April 2019
Das Magazin für Mitglieder, Kunden und Partner
5 Gesundheitspolitik aus Parlament und Bundesrat
18 Software-Release Fallführungssoftware CASEnet auf dem neusten Stand
27 Krankenkasse Birchmeier Wechsel in der Geschäftsleitung
VERSCHIEDENE ERNÄHRUNGSWEISEN Verschiedene Ernährungsweisen als Bildthema in der April-Ausgabe.
Inhalt Gesundheitspolitik 5 BERICHT AUS BERN Parlament, Bundesrat, EDI, BAG
Informationen des RVK 17 VERBAND RVK-Versicherte haben erneut zugelegt 18 MEDCASEPOOL Cyber-Sicherheit: Software-Release «CASEnet 4.0» 20 ERFAHRUNGSMEDIZINISCHES REGISTER (EMR) Tag der Erfahrungsmedizin 2019 22 LUZERNER FORUM Massnahmen gegen die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen – Die Rezepte der Bundesratsparteien? 23 KUNDENZEITSCHRIFT SICHER Frühlingsausgabe 24 TREFFPUNKT «KVG» Kymriah und Co. – Pokerspiel um Medikamentenpreise und -zulassung 25 NEUES VON DER RVK-CREW Neueintritte und Weiterbildungserfolge
Informationen unserer Mitglieder, Kunden und Partner 27 KRANKENKASSE BIRCHMEIER Wechsel in der Geschäftsleitung
Agenda 28 TERMINE Veranstaltungen und Sessionen
Impressum
Die INFORMATION ist das Mitteilungsblatt des RVK und erscheint viermal jährlich. Herausgeber / Redaktion RVK – Dienstleistungen und Versicherungen für den Gesundheitsmarkt Haldenstrasse 25 / 6006 Luzern / 041 417 05 00 / www.rvk.ch / info@rvk.ch Bilder Die Bilder der vorliegenden Ausgabe sind Impressionen zum Thema «Verschiedene Ernährungsweisen». Titelbild: shutterstock photo
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Liebe Mitglieder Sehr geehrte Damen und Herren Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Versicherten unserer Mitgliedskassen wieder leicht gestiegen. Die kleinen und mittleren Krankenkassen haben damit ihren Marktanteil gefestigt. Bei meinen Besuchen auf den Geschäftsstellen unserer Mitgliedskassen konnte ich ihre Vielfältigkeit feststellen und mehr über ihre unterschiedlichen Ansprüche und Bedürfnisse erfahren. Wir nehmen diese Anliegen ernst und versuchen, mit innovativen Produkten den Mitgliedern und allen unseren Kunden eine massgeschneiderte Unterstützung zu bieten. Eine grosse Anzahl gesundheitspolitischer Themen stand in der vergangenen Frühlingssession auf der Traktandenliste. Zwei Themen möchte ich kurz aufgreifen.
«Wir nehmen die Anliegen unserer Mitglieder und Kunden ernst und versuchen, ihnen mit innovativen Produkten eine massgeschneiderte Unterstützung zu bieten.»
Trotz gesetzlicher Forderung ist im Bereich TARMED seit über 20 Jahren kein einziger Vertrag zur Qualitätssicherung zustande gekommen. Um dieses Manko zu beheben, hat der Ständerat in der vergangenen Session einen zukunftsweisenden Beschluss gefasst: Es soll vom Bundesrat eine eidgenössische Kommission eingesetzt werden, deren Mitglieder als unabhängige Experten im Milizsystem arbeiten. Berücksichtigt werden die bestehenden Qualitätsorganisationen. Alternativ und ergänzend kann der Bundesrat Empfehlungen dieser Kommission genehmigen und via Leistungsverordnung für verbindlich erklären. Diese Lösung ist nicht mehr abhängig von freiwilligen Qualitätsverträgen zwischen Leistungserbringern und Versicherern. Nicht weniger als vier Vorstösse befassten sich mit der Franchise in der obligatorischen Krankenversicherung. Dabei gingen die Vorstellungen weit auseinander. Gemäss einer neuen Gesetzesbestimmung soll sich die ordentliche Franchise zukünftig regelmässig an die Entwicklung der durchschnittlichen Bruttokosten anpassen. Die Franchisen der Kinder sind von diesem Mechanismus ausgenommen. Mit der Einführung dieser neuen Gesetzesbestimmung soll die ordentliche Franchise, aufgrund der seit 2004 aufgelaufenen Kostenentwicklung, bereits um 50 Franken erhöht werden. Leider hat der Nationalrat in der Schlussabstimmung die bereinigte Gesetzesänderung abgelehnt, so dass alles beim Alten bleibt. Ich wünsche Ihnen einen in jeder Hinsicht schönen Frühling. Freundliche Grüsse, Ihr
Peter Hegglin Ständerat, Präsident RVK und RVK Rück AG
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GESUNDHEITSPOLITIK DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
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Franchise-Erhöhung vom Tisch Der Nationalrat und der Ständerat haben in der Winter- und Frühjahrssession der Erhöhung der Franchise um 50 Franken und dann später einer weiteren Anpassung je nach Kostenentwicklung zugestimmt. Die unerwartete Kehrwende kam nun vor allem von seiten der SVP, die sich in der Schlussabstimmung im Nationalrat gegen eine höhere Franchise stellte. Die Nein-Stimmen der SP- und SVP-Fraktionen brachten die Vorlage schliesslich zum Scheitern.
Prämienregionen beibehalten Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerates (SGK) fordert vom Bundesrat die Anpassung des Krankenversicherungsgesetzes, damit die aktuelle Einteilung der Prämienregionen beibehalten werden kann. Der Nationalrat hat entgegen dem Antrag des Bundesrates Annahme der Motion beschlossen.
Keine kantonale Einheitskasse Die Initiative für die Schaffung von kantonalen und interkantonalen Krankenkassen des Waadtländer Gesundheitsdirektors Pierre-Yves Maillard und seines Genfer Amtskollegen Mauro Poggia kommt nicht zustande. Die notwendige Anzahl Unterschriften konnte nicht erreicht werden.
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Gesundheitspolitik
Aus dem Parlament Die wichtigsten politischen Entwicklungen seit dem 16. Dezember 2018 von Moritz Helfenstein zusammengefasst und kommentiert.
AUS DEM NATIONALRAT Anpassung der Franchise an die Kostenentwicklung In der Wintersession 2018 hat der Nationalrat der bundesrätlichen Vorlage, die eine Erhöhung aller Franchisestufen um 50 Franken und dann Anpassungen je nach Entwicklung der Bruttokosten pro versicherte Person vorsieht, mit 133:33 Stimmen zugestimmt. Der Ständerat hat die unveränderte Vorlage in der Frühjahrssession 2019 ebenfalls genehmigt. In der Schlussabstimmung bei Sessionsschluss hat der Nationalrat die Vorlage mit 101:63 bei 28 Enthaltungen abgelehnt. Was hat sich denn seit der Wintersession 2018 derart entscheidendes geändert, dass der Nationalrat nun die Vorlage bachab geschickt hat? An der Vorlage hat sich nichts geändert. Für den Umschwung hat die Aussage der SP geführt, dass sie gegen die Gesetzesänderung das Referendum ergreifen werde. Es ist Wahljahr und die SVP und mehrheitlich auch die CVP haben Angst bekommen, die SP könnte ihnen bei den Wahlen Stimmen abnehmen, weil sie sich gegen die Franchiseerhöhung engagieren. Die von bürgerlicher Seite vorher auf breiter Front für notwendig gehaltene Franchiseerhöhung wurde als Wahlhindernis in der Schlussabstimmung vom Nationalrat abgeschossen.
Aktuelle Einteilung der Prämienregionen beibehalten Motion SGK-SR KVG Der Bundesrat beabsichtigte bekanntlich, die Prämienregionen neu zu fixieren. Dabei wollte er neu auf Bezirke umstellen. Das hätte in gewissen Regionen zu starken Prämienerhöhungen geführt. Die Absicht des Bundesrates ist auf grossen Widerstand gestossen. In der Wintersession 2018 hat der Ständerat die von seiner vorberatenden Kommission ausgearbeitete Motion mit 24:13 Stimmen angenommen. Mit dieser wird der Bundesrat beauftragt, die einschlägigen Rechtsgrundlagen so anzupassen, dass die aktuelle Einteilung der
Prämienregionen beibehalten werden kann. Zudem soll er regeln, welcher Region eine durch Fusion entstandene Gemeinde zuzuordnen ist. Der Bundesrat hat beantragt, die Motion abzulehnen. Er wollte an seiner vorgesehenen Neuordnung festhalten. In der parlamentarischen Beratung haben sich insbesondere Politikerinnen und Politiker aus dem linken Politspektrum dem Ablehnungsantrag des Bundesrates angeschlossen. Der Rat hat aber die Motion mit 105:62 Stimmen bei zehn Enthaltungen angenommen.
