Dezember 2019
Das Magazin für Mitglieder, Kunden und Partner
Winter-Fakten
5 Gesundheitspolitik aus Parlament und Bundesrat
22 Tagung Langzeitpflege Die Tagung stiess mit rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf grosses Interesse
31 Aquilana Versicherungen Neuer Geschäftsführer Werner Stoller
«Winter-Fakten» als Bildthema in der Dezember-Ausgabe.
Inhalt
Gesundheitspolitik 5 BERICHT AUS BERN Parlament, Bundesrat, EDI, BAG
Informationen des RVK 15 RVK UND RVK RÜCK AG Jahresversammlungen 2020 16 LZ-WEIHNACHTSAKTION 2019 Spenden statt Schenken 17 TARIFSUISSE Austausch der Tarmed-Expertengruppe 18 MEDCASEPOOL Rück- und Ausblick Artikel KVV71 «Off-Label-Use» (OLU) 20 MARKETING Workshop «Kundenzentriert in die Zukunft» 22 TAGUNG LANGZEITPFLEGE Die RVK-Fachtagung stiess erneut auf sehr grosses Interesse 24 RVK-FRÜHLINGSTAGUNG Ein Blick hinter die Kulissen 26 RVK-WEITERBILDUNG Vorschau 27 RÜCKBLICK «FIT FÜR DEN VORSTAND» Neue Herausforderungen für Krankenversicherer 28 NEUES VON DER RVK-CREW Eintritt Lernende Mai Thy Le 29 WEIHNACHTSESSEN 2019 Kulinarischer Hochgenuss in unvergleichlichem Ambiente
Informationen unserer Mitglieder, Kunden und Partner 31 AQUILANA VERSICHERUNGEN Wechsel in der Geschäftsleitung
Agenda 32 TERMINE Veranstaltungen und Sessionen
Impressum
Die INFORMATION ist das Mitteilungsblatt des RVK und erscheint viermal jährlich. Herausgeber / Redaktion RVK – Verband der kleinen und mittleren Krankenversicherer Haldenstrasse 25 / 6006 Luzern / 041 417 05 00 / www.rvk.ch / info@rvk.ch Bilder Die Bilder der vorliegenden Ausgabe sind Impressionen zum Thema «Winter-Fakten». Titelbild: shutterstock
2
Information Dezember 2019
Liebe Mitglieder Sehr geehrte Damen und Herren Das neue Jahr hat bereits begonnen. Trotzdem möchten wir kurz gemeinsam auf das vergangene Jahr zurückblicken: Wir haben uns mit der Verlagerung von medizinischen Eingriffen vom stationären in den ambulanten Bereich beschäftigt und die Thematik an der Tagung treffPUNKT «KVG» vom 15. Januar 2019 beleuchtet. Der Anlass stiess mit über 100 Teilnehmenden auf grosses Interesse. Am 22. Mai 2019 fand ein weiterer treffPUNKT statt, dieses Mal zu den neuartigen zell- und gentherapeutischen Methoden wie beispielsweise CAR-T-Gentherapie. Da haben wir uns mit den Fragen zur Zulassung von neuen Therapieformen und der Preisfestsetzung befasst. Ebenfalls ein grosses Thema ist die einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen (EFAS). Der RVK fordert eine monistische Spitalfinanzierung. Zur Erhöhung der Transparenz sollen die stationären wie die ambulanten Leistungen im Spital mit dem gleichen Tarifsystem und mit dem gleichen Finanzierungsschlüssel abgegolten werden.
«Für Ihr Vertrauen und die angenehme und wertschätzende Zusammenarbeit im vergangenen Jahr danke ich Ihnen im Namen des gesamten RVK.»
Die Anzahl Mitglieder ist mit 24 stabil geblieben und der Gesamtversichertenbestand konnte per 1. Januar 2019 um knapp ein Prozent auf rund 690 000 Kundinnen und Kunden ausgebaut werden. Die Besetzung des Vorstands und Verwaltungsrates hat sich leicht verändert: So hat Patrick Heinz von der ÖKK die Ämter von seinem Kollegen Heinz Dinner, ebenfalls ÖKK, übernommen. Auf die nächste DV / GV hat zudem Robert Kalbermatten, sodalis Gesundheitsgruppe, seinen Rücktritt bekannt gegeben – somit ist diese Vakanz neu zu besetzen. Erfahren Sie mehr dazu auf Seite 15. Für Ihr Vertrauen und die angenehme und wertschätzende Zusammenarbeit im vergangenen Jahr danke ich Ihnen im Namen des gesamten RVK. Ich bin gespannt, was das neue Jahr bringt, und wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen Gesundheit, Freude und Erfolg. Herzlich
Daniel Herzog Direktor
Information Dezember 2019
3
GESUNDHEITSPOLITIK DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
Seite
5 Seite
10
Seite
13
4
Pflegeinitiative Die Volksinitiative fordert die Anerkennung und Förderung der Pflegefachpersonen als zentralen Bestandteil der Gesundheitsversorgung. Der Nationalrat hat einen indirekten Gegenvorschlag zur Volksinitiative verabschiedet und gleichzeitig eine Fristverlängerung bis Mai 2021 beschlossen, welcher auch der Ständerat zugestimmt hat.
KVG-Revision: Zulassung von neuen Leistungserbringern Die Revision des KVG ermöglicht eine dauerhafte Lösung für die Zulassung der Leistungserbringer im ambulanten Bereich und schafft damit Planungssicherheit für alle Beteiligten. Die Vorlage dafür befindet sich bereits in der zweiten Differenzbereinigungsrunde. Der Ständerat konnte nur wenige der Differenzen bereinigen und hat die Vorlage zurück an den Nationalrat geschickt.
Kostenbremse-Initiative Die Kostenbremse-Initiative verlangt, dass Bundesrat, Bundesversammlung und Kantone eingreifen müssen, wenn die Gesundheitskosten, im Vergleich zu der Lohnentwicklung zu stark steigen. Gemäss der CVP konnten sie die nötigen 100 000 Unterschriften zusammenbringen, es ist jedoch noch unklar, wann die Initiative eingereicht wird.
Information Dezember 2019
Gesundheitspolitik
Aus dem Parlament Die wichtigsten politischen Entwicklungen seit dem 30. September 2019 von Moritz Helfenstein zusammengefasst und kommentiert.
AUS DEM NATIONALRAT
Gestützt auf die Vorgaben dieser parlamentarischen Initiative wurden vom Bundesrat und von der vorberatenden Kommission vier Vorlagen erarbeitet. Nämlich −− das Bundesgesetz über die Förderung der Ausbildung im Bereich der Pflege Für eine starke Pflege (Pflegeinitiative) −− der Bundesbeschluss über die Finanzhilfen zur Förderung Volksinitiative der Ausbildung im Bereich der Pflege Für eine Stärkung der Pflege, für mehr −− der Bundesbeschluss über die Erhöhung der AusbildungsPatientensicherheit und mehr Pflegequalität abschlüsse in Pflege an den kantonalen Fachhochschulen Parlamentarische Initiative SGK-NR −− der Bundesbeschluss über die Finanzhilfe zur Förderung Die Volksinitiative will Bund und Kantone verpflichten, für der Effizienz in der medizinischen Grundversorgung insbeeine ausreichende, allen zugänglichen Pflege von hoher Quasondere der Interprofessionalität. lität zu sorgen und dazu insbesondere genügend Pflegefachpersonal auszubilden. Zudem soll dem Pflegepersonal die Die Verhandlungen im Rat zogen sich über zwei Tage hin. Für Kompetenz erteilt werden, die ihm in eigener Kompetenz zu- die Krankenversicherer von besonderer Bedeutung sind Begewiesenen Leistungen selber mit der obligatorischen Kran- stimmungen im neuen Bundesgesetz über die Förderung der kenversicherung abzurechnen. Der Bundesrat hat den eidge- Ausbildung im Bereich der Pflege, die zu verschiedenen Annössischen Räten beantragt, dem Volk ohne direkten passungen im KVG führen. Von besonderer Bedeutung sind Gegenentwurf oder indirekten Gegenvorschlag Ablehnung dabei folgende Änderungen des KVG: der Initiative zu empfehlen. Dies insbesondere mit der Be- −− Art. 25 Absatz 2 Buchstabe a; Anstelle der Umschreibung gründung, dass es nicht opportun sei, einer einzelne Berufs«Pflegeleistungen die in einem Spital durchgeführt werden»“ gruppe Platz in der Bundesverfassung einzuräumen. Zudem wird «Pflegeleistungen die im Rahmen einer stationären Bewill er keine neue Berufsgruppe zur direkten Abgeltung ihrer handlung durchgeführt werden» eingesetzt. Zudem wird in Leistungen zulassen. Nicht einverstanden ist der Bundesrat einem neuen Abschnitt 2bis – neben Arzt/Ärztin, usw. – zuauch damit, dass er Ausführungsbestimmungen zu den Arsätzlich auch das Pflegefachpersonal aufgeführt. beitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten des Pfle- −− Art. 25a Absatz 1: «ärztliche Anordnung» wird gestrichen. gepersonals erlassen und damit in den Kompetenzbereich der An dessen Stelle wird angefügt: Kantone und Betriebe eingreifen soll. Die vorberatende Kom- a) von einer Pflegefachperson erbracht werden oder mission des Nationalrates hat aber den Bundesrat mit der b) auf Anordnung oder Auftrag eines Arztes/einer Ärztin parlamentarische Initiative «Für eine Stärkung der Pflege für erbracht werden mehr Patientensicherheit und mehr Pflegequalität» beauf- −− Art. 25a Absatz 2; Akut- und Übergangspflege im Antragt, dem Parlament eine Gesetzesvorlage zu unterbreiten. schluss an einen Spitalaufenthalt; Hier haben neu Arzt/ÄrzMit der parlamentarischen Initiative verlangt die Kommission, tin gemeinsam mit einer Pflegefachperson zu entscheiden. die gesetzlichen Grundlagen so anzupassen, dass: −− Art. 25a Absatz 3; Neue Formulierung: Der Bundesrat be−− zur Sicherung der Pflegequalität und Patientensicherheit zeichnet die Pflegeleistungen, die erbracht werden können: genügend Personal (insbesondere Pflegefachpersonen) a) von Pflegefachpersonen auf Anordnung eines Arztes/ ausgebildet, eingesetzt und im Beruf erhalten wird; einer Ärztin −− eigenverantwortliche Handlungsbereiche für Pflegefach b) von Pflegefachpersonen ohne Anordnung oder Auftrag personen abgebildet werden; eines Arztes/einer Ärztin. −− die Aus- und Weiterbildung angemessen finanziert wird.
