SOMMER 2013
SICHER
mit meiner Krankenkasse
Der Sommer ist da …
4 Fokus Patientenverfügung 6 Aktiv trotz Ozon 7 Spiel und Sport im Sommer 8 Unfall oder Krankheit?
EDITORIAL
SICHER 3/2013
Liebe Leserin, Lieber Leser Kein schöner Gedanke: Sie selbst, ein Familienmitglied oder sonst eine Person, die einem nahesteht, erleidet einen Unfall. Der Zustand ist kritisch, die Ärzte wissen nicht, ob die Person es schafft. Was hätte der Verunfallte in dieser Situation wohl gewollt? Patientenverfügungen helfen, schwierige Entscheidungen im Sinne des Patienten zu fällen, und entlasten die Angehörigen. Die Verfügung richtet sich in erster Linie an die Ärzte und enthält Anordnungen, welche medizinischen Massnahmen der Patient möchte und welche Behandlungen für ihn nicht in Frage kommen. Wir alle sollten uns mit dem Thema auseinandersetzen und uns überlegen, wie wir behandelt werden möchten, wenn wir uns selbst nicht mehr dazu äussern können. Die eigenen Wertvorstellungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Wie eine Patientenverfügung formuliert sein soll und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit sie rechtsgültig ist, erfahren Sie auf den Seiten 4 und 5. Nach dem langen, tristen Winter und dem wechselhaften Frühling hoffen wir auf einen warmen Sommer. Ich wünsche Ihnen eine erholsame Ferienzeit und natürlich eine spannende Lektüre. Ihr
Daniel Herzog Direktor RVK
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Impressum SICHER 3/2013 Redaktion SICHER, Haldenstrasse 25, 6006 Luzern, www.rvk.ch Bilder: iStockphoto, zvg
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MEDIZIN
SICHER 3/2013
Die Patientenverfügung schafft auch in schwierigen Situationen Klarheit.
Fokus Patientenverfügung Was hätte die oder der Verunfallte wohl gewollt? Genau diese Frage beantwortet die Patientenverfügung. Sie beinhaltet die medizinischen Massnahmen, denen die betroffene Person im Falle eines Unfalls oder einer Krankheit zustimmt, und hält fest, welche Behandlungen sie ablehnt. Für die Angehörigen stellen Patientenverfügungen eine enorme Entlastung in schwierigen Situationen dar. Text: Martina Ruoss 4
MEDIZIN
Seit Anfang Jahr ist das neue Erwachsenenschutzgesetz in Kraft. Es verpflichtet Ärztinnen und Ärzte, abzuklären, ob eine Patientenverfügung vorliegt, und diese zu beachten, sofern sie rechtsgültig ist. Wer eine Patientenverfügung verfasst, macht sich Gedanken über das eigene Leben und die damit verbundenen Wertvorstellungen. Die Verfügung gibt Gewissheit, dass der eigene Wille auch dann beachtet wird, wenn man nicht mehr selbst entscheiden kann. Sie erleichtert den Ärzten und Angehörigen, schwierige Entscheidungen zu treffen, und beantwortet die Fragen, was der Patient in dieser Situation will. Deshalb enthält die Verfügung Anordnungen über die medizinische Betreuung und allenfalls eine Vollmacht für eine entsprechende Vertrauensperson, welche die medizinischen Entscheidungen fällen muss. Neben den Wünschen über Sterbebegleitung und -ort steht zudem, ob der Patient eine Organspende oder Obduktion zulässt. Die Patientenverfügung wird erst beigezogen, wenn die Person nicht mehr ansprechbar oder urteilsfähig ist. In einer Notfallsituation wird nicht erst nach einer entsprechenden Verfügung gesucht, sondern steht die Erste Hilfe im Vordergrund.
Richtig formuliert Damit eine Patientenverfügung rechtsgültig ist, muss sie einigen Anforderungen entsprechen: · Schriftliche Form (Handschrift oder gedruckt) · Datum und Unterschrift in Handschrift · Klar formuliert und möglichst aktuell · Keine Widersprüche oder Wünsche, welche die Ärzte nicht erfüllen können. Die Patientenverfügung ist rechtsgültig, ohne dass ein Notar diese beglaubigt hat. Eine notarielle Beglaubigung bestätigt zusätzlich, dass die Unterschrift von der verfügenden Person stammt. Damit können Zweifel darüber ausgeräumt werden, ob die Unterschrift echt ist. Wird die Urteilsfähigkeit einer Person hinterfragt, ist eine notarielle Beurkundung der Patientenverfügung möglich. Der Notar bestätigt, dass die Urteilsfähigkeit zum Zeitpunkt der Beurkundung und in Bezug auf die Verfügung gegeben ist. Das Original wird zuhause aufbewahrt, eine Kopie erhält der Hausarzt oder eine Vertrauensperson.
