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Programmheft Schauburg Karlsruhe - November 2018

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PROGRAMMHEFT NOVEMBER 2018


MATT DILLON

BRUNO GANZ „DER UNERREICHTE MEISTER DES EUROPÄISCHEN AUTORENFILMS.“

★★★★★ „EIN VERSTÖRENDES KUNSTWERK.“ TELE 5

UMA THURMAN

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

SIOBHAN FALLON HOGAN

SOFIE GRÅBØL

RILEY KEOUGH

JEREMY DAVIES

AB 29. NOVEMBER IM KINO WWW.THEHOUSETHATJACKBUILT-FILM.DE

/ THEHOUSETHATJACKBUILTBYLARSVONTRIER


INHALT NEU IM NOVEMBER AB 1. NOVEMBER TOUCH ME NOT MANDY AN DEN RÄNDERN DER WELT DER TRAFIKANT DER KLANG DER STIMME AB 8. NOVEMBER #FEMALE PLEASURE AUFBRUCH ZUM MOND LETO IN MY ROOM WHATEVER HAPPENS NEXT AB 15. NOVEMBER WAS UNS NICHT UMBRINGT Liebe Gäste und Freunde der Schauburg, LORO – DIE VERFÜHRTEN JULIET, NAKED in eigener Sache … gleich dreifacher Preissegen fiel Ende Oktober AB 22. NOVEMBER MEIN BRUDER HEISST ROBERT UND IST EIN IDIOT über uns her. In Münster wurden wir von der Staatsministerin für CHARLES DICKENS – DER MANN, DER WEIHNACHTEN ERFAND Kultur und Medien, Frau Prof. Monika Grütters, für ein „hervorra DER DOLMETSCHER gendes Jahresfilmprogramm 2017“ und ein „besonders gutes Dokumentarfilmprogramm 2017“ ausgezeichnet und in Rottenburg COLD WAR – DER BREITENGRAD DER LIEBE zeichnete uns die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg AB 29. NOVEMBER NOVEMBER THE HOUSE THAT JACK BUILT (MFG) für ein „sehr gutes Jahresfilmprogramm 2017“ aus. ALEXANDER MCQUEEN – DER FILM Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung unserer Arbeit, danken PIRIPKURA – DIE SUCHE NACH DEN LETZTEN IHRES VOLKES allen Mitarbeitern, Freunden und Gästen der Schauburg für ihren

BEVOR DER VORHANG AUFGEHT

Einsatz, ihre ständige Unterstützung und nicht zuletzt für den zahlreichen Besuch unserer Vorstellungen. „Und darum wird beim ‚Happy End im Film jewöhnlich abjeblendt.“ — Kurt Tucholsky

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SONDERPROGRAMM SPECIALS IN DER SCHAUBURG KINDERKINO SENIORENKINO

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Mit cineastischen Grüßen

PROGRAMMVORSCHAU

DEZEMBER 2018

26

IMPRESSUM AUSGABE #114

Schauburg Kino Herbert Born, Marienstr. 16, 76137 Karlsruhe Tel: 0721 35 000 11 Fax: 0721 38 00 47 redaktion@schauburg.de schauburg.de REDAKTION Herbert Born, Wolfram Hannemann (www.wolframhannemann.de) GESTALTUNG Dušan Tomić HERAUSGEBER

Alle Starttermine sind unverbindlich. Programmänderungen sind nicht beabsichtigt, aber manchmal unvermeidbar. Das kostenlose Filmmagazin des Schauburg Filmtheaters, erscheint monatlich.


NEU IM NOVEMBER 04

TOUCH ME NOT Rumänien, Deutschland, Tschechien, Bulgarien, Frankreich 2017

Adina Pintilie ist es in ihrem mit dem Goldenen Bären ausgezeichneten Film gelungen, das universelle Thema Sexualität auf ungewöhnliche, provokante und spannende Weise anzugehen. Wollte man „Touch Me Not“ auf eine narrative Handlung reduzieren, würde sich das ungefähr so lesen: Eine Regisseurin (Pintilie selbst), will einen Film über Formen der Sexualität drehen, über Nähe und Intimität. Zu diesem Zweck führt sie Gespräche mit unterschiedlichsten Menschen. Laura (Laura Benson) etwa, versucht mittels diverser Methoden, ihre Unfähigkeit zu physischer Lust zu überwinden. Sie trifft verschiedene Therapeuten und Sexarbeiter und entdeckt dabei verborgene Lüste. Auch Tómas (Tómas Lemarquis) sucht nach einer Trennung neue Formen der Nähe und trifft bei einem Workshop auf Christian (Christian Bayerlein), der seit seiner Geburt schwer behindert und teils deformiert ist, jedoch einen besonderes gelassenen Umgang mit sich, seinem Körper und seiner Sexualität hat … Fließend sind dabei die Grenzen zwischen Fiktion und Dokumentation: Während etwa die Szenen mit Bayerlein – der lange Zeit als Inklusionsbeauftragter im Koblenzer Stadtrat arbeitete und seinen Posten verlor, weil er sich auf seiner privaten Website sehr explizit mit seinem Körper und seiner Sexualität auseinandersetzte – weitestgehend dokumentarisch sind, sind viele der Szenen mit dem vor allem aus „Noi Albinoi“ bekannten Schauspieler Tómas Lemarquis deutlicher inszeniert. Enorm viel Vertrauen müssen sämtliche Teilnehmer dieses Filmprojekts zueinander und besonders zur Regisseurin entwickelt haben, die den Film über Jahre drehte, ihn in Workshops zusammen mit den Akteuren entwickelte, sie mit ihrer Sexualität und ihren Begierden konfrontierte und die Ergebnisse zu einem mehr als ungewöhnlichen Film formte, der sich gewöhnlichen Konventionen entzieht. Schönheit liegt im Auge des Betrachters heißt es in einem dieser gern zitierten Sprüche, die meist nur so dahingesagt werden. „Touch Me Not“ nimmt ihn ernst und zwingt den Zuschauer, der sich auf dieses filmische Experiment einlässt, die eigenen Vorstellung von Schönheit und Scham zu hinterfragen.

AB 1. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG REGIE, BUCH & SCHNITT Adina Pintilie DARSTELLER Laura Benson, Tómas Lemarquis, Christian Bayerlein, Grit Uhlemann, Adina Pintilie, Hanna Hofmann, Seani Love, Irmena Chichikova, Rainer Steffen, Georgi Naldzhiev, Dirk Lange, Annett Sawallisc LAUFZEIT 125 Minuten FSK 16 VERLEIH Alamode


JOANNA KULIG

TOMASZ KOT

»Ein schon jetzt ruhmreicher und visuell überwältigender Film.« THE GUARDIAN

»Ein formvollendetes Kunstwerk.« SPIEGEL ONLINE

Von Oscar ®-Gewinner

PAWEŁ PAWLIKOWSKI

AB 22. NOVEMBER IM KINO OPUS FILM POLISH FILM INSTITUTE MK2 FILMS FILM4 und BFI präsentieren in Zusammenarbeit mit PROTAGONIST PICTURES einen Film von PAWEŁ PAWLIKOWSKI JOANNA KULIG TOMASZ KOT BORYS SZYC AGATA KULESZA mit besonderer Mitwirkung von CEDRIC KAHN JEANNE BALIBAR Drehbuch PAWEŁ PAWLIKOWSKI JANUSZ GŁOWACKI In Zusammenarbeit mit PIOTR BORKOWSKI Kamera ŁUKASZ ŻAL PSC Produktionsdesign KATARZYNA SOBAŃSKA MARCEL SŁAWIŃSKI Kostüme ALEKSANDRA STASZKO Schnitt JAROSŁAW KAMIŃSKI PSM Ton MACIEJ PAWŁOWSKI MIROSŁAW MAKOWSKI Casting MAGDALENA SZWARCBART Maske WALDEMAR POKROMSKI Line Producer MAGDALENA MALISZ KoproduzentInnen PIOTR DZIĘCIOŁ MAŁGORZATA BELA Ausführende ProduzentInnen NATHANAËL KARMITZ LIZZIE FRANCKE ROHIT KHATTAR JOHN WOODWARD JEREMY GAWADE DANIEL BATTSEK Produzentinnen TANYA SEGHATCHIAN EWA PUSZCZYŃSKA Geschichte Regie Bildgestaltung PAWEŁ PAWLIKOWSKI Eine Produktion von OPUS FILM APOCALYPSO PICTURES und MK PRODUCTIONS mit Unterstützung von EURIMAGES in Koproduktion mit ARTE FRANCE CINEMA CANAL PLUS POLAND KINO SWIAT THE LODZ FILM FUND EC1 LODZ THE MASOWIA AND WARSAW FILM FUND THE SILESIAN FILM FUND THE PODKARPACKIE FILM FUND in Zusammenarbeit mit ARTE FRANCE AIDE AUX CINÉMAS DU MONDE CENTRE NATIONAL DU CINÉMA ET DE L’IMAGE ANIMÉE INSTITUT FRANÇAIS und CINESTAAN FILM COMPANY


NEU IM NOVEMBER 06

AN DEN RÄNDERN DER WELT Deutschland 2018 — Dokumentation

Ein aufrüttelndes und spannendes Kinoerlebnis: Der Dokumentarfilmer Thomas Tielsch begleitet den Fotografen Markus Mauthe auf seinen Reisen zu indigenen Völkern in Afrika.

MANDY USA 2018

Nachdem seine Frau auf bestialische Weise getötet wurde, begibt sich ein friedliebender Holzfäller auf eine Rachetour. Nicolas Cage in der Rolle seines Lebens. Nichts für zart Besaitete! Shadow Mountains, 1983: Der friedliebende Einzelgänger Red Miller kocht vor Wut und Trauer. Hilflos musste er mitansehen, wie seine große Liebe Mandy verbrannt wurde. Jeremiah Sand, der charismatische Führer der religiösen Sekte „Children of the New Dawn", hatte sie sich geschnappt und eiskalt in Flammen gesteckt – nur weil Mandy ihm nicht gefügig war. Red hat nun nichts mehr zu verlieren. Mit einer eigenhändig geschmiedeten Kriegsaxt in der Hand und einer Teufelsdroge in den Adern, die ihm übermenschliche Kräfte verleiht, macht er sich auf den Weg in einen blutigen Albtraum. Von wahnsinnigem Rachedurst getrieben, wird Red nicht eher ruhen, bis er Jeremiah und seine Jünger zur Strecke gebracht hat. Bei den Filmfestspielen von Cannes und Sundance waren sich Kritiker und Publikum einig: Mit seiner atemlosen Performance als grimmiger „Grindhouse"-Rächer gelingt Nicolas Cage ein phänomenales Comeback. „Mandy" ist ein ultraharter, durchgestylter Höllentrip mit Heavy-Metal-Symbolik, dämonischen Motorradmutanten und surrenden Kettensägen, der das Zeug zum absoluten Kultfilm hat.

