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Programmheft Schauburg-Cinerama, Karlsruhe September 2026

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09

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26

SEPTEMBER

NACH EINER WAHREN GESCHICHTE OLIVER MASUCCI

FELIX KAMMERER

LEONARD KUNZ

SVENJA JUNG

STEPHANIE AMARELL

KATRIN RÖVER

AXEL MILBERG

HEINO FERCH

KOMM INS BOOT! Hier Trailer anschauen

AB 17. SEPTEMBER IM KINO


„EIN FILM VON VERBORGENER ZERBRECHLICHKEIT UND ENTWAFFNENDER SCHLAGKRAFT.“ EMOTION

SYDNEY SWEENEY THAT’S WHY THE IS A

LADY CHAMP NACH EINER WAHREN GESCHICHTE

ZUM TRAILER

AB 3. SEPTEMBER IM KINO


Metropolitan Opera House, New York

Liebe Gäste und Freunde der Schauburg, was für ein Sommer! Ein herzliches Dankeschön an alle, die uns in den vergangenen Wochen bei unseren Open Air Kinonächten am Schloss Gottesaue besucht haben. Volle Reihen, laue Sommerabende, spannende Gäste und vor allem die große Lust auf gemeinsames Kino haben auch diese Saison wieder zu etwas ganz Besonderem gemacht. Ganz vorbei ist der Kinosommer aber noch nicht: Bis zum 13. September spielen wir weiter unter freiem Himmel. Und auch die letzten beiden Wochen haben es noch einmal in sich. Unter anderem mit MARTY SUPREME in der Originalfassung, dem Oscar-Gewinner ONE BATTLE AFTER ANOTHER und – zum traditionellen Finale – der ROCKY HORROR PICTURE SHOW in der Originalfassung. Ein besonderer Abend erwartet uns am 8. September: Zur Premiere von FRÜHSTÜCK BEI AUDREY begrüßen wir Regisseurin Sophie Beaulieu persönlich am Schloss Gottesaue. Und kaum ist der Open-Air-Sommer zu Ende, wartet in der Schauburg schon der nächste Geburtstag: Am 19. September feiert MET LIVE IM KINO mit einer großen Gala und Höhepunkten aus 20 Jahren sein Jubiläum, moderiert von Renée Fleming. Ein Jubiläum, das uns besonders freut – denn vor genau 20 Jahren gehörte die Schauburg zu den Pionieren dieser damals völlig neuen Form der Kulturvermittlung: Oper live aus New York auf die große Bildwand eines Kinos zu übertragen. Was seinerzeit technisch fast ein kleines Abenteuer war, ist heute längst eine wunderbare Tradition geworden. Also: Genießen wir noch die letzten Sommerabende am Schloss – und danach heißt es wieder Vorhang auf in der Schauburg! Mit cineastischen Grüßen

Neu im September AB 3. SEPTEMBER

THAT’S WHY THE LADY IS A CHAMP..................................04 VATERLAND.......................................................................................................................06 AB 10. SEPTEMBER

ALBRECHT WEINBERG ................................................................................... 07 FRÜHSTÜCK BEI AUDREY..........................................................................08 NUR EIN KLEINES BISSCHEN GLÜCK......................................10 HIRTEN............................................................................................................................................. 11 AB 17. SEPTEMBER

ADAMS ACHT.....................................................................................................................12 GENTLE MONSTER...................................................................................................... 13 KALTER HUND....................................................................................................................14 PRESSURE..................................................................................................................................15 UND ES WAR SOMMER......................................................................................15 AB 24. SEPTEMBER

MORGEN WAR KRIEG...........................................................................................16 AB 1. OKTOBER

FRAU WINKLER VERLÄSST DAS HAUS...................................17 SPECIALS

SPECIALS IM SEPTEMBER................................................................................. 19 FILMVORSCHAU

VORSCHAU AUF OKTOBER....................................................................22

IMPRESSUM

HERAUSGEBER

AUSGABE #196

Schauburg Kino Herbert Born, Marienstr. 16, 76137 Karlsruhe Tel: 0721 35 000 11 / Fax: 0721 38 00 47 born@schauburg.de www.schauburg.de

REDAKTION

Herbert Born, Marcus Vetter, Wolfram Hannemann, Saskia Fleischhauer

GESTALTUNG

Dušan Tomić — www.duto.studio

Alle Starttermine sind unverbindlich. Programmänderungen sind nicht beabsichtigt, aber manchmal unvermeidbar. Das kostenlose Filmmagazin des Schauburg Filmtheaters erscheint monatlich.


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NEUERSCHEINUNG

Ab 3. September

That’s Why The Lady Is A Champ Sydney Sweeney als Box-Pionierin Christy Martin: David Michôds kraftvolles Sportlerinnenporträt erzählt von Ruhm, Gewalt und dem Kampf um Selbstbestimmung. Christy Martin wächst in einfachen Verhältnissen auf und findet im Boxring einen Ort, an dem sie stärker sein darf, als es die Welt von ihr erwartet. In den 1990er Jahren steigt sie zur ersten großen Ikone des Frauenboxens auf. Ihre Kämpfe füllen Hallen, ihr Gesicht steht plötzlich für eine Sportart, die lange als reine Männerdomäne galt. Doch hinter dem Erfolg verbirgt sich ein anderes Drama. Christy muss sich nicht nur gegen Gegnerinnen, Funktionäre und Vorurteile behaupten, sondern auch gegen private Gewalt, Kontrolle und Abhängigkeit. Was nach klassischem Aufstieg klingt, wird zur Geschichte einer Frau, die den härtesten Kampf nicht im Ring austrägt, sondern um ihr eigenes Leben. „That’s Why The Lady Is A Champ“ verbindet die vertraute Dramaturgie des Sportfilms mit einem deutlich härteren Blick auf Machtverhältnisse. David Michôd interessiert sich nicht allein für Training, Kämpfe und Triumph, sondern für den Preis, den Sichtbarkeit haben kann. Christy Martin wird als Ausnahmeathletin gezeigt, aber nicht zur makellosen Heldin geglättet. Gerade der Gegensatz zwischen öffentlicher Stärke und privater Gefährdung verleiht dem Film emotionale Wucht. Sydney Sweeney trägt diese Ambivalenz mit großer Körperlichkeit: Im Ring wirkt Christy entschlossen und explosiv, außerhalb davon oft gefangen in Erwartungen, Verträgen und Beziehungen. Der Film zeigt Frauenboxen als Kampf um Anerkennung, aber auch als Schauplatz von Ausbeutung. Dabei bleibt er publikumsnah und zugänglich, ohne die dunklen Seiten der Erfolgsgeschichte zu verharmlosen. Das macht ihn zu mehr als einem Biopic über eine Sportlegende. Es ist ein Film über Selbstbehauptung in einem Umfeld, das Stärke feiert, solange sie verwertbar bleibt. Seine Wirkung gewinnt er aus der Frage, wie eine Frau lernen kann, die eigene Kraft nicht nur für andere, sondern endlich für sich selbst einzusetzen. BIOPIC, DRAMA, SPORTFILM · 135 MIN · FSK 16 · USA · 2025 Regie DAVID MICHÔD   Besetzung SYDNEY SWEENEY, BEN FOSTER, MERRITT WEVER, KATY O'BRIAN, ETHAN EMBRY, JESS GABOR