Heilmittelgesetz. Neue MedizinprodukteRegulierung Als Erstrat hat sich der Ständerat mit der bundesrätlichen Gesetzesvorlage befasst (siehe Seite 13). Er hat die Vorlage ohne grosse Diskussion und nur mit einer kleinen Präzisierung gutgeheissen. Auch der Nationalrat hat sich als Zweitrat in der Frühjahrssession 2019 mit dieser Vorlage befasst. Dabei hat er sich aber viel vertiefter mit der Materie auseinandergesetzt als der Ständerat und damit eine Anzahl Differenzen geschaffen. Zu Diskussionen Anlass gaben insbesondere die Übernahme von EU-Vorschriften und die Transparenzregelungen. In der Gesamtabstimmung hat der Rat die Vorlage mit 136:45 bei null Enthaltungen zuhanden des Ständerates zur Differenzbereinigung verabschiedet. Nach der dritten Differenzbereinigungsrunde, verblieben noch Differenzen bezüglich Transparenz und Interessendeklarationspflicht übrig. In der notwendig gewordenen Einigungskonferenz hat sich der Rat dem Beschluss des Ständerates mit 117:00 bei 33 Enthaltungen angeschlossen, der keine entsprechenden Vorschriften in die Gesetzesvorlage aufnehmen wollte. Der Rat hat diesem Antrag zugestimmt. In der Schlussabstimmung hat der Rat die Gesetzesrevision mit 189:3 Stimmen bei einer Enthaltung verabschiedet.
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Gesundheitspolitik
VEGETARISCH Vegetarierinnen und Vegetarier essen kein Fleisch oder Fisch und oft auch keine Gelatine, da diese aus Tierknochen hergestellt wird. Auf dem Speiseplan stehen jedoch Milch, Eier und Honig. Essen sie hingegen Fisch, so werden sie als Pescetarier bezeichnet. Sie sind also fischessende Vegetarier.
Ergänzungsleistungen für betreutes Wohnen
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG) (Weiterentwicklung der IV)
Motion SGK-NR Mit der Motion wird der Bundesrat beauftragt, dem Parla- Mit Botschaft vom 15. Februar 2017 hat der Bundesrat den ment eine Gesetzesänderung vorzulegen, welche die Finan- eidgenössischen Räten eine umfassende Revision der Invalizierung von betreutem Wohnen über Ergänzungsleistungen denversicherung vorgeschlagen. Als Erstrat hat sich der Nader AHV sicherstellt, so dass Heimeintritte für betagte Men- tionalrat mit der Vorlage befasst. Die Vorschläge sehen folschen verzögert oder vermieden werden können. Die vorbe- gende wichtige Schwerpunkte vor: ratende Kommission hat festgestellt, dass ein Drittel der in −− bessere Integration von jungen Menschen in den ArbeitsPflegeheimen lebenden Personen weniger als eine Stunde markt Pflege pro Tag benötigt. Besonders für diese Personen wäre −− bessere Integration von psychisch beeinträchtigten Mendas betreute Wohnen eine optimale Lösung, welche die Beschen in den Arbeitsmarkt (insbesondere mit Beratung dürfnisse besser abdeckt und Pflegeheimplätze einspart. In und Begleitung) den meisten dieser Fälle würden auch geringere Kosten für −− Medizinische Massnahmen für Kinder mit Geburtsgebredie Krankenversicherer entstehen. Der Bundesrat hat Anchen. Die Geburtsgebrechenliste soll gemäss dem medizinahme der Motion beantragt. Der Rat hat die Motion diskusnischen Fortschritt aktualisiert und laufend angepasst sionslos angenommen. werden.
Recht auf einen Medikationsplan zur Stärkung der Patientensicherheit Motion Stöckli Hans SR Mit der Motion wird der Bundesrat beauftragt, dem Parlament eine Rechtsgrundlage zu unterbreiten, die den Patienten ein Anrecht einräumt, einen elektronischen oder papierenen Medikationsplan zu erhalten, sofern sie drei oder mehr Arzneimittel gleichzeitig einnehmen. Der Bundesrat hat Annahme der Motion beantragt. Der Ständerat hat in der Herbstsession 2018 der Motion zugestimmt. Im gleichen Sinne hat nun auch der Nationalrat die Motion diskussionslos angenommen
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Die Massnahmen in allen drei Bereichen werden dazu führen, dass weniger Kosten für die Krankenversicherung anfallen. Menschen, die in den Arbeitsmarkt integriert, betreut und beraten werden, verursachen mit Sicherheit weniger Krankheitskosten. Auch die Aktualisierung der Geburtsgebrechenliste wird zu weniger Kosten für die Krankenversicherung führen. Dies insbesondere auch im Hinblick darauf, dass auch seltene Krankheiten in die Liste aufgenommen werden sollen. Der Rat hat die Vorlage nach längerer Diskussion mit 133:00 Stimmen bei 55 Enthaltungen zuhanden des Ständerates verabschiedet.
Gesundheitspolitik
Transparenz bei Entschädigungen und Honoraren für Ärzte und Ärztinnen in leitender Funktion
Vergütung von Medikamenten für krebskranke Kinder
Motion Heim Bea Der Bundesrat wird mit der Motion eingeladen, die rechtlichen Grundlagen zu schaffen, damit Listen- und Vertragsspitäler im stationären und ambulanten Bereich zur Vergütungstransparenz verpflichtet werden. Der Bundesrat hat beantragt, die Motion anzunehmen. Der Rat hat mit 124:59 Stimmen bei null Enthaltungen Annahme der Motion beschossen.
Postulat SGK-NR Die Kommission beauftragt mit dem Postulat den Bundesrat einen Bericht auszuarbeiten, der die Situation der Kostenübernahme von Medikamenten für krebskranke Kinder aufzeigt und mögliche Handlungsfelder darstellt, um Fälle von Ungleichbehandlungen zu vermeiden. Insbesondere soll dieser Bericht aufzeigen −− unter welchen Voraussetzungen die Krankenkassen die Unbestrittene Statistiken von einem unabhänKosten von Medikamenten für krebskranke Kinder übergigen Organ erstellen lassen. nehmen; Eine unerlässliche Voraussetzung für die −− mögliche Lösungen für die Rückerstattung der Kosten von Steuerung des Gesundheitssystems Medikamenten, die bereits im Ausland zugelassen wurMotionen Thorens Goumaz Adèle und Feller Olivier den, aber in der Schweiz noch nicht; Mit den beiden gleichlautenden Motionen wird der Bundes- −− wie man Ungleichbehandlungen bei den Kostenübernahrat beauftragt, die Aufgabe der Erstellung unbestrittener und men von sogenannten «Off Label Use» vermeiden kann. aktueller Statistiken einem unabhängigen Organ zu übertragen, wie zum Beispiel dem Bundesamt für Statistik. Dies sei Der Rat hat das Postulat ohne Diskussion angenommen. notwendig, um das Gesundheitssystem zu steuern und es der Entwicklung der Bedürfnisse und der Kosten anzupassen. Der Krankenversicherung. Franchise auf Bundesrat hat Annahme der Motionen beantragt. Der Rat ist 500 Franken festsetzen diesem Antrag nach kurzer Diskussion mit 125:59 Stimmen Motion SGK-NR bei einer Enthaltung gefolgt. Mit der Motion wird der Bundesrat beauftragt, die ordentliche Franchise gemäss Verordnung über die Krankenversicherung Pflege und einheitliche Finanzierung der Leis- auf 500 Franken festzusetzen. Der Bundesrat hat Ablehnung tungen im ambulanten und stationären Bereich der Motion beantragt. Die vorberatende Kommission hat ZuPostulat SGK-NR stimmung beantragt. In der Diskussion zeigte sich bald, dass Mit dem Postulat wird der Bundesrat beauftragt, zusammen dem Vorstoss wenig Sympathie entgegengebracht wird. Ein mit der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesund- Ordnungsantrag Clottu, die Motion zur Prüfung an die vorheitsdirektoren und den Verbänden der Leistungserbringer beratende Kommission zurückzuweisen, wurde mit 131:33 und Versicherer mittels Erarbeitung von Grundlagen zu prü- Stimmen bei 22 Enthaltungen klar abgelehnt. Anscheinend fen, ob gegebenenfalls die Pflegeleistungen nach Artikel 25a, haben verschiedene Politikerinnen und Politiker – vor allem Absatz 1 KVG und Artikel 7 der Krankenpflege-Leistungsver- im Hinblick auf die eidgenössischen Wahlen – kalte Füsse beordnung sowie die Beiträge der öffentlichen Hand (Kantone kommen. Mit einer Erhöhung der bisherigen Grundfranchise und Gemeinden) im Rahmen der KVG-Restkostenfinanzierung um zwei Drittel wären kaum Wähler zu gewinnen. Mit 162:21 in die einheitliche Finanzierung der Leistungen im ambulan- Stimmen bei null Enthaltungen hat der Rat die Motion deutten und stationären Bereich (EFAS) eingebaut werden kön- lich abgelehnt. nen. Der Bundesrat hat Annahme des Postulates beantragt. Mit 135:36 Stimmen und sechs Enthaltungen hat der Rat das Postulat angenommen.
