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6. 70mm Todd-AO Festival Schauburg-Cinerama

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Auf unserer original

Riesenbildwand

6. Todd AO 70mm Filmfestival 01.- 03. Oktober 2010

Filmtheater Schauburg

Marienstr. 16 76137 Karlsruhe Tel.: 0721-3 50 00 18 www.schauburg.de


MANY THANKS TO: Georg Fricker ✞ Christian Appelt Grover Crisp Torsten Frehse Wolfram Hannemann Thomas Hauerslev

Geraldine Higgins Christine Kummer Orla Nielsen Gunter Oehme Jan Eberholst Olsen Clemens Scherer Galina Shaveika

Rene Wolf Dr. Peter Kohl Jakub Klima Kristian Kossow Nick Varley Sven Braun

Team Projektion: Vincent Koch & Marcus Vetter


Das groĂ&#x;e 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe

6 Jahre Todd-AO Festival in der Schauburg

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Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe

Vor 50 Jahren, 70mm auf der Überholspur von Thomas Hauerslev Vor 50 Jahren sah es für 70mm sehr vielversprechend aus - Filme wie „In 80 Tagen um die Welt“, „South Pacific“ und „Ben Hur“ waren unglaublich erfolgreich. Noch nie hatte man innerhalb der Branche eine solche Popularität erreicht. Die großen Studios produzierten alle ihre wichtigen Filme im Großformat, für eine ständig steigende Anzahl gekrümmter Leinwände. Und die besten Filme sollten noch kommen! Meisterwerke wie „Lawrence von Arabien“, „It‘s a Mad, Mad, Mad, Mad World“ und „2001: Odyssee im Weltraum“ sind heute allesamt Klassiker und ziehen die Zuschauer noch immer ins Kino. Und dies aus gutem Grund: die Stories waren gut, die Filme wurden hervorragend produziert und sie sahen auf den meist überall gezeigten 70mm-Kopien fantastisch aus. Dies kann man nicht von allen GROSSFORMATFilmen sagen – ganz und gar nicht. Zahlreiche 70mm-Filme stellten sich kurz nach ihrer Premiere als Flop heraus; sie verschwanden bald und wurden nie wieder gezeigt. Trotz gestochen scharfer Bilder und höchst angenehmem 6-Spur-Stereoton waren manche Filme zu langweilig, zu lang oder einfach zu schlecht. Diese Filme konnten die Zuschauer nicht überzeugen, ein Ticket zu kaufen, und die teuren 70mm-Kopien gingen zurück in den Keller, wo sie solange blieben, bis sie im Rahmen ihrer Entsorgung der Axt zum Opfer fielen. So scheint es jedenfalls. Aber einige Kopien wurden heldenhaft gerettet und existieren noch heute. Die meisten von ihnen sind verblasst und haben einen Braun-, Pink- oder Rotstich bekommen. Ironischerweise haben viele der Flops überlebt. Trotz fehlender Farben befinden sie sich außerdem in einem relativ guten Zustand. Die Originalkopien der größten Kassenschlager sind längst verschwunden, da sie ständig im Einsatz waren, bis sie verschlissen, verkratzt, voller Risse und nicht mehr wirklich dafür geeignet waren, um sie einem zahlenden Publikum zu zeigen.

Im Rahmen des 6. Todd-AO Festivals hier in Karlsruhe werden einige dieser nicht ganz so bekannten Filme auf der gekrümmten Leinwand gezeigt. Erneut wird die Projektorlinse unglaublich scharfe 70mm-Bilder weniger bekannter und selten gezeigter Filme auf die Leinwand werfen. Von denen sogar in einigen Fällen nur diese eine 70mm-Kopie existiert. Vergessen wir nicht: einige dieser Filme wären vor langer Zeit vollständig in Vergessenheit geraten, wenn es diese seltenen 70mm-Kopien nicht gäbe. Die Schärfe wird die Vorführung dennoch zu einem Erlebnis machen. Und so wenig Sie den Film auch im Fernsehen mögen, die Vorführung in 70mm auf der gekrümmten Leinwand werden Sie genießen. Dies ist Ihre Chance, die großartige und spektakuläre Vorführung von fast einem halben Dutzend Road-Show-Filmen in einem echten 70mm Cinerama-Kino zu erleben. Herbert Born und sein Team haben wieder einmal ihr Bestes gegeben, um dieses Wochenende zu einem einzigartigen Erlebnis zu machen. Das Schauburg Cinerama Theater ist eines der letzten Kinos, das immer noch über 70-mm-Projektoren, einen roten Vorhang und eine riesige, gekrümmte Leinwand verfügt. Ein echtes Kinoerlebnis und GROSSFORMATEVENT - typisch Schauburg - zusammen mit zahlreichen Freunden aus ganz Europa. Willkommen zu einer Kinovorführung, die demonstriert, wie GUTE Filme WIRKLICH aussehen können – auch die weniger bekannten. Ein unvergessliches Wochenende. Thomas Hauerslev, MBKS & VB in70mm.com


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50 years ago, 70mm was up and coming by Thomas Hauerslev

Thomas Hauerslev, Copenhagen, Denmark Herausgeber von www.in70mm.com 50 years ago, 70mm was up and coming - films like „Around the World in 80 Days“, „South Pacific“ and „Ben Hur“ were unbelievable success stories. The popularity was beyond anything the industry had ever seen. Major studios were producing all their big films in large format for the ever-growing number of curved screens. And the best films were even yet to come! Masterpieces like „Lawrence of Arabia“, „It‘s a Mad, Mad, Mad, Mad World“ and „2001: A Space Odyssey“ - are all classics today, and still possess a drawing power when they are shown in cinemas. And with good reasons: The stories were good, the films were well produced and they looked fantastic in the 70mm prints playing most everywhere. This cannot be said about all LARGE FORMAT films – far from it. Many 70mm films flopped shortly after their premiere and soon disappeared, never to be seen again. Despite having ultra sharp images and delightful 6-track stereo sound, some were too boring, too long or simply too bad. Those films didn’t convince the audience to pay for a ticket, and the expensive 70mm prints went back into the vault, where they stayed until they fell victim to the axe when they were junked. Or so it seems. But heroically some prints were saved and are still with us to this day. Most of them have faded to brown, pink or red nuances. Ironically, it is many of the flops which are still around. Despite missing colors, they are in fairly good physical condition too. Original prints of the major successes are long gone, because they were used constantly, until worn out, scratched, full of splices and not really suitable to be shown to a paying audience.

The 6th Todd-AO Festival here in Karlsruhe celebrates some of these not-so-well-known films on the curved screen. Once again, the projector lens will light up the screen and show unbelievably sharp 70mm images of lesser-known and rarely seen films. Some of which only exist in this single 70mm print. Don’t forget, some of these films would be completely forgotten a long time ago, were it not for these rare 70mm prints. The sharpness will still make it a pleasant experience. And as much as you may hate it on TV, you will have fun seeing it in 70mm on the curve. This is your opportunity to witness the grandeur and spectacle of nearly half a dozen RoadShow films on an authentic 70mm Cinerama cinema. Herbert Born and his staff have again done their utmost to make this weekend one of a kind. The Schauburg Cinerama is one of the last cinemas still equipped with 70mm projectors, a red curtain and a huge curved screen. An authentic cinema experience and LARGE FORMAT EVENT, uniquely Schauburg, to be shared with many friends from all over Europe. Welcome to a cinema demonstration of how GOOD movies REALLY can look – even the lesser films. An unforgettable weekend. Thomas Hauerslev, MBKS & VB in70mm.com

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Jack Cardiff an der Technicolor-Kamera

Die Dreistreifenkamers im Schallschutzgehäuse (Blimp)

Die Reisen des Mr. Cardiff: Porträt eines Kameramanns von Christian Appelt

Jack Cardiff ist ein Theaterkind, sozusagen „born in a trunk“ im Jahre 1914. Seine Eltern sind Music-Hall-Künstler, stets auf Reisen. Jack wächst auf hinter den Kulissen zahlloser englischer Theater. Wenn Engagements ausbleiben, verdienen die Eltern sich etwas als Filmdarsteller in den Studios von Twickenham oder Isleworth hinzu. Ab 1918 steht Jack Cardiff regelmäßig als Kinderstar vor der Kamera, bis die Pubertät seine

Schauspielkarriere beendet. Zwei Wochen vor seinem 14. Geburtstag verläßt er die Schule und nimmt seinen ersten Job in den Elstree-Filmstudios an.

Erst einmal landete ich auf dem Boden der Tatsachen und fand heraus, wie schwer eine Kameraausrüstung zu schleppen war.“ 1

„Ich verstand nichts von Kameras, Objektiven oder Kopierwerksarbeit, doch wollte ich für die Kameraabteilung arbeiten, weil die Leute dort an Drehorte reisten: Ägypten, Frankreich, Italien, Indien vielleicht - wie sehnte ich mich nach diesen magischen Orten!