Information Dezember 2019
5
Gesundheitspolitik
−− Art. 25a Absatz 3ter neu; Der Bundesrat regelt das Verfahren der Ermittlung des Pflegebedarfs und die Koordination zwischen Ärzten/Ärztinnen und dem Pflegefachpersonal. −− Art. 35 Absatz 3bis Buchstabe dbis neue ergänzende Aufzählung; Pflegefachpersonen und Organisationen, die Pflegefachpersonen beschäftigen. −− Art. 38 Absatz 2 neu; Die Zulassung von Organisationen, die Pflegefachpersonen beschäftigen, setzt einen kantonalen Leistungsauftrag voraus. −− Art. 55b neu; Wenn die jährlichen Kosten für die Pflegeleistungen nach Art. 25a je versicherte Person in einem Kanton mehr als die jährlichen Kosten des gesamtschweizerischen Durchschnitts steigen, kann der Kanton vorsehen, dass keine Leistungserbringer gem. Art. 35 Absatz 2 Buchstabe dbis neu eine Tätigkeit zulasten der obligatorischen Krankenversicherung aufnehmen können. −− Übergangsbestimmung; Der Bundesrat führt eine Evaluation zu den Auswirkungen der Änderung auf die Entwicklung der Pflege und erstattet dem Parlament spätestens fünf Jahre nach Inkrafttreten der Änderung Bericht.
Die vom Nationalrat nun verabschiedete Vorlage bringt – wie sich zeigt – einige nicht unerhebliche Änderungen für die Krankenversicherung. Einerseits in der Administration und anderseits ist sicher mit Mehrkosten zu rechnen, wenn das Krankenpflegepersonal verschiedentlich selber entscheiden und die Behandlungskosten selber abrechnen kann. Kommt dazu, dass damit ein Präzedenzfall geschaffen wird, der weitere Leistungserbringer zu ähnlichen Vorstössen animieren kann. Es bleibt zu hoffen, dass der Ständerat zugunsten der Versicherten als Prämienzahler und der Versicherer in heiklen Punkten korrigierend eingreifen wird.
Versicherungsvertragsgesetz (VVG)
Der Rat hat sich mit den vom Ständerat in der Herbstsession 2019 geschaffenen Differenzen zu befassen. In einigen Punkten hat er an seiner Version festgehalten, in anderen hat er sich den weniger versichertenfreundlichen Beschlüssen des Ständerates angeschlossen. Als strammer Verfechter der Standpunkte der Versicherer entpuppte sich Thomas Aeschi. Alle Minderheitsanträge, die sich meist an die Ständeratsbeschlüsse anlehnten, stammten von ihm. Stand bei In der Gesamtabstimmung hat der Rat die Vorlagen mit 124:68 den Differenzen: Stimmen bei vier Enthaltungen genehmigt. Sie geht nun an −− Widerrufsrecht; Der Rat beugte sich dem Beschluss des den Ständerat. Damit aber genügend Zeit zur Verfügung steht, Ständerates. Demnach gilt auch in Zukunft das Widerrufsum dieses Gesamtpaket zu beraten, hat der Rat beschlossen, recht nicht bei wesentlichen Vertragsänderungen. die Frist für die eigentliche Behandlung der Volksinitiative «Für eine starke Pflege (Pflegeinitiative)» um ein Jahr zu verlängern, das heisst bis am 7. Mai 2021.
WINTERSCHLAF Für Tiere bedeutet der Winter eine harte Zeit. Doch sie haben clevere Strategien entwickelt, um sich vor der Kälte zu schützen. Igel, Hamster, Murmeltiere und Haselmäuse halten Winterschlaf. Nachdem sich die Tiere im Herbst genügend Fettreserven zugelegt haben, schlafen sie fast den gesamten Winter über. Um Energie zu sparen, senken die Tiere ihre Körpertemperatur und reduzieren ihren Herzschlag.
6
Information Dezember 2019
Gesundheitspolitik
−− Vertragskündigung bei Verletzung der Informationspflichten; Auch hier folgte der Rat dem Beschluss des Ständerates. Damit bleibt es dabei, dass der Versicherer innert vier Wochen nach Bekanntwerden der Falschinformation die Versicherung kündigen kann, statt wie vom Nationalrat vorgeschlagen nur in den ersten zwei Jahren ab Vertragsabschluss. −− Ordentliches Kündigungsrecht; Auch hier folgte der Rat dem Ständerat. Der Nationalrat sah vor, dass das ordentliche Kündigungsrecht wie auch das Kündigungsrecht im Schadenfall nur dem Versicherungsnehmer zusteht. Der Ständeratsbeschluss sieht aber vor, dass im Krankentaggeld-Kollektivbereich auch dem Versicherer ein Kündigungsrecht zusteht. −− Nachhaftung; Der Nationalrat hält daran fest, dass bei der Krankenzusatzversicherung die Nachhaftung von zwei auf fünf Jahre verlängert wird. Der Ständerat wollte keine Verlängerung. Es verbleiben weitere Differenzen, die aber für die Krankenund Unfallversicherung weniger von Bedeutung sind. Die Vorlage geht nun zur weiteren Differenzbereinigung wieder zurück an den Ständerat.
Gebühr für Bagatellfälle in der Spitalnotaufnahme Parlamentarische Initiative Weibel Thomas NR, übernommen von Bäumle Martin Mit der Initiative wird verlangt, die gesetzlichen Regelungen so auszupassen, dass alle Patienten, die eine Spitalnotfallstation aufsuchen, vor Ort eine Gebühr von beispielsweise 50 Franken bezahlen müssen. Diese Gebühr ist nicht bei der Franchise oder Kostenbeteiligung anrechenbar. Von einer solchen Gebühr sollen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sowie Patienten mit ärztlichen Zuweisung oder einer nachfolgenden stationären Behandlung ausgenommen werden. Begründet wird die Massnahme damit, dass das Aufsuchen der Spitalnotfallstation in den letzten Jahren stark zugenommen hat und dass es sich dabei oft um Bagatellfälle handelt. Das führt zu Überlastungen der Stationen. Zudem sind Notfallkonsultationen in Spitälern bedeutend teurer, als Besuche beim Hausarzt oder in der Apotheke. Mit 108:85 Stimmen bei einer Enthaltung hat der Rat die Initiative als Erstrat angenommen.
Referenzfranchise von 1500 Franken zur Reduktion der Krankenversicherungsprämien Parlamentarische Initiative Nantermod Philippe Der Initiant verlangt, dass das KVG in dem Sinne geändert wird, dass die Referenzfranchise neu 1500 Franken, statt wie bisher 300 Franken beträgt. Der Bundesrat hätte die wählbaren Franchisen zu bestimmen und für den Selbstbehalt einen jährlichen Höchstbetrag festzusetzen. Die wählbaren Franchisen könnten höher oder tiefer sein als die Referenzfranchise. So könnten die heute geltenden Franchisen zwischen 300 Franken und 2500 Franken weiter angeboten werden. Begründet wird der Vorstoss damit, dass mit einer Referenzfranchise von 1500 Franken rund 12 Prozent an Kosten eingespart werden könnten, was entsprechend zu tieferen Prämien führen würde. Mit 12:11 Stimmen hat die vorberatende Kommission beschlossen, dem Rat Ablehnung der Initiative zu beantragen. Der Rat hat dann die parlamentarische Initiative als Erstrat klar mit 116:26 Stimmen bei 45 Enthaltungen abgelehnt.
Chronische Krankheiten. Programm für die Behandlung und Vorteile für die Patientinnen und Patienten Parlamentarische Initiative Nantermond Philippe Mit der Initiative wird verlangt, die gesetzlichen Grundlagen so zu ändern, dass der Bundesrat, die Patientenorganisationen, die Leistungserbringer und die Versicherer Vereinbarungen abschliessen können, die einen Plan zur integrierten Behandlung bei bestimmten chronischen Krankheiten vorsehen. Dabei soll die versicherte Person von der Kostenbeteiligung befreit werden können, wenn sie die verschriebenen Behandlungen einhält. Die vorberatende Kommission hat Ablehnung der Initiative beantragt. Dies primär mit der Begründung, dass auch der Bundesrat Vertragspartner sein sollte und dass zudem die Prüfung, ob die beteiligten Patienten die vereinbarte Behandlung genau einhalten, praktisch nicht möglich sei. Dazu hätten viele entsprechende Patienten verschiedene Leiden. Der Rat hat die Initiative mit 111:76 Stimmen bei 36 Enthaltungen abgelehnt.
Information Dezember 2019
7
Gesundheitspolitik
Einbezug der Langzeitpflege in eine einheitliche Obligatorische Krankenversicherung. Finanzierung ambulanter und stationärer Berücksichtigung der Mengenausweitung bei Leistungen Tarifverhandlungen Motion SGK-NR Mit der Kommissionsmotion wird der Bundesrat beauftragt, eine Gesetzrevision vorzulegen, die den Einbezug der Langzeitpflege in eine einheitliche Finanzierung ambulanter und stationärer Leistungen nach dem KVG vorsieht, sobald die notwendigen Grundlagen vorhanden sind, namentlich die erforderliche Kostentransparenz. Der Bundesrat hat beantragt, die Motion anzunehmen. Die vorberatende Kommission hat mit 11:11 Stimmen bei Stichentscheid des Präsidenten Annahme der Motion beantragt. Im Rat wurde insbesondere darauf hingewiesen, dass mit der Annahme der Motion im Voraus versprochen werde, dass die Langzeitpflege ebenfalls in die Neuregelung zur einheitlichen Finanzierung der ambulanten und stationären Leistungen einbezogen werde. Dies obwohl im Bereich der Langzeitpflege noch viele Fragen offen seien. So unter anderem auch die Abgrenzung zwischen Pflege und Betreuung. Dazu würde der jetzige Einbezug der Langzeitpflege die einheitliche Finanzierung der ambulanten und stationären Leistungen stark verzögern.
Motion SGK-SR Der Bundesrat wird mit der Kommissionsmotion beauftragt, eine Änderung des KVG vorzulegen, um zu gewährleisten, dass die Tarifpartner bei den Tarifverhandlungen nicht nur die Preise, sondern auch die Menge verhandeln. Die Mengenausweitung wird als ein wichtiges Problem im Zusammenhang mit den Kostensteigerungen betrachtet. Neu sollen sich die Tarifpartner nicht nur über den Preis, sondern auch über die Menge einigen. Der Bundesrat hat Ablehnung der Motion beantragt. Er ist der Meinung, dass Anliegen der Motion sei in seine vorgeschlagenen «Massnahmen zur Kostendämpfung» eingeflossen. Der Ständerat hat die Motion in der Sommersession angenommen. Der Nationalrat hat der Motion mit 119:58 Stimmen bei drei Enthaltungen zugestimmt.