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Gesundheitspolitik
Krankenkassen. Verbindliche Regelung der Vermittlerprovisionen, Sanktionen und Qualitätssicherung Motion SGK-SR Die Kommissionsmotion verlangt vom Bundessrat, dass er einen Erlassentwurf vorlegt, welcher dem Bundesrat ermöglicht, in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung eine Branchenlösung zur Regelung der Provisionen für allgemeinverbindlich zu erklären, Änderungen zu genehmigen sowie Sanktionen bei Nichteinhaltung vorzusehen. Zudem soll auch betreffend OKP und Zusatzversicherungen VVG eine Branchenlösung zur Regelung folgender Elemente allgemeinverbindlich erklärt werden: −− Verbot telefonischer Kaltakquise −− Umfangreiche Ausbildung obligatorisch −− P flicht zu Beratungsprotokoll, von Kunde und Berater unterzeichnet. Der Bundesrat hat Annahme der Motion beantragt. Der Ständerat hat der Motion in der Wintersession 2018 zugestimmt. Im Nationalrat war die Motion an sich unbestritten. Bemängelt wurde aber in der Debatte, dass der Bundesrat nicht auch für die Provisionen im Zusatzversicherungsbereich eine Branchenlösung für allgemeinverbindlich erklären kann. In diesem Bereich sei das Provisionsvolumen noch viel höher als in der OKP. Auf Antrag der vorberatenden Kommission hat der Rat mit 152:30 Stimmen bei vier Enthaltung Annahme der Motion beschlossen, welche aber in dem Sinne ergänzt wurde, dass auch für Provisionen im Zusatzversicherungsbereich vom Bundesrat eine Branchenlösung für allgemeinverbindlich erklärt werden kann. Das Geschäft geht nun wieder zurück an den Ständerat.
KVG. Unterhaltspflichtige Eltern schulden nichtbezahlte Kinderprämien Motion Brand Heinz Mit der Motion wird der Bundesrat beauftragt, das KVG dahingehend zu ändern, dass die Eltern Zahler und Schuldner der Prämien von unterhaltsberechtigten Kindern sind und auch bleiben, wenn die Unterhaltspflicht endet. Damit soll verhindert werden, dass Kinder wegen unbezahlten Prämien in die Verschuldung geraten. Ohne Diskussion hat der Rat der Motion zugestimmt.
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Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG). Änderung In der Herbstsession 2018 hat der Ständerat die bundesrätliche Gesetzesvorlage beraten und mit einigen Änderungen zuhanden des Nationalrates mit 38:00 Stimmen bei zwei Enthaltungen verabschiedet. Die Vorlage sieht vor allem präzisere und strengere Regelungen zur Bekämpfung von ungerechtfertigten Leistungsbezügen vor. In der Frühjahrssession 2019 hat sich nun auch der Nationalrat mit der vom Bundesrat vorgelegten Gesetzesänderung befasst. Grossmehrheitlich ist er den Beschlüssen des Ständerats gefolgt. In einigen Bereichen hat er die gesetzlichen Bestimmungen zum Beispiel bei missbräuchlichem Leistungsbezug oder dem Versuch dazu noch verschärft. Von linker Seite wurde die Vorlage darum auch als eigentliche Missbrauchsbekämpfungsvorlage bezeichnet und darum auch abgelehnt. Von den zahlreichen Minderheitsanträgen wurden – bis auf einen von bürgerlicher Seite, der eine strengere Regelung beim Straf- oder Massnahmenvollzug verlangt – alle abgelehnt. In der Gesamtabstimmung hat der Rat die Vorlage mit 132:52 Stimmen bei null Enthaltungen verabschiedet. Sie geht nun zur Differenzbereinigung wieder an den Ständerat.
Gesundheitspolitik
AUS DEM STÄNDERAT Erhöhung der Pauschalabzüge bei den direkten Bundessteuern zum Ausgleich der Explosion der Krankenkassenprämien Motion Grin Jean-Pierre
Krankenkassenprämien gemäss KVG steuerlich abzugsfähig machen Motion Lehmann Markus, übernommen von Regazzi Fabio Beide Motionen haben keinen direkten Einfluss auf die Krankenversicherung. Bei den ständig steigenden Krankenkassenprämien sind erhöhte Abzüge bei den Steuern aber eine willkommene Entlastung für die Versicherten. Allerdings sind die vorgesehenen Abzüge nur für die Bundessteuer massgebend und nachdem die tiefen Einkommen nicht bundessteuerpflichtig sind, profitieren diese Personen von den erhöhten Abzügen nicht. Dafür werden sie aber über die Prämienverbilligungen entlastet. Mit der Motion Grin werden neu folgende Abzüge verlangt: −− Alleinstehende: 3 000 Franken (bisher 1700 Franken) −− Ehepaare: 6100 Franken (bisher 3500 Franken) −− Pro Kind: 1200 Franken (bisher 700 Franken)
Die Motion Grin wurden im Mai 2018 vom Nationalrat beraten und mit 115:77 Stimmen angenommen. Der Ständerat hat die Motion mit 30:13 Stimmen bei null Enthaltungen angenommen. Der Motion Lehmann, respektive Regazzi hat der Nationalrat in der Frühjahrssession 2017 ebenfalls zugestimmt. Der Ständerat hat sie diskussionslos abgelehnt. Dies insbesondere mit der von der vorberatenden Kommission vorgebrachten Begründung, dass das abgestufte Abzugsverfahren zu kompliziert sei. Der Bundesrat muss nun – gestützt auf die erheblich erklärte Motion Grin – die gesetzlichen Voraussetzungen für die neuen Steuerabzüge ausarbeiten.
Der Bundesrat hat für beide Motionen Ablehnung beantragt. Dabei standen die finanziellen Auswirkungen im Zentrum.
VEGAN Vegan lebende Menschen nehmen keine tierischen Produkte zu sich. Kein Fleisch, keine Milch, keine Eier und meist auch keinen Honig. Da Weine und Säfte oft mit Gelatine gefiltert werden, sind diese auch nicht vegan. Viele Veganer lehnen generell die Verwertung tierischer Produkte ab und vermeiden den Kauf von Leder, Feder und Fell.
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Gesundheitspolitik
KVG. Anpassung der Franchise an die Kostenentwicklung Bundesrätliche Gesetzesvorlage
Krankenversicherung. Anpassung der ordentlichen Franchise Motion Landolt Martin
Krankenversicherung. Regelmässige Anpassung der Franchisen Motion FDP-Liberale Fraktion
Wahlfreiheit und Eigenverantwortung stärken. Maximalfranchise in der obligatorischen Krankenversicherung erhöhen Motion FDP-Liberale Fraktion
Krankenversicherung. Mindestfranchise in der Krankenversicherung endlich anpassen Motion FDP-Liberale Fraktion In der Wintersession 2018 hat der Nationalrat der vom Bundesrat vorgeschlagenen Änderung des KVG zugestimmt. Diese sieht vor, dass der Bundesrat die Höhe der Franchise regelmässig der Entwicklung der durchschnittlichen Bruttokosten je versicherte Person in der obligatorischen Krankenversicherung anpasst. Der Ständerat hat dieser KVG-Änderung auf Antrag seiner vorberatenden Kommission mit 26:13 Stimmen bei zwei Enthaltungen zugestimmt. Das Inkrafttreten wird durch den Bundesrat bestimmt. Mit dem Inkrafttreten der Gesetzesänderung soll gemäss Aussage von Bundesrat Berset die Franchise auf allen Stufen um 50 Franken erhöht werden. Für die Kinder sind keine Anpassungen vorgesehen. Die SP hat bei der Beratung angekündigt, dass sie gegen diese Gesetzesänderung das Referendum ergreifen werde. Sie begründet diesen Schritt damit, dass die Franchiseerhöhung zu Lasten der Kranken gehe und dass damit die Solidarität zwischen Gesunden und Kranken tangiert werde. Die vorberatende Kommission hat beantragt, die Motion Landolt (Erhöhung der ordentlichen Franchise auf mindestens 400 Franken) und die drei Motionen der Fraktion FDP-Liberale (Erhöhung der ordentlichen Franchise/regelmässige Anpassung der Franchise an die Kostenentwicklung/Einführung einer neuen Stufe für die Maximalfranchise) abzulehnen. Die Forderungen der vier Motionen seien mit der nun beschlossenen Gesetzesänderung mehrheitlich erfüllt. Die Einführung einer neuen, maximalen Franchisestufe könnte zudem das Solidaritätsprinzip strapazieren und möglicherweise auch zu Problemen beim Risikoausgleich führen. Der Rat hat die vier Motionen ohne Diskussion abgelehnt. In der Schlussabstimmung hat der Ständerat die KVG-Gesetzesänderung, die vorerst eine Erhöhung der Franchise um 50 Franken und dann später je nach Kostenentwicklung laufend eine Erhöhung
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vorsieht, mit 27:14 Stimmen bei drei Enthaltungen angenommen. Nachdem aber der Nationalrat in der Schlussabstimmung die Gesetzesänderung abgelehnt hat, ist die Franchiseerhöhung vom Tisch.
