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Jugendliteraturpreis Uckermark 2015

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Mit den Wolken ziehen 12. Jugendliteraturwettbewerb der Uckermark herausgegeben von der Stadt Prenzlau

Schibri-Verlag • Milow 1


Der 12. Jugendliteraturwettbewerb der Uckermark wurde gefördert vom Landkreis Uckermark und der Sparkasse Uckermark. Weitere Sponsoren: Buchhaus Schulz, Prenzlau ELDORADO Abenteuer GmbH Templin Format Werbe GmbH, Schwedt ICU Investor Center Uckermark Multikulterelles Centrum Templin e .V. NABU – Blumberger Mühle, Angermünde NaturTherme Templin GmbH Rotary Club Prenzlau Schibri-Verlag, Milow Stadtwerke Schwedt GmbH Union Filmtheater Prenzlau Uckermärkische Bühnen Schwedt Redaktion: Katrin Kaesler

Jurymitglieder: Andrea C.Beutel Thomas Guhlke Franziska Junghans Gisela Kinzel Julia Kischkel Regina Libert Martin Mehner Doris Meinke Gerda Murke Marike Schuhr Silke Völz nur für plattdeutsch: Jochen Kölling Dr. Annegret Lindow

Für alle Beiträge zeichnen die Verfasserinnen und Verfasser nach Inhalt selbst verantwortlich. Die Texte wurden im originalen Duktus abgedruckt, lediglich Schreibfehler wurden korrigiert. © 2015 by Schibri-Verlag Dorfstr. 60, 17337 Uckerland/OT Milow Telefon: 039753/22757, E-Mail: info@schibri.de Homepage:www.schibri.de Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlags. Umschlaggestaltung:

Martina Goth unter Verwendung des Entwurfs der Format Werbe GmbH

Alle Rechte vorbehalten ISBN 978-3-86863-164-7

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INHALTSVERZEICHNIS Grußworte der Schirmherren

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12. JUGENDLITERATURWETTBEWERB 2015 PREISTRÄGER GRUPPE BIS 11 JAHRE 1. Emma Müller Die Wolken 2. Sofia Marit Nessing Zuhause 3. Vanessa Grass Meine Wolke

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PREISTRÄGER GRUPPE 12 BIS 16 JAHRE 1. Ben Mammel Die Pforte der Welten 2. Liselotte Krieger Der Gorja 3. Sarah Klein Kurzgeschichte zu „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ von Casper D. Friedrich Sonderpreis Hanna Kruppa lab Y rinth

Klasse 7/1, Christa-und-Peter-Scherpf-Gymnasium Klassenprojekt „Mit den Wolken ziehen“

18 27 32

35 41 3


PREISTRÄGER GRUPPE 17 BIS 21 JAHRE Preise für Lyrik 1. Josefine Stargardt Mein Dorf – eine Laudatio 2. Anneke Werner Ohne Namen – Feuerwerk – Licht

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Preise für Prosa 1. Victoria Johs Ein neuer Morgen prosa 2. Marie-Theres Pohl fliegen

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48

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GRUPPE PLATTDEUTSCHE BEITRÄGE 1. Hannah C. Abraham Märchenwulken 2. Mia Stella Klebe De Malwettbewerb 3. Linda Schöttler Drömerien

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56 57 58


PREISTRÄGER GRUPPE BIS 11 JAHRE 1. Preis Emma Müller Die Wolken

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2. Preis Sofia Marit Nessing Zuhause

11

3. Preis Vanessa Grass Meine Wolke

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Emma Müller (11 Jahre, Prenzlau)

DIE WOLKEN Mit den Wolken ziehn, dem bösem Krieg entfliehen, ein fremdes Land verstehn, in die neue Schule gehen. Zuerst im Abseits stehn, und wieder in den Himmel sehn. Die Sonne schiebt die Wolken fort, ich bin jetzt an einem schönen Ort, habe nun auch Freunde gefunden, bin mit der neuen Heimat schon verbunden, und die Wolken ziehn. Ich bin aus dem fernen Ort geflohen, mit den Wolken hierher gezogen. Endlich bin ich wieder fröhlich, seh die Wolken nun nicht mehr rötlich. Ich bin jetzt ein glückliches Kind, wie schön die Wolken doch sind.

