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Norddeutsches Handwerk 12/2021

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12|2021 126. Jahrgang

www.hwk-bls.de

Karriere als Meister Bei Tietje Haustechnik wird Fachkompetenz ausgebaut Handwerk in Pandemie und Energiewende

Mehr Erfolg – weniger Stress

Schwerpunkt: Digitalisierung und IT

Im Interview: Präsident und Hauptgeschäftsführer

Wie „New Work“ im Handwerk funktioniert

Wie auch Ihr Betrieb von digitalen Prozessen profitiert


WIR BRINGEN TRADITIONELLES HANDWERK IN DIE GEGENWART. UND MIT DATEV IST UNSERE BUCHHALTUNG UP TO DATE. In der Holzmanufaktur Rottweil kümmert man sich mit ganzem Herzen darum, historische Holzobjekte zu restaurieren. Mit den digitalen DATEV-Lösungen für das Rechnungswesen hat das Unternehmen jederzeit den Überblick über die aktuellen Geschäftszahlen und eine optimale Verbindung zu seiner Steuerberatung.

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Editorial

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ie Ampel steht“ hieß es vor zwei Wochen aus Berlin. Vor lauter Corona nahezu unbemerkt hatten sich SPD, Grüne und FDP auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. „Mehr Fortschritt wagen“ lautet der Titel und ist damit eine klare Ansage für die Zukunft. Der Vertrag enthält große Ambitionen, etwa beim Klimaschutz. Aber wie sieht es mit dem Handwerk aus? Kommt es überhaupt vor? Die Antwort lautet: Ja. Es wird sogar ausdrücklich erwähnt: „Unsere Wirtschaftspolitik setzt auf zukunftsorientierte Rahmenbedingungen für einen wettbewerbsfähigen Mittelstand, für ein starkes Handwerk und für freie Berufe.“ Erkennbar ist außerdem eine stärkere Fokussierung der Ampel-Koalition auf die berufliche Bildung. „Zur Fachkräftesicherung im Handwerk werden wir das Duale System der beruflichen Ausbildung stärken und den Übergang von der Schule in die berufliche Bildung verbessern… Die Ausbildung im Handwerk werden wir gezielt fördern.“ Das ist eine Ankündigung, die wir gerne hören. Denn das tut auch dringend Not. Es braucht mehr Wertschätzung für die berufliche Bildung, das versuchen wir schon lange der Politik zu verdeutlichen. Sie ist zwingend notwendig, weil sich Klimaschutz, Energie- und Mobilitätswende sowie Digitalisierung nur mit beruflich qualifizierten Fachkräften des Handwerks umsetzen lassen. Wenn die Ampelparteien das erkannt haben, wäre das schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Als Vertreter des Handwerks werden wir die weitere inhaltliche Debatte natürlich intensiv begleiten. Konkret angekündigt ist bereits die Förderung von Ausbildungsbotschafterinnen und -botschaftern im Rahmen des Ausbildungspakts. Das ist ein Projekt, das wir sehr begrüßen, denn wenn junge Handwerkerinnen und Handwerker auf Augenhöhe anderen jungen Menschen von ihrem Handwerk erzählen, ist das viel wirkungsvoller, als wenn wir uns den Mund fusselig reden. Ganz unabhängig von dieser Ankündigung ist das etwas, was wir auch als Handwerkskammer einführen wollen, zunächst als Pilotprojekt in Braunschweig und Stade. Aber noch etwas anderes wird im Koalitionsvertrag erklärt: „Wir wollen den Zugang zur Meisterausbildung erleichtern, indem wir die Kosten

Foto: HWK

Liebe Leserinnen, liebe Leser! von Meisterkursen und -briefen für die Teilnehmer deutlich senken.“ Wir wissen noch nicht, was sich hinter dieser Erklärung konkret verbirgt, aber wir werten das zunächst als Zeichen der Anerkennung für die Meisterausbildung und den Meistertitel. Ein solches Zeichen der Anerkennung hätten auch wir gern unseren neuen Meisterinnen und Meistern mit unserer großen Meisterfeier zukommen lassen. Leider war das coronabedingt auch in diesem Jahr erneut nicht möglich. Wir haben daher die letzte Ausgabe dieses Jahres zum Anlass genommen, um die Meisterausbildung und unsere Meisterinnen und Meister noch einmal ins rechte Licht zu rücken. Ob im kommenden Jahr wieder eine Meisterfeier stattfinden kann, steht derzeit noch in den Sternen. Keiner weiß so recht im Moment, wie sich die Pandemie nach den Weihnachtsfeiertagen weiterentwickeln wird. Trotz dieser ungewissen Situation, unter der wir alle zunehmend leiden, wünsche ich Ihnen, Ihren Mitarbeitenden und Angehörigen ein fröhliches Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr – und vor allem: Bleiben Sie gesund! Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihr

Detlef Bade, Präsident der Handwerkskammer BraunschweigLüneburg-Stade

Wir sind der Versicherungspartner fürs Handwerk.

Infos unter www.signal-iduna.de NDH 12/2021

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08 AUS DER HANDWERKSKAMMER 08 Zwischen Pandemie und Energiewende Kammerpräsident Detlef Bade und Hauptgeschäftsführer Eckhard Sudmeyer im Interview 10 Karriere als Meister Meisterschule und jetzt? Wir zeigen individuelle Karrierewege im Handwerk 16 Jubiläen 100 Jahre Raumausstattung/50 Jahre Meister 18 In der Szene mehr als ein Geheimtipp Tanja Trautmann repariert edle Oldtimer 20 Weiterbildung Vorbereitung auf Wasserstoff

» App Handwerk

BETRIEB 22 Steigende Energiepreise Zwei Stimmen aus dem Handwerk 24 Mehr Erfolg – weniger Stress Wie „New Work“ im Handwerk funktioniert

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SCHWERPUNKT 26 Was Kunden wollen Personas helfen, die Zielgruppe zu verstehen 28 Ohne Telefon und Öffnungszeiten Hier buchen Kunden online Termine Foto: Privat | Titelfoto: Björn Schmitz

Chefredaktion: Jörg Wiebking (Chefredaktion, V.i.S.d.P.) Tel.: 0511 8550 2439 Fax: 0511 8550 2403 wiebking@schluetersche.de

12 Fotos: Petair - Fotolia.com | Björn Schmitz

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30 Verschenken Sie keine Umsätze Wer diese Fehler vermeidet, macht Social-­ Media-Kanäle zu echten Umsatzbringern 32 Erst gestalten, dann bestellen Tischler setzt auf Möbelkonfigurator

REGIONALES 34 Praxistest für neue Gesetze Die neue Clearingstelle des Landes BETRIEB 36 Worauf die Prüfer achten Zehn Themen, die der Fiskus im Fokus hat 40 Mehr Cybersicherheit für Ihre Firma So reduzieren Sie Angriffe 44 „Schnellstraße in die Zufriedenheit“ Wie Sie Kraft aus sich selbst schöpfen können PANORAMA 48 Auf allen Weltmeeren zu Hause Die Tischlerei Berndt bleibt trotz Spezialisierung flexibel IMPRESSUM 50 Pflichtangaben

Mehr Zufriedenheit im Betrieb Oliver Eckstein ist Malermeister. Er hat sich mit dem Thema „New Work“ gemeinsam mit seinen Mitarbeitern neu aufgestellt. Wie sind seine Erfahrungen? | 25

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Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade

Faires steuerliches Umfeld Auf der Herbstvollversammlung formulierte Kammerpräsident Detlef Bade die Erwartungen des Handwerks an die neue Bundesregierung.

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nlässlich der Herbstvollversammlung der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade in Lüneburg formulierte Präsident Detlef Bade die Erwartungen des Handwerks an die neue Bundesregierung: „Wir erwarten, dass sie ein faires steuerliches Umfeld für unsere Betriebe schafft. Denn nur so können wir wettbewerbsfähig arbeiten und Arbeits- und Ausbildungsplätze erhalten.“ Mittelstandsfreundlich sei eine Steuerpolitik, die die Betriebe entlaste und die Leistungsfähigkeit der kleinen und mittleren Handwerksbetriebe nicht überfordere. „Unsere Betriebe müssen neben Corona auch mit Lieferengpässen, steigenden Energiekosten und Fachkräftebedarf zurechtkommen“, so Bade. Die nächste Bundesregierung müsse daher sicherstellen, dass Steuern auch zukünftig zu verkraften seien, die Sozialbeiträge

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MILLIONEN Euro investiert die Handwerkskammer nahezu ausschließlich im Bildungsbereich.

nicht weiter stiegen und die Bürokratie die Betriebe nicht erdrücke. Hauptgeschäftsführer Eckhard Sudmeyer stellte der Vollversammlung den Haushaltsplan 2022 vor. „Er sieht ein Volumen von rund 43 Millionen Euro vor und ist angesichts der anhaltenden Pandemie mit sehr viel Vorsicht kalkuliert“, sagt Sudmeyer. Investitionen in die Modernisierung der technischen Ausstattung seien unumgänglich. Auch der Bau des Gästehauses in Braunschweig sei für die kostengünstige Unterbringung der Lehrlinge notwendig. „Insgesamt planen wir daher Investitionen von rund 8,3 Millionen Euro, die nahezu ausschließlich dem Bildungsbereich zugutekommen,“ erklärt Sudmeyer. Der Haushalt 2022 wurde von der Vollversammlung der Handwerkskammer, die sich aus Handwerkerinnen und Handwerkern zusammensetzt, einstimmig beschlossen. W

DR. ANDREAS BIERICH INFORMIERT:

„ … und bis zu zehn Überstunden im Monat inklusive!“ Und besondere Vorsicht ist dann geboten, wenn es sich um einen vorformulierten Standardarbeitsvertrag handelt. Hier muss eine Klausel bezüglich des Ausgleichs von Überstunden am Transparenzgebot gemessen werden, das sich aus den Vorschriften zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen im BGB herleitet. Die Formulierung „regelmäßige Mehrarbeit“ in einem Arbeitsvertrag ist intransparent - das BAG hat daher der Klage eines Gewerkschaftssekretärs gegen die Gewerkschaft ver.di auf Vergütung von Überstunden stattgegeben. Wirksam ist dagegen eine arbeitsvertragliche Abrede, wonach bis zu zehn Überstun-

Bierich

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den pro Monat mit der monatlichen Vergütung abgegolten sind. So das Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern in einer aktuellen Entscheidung (Urteil v. 14.09.2021, AZ: 2 Sa 26/21) mit einer überzeugenden Begründung: Eine Klausel mit dem genannten Inhalt ist klar und verständlich. Der Arbeitnehmer weiß, dass 10 Überstunden pro Monat auf ihn „zukommen“ können. Und aus der Formulierung „abgegolten“ ergibt sich eindeutig, dass für diese keine weitere Abgeltung bzw. Bezahlung erfolgt. Klauseln, die wie hier

Fachanwalt für Arbeitsrecht: Dr. Andreas Bierich

(nur) den Inhalt der vom Arbeitnehmer geschuldeten Vertragsleistung festlegen, unterliegen zudem nicht einer weitergehenden Inhaltskontrolle; sie sind daher auch wirksam. Und es ist letztendlich nicht Aufgabe des Gerichts, für eine Arbeitsleistung den „gerechten Preis“ ermitteln.  W

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Foto: Schmitz

Wer Überstunden macht, hat im Normalfall einen Anspruch auf deren gesonderte Vergütung oder Freizeitausgleich. In Arbeitsverträgen findet sich aber nicht selten eine Klausel, wonach eine bestimmte Zahl von Überstunden pauschal mit der vereinbarten monatlichen Vergütung abgegolten sein soll. Doch ist eine solche Vereinbarung wirksam? Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat mit Urteil vom 26.06.2019 (AZ: 5 AZR 452/18) entschieden, dass für einen Arbeitnehmer von vornherein erkennbar sein muss, wie viele Überstunden er gegebenenfalls zu leisten hat und wie diese vergütet oder ausgeglichen werden.


Fotos: Privat

Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade Das Portal zum Magazin www.hwk-bls.de/magazin Bei Fragen & Anregungen melden Sie sich gern: Astrid Bauerfeld 0531 1201-124 bauerfeld@hwk-bls.de

NEUER OBERMEISTER IN HARBURG

Malermeister Maik Wentzien Silvia und Dirk Tess haben den diesjahrigen Lünale-Handwerkspreis gewonnen.

Digitale Kundenbindung Der Friseur Stümpel Team Teß Intercoiffure wurde mit dem Lünale-Handwerkspreis 2021 ausgezeichnet. Der Friseur Stümpel Team Teß Intercoiffure aus Neu Wulmstorf hat für sein Videotagebuch den Lünale Handwerkspreis 2021 gewonnen. Das diesjährge Motto war die Bindung von Kundschaft und Mitarbeitenden während der Corona-Pandemie. Friseurmeister Dirk Tess hat die Zeit während des Corona-Lockdowns genutzt, um seinen Friseursalon umfassend umzubauen. Neben den Baufortschritten hat Dirk Tess auch sehr persönliche Erfahrungen und Eindrücke während des Lockdowns mit der Kundschaft geteilt. Inzwischen ist das Videotagebuch fester Bestandteil der Kunden-

kommunikation. Außerdem erweitern virtuelle Dienstleistungen wie eine Haaranalyse das Angebot des Friseursalons. Die Verleihung der Lünale Wirtschaftspreise fand unter Einhaltung der 2G- und Hygieneregeln im Castanea Forum in Lüneburg statt. Veranstalter der Preisverleihung war auch in diesem Jahr die Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH für Stadt und Landkreis Lüneburg. Der Schirmherr der Lünale, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, eröffnete mit einer Videobotschaft erstmals selbst die Galaveranstaltung.  W

KOSTENFREIES MATERIAL FÜR PERSONAL- UND STANDORTMARKETING

Look & See: Fachkräfte für die Region Deutschlandweit fehlen dem Handwerk über 50.000 Gesellinnen und Gesellen und mehr als 5.000 Meisterinnen und Meister. Auch Handwerksbetriebe in der Region Braunschweig-Wolfsburg haben es immer schwerer, offene Stellen zu besetzen. Umso wichtiger ist es für diese Unternehmen, mit attraktiven Arbeitsbedingungen zu überzeugen. Aber nicht nur das: Auch die Lebensqualität am Standort ist ausschlaggebend bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber. Die Allianz für die Region und regionale Wirtschaftsförderer bieten ab sofort allen Unternehmen kostenfreie Inhalte für ihr Personal- und

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Standortmarketing. Für Eckhard Sudmeyer, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, sollten die regionalen Handwerksbetriebe bei der Suche nach Personal die Stärken der Region ausspielen: „Gerade junge Menschen wünschen sich sowohl einen erfüllenden Job als auch ein erfülltes Privatleben für sich und ihre Familien. Und dafür bietet die Region Braunschweig-Wolfsburg die besten Voraussetzungen.“  W

Die Innungsversammlung der Maler- und Lackiererinnung des Kreises Harburg hat einen neuen Obermeister gewählt. Maik Wentzien ist Nachfolger von Armin Wilke, der insgesamt sechs Jahre Obermeister war. Maik Wentzien führt seinen Malermeisterfachbetrieb M. Wentzien in Handeloh und hat drei Mitarbeiter.  W

NEUER OBERMEISTER IM HEIDEKREIS

Elektromeister Martin Oetjens Bei der Jahreshauptversammlung der Innung für Elektro- und Informationstechnik Heidekreis wurde Martin Oetjens zum neuen Obermeister gewählt. Der Elektroinstallateurmeister löst Mirko Kruse ab, der das Amt 17 Jahre lang innehatte und die Ehrenobermeisterurkunde verliehen bekam.  W

Weitere Informationen: www.die-region.de/lookandsee

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Präsident Detlef Bade und Hauptgeschäftsführer Eckhard Sudmeyer im Interview zu Pandemie und Energiewende VON ASTRID BAUERFELD

Wir sind mitten im zweiten Coronawinter. Wie geht es dem Handwerk mit fast zwei Jahren Pandemie?

»»Bade: Das Handwerk ist in weiten Teilen vergleichsweise gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Viele Handwerksbetriebe konnten weiterarbeiten und waren nicht von Schließungen betroffen. Das zeigt auch unsere aktuelle Konjunkturumfrage: Danach ist der Geschäftsklimaindex so stark gestiegen, dass er sogar über dem Wert vor der Corona-Krise liegt. Trotz Lieferproblemen und steigender Energiepreise erholt sich die Konjunktur also weiter. »»Sudmeyer: Handwerksleistungen sind gefragt, die Auftragsbücher vieler Betriebe sind voll. Viele Menschen nutzen die Pandemie, um in ihre Immobilien zu investieren, gerade auch mit Blick auf steigende Energiepreise und Klimaschutz. Das führt zu einer hohen Nachfrage nach handwerklichen Leistungen, die für überfüllte Auftragsbücher mit gleichzeitig hohem Fachkräftebedarf sorgt.

Was sind momentan die größten Herausforderungen für die Handwerksbetriebe?

»»Bade: Unsere Betriebe müssen neben Corona auch mit Lieferengpässen, Preisexplosionen, steigenden Energiekosten und

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Fachkräftebedarf zurechtkommen. Es ist also nicht einfach, wirtschaftlich erfolgreich durch diese unruhigen Zeiten zu kommen und Aufträge unter diesen schwierigen Bedingungen abzuarbeiten. »»Sudmeyer: Angesichts steigender Energiepreise sind natürlich auch im Handwerk der sparsame und schonende Einsatz von Ressourcen und die Mobilitätswende eine große Herausforderung. Fast jeder Handwerker und jede Handwerkerin kümmert sich verstärkt aktiv um den Umwelt- und Klimaschutz im eigenen Betrieb, egal ob in der Herstellung von Produkten, in den organisatorischen Abläufen oder bei Dienstleistungen für Kundinnen und Kunden.

Welche Rolle spielt die Energiewende überhaupt im Handwerk?

»»Sudmeyer: Das Handwerk ist ein entscheidender und prägender Akteur, wenn es darum geht, Maßnahmen umzusetzen, die notwendig sind, um den Umwelt- und Klimaschutz voranzubringen und die vorgegebenen Klimaziele zu erreichen. Alle Techniken und Innovationen, die für die Energiewende und den Klimaschutz erforderlich sind, wie zum Beispiel Photovoltaik-Anlagen, werden von Handwerkerinnen und Handwerkern eingebaut. Das Handwerk ist der Motor der Energiewende.

»»Bade: Ohne das Handwerk gibt es keine Energiewende, keinen Klimaschutz und keine CO2-Reduzierung. Das Umrüsten auf eine nachhaltige, saubere und bezahlbare Energieversorgung ist nur mit dem Handwerk möglich. Auf der anderen Seite dürfen aber auch die Kostenbelastungen durch Klimaschutz und Energie- und Verkehrswende nicht aus dem Ruder laufen. Klimaschutz ist wichtig, ohne Frage. Aber die Bundesregierung muss einen Weg finden, der sowohl Klimaschutz als auch wirtschaftlichen Erfolg ermöglicht. Denn nur mit starken und leistungsfähigen Handwerksbetrieben werden wir in der Lage sein, die notwendigen Maßnahmen für den Klimaschutz auch umzusetzen.

Viele Betriebe suchen Fachkräfte. Kann die Energiewende dazu beitragen, das Handwerk für junge Menschen interessanter zu machen?

