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SchlossseitenPDF Ausgabe 02-2026 small

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SCHLOSSSEITEN

SCHLÖSSER, ARCHITEKTUR, INTERIORS, KUNST UND HANDWERK

EIN FORSTHAUS MIT

GESCHICHTE AM

ATTERSEE GUSTAV KLIMT

DAS SAMMLERPAAR LEOPOLD ÖFFNET SEIN HAUS

GOË SS

EIN SOMMER VOLLER KULTUR

SCHLÖSSER, SEEN UND DIE GROSSEN FESTSPIELE

BAUKOMPETENZ - VON DER IDEE ZUR VOLLENDUNG

GRAFENEGG - PRINZ METTERNICH ERZÄHLT

GUT BEHÜTET - STILSICHER DURCH DEN SOMMER

Seltener Verwandlungstisch von David Roentgen H 78, B 94, T 45 cm. Neuwied, um 1775–80. Ergebnis: 165.000 €

Bedeutendes Belle Epoque-Collier mit Diamanten L 38 cm. Gewicht 37,57 g. Um 1890. Ergebnis: 95.000 €

AUKTIONEN IN KÖLN 2026

19. Nov. Schmuck & Uhren

20. Nov. Kunstgewerbe

21. Nov. Alte Meister und 19. Jahrhundert

4. Dez. Photographie

4./5. Dez. Moderne und Zeitgenössische Kunst

10./11. Dez. Asiatische Kunst

Köln +49–221–9257290

Berlin +49–30–27876080

Brüssel +32–2–514 05 86

München +49–89–98107767

Frankfurt +49–176–202 119 58

Zürich +41– 44–422 19 11

info@lempertz.com www.lempertz.com

Bernard van Orley Portrait eines Edelmannes. Öl auf Holz. 54 x 40 cm. Ergebnis: 845.000 €

Das Kunsthaus Lempertz ist das weltweit älteste Auktionshaus in Familienbesitz und hat von Alten Meistern und Kunstgewerbe über Photographie, Moderne und Zeitgenössische Kunst bis hin zu Asiatika und Afrikanischer Kunst ein breites Spektrum zu bieten. Für jedes Kunstgebiet haben wir Experten, die mit viel Erfahrung und Freude Schätzungen vornehmen und Ihnen als Ansprechpartner jederzeit zur Verfügung stehen. 1845

FESTSPIELZEIT IN SALZBURG!

Lilly’s Art präsentiert auf der Art&Antique Salzburg österreichische und internationale Kostbarkeiten.

Besuchen Sie uns auf der traditionellen Salzburger Kunstmesse am neuen Standort am Kapitelplatz!

Art&Antique Salzburg - 15. bis 23. August 2026 BISCHOFSHAUS der ERZDIÖZESE Salzburg, Kapitelplatz 2, 5020 Salzburg

Max Weiler

1910 Absam/Tirol - 2001 Wien „Mittelmeerische Landschaft“ signiert und datiert „MWeiler 72“ Tempera auf Leinwand, 40 x 60 cm

Seltene jagdliche Empireuhr Wien, erstes Viertel 19. Jahrhundert Bronze patiniert und feuervergoldet 31 x 26,5 cm

Dorotheergasse 13 A-1010 Wien

Tel. +43 1 512 88 03

offi ce@lillys-art.com www.lillys-art.com

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wie schön, dass wir in einem Land leben, in dem Kultur hochgehalten wird. Während andere in die Ferne schweifen, erwacht Österreich im Sommer zu besonderem Leben und beglückt die Daheimgebliebenen ebenso wie Reisende mit großartigen kulturellen Festspielen.

Die Salzburger Festspiele sind weltweit bekannt, begeistern seit Jahrzehnten ihr Publikum und verzaubern nicht nur Salzburg selbst, sondern strahlen weit über die Region hinaus. Man folgt den Aufführungen, lässt sich von den künstlerischen Darbietungen beeindrucken und genießt abseits der Vorstellungen einen Aperitivo oder herrliche österreichische Schmankerl – oft mit einem feinen Twist mediterraner Küche.

Doch auch mit Blick Richtung Vorarlberg muss man sagen: Was dort in den vergangenen Jahrzehnten entstanden ist, ist beeindruckend. Die Bregenzer Festspiele mit ihrer spektakulären Seebühne, der markanten Architektur und der naturbelassenen Landschaft rundherum sollte man unbedingt in die eigene Reiseplanung aufnehmen.

Für alle Wienerinnen und Wiener, aber auch für Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher, liegt mit Grafenegg ein kulturelles Juwel in kurzer Fahrdistanz. Dort hat Tassilo Metternich-Sándor sein Schloss für Kulturliebhaber geöffnet. Grafenegg ist ein Vorzeigeprojekt dafür, wie über mehr als 20 Jahre etwas Großes wachsen kann. Wir haben den Hausherrn zu den Anfängen, zur Entwicklung und zur Zukunft dieses besonderen Ortes befragt.

Und wenn Sie die Familie Leopold kennen – die Nachkommen des Gründers des Leopold Museums

EDITORIAL

SCHLOSSSEITEN – AUSGABE 2/2026

in Wien –, dann möchte ich Ihnen besonders unsere Homestory ans Herz legen: Seite 30.

Haben Sie schon die Biennale in Venedig gesehen? Dort zeigt Österreich eindrucksvoll, welche Kraft Aktionskunst entfalten kann: Zunächst irritierend, möglicherweise sogar schockierend – und dann bleibt man gedanklich daran hängen und beginnt zu verstehen, was Kunst alles sein kann. Alle Infos dazu finden Sie auf Seite 142.

Wenn wir schon bei der Kunst sind, möchte ich allen Klimt-Liebhaberinnen und -Liebhabern unsere Serie „GUSTAV KLIMT – FRAUEN MIT GESCHICHTE“ empfehlen, diesmal mit „Die Avantgardistin: Friederike Maria Beer-Monti – Muse, Modell, Mäzenin“. Im Anschluss daran finden Sie eine ganz besondere Gelegenheit: Ein Forsthaus am Attersee, in dem Gustav Klimt zwei Sommer verbrachte, steht zum Verkauf. Vielleicht werden gerade Sie diese Geschichte weiterschreiben. 400 Quadratmeter gelebte Geschichte an einem der schönsten Seen Österreichs

Zu Letzteren zählt natürlich auch der größte See Kärntens, der Wörthersee. Dort treffen wir Leopold Goëss, der gleich drei Schlösser verwaltet. Er hat uns die Türen zu zwei davon geöffnet und erzählt, wie sein Alltag aussieht – und welchem Brotberuf er daneben noch nachgeht.

Natürlich haben wir uns auch den klassischen Sommerthemen gewidmet: Reisen, Mode, Garten und Renovierung – schließlich werden gerade in den wärmsten Monaten des Jahres vermehrt Veränderungen im eigenen Zuhause in Angriff genommen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude mit dieser Ausgabe, einen wunderbaren Sommer und vor allem zahlreiche inspirierende Momente beim Genießen des vielfältigen Kulturangebots.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Hoch über den Dächern Salzburgs

KURFÜRSTLICHES JÄGERHAUS

Feriendomizil im Denkmal

78 FEST (mit) SPIELE(n) in SALZBURG

Tipps für einen genussreichen Aufenthalt

PLACES2GO SALZBURG

Merkel und Merkel, Hubers im Fischerwirt, Das Goldberg

GUSTAV KLIMT

Teil der

98 FORSTHAUS WEISSENBACH ZUM VERKAUF

Hier, wo Gustav Klimt schon ein und aus ging 104 NEUE EIGENTÜMER GESUCHT

… für Mühle in Leopoldskron, Salzburg 112 ZINKENBACHER MALERKOLONIE

Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart 118 BAUKOMPETENZ OHNE KOMPROMISSE

Von der Idee zur Vollendung 124 DIE WELT EIN STÜCK BESSER MACHEN

Albert Achammer

DIE GROSSE JUBILÄUMSAUSSTELLUNG

COUTURE in Salzburg

ELFENZAUBER und MÄRCHENTRÄUME

SUSANNE SPATT

Handwerk & die Kunst des schönen Lebens

Der Hut ist kein Accessoire, er ist eine Aussage

WIRKLICH ZÄHLT, IST DIE

Besuch bei Josef Renz

Vermögen ist, was man daraus macht.

Mit Österreichs größter Vermögensverwaltungsbank

Die LLB Gruppe ist Nummer 1 in Europa

llb.at/vermögensverwaltung

288 SCHLOSS GRAFENEGG

250 MUSEEN AN DEN SCHÖNSTEN ORTEN SALZBURGS

252 GROSSE HERBSTAUKTION

Auf Schloss Ahlden

254 ROBERT RAMSAUER

Kunst statt Kapital

261 DIE BEWAHRER DER PATINA

Andrea und Richard Addison

270 HERITAGE meets CONTEMPORARY

By Land Rover

276 FRAMES OF ELEGANCE

Carolina Porsche und die Kunst, Persönlichkeit sichtbar zu machen

284 ART DÉCO NEU GEDACHT

286 STARKE FRAUEN

Eine besondere Freundschaft

288 SCHLOSS GRAFENEGG

Hausherr Tassilo Metternich-Sándor vor Ort

300 KULTURGENUSS GRAFENEGG

304 THE ALPINA GSTAAD Eine Auszeit, die in Erinnerung bleibt

310 GESUND FÜR GENERATIONEN

316 GUSTAV, DER SCHLOSSHUND

318 KOLUMNE EVA VON SCHILGEN Liebestöter

320 KOLUMNE BEATRICE TOUROU AI

322 IMPRESSUM

ABO BESTELLEN

E-Mail: abo@schlossseiten.at Telefon: +49 40 23670 308

SCHLOSS

EBENTHAL

Ein Besuch bei Leopold Goëss, der die familieneigenen Schlösser Moosburg und Ebenthal mit Herz und Professionalität in eine gute Zukunft führt. Im hochherrschaftlichen Schloss Ebenthal lebt Leopold Goëss mit seinen fünf Kindern und sieht dies als Privileg.

Ahnen an den Wänden, Kristallluster und marmorne

Treppen charakterisieren das Entree.

Im barocken Festsaal scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

Was bedeutet es für dich, für drei Schlösser verantwortlich zu sein?

Zuallererst muss ich sagen, dass es natürlich eine Ehre und eine Freude ist. Man muss vermutlich mit Dankbarkeit und ein wenig Demut an die Sache herangehen. Tatsächlich ist es ein teures „Hobby“, wenn man so will. Wir empfinden es jedenfalls auch als Privileg, so leben zu dürfen. Wichtig ist mir, zu erwähnen, dass diese Last nicht allein auf meinen Schultern ruht, sondern dass diese Aufgabe tatsächlich die Familie mit mir gemeinsam trägt.

Vielen Menschen erscheint ein „Schlossleben“ romantisch und glamourös. Wie viel Zeit verbringt man jedoch mit Verwaltung, Handwerkern, Behörden und Budgetplanung bzw. womit finanziert man das? Romantisch? Ja! Glamourös? Wahrscheinlich auch. Aber es ist natürlich mit einem erheblichen Aufwand verbunden, solche Häuser zu betreiben und in Schuss zu halten. Früher wurden viele Aufgaben wie die Gartenpflege, Reparaturen und anderes mehr vom Personal in der Landund Forstwirtschaft im Rahmen der Gutshöfe abgedeckt. Heute müssen diese extern zugekauft werden. Auch der administrative Aufwand ist nicht zu unterschätzen.

Wie schaffst du die Balance zwischen wirtschaftlicher Realität, historischem Erbe und einem richtigen Zuhause?

Das ist eine Frage, die ich mir Gott sei Dank wegen mehrerer Glücksfälle nur selten stellen muss. Meistens dann, wenn gerade wieder ein Teil von einem Dach heruntergekommen ist, es irgendwo hineinregnet und gleichzeitig eine Steuernachzahlung ansteht ... Unser Betrieb ist recht vielschichtig und leistungsfähig aufgestellt, was mir eine gewisse finanzielle Basis sichert. Zum anderen sind unsere Schlösser im Vergleich recht kompakt – mein Vater würde dazu „Einfamilienschlösser“ sagen. Das ermöglicht meiner Familie, gemeinsam mit der oben erwähnten familiären Basis, eine gute Balance zu finden. Aber ja: Wir – und damit meine ich vor allem die nächste Generation – müssen laufend versuchen, langfristig die Weiterentwicklung der unternehmerischen Rahmenbedingungen (Erbschaftsund Vermögenssteuern, Veränderungen in der alpinen/ europäischen Forstwirtschaft etc.) vorherzusehen und uns entsprechend strategisch aufzustellen.

SCHLOSS MOOSBURG

... unweit des Wörthersees

Schloss Moosburg wurde erstmals im 9. Jahrhundert erwähnt. Die Anlage thront auf einem Hügel über dem Ort.

Der Salon und die wunderschön möblierten Zimmer stehen Hotelgästen zur Verfügung.

SCHLOSS MOOSBURG

Ein Besuch bei Leopold Goëss in einem der geschichtsträchtigsten Schlösser Kärntens – zwischen Renaissancekunst, familiärer Tradition und zeitloser Gastlichkeit.

Auf einem Hügel zwischen saftigen Kärntner Wiesen und Wäldern, umgeben von ausgedehnten Mooren und Fischteichen, thront Schloss Moosburg. Schroffe, hohe Fassaden, starke Mauern, rot-weiß-rote Fensterbalken und ein mit Schindeln gedeckter Kapellenturm charakterisieren die ehemalige Ritterburg. Schon das uralte, schmiedeeiserne Tor, das die Symbole früherer Besitzer in sich trägt, lädt dazu ein, den Innenhof zu betreten, wo uns Hausherr Leopold Goëss erwartet.

Hier verschanzten sich die Pfalzgrafen, die vor mehr als tausend Jahren die Zugbrücken heben und Angreifer mit Pech und Schwefel überschütten konnten. Sie waren für die Sicherheit der Wege zuständig. Der Karolinger Arnulf von Kärnten, ein Enkel Karls des

Großen und von 896 bis 899 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, soll hier zur Welt gekommen sein. Bereits im 9. Jahrhundert befand sich hier also ein befestigter Herrschaftssitz. Er lag damals an der südöstlichen Grenze des Karolingerreiches in einem politisch sensiblen Gebiet zwischen Alpenraum und Balkan. Historiker vermuten, dass sich hier die sogenannte „Curtis Mosaburch“ befand, ein Königshof mit militärischer und administrativer Funktion. Ob Arnulf tatsächlich hier geboren wurde, lässt sich historisch nicht endgültig beweisen, doch die Verbindung ist stark genug, sodass die Region bis heute als „Arnulfsort“ gilt. „Dort hinten ist der Arnulfsturm“, sagt Hoteldirektor und Verwalter Ernst Bauer und zeigt über die Landschaft. Und tatsächlich ist zwischen den Baumwipfeln hinter den heutigen Teichen noch eine Ruine zu sehen.

GOËSS

Besitzer von Schloss Moosburg

„Zwischen mittelalterlichen Mauern, stillen Mooren und jahrhundertealten Familiengeschichten zeigt Schloss Moosburg, wie lebendig kulturelles Erbe sein kann.“

Wer einmal das schwere Tor geöffnet hat, ist der Geschichte auf der Spur. Arkadengänge, jahrhundertealte Stufen, dicke Mauern und schmale Durchgänge führen hinauf in die verschiedenen Stockwerke. Alles wirkt heute noch wehrhaft und doch wohnlich. Aus der frühen Anlage entwickelte sich eine mittelalterliche Burg und danach das heutige Schloss. Es entstand im 16. Jahrhundert unter der protestantischen Familie Ernau; sie gehörte zu den bedeutendsten Adelsfamilien Kärntens und prägt Moosburg architektonisch bis heute.

Mit der Gegenreformation kam allerdings der Einschnitt. Die protestantischen Ernauer – „Sie waren unbelehrbar“, erläutert Ernst Bauer trocken – mussten Kärnten verlassen. In der Folgezeit wechselte das Schloss mehrfach seinen Besitzer. Viele interessierten sich weniger für das Gebäude selbst als für den prestigeträchtigen Pfalzgrafentitel, der mit Moosburg verbunden war. Erst 1708, aber immerhin bereits vor mehr als 300 Jahren, gelangte das Schloss Moosburg in den Besitz der Familie Goëss. Die zwei leicht versetzten Hauptgebäude, der etwas abseits stehende Rundturm, die eindrucksvollen, wehrhaften Mauern und die wunderschöne kleine Kapelle bilden eine unverwechselbare Einheit, die zwar nie von der Familie bewohnt, jedoch immer in Schuss gehalten wurde –sei es als Verwaltungssitz für den eigenen Betrieb, als jahrelanger Standort der örtlichen Volksschule oder als Hotel und Restaurant.

Seit vielen Jahren hat nun Leopold Goëss hier das Sagen und führt Schloss Moosburg heute gemeinsam mit seiner Familie. Ursprünglich studierte er Forstwirtschaft, bevor er in das Familienunternehmen einstieg. Zum Besitz gehören nicht nur das Schlosshotel selbst, sondern auch Forst- und Landwirtschaftsflächen, Jagdreviere sowie Fischteiche. Der Erhalt der historischen Kulturlandschaft rund um das Anwesen war immer ein zentrales Interesse der Familie. Auch Ute, Leopold Goëss’ vor einem Jahr viel zu früh und jung verstorbene Ehefrau und Mutter seiner fünf Kinder, spielte eine wichtige Rolle. Gemeinsam begannen sie, das Schloss behutsam zu renovieren und wieder mit Leben zu füllen. Alte Möbel, Gemälde und Erinnerungsstücke aus Familienbesitz wurden aus Depots, Archiven und Abstellräumen geholt, restauriert und wieder in die Räume integriert.

Wer Schloss Moosburg heute betritt, spürt sofort den Charme des Hauses. Die Gänge knarren, die Mauern atmen Geschichte, die Räume wirken gemütlich und belebt. In den Salons hat man nicht das Gefühl, in einem Hotel zu sein.

LEOPOLD

Viele bauliche Details erzählen von der jahrhundertealten Geschichte des Schlosses.

Man lässt sich am besten in einen Fauteuil fallen und die Blicke auf das Interieur sowie die vielen liebevollen Details schweifen: ein Bärenfell auf der Kommode, ein hölzernes Vogerl auf dem Lampenschirm oder die Stiche und Bilder an den Wänden, die Moosburgs Historie erzählen.

Ganz besonders eindrucksvoll ist das etwa 15 Meter lange Deckenfries im ersten Stock des Schlosses, das mit Ornamenten und Wappenmotiven bestückt ist. In Medaillons erscheinen auf der einen Seite ein Sultan und ein Mufti, auf der anderen Kaiser Rudolf II. und Papst Sixtus. Laut Restauratoren wurde die weiße Farbe der unerklärbaren Plafond-Geschichte seit seiner Entstehung im Jahre 1616 niemals überstrichen, was ein seltener Glücksfall für Stuck aus der Renaissancezeit zu sein scheint.

Besonders sehenswert ist die Schlosskapelle. Mit ihrer ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert stammenden, bis heute original erhaltenen Holzkassettendecke mit floralem Muster bildet sie ein Herzstück des Schlosses. Ursprünglich als protestantische, später als katholische Kirche geweiht, wird hier bis heute einmal jährlich

Foto links: Die Kirche bildet das Herzstück von Schloss Moosburg und wird gerne von Hochzeitspaaren genützt.

Foto oben: Der großzügige Innenhof des Schlosses bietet Platz für Empfänge und Feste.

eine Festmesse gefeiert. Wunderschön ist der reich verzierte Altar, aber auch die Wappen der ehemaligen Besitzerfamilien, die marmornen, in die Wände eingelassenen Grabsteine und die Bilder an den Wänden sind bemerkenswert. Ernst Bauer zeigt beispielsweise mit Stolz auf ein Gemälde nach Van Dyck.

Das Schlosshotel ist ebenfalls mit schönen alten Dingen gut bestückt. Für den Hausherrn Leopold Goëss macht gerade das den besonderen Charme des Hauses aus. Nichts wirkt wie aus einem Katalog, jeder Raum hat seinen eigenen Charakter – dies gilt auch für die 18 Doppelzimmer, die von Mai bis Oktober gut gebucht sind. Wanderer, Naturliebhaber, ganze Familien sind willkommen. Oft ist es auch eine Hochzeitsgesellschaft, die im schlosseigenen Rittersaal unter einem beeindruckenden gotischen Gewölbe feiert.

„Unser Haus soll sich nicht anfühlen wie das Hotel einer großen Kette. Wir setzen auf Individualität, auf Behutsamkeit und Atmosphäre. Gäste sollen sich fühlen, als wären sie bei uns zu Hause“, lautet das Credo von Leopold Goëss. Für die Zukunft plant er noch, einzelne Nebengebäude zu sanieren, und hofft, dass sich im Laufe der kommenden Jahre seine eigenen Kinder in Moosburg engagieren werden. Die Hoffnung ist begründet, studiert doch der älteste Sohn Hospitality Management, während sich die älteste Tochter für Kunstgeschichte interessiert. Und nicht zu vergessen: Es gibt noch weitere drei Kinder.

„Wer durch das alte Tor geht, betritt nicht nur ein Schloss, sondern eine Welt aus Geschichte, Erinnerung und gelebter Gastfreundschaft.“

Bild rechts: Ernst Bauer kümmert sich seit 2020 ganzjährig um alle Belange des Hauses, seiner Gäste und des Gartens.

Bild unten: Die Zimmer sind elegant und liebevoll möbliert. Man soll sich als Gast wie zu Hause fühlen.

Kärnten PLACES TO GO

SEE APPARTEMENTS EDEN

Wörthersee­Architektur in ihrer schönsten Form

Die Geschichte der Villa Eden begann im Jahr 1913 – mitten in der Blütezeit der Wörthersee-Architektur. Baronin Stefanie Turkovic ließ die Villa Eden nach Plänen von Prof. Franz Baumgartner errichten, einem der bedeutendsten Vertreter dieser Architekturrichtung. Die heutige Villa Eden gilt als Schlüsselbau Baumgartners. Hier verschmelzen englische Landhaus-Tradition und bürgerliche Goethezeit-Architektur zu einem bis heute stilprägenden Wörthersee-Villentyp. Seit 2020 führt Anna die See Appartements Eden in dritter Generation – mit klarem Blick für Qualität, Design und echte Gastfreundschaft.

Das Anwesen liegt in einer absoluten Premiumlage am Nordufer des Wörthersees. Neun hochwertig ausgestattete Appartements, zwischen 30 m² und 85 m² groß, bieten einen gemütlichen Komfort in einem stilvollen Ambiente. Jedes Appartement wurde mit eigenem Charakter, viel Licht und liebevollen Details ausstaf-

fiert. Voll ausgestattete Küchen, Balkone oder Terrassen – viele mit direktem oder seitlichem Seeblick – gehören zum Standard. Ein besonderes Highlight ist der private Seezugang mit Badesteg und großzügiger Liegewiese. Die Gäste genießen direkten Zugang zum türkisblauen Wasser – exklusiv, ruhig und fernab von jeglichem Trubel. Ein Luxus, der am Wörthersee selten geworden ist.

SEE APPARTEMENTS EDEN Werftenstraße 69–73, 9210 Pörtschach am Wörthersee +43 664 3247449 www.seeappartements-eden.com

FRÜHSTÜCK

AM SEE

Ein stiller Morgen, glattes Wasser und die ersten Sonnenstrahlen auf dem Tisch. Feines Porzellan in Himmelblau, natürliche Flechtwerke und der frische Duft des Sees erzählen von entspannten Stunden am Seeufer. Dazu ein Croissant, ein kräftiger Kaffee und das leise Rauschen der Wellen. Der Tag beginnt leicht, unbeschwert und voller Sommergefühl.

1. Blockprint-Servietten „Casablanca“, 4er-Set, von thesalonette.de, um € 48 | 2. Rattan-Karaffe „Chantilly“, von Pigment France, bei abask.com, um € 680 | 3. Ganz im Zeichen des Sees: Platzteller (32 cm), in Hellblau mit Goldrand, von Augarten Porzellan, um € 263 | 4. KULT: Rattansessel „Houlgate“, von maisonlouisdrucker.com, um € 1.261 | 5. Mit Gold an den Lippen aufstehen, das geht mit der Tasse „Belvedere“, von Augarten Porzellan, um € 355 | 6. Grün gestreift gibt es als Speiseteller (25 cm), von Gmundner Keramik, um € 46 | 7. Farbige Eierbecher aus Borosilikatglas, bringen Farbe, Form und Funktion in den Alltag, von connox.at, um € 7,50 | 8. Ans Bett serviert mit dem Tablett „Reims“, aus Leder und Rattan, von Pigment France, bei abask.com, um € 1.389 | 9. Butterdose „Auerhahn“, von mrsalice.com, um € 90

Kärnten PLACES TO GO

SEEHAUS WEISSENSEE

Echte Schönheit wächst mit den Jahren.

In der Patina eines alten Schranks. In den Gebrauchsspuren eines Bauerntisches. Im geschnitzten Kopfteil eines Bettes, das Generationen begleitet hat. Als Seehaus und Appartementhaus des Strandhotels am Weissensee neu gestaltet wurden, war klar: Wir möchten eine individuelle Einrichtung, die Geschichte hat und Geschichten erzählt.

Gemeinsam mit der Wiener Designerin Suzy Löscher wurden historische Einzelstücke, Bauernmöbel, Schränke und Fundstücke sorgfältig ausgewählt, restauriert und mit viel Liebe neu inszeniert. Jedes Stück erzählt seine eigene Geschichte – und darf sie weitererzählen.

Zwischen Weissensee, Bergen und Wäldern treffen traditionelle Handwerkskunst und zeitgemäßer Boutique-Stil aufeinander. Alte Materialien erhalten eine neue Aufgabe. Vergangenes wird Teil der Zukunft.

Mit dem Rabattcode „SCHLOSSSEITEN“ –15 % ab 2 Nächtigungen im September und Oktober 2026 ! www.strandhotel-weissensee.at/schlossseiten

Seehaus am Weissensee 9762 Weissensee Tel.: +43 4713 2219 info@strandhotel-weissensee.at INFOBOX

Geschichten und Details der Einzelstücke zum Nachlesen: https://lilu.at/ seehaus­am­weissensee

SCHLOSSSEITEN-PODCAST JETZT HÖREN

PODCAST PARKETTGEFLÜSTER

„Wenn das Parkett sprechen könnte …“ – dann würde es von Stil, Charakter und gelebter Ästhetik erzählen. Mit „Parkettgeflüster“ startet Schlossseiten ein neues Podcast-Format, das die Welt eleganter Räume neu interpretiert. Moderatorin Lisa Gasteiger-Rabenstein lädt außergewöhnliche Persönlichkeiten aus Interior, Kunst, Design und Kultur zum Gespräch – und rückt nicht die Geschichte in den Mittelpunkt, sondern

Schlossherr und Verwalter von der Burg Clam

das stilvolle Wohnen im Hier und Jetzt. Ob Schloss, Herrenhaus oder Stadtvilla: In jeder Folge geht es um moderne Lebenswelten mit historischem Charme, um Lieblingsobjekte, Räume mit Seele und die Frage, was Eleganz heute bedeutet. „Parkettgeflüster“ ist ein neuer Podcast für alle, die Schönheit leben und sich von besonderen Orten inspirieren lassen möchten.

In Folge 10 von „Parkettgeflüster“ nimmt uns Carl Philip Clam-Martinic mit hinter die Mauern der berühmten Burg Clam im oberösterreichischen Mühlviertel – einem Ort, an dem seit Jahrhunderten Geschichte geschrieben wird. Im Gespräch mit Lisa Gasteiger-Rabenstein erzählt er von seiner Kindheit zwischen Rittersaal und Konzertbühne, vom Leben auf einer mittelalterlichen Burg und von der Verantwortung, ein historisches Familienerbe in die Zukunft zu führen. Wie schafft man es, eine Burg aus dem 12. Jahrhundert lebendig zu halten? Warum treten internationale Weltstars wie Sting, Lenny Kravitz oder Alanis Morissette ausgerechnet in Clam auf? Und weshalb sagt Carl Philip Clam-Martinic über sich selbst, er sei zwar „reich an Steinen“, aber niemals „steinreich“? „Parkettgeflüster“ – ab dem 1. Juli auf allen bekannten Podcast-Plattformen verfügbar!

CARL-PHILIP CLAM

Felix Albrecht Harta „Stillleben mit Büchern“ (o.D.), französische Konsolentische aus den 1930er­Jahren, Ottomane von HAY, Sessel „Togo“ von Michel Ducaroy für Ligne Roset in limitiertem Bezug von Raf Simons, marokkanischer Teppich von Galerie Gebhart Blazek aus Graz. Bild groß rechts: „Untitled“ (2025) von Nina Akhobadze

Egon Schiele „Elegante Beine“ (1910)

Dieses Aquarell befand sich interessanterweise einmal im Besitz von Barbra Streisand.

SCHACHMATT

Zug um Zug richtete das Sammlerpaar Leopold sein neues Haus in bevorzugter Grünruhelage ein, welches die junge Familie an einem Valentinstag bezogen hatte. Über drei Ebenen ist die Kunst der Leitfaden, der sich vom neuen Büro über die Wohnbereiche zieht und in einer Skulptur mündet, die über das Stiegenhaus der Jahrhundertwende­Villa hineinbricht.

Text und Produktion von Beatrice Tourou, Fotos von Ramona Hackl

Wenn sich zwei kunstsinnige Menschen bei einem Abendessen kennenlernen und daraus nicht nur eine berufliche Liaison wird, sondern ganz natürlich auch eine romantische, und diese dann ganz natürlich in einem Kind Ausdruck findet, ist das meist der Zeitpunkt, an dem man sich räumlich verändern möchte.

Nicht Wien. Aus dem ursprünglichen Wunsch von Christina Anderle, der Verlobten von Nikolaus Leopold, nur noch ein Pied-à-Terre im 3. Bezirk in Wien zu behalten und nach London zu ziehen, ist genau das Gegenteil geworden, als ein Zufall der jungen Familie die Marienvilla im 19. Bezirk zuspielte. Nikolaus, Founder von Leopold Fine Arts, und Christina, die bei Leopold für die Provenienzforschung zuständig ist und zuvor das Thema bei Sotheby’s bespielte, zogen exakt am Valentinstag in einer Nacht-und-NebelAktion mit zwei blauen Ikea-Taschen und Töchterchen Iphigenia im Arm in die frisch sanierte historische Villa, die zu dem Zeitpunkt nur Bett und Couch beherbergte. „Ich musste Christina wirklich überreden, sich das Haus anzusehen, denn eigentlich wollte sie gar nicht in Wien bleiben.“ Zwei Jahre hatte Nikolaus nach einem neuen Zuhause und vielleicht einer Möglichkeit gesucht, das Büro der ehemaligen Himmelpfortgasse mit seinem Wohnraum zu vereinen. Als ein Freund durch Zufall mit einer Frau auf der Straße ums Eck der Villa ins Gespräch kam, stellte sich heraus, dass diese gerade ein Haus geerbt hatte und plante, dieses zu verkaufen. Also handelte Nikolaus unverzüglich. Nachdem Christina den Originalbestand gesehen hatte, war auch sie überzeugt, denn es war klar: Ein Format wie Leopold passt weder beruflich noch privat in einen Neubau – dafür gibt es bereits das Museum.

Mit dem Beruf leben. Leopold Fine Arts fand sich im Mezzanin ein und beherbergt die beruflichen Themen des Paares, das miteinander lebt und arbeitet. Auf ca. 150 m2 sieht man nicht nur Kunst, die zum Kauf angeboten wird, sondern auch Kunstwerke aus der permanenten Sammlung, die ausschließlich an Museen verliehen und in Ausstellungen in die Welt getragen werden. Parallel dazu entsteht die Marke Lpld, über die limitierte Fine Art Prints ausgewählter Werke aus der Sammlung Leopold erworben werden können. Die Bibliothek unterstützt die Provenienzforschung und andere Agenden des Hauses, die mit der Musik um einen weiteren Punkt bereichert wurden. Nikolaus Leopold, selbst Musiker (Cello und Klavier), hat so-

mit auch den passenden Raum für seine Hauskonzerte gefunden, die auf dem Klavier gespielt werden, das unweit noch bei seinem Vater steht.

Erbe. Bei Tischgesprächen wird der Großvater, Rudolf Leopold, oft genannt. Er ist dafür verantwortlich, dass es das Leopold Museum im MuseumsQuartier gibt. Er war es auch, der den Grundstein für die weltweit größte Schiele-Sammlung legte sowie die Wiener Moderne mit seiner Kunstsinnigkeit und seiner Weitsicht zusammenführte. „Ein Erbe, das Fluch und Segen zugleich ist“, weiß Nikolaus Leopold zu berichten, der seinen Brotberuf als Musiker eigentlich gerne weiter ausüben wollte, aber wie viele andere Musiker in der Musikindustrie einfach keinen Platz für ein Familienleben sah. Leopold Fine Arts hat ganz im Gegenteil die Familie sogar in den Beruf inkludiert.

Kuratieren. Der Kunsthandel, den Nikolaus im Jahr 2020 gemeinsam mit seiner Schwester Valerie gegründet hat, findet zwar nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, aber by appointment only. Es sind diskrete Türen, die nur bei Zuruf der richtigen Namen geöffnet werden. Die Sammler, in deren Hände die Kunstwerke wandern, sind meist sehr kunstaffine Menschen, in deren Sammlungen Objekte gezielt positioniert werden. Die nächsten Schritte im Collection Management werden gerne bei ausgedehnten Abendessen besprochen. Denn der Wert der Kunst ermisst sich nicht nur an Auktionsergebnissen, sondern auch daran, aus welcher Sammlung sie stammt und in welchen Museen sie gezeigt wird. Wer wie die junge Familie Leopold Kunst und Sammler unter einem Dach kuratiert, lebt natürlich in ständigem Wandel. Bilder kommen und gehen, werden verpackt und in die Welt verliehen oder machen neuen Bildern Platz, die dann einen neuen Raum formen.

Kunst, die sich manchmal selbst einlädt und wie ein Enfant Terrible zunächst unpassend und dann zwischendurch notwendig wirkt. Wie der Chandelier von Gelatin, einer österreichischen Künstlergruppe, der eigentlich gar nicht im Kinderzimmer geplant war und bereits 2008 im Musée d’Art Moderne in Paris ausgestellt wurde. „Ich hatte ein schönes Pinterest Board sowie eine konkrete Idee zu dem Zimmer, und als die schöne Tapete montiert war, hat mir Niko einfach den Chandelier installiert. Anfangs wusste ich nicht, ob mir das so wirklich gefällt, doch jetzt bin ich der Meinung, der Raum braucht den Bruch.“

Überraschenderweise deckt eine Gmundnerin keine Gmundner Keramik auf. „Meist decke ich mit unserer handgemachten Keramik aus Toulouse von der Designerin Anastasia Canellias, die hinter der Marke Homère steht. Zu den fröhlichen Rosé­, Grün­ und Blautönen kommen dann noch bunte Gläser, eine gemusterte Tischdecke und Besteck von Laguiole in Hellgelb, Tischsets, Servietten, Serviettenringe etc. Deko wie unsere Pölster, Vorhänge und Rollos stammen von Fraser Interiors.“

Im Kinderzimmer hängt ein Luster von Gelatin, der zuvor im Musée d’Art Moderne in Paris zu sehen war.

Ist man zu Gast bei den Leopolds, verfällt man der Kunst on the spot, wenn es nicht schon vorher so war.

Das Neonorange in der Küche war der Schachzug von Christina. Nikolaus fand die Farbe sehr hart, aber wenn man im Schlafzimmer steht, öffnet sich eine Farbachse, die aussieht wie ein Mondrian. Der gesamte Umzug ging schnell und nebenbei, denn das Kind schläft mal besser, mal schlechter; dementsprechend jonglieren die Leopolds ihren Alltag mal mit mehr, mal mit weniger Energie.

Praktisch war, dass Christina im Haus von Nikolaus’ Familie in Grinzing zwischen Möbeln und Keramik stöbern durfte, denn es gibt so viel, dass für alle mehr als genug da ist. „Die vielen Vasen und Schalen sind dort zu Unmengen in Vitrinen verstaut, alle mit Patina und alt. Einfach wunderschön!“ Ausgangspunkt war die authentisch erhaltene Struktur des Hauses, dessen Schachbrettboden im Entree den Dialog mit Christina eröffnete und die Basis für Einrichtungsvorschläge war. Denn möbliert hat Christina selbst. Bei der Dekoration hat Fraser Interiors geholfen.

Gastgeben. Aufbauend auf der historischen Struktur, hat man wenig verändert, das meiste bewahrt, nur das Bad wirklich modernisiert und die Küche, die trotz der kompakten Größe ganze Dinnergesellschaften bespeist, sowie den Raum für die Kunst gelassen, die kommt und geht.

„Bei förmlicheren Abendessen mit Geschäftspartnern gibt es dann schon Vorspeise, gern knackigen Salat mit gebratenem Ziegenkäse, Honig und Feigen, Hauptgang und Nachspeise. Als letzten Gang serviere ich am liebsten eine fruchtige, leichte Topfencreme nach dem Rezept meiner Stiefmutter. Für Events im Office von Leopold Fine Arts, das sich im Hochparterre unseres Hauses befindet, kommen wir gerne auf ein Catering unserer inzwischen lieben Freunde Manuel und Britt von ALICE im dritten Bezirk zurück. Er ist Italiener, sie ist Dänin – eine super Kombination, sowohl kulinarisch als auch persönlich.“

Kunst. Die Ouvertüre ist aber beim Tischgespräch die Kunst an den Wänden. Dafür wurden die Wände bespachtelt und benetzt, bevor sie in Neonorange, Taubenblau, Waldgrün und Brombeere bemalt wur-

den. Viel Mut zur Farbe als Backdrop für zeitgenössische Kunst, aber auch Alte Meister und Moderne wie zum Beispiel Max Liebermanns „Holländisches Bauernhaus“ (1882) oder Felix Albrecht Hartas „Stillleben mit Büchern“ (o.D.), beides seinerseits erworben von Rudolf Leopold. Gegenüber hängt Nina Akhobadzes „Untitled“ (2025) aus der Galerie von Roberta Keil, einer Studienfreundin von Christina. „Mein Großvater hatte einen überdimensionierten, sehr morbiden Egger­Lienz über seinem Bett hängen und Zeit seines Lebens Schlafprobleme“, erzählt Nikolaus. „Ich dachte mir schon als Kind: ,Bei dem Bild ist das doch klar.‘ Man nimmt ja das Damoklesschwert der Sterblichkeit mit in den Schlaf – das konnte nicht gesund sein.“

Der Großvater, Rudolf Leopold, von Beruf Augenarzt, wäre selbst gern Künstler geworden, öffnete aber den Menschen die Augen für Kunst – nicht nur mit seiner Sammlung und dem Museum, sondern auch mit seiner Familie, die die Liebe zur Kunst weiterträgt. Für Nikolaus selbstverständlich: „Ich sehe es schon als meine Aufgabe, auch zeitgenössische Künstler in Österreich zu fördern. Besonders die Werke von Gelatin finde ich großartig und ich erfreue mich jeden Tag an ihnen. Der Tisch in unserem Büro zum Beispiel ist eines meiner absoluten Lieblingsstücke in meiner Sammlung.“

Ist man Gast bei den Leopolds, verfällt man der Kunst on the spot, wenn das nicht ohnehin schon vorher so war. Beide Kunsthistoriker haben die Gabe, Kunst nicht nur im Gespräch, sondern auch im Raum natürlich zu verpacken. Das Esszimmer steht vor dem prachtvollen Pawlatschen-Balkon, der den Blick ins Grüne richtet. „Der Ausblick, die Ruhe, das ist es, was wir gesucht haben“, erklärt Christina und zeigt auf den Kirschlorbeer. „Hier kommt ein Landschaftsgärtner, um uns mit dem kleinen Garten zu helfen, denn im Moment ist es Brachland, wie man sieht. Einen Plan gibt es noch keinen, aber der Kirschlorbeer ist mir zu ländlich, der muss weg. Und giftig ist er auch noch.“

Freunde des Hauses werden sich dann vielleicht bereits im Herbst an einer anderen Botanik erfreuen, wenn die Familie zur Einweihungsfeier bittet.

Elbow Chairs von Carl Hansen, ovaler Familientisch von HAY, Deko von Fraser Interiors. Bild links: Persiflage auf die „Infanta Margarita“, dargestellt im Gemälde „Las Meninas“ von Diego Velázquez (1656), von Maximiliano León erworben bei der Barvinskyi Art Gallery. Corda Chair von Anna Zimm.

Marienvilla, erbaut 1892 (scheinbar im gleichen Jahr, in dem Döbling ein Teil von Wien wurde).

Der Name „Marienvilla“ geht auf die Erbauerin zurück, der Name des Architekten ist nicht bekannt.

Auf 534 m2 wohnen und arbeiten die beiden Kunsthistoriker und Kunsthändler Christina und Nikolaus.

Gemälde „Tristan und Isolde“ von Koloman Moser (ca. 1915); Tisch von Gelatin, österreichische Künstlergruppe

ARTSY LIVING

Einrichten im Stil von Familie Leopold

1. Luster „Aldwin“, von Soho Home, ab € 2.900 | 2. Wollteppich, handgeknüpft, aus Marokko, bei Etsy.com, ab € 1.500 | 3. Bildband „ Egon Schiele“, von Taschen, um € 80 | 4. Elbow Chair, von Carl Hansen, ab € 1.200 | 5. Trinkglas, aus Murano, ab € 60 | 6. Sessel „Togo“, von Ligne Roset, Preis auf Anfrage | 7. Platzset, von Coro Cora, um € 45

Saal-Auktionen: 15.-18. Juni

Besichtigung ab 8. Juni

Mo–Fr 10–18 Uhr, Sa 10–17 Uhr

Ferdinand Georg Waldmüller, Die Verlobung, 1857, Schätzpreis: € 350.000 – 700.000

Geschäftsauflösung

Wolfdietrich Hassfurther Teil III 15. Juni

Sammlung Peter Baum Zeitgenössische Kunst 16. Juni

Alte Meister

Gemälde des 19. Jh. Moderne Kunst 17. Juni

Jugendstil & Design Antiquitäten 18. Juni

WENN

EIN SEE ZUR BÜHNE WIRD

ZUM 80-JAHRE-JUBILÄUM DER BREGENZER FESTSPIELE

Seebühne während der Konstruktion zur Produktion 2026 „LA TRAVIATA“

WENN EIN SEE ZUR BÜHNE WIRD

ZUM 80-JAHRE- JUBILÄUM DER BREGENZER FESTSPIELE

Seit ihrer Gründung im Jahr 1946 haben sich die Seefestspiele Bregenz von einem improvisierten Nachkriegsprojekt zu einem internationalen Großereignis entwickelt. Die erste Aufführung am Bodensee fand auf zwei einfachen Kieskähnen statt und zog damals nur rund 6.000 Besucher an. 2025 besuchten fast 250.000 die Vorstellung am See.

Text: Eva von Schilgen

SALZBURG & BREGENZ –ZWEI FESTSPIELORTE, (K)EIN VERGLEICH

DIE GRÜNDERVÄTER

1920 gründeten der Regisseur Max Reinhardt, der Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal und der Komponist Richard Strauss die Salzburger Festspiele mit dem Ziel, nach dem Schrecken des Ersten Weltkriegs ein kulturelles Zeichen für Frieden, Humanismus und künstlerische Erneuerung zu setzen.

Wer genau die Idee zu den Bregenzer Festspielen hatte, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Die Anfänge im Jahr 1946 gehen auf eine private Initiative zurück, möglicherweise inspiriert vom Erfolg Salzburgs. Ziel war es, Bregenz als kulturellen Anziehungspunkt zu etablieren und die Stadt nach den schweren Zerstörungen wirtschaftlich zu festigen.

Foto: Bregenzer
Festspiele © Christina Becker

DIE POLITISCHE SITUATION 1920 UND 1945 1920 war die Lage der Bevölkerung in Salzburg stark von den Folgen des Ersten Weltkriegs und dem Zerfall Österreich-Ungarns geprägt. Es kam zu massiven Versorgungsengpässen, viele Menschen litten an Hunger oder Unterernährung. Auch in der Vorarlberger Landeshauptstadt mangelte es nach Kriegsende 1945 an Lebensmitteln und Wohnraum.

Sowohl in Salzburg als auch in Bregenz nahmen die jeweiligen Besatzungsmächte nach 1945 eine bedeutende Rolle ein. In Salzburg förderte das amerikanische Militär gezielt kulturelle Initiativen, um demokratische Werte zu stärken und die sogenannte „Reeducation“ der Bevölkerung voranzutreiben. Die Festspiele galten dabei als wichtiges Symbol für kulturellen Neubeginn und internationale Verständigung. In Bregenz wiederum unterstützte die französische Besatzungsmacht den Aufbau der Festspiele maßgeblich, etwa indem sie dem Publikum aus der Schweiz den Zugang ermöglichte und damit den wirtschaftlichen Erfolg sicherte.

PGs – EINE CHARMANTE SALZBURGER LÖSUNG

Eine weitere Tradition übernahmen die Bregenzer von den Salzburgern, nämlich jene der PGs (paying guests) . Salzburg verfügte im Jahr 1920 nur über wenige Hotels und Gasthöfe, und so stellten die Salz burger den Festspielkünstlern ihre privaten Räume zu Verfügung – ein entsprechender Service der Festspiele besteht bis heute.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Bregenz durch Bomben schwer beschädigt, mehr als 80 Wohnhäuser wurden zerstört, darunter auch Beherbergungsbetriebe. Also rief man 1946 die Bevölkerung auf, Privatzimmer zur Verfügung zu stellen.

DIE ORCHESTER

Orchester in Residence waren seit Anfang der Salzburger Festspiele die Wiener Philharmoniker, und diese kamen auch nach 1945 gerne, zumal die Versorgungslage im Osten Österreichs wesentlich schlechter als im Westen war.

Die Bregenzer besannen sich der Wiener Symphoniker sowie deren reichhaltigen Operetten-Programms –und hatten Erfolg. Denn die Aussicht, neben der Arbeit auch die Tage am See bei besserer Verpflegung zu verbringen, ließ diese nicht lange zögern, zuzusagen.

IM GEISTE MAX REINHARDTS

Anfangs fehlte es in beiden Städten an geeigneten Spielstätten, daher machte der geniale Theatermacher Max Reinhardt in Salzburg das Spiel am Domplatz unter freiem Himmel zur zentralen Attraktion: Der Dom war Kulisse bei dem Stück „Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ von Hugo von Hofmannsthal. Sein Schüler Walter von Hoesslin überführte Max Reinhardts Theaterideen in das Freiluftformat auf dem Bodensee und legte damit das Fundament für die beeindruckenden Inszenierungen, welche die Seebühne Bregenz bis heute prägen.

Bühne für „Bastien und Bastienne“ (1946)

DIE SEEBÜHNE BREGENZ

Vom Provisorium zu visuell eindrucksvollen Inszenierungen

Die erste Aufführung 1946 fand im Hafen von Bregenz auf einer Floßbühne, bestehend aus zwei miteinander verbundenen Kähnen, statt. Die Besucher saßen auf einfachen Holzbänken, die man aus den umliegenden Wirtshäusern und Brauereien brachte.

Sehr zum Missfallen mancher Badegäste verlegten die Verantwortlichen im Jahr 1947 den Spielort in das Strandbad. Für das Publikum hatte man Klappsessel organisiert, die Bühne war im seichten Wasser auf Pfählen errichtet worden. Bereits damals sorgte die Inszenierung für besondere Effekte; so erschienen die Darsteller auf Booten.

1949 spendete der Unternehmer Karl Deuring eine zerlegbare Tribüne für circa 5.000 Personen, 1950 übersiedelte man diese auf das Freigelände neben dem Strandbad. Die Seebühne wurde nun Jahr für Jahr nach den Konzepten der Bühnenbildner pilotiert. Für Wasserspiele und Fontänen war die Freiwillige Feuerwehr Bregenz zuständig.

Die Jahre 1948 bis 1965 waren eine entscheidende Aufbauphase: Durch das Zusammenspiel von kreativen Bühnenbildnern, engagierten Organisatoren und renommierten Musikern entwickelten sich die Bregenzer Festspiele von einer lokalen Initiative zu einem international beachteten Kulturereignis.

Der aus Augsburg stammende Bühnenbildner Walter von Hoesslin spielte dabei eine zentrale Rolle. Gemeinsam mit anderen Pionieren der österreichischen Theaterlandschaft entwickelte er nicht nur die technischen und architektonischen Grundlagen, sondern auch Konzepte, um die natürliche Kulisse des Boden-

Seebühne 1948
Ansichtskarte

Entwurf und Foto für „Eine Nacht in Venedig“ (1948)

Modell zu „Eine Nacht in Venedig“ (1948)

sees wirkungsvoll in die Inszenierungen einzubinden. Zugleich passte er die Aufführungen an die besonderen Bedingungen vor Ort an: Wind, Wellen, wechselndes Tageslicht und die große Distanz zum Publikum erforderten innovative Lösungen. Aufgeführt wurden vorwiegend klassische Operetten.

Ganz andere Dimensionen und Möglichkeiten eröffnete die 1979 neu errichtete Seebühne auf einem Betonkern, verbunden mit dem Festspiel- und Kongresshaus, welches als Ausweichspielstätte bei schlechtem Wetter für Aufführungen des Spiels auf dem See in szenisch reduzierter Form diente. Statt Operette wurde nun große Oper gezeigt, und in gleichem Maße wie der Klassikanspruch wuchs auch die Bühnengestaltung.

Heute ist Bregenz als Ort beeindruckender Operninszenierungen auf dem Wasser weltweit bekannt. Die Bühne ist etwa 70 Meter breit, 30 Meter tief und bietet Raum für rund 150 Mitwirkende. Die Gestaltung der Aufführungen verbindet technisches Großkino, spektakuläre Bühnenbilder und eine enge Verzahnung von Musik und Naturkulisse.

Professor Walter von Hoesslin, Regisseur Adolf Rott und Dirigent Anton Paulik (1948)

DAS JUBILÄUMSJAHR

Mit einem vielfältigen Sommerprogramm feiern die Bregenzer Festspiele im Jahr 2026 ihre 80. Saison. Höhepunkt ist Giuseppe Verdis Oper „La Traviata“. Regisseur Damiano Michieletto und Bühnenbildner Paolo Fantin verlegen die Geschichte der Pariser Kurtisane Violetta Valéry in die rauschhaften 1920er-Jahre –eine Welt zwischen Glanz, Exzess und innerer Leere.

Der 1975 in Venedig geborene Theater- und Opernregisseur Michieletto gilt als Rossini-Spezialist. Er studierte Regie an der Scuola d’Arte Drammatica Paolo Grassi sowie Literatur an der Università Ca’ Foscari Venezia. Seinen internationalen Durchbruch feierte er 2003 beim Wexford Festival.

Seit vielen Jahren arbeitet Michieletto eng mit dem Bühnenbildner Paolo Fantin und der römischen Kostümbildnerin Carla Teti zusammen. Fantin, 1981 in Castelfranco Veneto geboren, studierte Bühnenbild in Venedig. Bereits 2005 nahm er gemeinsam mit Michieletto am internationalen Wettbewerb „Ring Award“ in Graz teil; seither verbindet die beiden eine kontinuierliche künstlerische Partnerschaft.

Dem Salzburger Publikum ist das Trio Michieletto, Fantin und Teti insbesondere durch die Salzburger Festspiele bekannt: 2012 mit einer hochkarätig besetzten „La Bohème“, 2013 mit „Falstaff“ von Verdi

sowie 2014 – diesmal mit dem Kostümbildner Agostino Cavalca – mit Gioachino Rossinis „La Cenerentola“. Bereits 2012 realisierten Michieletto und Fantin außerdem „Il trittico“ am Theater an der Wien.

„Es ist eine zynische, kapitalistische, faszinierende Welt, die konsumieren will und keine Zeit zu verlieren hat. Violettas Schicksal entfaltet sich als modernes Drama: eine Frau im Licht der Aufmerksamkeit – und zugleich im Schatten gesellschaftlicher Verachtung.“

– Damiano Michieletto

Neben dem Seebühnen-Projekt stehen im Festspielhaus u. a. Leoš Janáčeks „Die Ausflüge des Herrn Brouček“ sowie zahlreiche Konzerte, junge Produktionen und Sonderveranstaltungen auf dem Programm. Das Festival bietet in diesem Sommer insgesamt rund 80 Veranstaltungen: Ein besonderes Ereignis zum Jubiläum ist zudem der „Singalong“ am See, bei dem sich Musikbegeisterte gemeinsam am Ufer musikalisch verbinden.

INFOBOX

BREGENZER FESTSPIELE

22. Juli – 23. August 2026 https://bregenzerfestspiele.com

Regisseur Damiano Michieletto
Foto: Bregenzer
Festspiele © Jonathan Langendorf

Die Gebirge in Vorarlberg gehören zu den schönsten Landschaften Österreichs. Besonders bekannt sind die Alpen mit ihren hohen Bergen, grünen Tälern und klaren Seen. Beliebte Gebirgsgruppen sind das Rätikon, die Silvretta und der Bregenzerwald.

DAS LÄNDLE Zwischen Bodensee und Arlberg

Wo der Westen Österreichs auf alemannische Eigenheit, eine sinnliche Berglandschaft und eine Architekturkultur von Weltrang trifft, entsteht ein Land, das man nicht bereist, sondern erlebt.

Text: Sophia Sungler

Bilder: unsplash by marcusganahl
Historische Architektur in Feldkirch

Wenn der östliche Ausläufer des Bodensees am frühen Morgen noch wie ein silberner Spiegel daliegt und sich der Pfänder langsam aus den Nebelschwaden löst, ahnt man, weshalb dieses kleinste der österreichischen Bundesländer seine Bewohner und Gäste gleichermaßen in den Bann zieht. Von den Einheimischen liebevoll „Ländle“ genannt, ist Vorarlberg ein Land der leisen Töne und der großen Auftritte. Der Sommer gehört bekanntlich der Seebühne, doch wer Vorarlberg auf die Bregenzer Festspiele reduziert, übersieht eine Kulturlandschaft von erstaunlicher Vielschichtigkeit, die zwischen alemannischer Tradition, internationaler Avantgarde und einem Lebensgefühl changiert, das man im übrigen Österreich vergeblich sucht.

Schon der Weg ins Ländle ist ein Übergang in eine andere Welt. Wer den Arlberg überquert, lässt nicht nur eine Wasserscheide hinter sich – der Rhein gewinnt hier die Oberhand über die Donau –, sondern auch einen Sprachraum. In Vorarlberg klingt es plötzlich nach Schweiz, nach Allgäu, nach hochalemannischem Singsang. Der Name selbst verrät die Geschichte: Aus Sicht der habsburgischen Stammlande lag das Gebiet stets vor dem Arlberg.

Diese geografische Randlage hat das Land geprägt –politisch, kulturell, wirtschaftlich. Während Tirol längst fest in habsburgischer Hand war, kauften, erbten und verheirateten sich die Habsburger erst über Jahrhunderte hinweg in das Rheintal hinein: 1363 die Herrschaft Neuburg, 1375 Feldkirch, 1394 Bludenz, 1765 schließlich die Reichsgrafschaft Hohenems. Erst mit dem Februarpatent Kaiser Franz Josefs I. erhielt Vorarlberg 1861 einen eigenen Landtag und damit so etwas wie eine politische Identität. Es ist diese späte, fast trotzige Eigenständigkeit, die man bis heute spürt, wenn die Vorarlberger mit augenzwinkerndem Stolz erklären: „Wir sind als österreichisches Bundesland ein selbstständiger Staat.“

BREGENZ, DIE KULTURMEILE AM SEE

Die Landeshauptstadt empfängt ihre Gäste mit einer Geste, die selbstbewusst und unaufdringlich zugleich ist. Direkt am Seeufer reihen sich entlang der sogenannten „Kulturmeile“ drei Bauten, die in jeder europäischen Metropole Anziehungspunkt wären: das Landestheater Vorarlberg, das vorarlberg museum und – als unangefochtenes architektonisches Wahrzeichen – das Kunsthaus Bregenz. Peter Zumthor, der Schweizer Pritzker-Preisträger, schuf 1997 mit dem mit Glasziegeln verkleideten Kubus ein Bauwerk, das

Das Tor zur Landeshauptstadt. Bregenz und der Bodensee gehören einfach zusammen. Doch es muss nicht nur bei Erlebnissen am See bleiben – auch auf dem See wird einiges geboten.

nicht nur den Mies van der Rohe Award gewann, sondern bis heute zu den herausragenden Ausstellungshäusern für zeitgenössische Kunst in Europa zählt. Im Inneren entstehen die meisten Werke eigens für das Haus in einer fast meditativen Auseinandersetzung mit der Architektur.

2026 widmet sich das Programm unter anderem dem französischen Künstler Cyprien Gaillard, der Skulptur, Video und Soundkunst zu komplexen Werken verwebt. Wer nach einem Museumsbesuch zum Bodenseeufer hinunterspaziert, trifft an der sogenannten „Molo“, den breiten Stufen hinter dem Hafen, auf jenes typisch bregenzerische Phänomen: Jung und Alt sitzen nebeneinander, jeder für sich, alle gemeinsam, und schauen über das Wasser. Es ist einer jener Orte, an denen man begreift, dass Vorarlberg den See nicht als Kulisse betrachtet, sondern als Bühne des täglichen Lebens. Eine Empfehlung für den späten Nachmittag ist die Fahrt mit der historischen Pfänderbahn auf den 1.064 Meter

KUNSTHAUS BREGENZ

Ein weltweit renommiertes Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst, entworfen vom Schweizer Architekten Peter Zumthor, eröffnet 1997.

hohen Hausberg. Von oben öffnet sich das Panorama über den gesamten Bodensee, das Rheintal und – bei klarer Sicht – auf bis zu 240 Alpengipfel. Wer Glück hat, erlebt einen jener Sonnenuntergänge, die in Bregenz Legende sind.

DIE BREGENZER STUNDE, EIN ABEND IN DER STADT

Mit dem Sonnenuntergang erwacht eine andere Seite der Festspielstadt. Wer den Sundowner direkt am Was

NAPOLEON BONAPARTE

Nach Napoleons Niederlage kam Vorarlberg wieder zu Österreich zurück.

