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RVK Standpunkte 2015

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Standpunkte 2015

Die Standpunkte der kleinen und mittleren Krankenversicherer zur Gesundheitspolitik


Zeitpunkt Martinsloch, Kanton Glarus


Der Inhalt

VERBAND Wer wir sind Was wir wollen Was uns auszeichnet Was uns stark macht Die Mitglieder STANDPUNKTE 1 Vielfalt und Wettbewerb 2 3 4 5 6 7 8 9

Qualit채tsstrategie Risikoausgleich Spitalplanung Spitalfinanzierung Integrierte Versorgung Kostenentwicklung Trennung von Grund- und Zusatzversicherung Aufsicht

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VERBAND

Wer wir sind Der RVK ist der Verband der kleinen und mittleren Krankenversicherer. Er vertritt 27 Krankenversicherer mit 670 000 Versicherten. 33 Mitarbeitende sowie ein Netz von externen Spezialisten arbeiten für den Verband mit Sitz in Luzern. Der RVK unterstützt seine Mitglieder und Kunden mit vielfältigen Dienstleistungen und Rückversicherungslösungen und trägt so dazu bei, dass seine Mitglieder – unabhängig von ihrer Grösse – ihre Eigenständigkeit bewahren. Damit bleiben die kleinen und mittleren Krankenversicherer eine attraktive Alternative zu den grossen Versicherern – heute und morgen. Der RVK äussert sich zu politischen Themen offen und im Interesse seiner Mitglieder. Er unterstützt seine Mitglieder, um deren Versicherte und die interessierte Öffentlichkeit objektiv und ausgewogen über das Gesundheitssystem und die Krankenversicherung zu informieren. Ein Instrument dazu sind die vorliegenden Standpunkte zu ausgewählten Themen der aktuellen gesundheitspolitischen Diskussion. www.rvk.ch

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Was wir wollen Der

RVK setzt sich für die Vielfalt und eine ausgewogene Mischung von kleinen, mittleren und grossen Anbietern in der Krankenund Unfallversicherung ein,

setzt sich für vernünftige Rahmenbedingungen für alle Krankenversicherer ein,

unterstützt die gemeinsame Finanzierung des Gesundheits wesens durch die Sozial- und Privatversicherer, den Staat und die privaten Haushalte im ambulanten wie im stationären Bereich,

befürwortet den Wettbewerb – sowohl in der Grundversicherung als auch bei den Zusatzversicherungen,

unterstützt in der Grundversicherung das Kopfprämiensystem mit einer gezielten Prämienverbilligung für einkommensschwache Personen,

befürwortet in der Grundversicherung einen schlanken Leistungskatalog und fordert die konsequente Durchsetzung der gesetzlichen Kriterien Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit,

befürwortet Massnahmen zur Eindämmung der Kosten entwicklung,

lehnt eine Überregulierung der sozialen Krankenversicherung ab und

ist gegen jede weitergehende Trennung der Grund- und Zusatz versicherung.

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DIE KLEINEN UND MITTLEREN KRANKENVERSICHERER

Was uns auszeichnet Wir sind flexibel. Wir passen unser Angebot und die Organisationsstrukturen den Marktbedürfnissen an. Wir sind kundenorientiert. Wir setzen uns für die Interessen unserer Versicherten ein und entscheiden schnell und unbürokratisch. Der persönliche Kontakt zu unseren Kunden ist uns wichtig. Wir legen Wert auf hohe Qualität. Unsere Mitarbeitenden werden regelmässig geschult. Dank transparenter und überschaubarer Strukturen haben wir kurze Entscheidungswege. Wir setzen uns für unsere Versicherten ein. Jährliche Umfragen bei Versicherten zeigen, dass sie unsere Arbeit und die hohe Qualität unserer Dienstleistungen schätzen. Bei diesen Umfragen belegen wir kleinen und mittleren Krankenversicherer regelmässig Spitzenplätze. Wir lassen unsere Versicherten mitbestimmen. Wir sind offen für Anregungen und ermöglichen unseren Versicherten Mitsprache.