Auch wurde festgehalten, dass man sich nicht von den Kantonen unter Druck setzen lassen soll. Der Rat hat die Motion als Erstrat mit 109:70 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt.
GRÜNKOHL – EIN TYPISCHES WINTERGEMÜSE Grünkohl ist ein Wintergemüse, weil Grünkohl je nach Sorte Temperaturen von bis zu minus 15 Grad Celsius verträgt. Andere Gemüsearten würden bei Minustemperaturen erfrieren. Mit dem ersten Frost verändert sich der Geschmack des Grünkohls: der Frost bewirkt die Umwandlung von Stärke in Zucker, sodass das Gemüse dann weniger herb schmeckt. Grünkohl steckt voller Vitamine – auch das macht ihn als Nahrungsmittel im Winter interessant.
8
Information Dezember 2019
Gesundheitspolitik
Keine Behinderung der hausärztlich koordinierten Versorgung durch den Fiskus
Die Selbstverantwortung im Gesundheitswesen stärken
Motion Humbel Ruth Mit der Motion wird der Bundesrat beauftragt, die von den Krankenversicherern im Rahmen von Managed-Care-Verträgen an Ärztenetze geleisteten Entschädigungen für die koordinierte Behandlung der Patienten als Teil der Heilbehandlung nach Artikel 2 Ziffer 3 des Mehrwertsteuergesetzes zu definieren und von der Mehrwertsteuer auszunehmen. Der Bundesrat hat Annahme der Motion beantragt und zugleich zugesichert, dass er die Liste der Steuerausnahmen im Mehrwertsteuergesetz dahingehend ergänzen werde, dass Managed-Care-Leistungen von der Steuer ausgenommen werden. Weiterhin steuerpflichtig bleiben aber rein administrative Leistungen im Zusammenhang mit Managed-Care-Leistungen (z.B. administrative Organisation der Ärztenetzwerke). Als Folge dieser Steuerbefreiung müssten dann auch die von den Krankenversicherern an die Ärztenetzwerke zu entrichtenden Entschädigungen nach unten angepasst werden.
Parlamentarische Initiative Burgherr Thomas Mit dem Vorstoss wird verlangt, das KVG und allenfalls weitere Gesetze dahingehend anzupassen, dass bei ambulanten Praxis- oder Spitalbesuchen für jeden neuen Behandlungsfall ein symbolischer Selbstbehaltskostenanteil in bar erhoben wird. Dieser ist von den Leistungserbringern an Ort und Stelle einzuziehen. Im Spitalambulatorium ist der doppelte Betrag fällig. Im Gesetz sind die Patientengruppen und medizinischen Massnahmen zu definieren, die von dieser Gebühr befreit sind. Der Bundesrat hat für Härtefälle eine Inkassolösung zu erlassen. Die vorberatende Kommission hat in einem ersten Durchgang Annahme der Initiative beschlossen. Nachdem die Kommission des Ständerates mit grossem Mehr Ablehnung beschloss, beantragte auch die nationalrätliche Kommission Ablehnung. Der Rat hat die Initiative mit 136:52 bei einer Enthaltung abgelehnt.
Information Dezember 2019
9
Gesundheitspolitik
AUS DEM STÄNDERAT KVG. Zulassung von Leistungserbringern «Was lange währt, wird endlich gut». Hoffnung stirbt zuletzt! Seit 2003 wird in Sachen Zulassung von Leistungserbringern mit provisorischen Regulierungen gearbeitet. Die jetzige Vorlage, die endlich in einer definitiven Gesetzesänderung ihren Niederschlag finden soll, befindet sich in dieser Session in der zweiten Differenzbereinigungsrunde. Bei den Differenzen, wie sie sich aus der Herbstsession ergeben haben, konnten in der laufenden Session im Ständerat nur wenige bereinigt werden. Mit Differenzen in wichtigen Punkten geht die Vorlage nun wieder zurück an den Nationalrat. Sowohl der Nationalrat, wie auch der Ständerat beharren in wichtigen Punkten mit grossmehrheitlich gefassten Beschlüssen auf ihren Standpunkten. Im Ständerat ist klar ersichtlich, auf welcher Seite die Interessen liegen, nämlich bei den Kantonen und nicht bei den Versicherten als Prämienzahlende und den Versicherern. Die Sache wird auf eine Einigungskonferenz hinauslaufen. Die wichtigsten noch bestehenden Differenzen: −− Die Vorlage des Nationalrates sieht vor, dass die Versicherer in begründeten Fällen der Aufsichtsbehörde den Entzug der Zulassung beantragen können. Der Ständerat lehnt eine solche Lösung ab. −− Der Ständerat lehnt einen Zulassungsstopp für den Fall eines überdurchschnittlichen Kostenanstiegs in einem medizinischen Fachgebiet nach wie vor ab. −− Im Gegensatz zum Nationalrat will der Rat den Versicherern kein Beschwerderecht gegen kantonale Erlasse über Zulassungsbeschränkungen einräumen. Die Leistungserbringer hingegen sind beschwerdeberechtigt. −− Der Beschluss des Nationalrates, die Vorlage mit der Gesetzesänderung betreffend die einheitliche Finanzierung der ambulanten und stationären Behandlungskosten (Efas) zu verknüpfen, stösst beim Ständerat auf heftigen Widerstand. Der Nationalrat will die Gesetzesvorlage mit der Vorlage betreffend die einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Behandlungskosten gleichzeitig in Kraft setzen.
10
Information Dezember 2019
Kostendeckende Finanzierung der Kinderspitäler bei effizient erbrachten Leistungen Motion SGK-SR
Kostendeckende Finanzierung der Kinderspitäler und Kinderkliniken Standesinitiative St. Gallen
Kostendeckende Finanzierung der Kinderspitäler und Kinderkliniken Standesinitiative Thurgau
Kostendeckende Finanzierung der Kinderspitäler Standesinitiative Basel-Stadt
Sachgerechte Tarifstruktur sowie kostendeckende Finanzierung der Kinderspitäler Standesinitiative Basel-Landschaft Mit den vier Standesinitiativen wird der Bundesrat aufgefordert, geeignete Massnahmen zu treffen, damit die Leistungen, die in der notwendigen Qualität effizient und kostengünstig erbracht werden, in den Tarifstrukturen für die Kinderspitäler und -kliniken sowohl für ambulante als auch für stationäre Behandlungen sachgerecht abgebildet und kostendeckend vergütet werden. Begründet werden die Vorstösse primär damit, dass die Kinderspitäler und -kliniken die ganze Leistungskette von der Grund- über die spezialisierte sowie die hochspezialisierte Medizin anbieten. Die heutigen Tarife deckten die Kosten nicht. Die seit Jahren anfallenden Defizite müssten von den entsprechenden Spitalträgern getragen werden. In den Kinderspitälern und -kliniken würden praktisch keine Halb- oder Privatpatienten behandelt, womit auch keine Quersubventionierung über Zusatzversicherungen erfolge. Die vorberatende Kommission hat sich mit den Standesinitiativen befasst und festgestellt, dass mit den Standesinitiativen tatsächlich vorhandene Mängel aufgezeigt werden. Sie hat aber vorgeschlagen, die Problematik in eine Kommissions-Motion mit dem gleichen Auftrag an den Bundesrat aufzunehmen, so dass nicht vier praktisch identische Standesinitiativen behandelt werden müssen. In diesem Sinne hat die Kommission beantragt, ihrer Motion zuzustimmen und die vier Standesinitiativen abzulehnen. Diskussionslos hat der Rat die Motion, die auch vom Bundessrat befürwortet wird, angenommen und die vier Standesinitiativen abgelehnt.
Informationen des RVK
HIRSCHE WERFEN GEWEIH AB Hirsche werfen jedes Jahr zum Ende des Winters ihre Geweihe ab. Die Geweihe sind verhornte Knochen und bis zu fünf Kilogramm schwer. Durch eine starke Durchblutung bildet sich im Winter eine Bruchstelle am Ansatzpunkt des Gehörns, wo sich ab Ende Februar das Geweih löst. Nach dem Abwurf bildet sich innerhalb von 120 Tagen ein neues Geweih, das zumeist mehr Verästelungen aufweist als sein Vorgänger.
Menschen mit Behinderung. Zugang zu modernen Hilfsmittel sicherstellen Postulat SGK-SR
Grössere Autonomie und bessere Integration von Personen mit Behinderung ermöglichen Motionen Golay Roger NR und Glättli Balthasar NR Die beiden Nationalräte Golay Roger und Glättli Balthasar wollten mit ihren gleichlautenden Motionen den Bundesrat beauftragen, Gesetzesänderungen im Bereiche der Sozialversicherungen (IV, EL, BVG, UVG, KVG usw.) vorzulegen, die zum Zwecke haben, dass die Sozialversicherungen die Kosten für optimale Hilfsmittel für Personen mit einer Behinderung übernehmen. Die Vorstösse werden damit begründet, dass heute nur die Kosten für Hilfsmittel übernommen werden, die einfach, zweckmässig und wirtschaftlich sind. Wenn ein «optimales» Hilfsmittel gewünscht wird, müssen die Behinderten für die Mehrkosten selber aufkommen. Viele betroffene Behinderte seien aber nicht in der Lage, die Mehrkosten für ein besseres, auf ihre persönlichen Verhältnisse abgestimmtes Hilfsmittel zu tragen. Der Bundesrat hat Ablehnung des Postulates beantragt. Der Nationalrat hat die beiden Motionen in der Herbstsession 2018 angenommen. Die vorberatende Kommission des Ständerates sieht die Notwendigkeit, das Vergütungssystem für Hilfsmittel im Hinblick auf die neuen technischen Entwicklungen anzupassen. Die Forderungen der Motionen sind der Kommission aber zu unbestimmt. Insbesondere mit dem unbestimmten Begriff «optimale» Hilfsmittel kann sie sich nicht anfreunden. Sie hat daher ein Kommissions-Postulat ausgearbeitet, mit welchem der Bundesrat beauftragt wird, zu prüfen, welche
Anpassungen notwendig sind, damit die abgegebenen Hilfsmittel dem technologischen Fortschritt entsprechen, vorausgesetzt, dass die Mehrkosten für das Hilfsmittel dem tatsächlichen Mehrwert für die versicherten Personen entsprechen. Dabei soll insbesondere auch die Einführung eines Preissetzungsverfahrens für Hilfsmittel – analog der Spezialitätenliste für Medikamente – geprüft werden. In diesem Sinne hat die Kommission beantragt, die beiden Motionen abzulehnen und dem Kommissions-Postulat zuzustimmen. Diskussionslos hat der Rat diesen Anträgen zugestimmt.