Cardiff ahnt noch nicht, wie oft er in den nächsten sechs Jahrzehnten als Reisender in Sachen Film rund um den Erdball ziehen wird. Mit grimmigen Wikingern, neurotischen Nonnen, wilden Tieren, deutschen U-Booten, russischen und irischen Revolutionären


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe und himmlischen Botschaftern wird er zu tun bekommen. Andere exotische Orte wird er mit Licht, Kulissen und optischen Zaubertricks aus dem dunklen Nichts des Filmstudios heraus erschaffen. Er wird mit Licht und Schatten schöne Frauen wie Marlene Dietrich, Marilyn Monroe, Ava Gardner, Shirley MacLaine, Sophia Loren, Janet Leigh und Deborah Kerr noch attraktiver machen und Leinwandhelden wie Kirk Douglas, James Mason, Henry Fonda, Errol Flynn bis hin zu Alain Delon und Sylvester Stallone ins rechte Licht setzen. Er wird den Titel „Britain‘s Best Cinematographer“ tragen und eine bewegte Zweitkarriere als Regisseur machen. Aber vorläufig ist Cardiff erst einmal Klappenjunge und Laufbursche im Filmstudio. Mit der Zeit vertraut man ihm mehr Aufgaben an, er wird eine Art Kameraassistent, darf gelegentlich die Schärfe mitziehen und frisches Filmmaterial einlegen. In Elstree trifft er 1930 auch zum erstenmal Alfred Hitchcock, der gerade THE SKIN GAME dreht. Die Umstellung vom Stummfilm zum Tonfilm ist in vollem Gang. Um die einheimische Filmproduktion zu stärken und die Marktmacht der Amerikaner zu kontrollieren führt die Regierung eine „British Quota“ ein.2 Das führt zu einer Welle von „quota quickies“, schnell heruntergekurbelten anspruchslosen Filmen, mit denen pro forma der britische Programmanteil der Kinos erfüllt wird. Cardiffs nächste Station ist die Trickabteilung der DenhamStudios, die Alexander Korda als sein britisches Hollywood errichtet hat. Korda will keine „quota quickies“ herstellen, sondern exportfähige Filme mit britischen Stars und Themen. Dazu holt er sich Fachleute aus den USA, etwa den Kameramann Hal Rosson, der für Josef von Sternberg DOCKS OF NEW YORK aufgenommen hat. Jack Cardiff wird sein Camera Operator bei René Clairs THE GHOST GOES WEST und kommt mit dem als Choleriker geltenden Rosson gut aus. Erstklassige Kameraleute treten sich bei

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Korda geradezu auf die Füße, und so kann Cardiff in Ruhe die Beleuchtungskunst von Meistern wie Charles Rosher, Lee Garmes oder James Wong Howe studieren, die mit Licht und Schatten strahlende Schwarzweißbilder erschaffen.

„In Glorious Technicolor“ 1936 kommt Technicolor nach England. Die neugegründete Technicolor Ltd. sucht Techniker und Kameraleute, die zukünftige Farbfilmproduktionen für den britischen und europäischen Markt betreuen sollen. Technicolor ist weitaus mehr als nur ein Farbfilm-Verfahren, denn Firmengründer Herbert T. Kalmus weiß aus langen und bitteren Erfahrungen mit früheren Varianten des Systems, daß man die Kontrolle nicht nur den Produzenten und Kameraleuten überlassen kann. Das um 1933 ausgereifte Dreifarb-Technicolor wird daher vom Studio oder unabhängigen Produzenten als komplettes Dienstleistungspaket gekauft; es enthält die Spezialkameras nebst Zubehör, ein geschultes Kamerateam, Entwicklung und Bearbeitung der Kameraoriginale im Technicolor-Kopierwerk und die Herstellung der Vorführkopien, die schließlich als Endprodukt in die Kinos gelangen. Über diese lückenlose Produktionskette wacht ein Farbberater (Color Consultant). In jeder Phase der Filmproduktion achtet er darauf, daß Ausstattung, Kostüme und Lichtsetzung zu einem harmonischem Zusammenspiel der Farbtöne führen. Diese strenge Kontrolle ist einerseits nötig, weil das Verfahren bestimmte Farben und Kontrastverhältnisse nicht naturgetreu wiedergibt. Andererseits führt das Technicolor-Dogma von der Harmonie der Farbtöne auch zu einer gewissen ästhetischen Einförmigkeit, die erfahrenen Schwarzweiß-Kameraleuten durchaus widerstrebt. Sie sind es gewohnt, mit harten Schatten und starken Kontrasten zu arbeiten, während Technicolor ein flächigeres Bild mit geringerem Beleuchtungskontrast empfiehlt.3

Jack Cardiff Mit der Zeit setzen sich Regisseure, Ausstatter und Kameraleute bei Bedarf über das eng gefaßte Regelwerk hinweg, wenn es dem Erzählen der Geschichte dient. Für GONE W ITH THE W IND zeichnet der Production Designer William Cameron Menzies alle Szenen des Vierstundenfilm als Storyboard und entwirft eine raffinierte Farbdramaturgie.4 Niemand kommt auf den Gedanken, daß gerade britische Filmemacher Technicolor neue Impulse geben könn-

Der Rolls-Royce unter den Filmkameras: drei Schwarzweissfilme in einem Gehäuse


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David Niven und Kum Hunter in A MATTER ten - auch nicht Jack Cardiff, der sich bei den Amerikanern bewirbt und sie mit seinem Wissen über die Lichtsetzung holländischer Maler verblüfft. „Ich war begeistert, als die Technicolor-Kamera in ihrer schlichten Eleganz aus der Versandkiste auftauchte. Sie war leuchtend blau lackiert, und mit ihren glitzernden Chromteilen erinnerte sie mich an einen neuen Rolls Royce. [...] Ein Vierteljahrhundert lang, solange bis der Eastmancolor-Film kam und der Dreistreifenkamera den Todesstreich versetzte, würde ich diese luxuriöse Schönheit auf der ganzen Welt in gefährliche Situationen bringen: in Stahlwerken, nur einen Zoll entfernt von flüssigem Metall oder auf einem Schlachtschiff im Kampfeinsatz.“ Jack Cardiff wird offizieller Camera Operator und Farbberater für Technicolor. Er lernt die komplizierte Technik bis zur letzten Schraube kennen, denn ein Operator und sein Team müssen jedes technische Problem lösen, auch wenn

OF

LIFE

AND

DEATH (Irrtum im Jenseits, 1946)

es weitab von Kamerawerkstatt und Technicolor-Kopierwerk auftritt. Die Handhabung des höchst empfindlichen, goldbedampften Strahlenteiler-Prismas wird immer wieder mit einem Holz-Dummy geübt, bevor man das Original in die Hand bekommt. Ja, man lernt sogar, ein fallendes Prisma geschickt mit dem Fuß aufzufangen, um Schlimmeres zu vermeiden! Cardiffs erster großer Auftrag: eine Serie von Reisefilmen (Travelogues) unter dem Titel FASCINATING JOURNEYS natürlich in Technicolor. Mit einem kleinen Team bannt er die Schönheiten von Rom, Jerusalem oder Baalbek auf Farbfilm. Da Technicolor damals nur eine Empfindlichkeit von etwa 16ASA/13DIN hatte, ist Einfallsreichtum gefragt, um mit wenig Zusatzbeleuchtung und viel natürlichem Licht eindrucksvolle Farbaufnahmen zu bekommen. Als Cardiff das Innere des Petersdom nicht ausleuchten kann, dreht er die Aufnahme als Langzeitbelichtung mit einer Handkurbel. Für heutige Filmemacher, an leichtes Equipment gewöhnt, mag es

unglaublich erscheinen, wie die unhandliche TechnicolorKamera an die unmöglichsten Stellen geschleppt wird. Von Aufnahmen eines Vulkanausbruchs kehrt Cardiffs Team mit geschmolzenen Schuhsohlen und verkohlten Stativbeinen zurück, doch die spektakulären Aufnahmen der glühenden Lavaströme in tiefschwarzer Aschenlandschaft lassen jede Kritik verstummen. Inzwischen hat der Zweite Weltkrieg begonnen, und WESTERN APPROACHES wird die erste lange englische Technicolor-Produktion. Es ist ein halbdokumentarischer Film über den Einsatz der britischen Handelsflotte, die trotz dauernder Angriffe durch deutsche U-Boote die Versorgung des Königreichs aufrecht erhält. Zum ersten Mal entsteht ein Farbfilm auf hoher See, nicht wie sonst üblich im Studiotank. Salzhaltige Luft, Spritzwasser und Seegang erschweren die Arbeit, aber der fertige Film wirkt eben auch realistischer als der übliche Studio-Illusionszauber.