1809 kam es in Tirol und auch in Teilen Vorarlbergs zu Aufständen gegen Bayern und Napoleon. Einige Männer aus dem Bregenzerwald unterstützten diese Kämpfe. Nach Napoleons Niederlage kam Vorarlberg wieder zu Österreich zurück. Schloss Arenenberg liegt in der Schweiz an einem der schönsten und romantischsten Plätze des gesamten Bodensees. Im Schloss befindet sich heute das Napoleon-Museum, in dem die original eingerichteten Wohnräume der kaiserlichen Familie Napoleons III. zu sehen sind.

Bootsvermietung Feurstein

Im Gondelhafen zwischen Fischersteg und Festspielhaus hat man die Möglichkeit, bei der Bootsvermietung Feurstein Elektro­, Tret­ und Motorboote auszuleihen.

Martinsturm, Oberstadt Bregenz
Pier 69, Bregenz
Bilder: Wikipedia, unsplash by marcusganahl, Gregor Lengler –Vorarlberg Tourismus
Foto: © Stefan Schwarzhans.

Klein, aber oho! Eingebettet in eine majestätische Bergwelt, liegt Warth auf 1.500 m – die höchstgelegene Gemeinde Vorarlbergs.

ser sucht, findet ihn im „Pier 69“ in der Seestraße, einem Lokal in einem ehemaligen Hafengebäude direkt an der Promenade, das sich mit der Tageszeit verwandelt: Frühstück, Lunch, Daydrinking, Sundowner und Casual Fine Dining gehen hier nahtlos ineinander über. Wer mehr will als den Klassiker, lässt sich von Barchef Bernd Neubauer, einem regelmäßig prämierten Bartender der österreichischen Szene und Sieger der Glenfiddich „Hot Toddy“ Competition, in eigene Geschmackswelten führen. Etwas weiter an den Seeanlagen entfaltet die „Fischersteg – Sunset Bar“ ihren eigenen Reiz, wenn die untergehende Sonne den See in Gold taucht.

DER BREGENZERWALD – EINE LANDSCHAFT

ALS GESAMTKUNSTWERK

Hinter Bregenz öffnet sich ein Tal, das international längst Kultstatus genießt. Der Bregenzerwald ist keine bloße Region, sondern eine Lebensform. Auf engem Raum verdichten sich hier Architektur, Handwerk, Kulinarik und eine Naturlandschaft, die in jeder Jahreszeit ihren eigenen Reiz entfaltet. Über Jahrhunderte hatten die Bregenzerwälder eine weitreichende Selbstverwaltung, bis Napoleon ihr ein Ende setzte. Diese Tradition der Selbstbestimmung lebt fort: Nirgendwo in Euro-

pa, so heißt es, finde sich eine vergleichbare Dichte an Handwerksbetrieben.

In Andelsbuch errichtete Peter Zumthor 2013 gemeinsam mit den Wälder Handwerkern das Werkraum Haus: eine schwarze Halle aus Glas und Stahl, deren weit ausladendes Holzdach Innen- und Außenraum miteinander verschmelzen lässt. Hier präsentieren von Tischlern über Zimmerer und Schuster bis zu Goldschmieden und Lichtgestaltern rund hundert Mitgliedsbetriebe ihre Erzeugnisse. Seit 2016 steht der Werkraum Bregenzerwald im UNESCO-Register guter Praxisbeispiele für die Erhaltung des immateriellen Kulturerbes, und 2026 feiert der renommierte Gestaltungswettbewerb „Handwerk+Form“ mit einem ausgedehnten Festival seine zehnte Ausgabe. Wer den Wald über den Gaumen erfahren möchte, folgt der Käsestraße Bregenzerwald – keine Straße im eigentlichen Sinne, sondern ein Netzwerk aus Sennalpen, Bauernhöfen, Sennereien, Gasthäusern und Käsekellern. Im Käsekeller Lingenau reifen über 32.000 Laibe; der Bregenzerwälder Bergkäse, schreibt der Merian, sei dem Käsekenner, was dem Weinliebhaber der Bordeaux – ein Vergleich, der nichts schuldig bleibt.

Bilder:

Der Speisesaal im Hotel Hirschen in Schwarzenberg hat schon viel gesehen.

SCHWARZENBERG – SCHUBERTIADE UND DER HIRSCHEN

Im weiten Talkessel des mittleren Bregenzerwaldes, auf 700 Metern Höhe und vorbei an alten Bauernhäusern mit Schindelbeschlag und dem typischen Schopf, liegt jenes Dorf, das der Festivalgründer Gerd Nachbauer einst zu einem Mekka der Liedkunst machte. Schwarzenberg verdankt seinen Ruhm gleich zwei großen Namen: der Malerin Angelika Kauffmann, die hier ihre Spuren hinterließ und der das eigene Museum gewidmet ist, sowie der Schubertiade, dem weltweit bedeutendsten Schubert-Festival, das 2026 sein 50-jähriges Jubiläum feiert. Vom 29. April bis zum 3. Mai wird das Programm der allerersten Schubertiade von 1976 rekonstruiert; die Konzerte finden im Angelika-Kauffmann-Saal statt, dessen Fenster den Blick auf die Wiesen und Berge freigeben. Dass das internationale Stammpublikum gleich für die gesamte Festivaldauer anreist, sagt eigentlich alles. Der Schwarzenberger Dorfplatz gruppiert sich um einen blumengeschmückten Brunnen und wird von Kirche, alten Wälderhäusern und einem Haus eingerahmt, das selbst Geschichte schreibt: dem Hirschen – Hotel, Restaurant & Spa. „Jung seit 1755“ nennt die Fami-

HOTEL HIRSCHEN,

SCHWARZENBERG

Authentisches Hotel im Bregenzerwald mit Charakter, Spa und erstklassigem Restaurant. Voll mit Kunst, umgeben von bester Architektur.

lie Fetz ihr Anwesen mit feinem Augenzwinkern, eine Formulierung, die das Selbstverständnis des Hauses zwischen ehrwürdiger Substanz und gegenwärtiger Lebensfreude perfekt einfängt. Die Geschwister Pia und Peter Fetz führen den Hirschen seit November 2017 in der zehnten Generation, nachdem sie ihn von ihrem Vater Franz Fetz übernommen haben. International ausgebildet, haben sie dem Haus mit sanfter Klinge eine neue Vision eingeschrieben und 2024 eine umfassende Renovierung abgeschlossen.

Bregenzerwald

Bregenzerwald

Dass der Hirschen seit jeher Architekten, Künstler, Sammler und Feinschmecker aus aller Welt versammelt, hat Tradition: Schon bei den legendären Kulinarik-Festivals Vakanz in den 1990er-Jahren – initiiert von Künstler Paul Renner, mit Gästen wie Ferran Adrià, Daniel Spoerri und Eckart Witzigmann – wie auch während der ersten Schubertiade-Landpartien war das Haus eine zentrale Bühne.

Heute trägt die hauseigene Küche unter den Küchenchefs Jonathan und Raphaela Burger drei Hauben von Gault Millau und einen Grünen MICHELIN Stern. Serviert wird im Festsaal aus dem Jahr 1880 oder in den original erhaltenen Stuben: Kalbsrahmbeuschel mit Topfenserviettenknödeln neben geschmortem Chicorée mit Käferbohnencreme und Beurre blanc. Im Franz-Josefs-Keller, dem hauseigenen Fermentationskeller, reifen dank Koji-Fermentation umamireiche Würzsaucen aus Vorarlberger Produkten. Bei einem Chef’s Apéro öffnet sich der Blick in dieses kulinarische Labor.

Hinter dem Stammhaus steht, entworfen vom Vorarlberger Architekturbüro NONA Architektinnen, das Badehaus: ein kantiger Holzbau mit verschiebbaren Lamellen, der sich wie selbstverständlich zwischen die alten geschindelten Häuser einfügt. Ergänzt wird das Wellness-Refugium um einen beheizten Außenpool, zwei Saunen, einen Yogaraum, eine Bademantelbar

FRANZ SCHUBERT

Anders als große urbane Festivals setzt die Schubertiade bewusst auf kleine Orte in den Bergen. Das passt gut zur eher intimen Musik Schuberts.

mit erlesener Weinauswahl und einen vom holländischen Stargärtner Piet Oudolf inspirierten Garten. Wer einmal hier zu Gast war, versteht, weshalb sich Stammgäste die Festivalwochen vorab für mehrere Jahre reservieren lassen.

HOHENEMS – ITALIENISCHES ERBE, JÜDISCHE GESCHICHTE

Wer von Schwarzenberg ins Rheintal hinabsteigt, landet schnell in einem der überraschendsten Orte des Landes. Hohenems wirkt im Vorarlberger Maßstab fast schon mediterran, und dieser Umstand ist keinem Zufall zu verdanken. Im 16. Jahrhundert verheirateten sich die Reichsgrafen von Hohenems gleich zwei Mal in den italienischen Hochadel: Wolf Dietrich nahm Chiara de Medici zur Frau, sein Bruder Jakob Hannibal die Schwester des Kardinals Carlo Borromeo. Die Folge war ein Renaissance-Palast, geplant vom italienischen Architekten Martino Longhi, mit Innenhof und einer Eleganz, die man in Vorarlberg nirgendwo sonst findet. 1755 entdeckte ein Lindauer Arzt in den

Bilder: © Popp Hackner –Vorarlberg Tourismus

Palast Hohenems: Dieses Gebäude ist der erste RenaissancePalast nördlich der Alpen im süddeutschen Raum.

STEPHANIE & FRANZ-CLEMENS

ZU WALDBURG-ZEIL

Er ist ein Ururenkel von Kaiser Franz Josef und Elisabeth von Österreich.

Mauern Teile der Nibelungenhandschrift, bis heute eines der bedeutendsten Werke deutscher Literatur. Über dem Ort thront die Ruine Alt-Ems; einst eine der größten Burganlagen Mitteleuropas, ist sie heute ein Ort, an dem moderne Kunstinstallationen mit der Vergangenheit ins Gespräch treten. Und im ehemaligen jüdischen Viertel – Hohenems beherbergte seit 1617 eine bedeutende jüdische Gemeinde – erzählt das Jüdische Museum Hohenems ein Kapitel österreichischer Geschichte, das in seiner Tiefe und Tragik seinesgleichen sucht.

DORNBIRN – DIE HEIMLICHE HAUPTSTADT

Es überrascht manchen Besucher, dass nicht Bregenz, sondern Dornbirn die größte Stadt Vorarlbergs ist. Sie ist die wirtschaftliche Mitte des Landes mit wunderschöner Innenstadt, reizvollem Marktplatz und einer überraschenden Dichte feiner Gastronomie. Wer einen Halbtag übrig hat, fährt mit der Karrenseilbahn auf den Hausberg, von wo sich der Blick über das Rheintal bis zum Bodensee öffnet, oder besucht die Rappenlochschlucht, eine der größten Felsschluchten Mitteleuropas. Die inatura – Erlebnis Naturschau Dornbirn wiederum gehört zu den lebendigsten Naturmuseen Österreichs.

Wer in der Stadt standesgemäß logieren möchte, kehrt im Boutiquehotel „Zum Verwalter“ ein. Das stattliche, denkmalgeschützte Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert in der Schlossgasse, gelegen im eleganten Oberdorfer Villenviertel mit Blick auf den Karren, wird von der Eigentümerfamilie Renate Alge geführt. Genusswirt und Haubenkoch Gerald Leininger kocht hier eine kreative, marktfrische Küche, die Gault Millau mit einer Haube und 16 Punkten ausgezeichnet hat. Die wahren Schätze des Hauses ruhen freilich im begehbaren Weinkeller: rund 9.000 Flaschen

Bilder: © Sophie Linckerdorrff & Karin Nussbaum

Im „La Fenice“ vereinen sich Bergaromen mit Meeresfrische. Heimatverbundenheit mit weltgewandter Kochkunst im Hotel Arlberg.

ZUM VERWALTER, DORNBIRN

Das Boutiquehotel steht für Genuss im Restaurant, Weinkeller, Bistro und in der Gartenlounge.

aus Frankreich, Italien und den großen europäischen Weinregionen, sorgsam kuratiert und stets ein Anlass, den Abend etwas länger zu gestalten. Hinter sanft schließenden Türen verbergen sich stilsicher modernisierte Zimmer, eine von Nussbäumen gesäumte Sonnenterrasse sowie eine Gartenlounge, die zu den schönsten der Stadt zählt.

STERNE ÜBER DEM LÄNDLE

Dass Vorarlberg neben seiner kulturellen Strahlkraft längst zu den feinsten kulinarischen Adressen Österreichs zählt, bestätigt der MICHELIN Guide 2026 mit acht Sternen für sechs Restaurants. Ein Neuzugang sorgt für besonderes Aufsehen: Im mondänen Lech am Arlberg wurde dem „La Fenice“ im Hotel „Almhof

Schneider“ erstmals ein Stern verliehen – ein eleganter Beweis dafür, dass die Arlberger Kulinarik weit mehr zu bieten hat als gehobene Skihütten.

Wer die Tradition sucht, findet sie in der „Kilian Stuba“ in Hirschegg, das im familiengeführten Kleinwalsertaler Spitzenhaus konstant zu den besten Adressen des Landes zählt. Im Rheintal wiederum im unscheinbaren Lauterach, wenige Minuten von Bregenz entfernt, kocht Thomas Scheucher im Restaurant „Guth“ eine Küche, die in ihrer angenehm reduzierten Klassik zu jenen geheimen Empfehlungen gehört, die der Insider gerne für sich behielte. Auf der Karte liest man Sätze wie „Vitello tonnato vom Andelsbucher Kalbstafelspitz mit Kapernblüten“ oder „Bodensee-Felchenfilet, Auberginenrelish, Limonen-Basilikumfond, Olivengnocchi“ – Gerichte voller Aromen, schön unkompliziert und stets aus tadellosen Produkten. Eine der besonderen Sterne-Adressen Vorarlbergs und eine der diskretesten. Direkt am Bodenseeufer hält das „Mangold“ in Lochau unter Küchenchef Michael Schwarzenbacher seinen Stern souverän. Wer hier oder in einem der mit dem Bib Gourmand oder dem Grünen Stern geehrten Häuser des Bregenzerwaldes – vom Biohotel „Schwanen“ in Bizau bis zur „Krone Hittisau“ – speist, schmeckt das Tal: die Alpenkräuter, das Wild aus den umliegenden Wäldern, die Klarheit des Bergwassers.

Charmant und historisch

WAS MAN GESEHEN HABEN MUSS

Vorarlberg lässt sich nicht in einer einzigen Reise erschließen. Aber wer einmal kommt, sollte sich Zeit nehmen: Für die Schattenburg in Feldkirch, die einzige nicht zerstörte mittelalterliche Burganlage im Rheintal, einst von den Grafen von Montfort errichtet, deren schwarz-weißes Banner bis heute das Vorarlberger Wappen ziert. Für die romantische Bregenzer Oberstadt mit dem Martinsturm und der Pfarrkirche St. Gallus. Für eine Wanderung im Großen Walsertal, einem von der UNESCO geschützten Biosphärenpark, in dem die Walser im 14. Jahrhundert eine eigene Hochkul-

tur etablierten. Und natürlich für Lech und Zürs, jene mondänen Bergorte am Arlberg, an denen sich seit Generationen ein internationales Publikum trifft, das Tradition mit Stilbewusstsein zu verbinden weiß.

EIN LAND, ZU DEM MAN WIEDERKOMMT

Es liegt in der Natur Vorarlbergs, dass man nicht wegfährt, sondern wiederkommt. Dass die Berge im Westlicht anders leuchten als im Osten. Dass das Holz der Wälderhäuser anders duftet als jedes andere. Dass selbst die Stille auf der Pfänderspitze einen eigenen Klang hat. Und dass im Sommer, wenn auf der Seebühne in Bregenz wieder gespielt wird, das ganze Land in einer Mischung aus Vorfreude und Eleganz vibriert, die einzigartig ist.

Wer das Ländle verstehen will, muss es in seiner Vielschichtigkeit erleben: als Bühne und Hinterbühne, als Bodensee und Arlberg, als alemannische Eigenheit und weltoffene Moderne. Vielleicht ist genau das das Geheimnis: Vorarlberg lädt nicht ein, sondern gibt sich preis – leise, aber mit großer Geste.

FELDKIRCH
Bild er: unsplash by marcus
ganahl & leonhard

A.E. Köchert

Neuer Markt 15 · 1010 Wien (43-1) 512 58 28

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HOTEL POST BEZAU

Nehmen Sie sich Zeit für sich und besuchen Sie das Susanne Kaufmann Spa. Mit der Kraft der Natur Vorarlbergs, vereint mit dem neuesten Stand der Wissenschaft, werden hier umwerfende Ziele erreicht. Ich empfehle: Susanne Kaufmann Signature Body Treatment! www.hotelpostbezau.com

DER BESTE KÄSE

Das Bregenzerwälder Käsehaus bietet bis zu 100 verschiedene Hart­, Schnitt­, Frisch­ und Weichkäsesorten aus Kuh­, Ziegen­ oder Schafmilch an. Zahlreiche Sennereien und Bauernfamilien beliefern das Bregenzerwälder Käsehaus mit einer Vielfalt bäuerlicher Produkte. Man kann hier auch ein Käseabo bestellen und bekommt in drei aufeinanderfolgenden Monaten jeweils ein Paket mit den besten Bregenzerwälder Hart­ und Schnittkäsesorten direkt nach Hause. www.kaesehaus.at

LATSCHENKIEFERBAD

Das Bad von Susanne Kaufmann entspannt und verwöhnt die Sinne mit einer besonderen Duftmischung, die von der österreichischen Alpenregion inspiriert ist. Ätherische Öle aus Latschenkieferund Fichtennadeln wirken beruhigend auf Körper und Geist. Wer sich das Spa­Gefühl des Hotels Post in Bezau nach Hause holen möchte, kann es mit diesem Schaumbad tun. www.susannekaufmann.com

SOPHIAS LÄNDLE FAVOURITES

Zwischen Bergen, Architektur und Genussmomenten entdeckt unsere Redakteurin Sophia Sungler bei ihren beruflichen Reisen nach Vorarlberg stets neue Lieblingsorte. Für die SCHLOSSSEITEN hat sie ihre persönlichen Highlights mit feinem Gespür für Ästhetik und Genuss kuratiert.

DER WINDERHOF, DORNBIRN

Keiner meiner Aufenthalte in Dornbirn endet ohne einen Besuch im Winderhof. Kurze Wege vom Feld auf den Hof verheißen frische Geschmackserlebnisse. Spargel, Erdbeeren, Zwetschken und vieles mehr kann man hier frisch aus der Region, aber auch als köstlich verarbeitete Produkte erwerben. Ich empfehle, neben all dem frischen Obst und Gemüse unbedingt das Quittengelee zu kaufen – köstlich zu Käse! www.winderhof.at

GRIGGELER STUBA, BURG VITAL RESORT OBERLECH

Sie wollen sich kulinarisch auf höchstem Niveau verwöhnen lassen? Dann reservieren Sie hier einen Tisch und erleben Sie Spitzenmenüs im 2 Sterne Guide MICHELIN Restaurant in Lech am Arlberg. Ich empfehle ein Gespräch mit dem Sommelier sowie einen Blick in den Weinkeller mit seinen über 4.000 Positionen! www.burgvitalresort.com

SAGMEISTER BREGENZ Sie suchen noch etwas für einen schönen Abend am See, bei den Festspielen oder für ein romantisches Dinner? Schauen Sie bei Sagmeister vorbei. Das familiengeführte Unternehmen fokussiert sich schon seit den 20er­Jahren auf exklusive Designs (hier zu sehen ein Outfit von Cucinelli).

Meine Empfehlung: Lassen Sie sich beraten, das ist heute selten geworden! www.sagmeister.at

Foto: Edwin Husic Make Up: Sabine Weiß
Romeo Castellucci
Foto:
„Gott

wünscht, dass wir den Tieren beistehen, wenn sie der Hilfe

bedürfen. Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiche Rechte auf Schutz.“

Franz von Assisi (1182–1226), eigentlich Giovanni Bernardone, katholischer Heiliger, Stifter des Franziskanerordens

– ROMEO CASTELLUCCI –REGISSEUR, VISIONÄR & PROVOKATEUR

Salzburger Festspiele: „Saint François d’Assise“ von Olivier Messiaen

Wer seine Arbeitsweise kennt, jubelt ihm zu, und wer den Skandal sucht, wird ihn finden. Seit den 1980er­Jahren zählt Romeo Castellucci zur Avantgarde des Europäischen Theaters. Häufig verzichtet er auf eine lineare Handlung und setzt stattdessen auf wiederkehrende Gesten, eindrucksvolle Bilder und symbolische Szenen, die grundlegende Fragen nach Leben, Macht, Tod und Vergänglichkeit aufwerfen. Kritiker heben besonders die visuelle Intensität, die kontemplative Atmosphäre und die provokative Kraft seiner Inszenierungen hervor – auch wenn diese für ein traditionell orientiertes Publikum mitunter herausfordernd bleiben.

Text: Eva von Schilgen

Romeo Castellucci wurde 1960 in Cesena in der Region Emilia-Romagna geboren. Er studierte Bühnenbild und Malerei an der Accademia di Belle Arti di Bologna. 1981 gründete er mit Claudia Castellucci und Chiara Guidi die Theatercompagnie Societas Raffaello Sanzio, benannt nach Raffael, einem der bedeutendsten Maler und Architekten der Hochrenaissance. Die Theatercompagnie, deren künstlerische Leitung Castellucci bis heute innehat, wurde durch ein schonungsloses, wuchtiges Gegenwartstheater bekannt.

2005 leitete Castellucci die Theaterbiennale in Venedig, 2008 wurde er mit Valérie Dréville als „Artiste Associé“ zum Festival in Avignon eingeladen. Sein Stück „Sul concetto di volto nel figlio di Dio“ („Über das Konzept des Angesichts bei Gottes Sohn“) sorgt seit 2012 für Theaterskandale. In Italien und in Frankreich, wo die Vorstellungen in Paris nur unter Polizeischutz stattfinden konnten, in Berlin und im Rahmen der Wiener Festwochen 2014 am Wiener Burgtheater ist das Publikum schockiert, die katholische Kirche spricht gar von „Blasphemie“. Die Empörung ist groß, denn auf der Bühne bewerfen Kinder ein übergroßes Christusporträt von Antonello da Messina (1430–1479) mit Handgranaten.

2013 wird Romeo Castellucci, da er die Fähigkeit habe, „eine neue Sprache für die Bühne zu schaffen, die Theater, Musik und Bildhauerei ineinander verwebt“, von der Biennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet – unter anderem für sein unheimlichstes Werk „The Parthenon Metopes“. Der Name bezieht sich ursprünglich auf die 92 Marmortafeln mit mystischen Kampfszenen des Parthenon, des Tempels der Pallas Athene auf der Akropolis in Athen. Bei dieser Performance, die europaweit aufgeführt wurde, sieht das Publikum in großen, kalten Betonhallen die Darstellung des Leidens und Sterbens von Opfern eines fiktiven Unfalls. Was passiert war, bleibt unklar: Eine Explosion? Ein Verkehrsunfall? Ein Selbstmordattentat? In sechs Episoden erleben die fassungslosen Zuschauer einen wahren Horror: Schwer verletzte Menschen schreien um Hilfe, stöhnen, röcheln, wälzen sich in ihrem Blut. Entsetzt erkennt ein Opfer, dass ihm eben ein Bein abgerissen wurde; einem anderen Opfer quellen die Gedärme aus dem aufgerissenen Bauch. Authentische Krankenwagen und Sanitäter kommen an, legen Infusionen, beatmen, verbinden, transportieren die Sterbenden, die Leichen ab. Und obwohl das Publikum weiß, dass die Schauspieler/Sänger auf der Bühne die Szene lediglich spielen, sind trotzdem alle betroffen.

Foto: © Salzburger Festspiele/Ruth

Wiener Festwochen 2017. Romeo Castelluccis Inszenierung von „Democracy in America“ nach Alexis de Tocqueville (1805–1859), eines Stücks über Demokratie, politische Macht, gesellschaftliche Beteiligung und zeitgenössische politische Fragen, erregt sowohl Besucher als auch Kritiker. Diametral fallen deren Kritiken aus: Während Christine Dössel (SZ) „eine bezwingende szenische Collage von biblischer Anmutung, zusammengesetzt aus archaischen Bildern von dunkler, verschwommener, irisierender Schönheit“ sieht, urteilt Simon Strauß (FAZ): „Was war das nur? Die nicht enden wollende Schulstunde eines durchgedrehten Vertretungslehrers, der den behandelten Stoff nicht kennt und seine Unkenntnis durch besonderen Aplomb wettmachen will?“

Dem Münchner Publikum bleibt Castellucci mit Richard Wagners „Tannhäuser“ 2017 in intensiver Erinnerung. Mehrmals hatte er bereits Wagner inszeniert. Sein Brüsseler „Parsifal“ aus dem Jahr 2011 wurde einerseits von Reinhard J. Brembeck (SZ) als radikal, faszinierend und „auf heutige spirituelle Bedürfnisse zugeschnitten“ beschrieben, andererseits schreibt Claus Spahn (Zeit) von einem „surrealen Alptraum“. Die Münchner Inszenierung des „Tannhäuser“ unter der musikalischen Leitung von Kirill Petrenko bezeichnet Jan Brachmann (FAZ) als „übersubventionierten Münchner Murks”, während Reinhard J. Brembeck (SZ) schwärmt: „Castellucci träumt, intensiv und genau auf die Musik hörend, den ,Tannhäuser‘ aus der Perspektive des Titelhelden.“

Beide Bilder: „Don Giovanni“, Salzburger Festspiele, 2021

2015 wird an der Berliner Schaubühne „Ödipus der Tyrann“ nach Sophokles und Hölderlin vor der Kulisse eines Frauenklosters aufgeführt. Auch hier prallen die Meinungen aufeinander. „Für Castelluccis symbolschwangere und mit heiligem Ernst zelebrierte tableux vivants über Verdrängung, Schuld und Sühne, für die minimalistischen Bewegungen, in denen noch der kleinste Finger tonnenweise Bedeutung suggeriert, braucht man natürlich auch einen langen Atem. Außerdem ist ein Sinn für unfreiwillige Komik hilfreich“, meint Christine Wahl (Tagesspiegel). Simone Kaempf (Nachtkritik) urteilt dagegen: „Man nimmt Castellucci die Faszination ab für die Frauenbilder aus Antike und Christentum, aber er zelebriert sie verdammt statuarisch und feierlich, ohne Kraft daraus zu gewinnen.“

Fotos: © Monika Rittershaus

„Herzog Blaubarts Burg“, Salzburger Festspiele, 2022

Bei den Salzburger Festspielen 2018 und 2019 übernahm Romeo Castellucci Regie, Bühnenbild und Lichtdesign der Oper „Salome“ von Richard Strauss und schuf ein beklemmendes Gesamtkunstwerk.

Schon Monate vorher waren sämtliche Vorstellungen ausverkauft – allein der Name des Regisseurs bürgte für eine Sensation. Die Arkaden der Felsenreitschule waren verschlossen, das Bühnenbild ein archaisch kahler Felsen, vor dem sich das Drama über Begehren, Sinnlichkeit, Wollust und Perversion abspielte, das die Zuschauer in das Geschehen auf der Bühne geradezu hineinzog. In der Rolle der Salome brillierte der neue Star am Opernhimmel, die litauische Sängerin Asmik Grigorian. Die Produktion wurde von der Fachzeitschrift „Opernwelt“ gleich vierfach ausgezeichnet: als „Beste Aufführung“ mit weiteren Ehrungen für Romeo Castellucci als „Besten Regisseur“ und „Besten Bühnenbildner“ sowie für Asmik Grigorian als „Beste Sängerin“.

Castelluccis Inszenierung von Alessandro Scarlattis selten gespieltem Oratorium „Il primo omicidio“ („Der erste Mord“) an der Opéra Garnier in Paris (2018) wurde als visuell eindrucksvolle und philosophisch auf-

geladene Deutung des biblischen Stoffs um Kain und Abel bewertet, auch wenn die Regie für manche Zuschauer rätselhaft blieb. Die großen Flächen aus Farbe und Licht wurden von Kritikern mit den Lichtinstallationen James Turrells oder den Gemälden Mark Rothkos verglichen. Ein prägendes inszenatorisches Mittel bestand zudem im Einsatz von Kinderdoubles, welche die Figuren auf der Bühne verkörperten, während die Sänger im Orchestergraben sangen.

Wolfgang Amadé Mozarts „Requiem“ beim Festival d’Aix en Provence (2019) war für Liebhaber von bildstarkem, kontemplativem Theater ein faszinierendes Ereignis, für traditionelle Konzertbesucher mitunter herausfordernd, aber immer beeindruckend in ihrer Wirkung und Intensität.

„Radikal, bildstark, intellektuell fordernd“, so lautete 2021 die Kritik der Performance „BROS“, bei der die Darsteller Kopfhörer trugen und per Funk Anweisungen in Echtzeit erhielten. Das Publikum wurde Zeuge eines kontrollierten Experiments, das Abläufe von Autorität, Manipulation und Unterwerfung sichtbar machte.

Foto: © Monika Rittershaus

„Abstrakt und schwer zugänglich“ für manchen klassischen Opernfreund, für andere ein „faszinierendes und beeindruckendes Erlebnis“ war Castelluccis symbolisch stark aufgeladene Inszenierung von Mozarts „Don Giovannni“ 2021 und 2023 in Salzburg, in welcher dieser als archetypische Verkörperung von Gier, Verführung und Gewalt erschien. Ein minimalistisches Bühnenbild, Licht, Projektionen und choreografische Strukturen prägten die Szenerie. Kritiker lobten die meditative Intensität und die zeitlose Reflexion über Macht, Schuld und Tod sowie die intensive und expressive musikalische Leitung unter Teodor Currentzis, welche die visuelle Abstraktion hervorragend ergänzte.

Gustav Mahlers „Auferstehungssymphonie“ beim Festival d’Aix en Provence 2022 wurde durch Romeo Castellucci zu einem zeitgenössischen, multisensorischen Ritual über Tod und Erlösung Die minimalistische Bühne, geometrische Formen, Lichtprojektionen sowie die ritualisierte Präsenz von Chor, Orchester und Sängern erzeugten für Zuschauer, die experimentelles Musiktheater schätzen, eine fast sakrale Atmosphäre voll meditativer Kraft, emotionaler Tiefe und visueller Intensität.

2022 inszenierte Castellucci wieder in Salzburg: Bela Bartóks Einakter-Oper „Herzog Blaubarts Burg“, ein Meisterwerk der modernen Oper, ein psychologisches Drama voll Symbolismus und musikalischer Innovation. Erzählt wird die Geschichte des mysteriösen Fürsten Blaubart und seiner neuen Frau Judith, die neugierig ist und die sieben Türen seines Schlosses öffnet. Castellucci kombinierte dieses Stück mit Carl Orffs „De temporum fine comoedia“ („Die Komödie vom Ende der Zeiten“). Das Ergebnis war ein multisensorisches Ritual, das Musik, Bewegung, Licht und Symbolik zu einem Gesamterlebnis verband.

Auch bei der Triennale Milano (2022) in Italien setzte Castellucci auf intensive Bildsprache, meditative Atmosphäre und multisensorische Wirkung. Das Publikum bewegte sich im Raum und konnte die Transformation von Licht und Raum als körperliche und visuelle Erfahrung erleben.

Die performative Video-Installation „The Third Reich“ (2023) beschäftigte sich mit den Themen Sprache, Macht und Zwangskommunikation. Inspiriert von Victor Klemperers Studien über den Sprachgebrauch

„Salome“, Salzburger Festspiele, 2018
Foto: © Ruth Walz

im Nationalsozialismus, untersucht die Arbeit, wie Sprache als Instrument der politischen Manipulation wirken kann. Auf einer großen Leinwand erscheinen die Substantive eines Wörterbuchs in extrem schneller Abfolge, sodass das Publikum einzelne Wörter kaum erfassen kann. Die Sprache verliert ihre klare Bedeutung und verwandelt sich in ein visuelles und akustisches Rauschen aus Zeichen und Bildern. In der Kritik galt die Installation als eindrückliches Beispiel für Castelluccis experimentelle, zeitgenössische Theaterkunst, die die Grenzen zwischen Theater, Installation, Performance und philosophischer Reflexion bewusst auflöst.

An der Opéra La Monnaie in Brüssel inszenierte Romeo Castellucci 2023 Richard Wagners „Das Rheingold“, wobei er weitgehend auf eine klassische, erzählerische Darstellung verzichtete und stattdessen auf starke Bilder und eindrucksvolle Bühnenräume setzte. Die Rheintöchter erschienen als tanzende Figuren, während Alberich als gefesselter und wütender Charakter gezeigt wurde. Die Welt der Götter wirkte wie eine zeitlose, fast dekadente Bildgalerie, in der Macht, Ehrgeiz und Verletzlichkeit sichtbar werden. Während Kritiker vor allem die bildstarke und provokative Ästhetik lobten, blieb die Inszenierung für traditionell orientierte Zuschauer teilweise herausfordernd.

„Bérénice“ ist ursprünglich eine Tragödie über den inneren Konflikt zwischen Liebe und politischer Pflicht. Das Stück des französischen Dramatikers Jean Baptiste Racine (1639–1699) wurde 1670 uraufgeführt und gehört zu den wichtigsten Werken des französischen klassischen Theaters. Romeo Castellucci reduzierte das Stück 2024 zu einer radikalen Monolog-Performance am Théâtre de la Ville in Paris mit Isabelle Huppert

in der Titelrolle. Und wieder reagierten Kritiker und Publikum polarisierend: Einige lobten Hupperts fesselnde Präsenz und Castelluccis visionäre Bildsprache, die den Text als körperliche, sinnliche Erfahrung neu entfaltet; andere empfanden die drastische Reduktion des Dialogs und die abstrahierte Inszenierung als herausfordernd oder irritierend.

2026 inszeniert Romeo Castellucci bei den Salzburger Festspielen die Oper „Saint François d’Assise“ von Olivier Messiaen (1908–1992). Der französische Komponist zählt zu den bedeutendsten Musikern des 20. Jahrhunderts; seine Musik ist geprägt von tiefer Religiosität, ungewöhnlichen Harmonien, komplexen Rhythmen und seiner Leidenschaft für Vogelgesänge. Messiaen war viele Jahre Organist an der Pariser Église de la Sainte-Trinité und prägte als Kompositionslehrer am Conservatoire de Paris eine ganze Generation von Komponisten.

Messiaens einzige Oper entstand zwischen 1975 und 1983 und gehört zu den monumentalen Werken des modernen Musiktheaters. Der Komponist schrieb nicht nur die Musik, sondern auch das Libretto. In acht Bildern wird aus dem Leben des heiligen Franz von Assisi erzählt: Franziskus predigt zu den Vögeln, begegnet einem Engel und empfängt schließlich die Stigmata. Die Oper, uraufgeführt 1983 an der Opéra Garnier, gilt als außergewöhnliches Werk, das Mystik, Natur und Glauben musikalisch verbindet. Die Aufführungen in Salzburg finden in der monumentalen Felsenreitschule statt. Am Pult der Wiener Philharmoniker steht der Dirigent Maxime Pascal, der Bariton Philippe Sly übernimmt die Titelrolle des Franz von Assisi.

„Pelléas et Mélisande“, Mailänder Scala, 2026
Foto: © Monika Rittershaus
„Herzog

ROMEO CASTELLUCCI

ZU OLIVIER MESSIAENS „SAINT FRANÇOIS D’ASSISE“

„Ich sehe in Franziskus einen freien Menschen. Man muss sich jedoch vom offiziellen Bild des Heiligen lösen, dessen Biografie früh geglättet wurde. Franziskus war zu äußerster Härte fähig, etwa als er jegliche Verbindung zu seiner leiblichen Familie abbrach. Er war aber auch ein Vorläufer des humanistischen Renaissance­Gedankens, weil er Materie, Geschöpf und den menschlichen Körper in den Mittelpunkt der Welt stellte – als Mittel, Gott zu erreichen. Franziskus erfand Formen, um eine erneute Beziehung zu Gott zu schaffen, die nicht ausschließlich über das Dogma der Kirche verlief. Er war überzeugt, dass der Geist durch alle Körper hindurchgeht – durch Menschen, Tiere, Dinge, sogar durch Krankheit und Tod. Alles ist wundersam und leuchtend, auch die Finsternis.

Am Anfang und am Ende von Olivier Messiaens Oper steht das Kreuz. Der Weg von Franziskus besteht darin, eins zu werden mit dem Kreuz, Kreuz zu sein – nicht um Christ zu sein, sondern um christlich zu sein, das heißt: Träger des Christus. Olivier Messiaen war nicht nur ein großer Künstler, sondern auch ein Philosoph und ein praktizierender Katholik. Für ihn war die Kunst das wesentliche Instrument, um mit Gott zu sprechen, und das, glaube ich, war durch seine außergewöhnliche Entdeckung möglich: den Gesang der Vögel. Die Vögel sind aus seiner Sicht die Engel unter uns; sie repräsentieren die ursprüngliche, vor der Menschheit existierende Musik. Diese Stimmen sind fähig, das Wesen des Himmels zu vermitteln. Für Messiaen war der Vogelgesang eine Bibel.“

Blaubarts Burg“, Salzburger Festspiele, 2022
„Pelléas et Mélisande“, Mailänder Scala, 2026
Foto:
Foto: © Monika Rittershaus
Philipp Sly Foto:

Salzburg

PLACES TO GO

SCHLOSS MÖNCHSTEIN

Hoch über den Dächern Salzburgs

E

ingebettet in einen 14.000 Quadratmeter großen Schlosspark auf dem Mönchsberg, zählt das 5-Sterne-Superior-Hotel Schloss Mönchstein zu den exklusivsten Adressen Österreichs. In 24 individuell gestalteten Zimmern und luxuriösen Suiten genießen Gäste Ruhe, Privatsphäre und ein einzigartiges Ambiente. Das Verwöhnangebot umfasst das mit vier Gault&MillauHauben und einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurant The Glass Garden, die stilvolle Apollo Bar sowie einen großzügigen Wellnessbereich. Darüber hinaus bietet das Hotel den perfekten Rahmen für exklusive Veranstaltungen und unvergessliche Hochzeiten.

Das Restaurant The Glass Garden begeistert nicht nur mit ausgezeichneter Kulinarik, sondern auch mit seiner außergewöhnlichen Architektur. Eine durchgängige Panorama-Fensterfront eröffnet einen spektakulären Blick auf die Salzburger Altstadt. Im Mittelpunkt des Restaurants steht die beeindruckende, mundgeblasene Glasskulptur des amerikanischen Künstlers Dale Chihuly, die dem Raum eine unverwechselbare Atmosphäre verleiht.

Entspannung auf höchstem Niveau verspricht der Wellnessbereich mit Dampfbad, finnischer Sauna, stilvollen Ruhezonen, exklusiven Pilates-Angeboten und einer großzügigen Sonnenterrasse. Der beheizte Infinity-Pool mit Panoramablick schafft den idealen Rahmen, um den Alltag hinter sich zu lassen und neue Energie zu tanken. Neben den Gästen des Hotels kommen auch Day-Spa-Besucher in den Genuss dieser luxuriösen Anlage.

Die architektonisch beeindruckende Hotelgarage bietet Gästen großzügige Stellflächen, moderne E-Ladestationen sowie einen exklusiven Direktzugang zum Hotel und verbindet dabei Funktionalität mit höchstem Komfort.

HOTEL SCHLOSS MÖNCHSTEIN*****s Mönchsberg Park 26, 5020 Salzburg Tel.: +43 662 848555-0 www.monchstein.at

SCHLOSSLEBEN

Die meisten Menschen kommen mit einer Einladung zu einer Hochzeit erstmals auf ein Schloss, denn dort wird gerne in großer Runde gefeiert. Jene, die ein historisches Gebäude geerbt haben, tragen de facto immer den Lapislazuli-Siegelring, der eigentlich genauso vererbt wird wie die historischen Balustraden. Unter dem kritischen Auge der Ahnentafel wird das Anwesen erhalten, oft mithilfe der Erlöse von Hochzeitsgesellschaften, die dann in goldenen Slippern auftanzen.

NOCTURNAL

1. Kleid „Cheshire“, von Rosie Assoulin, um € 1.929 | 2. Duft „Nocturnal“, von Pauline Rochas, um € 210 | 3. Siegelring, von Rozet & Fischmeister, Preis auf Anfrage | 4. Teller, von L’Objet, um € 90 | 5. Balustraden, geerbt oder von Alibaba | 6. Sandalen, von Manolo Blahnik, um € 865 | 7. Fascinator, bei Etsy, um € 120

Altaussee

1. Vordach „Marinne“, aus Metall, von Loberon, um € 128 | 2. Dirndl, von Tostmann, um € 1.099 | 3. Serviette (4er-Set), von Butlers, um € 19,90 | 4. Hut „WALU“, von Mühlbauer, um € 248 | 5. Hortensie, von OBI, ab € 25 | 6. Topfschale, von Bloomingville, um € 49 | 7. Bank, von Sklum, um € 439 | 8. Nackenrolle, von H&M, um € 22

KURFÜRSTLICHES

JÄGERHAUS

Eingebettet in die Chiemgauer Alpen, liegt der bekannte, malerische Luftkurort Reit im Winkl. Dort findet man das denkmalgeschützte Anwesen, das 1796 als Wohn- und Amtssitz für den damals noch kurfürstlichen Jäger zu Reit im Winkl erbaut wurde. Seinen herrschaftlichen Ursprung erkennt man noch heute an der steilen Dachform und der für die hiesige Hauslandschaft untypischen Bauart. Im Inneren trifft man auf eine wunderbare Atmosphäre mit alten Holzböden, Türen sowie teils originalem Stuck und einer Einrichtung mit Antiquitäten, die ganz besonders auf die Ausstrahlung dieses historischen Gemäuers eingeht.

Luxuriöses Feriendomizil im Denkmal INFOBOX

In diesem Kleinod wurden in den vergangenen Jahren drei Ferienwohnungen mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Heute erwarten sie ihre Gäste mit einem ganz besonderen Flair und einer unverwechselbaren Atmosphäre. Hier befindet sich der Ausgangspunkt für viele sportliche und kulturelle Aktivitäten. Insbesondere die unmittelbar benachbarten Skigebiete Winklmoos-Alm und

Steinplatte sind für reichlich Naturschnee bekannt –ideal für einen Urlaub mit Familie und Freunden!

Unter der Marke „Schloss Gessenberg®“ können Sie nicht nur Urlaub in einer ausgewählten Sammlung von historischen Anwesen machen. Die Eigentümerfamilie Zachow verwöhnt Sie auch kulinarisch, unter anderem mit den handwerklich gefertigten Spezialitäten aus Obst und Walnüssen, wie z. B. Quittenwein und Schwarze Walnüsse. Absolut empfehlenswert!

KURFÜRSTLICHES JÄGERHAUS –by „Schloss Gessenberg®“ Ferienwohnungen & Obstweine Weitseestraße 33, 83242 Reit im Winkl, Deutschland Tel.: +49 172 4524338 info@schloss-gessenberg.de www.schloss-gessenberg.de

FEST (mit) SPIELE(n) in SALZBURG

MEINE TIPPS FÜR EINEN GENUSSREICHEN AUFENTHALT

Empfehlungen auszusprechen, ist eine heikle Angelegenheit. Was der oder die eine als spannend, inspirierend oder bereichernd empfindet, kann für jemand anderen langweilig, belanglos oder sogar unangenehm sein. Dies ist meine Einladung an Sie, sich in Salzburgs Innenstadt auf Neues einzulassen oder Altbekanntes wiederzuentdecken, denn „Gewusst wie, wo und wann“ entscheidet mit, ob Ihr Besuch bei den Festspielen zu einem gelungenen Ereignis wird.

Text: Eva von Schilgen

KARTEN BESTELLEN LEICHT GEMACHT

Salzburg liebt seine Mäzene: Wer die Salzburger Festspiele unterstützt und zum Beispiel Mitglied der „Freunde der Salzburger Festspiele“, eines der größten Kulturfördervereine Europas, wird, hat Vorteile. So profitieren schon „einfache Freunde“ vom Vorrang bei der Kartenbestellung sowie von Einladungen zu Vorträgen und Veranstaltungen rund um die Festspiele. Als „Förderer“ können Sie darüber hinaus mit der Zuteilung Ihrer Wunschplätze – sofern verfügbar – rechnen. Zusätzlich erhalten Sie Zugang zu ausgewählten Proben sowie zur exklusiven Förderer-Lounge. Und wer „Silber-Patron“ oder „Gold-Patron“ ist, darf sich auf Begegnungen mit Künstlern, Einladungen zu

Empfängen und exklusiven Ausstellungen sowie auf stilvolle private Soiréen freuen.

Halber Mitgliedsbeitrag – doppelter Spaß: Als Mitglied der „Next Generation“, des Kreises der jungen Förderer, knüpfen Sie schnell Kontakte. Man geht gemeinsam zu Vorstellung und trifft bei der Party viele Künstler. Leider endet diese Mitgliedschaft mit Erreichen des 45. Lebensjahres automatisch.

Bei allen Varianten gilt: Früh buchen, denn wird im November oder Dezember das nächstjährige Programm vorgestellt, beginnt sofort der Run auf die Karten der Highlights der Saison.

Foto: © Salzburger Festspiele, Andreas Kolarik

„WIE (UND WO) MAN SICH BETTET ...“ –fußläufig zum Festspielhaus

In Salzburgs ältestem Hotel, dem „ARTHOTEL BLAUE GANS“ in der Getreidegasse, steigen Reisende seit dem 14. Jahrhundert ab. Das historische Haus verbindet mittelalterliche Substanz mit komfortablem, modernem, puristischem Design. Der Hotelier ist begeisterter Kunstsammler und stellt in seinem Hotel über 300 Objekte zeitgenössischer Kunst aus. Zudem genießt man von einigen Zimmern eine wunderbare Aussicht auf die barocke „Pferdeschwemme“.

Liebenswertes Salzburg-Feeling bietet man im „Hotel GOLDGASSE“, einem Haus mit mittelalterlichen Strukturen: schmale Stiegen, dicke Mauern, kleine Fenster. Jedes der 16 Zimmer und Suiten hat einen besonderen Festspiel-Bezug. TIPP: Die exklusive Rooftop-Suite mit privater Dachterrasse gewährt einen unvergleichlichen Panoramablick.

„The Beauty of Imperfection“ beschreibt am besten den Charme des „TOWNHOUSE WEISSES KREUZ“ in einem aus dem 14. Jahrhundert stammenden Gebäude mit alten Steinmauern, Holzbalken und antiken Türbeschlägen. Demgegenüber stehen sechs luxuriöse, modern und komfortabel ausgestattete Zimmer. Jede Etage kann als abgeschlossene Einheit gebucht werden. Private Atmosphäre herrscht in der großzügigen Lounge mit offenem Kamin oder im kleinen Spa mit Dampfbad. Highlight ist der über 100 m² große Garten – ein Rückzugsort mitten in der Altstadt.

Grandhotel-Atmosphäre erfährt man im „HOTEL SACHER SALZBURG“, das seit seiner Eröffnung im Jahr 1866 als Symbol für Tradition, Luxus und zeitlose Eleganz gilt. Die 110 Zimmer und Suiten, teilweise mit atemberaubendem Blick auf die Salzach und die Alstadt mit der Festung Hohensalzburg, sind luxuriös ausgestattet. Ein besonderes Erlebnis ist die „Sky Suite“, die größte eigenständige Suite der Stadt.

In einer der schönsten Lagen im Zentrum der Festspielstadt, direkt neben dem Mirabellgarten gelegen, befindet sich das traditionelle „HOTEL BRISTOL“ Hier wohnt man stilvoll elegant in den 60 Apartments und Suiten. Für einen längeren Aufenthalt können Apartments mit kleiner Kitchenette gebucht werden.

Wer Ruhe abseits der Festspiele sucht, dem empfehlen wir das Biedermeierhotel „SCHLOSSWIRT ZU ANIF“, den „FRIESACHERHOF“ oder die „VILLA IVY“, eingebettet zwischen Heidelbeerfeldern und den Hellbrunner Schlossgärten.

Blaue Gans
Hotel Goldgasse mit „Il Trovatore“ als Betthaupt
Townhouse Weisses Kreuz
Hotel Sacher Salzburg
„AN DEN FEDERN ERKENNT MAN DEN VOGEL“

In Salzburg ist das Publikum Teil des Festspielgeschehens, dementsprechend erwartet man, dass es sich stilvoll und festlich kleidet. T-Shirts, Jeans, Jogginghose sowie Sandalen und Sneakers sind an Salzburgs Seen richtig, bei Festspielaufführungen jedoch fehl am Platz. Ob Herren eine Krawatte tragen oder nicht, hängt von der Vorstellung ab, gepflegte Lederschuhe oder elegante Loafers sind jedoch Pflicht. Nicht wirklich „gentlemanlike“ sind Leibchen, kurzärmelige Hemden, kurze Hosen, zerknitterte Leinenanzüge oder Rucksäcke. Und gar nicht „ladylike“ sind zu kurze, zu enge, zu tief dekolletierte Kleidung sowie zum langen Abendkleid Umhängetasche und Sportarmbanduhr.

Aber was ist wann anzuziehen? Die FESTSPIELERÖFFNUNG am Vormittag ist ein Staatsakt. Viele Besucher kommen daher entweder in Tracht oder in eleganter Tagesgarderobe.

wieder neu interpretiert werden. Die Herren sind im dunklen Anzug und weißen Hemd passend gekleidet. Nur bei Aufführungen auf der Pernerinsel können Sie bei Ihrer Kleidung „kreativer“ werden.

Bei einem KONZERT hängt das Outfit auch vom Programm ab: Spielen die Philharmoniker, ist ein dezentes Abendkleid oder ein Hosenanzug passend, bei Kammerkonzerten ein elegantes Kostüm oder Sommerkleid. Die Herren haben es einfach: ein dunkler Anzug, ein weißes Hemd und eine dezente Krawatte.

Bei der Aufführung zum Schauspiel „JEDERMANN“ wird schon aus Tradition Tracht getragen. Verpönt sind jedoch „Mini-Wies’n-Dirndln“, nackte Wadl’n und Sneakers, unpassend sind Abendkleid und Smoking. Zu einer MATINEE kommt die Dame in einem eleganten Sommerkleid oder Kostüm, der Herr in Anzug und weißem Hemd.

Den besten Auftritt bei einem SCHAUSPIEL garantiert das „kleine Schwarze“: Es muss ja nicht von Coco Chanel sein und kann mit vielen Accessoires immer

Die OPERNPREMIERE ist Anlass für attraktive lange Abendroben und Smokings, diese durchaus auch in verschiedenen Farben. Bei allen weiteren Vorstellungen trägt frau dezente lange Abendroben, kurze Cocktailkleider oder Hosenanzüge; die Herren tragen Anzüge oder auch Dinnerjackets.

Und wer das Passende nicht dabeihat: Lässige Couture-Tagesmode, spektakuläre Abend-Outfits sowie Tracht mit dem besonderen Etwas entwirft Caro Sinemus bei MADL. Die charmantesten Dirndln gibt es bei SPATT. Die Firma STASSNY stattet sowohl Damen wie auch Herren stilsicher aus. Betont jagdlich Fesches, auch für Regenwetter, findet man bei DSCHULNIGG. Designerschmuck findet man bei den Juwelieren LÄHRM und KÖCHERT, bei Letzterem auch den Festspielring oder die Festspielkrawattennadel. In Salzburg darf es ruhig „ein bisserl mehr“ sein – und zwar für beide Geschlechter.

Foto: „Jedermann“ 2025, Philipp Hochmair, Deleila Piasko, Salzburger Festspiele © SF/Monika Rittershaus, FESTSPIELRING: Juwelier

SALZBURG STYLE GUIDE

Die Festspielgarderobe darf glamourös sein: elegante Schnitte, starke Accessoires und ein Look, der sofort nach großer Bühne aussieht. Erlaubt ist, was festlich wirkt und mit Stil auffällt.

1. Diese bodenlange Robe von Taller Marmo präsentiert sich mit einem fließenden Cape-Detail, das mit Fransen am Saum besetzt ist (4 % Stretch gewähren der Trägerin Atemfreiheit), bei mytheresa.com, um € 1.500 | 2. Ohrgehänge mit Paraiba-Turmalinen (3,30 ct) und zwei Altschliffdiamanten (0,43 ct) in 18 kt Weißgold, von koechert.com, ab € 6.100 | 3. Tagliatore Seidensakko, von braun­hamburg.com, um € 799; Anzugshose auf Maß bei Dantendorfer | 4. Einstecktuch aus Seide, Archivo-Muster 1958, von emarinella.eu, um € 90 | 5. Glattleder-Loafer mit einer kleinen Lederschleife, bei bellas­vienna.at, um € 289 | 6. Der Duft rundet das Outfit ab: Floris London Special No 127 ist eine erfrischende Zitrusmischung, die 1890 eingeführt wurde, Bergamotte, Orange und Petitgrain werden mit Neroli, Lavendel und Geranie kombiniert, bei careofcarl.at, um € 155 | 7. Terra Federn Pointy, perfekt für das Kopfsteinpflaster, von bellas­vienna.at, um € 199

7.

„SPEIS’ UND TRANK HALTEN LEIB UND

SEELE Z’AMM“

Die beste Aussicht auf das lebhafte Treiben am Alten Markt kann man von der Terrasse des Café Tomaselli in der Altstadt genießen. Gegründet im Jahre 1700, ist es das älteste noch betriebene Kaffeehaus Österreichs. Das Café Bazar am anderen Salzachufer gilt seit dem 19. Jahrhundert als Treffpunkt für Schriftsteller und Künstler sowie der „Locals“ von heute. Banker, Manager und Politiker haben dort ihre Stammtische. „GSCHMACKIG. ZÜNFTIG. FEIN“ – auf diese Weise überzeugt die Küche im Restaurant Hotel Goldener Hirsch. Serviert wird hier mit altösterreichischer Eleganz sowie mit einem Touch gräflicher Vornehmheit.

Perfekt für den schnellen Hunger ist die kultige Salzburger Street-Food-Spezialität, die Original-Bosna vom Balkan Grill Walter, in einem der Durchhäuser der Getreidegasse. Salzburgs Tageswürstelstände

am Universitätsplatz gehören zur kulinarischen Alltagskultur der Stadt. Ein wahrlich lässiger Ort ist die Geheime Specerey in der Sigmund-HaffnerGasse, bekannt für ihre hochwertigen regionalen Spezialitäten, besonders für Gerichte vom AlpenWeideschwein und beste Weine. Mit exzellentem Service preiswert speisen lässt es sich im Hotel Bristol

Bier hat eine lange Tradition in Salzburg. Salzburgisch-deftig ist die Küche des Sternbräu. Im Innenhof unter den prächtigen Kastanienbäumen oder in den Arkaden lässt sich auch die größte Sommerhitze ertragen. Das Augustiner Bräu muss besuchen, wer Salzburger Schmankerl genießen will. Die traditionsreiche Brauerei der Augustiner-Mönche, deren Kunst des Bierbrauens bis ins Jahr 1621 zurückreicht, ist Österreichs größte Biergaststätte mit rund 5.000 m² Fläche und etwa 1.400 Sitzplätzen im Garten. Einen grandiosen Blick über die Dächer von Salzburgs Altstadt kann man von der Terrasse von Österreichs größter Privatbrauerei, der im Jahre 1492 erstmals erwähnten Stiegl-Brauerei, genießen.

Café Bazar
Bristol Bar
Restaurant Herzl, Getreidegasse
Tipp: Barkeeper Patrick in der Hirschen­Bar
Fotos: bereitgestellt; Bristol: © Andreas Schatzl

UND NACH DER VORSTELLUNG …

Bei Patrick in der Bar Hotel Goldener Hirsch kommt man wie nebenbei mit anderen Festspielbesuchern ins Gespräch. Aber Vorsicht! Kritisieren Sie eine Vorstellung erst, nachdem Sie die Nachtkritik gelesen haben. Den schönsten Blick auf Salzburg hat man Tag und Nacht von der Dachterrasse des Hotel Stein; hier treffen Sie auf ein jüngeres Publikum. Bei der Bar Friedrich in der Steingasse gibt es den besten Champagner, kreative Cocktails, Gin-Tonic-Variationen und kleine Speisen auch zu später Stunde. Wer den Begriff „Bar“ mit rotem Samt verbindet, der ist in der Bar Hotel Sacher gut aufgehoben; im Sommer beliebt ist auch die kleine Terrasse mit Blick auf die Salzach. Nostalgische, elegante Zwanzigerjahre-Atmosphäre vermittelt die Bar Hotel Bristol  – und dies mit klassischer Bar-Musikbegleitung am Klavier. Wer es (inklusive dem neuesten Tratsch) lieber rustikal hat: Im Beisl Resch und Lieblich im Toscaninihof sitzen bis fast nach Mitternacht bunt gemischt Bühnenarbeiter und Festspielgäste beim besten Gulasch weit und breit traulich zusammen.

ON A RAINY DAY – Der Salzburger „Schnürlregen“ ist berühmt und berüchtigt, doch keine Sorge: Salzburg ist auch reich an „regengeschützten“ Orten.

Das MUSEUM DER MODERNE am Mönchsberg ist eines der führenden Museen für moderne und zeitgenössische Kunst in Österreich. Grafik, Fotografie sowie zeitgenössische Kunst findet man im RUPERTINUM, einem spätbarocken Gebäude gleich neben den Festspielhäusern. Kunstwerke aus dem kirchlichen Bereich, darunter Gotik, Renaissance und Barock, aber auch sakrale Objekte aus dem Mittelalter bis zur Gegenwart zeigt das DOMMUSEUM neben dem Salzburger Dom. Des bedeutendsten Vertreters des Expressionismus in der deutschsprachigen Literatur, des Salzburger Dichters Georg Trakl (1887–1914), erinnert man sich im Museum und Literaturzentrum im TRAKLHAUS. In der EDMUNDSBURG am Mönchsberg befindet sich eine Dauerausstellung über Stefan Zweig, die das Leben und Schaffen des Schriftstellers in Verbindung mit seiner Zeit in Salzburg zeigt. Nicht nur für Kinder und Jugendliche aufregend ist das HAUS DER NATUR, das größte sowie vielseitigste und mehrfach ausgezeichnete Naturkundemuseum Österreichs, mit einer Ausstellungsfläche von über 7.000 m². Und so mancher Erwachsene wird im SALZBURGER SPIELZEUGMUSEUM wieder zum Kind. Auf mehreren Etagen mit rund 1.500 m² Fläche werden interaktive Erlebnisräume geboten, auf denen Kinder nicht nur schauen, sondern auch spielen und ausprobieren können.