Krankenkassenprämien. Eltern bleiben Schuldner der nichtbezahlten Prämien der Kinder Motion Heim Bea NR
KVG. Unterhaltspflichtige Eltern schulden nichtbezahlte Kinderprämien Motion Brand Heinz NR Mit beiden Motionen wird der Bundesrat beauftragt, das KVG dahingehend zu ändern, dass die Eltern Schuldner und Zahler der Prämien des unterhaltsberechtigten Kindes sind und auch bleiben, wenn die Unterhaltspflicht endet. So soll vermieden werden, dass volljährig gewordene Kinder nachträglich für unterlassene Prämienzahlungen der Eltern in die Verschuldung geraten. Der Bundesrat hat Annahme der beiden Motionen beantragt. In diesem Sinne hat auch der Nationalrat beschlossen. Der Ständerat hat die beiden Motionen diskussionslos angenommen.
Information Dezember 2019
11
Gesundheitspolitik
Mehr Zeit für die Behandlung von Kinder und Jugendlichen Motion Müller Damian Der Bundesrat wird mit der Motion beauftragt, einen Erlassentwurf vorzulegen, der die Grundlage schafft, dass die Besonderheiten der Kinder- und Jugendmedizin zukünftig in den Sozialversicherungstarifen adäquat abgebildet werden. Begründet wird der Vorstoss damit, dass für Kinder und Jugendliche viel mehr Zeit aufgewendet werden muss, als für Erwachsene. Dies nicht in erster Linie für die Behandlung an sich, sondern für vorbereitende und Gespräche bei der Behandlung. Dafür seien heutigen Tarifpositionen und -bewertungen ungenügend. Der Bundesrat hat Ablehnung der Motion beantragt. Nach seiner Beurteilung seien die heutigen Tarife genügend auf die Bedürfnisse der Kinder- und Jugendlichen ausgerichtet. Der Ständerat hat der Motion als Erstrat mit 25:10 Stimmen bei vier Enthaltungen zugestimmt.
Wiederherstellung der Transparenz bei den Gesundheitskosten Motion Lombardi Filippo, übernommen von Rieder Beat Mit der Motion wird der Bundesrat beauftragt, einen Entwurf für eine Änderung des KVG vorzulegen, damit den Kantonen erneut das Recht eingeräumt wird, auf die Buchhaltungsdaten zuzugreifen, die den Prämienberechnungen der Versicherer zugrunde liegen. Begründet wird der Vorstoss unter anderem damit, dass die Kantone heute über viel zu wenig Daten verfügen, um die von den Krankenversicherern gelieferten Kostenschätzungen und der damit verbundenen Prämienfolgen zu prüfen. Vor Inkrafttreten des neuen KVAG hätten die Kantone bei den Versicherern die amtlichen Dokumente einholen können, aufgrund derer die Bundesbehörde die Genehmigung der Prämientarife vornahm. Der Bundesrat hat Ablehnung der Motion beantragt. Mit dem neuen KVAG habe der Gesetzgeber bewusst die Rollen von Bund und Kantonen bezüglich Prämiengenehmigungsverfahren getrennt. Eine Vermischung scheine ihm nicht ratsam. Auf Ordnungsantrag von Français Olivier hat der Rat diskussionslos beschlossen die Motion der vorberatenden Kommission zur Bearbeitung zuzuweisen.
12
Information Dezember 2019
Erhöhung der Arzneimittelsicherheit in der Pädiatrie. Medikationsfehler durch E-Health reduzieren Motion Stöckli Hans Der Bundesrat wird mit der Motion beauftragt, folgende Massnahmen zu ergreifen, welche die Anwendungssicherheit von Kinderarzneimitteln erhöht: 1. Zur Erhöhung der Arzneimittelsicherheit in der Pädiatrie die Bundeskompetenz im Rahmen von Art. 26 des Heilmittelgesetzes (HMG) auszuschöpfen und den Einsatz E-Health-gestützter klinischer Entscheidungsunterstützungstools zur Vermeidung von Dosierungsfehler mindestens im stationären Bereich und in der Offizinapotheke als verbindlich erklären 2. Die Kosten für die Implementierung der harmonisierten Dosierungsempfehlungen und die Anwendung von E-Health-gestützten klinischen Entscheidungsunterstützungstools in den Tarifen zu berücksichtigen. Der Motionär begründet den Vorstoss damit, dass die mangelhafte Qualität der ärztlichen Verordnung eine der grössten Fehlerquellen im pädiatrischen Medikationsprozess bilde. Der Bundesrat hat beantragt, Ziffer 1 der Motion anzunehmen, Ziffer 2 aber abzulehnen. Die Ablehnung von Ziffer 2 begründet der Bundesrat damit, dass die allfällig anstehenden Zusatzkosten aus einer HMG-Revision von den Tarifpartnern im Rahmen ihrer Tarifautonomie in die Tarife einbezogen werden können. Der Ständerat hat als Erstrat Ziffer 1 der Motion diskussionslos und Ziffer 2 mit 26:13 Stimmen bei null Enthaltungen zugestimmt.
Für eine starke Pflege (Pflegeinitiative) Volksinitiative Nachdem der Nationalrat in der laufenden Session einen indirekten Gegenvorschlag zur Volksinitiative verabschiedet und gleichzeitig auch eine Fristverlängerung bis zum 7. Mai 2021 für die Behandlung der Initiative selber beschlossen hat, stimmte auch der Ständerat einer entsprechenden Fristverlängerung zu.
Gesundheitspolitik
BUNDESRAT/EDI/BAG UMFELD Medikamente
Kostenbremse-Initiative der CVP
Im Bereich der Medikamente ist der Bund mehrfach gefordert. Einerseits sind die Preise im Vergleich mit dem Ausland noch immer in vielen Fällen viel zu hoch. Dies insbesondere im Generikasegment und bei den patentabgelaufenen Medikamenten. Darum prüft der Bund nun Referenzpreise zu verordnen und – wie nicht anders zu erwarten war – melden sich bereits die Gegner dieses Systems. Klar kommt dieser Gegenwind aus der Pharmabranche. Sie macht sich Sorgen um die Medikamentensicherheit. Dabei stehen doch eher Gewinneinbussen im Vordergrund. Ein weiteres Problem im Arzneimittelsektor sind die vielen, nicht mehr zur Verfügung stehenden Medikamente. Der Bund prüft im Moment verschiedene Massnahmen. So unter anderem ein Exportverbot, Ausbau der Notvorratshaltung, usw.
Gemäss Medienmitteilungen hat die CVP die nötigen 100 000 Unterschriften beisammen. Die Sammelfrist läuft noch bis Mitte April 2021. Wann die Initiative eingereicht wird, ist noch offen.
Ärztetarif (Tarmed/Tardoc) Entscheidendes ist in Sachen neuem Behandlungstarif im ambulanten Bereich nicht passiert. Alles scheint offen. In Beantwortung einer Interpellation von NR Sauter Regine, die sich auf die Tarifeingabe von Curafutura, FMH und Unfallversicherung bezieht, macht der Bundesrat darauf aufmerksam, dass diese Unterlagen und die Datenlage ungenügend und noch verschiedene Fragen offen seien. Das BAG werde nun das Gespräch mit den Tardoc-Partnern aufnehmen. Fast gleichzeitig mit der Interpellation Sauter wurde auch von NR Schenker Silvia (übernommen von Barrile Angelo) eine Interpellation eingereicht, mit welcher der Bundesrat angefragt wird, wie er sich zu ambulanten Fallpauschalen als Zukunftsmodell stelle und wie er das diesbezügliche Projekt von Santésuisse und der Foederatio Medicorum Chirurgicorum Helvetica (FMCH) beurteile. In seiner Antwort hält der Bundesrat fest, dass er über das Projekt informiert sei und dass er die Stärkung von ambulanten Pauschalen befürworte. Bisher seien aber von Santésuisse und FMCH jedoch ausschliesslich kantonale Verträge vereinbart und entsprechend den kantonalen Behörden zur Genehmigung eingereicht worden. Der Bundesrat betont, dass es sein Ziel sei, für eine Beteiligung aller Tarifpartner zu sorgen. Gefordert ist also die Krankenversicherungsbranche als Ganzes. Wer macht wann wie welchen Schritt auf wen zu?
Information Dezember 2019
13
INFORMATIONEN DES RVK DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
Seite
17 Seite
22
Seite
24
14
Austausch Tarmed-Expertengruppe Die Expertengruppe trifft sich drei- bis viermal im Jahr für einen Austausch zum ambulanten Abrechnungstarif Tarmed. Bei diesem Anlass werden aktuelle Themen sowie Fallbeispiele besprochen und Erfahrungen betreffend Abklärungen oder Handhabung ausgetauscht.
Tagung Langzeitpflege Die Tagung vom 10. Dezember 2019 befasste sich mit der Thematik «Altersinstitutionen im Spagat zwischen Markt und Finanzierbarkeit». Der Anlass stiess mit rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf grosses Interesse. Ziel der Veranstaltung war es, alle Stakeholder im Bereich der Langzeitpflege zusammenzubringen.
RVK-Frühlingstagung: Ein Blick hinter die Kulissen Philipp Dünki organisiert bereits seit sieben Jahren die RVK-Frühlingstagung. Im Interview gewährt er einen Blick hinter die Kulissen. Er erzählt, was er mit der RVK-Frühlingstagung verbindet und wie das Programm jeweils ensteht. Zudem verrät Philipp Dünki, an welche Highlights er sich besonders gern erinnert und was im Kopfzerbrechen bereitet.
Information Dezember 2019
Informationen des RVK
RVK und RVK Rück AG JAHRESVERSAMMLUNGEN 2020
Am 26. Juni 2020 finden die 88. Delegiertenversammlung des RVK und die 9. Generalversammlung der RVK Rück AG in Luzern statt.
Die Jahresversammlungen werden im Hotel Astoria in Luzern durchgeführt. Anträge der Delegierten sind bis zum 27. April 2020 (Posteingang) schriftlich an den RVK, Haldenstrasse 25, 6006 Luzern, z.H. des Präsidenten Peter Hegglin zu richten.
Bei der Wahl von neuen Mitgliedern soll gemäss Statuten zusätzlich auf eine ausgewogene Vertretung der Regionen und der Betriebsgrössen der Mitgliedskassen Rücksicht genommen werden.
Rücktritte aus dem Vorstand
Für weitere Auskünfte stehen der Präsident oder der Direktor jederzeit zur Verfügung.
Nach 25 Jahren im Vorstand hat sich Robert Kalbermatten, bis Ende 2019 Geschäftsführer der sodalis Gesundheitsgruppe, entschieden, dieses Amt auf den Zeitpunkt der DV abzugeben. Gleichzeitig wird er als Verwaltungsrat der RVK Rück AG zurücktreten. Für die frei werdenden Sitze in diesen beiden Gremien lädt der Vorstand Interessierte aus dem Kreis der Mitgliedskassen ein, sich bis zu oben erwähntem Datum mit einem schriftlichen Dossier zu bewerben.
