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Nachhaltigkeit 2026

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Uns ist Nachhaltigkeit wichtig, daher klimaneutral gedruckt, auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen.

2026

NACHHALTIGKEIT BEILAGE FÜR DIE „NIEDERSÄCHSISCHE WIRTSCHAFT“


Inhalt 4 Vom Wert des Gebrauchten

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12 Wenn der Sortierkran mitdenkt

Bau- und Abbruchabfälle sind in Deutschland die mengenmäßig

Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in konkrete

größte Abfallgruppe. Bauteilbörsen wie sie es in Hannover gibt,

Bereiche der kommunalen Daseinsvorsorge – auch in die

können dazu beitragen, diese Mengen zu reduzieren.

Abfallwirtschaft – über ein Beispiel in Osterholz-Scharmbeck.

Eine Förderrichtlinie für mehr Nachhaltigkeit

Mit dem jüngst beschlossenen „Masterplan Mobilität 2035“ werden in der Stadt Hannover die Weichen für eine strategische

Transformation zu mehr Nachhaltigkeit.

Verkehrsplanung gestellt.

Nachhaltige Forschung durch Mode

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Klimaschutz braucht Mut und Tempo

Prof. Martina Glomb im Interview über das von ihr gegründete

Dr. Annika Mannah von der Klimaschutzagentur Region

USE-­LESS Zentrum für nachhaltige Designstrategien, die sich

Hannover im Interview über die Energiewende, wirtschaftliche

verändernde Rolle von Designern und die Zukunft der Mode.

Chancen nachhaltigen Handelns und warum Klimaschutz vor

Auf dem Weg zur Wasserstoff-Infrastruktur

allem eines ist: eine Gemeinschaftsaufgabe.

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Nachhaltige Quartiere als Zukunftsbaustein

für den Transport und die Speicherung von Wasserstoff zu

Warum Kommunen Nachhaltigkeit als zentralen Punkt in die

entwickeln, zu erproben und zu bewerten.

Planung neuer Bauprojekte einfließen lassen und bei bestehenden Quartieren nachjustieren.

Energie aus Altholz Das neue Biomasse-Heizkraftwerk (BMHKW) in Stöcken speist

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Eine klimafreundliche Mobilität für alle

(HRGE) unterstützt die Region Hannover Unternehmen bei der

Das Projekt TransHyDE beschäftigt sich damit, Technologien

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Mit der Förderrichtlinie „Hannover Region Green Economy“

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Grün gewinnt

erstmals grüne Energie ins Netz ein. Die Anlage ist eine der

Das Projekt „Nachhaltige Sport[groß]veranstaltungen in

innovativsten für klimafreundliche Fernwärme in Deutschland

Deutschland“ zeigt Wege, wie die Umweltbilanz derartiger

Fortschritte und Herausforderungen Erneuerbare Energien gewinnen weiter an Bedeutung, aber

Events verbessert werden kann.

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die Zahlen für 2025 zeigen deutlichen Handlungsbedarf.

Wussten Sie schon … ? Drei Fakten zur Nachhaltigkeit in Niedersachsen

Impressum Verlag:

Layout: Rieke Giese

Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

Redaktion: Mediavanti GmbH Donnerschweer Straße 90 26123 Oldenburg mediavanti.de

Hans-Böckler-Allee 7, 30173 Hannover Telefon 0511 8550-0 info@schluetersche.de, www.schluetersche.de Geschäftsführung: Ansgar Heise

Das Manuskript ist Eigentum des Verlages. Alle Rechte vorbehalten. Auswahl und Zusammenstellung sind urheberrechtlich geschützt. Für die Richtigkeit der im Inhaltsverzeichnis aufgeführten Autorenbeiträge und der PR-Texte übernehmen Verlag und Redaktion keine Haftung.

Autor*innen: Vanessa Afken, Vera Busch, Lisa Knoll, Claus Spitzer-Ewersmann, Alke zur Mühlen Titelbild: innni - stock.adobe.com Im Rahmen der Herstellung dieses Druck­ produktes wurde ein finanzieller Beitrag an das Klimaschutzprojekt „Windenergie, Marokko“ zertifiziert nach GoldStandard geleistet.

Druck: Bonifatius GmbH Druck – Buch – Verlag Karl-Schurz-Straße 26, 33100 Paderborn Printed in Germany 2026 Gender-Hinweis: Es oblag den jeweiligen Verfassern der Texte – AnzeigenKunden, Autor(en), Redaktion, Interviewten – ob sie ihre Beiträge „gendern“ oder aus praktischen Gründen wie Platzersparnis und bessere Lesbarkeit die männliche oder weibliche Form von personenbezogenen Hauptwörtern wählen. Dies impliziert keinesfalls eine Benachteiligung der jeweils anderen Geschlechter (weiblich, männlich, divers), die mit den Inhalten der Texte gleichermaßen angesprochen werden. www.blauer-engel.de/uz195 · ressourcenschonend und umweltfreundlich hergestellt · emissionsarm gedruckt · aus 100 % Altpapier RG4

Dieses Druckerzeugnis ist mit dem Blauen Engel ausgezeichnet.


Grußwort Lieber Leserin, lieber Leser!

Nachhaltige Innovationen schaffen dabei Lösungen, die wir brauchen, um aktuellen und zukünftigen Herausforderungen zu begegnen – vom Klimaschutz über Ressourceneffizienz und Digitalisierung bis hin zu neuen Formen von Arbeit und Wertschöpfung. Die in dieser Broschüre veröffentlichten Beiträge zeigen hier die Vielfalt der Themen, Ideen und Projekte. Für die Unternehmen in Niedersachsen bedeutet dies eine große Chance. Nachhaltige und innovative Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle stärken Wettbewerbsfähigkeit, erhöhen die Krisenfestigkeit und eröffnen neue Märkte. Investitionen in Nachhaltigkeit sind damit Investitionen in die langfristige Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und Arbeitsplätzen. Eine zentrale Rolle spielt dabei seit vielen Jahren die Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit. Sie bringt Wirtschaft und Kammern, Gewerkschaften und Politik zusammen, unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Lösungen und fördert den praxisnahen Austausch von Wissen und Erfahrungen. Als Plattform für Vernetzung, Beratung und Innovation leistet die Allianz einen wichtigen Beitrag, nachhaltige Entwicklung konkret und umsetzbar zu machen. Niedersachsen verfügt über starke Voraussetzungen: engagierte Unternehmen, eine leistungs-

Foto: StK_Ole-Spata

Nachhaltige Entwicklung ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft und unseres Wirtschaftsstandortes Niedersachsen. Das Thema prägt nicht nur unseren Umgang mit natürlichen Ressourcen, sondern bestimmt auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, die soziale Stabilität und die Lebensqualität unserer Gesellschaft. Für Niedersachsen ist Nachhaltigkeit damit weit mehr als ein Leitbegriff – es ist ein entscheidendes Gestaltungs-prinzip für Wohlstand und langfristigen Erfolg.

fähige Forschungslandschaft und innovative Netzwerke in den Regionen. Als Landesregierung unterstützen wir diesen Wandel durch verlässliche Rahmenbedingungen, gezielte Förderangebote und den kontinuierlichen Dialog mit allen Beteiligten. Nachhaltigkeit und Innovation sind Gemeinschaftsaufgaben. Wenn es uns gelingt, beides konsequent zu verbinden, stärken wir nicht nur den Wirtschaftsstandort Niedersachsen, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft für kommende Generationen. Hannover, im April 2026