Stärkung der Selbstverantwortung im KVG Parlamentarische Initiative Borer Roland F., übernommen von Brand Heinz Gestützt auf die eingereichte parlamentarische Initiative hat der Nationalrat in der Wintersession 2018 einer Gesetzesänderung zugestimmt, mit welcher für alle besonderen Versicherungsformen (Wahlfranchise, eingeschränkte Wahl usw.) ausschliesslich eine dreijährige Vertragsdauer gilt. Der Bundesrat hat Ablehnung beantragt. In einer ersten Phase hat die vorberatende Kommission des Ständerates beantragt, die Initiative anzunehmen. Nach Vorlage der vom Nationalrat beschlossenen Gesetzesvorlage hat die Kommission beantragt, nicht auf die Vorlage einzutreten. Begründet hat sie diesen Meinungsumschwung einerseits damit, dass die nationalrätliche Vorlage in der Vernehmlassung mehrheitlich auf Ablehnung gestossen sei und dass bei einem verpflichtenden Dreijahresvertrag die Gefahr bestehe, dass viele Versicherten keine höhere Franchisestufe mehr wählten, was wieder zu Mehrkosten führen würde. Beeinflusst hat die Kommission auch eine Auswertung, die aufzeigt, dass in den letzten drei Jahren lediglich 0,17 Prozent der Versicherten in eine tiefere Franchisestufe gewechselt haben. In der Diskussion hat SR Hegglin zu Recht darauf hingewiesen, dass beim Satz von 0,17 Prozent die Anzahl Wechsler ins Verhältnis zu allen Versicherten gesetzt wurde und nicht nur im Verhältnis zu den Versicherten in den höheren Franchisestufen. Trotz dieser Klarstellung hat der Rat beschlossen, nicht auf die Vorlage einzutreten. Die Vorlage geht nun wieder zurück an den Nationalrat.
Gesundheitspolitik
KVG. Stärkung von Qualität und Wirtschaftlichkeit In der Sommersession 2016 hat der Ständerat beschlossen, nicht auf die vom Bundesrat unterbreitete Gesetzesvorlage einzutreten. Begründet wurde die Ablehnung in erster Linie damit, dass die bereits bestehenden gesetzlichen Grundlagen genügten. Das Problem liege darin, dass diese Vorgaben nicht konsequent umgesetzt werden. In der Sommersession 2018 hat sich der Nationalrat mit der Vorlage befasst. Er ist auf die Vorlage eingetreten. Dabei hat er an der bundesrätlichen Vorlage verschiedene Änderungen vorgenommen und die Gesetzesänderung mit 159:24 Stimmen bei vier Enthaltungen gutgeheissen. Aufgrund des nationalrätlichen Beschlusses musste sich nun auch der Ständerat nochmals mit der Vorlage befassen. Er hat Eintreten beschlossen und bei der Beratung verschiedene Differenzen zum Nationalrat geschaffen. In der Eintretensdebatte mussten auch die Branchenverbände der Krankenversicherer Kritik seitens des Kommissionssprechers zur Kenntnis nehmen. Ihnen wurde vorgeworfen, bisher kaum gemeinsame Anstrengungen unternommen zu haben, um Lösungen im Qualitätsbereich voranzutreiben. Längere Diskussionen ergaben sich insbesondere zu zwei für die Krankenversicherer wichtigen Bestimmungen: Die vorberatende Kommission hat vorgeschlagen, dass – anstelle einer eidgenössischen Qualitätskommission, wie dies der Nationalrat beschlossen hat – eine privatrechtliche, gemeinsame Kommission der Leistungserbringer, Kantone und Versicherer einzusetzen sei. Wenn sich
die angesprochenen Organisationen nicht innert einem Jahr auf eine entsprechende Kommission einigen können, würde der Bund aktiv. Nach längerer Diskussion hat aber der Rat beschlossen, sich in dieser Sache dem Nationalrat anzuschliessen, wonach der Bund eine ausserparlamentarische Kommission einsetzt. Der zweite Punkt betrifft die Finanzierung der nationalen Programme und Projekte sowie für die Grundlagenarbeit. Die vorberatende Kommission schlug vor, sich in dieser Sache dem Nationalrat anzuschliessen. Demnach wären die Kosten je zur Hälft von Bund und Kantonen zu tragen. Im Rat setzten sich verschiedene Vertreter für eine Lösung ein, nach der die Finanzierung je zu einem Drittel durch Bund, Kantone und Versicherer zu erfolgen hätte. Schlussendlich setzte sich der Antrag der vorberatenden Kommission durch. In der Gesamtabstimmung hat der Rat der Vorlage mit 37:1 Stimmen bei vier Enthaltungen zugestimmt. Die Vorlage geht nun zur Differenzbereinigung an den Nationalrat.
FLEXITARISCH Leute, die sich flexitarisch ernähren, essen Fleisch, jedoch nur sehr selten und wenn in Bio-Qualität. Sie streben eine bewusste und nachhaltige Lebensweise an, weshalb sie auch Teilzeitvegetarier genannt werden. Der gesunde Genuss steht bei ihnen im Vordergrund.
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Gesundheitspolitik
KVG. Innovation und Transparenz bei den Tarifen fördern
KVG. Transparenz bei der Leistungsabrechnung nach Tarmed
Motion Hess Lorenz NR Mit der Motion wird verlangt, Artikel 52 KVG so zu ändern, dass die Tarife von Analysen durch medizinische Labors künftig – analog Tarmed und DRG – durch die Tarifpartner verhandelt oder, bei Unstimmigkeiten, durch eine von ihnen eingesetzte Rekursinstanz mit Weiterzugsmöglichkeit an das Bundesverwaltungsgericht festgelegt werden. Der Bundesrat hat Ablehnung der Motion beantragt. Der Nationalrat hat die Motion in der Frühjahrssession 2018 angenommen. Der Ständerat hat die Motion ohne Diskussion abgelehnt. Dies mit der Begründung, dass bereits eine Kommissionsmotion von beiden Räten angenommen wurde, deren Forderungen in die gleiche Richtung gehen.
Motion Brand Heinz NR Mit der Motion wird der Bundesrat eingeladen, das KVG und die dazugehörigen Bestimmungen derart anzupassen, dass die Leistungsabrechnung im Tarmed einfach kontrollierbar, transparent und für die Patienten nachvollziehbar ist. Der Bundesrat hat Annahme der Motion beantragt. Der Nationalrat hat in der Frühjahrssession 2018 ebenfalls Annahme beschlossen. Der Ständerat hat der Motion ohne Diskussion zugestimmt.
Arzneimittel. Selbstmedikation und Kostenreduktion Motion Noser Ruedi Der Motionär beauftragt mit der Motion den Bundesrat, die Einteilungskriterien für frei verkäufliche Arzneimittel (Abgabekategorie E) gemäss Artikel 23 der revidierten Verordnung zum Heilmittelgesetz so festzulegen, dass diese Kategorie Arzneimittel mit Ausgangsstoffen mitumfasst, die in einem EU-Referenzland mit gleichwertigem Arzneimittelsicherheitssystem seit mindestens zehn Jahren ohne Sicherheitsprobleme frei abgegeben werden. Der Bundesrat hat Ablehnung der Motion empfohlen. Auf Antrag von SR Dittli hat der Rat beschlossen, die Motion zur Bearbeitung seiner vorberatenden Kommission zuzuweisen.
Einführung einer Innovationsbestimmung im Krankenversicherungsgesetz Motion Brand Heinz NR Mit der Motion wird der Bundesrat eingeladen, im KVG einen für alle Akteure offenen Innovationsartikel zu schaffen. Dieser soll eine klare gesetzliche Grundlage für Pilotprojekte herstellen, welche geeignet sind, den gesetzlich geforderten Massnahmen zur Verbesserung von Qualität und Wirtschaftlichkeit bessere Nachachtung zu verschaffen. Die Leistungsansprüche der Versicherten sowie ihr Aufnahmezwang blieben unangetastet. Der Bundesrat hat Annahme der Motion beantragt. In der Frühjahrssession 2018 hat der Nationalrat Annahme der Motion beschlossen. Die vorberatende Kommission des Ständerates hat einstimmig Ablehnung der Motion beantragt. In diesem Sinne hat auch der Rat entschieden. Die Ablehnung wird damit begründet, dass der Bundesrat im Massnahmenpaket zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen einen Experimentierartikel vorgesehen hat.
