RVK – Verband der kleinen und mittleren Krankenversicherer
2013
Unsere Standpunkte zu wichtigen Themen der Gesundheitsund Krankenversicherungspolitik
Inhalt Unsere Grundhaltung Unsere Schwerpunkte Unsere Vorteile
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1 Politik 1.1 Öffentlichkeitsarbeit 09 1.2 Einheitskrankenkasse 10 1.3 Risikoausgleich 12 1.4 Prämienrückerstattung 13 1.5 Spitalplanung 14 1.6 Spitalfinanzierung 16 1.7 Kontrollpflichten von BAG und Finma 18 1.8 Medizinische Versorgung 20 1.9 Vertragsfreiheit 21 1.10 Pflegekosten 22
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Aufsicht 2.1 Finanzielle Sicherheit 2.2 Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit 2.3 Evidenzbasierte Medizin 2.4 Kostenbeteiligung durch die Versicherten im KVG 3 Angebote 3.1 Integrierte Versorgungsmodelle 3.2 Vertrauensärztlicher Dienst 3.3 Case Management 4 Leistungserbringer 4.1 Kostenentwicklung im Tarmed 4.2 Medikamente 4.3 Generika
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Unsere Grundhaltung 4 Der RVK … … setzt sich für die Vielfalt und für eine ausgewogene Mischung von kleinen, mittleren und grossen Anbietern in der Kranken- und Unfallversicherung ein, … setzt sich für gleiche Rahmenbedingungen für alle Krankenversicherer ein, … unterstützt die Finanzierung des Gesundheitswesens durch den Staat, die Sozial- und Privatversicherungen und die privaten Haushalte im ambulanten sowie im stationären Bereich, … unterstützt in der Grundversicherung das Kopfprämiensystem mit Prämienverbilligungen für einkommensschwache Personen, … befürwortet generell den Wettbewerb bei den Grund- und den Zusatzversicherungen und lehnt die Trennung der Grund- und Zusatzversicherung ab, … befürwortet in der Grundversicherung einen schlanken Leistungskatalog und fordert die Durchsetzung der gesetzlichen Kriterien Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit, … befürwortet eine Stärkung der Stellung des Grundversorgers.
5 Unsere Schwerpunkte im Jahr 2013
Einheitskrankenkasse
Prämienrückerstattung
Einheitskrankenkasse
Wahlfranchisen
Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und «Billigkassen» Wirtschaftlichkeit Evidenzbasierte Medizin
Punkt 1.2, Seite 10
Punkt 1.4, Seite 13
Punkte 2.2 / 2.3, Seite 24 – 26
Unsere Vorteile 6 Die kleinen und mittleren Krankenversicherer … … sind flexibel Sie passen ihr Angebot und ihre Organisationsstrukturen den Marktbedürfnissen rasch und pragmatisch an. … sind kundenfreundlich Sie entscheiden schnell, unbürokratisch und kundenorientiert. … setzen sich verbindliche Qualitätskriterien – Ihre Mitarbeitenden sind auf dem aktuellsten Wissensstand. – Ihre Strukturen sind transparent und überschaubar, ihre Entscheidungswege kurz. – Die Versicherten wissen, wer für sie zuständig ist. – Sie schützen und bearbeiten die Daten der Versicherten sorgfältig und nach den gesetzlichen Datenschutzbestimmungen. … beraten ihre Versicherten kompetent – Die Kundenbedürfnisse stehen im Mittelpunkt. – Sie pflegen persönliche Kontakte zu den Versicherten. – Sie legen Wert auf hohe Dienstleistungsqualität. – Sie verfügen über umfassende Kenntnisse und Kompetenzen für die Beratung der Versicherten.