Olaf Lies Niedersächsischer Ministerpräsident

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Foto: philipk76 - Fotolia.com

Vom Wert des Gebrauchten Bauteilbörse Hannover Von Claus Spitzer-Ewersmann Bau- und Abbruchabfälle sind in Deutschland die mengenmäßig größte Abfallgruppe. Das Umweltbundesamt zählte 2023 knapp 200 Millionen Tonnen, also 52,3 Prozent des gesamten Abfallaufkommens. Bauteilbörsen können dazu beitragen, diese Mengen zu reduzieren. Wer über Nachhaltigkeit im Bauen spricht, landet schnell bei Dämmung, Energiekennwerten oder Heiztechnik. Doch dabei gerät eine ebenso grundlegende Frage leicht aus dem Blick: Was geschieht mit all dem, woraus ein Haus besteht, wenn es umgebaut, saniert oder zurückgebaut wird? Türen, Fenster, Waschbecken, Leuchten, Beschläge, Fliesen – all jene Bauteile, die bereits eine Funktion hatten. Viel zu oft endet ihre Geschichte im Container. Genau hier setzen Bauteilbörsen an. Sie sind keine nostalgischen Trödelläden, sondern eine Form praktischer Infrastruktur für Kreislaufwirtschaft: Orte, an denen gebrauchte Bauelemente gesammelt, sortiert, gelagert und für eine erneute Nutzung in Umlauf gebracht werden.

Vom Rückbau in den Kreislauf Die ehrenamtlich geführte Bauteilbörse Hannover ist ein Beispiel dafür, wie diese Idee in der Praxis umgesetzt wird. Sie ist ein Projekt des gemeinnützigen Vereins Glocksee Bauhaus e.V. und versteht sich als Einrichtung, die gebrauchte, noch gebrauchsfähige Bauelemente aus Abbruch- und Renovierungsvorhaben sammelt und weitervermittelt. Ziel ist es, ökologische, ökonomische und soziale Wirkungen miteinander zu verbinden. Im Lager in der Glockseestraße 35 – geöffnet

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dienstags zwischen 15 und 19 Uhr – und in einem Online-Katalog wird eine breite Palette an Bauteilen angeboten – von Toren und Türen über Lampen und Leuchten bis zu Sanitärartikeln. Der Großteil des Materials stammt aus Rückbauprojekten, Renovierungsvorhaben und privaten Abgaben.

Infrastruktur trifft Idealismus Das Engagement in Hannover hat durchaus Vorbildfunktion, denn Bauteilbörsen sind in Deutschland nach wie vor keine Selbstverständlichkeit. Das liegt vor allem an strukturellen Hürden. Wiederverwendung erfordert Rückbau statt Abriss, also selektives Ausbauen statt schnellem Zerstören mit schwerem Gerät. Sie braucht Lagerflächen, Sortierung und Personal. Sie verlangt zudem Planung, denn Wiederverwendung funktioniert am besten, wenn sie frühzeitig mitgedacht wird. Wer erst am Ende eines Projekts nach passenden Bauteilen sucht, wird oft scheitern. Und das nicht, weil es die Bauteile nicht gibt, sondern weil sie zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort sind. Bauteilbörsen sind daher weniger ein romantisches Projekt als eine Form von Infrastruktur. Sie bündeln Angebot und Nachfrage, schaffen Sichtbarkeit, übernehmen Logistik und machen Wiederverwendung im Bauwesen überhaupt erst praktikabel. www.bauteilboerse-hannover.de www.historische-baustoffe.de


Eine Förderrichtlinie für mehr Nachhaltigkeit Region Hannover Von Lisa Knoll

Orientierungsgespräch und Scoring-System „Der Wirtschaftsraum Hannover ist ausgesprochen innovativ, das stellen wir immer wieder fest“, so Hannovers Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz zur Initiierung der Förderrichtlinie. „Ich bin davon überzeugt, dass wir hier viele Unternehmen haben, die schon längst an Plänen und Ideen arbeiten, nachhaltiger zu werden. Wir wollen

einen wertvollen Anstoß geben, das Thema Nachhaltigkeit noch intensiver und vor allem noch konkreter anzupacken.“ Bevor ein Antrag gestellt wird, findet ein Orientierungsgespräch mit den Beratern des Fachbereichs Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung der Region Hannover statt, in dem die Projektideen vorgestellt werden. Im nächsten Schritt werden alle eingehenden Anträge durch den Fachbereich anhand eines Scoring-Systems beurteilt. Damit wird unter anderem die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit geprüft und die effiziente Verwendung der Fördermittel sichergestellt.

Projektförderung als Innovationstreiber Wichtig ist, dass das zu fördernde Vorhaben noch nicht begonnen wurde und innerhalb von sechs Monaten nach Bekanntgabe der Förderungszusage abgeschlossen wird. Die Zuwendung wird als nicht zurückzuzahlende Anteilsfinanzierung zur Projektförderung gewährt. Der einmalige Zuschuss kann bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, maximal aber 10.000 Euro betragen. Damit eignet sich das Programm vor allem für kleinere Projekte oder erste Entwicklungsphasen, die als Impuls für weiterführende Innovationen dienen können. So bildet die Förderrichtlinie „Hannover Region Green Economy“ (HRGE) ein praxisnahes Förderinstrument, das Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsprojekte unterstützt und damit einen aktiven Beitrag zur Transformation der Region leistet.

Foto: Philip Steury - stock.adobe.com

Mit der Förderrichtlinie „Hannover Region Green Economy“ (HRGE) unterstützt die Region Hannover kleine und mittelständische Unternehmen bei der Transformation zu mehr Nachhaltigkeit. Projekte im Bereich Forschung und Entwicklung werden mit bis zu 10.000 Euro gefördert. Die Förderrichtlinie ist seit dem 1. Juli 2024 in Kraft und soll zeitliche und finanzielle Barrieren abbauen, um in Unternehmen Produkte und Prozesse im Sinne der „Sustainable Development Goals“ der Vereinten Nationen einzuführen. Zudem sollen Arbeitsplätze für Fachkräfte gesichert, Innovationsprozesse flächendeckender etabliert und die Region Hannover als Standort nachhaltiger Produktionsprozesse gestärkt werden. Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitenden, die ihren Sitz in der Region Hannover haben. Auch Experteneinrichtungen wie Hochschulen, Start-ups oder freiberuflich Tätige können sich bewerben, sofern sie den Antrag gemeinsam mit einem Unternehmen einreichen.

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Foto: Tobias Eineder

Nachhaltige Forschung durch Mode USE-LESS Zentrum Von Lisa Knoll Prof. Martina Glomb (Foto) lehrt seit 2005 Modedesign an der Hochschule Hannover in der Fakultät III: Medien, Information & Design. 2018 hat sie dort das USE-LESS Zentrum für nachhaltige Designstrategien gegründet. Im Interview spricht Glomb unter anderem über die sich verändernde Rolle von Designerinnen und Designern und über die Zukunft der Mode.