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Wir geben Sicherheit für die Zukunft. Auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Rückversicherungslösungen stärken die Solvenz und erhöhen die finanzielle Stabilität. Langjährige Partnerschaften und gemeinsam entwickelte Dienstleistungen führen zu attraktiven Angeboten. Unsere schlanken Organisationsstrukturen ermöglichen tiefe Verwaltungskosten.

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VERBAND

Was uns stark macht Wir sind eine bedeutende Kraft im Gesundheitswesen Der Verband vertritt 27 Krankenversicherer und 670 000 KVGVersicherte. Er stützt sich auf eine gesunde und breite Basis. Wir sind vertreten, wo es wichtig ist Alle RVK-Mitglieder sind auch Mitglieder des Branchenverbandes Santésuisse. Wir unterstützen vielseitige Interessen Der RVK setzt sich in der Politik, bei Behörden und Branchenverbänden für die Interessen der kleinen und mittleren Krankenversicherer ein. Wir bieten individuelle Lösungen Der RVK ist ein Kompetenzzentrum für bedarfsgerechte Rückversicherungslösungen und qualifizierte Dienstleistungen: Der vertrauensärztliche Dienst (VAD) des MedCasePool umfasst hervorragende Fachärzte, die das gesamte medizinische Spektrum abdecken und die Kunden in allen Versicherungsbereichen unabhängig beraten. Mit seinem Case Management fördert der RVK die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Akteuren und hilft, teure Doppelspurigkeiten zu vermeiden. Der Leistungseinkauf handelt für seine Mitglieder und Kunden vorteilhafte Tarife bei den Spitälern aus, während die DRG-Prüfstelle sich dafür einsetzt, dass die Spitalleistungen fehlerfrei abgerechnet werden. Der RVK bietet seinen Mitgliedern vielfältige Managed-Care-Modelle an.

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Wir erarbeiten Wissen für alle Vom umfassenden Know-how des RVK im Gesundheitswesen profitieren die Verbandsmitglieder und Kunden in Form von Information, Beratung, Aus- und Weiterbildung und Qualitätsmanagement. Wir handeln gemeinsam Die Mitglieder profitieren von vorteilhaften Verträgen und Konditionen, die der Verband über Kooperationen und Partnerschaften aushandelt. Der RVK leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit seiner Mitglieder und unterstützt sie dabei, ihre Kosten möglichst tief zu halten. Wir fördern Qualität und Datenschutz Sowohl beim RVK als auch bei seinen Mitgliedern stehen Qualität und Datenschutz bei allen Tätigkeiten im Zentrum. Der RVK unterstützt seine Mitglieder bei der kontinuierlichen Verbesserung ihres Qualitätsmanagements und der Weiterentwicklung des Datenschutzes.

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VERBAND

Die Mitglieder Aquilana Versicherungen, Baden FKB, die liechtensteinische Gesundheitskasse, Balzers Moove Sympany AG, Basel Vivao Sympany AG, Basel AGRISANO, Brugg Krankenkasse Institut Ingenbohl, Brunnen Krankenversicherung Flaachtal, Bülach Kranken- und Unfallkasse Einsiedeln, Einsiedeln Glarner Krankenversicherung, Elm rhenusana, Die Rheintaler Krankenkasse, Heerbrugg vita surselva, Ilanz Krankenkasse Birchmeier, Künten ÖKK, Landquart Krankenkasse Stoffel, Mels Krankenkasse Simplon, Simplon Dorf Krankenkasse Steffisburg, Steffisburg Sumiswalder, Sumiswald Krankenkasse Turbenthal, Turbenthal sanavals Gesundheitskasse, Vals Cassa da malsauns LUMNEZIANA, Vella sodalis gesundheitsgruppe, Visp Krankenkasse Visperterminen, Visperterminen Krankenkasse Wädenswil, Wädenswil kmu-Krankenversicherung, Winterthur Krankenkasse Luzerner Hinterland, Zell Krankenkasse Zeneggen, Zeneggen KLuG Krankenversicherung, Zug Stand: 1. 1. 2015

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Hรถhepunkt der Schweiz Matterhorn, Kanton Wallis


STANDPUNKTE

1 Vielfalt und Wettbewerb Standpunkt

Der RVK unterstützt ein Gesundheitswesen mit sozialen Rahmenbedingungen für die Versicherten. Er begrüsst den Wettbewerb unter den Beteiligten und setzt sich dafür ein, dass die Krankenversicherung unbürokratisch und effizient durchgeführt wird.

