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Niedersächsische Wirtschaft 3/2026

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Niedersächsische

Erfolgreich

DIE BESTEN GESCHICHTEN SCHREIBT DIE WIRTSCHAFT!

Wir gratulieren zu 80 Jahren Journalismus für Industrie und Handel in Niedersachsen.

Das nächste Kapitel für Logistik und Gewerbe. Verfügbare Flächen im Panattoni Campus Hannover Zentrum.

Stimme und Spiegel

Als am 15. Mai 1946 die erste Ausgabe der „Niedersächsischen Wirtschaft“ als Blatt der britischen Militärbehörden und Zeitschrift für alle niedersächsischen Industrie- und Handelskammern erschien, war Niedersachsen noch nicht einmal gegründet. Umso bemerkenswerter ist es, dass bereits damals wirtschaftliche Akteure den Anspruch hatten, über Entwicklungen in einer zusammengehörenden Wirtschaftsregion zu informieren, Zusammenhänge zu erklären und Orientierung zu geben – in einer Zeit des Umbruchs und des Neuanfangs.

80 Jahre später steht die „Niedersächsische Wirtschaft“ in dieser Tradition. Sie ist nicht nur ein Fachmagazin, sondern zugleich Spiegel der wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes. Dabei reicht ihre Geschichte – über das „Wirtschaftsblatt Niedersachsen“ – bis ins Jahr 1921 und sogar noch weiter zurück. Schon im Namen zeigt sich die enge Verbindung zur wirtschaftlichen Identität unseres Landes, das sich nach dem Krieg erst noch formieren musste.

Diese Verbindung von wirtschaftlicher Praxis, regionaler Verankerung und öffent licher Debatte ist bis heute von zentraler Bedeutung. Gerade in Zeiten tiefgreifen der Veränderungen – von der Digitali sierung über den Klimaschutz bis hin zu geopolitischen Verschiebungen – braucht es Orte der Einordnung und des fachli chen Austauschs. Die „Niedersächsische Wirtschaft“ leistet dazu seit Jahrzehnten einen verlässlichen Beitrag.

Als Wirtschaftsminister erlebe ich täglich, wie wichtig gut infor mierte und vernetzte Akteure für die Zukunft unseres Landes sind. Niedersachsen steht vor großen Herausforderungen, verfügt aber zugleich über außerge-

wöhnliche Stärken: eine leistungsfähige Industrie, innovative mittelständische Unternehmen und eine starke Kammerorganisation, die Interessen bündelt und in die Fläche trägt.

Ein unabhängiger, fachlich fundierter Austausch – wie ihn Ihr Magazin ermöglicht – ist eine wichtige Grundlage dafür, diese Stärken weiterzuentwickeln. Er schafft Transparenz, fördert Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge und trägt dazu bei, dass wirtschaftspolitische Entscheidungen breit eingeordnet werden können.

Ich danke allen, die die „Niedersächsische Wirtschaft“ über viele Jahrzehnte hinweg geprägt haben – und wünsche dem Magazin auch für die Zukunft eine klare Stimme, neugierige Leserinnen und Leser und weiterhin den Mut, wirtschaftliche Entwicklungen kritisch und konstruktiv zu begleiten.

Herzlichen Glückwunsch zum 80-jährigen Bestehen!

Grant Hendrik Tonne

Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen

Niedersächsische WIRTSCHAFT

3|2026

und Pfeifenhaus König & Schubert 47 Sport Sponsoring: Nostima und MTV Engelbostel-Schulenburg 48

Praxis

Recht 50 • Nachhaltigkeit 52 • Fachkräfte 56 • WBC / IdeenExpo 56

Vermischtes & andere Rubriken

Aufschlag 3 • Zeitreise/Impressum 41 • Gestartet 42 • Firmenjubiläen 45 • Unternehmensbörse 49 • Buchbesprechung: Schuld ist nicht die KI 62 • Hanseraumkonferenz 2026: Die junge Wirtschaft im Norden trifft sich in Hannover 63 • Leidenschaft: E-Mopeds 64 • Ausstieg 66

Wir gratulieren zum 80. Jubiläum! Wo unternehmerisches Denken auf finanzielle Kompetenz tri t.

Immer nah am Mittelstand: Als verlässlicher Partner feiern wir mit der Niedersächsischen Wirtschaft. www.nordlb.de/firmenkunden

Homo oeconomicus: Wie Adam Smith singt

Nicht nur die Niedersächsische Wirtschaft feiert Jubiläum. In ganz anderen Dimensionen bewegt sich Adam Smith - in jeder Hinsicht. Vor 250 Jahren erschien sein Werk über den Reichtum der Nationen: Ursprung der Volkswirtschaftslehre. Die Staatsoper Hannover hat ihn jetzt aber auch auf die Bühne gebracht. Wie kligt der Wirtschaftsmensch? Der Homo oeconomicus: So heißt das Stück, das bis Ende Mai auf dem Programm stand, unter anderem mit Smith und seiner Mutter Margaret Doglas. Und ist man ökonomisch vorgeprägt, wirken Smith’sche Kernsätze etwa von der unsichtbaren Hand auf einer Opernbühne geradezu unwirklich. Doch es geht nicht um Nachhilfe in ökonomischer Theoriegeschichte. Sondern um Impulse für Fragen unserer Zeit. Mehr: Seite 60/61.

Foto: Bettina Stöß

Seit 80 Jahren

Die Niedersächsische Wirtschaft, die Sie gerade in Händen halten, ist jetzt fast auf den Tag genau 80 Jahre alt. Erstmals erschien sie als Zeitschrift der sich gerade neu findenden Industrie- und Handelskammern Mitte Mai 1946. Das Land Niedersachsen, nach dem sie benannt ist, gab es noch gar nicht.

Hildesheim-Empfang: Klare Forderungen

DWir haben dieses Jubiläum zum Anlass genommen, um zurückzublicken: Was war 1946, wie weit reichen die Vorläufertitel zurück, wer war der erste Chefredakteur? Lesen Sie mehr ab Seite 29. Und wir freuen uns natürlich über einen Beitrag von Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne, ganz am Anfang dieser Ausgabe.

Über die Wirtschaft, über Unternehmen in der Region schreiben - und für sie. Darum geht es uns als IHK-Zeitschrift. Deshalb finden Sie außer den Beiträgen zum NW-Jubiläum natürlich weitere Theman. Manche sind neu: Niemand dachte vor acht Jahrzehnten an das Internet, an Influencer, Influencerinnen. Andere Themen dieser Ausgabe begleiten die Niedersächsische Wirtschaft von Anfang an: Konjunktur oder die Messe in Hannover zum Beispiel. Und wir berichten auch in dieser Ausgabe über Unternehmen. Nicht ganz zufällig steht dabei eines im Mittelpunkt, das auch eine lange Geschichte hat. Lesen Sie mehr ab Seite 42. Und überhaupt: Viel Spaß mit dieser Jubiläumsausgabe.

ie Wirtschaft braucht Verlässlichkeit, Planbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit insbesondere bei den Energiepreisen. Diese Themen dominierten den regionalen Jahresempfang der IHK in Hildesheim, zu dem am 19. Mai mehr als 200 Gäste in die Hildesheimer Halle 39 gekommen waren. „Energie ist längst nicht mehr nur ein Kostenfaktor. Sie ist zu einer Standortfrage geworden“, sagte IHK-Präsident Gerhard Oppermann, der sich zudem für einen „fundamentalen Wechsel des Mindsets in Verwaltungen“ aussprach, um die Bürokratie zu verringern. Berichtspflichten seien auf das Nötigste zu reduzieren und die Verwaltung müsse weiter an der konsequenten Digitalisierung arbeiten.

Vizepräsident Karsten Krüger warnte unter anderem vor der Einführung einer Verpackungssteuer und forderte planbare Genehmigungsverfahren. Im Talk diskutierte IHK- Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt mit Ottmar von Holtz (Lan-

desbeauftragter für regionale Landesentwicklung Leine-Weser), Dr. Jakob Dohse (Geschäftsführer MeKo Manufacturing, Sarstedt) und Dr. Kai Schiefelbein (Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiebel-Eltron Gruppe) über die wirtschaftlichen Perspektiven der Region. Nach zwei schwierigen Jahren konnte Geschäftsführer Schiefelbein für die Stiebel-Eltron-Gruppe Positives berichten: „Wir sind in einem Boom. Es geht uns gerade richtig gut“. Die steigenden Preise für fossile Energie und die Annahme, die staatlichen Förderungen könnten gekürzt oder verändert werden, seien dafür verantwortlich. Auch Jakob Dohse von MeKo konnte von ersten positiven Ergebnissen auf dem Weg zur Marktreife für ein innovatives Produkt seines Unternehmens berichten. Die Unternehmen formulierten beim Jahresempfang der IHK in Hildesheim aber auch zahlreiche Wünsche an die Politik, um ihre Wettbewerbsfähigkeit auch in Zukunft zu sichern. (gt) W

Sie standen beim Jahresempfang in Hildesheim auf der Bühne: IHK-Präsident Gerhard Oppermann (v.l.n.r.), Hildesheims Oberbürgermeister Ingo Meyer, IHK-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt, Dr. Kai Schiefelbein (Vorsitzender der Geschäftsführung Stiebel-Eltron-Gruppe), Dr. Jakob Dohse (Geschäftsführer MeKo Manufacturing) Ottmar von Holtz (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung Leine-Weser) und IHK-Vizepräsident Karsten Krüger.

Foto: Moritz Frankenberg

Präsident Gerhard Oppermann, mit Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt und Geschäftsstellenleiter Constantin von Kuczkowski in den neuen Räumen in Syke.

IHK-Geschäftsstelle ist umgezogen

Die IHK-Geschäftsstelle für den Landkreis Diepholz ist aus Bruchhausen-Vilsen wieder zurück nach Syke gezogen. Zur feierlichen Eröffnung am 21. Mai begrüßten IHK-Präsident Gerhard Oppermann und IHK-Chefin Maike Bielfeldt 40 Gäste in den neuen Räumen. Unter ihnen waren auch Landrat Volker Meyer, der stellvertretende Syker Bürgermeister Florian Kastner und der Wirtschaftsausschussvorsitzende Ludolf Roshop. Geschäftsstellenleiter Constantin von Kuczkowski und sein dreiköpfiges Team sind dort montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr persönlich erreichbar - alternativ per Tel. 04242 78298-0 oder diepholz@hannover. ihk.de. (skl) W

Leistungsspiegel der IHK für 2024/2025

„Raus aus der Komfortzone“: In einer Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit braucht es Mut, neue Wege zu gehen und entschlossen zu handeln.

Der aktuelle Leistungsspiegel der IHK Hannover ordnet die aktuelle Lage ein, benennt zentrale Herausforderungen und zeigt, wo jetzt Veränderungen notwendig sind. Gleichzeitig gibt er Einblicke in die Arbeit der IHK im vergangenen Jahr – mit ausgewählten Highlights, Schlaglichtern und Zahlen. Ein besonderer Blick gilt dem Welcome & Business Center, das neue Wege in der Fachkräftesicherung eröffnet. Der Leistungsspiegel ist auf der IHK-Website abrufbar. (reg) W www.hannover.ihk.de/leistungsspiegel

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Luft zum Atmen

Die jüngsten Anpassungen am europäischen AI Act sind ein längst überfälliges Signal: Europa hat verstanden, dass industrielle KI anders funktioniert als Anwendungen für den Massenmarkt. Den Maschinenbau teilweise von zusätzlichen Vorgaben auszunehmen, geht deshalb in die richtige Richtung. Damit wird anerkannt, dass dort, wo bereits strenge Produkt- und Sicherheitsregeln gelten, kein paralleles Regelwerk notwendig ist.

„Die EU kann bei industrieller KI führend werden. Aber die Unternehmen brauchen Luft zum Atmen."

Doppelregulierung, unklare Zuständigkeiten und erhebliche Dokumentationspflichten haben in vielen Unternehmen Investitionen gebremst und Projekte verzögert. Gerade im Mittelstand erreichten die dadurch verursachten Kosten schnell mehrere hunderttausend Euro.

Umso wichtiger ist es, dass nun zumindest im Maschinenbau erste Entlastungen greifen. Es wäre aber zu kurz gegriffen, die aktuelle Entwicklung als endgültigen Durchbruch zu feiern. In vielen anderen Branchen gelten weiter parallel AI Act und sektorale Regelwerke, etwa in der Medi zintechnik. Das ist nicht nur bürokratisch aufwendig: Es gefährdet die internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Dabei sind gerade in der Industrie Europas Chancen enorm. Anders als bei generativer KI, die derzeit stark von den USA dominiert wird, verfügt Europa über eine einzigar tige Ausgangslage: starke industrielle Basis, hoch spezialisierte Unterneh men und große Datenbestände aus der Produktion.

Für Deutschland liegt der Schlüssel daher nicht im

Wettlauf um die nächste Chatbot-Generation, sondern in der Anwendung von KI entlang realer Wertschöpfungsketten – in Fabriken, Logistiksystemen und Maschinenparks.

Genau hier kann Europa seine Stärken ausspielen. Industrielle KI ist kein Selbstzweck, sondern Werkzeug für effiziente Produktion, resiliente Lieferketten und bessere Produkte. Die EU kann bei industrieller KI führend werden. Aber die Unternehmen brauchen Luft zum Atmen.

Die aktuellen Anpassungen am AI Act sind deshalb mehr als nur eine Detailkorrektur. Sie sind ein Schritt hin zu einem regulatorischen Rahmen, der Vertrauen schafft, ohne Innovation zu ersticken.

Christian Grascha

Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover

IdeenExpo startet am 20. Juni

Vom 20. bis 28. Juni werden erneut hunderttausende junge Menschen aus ganz Deutschland zur IdeenExpo auf das hannoversche Messegelände kommen, um sich bei freiem Eintritt über die Möglichkeiten von Ausbildung und Studium zu informieren. Die Veranstaltung bringt Wirtschaft, Wissenschaft, Hochschulen und Politik mit Schülerinnen und Schülern zusammen. Ziel: junge Menschen für MINT-Berufe zu begeistern – und zwar mit interaktiven Exponaten, Workshops, Bühnenshows und Konzerten. Motto: „Mach doch einfach“. In diesem Jahr präsentieren sich rund 330 Aussteller auf dem Messegelände. Die Besucherinnen und Besucher – 2024 kamen mehr als 430 000 Schülerinnen und Schüler – erwartet mehr als

800 Mitmach-Exponate und über 900 Workshops. Auch die IHK Hannover und die niedersächsischen Industrie- und Handelskammern sind auf der IdeenExpo präsent (s. Seite 57). (dö) W

Mehr Frauen in Ingenieurberufen

Eine aktuelle Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (iwd) zeigt: In den letzten Jahren ist der Anteil von Frauen als Beschäftigte in Ingenieurberufen angestiegen: • Zwischen Ende 2012 und Juni 2025 hat sich die Anzahl der Frauen,

die sozialversicherungspflichtig in Ingenieurberufen beschäftigt sind, nahezu verdoppelt und liegt inzwischen bei 217 400. Noch mehr Daten dazu sind auf der IHK-Internetseite verlinkt. (Pfr) W www.hannover.ihk.de Nr. 7055496

Personalien

Dr. René Fáber soll bis Ende 2031 Vorstandsmitglied der Sartorius AG bleiben. Der 50-Jährige kam 2002 als Wissenschaftler zum Göttinger Laborzulieferer und wurde 2019 in den Vorstand geholt. Zuständig ist er für die Sparte Bioprocess Solutions.

Dr. Holger Feist und Konstantin Kühl sind neu im Vorstand der Deutsche Messe AG. Dass Feist Anfang Mai Vorstandsmitglied wurde, stand bereits länger fest. Kühl wurde Mitte vergangenen Monats kurzfristig vorgestellt mit dem Auftrag, ein neues Geschäftskonzept für die hannoversche Messe zu entwickeln. Vorstandschef bleibt Dr. Jochen Köckler (vgl. Seite 26).

Personalien

Ansgar Heise hat im Mai als alleiniger Geschäftsführer die operative Verantwortung für die Schlütersche Mediengruppe in Hannover übernommen. Er folgt damit auf Ingo Mahl. Heise ist gleichzeitig Geschäftsführer der Heise Medien GmbH & Co. KG, die er in dritter Familiengeneration leitet. Im Zuge dieses Wechsels gibt er den Beiratsvorsitz bei der Schlüterschen ab. Neuer Beiratsvorsitzender wird Dr. Oliver-Till Dieckhaus. Die Schlütersche, die auch Verlag der Niedersächsischen Wirtschaft ist, soll weiter wachsen, so Heise. „Durch eine noch engere Zusammenarbeit der beiden Medienhäuser Heise und Schlütersche können wir unsere Stärken künftig optimal kombinieren und weitere Synergien erschließen.“ Ingo Mahl wurde 2021 Chef der Schlüterschen. Seither stieg der Umsatz von 58 Mio. auf über 80 Mio. Euro. Sein Nachfolger betonte das außerordentliche Engagement Mahls und dessen Verdienste um die Schlütersche.

IHK begrüßt Entlastungsprämien-Aus

Nachdem der Bundesrat am 8. Mai die Einführung einer Entlastungsprämie gestoppt hat, verabschiedete sich auch die Bundesregierung Mitte Mai von dem Vorhaben. Vorgesehen war, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten bis zu 1000 Euro steuerfrei auszahlen können, um gestiegene Preisen abzufedern. An dem Vorhaben hatte es zuvor deutliche Kritik auch von IHK-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt gegeben - die offensichtlich ankam.

„Die Entlastungsprämie war von Anfang an ein ,Geschäft zu Lasten Dritter' - mit einer zusätzlichen Belastung unserer regionalen Wirtschaft, die in einer konjunkturellen Krise steckt. Wir fordern die Bundesregierung dazu auf, das Vorhaben jetzt endgültig vom Tisch zu nehmen und sich auf

tragfähige Reformen zu konzentrieren, die zu einer dauerhaften Entlastung der Wirtschaft führen und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen unterstützt, mit niedrigeren Steuern und weniger Bürokratie. Es ist jetzt 5 vor 12.“

Digitaler Schülerferienpass startet

Jörg Kubitza (55) übernimmt spätestens zum 1. September dieses Jahres die Position des Geschäftsführers der enercity Erneuerbare GmbH, die zu 100 Prozent zur enercity AG in Hannover gehört und seit 2021 ihren Sitz in Leer hat. Kubitza kommt vom dänischen Energiekonzern Ørsted, wo er aktuell als Geschäftsführer das Deutschlandgeschäft verantwortet. Er folgt auf Ralf Nietiet, der das Unter-

Mit dem neuen SchülerFerienPass startet die Peppermint Digital GmbH aus Hannover eine bundesweite App, die Ferienangebote für junge Menschen zentral bündelt. Die Plattform richtet sich insbesondere an 14- bis 19-Jährige und vereint Freizeitangebote, Events, Rabatte sowie Ferien- und Nebenjobs in einer Anwendung. Ziel ist es, Jugendlichen Zugang zu Ferienerlebnissen und ersten beruflichen Einblicken zu ermöglichen. Neben Planung und Organisation bietet die App auch Sicherheitsfunktionen wie Notfalldaten und Dokumentenspeicher. Unternehmen können den SchülerFerienPass gezielt zur Ansprache junger Zielgruppen nutzen: Sie legen kostenfrei ein eigenes Profil an, veröffentlichen dort Angebote, Veranstaltungen oder Ferienjobs und erhalten Einblicke in Reichweite und Nutzung. Voraussetzung ist lediglich ein exklusives Angebot für die junge Zielgruppe. So entsteht ein digitaler Ferienbegleiter, der Freizeitgestaltung, Berufsorientierung und regionale Vernetzung miteinander verbindet. Mehr Informationen finden sich online. (red) W www.schülerferienpass.de

IHK IN DER PRESSE
Foto: IHK Hannover

Welcome & Business Center im Video

Viele Unternehmen fragen sich: Welche Angebote bietet das Welcome & Business Center mir und meinem Unternehmen? Wie sieht die Hilfe konkret aus? Was für Erfahrungen haben andere Unternehmen bereits gemacht? Genau darauf gibt ein neuer Videotrailer Antworten, der seit Beginn des Jahres auf Youtube zu finden ist. Darin stellt sich das Anfang 2025 gegründete Team des Welcome & Business Centers der IHK Hannover sich und seine Arbeit vor. Darüber hinaus berichten zwei Unternehmen aus der Region von der erfolgreichen Zusammenarbeit und geben Tipps für alle, die Fachkräfte im Ausland suchen oder

im eigenen Betrieb entwickeln wollen. Das ganze Video ist online auf der IHK-Website zu finden. (skl) W

Unternehmensnachfolge: Webinare

Die Unternehmenswerkstatt

Deutschland und 69 Industrieund Handelskammern bieten vom 15. bis 19. Juni eine Webinar-Reihe an, um gezielt für die entscheidenden Themen der Unternehmensnachfolge zu sensibilisieren. Die

Veranstaltungen sind kostenfrei. Sie richtet sich an familieninterne Nachfolgen, externe Übernahmen sowie alle, die sich grundsätzlich für das Thema Unternehmensnachfolge interessieren. (rf) W uwd.de/web/nachfolgewoche

Personalien

nehmen zum 31. Mai 2026 auf eigenen Wunsch verlassen hat. In der Geschäftsführung neben Kubitza arbeitet weiter Daniel Müller

Georg-Jescow von Puttkamer, langjähriger Manager bei Continental und zuständig für das Reifengeschäft im deutschsprachigen Raum, ist Ende März im Alter von 85 Jahren in Bad Pyrmont gestorben. Der in Stolp in Hinterpommern geborene Spross einer weit verzweigten Familie arbeitete mehr als 40 Jahre für den hannoverschen Reifenhersteller und galt als ausgesprochen prägender Charakter. „Was ihn auszeichnete, war die selten gewordene Fähigkeit, wirtschaftlichen Erfolg und menschliche Integrität nicht als Gegensätze zu begreifen“, heißt es in einem Nachruf, in dem auch Ethik, Respekt und Verantwortung betont werden.