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Powell, Pressburger & Cardiff

„Jack war jahrelang der klügste Techniker und Star-Kameramann bei Technicolor. Wie alle von Technicolor ausgebildeten brillianten Kameraleute hatte er den ganzen Betrieb durchlaufen, zunächst die Theorie studiert und dann alle praktischen Fragen der Technicolor-Farbaufnahme und des Druckverfahrens“. (Michael Powell) Als Jack Cardiff für den Technicolor-Film THE LIFE AND DEATH OF COLONEL BLIMP einige Insert-Aufnahmen im Studio ausleuchtet, beobachtet der Regisseur Powell seine Lichtsetzung und bietet ihm spontan den Posten des Chefkameramanns für seinen nächsten Film an. Jahrelang hat Cardiff Kameraleute wie Lee Garmes, Georges Périnal, Hal Rosson und Freddie Young bei der Arbeit studiert und traut sich aufgrund seiner praktischen Erfahrungen mit Technicolor die Gestaltung eines ganzen Spielfilms zu. Michael Powell und Emeric Pressburger haben bereits eine Reihe ungewöhnlicher Filme gestaltet, doch als Powell seinem Gefühl folgend Cardiff ins Team holt, weiß er noch nicht, daß er den für seine Vision von Kino perfekten Verbündeten gefunden hat.5 A MATTER OF LIFE AND DEATH ist ein kühner stilistischer Balanceakt - ein Jahr nach Endes des Krieges erzählt Pressburgers Script die Geschichte eines abgestürzten RAF-Piloten, der zwischen Himmel und Erde verlorengeht. Anders als amerikanische „Feelgood-Movies“ wie HERE COMES MR JORDAN oder IT‘S A WONDERFUL LIFE verliert sich A MATTER OF LIFE AND DEATH nie im GemütlichAllzumenschlichen, was neben dem Spiel von David Niven und Roger Livesey vor allem Cardiffs Fotografie zu verdanken ist. Besonders die Szenen am Strand und im Krankenhaus sind in ihrer Farbgestaltung beeindrukkend. Powell entscheidet, daß

in Umkehrung der üblichen Hollywood-Konvention die „real world“-Szenen“ in Technicolor gedreht werden, während die Vision des Himmels in Schwarzweiß bleibt.

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Oberin ein Glas Tee bringt. Die Beleuchtung der gegenüberliegenden Gebirgskette wird allmählich verändert, um den bevorstehenden Sonnenaufgang zu simulieren. Auch durch

Im Rausch der Farben: Black Narcissus (1947) Rückblickend scheint es unglaublich, daß die großen Filme des Teams PowellPressburger-Cardiff in einem Zeitraum von kaum mehr als drei Jahren entstehen; drei Meisterwerke, die noch heute von Filmstudenten, Kameraleuten und angehenden Regisseuren studiert, zitiert und bewundert werden. Pressburgers Drehbücher, Powells Regie und Cardiffs fotografische Gestaltung greifen nicht nur wie perfekte Zahnräder eines raffinierten Getriebes ineinander, das schafft auch jeder gutgemachte Film aus Hollywoods Traumfabriken. Ihr Zusammenspiel erzeugt vielmehr eine merkwürdig schwebende, oft beunruhigende Stimmung einerseits britisch, andererseits sehr kontinental - die sich der Analyse weitgehend entzieht. Jack Cardiff hat eigentlich erwartet, einige Außenaufnahmen im Himalaya zu drehen, als Powell ihm eröffnet, BLACK NARCISSUS werde eine reine Studioproduktion sein. Die Klosteranlage, in der fast der gesamte Film spielt, entsteht als Außenkulisse mit umlaufendem Rundhorizont. Cardiff spricht sich für eine neue Technik aus, da er die üblichen gemalten Hintersetzer nicht realistisch genug findet. Man fertigt großformatige schwarzweiße Fotohintergründe der das Kloster umgebenden Hochgebirgslandschaft an und koloriert sie mit farbiger Kreide, vom Blau des klaren Himmels bis zu den Schattierungen der verschneiten Bergketten. Diese Hintergründe sind so geschickt eingesetzt, daß sie auch heutigen Sehgewohnheiten standhalten. Wie raffiniert Cardiff das traditionelle Mittel gemalter Hintersetzer belebt, zeigt sich in der Szene vor Sonnenaufgang, wenn der kleine Joseph der

BLACK NARCISSUS (Die schwarze Narzisse, 1947) Glasgemälde (matte paintings) ergänzte Außenaufnahmen, zum Beispiel die der Nonnen bei der Gartenarbeit, sind nahezu perfekt. Die Studiosituation gibt Cardiff und Powell vollständige Kontrolle über das Licht, wobei die für Technicolor nötigen starken Kohlebogen-Scheinwerfer bei Tageslichtszenen dem harten, klaren Licht des Hochgebirges gleichen. Zu Beginn des Films sind die Farben zurückgenommen: Minimales Makeup und ihr heller


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Habit läßt die Darstellerinnen der Nonnen verletzlich, blaß und fast transparent erscheinen. Kräftigere Farben bringen der junge Prinz in seinen prächtigen Gewändern, das Mädchen Kanshi und der wettergegerbte Mr. Dean ins Spiel. Wenn Schwester Ruth in den Wahnsinn hinübergleitet, wechselt sie ihre Farben: Brauntöne „erden“ den Körper, und das provokante Auftragen des knallroten Lippenstifts wirkt auf den Zuschauer wie ein optischer Schock. Wenn Ruth später mit irrem Blick, wirren Haaren und bleichem Teint das Tor öffnet, um Schwester Clodagh anzugreifen, kann sie es mit jeder Schreckensgestalt des Horrorfilms aufnehmen. BLACK NARCISSUS bleibt ein beunruhigender Film über nicht zugelassene Gefühle und Sinnlichkeit. Am Ende des Film, wenn die Oberin das Klostergebäude verläßt, um die Glocke zu läuten, setzt der Kameramann entgegen den heiligen Technicolor-Vorschriften leichte Weichzeichnung ein. Aus dem Kopierwerk kommt daraufhin die unheilverkündende Nachricht, alles gedrehte Material der Szene

sei wegen Unschärfe unbrauchbar. Erst in der Mustervorführung, als jeder sehen kann, wie die leichte Diffusion die Morgenstimmung unterstützt, löst sich die Spannung: „Als die Bilder auf der Leinwand erschienen, sah ich gleich, daß alles gut war, und Michael meinte: ‚Großartig, so habe ich mir‘s vorgestellt, Jack.‘ - Er drehte sich zu den Technicolor-Leuten und sagte: ‚Wann zum Henker werdet ihr begreifen, was Kunst ist?‘ „ Das Publikum ist fasziniert, die Fachwelt staunt über den dunkleren, kraftvollen Stil der britischen TechnicolorProduktion. Jack Cardiff erhält für seine Kameraarbeit den Academy Award für „Best Colour Cinematography“ des Jahres 1947.

Licht, Malerei und Tanz als Gesamtkunstwerk: The Red Shoes (1948) Bei THE RED SHOES arbeiten Powell und Cardiff ein letztes Mal zusammen. Gemeinsam

mit dem aus Deutschland stammenden Maler und Designer Hein Heckroth entwerfen sie das „Ballet of the Red Shoes“, welches mit 16 Minuten Dauer eine ganze Filmrolle in der fertigen Kinokopie benötigt.6 Die ganze Sequenz wird probehalber in Standbildern von Heckroths Gemälden als Trickfilm fotografiert und auf die Musik von Brian Easdale geschnitten, bevor man die aufwendigen optischen Effkte real dreht. Fast unwirklich erscheinen die Außenaufnahmen in Covent Garden oder an der lichtüberfluteten Cote d‘Azur, denn die kontrollierte Umgebung des Theaters vor und hinter den Kulissen ist die reale Welt des Films. Boris Lermontov ist ein Geschöpf des Halbdunkels, aus dem heraus er Regieanweisungen gibt, beobachtet, beurteilt. In den Außenszenen trägt er dunkle Gläser, sein Büro ist durch schwere Vorhänge vor jedem Eindringen der Außenwelt geschützt, dunkle Grün- und Brauntöne dominieren seine Umgebung. In einer Szene steht er als Silhouette im gegenlichtigen Strahl eines Bühnenspots, als sei er aus einer anderen


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe Welt heruntergebeamt worden - hierfür läßt Cardiff übrigens einen neuen 225-AmpèreScheinwerfers importieren, der der Hersteller „Brute“ getauft hat. Vicky Page, die Tänzerin, mit dem hellen Teint einer Rothaarigen, wirkt dagegen wie ein unbeschriebenes Blatt, auf dem Lermontov seine Vision von Ballett zu schreiben beabsichtigt. Um das Medium des Tanzes filmgerecht zu gestalten, setzt Cardiff alle handwerklichen Mittel ein: Variable Bildfrequenzen, ausgeklügelte Kamerabewegungen und expressionistische Lichtstimmungen formen ein berauschendes Gesamtwerk aus Design, Choreografie und Spezialeffekten. Nach einer zunächst zögerlichen Auswertung durch den RankVerleih, der den Film für mißlungen hält, wird THE RED SHOES in den USA ein großer Erfolg und bleibt bis heute der erfolgreichste britische Spielfilm. Während man Hein Heckroth und Brian Easdale für ihren Beitrag mit Academy Awards auszeichnet und Michael Powell immerhin nominert, geht Jack Cardiff leer aus. Später erfährt er von Lee Garmes, daß das Auswahlgremium amerikanischer Kameraleute den Film sicherheitshalber gar nicht erst nominiert hat.