Peter Hegglin, Präsident RVK peter.hegglin@parl.ch Daniel Herzog, Direktor 041 417 05 00, d.herzog@rvk.ch
Anforderungsprofil eines Vorstandsmitglieds (vgl. auch Statuten Art. 17.3 und 17.4) Die Kandidatinnen und Kandidaten müssen folgende Kriterien erfüllen: −− Sie haben die Geschäftsleitungsverantwortung bei einem Verbandsmitglied inne oder sind Mitglied der Geschäftsleitung, und ihre Mitgliedskasse hat keine strategische oder finanzielle Bindung an einen Versicherer ausserhalb des Verbandes. −− Sie sind bereit, jährlich rund acht bis zehn Präsenztage für diese Funktion einzuplanen. Für eine allfällige Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe des Vorstands sind weitere zwei bis vier Tage zu reservieren. −− Sie bringen ein grosses Interesse an den Verbandsaktivitäten und den Dienstleistungen des RVK mit.
Information Dezember 2019
15
Informationen des RVK
LZ-Weihnachtsaktion 2019 SPENDEN STATT SCHENKEN
Der RVK verzichtet bereits seit Jahren auf Weihnachtskarten und Geschenke für Kunden und Partner. Er verschickt seine Grüsse stattdessen elektronisch. Mit dem eingesparten Betrag unterstützt der RVK die LZ-Weihnachtsaktion.
16
Die LZ-Weihnachtsaktion wird von den LZ-Medien organisiert und durchgeführt. Die Spendenaktion unterstützt Tausende von Einzelpersonen und Familien in der Zentralschweiz, die durch einen Schicksalsschlag in finanzielle Not geraten sind. Sie garantiert, dass das gesammelte Geld rasch und unbürokratisch dort eingesetzt wird, wo Hilfe am notwendigsten ist.
existenzielle Sorgen hinzu: Wie soll es weitergehen, wenn etwa eine junge Mutter den Vater der Kinder verliert? In solchen Situationen kann die LZ-Weihnachtsaktion einspringen. Oft hilft ein einziger Beitrag, um eine akute Notsituation zu überbrücken und das Leben von Menschen wieder in positive Bahnen zu lenken.
Seit der Gründung der LZ-Weihnachtsaktion im Jahr 1996 wurden insgesamt über 54 Millionen Franken gesammelt. Immer wieder zeigen die über 3800 Unterstützungsgesuche, die die LZ-Weihnachtsaktion für die Sammlung pro Jahr erhalten hat: Das Schicksal kann auf einen Schlag ein Leben von Menschen aus dem Lot bringen. Und es kann praktisch jeden treffen. Oft leiden ganze Familien mit, wenn jemand stirbt, verunfallt oder schwer erkrankt. Zum grossen Schmerz kommen rasch auch
Chantal Koller, Marketingkommunikation & Bildung 041 417 05 70, ch.koller@rvk.ch
Information Dezember 2019
Informationen des RVK
Tarifsuisse AUSTAUSCH DER TARMED-EXPERTENGRUPPE
Drei- bis viermal pro Jahr findet bei der Tarifsuisse AG in Solothurn ein Austausch zum ambulanten Abrechnungstarif Tarmed statt. Teilnehmende sind Leistungsspezialisten diverser Krankenversicherer. Der RVK ist ebenfalls in dieser Arbeitsgruppe vertreten.
Bei diesem Anlass werden aktuelle Themen sowie Fallbeispiele besprochen und Erfahrungen betreffend Abklärungen oder Handhabung ausgetauscht. Folgende zwei Bespiele wurden an den letzten Sitzungen besprochen:
Verrechnung von MRI Tarmed-Leistung 39.5060 (MRI Übersicht u/o Teilstücke der Wirbelsäule) zusammen mit 39.5110 (MRI Abdomen, Becken) Bei der gleichzeitigen Verrechnung dieser beiden MRI-Leistungen besteht grundsätzlich kein Kumulationsverbot gemäss den Tarmed-Regeln. Es muss eine medizinische Indikation vorhanden sein. Ebenfalls müssen die Untersuchungen dokumentiert und auch im Bericht beschrieben werden. Nur dann ist eine Verrechnung der beiden Positionen gerechtfertigt. Es wurden einige Stichproben durchgeführt, und man hat festgestellt, dass es bei diversen Fällen medizinisch nicht indiziert war, die Position 39.5110 zu verrechnen.
Verrechnung der Notfall-Inkonvenienzpauschalen Die Tarmed-Positionen 00.2510, 00.2520 oder 00.2530 dürfen bei Spitälern nur abgerechnet werden, wenn der Facharzt nicht ganz oder teilweise fix besoldet ist. Damit die Krankenversicherungen diese Informationen erhalten, sollte auf der XML-Rechnung im Feld «medical role» erwähnt sein, ob der Arzt frei praktizierend oder vom Spital fix besoldet wird. Im Moment wird diese Information jedoch noch nicht von allen Spitälern hinterlegt. Falls Sie ebenfalls Fragen zu Tarmed-Leistungen oder -Handhabungen haben, wird der RVK diese gerne entgegennehmen und sie der Expertengruppe zur Besprechung an der nächsten Sitzung weiterleiten. Martina Rüegg, Krankenversicherungsexpertin 041 417 05 54, m.rueegg@rvk.ch
Information Dezember 2019
17
Informationen des RVK
MedCasePool RÜCK- UND AUSBLICK ARTIKEL KVV71 «OFF-LABEL-USE» (OLU) Die Bearbeitung der «OLU-Fälle» verlangt eine hohe Fachkompetenz, um die Herausforderungen quantitativ und qualitativ meistern zu können. Mit unseren ausgewiesenen Fachspezialisten können wir sie gewinnbringend unterstützen.
Zulassungsverfahren eines Arzneimittels in der Schweiz In der Schweiz werden Arzneimittel von Swissmedic mit der dazugehörigen Fachinformation registriert. Auf Verlangen des jeweiligen Zulassungsinhabers werden sie durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG), nach Prüfung von Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit, in die Spezialitätenliste aufgenommen. Der Höchstpreis wird durch das BAG festgelegt. Er muss von der obligatorischen Krankenversicherung übernommen werden. Der Einsatz der Arzneimittel kann zusätzlich mittels Limitatio durch das BAG eingeschränkt werden.
Behandlung mit einem Arzneimittel ausserhalb der Leistungspflicht im «Off-Label-Use», KVV Artikel 71 In der Schweiz wurde der Art. 71a–b KVV im Jahre 2011 in Kraft gesetzt. Der Artikel soll für Personen mit seltenen Krankheiten die Kostenübernahme von Arzneimitteln ermöglichen, die ausserhalb der von Swissmedic genehmigten Fachinformation oder ausserhalb der Limitatio der Spezialitätenliste verordnet werden und somit entsprechend ausserhalb der Leistungspflicht sind. Die Kostenübernahme erfolgt bei Krankheiten mit tödlichem Verlauf oder möglicher Entwicklung chronischer gesundheitlicher Beeinträchtigungen. Dies jedoch mit der Einschränkung: falls keine andere wirksame und zumutbare Therapiemethode vorhanden ist. Zudem muss der durch den Einsatz der Arzneimittel zu erwartende therapeutische Nutzen für die Betroffenen gross sein.
18
Information Dezember 2019
Der heute gültige Artikel KVV Art. 71 a–d trat im Frühjahr 2017 in Kraft. Artikel 71a definiert die Kriterien, nach welchen die Kosten für Arzneimittel der Spezialitätenliste ausserhalb der genehmigten Fachinformation respektive Limitatio vergütet werden. 71b regelt die Vergütung von zugelassenen Arzneimitteln ausserhalb der Spezialitätenliste. Artikel 71c regelt die Vergütung von Arzneimitteln, welche in der Schweiz nicht zugelassen sind, sofern die Arzneimittel von einem Land mit einem vom Institut als gleichwertig anerkannten Zulassungssystem für die entsprechende Indikation zugelassen sind. Artikel 71d ergänzt die Verordnung mit diversen gemeinsamen Bestimmungen wie zum Beispiel: falls das Gesuch für Kostengutsprache vollständig ist, so entscheidet der Versicherer innert zweier Wochen darüber.
Hohe Fallzahlen Im Jahr 2014 hat das Büro Vatter im Auftrag des BAG eine Umfrage betreffend KVV Artikel 71 durchgeführt. Gemäss dieser Umfrage schätzte man das Fallvolumen auf 6000 bis 8000. Im Jahre 2018 sind gemäss Expertenschätzungen bereits 25 000 Gesuche gestellt worden. Es wird erwartet, dass die Anzahl Gesuche weiter steigen wird. Dies bringt für die Krankenversicherer neue Herausforderungen im Bezug auf Kosten und Administration mit sich.
Informationen des RVK
Blick in die Zukunft Die rasante Entwicklung in der Medizin wird die Krankenversicherer im Bezug auf die Bearbeitung von «Off-Label-Use» zunehmend herausfordern. Die stetige Fallzunahme sowie der Kostenanstieg beim KVV Artikel 71 führten dazu, dass das BAG 2017 die Krankenversicherer verpflichtet hat, die Fälle zu melden, unter anderem, um die Gleichbehandlung der Patientinnen und Patienten zu kontrollieren. Dies soll auch bei der Nutzenbewertung der Vertrauensärzte durch die Anwendung von «OLUtools», welche durch die Schweizerische Gesellschaft der Vertrauens- und Versicherungsärzte entwickelt wurden, sichergestellt werden.
Der RVK hat für die gestellten Herausforderungen folgenden Prozess und unterstützt Sie in der Nutzenbewertung, in der vertrauensärztlichen Empfehlung wie auch in der Vergütungsberatung. Für weitere Auskünfte und bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Christoph Weber, Dipl. Natw. ETH, Vergütungsberatung 041 417 05 26, c.weber@rvk.ch
Das BAG ist aktuell wieder an der Evaluation des Artikels KVV 71. Sie soll Mitte 2020 abgeschlossen werden. Im Anschluss wird entschieden, welche konkreten Massnahmen dem Bundesrat vorgeschlagen werden. Ein Beispiel könnte sein, dass die «Off-Label»-Bearbeitung nur eine befristete Zeit Gültigkeit hat und anschliessend das BAG entscheidet, ob die Behandlung eine Pflichtleistung wird.