»»Bade: Grüne Themen stoßen bei vielen jungen Leuten auf Interesse. Das haben zum Beispiel die „Friday-for-future“Demos gezeigt. Junge Menschen möchten sich beteiligen am Kampf gegen den Klimawandel, wollen nachhaltig leben, etwas bewirken. Diesen Trend wollen wir nutzen, um den Jugendlichen zu zeigen, dass sie im Handwerk konkret an der Rettung

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Foto: Schmitz

Detlef Bade (links) und Eckhard Sudmeyer äußern sich zu wichtigen Themen, die auch das Handwerk in diesem Jahr begleitet und beeinflusst haben.

unseres Klimas mitarbeiten können, dass es im Handwerk viele klimarelevante Berufe gibt, die ihnen sichere Karrieremöglichkeiten bieten. Im Handwerk können sie aktiv die Energiewende umsetzen. »»Sudmeyer: Wir wünschen uns beim Thema Fachkräfte aber auch mehr Engagement seitens der Politik für die berufliche Bildung. Denn sie ist der zentrale Baustein, um den dringenden Fachkräftebedarf zu decken. Daher dürfen es die Regierungsparteien nicht bei Ankündigungen belassen, sondern müssen mit mehr Nachdruck als bisher für eine echte Gleichwertigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung sorgen. Wir brauchen in der Bildung faire und vergleichbare Ausgangsbedingungen - keine Bildung erster und zweiter Klasse. Diese Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung muss aber auch im politischen Alltag gelebt und festgeschrieben werden.

Wie ist denn die Handwerkskammer bisher durch die Corona-Pandemie gekommen?

»»Sudmeyer: Als Handwerkskammer waren und sind wir vor allem in unseren Technologiezentren durch die Corona-Pandemie herausgefordert, also bei den Lehrgängen der überbetrieblichen Lehrgangsunterwei-

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sung für unsere Auszubildenden und den Meistervorbereitungskursen sowie im Prüfungswesen. Aufgrund intensiver Gespräche mit dem Kultusministerium ist es uns gelungen, dass unsere Bildungszentren nicht als Schulen angesehen werden, sondern als verlängerter Arm der Betriebe, sodass wir – natürlich mit einem umfangreichen Hygienekonzept - die Lehrgänge weitestgehend durchführen konnten. Einschränkungen gibt es nach wie vor im Bereich der Gästehäuser und bei Veranstaltungen. So mussten wir zu unserem großen Bedauern auch in diesem Jahr auf eine Meisterfeier verzichten.

Ende 2022 sollen laut Onlinezugangsgesetz (OZG) viele Verwaltungsvorgänge digital zur Verfügung stehen. Gilt das auch für die Handwerkskammer?

»»Bade: Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie dringlich es ist, Verwaltungsvorgänge noch schneller digital zu gestalten. Das OZG verpflichtet Bund und Länder, Verwaltungsleistungen bis zum 31. Dezember 2022 auch elektronisch über Verwaltungsportale anzubieten und ihre Verwaltungsportale miteinander zu einem sogenannten Portalverbund zu verknüpfen. Das betrifft auch uns. Für das Handwerk ist dabei wichtig, dass es in den Bereichen Unternehmensgründung und

Unternehmensführung absehbar flächendeckend leistungsfähige Onlinedienste geben wird, die praxistauglich und funktional gestaltet sind. »»Sudmeyer: Wir arbeiten hier eng mit dem Land zusammen, damit einheitliche Strukturen entstehen. Aber sicherlich werden noch nicht alle Verwaltungsleistungen bis Ende 2022 digitalisiert sein. Auch kammerintern planen wir die Einführung eines Online-Kundenportals für unsere Mitgliedsbetriebe, um ihnen einen komfortableren Zugang zu ihren Daten zu verschaffen.

Und was erwarten Sie für 2022 für das Handwerk?

»»Bade: Die Erwartungen unserer Betriebe für das nächste Quartal sind gut. Das hat unsere Konjunkturumfrage gezeigt. Auch die Auftragslage ist gut, sodass das Handwerk Grund hat, optimistisch in das neue Jahr zu schauen. Aber wie uns die Erfahrung der vergangenen Monate zeigt, ist diese Stabilität kein Selbstläufer. Es gibt unverändert Ungewissheiten hinsichtlich Material- oder Lieferengpässen, Energiepreisen und Corona. Das Handwerk braucht daher vor allem verlässliche Rahmenbedingungen, eine politische Flankierung, die rechtzeitig die richtigen Weichen stellt. Das erwarten wir von der neuen Bundesregierung. W

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Karriere als Meister Hunderte Meisterschüler der Handwerkskammer BraunschweigLüneburg-Stade bestehen jedes Jahr ihre Prüfungen. Mit dem Meisterbrief in den Händen geht für viele die Karriere richtig los: im Betrieb in leitender Funktion, als Selbstständige oder Nachfolger des eigenen Chefs. Hinter ihnen liegt meist eine anspruchsvolle Zeit der Meisterschule. Für den Arbeitgeber und den Betriebsalltag ist diese Zeit auch herausfordernd. Über diese Erfahrungen berichten Inhabende und Meisterschüler dreier Betriebe aus dem Kammerbezirk. VON ASTRID BAUERFELD NDH 12/2021

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Foto: Privat

Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade

Kathrin Hartmann (links) und Meisterschülerin Sarah Droste schauen sich das Haar eines Kunden an.

Teamleitung mit Meistertitel Im Salon Trillion Hair ist jede Fortbildung ein Gewinn.

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eder Wunsch nach Weiterbildung wird bei ihr unterstützt: „Wollen Mitarbeitende die Meisterschule besuchen, bestärke ich sie in diesem Vorhaben“, betont Kathrin Hartmann, eine von drei Inhaberinnen des Friseursalons Trillion Hair in Braunschweig. Unternehmerisches Wissen sei im Betriebsalltag sehr viel wert, fachliches Können vom Kunden hochgeschätzt. Daher sei das Streben nach dem Meistertitel ein Gewinn für den Betrieb. „Mit abgestimmtem Arbeitszeitmodell und entsprechenden Freiräumen berücksichtigen wir in dieser Zeit alle Bedürfnisse und bleiben dennoch gut aufgestellt“, erklärt die 42-jährige Meisterin. Friseurgesellin Sarah Droste besucht zurzeit den Meistervorbereitungskurs in Teilzeit. Dass die 30-Jährige nach bestandener Prüfung womöglich einen eigenen Salon betreiben möchte, sorgt Kathrin Hartmann nicht. „Die Zeiten haben sich geändert“, betont die Meisterin. „Eine Festanstellung in einem gut funktionierenden Betrieb wird einer Selbststän-

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ANGESTELLTE hat Kathrin Hartmann gemeinsam mit Anja Neubauer und Sarah Cafaro, darunter vier Meister und Meisterinnen.

digkeit oft vorgezogen.“ Bedeutender seien heute die Lust auf mehr Wissen und das Vertiefen von eigenen Kenntnissen. Bei Trillion Hair bestehe die Möglichkeit mit entsprechenden Qualifikationen Teamleitungen zu übernehmen oder ganze Bereiche zu verantworten, wie beispielsweise die Betreuung der Auszubildenden oder der Social-Media-Aktivitäten. Gemeinsam mit den Friseurmeisterinnen Anja Neubauer und Sarah Cafaro führt Kathrin Hartmann den Betrieb mit insgesamt 25 Angestellten, darunter vier mit Meistertitel. Auf eine ausgewogene WorkLife-Balance sei bei Trillion Hair immer Wert gelegt worden genauso wie auf Entwicklungsgespräche mit dem Personal und entsprechende Fortbildungen. „So haben wir uns ein qualifiziertes, vertrauensvolles Team aufbauen können und eine zufriedene Stammkundschaft geschaffen“, sagt Hartmann. W Web-Wegweiser: www.trillion-hair.de

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Fotos: Schmitz

Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade

Die Meisterschüler Florian Volk (links) und Florian Westermann beraten sich auf einer gemeinsamen Baustelle.

Meisterqualität sichert die Zukunft Bei Tietje Haustechnik wird Weiterentwicklung bestmöglich unterstützt.

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etriebsinhaber Volker Wesche ermöglicht zurzeit zwei Gesellen seiner Firma Tietje Haustechnik in Hillerse die Fortbildung zum Meister. Elektroniker Florian Volk steht kurz vor Abschluss seiner Meisterprüfung, Anlagenmechaniker Florian Westermann besucht seit ein paar Monaten die Meisterschule in Teilzeit. „Für einen Betrieb mit sieben Mitarbeitern ist das schon eine Herausforderung“, sagt Volker Wesche. Der Verzicht auf eine qualifizierte Arbeitskraft sei nicht so einfach aufzufangen. Einige Aufträge habe er verschieben oder umplanen müssen. Dennoch ist dem Handwerksmeister wichtig: „Ich möchte meinen Mitarbeitern die Gelegenheit geben, sich weiterzubilden und damit die Qualität unserer Arbeit sichern.“ Die Personalentwicklung sei auch in einer kleinen Firma maßgeblich. Als Meister gebe es mehr Möglichkeiten im Handwerk, auch im eigenen Betrieb. „Die Zukunftsfähigkeit der Firma muss sichergestellt sein“, betont Volker Wesche.Für Florian Volk war genau das der Antrieb: „Mit dem Meister bin ich in

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„Ich möchte die Qualität unserer Arbeit sichern.“ Volker Wesche, Betriebsinhaber

meinem Gewerk bestmöglich qualifiziert und investiere damit in die Zukunft.“ Der 29-Jährige hat seinen Meisterkurs in Vollzeit besucht und sich für diesen Zeitraum freistellen lassen. Nun geht es für ihn bei Tietje Haustechnik weiter: „Ich bin froh, dass wir für alles gemeinsam eine gute Lösung gefunden haben.“ Florian Westermann hat sich für die Alternative der berufsbegleitenden Meistervorbereitung entschieden. „Der zeitliche Aufwand, nebenbei die Schule zu besuchen, ist hoch, aber leistbar“, sagt der 37-Jährige. Er sei seinem Chef dankbar für die Unterstützung seiner Karrierepläne. Die Meisterausbildung sieht der Anlagenmechaniker als Qualifikation und Chance: „Mit dem Meistertitel habe ich mehr Optionen.“ Für Tietje Haustechnik sind das laut Volker Wesche beste Voraussetzungen: „Irgendwann muss ich ja auch an meine Nachfolge denken.“ W Web-Wegweiser: www.tietje-haustechnik.de

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Foto: Schmitz

Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade

Dirk Tessarek (links) und Tim Karcher arbeiten an einer neuentwickelten Schranke für einen Kunden am Flughafen Hannover.

Nach der Prüfung zum Chef Der Meisterbrief sichert bei Tessarek Security Systems GmbH die Nachfolge.

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amit die Nachfolge für seinen Betrieb in Braunschweig gesichert ist, ermöglicht Betriebsinhaber Dirk Tessarek seinem ehemaligen Auszubildenden Tim Karcher die Weiterbildung zum Elektrotechnikermeister. Der Betrieb für Hochsicherheitstechnik entwickelt und vertreibt Komplettlösungen für Objektschutz und wurde im Jahr 2000 gegründet. „Das Thema der Nachfolge ist in den letzten Jahren omnipräsent gewesen“, sagt Tessarek. „Als wir gehört haben, dass sich Tim Karcher mit dem Gedanken der Nachfolge anfreunden kann, haben wir die Gespräche mit ihm aufgenommen“, erzählt der 61-Jährige. Seitdem kam der Nachfolgeprozess ins Rollen und bereits im vergangenen Jahr sei die Tessarek Elektrotechnik e.K. in die Tessarek Security Systems GmbH umgewandelt worden. Mithilfe der Beteiligungsgesellschaft realkapital Mittelstand KGaA als Co-Investor wurde der künftige Inhaber Tim Karcher als Mitgesellschafter auch zum Geschäftsführer. „Für mich ist der Meister eine hervorragende Weiterentwicklungsmöglichkeit“, sagt der 26-Jäh-

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„Den Betrieb übergebe ich in kompetente Hände.“ Dirk Tessarek, Elektrotechnikermeister

rige Elektrotechniker. Die Module eins und zwei der Meisterausbildung habe er in der Abendschule absolviert, die Teile drei und vier in Vollzeit. Nun fehle ihm nur noch eine Prüfung. „Mein Chef hat mich super unterstützt und mich aus anstehenden Montagefahrten rausgehalten. Wenn alles nach Plan läuft, habe ich am 20. Januar meinen Meister“, sagt Tim Karcher. Für den Betriebsinhaber war der Ausfall einer Vollzeitkraft wegen des Besuchs der Meisterschule kein Problem: „Das erfordert eigentlich nur etwas Organisationsgeschick.“ Außerdem investiere er auch in die eigenen Zukunftspläne. „Ich übergebe den Betrieb an unseren Nachwuchs und in kompetente Hände.“ Für insgesamt zehn Mitarbeitende bei der Tessarek Security Systems GmbH sei die Zukunft somit gesichert.  Web-Wegweiser: www.tessarek.com Meisterkurse in der Handwerkskammer: www.hwk-bls.de/Meisterkurse

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Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade

Claudia Meimbresse zum Thema Karriere als Meister »»Claudia Meimbresse: Während vor Jahren die Mehrheit der Besucherinnen und Besucher einer Meisterschule die Selbstständigkeit anstrebten, verfolgen heute angehende Meisterinnen und Meister unterschiedliche Ziele. Das reicht von „Aufstiegschancen verbessern“ über „ein höheres Einkommen realisieren“ bis hin zu „mehr Führungsverantwortung und Entscheidungen treffen“. Und im Bereich der vollhandwerklichen Gewerke spielt natürlich eine Rolle, dass die rechtlichen und fachlichen Voraussetzungen für eine Selbstständigkeit durch eine erfolgreiche Meisterprüfung gelegt werden. Durch das erworbene Wissen in der Fachpraxis und -theorie des jeweiligen Gewerks sowie der kaufmännisch-rechtlichen und berufspädagogischen Inhalte wird das Fundament für eine erfolgreiche Tätigkeit als Selbstständiger oder angestellter Betriebsleiter und Ausbilder gelegt.

Inwiefern profitiert ein Betrieb davon, eine Gesellin oder einen Gesellen für die Meisterschule freizustellen?

»»Claudia Meimbresse: Jede Form der Fortbildung eines Mitarbeiters kommt auch immer dem Betrieb zugute – so auch eine Meisterausbildung. Nur ein Drittel der Absolventen startet laut einer Studie des Forschungsinstituts für Berufsbildung im Handwerk (FBH) an der Universität zu Köln den Weg in die Selbstständigkeit. Das bedeutet, der überwiegende Teil der Meisterschüler steht den Betrieben als den Inhaber unterstützende Führungskraft zur Verfügung. Der Inhaber wird im produktiven Teil des Betriebes entlastet und kann sich mit strategischen Aufgaben und der Kundengewinnung beschäftigen. So kann auch eine erfolgreiche Betriebsübernahme geplant werden.

Welche Fördermaßnahmen stehen einem Gesellen zu, wenn er eine Meisterausbildung anstrebt?

»»Claudia Meimbresse: Da ist zum einen das bewährte „Meister-BAföG“. Hier gibt es nach der letzten Novelle noch einmal deutlich verbesserte Förderkonditionen. In Niedersachsen erhält zudem jede Meisterin und jeder Meister nach der bestande-

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Foto: Fotostudio Gramann

Mit welchem Ziel wird in der heutigen Zeit die Meisterschule besucht?

nen Meisterprüfung die Handwerks-Meisterprämie in Höhe von 4.000 €.

„Durch das erworbene Wissen in der Meisterschule wird das Fundament für eine erfolgreiche Tätigkeit als Selbstständiger oder angestellter Betriebsleiter und Ausbilder gelegt.“ Claudia Meimbresse, Abteilungsleiterin Prüfungswesen und Anerkennungsverfahren

Stehen einem Meister dieselben Möglichkeiten offen wie einem Bachelor?

»»Claudia Meimbresse: Der Meisterabschluss und der akademische Bachelorabschluss sind im deutschen Qualifikationsrahmen auf der gleichen Stufe eingeordnet und damit gleichwertig. Im Handwerk können Meister jetzt zusätzlich auch den Titel Bachelor Professional tragen. Web-Wegweiser: www.hwk-bls.de/meister Kontakt: Claudia Meimbresse, meimbresse@hwk-bls.de, 04131 712-129

Meisterprüfer werden Wenn Sie gerne Prüfer werden möchten, benötigen Sie die entsprechende Sachkunde und persönliche Eignung, um die in Prüfungen erbrachte Leistung hinreichend beurteilen zu können. Die Meisterprüfer müssen selbst Handwerker sein, werden von der Handwerkskammer vorgeschlagen und vom Niedersächsischen Kultusministerium für die Dauer von fünf Jahren berufen. eitere Informationen: W www.hwk-bls.de/meisterpruefer

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Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade

100 Jahre Raumausstattung Susanne Eggers feiert mit ihrem Raumausstatterbetrieb Jubiläum.

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sich. Bei meiner Geburt wurde schon beschlossen, dass ich einmal die Lehre als Raumausstatterin mache“, erzählt sie. „Ich hatte damals keine Wahl und fand das nicht gut. Heute bereue ich aber überhaupt nichts und bin stolz darauf, was ich handwerklich

Foto: Schmitz

er Raumausstatterbetrieb „Eggers Raum & Design“ wurde 1921 als Sattlerei- und Polstereibetrieb von Georg Eggers gegründet. Der Großvater von Betriebsinhaberin Susanne Eggers legte

Raumausstattermeisterin Susanne Eggers arbeitet an ihrer Nähmaschine.

den Grundstein für den Familienbetrieb in Bispingen, wo auch heute noch Werkstatt und Ausstellungsräume zu finden sind. Ihr Vater Georg-Wilhelm Eggers lernte Sattler und Tapezierer, machte 1962 seinen Meister und übernahm 1972 den Betrieb. „Wie schon mein Vater bin auch ich in das Sattlerhandwerk hineingewachsen“, sagt Susanne Eggers. Ihre Karriere als Raumausstatterin sei von Anfang an durchgeplant gewesen: „Mein Ausbildungsmeister hat bereits bei meinem Großvater gelernt und man kannte

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alles kann.“ Die Ausbildung beendete sie 1986, wurde Kammer- und Landessiegerin und machte 1991 ihren Meister in Oberfranken. Die eine Hälfte ihrer Meisterausbildung absolvierte sie in Lüneburg, die andere in Oberfranken. „Die Ausbildungszeit war zwar stressig, aber sie hat mir wertvolle Erfahrung gebracht. Oberfranken ist zu meiner zweiten Heimat geworden und ich habe nach wie vor enge Kontakte“, erzählt sie. Am 2. Januar 1992 übernahm sie schließlich den Betrieb von ihrem Vater. Sie inves-

tierte in den Betriebsstandort, baute neue Fenster ein, sanierte die Betriebsräume, nahm Kredite auf. „Zu Beginn wollte ich den Betrieb eigentlich nur noch zehn Jahre weiterführen“, erinnert sich die Raumausstatterin. Inzwischen sind es 29 geworden. „Irgendwann war der Punkt erreicht, wo das 100-jährige Jubiläum näher rückte und das Ziel wollte ich unbedingt erreichen“, erzählt sie. „Einen so traditionsreichen Familienbetrieb zu führen, macht mich stolz.“ Die Vielseitigkeit im Raumausstatterhandwerk gefalle ihr am meisten und dabei spiele es für sie auch keine Rolle, regelmäßig zehn oder zwölf Stunden am Tag zu arbeiten. „Ich habe so viel Freude an meinem Beruf, da ist das selbstverständlich. In der Selbstständigkeit ist der Handwerker nun mal selbst und ständig am Arbeiten“, schmunzelt Eggers. Zusammen mit ihrer Mitarbeiterin Renate Schneider verschönert sie die Wohnräume ihrer Kundschaft. Vom Sonnenschutz über Gardinen bis hin zu Polstermöbeln sei immer etwas Neues zu tun. „Neue Kunden bringen immer auch neue Ideen und das macht dieses Handwerk so vielseitig.“ Auch jenseits ihres Betriebs setzt sich Eggers für das Raumausstatterhandwerk ein. Sie ist Obermeisterin der Raumausstatter- und Sattler-Innung Lüneburger Heide sowie öffentlich bestellte Sachverständige. „Meinen Urlaub habe ich oft dafür genutzt, um mich weiterzubilden“, sagt Eggers. Zukunftspläne für ihren Betrieb hat sie schon: „Ich würde gerne einen gleichgesinnten Sattler als Teilinhaber einziehen lassen“, berichtet sie. Aufträge in der Region gebe es genug und so könne sie sich vermehrt dem Sachverständigenwesen und ihrem jungen Hund widmen. Auch in Bezug auf das Thema Nachfolge sei dieser Gedanke gereift. „Wenn ich einem jungen Meister mit meinem Betrieb Starthilfe geben kann und das traditionsreiche Handwerk des Sattlers dadurch weitergeführt würde, dann wäre das eine schöne Perspektive für mich.“ BS   ■ Telefon: 05194 2373

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Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade

Herzlichen Glückwunsch

Foto: Schmitz

Der pensionierte Goldschmiedemeister Hans-Jürgen Wiegleb steht in seiner kleinen Hobbywerkstatt. Hinter ihm hängen Urkunden und Preise, die er für seine Schmuckstücke gewonnen hat.