Markus Mauthe wurde vor allem als abenteuerlustiger Naturfotograf durch seine Vorträge bekannt. Dies ist der erste Kino-Dokumentarfilm, an dem er mitgewirkt hat, und eines der ersten Projekte, in dem er Menschen porträtiert. Vor allem wird Markus Mauthe dabei von dem Ziel geleitet, auf würdevolle Art Menschen darzustellen, die unter extremen Bedingungen leben. Dafür scheut der leidenschaftliche Umweltschützer und Greenpeace-Aktivist weder körperliche Risiken noch Gefahren jeder Art. Die Schönheit der Natur hält er dabei ebenso fest wie ihre Zerstörung durch Industrialisierung und Globalisierung. Seit einigen Jahren bewegt ihn mehr und mehr die Frage, wie der Mensch in und mit der Natur leben könnte, ohne sie auszubeuten und damit zu vernichten. Dafür reist er zu indigenen Völkern, die in so unwirtlichen oder unzugänglichen Regionen leben, dass sie vielleicht als einzige Menschen auf der Welt die Möglichkeit haben, noch nach ihren Traditionen zu leben. Der profilierte Hamburger Filmemacher und Produzent Thomas Tielsch begleitet Markus Mauthe. Gemeinsam mit einem kleinen Team reisen sie in entlegene Berg- und Wüstenregionen nach Äthiopien und in den Südsudan, zu Seenomaden vor der malaysischen Küste und zu den indigenen Bewohnern des Mato Grosso mitten im Amazonas-Dschungel. Die Landschaftsbilder, die dort entstehen, sind oft von so berückender, fremdartiger Schönheit, dass sie gar nicht real erschienen, wäre da nicht der Fotograf, der überall herumkrabbelt und -klettert, um das beste Licht und den richtigen Blickwinkel zu finden. Mauthe macht sich durch seine Fotos zum Anwalt für die indigenen Gemeinschaften, die er besucht. Er versucht, in Bildern festzuhalten, was vielleicht bald verschwunden sein wird und zu großen Teilen bereits zerstört ist: eine unfassbare Vielfalt an Kulturen und Lebensweisen, Menschen, die im Einklang mit der Natur leben und vielleicht mit Unterstützung der Völkergemeinschaft vor dem Untergang bewahrt werden können. Dieses Ziel gibt er an das Publikum weiter. In atemstockend schönen Bildern, die unvergesslich bleiben.

AB 1. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG

AB 1. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE Panos Cosmatos​ DARSTELLER Nicolas Cage, Andrea Riseborough, Linus Roache​LAUFZEIT 121 Minuten FSK 18 VERLEIH Koch Films (Drop-Out Cinema)

REGIE & BUCH Thomas Tielsch LAUFZEIT 90 Minuten FSK ohne Altersbeschränkung VERLEIH Filmtank

Audience


NEU IM NOVEMBER 08

DER TRAFIKANT Österreich, Deutschland 2018

Ein 17-jähriger Bub kommt 1937 als Lehrling nach Wien und lernt Sigmund Freud kennen. Detailfreudig ausgestattete, mit genauem Gespür für die Zeit inszenierte Literaturverfilmung, die vom Coming-of-Age erzählt. Österreich 1937. Der 17-jährige Franz Huchel (Simon Morzé) verlässt auf strenges Geheiß seiner Mutter Margarete (Regina Fritsch) sein Heimatdorf und fährt ins aufregende, brodelnde Wien. Hier führt ein ehemaliger Liebhaber der Mutter, Otto Trsnjek (Johannes Krisch), eine Tabak-Trafik, Franz geht bei ihm in die Lehre. Der Bub lernt schnell, nicht nur das Praktische (Namen und Vorlieben der Kunden merken), sondern auch das Lebenskluge, zum Beispiel die Zeitung zu lesen, um informiert zu sein. Zu den besten Kunden gehört der 82-jährige Sigmund Freud (Bruno Ganz), der – so sagt man –„Köpfe repariert, innen drin“. Franz ist neugierig und sucht Rat. Er ist nämlich unglücklich verliebt, in die schöne, viel zu erfahrene und flatterhafte Böhmin Anezka (Emma Drogunova). Doch Freud ist in Liebesdingen keine große Hilfe. Überhaupt gibt es Wichtigeres: Hitlers Truppen sind einmarschiert, Regisseur und Co-Drehbuchautor Nikolaus Leytner hat ein genaues Gespür für die Zeit und die Menschen, die in ihr leben. Er bringt sie dem Zuschauer anschaulich näher, mit ihren Sorgen und Nöten, mit ihren Sehnsüchten und Wünschen, vor allem aber mit den politischen Erschütterungen, die die Nazis verursachen. Doch die politische Realität schleicht sich nur langsam und behutsam in die Geschichte ein. Es geht vor allem um das Erwachsenwerden eines Buben, der die Liebe und die Großstadt kennen lernt und von gleich zwei Ersatzvätern lernt. Und nun kommt noch eine dritte Erzählebene hinzu: Franz ist ein Träumer, der sich in mutigen Tagträumen den besseren Ausgang einer Situation vorstellt oder in finsteren Nachtträumen in eine andere, poetischere Welt flüchtet. Immer wieder blitzen diese Phantasien auf, in entfremdeten, surrealen und sehr ausdrucksstarken Bildern. Simon Morzé und Bruno Ganz spielen ihre Rollen ebenso einfühlsam wie glaubwürdig: neugierig und lebenslustig der eine, klug und schelmisch der andere. Es macht Spaß, ihnen zuzuschauen.

AB 1. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE Nikolaus Leytner DARSTELLER Simon Morzé, Bruno Ganz, Johannes Krisch, Emma Drogunova, Regina Fritsch, Karoline Eichhorn LAUFZEIT: 113 Minuten FSK 12 VERLEIH Tobis


NEU IM NOVEMBER 09

#FEMALE PLEASURE Schweiz, Deutschland 2018

DER KLANG DER STIMME Schweiz 2017 — Dokumentarfilm

Eine faszinierende, stimmig inszenierte Annäherung an unser ältestes Instrument: unsere Stimme. „Der Klang der Stimme“ erzählt von vier Menschen, die mit Leidenschaft die Grenzen der menschlichen Stimme neu ausloten. Andreas Schaerer experimentiert mit seiner Stimme, um Klänge zu finden, die ihn bei Live-Auftritten verwandeln. Die Sopranistin Regula Mühlemann sucht den perfekten 360-Grad-Rundum-Klang, der frei im ganzen Raum schwebt. Matthias Echternach forscht mit ausgeklügelten wissenschaftlichen Methoden nach dem Geheimnis der Stimme. Und Miriam Helle begleitet mit unkonventionellen Klängen Menschen auf dem Weg zu sich selbst. Eine filmische Annäherung an die transzendente Wirkung der menschlichen Stimme. Regisseur Bernard Weber über die Idee zu seinem Film: „In meinem letzten Film „Die Wiesenberger“ gibt es die Aussage eines Jodlers, die lautet: „Wenn mir alles zu viel wird, dann gehe ich auf den Berg und singe mir den Schmerz von der Seele.“ Das fand ich immer eine überraschende Aussage, da sie ja bedeutet, dass der Klang seiner eigenen Stimme ihn verändert. Der Jodler beschreibt letztlich eine transzendente Erfahrung. So habe ich beschlossen, mit diesem Film auf die Suche nach der transzendenten Wirkung der Stimme zu gehen. Es waren Fragen wie: Was geschieht genau mit uns, wenn wir singen? Wieso kann die Stimme derartige Glücksgefühle erzeugen? Was erlebt ein Sänger bei einer sogenannten magischen Performance? die mich während der Entstehung des Films begleitet haben. Ich begann Protagonisten zu suchen die alle mit diesen „Good Vibrations“ der Stimme arbeiten. Entscheidend bei der Auswahl der vier Protagonisten war, dass sie alle auf ihre eigene Art und Weise der Magie der Stimme auf der Spur sind.“

Fünf Heldinnen wollen sich ihr Recht auf Selbstbestimmung nicht kampflos nehmen lassen. Eine der ganz wichtigen Dokumentationen in diesem Kinojahr, die auf großes Zuschauerinteresse stoßen dürfte. „Mein Großvater sah mich nur als Gebärmaschine“, klagt die Jüdin aus New York. „Ich begann mich dafür zu hassen, ein Mädchen zu sein“, sagt die Inderin. „Man verlernt wirklich, selber zu denken“, weiß die deutsche Klosterschülerin. „In Japan sollen Frauen nicht auffallen. Immer lächeln und sich nie beschweren“, berichtet eine vierte Protagonistin und eine Afrikanerin berichtet von 200 Millionen Verstümmelungen durch Beschneidungen weltweit. Es sind Horrorgeschichten des alltäglichen Lebens, die in dieser Dokumentation der Schweizerin Barbara Miller („Forbidden Voices“) von fünf Frauen erzählt werden. Deborah Feldman, die in einer ultraorthodoxen jüdischen Familie in New York aufwächst, muss als Teenager einen Mann heiraten, den sie gar nicht kennt. „Das Konzept von Liebe gibt es in Indien nicht“, berichtet Vithika Yadav. Und: „Die Sexualität der Frauen wurde immer im Namen der Religion kontrolliert.“ Die in einer strenggläubigen muslimischen Familie aufgewachsene Leyla Hussein wurde als Mädchen genital verstümmelt und kämpft seit der Geburt ihrer Tochter gegen diese Form Gewalt. Die Deutsche Doris Wagner berichtet, wie sie als strenggläubiges Mädchen in ein Kloster eintrat und von Priestern missbraucht wurde. Fünf Frauen aus ganz unterschiedlichen Kulturen und Religionen  und doch ähneln sich die Mechanismen der Unterdrückung. Eine Doku, die zum Großteil aus Talking Heads besteht, braucht nicht nur interessante Köpfe, sondern auch solche, die gut und packend ihre Geschichten erzählen können. Diese Qualitäten bietet dieses Quintett, das seiner Regisseurin Miller sichtlich vertraut. Mit der quirligen Manga-Künstlerin bieten sich bisweilen sogar unterhaltsame Momente in dieser beklemmenden Bestandsaufnahme. Zugleich ist eine Ästhetik des Widerstands spürbar, wenn diese Frauen mit Mut und Lebensfreude sich diese verkrusteten Strukturen nicht mehr gefallen lassen wollen.