Erkennen Krankenversicherer
RVK / VAD
Nutzenbewertung und vertrauensärztliche Empfehlung gemäss Art. 71 KVV
RVK / Vergütungsberatung
Durchführung der Vergütungsverhandlung mit Zulassungsinhabern
g f
g f
Verhandeln
g f
Erkennen und Auslenken der Therapien mit Off-Label Medikamenten
Bewerten
Leistungserbringer
Zulassungsinhaber
Empfehlen
g f
Krankenversicherer
Erstellung und Abgabe der Empfehlung betr. Übernahme der Therapien inkl. Preis
Erstellen eines KostengutspracheGesuches
Information Dezember 2019
19
Informationen des RVK
Marketing WORKSHOP «KUNDENZENTRIERT IN DIE ZUKUNFT» Was haben Touchpoints, Erlebnis-Signale, Pain Points und Pleasure Points gemeinsam? Es sind alles «Zutaten» einer Customer Journey – der Erlebnisreise des Kunden, der Kundin.
Mit der Customer Journey und allen damit verbundenen Fragen haben sich RVK-Mitarbeitende am Workshop «Kundenzentriert in die Zukunft» beschäftigt. «Damit dein Unternehmen existieren kann, braucht es Kundinnen und Kunden, die für seine Angebote bezahlen.» Eigentlich simpel. Aber so einfach wie sein Zitat ist es für Glenn Oberholzer, Workshop-Moderator und Mitinhaber der Stimmt AG, dann doch nicht. Dahinter, führt Oberholzer aus, versteckt sich viel mehr. Damit die Kundin oder der Kunde kauft, braucht es Produkte und Dienstleistungen, die einen Mehrwert stiften und sich im Markt differenzieren. Oder es braucht Prozesse, die ein hervorragendes Kundenerlebnis bieten. Und wie schafft man das?
20
Information Dezember 2019
Die Customer Journey Sie ist kein Zaubermittel und vollbringt keine Wunder. Aber sie ist ein tolles Hilfsmittel, um sich mit der Schaffung von Kundenerlebnissen zu beschäftigen. Denn genau das will der Kunde: etwas Positives erleben, und dann, darauf basierend, zu kaufen. Um herauszufinden, bei welchen Kontakten (Touchpoints) etwas gut oder weniger gut läuft und um zu verstehen, wann und wo dem Kunden Freude oder Ärger bereitet wird und wie er sich dabei fühlt – dafür ist die Customer Journey genau das richtige Instrument.
Informationen des RVK
Fakten als Grundlage Kundenzentriert bedeutet, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Dieses Ziel verfolgen eigentlich alle Unternehmen. Ein solches Ziel zu stecken, ist einfach, es zu erreichen, umso schwieriger. Ein Schlüsselelement ist, sich in die Situation des Kunden zu versetzen, um ihn zu verstehen. Dies alleine genügt aber nicht. Fakten generieren ist essenziell. Das heisst also nichts anderes als Daten sammeln. Das muss nicht mit hohem Aufwand geschehen. Interviews und Rückmeldungen aus Anwendersicht helfen schon enorm und bilden eine solide Faktengrundlage.
Die Customer Journey steht. Was dann? Es muss einem bewusst sein, dass das Bauen einer Customer Journey kein einfacher Prozess ist. Es empfiehlt sich, dafür genügend Zeit zu investieren. Im Workshop ging es zuerst darum, eine Persona zu definieren, welche für ein bestimmtes Produkt die typische Kundengruppe darstellt. Dann wurde eine Ist-Customer-Journey erstellt. Auf Basis der vorab gewonnenen Kundendaten und der daraus erhaltenen Rückschlüsse wurde anschliessend die Soll-Customer-Journey
gebaut. Mittels der Methode Service Blueprint konnte die Customer Journey auf die Geschäftsprozesse abgestimmt werden, wobei diese natürlich zu hinterfragen und bei Bedarf anzupassen sind. Schlussendlich geht es aber auch darum, daraus etwas Konkretes zu machen. Im Workshop ging Klaus Oberholzer von der Agentur Oberholzer darauf ein und erläuterte, wie und auf welchen Kanälen die Produkte kundenorientiert vermarktet werden können. Success-Storys und Social-Media-Kanäle sind zwei Beispiele dafür.
Und jetzt läuft es wie von alleine? Dem ist natürlich nicht so. Eine kundenorientierte Haltung muss erarbeitet und stetig gepflegt werden. Eine kundenorientierte Unternehmenskultur hilft, diese Haltung zu festigen. Es lohnt sich, hierfür Zeit zu investieren. Patrick Kellenberger, Bereichsleiter Marketing & Bildung 041 417 05 55, p.kellenberger@rvk.ch
Anatomie einer Customer Journey Was macht und sagt der Kunde?
A
Ankunft
Parkplatzsuche
Schritte
Zimmer suchen
Zimmer beziehen
Die Customer Journey Die Customer Journey dokumentiert das Erleben des Kunden bei der Interaktion mit einem Unternehmen Schritt für Schritt aus der Kundenperspektive. Grob besteht die Customer Journey aus drei Teilen:
B
Handlung, Aussagen
C
Touchpoint Was nimmt der Kunde wahr (bewusst/unbewusst) ?
D
Funktionen, Services
D
Bilder, Gerüche, Geräusche, Materialien
D
Menschen
E
Check-In
Pleasure Points
F
Emotionskurve
E
Pain Points
Was macht und sagt der Kunde? Als erstes möchtest du verstehen, was der Kunde macht und sagt, also welche Schritte er durchläuft, welche Handlungen und Aussagen er vornimmt und an welchen Touchpoints die Interaktionen stattfinden Dies gibt dir eine erste, neutrale Bestandesaufnahme. Was nimmt der Kunde wahr? Dann ermittelst du, welche Hinweise der Kunde wahrnimmt. Dies können Funktionen sein, oder sensorische Signale wie Gerüche oder Geräusche, oder schliesslich das Verhalten von Menschen.
Wie fühlt sich der Kunde und warum?
Wie fühlt sich der Kunde und warum? Schliesslich fasst du zusammen, welche besonders guten oder besonders schlechten Erlebnisse der Kunde hat und zu welchen Emotionen diese führen.
Quelle: Stimmt AG, Glenn Oberholzer Erklärungen zu A bis F folgen auf Seite 5 und 6. 3
4
Information Dezember 2019
21
Informationen des RVK
Tagung Langzeitpflege DIE RVK-FACHTAGUNG STIESS ERNEUT AUF SEHR GROSSES INTERESSE Bereits zum dritten Mal führte der RVK die Fachtagung Langzeitpflege im Volkshaus Zürich durch. Das Tagungsthema «Altersinstitutionen im Spagat zwischen Markt und Finanzierbarkeit» weckte grosses Interesse. Wie bereits im letzten Jahr fanden wiederum rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Weg nach Zürich.
Angesprochen waren Fach- und Führungskräfte aus der stationären und ambulanten Langzeitpflege, Verantwortliche in Gemeinden und Kantonen sowie Mitarbeitende von Krankenversicherungen. Die Veranstaltung hat zum Ziel, alle Stakeholder im Bereich der Langzeitpflege zusammenzubringen. Dies gelingt sehr gut, was die Aufteilung der Besucherinnen und Besucher auf die einzelnen Bereiche zeigt. Nach der Begrüssung durch Daniel Herzog, Direktor des RVK, übernahm Moderator Hannes Blatter, Geschäftsführer Luzerner Forum für Sozialversicherungen und Soziale Sicherheit, das Ruder. Wie man es sich von ihm gewohnt ist, führte er mit Humor, Schlagfertigkeit und Fachkenntnis durch das Programm.
Unternehmerisches Denken und Handeln als wichtiger Erfolgsfaktor Im ersten Referat von Dr. Jérôme Cosandey, Directeur romand von Avenir Suisse, standen die Themen Flexibilität und Durchlässigkeit im Zentrum, welche notwendig sind, um sich als Institution im Markt zu differenzieren. Als Forschungsleiter Finanzierbare Sozialpolitik konnte er wichtige Aspekte einbringen. So prognostizierte Jérôme Cosandey beispielsweise, dass es starre Organisationen künftig schwerer haben werden. An die Adresse des regulierenden Staates richtete er den Aufruf, dass er das Was, nicht das Wie vorgeben soll. Nur so werde die Bildung von flexiblen Organisationsformen begünstigt, was künftig sehr wichtig sei. Prof. Dr. Markus Gmür, Professor für NPO-Management und Direktor des Instituts für Verbands-, Stiftungs- und Genossenschaftsmanagement (VMI) an der Universität Freiburg (Schweiz), beleuchtete das unternehmerische Denken und
22
Information Dezember 2019
Handeln, mit dem eine nachhaltige Entwicklung sichergestellt werden kann. Aus drei Studien am VMI lässt sich ableiten, dass Proaktivität, Innovation, Risikobereitschaft, Mitarbeiterautonomie, Agilität am Markt sowie gemeinschaftliche und kooperative Mobilisierung künftige Erfolgsfaktoren sein werden. Der dritte Referent, Patrick Deicher, Leiter Bereich Non-Profit-Organisationen Schweiz bei BDO, brachte ein, dass gute Unternehmensführung an Bedeutung gewinnen werde. Neben den wirtschaftlichen Zielen sei es wichtig, dass auch politische, soziale und ökologische Ziele Einzug hielten. Wichtige Elemente der Steuerung seien dabei das operative Controlling, aber auch das strategische Controlling. Zu den Erfolgsfaktoren zählt er beispielsweise die Fehlerkultur, aber auch das Klären von Rollen, um das Konfliktpotenzial zu reduzieren.
Best-Practice-Beispiele einer modernen Geschäftsführung Dr. Devrim Yetergil Kiefer, Geschäftsleiterin der Spitex Zürich Sihl, begleitete die Neustrukturierung der Organisation hin zu einem modernen Pflegedienstleister. Ziele waren unter anderem, durch flache Hierarchien kürzere Entscheidungswege zu erreichen und die Agilität und Schnelligkeit am Markt zu verbessern. Die Pyramide der hierarchischen Organisation wurde abgebaut. Die Unternehmensführung steht zwar immer noch im Zentrum, sieht sich aber in erster Linie als Supporter der Fachbereiche. So wird ermöglicht, dass sich die Mitarbeitenden besser auf die Pflege und Betreuung fokussieren können. Die Selbstorganisation wird gefördert, was
Informationen des RVK
aber auch mit mehr Verantwortung und Transparenz verbunden ist. Letzteres wird unter anderem mit dem Messen von Auslastungsvorgaben erreicht. Die Unterstützung erfolgt dabei durch Teamcoaches, welche dank dem Abbau der Hierarchien viel näher am Tagesgeschehen sind. Marco Müller, Geschäftsleiter des Alters- und Pflegeheim Kirchfeld in Horw LU, erläuterte in seinen Ausführungen, dass er Wert darauf lege, die zwar beschränkten, aber trotzdem vorhandenen unternehmerischen Freiheiten zu nutzen. Dies könne Einfluss haben auf die Attraktivität als Arbeitgeber. Im Kirchfeld habe man beispielsweise die Anzahl Ferientage erhöht. Man habe aber auch die Lohnbandbreiten angepasst. Mitarbeitende mit zwanzig oder mehr Dienstjahren seien sehr hoch eingestuft, jüngere dagegen verdienten zu wenig. Mit acht grösseren Institutionen habe man eine BenchmarkGruppe ins Leben gerufen. Zahlen würden offengelegt und man wolle voneinander lernen. Die gemeinsame Einkaufsgemeinschaft habe zudem grosse Einsparungen erzielt. In erster Linie sollen sich aber die Bewohnenden im Kirchfeld wohlfühlen. Die Pflege und Betreuung soll möglichst individuell sein, und die Gewohnheiten und Eigenarten der Bewohnenden sollen bewahrt werden.