Die Antarktis im Studio, Alfred Hitchcock und der lange Take Auch Cardiffs nächste Projekte sind handwerkliche Herausforderungen, denn bei SCOTT OF THE ANTARCTIC findet die Polarexpedition in einen Studio von gerade einmal 20 Metern Breite statt. Szenische Dreharbeiten am Originalschauplatz sind ausgeschlossen, allerdings schickt man Osmond Borradaile mit einer Technicolor-MonopackKamera in die Antarktis, und Geoffrey Unsworth dreht weitere Aufnahmen ohne Darsteller in Norwegen und der Schweiz. Cardiff muß nun seine Lichtgestaltung im Studio diesen Außenaufnahmen angleichen, was sich aufgrund

wechselnder Farbtemperatur nicht einfach gestaltet. Anders als bei BLACK NARCISSUS hat er nicht einmal Kulissen als Gestaltungsmittel, sondern nur ein weißes Studio mit viel künstlichem Schnee und Wind. Bald darauf holt Alfred Hitchcock Jack Cardiff für UNDER CAPRICORN, seine erste unabhängige Produktion mit Ingrid Bergman und Joseph Cotten. Hitchcock nimmt seine Technik der langen Takes wieder auf, die er bereits in ROPE verwendet hat. Diesmal soll es kein Film ohne

sichtbaren Schnitt werden, aber auch mit einer Vielzahl langer Plansequenzen. Das Problem, die schwere Technicolor-Kamera dauernd in Bewegung zu halten und in jeder Position die Lichtquellen unsichtbar zu halten, löst Cardiff zwar routiniert, aber gestalterischen Freiraum bietet ihm Hitchcocks Art des Filmedrehens nicht. Bei „Hitch“ ist das kleinste Detail vorgeplant, wenn er ins Studio geht - das genaue Gegenteil von Michael Powell, der sogar spontan das Ende von BLACK NARCISSUS umwarf, weil ihm eine visueller Einfall Cardiffs besser gefiel.

Cardiffs wilde Fünfziger Das neue Jahrzehnt beginnt für Cardiff unspektakulär, nach wie vor ist er außerordentlich gefragt. In England und Marokko entsteht THE BLACK ROSE, eine Ritter- und

Kreuzfahrergeschichte unter Regie des Fox-Vertragsregisseurs Henry Hathaway. Mit dem als schwierig geltenden Hathaway kommt Cardiff bestens aus, zudem fasziniert ihn Orson Welles, der hier vor der Kamera steht, um seine eigenen Filme zu finanzieren. THE BLACK ROSE ist ein schnörkelloser Genrefilm, doch die ersten tektonischen Verschiebungen der Filmindustrie kündigen sich bereits an. 1948 sind die amerikanischen Studios durch Gerichtsentscheid gezwungen worden, sich von ihren Filmtheatern zu tren-

nen, was ihnen die sichere Abspielbasis entzieht. Nicht nur der allmähliche Siegeszug des Fernsehens macht der Industrie zu schaffen, auch veränderte Wohnsituationen und Freizeitaktivitäten nagen an den Besucherzahlen. Jahrelang haben die großen Studios Gewinne eingefahren und sich den Markt aufgeteilt, nun fällt es ihnen schwer, mit dem Wandel ihres fabrikmäßigen Geschäftsmodells fertigzuwerden. In Europa gehen allmählich die nationalen Eigenproduktionen „für den Heimgebrauch“ zurück, da sich kleinere Filme bei steigenden Kosten und rückläufigen Einspielergebnisse immer weniger rechnen. Mit technischen Innovationen, neuen Attraktionen und Produktionsweisen soll das Problem in Angriff genommen werden, Farbe, Breitwand und Stereoton sollen das Kinoerlebnis attraktiver machen, Koproduktionen und Drehs im

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Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe Gewinnbeteiligung ausgeschlagen zu haben, denn der weltweite Erfolg von AFRICAN QUEEN hätte ihn zu einem reichen Mann gemacht.

Von der Kamera in den Regiestuhl: Errol Flynn und Wilhelm Tell

Katherine Hepburn und Humphrey Bogart in AFRICAN QUEEN (1951)

Ausland die Kosten senken. Auch Jack Cardiffs Arbeit als Kameramann, besonders aber seine Ambition, selbst Regie zu führen, wird von diesen Umwälzungen betroffen sein. Nach THE BLACK ROSE macht Cardiff Urlaub in Frankreich, dreht anschließend in Paris zwei kurze Dokumentarfilme und lernt dabei die Maler Utrillo und Bracque kennen. Plötzlich erkrankt er an Tuberkulose, man will ihn für zwei Jahre in ein Sanatorium einweisen. Der Rank-Konzern unterstützt ihn finanziell, so daß er in einer schweizer Spezialklinik behandelt werden kann. Sechs Wochen später fühlte er sich besser, und der Arzt erlaubt ihm unter gewissen Auflagen, wieder zur Arbeit zurückzukehren, genauer gesagt: Nach Spanien. Dort wird PANDORA AND THE FLYING DUTCHMAN unter der Regie von Albert Lewin gedreht, Handlung und Stimmung des Film erinnern deutlich an die Powell/Pressburger-Filme. Cardiff setzt nicht nur die Stars Ava Gardner und James Mason vorteilhaft ins Bild, sondern auch den Drehort Spanien. Mit seinen traumartigen Bildern trägt er entscheidend zur Wirksamkeit dieses düster-romantischen Stoffes bei. Zurück nach England: Das „Biopic“ THE MAGIC

BOX erzählt - nach heutigem Wissenstand historisch nicht sehr korrekt - die Geschichte des britischen Filmpioniers William Friese-Greene, mit dessen Sohn Claude Cardiff in vergangenen Jahren mehrmals zusammengearbeitet hatte. Cardiffs Travelogues der vierziger Jahre waren eine gute Schule für das größte Abenteuer seiner Karriere - mit John Huston dreht er AFRICAN QUEEN im Kongo. Fernab vom Luxus eines Filmstudios sollen spektakuläre TechnicolorAufnahmen entstehen. Hustons Plan war, mit einer Floß-Flotille den Fluß Ruiki 1100 Meilen weit hinabzufahren und unterwegs den gesamten Film abzudrehen. Lediglich die Szenen, bei denen die Schauspieler sich im Wasser bewegen mußten, nahm man der gesundheitlichen Gefahren wegen später im Studiotank auf. 7 Cardiffs Kamerarbeit fängt natürlich die Schönheiten und Lichtstimmungen Afrikas ein, aber auch die realen Strapazen, denen die Stars Humphrey Bogart und Katherine Hepburn ausgesetzt sind. Ein seltener Fall, in dem vom Kameramann einmal nicht verlangt wird, die Hauptdarsteller jünger oder schöner erscheinen zu lassen! Später bedauert Cardiff allerdings, das Angebot einer

Nachdem die Stromschnellen Afrikas hinter ihm liegen, steht Cardiff bei zwei Filmen mit Errol Flynn hinter der Kamera. THE MASTER OF BALLANTRAE ist Flynns letzte Arbeit für Warner Bros. - Drehorte sind Eilean Donan Castle in Schottland und die Elstree-Studios. Neben den Kampf- und Actionszenen werden besonders Cardiffs Bilder gelobt. CROSSED SWORDS/ IL MAESTRO DI DON GIOVANNI wird in der Filmstadt Cinecittà nahe Rom gedreht, dabei freunden sich Flynn und Cardiff an. Trotz seiner berüchtigten Alkoholexzesse zeigt sich Flynn als Vollprofi: Sobald die Kamera läuft, ist er zu akrobatischen Höchstleistungen bereit. Als Flynn auf die Idee kommt, eine Wilhelm-Tell-Verfilmung zu produzieren - natürlich mit sich selbst in der Titelrolle - bietet er Jack Cardiff die Regie an. „Obwohl ich als Kameramann erfolgreich war, wollte ich doch immer Regie führen. Ich hatte die großen Regisseure beobachtet. Ich hatte mit ihnen gearbeitet, mit René Clair, Jacques Feyder, Alfred Hitchcock, King Vidor, John Huston - und ich dachte mir, ich könne Regie führen, wenn die Gelegenheit käme. [...] Filmfotografie ist natürlich eine anregende und schöpferische Kunst. [...] Aber der definitive schöpferische Gebrauch des Mediums liegt zweifellos in den Händen des Regisseurs.“ Cardiff sagt zu, ein Drehbuch entsteht und THE STORY OF WILLIAM TELL geht in Produktion. Flynn selbst investiert etwa eine halbe Million Dollar den Film, der Rest kommt von italienischen Produzenten. In der Nähe des Montblanc errichtet man ein massiv gebautes Bergdorf als Kulisse.