AB 1. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG

AB 8. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE Bernard Weber​LAUFZEIT 82 Minuten FSK ohne Altersbeschränkung VERLEIH mindjazz

REGIE Barbara Miller DARSTELLER Deborah Feldman, Leyla Hussein, Rokudenashiko, Doris Wagner, Vithika Yadav LAUFZEIT 97 Minuten FSK 12 VERLEIH X-Verleih


NEU IM NOVEMBER 10

AUFBRUCH ZUM MOND »FIRST MAN« — USA 2018

Regie-Wunderkind Damien Chazelle („Whiplash“, „La La Land“) bringt uns mit seinem Biopic Neil Armstrong von einer Seite näher, wie wir sie noch nie gesehen haben - unter anderem in atemberaubenden Bildern. Neil Armstrong (Ryan Gosling) ist ein ehemaliger Navy-Pilot, der sich seit dem tragischen Tod seiner zweijährigen Tochter wie wild in die Arbeit stürzt. Er hat klar ein Ziel vor Augen: Als erster Mensch in der Geschichte will er einen Fuß auf den Mond setzen. Doch um es zu erreichen, muss er einen langen, steinigen Weg bestreiten, auf dem viele seiner Kollegen das Zeitliche segnen. Das bekommt auch seine Frau Janet (Claire Foy) mit, die sich mit anderen AstronautenGattinnen austauscht und dabei feststellt, wie sie nach und nach den Zugang zu ihrem Mann zu verlieren droht. Als sie ihn eines Tages mit ihrer Angst konfrontiert, Neil eines Tages nicht mehr in ihre Arme schließen zu können, steht der junge Mann vor einem innerlichen Zwiespalt. Familie oder Karriere? … Seit Beginn seiner Karriere gilt Regisseur und Drehbuchautor Damien Chazelle („La La Land“) als das neue Wunderkind Hollywoods. Setzt er seinen Triumph mit seinem neuesten Projekt, der Verfilmung der Neil-Armstrong-Biographie „First Man“ fort, oder zerschlagen sich alle Hoffnungen der Kritiker, schon vor Jahren eine neue Filmlegende entdeckt zu haben? Obwohl sein Film bei der Weltpremiere in Venedig einen kleinen Prestige-Dämpfer erhielt – man hatte es doch tatsächlich gewagt, den weltberühmten Moment, als die Astronauten Armstrong und Aldrin die US-Flagge in die Mondoberfläche rammen, nicht zu bebildern. Kein Wunder: „Aufbruch zum Mond“ ist kein patriotischer Heldenfilm, sondern ein intimes Charakterporträt. Und als solches ist Chazelles neueste Arbeit ein zu gleichen Teilen erzählerisches wie audiovisuelles Meisterwerk. Erzählerisch ist „Aufbruch zum Mond“ ganz Familiendrama, das sich außerdem nicht scheut, die Mission auf einer weiteren, ethischen Ebene zu hinterfragen. All diese Elemente bringen Würze in den trotz seiner 140 Minuten Laufzeit ungemein kurzweiligen Film, der obendrein mit einer spektakulären Optik aufwarten kann.

AB 8. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE Damien Chazelle DARSTELLER Ryan Gosling, Claire Foy, Jason Clarke, Christopher Abbott, Kyle Chandler, Corey Stoll LAUFZEIT 138 Minuten FSK 12 VERLEIH Universal Pictures


NEU IM NOVEMBER 11

IN MY ROOM

LETO

Deutschland 2018

Russland 2018

In der Musikszene Leningrads in den 80er Jahren steigt Viktor Tsoi zum Star auf. Melancholisches, mitreißendes Künstlerporträt, das vor allem durch seine Bilder und Emotionen besticht. „Leto“ bedeutet Sommer und an einem lauen Sommerabend am Strand der baltischen See, begegnen sich auch die drei Hauptfiguren von Kiril Serebrennikovs Film, die bald ein musikalisches und emotionales Dreieck bilden werden, dass die Leningrader Musikszene der 80er Jahre prägte. Die Frau zwischen zwei Männern ist Natacha (Irina Starshenbaum), die mit dem älteren Mike (Roman Bilyk) zusammen ist, einem schon etablierten und auch schon etwas desillusioniertem Musiker. In dem einen Club Leningrads, in dem der Staat Rockmusik erlaubt, ist Mike der Mittelpunkt. Der dritte im Bunde ist Viktor Tsoi (Teo Yoo), der an diesem Sommertag noch ein Unbekannter ist, ein blasser Typ, der am Strand die Nähe der etablierten Musiker sucht. Mit seinem asiatischen Aussehen sticht Viktor ohnehin schon heraus, doch was ihn bald zum Star der Szene machen wird, ist seine Musik, seine Texte, die die Stimmung einer Generation einfangen. Niemand kann sein Talent übersehen, auch Mike nicht, der so sehr an Freiheit und Selbstbestimmung glaubt, dass er es auch akzeptiert, als Natacha eine Affäre mit Viktor beginnt. Aus dieser Ausgangssituation könnten viele Geschichten entstehen, doch Serebrennikov will keine von ihnen erzählen. Zwei Stunden taucht er in die Welt Leningrads der 80er Jahre ein, evoziert Stimmungen und Emotionen und deutet gerade dadurch an, dass er die Bedeutung dieser Ära nicht in Worte fasst, was sie auch heute noch bedeutet. Gerade für einen offenen Regime-Kritiker wie Serebrennikov, der gegen Ende der Dreharbeiten zu „Leto“ wegen angeblicher Unterschlagung von Geldern unter Hausarrest gestellt wurde, ist dieser Blick in die Vergangenheit ein Spiegel der Gegenwart. „Leto“ ist also weniger narrativer Film, als Zustandsbeschreibung, weniger Geschichte, als Emotion, der sich manchmal vielleicht ein wenig in seiner Welt verliert, aber trotz seiner zwei Stunden Länge ein mitreißendes, emotionales Porträt einer Szene ist, die zwar auf diese spezielle Weise nur im Leningrad der 80er Jahre existierte, in ihrer Universalität aber weit über sie hinausweist.

AB 8. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG

Vollkommen unvermittelt sieht sich ein Mann plötzlich ganz allein auf der Welt. Film, der im Ansatz dystopische Genre-Muster benutzt, damit jedoch eine klassische Generationengeschichte erzählt. Armin (Hans Löw) ist Mitte 30, lebt in Berlin, ist Freiberufler, ungebunden und in jeder Hinsicht auf der Suche. Der Umgang mit anderen fällt ihm schwer. Nur zu seiner Großmutter hat Armin eine engere Bindung. Um ihr Sterben zu begleiten, kehrt er nach Hause zurück, in seine alte Heimat. Am Tag nach dem Tod der Großmutter wacht Armin auf und ist allein auf der Welt. Die Menschen scheinen sich in Luft aufgelöst zu haben. Ziellos streift Armin ein wenig durch die Gegend, doch dann wird er sesshaft, in einem Ferienhaus der Familie, das er mit Generator betreibt und zu seinem Quartier ausbaut. Wieder ist er allein, konzentriert sich ganz auf das Überleben, doch dann läuft ihm eines Tages eine Art Eva in Gestalt von Kirsi (Elena Radonicich) über den Weg. Für einige Zeit bildet das Paar eine Gemeinschaft, scheint sich eine für Armin bislang ungewohnte Sesshaftigkeit anzubahnen, doch dieser Zustand ist nicht von Dauer. Dass Ulrich Koehler, Regisseur von „Und Montag kommen die Fenster“, mit „In My Room“ keinen richtigen Genrefilm gedreht hat, überrascht wenig. Zwar bedient er sich mit dem plötzlichen Verschwinden eines Großteil der Menschheit eines typischen Musters des fantastischen Films, platziert einen, später zwei Menschen allein in den Ruinen der Zivilisation, doch wo sich ein Genrefilm bald für die Ursachen der Katastrophe interessieren würde, nach außen, auf das große Ganze blicken würde, richtet Koehler den Blick nach innen. Das Konstrukt einer Katastrophe, das plötzliche auf sich selbst gestellt sein nutzt Koehler nun also, um die Psyche seiner Hauptfigur Armin auszuloten. Schon als er noch unter Menschen lebte, hatte es sich dieser in seinem Alleinsein gut eingerichtet, dementsprechend leicht fällt es ihm nun, komplett allein zu sein. Bis, ja, bis ihm eine Frau über den Weg läuft, mit der die Möglichkeit einer Familie, einer Art von Sesshaftigkeit im Raum steht. Kein emotionaler, sondern ein intellektueller Film, weniger mit Herz, als mit Hirn gefilmt, dessen formale Strenge der Inszenierung beeindruckt.

AB 8. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE Kiril Serebrennikov BUCH Mikhail Idov, Lili Idova, Kiril Serebrennikov DARSTELLER Teo

Yoo, Irina Starshenbaum, Roma Zver, Anton Adasinsky, Liya Akhedzhakova, Yuliya Aug, Filip Avdeev LAUFZEIT 126 Minuten FSK 12 VERLEIH Weltkino

REGIE & BUCH Ulrich Koehler DARSTELLER Hans Löw,

Elena Radonicich, Michael Wittenborn, Ruth Bickelhaupt, Emma Bading, Katharina Linder LAUFZEIT 120 Minuten FSK 12 VERLEIH Pandora


NEU IM NOVEMBER 12

WHATEVER HAPPENS NEXT

WAS UNS NICHT UMBRINGT

Deutschland 2018

Deutschland 2018

Ein Mann steigt einfach aus seinem Leben aus, lässt sich treiben, hält kurz der Liebe wegen an und treibt weiter. Melancholische Aussteigergeschichte mit kleinen Auftritte bekannter deutscher Film- und Theatergrößen.

Die Aufs und Abs im Leben von Großstädtern als unendlich melancholisches Kaleidoskop aus Trauer, Wut, Hoffnung und Zuversicht, das von herausragenden Darstellern zum Leben erweckt wird.

Paul, Anfang 40, verlässt sein schmuckes Häuschen, steigt aufs Fahrrad und fährt zur Arbeit. Unterwegs hält er an, steigt vom Rad, stellt es an einem Weidezaun ab, pflanzt den Helm auf einen Zaunpfosten und läuft querfeldein. Nach ein paar Metern fliegt noch die Fahrradklammer in hohem Bogen nach hinten. Dieser verheißungsvolle Start begleitet den Vorspann und wird abgelöst von einem Insert „3 Monate später“. Es folgt eine von vielen Begegnungen Pauls mit seinen Mitmenschen. Hier ist es ein Friedhofsgärtner, der gerade ein paar Gießkannen gekauft hat und auf dem Beifahrersitz seines geparkten Wagens Paul vorfindet, der mitfahren möchte. Die nächste Station ist eine Trauerfeier, der sich Paul anschließt, indem er vorgibt, ein Familienangehöriger zu sein. Die Familie, die ihn von dort aus mitnimmt, wirft ihn aus dem Auto, weil er als Lügner entlarvt wird. Regisseur Julian Pörksen über seinen Film: „Am Anfang steht ein simpler Gedanke: Ich könnte gehen. Jetzt. Sofort. Ich könnte aus dem Auto, dem Zug, dem Bus, vom Fahrrad steigen und einfach verschwinden. Diesem Gedanken, den man normalerweise rasch verdrängt, gibt Paul Zeise eines Tages nach und bricht auf in eine ungewisse Zukunft. Er lässt alles zurück, sein bürgerliches Dasein, seine Beziehung, sein Haus, seinen Beruf, er tauscht Sicherheit, Geborgenheit, Bindung gegen ein Leben im Offenen. Damit verkörpert er einen radikalen Gegenentwurf zu den Normen unserer Gesellschaft. Er ist selbstbestimmt, indem er sich treiben lässt, er hat keinen Lebensentwurf, er wirft sich ins Leben, setzt sich aufs Spiel, spielt mit Versionen seiner selbst, setzt sich dem Zufall aus, den Menschen, die ihm über den Weg laufen. Verantwortung übernimmt er nur gegenüber dem Moment, dem Augenblick, der Gegenwart – und lebt damit nach der programmatischen (und titelgebenden) Äußerung von John Cage: „I welcome whatever happens next“.“