MET OPERA LIVE IM KINO

19. September 2026

Highlights aus 20 Jahren MET LIVE IM KINO Moderation: Renée Fleming

Änderungen vorbehalten

Foto: Jenny Gorman / Metropolitan Opera

GEBURTSTAGSGALA


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NEUERSCHEINUNG

Ab 3. September

Vaterland Thomas Mann kehrt 1949 mit Tochter Erika in ein zerstörtes Deutschland zurück. Paweł Pawlikowski erzählt in strengen Bildern von Exil, Schuld und familiärer Kälte. 1949 bereitet Thomas Mann im kalifornischen Exil seine Rückkehr nach Deutschland vor. Zur Verleihung des GoethePreises reist der Nobelpreisträger zunächst nach Frankfurt, begleitet von seiner Tochter Erika, die als Sekretärin, Dolmetscherin und emotionale Vermittlerin an seiner Seite bleibt. Deutschland liegt in Trümmern, politisch geteilt und moralisch erschüttert. Auf beiden Seiten der entstehenden Grenze wird Mann hofiert, verehrt, aber auch angefeindet. Während Politiker, Besatzungsoffiziere und Kulturbetrieb auf versöhnliche Worte hoffen, brechen im Hintergrund familiäre Spannungen auf. Besonders das Verhältnis zu Erika, aber auch der Schatten des abwesenden Klaus, machen die Reise zu mehr als einem offiziellen Besuch. Michael Meyns hebt auf programmkino.de hervor, dass Paweł Pawlikowski „Vaterland“ als stilistisch markantes Porträt der deutschen Nachkriegszeit anlegt. Wie schon in „Ida“ und „Cold War“ arbeitet der Regisseur mit streng komponierten Schwarz-Weiß-Bildern, die weniger psychologische Nähe als historische Distanz erzeugen. Diese Form passt zunächst sehr gut zu Thomas Mann, der als Repräsentationsfigur erscheint: höflich, kontrolliert, gefeiert und doch fremd im Land seiner Herkunft. Der Film interessiert sich für ein schwieriges Verhältnis zwischen Deutschland und seinen Exilierten. Wer darf nach 1945 sprechen, wer darf vergeben, wer hat Schuld, wer hat überlebt? Gleichzeitig bleibt Pawlikowski seinen Figuren oft bewusst fern. Die großen Themen – Kultur, Schuld, Familie, Exil – werden in Vignetten angerissen, ohne immer dramatisch zugespitzt zu werden. Gerade Erika Mann erhält einzelne starke Momente, doch vieles bleibt angedeutet. Das kann kühl wirken, besitzt aber auch eine spröde Konsequenz: „Vaterland“ verweigert einfache Versöhnung. Der Film zeigt ein Land, das Trost erwartet, und einen Künstler, der selbst kaum Zugang zu seinen eigenen Wunden findet. programmkino.de / Michael Meyns DRAMA, HISTORIENFILM · 82 MINUTEN · FSK 0 · PL, DE, IT, FR · 2025 Regie PAWEŁ PAWLIKOWSKI   Besetzung HANNS ZISCHLER, SANDRA HÜLLER, AUGUST DIEHL, ANNA MADELEY, DEVID STRIESOW, JOACHIM MEYERHOFF


V O N

D I E

D E N

P R O D U Z E N T E N

D U N K E L S T E

V O N

S T U N D E

Ab 10. September

Albrecht Weinberg– Es ist immer in meinem Kopf Ein Zeitzeuge gegen das Vergessen: Der Dokumentarfilm begleitet Albrecht Weinberg, Überlebender von Auschwitz, und macht spürbar, wie Erinnerung weitergegeben werden kann. Albrecht Weinberg überlebte den Holocaust, doch die Erinnerung an das Erlebte ist nie verschwunden. Der Dokumentarfilm begleitet ihn in seinem späten Leben, bei Begegnungen, Gesprächen und Auftritten vor jungen Menschen. Dabei geht es nicht nur um historische Fakten, sondern um die unmittelbare Wirkung einer persönlichen Erzählung. Wenn Schülerinnen und Schüler vor Weinberg sitzen, wird Geschichte gegenwärtig: nicht als abstrakte Lektion, sondern als Erfahrung eines Menschen, der Vernichtung, Verlust und Neuanfang durchlebt hat. Zugleich zeigt der Film Weinbergs Beziehung zu Gerda Dänekas, seiner engen Weggefährtin, die seine Geschichte weiterträgt. Aus dem Porträt eines Einzelnen wird so ein Film über Verantwortung, Weitergabe und die Frage, was bleibt, wenn Zeitzeugen verschwinden. „Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf“ setzt auf die Kraft der Begegnung. Der Film versucht nicht, die Geschichte des Holocaust umfassend zu erzählen, sondern konzentriert sich auf einen Menschen, dessen Erinnerung zugleich persönlich und exemplarisch ist. Gerade darin liegt seine Stärke. Weinberg erscheint nicht nur als Überlebender, sondern als Gegenwartsmensch: verletzlich, offen, manchmal erschöpft, aber getragen von einem Vertrauen, das angesichts seiner Biografie fast unfassbar wirkt. Die Kamera beobachtet, wie seine Worte auf junge Zuhörer treffen. Diese Momente können stärker sein als jede didaktische Erklärung, weil sie zeigen, dass Erinnerung eine Beziehung braucht. Der Film gewinnt zusätzliche Bedeutung durch das Bewusstsein, dass Weinbergs Stimme nicht unbegrenzt verfügbar ist. Gerda Dänekas wird dadurch zu einer wichtigen Figur: Sie steht für das Weitertragen einer Geschichte, die nicht enden darf. Formal bleibt die Dokumentation zurückhaltend und vertraut auf Zeugenschaft und Gespräche. Der Film erinnert daran, dass Gedenkkultur lebendig bleibt, wenn Menschen bereit sind zuzuhören und Verantwortung zu übernehmen. DOKUMENTARFILM · 92 MINUTEN · FSK 12 · DEUTSCHLAND · 2025 Regie GÜNER YASEMIN BALCI, JESCO DENZEL Mit ALBRECHT WEINBERG, GERDA DÄNEKAS