TRENNKOST Bei der Trennkost werden meist eiweisshaltige und kohlenhydrathaltige Lebensmittel nicht gleichzeitig gegessen. Kartoffeln und Fleisch werden also nicht in einer Mahlzeit gegessen, da sie getrennt voneinander besser vom Körper aufgenommen werden können. Viele Menschen nutzen die Trennkost als Diät.
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Gesundheitspolitik
KVG. Keine Tarifverträge ohne Kostendämpfungselemente Motion Brand Heinz NR Mit der Motion wird der Bundesrat eingeladen, die Vorgaben des KVG bezüglich Wirtschaftlichkeit in dem Sinne zu ändern, dass genehmigungsreife Tarifverträge künftig zwingend ein Kostendämpfungselement enthalten müssen. Ein zu hohes Kostenwachstum der in Tarifverträgen vorgesehenen Leistungen soll in den Folgejahren automatisch zur Senkung der entsprechenden Tarife führen. Der Nationalrat hat der Motion in der Frühjahrssession 2018 zugestimmt. Der Ständerat hat die Motion abgelehnt. Dies mit der Begründung, dass das Anliegen bereits vom Bundesrat in sein erstes Paket der Kostendämpfungsmassnahmen aufgenommen wurde.
Heilmittelgesetz. Neue MedizinprodukteRegulierung
Nichtbezahlte KVG-Prämien. Zuteilung an einen vom Kanton bestimmten Krankenversicherer bei Übernahme der Verlustscheine durch den Kanton Standesinitiative Jura Mit der Standesinitiative wird verlangt, die bundesrechtlichen Grundlagen so anzupassen, dass die Kantone Versicherte, für die der Kanton 85 Prozent des vom Krankenversicherer ausgestellten Verlustscheins bezahlen musste, verpflichten können, bei einem vom Kanton bestimmten Krankenversicherer zu versichern, zum Beispiel bei jenem mit der günstigsten Prämie. Die vorberatende Kommission hat dem Rat Ablehnung der Initiative beantragt. Begründet wurde diese Ablehnung insbesondere damit, dass in dieser Sache noch zwei weitere Vorstösse hängig seien, die von der Kommission bearbeitet werden. Ohne Diskussion hat der Rat Ablehnung der Standesinitiative Jura beschlossen.
Mit Botschaft vom 30. November 2018 hat der Bundesrat den eidgenössischen Räten eine umfangreiche Änderung des Heilmittelgesetzes unterbreitet. Angestossen wurden diese Änderungen durch mehrere Vorkommnisse und Skandale im Zusammenhang mit Medizinprodukten, wie undichte Brustimplantate oder fehlerhafte Hüft- und Bandscheibenprothesen. Die EU hat daraufhin ihren Rechtsrahmen und die Verordnungen deutlich strenger ausgestaltet. Mit den vom Bundesrat vorgeschlagenen Gesetzesänderungen werden die strengen EU-Vorgaben auch für die Schweiz übernommen. Das Ganze dient einerseits der Patientensicherheit und führt anderseits zu weniger Kosten für die Krankenversicherung, in dem Behandlungskosten wegen fehlerhaften Medizinprodukten vermieden werden können. Der Ständerat hat sich als Erstrat mit der bundesrätlichen Vorlage befasst und dieser in der Gesamtabstimmung mit 35:0 Stimmen bei zwei Enthaltungen zugestimmt. Auch der Nationalrat hat sich dann in der laufenden Session mit der Gesetzesänderung befasst und dabei verschiedene Differenzen zum Ständerat geschaffen. Nach mehreren Differenzbereinigungsverfahren, bei welchen es am Schluss noch darum ging, ob auch Bestimmungen bezüglich Transparenz und Interessendeklarationspflichten aufgenommen werden sollen, was der Ständerat ablehnte, hat sich die Einigungskonferenz auf den Beschluss des Ständerates geeinigt, das heisst, dass keine solche Bestimmungen aufgenommen werden. In der Schlussabstimmung hat der Rat der Gesetzesänderung mit 44:00 bei null Enthaltungen zugestimmt. Nachdem in der Schlussabstimmung auch der Nationalrat dem Antrag der Einigungskonferenz zugestimmt hat, liegt es am Bundesrat, das Inkraftsetzungsdatum festzulegen.
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Gesundheitspolitik
BUNDESRAT/EDI/BAG Kostenbremse
Einheitskrankenkasse für Asylsuchende
Der Bundesrat hat Bundesrat Berset beauftragt, bis Ende 2019 eine Vorlage für eine Kostenbremse auszuarbeiten. Das wird eine schwierige Aufgabe. Fragen, wie die Kostenziele für die einzelnen Leistungserbringer fixiert werden und wenn ja, in welchem Rahmen Sanktionen bei Kostenüberschreitungen verhängt werden, führen mit Gewissheit zu grossen Diskussionen und Auseinandersetzungen. Im Übrigen sammelt ja auch die CVP Unterschriften für eine eigene Kostenbremse-Initiative.
Der Bund will alle Asylbewerber in den Bundeszentren bei ein und derselben Krankenkasse versichern. In dieser Kasse sollen auch alle abgewiesenen Asylbewerber, die voraussichtlich noch länger als drei Monate in der Schweiz bleiben, versichert werden. Über eine öffentliche Ausschreibung können sich nun Krankenversicherer für diesen Grossauftrag bewerben. Dieses Geschäft scheint bei den Krankenversicherern keinen grossen Run auszulösen.
Medikamentenpreise Nach wie vor sind die Medikamentenpreise ein Dauerthema. Bundesrat Berset möchte jetzt den Hebel bei den Generikas ansetzen. Dabei soll das Referenzpreissystem zur Anwendung kommen. Zudem soll die Entschädigung für die Apotheken so angepasst werden, dass sie keinen Anreiz mehr haben, teurere Medikamente zu verkaufen. Dabei soll der Vertriebsanteil von zwölf auf neun Prozent gesenkt und dafür der Zuschlag pro Packung erhöht werden. Neben dem Apothekerverband, Spitalverband H+ und der Ärztevereinigung FMH stossen die Vorschläge auch bei den meisten politischen Parteien zumindest auf Skepsis.
CLEAN EATING Beim Clean Eating geht es darum, möglichst natürliche und frische Zutaten zu essen. Dosengemüse oder konservierte Lebensmittel werden vermieden. Wichtig sind unverarbeitete und natürliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch und Vollkorn.
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Gesundheitspolitik
UMFELD SP-Prämieninitiative
Kantonale oder interkantonale Krankenkassen
Im Moment läuft die Unterschriftensammlung für die Prämieninitiative der SP. Die Sammlung verlaufe erfolgreich. Im Hinblick auf die eidgenössischen Wahlen dient die Initiative der Partei auch als willkommene Wahlpropaganda. Mit der Initiative wird verlangt, dass die Prämienbelastung pro Haushalt höchstens zehn Prozent des verfügbaren Einkommens betragen darf. Wird die Initiative dann vom Volk angenommen, hätte dies gravierende Folgen für die Kantone. Sie müssten die Prämienverbilligungen von heute 4,8 Milliarden um schätzungsweise rund 3,5 Milliarden erhöhen.
Wie zu vermuten war, sind die notwendigen 100 000 Unterschriften für die vom bisherigen Waadtländer Gesundheitsdirektor Pierre-Yves Maillard – zusammen mit seinem Genfer Amtskollegen Mauro Poggia – lancierten Initiative für kantonale oder interkantonale Krankenkassen nicht zusammengekommen.
CVP-Kostenbremse-Initiative Unter dem Titel «Für tiefere Prämien – Kostenbremse im Gesundheitswesen (Kostenbremse-Initiative)» hat auch die CVP eine Volksinitiative lanciert. Es ist Wahljahr und mit der Initiative will auch die CVP vermehrt auf sich aufmerksam machen. Mit der Initiative wird vom Bund verlangt, dass er in Zusammenarbeit mit den Kantonen, den Krankenversicherern und den Leistungserbringern die Kostenübernahme so regelt, dass sich mit wirksamen Anreizen die Kosten entsprechend der schweizerischen Gesamtwirtschaft und den durchschnittlichen Löhnen entwickeln. Der Bund hätte dazu eine Kostenbremse einzuführen.
Jasmin Buchs, Teamcoach Taggeld, Atupri Gesundheitsversicherung «Die Referentin ist sehr kompetent und bringt grosse Erfahrung in ihrem Aufgabengebiet mit. Der erfolgte praxisbezogene und fachliche Austausch hilft uns, die komplexen Fragestellungen im Alltag noch besser zu bewältigen.»