Max (August Zirner) ist zwar Psychotherapeut, von den vielen Problemen seiner Patienten ist er allerdings selbst heillos überfordert. Seine beiden Töchter stecken mitten in der Pubertät, sein Ex-Frau plant ein neues Leben mit einem deutlich jüngeren Mann und sein neuer Hund ist noch schwermütiger als die vielen Menschen, die ihm tagtäglich davon erzählen, was sie alles bedrückt. Eines Tages lernt er Sophie (Johanna ter Steege) kennen. Sie erzählt ihm von ihrer Spielsucht und er verliebt sich. Ganz langsam. Doch dass sich ein Therapeut in seine Patientin verliebt, ist so eigentlich nicht vorgesehen… Um ihn herum versinken derweil die Leben vieler anderer Menschen im Chaos, die alle über kurz oder lang wieder zu Max führen. Denn nur Max weiß: Was sie nicht umbringt, macht sie stärker … Bereits in Sandra Nettelbecks Erfolgsfilm „Bella Martha“ spielte er eine kleine Rolle, nun erhält der Therapeut Maximilian in „Was uns nicht umbringt“ seinen eigenen großen Auftritt. August Zirner („Wackersdorf“) hält ein Ensemble zusammen, das sich mit Christian Berkel („Elle“), Deborah Kaufmann („Dark“), Barbara Auer („Transit“), Bjarne Mädel („1000 Arten, den Regen zu beschreiben“) und vielen weiteren Namen sehen lassen kann. Sie alle spielen im Trubel des Alltags verlorene gegangene Seelen, die sich mit großen und sehr großen Problemen auseinander setzen müssen – vom gebrochenen Herzen über den Verlust des Ehemannes bis hin zur bevorstehenden Kündigung, die, so komisch das auch klingen mag, schon mal in eine ungewollte Schwangerschaft münden kann. Sandra Nettelbeck besitzt ein herausragendes Auge dafür, Alltagsthemen leinwandtauglich aufzuarbeiten und im Gegenzug das Besondere im Normalen zu finden. „Was uns nicht umbringt“ ist ein weiterer kleiner Geniestreich in ihrer bisherigen Vita.

AB 8. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG

AB 15. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE & BUCH Julian Pörksen DARSTELLER Sebastian

Rudolph, Lilith Stangenberg, Peter René Lüdicke, Christine Hoppe, Eike Weinreich, Hanns Zischler, Henning Peker, Eva Löbau, Niels Bormann, Monika Lennartz LAUFZEIT 98 Minuten FSK 6 VERLEIH StoryBay Cinema

REGIE Sandra Nettelbeck DARSTELLER August Zirner, Christian Berkel, Deborah Kaumann, Barbara Auer, Bjarne Mädel LAUFZEIT 120 Minuten FSK 6 VERLEIH Alamode


NEU IM NOVEMBER 14

LORO – DIE VERFÜHRTEN Italien 2018

Vor zehn Jahren nahm er sich Giulio Andreotti vor, nun ist Silvio Berlusconi dran: Paolo Sorrentinos Film über den italienischen Medienmogul und skandalumwitterten Ministerpräsidenten Silvio (Toni Servillo) ist nicht mehr Ministerpräsident. Doch im italienischen Politikgeschäft, in dem die Posten oft so schnell wechseln wie beim Bäumchen-Wechsel-Dich Spiel bedeutet das nicht viel. Und so plant Silvio schon die Meuterei gegen die aktuelle Regierung, versucht Abgeordnete auf seine Seite zu bringen und zu intrigieren und vergisst dabei nicht das, was ihm am meisten Vergnügen zu bereiten scheint: Mondäne, ausschweifende Partys in seiner Villa auf Sardinien, auf denen zahllose junge, leicht bekleidete Schönheiten um seine Gunst buhlen. Das Verlangen Silvios nach einem nie versiegenden Fluss junger Frauen ruft auch den schmierigen Zuhälter Sergio (Riccardo Scamarcio) auf den Plan, der in der italienischen Gesellschaft aufsteigen und Karriere machen möchte. Um Silvios Aufmerksamkeit zu erregen, mietet er auf Sardinien, in Sichtweise von Silvios Villa, ein Anwesen und lädt Dutzende junger, williger Frauen ein, die sich präsentieren sollen, um Sergio den Einstieg in Silvios Welt zu ermöglichen. Hieß Paolo Sorrentions Film über den zutiefst umstrittenen Giulio Andreotti noch „Il Divo – Der Göttliche“– natürlich ironisch gemeint – schmückt die vorgebliche Hauptfigur seines neuen Films noch nicht einmal den Titel. Mit „sie“ lässt sich „Loro“ übersetzen, womit die Menschen gemeint sind, die Silvio umschwirren, die ihn bewundern, die ihn trotz allem immer wieder zu ihrem Ministerpräsidenten gewählt haben, also weite Teile der italienischen Gesellschaft. Silvio (der im Film nie Berlusconi genannt wird) steht somit zwar im Mittelpunkt dieses Films, ist aber nur bedingt sein Zentrum. Gut 45 Minuten dauert es in dieser internationalen Fassung des Films, der in Italien als Zweiteiler ins Kino kam, dann auch, bis Silvio selbst auftaucht. Bis dahin war nur von ihm die Rede, schwebt er über den Ereignissen, bestimmte er das Tun seiner Mitbürger, auch ohne selbst in Erscheinung zu treten. Toni Servillo, der mit dickem Make-Up wie eine Karikatur Berlusconis wirkt, liefert erneut eine brillante Performanc ab.

AB 15. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG REGIE Paolo Sorrentino BUCH Umberto Contarello & Paolo Sorrentino DARSTELLER Toni

Servillo, Elena Sofia Ricci, Riccardo Scamarcio, Kasia Smutniak, Euridice Axen, Fabrizio Bentivoglio, Roberto De Francesco, Dario Cantarelli LAUFZEIT 145 Minuten FSK 12 VERLEIH DCM


NEU IM NOVEMBER 15

JULIET, NAKED USA 2018

Wunderbar romantische und humorvolle Tragikomödie über einen besessenen Popfan, dessen Freundin mit seinem Musikidol anbandelt. Gelungene Leinwandadaption des Romans von Nick Hornby. Die bodenständige Annie Platt (Rose Byrne) lebt seit Jahren unfreiwillig in einer Dreiecksbeziehung: Sie, ihr langjähriger Freund Duncan (Chris O’Dowd), und last but not least der mysteriöse Folk-Rocker Tucker Crowe (Ethan Hawke). Ihm huldigt Filmprofessor Duncan wie besessen. Und das obwohl nicht einmal feststeht, ob der Musiker, der vor 25 Jahren das melancholische Album „Juliet“ veröffentlichte, überhaupt existiert. Nach einem Auftritt während der Konzerttour zu diesem Album verschwand er auf einmal. Im Internet freilich kursieren die wildesten Gerüchte über ihn. Und Duncan wird nicht müde alles auf seiner Fanseite aufzugreifen. Als jedoch eines Tages ein an in adressiertes Demoband von Tucker Crowe in der Post auftaucht, spitzt sich die Situation zu. Duncan kann sein Glück kaum fassen. Aber Annie platzt endgültig der Kragen. „Juliet Naked ist ein verzweifelter Versuch eine tote Karriere weiter auszuschlachten“, postet sie auf seinem Forum. Der saftige Verriss bleibt nicht ohne Folgen. „Du hast ins Schwarze getroffen. Ich hätte es nicht besser sagen können“, antwortet ihr plötzlich Tucker Crowe höchstpersönlich aus den USA. Eine Internetfreundschaft beginnt, die schon bald Annies Leben durcheinander wirbelt. Rose Byrne spielt diese pflichtbewusste Tochter, die in der Provinz hängengeblieben ist, mit Hingabe. Die sympathische australische Schauspielerin glänzte bereits in Komödien wie „Brautalarm“ oder „Bad Neighbors“. Und wenn Ethan Hawke die Rockballade „Waterloo Sunset“ der Kinks anstimmt, versteht man warum der vielseitige Charakterdarsteller sich weigerte, der typisch romantische Held in üblichen Hollywood-Produktionen zu werden. Denn realitätsbezogene, psychologisch fundierte Rollengestaltung war dem Liebhaber des Autorenkinos immer wichtiger. Außerdem ging für den charismatischen 47jährigen als großer Nick-HornbyFan ein Wunsch in Erfüllung. Bereits in der Verfilmung „About a Boy“ wollte er unbedingt dabei sein. Und so ist es kein Wunder, dass er nun mutig den gescheiterten Rockstar, trotz aller Blessuren, lässig und liebenswert auf die Leinwand bringt.

AB 15. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG REGIE Jesse Peretz DARSTELLER Ethan Hawke, Rose Byrne, Chris O’Dowd, Lily Brazier, Ayoola Smart, Azhy Robertson, Denise Gough, Elaanor Matsuura, Thomas Gray, Phil Davies, Liliy Newmark, Nina Sosanya LAUFZEIT 105 Minuten FSK ohne Altersbeschränkung VERLEIH Prokino


NEU IM NOVEMBER 16

MEIN BRUDER HEISST ROBERT UND IST EIN IDIOT Deutschland, Frankreich, Schweiz 2018

Zwei Geschwister führen ihre theoretischen Überlegungen in blutige Praxis über. Mal inzestuöse, mal gewalttätige Geschwistergeschichte, die zu vielfältigen Interpretationen einlädt. Sommer in Deutschland. Auf einem Feld im Niemandsland, die Alpen im fernen Hintergrund, eine Tankstelle als einziges Zeichen der Zivilisation, sitzen die Geschwister Elena (Julia Stange) und Robert (Josef Mattes). Es ist Wochenende, es ist heiß, am Montag hat Elena ihr Abitur in Philosophie und versucht zu lernen. Um Heidegger und Augustinus geht es, um das Sein, die Zeit, die Erkenntnis, den Menschen als denkendes Wesen, der versucht, den Sinn seiner Existenz auf der Welt zu begreifen. Doch nicht nur philosophische Zitate werfen sich die Geschwister an den Kopf, sie reden im wahrsten Sinne des Wortes über Gott und die Welt. Sie sind der Natur ganz nah, aber auch dem Kampf ums Überleben: In einer atemberaubend schönen Aufnahme sieht man einen Grashüpfer, der auf einer Zigarettenschachtel im See treibt, die langsam schwerer wird und sinkt und das Insekt in den Abgrund zu reißen droht. So wie es später den Geschwistern zu widerfahren scheint, die in der Tankstelle eine Pistole finden und ihre theoretischen Überlegungen in blutige Praxis überführen. Man darf davon ausgehen, dass praktisch jeder Moment, jedes Detail des Films exakt Philip Grönings Vorstellungen entspricht, zumal er neben Buch, Produktion und Regie, auch noch die Kamera selbst machte und am Schnitt mitarbeitete. Wenn die Tankstelle also Avia heißt, darf man da gewiss an den Weg denken, bzw. das Gehen und den Namen als Hinweis auf den Scheideweg verstehen, an dem sich die Geschwister wiederfinden. Nach Elenas Abitur, dessen altertümlicher Name Reifeprüfung in diesem Kontext sicher noch besser passt, werden sich ihre Wege trennen, werden sie nicht mehr länger Jugendliche sein, sondern Erwachsene. Viele Fragen wirft Philip Gröning in seinem Film auf, Antworten gibt er kaum, die bleiben dem Zuschauer überlassen, der sich auf diesen ebenso spröden wie faszinierenden, so komplexen wie rätselhaften Film einlässt. Einfach macht es Gröning sich und seinem Publikum mit „Mein Bruder ist Robert und ist ein Idiot“ nicht, aber er öffnet in einem Maße Raum für Erkenntnis, wie man es im Kino nicht oft erlebt.