Salzburger Museum der Moderne

Hier ist das gesamte Jahr Weihnachten: Über dem Café Glockenspiel am Mozartplatz ist eine private Sammlung von Weihnachts- und Festtraditionen von etwa 1840 bis 1940 ausgestellt.

Ein kleines Privatmuseum mit einem großen geschichtlichen Anliegen ist das MUSEUM DER VERLORENEN GENERATION. Gezeigt werden Werke aus der Zeit von ca. 1920 bis 1945 von Künstlerinnen und Künstlern, die im frühen 20. Jahrhundert, vor allem im Nationalsozialismus, unterdrückt wurden oder in Vergessenheit geraten sind.

ON A SUNNY DAY – Wenn es wirklich heiß wird, sehnt man sich auch in Salzburg nach Abkühlung.

LUXUS IM STADTHOTEL: Im exquisiten Hotel Schloss Mönchstein können Tagesgäste in stilvoller Umgebung mit herrlichem Blick über Salzburg im Outdoor-Infinity-Pool schwimmen. Auch ein Spa-Bereich mit Sauna, Dampfbad, Ruhezonen und Fitnessraum steht zu Verfügung.

UNKOMPLIZIERT ist das Baden im Almkanal, dem historischen Wasserbauwerk aus dem 12. Jahrhundert, der ursprünglich zur Versorgung der Stadt mit Trinkund Brauchwasser angelegt wurde. Heute dienen seine Ufer der Jugend und jenen, die jung geblieben sind, zum Sonnenbaden, das kühle, klare Wasser des Kanals zur Erfrischung.

NATUR GENIESSEN kann man nur wenige Kilometer von der Salzburger Innenstadt entfernt im Waldbad Anif unter Schatten spendenden Bäumen.

Rosewood Schloss Fuschl, einzigartig gelegen

Das frische Bergwasser des romantischen Teiches hat Trinkwasserqualität. Kehren Sie danach im Schlosswirt zu Anif ein und genießen Sie traumhafte regionale Schmankerl im Schatten der Kastanienbäume im Gastgarten.

COUNTRYSIDE: Etwa 45 Minuten Autofahrt entfernt ist das Hotel Schloss Fuschl. Tagesgäste erhalten nach der Anmeldung direkten Zugang zum kristallklaren Fuschlsee oder zu Innen- und Außenpools, Saunen, Dampfbädern und einem breiten Angebot an Spa-Behandlungen bei bestem kulinarischem Angebot.

SCHIFFERL FAHREN: Der wahre Genuss, wenn es in der Stadt zu heiß wird – den Tag auf einem gemieteten Schiff am Fuschlsee, Wolfgangsee oder Mondsee verbringen, mit oder ohne „Kapitän“.

WOLLEN SIE SALZBURG WIRKLICH KENNENLERNEN?

Dann leisten Sie sich eine private Führung mit einem Fremdenführer. Er wird Ihnen versteckte Ecken abseits der Touristenpfade zeigen und kann Ihnen thematische Touren wie Kulinarik-, Architektur- oder Naturrundgänge anbieten. Mit diesem fundierten Wissen und persönlichen Einblicken wird jeder Stadtrundgang lebendig, individuell und ihr Besuch in Salzburg unvergesslich.

Schloss Mönchstein
Fotos: Mönchstein, Felix Winter, Firma beyonddigital.at, Rosewood Schloss Fuschl

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PLACES TO GO

MERKEL UND MERKEL

Genuss hat einen Namen

D

er Salzburger Stadtteil Riedenburg, nur wenige Schritte vom Festspielbezirk entfernt, ist vielen als kulinarischer Hotspot bekannt. Hier verwöhnen die mehrfach ausgezeichneten Profiköche Ramona und Alexander Merkel ihre Gäste mit Neuinterpretationen der klassischen österreichischen Küche und sorgen für ein besonderes Geschmackserlebnis.

Holz und dezente Farbtöne prägen das Interieur der Gasträume und schaffen ein stimmiges Gesamtbild. Klassisches und zeitgemäßes Design verbinden sich zu einem zurückhaltend-eleganten Ambiente. Im Merkel und Merkel überzeugen die Speisen, die modern interpretiert, aber dennoch angenehm bodenständig sind und durch hochwertige, saisonale Zutaten bestechen. Im Sommer laden der schattige Gastgarten sowie das stilvolle Salettl zum Verweilen ein und machen jeden Besuch zu einem entspannten Genussmoment.

INFOBOX

Merkel und Merkel

Neutorstraße 31, 5020 Salzburg Tel.: +43 676 6617161 email@merkelundmerkel.at www.merkelundmerkel.at

Salzburg

Genießen Sie ein Frühstück im Schloss oder einen Drink in unserer neuen Bar!

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Salzburg

PLACES

TO GO

Die Sammlung betrachten & The Day You Were Thinking About the Sibyl While You Were Picking Autumn © Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste Wien

HUBERS IM FISCHERWIRT

Regionale Spitzenküche in Salzburg­Liefering

Der Fischerwirt in Salzburg-Liefering zählt zu den ältesten Traditionsgasthäusern der Stadt und wurde bereits 1879 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 2013 führen Andrea und Harald Huber das Haus mit großer Leidenschaft und haben es zu einer renommierten kulinarischen Adresse entwickelt.

Die Küche verbindet regionale Wurzeln mit internationalen, insbesondere frankophilen Einflüssen. Neben heimischen Spezialitäten stehen auch exklusive Spitzenprodukte wie Trüffel, Kaviar, Hummer und saisonale Delikatessen im Mittelpunkt. Höchste Qualität, Kreativität und handwerkliche Perfektion prägen das kulinarische Angebot.

Abgerundet wird das kulinarische Konzept durch ein eigenes Kochbuch, in dem die Philosophie und ausgewählte Rezepte des Hauses festgehalten sind. Im Sommer

lädt der charmante Gastgarten dazu ein, die besondere Atmosphäre fernab des Festspieltrubels bei exzellenter Küche und erlesenen Weinen zu genießen. Das Zusammenspiel aus Tradition, modernem Ambiente und mehrfach ausgezeichneter Küche macht den Fischerwirt zu einer kulinarischen Institution in Salzburg.

Hubers im Fischerwirt

Peter-Pfenninger-Straße 8 5020 Salzburg Tel.: +43 662 424059 restaurant@fischerwirt-liefering.at www.fischerwirt-liefering.at

Fotos: © Helge Kirchberger

PLACES TO GO Salzburg

ÜBER DEM TAL

Weil manche Orte mehr sind als eine

Destination.

Es gibt Häuser, die man nicht erklärt, sondern kennt. DAS.GOLDBERG in Bad Hofgastein ist so eines. Auf 950 Metern, hoch über dem Gasteinertal, liegt das familiengeführte Fünf-Sterne-Hotel an einem Plateau, das den Blick bis in den Nationalpark Hohe Tauern freigibt.

Die Architektur ist klar, die Materialien sind ehrlich, die Stille ist echt. Im Sommer gibt der Berg den Rhythmus vor. Wanderwege starten direkt am Haus, das Spa Nature’s Nest mit seinem beheizten Infinity-Pool öffnet sich dem Tal, und wer die Saunawärme gegen kühleres Wasser tauschen möchte, findet keine hundert Meter entfernt den hoteleigenen Naturbadesee mit Sandstrand. Abends zeigt die Küche, was das Salzburger Land gerade trägt: Kräuter von der Alm, Gemüse aus der Region sowie ausgewählte, regionale Produkte und darüber hinaus Gerichte, die sich nicht wichtiger nehmen als ihre Zutaten.

Wer einmal hier war, versteht, warum manche Gäste seit Jahren zurückkehren. Nicht wegen des Programms.

Wegen des Gefühls, das bleibt. Zwischen alpiner Natur, stilvollem Design und wohltuender Ruhe entsteht Raum für das, was wirklich zählt. Das Natur-, Designund Wellnesshotel bei Salzburg für alle, die das Besondere suchen – natürlich mit persönlichem Service.

INFOBOX

DAS.GOLDBERG***** Familie Seer

Haltestellenweg 23 5630 Bad Hofgastein +43 6432 6444 | info@dasgoldberg.at www.dasgoldberg.at

Porträt der Friederike Maria Beer, 1916, Tel Aviv Museum of Art, Mizne­Blumenthal Collection

‚Flora‘:Entwurf: Leopold Blonder, 1911–1914 für Wiener Werkstätte, Wien, 1911–1922 Museum für Angewandte Kunst/Wien

‚Marina‘:Entwurf: Dagobert Peche, 1911–1912 für Wiener Werkstätte, Wien, 1911–1926 Museum für Angewandte Kunst/Wien

– GUSTAV KLIMT –FRAUEN MIT GESCHICHTE

DIE AVANTGARDISTIN

Friederike Maria Beer­Monti – Muse, Modell, Mäzenin

Der Serie 5. Teil

Sie war eine höchst eigenwillige und unkonventionelle Person, die sich eloquent in den Künstlerkreisen der Wiener Moderne bewegte. Geliebte und Modell des Malers Hans Böhler, ließ sie sich von Schiele und Klimt malen und hatte ein Faible für die Wiener Werkstätte. 1934 wanderte Friederike Beer­Monti in die USA aus und engagierte sich in New York im Kunstbetrieb, wo sie moderne Künstler förderte und aus Europa emigrierte Kunstschaffende bei deren Neuanfang unterstützte.

Text: Eva von Schilgen

Friederike Maria Beer wird 1891 in Wien geboren; ihr Vater Emil stammt aus einer angesehenen jüdischen Kaufmannsfamilie, die katholische Mutter Isabella ist eine Nichte des Salzburger Erzbischofs Franz Albert Eder. Jahrelang verweigern beide Familien die Zustimmung zur Heirat: Seine Familie ist mit der „Schickse“ unglücklich, die ihre mit der jüdischen Verwandtschaft, und so konvertieren beide anlässlich der Hochzeit zum evangelischen Glauben. Nach dem frühen Tod des Vaters eröffnet ihre Mutter die „Kaiserbar“ in Wien in der Krugerstraße 9, welche bald zum Treffpunkt der Theater- und Kunstszene wird. Heute befindet sich dort, zum Teil noch mit dem Original-Mobiliar, die „Kruger’s American Bar“.

Fritzi zieht es zum Theater, sie nimmt Schauspielunterricht und führt nebenbei den betuchten Damen der Wiener Gesellschaft die Kleider der Wiener Werkstätte vor. Auch ihre Kleidung besteht fast ausschließlich in deren Stoffen. Neben der Kaiserbar besitzt die Familie Beer ein Restaurant in Baden, wo sie den Avantgarde-Maler Hans Böhler (1884–1961), Sohn des wohlhabenden Industriellen Otto Böhler, kennenlernt. Dieser hatte den Architekten Josef Hoffmann 1910–1911 mit dem Entwurf einer Villa für seine Familie in der Steiermark beauftragt. Die Familie besucht regelmäßig die Bayreuther Festspiele. Hans Böhler genießt eine privilegierte Erziehung und beginnt 1902 im Alter von achtzehn Jahren, Unterricht an einer privaten Malschule zu nehmen.

Friederike Beer ist 16, als sie 1907 mit dem sieben Jahre älteren Böhler eine Liebesbeziehung beginnt. 1908 malt Böhler sie; das Gemälde wird in der Kunstschau Wien in Saal 45 unter dem Titel „Damenbildnis“ (Porträt einer Frau) gezeigt. Die Veröffentlichung wird zum Skandal, denn Fritzi ist auf dem Gemälde nackt. Da keine Aussicht auf eine standesgemäße Verbindung besteht – Hans Böhler wird sich sein Leben lang weigern, zu heiraten –, wird Friederike in ein Internat nach Brüssel geschickt, wo sie Französisch lernt, später nach London, um ihre Schulausbildung abzuschließen.

Auf Wunsch seines Vaters unternimmt Hans Böhler 1910 und 1911 eine ausgedehnte Reise nach Asien. Während seines anderthalbjährigen Aufenthalts fern von Wien bereist er Japan, Korea, China, Shanghai und Indien über die Transsibirische Eisenbahn. Auf der Grundlage von Skizzen, die er während seiner Reisen anfertigt, entwirft er nach seiner Rückkehr 1912 für die Wiener Werkstätte sechs Postkarten. Sein Atelier richtet ihm Josef Hoffmann ein, mit dem ihn eine enge Freundschaft verbindet.

Trotz der Trennung durch Entfernung und Zeit bleibt die Verbindung zwischen beiden indessen stark. 1912 schreibt ihm die 21-Jährige triumphierend: „Jetzt bin ich frei !!!“ Böhler kehrt nach Wien zurück und lässt Fritzi auf ihren Wunsch hin – für eine unverheiratete Frau jener Zeit ein recht „unschickliches“ Verhalten –ebenfalls von dem Architekten Josef Hoffmann eine eigene Wohnung mit Möbeln der Wiener Werkstätte einrichten. Er selbst wird nie in dieser Wohnung übernachten, Fritzi hingegen besucht ihn regelmäßig in seinem Atelier und bleibt häufig über Nacht.

In Begleitung seines Bruders Richard unternehmen Hans Böhler und Fritzi in den Jahren 1913 und 1914 eine ausgedehnte Reise nach Südamerika; sie besuchen Brasilien, Bolivien, Puerto Rico und die Westindischen Inseln. Vor ihrer Rückkehr nach Wien machen sie Halt in New York. Letztendlich entschließt sich Böhler, Fritzi in einem eleganten Kleid zu malen, einem Entwurf von Eduard Josef Wisgrill, dem Leiter der 1907 gegründeten Modeabteilung der Wiener Werkstätte. Das Muster des Seidenstoffes „Marina“ designt Dagobert Peche. Dazu trägt Fritzi eine Jacke aus Iltis-Pelz. Klimt besteht darauf, die Jacke zu wenden, sodass das aus dem von Leopold Blonder für die Wiener Werkstätte entworfenen Stoff „Flora“ gefertigte buntfarbige Seidenfutter sichtbar ist. Zum exotischen Bildhintergrund inspiriert den Maler eine seiner chinesischen Vasen.

Friederike Maria Beer­Monti und Gustav Klimt im Sommer 1916 in Weißenbach am Attersee
Foto: © Klimt Foundation

Foto: Josef Anton Trčka (1893–1940), Egon Schiele, 1914

„Klimt ließ mich chinesische und japanische Gewänder anprobieren, die er zahlreich besaß. Als ich ihm erzählte, ich habe ein Kleid, das ich mein ,Klimt­Kleid‘ nenne, aus handbedruckter Seide der Wiener Werkstätte, bat er mich, es mitzubringen. Es gefiel ihm so gut, dass er mich darin malen wollte.“ (frei nach FBM) Beer schenkte das Kleid 1964 dem Metropolitan Museum of Art in New York.

Nach zahlreichen Sitzungen, bei denen sie sich nicht traut, das Gemälde anzusehen, ist sie im Februar 1916 der Meinung, es sei vollendet, und „entreißt“ das Bild auf Anraten von Freunden dem erstaunten Klimt. Die Rechnung über 20.000 Kronen zahlt Hans Böhler. Ausgestellt wird das Gemälde erstmals 1920 auf der Kunstschau im Österreichischen Museum für Kunst und Industrie (heute MAK-Museum für angewandte Kunst/Wien).

Im Sommer 1916 ist Fritzi mit Hans Böhler und seinem Bruder Erwin, der die Insel Litzlberg und das kleine Schlösschen gekauft hatte, am Attersee, wo sie Gustav Klimt und Emilie Flöge treffen. Im gleichen Jahr trennen sich die 25-jährige Fritzi und Hans Böhler, bleiben jedoch lebenslang eng befreundet.

Nach Klimts Tod (1918) übernimmt Friederike in der Galerie von Gustav Nebehay die Aufgabe, die Zeichnungen aus dessen Nachlass zu stempeln und zu ordnen, was ihr den Spitznamen „StempelFräulein“ einträgt. Der erfolgreiche Kunsthändler und Mäzen Gustav Nebehay, Sohn eines Gastwirtes und jüngstes von 16 Kindern, stellt in Räumen des Hotels Bristol auf der Ringstraße aus. Schwerpunkt der Galerie ist vorwiegend die Kunst der Wiener Schule. Eine besondere Freundschaft hatte ihn mit Gustav Klimt verbunden, weshalb dessen Erben ihn mit dem Verkauf des Nachlasses beauftragen.

1920 erwirbt Hans Böhler das Klimt-Gemälde „Schloss Kammer am Attersee“ aus dem Jahr 1909 und schenkt es Friederike.

Während eines Urlaubs in Italien lernt Friederike den jüngeren italienischen Kapitän Emanuele Monti kennen; sie heiraten im März 1927 in Wien. Nachdem Kunstwerke und Einrichtungsgegenstände ihrer Wiener Wohnung verkauft sind, zieht sie mit ihm zu seiner Mutter auf die Insel Procida im Golf von Neapel. Die Ehe hält nur kurz: Sie lassen sich 1932 scheiden, Friedrike Beer-Monti kehrt nach Wien zurück.

Ende 1932 treffen Beer-Monti und Böhler in der Kaiserbar den amerikanischer Touristen Hugh Sylvan Stix (1907–1992). Das Kennenlernen habe sich ergeben, als dieser einen Clover Club Cocktail

Egon Schiele, Friederike Maria Beer, 1914, Bildnisstudie (oben) & Gemälde (unten)

Studien für „Bildnis Friederike Maria Beer“, Bleistift auf Papier, Gustav Klimt, 1915/16

bestellte, ein Getränk, das dem Barpersonal unbekannt war. Böhler soll das Rezept (Gin, Zitronensaft, Himbeersirup und Eiweiß) gekannt haben, und so seien sie ins Gespräch gekommen. Stix ist deutsch-amerikanischer Herkunft und in New York aufgewachsen. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung im Fogg Museum, an der Harvard University und der New York University hatte er erwogen, im Museumsbereich oder in einem anderen kunstbezogenen Beruf zu arbeiten, sich stattdessen jedoch für eine Karriere als Vertriebs- und Werbefachmann bei dem Lebensmittelgroßhandelsunternehmen Seeman Brothers entschieden, dessen Präsident sein Vater Sylvan L. Stix war.

Stix schlägt Beer-Monti vor, gemeinsam mit ihm eine Galerie in New York zu führen. Sie verkauft ihm – offenbar „pro forma“ – 1933 das Klimt-Gemälde sowie ihre Porträts, die sie 1929 der Österreichischen Galerie für die Neueröffnung leihweise zur Verfügung gestellt hatte, und übersiedelt nach New York.

1936 gründen sie die Artists’ Gallery, eine gemeinnützige Organisation, und stellen Werke sowohl amerikanischer als auch europäischer Emigrantenkünstler aus. Die einzigen Voraussetzungen sind Talent und Unbekanntheit. Es wird keine Provision erhoben, sodass die Künstler für sämtliche Verkäufe den vollen Erlös erhalten. Diese ungewöhnliche Regelung ist jedoch nur dank der Unterstützung von Sponsoren möglich. Als Galeristin hilft sie österreichischen Künstlern, darunter dem Maler Max Oppenheimer, auf der Flucht vor den Nazis in die USA zu emigrieren. Nach Hans Böhlers Tod 1961 betreut sie dessen Nachlass; die Galerie leitet sie bis 1962.

Um ihren Lebensabend finanzieren zu können, verkauft Friederike Maria Beer-Monti Ende der 1960er-Jahre die Gemälde, die sie kurz vor dem Anschluss Österreichs an Deutschland 1938 von der Österreichischen Galerie zurückgefordert und in die USA ausgeführt hatte, ebenso Werke von Hans Böhler, und zieht 1970 nach Hawaii.

Am 12. Juli 1980, ihrem 90. Geburtstag, wählt Friederike Beer-Monti den Freitod. Begraben ist sie am evangelischen Friedhof in Wien-Simmering.

WEGBEGLEITER UND WEGBEREITER IN ALLEN VERMÖGENSFRAGEN

Vermögen bedeutet Verantwortung. Für viele Menschen geht es dabei nicht nur um die eigene Lebensplanung, sondern auch um unternehmerische Entscheidungen, familiäre Ziele und die nächste Generation. Die Schoellerbank verfolgt deshalb seit jeher einen ganzheitlichen Beratungsansatz mit dem Anspruch, komplexe Vermögensstrukturen vorausschauend zu gestalten und langfristig abzusichern.

Persönliche Beratung in einer komplexen Welt

Modernes Vermögensmanagement bedeutet in der Schoellerbank wesentlich mehr als reine Geldanlage, denn die Expert:innen verfolgen den Anspruch, die Bedürfnisse ihrer Kund:innen gesamtheitlich zu verstehen. Ob globale Familienportfolios, Nachfolgebetrachtungen in Unternehmen oder die Veranlagung des Gewinnfreibetrags – in der Schoellerbank ießen private, unternehmerische und familiäre Aspekte ineinander, ergänzt durch Finanzplanung, Stiftungskompetenz und individuell abgestimmte Vorsorgelösungen. Digitale Entwicklungen nutzen die Vermögensexpert:innen gezielt, um noch mehr Raum für persönliche Gespräche zu scha en. Gerade in einer unübersichtlichen Welt braucht es einen verlässlichen Wegbegleiter und Wegbereiter mit Vermögensintelligenz, Erfahrung und einem Gespür für das Wesentliche.

Ausgezeichnete Services schaffen Vertrauen über Generationen

Als eine der meistprämierten Privatbanken Österreichs steht die Schoellerbank für Sicherheit und Bestleistungen. Viele Familien vertrauen der Bank seit Generationen. Getreu dem Leitsatz „Investie-

ren statt Spekulieren“ prägen nachhaltige Anlagestrategien seit jeher das Handeln. Dabei stehen maßgeschneiderte Lösungen und eine ausführliche persönliche Beratung im Mittelpunkt, denn jedes Vermögen hat seine eigene Geschichte. In der Stadt Salzburg – und überall dort, wo es die Kund:innen wünschen – berät ein erfahrenes, rund 50-köp ges Team in sämtlichen Vermögensfragen.

Privatbanktradition seit 1833

Die Schoellerbank ist die einzige Privatbank mit österreichweiter Präsenz und unterhält neben ihrem Hauptsitz in Wien sieben weitere Standorte. Mit 310 Mitarbeiter:innen verwaltet das Finanzinstitut ein Vermögen von mehr als 14 Milliarden Euro. Die Schoellerbank ist eine 100%ige Tochter der UniCredit Bank Austria und das Kompetenzzentrum der UniCredit für Wealth Management in Österreich.

Hinweis:

Hierbei handelt es sich um keine Anlageberatung oder Produktempfehlung. Veranlagungen in Finanzinstrumente können mit erheblichen Verlusten verbunden sein. Eine individuelle, persönliche Beratung ist jedenfalls erforderlich.

V. l.: Schoellerbank Regionalleiter Ralf Moser und Standortleiter Alexander Trost

Schoellerbank Salzburg Villa Eleonore Schwarzstraße 32 5027 Salzburg Tel.: +43 662 8684-2100 info@schoellerbank.at www.schoellerbank.at

FORSTHAUS WEISSENBACH

Hier, wo Gustav Klimt schon ein und aus ging.

AUF DEN SPUREN VON KLIMTS

SOMMERFRISCHE

Das ehemalige Forsthaus am Attersee, das exklusiv zum Verkauf angeboten wird, diente Gustav Klimt zwei Sommer lang als Refugium und inspirierender Rückzugsort.

Text: Eva von Schilgen

Foto: Wien Museum, bereitgestellt

Eingebettet in die prachtvolle Landschaft des Salzkammerguts am Attersee, erwartet Sie ein außergewöhnliches Anwesen mit Geschichte und Charakter: das Forsthaus Weißenbach in sonniger Lage am berühmten Klimt-Wander weg in Weißenbach am Attersee.

Auf rund 470 m² Wohnfläche vereint das Forsthaus historische Substanz mit einem großzügigen Raumangebot. Dicke Natursteinmauern, traditionelle Architektur und zahlreiche originale Details schaffen eine authentische Atmosphäre und bieten vielfältige Nutzungsmöglichkeiten – ideal für große Familien, Mehrgenerationenwohnen oder als besonderes Ferienhaus für Freunde und Gäste. Dank seiner soliden Bauweise und der fabelhaften Heizung ist das Haus ganzjährig bewohnbar.

Eine spezielle Bedeutung erhält das Anwesen durch seine Verbindung zu Gustav Klimt. Das Forsthaus Weißenbach war in den Jahren 1914 bis 1916 die

Sommerresidenz des Künstlers und diente als Motiv für die berühmten Gemälde „Forsthaus in Weißenbach I und II“, auch bekannt als „Landhaus am Attersee“. Hier verbrachte Klimt seine letzten Som-

„Forsthaus in Weißenbach I (Landhaus am Attersee)“ wurde von Klimt während seiner Sommerfrische im Jahr 1914 in Weißenbach am Attersee gemalt.

mer und fand die Inspiration für einige seiner bedeutendsten Landschaftsbilder, welche er in Weißenbach malte.

Der Attersee war für den Maler weit mehr als „nur“ ein Erholungsort. Das türkisblaue Wasser, Gärten, Obstbäume, Wälder und Berghänge prägten seinen unverwechselbaren Landschaftsstil. Viele Kunsthistoriker bezeichnen diese Region als Klimts „Freiluft-Atelier“. Im Forsthaus suchte er

„Es gibt Häuser, die mehr sind als Architektur – sie tragen Erinnerungen in ihren Mauern. Das ehemalige Forsthaus in Weißenbach ist ein solcher Ort.“

GEORGE MULLEN

Besitzer des Forsthauses

Der heutige Eigentümer ist Kunsthistoriker, Auktionator und Galerist – und damit jemand, der den kulturellen Wert dieses besonderen Hauses nicht nur erkennt, sondern auch zu schätzen weiß. Mit feinem Gespür für historische Substanz und Atmosphäre erwarb er das ehemalige Klimt­Forsthaus als Herzensprojekt.

Im stilvollen Salon wird das Haus zum Ort gemeinsamer Zeit – für lange Gespräche, entspannte Nachmittage und jene besonderen Momente, die einen Aufenthalt im Salzkammergut unvergesslich machen.

Ruhe und Abstand vom Wiener Gesellschaftsleben. Spaziergänge, Bootsfahrten und gemeinsame Sommeraufenthalte mit Emilie Flöge bestimmten diese Jahre. Auch Friederike Beer-Monti, die er 1916 gemalt hatte, besuchte ihn im Forsthaus Weißenbach am Attersee. Heute eröffnet sich die seltene Gelegenheit, Teil dieser Geschichte zu werden.

Das Haus befindet sich in einem sehr guten Gesamtzustand. Die ursprüngliche Bausubstanz sowie die charakteristischen dicken Mauern verleihen dem Anwesen seinen unverwechselbaren Charme.

George Mullen erwarb das charaktervolle Anwesen als Herzensprojekt. Umso schwerer fällt ihm nun die Trennung von diesem besonderen Besitz. Aus beruflichen Gründen verlegt er seinen Lebensmittelpunkt dauerhaft ins Ausland und hat sich daher zum Verkauf entschlossen. Auf Wunsch besteht zudem die Möglichkeit, ausgewählte, stilvolle Antiquitäten und antike Möbelstücke zu übernehmen, die den Charakter des Hauses auf besondere Weise unterstreichen.

Insgesamt gibt es acht Schlafzimmer.

„Dieses Forsthaus ist weit mehr als eine Immobilie –es ist ein Ort gelebter Geschichte.“

Für traditionsbewusste Naturfreunde, kreative Einrichter, Designer und Liebhaber historischer Architektur bietet sich hier eine außergewöhnliche Chance. Wer die Sommerfrische liebt, laue Abende an einem See zu schätzen weiß und von einem ganz besonderen Rückzugsort für seine Familie und Freunde träumt, findet in diesem geschichtsträchtigen Haus eine seltene Gelegenheit. Mit seinen acht Schlafzimmern, drei Bädern, zwei Salons, einem Speisezimmer und einer Wohnküche bietet das Anwesen großzügigen Raum für gemeinsame Feiertage, Sommeraufenthalte und unvergessliche Tage am Attersee.

Die Verbindung aus historischer Authentizität, Wohnkomfort und kultureller Bedeutung ist in dieser Form nur noch selten zu finden. Auch die Umgebung begeistert das ganze Jahr über. Der Attersee zählt zu den schönsten Seen Österreichs und bietet ideale Voraussetzungen für Segeln, Schwimmen, Tauchen, Stand-upPaddling und zahlreiche weitere Wassersportarten. Im Winter laden die nahe gelegenen Skigebiete des Salzkammerguts zum Skifahren und zu anderen Wintersportarten ein. Wander- und Mountainbikewege sowie die eindrucksvolle Bergwelt des Höllengebirges beginnen unmittelbar vor der Haustüre.

Das Forsthaus ist mit historischen Möbelstücken ausgestattet, die den Charakter des Hauses authentisch widerspiegeln und seine besondere Atmosphäre eindrucksvoll unterstreichen.

Wenn die Sonne am Abend hinter den Bergen versinkt und die Landschaft in warmes Rotgold taucht, entfaltet dieser besondere Ort seine ganze Magie. Grandiose Sonnenuntergänge, die unvergleichliche Natur sowie die authentische Atmosphäre machen dieses Anwesen zu einem Platz, den man nicht nur bewohnt, sondern mit allen Sinnen erlebt.

Ein ungemein seltenes Haus mit Seele, Geschichte und Charakter – ein Juwel zum Entdecken, Bewahren und Liebhaben.

Wer den Wert eines Hauses nicht allein in Quadratmetern, sondern vor allem auch in Geschichte, Atmosphäre und Ausstrahlung erkennt, findet hier eine außergewöhnlich seltene Gelegenheit. Dieses Anwesen richtet sich an Menschen mit Sinn für kulturelles Erbe, architektonische Authentizität und die stille Qualität besonderer Orte. Der Eigentümer wünscht sich einen Käufer, der den unverwechselbaren Charakter des Forsthauses bewahrt und seine Geschichte mit Feingefühl in die Zukunft weiterträgt.

Wer einen Erwerb dieses geschichtsträchtigen Hauses in Betracht zieht, erhält hier die seltene Möglichkeit, seine besondere Aura zu erleben – die Ruhe des Forsthauses Weißenbach, sein unverwechselbares Licht und die einzigartige Landschaft des Attersees lassen sich so auf besonders authentische Weise erfahren.

INFOBOX

Für Anfragen und Expose bitte E-Mail an: kontakt@schlossseiten.at

NEUE EIGENTÜMER FÜR MÜHLE GESUCHT

Einmalige Gelegenheit, historische Villa mit Festungsblick am Almkanal

WOHNEN IN DER REINDLMÜHLE LEOPOLDSKRON

HISTORISCHER BESTAND. VIER EXKLUSIVE RESIDENZEN. EINE SELTENE GELEGENHEIT.

Es gibt Orte, die nicht einfach gebaut wurden, sondern über Generationen gewachsen sind.

Die Reindlmühle in Leopoldskron ist ein solcher Ort. Direkt am historischen Alm-

kanal gelegen und eingebettet in die einzigartige Kulturlandschaft rund um Schloss Leopoldskron, entstand hier ein Wohnprojekt, das Geschichte bewahrt und zugleich ein neues Kapitel exklusiven Wohnens aufschlägt. EIN JAHRHUNDERTPROJEKT – AM ALMKANAL

Nur selten bietet sich die Möglichkeit, einem mehrere Jahrhunderte alten Bauwerk neues Leben einzuhauchen. Die ehrwürdige Reindlmühle zählt zu jenen historischen Gebäuden Salzburgs, die gerade noch rechtzeitig vor dem Verfall gerettet werden konnten. Mit großer architektonischer Sensibilität wurde der traditionsreiche Bestand gebaut und zu einem außergewöhnlichen Ensemble mit nur vier exklusiven Wohneinheiten weiterentwickelt.

Bereits im 19. Jahrhundert wurde die Mühle auf Gemälden als charakteristischer Bestandteil der Salzburger Kulturlandschaft festgehalten. Heute präsentiert sich die Reindlmühle erneut als architektonisches Juwel –klar, elegant und zeitlos. Die historische Seele des Hauses blieb dabei bewusst erhalten und wurde mit modernem Wohnkomfort auf höchstem Niveau verbunden.

REINDLMÜHLE, von Johann Fischbach, um ca. 1830

Über zwei Hauseingänge werden vier separate Einheiten erschlossen, wovon die größte sich über drei Geschosse erstreckt.

WO GESCHICHTE AUF LUXURIÖSE

WOHNKULTUR TRIFFT

Die Lage zählt zweifellos zu den außergewöhnlichsten Salzburgs. In unmittelbarer Nachbarschaft zu Schloss Leopoldskron, umgeben von altem Baumbestand, weitläufigen Grünflächen und dem sanften Fluss des Almkanals, verbindet die Reindlmühle Naturverbundenheit mit urbaner Nähe.

Die Salzburger Altstadt ist nur wenige Minuten entfernt, und dennoch entsteht hier eine bemerkenswerte Ruhe. Festungsberg, Mönchsberg und Rainberg bilden eine eindrucksvolle Kulisse und verleihen dem Projekt eine fast parkähnliche Atmosphäre. Gleichzeitig macht genau diese Kombination aus Exklusivität, Landschaftsschutzgebiet und historischer Umgebung die Reindlmühle zu einer absoluten Rarität auf dem Salzburger Immobilienmarkt.

Die Architektur folgt dabei einer klaren Haltung: Den historischen Charakter bewahren und gleichzeitig großzügige, moderne Lebensräume schaffen. Das Ergebnis sind Wohnungen mit außergewöhnlicher Raumwirkung, offenen Grundrissen und fließenden Übergängen zwischen Innen- und Außenraum. Großzügige Terrassen entlang des Almkanals schaffen

„Die Lage dieser Liegenschaft verbindet zwei Welten. Leben wie auf dem Land und mit dem Fahrrad doch nur 5 Minuten bis in die Innenstadt.“

private Rückzugsorte mit besonderer Atmosphäre. Das Wasser, die alten Bäume und die ruhige Umgebung verleihen dem Projekt eine beinahe entschleunigende Qualität – ein Luxus, der heute selten geworden ist.

HISTORISCHE SUBSTANZ. ZEITLOSE EXKLUSIVITÄT.

Besonderes Augenmerk galt dem harmonischen Zusammenspiel von Alt und Neu. Historische Proportionen, traditionelle Dachformen und die charakMichael Eisl, Architekt

Eine mittig situierte Diele mit Holzstiege (samt beeindruckendem Treppenauge als Luftraum) übernimmt die Verteilerfunktion.

teristische Fassadengliederung wurden behutsam interpretiert und mit zeitgenössischer Architektur verbunden. Im Inneren entstehen Räume mit skulpturaler Wirkung: organisch geformte Treppenräume, großzügige Sichtachsen und maßgefertigte Tischlerarbeiten. Hochwertige Materialien, präzise Details und ein fein abgestimmtes Interior-Konzept verleihen jeder Einheit ihren individuellen Charakter.

Die größte Wohneinheit erstreckt sich über drei Ebenen und verbindet repräsentative Wohnräume mit privaten Rückzugsbereichen sowie einem exklusiven Spa- und Fitnessbereich im Untergeschoss. Alle Wohnungen öffnen sich mit großzügigen Fensterflächen und Terrassen

Die exquisite Möblierung wurde von den InnenarchitekturSpezialisten von Famler Einrichtungen umgesetzt.

direkt zum Garten und zum Wasser. Die Grundrisse wurden dabei bewusst großzügig gestaltet: Offene Wohnküchen, private Schlafbereiche, Wellnesszonen und Rückzugsorte schaffen Wohnqualität auf internationalem Niveau. Gleichzeitig bleibt die Atmosphäre intim und privat – nicht zuletzt aufgrund der limitierten Anzahl von nur vier Residenzen.

Die Reindlmühle steht exemplarisch für eine neue Form des luxuriösen Wohnens im historischen Bestand – respektvoll gegenüber der Vergangenheit, kompromisslos in ihrer architektonischen Qualität. Ein Ort mit Charakter. Eine Adresse mit Seltenheitswert. Und eine der exklusivsten Wohngelegenheiten Salzburgs.

INTERVIEW MIT MICHAEL EISL

„Da ich im Stadtteil Leopoldskron aufgewachsen bin, kannte ich die Reindlmühle am Almkanal bereits aus meinen Kindheitstagen. Dieser Platz übte damals schon eine Faszination auf mich aus. Er hatte etwas Verwunschenes und ließ mich träumen. Jahrzehnte später wurde mir dann die Liegenschaft zum Kauf angeboten. Das war für mich als Architekt und Bauträger eine besondere Gelegenheit, die ich ergriffen habe. Da es sich um eine Wiedererrichtung handelt und die Reindlmühle im Landschaftsschutzgebiet liegt, wurde eng mit der Stadtplanung zusammengearbeitet. Es war sehr spannend, diesem Flecken Erde wieder Leben einzuhauchen.

Die Fassade mit Kastenstockfenstern und Rieselputz wurde genau wie beim alten Gebäude wieder übernommen und mit einigen modernen Elementen wie etwa den Glasgaupen im Dachgeschoss kombiniert. Es ist wunderbar, in diesem Haus zu leben; trotzdem werden wir unsere Wohnsituation nochmals verändern und diese Liegenschaft verkaufen.

Die größte Einheit mit circa 275 m² ist mit einer Verbindungstür im Erdgeschoss sowie im ersten Oberge­

REINDLMÜHLE

Wilhelm-Backhaus-Weg 8 & 11 5020 Salzburg

Hier verbindet sich historischer Bestand mit modernem Lebensgefühl, handwerkliche Qualität mit zeitloser Eleganz und die Ruhe der Natur mit der Nähe zur Stadt.

schoss mit einer 51 m² großen Zweizimmerwohnung verbunden – perfekt für Kinder, Gästeeinheit oder Büro. Natürlich können die beiden Einheiten extra genutzt und vollständig von der großen Einheit getrennt werden.

Die Wohnung im Dachgeschoss mit Blick auf die Festung und die umliegenden Berge besticht in ihrer einzigartigen Form unter dem Mansardendach. Durch die sehr modernen, nur aus Glas bestehenden Gaupen haben wir es geschafft, dieser Vierzimmerwohnung mit 125 m², zwei Bädern und Terrasse einen ganz unverwechselbaren Charakter zu geben.

Der sich im Landschaftsschutz befindliche, über 1.150 m² große Garten besticht mit einem sensationellen Blick auf die Festung Hohensalzburg. Um den Sommer so gemütlich wie möglich gestalten zu können, wurde im Nebengebäude eine Gartenküche installiert und eine Toilette eingebaut.

Die Lage dieser Liegenschaft verbindet zwei Welten: Leben wie auf dem Land und mit dem Fahrrad doch nur 5 Minuten bis in die Innenstadt.“

Für Anfragen:

Eisl Architektur ZT GmbH Morzgerstraße 32 · 5020 Salzburg · Austria T +43 662 828313 r.ronacher@eisl-architektur.at www.eisl-architektur.at

Aus privater Sammlung:

Sergius Pauser, „Monica Reinthaller“ (1961)

ZINKENBACHER MALERKOLONIE

Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart

In einem kleinen, feinen Museum kann man der hochkarätigen Kunst der Zinkenbacher Malerkolonie nachspüren, die sich zwischen 1925 und 1938 alljährlich im Sommer am Wolfgangsee traf.

Ein hübsches Haus inmitten von St. Gilgen ist auch diesen Sommer wieder ein Magnet für kunstinteressierte Salzkammergut-Fans. Hier holt man die Zinkenbacher Malerkolonie vor den Vorhang, eine lose Gruppierung von Künstlern, die sich vor Beginn des Zweiten Weltkriegs immer wieder hier getroffen hat. Lisel Salzer, eine der Zinkenbacher Künstlerinnen, hat mit ihrer großzügigen Schenkung im Jahr 2002 den Anlass gegeben, der gesamten Kolonie ein Museum zu widmen.

Ingrid Schediwy-Fuhrmann und Robert Schmiedlehner, die beiden Vorstandsvorsitzenden des Museums, führen uns durch die aktuelle Ausstellung. „Einblicke in private Sammlungen“ lautet der Titel der heurigen Schau, die sich teils noch nie öffentlich gezeigten Meisterwerken der österreichischen Zwischenkriegskunst

„Wo Kunst, Sommerfrische und Wolfgangsee aufeinandertreffen.“
„Der Hafen von Scheveningen“ Künstler der Zinkenbacher

Scheveningen“ stammt von Ernst Huber, einem Zinkenbacher Malerkolonie.

widmet und erlebbar macht, was für Sammlerinnen und Sammler von Bedeutung ist: Kenner- und Leidenschaft, Emotionen oder eine persönliche Verbindung zu Künstlern.

Zu sehen sind etwa mit „Der Hafen von Scheveningen“ und „Wiese des Pfarrers“ zwei großformatige Werke von Ernst Huber, dazu etliche Grafiken der Zinkenbacher Künstler:innen, die von klassischen Stillleben bis zu Blumenstillleben reichen und bis dato in Ausstellungen kaum zu sehen waren, oder zwei Winterbilder von Dobrowsky, ebenfalls eine Besonderheit, da sich die Gruppierung hauptsächlich im Sommer in Zinkenbach traf.

Kulturhaus St. Gilgen: Hier kann man die Kunstwerke im Sommer bewundern.

Fotos: © Alexander Savel

INGRID

SCHEDIWY-FUHRMANN Vorstandsvorsitzende des Museums

„Langjährige, liebevoll gepflegte Kontakte zu unseren Leihgebern ermöglichen uns, dass

wir private ,Schätze‘, die oftmals noch nie gezeigt wurden, unseren Besuchern in der Ausstellung dieses Jahr präsentieren können.“

Wer das Museum betritt, taucht in eine stille, beinahe vergessene Welt ein. An den Wänden hängen Gemälde, die den Wolfgangsee in allen Stimmungen zeigen: sanft glitzernd im Sommerlicht, rau und kühl im Winter, manchmal fast entrückt in einer Atmosphäre zwischen Traum und Wirklichkeit. Es sind keine einheitlichen Werke, keine streng kuratierte Schule, vielmehr begegnet man hier einer Vielfalt an Handschriften, Blickwinkeln und Persönlichkeiten. Manche Bilder wirken verspielt und leicht, andere ernst und beinahe politisch. Und doch liegt über allem eine gemeinsame Stimmung: die Sehnsucht nach einem Ort, an dem Kunst, Natur und Gemeinschaft ineinanderfließen. Genau das, was die Zinkenbacher Malerkolonie zusammenhielt.

Das Museum befindet sich in der ehemaligen Volksschule von St. Gilgen, einem Gebäude, das von der Gemeinde erworben und einer neuen kulturellen Bestimmung zugeführt wurde. Heute vereint es mehrere Funktionen unter einem Dach: Im Erdgeschoss befindet sich ein Musikinstrumenten-Museum, im Dachgeschoss das Ortsarchiv von St. Gilgen, und im ersten Stock das Museum der Zinkenbacher Malerkolonie.

Die Geschichte des Museums ist eng mit einer besonderen Schenkung verbunden. Vor 24 Jahren legte die Künstlerin Lisel Salzer, die einst selbst Teil der am Wolfgangsee malenden Freunde war und später nach Seattle auswandern musste, den Grundstein: Sie ver-

Ernst Huber, „Wiese des Pfarrers“
Ernst Huber, „Stillleben mit Spargel“

machte dem Museum über 300 ihrer Werke. Diese Sammlung bildet die Basis des Eigenbestands, eine Voraussetzung für die Museumsgründung. Heute umfasst die Sammlung rund 500 Werke, von denen viele aufwendig restauriert werden mussten, nachdem sie durch Flucht und unsachgemäße Lagerung beschädigt worden waren. Finanziert wurden diese Restaurierungen oftmals durch Patenschaften.

Die eigentliche Geschichte beginnt jedoch nicht im Museum, sondern in Zinkenbach, dem heutigen Abersee, genauer gesagt im Haus der sogenannten „AdamBäuerin“. Sie war eine starke Persönlichkeit, die entscheidend dazu beitrug, dass sich Künstler hier niederließen. Sie stellte Zimmer zur Verfügung, organisierte den Aufenthalt und akzeptierte nicht selten Gemälde statt Geld als Bezahlung, wodurch viele Werke direkt in der Region erhalten blieben.

Die Kolonie selbst entstand ab etwa 1925 und bestand bis 1938. Sie war keine organisierte Gruppe wie zum Beispiel der Hagenbund oder die Secession, sondern eine lose Gemeinschaft von Künstlern, die sich vor allem in den Sommermonaten zur sogenannten Sommerfrische am Wolfgangsee trafen. Initiator war Ferdinand Kitt, der als einer der Ersten die Region für sich entdeckte und nach und nach Freunde und Kollegen nachzog.

fred Gerstenbrand oder Ernst August von Mandelsloh standen in engem Austausch mit der Gruppe oder waren zeitweise Teil davon.

Manche von ihnen kamen nur für wenige Sommer, andere blieben länger oder kehrten regelmäßig zurück. Es gab keinen festen Kern, sondern eher ein Netzwerk von Beziehungen. Viele kannten sich bereits aus Wien und fanden hier eine neue, informellere Form des Zusammenlebens und Arbeitens.

Die Atmosphäre war geprägt von Leichtigkeit und Humor. Es existierten sogenannte „Blödelalben“, in denen Zeichnungen, Karikaturen und Erinnerungen gesammelt wurden – ein Zeichen dafür, dass neben der künstlerischen Arbeit auch das gemeinschaftliche Erlebnis eine große Rolle spielte. Mit dem Jahr 1938 fand diese lebendige Gemeinschaft ein abruptes Ende. Politische Umbrüche, Emigration und persönliche Schicksale führten dazu, dass die Gruppe nie wieder zusammenfand, auch nicht nach dem Krieg. Die Zinkenbacher Malerkolonie blieb damit ein zeitlich begrenztes, aber intensives Kapitel der Kunstgeschichte.

Was diese Künstler verband, waren drei Dinge: die Sommerfrische, die Liebe zur Landschaft des Wolfgangsees und die Kunst. Alles andere unterschied sie. Die Gruppierung war politisch, sozial und künstlerisch in höchstem Maße heterogen. Unter ihnen fanden sich Menschen mit stark linken Ansichten ebenso wie Aristokraten und Vertreter unterschiedlichster Stilrichtungen von expressiver Malerei bis hin zur Neuen Sachlichkeit.

Zu den zentralen Figuren gehörten neben Ferdinand Kitt unter anderem Josef Dobrowsky, Sergius Pauser, Franz von Zülow und Ernst Huber. Auch Künstler wie Georg Ehrlich, Gertrude Schwarz-Helberger, Al-

Heute bemühen sich Ingrid Schediwy-Fuhrmann, Robert Schmiedlehner, ihr gesamtes Team – übrigens alle ehrenamtlich – sowie diverse Kuratoren darum, dass das Museum nicht eine statische Sammlung, sondern ein lebendiger Ort der Auseinandersetzung bleibt. So wird Jahr für Jahr eine neue Ausstellung konzipiert, die sich entweder thematisch oder auf einzelne Künstler konzentriert. Dabei werden auch Leihgaben aus Museen und Privatbesitz integriert.

Zukünftige Projekte beinhalten spannende Ansätze wie die Einbindung zeitgenössischer Kunst und Künstler als Gegenüberstellung zu den Zinkenbacher Malern. Auch der Versuch, eine „Salonkultur“ außerhalb der regulären Öffnungszeiten zu etablieren, soll neue Begegnungsräume schaffen, etwa durch kleinere Veranstaltungen, Lesungen oder Treffen von Leihgebern und Kunstinteressierten.

Josef Dobrowsky, „Poldi Huber“

Ein zentrales Anliegen ist zudem die Einbindung der jüngeren Generation. Das Museum sucht aktiv nach Wegen, Jugendliche anzusprechen und für die Geschichte der Zinkenbacher Künstler zu begeistern –nicht zuletzt, um zukünftige Mitglieder und Unterstützer zu gewinnen. Besonders stolz ist man hier auf die persönliche Atmosphäre. Führungen werden individuell gestaltet, und immer wieder besuchen Nachfahren der damaligen Künstler das Museum, um die Werke ihrer Vorfahren zu sehen.

So ist das Museum nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein Raum, in dem Vergangenheit und Gegenwart miteinander in Dialog treten. Die Zinkenbacher Malerkolonie war zwar nie eine feste Gruppe, aber gerade in ihrer Offenheit, Vielfalt und Lebendigkeit liegt ihre besondere Bedeutung. Und genau diese spürt man noch heute, wenn man durch die Räume geht und den Blick über die Bilder schweifen lässt.

Text: Clarissa Mayer­Heinisch

„Ein kleines Museum bewahrt die große Kunst der Zinkenbacher Malerkolonie.“

Museum Zinkenbacher Malerkolonie

Einblicke in private Sammlungen

13.06. – 11.10.2026

Kulturhaus St. Gilgen

Aberseestraße 11/1. Stock

5340 St. Gilgen am Wolfgangsee www.malerkolonie.at

Josef Dobrowsky, „Badeszene“

Es gibt Orte, an denen die Zeit langsamer vergeht. In Bad Ischl, dem einstigen Sommersitz des Kaisers, hat diese Villa ihre besondere Aura über mehr als ein Jahrhundert hinweg bewahrt. Hohe Räume, kunstvolle Kachelöfen und edle Materialien verbinden kaiserliches Erbe mit dem Komfort von heute. Bad Ischl war seit jeher ein Ort der Sommerfrische, der Kultur und der leisen Eleganz.

Diese Jahrhundertwendevilla aus dem Jahr 1897 liegt in Alleinlage auf einer Anhöhe nahe dem Zentrum, eingebettet in ein parkartiges Grundstück mit altem Baumbestand. Eine Residenz für jene, die das Salzkammergut nicht als Kulisse suchen, sondern als Lebensraum – mit seinen Seen, Bergen und dem kulturellen Erbe einer Stadt, deren festliche Tradition bis heute fortwirkt.

WOHNFLÄCHE: 484 qm - GRUNDSTÜCK: 56.920 qm - ZIMMER: 11 - BADEZIMMER: 5 - HWB 159 SANIERT: 2001 - BAUJAHR: 1897 - WÄLDER-WIESEN-KAISERCHARME - KAUFPREIS: 4.5Mio €

BAMBERGER IMMOBILIEN

CONSULTING GMBH

Neutorstraße 9a, 5020 Salzburg

Tel. +43 662 42 34 20

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BAUKOMPETENZ OHNE KOMPROMISSE

VON

DER IDEE ZUR VOLLENDUNG –DIE ZEBAU AUS DEM SALZKAMMERGUT

Im Herzen des Salzkammerguts, eingebettet zwischen Seen, Bergen und historischer Architektur, steht seit Jahrzehnten ein Name für Qualität, Handschlagqualität und Innovationskraft: die Zeppetzauer Bau­ und Zimmerei GmbH. Gegründet im Jahr 1985 von Josef Zeppetzauer in Bad Ischl, hat sich das Unternehmen – vielen bekannt unter dem Namen „ZEBAU“ – zu einem der führenden Bau­ und Zimmereibetriebe der Region entwickelt.

Heute ist ZEBAU nicht nur in Bad Ischl fest verwurzelt, sondern auch in Altaussee, Gmunden und St. Wolfgang tätig. Mit über 140 Mitarbeitern und rund 250 Beschäftigten zählt das Unternehmen inklusive seiner Nebenbetriebe zu den bedeutenden Arbeitgebern im Salzkammergut. Dabei ist es jedoch nicht nur die Größe, sondern vor allem die inhaltliche Bandbreite, die beeindruckt.

Ganzheitliches Bauen –

Von der Idee bis zur Schlüsselübergabe

Das Leistungsspektrum von ZEBAU ist breit gefächert und deckt sämtliche Bereiche modernen und traditionellen Bauens ab. Von der professionellen Planung über Hausbau und Zubau bis hin zur Altbausanierung bietet das Unternehmen maßgeschneiderte

Lösungen sowohl für private Bauherren als auch für Gewerbebetriebe und Investoren.

Besondere Kompetenz zeigt sich in der sensiblen Sanierung alter Häuser im ursprünglichen Stil. Historische Bausubstanz wird nicht nur erhalten, sondern mit Fingerspitzengefühl und handwerklicher Präzision revitalisiert. Ob Fenstertausch, Reparaturen, Innen- und Dachausbauten oder die Trockenlegung nach Rohrbrüchen – jedes Projekt wird mit derselben Sorgfalt umgesetzt. Akzente setzt ZEBAU auch im Außenbereich: Die Gestaltung von Zufahrten, Wegen, Terrassen und Einfriedungen gehört ebenso zum Portfolio wie der Bau von Swimmingpools, Gartenbereichen, Wintergärten oder Veranden. So entstehen harmonische Gesamtkonzepte, die Architektur und Landschaft miteinander in Einklang bringen.

Vom einfachen Haus zu einer Villa (Wien/Grinzing) – von ZEBAU als Generalunternehmer gemacht

„Wir haben immer eine Idee“

Das Firmenmotto ist mehr als ein Slogan – es ist gelebte Philosophie. Die besondere Stärke des Unternehmens liegt in der Renovierung und Weiterentwicklung bestehender Bauten. Gerade im Salzkammergut, wo traditionelle Architektur auf gehobenen Wohnkomfort trifft, sind kreative Lösungen gefragt.

ZEBAU beweist dabei außergewöhnliche Flexibilität: Kein Auftrag ist zu klein. Selbst wenn lediglich ein Quadratmeter zu verputzen ist, wird dieser mit der gleichen Professionalität behandelt wie ein kompletter Neubau. Diese Haltung schafft Vertrauen – und langfristige Kundenbeziehungen.

Zwei starke Säulen unter einem Dach

Der nachhaltige Erfolg des Unternehmens basiert auf zwei konsequent forcierten Hauptbereichen: Baumeisterarbeiten und Zimmermeisterarbeiten. Diese Kombination ermöglicht eine außergewöhnliche

Wertschöpfungstiefe. Sämtliche Leistungen werden aus einer Hand koordiniert – vom Fundament über den Holzbau bis hin zur schlüsselfertigen Übergabe. Als Generalunternehmer begleitet ZEBAU Bauprojekte von der ersten Skizze bis zur finalen Fertigstellung. Kunden profitieren von klaren Ansprechpartnern, transparenter Planung und reibungsloser Umsetzung. Die enge Verzahnung von Planung, Bauausführung und handwerklicher Expertise garantiert höchste Qualität und Termintreue. Gerade im gehobenen Wohnbau, im Bereich individueller Architektenhäuser oder stilvoller Landhäuser, zeigt sich die Stärke dieses integrierten Konzepts. Traditionelle Zimmermannskunst verbindet sich mit modernster Bautechnik – eine Symbiose, die perfekt zur Region passt.

Bauträger mit Weitblick

Zum ganzheitlichen Unternehmenskonzept gehört auch eine eigene Bauträgergesellschaft. Besonders im

Bereich frei finanzierter Wohnungen hat sich ZEBAU in den letzten Jahren erfolgreich positioniert. Hochwertige Wohnprojekte, durchdachte Grundrisse und eine architektonische Sprache, die regionale Identität respektiert, zeichnen diese Entwicklungen aus.

Dabei steht nicht nur wirtschaftlicher Erfolg im Vordergrund, sondern nachhaltige Lebensqualität. Energieeffiziente Bauweise, langlebige Materialien und wertbeständige Konzepte sichern langfristige Investitionen – sowohl für Eigennutzer als auch für Anleger.

Handwerk mit Haltung

Was ZEBAU auszeichnet, ist neben der fachlichen Kompetenz vor allem eine klare Haltung: Verlässlichkeit, Handschlagqualität und regionale Verantwortung. Als tief im Salzkammergut verwurzeltes Unternehmen kennt man die architektonischen Besonderheiten ebenso wie die Bedürfnisse einer anspruchsvollen Kundschaft.

„Wir haben immer eine Idee.“ Das Firmenmotto ist mehr als ein Slogan –es ist gelebte Philosophie.

Ob luxuriöse Villa mit Seeblick, liebevoll restauriertes Bauernhaus oder moderne Wohnanlage – jedes Projekt trägt die Handschrift eines Betriebs, der Tradition nicht als Stillstand, sondern als Fundament für Innovation versteht.

Im Spannungsfeld zwischen historischer Baukultur und zeitgemäßem Lifestyle positioniert sich ZEBAU als starker Partner für individuelles, hochwertiges Bauen. Ein Unternehmen, das gewachsen ist und seine Wurzeln dennoch nie vergessen hat.

Sommerfrische in Bad Ischl

Sommer-Highlights 2026

• Kaisertage

• Lehár Festival

• Stadtfest Bad Ischl

• Sommerkino

• Geführte Mountainbike-Tour mit Michael Hettegger

• Jodelkurse auf der Katrin

• Veranstaltungen des „Kulturkammerguts“

• Bauernherbst in Bad Ischl

Zwischen Bergen, Seen, Kultur und Kulinarik lädt Bad Ischl zur Sommerfrische, wie einst der Kaiser. Ob entspanntes Flanieren an der Traun, Konzerte unter freiem Himmel oder regionale Genüsse im historischen Ambiente – hier trifft Lebensfreude auf Tradition. Entdecken Sie den Charme der kaiserlichen Sommerresidenz – und machen Sie den Sommer unvergesslich. Salzkammergut Tourismus Marketing GmbH - Destination Bad Ischl Auböckplatz 5, A-4820 Bad Ischl Tel: +43 (0)6132 26909 - 300 Mail: badischl@salzkammergut.at

Zum Kulturkammergut

Zu den Veranstaltungen

www.badischl.salzkammergut.at

DIE WELT EIN STÜCK

BESSER MACHEN

WIE ALBERT ACHAMMER DIE ZUKUNFT EINES

DER GRÖSSTEN EUROPÄISCHEN ARCHITEKTUR- UND

INGENIEURBÜROS

NEU DENKT.