Bei der anschliessenden Podiumsdiskussion wurden die einzelnen Themen vertieft. Am Podium nahmen Dr. Daniel Höchli, Direktor Curaviva Schweiz, Cornelis Kooijman, Stv. Gechäftsführer und Leiter Qualität/Bildung/eHealth bei Spitex Schweiz, Jörg Kündig, Präsident des Gemeindepräsidentenverbandes ZH und Vorstandsmitglied Schweizer Gewerbeverband, sowie Dr. Jérôme Cosandey teil. Einigkeit herrschte darin, dass unternehmerisches Denken und Handeln bereits zentral ist und in Zukunft noch wichtiger werden. Ein Vergleich im Benchmark unter den Heimen wurde grundsätzlich begrüsst. Jedoch wurde eingebracht, dass es auch gute Gründe geben könne, weshalb eine Institution unter den Erwartungen bleiben würde. Als Institution müsse man Abweichungen begründen können und man dürfe sich hier der Argumentation nicht verschliessen.
Fachtagung 2020 in Planung Den zahlreichen Voten vom Publikum und den positiven Rückmeldungen ist zu entnehmen, dass die Fachtagung sehr gut ankam und weiterempfohlen wird. Daher darf man jetzt schon auf die Fachtagung «Langzeitpflege 2020» gespannt sein. Thomas Lustenberger, Verantwortlicher Kundenentwicklung 041 417 05 61, th.lustenberger@rvk.ch
Information Dezember 2019
23
Informationen des RVK
RVK-Frühlingstagung EIN BLICK HINTER DIE KULISSEN
Die RVK-Frühlingstagung hat sich über all die Jahre entwickelt und wird immer sehr gut besucht. Ende März 2020 findet die nächste Ausgabe des beliebten Formats statt. Ein guter Grund, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und Philipp Dünki, der bei diesem Projekt die Fäden zusammenhält, ein paar Fragen zu stellen.
24
Bereits seit sieben Jahren bist du für die Organisation und Durchführung zuständig. Was verbindest du mit der RVK-Frühlingstagung? Bewegende Fachthemen in einem individuellen Tagungsprogramm verpackt sowie ein ungezwungener und kollegialer Austausch unter Berufskolleginnen und -kollegen. Zudem ist die Frühlingstagung bei uns in der Abteilung Bildung & Events auch in gewisser Hinsicht das Flaggschiff von praxisorientierter Weiterbildung.
Wie entsteht eigentlich das Programm der RVK-Frühlingstagung? Wir halten stets Augen und Ohren für potenzielle Themen offen. Laufend tauschen wir uns mit Fachspezialistinnen und -spezialisten aus, um den Puls der Branche möglichst gut spüren zu können. Auch die Inputs der Teilnehmenden aus Vorjahren sind für uns wichtig. Mit Marco Fäh, Sacha Duner und Chantal Koller steht mir zudem ein tolles und eingespieltes Team zur Seite.
Welche Workshops empfiehlst du bei der kommenden Ausgabe besonders? Grundsätzlich stehe ich hinter jedem Workshop und bin davon überzeugt, dass alle Themen interessant und aktuell sind. Als Organisator kann ich vermutlich nur einen Workshop komplett besuchen, dabei entscheide ich mich für das Thema Genetik. Da gibt es viele brisante Fragestellungen, was mich persönlich auch sehr interessiert. Im Weiteren finde ich die Tour d’Horizon ansprechend. Bei diesem Beitrag erhält man spannende Informationen und Hintergründe zu aktuellen Branchenthemen. Seitens Referenten kennen wir von vergangenen Engagements bereits den Juristen Dario Picecchi und den Physiotherapeuten Reto Zillig. Ich bin überzeugt, dass hier an der bisher erfolgreichen Zusammenarbeit nahtlos angeknüpft wird.
An welche Highlights erinnerst du dich besonders gern? Gerne erinnere ich mich an jede einzelne Referentenpremiere zurück. Es ist immer schön, zu erleben, wie eine Fachspezialistin oder ein Fachspezialist zum ersten Mal auf der Referentenseite im Kursraum steht und reüssiert. Mittlerweile habe ich 56 Workshops an der RVK-Frühlingstagung begleitet, und da waren einige sehr gelungene Premieren dabei. Besonders in Erinnerung bleibt mir der Spitexworkshop. Die Nachfrage war so gross, dass wir ihn viermal hätten durchführen können. Ebenfalls sehr packend fand ich die Führung durch das Schweizer Paraplegikerzentrum (SPZ). Da unsere Tagung auf dem Gelände des SPZ stattfindet, ist diese Horizonterweiterung naheliegend. Ein amüsantes Highlight war die Kostprobe von künstlicher Ernährung, bei der sich einige Teilnehmende überschätzt hatten und an ihre Grenzen kamen. Als Organisator geniesse ich aber vor allem die kollegiale und entspannte Atmosphäre am Abend. Es ist immer wieder schön, zu sehen, wie sich beim Apéro und Dinner eine muntere Gesprächsrunde entwickelt und die Teilnehmenden eine gute Zeit miteinander verbringen.
Information Dezember 2019
Informationen des RVK
Was hat dir Kopfzerbrechen bereitet? Da war zum Beispiel ein kurzfristiger Referentenausfall wegen einer spontanen zivilen Hochzeit. Oder auch immer wieder Lesebrillen, die von Referenten zu Hause vergessen werden. Das geht manchmal dann so weit, dass die Referenten ihre eigenen Slides nicht mehr lesen können. Am meisten Kopfzerbrechen hat mir wohl aber der Umbau des Seminarhotels in Nottwil bereitet. Ein Investor hatte damals einen sehr zeitnahen Umbau ermöglicht und wir wurden buchstäblich vor die Türe gesetzt. In nur wenigen Wochen mussten wir eine neue Location für fast 80 Teilnehmende mit 40 Hotelzimmern organisieren. Persönlich bereiten mir die zeitgleich stattfindenden Champions-League-Spiele Kopfzerbrechen. Einerseits geniesse ich zwar dann die feinen Satay-Spiessli im Restaurant Sempia, anderseits verpasse ich dann leider den Match meines Lieblingsteams.
Wo steht die RVK-Frühlingstagung in zehn Jahren? Ich hoffe, dass sich diese Plattform weiter bewährt und deshalb in zehn Jahren immer noch besteht. Schön fände ich, wenn neben den Mitarbeitenden der Krankenversicherer weitere Fachspezialisten von Sozialversicherungen oder auch Privatversicherungen abgeholt werden könnten. Dies bedingt jedoch auch, dass wir noch mehr Themenvielfalt in das Programm packen. Mein grösster Wunsch ist jedoch, dass die familiäre Atmosphäre unter Berufskollegen weiterhin bestehen bleibt. Vielen Dank für das Gespräch, Philipp. Die Fragen gestellt hat Doris Durrer. Philipp Dünki, Produktverantwortlicher Bildung & Events 041 417 05 63, p.duenki@rvk.ch
RVK-Frühlingstagung Lorena Del Re, Sachbearbeiterin, ÖKK «Durch die praxisorientierten Beispiele der Referenten konnte ich mein Fachwissen erweitern. Diese Inputs sind bei meiner täglichen Arbeit sehr nützlich. Auch der Austausch unter den Teilnehmenden erachte ich als sehr informativ und lehrreich, weshalb ich die Frühlingstagung jedem weiterempfehlen kann.»
AUS DER PRAXIS – FÜR DIE PRAXIS
s
24./25. März 2020 WWW.RVK.CH/BILDUNG
Information Dezember 2019
25
Informationen des RVK
RVK-Weiterbildung VORSCHAU
Mitarbeitende in der Leistungsverarbeitung einer Versicherung sind in ihrem Alltag stark gefordert und eingespannt. Erfahrungsgemäss geht nach der arbeitsintensiven Abrechnungsperiode zum Anfang des Jahres die Fallzahl im Frühling etwas zurück. Somit eignet sich die Frühlingszeit ideal, um in die persönliche Weiterbildung zu investieren.
Mit unseren praxisorientierten Fachkursen erhalten Sie ein solides Fundament für eine effiziente Dossierbearbeitung und eine professionelle Kundenberatung. Folgende Weiterbildungen können wir Ihnen empfehlen:
SwissDRG – Grundlagen 3. März 2020 in Luzern Der Grundlagenkurs bietet einen kompakten und leicht verständlichen Einblick in die Tarifierung und formelle Rechnungskontrolle nach SwissDRG. Im Austausch mit einer ausgewiesenen Kodier- und Vertrauensärztin erfahren Sie die Grundlagen und die Funktionsweise des DRG-Systems und lernen den Prüfprozess sowie die Voraussetzungen für eine Triage kennen.
Psychische Krankheitsbilder 1 11. März 2020 in Luzern Arztbesuche aufgrund psychischer Erkrankungen nehmen ständig zu, das Ausmass und die Auswirkungen derartiger Gesundheitsprobleme werden oft unterschätzt. Der Kurs fokussiert unter anderem auf das Bewusstsein für solche Erkrankungen und vermittelt aktuelles Wissen zu Prävention, Diagnostik und Therapieformen. Zudem werden die Grundlagen der Versicherungspsychiatrie erläutert.
Medizinische Kenntnisse 29./30. April und 6./7. Mai 2020 in Luzern Der viertägige Fachkurs fördert das medizinische Verständnis. Grundbegriffe der medizinischen Sprache sowie Kenntnisse zum Aufbau und zur Funktion des menschlichen Körpers stehen im Fokus. Der systematische Einstieg in die medizinischen Grundlagen erleichtert Nicht-Medizinern den Dialog mit Ärzten, Therapeuten sowie Vertrauens- und Versicherungsärzten.