Unsere Forschung findet aber schon heute den Weg in die Öffentlichkeit: Die Studierenden organisieren Modenschauen und monatliche USE-LESS Talks mit wechselnden Gästen, die in der Mode oder in verwandten Disziplinen nachhaltig arbeiten.

Wie verändert sich die Rolle von Designerinnen und Designern durch das Streben nach Nachhaltigkeit? Frau Prof. Glomb, was zeichnet Ihre Arbeit am USE-LESS Glomb: Wir Designerinnen und Designer stehen heute im Zentrum aus? Zentrum des Geschehens und können Einfluss nehmen. Prof. Martina Glomb: Ich arbeite gemeinsam mit Unsere Designentscheidungen, etwa für ein bestimmtes den Studierenden, ganzheitlich und transdisziplinär. Material, wirken sich über den ganzen Produktlebenszyklus bis zur Wiederverwertung aus. Dafür Das Besondere dabei: Wir forschen durch Mode, nicht über Mode. Unsere Strategien machen wir müssen wir die Ressourcen einschätzen, die ein in Kleidung sichtbar, indem wir am gesamten entworfenes Kleidungsstück verbraucht, und eine Produktlebenszyklus von Textilien forschen – etwa Waste-Prognose erstellen. Modedesign hört nicht vom Schaf auf der Weide über die Verarbeitung von auf, wenn das Produkt fertig ist. Die Studierenden z Wolle als Rohstoff bis hin zur Prototypenerstellung. haben anfangs meist eine feste Vorstellung im Kopf, in H el cha Foto : Mi Das USE-LESS Zentrum betrachtet Textilien nicht nur wie Mode zu sein hat. Aber es sind nicht alle Materialien im Modekontext, sondern auch für andere Studiengänge in nachhaltig. Das sind Einschränkungen, die die Studierenden der Fakultät III, nämlich Innenarchitektur und Produktdesign. Durch zunächst als negativ empfinden. Wir wollen gemeinsam unter nachdie Arbeit mit meinen Studierenden und ihre Ideen nehme ich viele haltigen Bedingungen möglichst viel Freiheit finden. kreative Impulse mit und lerne noch immer Tag für Tag dazu. Schränkt Nachhaltigkeit die Kreativität ein? Bald wird es außerdem das useLAB geben. Was hat es damit Glomb: Nein, nachhaltige Mode kann auch experimentell und künstauf sich? lerisch sein. Die emotionale Nachhaltigkeit ist ein wichtiger, wachGlomb: Durch eine Förderung des Niedersächsischen Ministeriums sender Faktor. Je weniger wertige Mode und je mehr Fast Fashion es für Wissenschaft und Kultur und der Volkswagenstiftung können wir gibt, umso wichtiger ist die emotionale Bindung an Kleidungsstücke. an der Fakultät ein Textillabor einrichten. Dort werden wir mit StuSie kann durch Reparatur und Upcycling nicht nur zu funktionalen, dierenden, Forschenden und externen Partnern aus der Wirtschaft tragbaren Ergebnissen führen, sondern auch zu kunstvollen. Und: an nachhaltigen Textilien für Kleidung, Produkt und Raum arbeiten. Das Prinzip von Slow Fashion ist nicht Naturfasern statt Polyester,

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sondern Materialien so lange wie möglich zirkulieren zu lassen. Auch Polyester kann nachhaltiger werden, weil es von mir als Nutzerin lange getragen, abgeändert, upgecycelt wird. Wie können wir Konsum neu denken, um Mode nachhaltiger zu machen? Glomb: Es ist einfach nicht nötig, noch mehr Kleidungsstücke zu besitzen. Wir müssen umdenken, Qualität statt Quantität sehen. Meine Zeit bei der Designerin Vivienne Westwood in London hat mich sehr geprägt. Sie sagte einmal: buy less, choose well, make it last. Wir gehen noch weiter: use less, choose well, make it last. Denn nicht zu kaufen ist auch schon eine Strategie, weniger zu konsumieren. Man sollte sich überlegen: Brauche ich das wirklich? Oder ist es nicht schöner, ein beschädigtes, aber liebgewonnenes Teil noch eine Saison länger zu behalten und es kreativ auszubessern? Aber nicht jeder Mensch hat das fachliche Wissen, Kleidung selbst zu reparieren ... Glomb: Weil wir in den letzten Jahrzehnten versäumt haben, dieses Wissen zu erhalten. Es gibt weniger Handarbeitsunterricht an den Schulen und weniger häusliche Auseinandersetzung mit Stoffen. In diesem Zusammenhang haben mich meine beruflichen Reisen nach Japan begeistert: Dort ist ein beispielhaftes Bewusstsein für Tradition, Qualität und Handwerk vorhanden, das auch in den jüngeren Generationen fortbesteht. Davon können wir hier

noch viel lernen. Denn wer Qualität nicht mehr selbst einschätzen kann, wird leicht Opfer von Marketingstrategien. Viele Slogans sind nur oberflächliche Marketing-Attraktionen. Übrigens: Es spielt für Qualität und Nachhaltigkeit keine Rolle mehr, wo etwas produziert wurde. Auch Bangladesch, China und Indien haben inzwischen hervorragende Fabriken, die Textilien in geschlossenen Kreisläufen erzeugen. Wie wird sich die Modeindustrie Ihrer Einschätzung nach in den nächsten Jahren entwickeln? Glomb: Ich denke, dass es noch mehr und noch billigere Fast Fashion geben wird. Aber da sind auch immer mehr Menschen, die verloren geglaubte Handwerkstechniken für sich wiederentdecken und Qualität im Selbermachen sehen. Es gibt schon überall Initiativen, die wie Pilze vernetzt aus dem Boden sprießen. Ich kann Käuferinnen und Käufern nur empfehlen, diese Pilze zu suchen: kleine Label, die mit regionalen Ressourcen und überschaubaren, transparenten Lieferketten arbeiten, um handwerklich gute, qualitativ hochwertige Kleidung herzustellen. Scannen Sie die QR-Codes für weitere Infos zum USE-LESS Zentrum für nachhaltige Designstrategien (links) oder zum useLAB (rechts).

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Foto: Studio_East - stock.adobe.com

Auf dem Weg zur Wasserstoff-Infrastruktur TransHyDE Von Alke zur Mühlen Als eines von drei großen industriegeführten Wasserstoff-Leitprojekten hat sich TransHyDE damit beschäftigt, Technologien für den Transport und die Speicherung von Wasserstoff zu entwickeln, zu erproben und zu bewerten. „Wasserstoff ist ein Schlüsselelement, um unsere Industrie und unser Energiesystem klimaneutral zu machen“, erklärte der damalige Bundesforschungsminister Cem Özdemir zur Abschlusskonferenz von TransHyDE. „Von einer verlässlichen Versorgung mit grünem Wasserstoff hängt auch die Zukunft der Industrie in Deutschland ab.“ Rund 146 Millionen Euro Förderung hatte das BMBF über vier Jahre für das Leitprojekt bereitgestellt. 109 Partner und assoziierte Partner arbeiteten in elf Projekten an der Auflösung technologischer und ökonomischer Hemmnisse für den Transport und die Speicherung von Wasserstoff. Zwei weitere Leitprojekte betrachteten die Produktion von Wasserstoff.