Häufig gestellte Fragen Muss ich meine Patientenverfügung regelmässig überprüfen und aktualisieren? Patientenverfügungen bleiben bis zu ihrem Widerruf gültig. In der Regel sind sie so abgefasst, dass sie über einen längeren Zeitraum nicht geändert werden müssen. Es kann aber sein, dass sie individuelle Regelungen oder Angehörige enthält, die aus bestimmten Gründen nicht mehr berücksichtigt werden können, und die Verfügung deshalb angepasst werden muss. Auch der medizinische Fortschritt kann eine Aktualisierung notwendig machen. Gibt es Situationen, in denen sich Ärzte nicht an die Patientenverfügung halten müssen? Die Patientenverfügung ist rechtsverbindlich. Die Ärzte haben damit auch die Möglichkeit, auf den Einsatz gewisser lebensverlängernder oder lebenserhaltender Massnahmen zu verzichten. Sie entsprechen der Patientenverfügung, ausser wenn diese gegen gesetzliche Vorschriften verstösst oder wenn begründete Zweifel bestehen, dass sie auf freiem Willen beruht oder sie immer noch dem mutmasslichen Willen des Patienten entspricht.
Muster-Patientenverfügung (teilweise gegen Gebühr):
www.srk-zuerich.ch www.caritas.ch www.fmh.ch Informationen zur Organspende:
www.swisstransplant.org
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P R ÄV E N T I O N
Aktiv sein – auch im Sommer.
SICHER 3/2013
Aktiv trotz Ozon Mit den wärmeren Temperaturen steigt auch die Ozon-Konzentration in der Luft. Auch bei hohen Ozonwerten kann man sich grundsätzlich sportlich betätigen. Sportlerinnen und Sportler sollten aber einige einfache Regeln befolgen. Text: Martina Ruoss
Je höher die Temperaturen und je intensiver die Sonne scheint, desto stärker steigen die Ozonwerte an. Ozon gelangt mit der Atemluft in die Lunge und kann dort die Schleimhäute reizen. Es macht besonders Personen zu schaffen, die sich häufig draussen aufhalten und sich dabei körperlich anstrengen. Aber auch Kinder und Säuglinge sind gefährdet – trotzdem sollen sie aber im Freien spielen können.
Einige Regeln · Informieren Sie sich über die aktuelle Ozon-Wetterlage, bevor Sie sportlich aktiv werden. · Erbringen Sie Ausdauerleistungen eher morgens oder nach Sonnenuntergang. Legen Sie längere körperliche Anstrengungen möglichst nicht in die Mittags- und Nachmittagsstunden. · Sport im Wald empfiehlt sich, da es dort schattiger und kühler ist. Der Körper wird weniger belastet. · Legen Sie mehr Pausen ein und machen Sie Lockerungsübungen im Schatten.
BRANCHE
Haben Sie gewusst … Die Schweizer Bevölkerung kann sich auf ein leistungsstarkes Gesundheitswesen verlassen. Dies ist nur möglich dank dem Nebeneinander und Zusammenspiel verschiedener Akteure. Text: Martina Ruoss
Die Lebenserwartung beträgt hierzulande 82,2 Jahre – die Schweizerinnen und Schweizer sind äusserst gesund. Dies hat mit dem Wohlstand des Landes zu tun und mit der hervorragenden Qualität unseres Gesundheitssystems.
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Das Schweizer Gesundheitswesen gehört aus verschiedenen Gründen zu den besten der Welt: Eine seiner grössten Stärken ist, dass alle Menschen, egal, ob arm oder reich, sich im Krankheitsfall auf
eine rasche und qualitativ gute medizinische Versorgung verlassen können, welche die obligatorische Krankenversicherung vergütet. Zudem können Herr und Frau Schweizer den Arzt oder das Spital selbst auswählen, ebenso wie die Krankenversicherung und das Versicherungsmodell, das ihnen entspricht. Wie Umfragen zeigen, sind neun von zehn Versicherten mit ihrer Krankenversicherung zufrieden. Ist ein Kunde unzufrieden, hat er jederzeit die Möglichkeit, zur Konkurrenz zu wechseln. Wettbewerb verhindert nicht nur überhöhte Preise beziehungsweise Prämien, sondern fördert neben Innovationen auch die Qualität.
Das Schweizer Gesundheitswesen ist von ausgezeichneter Qualität.
P R ÄV E N T I O N
Unbeschwert mit den Kindern die warmen Tage geniessen.