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Foto: Sabrina Kleinertz

Immer dabei

In Deutschland gibt es etwa eine halbe Million Influencer, die über Social Media

Inhalte verbreiten. Wir haben mit zweien über das Geschäft mit Videos, Werbedeals und Kooperationen gesprochen.

Mit Fotos der schönsten Ecken Hannovers hat vor elf Jahren alles angefangen: Heute gehört Hannoverlife bei Instagram mit rund 130 000 Followern zu den reichweitenstärksten Kanälen Hannovers.

Damals war Instagram noch neu. Auf jeden Fall nicht so im Alltag angekommen wie heute. „Und ich wollte das Medium Instagram besser verstehen“. Theresa Hein war zu dieser Zeit 20 und studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover Medienmanagement. Ihr erster Gedanke war es, die schönen Ecken ihrer Heimatstadt in Fotos bei Instagram zu zeigen, da Hannover dort bislang auch kaum vertreten war. „Ist ja naheliegend, weil man sowieso viel in der Stadt unterwegs ist“. Das war 2015, der Start von Hannoverlife.

Heute ist Hannoverlife ein wesentlicher Teil des Geschäfts der selbstständigen Unternehmerin Dr. Theresa Hein, die nach ihrem Studium und der Promotion in Politischer Kommunikation an der FU Berlin unter anderem auch Friedrich Merz in Sachen Social Media berät und begleitet. Die politische Beratung und ihre Kommunikationsexpertise – sie übernimmt auch Moderationen und tritt als Speakerin auf – bilden ihr zweites Standbein, das aktuell etwas in den Hintergrund getreten ist.

„Früher war ich Influencerin oder Content Creatorin, heute sehe ich mich eher als Unternehmerin“, sagt sie selbst. Aus den Fotos vom Start bei Hannoverlife sind schon lange Videos geworden, die als Reels oder Stories gepostet werden – und je nach Algorithmus Follower des Kanals und viele weitere Menschen erreichen.

Und die Inhalte? Die Bandbreite ist immer größer geworden – das verbindende ist der Bezug zu Hannover und der Region. Mit Tipps für Restaurants, Cafes, Aktivitäten oder Ausflugsziele bietet der Kanal die Inhalte eines Stadtmagazins mit lokaler Berichterstattung über die wichtigsten Ereignisse. Die Beiträge und Videos produziert sie mit einem sechsköpfigen Team.

„Früher war ich

Influencerin oder Content Creatorin, heute sehe ich mich eher als Unternehmerin.“

Dr. Theresa Hein, Hannoverlife

Seit vielen Jahren bietet Hannoverlife zudem Unternehmen auch die Möglichkeit, sich durch Kooperationen in Form von „Native Advertising“ vorzustellen, zum Beispiel durch das Bewerben von Neueröffnungen, die Vorstellung von Unternehmen und Berufsfeldern oder auch das mediale Begleiten von Events oder besonderen Anlässen.

„Qualität, Handwerk und Technik“ sind Theresa Hein bei allem was sie auf ihren Kanälen tut, extrem wichtig. „Ich mag es überhaupt nicht, zu Eröffnungen oder zu einem Essen eingeladen zu werden.“ Leider gebe es immer noch manche, die glaubten, dass das Geschäft so funktioniere. Sie gehe dann lieber nochmal ein paar Tage später hin und bezahle das Essen selbst.

Wie kontaktieren Sie Unternehmen?

„Die melden sich per E-Mail oder über LinkedIn und fragen, welche Möglichkeiten es gibt“, erklärt Hein. „In einem digitalen Gespräch klären wir dann meist, worin das Interesse besteht, und schauen, was möglich ist.“

Ein oft gewähltes Format ist, dass sie oder eine ihrer sechs Angestellten ein Reel vor Ort in einem Unternehmen produzieren, das dann auf dem Instagram-Kanal geteilt wird. Aber das ist nur eine von vielen Möglichkei-

GEORG THOMAS
Foto: Hagemann/Finger
Hannover liegt ihr am Herzen: Dr. Theresa Hein steht bei Hannoverlife in vielen Videos selbst vor der Kamera.

ten, die Hannoverlife Unternehmen zu Werbeoder Kooperationszwecken anbietet. So hat Theresa Hein auch bereits einen Vorstand mal einen Tag lang begleitet, Interviews geführt oder auch einfach eine Stellenanzeige eines Unternehmen oder Hinweise auf Veranstaltungen gepostet. Der Preis richtet sich nach dem zeitlichen Aufwand.

„Wenn wir ein neues Restaurant vorstellen ist das natürlich weniger zeitintensiv als wenn wir die speziellen Ausbildungsplätze eines Unternehmens in Szene setzen. „Das benötigt mehr Vorbereitung – inhaltlich, aber oft müssen auch Vorgaben beachtet werden, wenn etwa in der Produktion gedreht wird. Und je größer das Unternehmen ist, desto mehr Menschen stehen dann beim Dreh um uns herum“, sagt Hein. In Hotels oder Cafes sei das meist alles etwas weniger aufwendig, was auch die Kosten verringere. In der Regel zahlen die Kunden bei Hannoverlife für ihre Werbe-Projekte vier- bis fünfstellige Summen. Neben den kommerziellen Aktivitäten auf dem Kanal gibt es bei Hannoverlife aber auch unbezahlte Beiträge. „Wir wählen dazu Themen aus, die für die Community spannend sind und recherchieren und produzieren die Inhalte dann in Eigenregie“, erklärt Hein. Sie ist inzwischen 30 Jahre alt, verheiratet und Mutter eines Kindes. Business und Babybrei unter einen Hut zu bringen, hat

Social Media, Influencer, Steuern

Wenn sie eine gewerbliche Tätigkeit selbstständig und nachhaltig zur Erzielung von Einnahmen ausüben, dann sind Influencer, Blogger oder Content Creator Unternehmerin oder Unternehmer.´Dann gelten für sie die gleichen steuerlichen Pflichten wie für andere Unternehmen auch. Das heißt, es können abhängig von Umsatz und Gewinn Einkommensteuer, Gewerbesteuer oder Umsatzsteuer fällig werden. Welche Freigrenzen es gibt und welche Aspekte darüber hinaus entscheidend sind, hat die IHK für München und Oberbayern auf ihrer Website übersichtlich aufbereitet. Es ist wichtig, sich an die Regeln zu halten, denn die Finanzverwaltung hat das Geschäft der Influencer inzwischen im Blick und schaut genau hin, ob alles steuerlich korrekt behandelt wird. www.ihk-muenchen.de/ratgeber/steuern/influencer/

Für Mutterschutz und Elternzeit für Selbstständige würde sie kämpfen.

Dr. Theresa Hein, Hannoverlife

sie geschafft. „Meine sechs Mitarbeiterinnen haben mich aber auch echt gut unterstützt –als Hilfe nötig war.“ Vor allem für Mutterschutz und eine Elternzeit für Selbstständige – dafür würde sie kämpfen. „Das fehlt auf jeden Fall.“ Im letzten Jahr hat sie mit ihrem Team weitere Instagram-Kanäle gestartet, die auf ein ähnliches Konzept wie Hannoverlife setzen – nur eben für Celle, Braunschweig, Göttingen und Bremen. Es gibt also noch viele schöne Orte, die gezeigt werden können. W

Drei Screenshots, die einen Eindruck von der Bandbreite der Inhalte bei Hannoverlife vermitteln – von Ausbildung bei Troester bis zum Restauranttest.

Perspektivwechsel

Er filmt mit seiner Brille: Der hannoversche Content Creator Fabio erreicht mit seinen Videos von Besuchen in wenig besuchten Restaurants und Geschäften ein Millionenpublikum. Sein Erfolg macht ihn auch interessant für Unternehmen, die für ihre Produkte werben wollen.

Die Welt und das Internet sind voller schlechter Nachrichten – daher hat es sich Fabio zum Ziel gesetzt, „positive Inhalte im Netz zu teilen“. Bei Tiktok, Instagram und Youtube Shorts folgen dem jungen Hannoveraner fast 700 000 Menschen, wenn man die Zahlen der drei Kanäle zusammenrechnet. Vor etwa einem Jahr, am Muttertag, hat Fabio (seinen Nachnamen möchte er ungern veröffentlichen) sein erstes Video bei TikTok hochgeladen. Kurz zuvor hatte er sich eine Kamerabrille gekauft, die es ihm ermöglicht, Videos aufzunehmen, die seine Sicht zeigen. Daher nennt er sich in den Soclal-Media-Kanälen auch „Fabiospov“ und seine Videos tragen immer ein „POV“ im Titel, die Abkürzung für „Point of View“. Im Frühjahr 2025 war ihm aufgefallen, dass es die kurzen Filme aus der Brillenperspektive auf Deutsch bislang nicht gab.

Und was zeigt Fabio in den kurzen Filmen? Er kauft in Geschäften ein, in denen sonst keiner einkauft, geht allein Erdbeeren pflücken oder isst allein in einem familiengeführten vietnamesischen Restaurant. Sein Motto und Leitmotiv: „Es ist okay, Dinge allein zu tun.“ Wer die Videos

Fabio, seinen Nachnamen möchte er schützen

Screenshot eines der erfolgreichsten Videos von Fabio mit mehr als sechs Millionen Aufrufen: Hier besuchte er das Antiquariat Labyrinth in Hannover und lässt sich die ältesten Bücher zeigen.

Tipps für Unternehmen

Unternehmen, die mit Influencern zusammenarbeiten möchten, wird Folgendes empfohlen:

• klare Verträge,

• Dokumentation der Leistungen,

• Prüfung von Unternehmerstatus und Ansässigkeit,

• saubere Buchhaltung,

• KSK-Prüfung,

• interne Checklisten.

ansieht, begleitet ihn an die ungewöhnlichen Orte, lauscht seinen kurzen Gesprächen mit Verkäuferinnen oder Servicekräften und vergisst beim Schmunzeln vielleicht auch den eigenen Alltag. „Ich bekomme tatsächlich oft das Feedback, dass meine Videos für viele einen fast meditativen Touch haben“. Mit der Rayban-Kamerabrille hat er für sich einen guten Weg gefunden, denn es geht ihm nicht darum, im Mittelpunkt zu stehen. Ganz im Gegenteil: „Ich bin eigentlich ziemlich schüchtern.“

Dass er einmal Influencer – oder wie man heute sagt „Content Creator“ – wird, hat Fabio nie geplant. Er hatte eine Idee, die er einfach umgesetzt hat- Seine ersten Videos bei Tiktok waren in kurzer Zeit so erfolgreich, dass er weiter machte und die Filme auch bei Instagram und Youtube veröffentlichte. Heute haben etliche seiner Videos Abrufzahlen von mehreren Millionen erreicht. So wurde mehr als sechs Millionen Mal das Instagram-Reel angesehen, in dem er das Antiquariat Labyrinth in Hannover besucht. Die Restaurants, Geschäfte und Orte, die Fabio filmt, sucht er selbst aus. „Und natürlich bezahle ich auch die Rechnungen.“

Inzwischen kann der junge Hannoveraner, der auch sein exaktes Alter gern für sich behalten möchte, von den Einnahmen leben, mit denen

Tiktok und Youtube die Aufrufe der Videos unter bestimmten Voraussetzungen vergüten. „Es ist abhängig von den Views“. Je nach Zahl der Aufrufe schwankt auch die ausgezahlte Summe. „Das ist schon manchmal ein mentales Problem für den Kopf“, sagt Fabio, der sich dazu zwingen muss, sich bewusst auch mal „rauszunehmen“. „Ich denke sonst ununterbrochen darüber nach, wie ich meine Videos noch besser machen kann.“ Er sei schon ziemlich verbissen, und dass es „perfekt“ nicht gibt, musste er lernen.

Bereits im Sommer vergangenen Jahres meldeten sich die ersten Unternehmen bei Fabio, die ihn für eine Zusammenarbeit gewinnen wollten. Den meisten sagte er ab. „ich mache echt wenige Deals. Ich möchte nur für Dinge werben, die ich selbst gut finde“, sagt er. So warb er 2025 für eine Trinkflasche einer angesagten Marke für zucker- und koffeinfreie Sirups, für Tee, der ohne Beutel auskommt und für ein digitales Rabattsystem für Restaurants. „Das passt ja auch einfach perfekt zu meinen Videos“. Seit November 2025 hat Fabio eine Agentur, die ihn von vielen Aufgaben entlastet. Bei der Auswahl der Agentur war es ihm wichtig, dass es menschlich passt. So hatte eine darauf bestanden, dass er sich auch vor der Kamera zeigt – das würden die Werbekunden verlangen. Bei TheMakAgency aus Berlin gab es solche Hinweise nicht.

Über seine Zukunft macht sich Fabio aktuell keine Gedanken. „Die Welt ist so schnelllebig geworden. KI verändert so vieles.“ Deswegen sei er weit davon entfernt, sich auf eine Sache oder einen Weg festzulegen.

Dass er einmal von Youtube einen Preis zugeschickt bekommt – mit einem stilisierten Play-Button werden Kreative ausgezeichnet, deren Kanal mehr als hunderttausend Follower haben, hätte er niemals für möglich gehalten. Es ist noch gar nicht lange her, da habe er selbst als Kind die Videos der ersten bekannten Youtuber verfolgt. W

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Erwartungen im Keller

Hin und her bei Zöllen, keine Lösung in Nahost, hohe Energiepreise, keine Reformen: Das alles drückt auf die Stimmung. Kein Wunder.

Systematische Unsicherheit –oder wie sonst sollte man das aktuelle Umfeld für Niedersachsens Wirtschaft beschreiben? Und das gilt nicht nur für die Unternehmen im Land, sondern weit darüber hinaus. Aktuell kann jeder Tag eine neue Wendung bringen.

So kamen kurz nach Veröffentlichung der jüngsten IHK-Konjunkturdatem für Niedersachsen Ende April neue Zolldrohungen aus Washington. Mitte Mai einigten sich die USA und die EU dann darauf, die ursprüngliche Vereinbarung in Kraft zu setzen. Und als der jüngste Nahost-Konflikt offen ausbrach und die Straße von Hormus geschlossen wurde, war für die Konjunktur-Fachleute die entscheidende Frage: Wie lange? Dass der Konflikt über Wochen andauern würde, galt damals

als langes Szenario, mit dem man sich, so hatte es den Anschein, noch wenig beschäftigen wollte: Prinzip Hoffnung.

Nach einer Sonderumfrage der Industrie- und Handelskammern sah sich aber bereits im April der Handel sogar noch stärker vom Nahost-Konflikt betroffen als die Industrie: Rund 92 Prozent der Unternehmen in diesem Bereich meldeten negative Folgen. In der Wirtschaft insgesamt waren vier von fünf Firmen betroffen, in der Industrie 87 Prozent. Spitzenreiter, wenig überraschend: Verkehr und Logistik, „die spüren das direkt im Tank“, sagte Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen (IHKN).

Überhaupt haben sich die Energie- und Rohstoffpreise mit einem großen Satz auf die Spitzenposition

der Konjunkturrisiken katapultiert, gefolgt von den Unsicherheiten der Wirtschaftspolitik. Und das alles in einer heftigen Strukturkrise der deutschen Industrie.

Im Mai war das Nadelöhr Hormus noch immer weitgehend dicht. EU, Bundesregierung und Institute hatten ihre ohnehin nicht überschwänglichen Konjunkturprognosen zurückgefahren, meist halbiert.

Auch die IHK-Konjunkturumfrage bot bereits zuvor ein eher düsteres Bild. Es habe Ende 2025 noch einen leichten Hoffnungsschimmer gegeben, der sei aber bereits wieder verblasst, erklärte IHKN-Hauptgeschäftsführerin Bielfeldt im April. Zu diesem Zeitpunkt rechneten 40 Prozent der Unternehmen in Niedersachsen damit, dass es in der nächsten Zeit abwärts

„Made in Germany wird immer weniger wettbewerbsfähig.“

Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin IHK Niedersachsen

KLAUS POHLMANN
Grafik: IHK Hannover

geht. Diese negativen Erwartungen drückten den IHK-Konjunkturklimaindikator um sechs auf 79 Punkte. Zwar schlugen sich die Entwicklungen noch nicht in der Geschäftslage der rund 2100 befragten Unternehmen im ersten Quartal nieder. Aber Exporterwartungen, Beschäftigungspläne und Konsumneigung wiesen allesamt nach unten.

Wettbewerbsfähigkeit sinkt „Made in Germany wird immer weniger wettbewerbsfähig“, sagte Bielfeldt. Entsprechend seien die Erwartungen der Unternehmen an ihr Auslandsgeschäft „sehr schwach.“ Sowohl die Standortbedingungen in Deutschland, aber auch die zunehmende internationale Konkurrenz machten den Unternehmen zu schaffen. Außerdem schlagen steigende Preise und internationale Konflikte auf die Konsumneigung durch. „Die Städte sind voll, aber es wird nicht gekauft“, so Bielfeldt.

In diesem Frühjahr treffen damit die strukturellen Probleme Deutschlands auf die Eskalation im Nahen Osten. In dieser Situation wieder-

holte Bielfeldt ihre Forderungen nach einer Entlastung der Unternehmen und forderte eine klar angebotsorientierte Politik: Nachhaltiges Wachstum werde durch private Investitionen erreicht, nicht durch Staatsausgaben. Entsprechend sieht sie mit Sorge die seit Jahren schwachen Investitionspläne der Unternehmen: „Investitionen, die ausbleiben oder in den vergangenen Jahren bereits ausgeblieben sind oder ins Ausland verlagert wurden, führen zu weniger Produktion und Beschäftigung hier.“

Es tut sich nichts

Hohe Steuern und Abgaben, Bürokratie, Unsicherheit: „Eine ungute Gemengelage“, so Bielfeldt. Das hier etwas passieren müsste, habe man oft genug gesagt. Aber: Bis in den Mai tat sich nicht, was Erleichterung bringen könnte. Dabei geht es um Strukturreformen, nicht Einzelmaßnahmen wie die Entlastungsprämie. „Die Fesseln müssen gelöst werden“, sagte sie mit Blick auf die Bürokratie.

Unter den aktuellen Rahmenbedingungen sehen die Unternehmen in Niedersachsen für die kommenden

Monate jedenfalls schwarz. Und das wiegt umso schwerer, weil sich Probleme in den Lieferketten erst noch bemerkbar machen könnten. Was bedeutet: Statt der erhofften Erholung weiterhin Stagnation: „Aufschwung gefährdet“, war bereits im April Bielfeldts Einschätzung. Was an Hoffnung bleibt: Zumindest kann jeder Tag eine neue Wendung bringen. Allerdings in jede Richtung. W

Das Nadelöhr kennt inzwischen fast jeder: Die Straße von Hormus.
Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK NIedersachsen.
Foto: IHK Hannover

Menschen beim Einstieg in den Job unterstützen

Lina Adil Bibo, Talent Coach im Welcome & Business Center der IHK, begleitet Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte.

Lina Adil Bibo erzählt gerne von ihrer eigenen Ausbildung. "Ich bin rückblickend dankbar, dass ich Menschen an meiner Seite hatte, die mich unterstützt haben“, sagt Lina Adil Bibo, die ihre Ausbildung zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistungen in einem Hamburger Unterneh men absolvierte.

Mit eben dieser Erfahrung unterstützt Bibo inzwischen selbst als Talent Coach

im Welcome & Business Center IHK junge Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte. In Workshops an Schulen und in Communities spricht sie mit den Teilnehmenden über persönliche Stärken, Wünsche und Chancen, die vor allem eine duale Ausbildung für den Start in Deutschland bereithält. „Viele der Jugendlichen bringen große Motivation, Stärke und Potenzial mit, auch wenn die Sprache noch nicht per-

SABRINA KLEINERTZ
Fotos: IHK Hannover
Lina Adil Bibo (r.) unterstützt als Talent Coach junge Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte bei ihrer beruflichen Orientierung.
Lina Adil Bibo, Talent Coach im Welcome & Business Center der IHK Hannover

fekt ist“, erklärt sie. Mit ihren Workshops, die Teil des Welcome & Business Centers sind, bietet Bibo Orientierung – und ist mit ihrem eigenen Werdegang gleichzeitig ein Vorbild.