Fachkurs «Krankentaggeld» LEISTUNGSABWICKLUNG UND -KOORDINATION
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ab Mittwoch, 28. August 2019 WWW.RVK.CH/BILDUNG
Information April 2019
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INFORMATIONEN DES RVK DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
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RVK-Mitglieder bauen Versichertenbestand weiter aus Die RVK-Mitglieder haben ihre Kundenbasis verteidigt und sogar leicht ausgebaut. So schätzen rund 688 000 Kundinnen und Kunden der 24 RVK-Mitglieder die zahlreichen Vorteile der kleinen und mittleren Krankenversicherer.
Software-Release «CASEnet» Der RVK hat per 1. Februar 2019 den Software-Release «CASEnet 4.0» ausgerollt und die Fallführungsplattform so auf den neusten Stand gebracht. Damit thematisiert er Cyberrisiken laufend im Rahmen des Risikomanagements und setzt Verbesserungspotential aktiv um.
Vorschau treffPUNKT «KVG» Der nächste treffPUNKT «KVG» findet am 22. Mai 2019 in Luzern statt. Die Tagung befasst sich unter anderem mit Fragen zur Zulassung von neuen Therapieformen für sehr spezifische Indikationen und zur Preisfestsetzung zwischen der Aufsichtsbehörde und den Pharmaherstellern.
Information April 2019
Informationen des RVK
Verband RVK-VERSICHERTE HABEN ERNEUT ZUGELEGT Die aktuellen Versichertenbestände bei den RVK-Mitgliedern per 1. Januar 2019 zeigen: Die kleinen und mittleren Krankenversicherer konnten ihre Kundenbasis auch dieses Jahr leicht ausbauen.
Die Versichertenbestände in der Grundversicherung sind um knapp ein Prozent gestiegen. So schätzen rund 688 000 Kundinnen und Kunden der 24 RVK-Mitglieder die zahlreichen Vorteile der kleinen und mittleren Krankenversicherer (Vorjahr 682 000). Diese erfreuliche Entwicklung zeigt einmal mehr, dass sich die kleinen und mittleren Krankenversicherer erfolgreich im Markt behaupten und eine attraktive Alternative zu den grossen Versicherern darstellen. Daniel Herzog, Direktor 041 417 05 00, d.herzog@rvk.ch
Delegierten- und Generalversammlung 2019 Die Jahresversammlungen des Verbandes und der RVK Rück AG finden am 28. Juni 2019 im Hotel Astoria in Luzern statt. Im Vorstand und Verwaltungsrat stehen dieses Jahr Ersatzwahlen an. Aufgrund des Rücktritts von Heinz Dinner, ÖKK Landquart, ist eine Vakanz neu zu besetzen. Die Mitglieder erhalten Ende Mai 2019 die Einladung und weitere Informationen zu den beiden Jahresversammlungen.
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Informationen des RVK
MedCasePool CYBER-SICHERHEIT: SOFTWARE-RELEASE «CASENET 4.0» Der RVK thematisiert Cyberrisiken laufend im Rahmen des Risikomanagements und setzt Verbesserungspotential aktiv um. Per 1. Februar 2019 hat er den Software-Release «CASEnet 4.0» ausgerollt und die Fallführungsplattform so auf den neusten Stand gebracht.
Der RVK verfügt seit Jahren über ein sehr gut funktionierendes Datenschutzmanagementsystem, das laufend den neuen Anforderungen angepasst wird. Es wird regelmässig auditiert und verfügt über entsprechende Zertifizierungen nach den normativen Grundlagen wie ISO 9001:2015 und VDSZ:2014 (Verordnung über die Datenschutz-Zertifizierungen). Darin enthalten sind auch wichtige Prüfpunkte bezüglich der Informationssicherheit ISO/IEC 27001:2013 (Zertifizierung von Informationssicherheits-Managementsystemen ISMS).
Die Geschäftsleitung des RVK kennt die hohen Anforderungen seiner Kunden und Partner an die Sicherheit der Kommunikations- und Informationstechnologie und nimmt diese sehr ernst. Ein wichtiger Bestandteil des Risikomanagements sind daher auch Bedrohungspotenziale aus dem Cyber-Umfeld. Im Bereich MedCasePool wird aufgrund der zu bearbeitenden medizinischen Personendaten die Kritikalität der Daten und der eingesetzten IT-Systeme als hoch eingeschätzt.
PALEO Paleo wird oft als Steinzeiternährung beschrieben. Auf dem Speiseplan stehen sehr viel Gemüse, hochwertige Tierprodukte und Obst, aber kein Getreide und keine Hülsenfrüchte. Diese Ernährung soll zu einem optimalen Leistungs- und Gesundheitszustand führen, weshalb sich viele Sportler so ernähren.
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Informationen des RVK
Im zweiten Halbjahr 2018 hat der RVK ein spezialisiertes Unternehmen im Bereich der Cyber Security engagiert und ein Security Audit auf der Web-Applikation CASEnet durchgeführt. Eines der Ziele war unter anderem, mit einem externen «Penetration Test» Stärken und Schwächen der Infrastruktur aufzuzeigen. Am 1. Februar 2019 hat der RVK den Software-Release «CASEnet 4.0» ausgerollt und die Fallführungsplattform so auf den neusten Stand gebracht. Gleichzeitig wurden im Vorfeld Erkenntnisse und Empfehlungen aus dem Sicherheitsaudit umgesetzt und mit dem Rollout in den produktiven Betrieb übernommen.
Cyberrisiko Unter Cyberrisiko versteht man Angriffe aus dem Internet auf die Integrität, die Verfügbarkeit und die Vertraulichkeit der IT-Infrastruktur und insbesondere auf sensitive Daten. Integrität heisst Schutz vor unbefugter Änderung, während Verfügbarkeit Schutz vor Zugriffsstörungen und Vertraulichkeit Schutz vor unbefugtem Zugriff bedeutet.
Der RVK plant, Security Audits in regelmässigen Abständen durchzuführen, um so für unsere Kunden und Geschäftspartner das hohe Sicherheitsniveau der IT-Infrastruktur auch weiterhin zu halten und laufend zu verbessern. Guido Hüsser, Projektleiter MedCasePool 041 417 05 46, g.huesser@rvk.ch
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Erfahrungsmedizinisches Register (EMR) TAG DER ERFAHRUNGSMEDIZIN 2019 Das Erfahrungsmedizinische Register (EMR) feierte am 19. Januar 2019 sein 20-jähriges Bestehen mit dem «Tag der Erfahrungsmedizin 2019». An der Tagung nahmen rund 1200 Therapeutinnen und Therapeuten teil. Der Tag der Erfahrungsmedizin überzeugte mit hervorragenden Referentinnen und Referenten, die sich in spannenden und eindrücklichen Beiträgen mit dem Thema des Heilens auseinandersetzten. Das EMR hat sich in den vergangenen Jahren fest etabliert. Es bietet Orientierungshilfe in einem unübersichtlichen und wachsenden Markt. Wie Dr. Silva Keberle, Geschäftsleiterin der ESKAMED AG, ausführte, sind inzwischen rund 22 000 Therapeutinnen und Therapeuten beim EMR registriert. Das EMR-Label wird von vielen Krankenversicherern, aber auch von Kantonen und weiteren Institutionen anerkannt und genutzt. Mit der Bildung von Berufsabschlüssen hat die Erfahrungsmedizin weitere wichtige Schritte in Richtung Professionalisierung vollzogen. Damit nimmt die Schweiz im internationalen Kontext eine Vorreiterrolle ein. «Das sich selbst heilende Hirn» lautete der Titel des Referats des Neuropsychologen Prof. Dr. Lutz Jäncke. Er beschreibt das menschliche Gehirn als ein sich selbst organisierendes System, welches äussere Reize und Impulse aufnimmt, sie fortlaufend verarbeitet, interpretiert und Impulse an den Körper abgibt. Das Gehirn, welches für jede menschliche Tätigkeit essentiell ist, ist nicht statisch, sondern vielmehr plastisch. Dabei kann der Mensch durch seine Aufmerksamkeit Einfluss auf seine Hirnaktivitäten ausüben. Übt ein Mensch beispielsweise intensiv mit einem Instrument ein Musikstück, so führt dies zu einer anatomischen Veränderung im Gehirn. Auch viele Krankheiten, sowohl psychische als auch körperliche, werden durch die im Gehirn ablaufenden Prozesse beeinflusst. So können die Meditation oder verschiedene Kunsttherapien über Veränderungen im Gehirn einen heilenden Einfluss auf den Menschen ausüben. Heilung wird in der Schulmedizin als Wiederherstellung der Gesundheit unter Erreichen des Ausgangszustandes definiert. Dieser Anspruch, so Prof. Dr. Alexander Kiss, stellt eine grosse Herausforderung für das Patientengespräch dar. Denn gerade die weit verbreiteten chronischen Krankheiten lassen sich nicht heilen, sondern lediglich mildern. Doch Patientinnen und Patienten haben den Anspruch, geheilt zu werden,
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und pendeln emotional zwischen der Hoffnung auf Heilung und der Realität hin und her. Da Patienten und Professionelle unter «heilen» oft nicht dasselbe verstehen, ist es wichtig, Verständnisfragen wie auch die Erwartungen miteinander zu klären. Es ist Aufgabe der Professionellen, die Balance zwischen Hoffnung auf Heilung und Vermittlung der medizinischen Prognose zu finden. Die Kulturanthropologin Mag. Dr. Michaela Noseck-Licul zeigte kulturelle und soziale Aspekte des Krankseins und von Heilung auf. So gibt es Krankheitsbilder, die nur in einem bestimmten Kulturkreis vorkommen, beispielsweise seelisch bedingte Essstörung in Europa und Nordamerika. Auch der Umgang mit Leiden ist kontextspezifisch. Während «Heilen» die Tätigkeit von Fachpersonen beschreibt, ist die «Heilung» ein individueller Veränderungsprozess. Nach Ansicht von Frau Mag. Dr. Nosek besteht der besondere Wert der Erfahrungsmedizin darin, dass Patientinnen und Patienten im Heilungsprozess Zeit und Raum bekommen, um ihre persönlichen Erfahrungen zu verarbeiten. Der provokative Titel von Prof. Thomas Zeltner, ehemaliger Direktor des Bundesamts für Gesundheit (BAG), lautete: «Wann sprechen wir wieder über Heilen anstatt über Kosten?» In seinen Ausführungen beleuchtete er den enormen Wissenszuwachs in der Medizin, der damit verbundenen Zunahme der Komplexität und der Spezialisierung der Gesundheitsberufe. Diese Entwicklung hat massgeblich dazu beigetragen, die Lebensqualität und die Lebenserwartung zu steigern. Zugleich mündet diese Entwicklung in einer Krise der Medizin, indem die tiefe menschliche Beziehung zwischen medizinischen Fachpersonen und Patientinnen und Patienten abhandenkommt. Prof. Thomas Zeltner spricht sich deshalb für gesundheitspolitische Reformen aus, lässt aber offen, wie sie aussehen sollen.