50 Jahre Meister

Die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade gratuliert zum Jubiläum und wünscht weiterhin viel Erfolg: 25-JÄHRIGES BETRIEBSBESTEHEN Tischlermeister Eric Hegenbart, Gifhorn, am 26. November 2021 Kraftfahrzeugmechanikermeister Thomas Schröder, Eimke, am 30. Dezember 2021

Hans-Jürgen Wiegleb feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Meisterjubiläum. Der pensionierte Goldschmied aus Brome hat sich in vielen Schmuckstücken und Ehrenämtern verwirklicht.

Friseurmeisterin Sylvia Vogel, Wrestedt, am 9. November 2021

Den Wunsch, Goldschmied zu werden, führt Hans-Jürgen Wiegleb auf eine in der Schule gelesene Novelle zurück. Die Figur eines Hofgoldschmieds faszinierte ihn so sehr, dass er beschloss dieses Handwerk zu lernen. Er machte seine Lehre, wurde Kammersieger arbeitete bei einem Dortmunder Juwelier und übernahm schließlich die Geschäftsführung der Zweigstelle in Wolfsburg. Die Meisterschule besuchte er in Braunschweig und konnte am 11. November 1971 seinen Meisterbrief in den Händen halten. Zehn Jahre später gründete er seinen eigenen Goldschmiedebetrieb in Wolfsburg. „Ich wollte mich schon immer selbstständig machen. Das ist das Beste, was man machen kann“, sagt der 73-Jährige. Seinen Betrieb führte er bis 2018, fertigte unzählige Schmuckstücke und Amulette, sammelte Preise und Urkunden. Der Goldschmied ist davon überzeugt, dass die Meisterausbildung das vielseitigste Instrument im deutschen Bildungssystem ist: „Neben Theorie und Praxis werden auch pädagogische Aspekte berücksichtigt und genau das macht die Meisterausbildung so universell.“ Auch ehrenamtlich widmete er sich dem Handwerk. Er war Mitglied der Vollversammlung und des Vorstands der Handwerkskammer Braunschweig, später Braunschweig-Lüneburg-Stade, engagierte sich von 1996 bis 2017 als Obermeister der Juwelier-, Gold- und Silberschmiedeinnung

125-JÄHRIGES BETRIEBSBESTEHEN

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Braunschweig sowie insgesamt zehn Jahre als Landesinnungsmeister des Landesverbandes der Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere. Von 2000 bis 2012 war er Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere. Wie heutzutage mit teilweise wertvollen Schmuckstücken umgegangen wird, findet er schade: „Wir leben in einer Erbengesellschaft und viele Erben wollen ihre Schmuckstücke zu Geld machen. Schmuck zu Geld machen bedeutet aber, dass die Stücke eingeschmolzen werden“, sagt Wiegleb. „Das tut einem Goldschmied manchmal schon weh. Es gibt so schöne Dinge, die dürfen einfach nicht eingeschmolzen werden.“ BS

Peter Nolte Installations- und Heizungsbau, Seevetal, am 13. Dezember 2021

Friseurmeister Jochen Thies, Zeven, am 2. Oktober 2021 Hans-Benno Meyn Natursteinbetrieb e. K., Inh. Lutz-Bernd Meyn, Bad Bevensen, am 1. Oktober 2021 25-JÄHRIGES MEISTERJUBILÄUM Zimmerermeister Niels Lühmann, Wangersen, am 17. Dezember 2021 50-JÄHRIGES MEISTERJUBILÄUM Fleischermeister Hans-Otto Schierding, Ilsede, am 14. Dezember 2021

Ehrungen und Urkunden Ihr Betrieb feiert Jubiläum? Stellen Sie einen Antrag bei 25, 40, 50 oder 75 Jubeljahren auf eine Urkunde. Ab 100-jährigem Jubiläum oder einem Meisterjubiläum von 50 oder 60 Jahren möchte die Handwerkskammer darüber hinaus einen Artikel in Form eines Porträts im Norddeutschen Handwerk veröffentlichen, aber auch digital auf Homepage oder in Social-Media-Kanälen der Handwerkskammer berichten. Einige wichtige Informationen sind für die Antragsstellung einer Urkunde notwendig und können online über ein entsprechendes Formular übermittelt werden. Web: www.hwk-bls.de/ehrungen Mail: ehrungen@hwk-bls.de

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Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade

In der Werkstatt von Tanja Trautmann warten Oldtimer und Sportwagen auf die Reparatur.

Zwischen Lamborghini und Ferrari

Tanja Trautmann lebt den Traum vieler Autoliebhaber. Die KFZ-Meisterin gilt in der Autoszene als Expertin für Sportwagen und Oldtimer. VON BJÖRN SCHMITZ

L

ächelnd und zufrieden steht Tanja Trautmann an dem Austin Haley 3000 und sucht nach dem Fehler im Motorraum. Neben ihr steht ein Maserati Indy von 1972, hinter ihr ist ein Ferrari 308 von 1978 aufgebockt und vor ihr wartet der Lamborghini Espada aus dem Jahr 1970 auf seine Reparatur. Tanja Trautmann hat sich auf Oldtimer und hochmotorisierte Sportwagen spezialisiert. „Eigentlich muss ich total bescheuert sein“, sagt die KFZ-Meisterin amüsiert. „Alte Autos sind anspruchsvoll, aber ich liebe die Herausforderung.“ Es gebe so gut wie keine Ersatzteile für Oldtimer und oftmals komme es auf Improvisation und Raf-

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„Wenn die Lieferzeit zu lange dauert, fangen wir an zu tüfteln.“ Tanja Trautmann, KFZ-Mechatronikerin

finesse an. „Manche Teile brauchen Monate, bis sie geliefert werden. Wenn wir diese Zeit nicht haben, fangen wir an zu tüfteln“, berichtet sie. Zu ihrem Beruf ist Trautmann eher zufällig gekommen: „Ich hatte kein Geld und konnte mir nach der Schule nur ein altes Auto leisten. Der Wagen war ständig kaputt und so habe ich angefangen zu schrauben.“ Mit Anleitungsbüchern verbrachte sie Stunden mit der Reparatur ihres Autos und fand Gefallen daran. „Mein Bruder sagte mir irgendwann, dass ich mein Hobby zum Beruf machen solle“, erzählt die 54-Jährige. Bei der Deutschen Post konnte sie 1986 schließlich ihre Ausbildung zur KFZ-Mechanikerin

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Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade

beginnen. Nach der Ausbildung arbeitete sie ein Jahr lang in einer Vertragswerkstatt, merkte aber schnell, dass das nicht das Richtige für sie ist. „Mir hat die Abwechslung gefehlt.“ Nachdem sie zehn Jahre lang Engländer, so bezeichnet sie englische Fabrikate, restauriert und einige Jahre in einer freien Werkstatt gearbeitet hat, machte sie 2006 ihren Meister berufsbegleitend und fand 2010 schließlich ihren Traumjob: „Ich konnte die Werkstattleitung bei Continental Cars aus Hamburg, einem Autohaus für Sportwagen, übernehmen. Mein Chef war der Fußballprofi Nigel de Jong, der damals für Manchester City gespielt hat“, berichtet die KFZ-Meisterin. Durch die Nähe zum Profifußball und die Vorliebe vieler Fußballer für schnelle Autos konnte sie sich den Traum eines jeden Autofans erfüllen und hatte mit den teuersten und schnellsten Sportwagen zu tun. „Da sind wir auch schon mal zu Mezut Özil nach London geflogen, um sein Auto zu reparieren“, erzählt sie. Leider habe sich die Firma 2018 aufgelöst. Trautmann stand wieder vor einem Neuanfang. Nach einer Zwischenstation bei einem Hersteller für Stoßdämpfer bekam sie eine Anfrage von Emilia Auto aus Hamburg. Das Autohaus für italienische Sportwagen wollte Tanja Trautmanns Expertise für sich nutzen und sie bei der Gründung einer eigenen Werkstatt unterstützen. „Ich habe mir eine Existenzgründung mit 53 Jahren nicht vorstellen können. Die Jungs von Emilia Auto sind mir

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Web-Wegweiser: www.emiliaauto-service.de

Fotos: Schmitz

Die 54-jährige KFZ-Meisterin Tanja Trautmann hat sich während der Corona-Pandemie selbstständig gemacht und kann sich heute vor Arbeit kaum retten.

aber unfassbar entgegengekommen und haben mich auf so vielen Ebenen unterstützt, dass ich am Ende nicht Nein sagen konnte“, erinnert sich Trautmann. Den Standort für ihre neue Werkstatt durfte sie sich aussuchen und so fiel ihre Entscheidung auf das Örtchen Egestorf südlich von Hamburg direkt an der Autobahn. Heute könne sie sich vor Arbeit kaum retten. „Es ist mir unbegreiflich, wie sich das in anderthalb Jahren entwickelt hat. Neulich bekam ich einen Anruf aus Köln. Selbst dort hat sich herumgesprochen, dass meine Werkstatt eine gute Adresse ist“, staunt sie. Im April hat Tanja Trautmann ihren ersten Mitarbeiter eingestellt. Es ist Geselle Sascha Seibert. Der Auszubildende Carl Gieseke komplettiert das dreiköpfige Werkstattteam seit August. „Mir war wichtig, dass es menschlich passt. Wer bei mir arbeiten möchte, muss Köpfchen haben und Spaß am Tüfteln. Mit den beiden hat es einfach gepasst“, erzählt sie zufrieden. In Zukunft will sie noch weiter expandieren: „Ich möchte die Nachbarhalle anmieten. Wenn das klappt, dann brauche ich noch zwei weitere Mitarbeiter.“   ■

Eine Wunschvorstellung: Tanja Trautmann hat in ihrer Werkstatt so viel zu tun, dass sie sich gern manchmal verdoppeln würde.

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Termine Fortund Weiterbildung BRAUNSCHWEIG Meistervorbereitung im Friseurhandwerk, Teil I & II, Vollzeit 04.07.2022 - 16.09.2022 LÜNEBURG Fit für die Gesellenprüfung im Feinwerkmechaniker- / Zerspanungsmechanikerhandwerk, Teil I, Vollzeit 11.04.2022 - 12.04.2022 Fit für die Gesellenprüfung im Metallbauerhandwerk, Teil I, Vollzeit 11.04.2022 - 12.04.2022 Fit für die Gesellenprüfung im Elektroniker-Handwerk, Fachrichtung: Energie- und Gebäudetechnik – Teil 1, Vollzeit 11.04.2022 - 13.04.2022 STADE SHK-Kundendiensttechniker, Teilzeit (Wochenendkurs) 28.01.2022 - 14.05.2022 Intensiv-Workshop Technische Regeln für Gasinstallation (TRGI), Abendkurs 15.02.2022 - 01.03.2022

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Vorbereitung auf Wasserstoff Neues Projekt „H2Skills“ soll den Bedarf bei der Qualifizierung von Fachkräften identifizieren und Weiterbildungsbausteine entwickeln.

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n den Medien und auf allen politischen Ebenen gilt die Wasserstofftechnologie als ein wichtiger Baustein der Energie- und Mobilitätswende. Auch im Handwerk und in der Industrie ergeben sich Anwendungsmöglichkeiten und Marktchancen durch den Ausbau der Wasserstoffwirtschaft. Notwendige Voraussetzung ist eine entsprechende Qualifizierung in den Unternehmen. Die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade hat daher zusammen mit der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) das neue Projekt „H2Skills“ gestartet. Das Leitziel des Projektes ist die gezielte Verbesserung der Fachkräftesituation in der Region Nordostniedersachsen mit dem Fokus auf die regionale Wasserstoffwirtschaft. Kooperationspartner ist auch die IHK Stade. Die neue Projektmitarbeiterin der Handwerkskammer im Technologiezentrum in Stade ist Johanna Braun. Sie hat

ihr Bachelorstudium mit der Fachrichtung Versorgungstechnik absolviert. Ihren Master machte sie im Bereich der Energiesystemtechnik. „Ich habe mich für die Fachrichtungen entschieden, weil ich aktiv an der Energiewende mitarbeiten möchte. Mit dem Projekt H2Skills wird die Entwicklung des momentan noch kleinen, aber wachsenden Zweiges der Nutzung von Wasserstoff als Energieträger vorangetrieben“, sagt die 25-Jährige. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Fachkräftebündnisse Allianz für Fachkräfte Nordostniedersachsen und Elbe-Weser und wird über die EU-Aufbauhilfe REACT-EU gefördert. Der Durchführungsbereich bezieht sich auf den gesamten ehemaligen Amtsbezirk Lüneburg und umfasst elf Landkreise: Celle, Cuxhaven, Harburg, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Osterholz, Rotenburg (Wümme), Uelzen, Stade und Verden. BS W

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H2Skills Ansprechpartnerin: Johanna Braun Tel. 04141 6062-98 johanna.braun@hwk-bls.de

H2Skills Ansprechpartner: Christoph Lenz Tel. 04131 742-122 christoph.lenz@ihklw.de

Die Ziele von H2Skills Bedarfsanalyse

Mithilfe einer Bedarfsanalyse soll untersucht werden, wie viele Fachkräfte entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Wasserstofferzeugung und Nutzung im Handwerk und in der Industrie benötigt werden. Darüber hinaus soll der Weiterbildungsbedarf bereits vorhandener Fachkräfte identifiziert werden.

Jetzt wechseln

Ausgehend von den Ergebnissen der Bedarfsanalyse sollen erste Ansätze für Zertifikatslehrgänge, Zusatzprüfungen, Fortbildungen und Ergänzungsbausteine bestehender Qualifizierungsangebote entwickelt werden.

Aufklärung

In enger Zusammenarbeit mit dem Wasserstoffnetzwerk Nordostniedersachsen soll das Projekt Transparenz über Nachfragepotenziale und Angebote schaffen und die regionale Wasserstoffwirtschaft stärken.

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Entwicklung, Implementierung und Erprobung von Pilotmaßnahmen

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Sie verstehen Ihr Handwerk. Wir auch. Starke Leistungen für starke Berufe. Mehrleistungen und attraktive Wahltarife zu besonders günstigen Beiträgen ohne Gesundheitsprüfung. Handwerk und AOK – das passt. Überzeugen Sie sich selbst: Vereinbaren Sie mit uns einen Beratungstermin. Ihren Ansprechpartner für einen Wechsel finden: Einfach QR-Code scannen oder mehr erfahren auf aok.de/nds/ad-kontakt

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Foto: Petair - Fotolia.com

Betrieb

Unternehmer wie Markus Röse mahnen, die Energiewende nicht übers Knie zu brechen. Die vorhandene Infrastruktur reiche nicht aus.

Gezielt die Wende steuern Bremsen steigende Energiepreise die Wirtschaft aus oder treiben sie den Klimaschutz voran? Zwei Stimmen aus dem Handwerk. IRMKE FRÖMLING

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enige Wochen ist es her, dass die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute ihre Konjunkturprognose für 2021 nach unten korrigiert haben. Als Gründe nannten sie nicht nur Engpässe in den Lieferketten: Die Ökonomen rechnen für das laufende Jahr mit fast zehn Prozent teurerer Energie. 2022 erwarten sie, dass die Preise um rund sechs Prozent steigen.

Wissenschaft: Energiewende verhindert extreme Preissprünge

Noch immer wird ein Großteil der in Deutschland verbrauchten Energie aus Öl, Kohle und Gas gewonnen. Dass die Preiserhöhungen viel mit der Marktmacht der Rohstoffproduzenten und Energieversorger zu tun haben, betont Claudia Kemfert, Energieexpertin am Deutschen Institut

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„Mit höheren Preisen ­erreichen wir Energie­ einsparungen.“ Reiner Möhle, Handwerks­ unternehmer

für Wirtschaftsforschung (DIW). „Wer glaubt, man könne sich aus dieser Abhängigkeit befreien, indem man weitermacht wie bisher, irrt“, meint die Wirtschaftswissenschaftlerin. Nur mit der Energie­wende könnten extreme Preissprünge, geopolitische Streitigkeiten und Versorgungsengpässe verhindert werden. „Je teurer die fossilen Energien sind, desto mehr rechnen sich die Alternativen“, sagt Claudia Kemfert. Wer in einem gedämmten Haus wohne, mit Solarenergie Strom und Wärme erzeuge oder mit dem Elektrofahrzeug unterwegs sei, lebe günstiger.

Handwerk I: Gezielt fördern und entlasten

Dass Geld eine steuernde Wirkung hat, steht für Reiner Möhle außer Frage: „Mit höheren Preisen initiieren wir auch ein Umdenken und erreichen

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Betrieb

so Energieeinsparungen“, sagt der Geschäftsführer der Hermann Möhle GmbH in Osnabrück. Das sei die wirksamste Methode, um den Co₂-Ausstoß zu reduzieren. Ein Preisschock drohe nicht. „Jetzt sind die Energiepreise sprunghaft angestiegen, wir haben aber jahrelang von günstigen Energiepreisen profitiert“, betont Möhle, der auch Präsident der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim ist. Der Ingenieur plädiert für ein gezieltes Entlastungssystem, gerade für energieintensive Betriebe. So müssten energiesparende Maßnahmen in und an Produktionsstätten stärker gefördert werden, genauso wie die Umstellung der Produktion auf erneuerbare Energien.

Handwerk II: Kein Treiber für Klimaschutz

Markus Röse, Handwerks­ unternehmer

Foto: Yakobchuk Olena - stock.adobe.com

„Steigende Energiepreise sind nicht der richtige Ansatz, um den Klimaschutz voranzutreiben. Denn wir sind auf die Umstellungen, die daraus resultieren

„Ich plädiere für die ­Reparatur und den Erhalt von Fahrzeugen, solange die Technik es hergibt.“

würden, noch gar nicht vorbereitet“, meint Markus Röse, Inhaber der Werkstatt für Kraftfahrzeugtechnik in Bad Harzburg. Gäbe es eine exponentielle Zunahme an Elektro­ fahrzeugen, würden die Stromnetze zusammen­brechen. „Die vorhandene Infrastruktur lässt jetzt schon kaum Spielräume. E-Mobilitat ist sinnvoll, aber sie muss gezielt erfolgen. Sonst belasten wir unsere Umwelt mehr, als dass wir sie entlasten“, stellt Röse klar. Noch würden bei der Herstellung von E-Fahrzeugen mehr Rohstoffe verbraucht als bei konventionellen Autos. Auch die Entsorgung von Fahrzeugen belaste die Umwelt stark. „Daher plädiere ich für die Reparatur und den Erhalt von Fahrzeugen, solange die Technik es hergibt“, betont der Handwerksunternehmer. Und der Wasserstoffantrieb und künstlich hergestellte Kraftstoffe sollten viel stärker in den Fokus gestellt werden.  W

Meinungsstark ins neue Jahr! 2021 war ein erneut bewegtes Jahr und Sie haben uns die Meinung gesagt! Ihre Handwerkskammer hat Sie vor einiger Zeit gebeten, diese Zeitung zu bewerten. Viele Leserinnen und Leser haben an dieser Befragung teilgenommen. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen und uns Ihr ausführliches Feedback gegeben haben.