7 … lassen ihre Versicherten mitbestimmen Sie sind offen für Anregungen und ermöglichen ihren Versicherten eine Mitsprache. … geben Sicherheit für die Zukunft – Sie gleichen die kleinere Risikobasis mit Rückversicherungslösungen aus. – Sie sind in zweckmässige Partnerschaften eingebunden und nutzen gemeinsame Dienstleistungen für konkurrenzfähige Angebote. – Ihre schlanken und effizienten Organisationsstrukturen ermöglichen tiefe Verwaltungskosten. – Sie weisen eine günstige und ausgeglichene Versichertenstruktur auf. … haben mit dem RVK einen starken Partner – Der Verband vertritt 27 Krankenversicherer und rund 625 000 Grundversicherte. Er stützt sich auf eine gesunde und breite Basis. – Der RVK setzt sich in der Politik, bei Behörden und Branchenverbänden für die Interessen der kleinen und mittleren Krankenversicherer ein.
Unsere Vorteile 8 – Der RVK ist ein Kompetenzzentrum für bedarfsgerechte Rückversicherungslösungen und qualifizierte Dienstleistungen wie vertrauensärztlichen Dienst, Case Management, DRG-Prüfstelle, Managed-Care- Modelle und Leistungseinkauf. – Vom umfassenden Know-how im Gesundheitswesen profitieren die Verbandsmitglieder in Form von Information, Beratung, Aus- und Weiterbildung, Qualitätsmanagement sowie Marketing- und Öffentlich- keitsarbeit. – Die Mitglieder profitieren von vorteilhaften Verträgen und Konditionen, die der Verband über Koope rationen und Partnerschaften aushandelt. Der RVK leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Wettbewerbsfähigkeit seiner Mitglieder und unterstützt sie dabei, ihre Kosten möglichst tief zu halten. – Der RVK fördert das Qualitätsmanagement und dessen kontinuierliche Verbesserung bei seinen Mitgliedern. Er setzt sich für die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen ein und fördert das Erreichen des GoodPriv@cy-Standards.
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1.1 Öffentlichkeitsarbeit Standpunkt
Der RVK äussert sich zu politischen Themen offen und im Interesse seiner Mitglieder.
Mit einer umfassenden, objektiven und ausgewogenen Information der Bürgerinnen und Bürger vermitteln die Krankenversicherer wichtiges Wissen zum Gesundheitssystem, insbesondere zur Krankenversicherung.
Erläuterung
Es ist Aufgabe der Krankenversicherer, die Interessen der Versicherten wahrzunehmen und diese zeitgerecht und umfassend zu informieren.
Mit seiner Erfahrung und seinen Kontakten zu Politik, Behörden und Branchenverbänden kann der RVK seine Mitglieder gezielt unterstützen.
Politik
Aufsicht
Angebote
Leistungserbringer
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1.2 Einheitskrankenkasse Standpunkt
Schwerpunktthema
Der RVK lehnt eine staatlich geführte – nationale, kantonale oder regionale – öffentliche Gesundheitskasse ab. Der RVK unterstützt ein Gesundheitswesen mit sozialen Rahmenbedingungen für die Versicherten und den Wettbewerb unter den Beteiligten. Er setzt sich dafür ein, dass die Krankenversicherung unbürokratisch und effizient durchgeführt wird.
Erläuterung Die Vielfalt der Anbieter fördert … … eine hohe Beratungs- und Betreuungsqualität, … die Wahlmöglichkeit der Versicherten, … die Motivation der Leistungserbringer, … eine schnelle Auszahlung von Leistungsguthaben an die Versicherten, … kostendeckende Prämien und ein tieferes Kostenwachstum durch den Wettbewerb, … innovative Dienstleistungen und Entwicklungen und … tiefere Verwaltungskosten als andere Sozialversicherungen.
11 Schwerpunktthema
Politik
Die Krankenversicherung ist eine der wenigen sozialen Sozialversicherungen, die nicht verschuldet sind und daher nicht zulasten der kommenden Generationen gefĂźhrt werden.
Forderung
Anstelle einer Einheitskasse sollen alle Beteiligten einen Beitrag leisten, um das bewährte System fortzufßhren und zu optimieren.