Dennoch kann sie auch die Perspektive der Unternehmen nachvollziehen, die oft noch zögern, wenn es um die Einstellung von Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte geht. „Es erfordert Geduld und zusätzlichen Einsatz, junge Menschen mit sprachlicher Herausforderung auszubilden“, sagt sie. In ihrer Ausbildung hätte das vor allem durch das persönliche Engagement der Kolleginnen und Kollegen, Nachhilfe und ebendiese Geduld funktioniert. Doch was zuerst wie ein Mehraufwand ohne Gewinn scheint, ist aus Bibos Erfahrung heraus ein wichtiger Grundstein, um gegenseitiges Vertrauen zu schaffen. „Wenn Unternehmen bereit sind, diese Chance zu geben, entstehen oft erfolgreiche und nachhaltige Geschichten – für die jungen Menschen ebenso wie für die Unternehmen.“

Mehr Informationen über alle Angebote des Welcome & Business Centers online. W www.ihk.de/hannover/wbc

„Wenn Unternehmen bereit sind, diese Chance zu geben, entstehen oft erfolgreiche und nachhaltige Geschichten –für die jungen Menschen ebenso wie für die Unternehmen.“

Lina Adil Bibo hat selbst eine Migrationsgeschichte und ist durch ihre Erfahrungen nahe an den Workshopteilnehmenden.

Die Teilnehmenden lernen in den Workshops, ihre Stärken und Berufswünsche zu erkennen.
Lina Adil Bibo (r.) hat selbst eine Ausbildung absolviert und weiß, welche Erwartungen sowohl Unternehmen als auch Auszubildende an die Zusammenarbeit haben.

Lokführer aus Ägypten

Eine Gruppe junger Fachkräfte aus Ägypten hat Ende April von der IHK die Anerkennungsurkunden für ihre im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse erhalten.

Karim El-Nacoury wählt die lobenden Worte bedacht, aber „das ist wirklich ein Paradebeispiel eines erfolgreichen Fachkräfte-Projekts.“ Der 46-jährige ist Leiter des Cross Border Recruitings bei der Deutschen Bahn AG. Seine Aufgabe ist also die Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland. Denn die Bahn braucht gut qualifiziertes Personal. Und sie konnte ihre Bedarfe insbesondere in operativen Berufen in den letzten Jah-

ren nur durch große Anstrengungen decken. So wurde nicht nur der Quereinstieg für Interessierte aus Deutschland, sondern auch für Menschen aus dem EU-Ausland und darüber hinaus ermöglicht und attraktiv gestaltet. Die Deutsche Bahn hat in bisher zwei Durchgängen 30 junge Ägypter für eine berufliche Zukunft in Deutschland angeworben, um sie hier unter anderem in den S-Bahnnetzen des Konzerns einzusetzen. Viele der ägyptischen

Silke Richter, Leiterin Berufliche Bildung und Fachkräfte bei der IHK Hannover (2. Reihe v.r, mit Karim El-Nacoury (Leiter des Cross Border Recruiting Teams der Deutschen Bahn). Vordere Reihe (v.l.): Die nun anerkannten Fachkräfte Mohamed Elgarawany und Mohamed Abdelrahmen mit ihrem Vorgesetzten Zudi Selimi (Referent Internationale Fachkräfte Deutsche Bahn) und Arne Hirschner und Maja Hainz, die bei der IHK Hannover die Anerkennung begleitet haben.

Lokführer absolvieren seit Anfang April die letzten Schulungen, Tests und Vorbereitungen, um spätestens im September offiziell in ihren Dienst zu starten.

Wieso aber eigentlich aus Ägypten? „Es gibt dort ein gut ausgebautes Bahnnetz und daher auch bereits qualifizierte Lokführer. Zudem hat Ägypten eine stark wachsende, sehr junge Bevölkerung und schon jetzt fast 120 Millionen Einwohner, sodass es auch auf ägyptischer Seite ein Interesse an der Zusammenarbeit mit uns gab“, berichtet El-Nacoury. Zu den Auswahlgesprächen im August 2024 reiste er selbst nach Kairo – nicht zuletzt wegen seiner Arabisch-Kenntnisse. Bei der Auswahl und Vorbereitung der ägyptischen Fachkräfte arbeitete die Deutsche Bahn eng mit der Auslandshandelskammer (AHK) in Ägypten und dem dort angesiedelten Projekt zur Anerkennungsberatung ProRecognition zusammen. Die IHK Hannover kam dann als dritter Partner dazu, um die Anerkennung der ägyptischen Berufsabschlüsse zu begleiten. „Denn die jungen Menschen hatten bereits alle bei der ägyptischen Bahngesellschaft eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen“, erklärt Karim El-Nacoury. Die ProRecognition-Anerkennungsberaterinnen in Kairo standen bei den gesamten Arbeiten zur Vorbereitung der Anerkennung der Abschlüsse beinahe im ständigen

Austausch mit der IHK Hannover. So wurden die erforderlichen Dokumente mit den Kandidatinnen und Kandidaten zusammengestellt und der Anerkennungsantrag ausgefüllt. „Und auch als das Team unserer Anerkennungsstelle feststellte, dass Unterlagen fehlten oder so nicht ausreichten, konnten wir dank der guten Zusammenarbeit solche Hürden schnell überwinden“, sagt Silke Richter, Leiterin des Bereichs Berufliche Bildung und Fachkräfte bei der IHK Hannover.

Die Deutsche Bahn unterstützte die Lokführer vor Ort in Ägypten bei den vorbereitenden Integrationsmaßnahmen. Sie organisierte DeutschKurse beim Goethe-Institut und half beim Beantragen der Visa.

Nach der Ankunft der jungen Ägypter Anfang April 2026 in Deutschland ging die Anerkennung der ägyptischen Berufsabschlüsse bei der IHK Hannover in die finale Phase. „Zunächst konnten wir eine teilweise Gleichwertigkeit feststellen, die aber durch die von der Bahn geplanten Anpassungsqualifizierungen in Theorie und Praxis in kurzer Zeit zu einer vollen Gleichwertigkeit wird“, erklärt Silke Richter. Die Ägypter sind dann offiziell in Deutschland „Eisenbahner/-in im Betriebsdienst – Lokführer/-in und Transport“. Einer von ihnen ist Mohamed Abdelrahman. Der 24-Jährige wurde von seinem Arbeit-

Dieses Bild von Mohamed Elgarawny entstand bei der Anpassungsqualifizierung in Deutschland. Der 23-Jährige ist einer der 36 jungen Lokführer, die die Deutsche Bahn aus Ägypten angeworben hat.

geber auf das Programm aufmerksam gemacht und musste nicht lange überzeugt werden. Wie die meisten hat er noch keine eigene Familie, sodass er sich gut vorstellen kann, „lange in Deutschland zu bleiben“. „Die Gruppe ist sehr diszipliniert und motiviert dabei“, sagt Zudi Selimi. Der Referent für Internationale Fachkräfte ist für die Ägypter während der Qualifizierungsphase in Deutschland sowohl Betreuer als auch Chef.

Auch wenn durch die aktuelle wirtschaftliche Lage der Mangel an Fachkräften in vielen Branchen gerade etwas weniger stark ausgeprägt ist, werden auch in Zukunft Fachkräfte aus dem Ausland für operative Berufe dringend benötigt. „Die demografische Entwicklung wird dazu führen, dass allein in Niedersachsen innerhalb der nächsten gut zehn Jahre fast jeder vierte Beschäftigte in den Ruhestand geht. Dadurch entstehen enorme Lücken bei Fach- und Arbeitskräften“, erklärt Silke Richter.

Die Deutsche Bahn AG hat mit den Lokführern aus Ägypten bislang auf jeden Fall sehr gute Erfahrungen gemacht. Selbst wenn hierzulande der Bedarf gedeckt sein sollte, so bleibt eine Verbindung: Die Deutsche Bahn wird in Ägypten bald ein Hochgeschwindigkeitszugnetz betreiben. An gut ausgebildetem Personal wird es dann sicher nicht mangeln. W

Foto: Deutsche Bahn AG

Nicht nur aufgrund seiner zentralen

Lage direkt am Kurpark ist das landeseigene Hotel für Bad Pyrmont von besonderer Bedeutung.

Hotel als Leuchtturm

Das Land Niedersachsen investiert 36 Mio. Euro in die Sanierung des früheren Steigenberger-Hotels: Als Grandhotel Bad Pyrmont soll es im Sommer 2027 fertig sein – Gäste sind jetzt schon willkommen.

Schon die Römer und Germanen besuchten die Heilquellen von Bad Pyrmont. Später prägten Besuche von Zar Peter des Großen, Königin Luise von Preußen, Goethe und Leibniz das Bild des mondänen Kurorts im Weserbergland. Aufgrund eines mehr als hundert Jahre alten Staatsvertrags, den einst Preußen und Waldeck-Pyrmont schlossen, gibt es eine enge Verbindung zwischen dem Land Niedersachsen und Bad Pyrmont. Denn bei der Abtretung des Orts von Waldeck zu Preußen soll vereinbart worden sein, dass sich Preußen auch um den Betrieb und die Instandhaltung des Kurorts kümmern solle. Das Land Niedersachsen ist sich seines historischen Erbes bewusst und wird das Staatsbad daher auch weiterhin fördern.

Das bedeutet auch. das bis Anfang des Jahres noch unter der Marke Steigenberger geführte Fünf-Sterne-Hotel in Bad Pyrmont zu erhalten und zu sanieren. Denn die Gebäude des 1898/99 gebauten früheren fürstlichen Kurhauses und des 1905 ergänzten Kurho-

„Mit der Sanierung des Kurhotels sichern wir einen zentralen Leuchtturm für die Region.“

Gerald Heere, Niedersachsens Finanzminister

tels gehören dem Land. Das zentral gelegene Hotel steht allein für rund zehn Prozent der jährlich knapp 700 000 Übernachtungsgäste im Kurort. Bereits vor vier Jahren begannen die ersten Planungen zusammen mit einem neuen Betreiber für das Hotel. Die Sanierung sollte das Land ursprünglich 23 Mio. Euro kosten und ab Herbst 2023 im laufenden Betrieb durchgeführt werden.

Doch es kam anders: Unerwartete Mängel am Gebäude führten zu erheblichen Kostensteigerungen und mehreren Nachtragsverhandlungen, bei denen sich Land und Betreiber am Ende nicht mehr einigten. Ab Januar ruhte das Geschäft komplett. „Der damit einhergehende Wegfall operativer Einnahmen bei gleichzeitig fortbestehenden Fixkosten (...) führten zu einer sukzessiven Verschärfung der Liquiditätssituation und schließlich am 6. Februar zur Insolvenz“, heißt es im Insolvenzplan. Ein wichtiger Meilenstein für die Zukunft des Grandhotels Bad Pyrmont wurde mit dem Vertragsabschluss zum Nachtrag am 20. März

VON GEORG THOMAS
Foto:

erreicht. Neuer Investor und Betreiber der Grandhotel Bad Pyrmont GmbH wurde die Prantner & Cie GmbH, in der neben Gert auch Thomas Prantner – sein Sohn – seit 35 Jahren aktiver Gesellschafter ist. Prantner, der sich als Direktor des Hamburger Hotels „Vier Jahreszeiten“ einen Namen machte und über Jahrzehnte weltweit Hotels entwickelte und managte, hatte sich bereits 2022 Jahren für den Betrieb des Kurort-Hotels beworben und auch das Land überzeugt. Der 86-Jährige sieht in dem Hotel „ein Flaggschiff der Region“. Es gebe wenige Kurorte mit Tradition wie Bad Pyrmont. Es reize ihn, das Hotel wieder zu altem Glanz zu führen und internationale Gäste zurückzugewinnen.

Renovierte Zimmer bereits buchbar

Das Land Niedersachsen investiert in das Hotel mit 151 Zimmern, zwei Restaurants, Konferenzsälen und einem großen Wellnessbereich nun insgesamt 36 Mio. Euro. Der Pächter bringt sich mit mindestens 3 Mio. Euro ein, er übernimmt 23 Beschäftigte und trägt die laufenden Kosten bis zur Wiedereröffnung des Hotels im Sommer 2027. Prantner hofft, die Kosten noch zu verringern. Seit Anfang April können die 60 bereits renovierten Zimmer des Hotels wieder gebucht werden, die auch vom benachbarten Schwesterhotel Fürstenhof über eine Treppe erreichbar sind. „Dieses Pre-Opening ist für uns sehr wichtig und wir hoffen viele neugierige Gäste bald in Bad Pyrmont begrüßen zu können“, wirbt Prantner. Die Renovierung des Fürstenhofs und der 45 Zimmer soll nach dem Abschluss der Arbeiten im Grandhotel beginnen, das nach der Sanierung in der Kategorie „Vier Sterne superior“ geführt werden soll.

Hotel mit Geschichte

Das Gebäudeensemble des Grandhotels in Bad Pyrmont steht aufgrund seiner Bedeutung für die Ortsgeschichte, der künstlerischen Bedeutung seiner teils originalen Innenraumgestaltung und der städtebaulichen Bedeutung seit vielen

„Wir begrüßen, dass unser gemeinsames Ziel, das Hotel schnellstmöglich zu öffnen und Hotelgäste nach Bad Pyrmont zu bringen, wieder in greifbare Nähe rückt. Gert Prantner zählt zu den renommiertesten und erfahrensten Hoteliers und Tourismusexperten weltweit. Insbesondere für die Mitarbeitenden war es wichtig, Klarheit zu schaffen. Wir übernehmen Verantwortung für die Zukunft des Staatsbades Pyrmont. Mit der Sanierung des Kurhotels sichern wir einen zentralen Leuchtturm für die Region“, erklärte Finanzminister Gerald Heere.

Der langjährige Vertrag mit der Betreibergesellschaft um Gert Prantner sieht neben einer festen Summe auch eine Umsatzpacht vor.

Und das Land bemüht sich auch um den Erhalt der Infrastruktur des Kurorts: So wird das Königin-Luise-Bad bis Ende 2028 für mehr als 20 Mio. Euro saniert und mit einem Neubau für Gruppentraining, Seminarräume, Umkleiden, Ruhebereiche, und Büros erweitert. Der Brunnentempel und die frühere Wandelhalle wurden bereits instandgesetzt. Das Kurtheater wird auch saniert – die Stadt übernimmt es danach.

Bad Pyrmonts Kurdirektor Dr. Maik Fischer äußerte sich bei der Unterzeichnung des neuen Pachtvertrags für das Hotel zuversichtlich: „Von der Sicherung des Projekts werden vielfältige positive Effekte ausgehen: für die touristische Nachfrage, für die Übernachtungszahlen, für Gastronomie, Einzelhandel und weitere Dienstleistungsbereiche sowie für die Wahrnehmung Bad Pyrmonts als überregional bedeutender und zugleich zukunftsorientierter Kur- und Gesundheitsstandort.“ W

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Jahren unter Denkmalschutz. Der Bau des fürstlichen Kurhotels wurde 1905 nach Plänen von Anton Karst und Hans Fanghänel begonnen und zwei Jahre später abgeschlossen. Bei den Umbauten 1953-55 und 1988-93 blieben die Außenfassade sowie Teile des Interieurs erhalten. (gt)

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Vor Veränderungen

Hannovers Messe braucht ein neues Konzept. Das gilt nicht nur für das Flaggschiff Industriemesse, die in diesem Jahr unter den Erwartungen blieb. Sondern für das Ausstellungsgeschäft ingesamt.

Wenn sich die Hannover Messe als weltweit wichtigste Leistungsschau der Industrie neu erfinden muss, wäre es nicht das erste Mal. Eigentlich ist ihre ganze, mittlerweile fast 80-jährige Geschichte geprägt davon.

Nach der Messe im April sieht Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne Handlungsbedarf. Nur mit einem Kraftakt hätte 80 000 Quadratmeter vermietet werden können statt der ursprünglich geplanten 100 000, sagte Tonne, der aktuell auch Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Messe AG ist. Rund 110 000 Menschen waren an den fünf Tagen auf dem Gelände unterwegs, weniger als in beiden Vorjahren. Und auch ist die Zahl der ausstellenden Unternehmen und Institutionen gegenüber beiden Vorjahren auf jetzt etwa 3000 gesunken.

Doch das ist es eben nicht allein. Als Erbe der Expo 2000 verfügt Hannover über das

„Was wird künftig gebraucht, was nicht?“

und Aufsichtratschef, zum neuen Konzept für das Messegelände.

weltgrößte Messegelände. Aber nur noch die Landwirtschaftsmesse Agritechnica füllt alle zwei Jahre sämtliche Hallen. Außerdem soll es einen deutlichen Sanierungsstau geben. Ein entsprechender Bericht des Landesrechnungshofes wurde den hannoverschen Tageszeitungen zugespielt.

Zudem war Corona eine Zäsur im Messegeschäft. Das betonte Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay. Wie das Land hält die Stadt 50 Prozent der Anteile an der Messegesellschaft. Onay ist Aufsichtsratsmitglied. Stadt und Land wechseln sich im Vorsitz ab. Nach der Pandemie habe man nicht zu den vorherigen Zahlen zurückgefunden.

Internationale Spannungen und Handelsbeschränkungen belasten das Messegeschäft, hinzu kommt die schwierige wirtschaftliche Lage im deutschen Maschinenbau, der den Kern der Hannover Messe bildet. In dieser Lage wird nun die Wende gesucht. Wie das

KLAUS POHLMANN
Foto: Deutsche Messe AG
Robotik und KI im Mittelpunkt: Hannover Messe 2026.

gelingen soll, stellten Tonne und Onay im Mai zusammen mit dem Messevorstand vor. Gesucht ist ein tragfähiges Gesamtkonzept. Was insbesondere heißt: Das große und jedenfalls in Teilen sanierungsbedürftige Messegelände und die Veranstaltungen müssen wieder zueinander passen: „Was wird künftig gebraucht, was nicht?“ Das gelte es zu klären, so der Wirtschaftsminister.

Dazu wurde der Vorstand der Deutschen Messe AG neu aufgestellt. Um das neue Konzept zu entwickeln, ist Konstantin Kühl seit Mitte Mai dabei. Vorgestellt wurde er als Strategiefachmann, er kommt von der Unternehmensberatung Roland Berger. Vorstandschef Dr. Jochen Köckler, der zuvor die Messegesellschaft übergangsweise alleine führte, soll sich künftig auf das Messegeschäft und die Entwicklung neuer Veranstaltungen konzentrieren. Schon länger stand fest, dass Dr. Holger Feist in den Vorstand einzieht. Er soll Neugeschäft im In- und Ausland gewinnen und insbesondere die Digitalisierung und neue Serviceangebote vorantreiben.

fair beraten einzigartig planen bewährt bauen

Keine einfachen Zeiten. Vor allem im Kernbereich der Industriemesse, dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau, ist die wirtschaftliche Lage bekanntlich ziemlich angespannt. Was auch bei den Messebeteiligungen bedeutet: Die Unternehmen sind zurückhaltender. Hinzu kam in diesem Jahr noch die Streiks, insbesondere in Hannovers Nahverkehr an den ersten beiden Tagen der Hannover Messe. Schließlich die kritischen Schlagzeilen: „Sanierungsstau in Milliardenhöhe: Geheimbericht kritisiert die Messe AG“, titelte die Hannoversche Allgemeine Zeitung. Themen unter anderem: der Zustand des Geländes, das kaum gebuchte 5G-Netz. Sowohl Tonne als auch Onay wiesen auf die große Bedeutung der Messe für die Stadt und das Land hin: internationale Bekanntheit, Wirtschaftsfaktor in der Region, Schaufenster für die Unternehmen – und das nicht nur in Niedersachsen. Man werde für den Standort kämpfen, betonte der Wirtschaftsminister. Und besonders prägend ist immer noch die Hannover Messe. Jochen Köckler bescheinigte der „weltweit relevantesten“

Dieser Beitrag ausführlich und weitere Berichte über die Hannover Messe 2026: www.nw-ihk.de

Industrieveranstaltung die Rolle als Technologieschau und Impulsgeber gleichermaßen. Inhaltlich stark, hieß es auch von anderer Seite. Industrielle KI ist in der Breite angekommen. Humanoide Roboter bevölkerten manche Stände.

Und mit Brasilien war ein strategisch wichtiges Partnerland in Hannover. Gerade die Industriemesse bringt Stadt und Land jedes Jahr nach wie vor auf die politische Landkarte. In diesem Jahr mit dem Besuch des brasilianischen Präsidenten Lula da Silva. Auch, oder gerade, weil er und Bundeskanzler Friedrich März beim Messerundgang teilweise getrennte Wege gingen. Überhaupt ist die Internationalität der Hannover Messe hoch. Rund 40 Prozent der Gäste reisten laut Messe aus dem Ausland an, vor allem aus China, Brasilien, den USA, Japan und Südkorea.