Erläuterung

Das deutliche Nein zur Einheitskasse Ende September 2014 hat gezeigt: Das schweizerische Gesundheitswesen ist in der Bevölkerung breit abgestützt. Trotzdem besteht Handlungsbedarf, um Effizienz, Qualität und Nachhaltigkeit zu verbessern. Das Nein verpflichtet, kritische Voten aufzunehmen und Verbesserungen umzusetzen. Bestehende Gesetze sind konsequent anzuwenden.

Forderung

Der RVK setzt sich ein für den Erhalt der Kassenvielfalt und engagiert sich gegen Überregulierung.

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2 Qualitätsstrategie Standpunkt

Der RVK begrüsst grundsätzlich die Initiative des Bundesrats, die Versorgungsqualität zu verbessern und den Qualitätswettbewerb zu fördern. Zur nachhaltigen Verbesserung benötigt es einen klaren gesetzlichen Rahmen und Anstrengungen auf allen Versorgungsebenen. Bestehende Qualitätsinitiativen müssen gestärkt werden.

Erläuterung

Eine bessere Versorgungsqualität und eine höhere Transparenz reduzieren besonders die Zahl jener Personen, die wegen Fehlbehandlung länger therapiert werden müssen oder irreversible Gesundheitsschäden erleiden. Dies wirkt sich nicht nur positiv auf die Gesundheitskosten aus, sondern erhöht auch die Lebensqualität der Betroffenen. Das kann nur geschehen, wenn die Leistungserbringer in die Pflicht genommen werden.

Forderung

Um die Versorgungsqualität zu verbessern, braucht es mehr Transparenz, insbesondere auf der Leistungserbringerseite. Im Rahmen der Strategie «Gesundheit2020» muss die Zusammenarbeit aller Akteure im Gesundheitswesen verbessert und die Aufgabenteilung definiert werden. Es braucht keine zentralistischen Strukturen wie das geplante nationale Zentrum für Qualität, wenn die bestehenden Qualitäts- initiativen gefördert und die daraus resultierenden Qualitätsinstrumente konsequent eingesetzt werden.

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STANDPUNKTE

3 Risikoausgleich Standpunkt

Der RVK befürwortet die eingeleitete Verfeinerung des Risikoausgleichs auf der Grundlage von objektiven und nicht beeinflussbaren Kriterien.

Erläuterung

Der Risikoausgleich hat zum Ziel, die zukünftigen Risiken der Krankenversicherer infolge unterschiedlicher Versichertenprofile auszugleichen. Neben den bisherigen Faktoren «Geschlecht», «Alter» und «Spitalaufenthalt im Vorjahr» sollen nun neue Indikatoren bestimmt werden, welche das erhöhte Morbiditätsrisiko zuverlässiger erfassen. Der RVK unterstützt die Verbesserung des Risikoausgleichs in der sozialen Krankenversicherung. Die Verfeinerung der Risikofaktoren mindert die Anreize für die unerwünschte Risikoselektion.

Forderung

Der Risikoausgleich darf niemals zu einem Kostenausgleich führen.

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4 Spitalplanung Standpunkt

Der RVK befürwortet eine klare Aufgabentrennung zwischen Bund und Kantonen. Der Bund soll die Spitzenmedizin und die Versorgungsregionen planen. Die Spitalplanung soll kantonsübergreifend organisiert werden.

Erläuterung

Die Anzahl der Spitalstandorte soll sich am Versorgungsbedarf orientieren und nicht an politischen Interessen. Qualitäts- und Sicherheitskriterien – und nicht Bedarfsplanungen – unterstützen versicherten- und patientenorientiertes Handeln, Servicequalität und Innovation.

Forderung

Aufgaben wie die hochspezialisierte Medizin sind auf Bundesebene zu lösen. Die Kantone sind zu verpflichten, eine bedarfsgerechte Spitalplanung vorzusehen und nur diejenigen Spitäler auf die Spitalliste zu setzen, die die Qualitätsanforderungen erfüllen.