Spiel und Sport im Sommer Die Sonne scheint, warme Temperaturen locken. Was gibt es Schöneres für unsere Kinder, als draussen mit den Freunden oder Eltern zu spielen? Doch das sommerliche Wetter birgt auch Gefahren. Text: Dr. Lukas Zahner
Bei hohen Temperaturen regulieren Erwachsene ihre Körpertemperatur primär, indem sie schwitzen. Leider schwitzen Kinder weniger stark als Erwachsene. Obwohl sie die gleiche Anzahl Schweissdrüsen haben wie Erwachsene, ist die Schweissrate bei Kindern etwa zweieinhalb Mal geringer. Kinder haben dadurch eine verminderte Wärmeabgabefähigkeit und somit eine geringere Hitzetoleranz. Sie überhitzen deshalb schneller als Erwachsene. Ein Sonnenstich oder gar ein Hitzschlag kann die Folge sein. Mit den wärmeren Temperaturen steigt auch die Ozonkonzentration (mehr darüber auf Seite 6). Dies kann zu gesundheitlichen Problemen führen: Die Schleimhäute sind gereizt, die Augen brennen, Atembeschwerden treten auf oder es kommt zu verstärkten Reaktionen auf andere Reizungen, etwa durch Pollen oder Milben.
Lukas Zahner Dr. phil. nat., Mitglied Institutsleitung am Institut für Sport und Sportwissenschaften der Uni Basel
Tipps: Kinder sollen auch bei Hitzewellen nicht den ganzen Tag drinnen bleiben. Spiel und Sport auf den Vormittag legen. In Wäldern und Parks mit dichtem Baumbestand spielen, da dort die Temperaturen erträglicher und die Ozonwerte tiefer sind. Extreme körperliche Belastungen (zum Beispiel Laufwettkämpfe) bei hohen Temperaturen vermeiden. Darauf achten, dass insbesondere der Kopf gekühlt wird (Wasser oder feuchtes Tuch über den Kopf).
Mit den nebenstehenden Tipps können Kinder die warmen Tage unbeschwert geniessen.
Viel trinken (Kinder stündlich zum Trinken auffordern).
Viel Spass wünscht Ihnen Ihr Lukas Zahner
Frisches, kühles und leichtes Essen servieren (zum Beispiel Früchte).
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V E R S I C H E R U N G S R AT G E B E R
SICHER 3/2013
Klären Sie ab, ob Sie bei einer Invalidität infolge Krankheit ausreichend versichert sind.
Was Grossmutter noch wusste … !
Unfall oder Krankheit? Wie unterscheidet sich ein Unfall von einer Krankheit? Die Abgrenzung ist nicht immer klar. Darum kann es schon mal passieren, dass ein Versicherungsnehmer eine Rechnung beim Unfallversicherer einreicht und diese zurück-
Elisabeth Janssen Krankenversicherungsexpertin
erhält mit dem Vermerk, die Kosten seien aufgrund einer Krankheit und nicht eines Unfalls entstanden.
… für saubere Brillengläser Die Brillengläser werden streifenlos sauber, wenn man pro Glas einen Tropfen Essig oder Wodka verwendet.
Text: Elisabeth Janssen
Werner Naef, Winterthur Ein Unfall ist laut Definition die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper. Demgegenüber ist eine Krankheit jede Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalls ist. Alle in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmenden sind bei einem Unfallversicherer obligatorisch gegen Unfall versichert. Nicht erwerbstätige Personen wie zum Beispiel Rentner, Kinder oder Hausmanager sind beim Krankenversicherer gegen Unfall
versichert. Die Versicherungsleistungen der Unfallversicherer sind im Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) geregelt, diejenigen der Krankenversicherer im Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG). Die Leistungen nach UVG unterscheiden sich zum Teil wesentlich von den Leistungen des KVG. Deshalb ist bei jedem Ereignis zuerst abzuklären, ob es sich um einen Unfall oder um eine Krankheit handelt und welcher Versicherer zuständig ist.
Gerne veröffentlichen wir interessante und nützliche Tipps von Leserinnen und Lesern. Tipps einsenden an: Redaktion SICHER, Haldenstrasse 25, 6006 Luzern Publizierte Beiträge werden mit 100 Franken belohnt!
Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Einsendeschluss: 31. Juli 2013
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Die Gewinner werden ausgelost und persönlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ihre Daten werden ausschliesslich für den Wettbewerb verwendet.
6006 Luzern
Senden Sie uns das Lösungswort (inkl. Angabe Ihrer Adresse und Ihres Versicherers) via www.krankenversicherer.ch oder mittels Postkarte an: Redaktion SICHER, Haldenstrasse 25, 6006 Luzern.
P.P.
Lösen Sie das Kreuzworträtsel und gewinnen Sie eine von zwei Eintrittskarten für Erwachsene für den Seilpark Zürich Kloten. www.seilpark-zürich-kloten.ch
Redaktion SICHER · Haldenstrasse 25 · 6006 Luzern
Kreuzworträtsel Sommer 2013