Aufsicht
Angebote
Leistungserbringer
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1
1.3 Risikoausgleich Standpunkt
Der RVK befürwortet eine weitere wirksame Verfeinerung des Risikoausgleichs auf der Grundlage von objektiven und nicht beeinflussbaren Kriterien.
Erläuterung
Der Risikoausgleich gleicht die unterschiedlichen Risiken der Krankenversicherer infolge ungleicher Versichertenprofile aus. Anfang 2012 wurde der Risikoausgleich mit einem zusätzlichen Kriterium ergänzt. Der RVK ist der Ansicht, dass zuerst Erfahrungen mit dem ergänzten Risikoausgleich gesammelt werden müssen, bevor eine weitere Verfeinerung in Kraft gesetzt wird.
Forderung Die Verbesserung des Risikoausgleichs soll in enger Zusammenarbeit mit den Krankenversicherern erfolgen. Die Verfeinerung muss auf objektiven, nicht beein flussbaren Kriterien beruhen und einfach umsetzbar sein.
13 1.4 Prämienrückerstattung
Schwerpunktthema
Standpunkt
Der RVK ist gegen die Rückerstattung vom BAG als Aufsichtsbehörde genehmigter OKP-Prämien.
Erläuterung
Jegliche Rückerstattung von zuvor genehmigten Prämien widerspricht dem Versicherungsprinzip und dem Grundsatz von Treu und Glauben. Zudem ist der administrative Aufwand solcher Rückzahlungsaktionen unverhältnismässig hoch.
Forderung
Der RVK lehnt jede Art von rückwirkenden Prämienrückerstattungen ab.
Politik
Aufsicht
Angebote
Leistungserbringer
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1
1.5 Spitalplanung Standpunkt Der RVK befürwortet eine klare Trennung der Aufgaben zwischen Bund und Kantonen.
Der Bund soll die Spitzenmedizin und die Versorgungsregionen planen. Die Spitalplanung soll kantonsübergreifend organisiert werden.
Erläuterung
Die Anzahl der Spitalstandorte soll sich am Versorgungsbedarf orientieren und nicht an politischen Interessen.
Qualitäts- und Sicherheitskriterien – und nicht Bedarfsplanungen – unterstützen versicherten- und patientenorientiertes Handeln, Servicequalität und Innovation.
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Politik
Forderung
Der Bund definiert maximal vier Versorgungsregionen. Die Kantone planen die Umsetzung in den Versorgungsregionen.
Der Bund schafft die notwendigen Rahmenbedingungen und entwickelt ein geeignetes Monitoring.
Aufgaben wie die Spitzenmedizin sind auf Bundesebene zu lÜsen. Die Kantone sind zu verpflichten, eine bedarfsgerechte Spitalplanung vorzunehmen und nur diejenigen Spitäler auf die Spitalliste zu setzen, die der Bedarfsplanung und den qualitativen Anforderungen entsprechen.
Aufsicht
Angebote
Leistungserbringer
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1.6 Spitalfinanzierung Standpunkt
Der RVK ist der Auffassung, dass die monistische Spitalfinanzierung eine optimale Kosteneffizienz anregt. Die Vergütung der Spitäler liegt in der Verantwortung der Krankenversicherer.
Erläuterung
Die Aufgaben, die Verantwortung und die Kompetenz sind transparent und der Interessenkonflikt entfällt.
Die Leistungserbringer werden nach wettbewerblichen Rahmenbedingungen ausgewählt sowie ambulante und stationäre Leistungen einheitlich entschädigt.
Nach einer Übergangszeit entstehen bedarfsgerechte Strukturen. Die Investitionen orientieren sich am Leistungsauftrag und werden entsprechend optimiert.
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Politik
Forderung
Durch das einheitliche Fallpauschalensystem wird die Transparenz erhöht. Zukünftig sind nationale Vergleiche der Spitäler bezüglich Kosten und Qualität zu erstellen.