Herausfordernde Handhabung Aber was macht es so anspruchsvoll, Wasserstoff zu nutzen? Als kleinstes Molekül kann er leicht durch Undichtigkeiten entweichen, ist außerdem hochentzündlich und kann Metall spröde machen. Er hat eine sehr hohe Energiedichte in Bezug auf seine Masse, aber nur eine geringe im Verhältnis zum Volumen. Um ihn transportieren zu können, muss er oft erst komprimiert, verflüssigt oder chemisch gebunden werden. Teilprojekte des TransHyDE betrachteten die unterschiedlichen Transportmöglichkeiten in Pipelines und Hoch-

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druckbehältern: vom gasförmigen Wasserstoff über jenen, der in Ammoniak oder LOHC chemisch gebunden wird, bis hin zu Flüssigwasserstoff. Untersucht wurde auch, ob und wie sich LNG-Terminals auf wasserstoffbasierte Energieträger umrüsten lassen.

Orientierung für künftige Entscheidungen Im Rahmen von TransHyDE wurde die Nutzung aus zwei Perspektiven betrachtet: aus der Sicht der Industrie und ihrer geplanten Transformationspfade, und aus volkswirtschaftlicher Perspektive, also wie das System effizient, kostenoptimiert und ausfallsicher funktionieren kann. Alle Ergebnisse sind in der Website der TransHyDE-Wasserstoffinfrastruktur-Roadmap zusammengeflossen. Die Systemanalyse bis 2045 zeigt, welche Rolle systemische, technologische und politische Aspekte spielen können, wie sie verknüpft sind und welche Handlungsfelder sich daraus ableiten lassen. Eine interaktive Landkarte bettet die Projektthemen, Teilergebnisse und Highlights von TransHyDE in das Big Picture der Wasserstoffinfrastruktur ein. Dazu kommen robuste Ergebnisse und Kernaussagen je Thema sowie Handlungsoptionen und Erläuterungen zu den Treibern und Hemmnissen ergänzt um Szenarien und Modellergebnisse. Damit legt TransHyDE die Grundlage für nachhaltige Entscheidungen und Planungssicherheit. „Mit solchen Ergebnissen unserer Spitzenforschung wird der Weg in die nachhaltige Wasserstoffwirtschaft gelingen“, so Cem Özdemir im Rahmen der Abschlusskonferenz.


Energie aus Altholz Biomasse Heizkraftwerk Hannover Stöcken Von Alke zur Mühlen Deutschland die Nr. 1 ist“, betont Christian Meyer, Niedersachsens Umwelt- und Energieminister.

Klimaschutz und Wirtschaftsförderung Verteilt wird die Fernwärme über einen hochmodernen Wärmeknoten, an Haushalte und auch den benachbarten Standort von Volkswagen Nutzfahrzeuge. „Das neue enercity-Biomasseheizkraftwerk zeigt, wie kommunale Wärmewende und industrielle Transformation gemeinsam gelingen können“, sagt Steffen Reiche, Mitglied des Markenvorstands VWN für Produktion und Logistik. Weil das Altholz aus einem Umkreis bis etwa 150 Kilometern stammt, trägt seine thermische Verwertung zur regionalen Kreislaufwirtschaft bei. Gleichzeitig reduziert es die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten. Insgesamt steckt enercity rund 195 Millionen Euro in das Kraftwerk und plant bis 2040 Investitionen von rund 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau klimaneutraler Wärmeversorgung. Auch das Leitungsnetz soll wachsen: von derzeit 360 auf etwa 550 Kilometer. „Mit dem neuen Biomasse-Heizkraftwerk investieren wir in Hannovers Zukunft. Wir sichern Arbeitsplätze, stärken die regionale Wirtschaft und zeigen, dass nachhaltige Wärmeversorgung heute schon machbar ist“, sagt Belit Onay, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover.

Foto: enercity

Hannover erreicht einen Meilenstein bei der Wärmewende: Das neue Biomasse-Heizkraftwerk (BMHKW) in Stöcken speist erstmals grüne Energie ins Netz ein. Die Anlage ist eine der innovativsten für klimafreundliche Fernwärme in Deutschland und bereitet den Weg für den vorzeitigen Kohleausstieg der Landeshauptstadt. Im Oktober 2025 war es endlich so weit: Das BMHKW Stöcken ist in die finale Phase der Inbetriebnahme gestartet. Ist sie geschafft, kann Block I des Kohlekraftwerks Stöcken stillgelegt werden. Ein großer Schritt Richtung Nachhaltigkeit. Denn das neue Kraftwerk nutzt als Energiequelle Altholz, das nicht mehr recycelt werden kann. Es wird in mehreren Stufen getrocknet, entzündet und schließlich vollständig verbrannt. Abgasgrenzwerte werden dank einer mehrstufigen Rauchgasreinigung sehr deutlich unterschritten. Durch die Kombination mit einer Großwärmepumpe an der Rauchgaskondensation wird der Brennstoff fast zu 100 Prozent genutzt. Künftig sollen jährlich bis zu 500.000 Megawattstunden Wärme erzeugt werden. So steigt der Anteil klimaneutraler Fernwärme in Hannover auf bis zu 50 Prozent. Gleichzeitig sinken die CO₂-Emissionen im Vergleich zum Steinkohlekraftwerk um rund 300.000 Tonnen pro Jahr. „Dieses Projekt beweist, dass Niedersachsen nicht nur beim Umstieg auf erneuerbaren Strom, sondern auch beim Kohleausstieg und der Wärmewende in

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Grafik: AGEE-Stat / Umweltbundesamt

Fortschritte, Herausforderungen und ungenutztes Potenzial Energiewende in Zahlen Von Alke zur Mühlen Erneuerbare Energien gewinnen in Deutschland weiter an Bedeutung, aber je nach Sektor unterschiedlich schnell. Die Zahlen für 2025 zeigen die Fortschritte und auch deutlichen Handlungsbedarf, um die Klimaziele der kommenden Jahre zu erreichen. 23,8 Prozent des deutschen Bruttoendenergieverbrauchs wurden 2025 mit erneuerbaren Energien gedeckt. Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik des Umweltbundesamtes hat diesen Wert nach EU-einheitlichen Vorgaben ermittelt. Sie stellt laufend qualitätsgesicherte Daten zum Energie-Mix in Deutschland zusammen und entwickelt die Datenbasis weiter.

Erneuerbarer Energie-Mix im Wandel 541 Milliarden Kilowattstunden wurden im Jahr 2025 aus erneuerbaren Quellen bereitgestellt – 1,3 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Um die EU-Klimaziele von 41 Prozent bis 2030 zu erreichen, wird der Ausbau deutlich schneller vorangehen müssen. Aktuell hat die Stromerzeugung mit gut der Hälfte den größten Anteil am Ergebnis, es folgen der Wärmesektor (39 Prozent) und die biogenen Kraftstoffe im Verkehrsbereich (7 Prozent). Biomasse (z. B. Holz, Biokraftstoff, Biogas) bleibt mit 48 Prozent der wichtigste erneuerbare Energieträger. Aber auch die Windenergie (25 Prozent) und Solarenergie (19 Prozent) leisten bedeutende Beiträge. Der Stromsektor wächst mit über 55 Prozent erneuerbarem Anteil besonders dynamisch – eine Verdopplung innerhalb der letzten

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zehn Jahre. Die Umstellung in den Bereichen Wärme (19 Prozent) und Verkehr (8 Prozent) verläuft vergleichsweise schwerfällig.