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Danke sagen wir auch für Ihre Treue und Ihre Anrufe, Mails und Posts. Bleiben Sie auch im neuen Jahr meinungsstark und lassen uns weiterhin daran teilhaben. In dieser bewegten Zeit wünschen Ihnen Herausgeber, Verlag und Redaktion

ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein erfolgreiches Jahr 2022! Bleiben Sie gesund! (FRÖ)  W ier lesen Sie H die Ergebnisse der Befragung: Kurzlink svg.to/leumnh

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Foto: STUDIO GRAND WEB - stock.adobe.com

Betrieb

Das „Neue Arbeiten“ verspricht höhere Zufriedenheit aller Mitarbeiter und eine größere Produktivität.

Mehr Erfolg – weniger Stress „New Work“ kann helfen, den Fachkräftemangel zu überwinden und das Hamsterrad der Überlastung zu verlassen. Wenn Sie es richtig angehen! DENNY GILLE

New Work geht von den Mitarbeitern aus

„Wer seinem Team ungefragt einen Obstkorb in den Pausenraum stellt oder ein Team-Event anordnet, handelt am Thema New Work vorbei“, weiß Alexander Strehl, Betriebsberater der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim. Ganz anders sieht die Sache aus, wenn Gespräche ergeben haben, dass die Mitarbeiter mehr Obst und gemeinsame

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Alexander Strehl, Betriebsberater

Foto: Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim

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ew Work! Das klingt spritzig, frisch, nach Kickertischen, Homeoffice und moderner Arbeit in großen Metropolen. Deutsches Handwerk, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit dagegen assoziiert man mit diesem Begriff eher weniger. Dabei ist dieses „Neue Arbeiten“ auch und gerade etwas für das Handwerk – denn dahinter stecken Veränderungen, mit denen Betriebe Stress reduzieren sowie Produktivität und Zufriedenheit aller Mitarbeiter steigern können. Was ist New Work? Der Oxford Verlag definiert den Begriff als Gesamtheit moderner und flexibler Formen der Arbeit und der Arbeitsorganisation. Einfacher: New Work ist alles, was man nicht „immer schon so gemacht“ hat – von einer flachen Hierarchie im Betrieb bis zur Work-Life-Balance von Mitarbeitern und Chefs. Klingt kompliziert? Muss es nicht sein.

Freizeitaktivitäten wünschen. „New Work beginnt dort, wo Chefs ihre Mitarbeiter ehrlich nach ihren Bedürfnissen und Kritikpunkten fragen und aus den Antworten gemeinsame Maßnahmen entwickeln“, sagt Strehl. Sind Sie in Ihrer Arbeitssituation zufrieden? Was würden Sie ändern? Mit solchen Fragen an die Mitarbeiter ließen sich laut Strehl Veränderungsprozesse im Unternehmen einleiten. So eine Befragung könnten Unternehmer selbst starten oder von Experten durchführen lassen. Externe Hilfe sei insbesondere dort sinnvoll, wo Chefs das Gefühl haben, keine hinreichend ehrlichen Antworten ihrer Mitarbeiter zu bekommen. Die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim beispielsweise hat einen Personalschwerpunkt in der Betriebsberatung und bietet ihren Mitgliedsunternehmen Mitarbeiterbefragungen an. Wo die Handwerkskammern so einen Service nicht anbieten, können Betriebe beispielsweise Unterstützung durch bundesweite Programme wie Unternehmenswert Mensch nutzen.

Weniger Stress, mehr Mitarbeiterbindung

„Bekommt man von seinen Mitarbeitern ehrliche Antworten, muss man ein Stück tapfer sein“, sagt

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Betrieb

Strehl. „Bestimmt hört man auch Kritik, die einem nicht gefällt.“ Wo es gelingt, auf Wünsche und Kritik professionell einzugehen, werde New Work dem Betrieb gut tun. Beim Thema Personalknappheit: „New Work kann Betrieben helfen, den Fachkräftemangel zu überwinden“, sagt Strehl, „Maßnahmen, die die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen, stärken die Mitarbeiterbindung und sorgen dafür, dass der Betrieb als Arbeitgeber weiterempfohlen wird.“ Beim Thema Überlastung und Effizienz: „Richtig umgesetzt kann New Work den Betrieb vom einfachen Angestellten bis zum Chef entlasten und ihn sogar profitabler machen“, sagt Strehl. Ergebnis einer Mitarbeiterbefragung kann etwa sein, dass das Unternehmen flexiblere Arbeits­zeiten oder eine Vier-Tage-Woche einführt. „Da gibt es immer mehr Beispiele aus Handwerksbetrieben, wo das gelungen ist“, sagt Strehl. Oder es werden ganz andere Vereinbarungen getroffen, die es Mitarbeitern erlauben, ihren Beruf besser mit Familie und Freizeit in Einklang zu bringen.

Viel zu gewinnen ist für den gesamten Betrieb bei der Prozessoptimierung. Die kann ebenfalls ein Ergebnis der Befragung sein, wenn Mitarbeiter etwa kritisieren, dass viel Zeit unnötig verloren geht. „Unternehmer sollten sich die Frage stellen: Läuft das hier rund oder läuft das nur irgendwie?“, sagt Strehl. Manches Hemmnis ließe sich so identifizieren und könne mit den Erfahrungen der Mitarbeiter abgeglichen werden. Um die passenden Unterstützer zu finden, rät der Berater Chefs, sich im Betrieb umzusehen: Wer zeigt die Qualitäten, die ihn qualifizieren, mehr Verantwortung zu übernehmen? Wurde die Unterstützung personell geklärt, muss der Weg für flachere Hierarchien bereitet werden: Nur wenn die Mitarbeiter jederzeit Zugriff auf die Informationen haben, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen, können sie ihrer Verantwortung gerecht werden. „Betriebe müssen die Strukturen schaffen, die eine breitere Verteilung der Verantwortung zulassen“, sagt Strehl. Häufig gehe New Work daher auch mit einer Digitalisierung mancher Prozesse einher. Inzwischen würden laut dem Betriebsberater viele Betriebe daran arbeiten, eine zweite Führungsebene zu etablieren, um Verantwortung zu delegieren. Häufig genüge es bereits, an kleinen Stellschrauben zu drehen, um den Betrieb insgesamt reibungsloser laufen zu lassen. „Reden Sie mehr miteinander, beobachten Sie, wo es hakt, und erarbeiten Sie gemeinsam Lösungen. Das reduziert Stress und schafft die Basis für die Integration weiterer NewWork-Inhalte in den Betrieb.“   W

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„Läuft das hier rund oder läuft das nur irgendwie?“ Alexander Strehl, Betriebsberater

Stress reduziert, Gesundheit verbessert und Wertschätzung erhöht: Malermeister Oliver Eckstein (Foto) arbeitet an seinem Betrieb zum Wohl des Teams. Mit Erfolg. Um seine Mitarbeiter noch stärker an den Betrieb zu binden und ihnen eine lange gesunde Beschäftigung zu ermöglichen, hat der Unternehmer eine Reihe von Maßnahmen ergriffen. Besonders hilfreich fand er das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM), das ihm seine Krankenkasse IKK Classic angeboten hat. Drei Seminare haben Eckstein und sein Team wahrgenommen, die halfen, den Betrieb systematisch in definierten Bausteinen zu optimieren. Ganz praxisnah ging es etwa im Seminar über die körperliche Belastung zu, das eine Physiotherapeutin leitete. „Mein Team ist mit ihr rausgegangen und hat gezeigt, wie zum Beispiel die Fahrzeuge beladen werden. Dazu gab es passende Tipps, was die Gesellen beim Bewegungsablauf beachten sollten, und auch, was der Betrieb anpassen muss“, sagt Eckstein. Daraus resultierten konkrete Investitionen in einen Gabelstapler, eine Sackkarre und sichere Leitern mit extra breiten Sprossen. Da die Mitarbeiter die Maßnahmen mitentwickeln und ehrliches Feedback geben, sind sie an der Veränderung aktiv beteiligt. „Mir hat das Stressmanagement-Seminar am meisten die Augen geöffnet“, sagt Unternehmer Eckstein. Da hatte das Team konkret kritisiert, dass es nach getaner Arbeit direkt zur nächsten Baustelle geht und es kein Feedback zum abgeschlossenen Projekt gibt. Das hat der Malermeister umgehend geändert. „Ich gebe den Gesellen jetzt Feedback, wenn eine Baustelle abgeschlossen ist: Waren sie gut im Zeitplan, hat der Kunde ein Lob ausgesprochen?“ Zusätzlich druckt der Unternehmer alle paar Wochen die schönsten neuen Online-­ Bewertungen von Kunden aus. So nimmt sich der Malerbetrieb die Zeit, Lob aktiv aufzunehmen, wodurch mehr Wertschätzung beim Team ankommt. (DEG)

Foto: Privat

Verantwortung bewusst abgeben

Mehr Zufriedenheit im Betrieb

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Foto: Davide Angelini - stock.adobe.com

Schwerpunkt

Personas helfen Ihrem Handwerksbetrieb, sich auf Ihre wichtigsten Zielgruppen zu fokussieren.

So spüren Sie die Ziele und Bedürfnisse Ihrer Kunden auf Wissen Sie, wo Ihre Zielgruppe im Internet unterwegs ist und was sie dort von Ihnen erwartet? Mehr Klarheit verschaffen sich Handwerker mit Personas. JÖRG WIEBKING

I

m Internet gibt es viele Möglichkeiten, Kunden zu gewinnen und Aufträge zu generieren. Wer alle Online-Kanäle bespielen will, muss viel Zeit investieren. Leichter wird es, wenn Sie sich online auf Ihre wichtigsten Zielgruppen konzentrieren – dabei helfen Ihnen Personas.

Was ist eine Persona – und warum ist sie nützlich?

Eine Persona ist eine fiktive Person, die stellvertretend für Ihre Zielgruppe steht. Eine solche Persona

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„Personas kann man bei jeder Betriebsgröße nutzen.“ Axel Schröder, Unternehmensberater

statten Sie mit allen für Ihren Handwerksbetrieb wichtigen Informationen aus: mit demografischen Informationen wie Alter und Geschlecht, mit persönlichen Eigenschaften wie Interessen, Bedürfnissen und Hobbys – und auch mit den Kanälen, die Ihre Zielgruppe online nutzt. Das bietet einige Vorteile: ɓɓ Sie wissen genau, welche Kunden Sie ansprechen wollen und wie Sie diese erreichen. ɓɓ Marketing- und Verkaufsaktivitäten werden dadurch zielgerichteter und effektiver.

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Schwerpunkt

ɓɓ

Sie richten alle unternehmerischen Entscheidungen daran aus, was sie für diese Kunden bringen.

tungen und Erfahrungen verlassen. „Es genügt, dass man dicht am Kunden ist“, betont Axel Schröder. „Man muss keine dicken Psychologiebücher wälzen, um die Charaktereigenschaften zu beschreiben.“ Wichtiger sei es, sich zu überlegen, was die Eigenschaften der Persona für die eigenen Produkte und Leistungen bedeuten. „Wenn ich weiß, wie meine Zielgruppe tickt, dann kann ich mein unternehmerisches Handeln gut daran ausrichten“, betont der Berater. „Zum Beispiel kann ich mit einem Kundentyp, der mehr Wert auf Schnelligkeit als auf den Preis legt, bei Lieferengpässen eher über eine Preiserhöhung sprechen.“ Der Unternehmensberater warnt jedoch vor zu viel Perfektionismus bei den Personas. „Am wichtigsten ist es, dass man damit anfängt und die Persona einsetzt.“ Dabei seien die Personas nicht in Stein gemeißelt. Sinnvoll sei es, sie einmal im Jahr zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.

„Eine Persona ist eine idealtypische Person, die ich ansprechen möchte, um für meine Leistung zu werben“, fasst Unternehmensberater Axel Schröder aus Bayreuth zusammen. „Die Persona steht für die Kunden, die ich bevorzugt haben möchte, und das sollte sich dann durch alle Marketingund Verkaufsprozesse ziehen.“

Welche Elemente benötigt eine Persona?

Es gibt keine festen Regeln, welche Elemente zu einer Persona gehören. Axel Schröder empfiehlt folgende Bausteine: ɓɓ Eckdaten: Geben Sie der Persona einen Namen. Wie alt ist sie? Was macht sie beruflich? Über welches Einkommen verfügt sie? Hat sie eine Familie? ɓɓ Foto: Zu einer Persona gehört ein Bild der Person, damit diese lebendig und anschaulich wird. Das sollte keine echte Person aus Ihrem Umfeld sein, sondern ein Foto eines Bilderdienstleisters. ɓɓ Persönlichkeit: Wie tickt die Persona, was für ein Typ ist sie? Ist sie zum Beispiel ein „Macher“, der ungeduldig selbst den Ton angibt und sich schnell entscheidet, oder eher der harmonische Typ, der sich gerne mit anderen abstimmt, bevor er eine Entscheidung trifft? ɓɓ Kundenbedürfnisse: Worauf legt die Persona als Kunde wert? Auf den Preis, auf Schnelligkeit, auf Qualität? Auf ausführliche Beratung oder auf fertige Vorschläge? Auf Innovation oder Nachhaltigkeit? ɓɓ Kanäle: Welche Kommunikationskanäle nutzt die Persona – und was erwartet sie dort? Ist sie bei Instagram oder Pinterest? Nutzt sie WhatsApp oder Facebook – oder vielleicht doch eher Newsletter?

Für welche Handwerksbetriebe eignen sich Personas?

„Man muss keine dicken Psychologie­ bücher wälzen, um die Charakter­ eigenschaften zu beschrei­ ben.“

Der Einsatz von Personas ist für Schröder keine Frage des Gewerks oder der Betriebsgröße. „Personas kann man in allen Handwerksbetrieben und bei jeder Betriebsgröße nutzen“, sagt der Unternehmensberater. Je größer ein Handwerksbetrieb ist, desto nützlicher sind Personas, um bei allen Mitarbeitern Verständnis für die Zielgruppe und ihre Bedürfnisse zu schaffen. Aber auch für Soloselbstständige seien Personas ein nützliches Instrument, um sich von Anfang an strategisch an der Wunschzielgruppe auszurichten.

Axel Schröder, Unternehmensberater

Wie viele Personas sind sinnvoll?

Woher kommen die Informationen für die Persona?

Viele der benötigten Informationen für eine Persona finden Handwerker in ihren Kundendaten. Bei anderen sollten sie sich auf ihre Beobach-

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Foto: Privat

Allerdings sollen Sie keine vollständige Biografie schreiben, sondern das Profil Ihrer Persona kurz und knackig auf maximal einer DIN-A-4-Seite unterbringen, rät Schröder. Das genüge als Orientierung; andernfalls würden Sie die Persona leicht so überfrachten, dass sie keinen praktischen Nutzen mehr hat.

Unternehmensberater Schröder empfiehlt, für jedes Kundensegment eine eigene Persona zu entwickeln. Mehr als vier Personas sollten es aber nicht werden, „sonst wird ihr Einsatz in der Praxis schwierig, dann verzettelt man sich leicht“, sagt Schröder. Entscheidend für den Erfolg sei es zudem, die richtigen Personas zu entwickeln. Dabei gehe es nur um eine Frage: Wer entscheidet über den Auftrag? „Wenn der Kunde so ein richtiger Macher- und Abenteurer-Typ ist, der selbst entscheidet, dann braucht man eine ganz andere Persona, als wenn die Entscheidungen im Hintergrund dessen Ehefrau mit einem ausgeprägten Sicherheitsbedürfnissen trifft“, erzählt der Unternehmensberater und empfiehlt: „Daran müssen sich die Personas ausrichten und dann auch alle Marketingaktivitäten.“ W

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Fotos: Kliemisch Heizung + Sanitär, boyhey - stock.adobe.com

Schwerpunkt

Martina Kliemisch: „Die Online-Terminbuchung war relativ einfach umzusetzen.“

Hier buchen Kunden Termine einfach online Keine Bindung an Öffnungszeiten oder lange Telefonate: In diesem Betrieb buchen Kunden ihre Wartungstermine online. Das läuft wie geschmiert. DENNY GILLE

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uch Handwerker sind Kunden. Und die Erfahrungen, die sie als Kunden machen, können wertvolle Prozesse im Betrieb anstoßen. So wie bei Martina Kliemisch von der Kliemisch Heizung + Sanitär GmbH. „Als Kundin finde ich es immer gut, wenn ich Termine unkompliziert nach meinen Vorstellungen machen kann“, erklärt die Betriebswirtin und Prokuristin des Delmenhorster Handwerksbetriebs.

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10 PROZENT der Termine des Delmenhorster Unternehmens laufen über das Online-Portal.

Online frustfrei Termine buchen

Seit zwei Jahren arbeitet Kliemisch daran, den sechsköpfigen Familienbetrieb schrittweise zu digitalisieren, um interne Abläufe zu verbessern und die Kundenbindung zu erhöhen. „Die Online-Terminbuchung war da relativ einfach umzusetzen.“ Die Vorteile einer Online-Termin­ buchung liegen für die Betriebswirtin auf der Hand: So seien Kunden zur Terminvereinbarung nicht von den Öffnungszeiten des Betriebs abhän-

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Schwerpunkt

Einfache Lösung für unvorhergesehene Verzögerungen

gig und es entstehe kein Frust, wenn gerade mal niemand ans Telefon gehen könne. „In einem Kleinbetrieb kann man einfach nicht permanent erreichbar sein“, betont Kliemisch. Der Betrieb nutzt die Online-Termin­buchung aktuell ausschließlich für seine Wartungs­termine, zum Beispiel von Heizungsanlagen oder Solar­ thermieanlagen. Grund: „Diese Arbeiten sind zeitlich super planbar. Als Einstieg in die Materie der Online-Terminvergabe ist das sehr einfach umzusetzen“, erklärt die Unternehmerfrau. Um Online-Buchungen anbieten zu können, nutzt Kliemisch Heizung + Sanitär den Dienst von Terminland. Seit Januar 2020 arbeitet das Unternehmen mit dem System. Fazit: „Das funktio­ niert alles so, wie wir es uns vorgestellt haben“, berichtet Martina Kliemisch.

Feste Slots erleichtern die Organisation

Dass die Online-Terminvergabe trotz voller Auftragsbücher inklusive zeitlich schwer kalkulier­ barer Projekte so reibungslos funktioniert, ist das Ergebnis einer durchdachten Planung mit festen Zeitfenstern: Online-Terminbuchungen bietet der Betrieb nur für Dienstagnachmittag, den kompletten Mittwoch und für Donnerstagvormittag an. „Diese Terminslots sind in den Kalendern der Mitarbeiter grundsätzlich geblockt. Darin dürfen sie selbst keine eigenen Termine vergeben“, erklärt die Unternehmerfrau. Natürlich könne es vorkommen, dass die real gebuchten Online-Termine die vorhandenen Slots nicht ganz ausfüllen. Diese Lücken würden dann manuell gefüllt. „Um für gute Planbarkeit zu sorgen, sind Online-Buchungen nur bis spätestens drei Tage vor Terminbeginn möglich. Das gibt uns Spielraum, rechtzeitig freie Terminslots mit anderen Auf­trägen zu füllen“, erklärt die Betriebswirtin. „Wenn ich weiß, dass wir zum Beispiel im Oktober alle Kapazitäten für aktuelle Aufträge brauchen, dann sperre ich die Online-Termine für einen Monat.“

Terminvergabe: Mit einem Online-Portal können sich Betrieb als technikaffin präsentieren.