Zahnmedizin nach KVG / UVG 28. Mai 2020 in Luzern Für zahnärztliche Behandlungen sind die Krankenversicherer nur in Ausnahmefällen leistungspflichtig. Die entsprechenden Voraussetzungen dafür sind in Gesetz und Verordnung geregelt. Die korrekte Beurteilung von krankheits- und unfallbedingten Zahnschäden erfordert sowohl medizinisches als auch versicherungsrechtliches Fachwissen. Neben den öffentlichen Fachkursen bietet der RVK auch kundenspezifische Inhouse-Schulungen an. Solche Angebote gewinnen an Bedeutung und werden vermehrt nachgefragt. Für konkrete Anfragen steht das Bildungsteam mit Rat und Tat zur Seite. Philipp Dünki, Produktverantwortlicher Bildung & Events 041 417 05 63, p.duenki@rvk.ch
26
Information Dezember 2019
Informationen des RVK
Rückblick «Fit für den Vorstand» NEUE HERAUSFORDERUNGEN FÜR KRANKENVERSICHERER Am diesjährigen Intensivseminar «Fit für den Vorstand» informierten sich Vorstands- und Geschäftsleitungsmitglieder von KMU-Krankenversicherern über ihre Rolle im Führungsgremium, den Umgang mit regulatorischen Anforderungen und darüber, welche Massnahmen zur Verhinderung oder Absicherung erheblicher Risiken notwendig sind.
Mit der wachsenden Regulierungsdichte steigen die Anforderungen an die strategischen und operativen Organe eines Krankenversicherers. Sowohl das Bundesamt für Gesundheit (BAG) als auch die Finma als Aufsichtsbehörden verlangen mit stets neuen und weitreichenden Vorschriften ein umfangreiches Risikomanagement- und Kontrollsystem. Das KVAG verlangt von den Führungsorganen ausreichendes Versicherungswissen und ein für die Erfüllung der jeweiligen Aufgaben notwendiges Fachwissen. Um aufzuzeigen, wie den Anforderungen der neuen Aufsichtsverordnung gerecht werden kann, beleuchteten Gregori Werder und Ralph Trümpler, beide Rechtsanwälte bei Poledna RC, anhand von Beispielen die Frage nach Verantwortlichkeiten und Haftung in einem regulierten Umfeld. Charles Giroud, Partner bei B’VM, wies in seinem Beitrag auf die zentralen Elemente der strategischen Führung hin und erklärte die elementaren Prinzipien einer funktionierenden Governance-Kultur in einem Unternehmen.
IKS und Risikomanagement Wie das Risk Management mit einem integrierten Ansatz aufzubauen ist, zeigte Roland Furger, Wirtschaftsprüfer bei Balmer-Etienne. Er plädierte dafür, das Risiko- und Kontrollmanagement als zentrales Führungsinstrument zu verstehen und ihm grosse Bedeutung zuzumessen. Zudem konnte er in seinen Ausführungen die Relevanz des Risikoausgleichs und dessen Auswirkungen auf die Prämienkalkulation aufzeigen. Das Seminar mit Fokus auf kleine und mittlere Krankenversicherungen richtet sich primär an bestehende und angehende Mitglieder der strategischen Organe. Auch Geschäftsleitungsmitglieder sind eingeladen, teilzunehmen. Die nächste Fortbildung startet am 5. November 2020. Marco Fäh, Leiter Bildung & Events 041 417 05 62, m.faeh@rvk.ch
Information Dezember 2019
27
Informationen des RVK
Neues von der RVK-Crew EINTRITT LERNENDE MAI THY LE
Lernende Am 19. August 2019 hat Mai Thy Le ihre Ausbildung als Lernende zur Kauffrau EFZ B-Profil beim RVK begonnen. Mittlerweile hat sie sich bereits gut in unser Team integriert und unterstützt uns tatkräftig in der Ausübung von administrativen Aufgaben. Wir heissen Mai Thy herzlich willkommen und freuen uns mit ihr auf eine spannende und lehrreiche Zeit. Alexander Kobel, Leiter Finanzen & Personal 041 417 05 50, a.kobel@rvk.ch
DIE TANNE ALS WEIHNACHTSBAUM Mit der Tanne assoziieren wir ganz automatisch Weihnachten. Schon die Römer brachten Tannenzweige und Lorbeerblätter zum Jahreswechsel an. Erste Erwähnungen des Weihnachtsbaumes finden sich bereits in spätmittelalterlichen Urkunden. Über 1 Million dieser Bäume werden jährlich in der Schweiz verkauft – die meisten davon (55 bis 60 Prozent) werden aus dem Ausland importiert. Nach den Festtagen werden sie wieder entsorgt, sonderlich nachhaltig ist das nicht. Deshalb kann man Christbäume mittlerweile auch mieten.
28
Information Dezember 2019
Informationen des RVK
Weihnachtsessen 2019 KULINARISCHER HOCHGENUSS IN UNVERGLEICHLICHEM AMBIENTE Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbrachten das diesjährige Weihnachtsessen erneut im «Grottino 1313». Im stilvollen mediterranen Restaurant genoss das Team einen genussreichen und gemütlichen Abend.
Information Dezember 2019
29
INFORMATIONEN UNSERER MITGLIEDER, KUNDEN UND PARTNER DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
Seite
31
Aquilana: Neuer Geschäftsführer Werner Stoller Bei der Aquilana Versicherungen hat es einen Wechsel in der Geschäftsleitung gegeben: Dieter Boesch hat die Leitung per 1. Januar 2020 an seinen Nachfolger Werner Stoller übergeben.
WESHALB IST SCHNEE WEISS? Schneeflocken sind – genau wie Wassertropfen – eigentlich farblos. Zwischen den verzweigten Schneekristallen wird sehr viel Luft eingeschlossen. Die Schneekristalle wachsen zu einer Schneeflocke mit vielen Ecken, Spitzen, Flächen und Bläschen. Diese wirken wie unzählige kleine Spiegel und reflektieren beinahe das gesamte Licht. Da das Sonnenlicht weiss ist, erscheint der frische Schnee ebenfalls weiss. Mit der Zeit lagert sich allerdings Staub und Dreck auf der weissen Schneedecke ab, weshalb der Schnee mit dem Alter immer grauer wird.
30
Information Dezember 2019
Informationen unserer Mitglieder, Kunden und Partner
Aquilana Versicherungen WECHSEL IN DER GESCHÄFTSLEITUNG
Werner Stoller wurde vom Verwaltungsrat der Aquilana Versicherungen zum neuen Geschäftsführer ernannt. Der bisherige Leiter Finanzen/EDV und Stv. Geschäftsführer übernimmt per 1. Januar 2020 die Führung der Aquilana Versicherungen mit Sitz in Baden. Der langjährige Geschäftsführer und VR-Präsident, Dieter Boesch, wurde per 31. Dezember 2019 pensioniert. Er wird sich inskünftig auf das Mandat als VR-Präsident konzentrieren. Als Nachfolger hat der Verwaltungsrat den bisherigen Leiter Finanzen/EDV, Werner Stoller, zum neuen Geschäftsführer ernannt. Der 50-jährige Betriebsökonom HWV und eidg. dipl. Wirtschaftsprüfer ist bereits seit 14 Jahren für die Aquilana Versicherungen tätig und kennt somit die Unternehmung sowie das Branchenumfeld bestens. Mit dieser Wahl setzt der Verwaltungsrat ganz gezielt auf Kontinuität und Stabilität.
Verwaltungsrat und Geschäftsleitung sind überzeugt, mit dieser Nachfolgeplanung inklusive Reorganisation die Aquilana Versicherungen zukunftsgerichtet und nachhaltig weiterentwickeln zu können.
www.aquilana.ch
Da Dieter Boesch nebst dem VR-Präsidium auch die externen Mandate der Aquilana Versicherungen weiter betreuen wird, hat der Verwaltungsrat entschieden, die Geschäftsleitung von vier auf drei Personen zu reduzieren. Werner Stoller wird nebst der Geschäftsführung auch weiterhin für den Bereich Finanzen/EDV zuständig sein. René Planzer, Leiter Leistungen, wird neu Stv. Geschäftsführer. Ertan Karahan führt weiterhin den Bereich Marketing/Verkauf. Bedingt durch die personelle Verkleinerung der Geschäftsleitung wurde bereits in diesem Jahr das mittlere Kader verstärkt. Der Bereich Leistungen wurde aufgeteilt in ambulante Leistungen (Leitung: Giovanni Catalano) und stationäre Leistungen/VAD (Leitung: Linus Graber). Im Bereich Finanzen/ EDV rapportieren Markus Lüscher (Leiter Finanzen/Rechnungswesen) und Marco Konrad (Leiter EDV/Infrastruktur) an Werner Stoller. Die Leitung des Kundendienstes übernimmt ab 1. Februar 2020 Oliver Waeckerlin, ein ausgewiesener Krankenversicherungsfachmann. Er ist dem Leiter Marketing/Verkauf, Ertan Karahan, unterstellt.
Wechsel in der Geschäftsleitung Werner Stoller führt neu die Aquilana Versicherungen
Information Dezember 2019
31
Agenda 2020 Veranstaltungen Januar
Krankenversicherung Grundlagen 1
21./22.
Luzern
Prüfungstraining mündlich für Krankenversicherungsfachleute
ab 23.
Baden
Februar
Krankenversicherung Grundlagen 2
11./12.
Luzern
März
Fachkurs «SwissDRG Grundlagen»
3.
Luzern
Fachkurs «Psychische Krankheitsbilder 1»
11.
Luzern
Basiskurs «Kranken- und Unfallversicherung für medizinisches Praxispersonal»
12.
Bern
RVK-Frühlingstagung
24./25.
Nottwil
Basiskurs «Kranken- und Unfallversicherung für Spital-/Klinikpersonal»
26.
Zürich
Krankenversicherung Grundlagen 1
1./2.
Luzern
Fachkurs «Medizinische Kenntnisse»
ab 29.
Luzern
Basiskurs «Kranken- und Unfallversicherung für medizinisches Praxispersonal»
30.
Zürich
Krankenversicherung Grundlagen 1
26./27.
Luzern
Fachkurs «Zahnmedizin nach KVG/VVG»
28.
Luzern
Krankenversicherung Grundlagen 2
16./17.
Luzern
Basiskurs «Kranken- und Unfallversicherung für medizinisches Praxispersonal»
18.
Luzern
RVK-ImPuls – Kunden- und Partnerevent
25.
Luzern
Delegiertenversammlung RVK/Generalversammlung RVK Rück AG
26.
Luzern
April
Mai
Juni
Sessionen Frühling
2. bis 20. März
Bern
Sommer
2. bis 19. Juni
Bern
Herbst
7. bis 25. September
Bern
Winter
30. November bis 18. Dezember
Bern