AB 22. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE Philip Gröning BUCH Philip Gröning, Sabine Timoteo DARSTELLER Julia Stange, Josef

Mattes, Urs Jucker, Stefan Konarske, Zita Aretz, Karolina Porcari LAUFZEIT 172 Minuten VERLEIH w-film


CHINA im Kino Traumfabrik #16

OmU – Originalfassung mit Untertitel; OmeU – Originalfassung mit engl. UT; dt – deutsche Synchronfassung; Änderungen sind nicht beabsichtigt, müssen wir uns jedoch ausdrücklich vorbehalten. Gestaltung: kummerdesign

Interkulturelle Annäherungen, zwischen Tradition und Globalisierung

immer sonntags 15 Uhr in der schauburg (falls nicht anders angegeben) Di 16.10.2018 Hero (Director’s Cut) Zhang Yimou. China 2002, dt. 18 Uhr

So 28.10.2018 So 4.11.2018 So 11.11.2018 So 18.11.2018 So 25.11.2018 So 2.12.2018 So 9.12.2018 Mi 12.12.2018 18 Uhr

So 16.12.2018 So 13.1.2019 Fr 18.1.2019 17:30-19 Uhr

Auftaktveranstaltung mit Mikroeinführung, Film, Kinogespräch und Buffet-Networking Anschl. Kinogespräch mit dem Sinologen Prof. Dr. Marc Matten (Univ. Erlangen-Nürnberg)

55 Tage in Peking Nicholas Ray. USA 1963, 35mm, Technicolor, dt. Dragon Inn King Hu. Taiwan 1967, OmU Bruce Lee – Todesgrüsse aus Shanghai Lo Wei. Hongkong 1972, 35mm, dt. The Killer John Woo. Hongkong 1989, 35mm, OmeU Lebewohl, meine Konkubine Chen Kaige. China 1993, dt. Eat Drink Man Woman Ang Lee. Taiwan 1994, dt. Der letzte Kaiser Bernardo Bertolucci. GB/Italien 1987, 70mm, dt. Ai Weiwei – Bildkünstler und Filmemacher Medien, Kunst, Politik und Transkulturalität – Filmexploratorium mit Film-/Videoclips im ZKM Medientheater, Lorenzstr. 19, EG. Eintritt FREI

2046 Wong Kar-wei. Hongkong 2004, 35mm, dt. Kill Bill Vol.2 Quentin Tarantino. USA 2004, 35mm, dt. Fremde Welten, interkulturelle Perspektiven: Filme aus und über China

Beginn AWWK-Filmseminar in der Schauburg, 6 Termine. Info/Anmeldung: www.awwk-karlsruhe.de

So 20.1.2019 So 27.1.2019 So 3.2.2019

A Touch of Sin Jia Zhangke. China/Japan 2013, OmU Feuerwerk am helllichten Tag Diao Yinan. China 2014, dt. Human Flow Ai Weiwei. Deutschland 2017, OmU

Marienstraße 16 76137 Karlsruhe T. 0721 3500018 www.schauburg.de

In Zusammenarbeit mit CuLTURE China - The KIT Network for Innovation in Cultural Learning and Training in a University and Research Environment. Alle Filme mit Mikroeinführung von Wolfgang Petroll (Filmdozent, ZAK); nach dem Film Kinogespräch. Filmreihe kuratiert von Wolfgang Petroll (ZAK), Herbert Born, Marcus Vetter (Schauburg). Eintritt: 9€ / Studierende/ermäßigt 7,50€ /Seminarteilnehmer 6€

Mit freundlicher Unterstützung der


NEU IM NOVEMBER 18

CHARLES DICKENS DER MANN, DER WEIHNACHTEN ERFAND Irland, Kanada 2017

Finanzielle Not drängt den Romanautor Charles Dickens dazu, sein berühmtestes Buch zu schreiben. Bildgewaltig inszeniertes und hervorragend besetztes Wohlfühlkino. Mit 31 Jahren hat Charles Dickens alles, was man sich wünschen kann: Ruhm als Schöpfer der Romane „Die Pickwickier“ und „Oliver Twist“, eine Frau und vier Kinder (das fünfte ist unterwegs), ein großes Haus in London... Das Einzige, was Dickens in den letzten anderthalb Jahren nicht mehr hatte, ist Erfolg: Seine letzten Bücher waren Flops und sein teurer Lebensstil hat seine Finanzen längst aufgezehrt – nicht zuletzt, weil ihm auch noch seine mittellosen Eltern auf der Tasche liegen. Ein Bucherfolg muss her; und zwar schnell. Dickens kommt eine Idee, auch der Titel ist schnell gefunden: „Ein Weihnachtslied“. Aber wie soll er es schaffen, das Buch in nur sechs Wochen zu schreiben, damit es rechtzeitig zu Weihnachten gedruckt werden kann? Hilfe bekommt Dickens ausgerechnet von demjenigen, den er sich als Bösewicht in seiner neuen Geschichte ausgedacht hat: dem Geizhals Scrooge … Scrooge, der Geizhals. Die drei Geister der Weihnacht. Tiny Tim, der kleine Sohn des Buchhalters Bob Cratchett. Jeder kennt die Figuren aus Dickens’ berühmter Erzählung „Ein Weihnachtslied“. Doch wer weiß schon, wie es zu dieser zeitlosen Geschichte, die seit über 150 Jahren immer neue Generationen von Lesern in ihren Bann zieht, überhaupt kam? „Charles Dickens – Der Mann, der Weihnachten erfand“ erzählt bildgewaltig und mit viel Humor, wie die (zweit-) berühmteste Weihnachtsgeschichte der Welt entstand – und auch, wie sie um ein Haar nicht entstanden wäre... Der Film versammelt ein eindrucksvolles Ensemble großer Charakterdarsteller, allen voran Dan Stevens („Downton Abbey“) in der Titelrolle, Christopher Plummer („Beginners“) als Scrooge und Jonathan Pryce („Fluch der Karibik“) als Dickens’ Vater. Der Film basiert auf dem Buch „The Man Who Invented Christmas“ von Les Standiford.

AB 22. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE Bharat Nalluri​ DARSTELLER Dan Stevens, Christopher Plummer, Jonathan Pryce​ LAUFZEIT104 Minuten FSK 6 VERLEIH KSM (24 Bilder)


NEU IM NOVEMBER 19

DER DOLMETSCHER Slowakei, Tschechien 2018

Der Sohn eines Naziverbrechers geht mit dem Sohn von Naziopfern auf Erkundungstour in die Slowakei. Senioren-Roadmovie, das bissigen Witz mit einer ordentlichen Portion Melancholie verbindet Martin Šulík kommt schnell zur Sache: Es gibt praktisch keine Exposition, da wird nicht lange vorgestellt und erklärt – Ali (Jiří Menzel) klingelt auf der Suche nach Georgs Vater an der Tür, und es geht los. Alles, was noch notwendig ist, um zu verstehen, wer die beiden sind und was sie antreibt, ergibt sich im Lauf der Handlung. Dass die zwei alten Männer bald miteinander durch die Gegend reisen und Ali Georgs Dolmetscher wird, wird dabei so zügig verhandelt, dass kaum Zeit bleibt, sich über Wahrscheinlichkeiten Gedanken zu machen. So auch hier: Der grantelnde, kränkliche Ali und der demonstrativ sportliche, lebensfrohe Weiberheld Georg stellen die größtmöglichen Extreme einer Männerfreundschaft dar. Während der eine die Tour als Urlaub versteht und sich nach Kräften amüsieren will, betrachtet der andere sie als Geschäftsreise. Diese Kombination kann eigentlich nicht funktionieren, und so gestaltet sich die Reise der beiden als dorniger Weg mit vielen Hindernissen – auch in Form von Fettnäpfchen, von denen besonders Georg keines auslässt … Die Geschichte hat viel von einer Romanverfilmung, da ist es beinahe überraschend, dass es sich um ein Originaldrehbuch handelt. Jiří Menzel und Peter Simonischek sind jeder für sich und gemeinsam einfach wunderbar. Der Oscar-Preisträger Jiří Menzel bietet mit seinem pfiffigen Witz Peter Simonischenk und seinem rustikalen Altmännercharme gekonnt Paroli. Zusammen sind sie ein Paar wie Nitro und Glyzerin – und nur nach außen zwei alte Zausel. Sie provozieren und befehden sich, bringen sich gegenseitig aus der Fassung, manchmal bis zur sprichwörtlichen Erschöpfung, doch zwischendurch schlagen sie auch ganz leise Töne an und halten zusammen, wenn es ernst wird. Martin Sulik lässt sie einfach spielen – die beiden erfahrenen Stars wissen, was sie tun. Ihre Dialoge sind bissig bis biestig, manchmal voll von sanfter Melancholie, so wie die herbstliche Landschaft der Slowakei, die sie bereisen und die offenbar ebenfalls viele Geheimnisse in sich trägt, die es zu entdecken lohnt.

COLD WAR – DER BREITENGRAD DER LIEBE Polen, Großbritannien, Frankreich 2018

Ein Komponist verliebt sich in seine Gesangsschülerin. Raffiniert erzählte, elliptische Lovestory der Nachkriegszeit, brillant inszeniert, perfekt gespielt. Der Stoff, aus dem Klassiker gemacht sind. An einem neuen Konservatorium, das der junge Musiker Wiktor (Tomasz Kot) mit seiner Kollegin und Geliebten Irena (Agata Kulesza) kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs gegründet hat, sollen Musiker ausgebildet werden. Bei einem Vorsingen stolpert Wiktor über die hübsche Bewerberin Zula (Joanna Kulig). Die verfügt nicht nur über ein grandioses Gesangstalent, sondern weiß zudem sehr genau, wie man sich perfekt in Szene setzt. Wiktor ist sofort hellauf begeistert von der selbstbewussten Sängerin. Seine langjährige Partnerin Irena reagiert auf die talentierte Studentin naturgemäß weitaus skeptischer. Sie wird weder die drohende, leidenschaftlichen Affäre verhindern können, noch dass daraus jene ganz große Liebe entsteht. Für das vorläufige Unhappy End sorgt die politische Lage. Wiktor will ein Gastspiel in Ostberlin zur Flucht in den Westen nutzen. Zula willigt ein, doch dann hat sie plötzlich andere Pläne... Paweł Pawlikowski versteht souverän, mit Wow-Effekten zu verblüffen, ohne je angeberisch oder anbiedernd zu wirken. Formal schwelgt er in wunderschönen Bildern in kristallklarem SchwarzWeiß – die im strengen 4:3 „Academy“-Filmbild eine ganz besondere Wirkung erzielen. Mit Spiegeln oder Schatten entwickelt der Regisseur visuelle Ideen voll verspielter Raffinesse, um deren unangestrengte Leichtigkeit ihn jeder koksnasige Parfüm-Werbefilmer beneiden dürfte. Der formalen Lässigkeit entspricht eine Dramaturgie, die ohne Schnickschnnack und Bling-Bling auskommt. Elegant setzt die Story auf den Mut zur Lücke: 15 Jahre Liebe in 89 Minuten Laufzeit müssen bewältigt werden. Dem Publikum wird, zugegeben, eine klitzekleine Portion Mitdenken abverlangt. Wofür es jedoch mit einer unwiderstehlichen Einladung zum Mitfühlen belohnt wird. Das erzählerische Konzept geht bestens auf. Mit plausibel entwickelten Figuren wie diesen ist der Zuschauer nicht nur dabei, sondern mittendrin.