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STANDPUNKTE

5 Spitalfinanzierung Standpunkt

Der RVK ist der Auffassung, dass eine monistische Spitalfinanzierung – die Finanzierung durch einen einzigen Kostenträger – die Kosteneffizienz deutlich verbessern würde.

Erläuterung

Mit der monistischen Finanzierung würden Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen klar zugeordnet und Interessenkonflikte beseitigt. Das Fallpauschalensystem (DRG) erhöht zudem die Transparenz und ermöglicht nationale Vergleiche der Spitäler bezüglich Kosten und Qualität.

Forderung

Die Spitalfinanzierung ist monistisch auszugestalten. Zur Erhöhung der Transparenz sollen die ambulanten Leistungen im Spital nach dem gleichen System abgegolten werden wie die stationären Leistungen.

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6 Integrier te Versorgung Standpunkt

Der RVK begrüsst die Entwicklung von integrierten Versorgungsmodellen durch Leistungserbringer: Integrierte Versorgungsmodelle optimieren die Qualität der medizinischen Versorgung und erhöhen die Wirtschaftlichkeit. Versicherte, die sich für ein alternatives Versicherungsmodell entscheiden, profitieren von einer optimalen medizinischen Versorgung und einer reduzierten Versicherungsprämie.

Erläuterung

Der Wettbewerb schafft für die Krankenversicherer den Anreiz, innovative Versicherungsmodelle mit Leistungserbringern zu entwickeln und den Versicherten alternative Versicherungsmodelle anzubieten. Alternative Versicherungsmodelle erfreuen sich einer stetig wachsenden Nachfrage. Da das KVG es richtigerweise offenlässt, was im Detail unter einem alternativen Versicherungsmodell zu verstehen ist, hat sich in der Praxis eine Vielfalt von Angeboten entwickelt, so etwa HMOs, Ärztenetzwerke und telemedizinische Modelle.

Forderung

Die Weiterentwicklung der integrierten Versorgung hat durch Leistungserbringer und Krankenversicherer gemeinsam im Rahmen der Vertragsfreiheit zu erfolgen. Staatliche Eingriffe, die über die heutigen gesetzlichen Vorgaben hinausreichen, sind abzulehnen.

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STANDPUNKTE

7 Kostenentwicklung Standpunkt

Die Kosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung steigen seit Jahren stetig. Der RVK ist überzeugt, dass die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen eingedämmt werden kann, wenn die Kriterien Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit (WZW) konsequent angewendet werden und die Eigenverantwortung durch die Anhebung der Franchisen und des Selbstbehalts gestärkt wird.

Erläuterung

Medizinische Behandlungen richten sich oft danach aus, was maximal möglich ist. Die Wirksamkeit und die Zweckmässigkeit sind vielfach nicht ausreichend nachgewiesen. Aufgrund der Kostenübernahme durch die Krankenversicherung spielen Kosten-Nutzen-Überlegungen für Leistungserbringer häufig eine untergeordnete Rolle. Auch Versicherte haben lediglich einen geringen Anreiz, sich kostenbewusst zu verhalten. Durch die Erhöhung der Franchisen und des Selbstbehaltes werden Versicherte verstärkt finanziell in die Pflicht genommen. Dies fördert die Eigenverantwortung und das Kostenbewusstsein. Allfällige Härtefälle müssen über eine angepasste Prämienverbilligung kompensiert werden.

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Forderung

Um die Kosten in den Griff zu bekommen, muss die Eigenverantwortung der Versicherten gestärkt werden. Der Selbstbehalt der Versicherten sowie die Franchisen sind deutlich zu erhöhen und zu indexieren, um eine zeitgerechte Basis zu gewährleisten. Zudem sind medizinische Leistungen konsequent nach Kosten-Nutzen-Überlegungen zu überprüfen. Es sind nur noch Leistungen in den Grundleistungskatalog aufzunehmen, die den WZW-Kriterien und den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin entsprechen.