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PREISTRÄGER GRUPPE 12 BIS 16 JAHRE 1. Preis Ben Mammel Die Pforte der Welten

18

2. Preis Liselotte Krieger Der Gorja

27

3. Preis Sarah Klein Kurzgeschichte zu „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ von Caspar David Friedrich

32

Sonderpreise Hanna Kruppa lab Y rinth

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Klasse 7/1 – Christa-und-Peter-Scherpf-Gymnasium Klassenprojekt „Mit den Wolken ziehen“

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Liselotte Krieger (12 Jahre, Lunow-Stolzenhagen)

DER GORJA Kälte. Es war ungewöhnlich kalt in der Höhle. Er spürte es. Als er die Augen aufschlug, merkte er, dass er allein war. Er sprang auf, flatterte aus seinem Nest und landete unsanft auf der kalten Erde. Der Boden war gefroren, der Winter kam. Keine gute Zeit für einen Gorja. Und schon gar nicht für einen verkrüppelten, dachte er bitter. Wo waren sie? Sein ganzer Clan, einfach verschwunden! Gerade als er die Höhle verlassen wollte, sah er Krallenspuren, die eindeutig nicht von einem Gorja stammten. Albaks! Ein Albak hatte seinen Clan beim Schlafen überfallen. Sie mussten geflohen sein, doch wieso hatten sie ihn zurück gelassen? War es wegen seinem verkrüppelten Flügel? Und wohin waren sie geflogen? Fragen über Fragen. Er hatte gar nicht bemerkt, dass er am ganzen Körper zitterte. Er konnte nicht einmal Beute fangen. Mit seinem Flügel war selbst jede Maus schneller als er. Ohne seinen Clan hatte er keine Überlebenschance. Früher oder später würde ein Albak ihn finden, oder er würde ganz einfach verhungern. Er trat hinaus und blickte in die Ferne. Du musst sie finden, Novion! Er hatte seine Endscheidung getroffen! Er, Novion, würde seinen Clan suchen! Da gab es bloß ein Problem: Er konnte nicht fliegen. Verdammt! Halb laufend, halb flatternd, lief Novion um die Höhle. Er suchte etwas Brauchbares, dass ihm helfen konnte seinen Clan zu finden.

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In einem kahlen Baum, hatte sich etwas Helles verfangen: ein, wohl ehemals weißes Leinentuch! In letzter Zeit fand man immer mehr Müll von den Menschen. Es wurde für die Gorjas wieder einmal Zeit, neues Land zu suchen. Wieder weiter in den Norden, wieder weniger Beute und wieder eine lange Reise. Nein Novion, dieses Mal musst du alleine reisen. Du musst deinen Clan finden, ganz egal wie. Du musst sie finden! Mit einem Satz sprang er auf den Baum, riss das Tuch samt Ast mit sich und fiel, halb stürzend halb flatternd, den Baum hinunter. Das Tuch bremste den Sturz zwar etwas, aber er landete dennoch schmerzhaft auf der Schulter. Das Tuch konnte das Segel für ein Luftschiff sein, so wie die Luftpiraten welche hatten! Bloß kleiner. Im Laufe des Tages sammelte Novion alle Materialien für das Luftschiff zusammen. Gegen Sonnenaufgang hatte er alles beisammen. Das Luftschiff sah eher wie ein Kanu mit Segel aus. Eine Pappkiste, die er nahe der Höhle gefunden hatte, bildete den Bug, der abgebrochene Ast hatte seine neue Bestimmung als Mast gefunden und das Tuch war das Segel. Es konnte losgehen! Novion trat an den Abhang, der etwa zwei Meilen vor der verlassenen Höhle entfernt lag, nahm Anlauf, rannte mit seinem provisorisch errichtetem Luftschiff Richtung Abhang und sprang in sein Schiff. „Ich fliege!“ Er konnte es nicht fassen. Er flog, wenn auch nicht sehr elegant, aber er flog. Jetzt würde er seinen Clan finden! Novion straffte das Seil, das er aus großen Grashalmen geflochten hatte. Das Schiff stieg etwas und Novion entfuhr ein Freudenschrei. Er hatte ein richtiges Luftschiff gebaut! Die Nacht brach an und mit jeder Meile wurde er müder. Du darfst nicht einschlafen, noch nicht. Plötzlich tauchten in der Dämmerung die Umrisse eines riesigen Schiffes auf. Luftpiraten! Seit hunderten von Jahren wurden die Gorjas von den Luftpiraten gejagt. Sie waren skrupellose Verbrecher: Sie 28