Und die sollten tunlichst nicht auf die Idee kommen, dass man eine Industrieausstellung in Deutschland nicht braucht. Das ist nicht nur für die deutsche Wirtschaft wichtig, sondern auch für die Stadt. Schließlich trägt die Messe den Namen Hannover in alle Welt. Kaum eine andere Veranstaltung ist im Namen und in der Vorstellung vieler so eng mit der Stadt verbunden, deren Namen sie führt. Und es ist nur zehn Jahre her, dass die Hannover Messe mit dem Partnerland USA und dem Besuch Barack Obamas Hannover so richtig auf die internationale Bühne hob. Etwa 5200 ausstellende Unternehmen und Institutionen, rund 190 000 Besucherinnen und Besucher zog es seinerzeit an die Leine.

Die NW als Messebegleiter von Anfang an

Seit ihren Anfängen wurde die Hannover Messe in regelmäßigen Abständen hinterfragt. Ist eine Exportmesse zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt sinnvoll?

Das war schon die Frage bei der Premiere 1947. Danach wurde Hannover zur Bühne des Wirtschaftswunders. Die Niedersächsische Wirtschaft, die in diesem Jahr 80 Jahre alt wird, hat bereits die Premiere der Hannover Messe begleitet. Lesen Sie zum NW-Jubiläum die Beiträge auf den folgenden Seiten.

Zwischen damals und heute liegen eine Pandemie, die Rückkehr des Krieges nach Europa, aufflammende Konflikte weltweit, eine mancherorts wachsende Vorliebe für Zölle und Handelsbarrieren. Alles Gift für eine Messe, die geradezu ein Symbol für Globalisierung ist, die Welt an einem Ort zusammenholt und abbildet.

In dieser Situation ist in der Landeshauptstadt und darüber hinaus der Wunsch, um nicht zu sagen der Anspruch spürbar, nicht nur weiterhin einen bedeutenden Messeplatz zu haben, sondern bestenfalls zu alter Größe zurückzufinden. Für die Industriemesse, aber auch für den Standort insgesamt.

Im nächsten Jahr wird es auf jeden Fall schon Veränderungen geben. Die Hannover Messe dauert dann vom 5. bis zum 8. April – vier Tage nach bislang fünf. Durch die Konzentration auf die besucherstärksten Tage würden Effizienz und Wirkung der Messe weiter gesteigert, so ein Sprecher. Das sei gerade für kleine und mittlere Unternehmen von Vorteil, und die Anpassung werde als sinnvoller und zeitgemäßer Schritt wahrgenommen. Im Ausstellerbeirat war die Verkürzung wohl schon länger Thema. Hinzu kommt 2027 als begleitende Veranstaltung die Europe Energy Week: Die Messe hofft auf 500 ausstellende Unternehmen und Institutionen in drei Hallen. Auch die Center Stage, die mit einem hochkarätigen Programm 30 000 Besucherinnen und Besucher anzog, soll nächstes Jahr wieder zum Programm gehören. Am ersten Messetag gab sich das Bundeskabinett dort die Klinke in die Hand, Ministerinnen und Minister im Halbstundentakt: Rückenwind aus Berlin. Auch abseits der Hannover Messe gibt es Bewegung. Vor allem mit der DSEI als eigene Messe für die Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie. Sie soll vier Hallen belegen, dazu Pavillons sowie Teile des Freigeländes. Das kommende Jahr sieht erstmals seit 2018 wieder die Bildungsmesse Didacta in Hannover, und nach gut 25 Jahren kehrt auch die Textilmaschinenmesse ITMA für 2027 zurück. Aber die Hannover Messe steht immer noch mehr als anderen im Rampenlicht. Wenn es nicht gelingt, in Deutschland eine erfolgreiche Industriemesse zu haben, dann hätte nicht nur Hannover ein Problem. Sondern der Standort Deutschland insgesamt. Aber schließlich hat sich die Messe schon mehr als einmal neu erfunden. W

Humanoide Roboter bevölkerten in diesem Jahr die Messe.
Foto: Klaus Pohlmann

80 JAHRE

Ein langer Weg – bis hierher

Älter als das Land. Wenn auch nur um Monate. Am 15. Mai 1946, vor fast genau 80 Jahren, erscheint zum ersten Mal diese Zeitschrift, die Niedersächsische Wirtschaft, oder kurz: NW.

„Tatsachen – Pläne – Hoffnungen“, so lautet die Überschrift des ersten Leitartikels, wohl aus der Feder von Chefredakteur Dr. Johannes Niggemann. Wir haben das Titelblatt nachgedruckt, Sie sehen es, wenn Sie eine Seite zurückblättern. Und Seite 2 der Erstausgabe mit den damals neun niedersäch­

sischen Industrie­ und Handelskammern finden Sie am Schluss dieses Sonderteils auf Seite 40.

80 Jahre NW – hier nur einige Wegmarken: Wiederaufbau, Wirtschaftswunder. Abseits der Wirtschaft: Weltmeister. Wandel in den 60ern, Wachstumsschock Ölkrise. Und wieder Weltmeister. Wundermesse CeBIT. Hanomag? Weg, was für ein Verlust. Wiedervereinigung. Wieder Weltmeister. Italien kommt auch bei Continental nicht zum Zug. Aus Preussag wird TUI. Digitalisierung, Globali­

Keine Stunde Null

Wie alles begann: Ein Aufbruch in Trümmern und Ungewissheit. Es geht um Tatsachen, Pläne, Hoffnungen.

Die Tatsachen im Mai 1946, ein Jahr nach Kriegsende in Europa? Deutschland, eine Trümmerwüste. In Hannover. Und wohl noch schwerer als die Millionen Kubikmeter Trümmerschutt wog die moralische Schuld. Die Erstausgabe der neuen IHKZeitschrift betont den „total“ verlorenen Krieg, erinnernd an die Propaganda-Raserei vom Totalen Krieg gut drei Jahre zuvor im Berliner Sportpalast. Alles stehe unter dem Eindruck dieses „total“ verlorenen Krieges.

Und die Pläne? Auch darum geht es in der ersten, gerade einmal acht Seiten umfassenden Ausgabe der Niedersächsischen Wirtschaft. Noch scheint der Morgenthau-Plan einer De-Industrialisierung Deutschlands nicht vom Tisch. Vor allem aber fragt die NW nach der

Kohleförderung:

sierung, Weltausstellung. 11. September. Währungswechsel, Wirtschafts- und Finanzkrise. Und nochmal: Weltmeister. Corona. KI. Die Niedersächsische Wirtschaft ist diesen Weg mitgegangen, bis heute. Wie andere Medien auch. Aber immer aus dem ganz besonderen Blickwinkel der Wirtschaft. Zunächst als Zeitschrift für ganz Niedersachsen. Und seit fast drei Jahrzehnten als Magazin der IHK Hannover.

Wir sind gespannt auf die nächsten Etappen. pm

Daran hänge alles. Und der Kälteund Hungerwinter 1946/47 sollte erst noch kommen.

Das Anzeiger-Hochhaus in Hannover: Hier wurde über Niedersachsens Nachkriegspresse entschieden – auch über die NW.

Da war keine Stunde Null. Aber Wunsch und Wille, weiterzuleben. Noch vor Kriegsende in Europa, am 30. April 1945, wandte sich der spätere NW-Chefredakteur Dr. Johannes Niggemann an die Militärregierung mit dem Ersuchen, über Zeitungen hinaus Presse zu ermöglichen: "Ich denke im besonderen an Wirtschaftsblätter zur Unterrichtung der Betriebe in Industrie, Handel und Gewerbe", schrieb er.

Spätestens ab Juni 1945 bemühte man sich dann konkret um die Erlaubnis für eine Zeitschrift. In Hildesheim gab es sogar bereits ein knappes Mittei-

lungsblatt, in großen Abständen. Knapp ein Jahr später erschien dann alle 14 Tage die Niedersächsiche Wirtschaft, informierte über Anordnungen der Militärregierung oder Bombenschäden-Beseitigung, allgemein über die Neuorganisation der Wirtschaft. Noch vor Gründung des Landes, vor vielen anderen Zeitungen und Zeitschriften, vor der D-Mark, lange vor Gründung der Bundesrepublik. Und Hoffnung? Die zieht die NW aus einem überall spürbaren Gemeinschaftsgefühlt. Zusammen aus dem Tief: Würde auch heute noch gut in die Zeit passen. (pm) W

Foto: Klaus Pohlmann

IHK-Präsident Gerhard Oppermann.

IHK-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt.

Informationen und Positionen

Informationen und Positionen der Industrie- und Handelskammer nicht nur im persönlichen Austausch weiterzugeben, sondern in eine breite Öffentlichkeit zu tragen: Dafür steht die Niedersächsische Wirtschaft, Zeitschrift der IHK Hannover, fast auf den Tag genau seit acht Jahrzehnten. Natürlich ist die IHK längst im Internet und in den Sozialen Medien aktiv, und auch die NW hat ein Webmagazin im Netz. Aber die Niedersächsische Wirtschaft – und ihre Vorgängertitel – dienten als erste einem Ziel, das heute umso mehr gilt: Die IHK will mit Ihnen als Unternehmerinnen und Unternehmern in großer Breite in Kontakt kommen.

In Kommentaren und Berichten die Interessen der regionalen Wirtschaft vertreten. Das Wissen der IHK-Fachleute an die Unternehmen weitergeben. Auf die Angebote und Leistungen der IHK aufmerksam machen. Das alles gehört zu den Aufgaben der Niedersächsischen Wirtschaft, um Standort und Unternehmen zu fördern. Aber auch, die Vielfalt der Region deutlich zu machen

„Die IHK will mit Ihnen als Unternehmerinnen und Unternehmern in großer Breite in Kontakt kommen.“

Maike Bielfeldt und Gerhard Oppermann

und Unternehmen eine Plattform über ihre unmittelbare Umgebung hinaus zu bieten: Schließlich erstreckt sich der Bereich der IHK Hannover – und damit das Verbreitungsgebiet der NW – vom Landkreis Diepholz im Norden über die Regionen um Hannover, Hildesheim und Hameln bis zum Landkreis Göttingen im Süden. Die NW zeigt, was es in diesem Teil Niedersachsens an vielfältiger Wirtschaft gibt, was Menschen hier bei uns tatkräftig und kreativ im wahrsten Sinn des Wortes unternehmen – und das durchaus etwas unterhaltsam.

In den vergangenen 80 Jahren lag die Herstellung der Zeitschrift immer in den Händen eines Verlages. Aktuell bei der Schlüterschen Mediengruppe in Hannover und zuvor im Haus der Verlagsgesellschaft Madsack und damit bei zwei großen, traditionsreichen Medienunternehmen. Sie haben, wie verschiedene Verlage zuvor, mit ihren engagierten Mitarbeitenden wesentlich dazu beigetragen, die Niedersächsische Wirtschaft als Zeitschrift der IHK Hannover zu dem zu machen, was sie heute ist. W

Fotos:
IHK
Hannover

So fing es an: Das Wochenblatt für Handel und Gewerbe als Organ der hannoverschen Handelskammern.

Tiefreichende Wurzeln

Diese Zeitschrift ist eng mit der Landesgeschichte verwoben. Das geht weit über die erste Ausgabe der Niedersächsischen Wirtschaft vom Mai 1946 hinaus und reicht zurück bis ins 19. Jahrhundert.

Berücksichtigt man alle Titel, die bereits vor der Niedersächsischen Wirtschaft in Hannover als IHK-Organ erschienen, dann halten Sie gerade das wohl älteste Zeitschriften-Projekt des Landes in Händen. Oder Sie lesen es gerade auf einem Bildschirm. Die hannoverschen Handelskammern gehörten zu den ersten in Deutschland, die auf eine Zeitschrift zurückgreifen konnten. Das war 1868, kaum mehr als anderthalb Jahre nach ihrer Entstehung. Lediglich in Sachsen war man noch ein paar Jahre früher dran. Doch, um die Wahrheit zu sagen, hier wie dort waren es keine völligen Neugründungen. In Hannover gab es schon zuvor Mitteilungen des Gewerbevereins. Das Wochenblatt war gemeinsames Organ, redigiert vom Handelskammer-Sekretär: Vier Seiten, vier Mal im Monat, gefüllt vor allem mit technisch-naturwissenschaftlichen Beiträgen. Hier liegt der Ursprung der hannoverschen IHK-Zeitschrift. Heute erscheint die Niedersächsische Wirt-

„Die Interessen der Wirtschaft in die Öffentlichkeit tragen.“
Klaus Pohlmann, Chefredakteur der Niedersächsischen Wirtschaft.

schaft als Zeitschrift der IHK Hannover sechs Mal im Jahr. Die Auflage liegt bei bis zu 25 000 Exemplaren. Die Zeitschrift ist nicht nur im Internet abrufbar: Es gibt auch ein Webmagazin, in dem ergänzend und tagesaktuell Berichte über Niedersachsens Wirtschaft veröffentlicht werden (Seite 37).

Die wohl wichtigste Schnittstelle mit der Landesgeschichte jedoch ist nicht die Niedersächsische Wirtschaft selbst. Auch wenn sie noch vor der Gründung Niedersachsens erstmals erschien, und zwar als Zeitschrift von neun sich gerade neu bildenden Industrie- und Handelskammern für das ganze Gebiet des im November 1946 gegründeten Bundeslandes. Aber schon 25 Jahre zuvor, im Januar 1921, kam die erste Ausgabe einer neuen Handelskammer-Zeitschrift auf den Markt: das Wirtschaftsblatt Niedersachsen.

Der Name war Programm. Nicht uneigennützig, aber mit einiger Überzeugung kämpften die Handelskammern im Nordwesten Deutsch-

KLAUS POHLMANN
Repro (2): Klaus Pohlmann

lands – dazu zählten auch die in Bielefeld, Detmold und Minden – für ein Wirtschaftsgebiet Niedersachen. Im Namen der Vereinigung der Niedersächsischen Handelskammern, Vorläufer der heutigen IHK Niedersachsen, tauchte der spätere Landesname schon seit Jahrzehnten auf. Doch richtig Fahrt aufgenommen zu haben scheint das Thema, als in Hannover ein neuer Hauptgeschäftsführer, damals Syndikus, antrat: Dr. Kurt Finkenwirth. Die erste Ausgabe der neuen Zeitschrift jedenfalls löste die nur in Hannover seit 1919 erscheinenden Nachrichten für Industrie und Handel ab – und will mehr. Aufwändig beigeheftet ist der Erstausgabe die Karte eines Wirtschaftsgebiets Niedersachsen. Ohne Braunschweig allerdings, und die dazu gehörenden Gebiete um Holzminden und Bad Gandersheim. Der erste Leitartikel ist überschrieben mit „Niedersachsen“ und erscheint unter dem Namen des damaligen hannoverschen Handelskammer-Präsidenten Fritz Beindorff. Bis Februar 1945 wird diese Zeitschrift erscheinen.

Nur wenige Wochen später allerdings bemühten sich Industrie- und Handelskammern bei den Briten um die Erlaubnis für eine neue Zeitschrift. Die erscheint dann ab Mitte Mai 1946 mit acht Seiten alle 14 Tage. Wenig überraschend: „Jede Ausgabe der ,Niedersächsischen Wirtschaft‘ war der britischen Zensur vorzulegen und durfte erst an die Kaufmannschaft ausgeliefert werden, wenn die britische Genehmigung erteilt war.“ Lizenzträger war der Chefredakteur Dr. Johannes Niggemann (Seite 36).

Knapp ein Jahr später fand die neue Zeitschrift dann ein erstes großes Thema, das von britischer Seite angestoßen wurde: die Messe in Hannover. Und sie ist bis heute ein wesentlicher Teil der Berichterstattung geblieben. Diskussionen um die Soziale Marktwirtschaft

finden sich in den frühen Ausgaben der NW, verbunden mit der Frage: Wie viel Plan, wie viel Markt ist nötig, um den Wiederaufbau zu schaffen.

1868

ERSCHEINT die erste Zeitschrift als Organ der hannoverschen Handelskammern.

Nimmt man allein den Seitenumfang, dann stechen hier die 1970er und 1980er Jahre ins Auge. Die Niedersächsische Wirtschaft war damals weiterhin eine Zeitschrift für ganz Niedersachsen – und außerdem Pflichtblatt der Niedersächsischen Börse zu Hannover. Erst seit 1989 ist die IHK Hannover alleinige Herausgeberin.

Das Ziel der Niedersächsischen Wirtschaft als IHK-Zeitschrift hat sich über die Zeit hinweg kaum verändert und sind eng mit den Aufgaben einer IHK verbunden: Die Interessen der Wirtschaft in die Öffentlichkeit tragen. Auf die Angebote und Leistungen der IHK aufmerksam machen. Generell: Standort und Unternehmen zu fördern. Ebenso, die Vielfalt der Region deutlich zu machen. Und Unternehmen eine Plattform über ihre unmittelbare Umgebung hinaus zu bieten: Schließlich erstreckt sich der Bereich der IHK Hannover – und damit das Verbreitungsgebiet der NW – vom Landkreis Diepholz im Norden über die Regionen um Hannover, Hildesheim und Hameln bis zum Landkreis Göttingen im Süden. W

Der Name ist Programm – seit 1921 Niedersachsen im Titel.

Ein Titel im Wandel der Zeiten

Zum ersten Mal tauchen Nullen und Einsen als Sinnbild des Digitalen bereits 1970 auf einem NW­Titel auf. Seitdem war die Digitalisierung immer wieder Thema auf der Titelseite. So unterschiedlich die Niedersächsische Wirtschaft in den vergangenen acht Jahrzehnten auch aussah: Immer ging es darum, ein attraktives Bild zu finden, das Leserinnen und Leser dazu bringt, ins Heft zu blättern. Hier eine Reise durch die Zeit.

80 Jahre Spiegelbild unserer Region und starke Stimme der Wirtschaft: Die NW macht sichtbar, was unseren Standort auszeichnet, und rückt die Vielfalt und Stärke unserer Unternehmen eindrucksvoll in den Fokus. Vielen Dank für dieses Engagement!

Doris Petersen, Geschäftsführerin hannoverimpuls GmbH

Zu Beginn ein prägender Kopf

Unter den Chefredakteuren der Niedersächsischen Wirtschaft hat Dr. Johannes Niggemann einen besonderen Platz. Nicht allein, weil er der erste in der Reihe war.

Dr. Johannes Niggemann

Der bekennende, zutiefst religiöse Katholik Johannes Niggemann kam 1942 zur damaligen Gauwirtschaftskammer in Hannover, wurde Schriftleiter des Wirtschaftsblatts Niedersachsen, Vorgängertitel der NW. Hinter sich hatte er eine Odyssee: Nach zehn Jahren als Tageszeitungsjournalist, zuletzt im Ruhrgebiet, sah er sich ab 1933 im Konflikt mit den neuen Machthabern. Er sei „untragbar“ als

Journalist für das Regime, das wurde ihm nach eigener Aussage vermittelt. Auch bei der katholischen Presse, wo er als freier Mitarbeiter schrieb. Jobs in der Verwaltung, fast zwei Jahre Militär, bis er nach Hannover kann. Dort waren Präsident und Hauptgeschäftsführer der Gauwirtschaftskammer aktive Nationalsozialisten: „Weshalb sie Anfang 1942 einen katholischen Wirtschaftsjournalisten aus

Westfalen einstellten, der sich bisher mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser gehalten hatte, ist mehr als fraglich“, schreibt Anett Schweitzer in einem Gutachten. Weshalb also? Vielleicht, weil er 1923 über „Die Selbstverwaltung der deutschen Wirtschaft“ und damit eine IHK-Kernaufgabe promoviert hatte.

Eine Straße trägt seinen Namen Schweitzers Gutachten entstand, als alle Straßennamen in Hannover durchleuchtet wurde, deren Benennung vor allem in die Zeit des Nationalismus weist. Was für Niggemann gilt, weil er schon während des Krieges in Hannover arbeitete. Der Niggemannweg im Stadtteil Bothfeld heißt nach ihm, der an der die Kirche liegt, in deren Gemeinde der NW-Chefredakteur mitarbeitete. Aber nicht nur das. Er war Vorsitzender der CDU-Fraktion im hannoverschen Stadtrat, kurzzeitig Vertretung des Oberbürgermeisters. Innerhalb der katholischen Kirche Ritter des Ordens vom Heiligen Grab, zeitgleich mit dem damaligen VW-Chef Heinrich Nordhoff. Er bereitete den Katholikentag 1962 in Hannover mit vor, den er aber nicht mehr erlebte. Kurz vor seinem Tod wurde er zudem in den Aufsichtsrat der Preussag

AG berufen. Der von der Katholischen Soziallehre beeinflusste NW-Chefredakteur engagierte sich unter anderem für den Wohnungsbau, in der Genossenschaft Heimatwerk.