Informationen des RVK
Neben den genannten Referentinnen und Referenten kamen an der Tagung weitere Expertinnen und Experten zu Wort, dies in einer Podiumsdiskussion und in Interviews. Doch welche Folgerungen lassen sich daraus ziehen? Welche Bedeutung hat die Erfahrungsmedizin heute? Folgt man den Ausführungen von Prof. Dr. Lutz Jäncke, spielt sich unsere Gesundheit auch in unserem Gehirn ab. Gelingt es der Erfahrungsmedizin, unserem Gehirn die richtigen Impulse zu geben, so kann sich dies positiv auf unsere Gesundheit auswirken. Dies ist bemerkenswert, spricht man der Erfahrungsmedizin doch vielfach die wissenschaftliche Evidenz ab. Folgt man den Ausführungen von Prof. Thomas Zeltner, so krankt die heutige Schulmedizin daran, dass sie die Beziehung zwischen medizinischen Fachpersonen und Patientinnen und Patienten vernachlässigt. Oder etwas prägnanter ausgedrückt, produziert das Gesundheitssystem heute Gesundheit nach einer industriellen Logik unter der Prämisse der Gewinnmaximierung. Dabei bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke und eine Entfremdung tritt ein. Die Erfahrungsmedizin, die den Menschen ganzheitlich betrachtet, also Heilung als Veränderungsprozess versteht, setzt bei dieser Entfremdung an. Sie bringt die Menschlichkeit wieder zurück. Möglicherweise besteht gerade darin der grosse Wert der Erfahrungsmedizin. Peter Aregger, Bereichsleiter Versicherungen 041 417 05 59, p.aregger@rvk.ch
Quelle: EMR 2019
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Luzerner Forum MASSNAHMEN GEGEN DIE KOSTENENTWICKLUNG IM GESUNDHEITSWESEN – DIE REZEPTE DER BUNDESRATSPARTEIEN? Am 14. Mai 2019 findet die öffentliche Podiumsveranstaltung an der Universität in Luzern statt. Das Luzerner Forum bringt die führenden Akteure der Sozialversicherungen und der Sozialen Sicherheit am Wirtschaftsstandort Luzern zusammen. Die Gesundheitsversorgung in der Schweiz ist ausgezeichnet (OECD 2011), hat jedoch ihren Preis – die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben lagen 2018 erstmals über 10 000 Franken. Seit Einführung des Krankenversicherungsgesetzes vor 20 Jahren diskutieren die gesundheitspolitischen Akteure, wie die Kosten gebremst werden können. 2019 ist Wahljahr und insbesondere die hohe Belastung durch die Krankenkassenprämien ist weit oben auf dem Sorgenbarometer der Bevölkerung. Es verwundert also nicht, dass die Bundesratsparteien Vorschläge für Kostendämpfungsmassnahmen ausgearbeitet haben. Die Rezepte und Vorstellungen sind – wie zu erwarten war – teilweise sehr unterschiedlich. Am Podium des Luzerner Forums vom 14. Mai 2019 stellen die vier Bundesratsparteien ihre Lösungsvorschläge vor. Doch welche Lösungen eignen sich, um das Gesundheitssystem weiterzuentwickeln? Wie können die Kosten gedämpft werden?
Soll die Belastung nur für gewisse Haushalte verringert werden? Wie wirken sich solche Eingriffe auf die Versorgung und die Solidarität im System aus? Interessante Fragen, denen sich Prisca Birrer-Heimo (Nationalrätin SP), Josef Dittli (Ständerat FDP), Erich Ettlin (Ständerat CVP) und Sebastian Frehner (Nationalrat SVP) unter Moderation von Hannes Blatter (Geschäftsführer Luzerner Forum für Sozialversicherungen und Soziale Sicherheit) stellen werden. Melden Sie sich für die kostenlose Veranstaltung an und diskutieren Sie mit: https://www.luzerner-forum.ch/podium-2019
14. Mai 2019 Öffentliche Podiumsveranstaltung Universität Luzern Teilnehmende
Umstritten: Massnahmen gegen die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen
Die Rezepte der Bundesratsparteien?
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Prisca Birrer-Heimo Josef Dittli Nationalrätin SP/LU Ständerat FDP/UR
Erich Ettlin Ständerat CVP/OW
Moderation
Eintritt kostenlos Hannes Blatter Geschäftsführer Luzerner Forum
Sebastian Frehner Nationalrat SVP/BS
Anmeldung erwünscht via www.luzerner-forum.ch 18.30 – ca. 21 Uhr Mit offeriertem Apéro riche im Anschluss an das Podium
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Kundenzeitschrift SICHER FRÜHLINGSAUSGABE
Ende März 2019 erschien die Frühlingsausgabe der Kundenzeitschrift SICHER. Vier Krankenversicherer verschickten diese Ausgabe an rund 18 000 Versicherte.
In der Schweiz warten über 1400 Menschen auf ein Organ (Stand: Dezember 2018). Jährlich sterben etwa 100 Personen, weil ihnen kein passendes Organ zugeteilt werden konnte. Gespendete Organe, Gewebe oder Zellen können Leben retten beziehungsweise die Lebensqualität der empfangenden Personen nachhaltig verbessern. Die Leserinnen und Leser der Kundenzeitschrift SICHER erfahren in der neusten Ausgabe alles rund um das Thema Organspende. Zusätzlich gibt PD Dr. med. Franz F. Immer, Direktor von Swisstransplant, Antworten zur nationalen Stiftung für Organspende und Transplantation. Die Frühlingsausgabe widmet sich des Weiteren dem Heilfasten. Bei dieser Kur geht es um die Reinigung, Entschlackung und Entgiftung des Körpers. Das Frühjahr ist der ideale Zeitpunkt dafür. Nach der Winterzeit kann man überflüssige Pfunde verlieren, gleichzeitig den Darm reinigen und der warmen Saison frisch begegnen.
Haben Sie Interesse an einer Kundenzeitschrift? Lehnen Sie sich zurück, der RVK übernimmt für Sie die Organisation und Produktion. Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Chantal Koller, Assistentin Marketing & Bildung 041 417 05 70, ch.koller@rvk.ch
Weitere Themen im SICHER Aktive Kinder Mit dem richtigen Pausensnack zu mehr Energie und Leistung
Versicherungsratgeber Organspende – wer übernimmt die Kosten? Die Printausgabe kann beim RVK bestellt oder unter www.rvk.ch heruntergeladen werden. Information April 2019
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treffPUNKT «KVG» KYMRIAH UND CO. – POKERSPIEL UM MEDIKAMENTENPREISE UND -ZULASSUNG Mit neuartigen zell- und gentherapeutischen Methoden hat laut der Pharmaindustrie eine neue Ära in Therapie und Diagnostik begonnen. Dank diesen Methoden können bisher unheilbare Krankheiten behandelt, im besten Fall geheilt werden. Diese neuen, hochpreisigen Krebsimmuntherapien haben aber ihren Preis.