fingen die Gorjas, schnitten ihre Flügel ab und warfen, die ohne ihre Flügel hilflosen Gorjas über Bord. Anschließend verkauften sie die Flügel illegal auf Märkten. Teilweise hatten sie schon ganze Völker der Gorjas so ausgerottet. Novion konnte den Luftpiraten unmöglich entkommen! Zu Tode erschrocken riss er das Segel in die entgegengesetzte Richtung herum. Doch es war zu spät. Ein riesiges Netz flog durch die Luft, traf ihn und zog ihn an Bord des riesigen Schiffes. Novion strampelte, doch er verhedderte sich nur noch mehr in den kleinen Maschen. Etwas Schweres traf ihn am Hinterkopf und es wurde hinter Novions Augen dunkel. Stimmen. Sein Kopf brummte immer noch wie ein ganzer Wespenschwarm. Stöhnend rappelte Novion sich auf und betrachtete seine Umgebung genauer: Er befand sich in einem seltsam aussehenden Raum, der in einem langen Gang endete. Aus Richtung Gang hörte er aufgebrachte Stimmen. Langsam kamen die Stimmen näher und Novion wollte sich verstecken, als er merkte, dass um sein mageres Fußgelenk eine schwere Eisenkette gefesselt war. Vier Männer, die Novion für Luftpiraten hielt, bogen aus dem Gang. Einer der vier war höher gewachsen als die Anderen und schien das Sagen zu haben. Der Rechte war hager und trug eine Augenklappe. Der Linke hatte einen Bart, der einen an den Weihnachtsmann erinnerte. Hinter den Dreien lief eine kleiner, alter Mann mit einer großen Narbe, die sein Gesicht vom linken Augenwinkel bis zur Nase verunstaltete. Vielleicht wirkte er nur so klein, da er gebückt lief. „Er ist kleiner als die Anderen“, bemerkte der mit der Augenklappe. Er war der unsympathischste der vier und hatte eine Stimme wie Sandpapier. „Vielleicht ist er noch ein junger Gorja“, nuschelte der Linke durch seinen Bart. Man konnte seine Worte nur erahnen, da sein Bart über den Mund, bis auf das Kinn fiel. Wieder der mit der Augenklappe: „Sein einer Flügel ist verkrüppelt, vielleicht ist er ein Ausgestoßener.“ 29


PREISTRÄGER GRUPPE 17 BIS 21 JAHRE 1. Preis – Lyrik Josefine Stargardt Mein Dorf – Eine Laudatio

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2. Preis – Lyrik Anneke Werner Ohne Namen – Feuerwerk – Licht

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1. Preis – Prosa Victoria Johs Ein neuer Morgen

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2. Preis – Prosa Marie-Theres Pohl fliegen

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Anneke Werner (17 Jahre, Röpersdorf Nordwestuckermark)

OHNE NAMEN Ich stehe am Strand und beobachte das bizarre Spiel der Wellen. Wie sie sich aufbäumen, türmen, wehren, um dem Auflaufen im Sand, dem Versiegen ihrer Energie zu entgehen. Doch das können sie nicht. Das kann Niemand. Ich muss lächeln und eine wärmende Leere beginnt mich auszufüllen. So darf es immer sein, einfach und unkompliziert.

FEUERWERK Ein Farbenmeer erhellt die Nacht, es darf nicht lange stehen. Ein Windhauch kommt, zerreißt die Pracht, das Leuchten wird vergehen. Ich sehe hinauf ins Sternenzelt, ein Chor aus buntem Pfeifen. Bewegung kommt in meine Welt, will nach den Sternen greifen.

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