Lizenz für die neue Zeitschrift

Niggemann selbst erhielt auch die Lizenz für die neue IHK-Zeitschrift ab Mai 1946. Die Industrie- und Handelskammern, die das neue Blatt trugen, suchten damals noch auf unsicherer Grundlage ihren Weg in die Zukunft. In Hannover bereits seit mehr als einem Jahr, als sich IHKLeute noch vor Kriegsende trafen, um über einen Neuaufbau zu beraten. Jedenfalls nach eigener Schilderung. Ob Niggemann zu diesem Kreis gehörte, lässt sich ohne weiteres nicht sagen. Vielleicht ging er auch seine eigenen Wege. Die werden ihn ohne Zweifel ins Anzeiger-Hochhaus geführt haben, wo die britischen Presseoffiziere arbeiteten. Und dort an einem neuen Nachrichtenmagazin mitwirkten: „Diese Woche“ ab November 1946, später „Der Spiegel“. Es bleibt Spekulation, ob Niggemann das im Anzeiger-Hochhaus wahrgenommen hat. Aber wir spekulieren gerne: Er galt jedenfalls bei vielen seiner Kollegen als erster, der in der IHK-Zeitschrift ein Wirtschaftsmagazin sah. (pm) W

Das NW-Webmagazin: www.nw-ihk.de

Seit Herbst 2017 wird die gedruckte Ausgabe der Niedersächsischen Wirtschaft durch ein Webmagazin

ergänzt. Die IHK Hannover dürfte damit als erste Industrie- und Handelskammern bundesweit in dieser

Form mit ihrer Zeitschrift ins Internet gezogen sein. Online lesbar war die NW bereits zuvor. Das Webma-

Die Startseite des NW-Webmagazins – mit dem aktuellen Beitrag zum Jubiläum.

gazin ermöglicht aber noch mehr. Online first, heißt es seitdem in der Redaktion. Aktuelle Beiträge, Unternehmensberichte, insbesondere auch Personalien aus dem Bereich der IHK Hannover werden unmittelbar und zuerst online veröffentlicht – und später dann in der gedruckten Ausgabe. Umgekehrt finden aber auch die wichtigsten Beiträge der Print-Ausgaben ihren Weg ins Netz. Damit bietet das NW-Webmagazin nicht nur schnelle, sondern auch umfassende Informationen. www.nw-ihk.de (pm) W

gratuliert

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Die NW und ihre Verlage

Fast immer setzte die IHK als Herausgeberin auf einen Verlag an ihrer Seite, um die Zeitschrift zu produzieren.

Niemals allein. Oder höchstens für kurze Zeit. Die IHK Hannover, die hannoverschen Handelskammern und die niedersächsischen Industrie- und Handelskammern arbeiteten bei der Herstellung ihrer Zeitschriften fast immer mit einem Verlag zuammen.

Ganz am Anfang stand 1868 die Hofbuchdruckerei der Gebr. Jänecke in Hannover – und damit ein Stück Industriegeschichte. Denn in der Druckerei liegt auch der Ursprung der noch heute bestehenden Spezialfarbenfabrik Jänecke + Schneemann im Sehnder Ortsteil Höver.

Zeitsprung ins 21. Jahrhundert: Die Niedersächsische Wirtschaft blickt inzwischen auch auf eine zehnjährige Zusammenarbeit mit der Verlagsgesellschaft Madsack und damit einem der deutschlandweit größten Medienhäuser

zurück. In diese Zeit fällt 2017 auch der Startschuss für das Webmagazin der NW (www.nw-ihk.de), das die gedruckte Ausgabe ergänzt. Es wurde in seiner ersten Version ebenfalls mit einem Unternehmen der Madsack-Gruppe entwickelt.

Aber nicht nur mit großen Verlagen, sondern auch zusammen mit Agenturen wurde die Niedersächsische Wirtschaft schon produziert, etwa mit der Braunschweiger Mediaworld GmbH.

Eine besondere Rolle nimmt in der Reihe der Verlagspartner allein schon wegen der langen Zeit die Schlütersche Mediengruppe ein. Gegründet 1749, ist sie eines der ältesten Unternehmen Hannovers und Niedersachsens. Und über 90 Jahre Zeitungsverlag: Das Hannoversche Tageblatt war Teil Neustart des Anzeigengeschäfts 1948.

einer vielfältigen Zeitungslandschaft mit allein vier Titeln in der Stadt. Das Tageblatt, so eine Chronik der Schlüterschen, habe sich in den ersten Jahren der nationalsozialistischen Diktatur noch eine gewisse Selbstständigkeit bewahrt und sei die einzige Zeitung gewesen, die zumindest bis 1938 Inserate jüdischer Unternehmen brachte. Auch das mag dazu beigetragen haben, dass ab Frühjahr 1940 das Tageblatt im politisch linientreuen Hannoverschen Kurier aufgehen sollte. Die Schlütersche habe aber in der schwierigen Lage noch eine gute Position aushandeln können, heißt es in der Chronik. Möglicherweise gehört zum Verhandlungserfolg auch das Wirtschaftsblatt Niedersachsen. Der Vorgängertitel der NW wechselte im August 1940 vom Kurier-Verlag zur

FRepro: Klaus Pohlmann
Anzeigen in der NW waren immer Sache der Verlage. Hier eines der schönsten Motive.

Schlüterschen. Und blieb dort bis 2006. Kein Wunder also, dass Frank-Peter Oppenborn, langjähriger Geschäftsführer und Beiratsmitglied der Schlüterschen, einen engen Bezug seines Verlages zur NW sieht: Er habe sich gefreut, diesen Titel wieder bei der Schlüterschen zu sehen. Das war 2025.

Eine wesentliche Verlagsaufgabe: das Anzeigengeschäft. Die hannoversche IHK-Zeitschrift war fast immer auch mit Anzeigen belegt. Die allererste von 1868: „Die Maschinenbau-Anstalt von Fr. Seele & Comp. In Braunschweig liefert seit einiger Zeit lokomobile einzylindrige Dampfmaschinen.“ (pm) W

Kontakt für Anzeigen in der Niedersächsischen Wirtschaft

Schlütersche Mediengruppe

Mike Bokelmann, Tel 0511 8550­8162 mike.bokelmann@schluetersche.de

Wie Sie in die NW kommen

Ein Aluminiumhersteller mit Tradition. Influencer aus Hannover. Eine Klebstoff-Entwicklerin. Eine Firma, die Spitzen-Tischtennis fördert. Ein Hallenbau­Unternehmer aus Holzminden: Alles in dieser Ausgabe. Unternehmen spielen immer schon eine wichtige Rolle in der NW. Wenn Sie nach einem Alleinstellungsmerkmal suchen: Das große Verbreitungsgebiet mit dem Bereich der IHK Hannover: acht Landkreise und die Region Hannover. Und Leserinnen und Leser, die zum weitaus größten Teil in Unternehmen tätig sind, und das zumeist in verantwortlicher Position. Wir wissen: Es gibt jede Menge Geschichten, jede Menge Unternehmen, über die wir berichten können. Aber wie kommen Sie in die NW? Sprechen Sie uns an!

Tel. 0511 3107­269

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Tel. 0511 3107­212

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ZEITREISE

Niedersächsische

WIRTSCHAFT

IMPRESSUM

Herausgeberin

Industrie- und Handelskammer Hannover

Bischofsholer Damm 91, 30173 Hannover

Telefon: 0511 3107-268, Telefax: 0511 3107-450

E-Mail: kommunikation@hannover.ihk.de

Juni 2001

Mehr Mehrwegflaschen, weniger Einwegverpackungen für Getränke: Das will die Bundesregierung und setzt dabei auf das Zwangspfand als Druckmittel. Doch diese Rechnung wird nicht aufgehen.

Internet: www.hannover.ihk.de

LinkedIn: www.linkedin.com/company/ihk-hannover

Facebook: www.facebook.com/ihkhannover

Redaktion

Chefredakteur: Klaus Pohlmann, Telefon: 0511 3107-269

E-Mail: klaus.pohlmann@hannover.ihk.de

Niedersachsens Sozialminister Schnipkoweit hat jetzt „grünes Licht“ gegeben für den Bau eines Kernkraftwerkes bei Grohnde an der Weser.

Juni 1976

Das Wort von der „Verteidigungswirtschaft“ stammt von Generaldirektor Friedrich, dem Rohstoffberater der Bundesregierung. Es kennzeichnet schlagwortartig und einprägsam eine wirtschaftliche Situation, die von den großen weltpolitischen Auseinandersetzungen überschattet ist und auf absehbare Zeit ihnen unterworfen bleibt. Juni 1951

Redaktion: Barbara Dörmer, Telefon: 0511 3107-212, barbara.doermer@hannover.ihk.de; Georg Thomas, Telefon: 0511 3107-468, georg.thomas@hannover.ihk.de

E-Mail: nw@hannover.ihk.de, Internet: www.nw-ihk.de

Facebook: facebook.com/NiedersaechsischeWirtschaft

Verlag

Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

Hans-Böckler-Allee 7, 30173 Hannover, Telefon 0511 8550-0

info@schluetersche.de, www.schluetersche.de

Geschäftsführung: Ansgar Heise

Media Sales

Benjamin Wahler (Chief Sales Officer)

E-Mail: sales@schluetersche.de

Titelfoto

Hagemann/Finger

Erscheinungsweise

Die Zeitschrift erscheint sechs Mal jährlich.

Erscheinungstermin

Für diese Ausgabe: 3. Juni 2026

Bezugspreis

Die Entwicklung des Kraftwagenverkehrs brachte im letzten Jahrzehnt in den Verkehrsverhältnissen ebenso wie in anderen Ländern, so auch in Deutschland eine völlige Umwälzung. Die Landstraßen, die durch die Entwicklung der Eisenbahn mehr und mehr verödet waren, werden wieder in den Dienst großer Verkehrslinien gestellt. Juni 1926

Die Errichtung einer Heizerschule ist von dem Magdeburger Verein für Dampfkesselbetrieb beschlossen worden, nachdem sich in diesem Vereine das Institut eines Wanderlehrheizers nicht bewährt hat und aufgegeben worden ist. Der Verein hofft nach den Erfolgen einer solchen Schule, wie sie an anderen Orten – es wird insbesondere auf die in Hannover von der Direction des Gewerbe-Vereins ins Leben gerufene Heizerschule hingewiesen – zu Tage getreten sind, daß dadurch dem Bedürfnisse nach guten Heizern besser abgeholfen wird, als durch Wanderlehrer und Wettheizer. Juni 1876

Jährlich 69,50 Euro einschließlich Portokostenanteil und MwSt. Bezug durch den Verlag.

Mitglieder der IHK Hannover können die Zeitschrift auf Anforderung erhalten, der Bezug ist durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten. Der Bezug der IHK-Zeitschrift „Niedersächsische Wirtschaft“ erfolgt im Rahmen der grundsätzlichen Beitragspflicht als Mitglied der IHK. Mit Namen und Initialen gekennzeichnete Beiträge geben nicht in jedem Fall die Ansicht des Herausgebers und der Redaktion wieder. Keine Gewähr für unverlangt eingesandte Manuskripte oder Besprechungsexemplare. Nachdruck und elektronische Vervielfältigung des Inhalts nur nach ausdrücklicher Genehmigung, mit Quellenangabe und unter Einsendung eines Belegexemplars.

Druck

Bonifatius GmbH Druck – Buch – Verlag Karl-Schurz-Straße 26, 33100 Paderborn verkaufte Auflage: 20 779, verbreitete Auflage: 21 110 Druckauflage: 21 135

1. Quartal 2026

Das regionale Wirtschaftsmagazin

Hoch spezialisiert

Etwas verborgen, aber auf dem Fundament einer langen AluminiumTradition in Hannover hat sich die hoch spezialisierte EGA Leichtmetall GmbH entwickelt. Und ist auf dem Sprung zu mehr.

Ja, wir können: Was sich noch immer nach großer Weltpolitik anhört, wenn auch gefühlt eine Epoche entfernt, beschreibt auch ganz gut das Selbstverständnis eines kleinen hannoverschen Unternehmens. Hochfestes Aluminium, in 130 verschiedenen Legierungen, als Standard oder auf Kundenanforderung. Mit einem ganzen Bündel an Metallen und Stoffen, die dazugemischt werden, von Beryllium über Zink, Wismut und Kupfer bis zu Silizium und Mangan. Die EGA Leichtmetall GmbH liefert Material unter anderem für die Luft- und Raumfahrt, Verteidigungsindustrie, den Schiff- und Spezialmaschinenbau. Der Anteil von Recycling-Aluminium kann von durchschnittlich 80 auf 99 Prozent erhöht

werden. Das Werk in Hannovers Westen, im Stadtteil Ricklingen, verlassen dann als Endprodukt Rundbarren, zwischen 20 000 und 25 000 Tonnen pro Jahr. Und das zwei bis vier Wochen nach dem Auftrag: „Es gibt nur wenige, die so kurzfristig in der Vielfalt liefern“, sagt Harm Lange, der kaufmännische Leiter. Die Rundbarren, auch Bolzen genannt, sind Zylinder mit einem Durchmesser von bis zu 1080 Millimetern. „Ab etwa 700 Millimeter sind wir die einzigen in Europa, die das im freien Markt machen“, meint Lange. Er ist Prokurist und leitet an der Seite von Geschäftsführer Thomas Witte EGA Leichtmetall. Und die ist alles in allem das, was man gerne floskelhaft und neudeutsch einen

KLAUS POHLMANN
Fotos:
Aluminium-Rundbarren mit genau abgestimmten Legierungen.

Hidden Champion nennt, ein wenig bekanntes Spitzenunternehmen. Oder, wie es auf der Website des Unternehmens heißt: Europäischer Marktführer für Aluminium-Hartlegierungen mit hohem Recyclinganteil. Lange: „Das ist das, was wir können.“

In der Nische fühlt sich EGA Leichtmetall wohl. Wenn zum Beispiel eine Werft nach einem seewassertauglichen Aluminium-Welle für die Schiffsschraube fragt. Zwar reicht die Kapazität in Ricklingen für bis zu 35 000 Tonnen. Aber auch damit wäre man kein Volumenproduzent. In Hannover geht es um Qualität. Allein acht der rund 65 Mitarbeitenden arbeiten in der Qualitätskontrolle. „Keine materialbedingte Reklamation in den letzten 25 Jahren“, sagt Lange. Und es geht um Innovation.

Und zwar seit langem. In der ersten Hälfte der 80er Jahre wurden zusammen mit der Uni Hannover die beiden Induktionsschmelzöfen entwickelt, die statt Gas mit Strom arbeiten. Und der kommt seit 2022 aus erneuerbaren Quellen. Nur etwas mehr als ein Viertel der sonst anfallenden CO₂-Emissionen schlagen in Hannover bei der Produktion zu Buche

Das ausgedehnte Industriegelände, von dem EGA Leichtmetall heute nur einen kleinen Teil nutzt, ist eng verwoben mit der Wirtschaftsgeschichte der Landeshauptstadt. Hier hatte die Hannoversche Waggonfabrik ihren Sitz, samt kurzzeitiger Flugzeugproduktion und dem ersten Zivilflugplatz, direkt gegenüber dem Hanomag-Areal auf der anderen Seite des Lindener Bahngeländes. Nach dem Aus für die Waggonfabrik kam Mitte der 30er Jahre die Aluminiumindustrie mit dem Schwerpunkt Rüstung. Das Markensymbol der Vereinigten Leichtmetall-Werke prangt noch heute an einem der Ricklinger Fabrikgebäude. Jahre zuvor wurde in Hannover das Aluminium-Stranggussverfahren entwickelt und patentiert, heute Standard weltweit. Die Entwicklungslinien der AluminiumIndustrie in Deutschland seit 1917 sind, vorsichtig gesagt, unübersichtlich. Die Staatsholding VIAG spielte dabei eine Rolle, und auch das Werk in Hannover war vor 25 Jahre noch Teil der norwegischen Norsk-Hydro-Gruppe.

Randnotiz: Die hannoverschen LeichtmetallWerke erhielten 1937 ein Schwesterunternehmen in Laatzen. Die im Krieg unversehrten, im Zuge der Demontage geleerten Hallen dort wurden zehn Jahre später zur Keimzelle der Hannover Messe.

In Ricklingen gibt es in der LeichtmetallTradition heute noch die Arconic Extrusions GmbH, die mit rund 170 Beschäftigten aus hochfesten Aluminium-Legierungen unter anderem Flügelspanten für Verkehrsflugzeuge herstellt. Das Unternehmen gehört zur New Yorker Arconic Corp., die wiederum aus dem Aluminiumkonzern Alcoa entstand.

„Keine materialbedingten Reklamationen in den letzten 25 Jahren.“

Harm Lange, kaufmännischer Leiter

Der Weg der EGA Leichtmetall, darauf deutet schon der Name hin, war anders und führte über verschiedene Stationen zuletzt zu Emirates Global Aluminium, oder eben kurz EGA. Deren Eigentümer sind in Abu Dhabi und Dubai zu Hause. Der Konzern gehört mit rund vier Prozent der Weltproduktion und zuletzt rund 2,7 Millionen Tonnen jährlich zu den größten zehn Aluminiumherstellern weltweit und hat rund 7000 Beschäftigte.

Als Teil von Emirates Global Aluminium schätzt Harm Lange neben der langfristigen Perspektive, die der Konzern bietet, auch die Freiräume. Die braucht man, um Qualitätsund Entwicklungsstandort zu bleiben. Wie schon seit Jahrzehnten, und die Rolle betont Lange nach wie vor.

Deutlich wird das bei dem, was jetzt in Steyerberg geplant ist. Nachdem zwei Versuche an anderen Standorten gescheitert sind, investiert EGA Leichtmetall im Landkreis Nienburg rund 145 Mio. Euro und sorgt dort für rund 200 neue Jobs. Der erste Spatenstich soll noch in diesem Jahr erfolgen, in zwei Jahren der Betrieb aufgenommen werden. Das wäre schneller, als die Verhandlungen mit anderen Standort-Kandidaten gedauert haben. Zudem ist das Steyerberger Areal, der GreenTec Park, in hohem Maße

Die Gießerei: Hier wird Aluminium in Form gebracht.

Entscheidend: Qualitätskontrolle.

anschlussfähig: Bahnlinie, Strom aus Erneuerbaren, und das Wasserstoff-Kernnetz vor der Haustür.

Geplant ist eine Recyclingfabrik für Aluminium. Aufbereitet wird alles – Autokarosserien, Fassadenteile, Dosen, Fensterrahmen,

„Wir setzen voll auf Kreislaufwirtschaft.“
Harm Lange, kaufmännischer Leiter

Tuben: Das leichte Metall steckt überall drin. Entsprechend hoch ist der Bedarf – und die EGA-Zentrale in Abu Dhabi will ihr Recyclinggeschäft neben der Primärproduktion aus Bauxit weiter ausbauen. Anfang Mai wurde die Mehrheitsbeteiligung an einem italienischen Unternehmen bekannt, das Aluminium aufbereitet.

In Steyerberg ist eine Recycling-Kapazität von 153 000 Tonnen jährlich geplant. Dabei setzt EGA Leichtmetall „voll auf Kreislaufwirtschaft“, sagt Harm Lange. Zum Beispiel braucht man Salz, rund 6000 Tonnen jährlich, um aus dem Aluminiumschrott das Metall fast vollständig zurückzugewinnen. Ziel im neuen Betrieb: Aus der dabei entstehenden Schlacke das kristallisierte Salz weitgehend wiederverwenden und damit die Endlagerung so gering wie möglich zu halten. „Wir sind, so weit wir wissen, die ersten weltweit, die das in dieser Integrationstiefe machen“, meint Lange. W

GESTARTET: HEUTE ...

Ligaro: Auf den Leim gegangen

Alles begann mit einer einfachen Frage: Warum gibt es keinen wirklich nachhaltigen Holzleim? Florentine Adam arbeitete beim Bau von Surfbrettern regelmäßig mit Klebern und Holzleimen. Dabei störte die 28-jährige Holzund Umweltingenieurin zunehmend, dass ein natürliches Material wie Holz fast

immer mit synthetischen, oft gesundheitsschädlichen Klebstoffen verbunden wird. Der intensive Geruch, die notwendigen Arbeitsschutzmaßnahmen und der Gedanke, ausgerechnet beim nachhaltigen Werkstoff Holz auf giftige Substanzen angewiesen zu sein, frustrierten sie zunehmend. So begann

die Suche nach einer Alternative zu den Klebstoffen, die in Möbeln, Verpackungen oder Baustoffen stecken. Ob im Holzbau, in Möbeln oder Verpackungen: Klebstoffe sind unverzichtbar – und bislang fast immer erdölbasiert und gesundheitlich problematisch. Aus ersten Experimenten im Labor entstand die Idee zu Ligaro –einem Leim, der stark hält, aber sauber bleibt, biobasiert und vollständig fossilfrei ist. Das Startup „Ligaro“ der Leibniz-Universität Hannover ist aktuell interdisziplinär sechsköpfig und wird durch ein Exist-Gründungsstipendium gefördert. Im März wurde Ligaro beim Startup-Impuls-Wettbewerb von Hannoverimpuls und Sparkasse Hannover mit dem ersten Platz in der Kategorie „Hottest Innovation“ prämiert. Damit verbunden ist ein Preisgeld von 25 000 Euro und ein Coaching. Inzwischen sind die ersten Grundrezepturen für den Klebstoff entwickelt, zwei Patente eingereicht und das eigene Labor in der Uni fertig. „Wir haben großes Kundeninteresse. Im Laufe des Jahres werden wir erste Pilottests mit potenziellen Kunden starten“, so Adam. (dö) W

Gestartet: Damals

Vor 80 Jahren erschien erstmals die Niedersächsische Wirtschaft. Lesen Sie mehr im Sonderteil zum Jubiläum ab Seite 29.