Entwicklung in Strom, Wärme und Verkehr Im Stromsektor stieg die Produktion erneuerbarer Energien trotz ungünstiger Wetterbedingungen durch den Ausbau getrieben leicht an. Besonders Photovoltaik legte stark zu, während Wind- und Wasserkraft wetterbedingt Rückgänge verzeichnete. Es gab 2025 zwar viele Sonnenstunden, war aber windschwach und trocken. Im Wärmesektor wuchs der Anteil erneuerbarer Energien moderat. Biomasse dominiert weiterhin, insbesondere bei hohen Gaspreisen und in kalten Wintermonaten wird mehr Holz genutzt. Langfristig verliert sie jedoch an Anteil zugunsten von Wärmepumpen und Umweltwärme. Erneuerbare Energie aus Solarthermie stieg langsam, während mehr Anlagen das Ende der Lebensdauer erreichen und der Zubau abnimmt. Den geringsten Anteil an erneuerbaren Energiequellen hat der Verkehrssektor. Der Anstieg von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr wirkt hoch, führt jedoch nur zu 8 Prozent in dem Sektor. Der elektrifizierte Schienenverkehr ist hier der größte Stromverbraucher. 2025 konnten in Summe rund 265 Millionen Tonnen CO₂Äquivalente eingespart werden. Die erneuerbare Stromerzeugung ist der Treiber und verdrängt insbesondere Steinkohle und Erdgas aus dem deutschen Energiemix. Der Ausbau erneuerbarer Energien wirkt, muss jedoch deutlich beschleunigt werden.


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Foto: dfki

Wenn der Sortierkran mitdenkt Künstliche Intelligenz in der Abfallwirtschaft Von Claus Spitzer-Ewersmann Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in konkrete Bereiche der kommunalen Daseinsvorsorge – auch in die Abfallwirtschaft. Ein besonders anschauliches Beispiel dafür findet sich im niedersächsischen Osterholz-Scharmbeck. Die Sortierung ist in der Abfallwirtschaft das Herzstück jeder Verwertungsstrategie. Je sauberer Materialien getrennt werden, desto höher ist ihre Recyclingqualität. Bei kleineren, bandgeführten Abfällen funktioniert das mithilfe etablierter Technologien vergleichsweise gut. Deutlich schwieriger wird es jedoch etwa bei Möbelteilen, Holzresten oder sperrigen Baustoffen. Diese Materialien werden häufig zunächst zerkleinert, bevor sie maschinell weiterverarbeitet werden können. Das kostet Energie, Zeit und Geld. Zudem vermischen sich Materialien dabei oft stärker miteinander, was die spätere Trennung zusätzlich erschwert.

Sperrige Abfälle effizient sortieren Genau an diesem Punkt setzt das Projekt „SmartRecycling-Up“ an, das vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) koordiniert wird. Ziel ist es, ein System zu entwickeln, das großstückige Abfälle automatisiert sortieren kann, ohne sie vorher zu zerkleinern. Dafür wurde ein Ansatz gewählt, der mehrere Technologien zusammenführt: Sensorik, Bildverarbeitung, maschinelles Lernen und Robotik. Kameras und weitere Sensoren erfassen die Abfallstücke, KI-Algorithmen analysieren in Echtzeit, um welche Materialien es sich handelt, und ein hydraulischer Kran wird so gesteuert, dass er gezielt einzelne Bestandteile greift und separiert. Entscheidend ist: Dieses Konzept wurde nicht nur im Labor entwickelt, sondern unter realen Bedingungen getestet. In der Müllsortieranlage der ASO Abfall-Service Osterholz GmbH in Osterholz-Scharmbeck kam das System praktisch zum Einsatz. Dort wurde deutlich, dass eine KI-gestützte Kransteuerung in der Lage ist, sperrige Abfälle zu erfassen und zu sortieren. „Die Tests zeigten, dass die Kombination

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aus KI, Sensorik und Robotik auch im Bereich der Abfallverwertung funktioniert“, freute sich ein DFKI-Sprecher.

Materialien erkennen und unterscheiden Das System lernt, Materialien wie Holz oder Metall anhand ihrer Eigenschaften zu unterscheiden und entsprechend zuzuordnen. Klassische Sortiertechnik stößt bei unregelmäßigen, verschmutzten oder komplexen Abfällen schnell an Grenzen. KI-Systeme können hier einen Vorteil haben, weil sie mit der zunehmender Datenbasis immer besser darin werden, Muster zu erkennen. Das System kann also Materialien anhand von Merkmalen identifizieren, die nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Wertstoffe nicht im falschen Materialstrom landen, sondern gezielt separiert werden. Die Optionen, die sich daraus für die Abfallwirtschaft ergeben, sind vielfältig. KI kann Prozesse automatisieren, die bislang stark von manueller und körperlich belastender Arbeit geprägt sind. Das betrifft nicht nur die physische Sortierung, sondern auch die Analyse großer Datenmengen, die in modernen Anlagen ohnehin anfallen. Wenn Maschinen Materialien zuverlässig identifizieren, steigt die Qualität der getrennten Fraktionen – ein entscheidender Faktor für hochwertiges Recycling und Ressourcenschonung.

Welche Potenziale KI der Abfallwirtschaft eröffnet Solche Projekte haben das Potenzial, die Branche nachhaltig zu verändern. Die Abfallwirtschaft wird nicht nur digitaler, sondern auch intelligenter. Wenn KI-Systeme unter realen Bedingungen getestet werden, entstehen Erfahrungen, die für die Weiterentwicklung entscheidend sind: Was funktioniert zuverlässig? Wo sind Grenzen? Welche Abfallarten lassen sich gut erkennen? Welche Abläufe müssen angepasst werden? Die Antworten auf diese Fragen entscheiden darüber, ob KI vom Pilotprojekt in die breite Anwendung übergehen kann.


Eine klimafreundliche Mobilität für alle Masterplan Mobilität 2035 Von Lisa Knoll Mit dem jüngst beschlossenen „Masterplan Mobilität 2035“ geht die Stadt Hannover einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltige Zukunft. In zehn Handlungsfeldern werden die Weichen für eine strategische Verkehrsplanung gestellt – für Fußgänger, Rad- und Autofahrer gleichermaßen. Das Strategiepapier ist eine Weiterentwicklung des „Masterplan Mobilität 2025“, der im Jahr 2011 als integrierter Verkehrsentwicklungsplan vom Rat der Stadt Hannover beschlossen wurde. Ein Großteil der damals gesetzten Ziele konnte inzwischen erreicht werden. Doch die sich verändernden Rahmenbedingungen der letzten Jahre, wie etwa der demografische Wandel oder die Folgen des Klimawandels, machten ein angepasstes Nachfolgekonzept notwendig. „Der Masterplan Mobilität ist kein starres Papier, sondern ein bewährtes Steuerungsinstrument, das wir mit der Fortschreibung aktualisiert haben, um den Anforderungen und Entwicklungen der Mobilität des nächsten Jahrzehnts gerecht zu werden“, erklärt dazu Stadtbaurat Thomas Vielhaber. „Der Masterplan verbindet übergeordnete Leitlinien mit klaren Handlungsansätzen, von der sicheren und komfortablen Alltagsmobilität bis hin zu wirksamen Maßnahmen, den Folgen des Klimawandels auf lokaler Ebene zu begegnen.“