Der RVK fordert den Wechsel von der kosten- auf die leistungsorientierte Abgeltung der ambulanten und stationären Leistungen im Spital.
Aufsicht
Angebote
Leistungserbringer
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1.7 Kontrollpflichten von BAG und Finma Standpunkt
Die Aufgaben und Kompetenzen der Aufsichtsbehörden haben sich darauf zu konzentrieren, die gesetzlich vorgegebenen Ziele zu erreichen.
Die Aufsichtsbehörden haben alle Krankenversicherer nach gleichen Kriterien zu behandeln, wobei die Risiken des einzelnen Krankenversicherers zu berücksichtigen sind. Der RVK lehnt entschieden ab, dass aufsichtsrechtliche Instrumente dazu verwendet werden, um in der Krankenversicherungsbranche Strukturpolitik zu betreiben.
Die Regulierung verursacht Kosten – bei der Aufsichtsbehörde wie auch bei den Krankenversicherern. Die Verhältnismässigkeit von Kosten und Nutzen ist zu wahren.
Erläuterung
Ein wettbewerbliches Gesundheitswesen benötigt Rahmenbedingungen, die durch die Aufsicht kontrolliert werden.
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Politik
Forderung
Die Aufsicht muss sich auf finanzielle und versicherungstechnische Angelegenheiten konzentrieren. Sie darf nicht aus politischen Motiven Einfluss auf die Solvenz- und Solvabilitätsvorschriften nehmen.
Bei geplanten Änderungen soll den Betroffenen die Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben werden unter Einhaltung einer ausreichenden Frist.
Aufsichtsrechtliche Änderungen oder neue Regulierungen (z.B. mittels Verordnung oder Aufsichtsgesetz) sind nur dann vorzusehen, wenn damit nachweisbare Verbesserungen realisiert werden können.
Aufsicht
Angebote
Leistungserbringer
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1.8 Medizinische Versorgung Standpunkt
Der RVK unterstützt das Ziel einer guten medizinischen Versorgung nach den Kriterien Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit (WZW) und den Grundsätzen der Evidenzbasierten Medizin (EbM).
Erläuterung
Die extensive Nutzung medizinischer Leistungen trägt wesentlich zur enormen Kostenentwicklung bei.
Forderung
Die Leistungen in der gesetzlichen Grundversicherung sind regelmässig nach den WZW-Kriterien und den EbM-Grundsätzen zu überprüfen. Bei neuen Medikamenten und medizinischen Leistungen müssen diese Kriterien ebenfalls konsequent angewendet werden.
21 1.9 Vertragsfreiheit Standpunkt
Der RVK befürwortet die Vertragsfreiheit zwischen Leistungserbringern und Krankenversicherern.
Erläuterung
Wettbewerbliche Marktordnungen fördern ein versicherten- und patientenorientiertes Handeln, die Servicequalität und die Innovation.
Politik
Aufsicht
Angebote
Leistungserbringer
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1.10 Pflegekosten Standpunkt
Die soziale Krankenversicherung soll weiterhin einen Beitrag an die medizinisch ausgewiesenen Pflegekosten in Pflegeheimen und zuhause (Spitex) leisten.
Erläuterung
Pflegekosten sollen nicht von einer separaten Pflegeversicherung übernommen werden, sondern in die obligatorische Grundversicherung integriert werden.
Forderung
Es existieren viele unterschiedliche, nicht aufeinander abgestimmte Abgeltungssysteme. Der RVK fordert ein einheitliches System.
Pflegekosten sollen der gleichen Finanzierung unterliegen wie die obligatorische Krankenversicherung.
Um die Pflegekosten zu decken, soll eine zusätzliche Prämienstufe eingeführt werden.
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Politik
2.1 Finanzielle Sicherheit Standpunkt
Der RVK unterstützt die Stärkung der Solvenz und Solvabilität.