Foto:
Ligaro
Florentine Adam (r.) im Labor.

FIRMENJUBILÄEN

Damals gegründet ...

JAHRE

25

JAHRE

SL-Germany GmbH, Husum (26. Juni) 50

Dieter de Bray e.K. Kanzlei Bray, unabhängiger Assekuranz- und Energiemakler, Jühnde (1. Juni)

Sollingglas Bau- u. Veredelungs Verwaltungs GmbH (8. Juli) und Sollingglas Bau- und Veredelungs GmbH & Co KG (1. Juli), beide Derental

Südharz-Apotheke, Inh. Andreas Kuhn e.K., Walkenried (1. Juli)

42 GmbH, Hannover (1. Juni)

Energie Brokering GmbH, Seelze (7. Juni)

Prautec GmbH, Wunstorf (19. Juni)

Unser Tag der offenen Tür

12.06.2026

10.07.2026 um 15:00 Uhr

Infra Infrastrukturgesellschaft Region Hannover GmbH, Hannover (27. Juni)

EDV.de Systemhaus Verwaltungs GmbH, Burgdorf (27. Juni)

GAteK Gesellschaft für Automatisierungstechnik und Konstruktion mbH, Wunstorf (1. Juli)

Teichert Osterode GmbH, Osterode (12. Juli)

EK KFZ GmbH, Obernkirchen (24. Juli)

IMODIS – Immobilien- und FinanzConsulting GmbH, Hemmingen (24. Juli)

Night & Day Global Courier Logistic GmbH, Langenhagen (24. Juli)

Zuhause ist mehr als nur ein Ort – es ist der Horizont, an dem Abenteuer und Ruhe im Einklang segeln.

Klaus Brüggemann (61)

Geschäftsführer und Gesellschafter

E.L.F. Hallen- und Maschinenbau, Holzminden

ICH BIN ALS CHEF

MEINE WURZELN

… seit 2011 Geschäftsführer und Gesellschafter der E.L.F. Hallen- und Maschinenbau GmbH, zusammen mit meiner Frau Stefanie als Gesellschafterin und Prokuristin. Ich bin in Hannover geboren, verheiratet und Vater von fünf erwachsenen Kindern.

… bin ich dankbar für unser engagiertes Team. Mit großem Einsatz und viel Herzblut haben wir gemeinsam erreicht, dass sich unser „E.L.F. Familienbetrieb“ zu einem im DACH-Raum anerkannten Anbieter von Gebäuden in Stahlbauweise entwickelt hat. Mit einem gewissen Stolz blicken wir darauf, dass wir seit der Gründung 2002 knapp 6000 Gebäude im deutschsprachigen Raum realisieren konnten.

… liegen in der Landwirtschaft. Ich stamme von einem kleinen landwirtschaftlichen Betrieb, der meine Kindheit und mein Werteverständnis nachhaltig geprägt hat. Ursprünglich wollte ich den elterlichen Hof weiterführen. Wegen des strukturellen Wandels entschied ich mich, den landwirtschaftlichen Betrieb im Nebenerwerb weiterzuführen und später bewirtschaften zu lassen.

MEINE BERUFLICHE AUSBILDUNG

VON DER POLITIK

… zum Landmaschinenmechaniker-Meister und Industriefachwirt sowie verantwortliche Positionen in zwei Konzernen bilden die Grundlage für meine heutige Tätigkeit. Die Nähe zur Praxis, insbesondere zur Landwirtschaft, hilft mir sowohl in der Entwicklung als auch in der Produktion und im Vertrieb unserer individuell konzipierten Stahlhallensysteme.

… erwarte ich weniger Bürokratie sowie wettbewerbsfähige Energiepreise. Ich würde mir wünschen, dass Betriebe bei administrativen Anforderungen stärker unterstützt werden – durch verlässliche Ansprechpartner, die Verfahren praxisnah begleiten. Und: Mehr Vertrauen in die Unternehmen wäre ein wichtiger Schritt.

IN MEINER FREIZEIT

… widme ich mich vor allem meiner Familie, der Landwirtschaft sowie meinen persönlichen Interessen in den Bereichen Jagd und Luftsport. Darüber hinaus engagiere ich mich ein wenig in der Kommunalpolitik.

Maschinenbau GmbH
Klaus Brüggemann (61) ist Geschäftsführer und Gesellschafter der E.L.F. Hallen- und Maschinenbau GmbH aus Holzminden.

GEKLINGELT

BEI:

„Zu unseren Kunden gehören Selfmade-Millionäre genauso wie Bauarbeiter“. Tjark König (27) mag seinen Beruf im Handel.

DAS ZIGARREN- UND PFEIFENHAUS KÖNIG & SCHUBERT OHG

20. Mai, 9.07 Uhr Hannover, Lavesstr. 71

Mit Tabak hatte die Familie König schon immer zu tun. 1885 gründete sie in Vlotho eine Tabakfabrik, später arbeiteten Familienmitglieder unter anderem bei Reemtsma als Mischmeister für Zigarettentabak, und standen an der Spitze eines Tabaklobbyverbands. Tjark König ist der jüngste in der Familie. Der 27-jährige Einzelhandelskaufmann arbeitet heute im Geschäft, das sein Vater Sören zusammen mit Michael Schubert in Hannover 1992 eröffneten. Das Zigarren- und Pfeifenhaus bietet nach eigenen Angaben die größte Auswahl hochwertiger Zigarren in Hannover und führt inzwischen auch viele besondere Alkoholika.

Wobei störe ich gerade?

Mehr Beiträge Geklingelt bei und ein Video vom Besuch: nw-ihk.de

Bestellungen abfertigen. Gerade ist es ein Paket für einen Langzeitkunden von uns, aus Salzgitter. Der bestellt immer Zigarren.

Was ist Ihr Kerngeschäft?

Zigarren. Da haben wir - für niedersächsische Verhältnisse - die wohl größte Auswahl, die wir in einem eigenen, klimatisierten Raum, einem begehbaren Humidor lagern. Zudem

führen wir hochwertige Spirituosen: Scotch, irischer Whisky, Bourbon, Cognac, Brandy, Gin, Rum, Tequila, Brände. Grappa haben wir nicht - aber sonst eigentlich alles.

Wie viele Mitarbeitende gibt es?

Einen. Mich. Und die beiden Chefs, Herrn König und Herrn Schubert.

Wofür möchten Sie werben?

Generell eigentlich immer für den inhabergeführten Einzelhandel in Hannover, jedes Geschäft, das noch etwas individuelles macht und nicht zu irgendeiner Kette gehört, sei es der Feinkostladen oder das Geschäft für Kinderkleidung um die Ecke. Macht Spaß und sollte gefördert werden.

Was verbinden Sie mit der IHK?

Natürlich zahlen wir Beiträge, aber für mich ist es auch der Ort, an dem ich geprüft wurde. Ich habe dort ja mal meine Ausbildung als Kaufmann im Einzelhandel gemacht, die ich ziemlich gut bestanden habe.

Aufgezeichnet von Georg Thomas.

Foto: Georg Thomas

NOSTIMA:

NICHT NUR

AUF TRIKOTS

PRÄSENT

QR-Code zur Internetseite des MTV EngelbostelSchulenburg mit mehr Infos zum Sponsoring

Szene aus einem Zweitliga-Punktspiel des MTV Engelbostel-Schulen-

burg beim Doppel: Matilda Hansson (l.) und Julie Van Hauwaert.

Der Ronnenberger Feinkosthersteller Nostima unterstützt das Damen-Tischtennis-Team der MTV EngelbostelSchulenburg in der 2. Bundesliga.

Im April hatte der MTV Engelbostel-Schulenburg sogar die Chance, in die erste Bundesliga aufzusteigen – im Damen-Tischtennis. Doch das junge Team aus den zwei Ortsteilen der Flughafen-Stadt Langenhagen verlor das entscheidende Spiel. Die Frauen haben ein „Ausrufezeichen hinter eine unglaubliche Spielzeit“ gesetzt, schreibt der Breitensportverein auf seiner Internetseite: „Platz zwei in der zweiten Bundesliga und das als Aufsteiger.“ Dass der Aufstieg knapp verpasst wurde, ist auch Viktor Engelbrecht nicht entgangen –wenn er auch gestehen muss, es persönlich nicht zu einem der Spiele geschafft zu haben. Denn der Unternehmer sucht gerade eine größere Produktionsstätte für die Nostima GmbH & Co. KG. Vor acht Jahren, damals betrieb er noch einen Edeka-Markt in Ronnenberg in der Region Hannover, belieferte er den ersten Supermarkt mit frischem Krautsalat, Oliven, Bulgur und zahlreichen anderen Produkten.

Heute gehören mehr als 200 Supermärkte von Bremerhaven bis Bielefeld, Braunschweig und Göttingen zu seinen Abnehmern. „Und wir bekommen weitere Anfragen, die wir kaum noch annehmen können“, erklärt Viktor Engelbrecht.

Logo ziert die Trikots der Spielerinnen Auf die Idee, die Damen-Tischtennis-Mannschaft zu unterstützen, brachte ihn der Journalist Axel Emmert, der das Unternehmen bei der Pressearbeit unterstützt. Stephan Hartung, der Trainer des Teams und Viktor Engelbrecht wurden sich schnell einig- und das Nostima-Logo zierte nicht nur das Trikot der Mannschaft. Der Verein konnte bei seinen Heimspielen auch die Salate und andere Feinkostprodukte an die Gäste ausgeben.

„Beim Abholen hat sich Viktor Engelbrecht dann gern auf den Stand bringen lassen, wie es sportlich läuft“, sagt Emmert.

Die Planungen für die neue Saison laufen schon. Beim Team können sich laut Trainer und Manager Hartung noch Änderungen ergeben – Nostima bleibt auf jeden Fall Sponsor des Tischtennis-Teams.

Foto: Stephan Hartung

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Bei dem nachfolgend aufgeführten Sachverständigen ist die öffentliche Bestellung und Vereidigung erloschen:

Dr. Günter Schroeder Entenfang 26 30938 Burgwedel

Sachgebiet: Biomechanische Unfallrekonstruktion

Wer verdient wieviel – und warum? Damit sollten sich Unternehmen intensiver auseinandersetzen.

Entgelttransparenz: Was Firmen wissen sollten

Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie muss bis 7. Juni in nationales Recht umgesetzt werden. Unternehmen sollten sich strukturiert vorbereiten.

Vergütung ist in vielen Unternehmen kein starres System, sondern über Jahre gewachsen. Tarifliche Regelungen, individuelle Entscheidungen, Marktbewegungen und interne Veränderungen haben Strukturen entstehen lassen, die im Alltag oft funktionieren, aber nicht immer leicht zu erklären sind. Genau hier setzt die EU-Entgelttransparenzrichtlinie an. Sie soll den Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit“ stärken und muss bis zum 7. Juni 2026 in nationales Recht umgesetzt werden. Ein finaler deutscher Gesetzentwurf lag zum Redaktionsschluss Mitte Mai noch nicht vor. Für Unternehmen ist das Thema nicht nur deshalb relevant, weil neue Pflichten entstehen. Die Richtlinie rückt ein Feld in den Mittelpunkt, das in der Praxis oft zwischen Personalabteilung, Führung und Organisation liegt: die Frage, nach welchen Kriterien Gehalt

Unternehmen mit 250 oder mehr Beschäftigten müssen ab dem 7. Juni 2027 jährlich berichten.

eigentlich festgelegt wird. Zwar greifen die Berichtspflichten erst ab 100 Beschäftigten, doch andere zentrale Vorgaben gehen deutlich weiter. Dazu zählen insbesondere Transparenzpflichten vor der Einstellung, umfassende Informations- und Auskunftsansprüche im laufenden Arbeitsverhältnis sowie verschärfte Regelungen zur Durchsetzung der Entgeltgleichheit. Damit sind Arbeitgeber unabhängig von ihrer Beschäftigtenzahl betroffen – auch wenn einzelne Pflichten nach der Zahl der Mitarbeitenden gestaffelt sind.

Pflichten im Bewerbungsverfahren Besonders sichtbar wird das im Recruiting. Arbeitgeber müssen Bewerbenden rechtzeitig Informationen über das Einstiegsentgelt oder dessen Spanne sowie über einschlägige tarifliche Regelungen bereitstellen, etwa in der Stellenausschreibung oder vor dem Vor-

SIMON MATTHEIS, NWR CONSULTING

stellungsgespräch. Fragen nach der aktuellen oder bisherigen Vergütung sind nach der Richtlinie unzulässig. Das klingt zunächst nach einer Anpassung im Bewerbungsprozess. Tatsächlich reicht dieser Punkt tiefer. Denn Gehaltsspannen lassen sich nur dort sauber kommunizieren, wo intern bereits geklärt ist, wie Rollen eingeordnet werden und welche Kriterien für Vergütung gelten.

Auch tarifgebundene Unternehmen sollten das Thema deshalb nicht vorschnell abhaken. Tarifverträge schaffen häufig mehr Struktur und Vergleichbarkeit. Das ist ein Vorteil. Sie lösen aber nicht automatisch alle Fragen, die mit der Richtlinie auf den Tisch kommen. Wo tarifliche Regelungen ergänzt, unterschiedlich ausgelegt oder durch außertarifliche Bestandteile erweitert werden, bleibt Transparenz weiter ein Thema. Die Richtlinie schaut nicht nur auf Tabellen, sondern auch auf die Kriterien und Prozesse dahinter.

Auskunftsrecht

Für Beschäftigte werden die Rechte ebenfalls konkreter. Arbeitgeber müssen die Kriterien für die Festlegung des Entgelts, der Entgelthöhe und der Entgeltentwicklung offenlegen. Beschäftigte haben außerdem das Recht, Auskunft über ihre individuelle Entgelthöhe sowie über durchschnittliche Entgelthöhen von Beschäftigten zu verlangen, die gleiche oder gleichwertige Arbeit verrichten, aufgeschlüsselt nach Geschlecht. Arbeitgeber müssen auf solche Anfragen innerhalb einer angemessenen Frist antworten. Diese Frist darf zwei Monate nicht überschreiten. Über den Auskunftsanspruch und das Verfahren müssen Beschäftigte jährlich informiert werden.

Berichtspflichten nach Größe

Unternehmen mit 250 oder mehr Beschäftigten müssen ab dem 7. Juni 2027 jährlich berichten. Für Unternehmen mit 150 bis 249 Beschäftigten gilt die Pflicht ab demselben Datum alle drei Jahre. Für Unternehmen mit 100 bis 149 Beschäftigten beginnt sie ab dem 7. Juni 2031, ebenfalls im Dreijahresrhythmus. Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten unterliegen dieser regelmäßigen Berichtspflicht nach der Richtlinie nicht. Das bedeutet aber nicht, dass das Thema dort erledigt wäre. Die übrigen Transparenz- und Auskunftspflichten bleiben relevant. Operativ besonders relevant wird es, wenn aus Berichtspflichten konkreter Handlungs-

bedarf entsteht. Zeigt sich in einer Arbeitnehmerkategorie ein geschlechtsspezifisches Entgeltgefälle von mindestens fünf Prozent, das nicht durch objektive, geschlechtsneutrale Kriterien gerechtfertigt werden kann und nicht innerhalb von sechs Monaten behoben wird, müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretungen eine gemeinsame Entgeltbewertung durchführen. Spätestens hier wird klar: Es geht nicht nur um Reporting, sondern um belastbare Vergütungslogiken.

Schadensersatzanspruch

Das Thema betrifft Arbeitgeber grundsätzlich – auch wenn einzelne Pflichten nach der Zahl der Beschäftigten gestaffelt sind.

Betroffene Beschäftigte sollen Anspruch auf vollständigen Schadensersatz oder Entschädigung haben. Zudem verlangt die Richtlinie wirksame, verhältnismäßige und abschreckende Sanktionen, die auch Geldbußen umfassen sollen. Im Streitfall liegt die Beweislast beim Arbeitgeber, der darlegen muss, dass keine Entgeltdiskriminierung vorliegt. Für Unternehmen heißt das vor allem: Nicht jede Ungleichheit wird automatisch zum Fall. Aber jede schlecht begründete Vergütungsentscheidung wird künftig riskanter.

Wichtige Punkte im Überblick

• Angaben zum Einstiegsentgelt oder zur Gehaltsspanne müssen Bewerbenden rechtzeitig vorliegen.

• Beschäftigte haben größenunabhängige Auskunftsrechte; Arbeitgeber müssen darüber jährlich informieren.

• Die Berichtspflicht greift gestaffelt ab 100 Beschäftigten.

• Ab einem Gender Pay Gap von fünf Prozent ohne objektive Rechtfertigung kann eine gemeinsame Prüfung der Entgeltstrukturen mit der Arbeitnehmervertretung erforderlich werden

• Die Richtlinie sieht Schadensersatz, Geldbußen und eine Beweislast beim Arbeitgeber vor.

Die Entgelttransparenzrichtlinie ist damit mehr als ein neues Regulierungsthema. Sie erhöht die Anforderungen an eine nachvollziehbare Begründung, konsistente Gestaltung und saubere Dokumentation von Vergütung. Selbst wenn Deutschland die Umsetzungsfrist bis zum 7. Juni verfehlen sollte, verschiebt das den Handlungsbedarf nicht. Wer das früh angeht, reduziert nicht nur Risiken, sondern schafft auch mehr Klarheit im Recruiting und in der Führung, stärkt das Vertrauen und erhöht seine Attraktivität als Arbeitgeber. W

Verpackungen: Neue Regelungen für Vermeidung und Recycling

Weniger Verpackungsmüll und ein besseres Recycling – das fordert die EU.

Der Rechtsrahmen für Verpackungen und Verpackungsabfälle wird durch die EU- Verpackungsverordnung 2025/40 „Packaging and Packaging Waste Regulation“ (PPWR) wieder einmal neu geregelt. Es besteht die Notwendigkeit, das deutsche Verpackungsrecht in den nächsten Monaten daraufhin anzupassen. Die Bundesregierung hat hierzu einen Gesetzesvorschlag vorgelegt.

Europaweit liegt der Pro-KopfVerbrauch von Verpackungsmaterial zurzeit bei rund 170 bis 200 Kilogramm pro Jahr. Das gesamte EU-Verpackungsaufkommen wird auf 180 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt und der europäische Verpackungssektor, der sowohl die Verpackungsproduktion als auch deren Entsorgung betrifft, erwirtschaftet immerhin jährlich etwa 370 Mrd. Euro.

Die europäischen PPWR-Regelungen gelten grundsätzlich ab dem 12. August und werden nach und nach ihre Wirkung entfalten. Betroffen sind vor allem Verpackungen aus Papier, Pappe, Karton, Kunststoff, Glas und Metall. Insgesamt soll das Verpa-

ckungsaufkommen in Europa reduziert werden – bis 2030 um 5 Prozent, bis 2035 um 10 Prozent und bis 2040 um 15 Prozent in Relation zum Jahr 2018.

Verantwortung wird erweitert Durch die Verordnung wird die Herstellerverantwortung bzw. Erweiterte Produzentenverantwortungen (EPR) ab August in Europa einheitlich neu geregelt: Erhebliche Auswirkungen sind, dass für Verpackungen von Eigenmarken sowie importierten Fremdmarken ohne inländischen Zwischenhändler die Handelsunternehmen verpflichtet sind. Künftig ist daher eine Verlagerung der Systembeteiligung, zum Beispiel auf ausländische Lieferanten, nicht möglich. Da es keine Übergangszeit gibt, wirken sich die Regelungen unmittelbar aus.

Die PPWR enthält auch neue Informations- und Kennzeichnungspflichten. Ab 12. August besteht die Pflicht zur Abgabe einer EU-Konformitätserklärung und technischen Dokumentation für alle Verpackungsarten. Ab 2028 müssen dann die Verpackungen mit einer harmonisierten Kennzeich-

nung aus Piktogrammen und ggf. einem QR-Code versehen sein, um das Sortieren, das Recycling und die Wiederverwendung zu erleichtern.