AB 22. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG

AB 22. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE Martin Sulik BUCH Martin Sulik & Marek Lescak DARSTELLER Peter Simonischek, Jiri

REGIE Paweł Pawlikowski DARSTELLER Joanna Kulig, Tomasz Kot, Borys Szyc, Agata Kulesza, Cédric Kahn, Jeanne Balibar LAUFZEIT 89 Minuten VERLEIH Neue Visionen Filmverleih

Menzel, Zuzana Maurery, Eva Kramerova, Anna Rakovska, Attila Mokos LAUFZEIT 113 Minuten VERLEIH Film Kino Text


NEU IM NOVEMBER 20

THE HOUSE THAT JACK BUILT Dänemark, Frankreich, Deutschland 2018

Ein Serienkiller beichtet seine Taten. Lars von Trier provoziert mit grenzwertig brutalen Szenen in einem Film über die Kunst und ihre Rolle in der Gesellschaft, über Künstler und damit auch über sich selbst.

NOVEMBER Estland, Niederlande u.a. 2017

Fantasyfilm, der als estnischer Beitrag für den besten fremdsprachigen Film bei den 90. Academy Awards eingereicht wurded. Herbst in einem Dorf in Estland. Werwölfe, Geister und die Pest treiben ihr Unwesen, während die Bauern versuchen, den Winter zu überleben. Und dafür ist jedes Mittel recht! Es wird gestohlen, betrogen, die Menschen verkaufen ihre Seelen. In dieser sonderbaren Welt treffen sich zwei junge Menschen und erleben einen November voll seltsamer Ereignisse. Regisseur Rainer Sarnet hat dieses dunkle Erwachsenen-Märchen, frei nach Andrus Kivirähks Erfolgsroman „Rehepapp", in kontrastreichem Schwarzweiß inszeniert. Der Roman „Rehepapp ehk November“ (deutsche Ausgabe: „Der Scheunenvogt“) erschien im Jahr 2000 und erlangte mit seinem grotesken Humor und seiner starken Orientierung an baltischen Volksmärchen innerhalb kürzester Zeit vor allem im nordosteuropäischen Raum Kultstatus. Sarnet greift diese FolkloreElemente in seiner Verfilmung auf und findet starke Bilder für sie. So wartet der Teufel, der für den Preis einer Menschenseele Wünsche erfüllt und Kratts zum Leben erweckt, in Gestalt eines ergrauten wahnsinnigen Mannes mit künstlich verstellter Stimme mitten im Wald. Die Pest zeigt sich unterdessen zunächst als hellhäutige Schönheit, dann als Ziegenbock. Die Dorfbewohner ziehen sich unterdessen die Hosen über den Kopf, um sich gegen die Krankheit zu wappnen. So soll der Pest Glauben gemacht werden, die Menschen hätten zwei Arschlöcher … „Ein Kultfilm von morgen.“ — goEast

AB 29. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG

In den späten 70er Jahren lebt und mordet Jack (Matt Dillon) im Nordwesten der USA. Mit seinem Wagen fährt er durch die Gegend, nimmt manchmal eine Anhalterin (Uma Thurman) mit, der er den Schädel einschlägt, erschießt eine Affäre (Sofie Gråbøl) und deren zwei kleine Söhne und bewahrt deren – und all die anderen Leichen – in einem Warenhaus auf, wo er sie zur Erfüllung einer perfiden architektonischen Vision benutzt. Denn Jack hat einst davon geträumt, Architekt zu werden, doch dazu hat er es nicht geschafft, ein Scheitern, dass ihn anzutreiben scheint, dass seine Gedanken füllt, seinen Hass. Von all dem erzählt er einem Mann, der lange Zeit nur als Stimme existiert, die Stimme von Bruno Ganz, dem Jack seine Geschichte erzählt (oder beichtet), ein Mann, der sich als Führer durch die Unterwelt herausstellt, als Jacks Vergil. Spätestens wenn dieser Name fällt dürfte klar sein, was Lars von Trier in seinem neuen Film erzählt: Sein Jack ist Dante, der von Vergil in die Unterwelt geführt wird, wo er mit den Folgen seiner Taten konfrontiert wird. Der kleine, feine Unterschied ist nur, dass es bei von Trier im Gegensatz zu Dantes „Göttlicher Komödie“ keinen Ausweg aus der Unterwelt gibt, kein Paradies, in dem die holde Beatrice wartet, keine Erlösung. Selten jedoch war die Hölle im Kino so atemberaubend schön, wie in den letzten Minuten von „The House that Jack built“. Hier zeigt von Trier einmal mehr seine ganze Klasse, aber auch seine Lust an der Provokation, an radikalen Ideen, die mal provozieren, mal ins zynische, plakative abzudriften drohen. Inwieweit sich von Trier selbst in seine Filme einbringt, ist eine von außen kaum zu beantwortende Frage, angesichts der vielfältigen Bezüge zu seiner Person, den Ideen, die seine Filme durchziehen, den Vorwürfen, die gegen ihn vorgebracht werden, mutet „The House that Jack built“ jedoch immer wieder an wie Kino als autobiographische Psychotherapie. Wie dem auch sei: Radikaleres, ungewöhnlicheres, eigeneres wird man dieses Jahr im Kino in jedem Fall kaum zu sehen bekommen.

AB 29. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE & BUCH Lars von Trier DARSTELLER Matt Dillon, REGIE Rainer Sarnet​DARSTELLER Rea Lest, Jörgen Liik, Arvo Kukumägi​LAUFZEIT 115 Minuten VERLEIH Drop-Out Cinema

Bruno Ganz, Uma Thurman, Siobhan Fallon Hogan, Sofie Gråbøl, Riley Keough, Jeremy Davies LAUFZEIT 155 Minuten VERLEIH Concorde


NEU IM OKTOBER 21

PIRIPKURA DIE SUCHE NACH DEN LETZTEN IHRES VOLKES ALEXANDER MCQUEEN – DER FILM

Brasilien 2017 — Dokumentarfilm

Dokumentation über den Modeschöpfer Alexander McQueen.

Vollkommen unvermittelt sieht sich ein Mann plötzlich ganz allein auf der Welt. Film, der im Ansatz dystopische Genre-Muster benutzt, damit jedoch eine klassische Generationengeschichte erzählt.

„My shows are about Sex, Drugs and Rock‘n’Roll": Lee Alexander McQueen brachte den Punk zurück in die Modewelt. Ein exzentrischer Designer, der 1993 sein eigenes Label „Alexander McQueen“ gründete und mit seinen opulenten Modeschauen immer für Skandale sorgte. Doch das 2010 verfrüht verstorbene Ausnahmetalent war weit mehr als ein Enfant terrible, das die Öffentlichkeit mit seinen kreativen Ideen provozierte und schockierte. Dem außergewöhnlichen Designer und Menschen gelang es, sein Publikum weit über die Grenzen der Modewelt hinaus mit seiner Arbeit zu berühren. Das zeigt unter anderem der überwältigende Erfolg der Ausstellung „Savage Beauty“: 2011 sorgte die Hommage an das Spätwerk des Künstlers Alexander McQueen im New Yorker Metropolitan Museum of Art für sehr großes Aufsehen, bevor sie 2015 mit fast 500.000 Besuchern zur erfolgreichsten Ausstellung aller Zeiten im Londoner Victoria&Albert Museum wurde. Die Dokumentation „Alexander McQueen – Der Film“ der britischen Regisseure Ian Bonhôte und Peter Ettedgui zeichnet das vielschichtige Bild eines unscheinbaren Jungen aus dem Londoner East End, der durch seinen Ehrgeiz und sein Gespür zu einem der berühmtesten Modeschöpfer überhaupt wurde. Die beiden Filmemacher nähern sich dem exzentrischen Designer auf eine sensible, sehr intime Art und Weise, indem sie zum Großteil unveröffentlichtes Archivmaterial mit Interviews von Vertretern aus McQueens familiärem und beruflichem Umfeld wie seine Schwester Janet McQueen, Sébastian Pons oder den Designer Romeo Gigli zu einem umfassenden Porträt des Künstlers verweben. Dabei beleuchten Ian Bonhôte und Peter Ettedgui unter anderem Alexander McQueens Freundschaft zu der Stylistin, Modejournalistin und Mäzenatin Isabella Blow, die den Modeschöpfer einst entdeckte und bis zu ihrem frühen Tod im Jahre 2007 seine Muse war. Den Soundtrack zu „Alexander McQueen – Der Film“ liefert der renommierte britische Komponist Michael Nyman, der unter anderem die Filmmusik für den Welterfolg „Das Piano“ (1993) von Jane Campion komponierte.