Wer das Vergnügen hat, in den vierstöckigen Kosmos des ATP­Büros in Wien eingeladen zu sein, kann sich schon beim Betreten davon überzeugen, wie helle, offene Räume, sinnvolle Nachnutzung bestehender Substanz und flache Hierarchien sich anfühlen. Die großzügigen Stiegenhäuser führen in das Herzstück des Hauses, die Kantine. Küche, Speisezimmer, Kaffeetheke und Chillzone in einem, der Platz, an dem sich die Kreativen und alle anderen Mitarbeiter treffen und austauschen. „Kommunikation ist für uns das A und O“, sagt Albert Achammer, der CEO des großen Unternehmens, der diese Position erst letztes Jahr von seinem Vater übernahm.

ir wollen nicht fast building betreiben, sondern smart, beständig und langfristig bauen“, so einer der Leitgedanken von Albert Achammer, dessen Einstieg in das Familienunternehmen keineswegs ein Selbstläufer war. Im Gegenteil: Lange hielt er bewusst Abstand. Zu groß waren die Erwartungen, „zu eng die Rolle des Nachfolgers“, wie er rückblickend empfindet.

Er studierte Architektur an der ETH Zürich, arbeitete in Hamburg in einem großen Architekturbüro und ergänzte seine Ausbildung um einen MBA. Erst danach entstand die Idee, selbst unternehmerisch tätig zu werden, allerdings nicht sofort in Wien, sondern in Hamburg, wo er 2020 einen weiteren ATP-Standort gründete. Ein Start-up im Konzern, das als One-Man-Show mit einem Schreibtisch in einem Coworking-Space begann.

Vier Jahre später arbeiteten rund 60 Menschen mit ihm. Das erste große Bauprojekt ist bereits im Gange.

Ende 2024 zog Albert Achammer nach Wien zurück, übernahm schrittweise Verantwortung und führt das Unternehmen seitdem in dritter Generation. Der Name „ATP“ stand ursprünglich für Achammer-Tritthart & Partner und blieb auch erhalten, als Sigfrid Tritthart in den Ruhestand ging. Gegründet wurde das Unternehmen vor 75 Jahren von Achammers Großeltern. Fred, ein „technikaffiner Visionär“, und seine Frau Verena, „eine talentierte Entwerferin“, wie der Enkel attestiert, legten den Grundstein für ein Büro, das Architektur früh als Zusammenspiel der Disziplinen verstand. Seine ersten großen Erfolge fuhr Großvater Fred mit Spezialplanungen für die Automobil- und Lebensmittelindustrie in Deutschland ein, Verena mit Wettbewerbssiegen im Wohn- und Verwaltungsbau sowie mit einem avantgardistischen Möbelentwurf.

Der entscheidende Schritt passierte in den 1970erJahren, als Architektur, Bauingenieurwesen und Maschinenbau erstmals systematisch zusammengeführt wurden. „Das war der Grundstein für das, was wir heute sind“, sagt Albert Achammer. Aus dieser Idee entwickelte sich über Jahrzehnte ein Unternehmen, das heute rund 1.500 Mitarbeiter:innen beschäftigt, von Architekt:innen und Fachplaner:innen über Nach-

haltigkeitsexpert:innen bis hin zu Digital-Spezialist:innen. ATP ist damit kein klassisches Architekturbüro, sondern eine Plattform für integrale Planung.

Ab 1987 wuchs das Büro in zweiter Generation unter Achammers Vater Christoph über die Grenzen Österreichs hinaus. Er eröffnete Büros in Deutschland, der Schweiz und Südosteuropa und entwickelte sich zu einer der größten Planungsgruppen Europas. Sternstunde war für Christoph Achammer die Planung der modernsten Halbleiterfabrik für Siemens kurz nach der Wende im ehemaligen Ostdeutschland. „Mein Vater hat dieses Projekt nur angenommen, weil er nicht wusste, was da auf ihn zukommt“, erzählt er augenzwinkernd. „Es wurde trotz extremem Zeitdruck und Anforderungen ein großer Erfolg für das Team.“

Das größte Projekt seines Vaters, so sieht es der Sohn heute, der damals erst vier Jahre alt war, war aber nicht ein einzelnes Gebäude, sondern das Unternehmen selbst. „Er hat mit viel Vision die richtigen Dinge zum richtigen Zeitpunkt gemacht“, sagt Albert Achammer. Gleichzeitig veränderte er die Wahrnehmung von ATP –„weg vom rein technischen Büro hin zu einem Unternehmen, das auch architektonisch sichtbar wurde“, wie Albert Achammer empfindet. Die Liste der umgesetzten Projekte unter der Ägide seines Vaters ist lang. Um nur einige zu nennen, seien komplexe For

schungs-, Industrie- und Logistikbauten, Kliniken oder multifunktionale Stadt- und Einkaufszentren wie der Millennium Tower oder das nachhaltig sanierte Europäische Patentamt in Wien erwähnt. Die 20 Jahre dauernde Professur am Lehrstuhl für Industriebau und interdisziplinäre Bauplanung an der TU in Wien zeugt von der allgemeinen Wertschätzung ihm gegenüber.

Der jüngste Umbau des Wiener Standorts trägt bereits die Handschrift seines Sohnes Albert. Statt Abriss und Neubeginn setzte er auf ästhetische Eingriffe: Böden, Wände, Möbel, Vorhänge, neue Materialien, kluge Anpassungen. Aus einem ehemaligen „Glasaquarium“ wurde ein Raum mit Atmosphäre, aus einem hierarchisch organisierten Büro ein offenes Haus, das Begegnung fördert. Vier Etagen, ein Haus mit Geschichte und ein Ort, an dem sich Vergangenheit und Zukunft überlagern – hier sitzt seit rund 30 Jahren das Architektur- und Ingenieurbüro. Das Haus wurde von ATP gebaut und später verkauft, doch man blieb weiterhin als Mieter, weil es sich gut eignet. Denn „wer über nachhaltiges Bauen spricht, sollte auch zeigen, wie es geht“, sagt Albert Achammer voller Überzeugung. Heute sind an diesem Standort 250 Menschen beschäftigt. „Es geht nicht nur um Effizienz, sondern um Austausch zwischen Disziplinen, die sonst selten am selben Tisch sitzen würden“, so der junge Chef.

Mit ihm verschiebt sich der Fokus. Nicht radikal, aber spürbar. Drei Themen treiben ihn an. Das ist zum einen die Langfristigkeit. „Die Zeit der totalen Schnelllebigkeit ist vorbei“, sagt Achammer. Ressourcenknappheit und Energiefragen verlangen ein Umdenken. Statt Neubau um jeden Preis geht es um die intelligente Weiterentwicklung bestehender Strukturen. Zum anderen die Vernetzung. „Entscheidend ist heute, Kompetenzen zu bündeln, intern wie extern. Integrale Planung wird dadurch relevanter denn je“, lautet sein Credo.

Und last, but not least: „Ich muss heute die Lösungen für meine Zeit finden, nicht die meines Vaters nachahmen.“ Führung, Kommunikation und Organisation verändern sich mit jeder Generation. Für Achammer ist das kein Risiko, sondern Voraussetzung für Zukunftsfähigkeit. Diese Haltung zeigt sich in der Beteiligung von Mitarbeitenden am Unternehmen, aber hauptsächlich natürlich in den aktuellen Projekten. Statt spektakulärer Neubauten stehen Transformationen im Mittelpunkt. „Die spannendsten Projekte sind jene, wo wir umnutzen. Im Moment sind es beispielsweise zwei Projekte in Frankfurt/Main, wo wir alte Warenhäuser und eine Stadtteilbibliothek in Wohn- beziehungsweise Bürohäuser verwandeln“, erzählt er. Der Bestand wird zur Ressource – ökologisch, wirtschaftlich und architek-

tonisch. Denn bestehende Gebäude bieten oft räumliche Qualitäten, die im Neubau kaum entstehen würden.

Auch technologisch steht die Branche vor einem Umbruch. Der Einsatz der Künstlichen Intelligenz verändert die Planungsprozesse fundamental. Für Albert Achammer ist klar: „KI wird vieles effizienter machen, aber nicht das Denken ersetzen.“ Was bleibt, ist die konzeptionelle Arbeit: das Verstehen von Bedürfnissen, das Entwickeln von Ideen, das Gestalten von Räumen. Und über allem liegt Albert Achammers Postulat: „ATP steht für gute Häuser, nicht für Spektakel.“

Das bedeutet nicht, dass Architektur nicht beeindrucken darf. Nach Vorbildern gefragt, nennt er Adolf Loos, Le Corbusier, Mies van der Rohe. Auch Büros wie gmp und Herzog & de Meuron prägen sein Verständnis von Architektur. Sie alle haben bewiesen, dass Architektur ästhetisch, elegant und klar sein kann – aber sie muss auch funktionieren, langlebig sein und den Menschen dienen, denn: „Architektur ist nie neutral. Sie prägt unseren Alltag, die Orte, an denen wir arbeiten, wohnen oder uns im Stadtraum bewegen. Gute Architektur kann das Leben verbessern, schlechte ebenso verschlechtern.“ Genau darin liegt für Albert Achammer die Verantwortung seines Berufs: „Gebäude zu schaffen, die bleiben und die Welt ein Stück besser machen.“

DANUBE PRIVATE UNIVERSITY

Austria

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FINDERS & COMPANY

HANDGEMACHTES HEADHUNTING

Vor vier Jahren wurde die Headhunting­Boutique „Finders & Company“ aus der Taufe gehoben und tritt den Beweis an, wie man auf Basis zwischenmenschlicher Beziehungen ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen kann.

Wir treffen Joseph Kap-herr, den Gründer von Finders & Company, und Philipp Loudon, einen seiner Mitarbeiter, im Café Prückel zum Gespräch. Und genauso unprätentiös und sympathisch wie unser Date scheint das ganze Unternehmen zu sein. Finders & Company wurde vor vier Jahren von einem Quereinsteiger gegründet und setzt nach wie vor auf diese Karte: Jeder Mitarbeiter kommt aus einem anderen Feld. Heute ist es ein siebenköpfiges Team, das unter Joseph Kap-herr Headhunting wieder dorthin bringt, wo es vor über 100 Jahren begonnen hat – jenseits von LinkedIn, Datenbanken & Co, mit Fokus auf Persönlichkeiten und Netzwerke. Mit diesem Zugang erzielte man in den letzten Jahren beachtliche Erfolge in der Besetzung von Young Professionals,

in Familienunternehmen, bei Nachfolgefragen in der Land- und Forstwirtschaft, in den Bereichen Finance, Kommunikation und einigen mehr. Der Ansatz des Teams klingt wenig modern, widersetzt sich aber gerade damit dem Markttrend: Man nimmt sich viel Zeit, baut auf offene Gespräche, Empfehlungen, ein persönliches Netzwerk und vor allem auf Bauchgefühl. Gesucht wird nicht nur der perfekte Lebenslauf, sondern jemand, der zu Menschen, Familie, Betrieb und Kultur passt. Etliche gelungene Besetzungen – schwerpunktmäßig in familiengeführten Betrieben, KMUs, Family Offices & Co. – charakterisieren das Credo von Finders & Company, nahe am Auftraggeber zu sein und sich in ein Unternehmen hineinzudenken, weil meist nicht einfach eine Stelle, sondern eine Zukunft zu besetzen ist. Wir fragen nach, was dahintersteckt.

WELCHE

HABT?

Wir kommen alle aus ganz unterschiedlichen Welten und waren im Headhunting zunächst Quereinsteiger. Genau das war aber auch Teil der Idee: Wir wollten nicht einfach eine weitere, beliebige Personalberatung gründen, sondern einen anderen Zugang versuchen. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass es am Markt einerseits sehr hochwertige, teure Executive-Search-Angebote für C-Level-Positionen gibt und andererseits schnelle, stark standardisierte

Vermittlungsprozesse. Dazwischen fehlte aus unserer Sicht etwas: ein hochwertiges HeadhuntingAngebot für Young Professionals (25–40 Jahre), also den wichtigen Mittelbau in Unternehmen. Gerade dort hat sich der Markt stark verändert. Gute Leute sind knapper geworden, viele Unternehmen müssen genauer hinschauen, wen sie für Schlüsselrollen aufbauen oder gewinnen. Diese Lücke wollten wir schließen.

WAS UNTERSCHEIDET EUCH

VON DEN ÜBLICHEN HEADHUNTERN?

Wir wollen uns nicht dringend unterscheiden, sondern saubere, ehrliche Arbeit leisten. Wir sind stolz darauf, sehr persönlich, teilweise ineffizient und bewusst nicht vollständig prozessoptimiert zu sein. So können wir uns den Luxus leisten, in der persönlichen Beurteilung in die Tiefe zu gehen. Natürlich nutzen wir moderne Tools und KI im Research, aber die eigentliche Qualität entsteht für uns im Gespräch, im Zuhören und im Verstehen. Wir arbeiten über Empfehlungen, über sogenannte „Leuchttürme“, also Menschen, die gut vernetzt sind und ein echtes Gefühl für Personen und Märkte haben. Uns interessiert nicht nur, ob ein Lebenslauf formal passt, sondern ob jemand „gesund“ im Sinne von reflektiert, resilient und motiviert ist: Weiß jemand, warum er oder sie einen beruflichen Schritt machen will? Passt die Person zur Kultur, zur Familie, zum Betrieb? Dafür braucht es Vertrauen, Diskretion und manchmal auch viele Kaffees und Mittagessen, bei denen nicht sofort ein Ergebnis herauskommt. Gerade bei sensiblen Rollen ist genau das entscheidend.

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IN WELCHEN BRANCHEN

SEID IHR BESONDERS

ERFOLGREICH?

Begonnen haben wir mit Young Professionals, mittlerweile arbeiten wir in mehreren Spezialisierungen: Young Professionals, Finance, Communications sowie Land- und Forstwirtschaft. Sehr speziell und damit spannend ist unsere neueste Spezialisierung – der Bereich Land- und Forstwirtschaft –, weil es dort früher

kaum üblich war, einen Headhunter zu beauftragen. Viele Betriebe hatten lange interne Nachfolger, heute ist das nicht mehr selbstverständlich. Wenn ein:e Forstdirektor:in, Geschäftsführer:in oder eine wichtige operative Rolle nachbesetzt werden muss, geht es oft um sehr persönliche Fragen: Wer versteht den Betrieb? Wer kennt relevante Traditionen und Brauchtum? Wer passt zur Eigentümerfamilie? Wer kann mit gewachsenen Strukturen umgehen? Wir fühlen uns insgesamt bei Familienunternehmen sehr zuhause, weil dort Vertrauen, Nähe und ein ehrliches Verständnis der Situation besonders wichtig sind.

WAS WOLLT IHR IN DEN NÄCHSTEN JAHREN ERREICHEN?

Wir haben von Beginn an einen großen Fokus auf unsere Qualität gelegt und sehen bereits jetzt das Ergebnis in Form von Wiederbuchungen, positivem Feedback, aber auch neuen Freunden und einem stetig wachsenden Netzwerk. Diese Qualität wollen wir unbedingt halten. Außerdem werden wir weiter wachsen, aber nicht um jeden Preis. In unserer Branche passiert es leicht, dass Firmen nach ersten Erfolgen schnell größer werden, neue Mitarbeiter einstellen – und dann die Qualität zu wackeln beginnt. Das werden wir vermeiden. Wir sind in den letzten vier Jahren

von einer Person auf sieben angewachsen, und das ist für die Art, in der wir arbeiten, schon eine relevante Größe. Unser Ziel ist nicht das superschnelle Start-upWachstum. Wir möchten noch näher an Unternehmerfamilien, Familienbetriebe und sensible Schlüsselpositionen heranrücken, vor allem dort, wo es nicht nur um eine Stellenbeschreibung geht, sondern um Zukunft, Nachfolge, Vertrauen und manchmal auch um sehr persönliche Sorgen. Genau in solchen Mandaten sehen wir unseren Sweet Spot.

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DIE LOAFER-KÖNIGIN

Die Frau hinter Bellas: Luxus mit Vision und Persönlichkeit

Mit Bellas Vienna hat Jeannette Mang nicht nur eine exklusive Modemarke geschaffen, sondern ein klares Statement für Qualität, Eleganz und kompromisslose Individualität gesetzt. Jedes Modell trägt ihre persönliche Handschrift, jede Kollektion spiegelt ihre Vision von modernem Luxus wider.

Von der Gründung in Wien bis zur internationalen Expansion nach Südafrika zeigt ihre Erfolgsgeschichte, wie Leidenschaft, Mut und unternehmerisches Gespür eine Marke mit internationalem

Anspruch formen können. Im Gespräch mit dem SCHLOSSSEITEN Magazin spricht sie über ihre Anfänge, Herausfor derungen, wirtschaftliche Meilen steine – und darüber, warum echte Qualität für sie immer bei der Pro duktion beginnt.

Hier spürt man die Leidenschaft ebenso wie den unverkennbaren Stil, der vor acht Jahren eher zufällig entstand.

Frau Mang, was war ursprünglich der Auslöser für die Gründung von Bellas Vienna ? Gab es einen ganz persönlichen Moment, der Sie dazu bewegt hat? Die Ursprungsidee für Bellas Vienna entstand tatsächlich während meiner Zeit als Hochzeitsplanerin. Ich habe 15 Jahre lang Hochzeiten auf der ganzen Welt organisiert, und dabei gab es natürlich immer ganz besondere Dresscodes, Farbkonzepte oder stilistische Vorgaben. Ich hatte zwar immer passende Kleider für diese Events, aber oft nie die richtigen Schuhe dazu. Sie mussten bequem genug sein, um einen langen Hochzeitstag problemlos zu überstehen, gleichzeitig elegant genug für exklusive Veranstaltungen – und natürlich auch farblich perfekt zum Outfit passen. Das Problem war: Meistens fand ich nur schwarze oder braune Modelle oder farbige Schuhe, die fast ausschließlich High Heels waren. Für meinen Arbeitsalltag war das schlicht nicht praktikabel, also begann ich zu suchen. Während einer Reise nach Italien, bei der ich eigentlich eine Hochzeitslocation besichtigen wollte, machte ich mich zusätzlich auf die Suche nach einer passenden Schuhproduktion – und fand schließlich unsere erste Manufaktur in der Toskana, die bis heute für uns produziert. Gemeinsam mit dieser Manufaktur entstand unser erster Schuh: flach, perfekt passend, bequem genug für lange Tage und trotzdem elegant sowie hochwertig. Weil Farbe für mich immer eine große Rolle gespielt hat, entschieden wir uns, dieses Modell direkt in sehr vielen Farben anzubieten. Das war tatsächlich der Anfang von Bellas

Welche Vision hatten Sie zu Beginn für Ihre Marke und wie hat sie sich bis heute weiterentwickelt?

Meine Vision war von Anfang an, eine echte Marke zu kreieren – nicht einfach nur einen kleinen Schuhladen, der bunte Schuhe verkauft, die man auch irgendwo anders findet. Ich wollte etwas Eigenes schaffen, mit einem klaren Wiedererkennungswert. Mir war wichtig, dass man unsere Schuhe sieht und sofort weiß: Das sind Bellas. So wie man Christian Louboutin an der roten Sohle erkennt oder wie andere große Marken ihre ganz typischen Merkmale haben. Bei uns war dieses Merkmal von Anfang an die Farbigkeit – und ganz besonders unser Tassel Loafer. Er war eines unserer ersten Signature Pieces und steht bis heute sehr stark für Bellas Vienna. Inzwischen ist unsere Kollektion natürlich stark gewachsen, aber dieser Grundgedanke ist geblieben: Schuhe zu schaffen, die nicht nur schön und bequem sind, sondern auch eine klare Identität haben. Und wir merken, dass genau das funktioniert hat. Kundinnen erzählen uns immer wieder, dass sie irgendwo auf der Welt auf ihre Schuhe angesprochen werden und jemand sagt: „Das sind doch Bellas!“ Genau das war immer meine Idee – eine Marke mit Charakter, Wiedererkennungswert und einer ganz eigenen Handschrift.

Sie gestalten und wählen jedes Modell selbst aus. Warum ist Ihnen diese persönliche Handschrift so wichtig?

Nachdem ich Bellas gegründet und die ersten Modelle entwickelt hatte – ursprünglich aus einem ganz per-

sönlichen Bedürfnis heraus –, war für mich immer klar, dass ich bei der Auswahl vor allem meinem eigenen Geschmack folge. Ich glaube, alles für andere Geschmäcker findet man oft schon irgendwo anders. Mir war wichtig, dass ich zu 100 Prozent hinter jedem einzelnen Modell stehen kann. Selbst wenn ein Kunde sagt, dass ihm ein Schuh gar nicht gefällt, möchte ich ehrlich sagen können: „Das macht nichts –mir gefällt er.“ Diese persönliche Handschrift macht eine Marke authentisch. Ich bin selbst das beste Beispiel dafür, wie unsere Schuhe getragen und kombiniert werden können, weil ich sie täglich selbst trage. Genau davon lebt Bellas. Produkte lassen sich viel besser verkaufen, wenn man wirklich vollkommen dahintersteht – und diese Überzeugung spüren auch die Kundinnen. Für mich macht ein perfektes Design deshalb nicht nur die Optik aus, sondern vor allem die Kombination aus Stil, Komfort und Authentizität. Ein Schuh muss schön sein, tragbar sein und vor allem zu der Frau passen, die ihn trägt. Deshalb wird es bei Bellas wahrscheinlich auch niemals eine große High-Heel-Kollektion geben. Mein Herz schlägt ganz klar für flache Schuhe. Dafür stehe ich –und dafür steht auch Bellas.

Wie viele Modelle beziehungsweise Kollektionen umfasst Bellas Vienna aktuell?

Inklusive der Herrenmodelle umfasst unsere Kollektion mittlerweile knapp 400 Modelle, was natürlich eine beachtliche Vielfalt ist. Die Grundidee war immer, Klassiker anzubieten – aber mit einem gewissen Twist. Wir wollten nie einfach nur Standardschuhe machen, sondern klassische Modelle so interpretieren, dass sie einen eigenen Charakter haben: mit besonderen Farben, besonderen Details und vor allem mit dem typischen Bellas-Gefühl. Unsere Signature Pieces sind ganz klar der klassische zweifarbige Tassel Loafer, die Pointy-Version davon sowie unsere Schleifen-Loafer. Gleichzeitig gibt es immer wieder neue Modelle, bei denen ich einfach sage: Das sind zeitlose Klassiker, die nie aus der Mode kommen und die ich selbst gerne in vielen Farben sehen möchte. Ein gutes Beispiel sind unsere Mokassins mit speziellem Fußbett – etwas, das viele andere so nicht anbieten. Bei jeder Entscheidung spielen für mich drei Dinge

„Am Ende geht es nicht um Schuhe. Es geht darum, wie sie sich anfühlen – und was sie in Menschen auslösen.“

die wichtigste Rolle: Design, Komfort und Farbe. Nur wenn ein Modell das alles erfüllt und wirklich zu unserer Handschrift passt, wird es Teil der Kollektion. Ich muss allerdings zugeben: Wir eskalieren da manchmal ein bisschen. Wahrscheinlich wäre eine kleinere Kollektion oft vernünftiger – aber Bellas steht eben auch für Vielfalt und dafür, dass jede Kundin ihren perfekten Schuh finden kann.

Viele Gründer sprechen von Herausforderungen in den ersten Jahren. Was war für Sie die größte Hürde?

Die größte Herausforderung war ganz klar die Corona-Zeit. Wir haben Ende 2018 mit Bellas begonnen – ursprünglich rein als Onlineshop, weil ich zu diesem Zeitpunkt noch voll als Hochzeitsplanerin tätig war. 2019 haben wir erste Pop-ups gemacht, die unglaublich gut ankamen, und die Nachfrage nach einem eigenen Geschäft wurde immer größer. Dann kam 2020. Nach dem ersten Lockdown wurde mir schnell klar, dass sich mein gesamtes berufliches Umfeld verändern würde. Also habe ich entschieden: Jetzt ist der Moment, ein Geschäft zu eröffnen. Was ich unterschätzt habe, waren die Dauer und die Intensität dieser Krise – Lockdowns, Unsicherheit, ausbleibende Kundschaft und gleichzeitig laufende Kosten, neue Ware und kaum Förderungen. Emotional war dieses ständige Auf und Ab extrem fordernd, finanziell noch mehr. Aber genau in dieser Zeit

haben wir gelernt, flexibel zu sein. Instagram wurde zu unserem wichtigsten Verkaufskanal, der Onlineshop ist stark gewachsen – und rückblickend hat uns diese Phase ungemein gestärkt.

Wie hat sich Bellas Vienna wirtschaftlich entwickelt?

„Wenn mir jemand sagt, sie trägt ihre Bellas seit fünf Jahren, dann ist das mehr wert als jede Zahl.“

Mein ursprünglicher Businessplan war erstaunlich bescheiden: Wenn wir im Schnitt eineinhalb Paar Schuhe pro Tag verkaufen, geht sich alles aus. Heute verkaufen wir teilweise über 100 Paar täglich. Das Wachstum war bewusst organisch – ohne Investoren, aus dem eigenen Cashflow heraus. Jeder Schritt musste sich selbst tragen. Ein großer Meilenstein war die Eröffnung des ersten Stores in Wien, danach folgte München. Aber der wichtigste Erfolg ist für mich nicht eine Zahl, sondern die Tatsache, dass aus einer kleinen Idee eine echte Marke geworden ist.

Warum fiel die Expansion auf Südafrika?

Die Entscheidung war sehr organisch. Ich kannte das Land durch meine Arbeit sehr gut und habe dort eine klare Marktlücke gesehen. Gleichzeitig spielt die gegenläufige Saison eine große Rolle: Während in Europa Winter ist, beginnt dort der Sommer. Das ermöglicht uns, unsere Kollektionen ganzjährig sinnvoll zu verkaufen, und unterstützt unseren Ansatz, faire Preise ohne starke Rabatte zu halten.

„Ich orientiere mich nicht an Trends – ich entwerfe Schuhe, die man in zehn Jahren noch tragen will.“

Jeannette Mang, Gründerin von Bellas Vienna

Wie unterscheidet sich die Kundschaft in Südafrika?

Überraschenderweise gar nicht so stark. Viele Kundinnen hatten das Gefühl, genau auf so ein Konzept gewartet zu haben. Hochwertige europäische Schuhe waren dort bisher oft nur auf Reisen erhältlich – jetzt sind sie vor Ort verfügbar. Unsere Kundschaft ist eine Mischung aus internationalen Touristinnen und lokalen Kundinnen mit einem starken Bewusstsein für Qualität und Design.

Warum ist Ihnen die Kontrolle über die Produktion so wichtig?

Weil Qualität für mich kein Marketingbegriff ist, sondern die Grundlage der Marke. Der Großteil unserer Produktion findet in Europa statt, vor allem in Italien. Gleichzeitig nutzen wir gezielt Spezialwissen aus anderen Ländern. Wir kennen unsere Produzenten persönlich, wissen, wie gearbeitet wird und welche Menschen dahinterstehen. In einer Zeit, in der vieles anonym produziert wird, ist diese Transparenz für mich essenziell.

Wie gelingt der Balanceakt zwischen Trends und Markenidentität?

Ich orientiere mich bewusst kaum an Trends. Unser Ziel ist es, zeitlose Schuhe zu schaffen – Modelle, die auch in zehn Jahren noch genauso tragbar sein sollen wie heute. Statt Trends zu folgen, interpretieren wir Klassiker neu: mit Farbe, Details und hochwertigen Materialien. Gerade im Luxussegment ist Beständigkeit nachhaltiger als Schnelllebigkeit.

Gab es einen Moment, in dem Sie aufgeben wollten? Nein – zumindest nicht ernsthaft. Natürlich gibt es schwierige Phasen. Aber die Alternative, wieder in ein klassisches Angestelltenverhältnis zurückzugehen, wäre

für mich schlimmer gewesen. Un ternehmertum bedeutet Herausfor derungen – aber auch Wachstum.

Würden Sie heute etwas anders machen?

Vielleicht würde ich manche Entscheidungen vorsichtiger treffen, aber grundsätzlich würde ich denselben Weg wieder gehen. Denn gerade die schwierigen Phasen haben uns dorthin gebracht, wo wir heute stehen.

Was treibt Sie heute noch an?

Es ist weniger ein bewusster Antrieb als vielmehr ein innerer Reflex. Was mich am meisten motiviert, ist das Feedback der Kundinnen. Wenn mir jemand sagt, dass sie ihre Bellas seit Jahren trägt oder sich damit selbst belohnt hat, dann weiß ich, dass wir etwas geschaffen haben, das über ein Produkt hinausgeht. Diese echte Begeisterung ist das Wertvollste überhaupt – und genau das treibt mich jeden Tag an.

INFOBOX

Bellas Stores

Dorotheergasse 5, 1010 Wien

Getreidegasse 47, 5020 Salzburg

Sendlinger Straße/Ecke Fürstenfelder Straße 12, 80331 München

32 Ryneveld Street, Stellenbosch, 7600 Südafrika

Alle Modelle online bei: www.bellas-vienna.at

DER PURE GESCHMACK

Das stimmungsvolle Ambiente der Ceconi-Villa, mit einzigartigem Festungsblick, ist bereits seit über 9 Jahren die Wirkungsstätte für Brunnauers 3-Hauben Küche.

Leidenschaft zum Handwerk, naturbelassene Aromen, schonende Zubereitung und der respektvolle Umgang mit Grundprodukten bilden das perfekte Rezept für puren und unverwechselbaren Geschmack.

Zusätzlich zur Speisekarte und den Mittagsmenüs runden Spezialitätenwochen das Angebot im Einklang der Jahreszeiten ab.

Für alle besonderen Momente, ob Feste und Feierlichkeiten oder Geschäftsessen, bietet das Restaurant Brunnauer die passende Räumlichkeit.

Genießen Sie ein paar Stunden fernab des Alltags, um verwöhnt zu werden und zu genießen.

Ein beliebtes Geschenk sind übrigens die Genussgutscheine des Hauses. Kein Wunder – ist es doch ein Geschenk mit Geschmack.

MONTAG

18:00 bis 24:00 Uhr

ÖFFNUNGSZEITEN

DIENSTAG BIS FREITAG

12:00 bis 14:30 Uhr

18:00 bis 24:00 Uhr

FESTSPIELZEITEN UND ADVENT Erweiterte Öffnungszeiten

Fürstenallee 5, 5020 Salzburg, Tel. +43 662 251010

www.restaurant-brunnauer.at

office@restaurant-brunnauer.at

WildBild

Das Projekt des spanischen Künstlers Oriol Vilanova im spanischen Pavillon, basierend auf einer Postkartensammlung der letzten 20 Jahre.

BIENNALE DI VENEZIA 2026

FLORENTINA HOLZINGER

JENSEITS VON KONVENTIONEN UND TABUS

Österreichs Beitrag SEAWORLD VENICE sorgt für Wellen bei der Biennale di Venezia 2026.

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Die Biennale di Venezia findet seit 1895 alle zwei Jahre statt und gehört zu den weltweit bedeutendsten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst. Neben einer zentral kuratierten Hauptausstellung präsentieren zahlreiche Länder ihre Beiträge in eigenen nationalen Pavillons. Österreich ist seit der Gründung regelmäßig vertreten. 2026 gestaltet Florentina Holzinger den österreichischen Beitrag. Ihr Projekt verbindet Performance und bildende Kunst zu einem vielschichtigen Erlebnis.

Text: Eva von Schilgen

Für die 61. Internationale Kunstausstellung in Venedig wurde die renommierte Kuratorin und Kunstwissenschaftlerin Koyo Kouoh als Artistic Director berufen. Sie war für ihre interdisziplinären, politisch wie auch gesellschaftlich reflektierten Ausstellungen und ihr Engagement für afrikanische Künstler sowie globale Kunstnetzwerke bekannt. Geboren 1967 in Kamerun und später in der Schweiz lebend, baute sie eine bedeutende internationale Laufbahn als Kuratorin auf. Seit 2019 war sie als Executive Director und Chief Curator des Zeitz Museum of Contemporary Art Africa (Zeitz MOCAA) in Kapstadt tätig, wo sie das Museum zu einem weltweit beachteten Zentrum für zeitgenössische Kunst aus Afrika und der Diaspora weiterentwickelte.

Für die Biennale di Venezia 2026 wählte sie den Titel „In Minor Keys“ (sinngemäß „In leisen, melancholischen, aber bedeutungsvollen Tönen“) als kuratorische Idee für eine Biennale, die sich auf sensible, menschliche und oft übersehene Perspektiven konzentriert. Sie bestimmte das Ausstellungskonzept einschließlich des theoretischen Rahmens, der Auswahl der Künstler, der Ausstellungsarchitektur und der grafischen Identität. Im Mai 2025 verstarb Koyo Kouoh unerwartet. Ihr kuratorisches Projekt wird mit Unterstützung ihres Teams und im Sinne ihrer Vision nun realisiert.

Wichtigster Hauptort der Biennale di Venezia sind die Giardini della Biennale, ein parkähnliches Gelände, in dem sich die festen nationalen Pavillons befinden. Die Arsenale di Venezia, ein ehemaliges Werft- und Militärgelände mit Hallen aus dem 16. Jahrhundert, dient vor allem als Schauplatz für große, zentral kuratierte Ausstellungen. Besonders bekannt ist die 300 Meter lange Halle der Corderie dell’Arsenale, ein beeindruckend industriell-historischer Ort, wo die extrem langen Schiffstaue gefertigt wurden, die für Galeeren und Handelsschiffe nötig waren.

Ergänzt werden diese beiden Hauptstandorte durch zahlreiche Paläste, Museen, Galerien, Kirchen und andere kulturelle Einrichtungen. Diese Orte beherbergen häufig zusätzliche nationale Beiträge, Sonderausstellungen oder sogenannte „Collateral Events“. Goldene und Silberne Löwen für beachtenswerte Werke oder Lebensleistungen werden erst seit dem Jahr 1986 auf der Kunstbiennale verliehen.

Zur Biennale gehören seit 1930 ein Musikfestival, seit 1932 die Filmfestspiele, seit 1934 das Theaterfestival sowie seit 1999 ein Festival für zeitgenössischen Tanz. Diese Veranstaltungen finden jährlich statt. Außerdem gibt es seit 1980 die Architekturbiennale, die abwechselnd mit der Kunstbiennale veranstaltet wird.

Foto: © Eva von Schilgen

SEAWORLD VENICE, 2026

ÖSTERREICH AUF DER BIENNALE DI VENEZIA

DER PAVILLON

Bei der ersten Internationalen Kunstausstellung 1895 in Venedig diente ein Zentralpavillon in den Giardini della Biennale als gemeinsamer Ausstellungsraum für alle vierzehn damals teilnehmenden Nationen. Mit der Eröffnung des belgischen Pavillons im Jahr 1907 begann die schrittweise Errichtung nationaler Länderpavillons. 1910 lud die italienische Jury aufgrund des fehlenden österreichischen Pavillons Gustav Klimt (1862–1918) zu einer Retrospektive in den internationalen Pavillon ein. Für die Ausstellungsarchitektur war Josef Hoffmann (1870–1956) verantwortlich. Die Präsentation von 22 Werken Klimts, darunter „Die drei Lebensalter“ (1905), „Porträt Adele Bloch-Bauer I“ (1907), „Freundinnen I“ (1907) sowie diverse Landschaften vom Attersee, in Verbindung mit Hoffmanns Gestaltung erregte große Aufmerksamkeit, und so entstand der Wunsch nach einem eigenen Pavillon.

Der österreichische Pavillon wurde jedoch erst 1934 nach Plänen von Josef Hoffmann und Robert Kramreiter realisiert. Als „White Cube“ konzipiert, war er der erste Pavillon der Biennale in Venedig, der von einem führenden Architekten der klassischen Moderne gestaltet wurde. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 nutzte man den Hoffmann-Pavillon in den Biennale-Jahren 1940 und 1942 nicht; dem NS-Regime nahestehende österrei-

chische Künstler stellten stattdessen im deutschen Pavillon aus. 1944 und 1946 entfiel die Biennale.

In der Nachkriegszeit (1948–1956) übernahm Josef Hoffmann die kommissarische Betreuung der österreichischen Beiträge. Im Laufe der Zeit mehrfach baulich verändert – unter anderem wurden die Dekorelemente von Ferdinand Kitt an den Portalen des Innenhofs entfernt –, erfolgte 1984 anlässlich des 50-jährigen Bestehens eine umfassende Restaurierung durch Hans Hollein, bei der sowohl die ursprünglichen Raumproportionen als auch die Eingangssituation des Pavillons wiederhergestellt wurden. Die Teilnahme Österreichs wird vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport organisiert und mit € 600.000 gefördert. Österreichischen Künstlern wird so eine Plattform für interdisziplinäre und innovative Arbeiten geboten, um das weltweite Ansehen der österreichischen Kunst, Kultur und Architektur zu festigen.

Historisch reichten die österreichischen Beiträge von Klassikern wie Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka bis zu zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern wie Maria Lassnig, VALIE EXPORT, Franz West, Arnulf Rainer, Markus Schinwald, Heimo Zobernig und anderen. Die Beiträge für die Biennale di Venezia werden über einen offenen Wettbewerb durch eine Fachjury ermittelt.

Foto: © Nicole Marianna Wytyczak

„In Venedig, einer Stadt mit einer tiefen und zugleich prekären Beziehung zum Wasser, nimmt meine fortwährende Faszination für dieses Element neue Dimensionen an. Der Körper spielt hier eine zentrale Rolle in der Erkundung von Abhängigkeiten und im Zusammenspiel von Natur und Technologie.“

Florentina Holzinger

Porträt von Florentina Holzinger, 2024

SEAWORLD VENICE, 2026

FLORENTINA HOLZINGER (*

1986)

Florentina Holzinger gilt derzeit als eine der aufregendsten Theatermacherinnen und eine der führenden Stimmen der zeitgenössischen Performancekunst, deren Werk Grenzen zwischen Tanz, Theater, Aktion, Spektakel und bildender Kunst auflöst. Ihre Bühnenarbeiten zeichnen sich durch nackte, ausschließlich aus Frauen bestehende Besetzungen und sexuelle Handlungen aus.

Holzinger wuchs in Wien als Tochter einer Pharmazeutin und eines Rechtsanwalts auf und entwickelte früh ein Interesse an Bewegung und Performance. Im Alter von 16 Jahren begann sie, intensiv Ballett zu tanzen, studierte aber zunächst Architektur und International Business Administration. Da sie die stark theoretische Ausrichtung des Fachs nicht erfüllte, entschied sie sich für eine künstlerische Laufbahn und studierte Choreografie an der School for New Dance Development (SNDO) in Amsterdam.

Foto: © Nicole Marianna Wytyczak

Bereits während ihres Studiums begann Florentina Holzinger, eigene Arbeiten zu entwickeln, die von intensiver Körperlichkeit, provokativer Bildsprache und einer radikalen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normen geprägt waren. Ihre Diplomarbeit, das Solo „Silk“, wurde 2012 beim ImPulsTanz Festival mit dem Prix Jardin d’Europe ausgezeichnet.

In Zusammenarbeit mit dem niederländischen Choreografen Vincent Riebeek entstanden zwischen 2011 und 2015 mehrere international gezeigte Produktionen, darunter „Kein Applaus für Scheiße“, „Spirit“ und „Wellness“. Weitere bedeutende Produktionen sind unter anderem: TANZ (2019) – eine Neuinterpretation klassischer Ballettstrukturen, „Etude for an Emergency“ (2020) – ein stuntspezifisches Performance-Format, oder „A Divine Comedy“ (2021), ausgezeichnet mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST. Holzingers Tanzstück „Apollon“ mit einer

ausschließlich aus nackten Frauen bestehenden Besetzung und Apollo als mechanischem Stier, den diese zum Vergnügen reiten, wurde Jahr 2020 im NYU Skirball Center, einem Theater- und Kulturzentrum der Universität in Manhattan, New York, aufgeführt. Das Stück basiert teilweise auf George Balanchines Werk „Apollo“ von 1928 und wurde vom „The New Yorker“ als „feministische Freakshow“ bezeichnet.

2022 wurde an der Berliner Volksbühne mit Holzingers „Ophelia’s Got Talent“ eine körperlich spektakuläre Performance gezeigt.

Ihre erste Operninszenierung „SANCTA“, aufgeführt von der Staatsoper Stuttgart im Oktober 2024 am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin, basiert auf Paul Hindemiths expressionistischer Oper „Sancta Susanna“ aus den 1920er-Jahren. Sie wurde von der Kritik überwiegend als mutige, radikale Opern-

SEAWORLD VENICE, 2026
Foto: © Nicole Marianna Wytyczak

Performance bewertet, die Grenzen zwischen Oper, Performance und Ritual verwischt und Hindemiths expressionistischen Einakter in einen zeitgenössischen Diskurs über Körper, Religion und Emanzipation überführt. „A Year Without Summer“ wurde 2025 beim Berliner Theatertreffen, einem der wichtigsten Theaterfestivals im deutschsprachigen Raum, gezeigt.

Seit 2020 ist Florentina Holzinger als assoziierte Künstlerin an der Volksbühne Berlin beteiligt. Ab 2026 gehört sie dort auch dem künstlerischen Leitungsteam („Artistic Board“) an.

Seit 2024 ist Holzinger Artist in Residence an der Volksbühne Berlin. Im August 2024 präsentierte die Bergen Kunsthall „Havneetyde/Harbour Etude“, ein neues, groß angelegtes Auftragswerk mit dem Hinweis, dass es „explizite Darstellungen von Selbstverstümmelung, Piercings, Nadeln, Blut, lauten

Im österreichischen Pavillon zeigt Florentina Holzinger die menschliche Komplizenschaft im Zerfall von Systemen auf und stellt dabei etablierte Strukturen sowie die vermeintliche Ordnung der Dinge infrage – und führt vor Augen, dass Ordnung an sich instabil ist. SEAWORLD VENICE erweitert die Grenzen des Ausstellungsmachens und definiert den Pavillon als ein temporäres, poröses System in ständiger Transformation. Die Wasseroberfläche wird zum Spiegel, SEAWORLD VENICE eine Begegnung mit dem Selbst.

Kuratorin Nora-Swantje

Ophelia’s Got Talent, 2022
SANCTA, 2024
Foto: © Nicole Marianna Wytyczak, Galerie Thaddaeus Ropac
Foto: © Bahar Kaygusuz, Thaddaeus Ropac

Geräuschen und Nacktheit enthalten wird“. Bei der diesjährigen Biennale di Venezia vom 9. Mai bis zum 22. November 2026 widmet sich Florentina Holzinger dem Element Wasser – sowohl als physischer Realität der Lagunenstadt als auch als kraftvollem Symbol. Im Zentrum stehen Fragen nach ökologischer Fragilität, Zukunftsvisionen sowie dem Verhältnis von Menschen, Körper und Umwelt. Konzipiert ist die Arbeit als interdisziplinäre Installation, die Performance, Theater und bildende Kunst miteinander verbindet. Themen sind Reinheit und Unreinheit, Sauberkeit und Schmutz.

Holzingers Projekt ist von Mai bis November in Venedig zu sehen und umfasst eine permanente Live-Installation sowie ortsspezifische Études – ein andauernder Werkzyklus, den die Künstlerin seit 2020 entwickelt hat und der aus performativen Aktionen in öffentlichen Räumen besteht. Die venezianischen Études wurden von der Bukhman Foundation, der Hartwig Art Foundation sowie der Galerie Thaddaeus Ropac mitbeauftragt. Die Reihe wird als Satellitenprojekte fortgesetzt, in denen Narrative über geografische Grenzen hinweg weiterentwickelt werden. Präsentationen erfolgen bei den Wiener Festwochen, in der Nitsch Foundation, im Kunsthaus Bregenz, bei TRANSART – Festival for Contemporary Cultures in Bozen sowie in der Hartwig Art Foundation in Amsterdam. SEAWORLD VENICE wird im GropiusBau in Berlin (März 2027), in der Kunsthalle Wien (Juni 2027) sowie bei Amant in Brooklyn, New York (Frühjahr 2028), gezeigt.

Beide Bilder: SEAWORLD VENICE, 2026
Foto: © Nicole Marianna
Wytyczak
Foto: © Nicole Marianna Wytyczak
FREI NACH MAX REINHARDT

VENEDIG – DIE GANZE STADT IST KUNST

Die besondere Mischung aus Geschichte, Schönheit und kreativer Energie macht Venedig einzigartig und verleiht der Stadt während der Biennale eine fast magische Atmosphäre. Zeitgenössische Kunst verbindet sich auf einzigartige Weise mit der jahrhundertealten Architektur der Stadt und lässt einen faszinierenden Dialog zwischen Geschichte und Gegenwart entstehen. Hier begegnen sich Künstler, Galeristen, Museumsleiter, Sammler und Kunstinteressierte aus aller Welt, es kommt zu Gesprächen über neue Werke, Ideen und Entwicklungen der internationalen Kunstszene.

Moderne Installationen, Videos und Performances wirken in den prachtvollen Räumen der venezianischen

Paläste mit ihren Fresken, Marmorböden und hohen Decken oft noch intensiver. Einige besonders spannende Ausstellungsorte 2026 sind der Palazzo Loredan, wo Sanya Kantarovsky seine Ausstellung „Basic Failure“ zeigt, der Palazzo Manfrin mit einer groß angelegten Präsentation von Anish Kapoor und der Palazzo Cini mit der Ausstellung von David Salle. Auch Kirchen, Klöster und Museen verwandeln sich während dieser Zeit in außergewöhnliche Ausstellungsorte. So ist etwa eine Sonderausstellung von Marina Abramović in der Galleria dell’Accademia, einem ehemaligen Klosterund Schulkomplex am Canal Grande, zu sehen – ein eindrucksvoller Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und den historischen Räumen venezianischer Tradition.

Der Canal Grande, gesehen vom Palazzo Ca’ Dario
Foto: © Eva von Schilgen

Ponte

dell’Accademia, Ankündigung der Ausstellung Marina Abramović
David Salle, Palazzo Cini
Foto: © Eva von Schilgen
Foto: © Eva von Schilgen

„invitation­only“­Verkaufsausstellung des englischen Auktionshauses Christie’s im zum Verkauf stehenden Palazzo Ca’ Dario am Canal Grande

Die zunehmende Bedeutung der Biennale als diskrete internationale Verkaufsplattform für den High-End-Kunstmarkt zeigte sich besonders in der exklusiven „invitation-only“-Verkaufsausstellung des englischen Auktionshauses Christie’s. Während der Eröffnungswoche wurde im zum Verkauf stehenden Palazzo Ca’ Dario am Canal Grande eine hochkarätige Auswahl bedeutender Werke von Künstlern, unter anderen von Raffael, Tizian, Claude Monet, J. M. W. Turner, Andy Warhol und Lucio Fontana gezeigt. Die Ausstellung richtete sich gezielt an Ultra-High-Net-WorthCollectors sowie institutionelle Käufer; die angebotenen Werke bewegten sich zwischen rund 500.000 und mehr als 35 Millionen US-Dollar.

ÖSTERREICHISCHE POSITIONEN

Eine der wichtigsten Begleitausstellungen der Kunstschau in Venedig wird von der Fondazione Giorgio Cini in Zusammenarbeit mit der Galerie Thaddaeus Ropac auf der Insel San Giorgio Maggiore präsentiert. Die von Luca Massimo Barbero kuratierte Ausstellung widmet sich dem Wahlösterreicher Georg Baselitz, der 2026 in Salzburg verstarb.

Gezeigt werden neue, großformatige Gemälde mit goldenen Hintergründen, figurative Motive und Selbstporträts sowie Darstellungen seiner Frau Elke. Die Werke verbinden expressive Malerei mit einer fast ikonischen Flächigkeit und stehen in direktem Bezug zu seinen früheren „Heroes“-Serien. Der Galerist Thaddaeus Ropac vertritt Baselitz seit Jahren.

Georg Baselitz: „Eroi d’Oro“ (Goldene Helden), Fondazione Giorgio Cini
Foto: © Eva von Schilgen
Foto: © Eva von Schilgen
Foto: © Courtesy Thaddaeus Ropac gallery, London
Paris
Salzburg
Milan
Seoul

„Dreamers“ ist eine umfassende monografische Ausstellung über Erwin Wurm im Museum Fortuny im Palazzo Pesaro Orfei, oft auch Palazzo Fortuny genannt, wo der spanische Künstler Mariano Fortuny (1871–1949) Ende des 19. Jahrhunderts ein Atelier hatte und seit 1902 lebte. Wurms Arbeiten hinterfragen die Grenzen zwischen Kunstobjekt und Performance und spielen mit absurden Proportionen sowie überraschenden Materialkombinationen. Gezeigt wird eine Auswahl seiner skulpturalen und installativen Arbeiten, die Humor, Alltag und Körperbild miteinander verbinden.

In der St. George’s Anglican Church werden Werke des 1948 in Wien geborenen, für seine fotorealistischen, oft verstörenden Darstellungen von Kindern, Gewalt und gesellschaftlichen Tabus bekannten Künstlers Gottfried Helnwein ausgestellt. Helnwein lebt und arbeitet heute unter anderem in Irland und in den USA und zählt zu den international meistbeachteten zeitgenössischen Künstlern aus dem deutschsprachigen Raum.

Erwin Wurm: „Dreamers“, Museo Fortuny, Venedig, Italien, 2026
Gottfried Helnwein, St. George’s Anglican Church
Foto: © Erwin Wurm, SIAE, Rom, 2026, © Markus Gradwohl
Foto: © SCS Bildarchiv Berlin, 2026 / Courtesy: Bastian Gallery Berlin/Paris;
Photo: Barbara Stoneham
Foto: © Jochen Littkemann, Galerie Ropac
Baselitz, Schlafzimmer (1975)

GEORG BASELITZ

(1938–2026)

DER MALER, DER DIE WELT

AUF DEN KOPF STELLTE

Er zählte zu den bedeutendsten und zugleich provokantesten Künstlern der Gegenwart. Seit den 1960er­Jahren entwickelte Baselitz eine unverwechselbare Bildsprache zwischen Figuration und Abstraktion. Seine Werke spiegeln nicht nur persönliche Erfahrungen, sondern auch die Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte und Identität wider. Mit kraftvollen Pinselstrichen und expressiver Formensprache forderte er den Betrachter heraus und prägte die Kunstwelt nachhaltig.

Text: Mag. Eva von Schilgen

Foto: © Martin Mueller, Galerie Ropac
Georg Baselitz

Hans-Georg Kern – den Namen „Baselitz“ nimmt er 1961 als künstlerisches Pseudonym an – wird in dem kleinen Ort Deutschbaselitz im Osten Deutschlands im Bundesland Sachsen, nahe der Stadt Kamenz im Landkreis Bautzen, geboren. Die Umgebung ist mit Feldern, kleineren Wäldern und typischen sächsischen Dörfern ländlich geprägt. Der Vater ist Volksschullehrer, die Mutter Hausfrau.

1956 beginnt Baselitz ein Studium an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Ost-Berlin, wird jedoch nach zwei Semestern „wegen gesellschaftspolitischer Unreife“ ausgeschlossen, da er sich der offiziellen Kunstdoktrin des sozialistischen Realismus nicht anpassen will. Statt optimistische, politisch erwünschte Darstellungen von Arbeitern und dem sozialistischen Alltag zu produzieren, interessiert er sich für expressionistische, experimentelle und eher düstere Bildthemen, gilt als unangepasst und widersetzt sich der strengen ideologischen Erziehung an der Hochschule. Der ideologische Druck wie auch die Einschränkung der künstlerischen Freiheit in der DDR sollten sein Werk nachhaltig prägen: Seine Kunst entwickelt sich bewusst gegen den sozialistischen Realismus und gegen akademische Normen.

Nach seinem Ausschluss aus der Ost-Berliner Hochschule 1957 geht Georg Baselitz nach West-Berlin und setzt sein Studium an der Hochschule der Künste fort. 1958 flieht er aus der DDR in den Westteil der Stadt.

Mit dem Maler Eugen Schönebeck entwickelt er 1961 das „1. Pandämonische Manifest“. Der Begriff leitet sich von „Pandämonium“ im Sinne eines Ortes des Chaos oder der Dämonen ab und beschreibt bewusst eine Gegenposition zu der damals vorherrschenden, geordneten und ideologisch geprägten Kunstauffassung – insbesondere im Kontext der DDR wie auch der westdeutschen Nachkriegskunst. Dieses Manifest fordert eine Kunst, die sich nicht an gesellschaftliche oder moralische Normen bindet, sondern das Irrationale, Bedrohliche und Expressive betont. Die Zeichnungen und Texte wirken bewusst provozierend, teilweise verstörend und antiakademisch. Beide Künstler lehnen sich darin gegen die etablierten modernen Kunstformen auf und bekräftigen dies im Jahr darauf (1962) in ihrem „2. Pandämonischen Manifest“. Danach endet ihre Zusammenarbeit.

Foto: © P. Cuming, Galerie Ropac

1963 präsentiert Baselitz seine erste Einzelausstellung in der Galerie Werner & Katz in West-Berlin; der Skandal um das Bild „Die große Nacht im Eimer“ macht ihn schlagartig bekannt. Das Bild zeigt einen rohen, stark verzerrten, masturbierenden Mann, eine verstörende Mischung aus Gewalt, Sexualität und Hässlichkeit. Die Ausstellung wird nach kurzer Zeit geschlossen, das Werk wegen angeblicher Obszönität beschlagnahmt. In der Öffentlichkeit wird heftig darüber diskutiert, ob dieses Bild die Kunstfreiheit überschreitet und ob es sich um eine moralisch unzumutbare Darstellung handelt. Für Baselitz bedeutet dieser Skandal jedoch den Durchbruch: Nun nimmt

man ihn als radikalen, provokativen Künstler wahr, der sich klar gegen bürgerliche Kunstvorstellungen positioniert.

In den späten 1960er-Jahren entsteht die „Helden“Serie, Baselitz’ Auseinandersetzung mit der deutschen Nachkriegsgeschichte. Großformatige, verletzte und oft fragmentierte Figuren in kargen Landschaften thematisieren das Bild des entwurzelten Menschen und reflektieren indirekt die deutsche Geschichte nach 1945. Stilistisch verbindet die Serie eine expressive Malweise mit einer bewusst „unheroischen“ Darstellung, welche die klassischen Heldenbilder radikal unterläuft.

Baselitz, Berlin 1966
Foto: © Elke Baselitz, Galerie Ropac

Ab 1969 beginnt Baselitz, Motive bewusst auf den Kopf zu stellen, um die Wahrnehmung des Betrachters gezielt zu stören und die reine Wiedererkennbarkeit des Motivs zu vermeiden. Dadurch sollte nicht mehr das dargestellte Objekt, sondern die Malerei selbst – also Farbe, Form und Komposition – im Vordergrund stehen.

Ab den 1970er-Jahren gewinnt die Karriere von Georg Baselitz deutlich an Dynamik. Seine Teilnahme an der documenta (1972, 1977, 1982) macht ihn international sichtbar und etabliert ihn im Kontext der zeitgenössischen Kunst. In den 1980er-Jahren folgen umfangreiche Museumsausstellungen in Europa und den USA. Einen besonderen Höhepunkt bildet seine Teilnahme an der Biennale von Venedig 1980, bei der er gemeinsam mit Anselm Kiefer Deutschland vertritt und damit seinen internationalen Durchbruch endgültig festigt. In dieser Zeit wird er zu einer Schlüsselfigur der sogenannten „Neuen Deutschen Malerei“.

Georg Baselitz beschäftigt sich nun auch mit der Bildhauerei. Um 1980/81 entstehen erste größere Skulpturen; sie sind oft roh, grob geschnitzt und wirken bewusst „unfertig“. Wie seine Malerei sind auch viele

„Dann hab ich diese Umkehrung erfunden, jetzt kann ich alles malen, was ich will, ich kann schlechte Bilder malen, ich kann Akte malen, ich kann Porträts malen, ich kann wie Feuerbach malen, ich kann Schlachtenbilder malen … alle Modelle für Bilder waren möglich, weil es sowieso niemand erkennt. Ich hatte mich frei gemacht, dass ich meinen Sentimentalitäten frönen konnte.“

Skulpturen später „auf den Kopf gestellt“ oder so konzipiert, dass sie die klassische Figurendarstellung irritieren.

1975 erwarb Georg Baselitz das Schloss Derneburg südlich von Hildesheim, eine ehemalige ZisterzienserKlosteranlage aus dem 12. Jahrhundert, die nach der Säkularisation im 19. Jahrhundert zu einem Adelssitz umgebaut worden war. 1995 lässt er im Schlosspark ein großzügiges Ateliergebäude errichten. Er nutzt das Ensemble über Jahre hinweg als Wohn- und Arbeitsort und prägt dessen heutige Wahrnehmung als Rückzugs- und Produktionsraum zeitgenössischer Kunst maßgeblich. In dieser Phase entsteht eine enge Verbindung zwischen Ort und Werk, die sich besonders in seinem Spätwerk widerspiegelt: expressive Malerei, Rückbezüge auf die eigene Biografie sowie Themen wie Körperlichkeit, Alter und Vergänglichkeit gewinnen an Bedeutung.

Baselitz, Die große Nacht im Eimer (1962–63)
Baselitz 1983, Atelier Derneburg
Foto: © Jochen Littkemann, Galerie Ropac
Foto: © Daniel Blau, Galerie Ropac

In den nächsten zwei Jahrzehnten etabliert Baselitz seinen Ruf als international anerkannter Künstler weiter durch große Retrospektiven in renommierten Museen und eine anhaltend starke Präsenz auf dem globalen Kunstmarkt. 1992 wird er Professor an der Hochschule der Künste Berlin. Öffentliche Aufmerksamkeit erregt er in diesen Jahren durch kontroverse

Äußerungen zur Kunst und zu den Geschlechterrollen, die breite Diskussionen auslösen. Trotz dieser Debatten bleibt Baselitz künstlerisch produktiv und entwickelt bis ins hohe Alter neue Werkserien, Druckgrafiken und Skulpturen. Seine späten Arbeiten zeigen oft eine freie, expressive Malweise mit stärkerer Konzentration auf Farbe und Gestik.