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„Um für gute Planbarkeit zu sorgen, sind Online-­ Buchungen nur bis spätestens drei Tage vor Terminbeginn möglich.“ Martina Kliemisch, Prokuristin der Kliemisch Heizung + Sanitär GmbH

Zur Online-Terminbuchung bei der Kliemisch Heizung + Sanitär GmbH werden Nutzer von der Website des Unternehmens auf die externe Seite terminland.de/kliemisch geführt. Über die bei Terminland hinterlegte E-Mail-Adresse wird das Unternehmen über jede Online-Buchung informiert. Ab diesem Punkt sind einige manuelle Handgriffe erforderlich. „Ich trage den Termin händisch in unseren gemeinsam genutzten Kalender in unserer Firmen-Cloud ein“, erklärt Martina Kliemisch. Den Komfort einer automatischen Synchronisation würde die kosten­ pflichtige Version der Software bieten, die der Betrieb aktuell nicht nutzt. Um Kundenbeschwerden vorzubeugen, die bei Verspätungen durch unvorhergesehene Verzögerungen auftreten können, hat das Unternehmen in Terminland einen Hinweis hinterlegt, der vor jeder Buchung per Mausklick akzeptiert werden muss: Darin sagt der Betrieb nur den Morgentermin um 7:30 Uhr fest zu. Für alle weiteren räumt er sich ein Zeitfenster von zwei Stunden ein. „Das mussten wir aber noch nie voll ausnutzen. Insgesamt sind die Termine wirklich sehr gut planbar“, berichtet die Prokuristin.

Kundenkomfort steigern ohne mehr Aufwand

Aktuell laufen zehn Prozent der Termine des Delmenhorster Unternehmens über das Online-Portal. Damit künftig noch mehr Kunden darauf aufmerksam werden, wirbt der Betrieb auf seiner Website und auf seinen Rechnungen mit der Online-Terminbuchung. „Inzwischen haben wir einige Kunden, die schon das zweite Mal darüber buchen“, erklärt Kliemisch. „Viele ältere Kunden rufen aber gerne weiterhin bei uns an.“ Kunden, die über den Terminservice buchen, geben über ein Formular ihre Adressdaten sowie Infos zum Heizungstyp und Hersteller an. So hat das Unternehmen die wichtigsten Daten für den Termin bereits parat. Spart das System den Handwerkern auch Zeit? „Nicht wirklich“, sagt Martina Kliemisch, „es ist vor allem für unsere Kunden komfortabel. Und uns macht es keinen zusätzlichen Aufwand.“ Bei größerem Terminaufkommen und einer automatischen Synchronisation der Termine wäre auch eine Zeitersparnis im Betrieb denkbar, schätzt die Betriebswirtin. Vor allem unter Marketinggesichtspunkten bewertet Martina Kliemisch den Nutzen des Tools für den Sanitär- und Heizungsbetrieb positiv. „Ich finde, so etwas gehört dazu, wenn wir uns bei Kunden als moderner, technikaffiner Betrieb präsentieren.“ W

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Fotos: Kulmbacher Digitalagentur | pathdoc - stock.adobe.com

Schwerpunkt

Autsch: Unterschätzen auch Sie das Auftragspotenzial von gut gepflegten Social-Media-Kanälen?

Verschenken Sie keine Umsätze! Social-Media-Kanäle als Umsatzbringer? Wenn Sie bei der Nutzung diese Fehler vermeiden, kann Ihnen das gelingen. MARTINA JAHN

B

ei Instagram, Facebook, Pinterest und Co. tummeln sich nicht nur viele Betriebe – auch potenzielle Kunden nutzen Tag für Tag die sozialen Netzwerke. Eine große Chance für Handwerksbetriebe, ihre Präsenz zu stär­ ken und sich neue Kundengruppen zu erschließen. Doch noch immer lassen Betriebe viele Möglichkei­ ten ungenutzt, weil sie Umsatzpotenziale im Netz unterschätzen oder nicht kennen. Welche Fehler Betriebe in den sozialen Netz­ werken vermeiden sollten und wie sie mehr Umsätze rausholen, erklärt Online-Marketing-Managerin Lisa Köppel von der Kulmbacher Digitalagentur.

Fehler 1: Sie kennen Ihre Zielgruppe nicht

Machen Sie sich bei der Ansprache auf Instagram und Co. Gedanken darüber, wen Sie ansprechen

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Lisa Köppel, Online-Marketing-­ Managerin

wollen? „Wer nicht weiß, wie seine Zielgruppe tickt und wen er mit seinen Dienstleistungen ansprechen möchte, lässt im Netz wichtig Kundenkontakte lie­ gen“, sagt Köppel. Ihr Tipp: Überlegen Sie sich, wen Sie wo errei­ chen wollen. Dazu gehöre auch, dass Sie die Alters­ struktur Ihrer Zielgruppe kennen, wie oft Kunden ein bestimmtes Produkt kaufen und welches Pro­ blem Ihre Zielgruppe hat, das Ihr Betrieb lösen kann.

Fehler 2: Eine konkrete Kontaktmöglichkeit fehlt

Ein Social-Media-Kanal ist keine Website – die Telefonnummer oder die E-Mail-Adresse sind nicht immer sofort sichtbar. Wer in seinen Beiträgen nicht klar formuliert, wie potenzielle Kunden Kontakt zum Betrieb aufnehmen können, dem gehen Anfragen verloren.

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Schwerpunkt

Fehler 5: Die Kommunikation ist nicht stimmig

Ihr Tipp: Überlegen Sie sich, wie Sie kontaktiert werden wollen, und kommunizieren Sie das. Zum Beispiel so: „Schreibt uns eine PN (Privatnachricht)“ oder „Ruft uns an unter der Nummer XY“. Wichtig laut Köppel: „Geben Sie nur die Kontaktform an, der Sie auch gerecht werden können.“ Wer also eine Telefonnummer nennt, muss sicherstellen, dass jemand abnimmt. Und: Wichtig ist auch, dass das Medium zur Zielgruppe passt – ältere Kunden greifen lieber zum Hörer, die Jüngeren schicken eine Privatnachricht oder nutzen Messenger, weiß Köppel.

Wenn Unternehmen mehrere Kanäle gleichzeitig bespielen, kommt es vor, dass Dopplungen auftreten, Querverweise fehlen oder die Kommunikation nicht einheitlich ist. „Es passiert schnell, dass ein Wech­ sel zwischen ,Du‘ und ,Sie‘ stattfindet, sich Fehler in Terminen einschleichen oder wichtige Hinweise vergessen werden“, weiß Köppel. Das verunsichere die Nutzer unnötig. Ihr Tipp: Legen Sie von Beginn an fest, ob Sie Ihre Kunden duzen oder siezen wollen. Auch die Abstimmung zwischen den Inhalten in sozialen Netzwerken und der Website sollte stimmen. „Ideal ist, wenn sich Website und Social-Media-Aktivitäten ergänzen“, sagt Köppel.

Fehler 3: Nicht gepflegte Social-Media-Accounts

Nicht jeder Handwerksbetrieb, der soziale Netz­ werke nutzt, überlegt sich vorher, was er dort ver­ öffentlichen möchte. „Manche wollen einfach nur dabei sein“, sagt Köppel. Doch wer keine Zeit oder keine Ideen für die Kanäle hat, schade sich eher. „Kunden erwarten von einem Social-Media-Auftritt regelmäßige Updates, sonst ,entfolgen‘ sie Ihnen.“ Die Chance, dass verlorene Nutzer wiederkommen, sei eher gering. Ihr Tipp: „Achten Sie darauf, dass Ihre Accounts von Beginn an gut gepflegt sind. Das macht einen professionellen Eindruck“, sagt Köppel. Zur Pflege gehöre, dass beispielsweise in der „Bio“ bei Insta­ gram das Gewerk, der Ort, ein Link zur Website und eine Kontaktmöglichkeit eingebettet sind. Zudem sollten Betriebe regelmäßig Inhalte veröf­ fentlichen. „Bieten Sie Ihren Kunden Mehrwert“, rät die Online-Marketing-Managerin. Geben Sie Ihnen Heimwerkertipps, beantworten Sie Fragen über Ihren Betrieb oder arbeiten Sie regionale Infos mit in Ihre Beiträge ein. „Auch den Blick hinter die Kulissen finden Nutzer spannend“, sagt Köppel.

Fehler 4: Sie interagieren nicht mit Ihren Nutzern

Immer ähnliche Inhalte auf Instagram, Facebook und Co. zu posten und nicht auf Feedback zu reagie­ ren, bringt nichts. Niemand behält Sie im Gedächt­ nis, wenn Sie nur mit der Masse schwimmen, weiß die Marketing-Fachfrau. Zudem kann das Nutzer langweilen und dazu führen, dass sie Ihren Feed ignorieren, keine Likes dalassen oder Beiträge nicht mehr teilen. Ihr Tipp: Variieren Sie Ihre Beiträge, zeigen Sie mal ein Video, mal eine Bildergalerie oder Stories. Wichtig: „Regen Sie Ihre Nutzer zur Interaktion an“, rät Köppel. Lassen Sie über Produkte abstim­ men oder stellen Sie Referenzen vor und fordern Feedback dazu. So binden Sie nicht nur die Nut­ zer, sondern erfahren mehr über ihre Wünsche und Interessen.

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Fehler 6: Sie schalten keine Werbeanzeigen

„Regen Sie Ihre Nutzer zur Interaktion an.“ Lisa Köppel, Online-Marketing-­ Managerin

Wer eine Community aufbauen will, braucht viel Geduld. Die Netzwerke selbst bieten Hilfsmittel wie Werbeanzeigen an. Wer die nicht nutze, um seine Reichweite zu erhöhen oder Kunden auf spezielle Angebote zusätzlich hinzuweisen, lasse ­Aufträge liegen. „Viele unterschätzen die Effekti­ vität und Zielgenauigkeit von Werbeanzeigen auf den Social-Media-Kanälen“, sagt Lisa Köppel. Ihr Tipp: Mischen Sie Ihre Inhalte mit Wer­ bung. „Die regelmäßige Erinnerung der Nutzer an einen Betrieb und seine Dienstleistung ist für den Kaufimpuls wichtig“, erläutert Köppel. Im besten Fall schalten Betriebe auf jedem Kanal eine Anzeige, „die immer läuft“. Sie könnte beispielsweise dazu dienen, neue Zielgruppen anzusprechen oder auf ein bestimmtes Angebot hinzuweisen. „Werbe­anzeigen können auch Referenzen von glücklichen Kunden sein“, betont sie. Wichtig sei, ansprechende Motive wie Bilder und Videos zu wäh­ len und diese immer mal wieder zu tauschen, um neue Impulse zu schaffen.

Fehler 7: Sie werten Ihre Aktivitäten nicht aus

Aus Zeitgründen oder Unwissen komme es vor, dass Betriebe keine Erfolgsbetrachtung ihrer Akti­ vitäten in sozialen Netzwerken vornehmen, sagt Köppel. Doch dann wisse niemand, welche Beiträge und Formate erfolgreich sind und wofür sich der Aufwand nicht lohnt. Daher sei es wichtig festzu­ legen, welche Ziele Betriebe mit ihren Accounts verfolgen. Ihr Tipp: „Unternehmen, die regelmäßig bei Instagram, Facebook oder anderswo pos­ ten, sollten den Erfolg ihrer Beiträge unbedingt in regelmäßigen Abständen auswerten“, sagt die Marketing-Expertin.  W

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Betrieb

Erst gestalten, dann bestellen Foto: Tischlerei Carstensen, Screenshot

Die Tischlerei Carstensen lässt Kunden ihr Wunschmöbelstück per Konfigurator gestalten.

Echtes Projekt anschauen und danach selbst konfigurieren. Das ist der Möbelkonfigurator der Tischlerei Carstensen.

Hoch individuell und anspruchsvoll ist das Handwerk des Möbeltischlers. Lassen sich solch komplexe Leistungen überhaupt in einem schlanken Möbelkonfigurator abbilden, den Kunden ohne Hilfe einfach selbst bedienen? Sascha Pohl ist Inhaber der Berliner Tischlerei Carstensen und kennt die Antwort aus eigener Erfahrung. Seit 2018 bietet der Betrieb Kunden die Möglichkeit, sich unterschiedlichste Möbel auf der Website der Tischlerei individuell zu konfigurieren. „Der Konfigurator ist ein echter Türöffner zu neuen Kunden“, fasst der Tischlermeister zusammen.

Konfigurator macht Preise transparent

Die 18 Mitarbeiter haben sich auf Privatkunden spezialisiert. „Wir sind eine richtige Kieztischlerei mitten in Berlin und bedienen gerne noch Laufkundschaft, die zum Stöbern in unseren Ausstellungsraum kommt“, sagt Pohl. Der Meister arbeitet gern für eine bunt gemischte Kundschaft vom Studenten, der einen neuen Schreibtisch sucht, bis zum privaten Bauherren, der Einbauschränke für Nischen im neuen Einfamilienhaus haben möchte. Genau solch eine bunte Kundschaft locke auch der Möbelkonfigurator des Betriebs an. „Wir sehen einen Trend, dass sich Kunden verschiedenster Einkommen hochwertige, individuelle Möbel wünschen“, sagt Pohl. Und der Möbelkonfigurator nennt ihnen zu jeder Konfiguration einen transparenten Preis. „Auf einmal sehen die Leute, dass der Tischler gar nicht astro­nomisch teuer ist und dass ihr Wunsch­ möbelstück doch im Budget liegt“, erklärt Pohl.

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Aktuell nutze ein Netzwerk aus 15 Tischlereien deutschlandweit den Konfigurator, der unter Federführung des Industriepartners für Möbelfertigteile Horatec entwickelt worden sei. „Wir Tischlereien haben unser Wissen bei der Entwicklung des Konfigurators eingebracht und wir verpflichten uns auch, bei seiner Verfeinerung mitzuwirken“, sagt Pohl. Dazu würden die Betriebe eine kleine Nutzungsgebühr zahlen. Auf der Website der Tischlerei Carstensen finden Interessenten in Unterkategorien wie Wandschränke, Dachschrägenmöbel und Badmöbel eine Vielzahl verschiedenartig konfigurierter realer Beispielprojekte. Hier werden viele originale Projektfotos der Tischlerei Carstensen und der anderen beteiligten Betriebe gezeigt. Klickt ein Kunde nun etwa auf den „Waschtischunterschrank mit zwei Auszügen und einer Tür“, kann er ein Möbelstück mit diesen Eigenschaften individuell planen.

Beratung wichtiger Teil des Geschäfts

„Der Konfigurator ist ein echter Türöffner zu neuen Kunden.“ Sascha Pohl, Tischlermeister

Der Kunde entscheidet dann, ob er die Konfiguration direkt in Auftrag geben will oder ob er die Tischler noch einmal Maß nehmen lässt. „Wir empfehlen unseren Kunden ein Treffen vor Ort, wo wir das Feinaufmaß machen, und bieten das ohne Zusatzkosten an“, erklärt Pohl. Wie viele Kunden nutzen den Konfigurator? „Zurzeit kommen über das Kontaktformular des Konfigurators drei bis vier Anfragen im Monat rein“, sagt Pohl. „Weit größer ist die Zahl der Kunden, die den Konfigurator ausprobiert, den Preis sieht und uns dann einfach für eine individuelle Beratung anruft.“ Somit mache sich das digitale Angebot bei der Neukundengewinnung bemerkbar. Der Konfigurator helfe den Tischlern auch bei der Kundenberatung. „Wir nutzen eine Version mit zusätzlichen Funktionen in der Kundenberatung vor Ort“, erklärt der Tischlermeister. Darin ließen sich dann gleich Details wie die Topfbandbohrungen festlegen. „Das ist fast wie ein CAD-Programm und spart uns Zeit in der Beratung und Auftragsvorbereitung – und unsere Kunden bekommen nach wenigen Klicks eine ansprechende Visualisierung“, berichtet der Unternehmer. So ist der Möbelkonfigurator für die Tischlerei Carstensen ein nützliches Werkzeug mit großem Potenzial in der zukünftigen Kundengewinnung und Beratung. DENNY GILLE W

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Regionales

Die Bürokratie erdrückt viele Handwerksbetriebe. Dagegen arbeitet die niedersächsische Clearingstelle.

Praxistest für neue Gesetze Bürokratie ist das Reizthema im Handwerk, sagt NHT-Präsident Mike Schneider. Umso mehr setzt er auf die neue Clearingstelle des Landes. IRMKE FRÖMLING

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Sandra Schubert, Geschäftsführerin Foto: kloepper-fotodesign.de

n den regelmäßigen Umfragen des Nieder­ sächsischen Handwerkstages (NHT) nimmt die Bürokratie als Herausforderung schon seit Jahren einen Spitzenplatz ein, zuletzt noch vor der Fachkräftegewinnung und den Steuern und Sozi­ alabgaben. „Dem Handwerk geht es wirtschaftlich sehr gut. Aber das Thema Bürokratie bereitet uns große Sorgen, auch weil es junge Menschen davon abhält, Betriebe zu gründen oder zu übernehmen“, erläutert Schneider. Daher sei die Clearingstelle des Landes Niedersachsen eine Herzenssache des Handwerks. Ein Jahr ist es her, dass die unabhängige Clea­ ringstelle ihre Arbeit aufgenommen hat. Seitdem überprüft sie Gesetzes- und Verordnungsvorhaben auf ihren bürokratischen Mehraufwand für kleine und mittlere Unternehmen. „Wir sind an den Start gegangen, um Bürokratie zu vermeiden. Von Anfang an wollen wir den Unternehmerblick mit einbrin­ gen“, betont Geschäftsführerin Sandra Schubert.

Sobald ein Referentenentwurf der Landes­ regierung erhebliche Mittelstandsrelevanz hat, soll die Clearingstelle beauftragt werden, ein Clearing­ verfahren durchzuführen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Rechtssetzungsvorhaben den Betrieben Pflichten auferlegen, Handlungen untersagen oder Regelungen beinhalten, die bei ihnen zu Kosten­ steigerungen und zusätzlichen zeitlichen Aufwän­ den führen. Während des Clearingverfahrens greift Schubert auf den Sachverstand der Mitglieder des Mittelstandsbeirats zurück. Das Handwerk ist mit der Landesvereinigung der Handwerkskammern (LHN) und den Unternehmensverbänden Hand­ werk (UHN) vertreten. „So können wir die Vor­ haben schon sehr früh begleiten und Erfahrungen aus der betrieblichen Praxis im Entstehungsprozess von Gesetzen und Verordnungen einfließen lassen“, sagt Schneider auf der NHT-Mitgliederversamm­ lung in der Schornsteinfegerschule Niedersachsen in Langenhagen. Unter dieser aktiven Beteiligung

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Regionales

des Mittelstandsbeirats erhält die Landesregierung nach drei bis sechs Wochen eine gutachterliche Stel­ lungnahme mit den identifizierten bürokratischen Belastungen und auch Vorschläge zu verbesserten Prozessen und Verfahren.