Höhere Recyclingziele

Die PPWR verschiebt den Fokus noch weiter Richtung Kreislaufwirtschaft und Circular Economy. Die wesentlichen weiteren Regelungen: Ab 2030 sind Verpackungen so zu gestalten, dass deren Gewicht und Volumen auf das erforderliche Mindestmaß zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit reduziert wird. Es dürfen außerdem nur noch Verpackungen in Verkehr gebracht werden, die zu mindestens 70 Prozent recyclingfähig sind. Materialbezogene Recyclingziele, beispielsweise für Papier, Pappe und Karton von 85 Prozent und eine Gesamtrecyclingquote von insgesamt 70 Prozent werden außerdem eingeführt.

Umweltbelastungen

Ein Drittel der Siedlungsabfälle in der EU stammen aus Verpackungen. Rund 50 Prozent des in der EU verwendeten Papiers ist für Verpackungen bestimmt. Die Hälfte der Abfälle im Meer besteht aus Verpackungen, wobei dieser Meeresmüll überwiegend aus Regionen mit unzureichender Abfallinfrastruktur, vor allem Asien, stammt.

Workshop

Zusammen mit der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) und dem Unternehmensnetzwerk Klimaschutz organisiert die IHK am 3. September in Hannover einen Workshop, in dem über die neuen PPWR-Regelungen und -pflichten sowie die nachhaltige Verpackungsproduktion informiert wird. Kontakt: Dr. Alexander Witthohn, Tel. 0511 3107-405, alexander. witthohn@hannover.ihk.de. (AW) W

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Weiterbildung in der IHK

Die IHK bietet ein umfassendes Weiterbildungs-Programm zu wirtschaftsrelevanten Themen an. Auf dieser Doppelseite finden Sie Beispiele aus diesem Angebot. Alle Veranstaltungen im Überblick:

Programm 2. Halbjahr 2026

Artikel online lesen: www.hannover.ihk.de/ veranstaltungen

Das komplette Weiterbildungsprogramm der IHK Hannover für das zweite Halbjahr dieses Jahres ist erschienen und liegt als Beilage in dieser Ausgabe. Alternativ finden Sie das Programm als PDF auf der IHK-Website: www.hannover.ihk.de

Digitalisierung & E-Business

Content-Optimierung für Suchmaschinenoptimierung (SEO)

11. Juni, 160 € + 19 % USt. (brutto 190,40 €), Tel. 0511 3107-377

Social Recruiting – Personalgewinnung mit Instagram, LinkedIn, Facebook & Co. (Webinar)

11. Juni, 240 € + 19 % USt. (brutto 285,60 €), Tel. 0511 3107-377

Finanz- und Rechnungswesen

Fachkraft für Controlling (IHK) – OnlineZertifikatslehrgang

16. Juni bis 8. September, 1175,63 € + 19 % USt. (brutto 1399 €), Tel. 0511 3107-527

Lohnbuchhalter (IHK) – Online-Zertifikatslehrgang

23. Juni bis 11. August, 1050 € + 19 % USt. (brutto 1249,50 €), Tel. 0511 3107-527

Fachkraft für Buchführung (IHK) – Online-Zertifikatslehrgang

20. Juli bis 28. September, 1175,63 € + 19 % USt. (brutto 1399,00 €), Tel. 0511 3107-527

Innovation

Web-Reihe „Innovativ jetzt“ Kostenlos. 11. Juni, Tel. 0511 3107-411

Sprechtag Patente, Marken & Co.

Kostenlos. Hannover: 17. Juni, 19. August, Tel. 0511 3107260, Göttingen: 2. Juli, 6. August, Tel. 0551 70710-125

Werkstattgespräch: Produktion im Mittelstand

21. August, kostenlos, Institut für Fabrikanlagen und Logistik, Garbsen, Tel. 0511 3107-411

International

Interkulturelle Kompetenz als Schlüssel zum geschäftlichen Erfolg in der arabischen Welt

17. Juni, 240 € + 19 % USt. (brutto 285,60 €), Tel. 0511 3107-431

Sprechtag Indien (Online)

17. Juni, kostenlos, Tel. 0511 3107-371

Fitter for FDA! US-Label Compliance für Lebensmittel & Nahrungsergänzungsprodukte (Online)

29. Juni bis 1. Juli, 430 € + 19 % USt. (brutto 511,17 €), Tel. 0511 3107-289

Mit Lieferantenerklärungen zu Wettbewerbsvorteilen

19. August, 310 € + 19 % USt. (brutto 368,90 €), Tel. 0511 3107-298

Praktische Abwicklung von Exportgeschäften

26. bis 27. August, IHK in Hildesheim, 450 € + 19 % USt. (brutto 535,50 €), Tel. 0511 3107-298

Das Ausfuhrverfahren ATLAS

7. Juli, 260 € + 19 % USt. (brutto 309,40 €), Tel. 0511 3107-298

Praktische Abwicklung von Exportgeschäften

21. bis 22. September, IHK in Hameln, 450 € + 19 % USt. (brutto 535,50 €), Tel. 0511 3107-298

Management & Persönlichkeitsbildung

Kommunikation und Gesprächsführung erfolgreich gestalten

4. Juni, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €), Tel. 0511 3107-392

Zeit- und Selbstmanagement

11./12. Juni, 480€ + 19 % USt. (brutto 571,20 €), Tel. 0511 3107-392

Marketing & Vertrieb

Kundenorientiertes Verhalten am Telefon

18. Juni, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €), Tel. 0511 3107-392

Recht und Steuern

Umsatzsteuer: Schwerpunkt Reihengeschäfte (Webinar)

18. Juni, 140 € + 19 % USt. (brutto 166,60 €), Tel. 0511 3107-230

Unternehmensgründung

Business Booster Day in Göttingen

Gemeinsamer Sprechtag mit der NBank zum Thema Gründung & Finanzierung. Kostenlos. 17. Juni, IHK in Göttingen, Tel. 0551 70710-125

Gründungssprechtag des Gründungsnetzwerks Südniedersachsen Kostenlos. 15. Juli, IHK in Göttingen, Tel. 0551 70710-125

Sonstige Seminare

Agile/-r Projektmanager/-in (IHK) – OnlineZertifikatslehrgang

8. Juni bis 31. Juli, 1672,27 € + 19 % USt. (brutto 1990 €), Tel. 0511 3107-527

Fachkraft für Personalwesen (IHK) – OnlineZertifikatslehrgang

8. Juni bis 30. September, 1428,57 € + 19 % USt. (brutto 1700 €), Tel. 0511 3107-527

Data Analyst (IHK) – Online-Zertifikatslehrgang

9. Juni bis 8. September, 1840,34 € + 19 % USt. (brutto 2290 €), Tel. 0511 3107-527

Alle Veranstaltungen finden, soweit nicht anders angegeben, in der IHK Hannover oder deren Geschäftsstellen statt.

Welcome & Business Center IHK: Teamleitungen und Backoffice

Das Welcome & Business Center IHK ist die zentrale Anlaufstelle für berufliche Bildung, Integration und Fachkräftesicherung. Nun stellen wir die Teamleiterinnen vor.

Seit Anfang 2025 ist das Welcome & Business Center IHK (WBC) eine kompetente Anlaufstelle für Unternehmen aus der Region, die Fachkräfte im Ausland suchen wollen. Gleichzeitig bietet das WBC individuelle Beratung zur Entwicklung von Mitarbeitenden und arbeitet mit jungen Menschen zu Themen wie der dualen Ausbildung. Ziel ist es, berufliche Bildung, nachhaltige Integration und gezielte Fachkräfteeinwanderung aktiv zu unterstützen. In den vergangenen Ausgaben haben wir die einzelnen Teams sukzessive vorgestellt. Nun schließen

wir die Reihe mit den beiden Teamleiterinnen Mara Bleckmann und Alexandra Wanke sowie Yelda Inanir aus dem Backoffice. Während Bleckmann die Talentcoaches und das Marketing für das Welcome Business Center betreut, verantwortet Wanke die Arbeit der Fachkräfteberatung und die Kompetenzfeststellung. Der Schwerpunkt von Inanir liegt auf der administrativen Betreuung des Tagesgeschäfts und der Planung und Unterstützung von Veranstaltungen.

• Mara Bleckmann, Tel. 0511 3107 294, mara.bleckmann@ hannover.ihk.de

• Alexandra Wanke, Tel. 0511 3107 339, alexandra.wanke@ hannover.ihk.de

• Yelda Inanir, 0511 3107 503, yelda.inanir@hannover.ihk.de

Die Kontaktdaten aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Welcome & Business Centers der IHK Hannover finden Sie auf der Internetseite. (skl) W www.hannover.ihk.de/wbc

Veranstaltungen des Welcome & Business Center IHK

Das Welcome & Business Center (WBC) bietet regelmäßig unterschiedliche Veranstaltungsformate an und ist auch als Gast auf Messen, Vorträgen und bei Netzwerktreffen dabei. Interessierte Unternehmen können sich bereits jetzt den 16. Juni im Kalender vormerken. Hier veranstaltet die Fachkräfteallianz Region Hannover, zu der auch die IHK Hannover mit dem WBC gehört, den jährlichen Aktionstag Teilqualifikation (TQ) in der IHK Hannover. Teilqualifizierungen ermöglichen es Menschen in mehreren Schritten und in einzelnen Modulen, schrittweise

einen anerkannten Berufsabschluss zu erwerben. Einen Nachmittag lang geht es an diesem deutschlandweiten Aktionstag in Impulsvorträgen und Paneldiskussionen zusammen mit Expertinnen und Experten um Vorteile und Herausforderungen, die eine Teilqualifikation für Unternehmen und Mitarbeitende bereithalten kann.

Vom 20. bis 28. Juni wird das WBC auf der IdeenExpo präsent sein, um mit jungen Menschen über Berufsorientierung und persönliche Stärken zu sprechen (siehe Artikel rechts).

Am 8./9. September veranstaltet das

WBC einen internationalen Fachkräftekongress, in dessen Mittelpunkt das Projekt „Kolumbien TalentHub steht. Darüber hinaus bieten die Fachkräfteberaterinnen und -berater des WBC regelmäßige Termine vor Ort in den Geschäftsstellen an. Dort können sich Unternehmen kostenlos und individuell rund um die Themen der Fachkräftesuche und -integration informieren. Außerdem unterstützen die Beraterinnen und Berater bei bürokratischen Fragen und begleiten von der ersten Idee bis zur Ankunft der Fachkraft im eigenen Betrieb. Alle Informationen zu diesen und weiteren Veranstaltungen finden Interessierte unter www.ihk. de/hannover/wbc (skl) W

Foto:
Sabrina
Kleinertz
v. l.: Mara Bleckmann, Yelda Inanir und Alexandra Wanke.

IdeenExpo: Mit diesen Angeboten ist die IHK dabei

Vom 20. bis 28. Juni bietet die Ideen Expo jungen Menschen auf dem Messegelände Hannover unter dem Motto „Mach doch einfach“ Orientierung bei Ausbildung und Studium im MINT-Bereich. Die IHK Hannover und die Region Hannover rücken auf ihrem Stand in der Mobilitäts-Meile (Halle 9) die Verbindung von Robotik und Künstlicher Intelligenz in den Fokus: Die Schülerinnen und Schüler können mobile Balance -Roboter durch einen Parcours steuern, gegen einen autonomen Fußballroboter antreten oder in der Kreativwerkstatt mit KI individuellen Schmuck oder LEGO -Modelle gestalten, die vor Ort gefertigt werden. Die IHK ist auch im ClubZukunft (ebenfalls Halle 9) vertreten – und damit in der zentralen Anlaufstelle für alle Jugendlichen, die sich aus erster Hand über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten sowie Bewerbungsthemen informieren möchten. Dort zeigt das Welcome Business Center (WBC) der IHK mit dem „Future Skills Test“ ein interaktives KI-Tool, das Jugendliche spielerisch bei der

Fokus – auch an den Ständen der niedersächsischen IHKs.

Suche nach passenden Ausbildungswegen unterstützt. Außerdem zeigt die IHK mit ihrer Kampagne „Ausbildung macht mehr aus uns – Jetzt #könnenlernen“, wie spannend Ausbildung in IHK-Berufen ist. Die IHK Niedersachsen macht mit allen niedersächsischen IHKs im Club Zukunft

das Thema Ausbildung begreifbar. Dort zeigen 20 Firmen ihre Ausbildungsberufe mit Exponaten, darunter einem lebensgroßen Hologramm (Kosatec), selbst hergestelltem Frischkäse (Petri Feinkost) oder einem Snack-Automaten (Mars). (dö/tem) W www.ideenexpo.de

Das Ausprobieren von Technik steht auf der IdeenExpo im

Diepholz: Praktikumswochen in den

Sommerferien

Bei den Praktikumswochen des Landkreises Diepholz können Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren in den Sommerferien – also vom 2. Juli bis 12. August – täglich in verschiedene regionale Unternehmen hineinschnuppern. Unternehmen haben damit die Möglichkeit, junge Menschen in den Ferien kennenzulernen. Die Plattform für die Praktikumstage ist jetzt für Unternehmen freigeschaltet.

Die Praktikumswochen, die 2024 erfolgreich eingeführt wurden, zeichnen sich vor allem durch Individualität, gute Planbarkeit und einen geringen Organisationsaufwand aus. Ein KI-Copilot und passgenaue Vorschläge verbessern das Matching. Außerdem müssen beide Seiten aktiv zustimmen – dadurch wird die No-Show-Quote deutlich gesenkt.

Nach der Registrierung geben Unternehmen an, wann und für welche Ausbildungsberufe sie Praktikumstage anbieten möchten. Sie bekommen dann automatisch Praktikantinnen und Praktikanten vorgeschlagen, die sich für die genannten Berufsfelder interessieren. Mit einem Klick ist der Praktikumsvorschlag angenommen und der Praktikant

Über Praktika lernen junge Menschen Ausbildungsberufe niedrigschwellig kennen.

oder die Praktikantin erhält automatisch alle wichtigen Informationen. Von dieser Vermittlung profitieren große und kleine Unternehmen.

„Als IHK unterstützen wir die Praktikumswoche wieder sehr gern, weil wir wissen, wie wichtig es ist, die Schülerinnen und Schüler mit diesem niederschwelligen Kennlernangebot in die Unternehmen zu bekommen, um sie dann für die verschiedenen Tätigkeiten und Ausbildungen zu begeistern“, so Constantin von Kuczkowski, Geschäftsstellenleiter bei der IHK für den Landkreis Diepholz.

Die Teilnahme ist sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für Unternehmen kostenfrei. Details zum Ablauf und ein Erklärvideo stehen auf der Website des Projekts. (dö) W www.praktikumswoche.de/diepholz/ unternehmente.de

Mit Berufssprachkursen gut vorbereitet in die Ausbildung

Um sprachlich gut vorbereitet in die Ausbildung starten zu können, bieten die Arbeiterwohlfahrt Region Hannover e.V. (AWO), das Institut für Sprachen und Kommunikation e.V. (ISK) und der Bildungsverein Soziales Lernen und Kommunikation e. V. kostenlose Berufssprachkurse für angehende Auszubildende in einer dualen Berufsausbildung in der Region Hannover an.

Angehende Azubis verbessern in dem Kurs ihre Deutschkenntnisse, erlernen Fachbegriffe und erarbeiten Fachtexte. Sie lernen Arbeitsund Lerntechniken kennen, die ihnen auch später in der Ausbildung helfen, sich Texte zu erschließen und die Inhalte wiedergeben und zusammenfassen zu können. Eine große Rolle spielt auch das Schreiben, etwa das selbstständige Verfassen

von Texten unterschiedlicher Formen. Der Unterricht orientiert sich an den Inhalten der Berufsschulen, um so bestmöglich auf die Ausbildung vorzubereiten. Teilnehmen können angehende Auszubildende, die ihren Ausbildungsvertrag unterschrieben haben und ihre Ausbildung im August oder September beginnen. Dafür ist eine Teilnahmeberechtigung erforderlich, die

es auf Antrag direkt beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gibt. Die Antragstellung erfolgt über den Sprachkursträger. Die Kurse starten auch im Juni und ggf. im Juli und dauern ein bis zwei Monate. Details zu Antragstellung, Anmeldung und Ansprechpersonen stehen auf der IHK-Internetseite. (to) W www.hannover.ihk.de Nr. 7009872

Schulungen für Jugendschutz

Die „Schulungsinitiative Jugendschutz“ (SchuJu) unterstützt Unternehmen bei der konsequenten Umsetzung des Jugendschutzgesetzes beim Verkauf alkoholhaltiger Getränke. Das Angebot richtet sich vor allem an Auszubildende sowie Mitarbeitende in der Gastronomie, im Einzelhandel, an Tankstellen und zunehmend auch im Onlinehandel.

Kern des Angebots sind kostenfreie, praxisorientierte Schulungsmaterialien, die den Arbeitsalltag unmittelbar unterstützen. Dazu gehören Broschüren für Beschäftigte und Auszubildende, Unterrichtsmaterialien für Berufsschulen sowie kompakte Hilfen für Verkaufs- und Ausschanksituationen. Alle Materialien stehen unter www.schu-ju. de zur Verfügung.

Ein zentraler Baustein ist das webbasierte SchuJu-Training. In einem rund zehn- bis fünfzehnminütigen Onlinetraining werden die wichtigsten Grundlagen des Jugendschutzgesetzes vermittelt. Praxisbeispiele zeigen, wie Alterskontrollen

souverän umgesetzt werden können. Nach einem erfolgreichen Wissenstest erhalten die Teilnehmenden ein personalisiertes Zertifikat. Die Teilnahme ist kostenfrei, orts- und zeitunabhängig möglich.

Das Angebot trägt aktuellen Entwicklungen Rechnung. Neben stationärem Handel und Gastronomie werden auch Anforderungen des Onlinehandels berücksichtigt, da der Jugendschutz bei Versand und Lieferung alkoholhaltiger Getränke ebenfalls sicherzustellen ist.

Ein konsequenter Jugendschutz ist gesetzliche Pflicht und Ausdruck verantwortungsvollen unternehmerischen Handelns. Das SchuJu-Angebot bietet hierfür eine niedrigschwellige, etablierte und praxisnahe Unterstützung.

Zielgruppe sind insbesondere ausbildende Unternehmen und Unternehmen mit regelmäßigem Kundenkontakt zu Jugendlichen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) unterstützt die Initiative seit 2008 kontinuierlich. (bh) W

Das Jugendschutzgesetz regelt den Alkoholverkauf an Jugendliche.

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Zwischen zwei Welten der gewandelte Wirtschaftsmensch, und auch die Börsenleute sind kurzzeitig befreit von ihrer Anzug-Uniform.

Adam Smith singt

Wie klingt der Homo oeconomicus? Die Frage hört sich erstmal etwas abgedreht an. Warum sollte er überhaupt? Weil die Staatsoper Hannover ihn mit einem mutigen Stück auf die Bühne gebracht hat.

Ein Stück, das voll den Nerv der Zeit erwischt: Wie steht es um die Idee, die Adam Smith vor 250 Jahren in die Welt getragen hat, dass nämlich eigennütziges Handeln wie von einer unsichtbaren Hand gelenkt zum Besten aller ist? Wenn man auf der anderen Seite selbstlose Arbeit sieht, die keine Gegenleistung erwartet. Und die immer noch oft an Frauen hängenbleibt.

Aber schon in der Ouvertüre zur Oper Homo oeconomicus wird deutlich: Es geht noch um mehr. Der Tanz ums goldene Kalb –kann man zwei Herrn dienen, dem Geld und der Moral? Adam Smith scheint den Gegensatz aufzulösen. Dem eigenen Wohlstand nachjagen und damit das Wohl aller fördern. Aber trägt das noch für alle in der Gesellschaft? Was ist mit denen, die aus dem Spiel von Angebot und Nachfrage herausfallen?

Zur Erinnerung: Der homo oeconomicus ist kein Mensch, sondern eine Denkfigur. Rein rational in allem, was er tut. In seiner ursprünglichen Form nüchtern bis zur Blutleere. Der

„Nicht

dem Wohlwollen des Metzgers, Brauers, Bäckers verdanken wir das Essen.“

Homo oeconomicus, gesungen von Katharina von Bülow.

ökonomische Mensch entscheidet sich immer für das, was ihm den höchsten Nutzen bringt. Er hat den Durchblick, weiß also alles, was nötig ist, um sich nutzenmaximierend zu verhalten. Singen allerdings muss er nicht. Es sei denn, er gerät auf eine Bühne. Oder eben sie, denn den Part des Homo oeconomicus singt in der gleichnamigen Oper, die in dieser Spielzeit in Hannover uraufgeführt wurde, Katharina von Bülow. Sie ist Conférencier, Moderatorin, Vermittlerin zwischen den beiden Handlungsebenen. Die eine: Adam Smith (Jonathan Winell/Aljoscha Lennert) und seine Mutter Margaret Douglas (Sandra Janke). Deren Name ist weit weniger bekannt als der ihres Sohnes. Der noch nichts vom Homo oeconomicus wusste, der kam später. Aber als Moralphilosoph, der er war, das Unsichtbare-Hand-Prinzip erkannte mit den willkommenen Effekten eigennützigen Handelns zum Besten der Gemeinschaft.