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe WILLIAM TELL wird im CinemaScope-Format gedreht und soll einer der ersten Filme in dem gerade eingeführten Breitbildverfahren werden, übrigens auch die erste unabhängige Produktion. Doch dazu kommt es nicht, denn nach einigen Wochen und ungefähr 30 Minuten an fertigen Szenen bricht die Finanzierung der italienischen Coproduzenten zusammen. Als das Filmteam nicht mehr bezahlt werden kann und die geliehene CinemaScopeAusrüstung nach New York zurückgeht, bricht man den Film ab. Jack Cardiffs erste Regiearbeit ist damit gescheitert.

jeder Filmkamera ermöglicht, ist die Dreistreifenaufnahme nämlich überflüssig geworden. Um die Nachfrage nach breiteren, schärferen Bildern auf immer größeren Leinwänden zu befriedigen, baut Technicolor die

WAR

AND

oft imitiert, selten erreicht. Neben Janet Leigh, Tony Curtis, Ernest Borgnine und Douglas selbst sind die norwegische Fjorde und besonders die Felsenburg Fort La Latte in der Bretagne ein reines Schauvergnügen. Die

PEACE (Krieg und Frieden, 1956)

Zurück an die Kamera: Alle wollen Cardiff Joseph L. Mankiewicz rettet Cardiff aus der finanziellen Misere nach dem Tell-Projekt. Er engagiert ihn, um THE BAREFOOT CONTESSA in Cinecittà aufzunehmen. Mit Humphrey Bogart und Ava Gardner warten zwei alte Bekannte auf Cardiff. Italien ist seit Anfang der 1950er Jahre ein attraktiver Standort für amerikanische Großfilme wie QUO VADIS geworden, aber auch ein Knotenpunkt der europäischen Koproduktion. Dino DeLaurentiis holt Cardiff für seine Verfilmung von WAR AND PEACE unter der Regie von King Vidor. Zum ersten Mal steht ihm mit VistaVision ein großformatiges Breitwandverfahren zur Verfügung, das „Motion Picture High Fidelity“ verspricht und eindrucksvolle Panoramen sowie beste Detailschärfe auch auf riesigen Leinwänden bringt. Auch sein alter Bekannter Henry Hathaway dreht in Cinecittà, die Hauptattraktionen vor Cardiffs Kamera in LEGEND OF THE LOST sind Sophia Loren, John Wayne und Rosanno Brazzi. Zum ersten Mal arbeitet Cardiff im TechniramaFormat - eine merkwürdige Wiederbegegnung mit seinem langjährigen Handwerkszeug, der Technicolor-Dreistreifenkamera. Durch den neuen EastmancolorFilm, der Farbaufnahmen mit

Mit Marilyn Monroe bei den Dreharbeiten zu THE PRINCE (Der Prinz und die Tänzerin, 1957) Kameras auf horizontal laufenden 35-mm-Film um, zusammen mit einer anamorphotischen Prismenoptik ergibt sich ein großformatiges Bild mit höchster Schärfe, das dann auf die im Kino üblichen CinemaScopeKopien reduziert wird.8 LEGEND OF THE LOST ist ein routinierter Abenteuerfilm mit ungewöhnlicher Besetzung, neben Sophia Loren sind bis heute Cardiffs raumgreifende Breitbild-Kompositionen sehenswert. Nach Cinecittà ist London Cardiffs nächste Station, denn Marilyn Monroe persönlich hat ihn vorgeschlagen, um sie für Laurence Oliviers THE PRINCE AND THE SHOWGIRL ins bestmögliche Licht zu setzen. THE VIKINGS wird Kirk Douglas‘ erste eigene Produktion und wird zu einer Art Prototyp des robust-naiven Abenteuerfilms -

AND THE

SHOWGIRL

von Richard Fleischer hervorragend inszenierte Einnahme der Festung und der atemberaubende Zweikampf auf dem Turm der Burg sind visuelle Höhepunkte ohne Rückprojektion oder Matte-Shots wie in anderen Filmen. Probleme bereitet das norwegische Wetter, denn nach einigen Tagen Sonnenschein stellt sich Dauerregen ein. Cardiff überzeugt Fleischer und Douglas, im Regen weiterzudrehen, schließlich seien die echten Wikinger harte Kerle gewesen.9 THE VIKINGS endet wirkungsvoll mit einem standesgemäßen Wikingerbegräbnis, aufgenommen zur „magischen Stunde“ kurz vor Einbruch der Dämmerung. Als Einars Drachenboot fotografisch eindrucksvoll mit einem Regen aus brennenden Pfeilen in Brand gesetzt werden soll, wird ein Bogenschütze nervös und schießt zu früh - ein

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THE VIKINGS (Die Wikinger, 1958) einzelner Pfeil setzt das Segel in Brand. Zum Glück reagiert Fleischer rasch und gibt das Kommando „Feuer frei“ für die übrigen Schützen, so daß der Frühstart im Film wie ein beabsichtigtes Ritual wirkt. Der Film wird ein großer Kassenerfolg. Richard Fleischer hat Cardiff übrigens bei einer Szene selbst Regie führen lassen, und Cardiff ist davon über-

zeugt, daß nur die Fleischers Einfluß bei 20th Century Fox diese überzeugt, ihm eine neue Chance als Regisseur zu geben. Cardiff inszeniert bald darauf mit INTENT TO KILL und BEYOND THIS PLACE zwei respektable Thriller mit bescheidenem Budget für das Studio. Seine nächste Regiearbeit SCENT OF MYSTERY ist in Cardiffs

Gesamtwerk sicher eine besondere Kuriosiät. Mike Todd jr., der Sohn des verstorbenen Filmproduzenten und „Todd-AO“Erfinders, bietet ihm an, beim ersten abendfüllenden Duft- oder Geruchsfilm „in Smell-O-Vision“ Regie zu führen. Cardiff findet die Idee reizvoll, Gerüche als dramaturgisches Element einzubeziehen und ist vom Drehbuch überzeugt. Die Sehenswürdigkeiten Spaniens im 70-mm-Format, Denholm Elliott und Peter Lorre in einer Kriminalkomödie, der damals populäre Kurvenstar Diana Dors als Blickfang und Smell-O-Vision als MarketingGimmick - das Projekt hört sich durchaus überzeugend an. Später weist Cardiff darauf hin, daß niemand sich frühzeitig um die technischen Fragen der Duftsteuerung im Kino gekümmert hat: Da viele Szenen auf die Effekte der Duftinstallation hin konzipiert sind, kann der Film bei späteren Aufführungen in herkömmlichen Kinos nicht wirklich funktionieren. „Die erste Pressevorführung fand in einem [für Smell-O-Vision] umgebauten Kino in Chicago stattfinden. Am Eröffnungsabend roch alles nur nach billigem Parfüm. Ich habe diesen Mistkerl [Laube] nie getroffen, aber ich wünschte, er wäre mir über den Weg gelaufen. Offensichtlich war er ein Schwindler.“

Zurück bei Fox: Sons and Lovers Ironischerweise folgt auf das deprimierende Scheitern von SCENT OF MYSTERY unmittelbar Cardiffs größter Erfolg als Regisseur. 20th Century Fox produziert in England Filme mit mittlerem Budget, und man bietet Cardiff an, die Verfilmung von D.H. Lawrences Buch „Sons and Lovers“ zu übernehmen. Er sagt zu, widersetzt sich aber hartnäckig einigen schrägen Besetzungsvorschlägen des Studios und kann Trevor Howard für eine Hauptrolle gewinnen. An der Kamera steht sein alter Ealing-Kollege Freddie Francis. Trotz des knappen Budgets und enger Zeitpläne wird SONS AND LOVERS eine gelungene Adaption,