Baselitz, Sing Sang Zero (2011)
Foto: © Jochen Littkemann, Galerie Ropac
„Weißes

Bett, weiß“

2006 zieht der Künstler nach Oberbayern, 2013 nach Salzburg. Für seine Großzügigkeit Österreichs Museen gegenüber erhalten er und seine Frau Elke im Mai 2015 die österreichische Staatsbürgerschaft. Das Paar hatte sich 1958 in Berlin kennengelernt; aus der Ehe gingen zwei Söhne, Daniel Blau und Anton Kern, hervor, die beide als Galeristen tätig wurden. Elke war eine wichtige Stütze in Baselitz’ künstlerischem Alltag. Sie unterstützte ihn organisatorisch, hielt ihm in vielen praktischen Fragen den Rücken frei und half dabei, sein Werk über Jahrzehnte hinweg zu begleiten und zu dokumentieren. In Interviews betonte er immer wieder ihre Bedeutung für sein Leben und seine Arbeiten.

Daniel Blau gab seine 1990 in München gegründete Galerie im Jahr 2025 auf, um sich verstärkt den geschäftlichen Angelegenheiten der Familie zu widmen. Er hatte sich auf Fotografie, Kunst des 20. Jahrhunderts sowie internationale zeitgenössische Positionen spezialisiert und unter anderem Werke von Künstlern wie Andy Warhol oder Lucian Freud gezeigt. Anton Kern, Baselitz’ zweiter Sohn, betreibt die Anton Kern Gallery in New York, die sich vor allem auf zeitgenössische Kunst konzentriert.

HARALD KREJCI

Direktor Museum der Moderne

„Im gezeigten Spätwerk kommt ein unglaublich tiefer und empfindsamer Georg Baselitz zum Vorschein, ohne dabei seine kraftvolle und intensive Malerei aufzugeben. Sein Spätwerk ist ein Feuerwerk an historischen, biografischen und ästhetischen Bezügen und zeigt uns einen Romantiker, der die dunklen Seiten des Daseins schonungslos offenlegt. Leitmotiv waren für mich seine Doppelporträts mit Elke, seiner Frau, die er zeit seines Lebens immer wieder gemalt hatte. Daraus habe ich zusammen mit der Kuratorin eine schöne, stimmungsgeladene Ausstellung für das Museum in Salzburg geschaffen. Die dunkelgrauen Wände und die teils in den Raum hängenden Bilder werden gleichsam zum Bühnenraum mit Backstage­Bereich – eine Ausstellung als Bühne des Lebens von Georg Baselitz, der zusammen mit seiner Frau Seite an Seite den letzten Akt in Salzburg eingeläutet hat.“

Foto: © Museum der Moderne Salzburg, Christina Baumann

Georg Baselitz, 2025

THADDAEUS ROPAC

Galerist

„Es war ein Privileg, Georg Baselitz über mehr als 40 Jahre hinweg zu kennen und für über 30 Ausstellungen so intensiv mit ihm zusammenzuarbeiten. Jahrzehntelang beschritt er mit seinem Werk immer wieder neue Wege, sei es in der Malerei, der Bildhauerei, der Zeichnung oder der Grafik. Er war einer der einflussreichsten Künstler unserer Zeit und erweiterte die Grenzen der Kunst immer wieder auf bemerkenswerte Weise. Seine Werke spiegeln seine fortwährende und intensive Auseinandersetzung – oder „Konfrontation“, wie er es nannte – mit seinen künstlerischen Vorbildern wider, und nun wird das Nachwirken seines eigenen Vermächtnisses Resonanz finden. Dies ist ein schwerer Verlust. Ich kann mir die Kunstwelt ohne Georg Baselitz nicht vorstellen.“

In den letzten zehn Jahren wurden Werke von Georg Baselitz in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, unter anderem von: Staatliche Graphische Sammlung, Pinakothek der Moderne, München, Deutschland (2023); Albertina, Wien (2023); The Morgan Library & Museum, New York (2022); Kunsthistorisches Museum, Wien (2023); Museo di Palazzo Grimani, Venedig (2022); Centre Pompidou, Paris (2021); Fondation Beyeler, Basel, Schweiz; Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington, D.C. (2018); Kunstmuseum Basel, Schweiz (2018).

Die Ausstellung „BASELITZ JETZT“ wird bis zum 18. Oktober 2026 im Museum der Moderne Salzburg gezeigt. Die großformatigen, expressiven späten Arbeiten des Künstlers reflektieren Alter, Körper und Vergänglichkeit. Anlässlich dieser Ausstellung schenkte Georg Baselitz dem Museum der Moderne Salzburg sein Gemälde „Weißes Bett, weiß“ aus dem Jahr 2022. Frühe grafischen Arbeiten, in denen sich der Künstler mit deutscher Geschichte, Identität und dem Künstler-Ich auseinandersetzte, werden ab dem 3. Juli im Rupertinum in Salzburgs Altstadt zu sehen sein. https://www.museumdermoderne.at

Foto: © Wildbild, Herbert Rohrer

Ayaori-gane Vase, Shakudo, Shibuichi, Silber, Takahiro Iede (MZ), Saitama, 2019. Foto: Claudia Löwinger.

Kunsthaus Kende.

GESTALTETE NATUR

DIE KUNST DER GARTENVERWANDLUNG

Ein gelungener Garten lebt von klaren Strukturen. Unterschiedliche Bereiche – etwa Sitzplätze, Beete, Rasenflächen oder Wege – sollten logisch angeordnet und optisch miteinander verbunden sein. Pergolen, Hecken oder Mauern können Räume schaffen, Blickachsen lenken und dem Garten Tiefe verleihen.

Text: Lisa Gasteiger­Rabenstein

STILLE SCHÖNHEIT

LEBENDIGE LANDSCHAFTEN ERSTRAHLEN

Georgina Newall ist die kreative Seele hinter GN Landscape Design, einem international tätigen Landschafts- und Gartendesign-Atelier mit Standorten in Großbritannien und Österreich. Seit über dreißig Jahren widmet sie sich mit großer Hingabe der Gestaltung außergewöhnlicher Außenräume. Ihre Handschrift ist unverkennbar: zeitlos, elegant und stets im Einklang mit Architektur, Landschaft und den Menschen, die diese Gärten nutzen.

Was Georgina antreibt, ist weit mehr als die Liebe zu Pflanzen. Es ist ihre tiefe Passion für harmonische Lebensräume im Freien, die sowohl ästhetisch überzeugen als auch funktional durchdacht sind. Ihre Projekte reichen von intimen Stadtgärten und Dachterrassen über weitläufige Landhausanlagen bis hin zu anspruchsvollen Gestaltungen für historische Schlösser und exklusive Hotels. Jeder Garten erzählt dabei seine eigene Geschichte – sensibel entwickelt aus dem Charakter des Ortes und den Wünschen der Auftraggeber.

sion. Bevor Pflanzen ausgewählt oder Wege angelegt werden, sollte überlegt werden, wie der Garten genutzt werden soll: als Rückzugsort, als Treffpunkt für Familie und Freunde oder als repräsentativer Außenraum. Eine durchdachte Planung bildet die Grundlage für ein harmonisches Gesamtbild.

„Ein durchdacht gestalteter Garten ist heute einer der wertvollsten Räume eines Hauses.“
Georgina Newall

Die Pflanzenauswahl spielt dabei eine zentrale Rolle. Entscheidend ist nicht nur die Optik, sondern auch die Anpassung an Boden, Klima und Standort. Besonders wirkungsvoll sind Pflanzkonzepte, die über alle Jahreszeiten hinweg interessant bleiben und mit Texturen, Farben und Höhen spielen. Ebenso wichtig sind Proportion und Materialität: Naturstein, Holz oder Kies sollten zur Architektur des Hauses passen und eine ruhige, zeitlose Atmosphäre unterstützen. Geschwungene Linien bringen Leichtigkeit, klare Formen Struktur und Ordnung.

Besonders bemerkenswert ist Georginas Gespür für die Verbindung von Tradition und zeitgemäßem Design. Ob bei der Neugestaltung eines Schlossgartens in Österreich oder bei urbanen Projekten in London –stets gelingt es ihr, klassische Elemente mit modernen Anforderungen zu vereinen. Dabei entstehen Gärten, die Ruhe ausstrahlen, Struktur bieten und zugleich Raum für Natürlichkeit lassen.

Ihr ganzheitlicher Ansatz zeigt sich in jedem Schritt: von der ersten Beratung über präzise Entwurfs- und Pflanzkonzepte bis hin zur Umsetzung und langfristigen Entwicklung der Gärten. Unterstützt von einem erfahrenen Team, entstehen so Außenräume, die sich über Jahre hinweg entfalten und an Schönheit gewinnen.

Die Kunst der Gartengestaltung – worauf es wirklich ankommt: Es beginnt immer mit einer klaren Vi-

Moderne Gartengestaltung denkt zudem nachhaltig. Einheimische Pflanzen, artenreiche Staudenbeete, weniger Rasenflächen und ein bewusster Umgang mit Wasser fördern die Biodiversität und reduzieren langfristig den Pflegeaufwand.

Es werden sozusagen Lebensräume geschaffen; hier möchte man Zeit verbringen, um seine Seele zu erden. Georgina Newall steht für einen Garten, der mehr ist als nur ein Außenraum: ein Ort der Ruhe, der Schönheit und des Lebens – eine Einladung, jeden Tag neu im Grünen zu genießen.

Ein Garten ist heute weitaus mehr als Dekoration –er ist ein Ort des Lebens, der Entspannung und der Inspiration. Designerinnen wie Georgina Newall verstehen es, diese Räume mit ihrem Feingefühl und ihrer Erfahrung zu gestalten. Ihre Gärten laden dazu ein, die Natur bewusst zu erleben und den Alltag hinter sich zu lassen – sei es in einem historischen Schlossgarten oder in einer modernen, urbanen Umgebung.

Mark Spencer

Großbritannien versus Österreich: Welche Unterschiede erleben Sie in der Gartengestaltung zwischen Großbritannien und Österreich – sowohl in der Ästhetik als auch in den Erwartungen Ihrer Auftraggeber?

Großbritannien denkt in Atmosphäre und Pflanzkomposition. Österreich denkt in Struktur, Funktion und Pflegeleichtigkeit. Britische Gärten erzählen Geschichten. Österreichische Gärten sollen effizient funktionieren, ordentlich wirken und den Alltag unterstützen. In Großbritannien ist Gartengestaltung tief in der Pflanzenkultur und im atmosphärischen Erleben verwurzelt. Auftraggeber erwarten eine üppige Bepflanzung, ganzjährige Attraktivität und einen Hauch romantischen Naturalismus.

In Österreich liegt der Fokus stärker auf Funktionalität: klare Linien, pflegeleichte Pflanzungen sowie großzügige Rasen­ oder Wellnessbereiche. Britische Kunden legen großen Wert auf Stimmung und botanische Details, während österreichische Kunden Klarheit, Struktur und Praktikabilität suchen. Österreichische Gärten zeichnen sich durch sauberere Linien und mehr Struktur aus – insgesamt moderner, ordentlicher und stärker architektonisch geprägt als in Großbritannien. In Großbritannien dominieren romantische, weiche Formen, üppige Staudenrabatten und ein Gefühl von kontrollierter Wildheit.

Eine bewusst eingesetzte Unvollkommenheit. Gärten, die Emotionen, Stimmung, Charakter und einen starken Ortsbezug vermitteln. Die Engländer investieren viel Zeit in die langfristige Pflege. Meiner Erfahrung nach erwarten österreichische Auftraggeber hingegen klare Lösungen, einen geringen Pflegeaufwand sowie praktische und langlebige Gestaltung.

Wie gelingt es Ihnen, den individuellen Charakter eines Ortes – etwa eines historischen Schlosses oder einer modernen Residenz – in eine zeitgemäße Gartengestaltung zu übersetzen?

Ich beginne zunächst damit, den Ort genau zu lesen – seine Architektur, seine Materialien und die Atmosphäre. Den Geist des Ortes, den Genius Loci. Ob historisches Schloss oder moderne Residenz: Ich nehme den wesentlichen Charakter auf und übersetze ihn in ein klares, zeitloses Design mit starker Struktur und einer Bepflanzung, die wirklich

dorthin gehört. Meine Philosophie ist es, die Geschichte eines Ortes zu respektieren und gleichzeitig etwas Funktionales, Zeitgemäßes und schön Reduziertes für die Menschen zu schaffen, die dort leben.

Was mich besonders inspiriert, ist das Gestalten von Orten mit echter Geschichte, die Möglichkeit, ihnen eine zeitgenössische Klarheit zu verleihen. Ob Schlossanlage oder moderne österreichische Landschaft – ich konzentriere mich darauf, den Charakter des Ortes freizulegen und ihn in ein einfaches, widerstandsfähiges und zeitloses Design zu übersetzen, das sich vollkommen selbstverständlich anfühlt.

Was fasziniert Sie nach so vielen Jahren Erfahrung an der Gartengestaltung noch immer am meisten? Welche Entwicklungen sehen Sie für die Zukunft von Gärten und Landschaften?

Was mich bis heute am meisten fasziniert, ist die

Verwandlung – der Moment, in dem ein Ort zum Leben erwacht, wenn Struktur, Bepflanzung und Atmosphäre plötzlich zusammenfinden. Auch nach vielen Jahren verliert dieser Augenblick nichts von seiner Magie. Mit Blick auf die Zukunft sehe ich Gärten, die widerstandsfähiger gegenüber dem Klima werden, ökologischer sind und sich stärker an der tatsächlichen Lebensweise der Menschen orientieren.

Wir werden mit intelligenterer Wassernutzung, robusteren Pflanzgemeinschaften und einem klareren Ortsbezug gestalten. Die Zukunft der Gärten liegt in Einfachheit, Authentizität und in Landschaften, die sowohl den Menschen als auch der Natur dienen.

GN LANDSCAPE DESIGN berät von kleinen, urbanen Räumen bis hin zu ländlichen Anwesen im Vereinigten Königreich und darüber hinaus in Europa. www.gnlandscapedesign.com

GARDEN MUSE

Gardening ist nicht nur ein Hobby, sondern auch Medizin. Es ist bewiesen, dass die Gärtnerei das Nervenkostüm beruhigt und die Erde das Immunsystem unterstützt. Deshalb garteln jetzt von Oxfordshire bis Bad Aussee die Damen in Kleidern von Dôen; anschließend hostet man mit alkoholfreiem Gin von Seedlip. We keep it grounded.

Oxfordshire

1. Zaunelement, Haselnuss, 150 x 80 cm, von www.weidezaun.info, um € 38 | 2. Mohn (Papaver), 22 cm, bei OBI, um € 10 | 3. Gartenschrank „Homey“, bei home24.at, um € 321 | 4. Kleid, von Dôen, um € 420 | 5. Gießkanne, von Butlers, um € 29,90 | 6.

Kette, Maiskolben mit Zierperlen, von Chloé, um € 590

ANTON STARKL DER BAUMFLÜSTERER

Bäume können sprechen. Nicht laut in Worten, sondern in einer Sprache, die Geduld verlangt. Wer sie versteht, erkennt Zusammenhänge, die weit über Gärten hinausreichen. Einer, der das gelernt hat, ist Anton Starkl, Geschäftsführer des STARKL Gartencenters, der das Unternehmen in vierter Generation führt.

Text: Lisa Gasteiger­Rabenstein Fotos: Starkl

Anton Starkl Senior ist leidenschaftlicher Gärtner, visionärer Baumschulbesitzer und ein Mensch, der nicht nur mit Pflanzen arbeitet, sondern mit ihnen denkt. Seine Heimat ist die eigene Baumschule im Tullnerfeld, die sich über rund 65 Hektar (mehr als 90 Fußballfelder) erstreckt. Hier gedeihen Tausende Gehölze, heimische Arten ebenso wie exotische Raritäten – vom duftenden Zimtbaum bis zum imposanten Mammutbaum. Über Jahrzehnte hinweg hat sich Starkl einen Namen geschaffen, der weit über die Pflanzenzucht hinausgeht und für Haltung, Handwerk und Vision steht.

Sein Blick richtet sich stets nach vorn. Für Anton Starkl ist das Wachstum eines Baumes eines der größten Wunder der Natur. Aus einem winzigen Samenkorn entsteht ein Organismus, der Jahrzehnte, manchmal sogar Jahrhunderte überdauert, genährt von nichts als Erde, Wasser und Licht. Für ihn ist das keine romantische Vorstellung, sondern gelebte Realität. Eine Realität, die Verantwortung mit sich bringt und den Blick auf kommende Generationen lenkt.

Mit seinem Projekt „Crazy Trees“ hebt Starkl klassische Gartenkunst auf eine neue Ebene. Was andernorts funktionale Verkehrsinseln sind, wird rund um Tulln zu außergewöhnlichen Erlebnisräumen. Kreisverkehre verwandeln sich in lebendige Skulpturen, die überraschen und zum Innehalten anregen. Besondere Aufmerksamkeit erregen Baumzelte mit kunstvoll geflochtenen Wänden aus Platanenstämmen. Für Starkl sind solche Projekte weit mehr als gestalterische Spie-

„Wer gelernt hat, der Natur zuzuhören, erkennt, dass Zukunft nicht gebaut, sondern gepflanzt wird.“

lereien. Sie sind ein klares Bekenntnis gegen die Trennung von Natur und gebautem Raum. Seine Arbeiten verbinden beide Welten und schaffen Orte, die faszinieren, inspirieren und im Gedächtnis bleiben.

Für Starkl ist jeder Baum Teil eines größeren Ganzen. Sein Ziel ist es, Städte wieder atmungsfähig zu machen. Bäume versteht er nicht als Dekoration, sondern als unverzichtbare Infrastruktur: Sie produzieren Sauerstoff, spenden Schatten, regulieren das Klima und steigern die Lebensqualität. Für ihn zählen sie zu den am meisten unterschätzten Ressourcen urbaner Räume.

Anton Starkls Handschrift findet sich nicht nur in privaten Gärten, sondern auch in zahlreichen öffentlichen Projekten. Die Tullner Donaulände trägt ebenso seine gestalterische Handschrift wie die Begrünung von Schloss Hof und Stift Melk. Diese Projekte zeigen eindrucksvoll, wie Natur und Architektur miteinander verschmelzen können – nicht als schmückendes Beiwerk, sondern als tragende Struktur einer nachhaltigen Zukunft.

Stift Melk

Damit ist Starkl Teil einer Entwicklung, die längst über Österreich hinausreicht: die Rückkehr des Lebendigen in die Architektur.

In einer Zeit, die oft von Effizienzdenken und Verwertung geprägt ist, setzt Anton Starkl auf einen anderen Ansatz: Beziehung. „Der Baum ist auf Kooperation ausgelegt – nicht auf Konkurrenz“, sagt er. Diese Haltung spiegelt sich auch in seiner Arbeit als Tischler wider. Holz ist für ihn weit mehr als ein Werkstoff. Es ist die Fortsetzung eines Lebens, das weitererzählt werden möchte. Seine Möbel entstehen aus gewachsenen Geschichten und bewahren stets die Verbindung zu ihrem Ursprung. So werden sie zu Unikaten mit Charakter und Seele.

Bei aller Innovationskraft ist Anton Starkl fest im Boden seiner Herkunft verwurzelt. Als Vater von vier Kindern und Großvater von sechs Enkeln lebt er jene Werte, die er auch in seiner Arbeit vermittelt: Geduld, Verantwortung und die Weitergabe von Wissen. Zwei seiner Söhne führen heute den Familienbetrieb weiter – eine Entwicklung, die für ihn eng mit dem Prinzip der Baumschule verbunden ist. Wachstum geschieht nie allein; es entsteht aus starken Wurzeln und wird von Generation zu Generation weitergetragen.

Seine Philosophie lässt sich in einem Satz zusammenfassen: „Wer Bäume pflanzt, glaubt an die Zukunft.“ Was einfach klingt, ist in Wahrheit ein zutiefst nachhaltiger Gedanke. Wer einen Baum pflanzt, denkt in Zeiträumen, die weit über das eigene Leben hinausreichen. Es bedeutet, Verantwortung für etwas zu übernehmen, dessen volle Entfaltung man vielleicht selbst nicht mehr erleben wird.

Für Anton Starkl sind Bäume Lehrmeister. Sie erzählen von Geduld, Beständigkeit und dem richtigen Maß. Gerne zitiert er dazu Hermann Hesse: „Der Baum begehrt nichts zu sein als das, was er ist.“ Vielleicht liegt genau darin die Botschaft des Baumflüsterers aus dem Tullnerfeld: Zukunft beginnt dort, wo wir wieder lernen, zuzuhören – der Natur, den Bäumen und dem, was sie uns seit Jahrhunderten zu erzählen haben.

GARTEN

LIEBHABER

„Reine Therapie“ nennt man die Gartenarbeit. Noch mehr Freude macht es, wenn man chic und elegant durch den Garten lustwandelt. Hier ein paar Klassiker, die zum Verweilen einladen.

1. Chic mit dem Schlauchwagen inkl. 50 m ½-Zoll-Schlauch durch den Garten, so kommt man nicht ins Stolpern, von garpa.de, um € 925 | 2. Decke für den Abend, wenn es am Schoß kühler wird, von loropiana.com, um € 1.650 | 3. Eine Strickjacke, und schon ist man chic für den Garten, von alippa.com, um € 319 | 4. Gartenschere, Allrounder in herausragender Qualität, von burgonandball.com, um € 29 | 5. Gießkanne, 5 Liter, Stahlblech, rot lackiert, von manufactum.at, um € 59 | 6. Dicke Gartenhandschuhe für die Rosenarbeit, von sophieconran.com, um € 30 | 7. Ein Klassiker, der Armlehnstuhl „Kasal“, inkl. Sitzkissen Limestone/Diopsid, von garpa.at, um € 1.690 | 8. Nach dem Frühstück durch den Garten schlendern mit dem Kaffeebecher „Soleil“ aus Porzellan & Blau, von hermes.com, um € 190

6.

WIR SCHAFFEN FREIRAUM.

EDUARD MAINONI ÜBER LAGER, KULTUR UND ITALIENISCHE LEBENSART

IN SALZBURG

Eduard Mainoni ist Unternehmer, Gastronom und italienischer Honorarkonsul. Im Gespräch erzählt er über seine Verbindungen zu Italien und darüber, wie er zu seinem Unternehmen kam.

Herr Mainoni, wie kam es zur Gründung Ihres Unternehmens MultiStorage?

In meiner Zeit als Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung besuchte ich des Öfteren die USA und erlebte dort den Boom an Selfstorage-Unternehmen, speziell in New York und Florida. Aufgrund des Berufsverbots in meiner politischen Funktion beschäftigte ich mich intensiv mit Möglichkeiten für meine weitere berufliche Zukunft nach der Politik. Das Selfstorage-Gewerbe erschien dabei sehr vielversprechend. 2008 gründete ich die Firma MultiStorage in Salzburg, die heute über 5.000 m2 vermietbare Fläche umfasst und sich als wirtschaftlich erfolgreiches Modell etabliert hat.

Welche Verbindungen gibt es zwischen MultiStorage und Ihrer Tätigkeit als italienischer Honorarkonsul?

Meine Vorfahren stammen aus Italien. Wir beziehen noch heute Wein und Olivenöl von einem Onkel, dem Conte Alessandro Majnoni d’Intignano, aus der Toskana. 2017 wurde ich schließlich italienischer Honorarkonsul. Es ist für mich eine Ehre, Italien hier in Salzburg zu vertreten. Namhafte internationale Unternehmen, auch aus unterschiedlichen Branchen, nützen die Lagermöglichkeiten im MultiStorage.

MultiStorage – nun auch ein „Raum für Kunst“? Mit meinem neuesten Geschäftsmodell kann ich über Kunstveranstaltungen neue Interessentengruppen ansprechen. RAUM für KUNST ist eine professionelle Bühne für Galerien, Museen, Künstler und Kulturschaffende.

Wie ergänzen sich MultiStorage und RAUM für KUNST?

Die Verbindung liegt im Kern meines Unternehmens: Raum und Service. Bei MultiStorage bieten wir sichere, saubere und flexibel nutzbare Lagerflächen für private und gewerbliche Kunden. Wir lagern alles von Möbeln über Hausrat und Archivgut bis hin zu hochwertigen italienischen Spezialitäten und vieles mehr. Unser Premium-Service beinhaltet Beratung, individuelle Lösungen und Betreuung auf höchstem Niveau – das gilt für unsere Lagerkunden ebenso wie für die Künstlerinnen und Künstler, die den RAUM für KUNST nutzen.

Kunstwerke der aktuellen Ausstellung von der Künstlerin Sonja Schneider

MULTISTORAGE RAUM FÜR KUNST

WENN LAGERFLÄCHE ZUR GALERIE WIRD

Mit RAUM für KUNST erweitert MultiStorage in Salzburg sein Angebot um eine kulturelle Plattform direkt am Firmengelände.

Was auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkt, ist eine logische Weiterentwicklung des Kerngeschäfts. Denn im Zentrum steht in beiden Bereichen dasselbe: Raum – und die Verantwortung dafür.

MultiStorage bietet sichere, saubere und flexibel nutzbare Lagerflächen für Private und Unternehmen. Viele Kundinnen und Kunden lagern Wertvolles ein: Möbel mit Geschichte, Archive, Waren oder sensible Gegenstände. Daraus entsteht ein ausgeprägtes Bewusstsein

MultiStorage­Eigentümer und Galerist Eduard Mainoni mit seinen Töchtern Isabella (li) und Mirella (re).

für Qualität, Sicherheit und Struktur. Diese Kompetenz wird nun auch für Kunst nutzbar gemacht.

Premium-Service bedeutet persönliche Betreuung, transparente Abläufe, hohe Sicherheitsstandards und eine gepflegte Infrastruktur. MultiStorage versteht sich nicht als anonyme Hallenvermietung, sondern als Dienstleister. Diese Haltung prägt auch den RAUM für KUNST: Künstlerinnen und Künstler erhalten nicht nur Fläche, sondern Unterstützung bei Planung, Organisation und Umsetzung ihrer Ausstellung.

Der Raum ist multifunktional konzipiert, mit professionellen Hängewänden, klar definierten Stellflächen und technischer Ausstattung. Er eignet sich für Malerei, Fotografie, Installationen oder Skulpturen und bleibt zugleich flexibel für Präsentationen oder Workshops. Der Standort im Gewerbeareal ist bewusst gewählt. Der Kontrast zwischen Lagerbetrieb und Ausstellungsfläche ist Teil des Konzepts und zeigt, dass Kultur und Unternehmertum keinen Widerspruch darstellen.

Zum Auftakt wurde mit „Ein Leben in Farbe“ eine Retrospektive von Günter Edlinger präsentiert – als klares Bekenntnis zu Qualität und Substanz. MultiStorage versteht den RAUM für KUNST als Ergänzung zur bestehenden Kulturlandschaft: ein professionell organisierter, zugänglicher Ort für Ausstellungen mit Kontinuität.

Die nächste Ausstellung ist ab 24. Juli 2026 zu sehen.

Künstlerinnen und Künstler erhalten nicht nur Fläche, sondern Unterstützung bei Planung, Organisation und Umsetzung ihrer Ausstellung.

INFOBOX

MultiStorage GmbH Scherenbrandtnerhofstraße 11 5020 Salzburg office@multistorage.at Gratis-Hotline: 0800 208003 www.multistorage.at

... und ein Hauch von Herbst SOMMERFRISCHE IM SALZKAMMERGUT

Das Salzkammergut zeigt sich im Sommer von seiner vielleicht schönsten Seite – als Ort für Kultur, Genuss und besondere Momente zwischen Bergen und Wasser. Die Salzkammergut Festwochen Gmunden (ganzjährig) sowie das Lehár Festival Bad Ischl (11.07. – 30.08.) laden zu musikalischen und kulturellen Höhepunkten vor der eindrucksvollen Kulisse ein und machen die Region zur Bühne für unvergessliche Sommerabende.

Am Wolfgangsee sorgen die Wolfgangseer Sommernächte auch 2026 wieder für besondere Stimmung. Von 22. Juni bis 17. August laden fünf Sommernächte im 14-tägigen Rhythmus zu Musik, Kulinarik und lauen Abenden direkt am See ein. Wer den Abend bei einem feinen Dinner und einem guten Glas Wein genießt, sollte sich Zeit schenken und bleiben – denn St. Wolfgang begeistert mit einer außergewöhnlichen Auswahl an stilvollen, familiengeführten Hotels, in denen aus einem Sommerabend eine kleine Auszeit wird. Auch kulinarisch gehört die Region zu den fein-

sten Adressen Österreichs: Rund um den Wolfgangsee prägen ausgezeichnete Küchen und Spitzenköche das Genussprofil der Region und verbinden regionale Herkunft mit großer Kochkunst und Blick auf den See.

Und während der Sommer noch in voller Blüte steht, kündigt sich bereits leise der Herbst an – mit goldenen Farben, klarer Luft und jener besonderen Ruhe, die das Salzkammergut zu jeder Jahreszeit so einzigartig macht.

Fotocredit: Schafberg Himmelspforte, © Dieter Meyrl, Salzkammergut Tourismus Marketing GmbH

SALZBURGCITY-FLATS

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Frisch fein

vom Wolfgangsee &

Was kommt auf den Tisch, wenn der See vor der Tür liegt und die Kräuter im eigenen Garten wachsen? In dieser neuen Serie öffnet das Jagdhaus seine Küche und zeigt, wie aus regionalen, saisonalen Zutaten ehrliche, einfache und doch außergewöhnliche Gerichte entstehen.

CEVICHE VOM SAIBLING

AUS DEM WOLFGANGSEE · SALZKAMMERGUT

„Der Saibling kommt frisch aus dem Wolfgangsee, der Dill aus dem Garten hinter dem Haus. Mehr braucht es nicht – leicht, klar, und in jedem Bissen schmeckt man den See.“

ZUBEREITUNG

4 PORTIONEN

ZUBEREITUNG CA. 25 MINUTEN

ZIEHZEIT 15 MINUTEN

ZUTATEN

Für den Fisch:

400 g Saiblingsfilet, sehr frisch

3 Bio-Limetten (Saft)

1 Bio-Zitrone (Saft & Abrieb)

1 TL grobes Meersalz

Für die Ceviche:

1 kleine rote Zwiebel

½ Salatgurke, entkernt

1 reife Avocado

1 Nashi-Birne

4 kleine Cocktailtomaten

1 milde rote Chili

3 EL hochwertiges Olivenöl

Zum Garnieren:

Dill, alternativ Koriander

Das Saiblingsfilet entgräten, häuten und in gleichmäßige, ca. 1 cm große Würfel schneiden. In eine kalte Glasschüssel geben.

Limetten- und Zitronensaft mit dem Meersalz vermischen, über den Fisch gießen und 12–15 Minuten kühl ziehen lassen, bis er außen weiß, innen glasig ist.

Zwiebel sehr fein würfeln, kurz in kaltem Wasser baden. Gurke entkernen, Birne und Tomaten ebenso fein schneiden. Avocado erst zum Schluss, sonst wird sie braun – alternativ den Kern dazulegen!

Chili entkernen, in hauchdünne Ringe schneiden. Dill fein hacken, einige Dillspitzen für die Garnitur zurückbehalten. Den Fisch aus dem Saft heben (Saft auffangen). Mit Zwiebel, Gurke, Birne, To-

und Olivenöl abschmecken, Pfeffer dazu. Auf gekühlten Tellern anrichten, mit Dillspitzen garnieren.

TIPP AUS DEM JAGDHAUS:

Den Fisch nur so lange marinieren, bis er außen mattweiß ist – innen soll er glasig bleiben. Statt Saibling: Reinanke oder Forelle.

WEINTIPP

Graacher Himmelreich Riesling Kabinett 2023 vom Weingut Joh. Jos. Prüm   Weißwein, 0,75 l • Mosel • 9 vol. %

Der Graacher Riesling Kabinett ist einfach unglaublich und nicht umsonst weltweit bekannt für seine charmante und ausdrucksstarke Fruchtigkeit.

DIE MOZART-MUSEEN IN SALZBURG

MIT GOLDENEN MOZARTS UND GROSSEN PLÄNEN FÜR MOZARTS GEBURTSHAUS

Zum 270. Geburtstag von Wolfgang Amadé Mozart werden im Sommer rund 400 goldfarbene MozartFiguren mit der Skulptureninstallation „Mozart – Das unbezähmbare Genie“ des deutschen Konzeptkünstlers Ottmar Hörl die Rasenflächen im Bereich Bastion und Museumspavillon des Mirabellgartens bevölkern. Eine kleine Abordnung der rund 50 Zentimeter großen Kunststofffiguren wird zudem im Mozart-Wohnhaus, im Zauberflöten-Häuschen sowie im Garten des Mozarteums zu sehen sein.

Damit wird nach einer Ausstellung von Jonathan Meese im Mozart-Wohnhaus im Vorjahr Mozart abermals mit zeitgenössischem Kunstschaffen verbunden, denn

„sein Werk und seine Persönlichkeit sind weiterhin eine Quelle der Inspiration und ein Impulsgeber für nachfolgende Künstlergenerationen“, so Linus Klumpner, Geschäftsführer der Stiftung Mozarteum. Durch die Bespielung des öffentlichen Raums ermöglicht das Projekt Gästen aus aller Welt auch außerhalb der Museumsräume einen Zugang zu Mozart.

INFOBOX

Mozart – Das unbezähmbare Genie Skulptureninstallation von Ottmar Hörl 16. Juli bis 31. August 2026 im Mirabellgarten im Bereich Bastion/Museumspavillon Informationen auf: mozarteum.at

EIN HAUS. EIN WUNDER. MOZART!

Mozarts Geburtshaus zählt zu den ältesten und meistbesuchten Museen Europas. Nach vielen Jahren wird nun an der zeitgemäßen Gestaltung der Dauerausstellung gearbeitet. Jährlich besuchen Hunderttausende Menschen aus aller Welt den Geburtsort des Komponisten, um dort, umringt von unschätzbaren Originalen, in den Kosmos Mozart einzutauchen. Ihr Beitrag ermöglicht die Umsetzung eines einzigartigen

Projekts, das Wolfgang Amadé Mozart auf unvergleichliche Weise erlebbar macht.

INFOBOX

www.mozarteum.at/ foerdern-und-spenden/ mozarts-geburtshaus

Fotos: © Wolfgang Lienbacher
Foto: © Sammlung
Van Cleef & Arpels
Renée Puissant, ca. 1930

Armband mit ineinander verschlungenen Blüten, rote und weiße Rosen, 1924; Platin, Smaragde, Rubine, Onyx, Diamanten und gelbe Diamanten

[Nature & Cosmos] Clip „Chrysanthemum“, 1937; Platin, Gelbgold, Mystery­Set­Rubine, Diamanten

[Nature & Cosmos] Michael Powolny „Flora“, ca. 1913

PARIS – VIENNE, DANS LE DIALOGUE DES ARTS

DIE FASZINIERENDE BEGEGNUNG ZWISCHEN FRANZÖSISCHER JUWELENKUNST UND WIENER DESIGN-MODERNE.

Die Ausstellung „GLANZSTÜCKE – Van Cleef & Arpels High Jewelry Masterpieces from the MAK Collection“ im MAK – Museum für angewandte Kunst Wien zeigt, wie luxuriöse Juwelen der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts und die visionären Entwürfe der Wiener Werkstätte sich in ihrer Liebe zum Detail, der Meisterschaft des Handwerks und dem Streben nach einer harmonischen Verbindung von Idee, Form und Material gegenseitig spiegeln.

Text: Eva von Schilgen

PARIS VAN CLEEF & ARPELS – LA POÉSIE DE LA HAUTE JOAILLERIE

Die Geschichte von Van Cleef & Arpels zählt zu den faszinierendsten Erfolgsgeschichten der internationalen exklusiven Juwelierkunst. 1895 heiratet Alfred Van Cleef, Sohn eines Diamantschleifers aus den Niederlanden, Estelle, Tochter des Edelsteinhändlers Salomon Arpels. Diese familiäre Verbindung zweier

Juwelier-Familien führt 1896 zur Gründung des Unternehmens. 1906 eröffnen Alfred und seine beiden Schwager Charles und Julien Arpels eine Boutique am Place Vendôme Nr. 22 gegenüber dem Hôtel Ritz in Paris – bis heute erste Adresse der Maison. Weitere Boutiquen folgen in den damals luxuriösesten Badeorten Europas in Deauville, Vichy, Nizza, Le Touquet und Monte-Carlo.

Foto: © Sammlung
Van Cleef & Arpels
Foto: © MAK, Georg Mayer

[ WaNderlust] kleinmaßstäbliches Modell der Yacht „Veruna“, 1906; Gelbgold, Silber, Jaspis, Holz, Email

Broschen, in eine Halskette, ein Armband oder einen Gürtel umwandelbar, 1939; Gelbgold, Platin, Weißgold, Roségold, Rubine, Aquamarine

Einer der ersten Aufträge der Maison ist ein detailgetreues Miniaturmodell der Segelyacht „Varuna“, darin verborgen eine Tischglocke, um den Butler zu rufen.

„Touch Wood“ nennt sich die Kollektion aus dem Jahr 1916 mit Schmuckstücken aus Holz in Kombination mit edlen Materialien. Als 1922 das Grab des Pharaos Tutanchamun entdeckt wird, nimmt die Maison auch

dies als Anregung für ihr Schmuckdesign auf, ebenso wie die Kunst Japans oder Chinas.

Von Anfang an lässt sich Van Cleef & Arpels von der Natur inspirieren. Blumen, Schmetterlinge, Blätter und Tiere finden sich ebenso in den Designs wieder wie zarte Elfen und Tänzerinnen oder romantische, traumhafte Motive. Auf der Weltausstellung „Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes“ in Paris (1925) wird Van Cleef & Arpels bereits mit dem großen Preis für das „Armband mit weißen und roten Rosen“ ausgezeichnet.

1926 wird die Tochter des Gründerpaars, Renée Puissant, künstlerische Leiterin der Maison und prägt in der Zusammenarbeit mit dem Designer René Sim Lacaze das Unternehmen. Stilikonen entstehen, darunter die „Minaudière“ – eine luxuriöse Abendtasche aus Gold und Edelsteinen, die Lippenstift, Spiegel und Zigarettenetui kombinierte.

Ein Meilenstein in der Schmuckherstellung ist die Erfindung des sogenannten „Mystery Setting“ („Serti Mystérieux“) im Jahr 1933. Dabei werden Edelsteine so gefasst, dass keine der Fassungen zu erkennen ist –eine extrem aufwendige und exklusive Technik.

Foto: © Sammlung
Cleef & Arpels

Königin Nazli Sabri von Ägypten/ Al­Masry Al­Youm

Mit königlichen Aufträgen wächst auch das Renommee des Hauses. Für die ägyptische Königin Nazli Sabri fertigt das Haus in den 1930er-Jahren eine Krone an. 1936 lässt König Edward VIII. für seine Geliebte Wallis Simpson drei exklusive Schmuckstücke anfertigen: das Collier „Cravate“, ein Rubin-Diamant-Armband sowie den „Clip Houx“ mit Rubinen im Mystery Set. 1938/39 entwirft Van Cleef & Arpels die prachtvolle Hochzeitsparure von Prinzessin Fawzia Fuad von Ägypten anlässlich ihrer Hochzeit mit dem späteren Schah von Iran. Die Parure umfasste ein diamantbesetztes Diadem, ein Doppelreihen-Collier, Ohrringe sowie einen Ring.

Van Cleef & Arpels entwickelt die Idee eines „verwandelbaren“ Schmuckstückes weiter, und so entsteht 1938 die Kreation von „Passe-Partout“, einer Schlangenkette, die mit abnehmbaren Blüten-Clips verziert wurde und als Collier, Halsband, langes Collier, Armband oder Gürtel getragen werden kann.

1940 eröffnet die Maison ihre berühmte Fifth-AvenueBoutique in New York. Die ersten Ballerina- und Feenbroschen entstehen, gefolgt von den „Lovebirds-Broschen“ und dem grazilen „Little Winged Fairy Clip“. Eine Sensation ist das „Zip Necklace“, ein Collier aus Gelbgold, Platin, Smaragden und Diamanten, das sich

Oben: [Key Visuals] Koloman Moser, Paravent, 1906

Unten: [Key Visuals] Collier „Zip“, 1955; Gelbgold, Platin, Smaragde, Diamanten

wie ein Reißverschluss öffnen und in ein Armband verwandeln lässt. Die Idee soll von Wallis Simpson, der Herzogin von Windsor, inspiriert worden sein.

Bedeutende Kundinnen folgen: Für Evita Perón wurde eine Brosche in Form der argentinischen Flagge entworfen, Grace Kelly trug bei ihrer Hochzeit Schmuck von Van Cleef & Arpels, und auch Elizabeth Taylor, Marlene Dietrich, Jacqueline Kennedy Onassis oder Maria Callas zählen zu den Kundinnen. 1967 fertigt Van Cleef & Arpels die spektakuläre Krone der iranischen Kaiserin Farah Pahlavi mit 36 Smaragden, 36 Ru

Foto: © Sammlung
Cleef & Arpels
Foto: © MAK, Georg Mayer

[arChiteCture] Krawatten­Collier, 1929; Platin, Diamanten

binen, 105 Perlen sowie sage und schreibe fast 1.500 Diamanten an.

1968 präsentiert Van Cleef & Arpels „Alhambra“, die bis zum heutigen Tag beliebteste Kollektion des Hauses. Inspiriert von vierblättrigen Kleeblättern und den Ornamenten der Alhambra, des weltberühmten Palastund Festungskomplexes in der Stadt Granada im Süden Spaniens, eines der bedeutendsten Beispiele islamischer Architektur in Europa, entstand das charakteristische Kleeblattmotiv mit

Die nächsten Jahrzehnte sind geprägt von jährlich neuen, spektakulären und immer phantasievolleren Kollektionen. Nur einige Beispiele: Bei „Les Voyages Extraordinaires™“ lässt sich Van Cleef & Arpels von vier bedeutenden Werken von Jules Verne inspirieren – „20.000 Meilen unter dem Meer“, „Fünf Wochen im Ballon“, „Von der Erde zum Mond“ und „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“. Eine zauberhafte Tänzerin schmückt das Ziffernblatt der Uhr „Lady Arpels Ballerine Enchantée“ aus dem Jahr 2013, und die träumerische, mystische Märchenwelt der Brüder Grimm spiegelt sich in der Hau-

te-Joaillerie-Collection „Quatre Contes de Grimm“ in den glänzenden Interpretationen von „Die zertanzten Schuhe“, „Der goldene Vogel“, „Die drei Federn“ und „Die Bremer Stadtmusikanten“ 2018 wider.

1999 wird Van Cleef & Arpels Teil des Schweizer Luxuskonzerns Richemont, zu dem auch Cartier, Piaget und IWC gehören. Von 2000 bis 2025 setzt die Marke verstärkt auf globale Expansion und die Wiederbelebung klassischer Linien. Gleichzeitig entstehen bis heute High-Jewelry-Unikate. Viele davon sind bei Oscar-Verleihungen, den Filmfestspielen in Cannes oder anlässlich der Verleihung der Golden Globes zu sehen. Cate Blanchett ist eine der bekanntesten Trägerinnen der Marke, Margot Robbie sorgte bei den Oscars 2015 mit einer legendären „Zip“-Kette von Van Cleef & Arpels für Aufsehen. Nicole Kidman, Charlize Theron, Anne Hathaway, Michelle Yeoh, Viola Davis, Scarlett Johansson, Zooey Deschanel oder Amy Poehler – sie alle wurde mehrfach mit Van-Cleef-Schmuck auf dem roten Teppich gesehen.

Dem Schmuck von Van Cleef & Arpels widmeten sich bereits bedeutende Museen und Ausstellungen, darunter das Museum of Contemporary Art (MOCA) in Los Angeles, das Musée des Arts Décoratifs in Paris, das ArtScience-Museum in Singapur, das National Museum of Modern Art in Kyoto oder das Today Art Museum in Peking. Und im Palazzo Reale in Mailand fand die Ausstellung „Van Cleef & Arpels: Time, Nature, Love“ statt.

[arChiteCture] Koloman Moser, Prunkkassette, 1906; Silber, Email, Holz, Halbedelsteine
Foto: © MAK, Georg Mayer

[Nature & Cosmos] Martha Alber, bedrucktes Papier, um 1911; Wiener­Werkstätte­Stoffmuster „Blätter“ (Andruck)

WIEN – DAS MAK UND DIE WIENER WERKSTÄTTE ZWISCHEN KUNST UND HANDWERK

Das Museum für angewandte Kunst in Wien, kurz MAK, zählt zu den bedeutendsten Museen Europas für Kunstgewerbe, Design und Gegenwartskunst. Gegründet wurde es 1863 als „k. k. Österreichisches Museum für Kunst und Industrie“ nach dem Vorbild des Londoner South Kensington Museum, des heutigen Victoria and Albert Museum. Ziel war es, Kunst, Handwerk und industrielle Produktion enger miteinander zu verbinden. Das Museum befindet sich seit 1871 in einem repräsentativen Bau an der Wiener Ringstraße, entworfen vom Architekten Heinrich von Ferstel, einem der bedeutendsten Architekten des österreichischen Historismus im 19. Jahrhundert, der mit seinen monumentalen Bauten das Stadtbild Wiens nachhaltig prägte.

[Nature & Cosmos] Armband „Leaf“, 1950; Gelbgold, Platin, Saphire, Diamanten

[rhythmiC desigN] Dagobert Peche, bedruckte Baumwolle, 1912; Wiener­Werkstätte­Stoff „Marina“

Internationale Aufmerksamkeit genießt das Museum vor allem durch seine einzigartige Sammlung zur Wiener Werkstätte, die Möbel, Schmuck, Grafiken und Stoffe umfasst. Die Wiener Moderne gilt als eine der bedeutendsten kulturellen und künstlerischen Bewegungen Europas um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Hier entwickelte sich ein einzigartiges geistiges Klima, in dem Kunst, Literatur, Architektur, Musik und Philosophie auf besondere Weise miteinander verbunden waren.

Zu den wichtigsten Vertretern dieser Epoche zählen unter anderem Gustav Klimt, Koloman Moser, Josef Hoffmann, Otto Wagner, Arthur Schnitzler und Sigmund Freud. Besonders prägend war dabei die Verbindung von Kunst und Alltag, die in den Produkten der Wiener Werkstätte ihren sichtbarsten Ausdruck fand. Kunst sollte nicht mehr nur in Museen stattfinden, sondern alle Lebensbereiche durchdringen; Architektur, Möbel, Kleidung, Grafik und Gebrauchsgegenstände sollten harmonisch gestaltet werden und eine Einheit bilden.

Gegründet wurde die Wiener Werkstätte 1903 von Josef Hoffmann, Koloman Moser und dem Industriellen Fritz Waerndorfer. Das Spektrum der Produktion umfasste Möbel, Textilien, Schmuck, Keramik, Glasarbeiten, Mode sowie grafische Entwürfe. Charakteristisch waren klare geometrische Formen, hochwertige Materialien und eine besonders sorgfältige Verarbeitung. Ein zentrales Anliegen der Wiener Werkstätte war die umfassende Gestaltung des Lebensraums. Häuser und Wohnungen sollten als ästhetische Einheit von der Architektur über die Einrichtung bis hin zum Besteck bis ins kleinste Detail durchgestaltet werden.

Foto: © MAK, Georg Mayer

[ WaNderlust] Miniatur aus der Handschrift „Hamzanama“ aus der Zeit der indischen Mogulherrscher, um 1570; Baumwolle & Papier, bemalt

DIE AUSSTELLUNG – ÄSTHETISCHE UND INHALTLICHE PARALLELEN

Im MAK Wien werden etwa 350 Schmuckstücke und Preziosen aus der „Patrimonial Collection“ von Van Cleef & Arpels gezeigt, darunter ikonische Kreationen des 20. Jahrhunderts, seltene Unikate der Haute Joaillerie sowie über 160 Werke aus der MAK-Sammlung, welche die Entwicklung der angewandten Kunst in Wien um 1900 und darüber hinaus exemplarisch veranschaulichen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht allein die kostbaren Materialien, sondern insbesondere die kunstvolle Verarbeitung sowie die gestalterischen Parallelen zwischen verschiedenen Epochen und Kunstformen. Als Kuratorinnen der Ausstellung fungierten Alexandrine Mavel-Sonet (Van Cleef & Arpels) und Anne-Katrin Rossberg (MAK).

Die architektonische Gestaltung der Ausstellung stammt vom Pariser Architekturbüro Atelier Tsuyoshi Tane Architects (TTA), bekannt für seine konzeptuellen Entwurfsansätze, die sich stark mit Erinnerung, Geschichte und Materialität auseinandersetzen. Gestaltet wurde ein labyrinthischer Rundgang durch sechs Themenbereiche: „WANDERLUST“, „ARCHITEKTUR“, „RHYTHMISCHE DESIGNS“, „AUF DER BÜHNE“, „NATUR & KOSMOS“ und „METAMORPHOSEN“. Jeder Bereich verdeutlicht die formalen und inhaltlichen Überschneidungen zwischen Schmuckobjekten und dem gesamten Spektrum angewandter Kunst.

[ WaNderlust] Halskette aus der Garnitur „Ismir“, 2011; Gelbgold, Weißgold, Roségold, gelbe Saphire, Amethyste, Zitrine, farbige Spinelle, Opale, Spessartin­Granate, rosa Turmaline, Diamanten

Dr. Anne-Katrin Rossberg, Kustodin der MAK-Sammlung Metall und Wiener-Werkstätte-Archiv, ermöglicht es, das Thema Schmuck wieder einmal in den Mittelpunkt einer MAK-Ausstellung zu stellen. Hier ist es exquisiter Schmuck aus dem Luxussegment, der speziell den hohen handwerklichen Anspruch veranschaulicht ... und auch ein bisschen Glamour ins Haus bringt. Er trifft auf Objekte aus allen Sammlungsbereichen des MAK –Grafik, Möbel, Metall, Glas und Keramik, Textilien und Teppiche sowie Asien – vom Mittelalter bis heute. Es wurde danach gesucht, welche Objekte „miteinander reden“ können, sei es aufgrund motivischer, stilistischer oder inhaltlicher Verbindungen. Das funktioniert besonders gut, wenn es zeitliche Überschneidungen gibt. Jugendstil und Art déco werden sowohl durch die 1903 gegründete Wiener Werkstätte, deren Nachlass ein zentraler Bestandteil der MAK-Sammlung ist, als auch durch die 1906 gegründete Maison Van Cleef & Arpels repräsentiert. Dabei ist es verblüffend zu sehen, wie sich die reduzierte Formensprache der frühen Wiener Werkstätte auf den späteren Art-déco-Stil ausgewirkt hat. Die Eleganz und Klarheit der Entwürfe von Josef Hoffmann und Koloman Moser aus der Zeit um 1906/07 fanden eine faszinierende Fortsetzung in den Schmuckstücken der Maison, besonders durch die 1933 patentierte Technik des Mystery Set. Wenn sich die Objekte dann noch mit berühmten Namen verbinden, wie etwa jener der Brüsseler Familie Stoclet als Auftraggeberin der Wiener Werkstätte oder Marlene Dietrich als Kundin von Van Cleef & Arpels –, ist der Glamourfaktor perfekt!

INFOBOX

VAN CLEEF & ARPELS

MAK Exhibition Hall, Stubenring 5, 1010 Wien www.vancleefarpels.com

MUSEUM DER ANGEWANDTEN KUNST/MAK www.mak.at

Foto: © Sammlung Cleef & Arpels

Zwei Generationen Handwerkskunst und Denkmalpflege

WERTE ERHALTEN

HELMINGER HANDWERKSKUNST UND DENKMALPFLEGE

Mit großer handwerklicher Sorgfalt durfte die Firma Helminger Handwerkskunst und Denkmalpflege GmbH an der umfassenden Restaurierung des historischen Zipfer Bierhauses in der Salzburger Altstadt mitwirken.

Das Gebäude ist eng mit der Salzburger Musikgeschichte verbunden: Hier lebten unter anderem der letzte Salzburger Hofkapellmeister sowie Mozarts Schwester Nannerl. Mozarts Geburtshaus befindet sich nur wenige Schritte entfernt.

Im Mittelpunkt der Arbeiten standen die kunstvollen historischen Wand- und Deckenmalereien, die freigelegt, konserviert und in aufwendiger Detailarbeit restauriert wurden. Dabei konnten wertvolle originale Fassungen, expressionistische Dekore sowie historische Motive aus der Frühzeit des Hauses wieder sichtbar gemacht und dauerhaft gesichert werden. Ebenso wurden die historischen Gewölbe behutsam instand gesetzt, beschädigte Bereiche restauriert und

Jahrzehnte alte Überarbeitungen fachgerecht zurückgeführt. Die historischen Holzvertäfelungen, geschnitzten Decken, Wandornamente und Ausstattungselemente wurden konserviert, ergänzt und in ihrer ursprünglichen Wirkung wiederhergestellt. Die Oberflächenbeschichtungen der historischen Einrichtung wurden mit traditionellen Materialien retuschiert und die rezenten Oberflächen behutsam an den historischen Bestand angepasst.

Auch die Fassadensanierung erfolgte nach traditionellen handwerklichen Methoden und denkmalpflegerischen Vorgaben. Historische Kalkputze, feine Fassadengliederungen sowie ein klassischer Kalkanstrich verleihen dem Gebäude heute wieder seine ursprüngliche Ausstrahlung und Authentizität.

Fertigstellung der Fassade

SORGFÄLTIGE RESTAURIERUNG

Vorher: Stark beschädigtes Mauerwerk mit abgeplatztem Putz, offenen Fugen und sichtbaren Gebrauchsspuren.

Die Restaurierung des traditionsreichen Hauses erfolgte in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt sowie den Behörden des Salzburger Altstadtschutzes und leistet einen wertvollen Beitrag zum Erhalt des historischen Stadtbildes wie auch des UNESCO-Weltkulturerbes Salzburg.

Nachher: Sauber instand gesetzte Oberfläche mit neu verfugtem und geglättetem Putz – stabil, gepflegt und optisch deutlich aufgewertet.

HISTORISCHE WANDMALEREI NEU ENTDECKT UND MEISTERHAFT RESTAURIERT

Im Zuge der Restaurierung wurde die historische Wandmalerei freigelegt, konserviert und gefestigt. Fehlstellen wurden zurückhaltend retuschiert, um die Lesbarkeit zu verbessern, ohne den Bestand zu verfälschen. Ziel war die Sicherung der Originalsubstanz und die respektvolle Wiederherstellung der Gesamtwirkung.

Helminger Handwerkskunst & Denkmalpflege GmbH

Seyweg 1, 5322 Hof bei Salzburg Tel.: +43 6221 7251 www.helminger-hof.at

Vor der Freilegung

Nachher: Sorgfältig restaurierte Malerei – Details, Farben und Komposition.

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Blick in einen der Gänge des Landeszeughauses: Rüstungen, Helme und Waffen in originaler Aufstellung

ERBE DES KRIEGES ALS ORT DES DIALOGS

AUSGEZEICHNETER ORT EUROPÄISCHER

ERINNERUNGSKULTUR MIT BEWEGTER GESCHICHTE

Rund 32.000 Kriegsgeräte in originaler Aufstellung machen das Landeszeughaus im Herzen von Graz zur größten historisch erhaltenen Waffenkammer der Welt. Mit circa 60.000 Besucher*innen im vergangenen Jahr zählt sie zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten und bedeutendsten Baudenkmälern der Stadt. Im April wurde das Landeszeughaus mit dem Europäischen KulturerbeSiegel ausgezeichnet – gleichermaßen Ehrung wie Verantwortung, durch die sich Bettina Habsburg­Lothringen, die Leiterin des Hauses, bestärkt fühlt.

Wer die schweren Türen des barocken

Baus in der Grazer Herrengasse durchschreitet, betritt die größte erhaltene historische Waffenkammer der Welt: Auf rund 2.000 m² und vier Stockwerken reihen sich Harnische, Hellebarden, Musketen und Kanonen dicht aneinander. Nirgendwo sonst auf der Welt hat sich eine Waffenkammer in diesem Umfang und in dieser Ursprünglichkeit erhalten.

Mitte des 17. Jahrhunderts, in einer Zeit der Kriege und Konflikte, wurde das „landschaftliche Zeughaus“ nach Plänen des italienisch-österreichischen Architekten Antonio Solari (1620–1672) als Waffendepot und wichtigste Ausrüstungszentrale im Südosten des habsburgischen Reiches erbaut. Da die großen

Konflikte abebbten, verlor das Zeughaus seine Bedeutung. Als Maria Theresia im Zuge einer Reform beschloss, das Heerwesen zu zentralisieren und das Grazer Zeughaus zu schließen, erbaten die Landstände dessen Erhaltung als „Denkmal der Landesgeschichte“. 1882 öffnete die Rüstkammer erstmals für die Öffentlichkeit, bevor sie 10 Jahre später in das von Erzherzog Johann gegründete Joanneum eingegliedert und endgültig zum Museum und Denkmal wurde.

DIE GEGENWART DER GESCHICHTE

Die wahre Bedeutung des Landeszeughauses erschließt sich erst mit Blick auf die europäische Geschichte der Neuzeit und seine Rolle in einem Netzwerk, das sich zu jener Zeit in Mittel- und Südosteuropa entspann: Über Jahrhunderte gab es in diesem Raum bewaffnete

… eine Plattform für Dialog, Lernen und Frieden. Vermittlung und Sensibilisierung gehören zu den großen Aufgaben.

Innenansicht des Landeszeughauses mit dicht gereihten Blankwaffen

Konflikte, die Menschen, Güter und Ideen zwischen Österreich, Deutschland, Kroatien, Italien, Ungarn, Bosnien u. a. in Bewegung versetzten. In dieser Situation war das Landeszeughaus ein wesentlicher Kreuzungspunkt. Obsolet wurde es in dem Moment, als sich eine seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zentrale europäische Idee durchsetzte: der Frieden, und mit ihm der Ausbau der Verkehrswege und Wirtschaftsbeziehungen, die Entstehung von Gesandtschaften und Botschaften, die Möglichkeiten des Reisens und die damit veränderte Wahrnehmung des jeweils „Anderen“.

Heute stellen sich die Verantwortlichen die Frage, wie man dem Thema „Krieg“ in einem Museum oder an historischen Orten überhaupt gerecht werden kann. Durch die Verknüpfung von Denkmalpflege, Bildung und transnationaler Zusammenarbeit bringt das Landeszeughaus zudem Europa als gemeinsamen Kulturraum ins Bewusstsein und verwandelt ein Erbe des Krieges so in eine Plattform für Dialog, Lernen und Frieden. Vermittlung und Sensibilisierung gehören zu den großen Aufgaben.