Erläuterung
Mit der Einführung der risikobasierten Reserven und der versicherungsmathematisch berechneten Rückstellungen wird die finanzielle Sicherheit des Krankenversicherers gestärkt. Dies ist im Interesse des Versicherten.
Forderung
Die fünfjährige Übergangszeit bis zur definitiven Einführung von risikobasierten Reserven (KVG-Solvenztest) muss dazu genutzt werden, den KVG-Solvenztest auf realis- tischen Szenarien aufzubauen. Die Szenarien müssen längerfristig gültig sein. Es darf nicht politisch Einfluss auf die Solvenz genommen werden, indem Szenarien kurzfristig geändert werden. Das Verfahren bei Nichterfüllung der Vorgaben muss definiert und für alle Versicherer gleich sein.
Aufsicht
Angebote
Leistungserbringer
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2.2 Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit
Schwerpunktthema
Standpunkt
Der RVK fordert die konsequente Umsetzung der gesetzlichen Kriterien Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit.
Erläuterung
Medizinischer Fortschritt und die damit verbundenen neuen Behandlungsmöglichkeiten sind zu begrüssen. Gleichzeitig treibt der medizinische Fortschritt die Kosten des Gesundheitswesens stetig in die Höhe. Deshalb ist der Nachweis zu erbringen, dass es sich um echten Fortschritt handelt, dessen Nutzen allfällige Mehrkosten rechtfertigt.
Medizinische Leistungen dürfen gemäss Gesetz nur dann aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung vergütet werden, wenn sie wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind. Eine systematische Überprüfung der medizinischen Leistungen nach diesen Kriterien findet heute nicht statt.
Forderung
Die Frage, welche medizinischen Leistungen durch die soziale Krankenversicherung zu tragen sind, ist gesellschaftspolitischer Natur. Der RVK fordert eine politische Debatte darüber, wie weit die Solidarität zwischen Gesunden und Kranken gehen soll.
25 Schwerpunktthema
Politik
Die Zulassung von medizinischen Leistungen, Medikamenten und Medical Devices zu- lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) ist transparent und nach einheitlichen Kriterien zu regeln. Der Bund schafft dazu die erforderlichen organisato- rischen Voraussetzungen.
Mangels politischer Vorgaben hat das Bundesgericht in seinem Urteil vom 23. November 2010 klare Kriterien aufgestellt, um die Wirtschaftlichkeit von medizinischen Behandlungen zu beurteilen. Die vom Bundesgericht verwendeten Grundsätze und Kriterien sind auf die Beurteilung sämtlicher medizinischer Behandlungen zu übertragen.
Neue medizinische Behandlungen sind nach systematischen Kosten-Nutzen-Analysen zu beurteilen und mit den bestehenden Behandlungsmöglichkeiten zu vergleichen.
Anerkannte medizinische Behandlungen sind periodisch nach denselben Grundsätzen und Kriterien zu prüfen. Die Überprüfung soll jährlich stattfinden.
Neue Behandlungsmöglichkeiten sind nur dann anzuerkennen, wenn Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit nachgewiesen sind.
Aufsicht
Angebote
Leistungserbringer
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2.3 Evidenzbasierte Medizin
Schwerpunktthema
Standpunkt
Der RVK postuliert die systematische Anwendung der EbM-Methode bei der Evaluation von diagnostischen und therapeutischen Massnahmen.
Erläuterung
Ziele der evidenzbasierten Medizin sind die bestmögliche, faktenbasierte Patientenversorgung nach den WZW-Kriterien und die Behandlungssicherheit. Wissenschaftlich fundierte klinische Studien sollen Aussagen zur Indikation einer Behandlung verbessern und so die Sicherheit der Patienten erhöhen.
Forderung
Der RVK verlangt, dass die Grundsätze der evidenzbasierten Medizin bei medizinischen Leistungen, Prozeduren und Medikamenten systematisch angewendet werden.