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STANDPUNKTE

8 Trennung von Grund- und Zusatzversicherung Standpunkt

Die vom Bundesrat vorgeschlagene Trennung von Grund- und Zusatzversicherung läuft den Interessen der Versicherten zuwider und schadet der Krankenversicherung: Sie verkompliziert das System für alle Beteiligten und verursacht erheblich höhere Verwaltungskosten.

Erläuterung

Die Aufspaltung von Grund- und Zusatzversicherung in zwei getrennte Gesellschaften wird als Massnahme zur Unterbindung der Risikoselektion präsentiert. Sie erweist sich jedoch als strukturpolitisch motivierte Einschränkung der Organisationsfreiheit und Kostentreiber sowohl für die Zusatzversicherung als auch die soziale Krankenversicherung. Einer allfälligen Risikoselektion ist mit der Verfeinerung des Risikoausgleichs entgegenzuwirken; dazu reichen die kürzlich verabschiedeten Revisionen aus. Die Trennung von Grund- und Zusatzversicherung ist dafür nicht notwendig und daher abzulehnen. Die Aufspaltung von Grund- und Zusatzversicherung in zwei getrennte Gesellschaften und die Errichtung von Informationsbarrieren zwischen den Gesellschaften würden Doppelspurigkeiten bei den Versicherten, den Leistungserbringern und den Krankenversicherern erzeugen. Sie würde den Versicherten die Möglichkeit nehmen, von der

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hohen Servicequalität aus einer Hand zu profitieren. Laut einer Studie der Boston Consulting Group* von 2014 würden solche Doppelspurigkeiten zusätzliche Verwaltungskosten von 400 Millionen Franken jährlich verursachen, welche die Versicherten zu berappen hätten. Die Trennung von Grund- und Zusatzversicherung würde die Transparenz nicht erhöhen. Schon heute führen die Krankenversicherer getrennte Rechnungen für die Grund- und Zusatzversicherung. Mit dem Krankenversicherungsaufsichtsgesetz und den neuen Rechnungslegungsvorschriften verfügt die Aufsichtsbehörde zudem über weite Befugnisse sowie vielfältige Instrumente, welche eine hohe finanzielle Stabilität und mehr Transparenz in der sozialen Krankenversicherung gewährleisten. Forderung

Der RVK ist gegen jede weitergehende Trennung der Grund- und Zusatzversicherung.

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www.rvk.ch/Downloads (Rubrik «Wissen», BCG-Studie 2014: Auswirkungen Trennung  KVG und VVG)

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9 Aufsicht Standpunkt

Die Aufsichtsbehörden (BAG, Finma, EDÖB etc.) haben sich darauf zu beschränken, die gesetzlich vorgegebenen Aufgaben und Kompetenzen wahrzunehmen. Die Aufsichtstätigkeit verursacht Kosten sowohl bei der Aufsichtsbehörde als auch bei den Krankenversicherern. Dabei ist ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis anzustreben.

Erläuterung

Ein wettbewerbliches Gesundheitswesen benötigt Rahmenbedingungen, die durch die Aufsicht kontrolliert werden. Die Aufsicht muss sich auf finanzielle und versicherungstechnische Angelegenheiten konzentrieren und primär die Solvenz und die Solvabilität der Krankenversicherer prüfen. Der RVK lehnt auch entschieden ab, dass aufsichtsrechtliche Instrumente dazu verwendet werden, in der Krankenversicherungsbranche Strukturpolitik zu betreiben.

Forderung

Der RVK postuliert eine Aufsicht, die über aufeinander abgestimmte Instrumente verfügt. Die involvierten Aufsichtsbehörden müssen sich koordinieren – beim Erlass von Vorschriften und in ihrer Tätigkeit. Die durch die Aufsichtsbehörden angeordneten Massnahmen müssen verhältnismässig sein. Bei der Ausgestaltung der neuen Krankenversicherungsaufsichtsverordnung ist eine weitere Überregulierung zu vermeiden.

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Messpunkt Säntis, 2501 m ü. M., Alpstein


Ăœberreicht von:

Verband der kleinen und mittleren Krankenversicherer RVK Haldenstrasse 25 6006 Luzern Telefon 041 417 05 00 Telefax 041 417 05 01 www.rvk.ch


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