Die Filmemacher Mariana Oliva, Renata Terra und Bruno Jorge suchen gemeinsam mit Jair Candor, dem Koordinator der brasilianischen Indigenenschutzbehörde FUNAI im Amazonas-Regenwald nach den letzten Überlebenden des Volks der Piripkura. Der Hintergrund: Um das Gebiet, das die Piripkura bewohnen, weiter vor dem Abholzen zu schützen, muss alle paar Jahre nachgewiesen werden, dass die beiden Männer noch leben. Dafür macht sich Jair Candor, ein freundlicher älterer Herr, höchstpersönlich mit einem kleinen Team auf den Weg in den Dschungel. Er kennt die Piripkura seit vielen Jahren, der eine ist der Onkel des anderen. Die Expedition bleibt erfolglos. Sechs Monate vor Ablauf des Landnutzungsverbots organisiert Jair Candor eine neue Expedition. Diesmal kommt es zur Begegnung mit Pakyî und Tamandua: zwei kleine, drahtige, vollkommen nackte Männer. Jair Candor berichtet, dies sei das erste Mal, dass sie von sich aus gekommen seien. Möglicherweise sei ihr Feuer ausgegangen ... Wahrscheinlich situationsbedingt gibt es hier keine übliche Erzähldramaturgie. Da außer einigen Inserts kaum zusätzliche Informationen geliefert werden, bleiben vor allem die Bilder im Gedächtnis: sehr viel Blattgrün und Nässe von unten und von oben. In ruhigen, manchmal meditativen Bildern werden Natur und Menschen gezeigt. Der Regenwald macht seinem Namen alle Ehre, die Geräusche des Dschungels sind aber auf Dauer ebenso ermüdend wie die schönen Naturaufnahmen. Erst wenn Tamandua und Pakyî auftauchen, kommt ein bisschen Spannung auf. Danach wird der Film deutlich interessanter. Unscharfe und verwackelte Bilder zeigen, dass hier offenbar auch der Kameramann vom Kontakt zu den beiden Letzten ihres Volkes überwältigt war. Sprachprobleme erschweren zusätzlich das Miteinander. Und da formt sich plötzlich eine Idee: Was, wenn diese beiden freundlichen Männer nur so tun, als ob sie die einzigen noch lebenden Piripkura wären und nichts verstünden? Vielleicht liegt mitten im Dschungel an einem der zahllosen Flussläufe ein friedliches Dorf …

Großbritannien 2018 — Dokumentarfilm

AB 29. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG

AB 29. NOVEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE Ian Bonhôte, Peter Ettedgui​DARSTELLER Alexander McQueen​LAUFZEIT 112 Minuten FSK 12 VERLEIH Prokino (24 Bilder)

REGIE Mariana Oliva, Renata Terra, Bruno Jorge DREHBUCH: Mariana Oliva, Renata Terra KAMERA Bruno Jorge, Dado Carlin ORIGINALMUSIK Vitor Araújo LAUFZEIT 81 Minuten VERLEIH mindjazz pictures


SPECIALS IN DER SCHAUBURG

FILMFESTIVAL

TRAUMFABRIK #16 – CHINA IM KINO Unsere Traumfabrik geht in die 16. Runde. In Zusammenarbeit mit dem ZAK und der AWWK eröffnet Dozent Wolfgang Petroll jede Vorstellung mit kurzer Einführung. Nach den Filmvorstellungen gibt es Raum zur Diskussion.

DRAGON INN SONNTAG, 4. NOVEMBER UM 15:00 UHR

SONDERVORFÜHRUBNG IN KOOPERATION MIT DEM SWR

BABYLON BERLIN MARATHON SAMSTAG, 3. NOVEMBER AB 18:00 UHR

Tom Tykwer, Regisseur von „Lola rennt“ oder „Cloud Atlas“ realisierte mit BABYLON BERLIN ein Mammutprojekt für das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Die Schauburg zeigt am Samstag, den 03.11. ab 18 Uhr alle 12 Folgen (ca. 12 Stunden Filmprogramm) der Krimiserie hintereinander. Um Mitternacht wird eine stärkende Suppe zum Durchhalten animieren und als Abschluss ab ca. 9 Uhr morgens gibt es das traditionelle Kinofrühstück der Schauburg. Kostenlose Karten ordern Sie über freikarten@swr2.de, Stichwort „Babylon Berlin“. Der Anmeldeschluss ist der 30. Oktober. An der Schauburgkasse wird es keine Tickets geben.

Ein taiwanesischer Film aus dem Jahre 1967. China 1457: Nach einer Palastintrige werden die Kinder eines in Ungnade gefallenen und hingerichteten Generals von seinen Gegnern verfolgt.

BRUCE LEE – TODESGRÜSSE AUS SHANGHAI SONNTAG, 11. NOVEMBER UM 15:00 UHR Bruce Lee versucht, den mysteriösen Tod seines Meisters aufzuklären, und gerät in Konflikt mit der japanischen Besatzungsmacht.

THE KILLER SONNTAG, 18. NOVEMBER UM 15:00 UHR John Woo, Vorzeigeregisseur aus Hong Kong, verwickelt uns in THE KILLER in irrwitzige Schießereien und Stunts, einer von Tarantinos Lieblingsfilmen.

PREVIEW MIT EINEM GLAS SEKT IN ANWESENHEIT VON REGISSEUR JULIAN PÖRKSEN

WHATEVER HAPPENS NEXT DIENSTAG, 6. NOVEMBER UM 18:45 UHR

WHATEVER HAPPENS NEXT ist der Debütspielfilm von Julian Pörksen. Ein Roadmovie über einen Aussteiger, der sich ganz dem Zufall überlässt. Eine Parabel über Freiheit, Selbstbestimmung und die Poesie des unbestimmten Lebens. Julian Pörksen wird vor Ort sein, den Film präsentieren und zum Kinogespräch laden.

LEBEWOHL, MEINE KONKUBINE SONNTAG, 25. NOVEMBER UM 15:00 UHR Klassischeres China-Kino von 1992. In der Geschichte zweier Waisenkinder, die zu Stars der Pekingoper werden, spiegelt sich die Geschichte Chinas von der japanischen Besatzung bis zum Terror der Roten Garden wider. Anfänglich von der chinesischen Zensur verboten; die Goldene Palme in Cannes und zwei OSCARS (Fremdsprachiger Film, Kamera) machten den Neuen chinesischen Film und die Regisseure der 5. Generation weltbekannt.


SPECIALS IN DER SCHAUBURG 23

SONDERVORSTELLUNG MIT EINEM GLAS SEKT MIT FILMGESPRÄCH UND PERFORMANCE VON BASSBARITON FLORIAN HARTFIEL

DER KLANG DER STIMME FREITAG, 9. NOVEMBER UM 19 UHR

HERÖFFNUNGSTANZ DER BOLSHOI-SAISON 2018/19

LA SYLPHIDE (LIVE)

SONNTAG, 11. NOVEMBER UM 16:00 UHR La Sylphide ist eines der ältesten Ballette der Welt und ein Meisterwerk des dänischen Bournonville-Stils. Von dem BournonvilleExperten Johann Kobborg wird es für das Bolschoi neu inszeniert und entpuppt sich als vollkommenes romantisches Meisterwerk. Am Tage seiner Hochzeit wird der junge Schotte James von einer übernatürlichen geflügelten Kreatur, einer Sylphe, wachgeküsst. Von ihrer Schönheit verzaubert riskiert James alles um eine Liebe auszuleben, die unerfüllbar ist.

Vier Menschen mit der Leidenschaft, die Grenzen der menschlichen Stimme auszuloten. Künstlerisch, wissenschaftlich, sozialpädagogisch und experimentell. Dazu begrüßen wir Bassbariton Florian Hartfiel, der neben einer Kostprobe seines Könnens, die Produktion präsentieren und ein Filmgespräch anschließen wird.

REISEREPORTAGE

PARIS – ALLES ANSICHTSSACHE, REISEREPORTAGE SONNTAG, DEN 25. NOVEMBER UM 17:00 UHR

Daniela und Uwe Schebek entführten uns bereits zwei Mal in ausverkauften Vorstellungen in Frankreich’s Metropole Paris. Doch nur, wer die ausgetretenen Touristenpfade entlang Eiffelturm und Notre-Dame verlässt, kann das wahre Paris entdecken: Idyllische kopfsteingepflasterte Gassen, versteckte Hinterhöfe und nostalgische Einkaufswelten. Sichern Sie sich schnell ihre Karten, bevor es zu spät ist.

CANNES — 2018 — RISING STAR AWARDA

LIVE-ÜBERTRAGUNG AUS DER METROPOLITAN OPERA IN NEW YORK

MARNIE VON NICO MUHLY

SATRUDAY 10. NOVEMBER AB 19:00 UHR Mit seiner packenden Sicht auf Winston Grahams Novelle präsentiert Komponist Nico Muhly seine zweite Auftragsarbeit für die Metropolitan Opera. Angesiedelt in den 1950er Jahren geht es um eine schöne und geheimnisvolle junge Frau, die verschiedene Persönlichkeiten annimmt. Librettist Nicholas Wright schafft eine cineastische Welt um diese berauschende Geschichte, die auch Alfred Hitchcock zu seinem Film inspirierte.

QUEERFILMNACHT

SAUVAGE (FRANZ. OMU)

MITTWOCH, 28. NOVEMBER UM 21:00 UHR Léo ist 22, lebt in Straßburg und verkauft seinen Körper. Nachts lässt er sich durch die Stadt treiben, tagsüber schläft er irgendwo für ein paar Stunden. Der Debütfilm von Regisseur Camille Vidal-Naquet steht mit seiner zarten Rohheit in der stolzen Tradition der empfindsamen Stricherfilme von Patrice Chéreau („Der verführte Mann“), André Téchiné („Ich küsse nicht“), Gus Van Sant („My Private Idaho“) und Robin Campillo („Eastern Boys“).


TÄGLICH 15.00 UHR

KINDERKINO IM NOVEMBER nur

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01. – 07. NOVEMBER

08. – 14. NOVEMBER

15. – 21. NOVEMBER

OSTWIND – ZUSAMMEN SIND WIR FREI

PADDINGTON

JIM KNOPF & LUKAS DER LOKOMOTIVFÜHRER

Eine 14-Jährige entdeckt ihr Talent als Pferdeflüsterin. Spannendes Familienabenteuer mit großartigen Naturaufnahmen und dramatischen Wendungen.

Der Bär aus Peru und ist ein großer Großbritannien-Fan. In London angekommen findet er bald eine nette Familie, die ihn aufnimmt und deren Leben er gehörig auf den Kopf stellt.

Verfilmung des Kinderbuches von Michael Ende über den Waisenjungen Jim, der auf der Insel Lummerland aufwächst und Abenteuer mit dem Lokomotivführer erlebt.

JAHR: 2014 / LÄNGE: 95 MIN. / FSK: 0 JAHR: 2013 / LÄNGE: 105 MIN. / FSK: 0

JAHR: 2018 / LÄNGE: 110 MIN. / FSK: 0

22. – 28. NOVEMBER

29. NOVEMBER – 05. DEZEMBER

ELLIOT, DAS SCHMUNZELMONSTER

RONJA RÄUBERTOCHTER

Pete versucht mit seinem geheimen Freund Elliot dem Drachen seinen gemeinen Adoptiv­ eltern zu entkommen und bei Leuchtturm­ wärter Lampie ein besseres Leben zu führen.

Ronja und Birk versöhnen ihre zwei verfeinde­ ten Räuberfamilien miteinander. Verfilmung des Kinderbuchs von Astrid Lindgren. JAHR: 1984 / LÄNGE: 120 MIN. / FSK: 0

JAHR: 1978 / LÄNGE: 105 MIN. / FSK: 0

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Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien hat die SCHAUBURG von 1976 bis 2017 jährlich für ein hervorragendes Kinder- und Jugendfilmprogramm ausgezeichnet.


NOVEMBER

SENIORENKINO Immer Mittwoch 14.30 Uhr im großen Schauburg Saal Eintritt 5€ inkl. 1 Glas Sekt

14.11.

21.11.

28.11.

Foto: © Monkey Business – fotolia.com

07.11.