Impulse aus der Bevölkerung einbinden

Den öffentlichen Raum für alle nutzbar machen Zehn zentrale Handlungsfelder wurden in diesem Zuge herausgearbeitet: Zum Beispiel soll ein durchgängiges Verkehrsnetz für Fußgänger geschaffen sowie das bestehende Radverkehrsnetz weiterentwickelt werden. Außerdem soll der ÖPNV in der Region ausgebaut und mit flexiblen Mobilitätsangeboten verknüpft werden. Weitere Ziele betreffen unter anderem das städtische Parkraummanagement und die Weiterentwicklung des Wirtschaftsverkehrs im Stadtgebiet. „Der Masterplan Mobilität 2035 ist unser Kompass für eine lebenswerte Stadt. Er schafft die Grundlage, Mobilität gerechter zu verteilen und den öffentlichen Raum stärker für alle nutzbar zu machen“, so die Einschätzung von Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay. „Mit der Fortschreibung richten wir die konkrete Mobilitätsgestaltung noch deutlicher am Ziel der Klimaneutralität 2035 aus – vom Radverkehr über den ÖPNV bis hin zu einer stadtverträglichen Logistik.“

Foto: Kara - stock.adobe.com

Den neuen Masterplan hatte die Stadt Hannover in einem etwa zwei Jahre andauernden Prozess gemeinsam mit dem örtlichen Planungs-

büro shp Verkehrsplanung erarbeitet. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf einer breit aufgestellten Bürgerbeteiligung. So wurden unter anderem in Form eines Mobilitätsrats, für den interessierte Einwohner der Landeshauptstadt im Losverfahren ausgewählt wurden, Impulse aus der Bevölkerung aufgenommen und in den neuen Masterplan integriert. Entstanden ist ein Konzept mit dem Leitsatz: „Die Landeshauptstadt Hannover gestaltet eine zukunftsfähige und klimafreundliche Mobilität für alle.“

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Foto: Jesse Wiebe

Klimaschutz braucht Mut, Netzwerke und Tempo Klimaschutzagentur Region Hannover Von Vanessa Afken

Welche Angebote richten sich konkret an Unternehmen? Mannah: Wir beraten unabhängig und kostenfrei – und zwar sehr praxisnah. Unser Leitsatz lautet: „Gut beraten rechnet sich.“ Das

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Frau Dr. Mannah, wie würden Sie den Auftrag der Klimaschutzagentur Region Hannover beschreiben? Dr. Annika Mannah: Unser Auftrag ist es, Menschen dabei zu unterstützen, gute Entscheidungen für die Zukunft zu treffen – verständlich, neutral und unabhängig. Wir bereiten komplexe Themen rund um Klimaschutz und Energie so auf, dass daraus tatsächliches Handeln entstehen kann. Damit erreichen wir private Haushalte ebenso wie Unternehmen oder Kommunen. Die Klimaschutzagentur wurde bereits 2001 gegründet und zählt damit zu den ersten Agenturen dieser Art in Deutschland. Wir verstehen uns als Möglichmacherin, Beraterin und Übersetzerin: Wir setzen Impulse, vernetzen Akteure, erklären neue gesetzliche Rahmenbedingungen und möchten Menschen motivieren, ins klimafreundliche Handeln zu kommen.

ist bewusst doppeldeutig gemeint. Einerseits geht es natürlich um Energieeinsparungen und wirtschaftliche Vorteile. Andererseits aber auch um Zukunftssicherheit. Ein wichtiges Projekt ist beispielsweise „e.coBizz“. Dort begleiten wir Unternehmen auf dem Weg zu mehr Energie- und Ressourceneffizienz. In unserem Klimabündnis engagieren sich darüber hinaus aktuell 22 Unternehmen, die eine umfassende Treibhausgasbilanzierung durchführen und kontinuierlich Maßnahmen umsetzen. Dabei sehen wir deutlich: Nachhaltiges Wirtschaften stärkt die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen. Energieeffizienz senkt langfristig Kosten, reduziert Risiken und verbessert die Wettbewerbsfähigkeit. Gerade angesichts steig za gender Energiepreise, Lieferengpässe oder extremer t u sch ma Foto : kli Wetterereignisse wird deutlich, wie wichtig resiliente Strukturen geworden sind. en

Seit einem Jahr leitet Dr. Annika Mannah (Foto) die Klimaschutzagentur Region Hannover, die 2026 ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Im Interview spricht sie über die Energiewende, wirtschaftliche Chancen nachhaltigen Handelns und warum Klimaschutz vor allem eines ist: eine Gemeinschaftsaufgabe.

Welche Themen stehen derzeit besonders im Fokus Ihrer Arbeit? Mannah: Momentan beschäftigen wir uns intensiv mit der Energiewende und der Frage, wie wir Menschen noch besser erreichen können. Zum 25-jährigen Jubiläum starten wir deshalb auch eine große Kommunikations- und Imagekampagne. Wir möchten neue Zielgruppen ansprechen und entwickeln moderne Formate. Ein Beispiel ist ein Poetry Slam zum Thema Klimaschutz, mit dem wir Menschen auch über persönliche Geschichten und Gefühle erreichen wollen.


Klimaschutz ist schließlich nicht nur eine technische oder politische Aufgabe, sondern betrifft unseren Alltag unmittelbar. Neu ist auch eine weitere Kampagne in der gesamten Region Hannover: die Energiekampagne „RegiON“, mit der wir Unternehmen stärker in die regionale Energiewende einbinden möchten. Bei RegiON arbeiten wir mit Dialogräumen, die wir direkt in den Kommunen schaffen. Wir gehen dorthin, wo Menschen ohnehin zusammenkommen – auf Stadtfeste, Kulturveranstaltungen oder Gewerbeschauen. Dort möchten wir über Themen wie Heizen, Photovoltaik oder energetische Sanierung informieren und Hemmschwellen abbauen. Welche Rolle spielen Netzwerke für den Erfolg Ihrer Arbeit? Mannah: Eine enorme Rolle. Klimaschutz funktioniert nur gemeinsam. Wir arbeiten eng mit Kommunen, Unternehmen, Klimaschutzmanagern, unserem Förderverein und weiteren Partnern zusammen. Diese Netzwerke sind entscheidend, um Wissen weiterzugeben und Veränderungen tatsächlich in die Praxis zu bringen. Wir verstehen uns als „Team Klimaschutz“. Gerade Unternehmen spielen dabei eine zentrale Rolle, weil sie Innovationen vorantreiben und erheblichen Einfluss auf Energieverbrauch und Ressourceneinsatz haben. Gleichzeitig entstehen durch die sozial-ökologische Transformation große Chancen für die regionale Wertschöpfung. Die Region Hannover hat hier enormes Potenzial. Studien zeigen, dass insbesondere der Ausbau erneuerbarer Energien und die entsprechende Energieversorgung wichtige Hebel für die Zukunft sind. Die Region Hannover will bis 2035 klimaneutral werden. Wie realistisch ist dieses Ziel? Mannah: Das Ziel ist ambitioniert, aber grundsätzlich erreichbar. Dafür braucht es allerdings deutlich mehr Tempo und vor allem Beteiligung. Klimaschutz beginnt mit guten Entscheidungen – im privaten Bereich ebenso wie in Unternehmen. Gerade Unternehmen müssen sich intensiv mit Themen wie Energieeffizienz und nachhaltigen Strategien auseinandersetzen. Natürlich wird der Weg zur Klimaneutralität anspruchsvoll. Aber wir sehen in der Region Hannover sehr viele engagierte Akteure und ein großes Innovationspotenzial. Das macht mich optimistisch. Sie sind selbst erst seit einem Jahr Geschäftsführerin der Agentur. Was treibt Sie persönlich an? Mannah: Ich habe selbst einmal ein Start-up gegründet und kenne den Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sehr gut. Deshalb weiß ich auch, dass umweltbewusstes Handeln oft zunächst als zusätzliche Herausforderung wahrgenommen wird. Ich bin aber überzeugt, dass Nachhaltigkeit keine Belastung ist, sondern eine der größten Chancen unserer Zeit. Unternehmen, die heute zukunftsorientiert handeln, profitieren langfristig wirtschaftlich – und können in puncto Treibhausgasreduktion einen enormen Unterschied bewirken. Meine wichtigste Botschaft lautet zusammengefasst: Klimaschutz ist kein Verzichtsprojekt. Er schafft Innovation, stärkt Unternehmen und macht Regionen langfristig zukunftsfähig. Erfahren Sie mehr über die Arbeit und Angebote der Klimaschutzagentur Region Hannover unter www.klimaschutzagentur.de