DIE UNBEKANNTE GESCHICHTE H I N T E R D E M D - DAY

E I N

F I L M

V O N

A N T H O N Y

M A R A S

A B 1 7. S E P T E M B E R IM KINO


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NEUERSCHEINUNG

Ab 10. September

Frühstück bei Audrey Rémi lebt lieber mit einer Puppe als mit der Wirklichkeit. Sophie Beaulieus französische Komödie erzählt verspielt von Einsamkeit, Wunschbildern und neuer Liebe. Rémi verkauft Kunstrasen und hat sich nach einer schmerzhaften Trennung in ein merkwürdiges Arrangement geflüchtet. Seit ihn seine große Liebe aus Schulzeiten verlassen hat, ersetzt er Nähe durch die Puppe Audrey. Er spricht mit ihr, richtet seinen Alltag nach ihr aus und hält an einer Fantasie fest, die ihm Kontrolle und Trost gibt. Doch dann begegnet er seiner neuen Kollegin Patricia, die ihn mit ihrer Offenheit und Wärme aus dem Konzept bringt. Gleichzeitig beginnt Audrey auf rätselhafte Weise lebendig zu werden – oder zumindest in Rémis Wahrnehmung mehr Raum einzunehmen, als einer Puppe zusteht. Aus dieser schrägen Ausgangslage entwickelt sich eine romantische Komödie über Einsamkeit, Angst vor Verletzung und die Frage, ob man sich dem echten Leben noch einmal aussetzen kann. „Frühstück bei Audrey“ lebt von einer Idee, die leicht ins Groteske kippen könnte, aber als melancholisch-verspielte Liebeskomödie funktioniert. Sophie Beaulieu interessiert sich weniger für den reinen Gag einer Puppe als Ersatzpartnerin, sondern für den emotionalen Zustand dahinter. Rémi ist kein bloßer Sonderling, sondern ein Mann, der sich vor der Unberechenbarkeit echter Beziehungen schützt. Vincent Macaigne bringt genau die richtige Mischung aus Kauzigkeit, Traurigkeit und komischem Timing mit. Neben ihm sorgt Cécile de France als Patricia für Bodenhaftung: Sie steht für die Möglichkeit einer Beziehung, die nicht aus Projektion, sondern aus Begegnung entsteht. Zoé Marchal gibt Audrey eine Präsenz, die das Spiel zwischen Fantasie und Wirklichkeit offenhält. Der Film erzählt mit französischer Leichtigkeit, aber nicht ohne Blick für die Bitterkeit von Einsamkeit. Seine Komik entsteht aus Verschiebungen: Was absurd wirkt, ist psychologisch oft erstaunlich nachvollziehbar. Am schönsten ist „Frühstück bei Audrey“, wenn er zeigt, dass Liebe nicht die Erfüllung eines Wunschbildes ist, sondern die Bereitschaft, eine andere Person als wirkliches Gegenüber zu sehen. KOMÖDIE, LIEBESFILM · 80 MINUTEN · FSK 12 · FRANKREICH · 2025 Regie SOPHIE BEAULIEU Besetzung VINCENT MACAIGNE, CÉCILE DE FRANCE, ZOÉ MARCHAL, ADÈLE JOURNEAUX, GILBERT MELKI, MARIANNE BASLER


KURZFILME IN DER SCHAUBURG Letzter Dienstag im Monat I 19.00 Uhr

POP & PSY 29.09.2026

27.10.2026 WTF DID I SEE 2

24.11.2026

29.12.2026

MUSIK

ANALOG


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NEUERSCHEINUNG

Ab 10. September

Nur ein kleines bisschen Glück Frankreich 1940: Ein armer Deserteur gibt sich ausgerechnet als Jude aus, um zu überleben. Eine französische Tragikomödie über Lüge, Angst und unerwartete Menschlichkeit. Jean Chevalin lebt mit seiner Familie in bitterer Armut. Frankreich befindet sich im Krieg, die politische Lage ist bedrohlich, und Jean versucht, irgendwie durchzukommen. Als Deserteur hat er allen Grund, nicht aufzufallen. Doch weil er glaubt, jeder andere habe mehr Glück als er, fasst er einen absurden Plan: Er gibt sich fälschlicherweise als Jude aus, um Unterstützung von Schmugglern zu erhalten und sich mit seiner Familie in Sicherheit zu bringen. Was zunächst wie ein dreister Überlebenstrick wirkt, zieht Jean immer tiefer in eine gefährliche Realität hinein. Die Lüge wird zur Falle, aber auch zu einer unerwarteten Konfrontation mit Verantwortung. Inmitten von Angst, Verfolgung und Chaos muss Jean lernen, dass Glück nicht darin besteht, sich aus allem herauszumogeln. „Nur ein kleines bisschen Glück“ bewegt sich auf heiklem Terrain. Eine Komödie, die im besetzten Frankreich von falscher Identität, Krieg und jüdischer Verfolgung erzählt, muss genau wissen, wie weit sie gehen kann. Pascal Elbé setzt offenbar auf die Tradition französischer Tragikomödien, die historische Katastrophen nicht verharmlosen, sondern über absurde Situationen menschliche Schwächen sichtbar machen. Entscheidend ist die Figur Jean: Er ist kein klassischer Held, sondern ein kleiner Betrüger, ein Feigling, ein Mann, der aus Angst und Not heraus eine moralisch fragwürdige Entscheidung trifft. Gerade dadurch kann der Film mehr erzählen als eine simple Verwechslungskomödie. Benoît Poelvoorde bringt für solche Figuren die nötige Mischung aus Komik, Verzweiflung und Verletzlichkeit mit. An seiner Seite sorgen Audrey Lamy und Pascal Elbé selbst dafür, dass der Ton zwischen Leichtigkeit und Ernst nicht kippt. Die Stärke liegt im Spannungsfeld zwischen Überlebenswitz und Bedrohung. Wenn er die Gefahr seines Stoffes ernst nimmt, kann daraus eine zugängliche, aber nicht harmlose Komödie werden: über Angst, opportunistische Lügen und die Möglichkeit, im falschen Spiel plötzlich etwas Richtiges zu tun. TRAGIKOMÖDIE, KRIEGSFILM · 104 MINUTEN · FSK 12 · FRANKREICH · 2025 Regie PASCAL ELBÉ Besetzung BENOÎT POELVOORDE, AUDREY LAMY, PASCAL ELBÉ, ZABOU BREITMAN, HUGO BECKER, PATRICK MILLE