Marienstraße 16 76137 Karlsruhe T. 0721 3500018 www.schauburg.de

GROSSBILDWAND


PROGRAMMVORSCHAU 26

UNSERE PROGRAMMVORSCHAU FÜR

DEZEMBER 2018

6. DEZEMBER 2018

6. DEZEMBER 2018

Die Proben einer französischen Tanzgruppe laufen erfolgreich. Im Anschluss wird gefeiert. Kurz darauf aber werden die Bemerkungen anzüglicher, die Stimmungen aggressiver. Nur die Vorboten dessen, was sich bald in einen exzessiven Höllentrip entwickelt. Gaspar Noés neuer Film ist ein maßloses, von treibenden Klängen unterlegtes Spektakel für Augen und Ohren, das man so schnell nicht vergisst.

Den Anfang 30-jährigen Sam beschäftigt seine bildhübsche Nachbarin, die, kaum dass er sie näher kennengelernt hat, plötzlich verschwunden ist. Auf der Suche nach ihr in der Stadt der Engel und Hollywoodmythen begegnen ihm immer mehr und mehr Zeichen, die er zwar nicht deuten kann, die aber gerade deshalb eine ungeheure Anziehungskraft auf ihn ausüben. Und das tut auch dieser neue, stilistisch mutige Film.

REGIE Gaspar Noé DARSTELLER Adrien Sissoko, Alaia Alsafir, Alexandre Moreau

REGIE David Robert Mitchell DARSTELLER Andrew Garfield, Riley Keough, Topher Grace

REGIE Pernille Fischer Christensen DARSTELLER Alba August, Trine Dyrholm, Magnus Krepper

13. DEZEMBER 2018

27. DEZEMBER 2018

27. DEZEMBER 2018

Ökothriller, Abenteuerfilm, Märchen und Komödie - Benedikt Erlingssons Film über eine Umweltaktivistin auf dem Kriegspfad ist all das und noch mehr: großes, originelles Arthousekino mit einer brillanten Hauptdarstellerin. Er zeigt die ursprüngliche isländische Natur in wunderbaren Bildern, dazu außergewöhnliche Menschen in surrealen Situationen, inklusive einiger irrwitziger Verweise auf die Filmgeschichte.

Die Verfilmung von Hape Kerkelings Autobiografie: entwaffnend ehrlich, mit großem Humor und Ernsthaftigkeit. Über die frühen Jahre im Ruhrgebiet, Bonanza-Spiele, Gurkenschnittchen und den ersten Farbfernseher; das Auf und Ab einer dreißigjährigen, turbulenten Karriere – und darüber, warum es manchmal ein Glück ist, sich hinter Schnauzbart und Herrenhandtasche verstecken zu können.

Ein Ladendieb und eine Arbeiterin finden nachts auf der Straße ein vernachlässigtes Mädchen und nehmen es bei sich auf. Kleine Leute mit großem Herzen demonstrieren wie Würde geht und Solidarität – just in jenem Japan, wo gnadenloser Konkurrenzkampf und rigoroser Leistungsdruck das Leben beherrschen. Berührendes Lehrstück in Humanismus und Nächstenliebe – ganz ohne Zeigefinger oder moralinsaure Predigt.

REGIE Benedikt Erlingsson DARSTELLER Halldóra Geirhardsdottir, Jóhann Sigurðarson

REGIE Caroline Link DARSTELLER Julius Weckauf, Katharina Hintzen, Sönke Möhring

REGIE Hirokazu Kore-eda DARSTELLER Rirî Furankî, Sakura Ando, Mayu Matsuoka

CLIMAX

GEGEN DEN STROM

UNDER THE SILVER LAKE

DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT

6. DEZEMBER 2018

ASTRID

Der Film erzählt einfühlsam davon, wie die junge Astrid Lindgren den Mut findet, die Anfeindungen ihres Umfeldes zu überwinden und ein freies, selbstbestimmtes Leben als moderne Frau zu führen, nachdem sie Alter von 18 Jahren unehelich schwanger wurde – im Schweden der 1920er-Jahre ein Skandal.

SHOPLIFTERS – FAMILIENBANDE


3D DER NUSSKNACKER UND DIE ...VIER REICHE

AB DO

1.11.

Von Lasse Hallström („Chocolat“) Mit Mackenzie Foy („Interstellar“) Keira Knightley („Fluch der Karibik“) Helen Mirren („Die Queen“) Morgan Freeman („Sieben“) Die neunjährige Mary lebt im Wien der 1920er in einem Haus voller schöner Dinge, doch zugleich ist sie einsam. Als ihr geliebter Onkel Albert zu Weihnachten ankommt und ihr einen Nussknacker schenkt, scheint das große Fest doch noch aufregender zu werden. Am Weihnachtsabend wird Marys neuer Freund, der Nussknacker oder “NC”, lebendig und nimmt sie mit auf eine Reise in seine magische Welt. Doch dieses fantastische Königreich wird von tyrannischen Herrschern, dem bösen Rattenkönig und dessen hinterhältiger Mutter, gefährdet. Als NC als Geisel genommen wird müssen Mary und ihre neuen Spielzeugfreunde das Geheimnis des Rattenkönigs lüften, um ihn und sein Königreich zu retten.

FILMhighlights im NOVEMBER VERSCHWÖRUNG

Von Fede Alvarez („Don’t Breathe“) Mit Claire Foy („The Crown“) Sverrir Gudnason („Borg McEnroe – Duell zweier Gladiatoren“) Sylvia Hoeks („Blade Runner 2049“) Lakeith Stanfield („Get Out“) Claes Bang („The Square“) Vicky Krie („Der seidene Faden“) Lisbeth Salander, die Kultfigur und Titelheldin der von Stieg Larsson geschaffenen und gefeierten Millennium-Reihe, kehrt in VERSCHWÖRUNG, der Erstverfilmung des weltweiten Bestsellers von David Lagercrantz, auf die Kinoleinwand zurück... Golden Globe-Gewinnerin Claire Foy („The Crown“) spielt die Rolle der cleveren Hacker-Außenseiterin.

AB DO

8.11.

Von Damien Chazelle („La La Land“, „Whiplash“) Mit Ryan Gosling („Blade Runner 2049 “) Jason Clarke („Everest“) Claire Foy („The Crown“) Kyle Chandler („Argo“) Er gehört zu den größten Helden des 20. Jahrhunderts: Neil Armstrong, der erste Mann auf dem Mond. AUFBRUCH ZUM MOND erzählt aus Armstrongs Leben und von den enormen Konflikten und Entbehrungen, mit denen der Pilot vor und während seiner legendären Mission konfrontiert war. Gleichzeitig schildert der Film auf ergreifende Weise die hochdramatischen Ereignisse des amerikanischen Raumfahrtprogramms zwischen 1961 und 1969.

NUR EIN KLEINER GEFALLEN

AB DO

8.11.

Von Paul Feig („Taffe Mädels“) Mit Anna Kendrick („Pitch Perfect“) Blake Lively („Gossip Girl“) Henry Golding („Crazy Rich“) Ist es wirklich Freundschaft, was die unscheinbare und mäßig erfolgreiche Mom-Bloggerin Stephanie und die extravagante Mode-PRChefin Emily miteinander verbindet oder kommt Emily die alleinerziehende Stephanie nur gelegen, wenn sich ihr übervoller Terminkalender mal wieder überschlägt? So auch, als Emily sie eines Tages bittet, ihren Sohn Nicky von der Schule abzuholen und Stephanie ihr diesen kleinen Gefallen sehr gerne tut. Doch nicht nur an diesem Abend wartet Stephanie vergeblich darauf, dass Emily ihren Sohn abholt – Emily bleibt auch die folgenden Tage und Wochen verschwunden… Stephanie kümmert sich ab sofort gemeinsam mit Emilys Mann Sean um Nicky. Doch: Was ist mit Emily passiert? Nichts scheint so zu sein, wie es ist…

LadyPalast inkl. ein Glas Sekt nur Mi 7.11. um 19:45 Uhr

AB DO

15.11.

Von David Yates („Legend of Tarzan“) Mit Eddie Redmayne („Les Misérables“) Katherine Waterston („Steve Jobs“) Zoë Kravitz („Mad Max“) Johnny Depp („Fluch der Karibik“) Jude Law („Hautnah“)

Gellert Grindelwald, für dessen Verhaftung Newt Scamander gesorgt hatte, ist die Flucht gelungen. Und nicht nur das: Der Schurke hat zwischenzeitlich eine noch größere Anhängerschaft aus Zauberern um sich geschart, um seinen düsteren Plan umzusetzen, der die Vorherrschaft der reinblütigen Magier vorsieht. Einzig Grindelwalds bester Freund Albus Dumbledore wäre in der Lage, ihn zu stoppen, aber dazu wiederum benötigt dieser die Hilfe seines früheren Schülers Scamander, der so in sein nächstes Abenteuer stürzt…

AB DO

22.11.

DAS KRUMME HAUS

AB DO

29.11. Von Gilles Paquet-Brenner („Dark Places: Gefährliche Erinnerung“) Mit Max Irons („Seelen“) Glenn Close („Wer ist Daddy?“) Gillian Anderson („Akte X“) Christina Hendricks („Mad Men“) Terence Stamp („Der Plan“) Als Charles nach Ende des Krieges endlich nach England zurückkehrt und offiziell um die Hand seiner Sophia anhalten will, kommt den beiden eine Familientragödie dazwischen: Sophias Großvater Aristide wurde vergiftet. Sophia, durch den Vorfall völlig verstört, möchte erst in die Ehe einwilligen, wenn der Mord aufgeklärt und der Täter gefunden ist. Charles beginnt somit auf eigene Faust zu ermitteln und findet bald heraus, dass nur ein Mitglied der Familie der Mörder sein kann. Doch wer hätte ein Motiv, den Familien-Tyrann ins Jenseits zu befördern? Eines Tages findet Charles ein kleines Notizbuch. Plötzlich dämmert ihm eine schreckliche Erkenntnis...

PEPPERMINT - ANGEL OF VENGEANCE

AB DO

29.11.

Von Pierre Morel („96 Hours“) Mit Jennifer Garner („Alias - Die Agentin“) John Ortiz („Silver Linings“) Juan Pablo Raba („69 Tage Hoffnung“) John Gallagher Jr („10 Cloverfield Lane“) Nach einem brutalen Überfall auf ihre Familie, bei dem ihr Mann und ihre Tochter ums Leben kommen, liegt Riley North im Koma. Aus diesem erwacht, muss sie feststellen, dass von Polizei und Justiz keinerlei Hilfe zu erwarten ist, sondern die Mörder stattdessen sogar gedeckt werden. Voller Wut, Schmerz und Verzweiflung beschließt Riley, die Gerechtigkeit in die eigene Hand zu nehmen. Fünf Jahre lang verschwindet sie von der Bildfläche und bereitet sich auf einen unaufhaltsamen Rachefeldzug vor – die einst gesetzestreue Bürgerin wird zur urbanen Guerillakämpferin, die im von Korruption und Kartell-Kriminalität zersetzten L.A. unerbittlich aufräumt. Unterwelt, Polizei und FBI ist sie immer einen Schritt voraus und serviert dabei ihre ganz persönliche Art der Vergeltung…

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PROGRAMMHEFT NOVEMBER 2018


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