Namen und Nachrichten Wachstum und Verunsicherung

Zu welchem Vorhaben gab es die erste Stellungnahme in einem Clearingverfahren? Für bauwillige Unter­ nehmen soll es in der Niedersächsischen Bauordnung eine Pflicht zur Installation von Photovoltaikanlagen auf Dächern von neuen Gewerbebauten geben. Diese neue Pflicht hat die Clearingstelle Anfang des Jahres unter die Lupe genommen und dann eine Stellung­ nahme an die Landesregierung geschickt. „Wir haben nicht nur dargestellt, welche Belastungen dadurch auf Unternehmen zukommen, sondern auch Alternativ­ vorschläge eingebracht“, erklärt Schubert. Zwar habe die Landesregierung die Vorschläge aus verschiede­ nen Gründen nicht umgesetzt. „Aber wir konnten die betroffenen Adressaten frühzeitig einbinden und damit ein Bewusstsein für ihre Belange schaffen sowie für Transparenz sorgen. Und wir haben mit dieser ersten Stellungnahme sehr viel im Hinblick auf unsere internen Prozesse gelernt, die natürlich auch erst erarbeitet werden müssen“, sagt die gebürtige Hamburgerin, die vor ihrer aktuellen Tätigkeit als Rechtsanwältin auf den Gebieten des gewerblichen Rechtsschutzes, E-Commerce und Vertragsrechts tätig war. Erfolgreich einbringen konnte sich die Clea­ ringstelle in den Entstehungsprozess der Härte­ fallhilfen. Mit dieser Förderung, die Mitte Mai 2021 gestartet ist, unterstützt das Land Betriebe und Soloselbstständige, die durch die Corona-Pandemie besonders betroffen sind. „Hier konnten wir dem Wirtschaftsministerium Empfehlungen geben, wie es das Förderprogramm bestmöglich auf die Bedürfnisse der Unternehmen abstimmen kann. Einige Vorschläge wurden berücksichtigt“, erläutert die 36-Jährige. Auch dabei sei sie wieder von der fachlichen Expertise des Mittelstandsbeirats unterstützt worden. „Ein enger Austausch mit den Wirtschaftsvertretungen ist für unsere Tätigkeit unabdingbar. Wir wollen aber auch ins Gespräch mit Unternehmerinnen und Unter­ nehmern kommen, um von ihren bürokratischen Lasten im Tagesgeschäft zu erfahren. So können wir bei kommenden Vorhaben noch zielgerichteter Verbesserungen vorschlagen“, so Schubert, die selbst in der Wirtschaft gearbeitet hat. Während die Clearingstelle geplante Vorhaben im Blick hat, ist die Stabsstelle Bürokratieabbau im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung erste Anlauf­ stelle, wenn es um aktuell bestehende Lasten für Betriebe geht.  W

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„Wir sind an den Start gegangen, um Bürokratie zu vermeiden.“ Sandra Schubert, Geschäftsführerin

Die Konjunktur im niedersächsischen Handwerk hat sich in den Herbstmonaten wieder etwas aufgehellt. Das ergibt eine Umfrage der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen (LHN) unter 2.200 Betrieben. Demnach waren 90 Prozent der Befragten mit der Geschäftslage „zufrieden“, davon 60 Prozent „sehr zufrieden“. Auch die Auftragsund Umsatzentwicklung gestaltete sich positiv: 34 Prozent der Handwerksbetriebe verbuchten mehr Aufträge, bei 47 Prozent war die Auftragslage im dritten Quartal stabil. Bremsen könnten diese positiven Vorzeichen erneut Corona-bedingte Auflagen, die besonders die personennahen Dienstleistungen wie Friseurund Kosmetikbetriebe betreffen. Der LHN-Vorsitzende Eckhard Stein appellierte an die Betriebe und ihre Beschäftigten, „Verantwortung zu übernehmen und die Eindämmungsanstrengungen bei der ­Infektionsentwicklung zu unterstützen“. Das Handwerk stehe vor „außerordentlichen Aufgaben“, betonte Stein und verwies auf anhaltende Lieferengpässe und Materialpreissteigerungen. Das Handwerk sei im Zuge der Klima- und Energiewende ein maßgeblicher Akteur und deshalb seien Fachkräfte weiterhin gesucht. Laut der Umfrage meldete nahezu jeder zweite Betrieb im aktuellen Quartal freie Stellen. (JA)

Niedersächsin an der Spitze

Zum ersten Mal steht eine Frau an der Spitze des Zentralverbands des Friseurhandwerks: Mitte November wurde Manuela Härtelt-Döhren (Foto) zur Präsidentin gewählt. Die Friseurmeisterin aus Göttingen folgt auf Harald Esser, der nicht mehr zur Wahl angetreten war. Schwerpunkte ihrer künftigen Arbeit sollen die Stärkung der Basis, die tarifpolitische Neuorientierung, die Stärkung der dualen Ausbildung und die Öffentlichkeitsarbeit für den Verband sein, sagte die Unternehmerin. Neu gewählt wurden auch die beiden Vizepräsidenten Herbert Gassert (Baden-Württemberg) und Robert Fuhs (Nordrhein-Westfalen), teilte der Zentralverband der Friseure mit. (JA)

Foto: Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks

Alternativen eingebracht

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Betrieb

Worauf die Prüfer achten Ein teurer Lebensstil, zwielichtige Sub­ unternehmer oder Darlehen vom Ehe­ gatten: So einfach kommt das Finanzamt in Betrieben Schwarzgeld auf die Spur.

1. Zu geringe Privatentnahmen, die nicht zum Lebensstil passen

Wer seinen Lebensunterhalt zum Teil durch Schwarzgeld finanziert, macht den Betriebsprüfer neugierig: Entsprechen die Privatentnahmen in Ihrem Betrieb dem, was in vergleichbaren Unternehmen üblich ist? Falls nicht, wird der Prüfer vermuten, dass Sie einen Teil Ihrer Einnahmen nicht erfasst und nicht versteuert haben.

2. Vermögenszuwachs ohne Belege

Auch den privaten Vermögenszuwachs hat der Betriebsprüfer im Blick: Woher kommt das Geld für das neue Eigenheim? Passt das mit Ihren Privatentnahmen aus dem Betrieb zusammen? Selbst wenn Sie den Bau in Eigenleistung hochgezogen haben, wird der Prüfer wissen wollen, woher das verbaute Material stammt – und wie Sie es bezahlt haben.

3. Anhaltende Verluste

Wer mehrere Jahre in Folge Verluste erwirtschaftet, muss ebenfalls mit dem Besuch des Prüfers rechnen. Denn kein Unternehmer kann sich stetige Verluste leisten – es sei denn, er nimmt Schwarzgeld ein.

4. Hoher Wareneinsatz – kleiner Umsatz

Das Finanzamt kalkuliert den Umsatz nach und gleicht diesen mit dem Wareneinsatz ab. Wer den Wareneinkauf bucht, ohne dazu passende Umsätze nachzuweisen, steht schnell im Verdacht, Leistungen unter der Hand erbracht und Schwarzgeld vereinnahmt zu haben.

5. Ehegattendarlehen aus Schwarzgeld

Auf die Spur kommt der Prüfer auch, wenn Schwarzgeld als Ehegattendarlehen getarnt ins Betriebsver-

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mögen eingeschleust wird. Der Fiskus nimmt die einem Betrieb gewährten Privatdarlehen genau unter die Lupe: Woher hat der Ehegatte das Geld?

6. Umsätze über Internetplattformen?

Sie haben zu viel Material bestellt und verkaufen es weiter auf Ebay oder Sie machen Umsätze auf Amazon? Das Finanzamt kann von solchen Plattformen problemlos Kontrollmitteilungen anfordern. Tauchen die Umsätze nicht in der Buchhaltung auf, haben Sie ein Problem. Zudem durchsucht das Bundeszentralamt für Steuern mit einer Suchmaschine namens Xpider das Internet nach Unternehmen und Personen, die dort Waren und Dienstleistungen anbieten. Die Ergebnisse meldet das Amt den Finanzbehörden.

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JÖRG WIEBKING

7. Gemeinsame Kontrollen

Seit einigen Jahren dürfen Finanzbeamte auch die Zöllner von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) bei Einsätzen begleiten – zu einer Lohnsteuer-­ Nachschau. Der Unternehmer muss auf Verlangen alle Lohnunterlagen wie auch relevante Bankunterlagen, Bücher und Geschäftspapiere vorlegen. Weil FKS und Betriebsprüfer gemeinsam unterwegs sind, enttarnen sie schneller zwielichtige Vertragsverhältnisse: Wer arbeitet hier in wessen Auftrag – und wie wird bezahlt? Im Verdachtsfall können Betriebsprü-

Wer arbeitet hier in wessen Auftrag – und wie wird bezahlt? Im Verdachtsfall können Betriebsprüfer ohne vorherige Prüfungsanordnung direkt zur ­Außenprüfung übergehen. NDH 12/2021


Betrieb

fer ohne vorherige Prüfungsanordnung direkt zur Außenprüfung übergehen.

8. Abdeckrechnungen durch Scheinfirma

Auch sogenannten Abdeckrechnungen kommen Betriebsprüfer regelmäßig auf die Spur: Abdeckrechnungen kommen ins Spiel, wenn ein Betrieb einen Auftrag übernimmt und die Arbeiten schwarz ausführen lässt. Damit Umsatz und Aufwände zueinander passen, beauftragt der Betrieb scheinbar einen Subunternehmer mit den Arbeiten. Doch die Scheinfirma erbringt keine Leistungen, sondern stellt nur eine Rechnung, kassiert eine Gebühr und gibt dem Auftraggeber den Rest des Rechnungsbetrags zurück.

9. Kontrollmitteilungen zum Steuerbonus

Eigentlich sollte der Steuerbonus auf Handwerker­ leistungen keinerlei Probleme bereiten: Den Bonus können Kunden nur in Anspruch nehmen, wenn ein Betrieb seine Leistungen sauber aufgeschlüsselt abrechnet und der Kunde den Rechnungs­betrag überweist. Die Handwerkerrechnung reicht der

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Wer mehrere Jahre in Folge Verluste erwirtschaftet, muss mit dem Besuch des Prüfers rechnen.

Kunde dann mit seiner Steuererklärung ein und kann so bis zu 20 Prozent der Arbeitsleistung steuermindernd ansetzen. Doch nicht jedem Privatkunden ist das klar. Deshalb reichen Verbraucher mit ihrer Steuer­ erklärung regelmäßig Quittungen von Handwerkern ein, die sie in bar gezahlt haben. Diese Information landet als Kontrollmaterial beim für den jeweiligen Handwerker zuständigen Finanzamt. Findet sich der Umsatz dort bei der nächsten Betriebsprüfung nicht in den Büchern, hat der Betrieb ein Problem.

10. Testkäufe durch den Fiskus

Mit der Kassen-Nachschau ohne Vorankündigung haben Prüfer zudem die Möglichkeit, bargeldintensiven Betrieben direkt auf die Finger zu schauen. Dabei dürfen die Finanzbeamten auch anonym Testkäufe durchführen. Zu erkennen geben müssen sie sich erst, wenn sie offiziell zur Nachprüfung schreiten – wenn sie kontrollieren, ob die Einnahmen aus dem Testkauf ordnungsgemäß in der Kasse gelandet sind.  W

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Betrieb

Dürfen Schulnoten ins Arbeitszeugnis? Um Arbeitszeugnisse wird vor Gericht viel gestritten. Meist geht es dabei um die Beurtei­ lung. Doch manchmal gibt es auch Streit um die Form: Darf der Arbeitgeber Schulnoten verteilen? Am Ende hat in diesem Streit das Bundes­ arbeitsgericht entschieden. Der Fall: Ein Elektriker kündigte nach zehn Jahren in seinem Betrieb und verlangte ein qualifiziertes Arbeitszeug­ nis. Er erhielt ein Schriftstück, in dem sein Arbeitgeber seine Fähigkeiten und sein Verhal­ ten tabellarisch aufgelistet und dafür Schulnoten vergeben hatte. Der Elektriker meinte,

dies könne bei Bewerbungen einen negativen Eindruck hinterlassen, und klagte. Das Urteil: Die Richter am Bundesarbeitsgericht urteilten im Sinne des Elek­ trikers. Der Arbeitgeber erfülle den Zeugnisanspruch eines Arbeitnehmers nicht dadurch, dass er Leistung und Verhal­ ten in einer an ein Schulzeug­ nis angelehnten tabellarischen Darstellung beurteilt. Die erforderlichen individuellen Hervorhebungen und Diffe­ renzierungen in der Beurtei­ lung ließen sich nur durch ein im Fließtext formuliertes Arbeitszeugnis angemessen

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Wer einen Betrieb verlässt, hat Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Doch reicht es, wenn der Arbeitgeber Schulnoten vergibt? Ein aktuelles Urteil.

Ein Arbeitszeugnis beurteilt die Leistung eines Mitarbeiters.

herausstellen, entschieden die Richter. Sie überwiesen den Fall zurück an das Landes­ arbeitsgericht Hamm, das nun über die richtigen Formu­ lierungen verhandeln muss. (KW) W

Bundesarbeitsgericht:

a Urteil vom

27. April 2021, Az.9 AZR 262/20

Gehaltsstreifen fingiert – Kündigung? Ein Mitarbeiter fälscht seine Gehaltsabrechnungen, um an einen Immobilienkredit zu kommen. Als das auffliegt, kündigt ihm sein Arbeitgeber. Zu Recht?

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Der Fall: Ein kaufmännischer Angestellter will ein Wohn­ gebäude erwerben und per Darlehen finanzieren. Bei seiner Kreditanfrage legt er drei Gehaltsabrechnungen vor. Monate später kontaktiert

Mitarbeiter schummelt bei einer privaten Kreditanfrage: Kündigung.

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die Polizei den Arbeitgeber des Mannes im Rahmen eines Betrugsverfahrens. Die Beam­ ten wollen wissen, ob die vor­ gelegten Gehaltsabrechnungen inhaltlich korrekt seien. So fliegt auf, dass der Arbeitnehmer bei der Kredit­ anfrage falsche Angaben gemacht hat. Der Betrieb kon­ frontiert den Mann daraufhin mit dem Vorwurf der Fäl­ schung von Lohnabrechnun­ gen, stellt ihn mit sofortiger Wirkung frei und kündigt das Arbeitsverhältnis fristlos. Gegen den Rausschmiss wehrt sich der 27-Jährige.

Das Urteil: Das Landes­ arbeitsgericht (LAG) Hamm entscheidet zugunsten des Arbeitgebers. Die fristlose Kündigung sei wirksam, da nach § 626 BGB ein wichti­ ger Grund vorgelegen habe, der die sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses rechtfertige. Für das Gericht war unstrittig, dass der Angestellte bei seiner Kreditanfrage gefälschte Lohnabrechnungen vorgelegt hat. Dieses außer­ dienstliche Fehlverhalten stelle seine Eignung für seinen Job „nachhaltig in Frage“.

Als kaufmännischer Angestellter führe er Vertrags­ gespräche mit Kunden, erläu­ tere Vertragsmodalitäten, müsse Daten korrekt erfassen und generiere Vertrags­ abschlüsse. Dabei müsse er sich seriös, rücksichtsvoll und gesetzeskonform verhalten. Genau diese Pflichten habe er jedoch bei seiner privaten Kreditanfrage aus wirtschaft­ lichem Eigennutz grob ver­ letzt. (AML) W LAG Hamm:

a Urteil vom 19. August

2021, Az. 8 Sa 1671/19

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Betrieb

Praktikable Nachweisregeln gefordert „Neue umfangreiche Nachhaltigkeits­ nachweispflichten für KMU würden in der Praxis dazu führen, dass zu den ohnehin schon bestehenden massiven bürokratischen Belastungen weitere hin­ zukommen“, sagt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Seiner Einschätzung nach würde es Betriebe „endgültig an die Grenzen dessen bringen (...), was sie realistischerweise erfüllen können“. Es sei richtig, dass Handwerks­ betriebe derzeit von den umfangreichen Plänen auf EU-Ebene für eine systema­ tische nachhaltige Berichterstattung ausgenommen sind. Die Nachhaltigkeits­ nachweispflichten seien vom Aufwand her klar auf große Unternehmen zuge­ schnitten. Schwannecke fürchtet jedoch, dass Betriebe auf indirekte Weise betrof­ fen sein werden. „Weil viele Handwerks­ betriebe als Zulieferer oder Dienstleister für originär berichtspflichtige Unter­ nehmen tätig sind, könnten sie in die Situation geraten, doch entsprechende Nachhaltigkeitsnachweise erbringen zu müssen“, sagt er. Zum Beispiel, weil die berichtspflichtigen Unternehmen von ihnen Nachweise einfordern, um ihre

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Das Handwerk dringt bei der geplanten nachhaltigen Berichterstattung auf KMU-taugliche Nachweispflichten und warnt vor überbordender Bürokratie.

Indirekt betroffen? Der ZDH warnt davor, dass Handwerksbetriebe in der Rolle des Zulieferers oder Dienstleisters zumindest indirekt von den EU-Plänen betroffen sein könnten.

eigenen Berichtspflichten erfüllen zu können.

Verteuerung von Darlehen?

In ähnlicher Art könnten die neuen Nachhaltigkeitsanforderungen laut Schwannecke im Bereich der Kredit­

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NDH 12/2021

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geschäfte auf das Handwerk ausstrah­ len. „Damit könnten sich Darlehen für Betriebe spürbar verteuern, etwa wenn Banken die Geschäftstätigkeit eines Handwerksbetriebs nach den neuen Kriterien der Taxonomie als nicht hinreichend ‚grün‘ einstufen“, sagt der Generalsekretär. (AML)  W

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1. Ihr Team: Vom Einfallstor zum Bollwerk gegen Cyberattacken David Brieskorn, Cybersecurity-­ Experte

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ie glauben, Ihr Betrieb ist zu klein? Ihre Daten sind nicht interessant genug für Hacker oder bei Ihnen ist finanziell für Erpresser zu wenig zu holen? Mit dieser Einstellung sind Sie leichte Beute für Cyberattacken. Die repräsentativen Umfragen der Bitkom und des Bundeskriminalamts zeigen, dass immer mehr Unternehmen von solchen Attacken betroffen sind. „Die Frage ist nicht, ob Sie einen Cyberangriff erleben werden, sondern wann es passiert“, sagt David Brieskorn, Cybersecurity-Experte des Telekommunikationsdienstleisters Ewe Tel in Oldenburg. Sorgen bereiten dem 48-Jährigen dabei vor allem drei Phänomene, die ihm und seinen Kollegen in der Beratung kleiner Betriebe immer wieder

Mitarbeiter sind der aktuellen Bitkom-Umfrage zufolge am häufigsten an Cyberattacken beteiligt – überwiegend werden sie ohne Absicht zum Einfallstor für Hacker. Doch wenn Mitarbeiter auf Cyberkriminelle hereinfallen, ist das ein großes Problem, denn sie seien „in der Regel das letzte Bollwerk“ gegen digitale Angriffe, „quasi die menschliche Firewall“,

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Betrieb

2. Back-ups: Ihre Vorsorge für den Notfall

Datensicherung per Back-up ist Ihre Notfallvorsorge für den größten anzunehmenden Cyberunfall: Ihr Unternehmen wird gehackt, die verschlüsselten Daten sind für Sie nicht mehr zugänglich – und ein Erpresser fordert Lösegeld. Digitales Notfallmanagement dreht sich für Brieskorn um drei Fragen: Haben Sie ein sicheres Back-up? Wie bekommen Sie es wieder in Ihr System zurückgespielt? Wie lange dauert das? Für ein Back-up-System empfiehlt der Experte die 3-2-1-Back-up-Regel: Sie halten ein Original und zwei Kopien auf unterschiedlichen Medien vor. Dabei benutzen Sie zwei verschiedene Speichermedien, zum Beispiel ein Band und externe Festplatten. Eine zusätzliche vollständige Kopie lagern Sie außerhalb des Betriebs, als Schutz gegen Diebe und höhere Gewalt. Mindestens ebenso wichtig ist allerdings, dass die gesicherten Daten im Notfall funktionieren. „Betriebe sollten Back-ups regelmäßig überprüfen: Lassen sie sich ins System einspielen und sind die Daten vollständig?“, sagt Brieskorn. Dabei spiele auch der Faktor Zeit eine Rolle: Je routinierter und schneller Back-ups eingespielt werden, desto schneller ist das Unternehmen wieder arbeitsfähig.