27 2.4 Kostenbeteiligung durch die Versicherten im KVG Standpunkt
Der RVK begrüsst Versicherungsformen, bei denen sich die Versicherten stärker an den Kosten beteiligen können.
Erläuterung
Versicherungsformen, welche die integrierte Versorgung fördern, sowie diejenigen, die einen finanziellen Anreiz geben, sparsam Gesundheitsleistungen zu konsumieren, stärken die Eigenverantwortung und das Kostenbewusstsein der Versicherten.
Forderung Die Obergrenzen der ordentlichen Franchise und der Wahlfranchisen sollen möglichst hoch angesetzt werden. Die einmal gewählte Franchise soll nicht jährlich geändert werden können.
Politik
Bei den besonderen Versicherungsformen soll ein tieferer Selbstbehalt gelten.
Aufsicht
Angebote
Leistungserbringer
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3.1 Integrierte Versorgungsmodelle Standpunkt
Auch nach Ablehnung der Managed-Care-Vorlage setzt sich der RVK weiterhin für alternative Versicherungsmodelle und insbesondere für die integrierte Versorgung ein. Eine breite Angebotspalette von alternativen Versicherungsmodellen zeigt einerseits die Innovationskraft der Branche und erhöht andererseits die Wahlmöglichkeit der Versicherten.
Erläuterung
In den alternativen Versicherungsmodellen werden die verschiedenen Behandlungsphasen koordiniert, die Qualität wird dadurch gesteigert und unnötige Behandlungen werden vermieden.
Bei der integrierten Versorgung profitiert der Patient von der Koordination seiner Behandlungen. Dadurch wird der Heilungsprozess positiv beeinflusst.
Forderung
Integrierte Versorgungsmodelle sind konsequent zu fördern.
29 3.2 Vertrauensärztlicher Dienst Standpunkt
Der vertrauensärztliche Dienst wird sowohl im Krankenversicherungsgesetz (KVG) wie auch im Bereich der Heilungskosten-Zusatzversicherung eingesetzt.
Im vertrauensärztlichen Dienst sind persönliche medizinische Daten ausschliesslich einem eingeschränkten Personenkreis zugänglich.
Erläuterung Eine Trennung der beratenden medizinischen Tätigkeit in der obligatorischen Kranken- versicherung von derjenigen in der Krankenzusatzversicherung nach VVG ist nicht praktikabel und kann nicht versichertengerecht vollzogen werden. Forderung
Politik
Vertrauensärztliche Dienstleistungen müssen durch fachlich ausgewiesene und unabhängige Ärzte erbracht werden. Nur so können einwandfreie und objektive vertrauensärztliche Beurteilungen garantiert werden.
Aufsicht
Angebote
Leistungserbringer
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3.3 Case Management Standpunkt
Der RVK ist überzeugt, dass mit dem Case Management die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Akteuren verbessert werden kann.
Erläuterung
Der Case Manager als Bindeglied zwischen Versicherten, Leistungserbringern, Arbeitgeber und Sozialversicherungen analysiert die Situation und koordiniert den individuellen Bedarf in Absprache mit den Betroffenen, um dadurch Doppelspurigkeiten zu vermeiden.
Im Bereich der Heilungskosten ist die individuelle Abstimmung des Behandlungs- prozesses von zentraler Bedeutung. Tragfähige Anschlusslösungen können die Aufenthaltsdauer positiv beeinflussen.
Im Bereich des Erwerbsausfalls ist eine koordinierte Zusammenarbeit aller involvierten Parteien besonders wichtig, um frühzeitig das Reintegrationspotenzial zu eruieren und die berufliche Wiedereingliederung mit geeigneten Massnahmen zu fördern.
Forderung
Die Aufgabe des Case Management muss definiert und anerkannt sein.
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Politik
4.1 Kostenentwicklung im Tarmed Standpunkt
Der RVK befürwortet gleiche Taxpunktwerte für gleiche Leistungen für sämtliche ärztlichen Leistungen in der Arztpraxis und im ambulanten Spitalbereich.