Ohne die Düfte von 'Smell-O-Vision' lief SCENT OF MYSTERY (1960) später als HOLIDAY IN SPAIN


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe die hervorragende Kritiken erhält. Der Film sammelt nicht weniger als sieben Nominierungen bei den Academy Awards, auch in der Sparte Regie. Freddie Francis erhält den Preis für seine Kameraarbeit in Schwarzweiß und CinemaScope. Cardiff zeichnet man mit dem Golden Globe, den Preis des National Board of Review und des New York Film Critic Circle aus, in Cannes war SONS AND LOVERS für die Goldene Palme nominiert. Zu einem kurzen Intermezzo hinter der Kamera überredet ihn Joshua Logan (SOUTH PACIFIC, BUS STOP), denn er plant die Marcel-Pagnol-Verfilmung FANNY mit Leslie Caron, Horst Buchholz und Maurice Chevalier. Cardiff läßt sich gern überzeugen, wobei seine Liebe zu Frankreich eine Rolle spielen mag. Cardiffs Kameraarbeit wird einmal mehr für einen Academy Award nominiert.10

Vermischtes aus den 1960ern Die frühen sechziger Jahre sind eine Zeit der Desorientierung, in der sich die Filmindustrie an altvertraute Formeln und Formate klammert, auf die leider kein Verlaß mehr ist. Stars wie Marlon Brando und Burt Lancaster wollen selbst produzieren oder Regie führen, der Aufstieg der mächtigen Agenten geht mit dem Niedergang der Studios einher, die ihre Vertragsschauspieler entlassen. Für die Film-im-Film-Komödie MY GEISHA wird Cardiff von Shirley MacLaine und ihrem Ehemann Steve Parker engagiert. Der Liste seiner Drehorte kann er nun auch Japan hinzufügen, denn gedreht wird natürlich „on location“. Die Technirama-Aufnahmen des traditionellen und modernen Japan sind teilweise spektakulär, auch ist der Film unterhaltsam und gut inszeniert. Doch MY GEISHA leidet an seinem schwachen und wenig glaubhaften Drehbuch, außerdem an der fehlenden „Chemie“ zwischen Yves Montand und MacLaine. Daß Paramount das fertige Werk um eine halbe Stunde kürzt, machte die Sache auch nicht besser.

Nach dem stimmungsvollen Tierfilm THE LION läßt Cardiff sich von Columbia überreden, einen neuen Wikingerfilm zu drehen. Richard Widmark, Sidney Poitier und Russ Tamblyn sind die Stars von THE LONG SHIPS, der in Jugoslawien produziert wird. Probleme mit dem Drehbuch und zwischen Produzent und Hauptdarsteller machen den Dreh für Cardiff zu einer unangenehmen Erfahrung, zumal er das eindeutige Gefühl hat, das Ganze sei nur ein zweiter Aufguß von THE VIKINGS. Manche Szenen und Einstellungen, etwa die Rückkehr der Wikinger in den Heimathafen, sind in der Tat direkt übernommen. Trotz aller Mühe, die sich Cardiffs langjähriger Mitarbeiter Christopher Challis an der Kamera gab, blieb auch der Look des Films uneinheitlich. Neben episch wirkenden, klaren Bildern gibt es zahlreiche schlecht choreographierte Kämpfe, billig wirkende Kulissen und klamaukhafte Episoden. THE LONG SHIPS hat einen unbestreitbaren Trash-Charme, doch der Regisseur ist nicht glücklich damit. Selbstkritisch merkt er an: „Die Dreharbeiten waren eine zermürbende Erfahrung. Dieser Film hätte wohl einen knallharten Regisseur wie [Henry] Hathaway gebraucht, der brüllt und herumtobt. [...] Merkwürdigerweise akzeptierte das Kinopublikum

MY GEISHA (Meine Geisha, 1960) Aspekte dem erkrankten Ford zu, was Cardiff sehr verletzt. Von 130 Minuten waren weniger als fünf von John Ford inszeniert. Immerhin war die Zusammenarbeit mit dem Hauptdarsteller Rod Taylor so gut gewesen, daß die beiden in den folgenden Jahren die BondParodie THE LIQUIDATOR und den Söldnerfilm THE MERCENARIES unter Cardiffs Regie drehen.

Jack Cardiff und Hauptdarstellerin Marianne Faithfull beim Dreh von GIRL ON A MOTORCYCLE (Nackt unter Leder, 1968) den Film als gutgelaunten Action-Spaß, aber für mich war es definitiv kein Vergnügen.“ Als John Ford bei den Aufnahmen zu YOUNG CASSIDY erkrankt, übernimmt Cardiff die Regie und liefert einen wirklich soliden Film ab. Leider schreiben die Kritiker alle positiven

GIRL ON A MOTORCYCLE ist sicher Cardiffs eigenartigste Regiearbeit. Visuell eine radikale Abkehr von klassischer Bildgestaltung, verwendet der Film eine experimentelle Bildsprache, wobei Zooms, Handaufnahmen und Verfremdungen wie die elektronische Solarisation einzelner Passagen eingesetzt werden.

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GIRL

ON A

MOTORCYCLE (Nackt unter Leder, 1968)

Ob man das aus heutiger Sicht für modische Zeitgeist-Marotten hält oder für gelungenen formalen Ausdruck innerer Prozesse, ist Ansichtssache. Fest steht, daß der Film in England an der Kinokasse funktioniert, sogar zum zweiterfolgreichsten Film des Jahres wird. Die parallel gedrehte französische Fassung findet in Frankreich wohlwollende Aufnahme durch die Kritik.

Ein Regisseur im Ruhestand „Regisseure, die lange genug dabei sind, haben den ausgemergelten Blick von Kampfpiloten, die den Krieg überlebt, aber Narben auf ihrer Seele davongetragen haben.“ Sein Ruf als erstklassiger Kameramann sorgt dafür, daß Jack Cardiff stets Arbeit hat. Nur noch zweimal führt er Regie bei Kinofilmen. Die Komödie PENNY GOLD erregt wenig Aufsehen, und an den Horrorfilm THE MUTATIONS denkt Cardiff trotz Donald Pleasence in der Hauptrolle lieber nicht zurück: „Ich zucke immer zusammen, wenn mir Leute sagen, daß sie den Film mögen.“ Seine Kamerajobs sind

ein Spiegelbild der Produktionswirklichkeit dieses Jahrzehnts. Bei SCALAWAG gibt es ein Wiedersehen mit Kirk Douglas, der diesmal selbst Regie führt, Richard Fleischer holt Cardiff für CROSSED SWORDS und mit John Guillermin dreht er den stilvollen DEATH ON THE NILE. Bemerkenswert ist Cardiffs Arbeit für RAMBO: FIRST BLOOD PART II, die diesen grimmigen Actionfilm durch intensive Farben und plastische Ausleuchtung weit über den Standard des Genres hebt. Wie Sylvester Stallone befindet sich auch Arnold Schwarzenegger in besten Händen, als er mit Cardiff und Fleischer in Mexiko auf die zweite Reise als CONAN THE DESTROYER geschickt wird. Auch die unterschätzte Steven-KingVerfilmung CAT‘S EYE profitiert von Cardiffs Bildgestaltung. Mit 75 Jahren beschreitet Cardiff noch einmal technisches Neuland. Er fotografiert die Special-Venue-Filme CALL FROM SPACE und MAGIC BALLOON in Douglas Trumbulls Showscan-Verfahren, das durch 70-mm-Film mit 60 Bildern pro Sekunde für ein ultrarealistisches Kinoerlebnis sorgt. 11

Cardiff schreibt nun seine Autobiografie „Magic Hour“, die 1996 erscheint. Seine alten Filme, besonders die Powell/ Pressburger-Klassiker, werden immer wieder neu entdeckt, regelmäßig bekommt er FanBriefe und wird zu seiner Arbeit befragt. 2000 ehrt man ihn mit dem „Order of the British Empire“, ein Jahr später folgt der Ehren“Oscar“ für sein Lebenswerk (Life Achievement Award). Ein langes Interview mit ihm, das der Journalist Justin Bowyer im Sommer 2002 führt, erscheint unter dem Titel „Conversations with Jack Cardiff“ als Buch.12 Seit Cardiff im April 2009 starb, sind seine Filme präsenter denn je. BluRay- und DVD-Versionen von Filmen wie BLACK NARCISSUS oder AFRICAN QUEEN begeistern in restaurierter Form ein neues Publikum. Am Ende wurde er selbst zum Gegenstand eines Film: Craig McCalls Dokumentarfilm CAMERAMAN - THE LIFE AND WORK OF JACK CARDIFF setzt seiner Kunst und seinem Handwerk ein würdiges filmisches Denkmal.