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Testläufe würden zudem sehr schnell zeigen, ob und wie gut der eigene IT-Dienstleister einem solchen Angriff gewachsen ist.

3. Strategie: Schließen Sie die Sicherheitslücken systematisch

„Die Frage ist nicht, ob Sie einen Cyberangriff erleben werden, sondern wann es passiert.“ David Brieskorn, Cybersecurity-­ Experte

Allein auf geschulte Mitarbeiter und Back-ups sollten Sie sich in Ihrem Betrieb nicht verlassen: Das Back-up ist für den Notfall, den Sie so lange wie möglich hinaus­zögern wollen. Dieses Hinauszögern können die Mitarbeiter nicht alleine leisten – auch nicht mit regelmäßigen Schulungen. „Ohne Schulungen klicken erfahrungsgemäß 20 bis 30 Prozent auf Links in Phishing-­Mails. Der Anteil sinkt zwar deutlich durch Schulungen, aber selten auf null“, sagt Brieskorn. IT-Sicherheit sollten daher auch kleine Betriebe „strategisch und in Gänze betrachten, nicht nur als Sammlung kleiner Maßnahmen“, sonst entstehe ein falsches Gefühl der Sicherheit. IT-Sicherheit umfasse technische und organisatorische Maßnahmen sowie die Einhaltung rechtlicher Vorgaben. Das sei eine umfassende und komplexe Aufgabe. Wie umfassend und komplex, das zeigt zum Beispiel der vom Zentralverband des Deutschen Handwerks heraus­gegebene „Routenplaner Cyber-Sicherheit für Handwerksbetriebe“. Ein praktischer erster Schritt auf dem Weg zur strategischen IT-Sicherheit sei die Durchführung eines IT-Sicherheits-Checks, meint Brieskorn. Einen solchen Check bieten viele IT-Dienstleister an. Darin geht es um eine Bestandsaufnahme: Welche Hard- und Software ist im Einsatz? Welche Sicherheitsmaßnahmen gibt es und wie umfassend sind sie? Wer hat worauf Zugriff? Wie sieht die Back-up-Strategie aus? Was ist zu tun? Auf diesen Ergebnissen können Betriebsinhaber aufbauen – wo nötig, auch mit professioneller Unterstützung.  W

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sagt Brieskorn. „Wenn alle anderen Maßnahmen wie Firewall und Antiviren-Software versagt haben, hängt alles davon ab, dass ein Mitarbeiter nicht auf den Link klickt oder den Anhang in der Phishing-Mail öffnet.“ Denn Ransomware, mit der Erpresser Daten verschlüsseln, gelange zu mindestens 80 bis 85 Prozent durch E-Mails in die Systeme. Der Rat des Experten: ɓɓ Sensibilisieren und schulen Sie Ihre Mit­arbeiter – nicht nur einmal, sondern regel­mäßig. Dazu gehören auch Sicherheits­ trainings: Wie reagieren Ihre Mitarbeiter auf Phishing-E-Mails? Oder auf USB-Sticks, die vermeintlich vom Steuerberater per Post kommen? Oder auf gefälschte Mails, in denen der Chef angeblich eine dringende Überweisung fordert? Ständig kommen neue Tricks hinzu. „Die Mitarbeiter müssen dafür sensibilisiert werden, auf Ungewöhnliches zu achten und nicht vorschnell zu handeln“, rät Brieskorn. Klingt aufwendig – ist es aber nicht. Der Markt biete gute Online-Plattformen mit hilfreichen Inhalten an, wo Sie mit geringem Aufwand effiziente Ergebnisse zur Steigerung des IT-­ Sicherheitsniveaus erzielen können. ɓɓ Sperren Sie die Zugriffsrechte auf Ihre Systeme für ausscheidende Mitarbeiter sofort. Sammeln Sie auch Endgeräte wie Smartphones oder Laptops sofort ein.

Die Gefahr lauert nicht selten im E-Mail-Postfach.

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Betrieb

Immer wieder kommen Cyberkriminelle an sensible Daten von Betrieben.

Sicherer per E-Mail kommunizieren E-Mails sind ein beliebtes Kommunikationsmittel. Doch nicht selten sind sie Einfallstor für Cyberkriminelle. Mit diesen Tipps machen Sie Ihren Betrieb sicherer. Die E-Mail ist Spitzenreiter der Kommunikationsmittel im Berufsalltag, dicht gefolgt vom Telefon, ergibt eine aktuelle Bitkom-Studie. Von den befragten Betrieben berichtete aber auch knapp ein Viertel von Cyberattacken, die durch E-Mails ausgelöst wurden. Der Diebstahl von sensiblen Daten sei besonders verbreitet. Cyberkriminelle können laut Bitkom „E-Mails mitlesen, sensible Daten abgreifen, Inhalte unbemerkt fälschen oder Nachrichten mit falscher Identität verfassen“. Nur jedes vierte Unternehmen nutzt laut Bitkom-­Umfrage verschlüsselte E-Mails. Sie könnten die Kommunikation jedoch deutlich sicherer machen. Aus den Studienergebnissen und seinem Wissen über Cyberkriminelle hat der Verband Tipps formuliert, wie Betriebe ihren E-Mail-­Verkehr in der Praxis sicherer gestalten können.

Fünf Tipps: So wird Ihr E-Mail-Verkehr sicherer

1 Gehen Sie mit sensiblen Daten sorgsam um: In eine E-Mail gehören keine Passwörter, Bankinformationen oder ähnlich sensible Daten. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie den Empfänger der E-Mail kennen oder nicht. 2 Legen Sie sich ein starkes Passwort zu: Beim Einrichten von E-Mail-Konten sollte

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„Nur jedes vierte Unternehmen nutzt verschlüsselte E-Mails.“ Bitkom-Umfrage

ein besonders starkes Passwort verwendet werden. Denn E-Mail-Konten ermöglichen meist Zugang zu anderen Internet-Accounts. Einige Faustregeln zum Erstellen von Passwörtern: Verwenden Sie keine kurzen oder im Wörterbuch vorhandenen Wörter. Nutzen Sie Klein- und Großbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Eselsbrücke zum Merken kann ein Merksatz sein. 3 Prüfen Sie den Absender auf Seriosität: Schauen Sie sich besonders den Absender, die Betreffzeile und den E-Mail-Text an, um un­ seriösen Absendern auf die Spur zu kommen. Sind Sie sich nicht sicher, kontaktieren Sie den Absender per Messenger oder persönlich, ehe Sie Inhalte öffnen oder auf unsichere Links klicken. 4 Öffnen Sie keine Links und Anhänge von unsicheren Mails: Öffnen Sie keine E-Mail-Anhänge unüberlegt. Denn dort kann sich Schadsoftware wie Viren oder Trojaner verbergen. Vor allem Anhänge von unbekannten Absendern sollten Sie nicht öffnen. 5 Nutzen Sie Spamfilter und Viren­ programme: Nutzen Sie Virenscanner und Spamfilter, um ungewünschte E-Mails und die Ausführung von Schadsoftware zu vermeiden. MARTINA JAHN W

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Betrieb

Mit Vorsatz: 28 Prozent aller Cyberattacken gehen auf das Konto (ehemaliger) Mitarbeiter.

Kennen Sie Ihre Feinde? Wer steckt hinter Cyberattacken auf Unternehmen? Kriminelle, Hobby-Hacker – und (ehemalige) Mitarbeiter. Die Zahl der von Cyberattacken betroffenen Unternehmen ist in den letzten zwölf Monaten deutlich gestiegen. Die Schäden haben sich mehr als verdoppelt, 90 Prozent aller Betriebe sind betroffen. Zu diesem Ergebnis kommt die Bitkom nach einer repräsentativen Umfrage unter mehr als 1.000 Betrieben

Manipulationsversuche

Verantwortlich machen die Befragten unter anderem die Organisierte Kriminalität, deren Anteil an Angriffen binnen zwei Jahren von 21 auf 29 Prozent gestiegen ist, und auch Hobby-Hacker. Doch mindestens mitverantwortlich für die meisten Angriffe sind Mitarbeiter und ehemalige Arbeitnehmer. Überwiegend würden Mitarbeiter externen Angreifern solche Attacken zwar nicht ermöglichen, gaben 42 Prozent der Befragten an. 28 Prozent gehen jedoch auch von vorsätzlichen Taten aus, um den (ehemaligen) Arbeitgeber zu schädigen. Allerdings sind laut der Umfrage Mitarbeiter auch zahlreichen Manipulations­ versuchen ausgesetzt. Die Kriminellen nutzten den „Faktor Mensch als vermeintlich schwächstes Glied der Sicherheitskette aus“, um zum Beispiel sensible Daten wie Passwörter zu erhalten. In 41 Prozent der befragten Unternehmen habe es 2021 solche Versuche gegeben. Dabei hätten die Täter unter anderem Kontakt per Telefon (27 Prozent) oder per E-Mail (24 Prozent) aufgenommen. Unzureichend geschulte oder unaufmerksame Mitarbeiter und „Innentäter“ bleiben damit nach Einschätzung der Bitkom „ein zentrales Problem“. (JW) W

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Betrieb

Dankbarkeit ist ein starkes Gefühl, das zufriedener und gesünder macht. Und das Beste: Sie brauchen nur sich selbst, um aus dieser Quelle Kraft zu schöpfen. KATHARINA WOLF

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ankbarkeit ist ein Gefühl, dem Psychologen und Wissenschaftler eine starke Wirkung zuschreiben – zufriedener und gesünder soll sie machen. Doch nicht nur in Zeiten der Corona-Krise neigen Menschen dazu, vor allem das Negative wahrzunehmen. Dabei gibt es jeden Tag Dinge und Ereignisse, für die wir dankbar sein können. Mit ein bisschen Übung können auch Sie diese Kraftquelle nutzen. Dankbarkeit wirkt direkt im Gehirn: „Psychologen und Wissenschaftler haben in verschiedenen Studien untersucht, wie Dankbarkeit wirkt: Unser Gehirn schüttet die Glückshormone Dopamin und Serotonin aus, wenn wir dankbar sind. Sie wirken sich positiv auf unser psychisches und körper­ liches Befinden aus“, sagt Eva Knoche, Coachin mit Schwerpunkt Achtsamkeit. Dopamin steigert den Antrieb und die Motivation. Serotonin reguliert im Herz-Kreislauf-System die Spannung der Blutgefäße und wirkt als natürlicher Stimmungsaufheller. „Dankbarkeit ist eine Schnellstraße in die Zufriedenheit“, sagt Knoche. „Wer sich regelmäßig auf die Dinge konzentriert, für die er oder sie dankbar ist, hadert weniger, wenn etwas schiefläuft oder fehlt.“

Wie kann man Dankbarkeit in sich finden?

Um Dankbarkeit in sich zu finden, brauchen Sie weder Einflüsse noch Hilfsmittel von außen, sondern nur sich selbst. „Wir haben oft nicht mehr den Blick für die Dinge, für die wir dankbar sein können“, so Knoche. Im Alltag fixierten sich viele Menschen auf die negativen Dinge und nähmen vor allem wahr, was fehlt. „Es braucht also einen Perspektivenwechsel.“ Die Dinge aus einer neuen Perspektive zu betrachten, sei nicht immer leicht, räumt die Bera-

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terin ein. Doch mit etwas Übung könne jeder trainieren, die positiven Dinge nicht einfach an sich vorbeirauschen zu lassen, sondern sie sich bewusst zu machen und Dankbarkeit dafür zu empfinden. Mit diesen drei praktischen Übungen stärken Sie Ihre Dankbarkeit im Alltag.

Übung #1: Dankbarkeitsrituale einführen

Fotos: Privat | Anatoliy Karlyuk - stock.adobe.com

Kraft ziehen aus sich selbst

Dankbarkeit schüttet Glückshormone aus.

„Man muss gar nicht viel tun, um sein Gehirn auf das Gefühl der Dankbarkeit zu trainieren“, sagt Eva Knoche. „Überlegen Sie sich einmal am Tag drei Dinge, für die Sie dankbar sind.“ Das können alltägliche Begebenheiten sein wie ein gutes Kundengespräch, ein zufälliges Treffen mit einem Freund oder einfach das schöne Wetter. Aber auch für die großen Dinge des Lebens kann man dankbar sein: Gesundheit, eine Familie, ein Dach über dem Kopf und eine Arbeit, die Freude macht. „Wer ein bisschen nachdenkt, findet jeden Tag Dinge, für die er dankbar sein kann“, so Knoche. „An einem besonders schlimmen Tag kann man auch einfach dafür dankbar sein, dass er vorbei ist.“ Gut sei es, diese Übung mit einem festen Zeitpunkt oder einer anderen Gewohnheit zu verknüpfen: „Abends vor dem Schlafen­gehen, morgens bei der ersten Tasse Kaffee oder auch beim Zähne­ putzen – wichtig ist, dass es in Ihren Alltag passt“, betont die Trainerin. Die Dankbarkeitsübung trägt nicht sofort Früchte: „Man muss schon zwei bis drei

„Dankbarkeit ist eine Schnellstraße in die ­Zufriedenheit.“ Eva Knoche, Coachin mit Schwerpunkt Achtsamkeit

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Betrieb

Effekt zu erzielen. „Aber wenn doch, machen Sie noch jemand anderem ein Freude.“ Im Betrieb können Sie damit auch für ein besseres Arbeitsklima sorgen. „Wenn Ihre Mitarbeiter regelmäßig diese Wertschätzung erleben, zahlt sich das auch für Sie aus. Dankbarkeit ist keine Einbahnstraße“, sagt die Trainerin.

Wochen durchhalten – und das klappt besser, wenn man die Übung gut in seinen Alltag integrieren kann. Dann aber kommen die positiven Gedanken ganz automatisch, wenn man Zähne putzt oder seinen Morgenkaffee trinkt.“

Übung #2: Schreiben Sie‘s auf

„Denn was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen“, wusste schon Goethe. Das gilt auch für Dankbarkeit: „Dinge, die wir mit der Hand aufschreiben, nimmt unser Gehirn besser auf“, sagt Beraterin Knoche. Das heißt nicht, dass Sie nun jeden Tag lange Texte verfassen müssen. Es reichen Stichpunkte oder kurze Sätze, die Sie jeden Tag in einem Tagebuch zu Papier bringen. „Durch das Schriftliche machen wir uns Dinge bewusster“, so Knoche. Außerdem kann man darin blättern und sich an Dinge oder Ereignisse erinnern, die einen vor Wochen dankbar gemacht haben – und so das Gefühl noch einmal wiederholen und vertiefen. Wer gerne mehr schreibt, kann aber auch das tun. „Eine gute Übung ist auch, Briefe an Menschen zu schreiben, denen man dankbar ist“, sagt Knoche. „Das können auch Mails oder Karten an Mitarbeiter sein, denen Sie für besonderen Einsatz oder langjährige gute Arbeit dankbar sind.“ Da es in erster Linie darum geht, in Ihnen das Gefühl der Dankbarkeit zu stärken, müssen Sie Ihre Briefe gar nicht abschicken, um einen positiven

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Übung #3: Die Bohnenübung

Eva Knoche, Coachin mit Schwerpunkt Achtsamkeit

Wer ein bisschen Unterstützung braucht, um schöne Momente wahrzunehmen, kann die sogenannte Bohnenübung machen: Man steckt sich morgens Bohnen, Murmeln, Erbsen oder Ähnliches in die rechte Tasche. Im Laufe des Tages konzentriert man sich auf die positiven Momente, für die man dankbar sein kann. Jedes Mal wechselt dann eine Bohne von der rechten in die linke Tasche. Am Abend sieht man einerseits an der Zahl der Bohnen in der linken Tasche, wie viele positive Dinge passiert sind, andererseits ruft man sich die Momente noch einmal in Erinnerung. „Auch bei dieser Übung geht es darum, sich Dinge bewusst zu machen und Positives nicht einfach durchrauschen zu lassen“, so die Beraterin.

Durchhalten und Offenheit sind wichtig

Das Wichtigste bei allen Übungen sei, sie auszuprobieren und durchzuhalten. „Gehen Sie offen und ohne feste Erwartungen vor. Manchmal kann man dann auch sich selbst überraschen“, meint Knoche.  W

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Betrieb

Strohfrau reißt Baubetrieb rein Eine Subunternehmerin outet ihren Betrieb vor Gericht als Scheinfirma und sich selbst als Strohfrau. Dann schlagen die Betriebsprüfer beim Auftraggeber zu.

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ei einer Betriebsprüfung in einem Bau­ betrieb 2014 in NRW entdeckt das Finanz­ amt Zahlungen an einen Subunternehmer. Die Betriebsprüfer erkennen die Zahlun­ gen nicht als Betriebsausgaben an, da es sich beim ­Subunternehmer um eine Scheinfirma handelte. Mehr als 80.000 Euro soll der Baubetrieb deswegen als verdeckte Gewinnausschüttung nachversteuern. Ein Zufallsfund war das für den Fiskus allerdings nicht.

Subunternehmer: Strohfrau für Kolonnenschieber und Abdeckrechnungen

Die Firmenchefin des Subunternehmens hatte in einem Gerichtsverfahren 2013 gestanden, dass sie als Scheinfirma für „Kolonnenschieber“ tätig gewesen sei: So konnten nicht ordnungsgemäß gemeldete Betriebe anderen Bauunternehmen ihre Leistungen anbieten und ihre Arbeiten abrechnen. Außerdem habe sie gegen Bezahlung „Abdeck­ rechnungen“ für ordnungsgemäß gemeldete Bau­ unternehmen ausgestellt. Dadurch konnten solche Unternehmen eigene Ausgaben für Schwarzarbeit in Buchhaltung und Steuererklärungen berücksich­ tigen. Die Frau wurde unter anderem wegen Steuer­ hinterziehung zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Damit nicht genug: Das Urteil leitete die Polizei an das zuständige Finanzamt für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung weiter. So landete es auch bei den Betriebsprüfern.

Auftraggeber legt zahlreiche Nachweise vor

Mit den Informationen über den Subunternehmer nahmen die Betriebsprüfer 2014 einen der Auftrag­

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geber ins Visier, eine GmbH im Baubereich. Deren Geschäftsführer hielt dagegen: Sein Unternehmen habe bei der Beauftragung des Subunternehmers „alles getan, was man von einem ordentlichen Unternehmer erwarten könne“. Als Nachweis für seine Bemühungen legte er Unbedenklichkeitsbescheinigungen für den Sub­ unternehmer vor: vom Finanzamt, von der Kran­ kenkasse und von der Berufsgenossenschaft. Auch Nachweise über die Gewerbeanmeldung, die Freistellungsbescheinigung vom Finanzamt, eine Haftpflichtversicherung, die Handwerkskarte und den Nachweis der Bundesagentur für Arbeit über eine Betriebsnummer des Subunternehmers hatte der Auftraggeber in seinen Akten. Hinzu kamen Werkverträge, Rechnungen und Zahlungsbelege für jedes Bauprojekt, an dem der Subunternehmer beteiligt war. Daher habe es sich aus seiner Sicht bei dem Subunternehmer zweifelsfrei um eine ordnungs­ gemäße Firma gehandelt, schloss der Geschäfts­ führer. Es sei ihm als Auftraggeber nicht zuzumu­ ten, sich unter solchen Umständen auch noch zu erkundigen, ob die Arbeitnehmer tatsächlich für das Subunternehmen tätig sind. Doch den Betriebsprüfern genügten diese Nachweise nicht: Bei dem Subunternehmer habe es sich nachweislich um eine Scheinfirma gehandelt. Daher müsse der Auftraggeber für den Betriebsaus­ gabenabzug nur eines tun: belegen, wer die Leistun­ gen tatsächlich erbracht hatte.