Bestätigt wird dieser Auftrag auch durch eine besondere Auszeichnung der Europäischen Kommission: das Kulturerbe-Siegel. Alle zwei Jahre wird dieses Siegel an Orte, Gedenkstätten und Kulturlandschaften verliehen, die sich neben ihrer historischen Bedeutung auch durch ihr Engagement für Bildung, Bürger*innenbeteiligung und die Förderung europäischer Werte, insbesondere bei jüngeren Generationen, auszeichnen. In Europa sind es derzeit 80 Stätten, die diesen Titel tragen; in Österreich reiht sich das Landeszeughaus damit neben die Wiener Hofburg oder die Römerstadt Carnuntum.

Dass sich Denkmalschutz und Nachhaltigkeit nicht ausschließen, hat auch der Abschluss der Umstellung auf LED-Beleuchtung im Frühjahr bewiesen: Die Modernisierung der Beleuchtung schont Ressourcen, bringt ein Mehr an Sicherheit und hat einen positiven Effekt auf den Aufenthalt. Mit der Erneuerung werden die Zeugnisse einer konfliktreichen Zeit sowie ein sensibles Erbe in ein neues Licht gerückt.

Barocke Fassade in

Bettina

Bettina Habsburg-Lothringen, Historikerin und Museologin, leitet seit 2014 die Abteilung Kulturgeschichte des Universalmuseums Joanneum und ist damit neben dem Landeszeughaus auch für das Museum für Geschichte verantwortlich.

Für die Historikerin und Leiterin des Landeszeughauses ist es ein besonderer Ort, der in eine andere Zeit versetzt. „Ich habe das Zeughaus erstmals während meiner Studienzeit besucht“, erzählt Bettina HabsburgLothringen. „Wie viele unserer Gäste war auch ich überwältigt von der Größe der Anlage und der enormen Zahl an Waffen. Bis heute beeindruckt es mich als immersiver Atmosphärenraum: Man betritt ein historisches Gebäude und damit scheinbar eine andere Zeit und Wirklichkeit. Die Gegenwart und die Stadt des 21. Jahrhunderts bleiben außen vor. In dieser Wahrnehmung spielt das einzelne Objekt eine untergeordnete Rolle. Es geht um den Ort als Ganzes mit seiner spezifischen Lichtsituation, den Gerüchen, den knarrenden Holzböden.“

„Ganz pragmatisch ist es unser Auftrag, 32.000 Objekte bestmöglich vor Beschädigung und Verfall zu schützen und in die nächste Generation zu bringen. Hierfür haben wir im Haus ein engagiertes Team an Restauratoren und arbeiten sehr gut mit dem Bundesdenkmalamt zusammen. Herausfordernd ist aber durchaus auch, dass sich mit der Gegenwart unsere Wahrnehmung der Geschichte ändert. In Zeiten des Krieges verändern sich Sensibilitäten. Dementsprechend erzählen wir das Haus heute anders als vor 50 oder 100 Jahren. Zur reinen Waffenkunde sind zum Beispiel sozialgeschichtliche Aspekte getreten.“

„Bei uns treffen Gäste von auswärts auf Menschen aus der Steiermark; im Juni besuchen uns Tausende Schulkinder. Mir ist wichtig, dass sie sich alle im Zeughaus willkommen fühlen. Und wir haben viel erreicht, wenn sie unser Haus mit einem Mehr an Bewusstsein verlassen: für das Werden dieses Landes, für die gesellschaftlichen Folgen von Krieg und Gewalt, für den Wert von Frieden und Demokratie.“

Schaudepot Museum für Geschichte

JAGDSCHULE SCHLOSS AMERANG

Vom

Privileg,

das Jagen dort zu lernen, wo Geschichte zu Hause ist

Im Chiemgauer Voralpenland, eingebettet in 800 Hektar eigenes Revier, eröffnet Schloss Amerang einen neuen Weg zum Jagdschein – exklusiv, intensiv und in einem Rahmen, den man sonst nur aus alten Familienerinnerungen kennt.

Wenn die Morgennebel sich von den Wiesen rund um Schloss Amerang heben und das alte Mauerwerk im ersten Licht zu glühen beginnt, ahnt man, weshalb dieser Ort seine Gäste seit Jahrhunderten in den Bann zieht. Über siebenhundert Jahre ist die Anlage Familienwohnsitz: seit 1821 derer von Crailsheim, davor Heimat der Lambergs, der Scaliger, der Laiminger. Heute lebt hier die dreiundzwanzigste Generation. Und seit dem Frühjahr 2026 öffnet das Schloss seine Tore für eine ganz besondere Form der Jagdausbildung: die Jagdschule Schloss Amerang – ein Ort, an dem das Erlernen des Waidwerks zugleich Studium, Rückzug und Beginn eines lebenslangen Netzwerks ist.

Eine Adresse mit Anspruch – Es gibt in Bayern viele Jagdschulen, und doch nur eine einzige, die ihren Unterricht in solch prunkvollen Räumen abhält, deren Teilnehmer in historischen Suiten wohnen und deren Reviergrenze in Sichtweite des Schlossparks beginnt. Felix Meyer zu Bexten, Gesellschafter und Geschäftsführer der jungen Schule, formuliert den Anspruch unprätentiös: „Wir richten uns an Persönlichkeiten, die einen außergewöhnlichen Rahmen ebenso schätzen wie eine erstklassige fachliche Vorbereitung.“

Die Teilnehmerzahl ist bewusst auf zwölf Personen begrenzt – aus Überzeugung und als Hommage an Exklusivität. Wer in einer kleinen Gruppe lernt, in der jeder Name bekannt ist und jede persönliche Herausforderung begleitet wird, lernt anders.

Der Kurs selbst ist ein achttägiges Konzentrat. Als Vorbereitung für die Tage auf Schloss Amerang dient ein umfangreiches Selbststudium über eine zur Verfügung gestellte App, zusätzlich gibt es Calls, in denen man Fragen an die Ausbilder stellen kann, die dann gemeinsam bearbeitet werden. Während der gesamten Präsenzphase wohnen die Teilnehmer auf dem Schloss, nehmen ihre Mahlzeiten gemeinsam ein – ein Abend im Rittersaal ist ein ganz besonderer Programmpunkt –und tauschen sich bei gutem Essen und Wein über das

Erlernte aus. Es ist kein Hotelaufenthalt, sondern ein Eintauchen. Wer die Schwelle des Tores passiert, lässt den Alltag für die nächsten acht Tage draußen.

Vier Spezialisten, ein Konzept – Was die Jagdschule Schloss Amerang von vielen Mitbewerbern unterscheidet, ist die konsequente Spezialisierung ihrer Dozenten. Hier unterrichtet nicht jeder jede Disziplin. Stattdessen kommen vier Persönlichkeiten zusammen, jung und modern, aber pflichtbewusst, die in ihrem jeweiligen Fachgebiet zu Hause sind und ihr Wissen aus aktiver Berufspraxis speisen.

Den Bereich Wildkunde und Wildhygiene verantwortet Alina Kutzner, Tierärztin und leidenschaftliche Jägerin am Starnberger See. Ihre doppelte Perspektive –die der Veterinärmedizinerin und die der praktizierenden Jägerin – verleiht dem Unterricht jene Selbstverständlichkeit, die nur aus echter Erfahrung kommt. Sebastian Kutzner, Rechtsanwalt und Geschäftsführer einer Münchner Kanzlei, übernimmt das Jagd- und Waffenrecht. Seine Lehre ist praxisnah, oft anekdotisch und stets nah an aktuellen Gesetzgebungsfragen. Für die forstlichen Zusammenhänge zwischen Wald und Wild steht Johannes Lehner als MSc. der Forstund Holzwissenschaften – ein Förster, der seit über einem Jahrzehnt selbst aktiv jagt und das Verhältnis von Waldbau, Wildmanagement und jagdlichem Handeln aus der Praxis kennt.

Die vierte Säule – und in mancher Hinsicht das pulsierende Herz der Schule – bildet die Schießausbildung unter Felix Meyer zu Bexten selbst. Bereits im Kindesalter entdeckte er das Schießen für sich, durchlief mehrere Leistungskader bis hin zum Juniorenbundeskader und wurde Deutscher Vizemeister der Junioren im Skeet. Während seines Studiums in Tübingen pausierte der Wettkampf, doch die Faszination blieb. Als Brand Manager für Flinten beim Traditionshaus Blaser spezialisierte er sich auf das Maßschäften –jene fast schon manufakturhafte Anpassung der Flinte an den individuellen Körper, die für konstante Treffer

Lernen, das durch Räume wirkt –Es gehört zu den eher unsichtbaren Qualitäten guter Bildung, dass auch der Raum lehrt. Im Falle von Schloss Amerang ist dies kaum zu übersehen.

entscheidend ist. CPSA-lizenziert und international vernetzt, fließt die Erfahrung aus jahrzehntelangem Austausch mit Topschützen und Trainern direkt in seine Stunden ein. Modern, individuell, praxisnah –so beschreibt Felix Meyer zu Bexten selbst seinen Stil.

Wer mit ihm trainiert, lernt nicht nur das technisch saubere Schießen, sondern erfährt jene Kombination aus Zielführung und mentalem Training, die in der Prüfung den Unterschied zwischen Aufregung und Souveränität ausmacht. Von einem derart versierten Trainer zu lernen, ist ein Vorteil, der sich in der späteren Jagdausübung bezahlt macht: Es wird eingegangen auf den Umgang mit Druck, auf schnelles, aber präzises Schießen auf Drückjagden wie auch

auf das Schießen in schwierigem Gelände. Ein guter Schütze ist jener, der mit Vertrauen in sich selbst und gefestigtem Wissen zur Waffe greift und den Erfolg für sich verzeichnen kann.

Lernen, das durch Räume wirkt – Es gehört zu den eher unsichtbaren Qualitäten guter Bildung, dass auch der Raum lehrt. Im Falle von Schloss Amerang ist dies kaum zu übersehen. Wenn am Morgen Wildhygiene im Saal mit den hohen Fenstern unterrichtet wird und am späten Nachmittag die Schießausbildung im weiten Umfeld des Reviers stattfindet, entfaltet sich eine Lernrhythmik, wie sie der Alltag selten zulässt. Die historische Architektur, die ruhige Voralpenlandschaft, das gemeinsame Abendessen im anmutigen Ambi

ente – all das schafft die Voraussetzung für eine Form der Konzentration, die in städtischen Schulungsräumen kaum erreichbar ist.

Hinzu kommt das Revier selbst. Achthundert Hektar Jagdgrund umschließen das Schloss – ein Lehrbuch unter freiem Himmel, in dem Theorie und Praxis ohne Übergang ineinandergreifen. Wer hier lernen darf, lernt an einem echten Ort.

Mehr als ein Kurs: Der Beginn einer Gemeinschaft –Eines der bemerkenswertesten Elemente des Konzepts liegt nicht im Lehrplan, sondern jenseits davon. Die Jagdschule Schloss Amerang versteht ihre Teilnehmer nicht als Kursabsolventen, sondern als Mitglieder eines wachsenden Alumni-Kreises. Bälle, Vorträge, gemeinsame Jagden und Tanzveranstaltungen sind in Planung – eine Plattform, auf der man sich alljährlich wiedersieht. Der Jagdschein wird so zum Türöffner für eine Gemeinschaft, die über die acht Tage hinaus Bestand haben soll. Jagd ist Gesellschaft: Man unterhält sich über Waffen, Erlebnisse, Munition, aber auch über Business. Man verbindet sich, tauscht Interessen aus und findet so in einem ausgewählten Kreis zueinander. Diese Idee ist konsequent zu Ende gedacht. Wer in einer Gruppe von zwölf Menschen acht Tage lang gemeinsam wohnt, isst, lernt und übt, baut Bindungen auf, die in herkömmlichen Abendkursen schlicht nicht entstehen können. Schloss Amerang setzt darauf, diese Bindungen zu pflegen – als Grundstein eines Netzwerks, das Charakter, Haltung und Verantwortung teilt.

Das All-in-one-Paket – Der Kurs ist als vollumfängliches Premium-Paket konzipiert. Inbegriffen sind die gesamte Ausbildung – Theorie, sämtliche Schießtrainings, Versicherung – sowie die Unterkunft auf dem Schloss und die Vollpension während der gesamten Kursdauer. Selbst die Anmeldung zur staatlichen Jä-

gerprüfung übernimmt die Schule. Lediglich die Prüfungsgebühr in Höhe von 203 Euro (Stand: 2026) sowie die Übernachtung am Prüfungsort fallen separat an. In Hamburg wird die dreiteilige Prüfung, bestehend aus Multiple-Choice, Schießprüfung sowie mündlichem Gespräch, abgelegt. Auf Wunsch kann ein ShuttleService zur Prüfung hinzugebucht werden. Die Investition für das gesamte Paket beträgt 5.985 Euro.

„Die Jagdschule Schloss Amerang richtet sich“, so formulieren es ihre Initiatoren, „an Menschen, die den Wert einer erstklassigen Ausbildung, eines außergewöhnlichen Ortes und einer besonderen Gemeinschaft erkennen.“ Es ist eine Schule für jene, die ihre jagdliche Laufbahn nicht beiläufig beginnen wollen, sondern bewusst – in einem Umfeld, das Qualität, Verantwortung und Haltung vereint. Dass diese drei Begriffe an einem Ort zusammenfinden, an dem dreiundzwanzig Generationen einer Familie Spuren hinterlassen haben, scheint kein Zufall zu sein. Es ist die natürliche Konsequenz aus dem, was Amerang seit jeher ausmacht: ein Verständnis von Tradition, das nicht konserviert, sondern lebendig weitergegeben wird.

Schloss Amerang im Chiemgau

Schloss 1, D-83123 Amerang +49 151 40558206 kontakt@jagdschuleschlossamerang.de jagdschuleschlossamerang.de

Nächster Kurs

Kurs: 12.–19. Oktober 2026

Prüfung: 22.–23. Oktober 2026

Prüfungsort: Hamburg

INFOBOX

Rothschild’scher

G L A S SA L O N

WO NATUR AUF ELEGANZ TRIFFT & GESCHICHTE ZUM LEBEN ERWACHT!

Umgeben von unberührter Natur und der stillen Schönheit des niederösterreichischen Voralpenlandes erwartet Sie ein Ort mit ganz besonderem Charakter der Rothschild’sche Glassalon der Forstverwaltung Neuhaus verbindet rustikales Jagdambiente mit zeitloser Eleganz ein Raum, der Geschichten erzählt und unvergessliche Erinnerungen schafft!

Der Glassalon bietet Platz für bis zu 100 Gäste und für Momente die ein Leben lang bleiben!

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STEPHAN BALKENHOL

„LÀ

CI DAREM LA MANO ...“

25. JULI 2026 – 5. SEPTEMBER 2026 | RESIDENZPLATZ

27. JULI 2026 – 5. OKTOBER 2026 | PRUNKRÄUME

Der große Erfolg der Kunstinstallation „Secret Garden“ von Jaume Plensa im vergangenen Jahr hat gezeigt, wie groß das Bedürfnis nach zeitgenössischer Kunst im Stadtraum ist. Aus diesem Grund haben Land und Stadt Salzburg die Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Bonn rund um ihren Leiter Walter Smerling eingeladen, auch in diesem Jahr ein Projekt am Residenzplatz zu realisieren. Mit an Bord ist heuer das DomQuartier Salzburg.

Unter dem Titel „Là ci darem la mano …“ werden Operngestalten aus Mozarts, Verdis und Puccinis Meisterwerken auf dem Residenzplatz und im DomQuartier zu neuem Leben erweckt.

Auf dem Residenzplatz, auf Traversen stehend, werden sechs farbig gefasste Bronzefiguren – Figaro, Elektra, Don Giovanni, Turandot, Othello und Carmen –das musikalische Geschehen im Festspielhaus in den öffentlichen Raum tragen. Der Geist der Oper bekommt durch Balkenhols Skulpturen ein ganz neues Gesicht. Seine lakonische Darstellungsweise verwandelt die Opernheldinnen und -helden in nahbare, alltägliche Figuren; sie werden auf Zeit zu Mitbürgern der Stadt. Parallel zur Installation im öffentlichen

Raum werden die gleichen Opernfiguren, diesmal aus Holz gefertigt und für die Prunkräume dimensioniert, im DomQuartier präsentiert. Der historische Rahmen der Residenz setzt die Werke in einen besonderen Kontext und verstärkt den Brückenschlag zwischen Musik-, Stadt- und Kunstgeschichte.

Die große internationale Anerkennung des Werkes von Stephan Balkenhol ist nicht zuletzt auf seine Fähigkeit zurückzuführen, eigentlich unnahbare, Ehrfurcht gebietende mythologische oder literarische Gestalten in zugängliche Identifikationsfiguren zu verwandeln. Balkenhol macht Archetypen zu vertrauten Personen. Mit diesem Projekt stärkt Salzburg das Profil als Stadt, in der sich Musiktheater, Kunst und urbaner Alltag gegenseitig ergänzen und bereichern.

v. l.: Stefan Schnöll, Andrea Stockhammer, Walter Smerling, Kristina Hammer, Bernhard Auinger

FÜHRUNGEN

Zur Sonderausstellung „Stephan Balkenhol. Là ci darem la mano …“ im DomQuartier Salzburg

Erleben Sie die eindrucksvolle Installation des international renommierten Künstlers in den Prunkräumen der Residenz und am Residenzplatz im Rahmen einer Führung. Unter dem Titel „Là ci darem la mano …“ („Reich mir die Hand, mein Leben ...“) erwachen ikonische Opernfiguren aus Werken von Mozart, Verdi und Puccini im DomQuartier sowie am Residenzplatz zu neuem Leben. Figaro, Elektra, Othello, Don Giovanni, Turandot und Carmen begegnen Ihnen im DomQuartier als eigens für die Prunkräume dimensionierte Holzskulpturen. Der Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und historischem Prunkraum schafft eine besondere Spannung und schärft den Blick für die Wirkung von Raum und Material.

Von der Dombogenterrasse aus eröffnet sich ein eindrucksvoller Blick auf den Residenzplatz, wo Sie denselben Gestalten, farbig gefasst und in Bronze ausgeführt, im öffentlichen Raum erneut begegnen. Die Figuren heben sich dort, auf Traversen stehend, vom Boden ab und tragen die Oper symbolisch aus dem Festspielhaus in die Lebenswelt der Menschen hinein –zu sehen bis 5. September 2026.

Balkenhols Bildsprache macht die großen Opernheldinnen und -helden überraschend nahbar und öffnet zugleich den Zugang zu universellen Themen wie Freiheit, Macht, Schuld, Eifersucht und Liebe. Der Titel der Installation „Là ci darem la mano ...“, ein Zitat aus dem berühmten Duett aus Mozarts „Don Giovanni“ (KV 527), schlägt dabei die Brücke zwischen Musik-, Stadt- und Kunstgeschichte und lädt ein, Oper als lebendigen Teil des urbanen Alltags zu erleben.

INFOBOX

Termine:

Mi., 29. Juli, 16 Uhr

Sa., 1. August, 15 Uhr

Mi., 12. August, 16 Uhr

Mi., 19. August, 16 Uhr

Mi., 2. September, 15 Uhr

Sa., 5. September, 15 Uhr

Mi., 30. September, 15 Uhr

Treffpunkt: Prunkräume der Residenz zu Salzburg im DomQuartier, 2. OG

Dauer: 60 Minuten

Weitere Infos: www.domquartier.at/balkenhol

Bei MADL COUTURE

Salzburg

steht Maßanfertigung für echte Individualität, höchste Qualität und kompromisslose Perfektion. Jedes Kleidungsstück wird präzise auf die Kundin abgestimmt – von der ersten Skizze bis zum letzten Stich. Das Ergebnis ist eine perfekte Passform, die nicht nur optisch überzeugt, sondern sich auch außergewöhnlich angenehm trägt. Maßmode bedeutet hier, die eigene Persönlichkeit stilvoll zu unterstreichen und Mode zu tragen, die es kein zweites Mal gibt.

Die Entwürfe der Designerin CARO SINEMUS verbinden moderne Eleganz mit zeitloser Raffinesse und zeichnen sich durch klare Linien, feminine Silhouetten und außergewöhnliche Details aus. Jedes Modell wird mit größter Sorgfalt gefertigt und steht für Stilbewusstsein auf höchstem Niveau.

MADL COUTURE Salzburg bietet zudem eine enorm große Auswahl an exklusiven Stoffen namhafter internationaler Designer. Feinste Seiden, luxuriöse Wollqualitäten, edle Spitze oder innovative High-Fashion-Materialien ermöglichen individuelle Kreationen für jeden Anlass – vom Business-Outfit bis zur Abendrobe. Die hochwertigen Materialien garantieren Langlebigkeit, Komfort und eine unvergleichliche Ausstrahlung.

Abgerundet wird das Angebot durch ein persönliches, diskretes Service. In entspannter Atmosphäre nimmt man sich Zeit für ausführliche Beratung, Stilfindung und perfekte Anpassung. Maßanfertigung bei MADL COUTURE Salzburg bedeutet nicht nur Mode – sondern ein maßgeschneidertes Erlebnis, das Exklusivität, Qualität und Persönlichkeit vereint.

ELFENZAUBER UND MÄRCHENTRÄUME

Viele Märchen greifen universelle Fragen wie Gut und Böse, Angst, Mut oder Gerechtigkeit auf, die in jedem Alter relevant bleiben. Dadurch behalten sie ihre Wirkung über Generationen hinweg und laden immer wieder zu neuen Interpretationen ein.

Text: Ela von Schlosslöwenstein

a gibt es diese freundliche, etwas molligere kleine Elfe – Heidella. Sie hat sich im Moos ein wunderschönes kleines Elfenheim gebaut.

Ganz in der Nähe, unter einer knorrigen Baumwurzel versteckt, lebt ein kleiner Fuchs in seinem Fuchsbau. Mit ihm zieht sie oft durch den Wald, wenn sie

die Blaubeersträucher besucht, die auf den Lichtungen an den Berghängen zahlreich wachsen. Heidella nimmt dann immer ein paar dieser Beeren mit und sorgt dafür, dass alle Lebewesen mit den herrlichen, tiefblauen Früchten versorgt werden.

Die Kraft der kleinen Wunderbeeren ist so groß, dass sie bei allen großen und kleinen Wehwehchen sofort Linderung bringen. Eine Blaubeere ist ein wahres Gesundheits-Kraftpaket.

Aber es sind oft mächtige Kräfte am Werk und verunsichern die Menschen. Viele Zweifler scheuen sich davor, die dunklen Beeren anzufassen – ja, sie fürchten sogar, vergiftet zu werden.

Dabei lassen sich viele Wirkstoffe wissenschaftlich nachweisen – wenn auch noch nicht alle, da ist der Wissenschaft noch einiges verborgen.

Heidella weiß, welchen gesundheitlichen Schatz eine Blaubeere birgt. Sie weiß, dass diese Wunderbeeren die Selbstheilungskräfte anregen. Ganz abgesehen davon trägt jede einzelne Blaubeere ein kleines Krönchen –ist also eine wahrhaft königliche Frucht.

Aber die Menschen brauchen viel zu oft Erklärungen. Hier jedoch sind Vertrauen und Glaube angesagt. Wunderwerke lassen sich oft gar nicht in Worte fassen.

Besonders gerne ist Heidella in der Nacht unterwegs. Da fliegt sie dann durch die Wälder, über Moospolster und Wiesen die Berghänge hinauf und besucht ihre Blaubeersträucher. Nachts ist der Flug ruhiger. Nur hin und wieder trifft sie die Eulen, die ihr dann immer zurufen, sie möge sich doch wunderbar vergnügen. Ja, die Eulen bemühen sich immer, etwas vornehm zu sprechen.

Oh, Heidella liebt das Leben, und fröhlich singt sie vor sich hin: „Lalilala – ich bin die kleine Elfe Heidellala.“ Die Jauchzer zwischendurch sind der Thermik

geschuldet, da Elfenwesen ja nur ein sehr geringes Gewicht auf die Waage bringen.

Und immer gegen Ende des Sommers, wenn diese runden, prallen Bällchen voller köstlichstem Saft reif sind, gibt es in Heidellas Küche Schwarzbeernocken, auch Heidelbeerdatschi genannt – kleine gebackene Pfannküchlein, die auch die scheuesten Gnome aus ihren verborgenen Behausungen hervorlocken.

Oh, was ist das immer wieder für ein Fest! Heidella öffnet dann ihr kleines Elfenheim und teilt mit allen ihren Wald- und Wiesenfreunden ihre mit Liebe gebackenen Köstlichkeiten.

INFOBOX

Wundervolle Elfenwelt

Ela von Schlosslöwenstein

ISBN:

978-3-9505906-2-3 | 978-3-200-10223-1

Hörbuch: ISBN 978-3-9505906-4-7 www.wundervolle-elfenwelt.at

Das Stammhaus von Susanne Spatt findet man am Universitätsplatz in Salzburg.

Gründerin

Mag. Susanne Wach­Spatt

SUSANNE SPATT

FAMILIE, HANDWERK &

DIE KUNST DES SCHÖNEN LEBENS

Von Salzburg in die Welt: Die Geschichte von Susanne Spatt erzählt nicht nur von unternehmerischem Erfolg, sondern auch von einer Hommage an Schönheit, Familie und Tradition. Hinter der Marke steht ein Familienunternehmen, das dieses Jahr sein 30­jähriges Jubiläum feiert, das Generationen verbindet und Mode als Ausdruck eines besonderen Lebensgefühls versteht – stilvoll verwurzelt, kulturell inspiriert und mit zeitloser Eleganz neu gedacht.

Zwischen den barocken Fassaden Salzburgs, den verwinkelten Gassen der Altstadt und einer Stadt, die seit Jahrhunderten von Musik, Kunst und Architektur geprägt wird, hat sich Susanne Spatt zu einer der bedeutendsten Marken im Premium-Trachtensegment entwickelt. Was einst mit kleinen, handgefertigten Smokkleidern, Haarreifen und Haarspangen für Kinder begann, entwickelte sich seit 1996 zu einem international erfolgreichen Familienunternehmen mit Standorten in Salzburg, Wien und Bad Aussee sowie

mit exklusiven Handelspartnern in Europa und den USA. Heute ist Susanne Spatt weit mehr als ein Modeunternehmen – es ist ein echtes Familienprojekt. Die Marke verbindet Handwerk, Kunst, Kultur und gelebte Familientradition zu einer außergewöhnlichen Gesamtwelt voller Stil und Authentizität.

HERKUNFT UND FAMILIÄRE WURZELN

Die Gründerin, Mag. Susanne Wach-Spatt, stammt nicht nur aus einer Salzburger Arzt- und Künstlerfamilie, sondern auch aus einer bekannten Unternehmerfamilie.

Tochter Maria Theresia im Dirndl „Kathi“, Leinen, Acqua

Ein ganz besonderes Accessoire: handbedruckter Ledergürtel

Bereits ihr Großvater war Gründer der Salzburger Unternehmerdynastie Stadlbauer, die insbesondere durch die Carrera-Gruppe und den internationalen Spielwarenvertrieb große Bekanntheit erlangte. Unternehmergeist, Kreativität und der Mut, eigene Wege zu gehen, prägten somit schon früh ihr familiäres Umfeld.

Susannes Vater, Dr. Wolfgang Hohenwallner, war nicht nur Mediziner, sondern auch ein bekannter Künstler, Literat und Maler mit zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland. Seine Werke waren geprägt von kulturellen Eindrücken, den Salzburger Festspielen sowie

einer sehr persönlichen Bildsprache. Diese Verbindung zwischen Mode und Kunst ist bis heute spürbar. Im neuen Herrengeschäft Susanne Spatt Men & Art am Universitätsplatz 8 in Salzburg können ausgewählte Werke von Wolfgang Hohenwallner erworben werden. Im ersten Stock des historischen Hauses befindet sich eine eigene Galerie, die Kunst und Mode auf besondere Weise miteinander verbindet. Damit erweitert das Unternehmen sein Konzept weit über den klassischen Einzelhandel hinaus hin zu einem kulturellen Erlebnisraum, in dem Ästhetik, Handwerk und Kunst harmonisch verschmelzen.

„Jedes Stück ist dafür kreiert, nicht nur zu kleiden, sondern zu begleiten.“

Doppelreiher

„Mirabell Salzburg“, Strickjacke in Lime Green

In Österreich produziert, setzt Susanne Spatt auf höchste Verarbeitungsqualität und eine nachhaltige Fertigung.

Enkel Ferdinand im dunkelblauen Samt­Janker
Maria Theresia Hannak (eh. Spatt) mit Tochter Josephine

DER WEG ZUR MODE

Ursprünglich als Juristin tätig, fand Susanne WachSpatt „aus Liebe zu Schönem“ zur Trachtenmode. Ihr Ziel war es nie, Vergangenes bloß zu bewahren – sie wollte vielmehr historische Elemente neu interpretieren und ihnen moderne Leichtigkeit verleihen. Die ersten Entwürfe entstanden aus echter Handarbeit und einem feinen Gespür für Stoffe, Farben und feminine Silhouetten. Bis heute gilt vor allem das Design als der eigentliche USP der Marke. Charakteristisch sind die unverwechselbaren Farbkombinationen, die aufwendig entwickelten Stoffe, kunstvollen Handdrucke und die außergewöhnliche Verbindung aus Eleganz, Weiblichkeit und moderner Trachten-Couture. Während viele Kollektionen im traditionellen Segment häufig gedeckt und klassisch gehalten sind, werden die Kollektionen von Susanne Spatt von Jahr zu Jahr farbenfroher.

Leuchtende Töne, mutige Kombinationen und besondere Farbwelten gehören mittlerweile zu den wichtigsten Erkennungsmerkmalen des Hauses und verleihen der Marke ihre unverwechselbare Handschrift.

„Ich lade Sie ein, in diese Welt einzutauchen, die Farben zu spüren und die Geschichten hinter jedem Modell zu entdecken.“

Der außergewöhnliche Handdruck entsteht

HANDWERK, TRADITION UND NACHHALTIGKEIT

Ein bedeutender Teil der Handschrift des Hauses stammt aus der Zusammenarbeit mit der traditionsreichen Handdruckerei Sekyra in Bad Aussee. Besonders bemerkenswert: Susanne Spatts Ehemann Markus Wach ist Inhaber der historischen Handdruckerei, einer der letzten echten Model-Handdruckereien Europas. Gemeinsam verbindet das Ehepaar Mode und Kunsthandwerk zu einer einzigartigen Gesamtwelt. Die originalen Ausseer Handdrucke entstehen dort noch immer in jahrhundertealter Technik – mit handgeschnitzten Modeln, natürlichen Materialien und einem enormen Zeitaufwand. Gerade in einer Zeit industrieller Massenfertigung wird diese Form des Handwerks zum Luxusgut. Ein Meter Stoff benötigt oft mehrere Stunden Arbeit und macht jedes einzelne Stück zu einem Unikat.

Dass Susanne Spatt konsequent auf Produktion im eigenen Land setzt, ist heute beinahe außergewöhnlich geworden. Während große Teile der internationalen Textilindustrie ihre Fertigung längst nach Asien ausgelagert haben, verfolgt das Salzburger Familienunternehmen bewusst einen anderen Weg. Dahinter stehen mehrere Überzeugungen: die Sicherung regionaler Handwerksbetriebe, kurze Transportwege, transparente Lieferketten sowie die Möglichkeit, Qualität bis ins kleinste Detail zu kontrollieren. Gefertigt wird nach wie vor in der Steiermark bei der Firma JMB Fashion in Feldbach sowie in der hauseigenen Maß- & Musterschneiderei am Universitätsplatz. Gerade im hochwertigen Trachtensegment, in dem eine präzise Verarbeitung essenziell ist, sieht Susanne Spatt die heimische Fertigung als unverzichtbaren Bestandteil ihrer Markenidentität.

Markus Wach führt eine der letzten echten Handdruckereien.
in Bad Aussee bei Ehemann Markus Wach

„Mirabell Salzburg“

Strickjacke, handgestrickt in Salzburg

Hinzu kommt ein Thema, das die gesamte internationale Textilbranche derzeit grundlegend verändert: Nachhaltigkeit. Jahrzehntelang wurde der Markt von Fast Fashion dominiert – schnelle Kollektionen, billige Produktion und kurze Lebenszyklen von Kleidung. Doch die Konsumentinnen und Konsumenten achten heute zunehmend auf Herkunft, Materialqualität, faire Produktion und Umweltverträglichkeit.

Susanne Spatt positioniert sich bewusst als Gegenmodell zu dieser Wegwerfmentalität. Produziert wird in kleinen Stückzahlen mit hochwertigen Naturmaterialien und möglichst ressourcenschonend. Stoffreste werden weiterverarbeitet, traditionelle Techniken bewahrt und Transportwege kurz gehalten. Statt kurzfristiger Trends entstehen zeitlose Kollektionen, die über viele Jahre getragen werden können. Nachhaltigkeit bedeutet hier nicht nur Umweltbewusstsein, sondern auch Verantwortung gegenüber regionalem Handwerk und lokaler Wertschöpfung.

„Bei uns setzt die Familie den Grundstein – für unsere Werte, unsere Leidenschaft und unsere Verbundenheit zur Tradition.“

DIE ENTWICKLUNG DER MARKE

Auch die Expansion des Unternehmens folgte nie kurzfristigen Modetrends, sondern einer klaren Entwicklung innerhalb der Trachten- und Luxusmodebranche. Begonnen hat Susanne Spatt ursprünglich als reines Großhandelsunternehmen. Über viele Jahre hinweg lag der Fokus ausschließlich auf der Zusammenarbeit mit exklusiven Handelspartnern im In- und Ausland. Dadurch etablierte sich die Marke früh international und wurde besonders im Premium-Trachtensegment zu einem bekannten Namen. Erst rund um die Corona-Zeit begann das Unternehmen verstärkt, eigene Einzelhandelsgeschäfte zu eröffnen und die gesamte Markenwelt direkt für Kundinnen und Kunden erlebbar zu machen. Schritt für Schritt entstanden eigene Stores in Salzburg, Wien und Bad Aussee sowie ein Outlet in Anif. Heute umfasst die Welt von Susanne Spatt neben den klassischen Damengeschäften auch ein Babygeschäft am Universitätsplatz 10 sowie ein Kindergeschäft in der Getreidegasse 30 – und

Töchter Maria Theresia, Julia und Sophia Spatt
Besonders Enkelin Philippa liebt es, vor der Kamera zu stehen.

damit genau jene Bereiche, mit denen die Geschichte des Unternehmens ursprünglich begann.

DIE PERSÖNLICHKEIT HINTER DEM UNTERNEHMEN

Abseits der Modewelt zeigt sich jedoch vor allem eines: Hinter Susanne Spatt steht eine Frau mit außergewöhnlicher Energie, großer Herzlichkeit und starkem Familiensinn. Trotz des internationalen Erfolges stehen für Susanne Wach-Spatt immer ihre fünf Kinder an erster Stelle. Auch ihren mittlerweile zehn Enkelkindern begegnet sie mit unglaublicher Liebe und Großzügigkeit. Wenn Susanne Spatt einmal nicht arbeitet, kocht und backt sie am liebsten für ihre Familie. Ebenso liebt sie Gartenarbeit – immer mit Sinn für Schönheit, Farben und Details. Ruhe und Stillstand scheinen jedoch kaum zu ihrem Wesen zu passen. Entspannen sieht man sie selten. Wer morgens in die Firma kommt, erkennt oft schon an einem vertrauten Geräusch – dem Klirren ihrer Schlüssel und einem sehr schnellen Schritt –, dass Susanne Spatt da ist. Mit

voller Energie, Begeisterung, Positivität und ständig neuen Ideen betritt sie die Firma – meist mit einem vollgepackten Auto, neuen Stoffen, Blumen, Dekorationen und ihrem Hund Harry im Gepäck. Ihre enorme Schaffenskraft und ihr Enthusiasmus prägen bis heute die gesamte Atmosphäre des Unternehmens. Diese Herzlichkeit spüren nicht nur ihre Kinder und Enkelkinder, sondern auch die rund 30 Mitarbeiterinnen des Unternehmens. Die Firma wird bewusst als eine Art große Familie verstanden. Gemeinschaft und Zusammenhalt werden nicht nur nach außen vermittelt, sondern auch intern bei gemeinsamen Feiern und Veranstaltungen gelebt. Besonders geschätzt werden an Susanne Spatt zudem ihr offenes Ohr, ihre Menschlichkeit und ihre spontan guten Ratschläge.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann Markus Wach pendelt sie regelmäßig zwischen Salzburg und Bad Aussee. Die Autofahrten werden oft am Telefon genutzt, um neue Ideen zu entwickeln, Stoffe zu besprechen und mit den Kindern zu telefonieren.

Susanne Wach­Spatt mit ihren Töchtern

SYMBOLE

DER MARKE

Ihre große Leidenschaft gilt neben Mode und Gestaltung vor allem ihrem Garten und frischen Blumen. Blumen spielen im Leben von Susanne Spatt seit jeher eine besondere Rolle. Aus diesem Grund wurde die Rose, ihre persönliche Lieblingsblume, zum Firmenlogo der Marke. Auch ihre Lieblingsfarbe – Dunkelblau – begleitet die Marke seit vielen Jahren ganz bewusst und findet sich in jeder Kollektion.

DIE FAMILIE HINTER DEM UNTERNEHMEN

Susanne Spatt ist Mutter von fünf Kindern, die mit dem Unternehmen aufgewachsen sind und inzwischen in den zentralen Bereichen des Hauses arbeiten. Diese enge familiäre Verbindung prägt nicht nur die Unternehmenskultur, sondern auch die gesamte Außenwirkung der Marke. Besonders sichtbar wird dies bei den professionellen Fotoshootings der Kollektionen: Vor der Kamera stehen bewusst ausschließlich die eigenen Kinder, deren Partnerinnen und Partner sowie die mittlerweile zehn Enkelkinder der Familie. Dahinter steckt keine reine Ästhetikentscheidung, sondern eine klare Haltung. Die Kollektionen sollen Authentizität vermitteln. Die Bildwelten wirken persönlich, nahbar und ehrlich – beinahe wie Einblicke in ein stilvolles Familienleben.

Tochter Julia Spatt führt die traditionsreiche Strickerei „Mirabell Salzburg“, die Teil des Familienunternehmens geworden ist. Dort werden bis heute hochwertige Strickwaren aus feinster Shetlandwolle direkt in Salzburg gefertigt – ein selten gewordenes Beispiel echter regionaler Textilmanufaktur.

Maria Theresia Hannak (geb. Spatt) verantwortet die gesamte Marketingleitung des Unternehmens und gestaltet als Grafikerin sämtliche Werbelinien sowie die visuellen Auftritte aller Stores. Dadurch bleibt die Sprache der Marke außergewöhnlich konsistent.

Sophia Spatt wiederum hat das Management des Babyund Kindergeschäftes übernommen und führt damit jenen Bereich weiter, mit dem die Geschichte von Susanne Spatt einst begann.

Sohn Hermann ist selbstständig in der Immobilienentwicklung tätig und bringt ebenfalls unternehmerisches Denken in die Familie ein.

Der Nachzügler Livius besucht derzeit noch die Schule. Er gilt jedoch schon jetzt als besonders kreativer Kopf, der bereits früh seine große Leidenschaft für Mode und Design entdeckt hat.

Sohn Livius als Model bei der Modenschau in Wien
Sohn Hermann in der „Mirabell Salzburg“ Strickjacke

ARCHITEKTUR, ATMOSPHÄRE UND MARKENWELT

Auffallend ist, dass sich sämtliche Geschäfte des Unternehmens in historischen Gebäuden befinden. Diese Standorte werden bewusst gewählt, weil sie den Charakter der Marke widerspiegeln: Mode, Architektur, Geschichte und Kunst sollen miteinander verschmelzen.

Alte Gewölbe, barocke Fassaden und denkmalgeschützte Häuser schaffen jene Atmosphäre, die den Einkauf zu einem emotionalen Erlebnis macht. Die Kundinnen und Kunden sollen nicht einfach Kleidung kaufen – sie sollen in eine Welt eintauchen, die Stil, Kultur und Ästhetik spürbar macht. Gerade in Salzburg und Wien wird diese Verbindung besonders sichtbar. Die Geschäfte sind bewusst so gestaltet, dass Mode, Kunst und Kultur ineinander übergehen.

Dabei spiegeln die Stores und Kollektionen auch viele persönliche Leidenschaften von Susanne Spatt wider. Sie hat ein besonderes Faible für England und Italien, guten Tee, Hunde und frische Blumen – Elemente, die sich durch die gesamte Welt der Marke ziehen. Ausgewählte Stoffe wie Seide und Leinen werden direkt aus Italien und England bezogen, deren Qualität, Farbigkeit und klassische Eleganz perfekt zur Handschrift des Hauses passen. Auch englische Wohnkultur und die Atmosphäre britischer Country Houses dienen immer wieder als Inspirationsquelle für die Store-Gestaltung.

Henry mit Tweed­Schleife und dem dazu passenden Plaid

Ihre Liebe zu Hunden findet sich sogar in den Details der Mode: Immer wieder werden Hunde-Motive auf Smokkleider gestickt.

In allen Geschäften gibt es täglich frische Blumenarrangements sowie angenehme Musik, die den Einkauf bewusst entschleunigen und eine warme Atmosphäre schaffen soll. Kundinnen und Kunden werden mit Champagner verwöhnt. „Ein hochqualifiziertes Mitarbeiterteam ist darum bemüht, alle Wünsche unserer lieben Kundinnen und Kunden zu erfüllen.“

So wird ein Besuch bei Susanne Spatt zu einem Erlebnis für alle Sinne: feinste Couture-Handarbeit, historische Architektur, Kunst, Musik, florale Inszenierungen und gelebte Eleganz verbinden sich zu einer Welt voller Stil und Authentizität.

INFOBOX

Susanne Spatt Flagship-Stores Salzburg, Wien & Bad Aussee Universitätsplatz 9, 5020 Salzburg Plankengasse 7, 1010 Wien Meranplatz 158, 8990 Bad Aussee office@susanne-spatt.com | www.susanne-spatt.com

Enkelin Philippa im leichten Leinenkleid

20.1.2027

DIE WELT ZU GAST

Musik zeigt uns, wie schön die Welt sein kann, denn:

Was gibt es Schöneres als gemeinsam großartige Musik zu erleben?

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VERONIKA EBERLE

© Peter Rigaud, Shutterstock/ Serhii Yushkov, Louie Thain, Anna Webber, Kaupo Kikkas

NOMADE MODERNE

ALLES IST STORYTELLING

Nuriel & Audrey Molcho betreiben am Naschmarkt ein Hutmacher­Atelier, in dem sich trotz der räumlichen Enge das gesamte fantasievolle Universum der beiden auszubreiten scheint.

Text: Clarissa Mayer­Heinisch Fotos: Nuriel Molcho

Voller Energie und Spirit sehen wir sie schon von Weitem kommen. Nuriel und Audrey, ein kreatives Unternehmerpaar, dessen Stil als Gesamtkunstwerk erscheint. „Wir sind beide in Künstlerfamilien aufgewachsen“, sagt er. Audreys Vater ist Dirigent, die Mutter Opernsängerin. Und bei Nuriel war es ähnlich: Vater Samy Molcho ist ein bekannter Pantomime und seine Frau Haya „immer eine Kreative“, wie ihr Sohn sie beschreibt. „Für uns Kinder war das damals aber nicht unbedingt ein Vorteil. Andere Eltern kamen im Anzug, mit Porsche, und wir dachten: Das ist Erfolg. Unsere Eltern waren kunterbunt angezogen, ihre Freunde hatten Farbe auf den Händen. Erst später habe ich verstanden, wie besonders dieses Umfeld war. Wir sind mit Ästhetik aufgewachsen, mit einem offenen Haus, mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten, jede von ihnen ein besonderes Individuum. Heute merkst du erst, wie sehr dich das prägt.“

Haya, wie auch ihre vier Söhne sie nennen, ist hierzulande gut bekannt. Sie lebt Kunst – nicht nur auf der Bühne oder in Bildern, sondern auch durch Essen, durch Mode, durch Begegnungen. Gestartet hat Haya Molcho mit einem kleinen Modelabel. Da ihre Fami-

lie ursprünglich aus Rumänien stammt, hat sie junge Frauen von dort engagiert, die für sie gestrickt haben. „Die Modeschauen haben dann bei uns zu Hause stattgefunden“, erzählt Nuriel.

Er ist der älteste der vier Söhne und wollte zunächst bewusst einen anderen Weg einschlagen. „Ich wollte Businessman werden“, erzählt er. „Ich habe Wirtschaft studiert und Spanisch dazugenommen, weil ich auf der ganzen Welt arbeiten wollte.“ Er lebte in London und Barcelona, wollte reisen, Ideen finden und umsetzen. Dann rief seine Mutter an: Sie wolle ein Restaurant eröffnen, aber nicht allein. „Ich war damals 22. Ich habe gesagt: ,Ich rufe dich gleich zurück.‘ Dann habe ich meinen Bruder gefragt und wir haben beschlossen: Machen wir. Helfen wir der Haya.“ Aus einem geplanten Ein-Jahres-Projekt für NENI am Naschmarkt wurden 16 Jahre. „Wir haben uns alle in die Arbeit verliebt.“

Aus diesem Anfang ist ein großes unternehmerisches Universum geworden: Restaurants, Kochbücher, Fotografie, Markenkooperationen, Social Media, neue DeliKonzepte und das Hutlabel Nomade Moderne, das Nuriel gemeinsam mit seiner Frau Audrey aufgebaut hat. Audrey kam über seinen Bruder in sein Leben.

„Wir haben uns jung kennengelernt“, sagt Nuriel. „Nach zwei Monaten ist Audrey bei mir eingezogen. Wir sind unzertrennlich. Wir arbeiten zusammen, wir leben zusammen. Alles, was wir machen, betrachte ich auch als Kunst.“ Und was wie ein Märchen aus 1001 Nacht als viertägige Hochzeit in Marrakesch begann, gipfelt in Ilay, dem entzückenden dreijährigen Sohn der beiden.

Inzwischen haben die Molchos allerhand erlebt. Neben Abenteuerreisen zu den fernsten Destinationen, dem Management der Marke NENI und vielem anderen mehr ist das Label Nomade Moderne zu einem Herzensprojekt geworden.

„Audrey ist eine geniale Hutmacherin. Alles, was sie angreift, macht sie mit Präzision und Ästhetik“, sagt Nuriel. „Ich mache schnell, ich will viel – aber Audrey macht Sachen genau. Sie bringt diese Liebe zum Detail, die man oft erst auf den zweiten Blick wahrnimmt.“ Vor genau zehn Jahren kam den beiden die Idee, Hüte anzufertigen: ein Unterfangen, gegründet aus dem Nichts, alles in Eigenregie begonnen und im Laufe der Jahre zu einer Hutmarke gewachsen.

Jeder Hut ist ein Unikat und wird ausschließlich auf Bestellung für den Träger maßgeschneidert.

„Wir haben keine Kollektion“, erklärt Audrey. Nur für die Sommershops, letztes Jahr in Mykonos und Ibiza, heuer auch in Bodrum, gibt es kleine Serien. „Die meisten Kunden schalten sich per Video ein, und wir gestalten dann den Hut gemeinsam“, beschreibt sie das Prozedere.

„Es geht darum, Geschichten zu erzählen. Jeder Hut soll so aussehen, als hätte er schon gelebt. Er spiegelt das Charakteristikum des Trägers wider und ein bisschen auch unsere“, so Nuriel Molcho. Gefertigt wird in Handarbeit. Die Rohlinge sind aus Hasenfilz, einem Material, das dichter, resistenter gegen Wasser und robuster ist als klassischer Wollfilz. Die Urform ist rund und wird dann mittels Dampf und Feuchtigkeit geformt. Molchos Hüte sind für Herren und Damen gedacht, und während es früher wichtig war, dass ein Hut eine ganz konkrete, klar definierte Form hatte, ist es hier am Naschmarkt anders. „Wenn du Dellen mit der Hand machst, werden sie jedes Mal unterschiedlich. Genau diese Imperfektion ist gewollt.“

Jeder Hut kann mit Bändern, Federn oder Stoffen ergänzt werden, je nach Wunsch und Auswahl. Auch die dazu verwendeten Materialien tragen Geschichten in sich. Es sind ausschließlich Dinge, die Nuriel und Audrey von ihren Reisen mitbringen, auf Flohmärkten oder anderswo finden. Saris aus Indien, bestickte Bänder aus Ghana oder Guatemala, Leinenstücke aus Rumänien, gebrauchte Theatervorhänge oder diverse Lederreste dienen dann als Innenleben oder Außenschmuck der Hüte. „Du findest irgendwo etwas, das niemand mehr braucht, und plötzlich bekommt es ein zweites Leben“, freut sich Audrey. „Es geht nicht um perfekte Neuware, sondern um Charakter.“

Auch als Influencer haben sich Nuriel und Audrey Molcho längst einen Namen gemacht. Fernab der klassischen Werbewelt begann Nuriel aus Neugier, sich auf Social Media zu bewegen. Nach kurzer Zeit „wollte ich nicht nur Konsument sein, sondern Content schaffen“. Gemeinsam mit seiner Frau begann er, Konzepte für Marken zu entwickeln, um diese zu

präsentieren. Inzwischen sind es große Namen wie Leica, Dyson, Samsung oder österreichische Traditionsunternehmen wie der Schuhmacher Scheer, der Juwelier A.E. Köchert sowie andere Heritage- und Familienbetriebe, die bis dahin ihre Geschichte immer nur selbst erzählt haben. „Für sie bringen wir eine neue Perspektive ein und schaffen dadurch Mehrwert und Aufmerksamkeit“, ist sich Nuriel Molcho sicher.

„Dahinter steckt mehr Arbeit, als man glaubt“, erzählen die beiden Influencer. Konzepterstellung, Reisen, Fotografie, Videodreh, Schnitt und permanente Präsenz seien Teil ihres Alltags geworden. „Früher haben wir jeden Auftrag angenommen, heute nicht mehr“, betont Audrey Molcho, und Nuriel ergänzt: „Anfangs war es rein geschäftlich. Jetzt wollen wir mit Partnern Erlebnisse schaffen und Geschichten erzählen, die sich echt anfühlen und auch zu uns passen.“

Neben ihrer Hutmacherei mit dem bestechend schönen und einfachen Logo betreiben Nuriel und Aud-

„Es geht darum, Geschichten zu erzählen. Jeder Hut soll so aussehen, als hätte er schon gelebt.“

rey etliche weitere Projekte. Gemeinsam mit Nuriels Mutter Haya und zwei seiner Brüder führen sie die Restaurants, die für weltläufige Menüs von Falafel und Hummus über karamellisierte Melanzani, Shakshuka oder Hamshuka bis hin zu Branzino oder Korean Fried Chicken reichen und von denen es inzwischen insgesamt 13 von Wien bis Berlin, von Mallorca bis Kopenhagen gibt. Zukünftige Standorte wie Stockholm oder Innsbruck sind bereits in der Pipeline, und mit „NENI Deli“ entsteht gerade ein neues Format für Flughäfen und stark frequentierte Orte. „Das sind keine großen Restaurants“, erklärt Nuriel, „sondern kleinere Standorte mit unseren Klassikern, gut verpackt: Healthy Convenience Food.“

Dazu kommen die Kochbücher, für die Nuriel verantwortlich zeichnet und von denen das achte gerade in Druck geht. „Erinnerungen, die schmecken“, so der Titel, hinter dem sich eine sehr persönliche kulinarische Biografie von Haya Molcho verbirgt. Nicht nur für dieses Buch, sondern auch für private und ge-

schäftliche Auftraggeber ist Nuriel Molcho als professioneller Fotograf tätig, „und für uns, um das Leben zu dokumentieren“, wie er erzählt.

Nach Plänen für die Zukunft gefragt, antworten die beiden wie aus der Pistole geschossen: „Einen genauen Plan gibt es nicht. Der Traum, aus Leidenschaft Beruf werden zu lassen, ist vorhanden, aber Leidenschaften verändern sich, und darum verändern sich auch die Ziele.“ Vielleicht wird aus den Hüten irgendwann einmal ein Modelabel, vielleicht wächst die Fotografie, vielleicht entsteht etwas rund um Kinderernährung oder Bildung, wer weiß. Audrey sieht genau darin Nuriels Stärke: „Diese Flexibilität lässt du dir nie nehmen. Du hast keine Angst davor, was kommt. Du gehst mit offenen Augen durchs Leben und siehst Potenzial.“

www.nomade-moderne.com instagram.com/nomademodernehats

GUT BEHÜTET

Top Hat, Baseballkappe oder Panama – der Hut ist nicht nur Accessoire, sondern erfüllt eine ganze Bedeutungsebene. Der Hut­Knigge verrät, wann der Hut kommt und wann er geht.

Text: Beatrice Tourou Fotos: KI­generiert

Als Coco Chanel in ihrem Turmzimmer bei Étienne de Beaumont saß und Strohhüte für die französische Gesellschaft bastelte, legte sie damit den Grundstein für ihr Modeimperium, das ihre legendäre Person überdauern sollte. Sie zeigte, wie relevant der Hut damals war und heute in einer äußerst exklusiven Gesellschaftsschicht immer noch ist.

Man trägt heute nicht mehr bewusst jeden Tag Hut –zumindest nicht, um gesellschaftlich korrekt gekleidet zu sein, wie es damals Etikette war. Heute hat die Baseballkappe den Zylinder im allgemeinen Straßenbild abgelöst, und der Schriftzug verrät bereits, was der Rest des legeren Looks des Trägers nicht verraten will: wo man die Herrschaft soziokulturell einordnen soll. Haben wir es hier mit einem Parvenu zu tun, der irreführenderweise ein Logo Cap trägt, das mit Ausnahme einiger Oligarchen und Scheichs, wenn sie von ihrer Yacht ins Tenderboot steigen, um zum Lunch ins Le Club 55 zu schippern, wohl kaum ein wahrhaft vermögender Mensch aufsetzen würde? Oder doch mit einem Unternehmer, der seine Julius­Bär­Kappe mit Stolz zum Tennis trägt? Oder mit einem Oldtimer-Fan, der bei der Mille Miglia mitreist und seinen Enthusiasmus nach außen trägt? Die Kappe schickt bereits die Botschaft voraus, was der Hut nicht ganz so gut vermag, fehlen ihm doch die passenden Worte dazu.

Farbe färben lassen wie Mantel oder Kleid. Die Duchess of Cambridge ist bekannt für ihre Ton-in-Ton-Kombinationen, die mit wochenlangem Vorlauf geplant werden.

WANN SETZT MAN DEN HUT AUF, WANN

NIMMT MAN IHN AB?

Auch hier gilt, wie so oft, dass die Regel selbst das Verständnis ihres Sinnes voraussetzt. Lock & Co., der älteste Hutmacher der Welt an der St. James’s Street in London, seit 1676 Ausstatter von Admirälen, Premierministern und Königen, würde es so formulieren: „Der Hut ist kein Accessoire. Er ist eine Aussage.“

AUFSETZEN SOLLTE MAN DEN HUT ...

„ Der Hut ist kein Accessoire. Er ist eine Aussage.“

... selbstverständlich im Freien: auf der Rennbahn, beim Gartenempfang, auf der Hochzeit, beim Spaziergang durch den Park. Im Freien ohne Hut zu erscheinen, wenn der Anlass ihn verlangt, gilt in gewissen Kreisen nach wie vor als stille Missachtung des Gastgebers. Beim Betreten einer Kirche für Zeremonien wie Hochzeiten oder Taufen bleibt der Hut der Dame auf, schließlich ist er Teil des Outfits und wurde für den jeweiligen Anlass sorgfältig gewählt.

ABGENOMMEN WIRD DER HUT ...

Der Hut, heute weitläufig ein Strandsouvenir, hat bei dem obersten einen Prozent eine besonders tragende Rolle. Nicht nur Ascot verlangt nach passender – nein, eher ausgefallener – Kopfbedeckung; Hochzeiten sowieso. Trägt der Herr einen Cut, trägt die Dame Hut. Das kann ein Strohhut sein, den Madame Chanel salonfähig gemacht und so den Damen eine große Federlast vom Kopf genommen hat. Das darf aber auch ein zierlicher Fascinator sein, den Philip Treacy zum Kunstwerk erhoben hat. Was nicht gerne gesehen wird, sind unmotivierte Federn, die weder Form noch Halt zeigen, denn das ist etwas, das keine Hochzeit entbehren kann. Weder vom Gast noch vom Hut. Wer das Hutspiel wirklich bis zur Spitze treiben möchte, darf das Band in der gleichen

... beim Betreten privater Innenräume zum Dinner oder zur Abendgesellschaft. Hier wäre der Hut vollkommen fehl am Platz, da die Abendgarderobe für sich spricht. Am Tisch beim formellen Dinner gilt: Kein Hut, denn er verdeckt das Gesicht und stört das Gegenüber. Der Herr nimmt seinen Hut grundsätzlich ab beim Betreten von Gebäuden, beim Gespräch mit einer Dame, beim Erklingen der Nationalhymne und beim Vorbeiziehen eines Trauerzuges. Für die Dame gelten mildere Regeln: Ihr Hut, oft mit Nadeln befestigt und Teil der Gesamtkomposition, muss nicht zwingend weichen.

Eine Ausnahme, die Lock & Co. gut kennt: der formelle Anlass im Freien, der sich in einen informellen Innenraum verwandelt. Wer beim Pferderennen in Ascot vom Royal Enclosure in die Hospitality Suite wechselt, darf den Hut ablegen und tut gut daran, ihn mit Würde zu tragen, solange er draußen ist.

So ein Hut verleiht Größe. Das können einfach 30 cm mehr Körpergröße sein und gleich etwas weltmännisches Format dazu. Praktischerweise kann man sich dieses Mehr an Größe anlassbezogen in London auf der Sloane Street leihen. Ein Besuch bei Oliver Brown lohnt sich.

KOPFSACHE

Das Einmaleins der Hutlektion. Was ist was und was darf wann subtrahiert werden?

Redaktion: Beatrice Tourou

Top Hat aka Zylinder

Kann man auch leihen, zum Beispiel bei Oliver Brown. Trägt man zum Cut bei formellen Anlässen.