FUSS/ENDNOTEN: 1

Jack Cardiff, Magic Hour, London 1996

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vgl. Steve Chibnall, Quota Quickies: The Birth of the British ‚B‘ film, London, 2007

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zur Entwicklung und Technik von Dreifarb-Technicolor: Richard W. Haines, Technicolor movies: the history of dye transfer printing, Jefferson 1993 Herbert T. Kalmus with Eleanore King Kalmus, Mr. Technicolor, Absecon, 1993

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Eine ausführlich bebilderte Produktionsgeschichte mit einem Sonderkapitel zu Technicolor enthält: Ronald Haver, David O. Selznicks Hollywood, München, 1983

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Zur Entstehung der Powell/Pressburger-Filme lesenwert ist die zweiteilige Autobiografie Michael Powell, A Life In Movies: An Autobiography, London 1986 Michael Powell, A life in movies: Million-dollar movie, London 1992

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vgl. Katharina Spielhaupter, Hein Heckroth - Filmgestalter, Frankfurt/M. 1991

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vgl. Katharine Hepburn, The Making of The African Queen, or how I went to Africa with Bogart, Bacall and Huston and almost lost my mind, New York 1987

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Die Geschichte und Funktion von CinemaScope, VistaVision und Technirama erklärt die englischsprachige Website American Wide Screen Museum - www.widescreenmuseum.com

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Zur Entstehung dieses Films sehr lesenswert: Kirk Douglas, The Ragman‘s Son, New York 1987 dt. Weg zum Ruhm, Frankfurt/M. 1992

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zu Fanny siehe auch: Joshua Logan, Movie Stars, Real People, and Me, New York 1978 11 Bob Fisher, Showscan Expands Movie Realism, in: American Cinematographer März 1990, S. 26-33 12 Justin Bowyer, Conversations with Jack Cardiff: Art, Light and Direction in Cinema, London 2003


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The travels of Mr. Cardiff: Portrait of a cinematographer by Christian Appelt

Jack Cardiff is a theater child, metaphorically “born in a trunk” in the year 1914. His parents are music hall artists, always travelling around the world. Jack grows up behind the scenes of countless British theaters. If it comes to a lack of engagements, the parents make ends meet with jobs as movie actors in the studios of Twickenham or Isleworth. Jack Cardiff‘s movie career starts in front of the camera. He almost becomes a child star. However, with the onset

of puberty, his career as actor draws to a close. Two weeks before his fourteenth birthday, he leaves school and takes on his first job at Elstree film studios. „I knew nothing about cameras, optics or laboratory work, but I wanted to work in the camera department because camera people went on location abroad: Egypt, France, Italy, perhaps India - how I yearned to visit these magical places! In my new world I soon came down to

earth. I found out how heavy the camera equipment was to carry.“ Cardiff has no idea yet, how often he is going to travel around the globe making movies in the coming six decades. Fierce Vikings, neurotic nuns, wild animals, German submarines, Russian and Irish revolutionary, and even a messenger sent from heaven will come across his way. He will create exotic places out of the darkness of the movie studio, bring them to life through

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Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe the art of lighting, composition and his own brand of visual magic. His talent for arranging the perfect interplay of light and shadow will eventually highlight the beauty of women like Marlene Dietrich, Marylin Monroe, Ava Gardner, Shirley MacLaine, Sophia Loren, Janet Leigh, and Deborah Kerr. Heroes of the screen, such as Kirk Douglas, James Mason, Henry Fonda, Errol Flynn up to Alain Delon, and Sylvester Stallone will be presented in the proper light by him. He will bear the title of „Britain‘s Best Cinematographer“ and carve out an adventurous second career directing films. But for the time being, Cardiff has to earn his bread as an errand boy in the film studio. As time goes by, he is being assigned with more and more tasks, becomes a camera assistant, gets to pull focus and reload the camera mags with film stock. In 1930, he meets Alfred Hitchcock for the very first time in Elstree, where the shooting of his movie THE SKIN GAME is in full swing. The conversion from silent film to sound is underway.

To subsidize domestic film production and control the market power of the Americans, the government introduces a “British Quota”.This leads to a wave of “quota quickies”, low budget movies shot on tight schedules, just to fill the requirement of the British program quote. Cardiff‘s next stopover is the animation department of Denham Studios, which represent the realization of Alexander Korda´s dream of his own British Hollywood. Korda is not interested in producing “quota quickies”, he believes in making quality films that will do well in the international market. For this purpose, he brings American craftsmen to Britain, respected artists like Hal Rosson, a renowned cinematographer who shot DOCKS OF NEW YORK for Josef von Sternberg. Jack Cardiff becomes his camera operator during production of René Clair’s THE GHOST GOES WEST and gets along quite well with the apparently choleric Rosson. The best cinematographers are literally beating a path to Korda´s doorstep, and Cardiff gets the chance to study the art of lighting motion pictures from the likes of Charles Rosher, Lee Garmes or James Wong Howe, who create magic black and white pictures at Denham.

“In Glorious Technicolor”

The original Technicolor three-strip camera used three b & w films to recors colour.

In 1936, Technicolor comes to England. The recently established Technicolor Ltd. is looking for technicians and cinematographers to be employed for the supervision of future Technicolor productions on the British and European market. Technicolor is more than merely a color system, as the company´s founder Herbert T. Kalmus has learned from long and bitter experiences with previous system versions that the control of color shouldn´t be simply left to the producers and directors of photography. Three-color Technicolor, which reached its technical maturity around 1933, is purchased as a full service package including the special three-strip camera, Technicolor-trained camera crew, processing of the negatives and

all laboratory work including the final 35mm release prints in the company‘s unique dye-transfer printing process. This seamless production process is monitored by a color consultant. He keeps a close eye on each stage of movie production and makes sure that sets, costumes, and lighting create a harmonic interaction of the colors. This kind of tight control is indeed necessary since the process has certain limitations in rendering certains colors and lighting ratios. But Technicolor‘s dogma of color harmony creates a tight aesthetic framework, which is met with reluctance by experienced black and white cinematographers. They are used to work with hard shadows and strong contrasts if it serves the film‘s style, while Technicolor prefers less contrast, pastel colors and rather flat lighting. Over the years, directors, cinematographers and set designers begin to challenge Technicolor‘s iron rules and learn how to work around the system‘s limitations to create stronger images and use innovative color compositions to advance storytelling. GONE WITH THE W IND, production designer William Cameron Menzies creates a color storyboard for the four hour movie, pre-planning every shot and establishing an elaborate color dramaturgy. No one expects film makers from Great Britain to give new impetus to Technicolor - neither does Jack Cardiff, who applies for a job and impresses the Americans with his knowledge about the lighting style of Dutch painters. “I marveled as the first Technicolor camera emerged from its packing case with an air of proud, sleek beauty. It was painted bright blue and its shiny chrome fittings reminded me of a brand new Rolls-Royce. [...] Over the next quarter of a century, until the advent of single-film Eastmancolor, which tolled the death-knell of the three-stripcamera, I used this superb RollsRoyce of a beauty all over the world in all kinds of dangerous situations: in steel foundries (inches away from molten ingots), in battleships in wartime seas.”


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Kim Hunter, David Niven and Roger Livesey in A MATTER

OF

LIFE

AND

Jack Cardiff becomes the official camera operator and color consultant for Technicolor. He gets to know every single detail of the elaborate technology, since an operator and his team are expected to solve every technical problem on their own, even far away from Technicolor’s camera department and laboratory facilities. Time and again, the handling of the highly sensitive, gold-coated beam splitter prism has to be tested out with a wooden dummy before one gets to handle the original device. Believe it or not, but you even had to learn how to cushion a falling prism with your foot, as this may prevent it from being damaged more severely!

Cardiff comes across the problem of lighting the interior of the St. Peter´s Basilica, he resorts to hand-cranking the film very slow through the camera, captures the scene in natural light through long exposures. The thought of dragging the unwieldy technicolor-camera to most exceptional spots may be hard to believe for today´s filmmakers who are used to light-weight equipment. Cardiff and his team return with melted shoe soles and charred tripod legs from shooting a volcano eruption at mount Vesuvius. However, the spectacular shots of the glowing lava streams in midst of a pitch-black ash scenery makes every critical voice grow silent.

Cardiff´s first assignment is a series of travelogue short films titled FASCINATING JOURNEYS – in Technicolor, of course. Backed up by a small team, he captures the most beautiful spots of Rome, Jerusalem and Baalbek on Technicolor. As the speed of Technicolor was pretty slow with 16ASA/13DIN in those days, ingenuity was needed in order to create impressive color pictures using little additional lighting and plenty of natural light. When

Meanwhile, World War II has begun, and WESTERN APPROACHES becomes the first feature-length British Technicolor production. It is a semi-documentary about the commitment of the British merchant marine that makes it possible to keep up with the provision of the realm despite continuous attacks by German submarines. It is the very first time that a Technicolor movie is shot on the open sea, and not as usual in the studio tank.