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VERANTWORTUNG. WEITER GEDACHT. Nachhaltiges Bauen beginnt für uns mit dem Blick aufs Ganze. Von der Planung über den Bau und Betrieb bis zum Rückbau denken wir Ressourcen, Klima und Wirtschaftlichkeit gemeinsam.

Gemeinsam Zukunft bauen. www.depenbrock.de/karriere

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DEPENBROCK Holding SE & Co. KG Depenbrock-Allee 1 | 32351 Stemwede | www.depenbrock.de


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Nachhaltige Quartiere als Baustein für die Zukunft Stadtentwicklung Von Lisa Knoll Im Jahr 2024 lebten bundesweit rund 78 Prozent der Bevölkerung in Städten – Tendenz weiter steigend. Kommunen nehmen dies zum Anlass, Nachhaltigkeit als zentralen Punkt in die Planung neuer Bauprojekte einfließen zu lassen und bei bestehenden Quartieren nachzujustieren. Den 17 Globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen folgend unterstützt die Bundesregierung mit ihrer Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie die Schaffung von Städten und Siedlungen, die inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestaltet sind. Denn eine nachhaltige Stadtplanung kann zum wertvollen Treiber für das Innovationspotenzial urbaner Räume werden. Aber mit wachsender Bevölkerungszahl müssen die Städte zahlreiche Anforderungen erfüllen, darunter effiziente Flächennutzung, verlässliche Entsorgungsstrukturen sowie innovative Baukonzepte.

Wassersensible Stadtentwicklung als Schlüssel Die Kommission 2030 erarbeitete zentrale Handlungsfelder und übergab sie der Niedersächsischen Landesregierung. Dazu gehören unter anderem die Aspekte Demografie, Agrar- und Ernährungswirtschaft, Mobilität und Digitalisierung. In puncto Nachhaltigkeit empfiehlt das unabhängiges Expertengremium unter anderem, bei der Stadtentwicklung wassersensibel zu denken und die Speicherfähigkeit urbaner Böden durch Entsiegelung zu erhöhen. Dies reduziert die Überflutungsgefahr bei Starkregen und sorgt für kühlende Verduns-

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tung in anhaltenden Hitzeperioden. In diesem Zuge gilt es, versiegelte Flächen zugunsten von Biodiversität und Naherholung umzugestalten und Bepflanzungen auf künftige Hitze- und Trockenperioden anzupassen, etwa mit sogenannten „Klimabäumen“. Dass Nachhaltigkeit bei städtebaulichen Maßnahmen in Niedersachsen bereits seit Jahrzehnten eine Rolle spielt, zeigt zum Beispiel die Grasdachsiedlung Laher Wiesen in Hannover-Botfeld. Schon bei ihrer Schaffung in den 1980er-Jahren wurde sie als Prototyp zukunftsweisender Stadtentwicklung gehandelt.

Weltweite Klimapartnerschaften Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt für Maßnahmen nachhaltiger Stadtentwicklung derzeit über 22 Milliarden Euro bereit. Die Schwerpunkte legt das BMZ auf die drei Säulen Infrastruktur, Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung. Dazu gehören Unterthemen wie Abfallmanagement, Mobilität und Bauen. Übrigens: Das Prinzip der länderübergreifenden Klima- und Entwicklungspartnerschaften, die das BMZ weltweit unterhält, findet sich auch auf kommunaler Ebene wieder. Viele deutsche Städte und Gemeinden engagieren sich in rund 80 internationalen Partnerschaften – auch in Niedersachsen: So ist die Stadt Langenhagen in einer Nachhaltigkeitspartnerschaft mit der bosnisch-herzegowinischen Stadt Bijeljina, in Oldenburg unterhält man eine Klimapartnerschaft mit East London in Südafrika.


Grün gewinnt Nachhaltige Sportgroßveranstaltungen Von Vera Busch Events wie der Berlin-Marathon oder die Vierschanzentournee begeistern jährlich Millionen von Menschen. Ihren Tribut fordern sie in Form von Müll, Abgasen und Lärm. Das Projekt „Nachhaltige Sport[groß]veranstaltungen in Deutschland“ zeigt, dass das auch anders gehen kann. Immer mehr Veranstalter setzen auf E-Shuttles, Vergünstigungen für Radfahrer oder Kombi-Tickets, die gleichzeitig als Eintrittskarten und Fahrscheine für öffentliche Verkehrsmittel gelten, um nachhaltigere Wege ins Stadion zu bahnen. Doch neben verkehrsbedingten Emissionen beeinflussen auch Energieverbrauch, Verpflegung und Wasserversorgung sowie viele weniger offensichtliche Aspekte die Umweltbilanz von sportlichen Ereignissen. Im Rahmen des Projekts „Nachhaltige Sport[groß]veranstaltungen in Deutschland“ haben Experten sich über zwei Jahre wissenschaftlich und praktisch damit beschäftigt, wie Turniere, Meisterschaften oder Läufe in Zukunft ganzheitlich umweltschonend gestaltet werden können. Das Ergebnis ist ein öffentliches Portal mit konkreten Handlungsempfehlungen, hilfreichen Ressourcen und Beispielen aus der Praxis.

