greifbar. Das, was Schumpeter die schöpferische Zerstörung nannte. Vor allem, wie notwendig das Schöpferische dabei ist: Wenn man weiß, was alles nicht mehr ist, wird umso deutlicher, dass immer etwas an dessen Stelle treten muss. Um die Lücken zu schließen. Das hat immer geklappt. Bislang.

Für viele hat die Industriegeschichte einen Reiz an sich, den Reiz des Authentischen, die Magie eines Ortes. Aber Geschichte ist eben nicht Vergangenenheit. Sondern etwas, das in der Gegenwart wirkt. Auch deshalb lohnt es, sich mit dem zu beschäftigen, was war.

Im Webmagazin der Niedersächsischen Wirtschaft lesen Sie deshalb ein Plädoyer für die Wirtschafts-, die Unternehmens-, die Industriegeschichte. Weil die Beschäftigung damit gerade heute wichtig ist. (pm)

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