Die Tagung vom 22. Mai 2019 befasst sich unter anderem mit Fragen zur Zulassung von neuen Therapieformen für sehr spezifische Indikationen und zur Preisfestsetzung zwischen der Aufsichtsbehörde und den Pharmaherstellern. Die Herausforderungen im Zugang und in der Vergütung von innovativen Medikamenten werden aus Sicht der involvierten Akteure behandelt und im Rahmen einer Podiumsrunde vertieft. Angesprochen sind Führungs- und Fachpersonen aus dem Gesundheitswesen, insbesondere Versicherer, Ärzte und Spitäler, Pharmaindustrie, Patientenorganisationen, Gesundheitsbehörden, Gesundheitsökonomen sowie weitere interessierte Fachleute. Weitere Informationen zur Tagung gibt es online unter www.rvk.ch/bildung. Marco Fäh, Leiter Bildung & Events 041 417 05 62, m.faeh@rvk.ch
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Rückblick: treffPUNKT «KVG» vom 15. Januar 2019 Ambulant vor stationär – alles klar in der Umsetzung? Am 15. Januar 2019 diskutierten namhafte Referenten über dieses Thema. Über 100 Fachleute aus dem Gesundheitswesen verfolgten gespannt die Einschätzungen und Erfahrungen der Referenten und nutzten die Gelegenheit, kritische Fragen zu stellen. In einem Punkt waren sich die Referenten einig: Die Umsetzung der unterschiedlichen Listen und Ausnahmekriterien bei den Kantonen und beim EDI ist herausfordernd. Auch wenn die Förderung von ambulanten Behandlungen nicht bestritten wird, bleiben zahlreiche Fragen offen. So werden sich die Versicherer und die Leistungserbringer weiter mit Fragen u.a. zu Prozessen, Tarifen und zum Datenaustausch auseinandersetzen müssen.
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Neues von der RVK-Crew NEUEINTRITTE UND WEITERBILDUNGSERFOLGE Neueintritte
Traueranzeige
Am 1. Dezember 2018 hat Martina Rüegg die Nachfolge von Elisabeth Janssen angetreten. Als Krankenversicherungsexpertin mit eidgenössischem Fachausweis und während ihrer langjährigen Praxis bei einer Krankenkasse und im Spital konnte sich Martina Rüegg ein breites Wissen in der Leistungsprüfung aneignen.
In stiller Trauer geben wir davon Kenntnis, dass unser langjähriger Mitarbeiter Stephan Bernet am 12. März 2019 im Alter von 60 Jahren überraschend gestorben ist. Wir sind sehr betroffen über diesen Verlust. Stephan Bernet war 34 Jahre für den RVK tätig, davon viele Jahre als stellvertretender Direktor. Mit seinem Wissen hat er sehr viel zum Erfolg des RVK beigetragen. Wir verlieren mit ihm einen geschätzten und lieben Kollegen, den wir stets in guter Erinnerung behalten werden.
Wir heissen Martina Rüegg im RVK-Team willkommen und freuen uns auf die Zusammenarbeit.
Isabella Gafner, Office Managerin/HRM 041 417 05 65, i.gafner@rvk.ch
Weiterbildungserfolge Unsere Kodierärztin Andrea Georgi hat Ende Dezember 2018 die Weiterbildung zur Vertrauensärztin SGV erfolgreich abgeschlossen. Adrian Scheuber hat im Februar 2019 das Diplom «Certificate of Advanced Studies in Gesundheitsökonomie und gesundheitsökonomischer Evaluation» erhalten. Herzlichen Glückwunsch zu diesen Erfolgen.
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INFORMATIONEN UNSERER MITGLIEDER, KUNDEN UND PARTNER DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
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Krankenkasse Birchmeier: Neue Geschäftsführerin Monika Veronesi Bei der Krankenkasse Birchmeier hat es einen Wechsel in der Geschäftsleitung gegeben: Werner Kaufmann hat die Leitung per 1. Januar 2019 abgegeben. Seine Nachfolgerin heisst Monika Veronesi und löst ihn damit nach über zehn Jahren ab.
Guido Bürle Andreoli, Mitglied des Kaders / Case Manager, Coop Rechtsschutz AG «Die Kurse des RVK machen Freude. Wir erleben sie als inspirierend, professionell und pragmatisch. Das gewonnene Know-How kommt vor allem unseren Kundinnen und Kunden zugute. Das Gelernte können wir bei der lösungsorientierten Bearbeitung unserer Rechtsfälle tagtäglich umsetzen.»
Fachkurs «Medizinische Kenntnisse» KRANKHEITSBILDER UND BEHANDLUNGSFORMEN
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ab Dienstag, 28. Mai 2019 WWW.RVK.CH/BILDUNG
Informationen unserer Mitglieder, Kunden und Partner
Krankenkasse Birchmeier WECHSEL IN DER GESCHÄFTSLEITUNG
Nach über zehn Jahren als engagierter Geschäftsführer hat Werner Kaufmann die Leitung der Krankenkasse Birchmeier abgegeben. Seine Nachfolge hat Monika Veronesi übernommen.
Für viele Jahre durfte die Krankenkasse Birchmeier mit Werner Kaufmann auf einen ebenso engagierten wie kompetenten, erfahrenen und verlässlichen Geschäftsführer zählen. Leider haben gesundheitliche Probleme dazu geführt, dass er für längere Zeit nicht mehr in der Lage ist, der Tätigkeit als Geschäftsführer nachzukommen. Dies führte dazu, dass der Vorstand der Krankenkasse Birchmeier die aus Altersgründen ohnehin vorbereitete Nachfolgeregelung schneller als ursprünglich geplant umgesetzt hat. Der Vorstand der Krankenkasse Birchmeier hat an einer ausserordentlichen Vorstandssitzung von Mitte Januar 2019 entschieden, die designierte Nachfolgerin von Werner Kaufmann, Monika Veronesi, rückwirkend per 1. Januar 2019 mit der Geschäftsführung zu betrauen. Dadurch wird ein reibungsloser Geschäftsablauf der Krankenkasse Birchmeier garantiert.
Monika Veronesi stiess bereits im Sommer 2018 als zukünftige Nachfolgerin von Werner Kaufmann zur Krankenkasse Birchmeier. Sie verfügt über hohe Kompetenzen und Erfahrungen im Krankenkassenumfeld, ist führungserfahren und dossierfest. Mit Monika Veronesi hat der Vorstand der Krankenkasse Birchmeier eine qualifizierte und engagierte Persönlichkeit als Nachfolgerin gefunden. Der RVK heisst Monika Veronesi herzlich willkommen und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit. Er verabschiedet sich von Werner Kaufmann mit einem grossen Dankeschön für sein Engagement und wünscht ihm gute Genesung und alles Gute für die Zukunft.
Wechsel in der Geschäftsleitung Die 1968 geborene Monika Veronesi verfügt über hohe Kompetenzen im Krankenkassenumfeld und über Führungserfahrung.
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Agenda 2019 Veranstaltungen Mai
Juni August
September
Fachkurs «Zahnmedizin nach KVG/UVG»
9.
Luzern
Fachkurs «Kranken- und Unfallversicherung für Ärztinnen und Ärzte»
14.
Zürich
Krankenversicherungen Grundlagen 1
21./22.
Luzern
treffPUNKT «KVG»
22.
Luzern
Fachkurs «Spitexleistungen nach KVG»
23.
Zürich
Fachkurs «Medizinische Kenntnisse»
ab 28.
Luzern
Fachkurs «Kranken- und Sozialversicherungen für medizinisches Praxispersonal»
13.
Zürich
Krankenversicherung Grundlagen 2
18./19.
Luzern
Krankenversicherung Grundlagen 1
27./28.
Luzern
Fachkurs «Krankentaggeld – Leistungsabwicklung und -koordination»
ab 28.
Zürich
Fachkurs «SwissDRG Grundlagen»
2.
Luzern
Fachkurs «Psychische Krankheitsbilder 2»
4.
Luzern
Fachkurs «Vertiefung Leistungen ambulant»
5.
Luzern
Fachkurs «Unternehmensversicherungen Lohnausfall» – Modul 1
10.
Olten
Fachkurs «Kranken- und Sozialversicherungen für medizinisches Praxispersonal»
12.
Luzern
Krankenversicherung Grundlagen 2
17./18.
Luzern
Prüfungstraining für Sozialversicherungsfachleute
20.
Zürich
Fachkurs «Kranken- und Sozialversicherungen für Spital-/Klinikpersonal»
24.
Luzern
Prüfungstraining für Sozialversicherungsfachleute
25.
Zürich
Fachkurs «Unternehmensversicherungen Lohnausfall» – Modul 2
26.
Olten
Sessionen Sommer
3. bis 21. Juni
Bern
Herbst
9. bis 27. September
Bern
Winter
2. bis 20. Dezember
Bern