Um die Kostenentwicklung in den Griff zu bekommen, ist die Stellung der medizinischen Grundversorger zu stärken.
Erläuterung
Bei gleichen Leistungen ist das Spitalambulatorium der Arztpraxis gleichzustellen. Davon ausgenommen sind Notfälle.
Forderung
Der Tarmed-Tarif muss kontinuierlich den aktuellen Gegebenheiten angepasst und neu bewertet werden. Leistungserbringer und Kostenträger müssen gemeinsame Lösungen erarbeiten.
Eine gut organisierte Triage via den Grundversorger verhindert Doppelspurigkeiten und Lücken im Behandlungsablauf und senkt somit die Kosten.
Aufsicht
Angebote
Leistungserbringer
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4.2 Medikamente Standpunkt
Der RVK befürwortet den internationalen Preisvergleich, unterstützt den Parallelimport und ist vom Nutzen therapiegerechter Verpackungen von Medikamenten überzeugt.
Erläuterung
Der internationale Preisvergleich ist wichtig für die Festsetzung des Medikamentenpreises.
Parallelimporte erhöhen den Wettbewerb und führen zu tieferen Preisen und inno- vativen Vertriebsformen.
Kleinere Medikamenteneinheiten werden auch Kurzzeitbehandlungen gerecht und reduzieren die Verschwendung von Medikamenten.
Forderung
Die Medikamentenpreise sind auf dem Niveau vergleichbarer europäischer Staaten festzusetzen. Die Vergleiche müssen sich stets auf den Publikumspreis beziehen.
Der Parallelimport von Medikamenten ist zuzulassen.
Die Pharmaindustrie ist zu verpflichten, therapiegerechte Verpackungsgrössen anzubieten.
33 4.3 Generika
Politik
Standpunkt
Der Einsatz von Generika ist weiter zu fördern. Der RVK ist der Meinung, dass der Preis eines Originalmedikaments nach Ablauf der Lizenz zu überprüfen und dem Preis des günstigeren Generikums anzupassen ist.
Erläuterung
Neue Medikamente ohne neuen Wirkstoff dürfen nicht zu den Konditionen von echten Innovationen zugelassen werden. Solche Scheininnovationen umgehen die Preisreduk- tion bei Altmedikamenten.
Durch die externe Überprüfung, zum Beispiel durch die Schweizerische Gesellschaft der Vertrauensärzte, wird eine unabhängige Beurteilung erreicht.
Forderung
Der Preis des Originalpräparates ist demjenigen des Generikums anzugleichen. Ist ein Originalpräparat wesentlich teurer als sein Generikum, so ist das Originalpräparat aus der SL zu streichen.
Das BAG muss die Spezialitäten-Liste (SL) in kurzen Abständen überarbeiten.
Aufsicht
Angebote
Leistungserbringer
RVK – wer wir sind, was wir wollen Der RVK ist der Verband der kleinen und mittleren Krankenversicherer. Für seine Mitglieder erbringt er Rückversicherungen sowie marktgerechte und innovative Dienstleistungen. Er ist eine eigenständige, neutrale Nonprofit-Organisation und wird nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen geführt. Als Verband und Kompetenzzentrum unterstützt der RVK die kleinen und mittleren Krankenversicherer bei der Bewältigung ihrer Aufgaben. Er leistet damit einen wichtigen Beitrag zur längerfristigen Existenzsicherung und kontinuierlichen Weiterentwicklung seiner Mitglieder. Der RVK ist der Meinung, dass die kleinen und mittleren Krankenversicherer im Markt eine echte und attraktive Alternative zu den grossen Versicherern darstellen – heute und morgen.
www.rvk.ch
RVK – Verband der kleinen und mittleren Krankenversicherer RVK Haldenstrasse 25 6006 Luzern Telefon 041 417 05 00 Telefax 041 417 05 01 info@rvk.ch www.rvk.ch
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