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JÖRG WIEBKING

Vorsicht Strohfirma: Bei Aufträgen an eine Scheinfirma liegt die Beweislast gegenüber dem Fiskus beim Auftrag­ geber.

Betriebsprüfer: Der Auftraggeber muss für den Betriebsausgabenabzug belegen, wer die Leistungen tatsächlich erbracht hatte. NDH 12/2021


Betrieb

Fallstrick bei Scheinfirma: keine Abnahme, keine Listen, keine Namen

Auch das Finanzgericht Münster ließ sich von den zahlreichen Nachweisen des Auftraggebers nicht beeindrucken. Als Nachweis über erbrachte Leis­ tungen hätte das Gericht vom Auftraggeber Listen mit den Namen der auf den Baustellen eingesetzten Arbeiter wie auch Zwischen- und Endabnahmeproto­ kolle erwartet. Dazu sei er rechtlich zwar nicht ver­ pflichtet. Dennoch seien solche Nachweise zumut­ bar, weil „nur so eine Überprüfungsmöglichkeit“ für die Aufwendungen bestehe. Die umfangreichen anderen Nachweise des Auf­ traggebers würden dafür hingegen nicht genügen, entschied das Gericht. Denn Schein- oder Stroh­ mannfirmen würden „von den jeweiligen Hinterleu­ ten typischerweise nach außen hin mit den erfor­ derlichen Urkunden und Nachweisen ausgestattet“. Dass es solche Hinterleute gab, stand für das Finanzgericht zweifelsfrei fest. Da das Subunterneh­ men nachweislich selbst keine Leistungen erbracht hatte, müsse der Auftraggeber mit anderen Personen als der Chefin der Scheinfirma zu tun gehabt haben.

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Diese „Hinterleute“ hätte er benennen können. Der Behauptung des Geschäftsführers, er „wisse nicht mehr, ob dort noch weitere Personen anwesend gewesen seien“, glaubte das Gericht nicht. (Urteil vom 18. März 2021, Az. 10 K 1556/16 K,G)

Tipp: Schauen Sie genau hin, wenn Sie einen neuen Subunter­ nehmer beauftragen!

Tipp: Diese Nachweise helfen

Das Urteil des Finanzgerichts Münster zeigt: Als Auftraggeber sollten Sie aus steuerlichen Gründen besonders genau hinschauen, wenn Sie einen neuen Subunternehmer beauftragen. Hilfreich sind: ɓɓ Personallisten: Wer erledigt wann welche Arbeiten auf Ihren Baustellen? ɓɓ Verantwortliche: Wer ist Ansprechpartner bei den Arbeiten auf der Baustelle? ɓɓ Abnahmeprotokolle: Auch wenn Mängel sofort beseitigt werden, sollten Sie diese in Zwischen- und Endabnahmeprotokollen festhalten. Auch wenn solche Nachweise rechtlich nicht vor­ geschrieben sind, können Sie steuerliche Nach­ teile vermeiden, falls sich der Subunternehmer als Scheinfirma herausstellt.   W

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Foto: Tischlerei Berndt – Holztec Innenausbau

Panorama

Individuelle Nische: Innenausbau von Schaustellerwagen

Schiffsausbau für die Weltmeere Das Team der Tischlerei Berndt kennt alles, was im Schiffbau Rang und Namen hat. Trotz seiner Spezialisierung bleibt der Betrieb flexibel. DENNY GILLE

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plette Kabinen, fertigen öffentliche Bereiche wie Restaurants und montieren die Arbeiten in den schwimmenden Bauwerken.

Termintreue und Qualität

Tino Berndt hat die Spezialisierung der Tischlerei im Schiffsinnenausbau vorangetrieben.

Foto: Denny Gille

anche Schiffe sind so bekannt, die sind selbst größten Landratten ein Begriff. Da wäre etwa die Gorch Fock, das stolze Segelschulschiff der Deutschen Marine, oder die Alexander von Humboldt II mit ihren grünen Segeln. Auch das Kreuzfahrtschiff Amadea lässt jeden aufhorchen, spätestens wenn das dazugehörige Stichwort „ZDF-Traumschiff“ fällt. Diese großen Namen der Seefahrt haben eine Gemeinsamkeit: Das Team der Tischlerei Berndt – Holztec Innenausbau GmbH aus der Elbstadt Tangermünde hat an ihnen schon Hand angelegt und zudem an mehreren Aida-Kreuzern, Luxusyachten und zahllosen Arbeits- und Flusskreuzfahrtschiffen. Für den Einsatz auf dem Wasser bauen die Sachsen-­ Anhalter Schränke, Betten, Nasszellen oder kom-

„Der Schiffsausbau ist ein Spezialgebiet mit hohen Anforderungen an Qualität und Termintreue. Dafür ist der Wettbewerb kleiner als in anderen Marktnischen“, erklärt Tino Berndt. Er leitet die Geschicke der Tischlerei in dritter Generation und hat den Familienbetrieb zu einem breit aufgestellten, schlagkräftigen Unternehmen mit 50 Mitarbeitern und modernem Maschinenpark entwickelt. Den Grundstein der Spezialisierung des Betriebs legte sein Vater Anfang der 1990er-Jahre: Als die Tangermünder Werft ihre eigene Tischlerei schloss, bot der

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Tischler den schiffskundigen Fachkräften einen Job in seinem Unternehmen an. So erschloss der Betrieb ein neues Standbein, das Vater und Sohn ab Ende der 90er-Jahre gemeinsam ausbauten. „Mit den ersten Aufträgen für die Werft in Tangermünde wuchs das Netzwerk in der Branche“, erinnert sich Berndt. So wurde aus der Tischlerei ein international agierender Anbieter für Schiffsinnenausbauten. Mal ist das Team an Neubauten im Trockendock beteiligt, mal werden Sanierungen und Reparaturen durchgeführt – mitunter sogar während der Fahrt auf offener See. Manches Projekt hat der Unternehmer hautnah begleitet. An eine Reise von Miami über die Karibik nach New York erinnert er sich gerne zurück: „Der enge Sanierungszeitplan sah vor, dass das Team während der Überfahrt mehrere Kabinen umbaute und die alten Betten gegen neue austauschte.“ Die Arbeit in den Schiffen auf dem Wasser oder gar während der Fahrt birgt manche Herausforderung. „Was an Land ein selbstverständliches Hilfsmittel ist, funktioniert da nicht“, erklärt Berndt. Einfaches Beispiel: die Wasserwaage! Selbst Innenausbauten an Land laufen komplett anders ab als im Immobilienbereich. „Die Nasszellen werden beim Neubau zum Beispiel von oben in die Kabinen abgelassen, bevor das nächste Deck installiert wird“, berichtet Berndt. Auch konstruktiv birgt die Arbeit Besonderheiten: Mal wird mit besonders feuerfesten Plattenwerkstoffen gearbeitet, mal bekommt ein Möbelstück eine eigens im Betrieb gefertigte Unterkonstruktion aus Metall, die fest mit dem Schiff verschweißt wird.

Immer auf Nachwuchssuche

Das alles macht die Arbeit im Schiffsausbau für die Sachsen-Anhalter spannend. Und es sind gute Argumente bei der Fachkräftesuche. „Dass ein Azubi während der Lehre auf einer Yacht von einem Scheich arbeiten kann, kommt sicher nicht in jedem Betrieb vor“, erzählt Berndt. Fünf Auszubildende hat der Betrieb derzeit. Einfach sei die Nachwuchssuche trotz der spannenden Branche und mehreren Preisen für seine Ausbildungsqualität nicht. „Wir freuen uns über jeden Bewerber, der sich ernsthaft für den Beruf interessiert und Interesse an einer Karriere mit Entwicklungsmöglichkeiten bei uns hat“, sagt Berndt. Zur Arbeit in den Schiffen sind die Tischler meist im norddeutschen Raum unterwegs, aber auch in den Niederlanden – und in Wien im Rahmen von Reparaturen an Flusskreuzfahrtschiffen. „Etwa alle zwei Jahre kommen Sonderprojekte außerhalb von Europa vor“, berichtet Tino Berndt. Bis nach Japan hat das manchen Mitarbeiter bereits gebracht. Auf die großen Touren schickt Berndt nur Mitarbeiter, die auf das Abenteuer Lust haben. Die

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„Dass ein Azubi während der Lehre auf einer Yacht von einem Scheich arbeiten kann, kommt sicher nicht in jedem Betrieb vor.“ Tino Berndt, Unternehmer

Foto: Denny Gille

Panorama

Werkstattaustausch: Tino Berndt bespricht das Tagesgeschäft mit Meister Christian Limp.

Teamgröße orientiert sich an Projektumfang und Zeitplan. Für kleinere Arbeiten können zwei Mitarbeiter genügen. „Aktuell auf der Gorch Fock sind wir zum Beispiel zwölf Leute. Im Ausland sind es meist vier bis sechs.“ Nicht nur im Schiffsausbau beweist das Team Kompetenz. In Zeiten der Corona-Pandemie profitierte es von seiner Flexibilität im Tischlerhandwerk. „Wir sind nicht extrem spezialisiert, sondern bieten auch Innenausbau für Gewerbe, Wohnungsbau­ projekte und Privatkunden“, sagt Tino Berndt. Als die Pandemie in der Kreuzfahrtbranche durchschlug und sich die Aufträge im Schiffsinnenausbau für die Tischlerei von 80 Prozent auf etwa 50 reduzierten, war diese Flexibilität besonders wertvoll. Über Partner in Berlin konnte der Betrieb freie Kapazitäten in Wohnungsbauprojekte einbringen. Auch helfe sein Netzwerk zu befreundeten Tischlereien, Über- und Unterkapazitäten auszugleichen. Mit dem wachsenden Privatkundengeschäft in der Region und neuen Geschäftsfeldern wie dem individuellen Ausbau von Schaustellerwagen stellt sich das Unternehmen nachhaltig breiter auf. So weiß Tino Berndt den Familienbetrieb sicher auch durch unruhige Fahrwasser zu manövrieren. Und wenn sich die Schifffahrtsbranche von der Pandemie wieder komplett erholt, arbeiten er und sein Team gerne wieder mehr in den Schiffen dieser Welt. „Der Schiffsausbau macht uns einfach Spaß.“ W

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Impressum

Panorama

Organ der Handwerkskammern 126. Jahrgang Herausgeber: Handwerkskammern Braunschweig-Lüneburg-Stade, Hannover, Hildesheim-Südniedersachsen, Magdeburg, Oldenburg, Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, Ostfriesland.

W  VIER FRAGEN AN

Adresse: Hans-Böckler-Allee 7, 30173 Hannover Tel. 0511 8550-0, Fax 0511 8550-2403 www.schluetersche.de, www.handwerk.com

Benjamin Andresen

Redaktion: Irmke Frömling (Chefredaktion, V.i.S.d.P.) Tel. 0511 8550-2455 froemling@schluetersche.de Jörg Wiebking (Redaktionsleiter) Tel.0511 8550-2439 wiebking@schluetersche.de Torsten Hamacher (Content Manager) Tel. 0511 8550-2456 hamacher@schluetersche.de Denny Gille Tel. 0511 8550-2624 gille@schluetersche.de Martina Jahn Tel. 0511 8550-2415 Martina.jahn@schluetersche.de Anna-Maja Leupold Tel. 0511 8550-2460 leupold@schluetersche.de

Firmenname  Benjamin Andresen Website lebenswerk-raumentfaltung.de Ort Hollenstedt Gewerk  Fliesenleger, Raumausstatter Mitarbeiterzahl 1 Funktion Inhaber

Regionalredaktionen (verantw. f. Kammerseiten) Braunschweig-Lüneburg-Stade: Astrid Bauerfeld Hannover: Peter Karst Hildesheim-Südniedersachsen: Ina-Maria Heidmann Magdeburg: Burghard Grupe Oldenburg: Heiko Henke Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim: Sven Ruschhaupt Ostfriesland: Jörg Frerichs

In der stecke ich noch mitten drin: meine Website. Ich wollte sie erst selbst erstellen. Jetzt lasse ich einen Profi ran, denn da hängt mehr dran als gedacht – Google Ads zum Beispiel.

Foto: Privat

Verlag: Schlütersche Fachmedien GmbH Ein Unternehmen der Schlüterschen Mediengruppe Postanschrift: 30130 Hannover

1.  Welche App nutzen Sie beruflich am meisten?

Am meisten nutze ich die Foto-App für Instagram und meine Dokumentation. Dann Instagram und auf Platz drei liegt Plancraft für Angebote und Rechnungen.

2.  Was war Ihre größte digitale Herausforderung?

3.  Wofür nutzen Sie Social Media?

Storys, um Vertrauen aufzubauen, und Beiträge, um meine Ergebnisse zu zeigen.

4.  Was wollen Sie als Nächstes digitalisieren?

Den Erstkontakt auf meiner Website will ich mit einem Bot ergänzen. Der könnte Kunden Fragen beantworten, um schneller ein Angebot von mir zu erhalten.

Verkauf: Tanja Ehlerding (Objektverantwortliche MediaSales) Tel. 0511 8550-2647 ehlerding@schluetersche.de Kai Burkhardt (Key Account Manager Automotive) Tel. 0511 8550-2566, burkhardt@schluetersche.de

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Derzeit gültige Anzeigenpreisliste: Nr. 63 vom 1. 1. 2021

Wo suchen Handwerker im Internet nach neuen Jobs? Bei Indeed, der Agentur für Arbeit und StepStone. Wie eine aktuelle Umfrage des HR-Marktforschungsunternehmens Trendence zeigt, sind mehr als ein Drittel der Kandidaten ohne akademische Ausbildung im sogenannten Blue-Collar-­ Arbeitsmarkt bei Indeed unterwegs. Ein Viertel nutzt die Jobbörse der Arbeitsagentur und ein Fünftel StepStone. Befragt wurden 1.000 Teilnehmer, darunter auch Arbeitnehmer mit Hochschulabschluss. Zugleich konstatiert die Umfrage wachsende Lust auf einen Jobwechsel: 39 Prozent der Befragten sind derzeit aktiv auf

Abonnement-Service: vertrieb@schluetersche.de Tel. 0511 8550-8822 Erscheinungsweise: monatlich Bezugspreis: Jahresabonnement: ¤ 45,50 inkl. Versand und MwSt. Studenten erhalten einen Rabatt von 50 Prozent. Einzelheft ¤ 1,50 zzgl. Versandkosten. Für die in der Handwerksrolle eingetragenen Handwerker ist der Bezugspreis durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten. ISSN 0029-1617 Druck: Dierichs Druck+Media GmbH & Co. KG, Kassel Gleichbehandlung Die Publikation richtet sich, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes angegeben ist, an alle interessierten Personen, unabhängig vom Geschlecht. Wegen besserer Lesbarkeit und Verständlichkeit der Texte wird jedoch meistens nur die männliche Personenform verwendet. Gleichbehandlung ist uns wichtig, Diversität nehmen wir als Chance für die Zukunft wahr.

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der Suche nach einem neuen Job, weitere 35 Prozent offen für eine neue Herausforderung. Und wo informieren sich Handwerker über einen möglichen neuen Arbeitgeber? Nichtakademiker sind laut Umfrage in erster Linie auf Face­book unterwegs: Ein knappes Drittel der Befragten nutzt das soziale Netzwerk. Insgesamt werden laut der Befragung berufliche soziale Netzwerke wie Xing, LinkedIn oder Kununu deutlich häufiger von Job­ suchenden mit Hochschulabschluss genutzt. Für Betriebe, die nach neuen Fachkräften suchen, bedeuten

die Zahlen, dass Karriereportale und soziale Netzwerke zunehmend genutzt werden, sagt Robindro Ullah, Geschäftsführer von Trendence. Arbeitgeber sollten darauf achten, sowohl ihre Stellenanzeigen auf Jobbörsen als auch ihre Arbeitgeberprofile in sozialen Netzwerken „möglichst spitz und wettbewerbsorientiert“ zu gestalten. (KW)

Foto: Myvisuals - Fotolia.com

Druckunterlagen: anzeigendaten-ndh@schluetersche.de Tel. 0511 8550-2522 Fax 0511 8550-2401

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DIE GESUNDHEITSSEITE DER

ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG

»TOPFIT IM HANDWERK« Teilnahme an neuer Runde noch bis Ende 2021 möglich – Gewinne für das ganze Firmenteam – Glückwünsche an die Gewinner 2020.

Foto: © IKKclassic

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emeinsam mit dem Unternehmensver­ bände Handwerk Niedersachsen e.V. (UHN) sucht die IKK classic jedes Jahr die fittesten Handwerksbetriebe in Niedersach­ sen. Der aktuelle Wettbewerb läuft noch bis zum 31. Dezember 2021. Teilnehmen können alle Betriebe mit Firmensitz in Niedersachsen, die sich für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter engagieren. Zu gewinnen gibt es starke Preise für die gesamte Belegschaft. Der Gewinnerbetrieb kann sich über ein Team­ event mit dem Erlebnisspezialisten Schatten­ springer freuen: Von Klettern im Hochseilgar­ ten über Seifenkistenrennen bis zu Kanutouren stehen zahlreiche Gemeinschaftsaktivtäten zur Auswahl. Der zweite Preis ist ein gesundes Grill­ fest für die Belegschaft. Der dritte Sieger erhält einen 500 Euro­Gutschein für die Anschaffung eines Geräts zur aktiven Pausengestaltung. Die Teilnahme funktioniert ganz einfach über die Website topfit­im­handwerk.de. Dort kann der Aktionsbogen heruntergeladen oder die Maßnahmen gleich per Onlineformular do­

kumentiert werden. Betriebliche Aktivitäten für die Mitarbeitergesundheit, die bereits in die­ sem Jahr durchgeführt wurden, werden selbst­ verständlich von der IKK classic berücksichtigt. Neu in ist diesem Jahr, dass Betriebe auch mit Online­Maßnahmen punkten können.

GEWINNERBETRIEBE 2020 Die Sieger aus dem Jahr 2020 konnten ihre Gewinne bereits entgegennehmen.

1. Platz: Läken Tischlerei und Fenstertechnik GmbH aus Rhede (Ems) 2. Platz: Hausschlachterei Miesner aus Scheeßel 3. Platz: Wahlers Forsttechnik GmbH& Co. KG aus Stemmen

Andreas Schönhalz, Landesgeschäftsführer der IKK classic, gratuliert Sabine und Martin Läken zum Sieg beim Wettbewerb »Topfit im Handwerk«

FITTESTER BETRIEB 2020: L ÄKEN TISCHLEREI UND FENSTERTECHNIK GMBH AUS RHEDE (EMS) Der Handwerksbetrieb im Emsland hat ein betriebliches Gesundheitsmanagement in­ stalliert und in Maschinen investiert, die die Beschäftigten beim Heben und Bewegen von schweren Lasten unterstützen. Zudem bietet das Unternehmerpaar Sabine und Martin Läken seinen Mitarbeitern regelmäßig die Teilnahme an Workshops und Seminaren zu Gesundheitsthemen an. Anfang 2020 nahm beispielsweise fast das komplette Läken­Team am IKK classic­Präventionsprogramm »Fit blei­ ben im Handwerksbetrieb« in Bad Zwischen­ ahn teil. Die Siegerprämie ist ein Gutschein für ein sportliches Firmenevent mit Erlebnis­ faktor.

Alle Infos zum Wettbewerb der IKK classic: www.topfit-im-handwerk.de


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Norddeutsches Handwerk 12/2021 by Schluetersche - Issuu