Die zweite Ebene der Oper spielt heute, mit der alleinerziehenden Melissa (Ketevan

Fotos:
Bettina Stöß

Chuntishvili), die sich ebenfalls um ihren Sohn, Alfred (Alisa Gromova/Antonij Molleker), kümmert. Wie Margaret, die ihren Sohn Adam betreuend dessen Studien und Veröffentlichungen vielleicht erst ermöglichte. Aber wirtschaftlich viel schlechter gestellt.

Entstehung und Grundlagen der Ökonomie, Angebot und Nachfrage: Ein eher sprödes Thema für die Bühne, und weniger durch Handlung als durch Beziehungen getrieben. Die Staatsoper Hannover hat es bei den schwedischen Autorinnen Andrea Tarrodi (Musik) und Helena Röhr (Text/Inszenierung) in Auftrag gegeben. Warum? „Weil es ein wichtiges gesellschaftliches Thema ist“, sagt Dr. Ann-Christine Mecke, Chefdramaturgin der Oper, die das Stück von Anfang an begleitete. Der Philosoph, der die unsichtbare Hand des Marktes erkennt, aber die sichtbar ihn umsorgenden Hände nicht wahrnimmt? Und damit vielleicht Weichen gestellt hat bis heute, wo eine alleinerziehende Mutter die Hand des Marktes weniger als unsichtbar, sondern vor allem in ihrer Härte spürt.

Denn vor einem zeitweise versöhnlichen Ende kommt es zum Showdown: Der Philosoph, beseelt von der Harmonie von Eigennutz und gesellschaftlicher Wohlfahrt, steht, umsorgt von seiner Mutter, der Mutter von heute gegenüber, die von Mieterhöhung und Konsumwünschen geplagt ihren Sohn kaum noch umsorgen kann. Und dazwischen der Homo oeconomicus, als zynischer Seelenhändler, der ihr bedeutet, dass (eine Frau) immer etwas zu verkaufen habe.

Aber schließlich wird auf der Bühne des hannoverschen Ballhofs der Seelenhändler mit Emotionen konfrontiert, zwischen Müttern und Söhnen. Leistung ohne Gegenleistung, dem Spiel von Angebot und Nachfrage entrissen. Doch das ist nur eine kurzer Impuls: Aus dem Kreis der von den Zwängen des Börsenmakelns befreiten Börsenmakler, die bis zum Crash glaubten, den Homo oeconomicus verstanden zu haben und ihm soldatisch folgten, setzt sich der nächste den Hut auf, um in die Rolle des Angebot-und-Nachfrage-Predigers zu schlüpfen. Denn auch eine Wirtschafts- und Finanzkrise hat es in Hannover in die Oper geschafft. Noch ein Aspekt: Die Rolle der Börsenmakler und -maklerinnen übernimmt der Kinderchor der Oper, etwas zufällig, aber nicht ohne Hintersinn. Damit stehen junge Menschen auf der Bühne gestaltet von Maike Simon), die die Frage stellen, wie es weiterge-

hen soll mit dem Wirtschaftssystem. Und die jungen Sängerinnen und Sänger haben mit der Oper ein eigenes Projekt bekommen, das sie musikalisch fordert: lernen, sich weiterentwickeln, ein zentraler Gedanke der Sozialen Marktwirtschaft. Und drei von ihnen singen einen Solopart, bejubelt vom Publikum. Ebenso wie das zehnköpfige Orchester unter der Leitung von Hyerim Byun. Ausgangspunkt für das Opernprojekt war ein Buch der schwedischen Autorin Katrine Marcal über Frauen und Wirtschaft: „Who cooked Adam Smith’s Dinner?“ Eben seine Mutter war es, die den Urvater der Ökonomie bekochte.

Acht Aufführungen gab es in diesem Frühjahr, weitere erstmal nicht. Für manche Zuschauerinnen und Zuschauer war es vielleicht die erste Begegnung mit der Oper. Für noch mehr aber vermutlich die erste Begegnung mit Adam Smith. „Eine Oper über Wirtschaft. Tut mir leid, wenn Sie die Karte gekauft haben, ohne das zu wissen“, so Ann-Christine Mecke zur Einführung. Oder vielleicht umso besser: Über Wirtschaft kann heute gar nicht genug gesprochen werden. W

Artikel online lesen: nw-ihk.de/vermischtes/ homo-oeconomicus-oper

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Schuld ist nicht die KI

Es kommt nicht darauf an, ob ein Text von KI geschrieben wurde. Sondern, ob er gut ist und passt. KI garantiert das nicht: Schlecht bleibt schlecht. Sagt Daniel Caroppo.

Verlag

Abbildung: Haufe

Das ist ein wichtiges Buch. Nicht unbedingt, weil es eine Anleitung ist, wie man im KI-Zeitalter mit Sprache umgeht. Sondern, weil es zum Nachdenken über einen Teufelskreis führt.

Daniel Caroppo, Pressesprecher bei einer Krankenkasse und Hochschullehrer, beschäftigt sich damit, wie Sprachmodelle – also generative KI wie ChatGPT – Kommunikation verändern. Das Schreiben selbst, aber auch die Frage, welche Texte durch KI entstehen und was man mit ihnen erreicht. Perfekt, glatt, wirkungslos – diese drei Wörter stehen als Titel über seinem Buch. Die rund 240 Seiten bieten eine Menge Hinweise zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Denn Caroppo lehnt KI nicht ab. Er warnt nur davor, ihre Ergebnisse – also Texte – einfach hinzunehmen. Weil sie ach so perfekt klingen. Gerade deshalb aber wirkungslos bleiben. Weil etwas fehlt.

Perfekt. Glatt. Wirkungslos. Was KI mit unserer Sprache macht und wie wir wieder wirksam kommunizieren.

Von Daniel Caroppo. Haufe Verlag, Freiburg 2025. 244 Seiten, 29,99 Euro. ISBN 978-3-648-19574-1

Nur: was? Hier bleibt Caroppo, und darin liegt vielleicht eine Schwäche seines Buches, etwas unkonkret. Was sind die Wörter, auf die man aufpassen muss? Leere Adjektive vielleicht? Spannend. Faszinierend. Interessant. Die Google-KI zum Beispiel beschreibt „interessant“ als ein vielseitiges Adjektiv, das Neugier weckt und Aufmerksamkeit erregt. Vielleicht gesprochen, mit dem richtigen Unerton. Aber nicht geschrieben. Das glaubt nur die KI. Deshalb verwendet sie es so oft. Caroppo dagegen setzt auf Beispiele. Er verweist auf die Literatur, nimmt als berühmten ersten Satz einen von Kafka, den aus Der Prozess: „Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“ Oder hätte er schreiben sollen: Wie sich der Justizapparat gegenüber Jose K. verhält, ist spannend. Besonders prägnant aus einer ganz

anderen Ecke das Zitat von Giovanni Trappatoni, einst Trainer irgendeines bayerischen Fußballclubs. „In diese Spiel es waren zwei, drei oder vier Spieler, die waren schwach wie eine Flasche leer!“ Und: „Ich habe fertig!“ Hätte es diese grammatikalisch brachiale Rede ins kollektive Bewusstsein geschafft, wäre sie perfekt und glatt von KI geschrieben worden? Was Caroppo meint: Erstmal muss man etwas zu sagen haben. Und: Sprache ohne Haltung führt zu nichts. Wenn man weiß, was man überhaupt will mit einem Text, dann kann man ihn schreiben. Oder prompten. Wenn man es nicht weiß, hilft auch KI nichts. Allerdings: Nicht nur ChatGPT sorgt für glatte Texte. Das schafft in vielen Fällen auch der normale Abstimmungsprozess in Unternehmen oder Organisationen. Caroppo bringt ein Glossar der glatten Sprache, das man beliebig erweitern kann. „Wir nehmen Sie mit auf die Reise.“ Transformation ermöglichen, im Dialog bleiben, Zukunft gestalten. Und was da an Leerstellen mehr noch ist. Sowas wird gerne genommen, auch ohne Künstliche Intelligenz. Und an anderer Stelle weist er darauf hin, dass im wahrsten Sinn des Wortes nichts sagende Texte schon lange vor ChatGPT gefragt waren: sprachliche Absicherung, Form ohne Inhalt: „Die KI hat das nicht eingeführt. Sie hat es nur übernommen. Und verlässlich wieder ausgespielt.“ Aber wenn alle mit solchen Texten zufrieden sind, wird das irgendwann zum Teufelskreis.

Caroppo gibt in seinem Buch einen umfassenden Überblick zum Stand und zum Umgang mit Spachmodellen nicht nur für die professionlle Kommunikation. Dazu gehört auch die Warnung vor halluzinierender oder vorurteilgsgeprägter KI. Man lernt auch neue Wörter wie Promptstolz: „Wenn der Text nicht von mir ist, aber ich trotzdem gelobt werden will.“ Weil nämlich der Prompt so toll war. Aber der größte Wert des Buches ist der Impuls, über Sprache nachzudenken. Darüber, dass es nicht entscheidend ist, ob ein Text von ganz oder teilweise einer KI stammt oder nicht. Sondern, ob er gut ist oder nicht. Und wie man das erkennt. (pm) W

Die junge Wirtschaft im Norden trifft sich

in Hannover

Zur Hanseraumkonferenz 2026 haben sich rund 500 norddeutsche Wirtschaftsjuniorinnen und -junioren in Hannover getroffen.

Bei der Hanseraumkonferenz 2026, kurz HAKO 2026, sind vom 14. bis 17. Mai rund 500 junge Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Führungskräfte, die bei den norddeutschen Wirtschaftsjunioren organisiert sind, in Hannover zusammengekommen. Unter dem Motto „Shaping the Future“ haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich alle bei den Wirtschaftsjunioren engagieren, über Zukunftsthemen wie eine sich verändernde Weltordnung oder Künstliche Intelligenz ausgetauscht.

Gastgeber der Veranstaltung des Landesverbands Hanseraum, der 38 Wirtschaftsjuniorenkreise aus fünf norddeutschen Bundesländern (Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern) umfasst, waren in diesem Jahr die Wirtschaftsjunioren Hannover.

Zur Eröffnung der Konferenz kamen Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne, Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay, Heiko Kösling als Bundesvorsitzender der Wirtschaftsjunioren Deutschland sowie die Hauptgeschäftsführerin der IHK Hannover, Maike Bielfeldt, ins Astor Kino. Mit einer Keynote von Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky rückte die Konferenz die Frage in den Mittelpunkt, wie Wirtschaft, Gesellschaft und Führung in den kommenden Jahren gestaltet werden können. Denn Zukunft entsteht nicht zufällig, sondern durch Austausch, Verantwortung und den Mut, Entwicklungen aktiv zu gestalten. Dazu gab es ein Programm aus insgesamt neun thematisch breit gefächerten Workshops, Unternehmensbesichtigungen, Stadtfor-

und Unternehmer sowie Führungskräfte im

maten und Netzwerkveranstaltungen. „Mit der Hanseraumkonferenz 2026 wollen wir zeigen, dass Hannover ein starker Ort für Zukunftsthemen, Unternehmertum und Vernetzung ist. Das Future Perspectives Forum steht dabei exemplarisch für unseren Anspruch, relevante Fragen nicht nur zu diskutieren, sondern gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln“, so Christoph Kielhorn, einer der beiden Konferenzdirektoren der HAKO 2026. Vertreter des Future Perspectives Forums waren ebenfalls vor Ort. Die Organisation setzt sich für nachhaltige Veränderungen auf dem afrikanischen Kontinent ein. Hauptpartner der Konferenz war Enercity, außerdem wurde die Veranstaltung von der Landeshauptstadt Hannover gefördert.

Im Gebiet der IHK Hannover gibt es acht Juniorenkreise (Göttingen, Hameln, Hannover, Hildesheim, Holzminden, Nienburg, Schaumburg, Zwischen Hunte und Weser), die von der IHK organisatorisch betreut werden. Ansprechpartnerin bei der IHK ist Margarita Samonina, Tel. 0511 3107-305, margarita.samonina@hannover. ihk.de W

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Foto:
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Dörmer
Zur HAKO 2026 kamen rund 500 junge Unternehmerinnen
Astor-Kino in Hannover zusammen.

Leidenschaft: E-Mopeds

Zwei junge Unternehmer starten in Hildesheim mit dem Verkauf von Elektromopeds und -motorrädern durch – unterstützt von den Wirtschafts-Senioren Hannover.

DÖRMER

Was tun, wenn ein junges Unternehmen wachsen will, aber nicht genau weiß, wie? In dieser Situation befanden sich Jonathan Hopp (24) und Marten Hesse (25) im vergangenen Herbst. Der studierte Wirtschaftsingenieur und der Industriemechaniker hatten ein gutes Jahr davor, im Sommer 2024, begonnen, Tuning- und Ersatzteile für Elektromotorräder für Straße und Gelände zu verkaufen und gründeten dafür in Hildesheim die JoMa Technology GmbH. Weil die Kundinnen und Kunden aber regelmäßig auch nach Elektromopeds und Elektromotorrädern fragten, nahmen sie kurze Zeit später ebenfalls E-Mo-

„Bei uns haben die WirtschaftsSenioren den Nagel auf den Kopf getroffen.“

Jonathan Hopp, Geschäftsführer der JoMa Technology GmbH

to-Fahrzeuge ins Programm. Mit Marken wie Surron, Talaria, Ventus, 79 Bike, Arctic Leopard, Bonnell oder RFN liegt der Fokus der beiden auf hochwertigen, leistungsfähigen und alltagstauglichen Fahrzeugen für den urbanen Einsatz sowie für sportliche Anwendungen. „Es handelt sich dabei überwiegend um noch junge Hersteller. Da wir selbst aktiv fahren, haben wir bewusst eine Auswahl der aus unserer Sicht besten verfügbaren Fahrzeuge am Markt getroffen – gewissermaßen die Crème de la Crème, die wir in unserem Showroom präsentieren und auch unseren Kunden mit Überzeugung weiterempfehlen“, erklärt Hopp.

BARBARA
Foto: JoMa
Marten Hesse (links) und Jonathan Hopp haben sich in Hildesheim mit dem Verkauf von Elektromotorrädern selbstständig gemacht.

Im dynamisch wachsenden Markt der elektrischen Zweiradmobilität wollten Hesse und Hopp dann vor allem mehr Elektromotorräder verkaufen. Problem: Die meisten Käufe werden zu Beginn der Saison, im Frühjahr, getätigt. Das heißt, dass die Elektromopeds und Elektromotorräder dann im Laden stehen müssen. Für die Unternehmer bedeutet das: Sie müssen diese rechtzeitig bestellen und komplett bezahlen. „Die Bikes zu vertreiben ist extrem kapitalintensiv, denn wir müssen die Fahrzeuge alle vorab bezahlen“, erklärt Hopp. „In dem Zuge sind wir auf die IHK in Hildesheim zugegangen. So kam der Kontakt zu den Wirtschafts-Senioren zustande.“

Die IHK arbeitet seit mehr als 20 Jahren mit den Wirtschaftssenioren Hannover e. V. zusammen. Der Anfang der 80er Jahre gegründete Verein war der erste in Deutschland. Heute sind die Wirtschaftssenioren bundesweit in 14 Städten aktiv. Rund 800 erfahrene ehemalige Unternehmerinnen und Unternehmer oder Führungskräfte engagieren sich ehrenamtlich im Verein und beraten Existenzgründer, Unternehmen, die sich verändern wollen, oder solche, die einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin bzw. ein Unternehmen zur Übernahme suchen.

In enger Zusammenarbeit mit Jonathan Hopp und Marten Hesse haben die Wirtschafts-Senioren Henning Schlutt und Jürgen Lange die finanziellen Planungsgrundlagen strukturiert, Szenarien überprüft und den Businessplan weiterentwickelt. So wurde mit Hilfe der Senior-Experten eine belastbare Grundlage für Gespräche mit Banken und Finanzierungspartnern geschaffen und der bestehende Businessplan insbesondere im Bereich der kurz- und mittelfristigen Finanzplanung geschärft. Es wurden wesentliche finanzielle und strategische Fragestellungen praxisnah analysiert und in Planungsansätze überführt. Als Ergebnis stand für Joma Technology eine fundierte kurz- und mittelfristige Finanzplanung sowie einen klar strukturierten Businessplan als Grundlage für die Finanzierungsgespräche. Die sind inzwischen fast abgeschlossen: „Wir sind jetzt im letzten Schritt beim Darlehen bei einer Bank“, berichtet Hopp erleichtert. Läuft alles weiter nach Plan, kann die private Zwischenfinanzierung damit bald abgelöst werden.

Um mehr Lager- und Verkaufsfläche zu haben, ist das Unternehmen im April in die

Wirtschaftssenioren

Die Wirtschaftssenioren beraten Gründer, Unternehmen und Vereine. Bei Unternehmensgründungen liegt der Fokus darauf, die Erfolgsquote zu verbessern. Bei etablierten Unternehmen geht es zum Beispiel um die Erhöhung von Gewinnen oder Umsätzen, die Optimierung von Prozessen, um Führungsthemen, Nachfolgefragen oder Übergabe-

„Gerade bei strategischen Entscheidungen ist es wertvoll, von gelebtem Praxiswissen und einem Netzwerk aus Erfahrung profitieren zu können.“

Henning Schlutt, Vorstand der Wirtschafts-Senioren Hannover

regelungen. Die Erstberatungen sind kostenlos, weitere Beratungen werden stundenweise oder mit einer Pauschale abgerechnet. Die Wirtschaftssenioren Hannover sind in Stadt und Region Hannover, Celle, Wolfsburg, Gifhorn, Braunschweig, Heidekreis, Hameln-Pyrmont, Hildesheim und Göttingen aktiv. wirtschafts-senioren.de/verein

Rex-Brauns-Straße in Hildesheim umgezogen. „Uns hat die frühe Saison überrascht. Schon im März haben uns die Leute die Bude eingerannt. Wir haben bereits fast alle Fahrzeuge verkauft. Aber in Kürze bekommen wir wieder Modelle rein“, so Hopp. „Die Nachfrage ist super und das Feedback ist noch besser. Mit der Finanzspritze wird es dieses Jahr richtig losgehen. Bereits jetzt liegen wir mehr als 40 Prozent über dem Planumsatz.“

Was das Besondere an der Zusammenarbeit mit den Wirtschafts-Senioren ist, erklärt Hopp so: „Die Wirtschafts-Senioren haben nicht den Profit im Auge, sondern wollen Jungunternehmen helfen. Sie haben das Potenzial gesehen und dass das Geschäftsmodell profitabel ist. Und Wettbewerber, die zeigen, was möglich ist“, erklärt Hopp. Wegen ihrer guten Erfahrung haben sich beiden Jungunternehmer auch für eine Nachbetreuung durch die Wirtschafts-Senioren entschieden. „Das ist für uns extrem wichtig, dass man immer jemanden anrufen kann, der uns auch weiterhin helfen kann.“ W

Stefani Wildung, Claudius Baumer und Andreas Kleine (r.) vor den Info-Tafeln.

Industriegeschichtsbegeistert

Für so ein Vorhaben braucht man einiges an Begeisterung. Wer interessiert sich schon für Industriegeschichte? Aber bei Stefani „Stef“ Wildung und Andreas Kleine ist der Funke längst übergesprungen. Und bei Claudius Baumer kommt noch die Familiengeschichte dazu. Die drei wollen sichtbar machen, wie reich an Unternehmen das Lindener Industriegebiet war. Deutsche Asphalt, Saline Georgenhall, Lindener Eisen und Stahl stehen nur stellvertretend dafür. Andere gibt es bis heute: Die Orpil Chemie zum Beispiel, deren Geschäftsführer Claudius Baumer ist. Gegründet wurde Orpil von Franz Henkel, seinem Urgroßvater. Womit sich ein Kreis schließt: Henkel war erster Nachkriegspräsident der IHK Hannover, genau zu

der Zeit, als die Niedersächsische Wirtschaft, diese Zeitschrift, erstmals erschien. Das war vor genau 80 Jahren. Mehr zu diesem Jubiläum ab Seite 29 in dieser Ausgabe.

Wer interessiert sich schon für Industriegeschichte? Das gilt, sagen immer mehr historisch Interessierte, gerade in Hannover. Ein blinder Fleck: Stef Wildung, Andreas Kleine, Claudius Baumer arbeiten dagegen an. Unterstützt vom Lindener Bezirksrat und von Hannovers Historischem Museum.

Zu tun gibt’s aber noch genug. Und wenn Sie ein historisches Projekt verfolgen, das mit Wirtschaft zu tun hat, in Hannover oder anderswo, sprechen Sie uns an: klaus.pohlmann@hannover.ihk.de. W

Informationen über die Lindener Eisen- und Stahlwerke.

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