NEUERSCHEINUNG

Ab 10. September

Hirten Ein Werbefachmann aus Montréal will Schäfer in der Provence werden. Sophie Deraspes rau-poetisches Drama erzählt von Ausstieg, Natursehnsucht und harter Arbeit. Mathyas hat genug von seinem Leben in Montréal. Nach einem stressbedingten Zusammenbruch lässt er seine Karriere als Werbefachmann hinter sich und reist in die Provence. Dort fasziniert ihn das Leben der Hirten: die Weite, die Tiere, die scheinbare Einfachheit einer Arbeit fern von Termindruck und Büros. Doch die Realität ist alles andere als romantisch. Mathyas hat keine Erfahrung, begegnet Skepsis und muss lernen, dass Schafe, Wetter, Wölfe und Einsamkeit keine Kulissen für Selbstfindung sind. Als Élise, eine Verwal-

tungsbeamtin, ebenfalls aus ihrem alten Leben ausbricht, wagen beide einen Sommer mit einer großen Herde in den Bergen. Aus dem Traum vom einfachen Leben wird eine körperliche und seelische Prüfung. Sophie Deraspe erzählt in „Hirten“ von einer Sehnsucht, die viele moderne Aussteigerfantasien antreibt: dem Wunsch, dem abstrakten Arbeitsleben zu entkommen und wieder etwas Wirkliches zu tun. Der Film nimmt diese Sehnsucht ernst, ohne sie zu verklären. Mathyas’ Weg in die Provence beginnt als romantische Idee, doch schnell zeigt sich, wie anspruchsvoll und unerbittlich die Hirtenarbeit ist. Gerade dieser Realismus macht den Film stark. Die Tiere sind keine dekorative Landschaftsbelebung, sondern Teil eines komplexen Arbeitszusammenhangs. Deraspe findet beeindruckende Bilder für die Masse der Herde, die Einsamkeit der Berge und die Mühen eines Berufs, der uralt wirkt und doch von heutigen ökonomischen und ökologischen Bedingungen geprägt ist. Félix-Antoine Duval spielt Mathyas nicht als Helden, sondern als Suchenden, der erst lernen muss, dass Natur keine Projektionsfläche ist. An seiner Seite erweitert Solène Rigot als Élise die Geschichte um eine zweite Form des Aufbruchs. „Hirten“ ist damit kein naives Zurück-zurNatur-Märchen, sondern ein stilles, bildkräftiges Drama über Arbeit, Demut und die Frage, ob ein anderes Leben möglich ist, wenn man bereit ist, seine Illusionen aufzugeben. DRAMA · 113 MINUTEN · KANADA, FRANKREICH · 2024 Regie SOPHIE DERASPE Besetzung FÉLIX-ANTOINE DUVAL, SOLÈNE RIGOT,

LAURENCE CATHERINE LÉA SEYDOUX JELLA HAASE RUPP DENEUVE

GENTLE MONSTER EIN FILM VON

MARIE KREUTZER

AB 17. 9. IM KINO ZUM TRAILER

GENTLEMONSTER-FILM.COM

/GENTLEMONSTER.DERFILM

UND

GUILAINE LONDEZ, BRUNO RAFFAELLI

„Ein Erlebnis!“ THE SPOT

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NEUERSCHEINUNG

Ab 17. September

Adams Acht 1960 rudert ein deutsches Außenseiterteam bei Olympia um Geschichte. Hannu Salonens Sportdrama erzählt von Disziplin, Zweifel und dem Traum des Ratzeburger Achters. Deutschland, Ende der 1950er Jahre. Der Rudertrainer Karl Adam glaubt an eine Methode, die viele zunächst belächeln. Aus jungen Männern aus der Provinz formt er ein Team, das nicht auf Herkunft, Ruhm oder perfekte Voraussetzungen bauen kann, sondern auf Training, Zusammenhalt und den unbedingten Willen, sich zu beweisen. Im Zentrum stehen Ruderer wie Hans Lenk und Manfred Rulffs, die mit eigenen Konflikten, Erwartungen und Zweifeln kämpfen. Schritt für Schritt wächst aus Einzelnen ein Boot, aus einem Boot eine Idee und aus einer Idee ein olympischer Traum. 1960 bei den Spielen in Rom bekommt der Außenseiter die Chance, gegen übermächtige Konkurrenz Geschichte zu schreiben. „Adams Acht“ setzt auf die bewährte Kraft des Sportfilms: Training, Rückschläge, Teamgeist und der Augenblick, in dem sich jahrelange Vorbereitung in wenigen Minuten entscheiden muss. Hannu Salonen erzählt diese Geschichte nach wahren Begebenheiten und kann sich dabei auf ein starkes Grundmotiv verlassen. Rudern ist ein besonders filmisches Bild für Gemeinschaft, weil jeder Fehler sofort den Rhythmus des Ganzen stört. Der Film dürfte genau daraus seine Spannung beziehen: Nicht der stärkste Einzelne gewinnt, sondern das Boot, das im gleichen Takt arbeitet. Oliver Masucci verleiht dem legendären Trainer Karl Adam Autorität und Eigensinn, während Felix Kammerer und Leonard Kunz die jüngere Generation verkörpern, die zwischen Leistungsdruck und Aufbruch steht. Interessant ist auch der historische Moment: 1960 sucht die Bundesrepublik nach neuen Erfolgserzählungen, doch der Film muss vermeiden, sportlichen Triumph zu bloßer nationaler Selbstbestätigung zu machen. Seine stärksten Möglichkeiten liegen in der Konzentration auf Körper, Disziplin und Zweifel. Wenn „Adams Acht“ seine Underdog-Geschichte mit Genauigkeit erzählt, kann daraus mitreißendes Erzählkino werden – ein Film über den Moment, in dem aus acht Menschen tatsächlich ein Team wird. DRAMA, SPORTFILM · 124 MINUTEN · FSK 6 · DEUTSCHLAND · 2026 Regie HANNU SALONEN Besetzung OLIVER MASUCCI, FELIX KAMMERER,