Fascinator

Eigentlich ein Haarreifen, wird er auch als „Hut“ bezeichnet, hat aber nur eine dekorative Funktion. Von Lock & Co

Panama for her Der klassischste aller Hüte kleidet die Dame oft mit einem Satinband. Hier von Borsalino

Strandhut

Nur in Cap Ferret muss man den Hut mit der Schleife festzurren, damit der Atlantikwind ihn nicht wegweht.

Von Eugene Kim.

Panama for him Ist fast immer angemessen und kleidet jedes Alter. Hier die Herrenversion von Lock & Co

Hut

Es darf auch ein bisschen mehr sein. Besonders bei Pferderennen finden kreative Ambitionen im Hut ein Canvas. Von Lock & Co

Fascinator, groß Die wohl schmeichelhafteste Hutform, kultiviert von der Duchess of Cambridge

Von Jane Taylor

Pillbox

Formt einen tollen Hinterkopf und lenkt gleichzeitig vom Haar, nicht jedoch vom Gesicht ab. Von Lock & Co

Federn

Omnipräsent und gerne als Haarreifen eingesetzt, sind Federn vom gesellschaftlichen Parkett nicht wegzudenken. Von Etsy.

„ Bei Veranstaltungen in eigener Sache trage ich nichts.“
Foto:

Die Schlossseiten baten Klaus Mühlbauer von der gleichnamigen Kultmanufaktur um ein Gespräch über das Hutgeschäft und erfuhren unter anderem: Eine Mühlbauer­Nadel macht noch keinen Mühlbauer­Hut.

Text: Beatrice Tourou

Schlossseiten: Wann haben Sie Mühlbauer übernommen und in welchem Zustand war das Unternehmen?

Klaus Mühlbauer: Ich übernahm im Jahr 2001. Das Unternehmen war zu der Zeit überwiegend im Einzelhandel mit Bekleidung tätig, Hüte und Kopfbedeckungen waren nur mehr ein Randsortiment. Es gab damals sechs Geschäfte in Wien.

Wie wurde Mühlbauer innerhalb der Familie gelebt?

Wie haben Sie Mühlbauer als Kind empfunden, wie sind Sie mit Hüten aufgewachsen?

Als Kind erlebte ich den Beruf meiner Eltern als das Selbstverständlichste der Welt. Erst später, als ich erwachsen war, verstand ich, dass die Hüte, die Werkstätte und auch das Handwerk etwas ganz Besonderes sind.

Was haben Sie im Laufe der Jahre auf der substanziellen Ebene verändert?

Ich habe die Bekleidung aus dem Sortiment entfernt und Mühlbauer zu seinem Ursprung – den Kopfbedeckungen – zurückgeführt. Ich habe das Angebot auf Herren erweitert und Kollektionen für einen internationalen Markt entworfen. Um die Werkstätte in Wien weiterführen und erhalten zu können, genügten die Geschäfte in Wien allein nicht. Wir brauchten die EU und Übersee als Markt für unsere Produkte. Wir reduzierten auf zwei Hutgeschäfte in Wien, eröffneten den OnlineStore und beliefern heute zahlreiche Topadressen des internationalen Modeeinzelhandels mit unseren Modellen.

Was verbinden Sie mit einem Hut?

Ich fasse den Begriff bewusst weiter und bevorzuge das im Deutschen sperrige Wort „Kopfbedeckung“ – im Englischen sagt man dazu schöner „headwear“. Es geht uns um ein komfortables Kleidungsstück für den Kopf, das sich angenehm trägt, gut aussieht und unkompliziert in unseren Alltag integrieren lässt.

Beschreiben Sie den idealen Mühlbauer-Kunden?

Vielleicht Sie? Besonders mag ich die bekehrten Hutverweigerer (oder Kopfbedeckungsverweigerer).

Sie sind ja international sehr erfolgreich. Auch Japan ist ein guter Absatzmarkt. Warum?

Japan ist eine Hochkultur des Handwerks und Designs, entsprechend ausgeprägt ist das Interesse daran und an

den schönen Dingen des Lebens. Außerdem schätzen Japaner die europäische Geschichte, die Kultur und den Lifestyle hierzulande, was ihnen den Zugang zu Produkten aus Wien, Lissabon und Kopenhagen erleichtert.

Welche Trends in der Hutindustrie sehen Sie?

Der Strohhut boomt, der Filzhut hat es schwer. Echtfellhüte sind wieder stark da, stärker als Webfelle. Alle Kopfbedeckungen aus Stoff wie Bucket Hats oder Baker Boy Caps, aber auch Tücher aller Art sind zurzeit ganz wichtig. Und ein nicht wegzudenkender Evergreen: die Baseballkappe.

Welchen Hut würden Sie einer Dame für Ascot empfehlen und warum?

Unseren Cowboyhut mit Blume „REMO“ aus ParasisolStroh [Anm. der Red.: siehe vorherige Seite], weil er sexy ist!

Welche anderen Hutbrands finden Sie gelungen?

Borsalino in Italien, Anthony Peto in Frankreich und Mature Ha in Japan.

Wann tragen Sie persönlich Hut, wann gilt es als Fauxpas?

Ich trage immer Kappe, im Sommer bei viel Sonne Hut. Bei Veranstaltungen in eigener Sache wie Präsentationen oder Ausstellungen et cetera trage ich nichts. Ein Fauxpas ist es, auf ein meist preisgünstiges Modell der Konkurrenz unsere M-Nadel zu stecken – aber selbst da muss ich eher schmunzeln, als mich zu ärgern. Sonst gibt es rund um Kopfbedeckungen längst keine Fauxpas mehr.

Wo in Österreich (Bundesland/Stadt/Region ...) wird noch viel Hut getragen und warum?

Auch hier: Wenn Sie den Begriff auf „Kopfbedeckung“, sprich Mützen, Kappen, Tücher, Hüte et cetera, erweitern, wird überall etwas auf dem Kopf getragen. Am meisten „Hut“ wird in Österreichs Bergen getragen: als Jagd- oder Trachtenhut, wie etwa im Salzkammergut.

Wie sieht die Zukunft von Mühlbauer unmittelbar aus – sagen wir, auf die nächsten zehn Jahre gesehen? Wir möchten und werden die Welt weiterhin mit vielen neuen, schönen und speziellen Kopfbedeckungen beglücken. Und wir werden da und dort vielleicht noch ein Hutgeschäft eröffnen und sehr stark online verkaufen.

PFERDESPORT

Freunde des gepflegten Pferdesports wissen um die Details des Sports und die Kleiderordnung. Besucht man ein Turnier oder ein Rennen, kleidet man sich je nach Sportart unterschiedlich. Beim Pferderennen in Baden-Baden oder – noch viel berühmter – in Ascot wählen Damen ein besonders ausgefallenes Hutmodell. Herren greifen bei Ascot gerne zum Top Hat. Beim Polo wäre diese Kostümierung vollkommen fehl am Platz. Dort darf es ein legerer Panamahut oder eine andere schlichte Variante sein.

ASCOT, DARLING

1. Kleid, very daring, von Prada, um € 1.990 | 2. Champagner-Glas, von Josephinenhütte, um € 68 | 3. Cowboyhut „REMO“ mit Blume, von Mühlbauer, um € 725 | 4. Rennpferd, vom Züchter Ihres Vertrauens, Preis auf Anfrage | 5. Armreif „Lucky Spring“, 5 Motive, von Van Cleef & Arpels, um € 5.950

DIE UNERZÄHLTE GESCHICHTE EINER IKONE

Manche Uhren messen Zeit. Andere erzählen Geschichte. Die „Chronomat“ gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Seit ihrer Einführung in den 1980er­Jahren gilt sie als eine der prägendsten Uhren der modernen Schweizer Uhrmacherei –und als jenes Modell, das Breitling den Weg zurück an die Spitze ebnete.

Text: Lisa Gasteiger­Rabenstein Fotos: Breitling

Die „Chronomat“ wurde in den 1980er-Jahren für die Piloten der italienischen Kunstflugstaffel Frecce Tricolori entwickelt und als Verbindung von stilvoller Eleganz und kompromissloser Funktionalität konzipiert. Sie wurde gebaut, um Kräften jenseits von 7 G standzuhalten und dabei auch außerhalb des Cockpits noch gut auszusehen. Von Mailand über New York bis Tokio erlangte sie rasch Bekanntheit in der Mode- und Popkultur und erhielt von der Vogue den Titel „Uhr der 90er“. Nun kehrt die „Chronomat“ mit subtilen, aber wirkungsvollen Neuerungen zurück und ist nach wie vor sofort an ihren charakteristischen Reitern und dem unverwechselbaren Rouleaux-Armband erkennbar.

Die Breitling „Chronomat“, die ultimative Allzweck-Sportuhr der Marke, wurde in jeder Hinsicht verfeinert und baut dabei auf ihrer letzten Überarbeitung aus dem Jahr 2020 auf. Sie ist Breitlings ultimative Uhr für alle Fälle – für alles und überall. Schlicht, aber unverwechselbar. Selbstbewusst, aber unaufdringlich. Sie vereint Tradition, Alltagstauglichkeit, moderne Uhrmachertechnik sowie ein überarbeitetes, vollständig integriertes Gehäuse und Armband.

Die Geschichte der „Chronomat“ begann auf dem Höhepunkt der Quarzkrise im Jahr 1983, nur vier Jahre nachdem Ernest Schneider Breitling übernommen hatte. Als begeisterter Pilot tat sich Schneider mit dem beliebten Kunstflugteam der italienischen Luftwaffe, den Frecce Tricolori, zusammen, um eine analoge Uhr zu kreieren, die zum einen dem Cockpit gewachsen und zum anderen gleichzeitig elegant genug war, um auch bei formellen Anlässen getragen zu werden. Das

Retro­Plakat aus den 1980ern

Ergebnis übertraf sämtliche Erwartungen: ein flugtauglicher Chronograph mit Tauchfunktion, angetrieben von einem mechanischen Uhrwerk in einer Ära, die von Quarzuhren dominiert wurde. Er war konstruiert, um Kräften von bis zu 20 G standzuhalten –weit über die 7-G-Kräfte hinaus, die der menschliche Körper aushalten kann –, robust, professionell und mit einer kühnen, unverkennbaren Präsenz.

Das unverwechselbare Rouleaux-Armband unterstrich die Identität des „Chronomat“ und verlieh ihm Komfort wie auch Charakter. Von diesem Moment an war die Uhr nicht mehr auf das Cockpit beschränkt. Sie war dazu bestimmt, zu Breitlings ultimativer Allzweck-Sportuhr aufzusteigen. Also definitiv nicht ein Trend, sondern ein Stück für die Ewigkeit.

WAS WIRKLICH ZÄHLT, IST DIE

SEELE

Ein Besuch bei Josef Renz in Kreisbach

Tausende Quadratmeter Geschäftsfläche, mehr als 30 Jahre Erfahrung und ungezählte geschichtsträchtige Stücke aus aller Herren Länder –doch Josef Renz, der Doyen der Antiquitäten, winkt ab. „Was sind schon Zahlen! Was wirklich zählt, ist die Seele.“ Dann zeigt er sein verschmitztes Lächeln, zückt die Schlüssel – und im nächsten Augenblick öffnet sich dem Besucher an diesem strahlenden Sonnentag im niederösterreichischen Kreisbach eine neue Welt.

Zuerst ist da der Duft von Bienenwachs auf einem kühlenden Windhauch. Dann hört man von fern das tiefe, sonore Schlagen einer Standuhr, und man ahnt: Nicht in Sekunden teilt sie die Zeit ein. Es sind ganze Epochen.

Unter der Führung des Meisters treten wir ein und brauchen einige Sekunden, bis sich die Augen an das sanft durch alte Bauernfenster strömende Licht gewöhnt haben. Dann aber können wir uns gar nicht mehr satt sehen! Dort an der Wand das herrlichste Blau eines Sommerhimmels und eine sattgrüne Landschaft – wäre da kein Goldrahmen, würde man nicht glauben, dass sie gemalt ist. Gleich darunter der kleine Fauteuil mit einem schlicht gemusterten Stoff, als wäre er gerade eben aus der Werkstätte eines BiedermeierTischlers gekommen. Überall funkelt und glänzt es, geht ein stilles Leuchten von den Dingen aus. „Alles hat eine Geschichte“, sagt Josef Renz und bittet uns näher an einen Empire-Schreibtisch heran. „Schauen Sie hier zum Beispiel ...“ Er deutet auf eine winzige, fast

unsichtbare Kerbe im Holz. „Das ist kein Makel – das ist das Leben. Hier saß vor zweihundert Jahren jemand bei Kerzenschein, schrieb einen Brief und ließ vielleicht vor Aufregung den Federkiel fallen. Was meinen Sie: Wollen wir diesen Moment wegschleifen oder wollen wir ihn für die nächsten Generationen bewahren?“

Das Holz hat sein Gedächtnis

Spätestens jetzt wird einem wohl klar: Josef Renz ist kein Händler – er ist ein Bewahrer, ein Retter des Schönen und Guten. Die römische Münze in der Vitrine und ihr matter Glanz. Der gewaltige Brautschrank in der Ecke dort. Der raue Holzschnitt, der das Antlitz einer Magd zeigt. Der ergebene Blick einer gotischen heiligen Barbara. Oder jene Farbexplosion, die man erst auf den zweiten Blick als Wandschirm erkennt. Hier ist ihr Zufluchtsort, hier finden sie zu ihrem alten Glanz. Dass hier alles so lebendig ist und strahlt, ist freilich kein Zufall. Der geprüfte Tischlermeister hat sich nämlich, als einer der wenigen Experten Österreichs, keine einfache Aufgabe gestellt: Wenn er eine barocke

Kommode oder einen Biedermeier-Sekretär restauriert, greift er nicht etwa zu modernen Abkürzungen. Da wird ganz im Gegenteil Schellack in unzähligen, hauchdünnen Schichten von Hand aufpoliert. Da wird Knochenleim nach Rezepturen angerührt, die schon vor Jahrhunderten Gültigkeit hatten. „Das Holz hat sein Gedächtnis“, sagt Josef Renz, während seine Finger über die Intarsien eines Beistelltischchens gleiten. „Wenn man mit Chemie oder Eile drüberfährt, verliert es seine Würde.“

Das Herzstück des Antiquitätenzentrums

Etwas, das ihm ganz besonders am Herzen liegt, will er uns heute noch zeigen. Wir folgen ihm durchs Kaminzimmer, erhaschen einen flüchtigen Blick in den Weinkeller, trippeln über eine kleine, knarzende Stiege hinauf in den ersten Stock. Vor einem Ölgemälde bleibt er stehen. „Das hier“, sagt er, und für einen Moment funkelt es in seinen Augen, „das hier ist für mich eines der schönsten Bilder, die der Küffer je gemalt hat.“

Fritz Küffer, das ist der fast vergessene Meister aus Wilhelmsburg, dessen Bilder Frohsinn und Lebensfreude versprühen. Ein beachtlicher Teil seines Nachlasses ist hier dauerhaft ausgestellt und für die Zukunft bewahrt. So auch dieses Porträt. Es zeigt Oda, die Tochter des Malers. Sie scheint leise zu lächeln, als erinnerte sie sich an etwas … doch da fällt ein schmaler Streifen Nachmittagssonne auf ihre Stirn, und schon ist der Gedanke verschwunden, ist das hübsche kleine Gesicht wieder ganz gelöst. Uns aber erinnert die sinkende Sonne an den Aufbruch, denn unser Besuch neigt sich dem Ende zu. Aber was heißt schon „Besuch“? Dies war nicht bloß der kurzweilige Rundgang durch ein Antiquitätengeschäft – es war eine Reise in die Tiefen der Seele, beinahe wie in einem Traum, aus dem uns nun das

Josef Renz

Hier trifft jahrzehntelange Erfahrung auf echte Begeisterung. Sein Wissen wirkt beinahe grenzenlos – von barocken Möbeln über kunsthistorische Details bis zu Marktmechanismen und Restaurierungsfragen.

Geräusch des ins Schloss fallenden Eingangstors weckt. Da stehen wir noch eine Weile gedankenverloren, ehe wir aufbrechen. Und nicht nur das Wissen um edle Hölzer und jahrhundertealte Handwerkskunst nehmen wir mit nach Hause, sondern auch die Gewissheit, dass es um das Schöne, Gute und Wahre eigentlich recht gut bestellt ist.

Josef Renz – die Adresse für historische Werte mit Geschichte

Ob geerbte Kostbarkeiten, eine gewachsene Sammlung, die neue Wege gehen soll, oder die Suche nach einem außergewöhnlichen Unikat: Mit geschultem Blick, langjähriger Erfahrung und höchster Diskretion begleitet Sie Josef Renz beim An- und Verkauf von Kunst, Antiquitäten und historischen Wertgegenständen. Hier finden besondere Stücke nicht nur neue Besitzer, sondern auch die Wertschätzung, die ihrer Geschichte gebührt.

Hausherr Josef Renz öffnet seine Pforten jeden Samstag von 10 bis 15 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung und heißt seine Gäste persönlich willkommen.

Antiquitätenzentrum Josef Renz

Kreisbacher Straße 31 3150 Wilhelmsburg +43 664 4407906 info@antik-renz.at www.antik-renz.at

MUSEEN AN DEN SCHÖNSTEN ORTEN SALZBURGS

Das Salzburg Museum bereichert die Stadt ab 2026 mit zwei neuen kulturellen Highlights: Orangerie Salzburg im Mirabellgarten und Sound of Music Salzburg in Hellbrunn.

Ein Bild, so weit das Auge reicht: Johann Michael Sattlers berühmtes Rundgemälde der Stadt Salzburg und ihrer grünen Umgebung entstand in den 1820er-Jahren und zeigt auf einen Blick, weshalb das historische Zentrum seit 1996 zum UNESCO Welterbe zählt. Seit 27. Juni ist das legendäre Stadtpanorama – rundum 25 Meter – das Herzstück des neuen Museumsprojekts in der „Orangerie Salzburg“ im Garten von Schloss Mirabell. Topografisch hochgradig exakt ausgeführt, präsentiert der Maler Salzburg an einem Septembertag um 16 Uhr, wie auch alle abgebildeten Kirchturm- und Sonnenuhren bestätigen. Zwischendrin spielt sich das Stadtleben ab: Handwerker und Geistlichkeit, Bürger und Bauern lassen sich bei ihren alltäglichen Tätigkeiten über die Schulter schauen. Im Wechselspiel mit interaktiven Multimediastationen, Videos und Spielen des Ars Electronica Futurelabs lädt das Salzburg Museum in der Orangerie zur innovativen Begegnung mit den Anliegen der UNESCO Welterbekonvention und deren konkreter Wirkung für Salzburg ein. Fokussierte Sonderausstellungen und partizipative Gesprächsrunden im „Forum“ der Orangerie machen das Welterbe jetzt zum Gesprächsthema für alle.

Orangerie Salzburg Mirabellplatz 3, 5020 Salzburg www.orangeriesalzburg.at

Foto: © Salzburg Museum/M. Rigaud

EIN PHÄNOMEN: SOUND OF MUSIC SALZBURG

Mehr noch als Wolfgang Amadé Mozart zieht „The Sound of Music“ Gäste aus aller Welt nach Salzburg. Sie folgen den Spuren der Hollywood-Filmproduktion zu den originalen Drehorten vom Kloster Nonnberg über das Schloss Leopoldskron, den Mirabellgarten und St. Gilgen bis zum „Gazebo“ in Hellbrunn. Der Film mit Julie Andrews als Maria und Christopher Plummer als Kapitän von Trapp kam 1965 ins Kino, wurde mit fünf Academy Awards ausgezeichnet und begeistert bis heute ein Millionenpublikum.

Im neuen Museumsprojekt „Sound of Music Salzburg“ des Salzburg Museums kommen erstmals alle Aspekte des Phänomens zusammen: Die wahre Geschichte der singenden Trapp-Familie, die Entstehung des Mythos, die Umsetzung als Broadway-Musical, schließlich die deutsche und die US-amerikanische Verwandlung für die Kinoleinwand. Immersiv und unerwartet. „Edelweiss“, die heimliche Hymne, hat Potenzial für die Zukunft! Live zu erleben ab 20. September 2026.

INFOBOX

Sound of Music Salzburg Fürstenweg 35, Salzburg-Hellbrunn www.soundofmusicsalzburg.at

Carl Blechen (1798–1840), Italienische Landschaft, Öl/Leinwand, signiert und datiert 1827, 39 x 32 cm, Schätzpreis 170.000 €

Carl Spitzweg (1808–1885), Lesender Herr im Park, Öl/Karton, signiert, 25 x 19 cm, Schätzpreis 30.000 €

Karl Möbius (1876–1953), Speerwerfer, Berlin, H. 153 cm, Schätzpreis 180.000 €

GROSSE HERBSTAUKTION

AUF SCHLOSS AHLDEN

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten … Verkauft! Mit einer erstklassigen Auswahl an Kunst, Antiquitäten, Schmuck und Luxusaccessoires trumpft das deutsche Kunstauktionshaus Schloss Ahlden einmal mehr vom 4. bis zum 6. September auf.

Über 3.500 Objekte bieten Liebhabern, Händlern und Sammlern ein schier unerschöpfliches Potenzial für Entdeckungen von besonderen Einzelstücken, lang gehegten Wunschobjekten, unbemerkten Schätzen und außergewöhnlichen Schnäppchen.

Neben Möbeln, Porzellanen, Silber, Teppichen, Armbanduhren, Schmuck, Designklassikern und VintageObjekten besticht dieses Mal insbesondere das herausragende Angebot an Gemälden und Skulpturen und spiegelt dabei die exzellenten Ergebnisse der vergangenen Auktionen wider, als unter anderem eine KlimschBronze mit 363.000 € zu einem absoluten Weltrekordpreis für diesen Künstler versteigert werden konnte. Neben Plastiken von Fritz Klimsch (1870–1960), Georg Kolbe (1877–1947), Ernst Barlach (1870–1938) und Josef Thorak (1889–1952) fallen hierbei vor allem auch Bruno Bruni (* 1935) mit einem selbst für ihn ungewöhnlichen Frauenakt aus Carrara-Marmor zu einem Startpreis von 120.000 €, die bislang als verschollen gegoltene Bronze eines Speerwerfers des Künstlers Karl Möbius (1876–1953) zu 180.000 € sowie ein monumentaler Frauenakt des österreichischen Bildhauers Ludwig Kasper (1893–1945) mit einem Schätzwert von 240.000 € ins Auge.

Unter den Gemälden finden sich Bilder von Albert Kappis (1836–1914), Adolf Schreyer (1828–1899) und Eduard Hildebrandt (1818–1868), zwei herausragende Werke von Carl Blechen (1798–1840) mit unterschiedlichen Italienmotiven – eine mit 120.000 € angesetzte Mönchsprozession und eine sehenswerte Landschaft zu 170.000 € – sowie drei Arbeiten Carl Spitzwegs (1808–1885) mit Taxen zwischen 20.000 € und 30.000 €.

Bereits ab 23. August besteht bis 2. September die Möglichkeit zur öffentlichen Auktionsvorbesichtigung im historischen Ambiente von Schloss Ahlden. Im Nachgang der Auktion finden überdies gesonderte Nachverkaufsausstellungen für unverkauft gebliebene Objekte statt, die dort direkt und ohne weitere Steigerung zum Katalogpreis erworben werden können. Wer trotz allem nicht persönlich vor Ort sein kann, sichtet die hochwertig gestalteten Auktionskataloge unter www.schloss-ahlden.de kostenfrei von zu Hause aus und beteiligt sich bequem online über Schloss Ahlden Live oder am Telefon. Einlieferungsanfragen für künftige Auktionen können jederzeit gerne per E-Mail unter info@schloss-ahlden.de gestellt werden.

INFOBOX

Kunstauktionshaus Schloss Ahlden

Große Straße 1, 29693 Ahlden/Aller +49 5164 80100 | info@schloss-ahlden.de www.schloss-ahlden.de

Nächste Auktion: 4. – 6. September 2026

Vorbesichtigung: 23. August – 2. September 2026

Kultur, Jubiläum & Sommerkino

Juli 2026 – Juni 2027

Im berühmten Luftkurort Reichenau an der Rax, nur eine Stunde von Wien entfernt, wartet Schloss Wartholz mit einem hochkarätigen ganzjährigen Kulturprogramm auf.

Einst Lieblingswohnsitz der Kaiserfamilie, ist Schloss Wartholz mit seiner malerischen Parkanlage seit nun bald 20 Jahren für seine Orangerie, mit Shop und Café-Restaurant, bekannt. Das Jubiläum der Orangerie wird in der kommenden Kultursaison gefeiert.

Schrammelmusik im Schlosspark, Salonkonzerte und Kamingespräche

Im Sommer 2026 finden zwei PicknickKonzerte vor der einzigartigen Kulisse von Schloss Wartholz statt (6.7. Rafael Fingerlos und OÖ. Concert-Schrammeln, 19.7. Philharmonia Schrammeln Wien mit Cornelia Horak), die Dienstage im Juli und August bieten Entspannung beim Kino unter Sternen. Weitere Konzertformate gibt es über das Jahr verteilt, welche durch exklusive Konzerte im Schloss ergänzt werden. Zu Gast sind u.A. Andreas Schager und Lidia Baich, Patricia Nolz, Clemens Unterreiner, Alois Mühlbacher, Christoph Wagner Trenkwitz und Cornelius Obonya. Außerdem sind Ensembles wie die Philharmonic Five und das Ensemble Wien zu hören, sowie erstmals das Opernstudio der Wiener Staatsoper mit seinem neuen künstlerischen Leiter Adrian Eröd. Abgerundet wird das Programm durch die beliebten Kamingespräche, u.A. mit Rudolf Buchbinder.

Die vom Ringstraßen-Architekt Heinrich von Ferstel entworfene Anlage am Fuße der Rax lädt dazu ein, den Konzertbesuch durch einen Spaziergang oder Besuch im Orangerie-Café abzurunden – ein perfektes Ziel für Tagesoder Wochenendausflüge. Auf Anfrage wird auch der Transfer von und zum Bahnhof Payerbach-Reichenau organisiert.

Schloss Wartholz | Hauptstraße 113 | 2651 Reichenau an der Rax

Robert Ramsauer mit Arbeiten von Marina Faust und Nicolas Jasmin

ROBERT RAMSAUER

... und die Kunst, in Wien an etwas zu glauben, das längst totgesagt wurde

Es gibt Menschen, die in einen Raum kommen und sofort wirken, als würden sie ihn bereits besitzen. Nicht laut. Eher mit dieser schwer erklärbaren Mischung aus Ruhe, Geschmack und einem gewissen Instinkt dafür, wo Energie entsteht. Robert Ramsauer ist so jemand. Einer, der nicht aussieht wie der klassische Kunstmarkt-Mann – und der vielleicht gerade deshalb heute zu den wichtigsten Figuren der Wiener Gegenwartskunstszene zählt.

Wenn man ihn trifft, spricht er nicht, als würde er „bloß“ eine Messe organisieren. Er spricht wie jemand, der Räume baut, Begegnungen, Möglichkeiten. Das erklärt, warum die PARALLEL Vienna heute mehr ist als eine Kunstmesse. Sie ist eine Haltung geworden, ein urbanes Lebensgefühl. Und nach dem langsamen Verschwinden vieler anderer Formate womöglich die letzte relevante Contemporary-Art-Messe Wiens.

Robert Ramsauer selbst kommt nicht aus jener alten Wiener Kunstwelt, die sich jahrzehntelang in Galerien, Fördernetzwerken und Champagner-Eröffnungen reproduziert hat. Darin liegt seine Stärke. Er ist Sammler, Unternehmer, Kulturmensch – und vor allem Beobachter. Er hat früh verstanden, dass sich die Regeln verändert haben, dass Menschen heute keine sterilen Kuben mit höflicher Distanz suchen. Sie wollen Erlebnisse, Reibung und Kunst, die lebt.

„Die klassische Kunstmesse muss sich stark weiterentwickeln“, sagte Robert Ramsauer. Dies hört sich fast wie eine Kampfansage an. Doch Ramsauer meint damit keine Apokalypse, sondern eher eine Befreiung. Denn während viele Veranstaltungen versuchen, immer größer, glatter und internationaler zu werden, entwickelte sich die PARALLEL Vienna in die andere Richtung: roher, persönlicher, experimenteller.

Die Geschichte der Messe begann im Jahr 2013. Damals entstand die PARALLEL Vienna als Gegenentwurf zur etablierten Kunstmesselandschaft – halb

Off-Space, halb Party. Und improvisiert. Was damals anarchisch wirkte, wurde über die Jahre zu einer der stärksten Marken im deutschsprachigen Kunstbetrieb. Genutzt wurden Zollämter, Postgebäude, alte Bürohäuser, später schließlich das OttoWagner-Areal – Orte mit Geschichte und jener morbiden Wiener Schönheit, die Instagram nie ganz einfangen kann.

Ramsauer kam in einer Phase dazu, in der sich vieles neu ordnete. Gemeinsam mit Stefan Bidner, Daniel Haider und Alexander Knechtsberger begannen sie, die PARALLEL Vienna als kulturelles Gesamterlebnis zu definieren. Heute geht man dort nicht einfach „Kunst anschauen“. Irgendwo spielt Musik, draußen stehen Leute mit Naturwein, drinnen performt jemand zwischen halb zerfallenen Jugendstilfliesen. Hier liegt die eigentliche Genialität dieses Formats: Es fühlt sich nicht wie ein Pflichttermin an.

Mittlerweile präsentieren dort über hundert Aussteller:innen aus unterschiedlichsten Bereichen ihre Arbeiten – Galerien neben Projekträumen, Off-Spaces neben etablierten Positionen. Statt Hochglanz gibt es Atmosphäre. Das Publikum reicht von Künstler:innen, DJs und Modemenschen über Kurator:innen und Sammler:innen bis zu Student:innen, die zufällig wegen einer Party an diesem Ort landen und plötzlich Kunst entdecken.

Dort beginnt auch die Geschichte von Robert Ramsauer selbst: fernab jener klassischen Kunstkarrieren, die oft über Akademien, Galerienetzwerke oder Sammlerfamilien führen. Seine Geschichte beginnt zwischen Wäldern, Bergen und einer Kindheit in der Steiermark.

Geboren 1979, halb Steirer, halb Kärntner, wächst Ramsauer in Kalwang auf – in einer Gegend, in der Natur noch Alltag und keine romantisierte Wochenendkulisse ist. Sein Vater war Forstdirektor für die Wälder der Familie Liechtenstein in Österreich.

Die Familie lebte auf dem eigenen Forstbetrieb unweit des Grünen Sees. Eine geerdete Welt, beinahe archaisch. Vielleicht erklärt dies, warum Ramsauer bis heute nie wie jemand wirkt, der sich über Status definieren muss.

Mitte der 1990er-Jahre zieht er an die London School of Economics und studiert Wirtschaft und Philosophie – eine damals progressive Kombination. London ist zu dieser Zeit in einem Ausnahmezustand: Britpop, New Labour, die Young British Artists (YBAs), neue Energie. Die Stadt saugt Menschen aus aller Welt an. Ramsauer bleibt.

Mit Anfang zwanzig beginnt er, im Finanzbereich zu arbeiten, und landet bei Blackstone – die Firma baute gerade ihr europäisches Geschäft auf. Er gehört dort zu den ersten Mitarbeitern, arbeitet später zwischen London und New York und übernimmt internationale Rollen. Über zwanzig Jahre verbringt er in dieser Welt aus Kapital und Geschwindigkeit.

Parallel dazu beginnt eine zweite Geschichte. Während andere Banker sich für Yachten oder Sportwagen interessieren, verbringt Robert Ramsauer seine Zeit in East London, dort, wo Anfang der 2000er eine neue Kunstszene entsteht. Er kauft früh Banksys – lange bevor dieser ein globales Millionenphänomen wird. Damals hängen die Arbeiten halb illegal an Mauern oder tauchen in Pop-ups auf. „I love this stuff, I want to have it“, beschreibt Ramsauer diese Phase lachend. Nicht als Investment, sondern aus Instinkt. Dieser Zugang zieht sich bis heute durch seine Sammlung.

Robert Ramsauer lebt mit den Arbeiten, tauscht sie aus, hängt um. In seiner Sammlung finden sich österreichische Positionen wie Valie Export, Birgit Jürgenssen, Franz West, Marina Faust, Gelitin, Martha Jungwirth, Angelika Loderer, Lois Weinberger, Sophie Thun, Toni Schmale oder Christian Eisenberger ebenso wie internationale Arbeiten und junge Künstler:innen, die oft noch gar nicht vollständig im Markt angekommen sind.

Auf diese Weise unterstreicht Ramsauer seine Glaubwürdigkeit. Er spricht über Kunst nie wie über Rendite, sondern wie über Beziehungen. Irgendwann kommt der Punkt, an dem ihm die Finanzwelt nicht mehr reicht – er zieht die Reißleine.

Skulptur von Lois Weinberger

Gemeinsam mit seiner Frau Karoline, ehemals Kunstrechtsanwältin und nun Mediatorin im Kunst- und Kulturbereich, entscheidet er sich für einen radikalen Neuanfang in Paris. Diese Entscheidung wirkt weniger strategisch als intuitiv. Ramsauer glaubt, dass Paris sich zum wichtigsten Kunstzentrum Europas entwickelt, möglicherweise der Welt. Nach Brexit und den strukturellen Veränderungen in London beobachtet er seit Jahren, wie sich das kulturelle Gewicht verschiebt. Mit Institutionen wie der Fondation Louis Vuitton, der spektakulären Bourse de Commerce – The Pinault Collection und der Fondation Cartier pour l’art contemporain entsteht dort ein neues kulturelles Kraftzentrum, das die schon bestehenden Museen weiter katalysiert. Private Stiftungen investieren in zeitgenössische Kunst, internationale Galerien eröffnen Dependancen, Sammler wie auch die Art Basel ziehen nach Paris, Künstler:innen folgen. Ramsauer sieht in Paris heute jene Energie, die früher Shoreditch oder Chelsea hatten: eine Stadt im kulturellen Aufbruch. Trotzdem bleibt Wien für ihn zentral – wahrscheinlich, weil es anders funktioniert.

Ramsauer spricht oft darüber, wie einzigartig dieses Wiener Kulturbiotop eigentlich ist: die Opernstehplätze, die vergleichsweise leistbaren Altbauwohnungen, die Dichte an hervorragenden Museen und Universitäten, Off-Spaces, Galerien und die jungen Kreativen. Für ihn ist Wien kulturell Weltklasse – nur oft schlechter darin, sich international selbst zu verkaufen. Genau dort setzt die PARALLEL Vienna an.

Denn die Messe funktioniert heute längst nicht mehr wie eine klassische Kunstmesse. Sie ist gleichzeitig Ausstellung, sozialer Raum, urbanes Festival und kulturelle Plattform. Ramsauer spricht fast obsessiv über Atmosphäre. Über die Idee, dass Menschen heute nicht mehr bloß Kunst anschauen wollen, sondern Situationen erleben möchten. Deshalb wird bei der PARALLEL Vienna plötzlich auch über Espressoqualität, Food-Konzepte mit Mochi oder kuratierte Dinner mit Lobmeyr-Glas nachgedacht. Weil Kunst heute nicht mehr isoliert funktioniert. Und genau darin liegt die Zukunft des Formats. Während traditionelle Kunstmessen oft noch versuchen, ein altes Modell künstlich am Leben zu erhalten, hat die PARALLEL Vienna verstanden, dass neue Generationen anders konsumieren. Deshalb wirkt sie heute relevanter als viele größere Messen. Weil sie durchlässiger ist, weniger arrogant.

Heute beobachten internationale Sammler:innen, Kurator:innen und Institutionen das Format aufmerksam. Und plötzlich steht die PARALLEL Vienna da wie der letzte große Überlebende einer Ära. Last Man Standing eben. Dennoch sieht Ramsauer das nicht als Triumph. Im Gegenteil. Er spricht überraschend solidarisch über die Wiener Kunstszene. Darüber, wie wichtig Konkurrenz, Austausch und unterschiedliche Formate eigentlich wären. Dass Wien das Potenzial hätte, eine ganze internationale Kunstwoche aufzubauen – mit Museen, Galerien, curated by, PARALLEL und weiteren Formaten gemeinsam. Denn das fehlt

Skulptur von Gert Resinger

PARALLEL VIENNA 2026

9. – 13. September 2026 Otto-Wagner-Areal, Baumgartner Höhe 1, 1140 Wien www.parallelvienna.com

ihm oft in Österreich: weniger Neid, mehr gemeinsames Denken. Wahrscheinlich ist auch das eine Folge seiner internationalen Jahre. Er versteht Kunst nicht als Nullsummenspiel, sondern als Ökosystem. Und vielleicht ist Robert Ramsauer deshalb gerade die richtige Figur für diesen Moment: jemand, der zwanzig Jahre lang gelernt hat, globale Systeme zu verstehen, und heute Räume schaffen kann, in denen Menschen wieder tatsächlich etwas fühlen.

Kein klassischer Messemanager, sondern jemand, der begriffen hat, dass Kultur heute weniger mit Repräsentation zu tun hat als mit Atmosphäre. Mit Communitys. Mit echten Begegnungen. Gemeinsam mit seinem Team – Silke Eggl, seinem Schwager Alex Knechtsberger sowie den Gründern Daniel Haider und Stefan Bidner – ergibt sich eine Konstellation, die hervorragend funktioniert. Sie brennen für die PARALLEL Vienna, die langsam, aber stetig wächst und dabei immer wieder Neues hervorbringt. Wir sind gespannt, was uns im September auf der Baumgartner Höhe in Wien erwartet.

Skulpturen von Constantin Luser, Lili Reynaud­Dewar und Marcus Geiger

DIE BEWAHRER DER PATINA

Wo historische Möbel eine Zukunft bekommen: Andrea und Richard Addison bewahren mit meisterhafter Restaurierung nicht nur wertvolle Originale, sondern auch die Geschichten, Erinnerungen und Handwerkskünste vergangener Generationen.

Text: Lisa Gasteiger­Rabenstein

Fotos: Joseph Gasteiger­Rabenstein

Zwischen königlichen Gemächern, Wiener Bürgerhäusern und geliebten Familienerbstücken liegt die Welt von Andrea und Richard Addison. In ihrem Wiener Atelier restaurieren sie historische Möbel nicht nur – sie bewahren Erinnerungen, Handwerkskunst und Kulturgeschichte für kommende Generationen.

Manche Möbel erzählen Geschichten, andere tragen ganze Familienchroniken in sich. Ein BiedermeierSekretär, an dem Generationen geschrieben haben. Der Schrank der Großmutter, der jeden Umzug überstanden hat. Oder ein kunstvoll furnierter Tisch, dessen Oberfläche Spuren des gelebten Alltags zeigt. Für Andrea und Richard Addison beginnt genau dort ihre Arbeit. Seit 2004 führen die beiden ihr Atelier für Restaurierung und Konservierung historischer Möbel und Holzobjekte in Wien. Was sie antreibt, ist weit mehr als die Liebe zum Holz – es ist die Überzeugung, dass historische Möbel nicht „wie neu“ gemacht werden müssen, sondern würdevoll altern dürfen. „Ein Möbelstück muss seine Geschichte behalten dürfen“, sagt Richard Addison. Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch jedes Projekt des Ehepaars.

Die Begegnung zweier Restauratoren. Kennengelernt haben sich Andrea und Richard in England. Während Andrea nach ihrer Ausbildung im Möbelbau und Innenausbau ihre Spezialisierung auf Restaurierung vertiefte, hatte Richard bereits mehrere Jahre am renommierten London College of Furniture studiert und gearbeitet. Später unterrichtete er am West Dean College, einer der angesehensten Ausbildungsstätten für Restaurierung in Großbritannien. Dort kreuzten sich auch ihre Wege. Richard stammt aus Nordengland und wuchs in Cambridge auf, bevor ihn seine Leidenschaft für Möbel und Handwerk nach London führte. Andrea entdeckte ihre Begeisterung für Restaurierung bereits als Kind. „Meine Eltern ließen damals Möbel restaurieren, mit denen ich aufgewachsen bin. Es war faszinierend, zu sehen, wie diese Stücke plötzlich wieder in ihrem alten Glanz erschienen“, erinnert sie sich. Heute verbinden beide ihre unterschiedlichen Erfahrungen zu einem gemeinsamen Verständnis von Restaurierung: So viel Originalsubstanz wie möglich erhalten, so wenig wie nötig verändern.

Vom Buckingham Palace nach Wien. Bevor die Addisons ihr eigenes Atelier gründeten, sammelte Richard Erfahrung bei Plowden & Smith Ltd., einer der anerkanntesten Restaurierungsfirmen Großbritanniens, wo er lange Jahre als Möbelrestaurator, später

Beim Chinesischen Zimmer im Schloss Schönbrunn in Wien hatten die Addisons ihre kunstfertigen Finger im Spiel.

als Projektmanager tätig war. Er arbeitete unter anderem an Projekten im Buckingham Palace oder im British Museum und restaurierte Möbel auch für internationale Auftraggeber. Nach Jahrzehnten in London wuchs allerdings der Wunsch nach Veränderung. „Wir wollten uns selbstständig machen und ein anderes Lebensumfeld entdecken“, erzählt Richard. Wien wurde zur neuen Heimat – eine Entscheidung, die sich bewährt hat. Heute arbeiten die Addisons sowohl für Privatkunden als auch für öffentliche Institutionen und Museen.

Zu ihren jüngsten Projekten zählen die Restaurierung des Blauen Chinesischen Salons im Schloss Schönbrunn sowie Arbeiten im Wiener Künstlerhaus. Auch Möbel für Museen wie das Wien Museum wurden bereits in ihrem Atelier konserviert und restauriert. Wer die Werkstatt betritt, erkennt schnell: Restaurierung ist weit mehr als Reparatur. Jeder Eingriff folgt klaren Grundsätzen. Verwendet werden möglichst originalgetreue Materialien und reversible Methoden. Patina

„Wir restaurieren nicht für den Moment – wir restaurieren für die nächste Generation.“

wird nicht entfernt, sondern geschützt; Fehlstellen werden ergänzt, ohne die Geschichte des Objekts auszulöschen. „Was einmal abgeschliffen ist, ist für immer verloren“, erklärt Richard. Gerade darin sehen die beiden eine der größten Herausforderungen ihrer Arbeit. Oft müssen sie Schäden beheben, die durch frühere unsachgemäße Reparaturen entstanden sind. Nägel an den falschen Stellen, ungeeignete Leime oder übermäßiges Abschleifen können historische Möbel dauerhaft entwerten. Dabei sind die spektakulärsten Schäden nicht immer die schwierigsten. „Wenn ein Möbelstück in Würde gealtert ist und einige Furnierteile fehlen, lässt sich das oft einfacher restaurieren als ein Stück, das bereits mehrfach falsch behandelt wurde.“

Schätze zwischen den Schubladen. Besonders berührend sind jene Momente, in denen plötzlich die Geschichte eines Möbelstücks greifbar wird. Immer wieder finden die Addisons beim Restaurieren persönliche Gegenstände: alte Briefe, Fotos oder Er-

innerungsstücke, die davor jahrzehntelang verborgen geblieben sind. „Einmal fanden wir eine Locke einer Urgroßmutter gemeinsam mit einem Brief“, erzählt Richard.

Solche Funde verleihen den Möbeln eine zusätzliche Dimension. Sie erinnern daran, dass es sich nicht um

bloße Einrichtungsgegenstände handelt, sondern um Zeitzeugen menschlicher Geschichten.

Gegen die Wegwerfmentalität. Trotz ihrer kulturellen Bedeutung stehen historische Möbel heute vor einer Herausforderung: Der Antiquitätenmarkt befindet sich seit Jahren im Wandel. Viele Menschen

„Wenn Familiengeschichte auf der Werkbank liegt ...“

bevorzugen moderne, minimalistische Einrichtungen. Wohnräume werden kleiner, historische Schränke und Kommoden wirken oft zu groß oder zu aufwendig. Gleichzeitig überschwemmen günstige Serienmöbel den Markt. Für die Addisons ist das jedoch kein Grund zur Resignation, denn die Menschen, die ihre Möbel restaurieren lassen, tun dies mehrheitlich aus anderen Gründen als aus finanziellen. „Die meisten Kunden wollen ihre Möbel gar nicht verkaufen. Sie möchten sie erhalten und weitergeben.“ Genau darin liegt der eigentliche Wert: Ein restauriertes Möbelstück wird zum Unikat mit Geschichte – etwas, das kein Massenprodukt ersetzen kann.

Handwerk für die Zukunft. Ob Furnierergänzungen, Intarsienarbeiten, historische Schellackpolituren, Vergoldungen oder kunstvolle Schnitzereien – viele der Techniken, die im Atelier Addison angewendet werden, sind heute selten geworden. Jede Restaurierung erfordert Geduld, Präzision und oft viele Stunden Handarbeit. Allein auf die Wiederherstellung einer historischen Oberfläche können, abhängig

von der Größe und dem Zustand des Objekts, bis zur Hälfte der für die Gesamtrestaurierung benötigten Arbeitsstunden entfallen – zehn, zwanzig, manchmal sogar hundert Stunden. Doch genau diese Hingabe macht den Unterschied.

„Wir restaurieren nicht für den Moment“, sagen Andrea und Richard Addison. „Wir restaurieren für die nächste Generation.“ Und vielleicht ist genau das in einer schnelllebigen Zeit der wahre Luxus: Dinge nicht zu ersetzen, sondern ihre Geschichte weiterzuschreiben.

INFOBOX

ADDISON – Restaurierung und Konservierung historischer Möbel und Holzobjekte Diefenbachgasse 22/5 1150 Wien ra@addison.at www.addison.at Tel.: +43 1 8920078

HERITAGE meets CONTEMPORARY by Land ROVER

Im Salon fand man Kunst von BRP.at und Galerie Zippenfenig.

Wo Geländewagen zu Hause sind: Die neuesten Modelle von Range Rover und Defender bewiesen ihre Stärken inmitten der beeindruckenden Berglandschaft Niederösterreichs.

Ein Geländewagen muss getestet werden – wo sonst, wenn nicht im Gelände? Genau diesem Gedanken folgte das Autohaus Czeczelits und lud gemeinsam mit Arno Herold (BRP.at), Galerie Zippenfenig und Schlossseiten zu einem außergewöhnlichen Nachmittag nach Schwarzau im Gebirge ein. Die Kulisse – das historische Anwesen von Dr. Graf Karl Arco, eingebettet in die beeindruckende Berglandschaft der niederösterreichischen Alpen – hätte passender kaum sein können. Hier traf britische Automobilkultur auf österreichische Gastlichkeit, zeitgenössische Kunst auf gelebte Geschichte und luxuriöse Mobilität auf authentisches Naturerlebnis.

Im Mittelpunkt standen die aktuellen Modelle von Range Rover und Defender. Besonders die exklusive SV-Linie sowie der Defender OCTA sorgten dabei

für Aufsehen. An Leistung mangelte es an diesem Nachmittag jedenfalls nicht. In kleinen Gruppen konnten die Gäste die Fahrzeuge dort erleben, wo sie sich am wohlsten fühlen – abseits befestigter Straßen, auf Schotterwegen, durch Waldstücke und entlang anspruchsvoller Geländepassagen. Die Offroad-Driving-Experience vermittelte eindrucksvoll, warum Land Rover seit Jahrzehnten als Synonym für souveräne Geländetauglichkeit gilt.

Doch das Event bot weit mehr als automobile Faszination. Während die einen die Luxusfahrzeuge testeten, tauchten die anderen Gäste in die besondere Atmosphäre des Anwesens ein. Für den kulinarischen Rahmen zeichnete Lukas Pieler verantwortlich. Bereits im Gartenhaus duftete es verführerisch nach frisch gebackener Pizza, die direkt aus dem hauseigenen Steinofen

„Wenn

Mit dem Defender OCTA durfte man das Geländer erkunden.

Kunst Räume belebt und Automobile zu Lifestyle­Ikonen werden ...“

serviert wurde. Im Untergeschoss des Herrenhauses erwartete die Gäste eine großzügige historische Küche, die mit ihrem authentischen Charme an vergangene Zeiten erinnerte. Hier entstanden hausgemachte Spezialitäten, feine Tarteletten und kleine Köstlichkeiten, die den Nachmittag genussvoll begleiteten. Das Ambiente ließ an Stimmigkeit nichts zu wünschen übrig –herzlich, elegant und zugleich ungezwungen.

Auch Kunst und Design spielten eine zentrale Rolle. Der Salon des Hauses wurde von Arno Herold und Markus Zippenfenig als kuratierte Ausstellung insze-

niert. Zeitgenössische Kunstwerke und ausgewählte Designklassiker traten in einen spannenden Dialog mit den historischen Räumen des Anwesens. Besonders reizvoll war dabei das Wechselspiel zwischen Tradition und Moderne, das sich wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung zog.

Passend dazu präsentierte Schlossseiten gemeinsam mit Carolina Porsche erstmals die neue „Heritage Collection“. Die fotografische Werkserie widmet sich ikonischen Land Rover Modellen und interpretiert diese als automobile Designklassiker unserer Zeit. Die Idee dahinter war ebenso einfach wie überzeugend: Wenn ein Range Rover oder ein Defender längst mehr sind als Fahrzeuge und Kultstatus erreicht haben – warum sollte man sie nicht wie Kunstobjekte betrachten? Vor der beeindruckenden Bergkulisse Schwarzau im Gebirge entstand eine Symbiose aus britischem Lifestyle, österreichischer Natur und zeitloser Ästhetik. Die Bilder zeigten eindrucksvoll, wie selbstverständlich sich diese Welten miteinander verbinden lassen.

Beim Lustwandeln durch die drei Etagen des historischen Anwesens offenbarte sich immer wieder Neues.

HERITAGE COLLECTION von Carolina Porsche x Schlossseiten, Eine limitierte fotografische Kunstserie, in der klassische und neue Modelle in einem historischen Kontext bzw. offroad im Gelände inszeniert werden.

Jeder Raum erzählte seine eigene Geschichte und lud zum Verweilen ein. Gleichzeitig bot das Haus die Möglichkeit, die Vision eines besonderen Veranstaltungsortes kennenzulernen, denn das Anwesen kann auch exklusiv für private Feiern, Firmenveranstaltungen oder kulturelle Events gemietet werden.

Mit einem Glas Champagner in der Hand nutzten viele Gäste die Gelegenheit, die Fahrzeuge aus nächster Nähe kennenzulernen. Man setzte sich hinter das

Steuer, spürte die hochwertige Verarbeitung und stellte sich vor, wie sich ein Defender OCTA durch unwegsames Gelände bewegt oder ein Range Rover SV souverän über lange Autobahnstrecken gleitet. Gerade diese Vielseitigkeit macht die besondere Faszination der Marke aus.

Land Rover ist längst mehr als eine Automarke. Die Fahrzeuge stehen für einen Lebensstil, der Abenteuerlust, Designbewusstsein und Luxus miteinander ver

bindet. Besitzer tauschen Erfahrungen aus, teilen Erlebnisse und verstehen ihre Fahrzeuge als Begleiter für besondere Momente. Trotz ihrer Exklusivität wirken sie nie aufdringlich. Vielmehr verkörpern sie jene Form von „Quiet Luxury“, die nicht laut sein muss, um Eindruck zu hinterlassen. Es sind Fahrzeuge mit Charakter, Geschichte und Wiedererkennungswert –und genau deshalb die Klassiker von morgen.

Der Nachmittag in Schwarzau zeigte eindrucksvoll, wie harmonisch sich Heritage und Contemporary verbinden lassen. Zwischen Offroad-Erlebnissen, zeitgenössischer Kunst, kulinarischen Höhepunkten und inspirierenden Gesprächen entstand ein Event, das weit über eine klassische Fahrzeugpräsentation hinausging – und den Gästen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

INFOBOX

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und einmal eine Probefahrt in den niederösterreichischen Bergen machen will, kann sich beherzt an das Autohaus Czeczelits wenden.

www.czeczelits.at +43 2622 22918

Lukas Pieler überzeugte mit kulinarischen Highlights.

Czeczelits GmbH Automegastore Zehnergürtel 40–52, 2700 Wr. Neustadt

Tel.: 02622/22918-0

office@czeczelits.at

FRAMES OF ELEGANCE

Carolina Porsche und die Kunst, Persönlichkeit sichtbar zu machen

Fotos: © Carolina Porsche

Wer Carolina Porsche heute begegnet, steht einer Frau gegenüber, die Geschichten nicht nur erzählt, sondern sichtbar macht. Vielen ist sie noch als ORF-Moderatorin und außergewöhnliches Sprachentalent in Erinnerung. Doch in den vergangenen Jahren hat sie sich als Fotografin einen Namen gemacht – mit einer Bildsprache, die weit über klassische Porträts hinausgeht und Menschen ebenso wie Objekte mit bemerkenswerter Tiefe inszeniert.

Viel gelernt hat sie von der renommierten Fotografin Inge Prader. Mit ihr entwickelte sie nicht nur ihr handwerkliches Fundament, sondern auch ihren Blick für das Wesentliche: Persönlichkeit, Präsenz und die kleinen Nuancen, die aus einem Bild eine Geschichte machen. Was folgte, war eine konsequente Entwicklung hin zu einer eigenständigen fotografischen Handschrift, die heute unverkennbar ist.

Fotografin SALZBURG

Zu den Persönlichkeiten vor ihrer Kamera zählen internationale Größen wie beispielsweise Jeremy Irons, Ai Weiwei, John Malkovich oder Philipp Hochmair. Ihre Fotografien zeichnen sich durch Ruhe, Präzision und eine außergewöhnliche Nähe zu ihren Motiven aus. Carolina Porsche interessiert sich nicht für Oberflächen – sie sucht nach dem Charakter hinter dem Gesicht, nach jener Authentizität, die ein Porträt zeitlos macht.

Vielleicht liegt genau darin ihre besondere Stärke. Als ehemalige Moderatorin kennt sie die Dynamik zwischen Beobachtung und Begegnung. Sie weiß, wie Menschen denken, sprechen und reagieren. Dieses Verständnis ist in ihren Fotografien spürbar. Ihre Bilder wirken niemals inszeniert, sondern entstehen aus einem feinen Gespür für Atmosphäre und Vertrauen.

Die Leidenschaft für die Menschenfotografie bildet bis heute das Zentrum ihres Schaffens. Gleichzeitig eröffnet sie sich immer wieder neue kreative Räume. Einer davon ist die Welt des Automobils. Nicht zuletzt durch die gemeinsame Begeisterung mit ihrem Mann entwickelte sich auch die Fahrzeugfotografie zu einem spannenden künstlerischen Feld.

CAROLINA PORSCHE

Mit der neuen „Heritage Collection“ widmet Carolina Porsche die Schlossseiten dem Thema „TIMELESS TERRAIN – Land Rover im Dialog der Zeit“ und schlägt damit ein weiteres Kapitel auf. Die fotografische Kunstedition interpretiert die zeitlose Identität der britischen Marke neu. Klassische Ikonen und aktuelle Modelle begegnen einander auf Augenhöhe – nicht als Gegenüberstellung verschiedener Epochen, sondern als Ausdruck einer gemeinsamen Design-DNA.

In ihrer charakteristischen, cineastisch reduzierten Bildsprache verwandelt Carolina Porsche die Fahrzeuge in skulpturale Objekte. Form, Materialität und Geschichte stehen im Mittelpunkt. Die Land Rover Modelle erscheinen nicht als reine Fortbewegungsmittel, sondern als kulturelle Artefakte, die für Beständigkeit, Charakter und zeitlose Präsenz stehen.

„Für mich fängt ein gelungenes Porträt das Wesen einer Person ein –nicht nur ihr Aussehen, sondern ihre Geschichte, ihre Ausstrahlung, ihr authentisches Selbst.“

Die Bildwelten entstehen in der österreichischen Landschaft. Raues Terrain, alpine Weite und stille Kraft bilden die Bühne für den Dialog zwischen britischer Designkultur und österreichischer Natur. Es sind Fotografien, die entschleunigen und zugleich eine bemerkenswerte Spannung erzeugen.

Ob Mensch oder Maschine – Carolina Porsche gelingt es, ihren Motiven eine Seele einzuhauchen. Ihre Arbeiten erzählen von Identität, Haltung und Präsenz. Genau deshalb wirkt auch die „Heritage Collection“ weit mehr als eine Automobilserie. Sie ist eine Studie über Zeit, Charakter und die Eleganz des Bleibenden.

„Frames of Elegance“ beschreibt daher nicht nur ihre Bilder. Es beschreibt die Art, wie Carolina Porsche die Welt betrachtet: aufmerksam, reduziert und stets auf der Suche nach jener Schönheit, die bleibt, wenn Trends längst vergangen sind.

INFOBOX

Für Anfragen:

CAROLINA PORSCHE

Fotografin 5020 Salzburg carolinaporsche.com office@carolinaporsche.com instagram.com/carolina.porsche

Menschen

erinnern sich daran, wie man ihnen begegnet.

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Die international gefeierte Opernsängerin Asmik Grigorian und Mag. Amra Deisenhammer verbindet weit mehr als eine klassische Zusammenarbeit. Über die Jahre ist eine enge persönliche und künstlerische Freundschaft entstanden – getragen von gegenseitigem Vertrauen, einem tiefen Verständnis für Kunst und Musik sowie dem gemeinsamen Wunsch, kulturelle Begegnungen mit besonderer Atmosphäre zu schaffen.

A

smik Grigorian gilt als eine der bedeutendsten Sopranistinnen unserer Zeit. Mit ihrer unverwechselbaren Stimme, emotionalen Intensität und außergewöhnlichen Bühnenpräsenz begeistert sie Publikum und Kritik weltweit – von den Salzburger Festspielen bis zu den renommiertesten Opernhäusern Europas und darüber hinaus. Sie verkörpert jene seltene künstlerische Kraft, die Menschen auch abseits des klassischen Opernpublikums emotional berührt.

Für Amra Deisenhammer ist Kunst seit ihrer Jugend ein zentraler Teil des Lebens. Nach der Flucht aus Sarajevo begann sie mit fünfzehn Jahren ihr Klavierstudium am Mozarteum Salzburg. Es folgten Studien an der Akademie der bildenden Künste Wien sowie eine langjährige erfolgreiche Tätigkeit als Künstlerin und Unternehmerin. Kooperationen mit bedeutenden Theatern, Opernhäusern und Kulturinstitutionen, insbesondere in Wien und Salzburg, prägten ihr Verständnis für Ästhetik, Dramaturgie und kulturelle Inszenierung.