Aus dem Sport für den Sport

Anleitung und Werkzeug Das Herzstück des Portals, das ebenso wie das Projekt den Namen „Nachhaltige Sport[groß]veranstaltungen in Deutschland“ trägt, bildet der große Maßnahmenkatalog mit über 500 Impulsen zur nachhaltigen Gestaltung von sportlichen Events. Darunter zahlreiche Maßnahmen für Einsteiger, wie der Gebrauch von Mehrwegbechern oder die Nutzung von recycelten Papierprodukten, die auch im kleinen Rahmen, beispielsweise von lokalen Vereinen, umgesetzt werden können. Neben dem Maßnahmenkatalog verfügt das Portal außerdem über ein Planungstool, einen Wirkungsrechner und einen Selbstcheck, mit dem Veranstalter ihren Ausgangspunkt bestimmen können. „Es wird häufig von Nachhaltigkeit bei Sportveranstaltungen gesprochen. Aber was heißt das konkret und wie kann es bewertet werden? Mit diesem Portal geben wir den Veranstaltern erstmals Orientierung, wo es hingehen soll“, fasst Dr. Hartmut Stahl vom Öko-Institut zusammen. Das Portal ist unter www.nachhaltigesportveranstaltungen.de erreichbar.

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„Unser Ziel war es, ein Werkzeug zu schaffen, das Veranstalter jeder Größe dabei unterstützt, Nachhaltigkeit einfach und umsetzbar in ihre Veranstaltungen zu integrieren. Durch die Zusammenarbeit mit Athletinnen, Veranstaltern, NGOs und zahlreichen weiteren Institutionen konnten wir eine Plattform entwickeln, die echte Praxisnähe bietet und individuell anwendbar ist“, so Prof. Dr. Ralf

Roth von der Deutschen Sporthochschule Köln. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiteten der Deutsche Olympische Sportbund, die Deutsche Sporthochschule Köln und das Öko-Institut zwischen 2022 und 2024 in einem interdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsprozess zusammen. Gefördert wurde das Projekt durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat sowie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.

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Wussten Sie schon … ? Drei Fakten zur Nachhaltigkeit in Niedersachsen Mehr Sichtbarkeit durch Bundesregister Nachhaltigkeit Mit der Eintragung in das Bundesregister Nachhaltigkeit können Mitglieder der Architektenkammer Niedersachsen ihre Expertise im nachhaltigen Bauen gezielt sichtbar machen und ihre Marktposition stärken. Die 2025 gestartete Plattform der Architekten- und Ingenieurkammern bietet Bauwilligen eine zentrale Anlaufstelle für unabhängige Nachhaltigkeitskoordinatorinnen und -koordinatoren. Voraussetzung ist die Kammermitgliedschaft sowie der Nachweis entsprechender Fachkenntnisse, in der Regel über einen kostenfreien Online-Test. Alternativ können auch weitere anerkannte Qualifikationen eine direkte Eintragung ermöglichen – ohne zusätzlichen Leistungsnachweis.

„Grünes Band“ im Park der Gärten Im Park der Gärten in Bad Zwischenahn wurde ein rund 3.000 qm großer „Musterpark für den Klimaschutz“ angelegt. Er zieht sich wie ein Band durch das Gelände. Durch den infrastrukturellen Ausbau des Parks in den Bereichen musterhafte Wegebefestigungen, innovative Be- und Entwässerungssysteme, intelligentes Regenwassermanagement sowie klimaresistente Bepflanzungen ist ein maßgeblicher Beitrag zur urbanen Klimaanpassung entstanden, der als Inspiration für eine CO₂-Minderung und Klimaverbesserung dient. Eine interaktive Outdoorausstellung regt an, wie man persönlich beim Gärtnern zum Klimaschutz beitragen kann.

Finanzierungsinstrumente für die Wärmewende Die Wärmewende in Niedersachsen braucht in den kommenden Jahren erhebliche Mehrinvestitionen – etwa in erneuerbare Energiequellen, Quartierslösungen, energieeffiziente Gebäude und den Ausbau von Wärmenetzen. Neben Bundes- und Landesprogrammen sind Konzernkredite ein Hebel, mit dem niedersächsische Kommunen ihre kommunalen Stadtwerke finanziell stärken können. Zudem werden derzeit neue Bausteine auf Landesebene erarbeitet, die gezielt Kommunen, freigemeinnützige Träger und Bürgerenergiegesellschaften unterstützen sollen. Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) nennt auf Ihrer Website passende Programme: https://www.klimaschutz-niedersachsen. de/Finanzierungsinstrumente-fuer-die-Waermewende-in-Niedersachsen-4981

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Foto: aha

Denn in die Kompostierung kommt nur Abfall, der einen geringen Prozentsatz an solchen Fremdstoffen aufweist.

Abfallbehandlungszentrum Hannover.

Kompost-Scan: aha geht moderne Wege Im Abfallbehandlungszentrum Lahe kommt beim Thema Kreislaufwirtschaft neueste Technik zum Einsatz. Das Ergebnis: Kompost mit Gütesiegel.

Aus Abfall wird Strom Die reine Abfallverschaffung ist in Lahe einer Abfallaufbereitung ganz im Sinne des Klima- und Umweltschutzes gewichen. So trennt die Mechanisch-Biologische Restabfallbehandlungsanlange (MBA) den Hausabfall in grobe und feine Teile. Die sogenannte Grobfraktion wird in der benachbarten Müllverbrennungsanlage von EWW (Energy from waste) verstromt. Die Feinfraktion kommt in

große Gärbehälter, vergärt dort und das dabei entstehende Biogas wird in Blockheizkraftwerken in Energie umgewandelt – mit denen der Jahresverbrach von 150.000 Haushalten erzeugt wird.

Weitere Informationen Web-Wegweiser: www.aha-region.de Weitere Informationen Tel.: (0800) 999 11-99 Anschrift des Autors Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover Karl-Wiechert-Allee 60c 30625 Hannover

Bioabfall wird gescannt Nebenan im Bioabfallkompostwerk (BAK) kommen täglich bis zu 160 Tonnen Abfall aus Küche, Garten und Landschaftsbau an und werden dort zum Hannoverschen QualitätsKompost mit Gütesiegel (RAL-GZ 251) verarbeitet. Um den Qualitätsstandard halten zu können, setzt aha modernste Technik ein: Im Fuhrpark befindet sich beispielsweise ein Deep-Scan-Fahrzeug als Pilotprojekt, das den Bioabfall direkt in der Tonne auf nicht gewünschte Störstoffe überprüfen kann.

Foto: aha

Umgangssprachlich wird das Abfallbehandlungszentrum in Hannover-Lahe direkt an der A2 immer noch als Deponie bezeichnet. Doch die Bezeichnung ist längst nicht mehr korrekt. Der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) hat sich vielmehr das Thema Kreislaufwirtschaft ganz groß auf die Fahnen geschrieben.

Kreislaufwirtschaft beginnt im heimischen Abfalleimer Dass die von aha angestrebte Kreislaufwirtschaft nicht nur Sache des Entsorgers ist, zeigt das Beispiel Kompostierung sehr gut. „Jeder und jede einzelne kann mit einer gewissenhaften und korrekten Abfalltrennung dafür sorgen, unseren Job ein Stück weit einfacher zu machen und Kosten zu reduzieren“, gibt Florian Volk, Leiter der Abteilung Abfallbehandlung und stellvertretender Verbandsgeschäftsführer bei aha, zu bedenken und ergänzt: „Die Kreislaufwirtschaft beginnt im heimischen Abfalleimer.“

Klimaschutz und Biokreislauf gehen bei aha Hand in Hand. 19


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