SVENJA JUNG, LEONARD KUNZ, HEINO FERCH , KATRIN RÖVER, AXEL MILBERG


N OVOP R OD C I N É M A P R ÄS E N T I E RT

Vincent Macaigne

Zoé Marchal

Cécile De France

Ab 17. September

Gentle Monster Eine Pianistin zieht mit ihrer Familie aufs Land, bis ein Polizeieinsatz alles erschüttert. Marie Kreutzers Drama fragt nach Vertrauen, Täuschung und Wahrheit in nahen Beziehungen. Lucy ist Konzertpianistin und hat ihr Leben mit Mann Philip und dem gemeinsamen Sohn aufs Land verlegt, damit Philip sich von einem Burnout erholen kann. Die neue Umgebung soll Ruhe bringen, vielleicht auch einen Neuanfang. Doch eines Tages steht die Polizei vor der Tür. Eine Sonderermittlerin erhebt schwere Vorwürfe gegen Philip, und Lucys Gewissheiten brechen zusammen. Wer ist der Mann, mit dem sie lebt? Was wusste sie, was wollte sie nicht sehen? Während Elsa, die Ermittlerin, auf beruflicher Ebene nach Wahrheit sucht, wird sie zugleich mit eigenen familiären Belastungen konfrontiert. Der Film folgt zwei Frauen, deren Leben durch das Verhalten von Männern erschüttert wird, die ihnen nahe sind. Nach „Corsage“ richtet Marie Kreutzer den Blick erneut auf eine Frau, deren Identität unter Druck gerät. „Gentle Monster“ beginnt mit einer scheinbar stabilen Familienkonstellation, doch der Polizeieinsatz verschiebt alles. Das Drama interessiert sich weniger für kriminalistische Spannung als für die seelischen Folgen eines Verdachts. Lucy muss sich fragen, ob Vertrauen blind gemacht hat und wie gut man einen Menschen kennen kann, mit dem man den Alltag teilt. Léa Seydoux spielt diese Erschütterung als kontrollierte, nach innen gerichtete Krise. Jella Haase bildet als Ermittlerin Elsa einen Gegenpol: Auch sie sucht Wahrheit, ist aber nicht unberührt von den moralischen Fragen, die der Fall aufwirft. Die prominente Besetzung mit Laurence Rupp und Catherine Deneuve verleiht dem Film zusätzliche Erwartung, doch Kreutzers Stärke liegt vor allem in der Beobachtung von Macht und Selbsttäuschung. Der Titel deutet bereits die Ambivalenz an: Das Monster ist nicht immer dort, wo man es sehen möchte. „Gentle Monster“ verspricht ein kühles, konzentriertes Drama über Nähe, Schuld und die Zumutung, eine liebgewonnene Wirklichkeit neu bewerten zu müssen.

Eine Komödie von

Sophie Beaulieu

DRAMA, THRILLER · 114 MINUTEN · FSK 16 · AT, FR, DE, BE, FI, SE · 2026 Regie MARIE KREUTZER Besetzung LÉA SEYDOUX, JELLA HAASE, LAURENCE RUPP, CATHERINE DENEUVE, SYLVESTER GROTH, KATHARINA LORENZ

AB 10. SEPTEMBER IM KINO


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NEUERSCHEINUNG

Ab 17. September

Kalter Hund Eine Familienaufstellung gerät außer Kontrolle: Pauline Roennebergs schwarze Tragikomödie legt die Abgründe einer bürgerlichen Vorzeigefamilie frei. Eine wohlhabende Familie lädt zu einem Anlass, bei dem alles nach Fassade, Ordnung und gesellschaftlicher Anerkennung aussehen soll. Doch vorher soll eine Familienaufstellung helfen, alte Blockaden und Verstrickungen zu lösen. Was als therapeutische Methode gedacht ist, entwickelt sich zum emotionalen Sprengsatz. Fremde Menschen übernehmen stellvertretend Rollen von Familienmitgliedern, und plötzlich treten Wahrheiten zutage, die niemand hören will. Machtansprüche, verdrängte Konflikte, Erbschaften, Abhängigkeiten und alte Kränkungen drängen an die Oberfläche. Statt Klärung entsteht Chaos. Die Familie versucht, die bröckelnde Fassade aufrechtzuerhalten, doch je mehr sie spielt, desto deutlicher wird, wie kalt es hinter der bürgerlichen Oberfläche geworden ist. „Kalter Hund“ klingt nach einem bösen Kammerspiel, das seine Komik aus der kontrollierten Eskalation gewinnt. Pauline Roenneberg nutzt die Familienaufstellung als brillante Versuchsanordnung: Menschen, die glauben, ihre Beziehungen im Griff zu haben, werden mit einer Spiegelung konfrontiert, die sie nicht mehr kontrollieren können. Das therapeutische Setting wird zur Bühne, auf der verdrängte Machtverhältnisse sichtbar werden. Der Reiz liegt in der Mischung aus schwarzem Humor und sozialer Präzision. Wenn eine Familie alles daran setzt, nach außen korrekt, gebildet und überlegen zu wirken, wird jede Rissbildung doppelt komisch und doppelt schmerzhaft. Das Ensemble um Corinna Harfouch, Lea Drinda, Victoria Mayer und Karoline Eichhorn verspricht genügend Reibung für ein vielstimmiges Figurenpanorama. Besonders interessant ist, dass der Film offenbar nicht bei privater Neurose stehen bleibt, sondern auch Geld, Status und Besitz als Motoren familiärer Gewalt sichtbar macht. Überzeichnung gehört dabei zur schwarzen Komödie. „Kalter Hund“ dürfte dort am stärksten sein, wo Lachen und Unbehagen ununterscheidbar werden – als bitteres Porträt brüchiger Familienordnung. DRAMA, KOMÖDIE · 138 MINUTEN · FSK 12 · DEUTSCHLAND · 2026 Regie PAULINE ROENNEBERG Besetzung CORINNA HARFOUCH, LEA DRINDA, KAROLINE EICHHORN, VICTORIA MAYER, THOMAS MRAZ, MAI DUONG KIEU


NEUERSCHEINUNG

Ab 17. September

Und es war Sommer Dieter Thomas Kuhn & Band als Kinoereignis: Die Dokumentation feiert Fönwelle, Schlagerglück und Fan-Euphorie, schaut aber auch hinter die Kulissen eines Kultphänomens.

Captain James Stagg (Andrew Scott), britischer Chefmeteorologe und von Churchill persönlich empfohlen, soll General Eisenhower eine verlässliche Wetterprognose für die geplante Landung in der Normandie liefern. Doch nur wenige Tage vor dem 5. Juni 1944 sieht Stagg einen schweren Sturm aufziehen. Während sein amerikanischer Kollege von guten Bedingungen ausgeht und die militärische Führung auf den Beginn der Invasion drängt, warnt Stagg eindringlich vor einer Katastrophe. Für Eisenhower (Brendan Fraser) wird die Entscheidung zur kaum vorstellbaren Bürde: Verschiebt er die größte Invasion der Geschichte oder schickt er Zehntausende Soldaten trotz der Warnungen über den Ärmelkanal? „Pressure“ konzentriert sich auf wenige Räume und Figuren und entwickelt gerade daraus enorme Spannung. Andrew Scott spielt Stagg mit großer Zurückhaltung und Präzision, Brendan Fraser verleiht Eisenhower die notwendige Autorität, lässt aber zugleich den Druck und die Zweifel hinter dem militärischen Oberbefehlshaber sichtbar werden. Mit Kerry Condon, Chris Messina und Damian Lewis ist auch das Ensemble bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt. Obwohl der Ausgang der Geschichte bekannt ist, gelingt Regisseur Anthony Maras ein fesselndes Kammerspiel über Verantwortung, Gewissheit und Zweifel. Selten dürfte ein Wetterbericht derart spannend gewesen sein.