Aus der Begegnung zwischen Asmik Grigorian und Amra Deisenhammer ist über die Jahre hinweg eine

außergewöhnliche, kreative Partnerschaft entstanden. Im Mittelpunkt steht die Idee, Kunst nicht nur zu präsentieren, sondern Räume für Begegnung, Inspiration und emotionale Verbundenheit zu schaffen. Eine besondere Rolle spielt dabei die Stadt Salzburg. Die gemeinsamen GW Cosmetics Charity Galas in der Salzburger Residenz und auf Schloss Leopoldskron wurden zu kulturellen Höhepunkten der Festspielzeit. Internationale Künstlerinnen und Künstler, Persönlichkeiten aus Kultur und Wirtschaft sowie Gäste aus aller Welt kamen dort in außergewöhnlicher Atmosphäre zusammen. Gleichzeitig konnten allein in den vergangenen drei Jahren mehr als 300.000 Euro für Kinder in Not gesammelt werden.

Am 4. September dieses Jahres wird die GW Cosmetics Charity Gala erstmals im Wolkenturm Grafenegg stattfinden – ein weiterer Meilenstein dieser gemeinsamen künstlerischen Reise. Auch die Zusammenarbeit mit dem Wiener Konzerthaus zeigt, wie sich daraus zunehmend eine Plattform für Musik, Dialog und internationale Begegnung entwickelt. Im Zentrum steht dabei stets derselbe Gedanke: Menschen durch Kunst emotional zu verbinden.

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SCHLOSS GRAFENEGG

Hausherr Tassilo Metternich­Sándor vor Ort

Prinz Tassilo Metternich­Sándor führt uns persönlich durch die Salons.

SCHLOSS GRAFENEGG

PRIVATE PUBLIC PARTNERSHIP AT ITS BEST

Es braucht viele gute Ideen, um ein Schloss und das ganze Areal rundherum lebendig zu erhalten. In Grafenegg ist genau das gelungen. Wir haben den Hausherrn Tassilo Metternich­Sándor vor Ort getroffen und mit ihm über Vergangenheit und Zukunft geplaudert.

Wer da, wo das Weinviertel und das Waldviertel, aber auch das Kremsund das Kamptal aneinandergrenzen, zwischen Feldern und Weinreben, vorbei an kleinen Ortschaften mit historischen Kirchtürmen in nordöstlicher Richtung fährt, gelangt unweigerlich an die ziegelroten Schlossmauern, die Grafenegg umgeben. Dahinter sieht man die Silhouette eines Märchenschlosses, riesengroß, mit vielen unterschiedlich hohen Türmchen, Giebeln, Zinnen und einem tiefen Wassergraben. Es ist das beeindru-

ckende Anwesen der Familie Metternich-Sándor, die es gemeinsam mit dem Land Niederösterreich erhält und der Öffentlichkeit zugänglich macht.

Die Geschichte des Hauses lässt sich in den eleganten Salons, der Bibliothek, der Kapelle und den Zimmerfluchten ablesen. Sie beginnt bereits im 13. Jahrhundert, als hier eine mittelalterliche Wasserburg mit Wehrmauern und Zugbrücken stand. Im 16. Jahrhundert wurde daraus ein Renaissanceschloss, vom dem bis heute an einigen Stellen Portale oder alte Mauerteile vorhanden sind.

Fotos: © Michael Schafranek

Der Großvater ließ das Schloss vom berühmten Wiener Dombaumeister Leopold Ernst im Tudor­Stil umbauen. Das Schloss umschließt einen eleganten Innenhof.

Vor den Toren liegt der eindrucksvoll gepflegte Park, welcher der Öffentlichkeit zugänglich ist.

Die große Verwandlung passierte im 19. Jahrhundert. „Mein Urgroßvater fand auf seinem Besitz in Böhmen Kohle und wurde dadurch wahnsinnig reich“, erzählt Metternich-Sándor. Er heiratete eine ungarische Adelige, und als er nach ihrem viel zu frühen Tod einmal durch England reiste, entdeckte er dort die damals moderne Tudor-Gotik. „Er kam zurück und meinte, ein solches Zuhause wolle er auch haben.“ Gemeinsam mit dem berühmten Wiener Dombaumeister Leopold Ernst entstand somit zwischen 1840 und 1880 das heutige Schloss, ein romantisches englisches Landschloss mitten in Niederösterreich.

Wir betreten das Anwesen durch ein kleines Seitentor am Ende der steinernen Brücke. Ein steiles Stiegenhaus führt hinauf in die Beletage, wo unser Rundgang durch mehrere Jahrhunderte beginnt. Der große Rittersaal mit seinen bunt bemalten Holzdecken und eindrucksvollen Lederwandbespannungen aus der Zeit des Historismus, die Bibliothek, die eher barock anmutet, die Kapelle aus der Renaissancezeit mit ihrem blauen Sternenhimmel und einem gotischen Altar, dazu immer wieder versteckte Gänge und Übergänge, an den Säulen, Kaminen oder Türstürzen kleine Figuren und diverse Kuriositäten. „Hier ist nichts aus

Die Wände sind mit Ahnenbildern der Familie Metternich bestückt.

Die reich verzierten Kachelöfen sind funktionstüchtig.

einem Guss, aber genau deswegen passt Neues eigentlich ganz selbstverständlich hinein“, sagt Tassilo Metternich-Sándor, während wir aus dem Fenster auf den skulpturartigen Wolkenturm schauen, wo im Sommer viele hochkarätig besetzte Konzerte stattfinden.

Die Familiengeschichte ist eng mit der Architektur des Hauses verbunden, das ursprünglich den Grafen Breunner gehörte. Durch Heirat gelangte das Schloss später in die Linie Metternich-Sándor. „Dann kam der Zweite Weltkrieg und damit beinahe das Ende des Schlosses.“ Weil die Familie als deutsch galt, wurde

Grafenegg nach 1945 unter sowjetische Verwaltung gestellt. „Es gab kein Dach mehr, keine Böden, keine Fenster“, erzählt der Hausherr. Zehn Jahre lang stand das Schloss quasi offen; die sowjetische Besatzung verheizte Parketten, Möbel und Türen. Kunstwerke verschwanden, Feuchtigkeit zerstörte Räume, viele Schätze gingen verloren. Eine berühmte Rüstungsund Waffensammlung wurde nach Amerika verkauft. Jahrzehnte später tauchten einzelne Stücke auf Auktionen wieder auf und wurden teilweise von den Metternichs zurückgekauft, darunter die originale Ritterrüstung, die auf dem Kaminsims steht. In

„Hier ist nichts aus einem Guss, aber genau deswegen passt Neues eigentlich ganz selbstverständlich hinein.“

Besonders stolz ist die Familie auf die elegante Kapelle, in der Hochzeiten und andere Anlässe gefeiert werden können.

Wer aus den Fenstern der Zimmerfluchten schaut, kann den Wolkenturm entdecken, in dem die Sommerkonzerte stattfinden und der sich wie eine Skulptur in den Park einfügt.

der eleganten Bibliothek fällt der Blick auf Bücher über Lenin und Marx. „Spuren aus der sowjetischen Zeit“, erklärt Metternich-Sándor schmunzelnd. „Die Russen haben uns Propagandaliteratur dagelassen.“

Große Bedeutung für das Schloss hatte Tassilos Vater. Er war es auch, der in den 1970er-Jahren mit dessen Rettung begann. „Als Wohnhaus war es keine Option mehr – zu groß, zu kalt, zu unpraktisch.“ Stattdessen entstand die Idee einer kulturellen Nutzung.

Gemeinsam mit dem Land Niederösterreich und dem Bund wurden erste kleine Konzerte organisiert, zunächst im Gartensaal, im Schlosshof oder in notdürftig restaurierten Räumen. „Damals war noch einiges kaputt, aber trotzdem zog langsam neues Leben ein“, erläutert Metternich-Sándor. Es folgten zwei Landesausstellungen über Kaiser Franz Joseph, eine im Jahr 1984, die zweite 1987, aus denen sich Schritt für Schritt eine außergewöhnliche Public-PrivatePartnership entwickelte. Die Grafenegg Kulturbetriebsgesellschaft wurde aus der Taufe gehoben, die bis heute den gesamten Kulturbetrieb, das Festival, die Veranstaltungen und die Pflege des Parks organisiert.

Den ganz großen Wendepunkt markierte die Landesgartenschau im Jahr 2006. Damals wurde der 32 ha große historische Park aufwendig in Schuss gebracht. Gleichzeitig suchte das Land Niederösterreich nach einem Standort für ein internationales Sommermusikfestival. Das Glück wollte es, dass der Pianist Rudolf Buchbinder, der schon lange mit Grafenegg und der Familie Metternich-Sándor verbunden war, die Bühne betrat und künstlerischer Leiter des Festivals wurde. Ihm gelang es in den letzten zwanzig Jahren, die großen internationalen Orchester Europas sowie eine Vielzahl an renommierten Solist:innen und Dirigent:innen aus aller Welt hierherzulocken. Ab Herbst wechselt Buchbinder übrigens in die Rolle des Präsidenten des Festivals, um seinem designierten Nachfolger Johannes Neubert die künstlerische Leitung zu überlassen.

Zum sichtbarsten Symbol der Entwicklung Grafeneggs als Kulturstandort wurde der Wolkenturm. Die spektakuläre Freiluftbühne entstand nach einem internationalen Wettbewerb. „Da gab es eigentlich keine großen Diskussionen“, erinnert sich Metternich-Sándor. Den Zuschlag erhielt das Wiener Architekturbüro „the next ENTERprise“, das sind Marie-Therese Harnoncourt

Altlandeshauptmann Erwin Pröll mit Ernst J. Fuchs und Marie­Therese Harnoncourt vom Architekturbüro „the next ENTERprise“

und Ernst J. Fuchs. Während wir durch den Park schlendern, begegnen wir zufällig den beiden. Sie sind in Begleitung des Altlandeshauptmanns Erwin Pröll, jenes Mannes, der das alles möglich gemacht hat. Die Beschreibung des Trios, der Wolkenturm sei „nicht nur Bühne, sondern auch Skulptur und Landschaftsarchitektur, eine begehbare Land-Art-Installation mitten im Park, kantig, futuristisch und gleichzeitig erstaunlich selbstverständlich in die Landschaft eingefügt“, überzeugt uns. Der Wolkenturm zählt außerdem zu den besten Open-Air-Konzertgebäuden Europas und ist längst zum architektonischen Wahrzeichen von Grafenegg geworden.

Das moderne Auditorium, das Ausweichquartier für Regentage, kann sich ebenfalls sehen lassen. Die daneben befindliche ehemalige Reitschule hat zudem erst kürzlich ein zusätzliches Stockwerk sowie ein wunderschönes neues Dach erhalten. Hier ist ein weiterer moderner Konzertsaal mit perfekter Akustik für Kammermusik und Solorezitale untergebracht: der Rudolf Buchbinder Saal. „Wenn man es nicht weiß, merkt man gar nicht, dass alles neu gemacht wurde. Das Dach sieht jetzt exakt so aus wie im 19. Jahrhundert“, freut sich der Hausherr.

Alte Gemäuer mit neuem Leben zu füllen, ist ohnehin eine der Stärken von Grafenegg. Es ist längst mehr als ein Festivalort. Rund 80 Menschen wohnen dauerhaft

Wolkenturm

Elegant ist auch das neue Dach der ehemaligen Reitschule, in der sich der neue Rudolf Buchbinder Saal befindet.

auf dem Areal, in ehemaligen Stallungen, Wirtschaftsgebäuden, in der alten Mühle oder in den Wallhäusern. Zusätzlich gibt es Gästehäuser und sogenannte Cottages, in denen für ganze Orchester Platz ist.

Eines der Herzensprojekte von Tassilo MetternichSándor ist das „Composer in Residence“-Programm. Jedes Jahr ist ein Künstler eingeladen, einige Monate hier zu verbringen und am Ende des Festivalsommers eine Komposition vor Publikum zu präsentieren. Im heurigen Jahr wird es Olga Neuwirth sein.

Zum Gesamterlebnis gehört natürlich auch die Gastronomie, und bei diesem Thema fällt in Niederösterreich fast zwangsläufig ein Name: Toni Mörwald. Der Haubenkoch stammt aus Feuersbrunn, dem Nachbarort von Grafenegg, und hat in den vergangenen Jahrzehnten ein Kulinarik-Imperium aufgebaut – vom traditionsreichen Wirtshaus über Fine Dining bis zu Catering, Hotels und Großveranstaltungen. Alles das bietet er an. Sein Zugang verbindet regionale Küche mit internationalem Anspruch und passt damit perfekt zu Grafenegg. In den Händen von Mörwald liegt

heute die gesamte gastronomische Bespielung des Schlossareals mit der Idee, Grafenegg nicht nur als Bühne, sondern als kulturellen Lebensraum zu denken.

Nach seinen Zukunftsplänen gefragt, kommt eine klare Antwort des Hausherrn: „Jetzt haben wir erst einmal die Reitschule fertig. Neue Projekte sind sicherlich möglich, aber das Grundprinzip bleibt immer gleich: Unser Ziel war nie, damit Geld zu verdienen. Unser Ziel war es immer, Schloss Grafenegg in Familienhand zu behalten, sinnvoll zu nutzen und dafür zu sorgen, dass es sich selbst trägt.“ Hier wird Geschichte nicht konserviert, sondern bewusst weiterentwickelt und genützt.

Text: Clarissa Mayer­Heinisch Fotos: © Kurt Kuball

Schloss Grafenegg Grafenegg 10

3485 Grafenegg www.grafenegg.com

KULTURGENUSS GRAFENEGG

DAS KONZERTJAHR 2026

Das Grafenegg Festival feiert sein 20-jähriges Bestehen. Was einst als visionäres Kulturprojekt begann, hat sich zu einem international renommierten Treffpunkt für Musikliebhaberinnen und Musikliebhaber entwickelt. Von Juni bis September verwandelt sich die einzigartige Schloss- und Parkanlage Grafenegg erneut in eine Bühne für musikalische Exzellenz, internationale Begegnungen und unvergessliche Konzerterlebnisse.

Bereits die Sommersaison verspricht außergewöhnliche Momente. Den festlichen Auftakt bildete auch heuer die traditionsreiche Sommernachtsgala am Wolkenturm mit dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich unter der Leitung von Chefdirigent Fabien Gabel. Mit der Sopranistin Angel Blue, dem Tenor Bogdan Volkov und der österreichischen Cellistin Julia Hagen standen herausragende Solistinnen und Solisten auf der Bühne. Die anschließenden „Sommerklänge“ präsentieren bis

Anfang August eine beeindruckende stilistische Vielfalt – von Broadway-Klassikern und Jazz über spanische Klangwelten bis hin zu innovativen Projekten der Grafenegg Academy.

Höhepunkt des Kulturjahres 2026 ist das 20. Grafenegg Festival von 14. August bis 6. September. Internationale Spitzenorchester wie das London Philharmonia Orchestra, das Royal Concertgebouw Orchestra, die Wiener Philharmoniker, die Münchner Philharmoniker oder das Rotterdam Philharmonic Orchestra geben sich die Ehre. Gemeinsam mit renommierten Dirigent:innen und Solist:innen entsteht ein Programm, das die gesamte Bandbreite klassischer Musik widerspiegelt – von Beethoven und Brahms bis hin zu zeitgenössischen Werken.

Einen besonderen Akzent des Jubiläumsjahres bildet die Eröffnung des neuen Rudolf Buchbinder Saals.

RUDOLF BUCHBINDER

Er zählt zu den bedeutendsten österreichischen Pianisten der Gegenwart und genießt weltweit hohes Ansehen, insbesondere als Interpret der Werke Ludwig van Beethovens.

KÜNSTLERISCHE

LEITER

Die außergewöhnliche künstlerische Qualität Grafeneggs entsteht aus dem Zusammenspiel von Musik, Architektur und Natur. Der historische Schlosspark bildet eine einzigartige Kulisse für Konzerte unter freiem Himmel. Mit dem Wolkenturm verfügt Grafenegg über eine der renommiertesten Open­Air­Bühnen Europas, ergänzt durch das Auditorium und die neu sanierte Reitschule mit dem Rudolf Buchbinder Saal für Kammermusik. Gemeinsam mit dem Schlossambiente und der Gastronomie entsteht so ein Gesamterlebnis, das weit über den Konzertbesuch hinausgeht.

Seit seiner Gründung im Jahr 2007 hat sich das Grafenegg Festival zu einem internationalen Treffpunkt der klassischen Musik entwickelt. Unter der künstlerischen Prägung von Rudolf Buchbinder waren zahlreiche Weltstars und Spitzenorchester zu Gast, darunter Renée Fleming, Franz Welser­Möst mit dem Cleveland Orchestra, Christian Thielemann mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden sowie Sir Simon Rattle mit den Berliner Philharmonikern und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

Mit Johannes Neubert als künstlerischem Leiter und Rudolf Buchbinder als Präsident setzt Grafenegg seinen erfolgreichen Weg fort. Im Mittelpunkt stehen weiterhin künstlerische Exzellenz, internationale Offenheit, die Förderung junger Talente sowie die Verbindung von Tradition und Innovation.

Die neue Spielstätte erweitert ihr kulturelles Angebot um intime Konzertformate, Kammermusik und multimediale Produktionen. Mit ihrer modernen Architektur und dem Blick über den historischen Schlosspark schafft sie einen einzigartigen Raum für musikalische Begegnungen.

Große Namen prägen das Festivalprogramm: Martha Argerich gibt ihr Debüt in Grafenegg, Riccardo Muti dirigiert erstmals in Grafenegg, und Künstlerpersönlichkeiten wie Joyce DiDonato, Daniil Trifonov, Yuja Wang, Gautier Capuçon, Piotr Beczała oder Asmik Grigorian sorgen für weitere Glanzpunkte. Gleichzeitig bleibt die Förderung junger Talente ein zentrales Anliegen. Die Grafenegg Academy, das European Union Youth Orchestra sowie der Composer-Conductor Workshop „Ink Still Wet“ bieten dem musikalischen Nachwuchs internationale Perspektiven und kreative Entwicklungsmöglichkeiten.

Mit dem Jubiläumsjahr endet zugleich eine Ära: Rudolf Buchbinder verabschiedet sich nach 20 erfolgreichen Jahren als künstlerischer Leiter des Festivals. Sein Wirken hat Grafenegg zu einem kulturellen Leuchtturm von internationaler Strahlkraft gemacht. Das Kulturjahr 2026 steht damit nicht nur für große Musik und hochkarätige Konzerte, sondern auch für die Erfolgsgeschichte eines Ortes, an dem sich Natur, Architektur und Kunst auf einzigartige Weise verbinden. Grafenegg bleibt damit ein Symbol für kulturelle Exzellenz und eine der bedeutendsten Festivaldestinationen Europas.

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THE ALPINA GSTAAD

EINE AUSZEIT, DIE IN ERINNERUNG BLEIBT

Schon bei meiner Ankunft im The Alpina Gstaad hatte ich das Gefühl, an einem ganz besonderen Ort angekommen zu sein. Das Hotel liegt leicht erhöht über dem bekannten Ferienort Gstaad und bietet einen beeindruckenden Blick auf die umliegende Bergwelt. Kaum das Auto verlassen, fiel mir die angenehme Ruhe auf. Die frische Bergluft, die wunderschöne Natur und die elegante Atmosphäre sorgten dafür, dass ich sofort abschalten konnte.

Text: Cecile Fürstenberg

Fotos: © The Alpina Gstaad

Auch Gstaad selbst hat mich schnell begeistert. Der Ort ist weltweit für seinen alpinen Luxus bekannt, wirkt dabei aber keineswegs künstlich oder übertrieben.

Stattdessen findet man hier eine gelungene Mischung aus exklusiven Geschäften, gemütlichen Cafés, traditionellen Chalets und einer entspannten Atmosphäre. Bei einem Spaziergang durch das Zentrum hatte ich das Gefühl, dass hier die Zeit etwas langsamer vergeht. Gleichzeitig bietet die Region unzählige Möglichkeiten für Aktivitäten in der Natur. Im Sommer locken Wanderwege und Mountainbike-Strecken, im Winter verwandelt sich die Umgebung in ein Paradies für Skifahrer und Wintersportfans.

Schon beim Betreten des Hotels war ich von der Architektur beeindruckt. Das The Alpina Gstaad verbindet traditionelle Schweizer Bauweise mit modernen Elementen. Viel Holz, Naturstein sowie hochwertige Materialien sorgen für eine warme und gleichzeitig elegante Atmosphäre. Das gesamte Haus wirkt sehr stilvoll, ohne dabei kühl oder unnahbar zu sein. Stattdessen fühlt man sich sofort willkommen. Mein Zimmer gehörte ohne Zweifel zu den Highlights meines Auf-

enthalts. Es war großzügig geschnitten, geschmackvoll eingerichtet und bot einen traumhaften Blick auf die Berge. Morgens war es ein Genuss, die Vorhänge zu öffnen und direkt auf die beeindruckende Alpenlandschaft zu schauen. Die Kombination aus modernem Komfort und gemütlichem Chalet-Flair hat mir besonders gut gefallen. Das bequeme Bett, die hochwertigen Materialien und das luxuriöse Badezimmer sorgten dafür, dass ich mich vom ersten Moment an wohlfühlte.

Ein weiterer Höhepunkt war das kulinarische Angebot des Hotels. Besonders gespannt war ich auf das Restaurant von Sven Wassmer, dessen Küche weit über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannt ist. Schon nach den ersten Gängen wurde klar, warum er zu den besten Köchen des Landes zählt. Die Gerichte waren kreativ, perfekt abgestimmt und gleichzeitig angenehm bodenständig. Viele Zutaten stammen aus der Region und werden auf außergewöhnliche Weise verarbeitet. Jeder Teller war nicht nur geschmacklich ein Erlebnis, sondern auch optisch beeindruckend. Für mich war dieses Dinner einer der schönsten Momente meines Aufenthalts. Mindestens genauso gerne habe ich meine Abende in der Bar verbracht. Die Atmosphäre dort ist ent

Im Herzen der Schweizer Alpen stehen 56 geräumige Zimmer und Suiten für Sie bereit, allesamt mit privater Terrasse und spektakulärer Aussicht.

SIX SENSES SPA

Ein Ort, an den ich mich während meines Aufenthalts ebenfalls immer wieder gerne zurückzog, war das Six Senses Spa. Nach einem aktiven Tag in den Bergen bot der großzügige Wellnessbereich genau die richtige Mischung aus Ruhe und Erholung. Besonders der Innenpool, die verschiedenen Saunen und die stilvollen Ruheräume haben mir gefallen. Hier konnte ich abschalten, neue Energie tanken und den Alltag komplett hinter mir lassen.

AUSSENPOOL & GARTEN

Von der Perspektive eines Luxus­Connaisseurs aus gesehen, gehört das The Alpina in Gstaad zu einer anderen Stratosphäre. Die Liebe zum Detail garantiert jedem Gast einen einwandfreien Aufenthalt. Das erste Six Senses Spa der Schweiz, kombiniert mit einem herrlichen beheizten Outdoor­Pool, ist genau das, was man sich für das ultimative Refugium erhoffen darf. Das spektakuläre Alpenpanorama ist zudem atemberaubend.

spannt. Nach einem Tag in den Bergen gibt es kaum etwas Schöneres, als bei einem guten Cocktail den Tag Revue passieren zu lassen. Wenn es draußen dunkel wird, entsteht hier eine gemütliche Stimmung, bei der gute Gespräche zustande kommen. Der aufmerksame Service und die große Auswahl an Getränken machten jeden Besuch zu einem Genuss.

Besonders positiv aufgefallen ist mir außerdem die Familienfreundlichkeit des Hotels. Familien werden mit viel Herzlichkeit empfangen. Die Kids World bietet Kindern zahlreiche Möglichkeiten zum Spielen, Basteln und Entdecken. Während die Kinder bestens betreut werden, können Eltern die Ruhe des Hotels genießen oder sich im Spa entspannen. Auch die großzügigen Familienzimmer und die kinderfreundlichen Angebote in den Restaurants zeigen, dass Familien hier wärmstens willkommen sind. Was meinen Aufenthalt so besonders gemacht hat, war die Kombination aus Luxus, Herzlichkeit und einer entspannten Atmosphäre. Nichts wirkte aufgesetzt oder steif. Stattdessen hatte ich jederzeit das Gefühl, willkommen zu sein und meinen Urlaub genau so gestalten zu können, wie ich es wollte. Ob beim Frühstück mit Blick auf die Berge, beim Genuss der ausgezeichneten Küche, bei einem Drink in der Bar, beim Entspannen im Spa oder einfach auf dem Zimmer – überall spürt man die Liebe zum Detail.

Als ich schließlich abreiste, nahm ich viele schöne Erinnerungen mit nach Hause. Das The Alpina Gstaad hat

mich nicht nur mit seinem Komfort und seiner Eleganz überzeugt, sondern vor allem mit seiner besonderen Atmosphäre. Für mich war es eine perfekte Auszeit in den Schweizer Alpen und ein Ort, an den ich jederzeit gerne zurückkehren würde. Wer Natur, Erholung, Wellness, ausgezeichnetes Essen und erstklassigen Service schätzt, findet hier die idealen Voraussetzungen für einen unvergesslichen Aufenthalt.

INFOBOX

THE ALPINA GSTAAD Alpinastrasse 23

3780 Gstaad, Schweiz Tel.: +41 33 888 9888 info@thealpinagstaad.ch thealpinagstaad.ch

1.000 m2

Familiengesundheit auf 3 Stockwerken

In den Baumkabinen werden Infusionen verabreicht, ein Pelvi­Stuhl hilft beim Beckenboden-Training, und alles wird stets von einer Lichttherapie begleitet, die nicht nur die Stimmung hebt, sondern auch auf die Mitochondrien einwirkt.

Bei Medino spürt man ein Umfeld, das beruhigt.

Viel Holz, viel Ruhe, viel Privatsphäre. Medizin anders erleben.

Die Medino Mooswand führt durch das gesamte Gesundheitszentrum.

GESUND FÜR GENERATIONEN

Beatrice Tourou im Gespräch mit Dr. Julia Schwarzenberg und Nathalie von Hohenzollern

Im ersten Wiener Bezirk empfängt seit Herbst letzten Jahres das Gesundheitszentrum Medino Patient:innen jeden Alters. Von Kinderärzt:innen über Gynäkolog:innen bis zu Internisten kümmern sich mittlerweile 15 Ärztinnen und Ärzte um die medizinische Versorgung der gesamten Familie. Neuerdings sind zwei Damen dazugestoßen, die wir Ihnen im Anschluss genauer vorstellen möchten.

Fotos: Medino

So eine Berufung kommt manchmal erst durch das Leben. Warum man letztlich wird, was man ist, beruht auf einer Reihe von Zufällen oder hängt auch vom Schicksal ab. Im anschließenden Interview lernen wir die Beweggründe kennen.

Gerade haben zwei weitere Damen die Ordination auf der Auerspergstraße, gleich vis-à-vis des Palais Auersperg, in einem prächtigen Altbau ergänzt: Dr. Julia Schwarzenberg widmet sich als Kinder­ und Jugendpsychiaterin vor allem den Themen Anorexie & Depression sowie Trauma & Stress bei Kindern. Sie ist selbst Mutter von zwei Kindern und leitet mit einer Kollegin die TRUST Ambulanz im AKH (was das genau ist, erfahren wir in Kürze). Bei Medino hat sie nun ihre Privatordination eröffnet und steht Kindern und Eltern als Psychiaterin mit viel Expertise zur Seite. Sie ergänzt das Team um Dr. Claudia Klier, die Kinder psychiatrisch bei ADHS und Autismus betreut.

Wer ebenfalls kürzlich ihre Ordination im Medino eröffnet hat, ist Nathalie von Hohenzollern, die als TCMBeraterin (TCM = Traditionelle Chinesische Medizin) mit Cranio­Sacral­Anwendungen das Team um den TCMArzt Dr. Nikzad ergänzt. Damit reihen sich die beiden Damen in ein interdisziplinäres Team bei Medino ein, das den Schwerpunkt Frauen­ und Kindergesundheit hat und ab dem Kinderwunsch Familien durch ihr Leben begleitet. Der Kinderwunsch-Experte Dr. Alexander Just ist nicht nur als Gynäkologe bei Medino tätig, sondern vor allem mit seiner Expertise im Kinderwunsch, wo er Paare auch durch die In-vitro-Behandlung begleitet, falls das notwendig ist. In manchen Fällen kann auch Dr. Nikzad mit der TCM helfen.

Bei Medino dreht sich alles um das Thema Familie, weshalb auch Männer angesprochen werden, und das nicht

nur mit der TCM, sondern auch mit Urologen oder eigenen Geburtsvorbereitungskursen, dem „Papaland“

Auf 1.000 m² werden in der Wohlfühl-Ordination mit Wert auf Privatsphäre besonders Leser:innen der SCHLOSSSEITEN abgeholt, denn in jeder InfusionsKabine liegt immer ein Heft auf. Man wähnt sich nicht in einer Arztpraxis, sondern eher in einem Spa, auch wenn es ernsthafte Themen sind, die einen zu Medino führen. So ordiniert der Primarius der Barmherzigen Brüder, Dr. Imre Szilagyi, als Gynäkologe für anspruchsvolle Fälle bei Endometriose oder auch bei gynäkologischer Onkologie im Haus und komplettiert mit seiner menschlichen Art und Expertise das Team um die anderen Gynäkologinnen bei der Schwangerschaftsbegleitung Dr. Ali, Dr. Moser und Dr. Buko bei Brustkrebs.

Im Untergeschoss befindet sich mit moosbespannten Räumen ein großzügiger Bewegungsraum, wo unter anderem Nathalie von Hohenzollern ihre Cranio-SacralStunden abhält. In dieser besonderen Umgebung spürt man die Verbundenheit mit der Natur. Gerade die Kombination von Cranio­Sacral­Therapie und Kräuterwissen macht die Arbeit von Nathalie besonders spannend. Die typische Akupunktur oder das Schröpfen darf in Österreich allerdings nur ein Arzt durchführen; dies übernimmt bei Medino Dr. Ramin Nikzad als TCMMediziner, der auch bei Long Covid besonders gute Ergebnisse erzielt und die TCM selbst bei Kindern einsetzt, oft in Kombination mit der klassischen Schulmedizin. Die Psyche wird dabei immer mit einbezogen, doch die TCM stößt hier an ihre Grenzen. An diesem Punkt setzt Dr. Julia Schwarzenberg an. Sie kommt meist zum Einsatz, wenn es ernst wird, denn als Kinderpsychiaterin hat man es, vor allem im AKH, mit schweren Fällen zu tun. Die Privatordination ist hingegen ein angenehmer Ausgleich. Mehr im Interview auf der nächsten Seite.

NATHALIE VON HOHENZOLLERN

TCM­Beraterin & Cranio­Sacral­Therapeutin

Schlossseiten: Warum TCM?

Menschen, die mich gut kennen, wissen, dass mich das Thema Heilung, persönliche Entwicklung und die Verbindung zu Pflanzen bereits seit meiner Kindheit fasziniert. Durch meine bolivianischen Wurzeln bin ich mit einem tiefen Respekt für die Natur aufgewachsen und habe schon früh erlebt, welche besondere Rolle Pflanzen im Leben der Menschen spielen können. Während meines Studiums in Kalifornien und New York habe ich jede Gelegenheit genutzt, von inspirierenden Menschen zu lernen – von Ärzten und Heilern bis hin zu Persönlichkeiten wie dem Dalai Lama, Gurumayi Chidvilasananda oder Tony Robbins. Alles, was Menschen dabei hilft, ihr Gleichgewicht zu finden, ihr Potenzial zu entfalten und ein erfüllteres Leben zu führen, hat mich schon immer fasziniert. Je mehr ich über Pflanzen, Ernährung und die Zusammenhänge zwischen Körper, Geist und Umwelt gelernt habe, desto mehr wurde mir bewusst, dass wir Menschen ein Teil der Natur sind und oft bereits vieles in uns tragen, was wir für unser Wohlbefinden brauchen. Mein Leben veränderte sich jedoch grundlegend mit der Geburt meiner ersten Tochter. Sie kam mit einem äußerst seltenen und schweren Stoffwechseldefekt zur Welt. Von einem Tag auf den anderen wurde es zu meiner Aufgabe, alles zu lernen, was ihr helfen könnte, ihr Gleichgewicht zu bewahren, um sie bestmöglich zu begleiten. Heute denke ich oft, dass ich erst jetzt verstehe, warum mir diese Herausforderung begegnet ist. Über viele Jahre hinweg habe ich mein gesamtes Wissen über Ernährung, Heilpflanzen, Prävention und ganzheitliche Ansätze bei meiner Tochter angewendet. Dabei durfte ich erleben, wie wertvoll dieses Wissen sein kann. Gleichzeitig bemerkte ich, dass ich nicht nur meiner Tochter, sondern auch anderen Menschen helfen konnte. Daraus entstand der Wunsch, meine Erfahrungen und mein Wissen weiterzugeben. Heute unterstütze ich Menschen zusätzlich dabei, ihr inneres Gleichgewicht wiederzufinden.

Was genau machst du bei dieser Beratung?

Ich begleite Menschen ganzheitlich. Dazu arbeite ich mit TCM­Analyse, Ernährungsberatung, westlicher Phytotherapie und Cranio­Sacral­Anwendungen. Zu Beginn erfolgen ein ausführliches Gespräch sowie eine Betrachtung von Puls und Zunge nach den Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin. Auf dieser Grundlage erarbeite ich individuelle Empfehlungen für Nahrungsmittel und Lebensstil sowie ein persönlich angepasstes Rezept für eine Kräutertinktur oder Salbe, die von einer Apotheke hergestellt wird. Nach den Prinzipien der TCM können bestimmte Funktionskreise des Körpers, die einzelnen Organen zugeordnet werden, mehr Unterstützung

benötigen als andere. Durch eine gezielte Auswahl von Lebensmitteln versuche ich, diese Bereiche zu stärken und das innere Gleichgewicht zu fördern. Oft sind es bereits kleine Veränderungen im Alltag, die langfristig einen großen Unterschied machen können. Mein Ziel ist es, Menschen praktische und leicht umsetzbare Empfehlungen mitzugeben, die sie nachhaltig in ihr Leben integrieren können und die sie auf ihrem Weg zu mehr Wohlbefinden langfristig begleiten. Ergänzend arbeite ich optional mit Cranio-Sacral-Anwendungen.

Was macht man bei einer Cranio-Sacral-Therapie eigentlich? Was passiert dabei im Körper?

Die Cranio-Sacral-Therapie ist eine sehr sanfte manuelle Methode, bei der ich hauptsächlich im Bereich des Kopfes arbeite. Durch feine Berührungen wird dem Körper Raum gegeben, zur Ruhe zu kommen und Spannungen loszulassen. Während einer Sitzung liegt man bekleidet auf einer Liege und kann einfach entspannen. Ich aktiviere damit das sogenannten „Ruheund Erholungssystem“ des vegetativen Nervensystems.

Machst du das nur für Erwachsene oder auch für Kinder?

Ich arbeite sowohl mit Erwachsenen als auch mit Kindern. Gerade Kinder sprechen oft sehr gut auf sanfte Methoden wie Cranio-Sacral-Anwendungen an. Gleichzeitig spielt die Ernährung in meinen Beratungen eine wichtige Rolle. Kinder befinden sich noch in der Entwicklung, deshalb kann eine ausgewogene und individuell abgestimmte Ernährung eine wertvolle Grundlage für ihr Wohlbefinden sein. Im Rahmen meiner Arbeit erhalten Kinder wie Erwachsene praktische Ernährungsempfehlungen sowie, wenn passend, individuell abgestimmte Kräuterrezepturen ohne Alkohol, die von einer Apotheke hergestellt werden. Oft reichen bereits kleine Veränderungen im Alltag aus, um langfristig einen positiven Unterschied zu bewirken.

Und warum komme ich gerade zu dir ?

Weil ich nicht nur Ausbildungen und Praxiserfahrung mitbringe, sondern auch sehr viel Lebenserfahrung. Als Mutter einer schwerbehinderten Tochter habe ich gelernt, Menschen ganzheitlich zu betrachten, zuzuhören und individuelle Wege zu finden. Ich verbinde traditionelle Heilmethoden mit moderner Lebensrealität, Intuition mit fundierter Ausbildung, und ich begegne allen Menschen auf Augenhöhe. Meine Verbindung zur Natur und zu Heilpflanzen begleitet mich ja bereits seit meiner Kindheit. Wenn wir uns Zeit nehmen, der Natur zuzuhören, finden wir oft auch wieder zu uns selbst.

„Durch meine bolivianischen Wurzeln bin ich mit einem tiefen Respekt für die Natur aufgewachsen und habe schon früh erlebt, welche besondere Rolle Pflanzen im Leben der Menschen spielen können.“

Nathalie von Hohenzollern

DR. JULIA SCHWARZENBERG

Kinder­ und Jugendpsychiaterin

Warum bist du Ärztin geworden?

Ich bin Ärztin geworden, weil ich großes Interesse am Menschen habe. Einerseits besteht meine Arbeit darin, zu versuchen, Leiden zu mindern oder zu lindern, was sehr lohnend ist. Andererseits fasziniert mich die Komplexität des Menschen: Was sind die biologischen Grundlagen unseres Lebens? Wie können wir den Menschen von der zellulären bis zur Verhaltensebene besser verstehen? Aktuell leite ich mit einer Kollegin die TRUST-Ambulanz am AKH (Medizinische Universität Wien), eine Spezialambulanz für Trauma und Stress. Ich habe auch eine Forschungsgruppe, die sich mit dem Krankheitsbild der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) befasst. Bei Medino empfange ich zukünftig Patient:innen in meiner Wahlarztordination einige Stunden die Woche.

Warum kam es zur Spezialisierung auf die Kinderund Jugendpsychiatrie?

Mir macht die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen große Freude. Wie Kinder und Jugendliche die Welt betrachten, sie wahrnehmen und empfinden, das finde ich beeindruckend. Dabei interessiert mich insbesondere der Entwicklungsaspekt, sprich die Möglichkeit, Weichen zu stellen durch im Konsens getroffene Entscheidungen, vermittelt durch Psychotherapie, Medikation oder soziale Interventionen. In diesem Zusammenhang finde ich auch den Aspekt der Forschung faszinierend, neurobiologische Grundlagen besser zu verstehen und Beiträge zu liefern, damit sich Behandlungsinterventionen eventuell zukünftig verbessern können. Überdies finde ich das Fachgebiet Kinder- und Jugendpsychiatrie sehr interessant, weil es so interdisziplinär ist, denn viele Berufsgruppen arbeiten zusammen. Weiters beschäftigt man sich, bedingt durch die Arbeit, auch mit gesellschaftlichen, sozialen und ethischen Fragestellungen, was ich als sehr herausfordernd im positiven Sinne empfinde.

Welchen Ratschlag kannst du Eltern geben, wenn es um die Resilienz der Kinder geht?

Resilienz ist die Fähigkeit, mit Belastungen, Veränderungen und Rückschlägen umzugehen, sich davon zu „erholen“, psychisch und emotional gesund zu bleiben. Eltern können Bedingungen schaffen, unter denen Resilienz wächst. Einige der wirksamsten Ansätze sind: Fehler als Lernchance zu betrachten, eine sichere Bindung zu schaffen, Gefühle ernst zu nehmen, soziale Beziehungen zu stärken, Selbstwirksamkeit zu fördern. Ganz allgemein ist es hilfreich, für die mentale Gesundheit die Trias –Schlaf, Bewegung und Ernährung – zu beachten und diese Bereiche zu verbessern bzw. ihnen Aufmerksamkeit zu schenken. Zu dieser Frage – Was können wir im All­

tag tun, damit es uns und unseren Kindern emotional besser geht? – biete ich im Herbst einen Workshop bei Medino an, bei dem Eltern niederschwellige und alltagsnahe Informationen zu diesem Thema erhalten.

Wie arbeitet eine Kinder- und Jugendpsychiaterin bzw. ein Kinder- und Jugendpsychiater?

Ein Kinder- und Jugendpsychiater bzw. eine Kinder- und Jugendpsychiaterin ist Facharzt bzw. Fachärztin für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, für die Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen. Die Arbeit umfasst deutlich mehr als das Erstellen von Diagnosen oder das Verschreiben von Medikamenten. Anders als in der Erwachsenenpsychiatrie wird fast immer das gesamte Umfeld mit einbezogen. Ein Kind entwickelt sich innerhalb seiner Familie, seiner Schule und seiner sozialen Beziehungen. Aus ebendiesem Grund betrachtet die Kinder- und Jugendpsychiatrie häufig das Zusammenspiel all dieser Faktoren.

Mit welchen Symptomen kommt man zu dir?

Bei Medino werde ich mich auf die Behandlung von Traumafolgestörungen, Angst- und Depressionserkrankungen sowie Essstörungen fokussieren. Am Anfang von Diagnostik und Abklärung steht oft die Frage, ob das Kind oder der/die Jugendliche bei bestehenden Symptomen einer Erkrankung noch seinen/ihren Entwicklungsaufgaben nachkommen kann: Schafft es das Kind oder der/ die Jugendliche, in die Schule zu gehen und Freund:innen zu sehen? Ist das autonome Nervensystem, beispielsweise der Schlaf, beeinträchtigt? Et cetera. In den meisten Fällen wird eine Kombination aus kinder- und jugendpsychiatrischer Behandlung und Psychotherapie angestrebt. In der Psychotherapie steht mehr der subjektive Leidenszustand im Mittelpunkt, während sich die ärztliche Behandlung auf die Erkrankung an sich fokussiert. Natürlich stehen beide Bereiche in starker Überschneidung. Wichtig ist, den Patienten/die Patientin in seiner/ihrer Lebensrealität zu verstehen und sämtliche diesbezüglichen Aspekte, wie zum Beispiel den familiären Kontext, die Schule, entwicklungspsychologische Fragestellungen, organische Begleitbefunde und so weiter, zu integrieren.

Dr. Schwarzenberg und Dr. Klier kümmern sich um die psychische Gesundheit, der Rest des 16­köpfigen Ärzteteams um Akutordination, Eltern­Kind­Pass, Allergien, Impfungen, Genetik und vieles mehr.

GUSTAV – der Vizsla

GUSTAV, DER SCHLOSSHUND

Hallihallo!

Nicht wundern, dass ich so gut aufgelegt bin – ihr dürft mir gratulieren! Es ist nicht nur der Frühling, der mich in eine so gute Laune versetzt. Vielleicht erinnert ihr euch noch daran, wie ich von der hübschen Magyar­Vizsla­Dame in meiner Nachbarschaft geschwärmt habe?

Endlich durfte ich sie besuchen! Wir haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden, was ja auch zu erwarten war. Zwar bin ich schon neun Jahre alt, dafür aber kerngesund, wie der Tierarzt kürzlich meinte. Also haben wir das anfängliche Kennenlernen gleich etwas intensiver gestaltet und miteinander herumgespielt. Ein paar Wochen später kam dann die Nachricht: Ich werde Vater! Das war schon eine Überraschung im Schloss! Man hatte ja bereits die Befürchtung gehegt, dass Gustav keine Nachkommen haben und seine Linie im Mannesstamm erlöschen würde. Aber nichts da!

Nach ungefähr neun Wochen war es so weit. Bei Menschen dauert das ja ganze neun Monate, da sind wir deutlich schneller! Die freudige Mitteilung lautet: Es sind drei Söhne und eine Tochter geworden – also vier Hundebabys. Alle sind sehr lieb. Im Schloss meinte man, man sei froh über diese Nachkommenschaft, weil ich so einen guten Charakter habe, den die Welpen sicherlich von mir erben werden. Außerdem sind sie sehr schön – so wie ich eben auch.

Das Frauchen meiner Vizsla­Freundin ist derzeit allerdings nicht zu beneiden, denn in der Wurfbox ist jede Menge los. Zuerst haben die Welpen ja noch viel geschlafen, aber inzwischen geht es rund! Die Kleinen sind wie Menschenkinder – äußerst lebendig und aktiv. Wenn Besuch kommt, und das ist oft der Fall, weil alle die Welpen sehen wollen, passt Mama Vizsla ganz genau auf, dass keiner von ihnen verschwindet. Fast jeder Besucher würde am liebsten einen mitnehmen, weil die Kleinen einfach so herzig sind.

Ich platze jedenfalls fast vor Stolz. Trotzdem werde ich im Schloss der einzige Hund bleiben, denn: Gustav ist Gustav, und ein Gustav ist genug. Die Kinder im Schloss hätten zwar gerne einen der Kleinen mitgenommen, aber meine Herrin meinte, dass sie mit mir allein sehr zufrieden ist. Das höre ich natürlich gerne. Als Familien­ und Schlosshund freut es mich, dass meine Position trotz möglicher

Konkurrenz nicht angetastet wird. Und als Vater fragt man sich natürlich auch, was aus den Kleinen einmal werden wird. Einer hat bereits die Aufgabe bekommen, ein Jagdhund zu werden – ganz wie der Papa. Bei den anderen ist noch nicht sicher, welchen Weg sie einschlagen. Vielleicht werden sie Familien­ und Schmusehunde, vielleicht führen sie aber auch ein vizslagerechtes Leben als Jagd­, Fährtenund Begleithunde. So weit zu den Sorgen, die sich Väter angeblich um ihre Nachkommenschaft machen.

Apropos Nachwuchs: Die Tochter des Hauses lernt gerade lesen. Das scheint eine ziemlich schwierige Aufgabe zu sein, denn sie stöhnt dabei oft und ich glaube, sie plagt sich ganz schön. Obwohl es schon viel besser geht, bin ich froh, dass ich nur Spuren lesen muss. Das macht mir nämlich großen Spaß! Dabei wedle ich vor Freude mit dem Schwanz. Aber das können Menschen ja nicht – und beim Lesen würde das vermutlich auch etwas komisch aussehen.

Obwohl die Hausaufgaben erledigt werden müssen, hat die Tochter des Hauses jedenfalls noch genug Zeit, mit mir im Schlosshof Ball zu spielen. So wird uns beiden nicht langweilig. Auch der Herr des Hauses hat sich auf die Gartenarbeit eingestellt und braust mit seinem Miettraktor durch die Gegend. Ich glaube allerdings, er will sich nur von den Renovierungsarbeiten ablenken, die viel Arbeit machen und einiges kosten. Immer gibt es etwas zu renovieren oder vor dem Einsturz zu bewahren. Wenn man da nichts unternimmt, sitzt man später statt im Schloss nur noch auf dem Trümmerhaufen einer Ruine. Da nehme ich lieber den Lärm und die Unruhe in Kauf, bevor mich noch ein herabfallender Dachziegel trifft oder ich in ein Loch neben der Mauer falle. Die Handwerker lassen mich zum Glück in Ruhe. Nur einer hat sich mir kurz zugewandt und mir ein Stück Wurst zugesteckt. Also, für mich sind sie in Ordnung.

Vielleicht bin ich also nicht nur wegen meiner Welpen derzeit in so einer Hochstimmung ...

Euer Gustav

Mag. Eva-Maria von Schilgen

LIEBESTÖTER

Es hatte im Frühling so schön mit „Schmetterlingen im Bauch“ angefangen, mit Zärtlichkeit, Leidenschaft und Sex bis zum Wahnsinn. Dann kam der gemeinsame Alltag. Und nach einiger Zeit stellt man mit Schrecken fest, dass die Schmetterlinge ausgeflogen sind. An ihrer Stelle haben sich fette Raupen eingenistet, welche die Liebe langsam, aber sicher auffressen.

Und dieser Raupen gibt es viele ...

AUFOPFERUNG

„Wer Aufopferung als Lebensinhalt akzeptiert, wird ein Opfer seiner selbst.“

(Else Panek, deutsche Lyrikerin, 1932–2010)

Zu viel Fürsorge kann dem/der Partner/in lästig werden und dermaßen einengen, dass er/sie das Weite sucht.

EGOISMUS

„Der Egoismus besteht darin, sein Glück auf Kosten anderer zu machen.“

(Jean Baptiste Henri Lacordaire, Theologe, Prediger, Dominikaner, 1802–1861)

Egal, ob es um materielle Dinge oder um Gefühle geht – Geben und Nehmen müssen sich die Waage halten. Nimmt sich der eine zu viel, leidet der andere.

EIFERSUCHT

„Eifersucht ist Liebesneid.“

(Wilhelm Busch, deutscher Zeichner und Schriftsteller, 1832–1908)

Sie leiden unter Verlustängsten, weil das Objekt Ihrer Liebe sich auch anderen Menschen zuwendet? Es wird

Ihr Selbstwertgefühl heben, wenn Sie sich die Tatsache bewusst machen, dass dieser Mensch Sie – und niemand anderen – als Partner/Partnerin gewählt hat.

FREUNDE – FREUNDINNEN

„Falsche Freunde sind richtige Feinde.“

(Gerhard Uhlenbruck, deutscher Immunbiologe und Aphoristiker, 1929–2023)

Freunde und Freundinnen bereichern das Leben eines Paares nur, wenn sie nicht versuchen, einen Keil zwischen das Paar zu treiben.

GEHEIMNISSE

„Keines Menschen Gedächtnis ist so gut, dass er ständig erfolgreich lügen könnte.“

(Abraham Lincoln, 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, 1809–1965)

Es ist wesentlich bequemer, keine Geheimnisse voreinander zu haben, als sich seine Schwindeleien zu merken.

GEIZ

„Geiz ist geil? Im Gegenteil – Geiz macht impotent.“

(Alfred Selacher, Schweizer Lebenskünstler, * 1945) Geiz gehört im Christentum zu den sieben Todsünden. Eine Ehe macht er nur dann nicht kaputt, wenn beide Partner diesem Laster frönen.

GLEICHGÜLTIGKEIT

„Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit.“

(Elie Wiesel, US-Schriftsteller, 1928–2016)

Mir geht es gut, ich habe alles. Was kümmern mich die Wünsche meines Partners?

HANDYSUCHT

„Wir können SMS um die Welt schicken, Fotos von Handy zu Handy, immer und überall kommunizieren, mit wem wir wollen – nur wirklich etwas zu sagen haben wir uns scheinbar nicht mehr!“

(Jens Roth, deutscher Aphoristiker, Autor, Schauspieler und Regisseur, * 1975)

Diese „Raupe“ vermehrt sich rasant, weil in den meisten Fällen beide Partner davon befallen werden. Der Gipfel dieser Sucht besteht darin, nach dem Liebesakt zum Smartphone zu greifen.

KONFLIKT.SCHEU.HEIT

„Konflikte sollte man nicht vermeiden, sondern lösen.“

(Helmut Glaßl, Thüringer Aphoristiker, * 1950)

Man muss in einer Partnerschaft nicht immer der gleichen Meinung sein. Wenn sich jedoch einer der beiden einem Gespräch entzieht, wird der Konflikt so lange köcheln, bis der andere in die Luft geht.

KRITIK

„Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen.“

(Victor Hugo, französischer Schriftsteller, 1802–1885)

Wählen Sie mit Liebe die richtigen Worte, denn auch die angebrachteste Kritik kann den Partner/die Partnerin verletzen – ganz besonders dann, wenn Sie dies vor Fremden tun.

LUST.LOS

„Die Muttersprache der Liebe: die Zärtlichkeit.“

(Ernst Ferstl, Lehrer, Dichter und Aphoristiker, * 1955) Ein Kuss zwischendurch und zärtliche Berührungen sind wichtig, damit Partner auch seelisch verbunden bleiben.

NACHLÄSSIGKEIT

„Nachlässigkeit richtet selbst vorzügliche Anlagen der Natur zugrunde.“

(Plutarch, griechischer Schriftsteller, um 45–120)

Mancher Feschak wird in einer festen Beziehung zu einem bierbauchtragenden Sofahocker, und ein sexy Girl kann sich in kurzer Zeit zu einer Schlampe entwickeln.

NEID

„Neid ist das Eingeständnis der Minderwertigkeit.“

(Victor Hugo, französischer Schriftsteller, 1802–1885) Was für ein Glück, wenn Ihr Partner/Ihre Partnerin schöner oder klüger ist als Sie selbst und vielleicht sogar auch noch mehr verdient! Davon können Sie nur profitieren.

NÖRGELEI

„Nicht nörgeln! Nicht abseits stehen! Nicht beleidigt sein! Zufassen.“

(Carl Sonnenschein, katholischer Priester, 1876–1929)

Sätze mit dem Anfang: „Hast du schon wieder …?“ oder „Kannst du nicht einmal …?“ und ähnliche können den Partner/die Partnerin zur Weißglut bringen.

PEDANTERIE

„Vom höchsten Ordnungssinn ist es nur ein Schritt zur Pedanterie.“

(Christian Morgenstern, deutscher Schriftsteller, Dramaturg und Journalist, 1871–1914)

Es nervt einfach, wenn der Partner den täglichen Ein-

„Die Muttersprache der Liebe: die Zärtlichkeit.“

Ernst Ferstl, Lehrer, Dichter und Aphoristiker

kauf anhand des Kassenbelegs Stück für Stück kontrolliert oder die Partnerin die Wäschestücke penibel mit einem Messband schlichtet.

ROUTINE

„In der Ehe muss man einen unaufhörlichen Kampf gegen ein Ungeheuer führen, das alles verschlingt: die Gewohnheit.“

(Honoré de Balzac, franz. Schriftsteller, 1799–1850)

Alles läuft wie geschmiert, nichts passiert – und es wird beiden langweilig.

SCHWEIGEN

„Schweigen ist feige, Reden ist Gold.“

(Marius Müller-Westernhagen, deutscher Musiker und Schauspieler, * 1948)

Laut Statistik sprechen Paare nach 6 Jahren im Durchschnitt nicht mehr als 10 Minuten täglich miteinander –und dann nur noch über die Organisation des Alltags, den Beruf, die Kinder und das Fernsehprogramm.

VERGLEICHE

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“

(Søren Aabye Kierkegaard, dänischer Philosoph und Theologe, 1813–1855)

Wenn er sagt: „Meine Mutter hat das besser gemacht“, wird sich auch die beste aller Frauen ärgern und ihn vielleicht mit anderen Männern und deren Erfolgen vergleichen.

ZUKUNFTSLOSIGKEIT

„Die Zukunft sollte man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“

(Antoine de Saint-Exupéry, französischer Schriftsteller und Pilot, 1900–1944)

Wenn nur einer der Partner Pläne schmiedet und dabei nicht auf die Wünsche des anderen eingeht, darf er sich nicht wundern, wenn der andere die Freude an einer gemeinsamen Zukunft verliert.

DOCH ...

„Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung“, besagt ein altes Sprichwort. Und so könnte es sein, dass eines Tages aus den hässlichen Raupen wieder wunderschöne Schmetterlinge schlüpfen.

DER MÄUSEKÖNIG

Wie Sie vielleicht wissen, besucht mein Sohn das Lycée Français. Bereits seit dem Kindergarten gibt es dort das Spiel „Heiraten“. Während es in den Wiener Schulen noch gar kein Thema ist und die natürliche Scheu die Kinder voneinander fernhält, wird bei den Franzosen das händchenhaltende Miteinander gepflegt. Ständig ist irgendjemand verliebt – und das mit acht. Und wie es eben so ist, lernt man das Leben mit seinen Kindern neu. Dinge, die man während des eigenen Heranreifens einfach nicht begriffen hat, werden bei äußerer Betrachtung plötzlich glasklar. Während mein Sohn das erste Verheiratet­Sein bereits im Kindergarten hinter sich gelassen hat, weil es in einer großen Enttäuschung geendet hat, ist sein kleiner Kumpel jetzt ganz einem Mädchen verfallen. „Mama, das nervt: Immer wenn ich in der Pause mit ihm spielen will, kommt sie, stellt sich vor ihn und sagt: ,NEIN, das ist MEIN Freund!‘ Und wenn ich ihr sage, dass er auch mein Freund ist, zieht sie ihn weg und lässt mich stehen.“ Ähnlich war es auch bei seiner zarten Bekanntschaft im Kindergarten, als mein Sohn von einem sehr hübschen Mädchen mit den Worten „Ich möchte dich heiraten“ angesprochen wurde. Nicht: „Möchtest du mich heiraten?“ Nein. „Ich möchte dich heiraten.“ Mein Sohn kam damals ganz verlegen nach Hause, erzählte mir davon und meinte auch, dass er jetzt nicht wüsste, was er auf diese große Frage antworten sollte. Nach 48 Stunden willigte er ein. Was folgte, waren Tage der kalten Schulter: Kein Händchenhalten, kein nettes Wort, kein Miteinander im Hof. Nichts als kalte Distanz. „Mama, ich glaube, sie will nicht mehr heiraten.“ Mein Sohn war geknickt. Weil sie ein Angebot in den Raum gestellt hatte, das sie später nicht hielt. Von allein wäre er ja gar nicht auf die Idee gekommen. Und jetzt glaubt er auch noch, er hätte etwas falsch gemacht. Was wir lernen: Es gewinnt, wer den anderen vor vollendete Tatsachen stellt.

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Wenn es nach den Medienberichten geht, wird die Menschheit bald arbeitslos sein und nur noch von der Produktivität der Artificial Intelligence (AI) leben. Diese bedingt das bedingungslose Grundeinkommen, fällt doch jede Form der Erwerbstätigkeit weg. Man ergötzt sich in der Vorstellung, dass das komprimierte Wissen der Menschheit bald für alle zugänglich sein wird und die Menschen demnach viel mehr viel einfacher schaffen werden. Vielleicht wurde nicht beachtet, dass bereits seit gut 30 Jahren das komprimierte Wissen der Menschheit allen zugänglich gemacht wurde und nun in der Hosentasche zu finden ist – es heißt „Internet“. Die Lehre daraus: Nur weil Intelligenz und Wissen verfügbar sind, bedeutet dies nicht, dass beides von allen Menschen produktiv genutzt wird. Und wer jemals versucht hat, eine AI im Sinne der Produktivität einzusetzen, wird wissen, warum Uber sämtliche AI-Accounts für Mitarbeiter gecancelt hat. Die Unkosten führten zu weniger Produktivität, weil die Artificial Intelligence eben gar nicht so intelligent ist.

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