Anfang der 1990er Jahre beginnt Dieter Thomas Kuhn mit seiner Band, alte Schlager nicht einfach zu covern, sondern sie mit Glitzer, Selbstironie und kollektiver Euphorie neu aufzuladen. Was als Spaßprojekt unter Freunden startet, wird zu einem dauerhaften Kultphänomen. „Und es war Sommer“ begleitet die Band auf Tour, zeigt Konzerte, Fans, Backstage-Momente und Archivmaterial aus mehr als drei Jahrzehnten. Dabei geht es um die großen Auftritte ebenso wie um Pausen, Krisen, Neustarts und die besondere Männerfreundschaft zwischen Kuhn und seinem musikalischen Weggefährten Philipp Feldtkeller. Aus buntem Schlagerrausch wird ein Porträt über Zusammenhalt, Ironie und die Sehnsucht nach Unbeschwertheit. Dieter Oßwald beschreibt auf programmkino.de, dass die Dokumentation kein klassisches Biopic sein will, sondern eine teilnehmende Beobachtung eines kulturellen Phänomens. Juliane Sauter setzt auf Nähe, Tempo und eine Fülle von Material: Konzertbilder, alte Fernsehauftritte, Fanbegegnungen und Backstage-Situationen fügen sich zu einem Kaleidoskop. Der Film nimmt die grelle Oberfläche ernst, ohne den Spaß zu erklären, bis nichts mehr von ihm übrig ist. Genau das ist wichtig, denn Dieter Thomas Kuhn funktioniert als Parodie und als echte Gefühlsmaschine zugleich. Seine Auftritte leben vom ironischen Spiel mit dem Schlager, aber auch von einer erstaunlich aufrichtigen Gemeinschaftsenergie. Sonnenblumen, Kostüme und Brusthaar-Toupets sind dabei keine bloßen Gags, sondern Erkennungszeichen einer Fangemeinde, die kollektive Leichtigkeit sucht. Der Film spart Brüche nicht aus: Karriereknicks, Krankheit und Erschöpfung gehören ebenso dazu wie Zugaben und Euphorie. Trotzdem überwiegt die Lust am gemeinsamen Feiern. „Und es war Sommer“ wird so zu einem vergnüglichen, warmherzigen Dokumentarfilm über Popkultur, Freundschaft und die Frage, warum gerade das scheinbar Alberne manchmal besonders ernsthaft glücklich macht. programmkino.de / Dieter Oßwald

HISTORIENFILM, KRIEGSFILM, THRILLER · 100 MIN · FSK 12 · GB, FR · 2026

DOKUMENTARFILM, MUSIK · 95 MINUTEN · FSK 12 · DEUTSCHLAND · 2026

Regie ANTHONY MARAS Besetzung ANDREW SCOTT, BRENDAN FRASER,

Regie JULIANE SAUTER Besetzung DIETER THOMAS KUHN, PHILIPP

Ab 17. September

Pressure 72 Stunden vor dem D-Day entscheidet ein Wetterbericht über das Schicksal Tausender: Regisseur Anthony Maras macht aus einer kaum bekannten Episode des Zweiten Weltkriegs einen packenden historischen Thriller.

KERRY CONDON, CHRIS MESSINA, DAMIAN LEWIS, CON O’NEILL

FELDTKELLER, MARC LORENZ, RAIMUND GÖGGEL, FRANK STOEGER

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NEUERSCHEINUNG

Ab 24. September

Morgen war Krieg Ein zerfallenes Europa, eine neue Regierung und ein Mann, der nicht in den Krieg ziehen will. Nicolas Ehrets Drama entwirft ein beklemmend nahes Zukunftsszenario. Die EU ist zerbrochen, in Deutschland haben rechtspopulistische Kräfte die Regierung übernommen, und ein Krieg steht bevor. Jonas, 33 Jahre alt, kennt bisher vor allem Frieden, Wohlstand und Sicherheit. Nun soll er eingezogen werden. Doch Jonas verweigert sich. Er desertiert, weil er seine Überzeugungen und seinen Glauben an den Frieden nicht aufgeben will, und sucht Zuflucht bei seinem Vater Stuber. Zu ihm hatte er seit seiner Kindheit kaum Kontakt. Das Versteck bringt beide Männer in eine Nähe, die keiner gewohnt ist. Während draußen die Lage eskaliert und Feldjäger nach Jonas suchen, brechen alte Familienkonflikte auf. Als Jonas einem weiteren Flüchtenden helfen will, wird die private Entscheidung endgültig politisch. „Morgen war Krieg“ entwirft eine Dystopie, die ihre Wirkung aus beunruhigender Nähe gewinnt. Nicolas Ehret zeigt keine ferne Zukunft, sondern eine mögliche Zuspitzung gegenwärtiger Ängste: demokratischer Zerfall, Militarisierung, Misstrauen und die Frage, wie schnell ein Leben in Sicherheit enden kann. Der Film konzentriert sich dabei nicht auf große Schlachten oder spektakuläre Bilder, sondern auf eine familiäre Konstellation. Das ist klug, denn im Verhältnis zwischen Jonas und Stuber verdichten sich größere Konflikte: Idealismus gegen Selbstschutz, Pazifismus gegen Angst, alte Verletzungen gegen neue Bedrohungen. Enno Trebs bringt für Jonas die Mischung aus Überzeugung und Verunsicherung mit, Ulrich Matthes dürfte als Vater jene Härte und Verletzlichkeit verkörpern, die aus einem Leben mit eigenen Kriegs- und Nachkriegsschatten stammen. Die Stärke des Stoffes liegt darin, dass Desertion nicht einfach als Heldengeste erscheint, sondern als Entscheidung mit Folgen für andere. „Morgen war Krieg“ fragt, was Gewissen wert ist, wenn die Ordnung zerbricht. Das macht den Film zu einem politischen Drama, das weniger warnen muss, als eine beklemmende Möglichkeit durchzuspielen: Was gestern undenkbar schien, kann morgen schon Wirklichkeit sein. DRAMA · 119 MINUTEN · FSK 12 · DEUTSCHLAND · 2026 Regie NICOLAS EHRET

Besetzung ENNO TREBS, ULRICH MATTHES,

NAILA SCHUBERTH, SUSANNE BREDEHÖFT, ROBERT BESTA, SOMA PYSALL


Ab 1. Oktober

Frau Winkler verlässt das Haus

Karlsruhe

Eine alte Frau, ihre überforderte Tochter und ein Pflegeroboter: Doris Dörrie erzählt eine leise Zukunftsgeschichte über Einsamkeit, Fürsorge und Würde im Alter. Frau Winkler ist eine achtzigjährige Witwe und lebt im Jahr 2030 weitgehend allein. Ihre Tochter Emi ist der wichtigste Mensch in ihrem Leben, doch als Emi ein Theaterengagement annimmt, kann sie sich nicht mehr wie gewohnt kümmern. Als Ersatz zieht ein Pflegeroboter ein, der im Alltag helfen soll. Frau Winkler begegnet der Maschine zunächst mit Skepsis und Kränkung: Was sagt es über eine Familie aus, wenn Fürsorge ausgelagert wird? Doch nach und nach entsteht eine merkwürdige Beziehung zu dem künstlichen Mitbewohner, den sie Pawlowitsch nennt. Während Tochter und Mutter mit Schuldgefühlen, Erwartungen und Abhängigkeiten ringen, wird der Roboter zum Auslöser einer größeren Frage: Was bedeutet Nähe, wenn Menschen einander lieben, aber nicht ständig füreinander verfügbar sein können? Doris Dörrie nähert sich in „Frau Winkler verlässt das Haus“ einem hochaktuellen Thema mit der für sie typischen Verbindung aus Alltagsbeobachtung, Humor und Melancholie. Pflege, Alter und Einsamkeit werden hier nicht als abstraktes Sozialproblem verhandelt, sondern in einer Mutter-Tochter-Beziehung konkret. Angela Winkler ist für diese Rolle eine ideale Besetzung: Sie kann Würde, Trotz, Verletzlichkeit und komische Eigenwilligkeit gleichzeitig sichtbar machen. Laura Tonke dürfte als Tochter Emi eine Gegenfigur verkörpern, die nicht lieblos ist, sondern überfordert von den Ansprüchen an moderne Fürsorge. Der Roboter wird dabei zum Spiegel: Er macht sichtbar, was Menschen einander nicht sagen können. Die nahe Zukunft ist dadurch kein Science-Fiction-Spektakel, sondern eine kaum verschobene Gegenwart. Der Film fragt, ob technische Hilfe menschliche Nähe ersetzt oder neue Formen von Beziehung ermöglicht. Seine Stärke dürfte in den Grauzonen liegen: zwischen Verantwortung und Selbstbestimmung, Liebe und Überforderung, Abhängigkeit und dem Wunsch, das eigene Haus – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn – noch einmal zu verlassen. DRAMA · 108 MINUTEN · DEUTSCHLAND · 2026 Regie DORIS DÖRRIE

Besetzung ANGELA WINKLER, LAURA TONKE,

JOSEF ELLERS, SABRINA AMALI, ZOË BAIER , EUGENE BOATENG, VIA JIKELI

SEPTEMBER Filmbeginn 20.30 Uhr Di 1.09. FÜR IMMER EIN TEIL VON DIR –

REMINDERS OF HIM Mi 2.09. NEU: SPIDER-MAN: BRAND NEW DAY Do 3.09. MARTY SUPREME (OmU) Fr 4.09. NEU: VAIANA (Live Action) Sa 5.09. DER ASTRONAUT - PROJECT HAIL MARY So 6.09. INTERNATIONAL OCEAN FILM TOUR (VOL. 12) Mo 7.09. NEU: OH LA LA 2 - NEUE TESTS, NEUES CHAOS Di 8.09. PREMIERE: FRÜHSTÜCK BEI AUDREY in Anwesenheit der Regisseurin Sophie Beaulieu

Mi 9.09. THE HOUSEMAID - WENN SIE WÜSSTE Do 10.09. DER TEUFEL TRÄGT PRADA 2 Fr 11.09. NEU: TOY STORY 5 Sa 12.09. OSCAR® 2026 „BESTER FILM“:

ONE BATTLE AFTER ANOTHER So 13.09. KLASSIKER: THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW (OV)


Täglich 15.00 Uhr

KINDERKINO IM SEPTEMBER ASTRID LINDGREN 27. AUGUST – 2. SEPTEMBER

3. - 9. SEPTEMBER

TOY STORY 5

LOTTA AUS DER KRACHMACHERSTRASSE

Spielzeug trifft High-Tech. Der Job von Buzz, Woody, Jessie und ihren Freunden wird deutlich härter, als sie sich dieser völlig neuen Bedrohung im Kinderzimmer stellen müssen. JAHR: 2026 / LÄNGE: 102 MIN. / FSK: 0

5

nur

Die vierjährige Lotta erobert die Herzen ihrer Nachbarin und deren Hund Scotty. Zum Geburtstag wünscht sie sich sehnlichts ein Fahrrad. Wie ihre großen Geschwister.

in

Groß & Kle Für

€ 10. - 16. SEPTEMBER

MINIONS 3 Der dritte Teil der Minions-Spin-OffSerie und der siebte Film der „Ich - Einfach unverbesserlich“-Reihe insgesamt. JAHR: 2026 / LÄNGE: 90 MIN / FSK: 6

JAHR: 1992 / LÄNGE: 72 MIN / FSK: 0

ERICH KÄSTNER 17. - 23. SEPTEMBER

24. - 30. SEPTEMBER

DER KLEINE MAULWURF

DAS FLIEGENDE KLASSENZIMMER

Der kleine Maulwurf erlebt und entdeckt sehr viel. Ob als Maler oder im Karneval – acht Episoden seiner schönsten Abenteuer als Kinofilm mit hohem Unterhaltungswert für die ganze Familie.

Martina zieht aus Berlin aufs Land. Zwischen Stadt- und Dorfkindern herrscht Rivalität, doch als Streit ausbricht, muss sie eingreifen. Neue Freunde und Geheimnisse erwarten sie.

JAHR: 1963-75 / LÄNGE: 66 MIN. / FSK: 0

JAHR: 2023 / LÄNGE: 89 MIN. / FSK: 0

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GEBURTSTAGSFEIER IM KINO?? Es ist ganz einfach und viel günstiger als Sie vielleicht denken. Wenn gewünscht inklusive Feier mit Pizza, Chicken Nuggets oder Kuchen und Kakao. Eine Führung hinter die Kulissen der Schauburg ist möglich. Sprechen Sie uns einfach an ... Telefon 0721 35000 15 / -17 / -18 (Büro) / info@schauburg.de

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien hat die SCHAUBURG von 1976 bis 2024 jährlich für ein hervorragendes Kinder- und Jugendfilmprogramm ausgezeichnet.


SPECIALS

Specials im September

BINGE-WATCH-WOCHENENDE

TWIN PEAKS – DIE SERIE STAFFEL 1 · SAMSTAG · 05. SEPTEMBER · 10.00 UHR · OMU

SAISONAUFTAKT MET OPERA 2026/27

GEBURTSTAGSGALA— 20 JAHRE MET LIVE IM KINO

STAFFEL 2 · SONNTAG · 06. SEPTEMBER · 10.00 UHR · OMU

SAMSTAG · 19. SEPTEMBER · 19.00 UHR

Willkommen an dem Ort, der unsere Sehgewohnheiten auf den Kopf stellte und das Fernsehen der 90er Jahre revolutionierte. David Lynch zeigte, daß anspruchsvolle Kunst und große Konsumentenschaft mit den richtigen Ködern vereinbar sind. In den Pausen gibt’s Kirschkuchen und natürlich „damn fine coffee - black as midnight on a moonless night”!

Feiern Sie mit uns den Beginn der neuen Saison mit einem Best Of-Programm und einem Wiedersehen aller MET-Stars: Lise Davidsen, Aigul Akhmetshina, Asmik Grigorian, Natalie Dessay, Joyce DiDonato und vielen mehr. Ausschnitte aus den Highlights der letzten 20 Jahre MET live präsentiert von Renée Fleming.

KURZFILME IN DER SCHAUBURG

QUEERFILMNACHT

POP & PSY

MASPALOMAS

DIENSTAG · 29. SEPTEMBER · 19.00 UHR

MITTWOCH · 30. SEPTEMBER · 19.00 UHR · OMU

„Aaaah!“ ist ein Schrei des Schmerzes, der Überraschung, der Angst, der Freude, der Lieder, des Murrens, des Lachens oder der Wut. „Cannot Sleep“ zeigt mit psychedelischer Animation, wie die Gedanken wandern – in schlaflosen Nächten. „Somni“ zeigt uns die vier Phasen des Schlafes, „One Minute Puberty“ lässt uns die Pubertät in einer Minute zusammengefasst durchleben. Ein Labyrinth aus Eindrücken, Fleisch und Dampf. 17 Kurze in 81 Minuten.

Sommersonne, Strand und Partys: 25 Jahre nach seinem späten Outing genießt der 76-jährige Vicente sein Leben als offen schwuler Mann auf Gran Canaria. Ein Schlaganfall verändert alles: Er landet in einem Pflegeheim. Um Problemen aus dem Weg zu gehen, verheimlicht er nun wieder seine Sexualität und wird zu dem traurigen alten Mann, der er nie sein wollte. Sein neuer Mitbewohner hilft ihm aus der Krise.

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MET OPERA LIVE LIVE IM KINO 3. 3. Oktober Oktober 2026

COSÌ COSÌ FAN TUTTE

Wolfgang Wolfgang Amadeus Mozart Foto: Jonathan Tichler / Metropolitan Opera Foto: Opera

Federica Federica Lombardi, Lombardi, Samantha Samantha Hankey, Ana Ana María María Martínez, Martínez, Duke Duke Kim, Andrey Andrey Zhilikhovsky, Zhilikhovsky, Gerald Gerald Finley Dirigent: Dirigent: Nimrod Nimrod David David Pfeffer Inszenierung: Phelim Phelim McDermott McDermott Inszenierung: Änderungen vorbehalten


SEPTEMBER

In der Schauburg zu Gast

SONDERVORSTELLUNG MIT SEKT & GAST

SENIORENKINO Immer Mittwoch 14.30 Uhr im großen Schauburg Saal Eintritt 6€ inkl. 1 Glas Sekt

2.09.

9.09.

16.09.

23.09.

REGISSEUR FARAZ SHARIAT

STAATSSCHUTZ SAMSTAG · 05. SEPTEMBER · 18.45 UHR

Nach einem rassistischen Anschlag kämpft eine Staatsanwältin gegen rechte Gewalt und institutionelles Wegsehen. Regisseur Faraz Shariat („Futur Drei“) ist bei uns vor Ort, um über seinen kontroversen Justizthriller in ein Filmgespräch mit uns einzutauchen.

PREVIEW

SONDERVORSTELLUNG BEI DEN OPEN AIR-KINONÄCHTEN MIT GAST REGISSEURIN SOPHIE BEAULIEU

30.09.

FRÜHSTÜCK BEI AUDREY Verspielte französische Komödie über Einsamkeit, Wunschbildern und neue Liebe. Rémi hat ein Problem mit Nähe und teilt deshalb seinen Alltag mit der Puppe Audrey. Zur Vorstellung beim Schloss Gottesaue freuen wir uns auf den Besuch von Regisseurin Sopie Beaulieu.

Foto: © Monkey Business – fotolia.com

DIENSTAG · 08. SEPTEMBER · 20.30 UHR

Marienstraße 16 76137 Karlsruhe T. 0721 3500018 www.schauburg.de


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FILMVORSCHAU

Vorschau auf Oktober

AB 8. OKTOBER

AB 1. OKTOBER

DIGGER

ALTE LIEBE

Regie ALEJANDRO GONZÁLEZ IÑÁRRITU Besetzung TOM CRUISE, SANDRA HÜLLER, RIZ AHMED

Regie ANDREAS DRESEN Besetzung DAGMAR MANZEL, JOACHIM KRÓL

Tom Cruise verkörpert in einer schwarzen Komödie von Alejandro González Iñárritu den Milliardär Digger Rockwell: Der mächtigste Mann der Welt will eine Katastrophe beseitigen, die er selbst verursacht hat. Satirisches Kino über Größenwahn, Macht und Rettungsfantasien.

Nach vier Jahrzehnten Ehe fragen sich Lore und Harry, ob das schon alles gewesen sein soll. Andreas Dresen erzählt nach Elke Heidenreich und Bernd Schroeder eine heitere, kluge und melancholische Liebesgeschichte über späte Veränderung.

AB 8. OKTOBER

LÜGEN ÜBER MEINE MUTTER Regie ARON LEHMANN Besetzung ROSALIE THOMASS, ELISE LINDNER, GOLO EULER

Nach dem autobiografischen Bestseller von Daniela Dröscher: Aus Sicht der Tochter erzählt Aron Lehmann von einer Frau, die sich gegen familiäre Zuschreibungen, Körperbilder und gesellschaftliche Erwartungen behaupten muss.

AB 29. OKTOBER AB 15. OKTOBER

HEIMSUCHUNG Regie VOLKER SCHLÖNDORFF Besetzung MARTINA GEDECK, LARS EIDINGER, SUSANNE WOLFF

Ein Haus an einem See wird zum Spiegel deutscher Geschichte. Volker Schlöndorff verfilmt Jenny Erpenbecks Roman als Jahrhundertpanorama über Heimat, Verlust, politische Brüche und wechselnde Bewohner.

BARBARA BUSER – PIONIERIN DER NACHHALTIGKEIT Regie GABRIELE SCHÄRER

Barbara Buser hat nachhaltiges Bauen geprägt wie wenige andere. Der Dokumentarfilm porträtiert eine Schweizer Architektin, die Gebäude, Areale und Denkweisen verändert hat – mit Weitsicht, Humor und unbeirrbarer Schaffenskraft.


19.

TODD-AO 70mm-Filmfestival

Schauburg – Cinerama, Karlsruhe www.schauburg.de

9. - 11.10.2026 SAVE THE DATE!

Mit freundlicher Unterstützung der Marienstraße 16 76137 Karlsruhe T. 0721 3500018 www.schauburg.de

GROSSBILDWAND


09

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26

SEPTEMBER


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Programmheft Schauburg-Cinerama, Karlsruhe September 2026 by Schauburg Kino & Theater - Issuu