DEATH (1946) Salty air, splashing water, and heavy sea conditions made the work a difficult undertaking, but the effort was worth it, since the finished movie appears quite real, quite unlike the usual sea scene done on a sound stage with painted sky cycloramas and artificial waves.

Powell, Pressburger & Cardiff “Jack had been Technicolor’s brightest technician and their star demonstration cameraman for years. Like the other brilliant cameramen sponsored by Technicolor, he had been right through the plant, studying first the theory, and then the practice of the Technicolor dye-process colour system.” Michael Powell When Jack Cardiff does a lighting setup at the studio to create some insert shots for the Technicolor movie THE LIFE AND DEATH OF COLONEL BLIMP, he is being watched by the director Powell, who grasps the opportunity and asks him if he was inte-

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Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe A MATTER OF LIFE AND DEATH is a bold and stylistic balancing act – only one year after the war, Pressburger´s script tells the story of a crashed RAF-pilot getting lost between heaven and earth. Other than the typical American „feelgood movies“ like HERE COMES MR JORDAN or IT’S A WONDERFUL LIFE , A MATTER OF LIFE AND DEATH never gets stuck in banal sentimentality, thanks not only to the acting of David Niven and Roger Livesey, but mostly to Cardiff´s photography. Especially the scenes on the beach and in the hospital make a great visual impact as regards the color arrangement. Powell decides to oppose the Hollywood convention about the „real world“ scenes, and shoots them in Technicolor, while Heaven remains black and white.

A feast of colors: Black Narcissus (1947)

Still frames from BLACK NARCISSUS (1947) rested in the position as lighting cameraman for his next movie. After long years of studying the work of cinematographers such as Lee Garmes, Georges Périnal, Hal Rosson, and Freddie Young and his wealth of experiences in the practical work with Technicolor, Cardiff feels sufficiently confident to take on the shooting of an entire feature film. Michael Powell and Emeric Pressburger have already collaborated on a number of extraordinary movies, but when Powell follows his intuition and takes Cardiff on board, he has no way of knowing that he just made the perfect match for his own special vision of filmmaking.

In retrospect it seems incredible that the most important films created by Powell-PressburgerCardiff come into being within a period of hardly more than three years; three masterpieces, which are to this day studied, quoted and admired by film students, cinematographers and budding directors. It´s not only the interweaving of perfect crafts like Pressburger´s scripts, Powell´s direction and Cardiff´s photographic design – you will find this in any well-done production from Hollywood‘s dream factories. The special chemistry of these artist‘s minds creates a mysterious, sometimes haunting atmosphere – British on the one part and very Continental on the other – which, for the most part, defies analysis. When Powell began production on BLACK NARCISSUS, Jack Cardiff´s expects to do some location shooting in the Himalaya, but then, Powell reveals to him the film will be done entirely on the studio lot. The monastery complex being the scenery for almost the entire movie is built as a large set surrounded by a cyclorama. Cardiff argues for a new technique,

as the usual painted backings bears no realistic appearance for him. Thus, large-sized black and white photographic backgrounds of the mountainscape surrounding the monastery are created and painted with colored chalk in tones stretching from the blue of the clear sky up to the shades of the snowy mountain range. These backgrounds are used in such a subtle way that they can definitely match up with today´s viewing habits. Cardiff subtle use of lighting to make artificial backgrounds look real can be studied in the scene before sunrise, when little Joseph brings a glass of tea to the reverend mother. The changes in the lighting of the mountain range are gradually introduced in order to simulate the approaching sunrise. Elaborate matte shots are used to create impressive compositions like the nuns doing the gardening on the high plateau. The studio situation gave Cardiff and Powell absolute control of the light, and the strong carbon arc lights being necessary with Technicolor actually helped to simulate the clear, harsh light of the high mountains. When the movie starts, the colors are unobtrusive: minimal make-up and their bright habit give the nuns the appearance of being vulnerable, pale, and almost transparent. Stronger colors appear with the young prince, who is clothed in his bright raiment, the girl Kanshi, as well as with the weathered Mr. Dean. With the onset of Sister Ruth´s insanity, her colors are changing: brown tones are known to „earth“ the body, and the provocative application of fiery red lipstick shockingly strikes the audience. When Sister Ruth later opens the gate in order to attack Sister Clodagh, her mad eyes, disheveled hair and pale face make her look like a creature from hell, an image never to forget. BLACK NARCISSUS remains a dark and most erotic film about suppressed feelings and sensuality. At the end of the movie, when the reverend mother leaves the main building in order to ring the bell, the cameraman applies, contrary to the sacred


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe Technicolor principles, a slight diffusion filter. Shortly afterwards, the team is being informed by the Technicolor lab on the direful news that the complete material of that scene cannot be used because it looks out of focus. Fortunately, when the rushes are screened, everyone can see how the very slight diffusion helps establish the dawn mood: As it came on the screen, I could see it was fine and Michael said „That‘s great, just what I wanted, Jack.“ He turned to the Technicolor people and he said, „Why the fuck don‘t you guys learn something about art?“ The audience is fascinated; experts are staggered by the darker, striking style of this British Technicolor production. Jack Cardiff is awarded with the Academy Award for „Best Color Cinematography“ of 1947.

Light, painting and dance as a complete work of art: The Red Shoes (1948) For THE RED SHOES, Powell and Cardiff team up one last time. Collaborating with the German painter and designer Hein Heckroth, they design the “Ballet of the Red Shoes”, a 16 minute visual tour de force that encompasses a whole reel of its own in the release prints of the film. For pre-visualization purposes, the team shoots Heckroth´s paintings as an animated movie and cut it to the rhythm of Brian Easdale’s music score. Every shot is done as a storyboard painting before the elaborate visual effects are ultimately shot. The location shots in Covent Garden or at the light-flooded Cote d´Azur seem to take on an almost surreal appearance, as the controlled surroundings of the theater backstage become the real world of the movie. Boris Lermontov is a creature of the semi-darkness from where he gives stage directions, watches silently, and gives hard judgment on other people’s talent. In open daylight he wears dark glasses, and heavy curtains combined with dark green- and brown tones in

his office protect him against any intrusion from the outside world. One scene shows him standing as a silhouette figure in the light shaft of a stage spotlight, just as if he has been beamed down from another world – by the way, especially for this reason, Cardiff has imported a new 225-ampére spotlight christened “Brute” by its manufacturer. In contrast to this, Vicky Page, the dancer with the fair complexion of a red-head appears to be a blank canvas on which Lermontov intends to write down his vision of ballet. So as to arrange the medium of dance in a movie-typical way, Cardiff makes use of all available means: variable camera speeds to compress or stretch time, elegant camera movements and expressionistic lighting contribute to the creation of an exhilarating holistic work of design, choreography, and special effects. During its first release, THE RED SHOES is considered an artistic and commercial failure. Fortunately, it turns out to be successful in the United States and remains until today the most successful British motion picture. After all, Hein Heckroth and Brian Easdale win the Academy Award for their artistic contribution, while Michael Powell receives at least a nomination and Jack Cardiff comes away empty-handed. Later in a chat with Lee Garmes, it comes to light that the election committee of American cinematographers decided not

even to nominate this British film because they did not want to give the award to an English cameraman twice in a row.

Antarctica in the studio, Alfred Hitchcock and the long take Cardiff´s next few projects also prove to be artisan challenges as well, such as the shooting of the polar expedition in SCOTT OF THE ANTARCTIC. Filming with actors at the real location is impossible, however. Osmond Borradaile is being sent out to Antarctica with a Technicolor monopack camera and Geoffrey Unsworth takes further shots without actors in Norway and Switzerland. Cardiff has to adapt his studio lighting to match the location footage, which turns out to be a pretty difficult undertaking due to color temperature. Unlike in BLACK NARCISSUS, he does even have built sets and backgrounds to compose his images, just a white studio about 20 meters wide and plenty of artificial snow and wind. Being his first independent production starring Ingrid Bergman and Joseph Cotten Alfred Hitchcock assigns Jack Cardiff soon afterwards for UNDER CAPRICORN . Hitchcock draws upon his technique of long takes which he has already used with ROPE. This time, things

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are not supposed to result in a movie without any visible cuts, but rather with a multitude of long “mise-en-scène” shots. The problem of having the bulky Technicolor camera in constant motion while the light sources have to be kept invisible in each position is actually being solved routinely by Cardiff, but Hitchcock´s manner of making movies doesn´t leave too much room for creativity. With “Hitch”, every single detail is already planned long before he enters the studio – thus the exact opposite of Michael Powell, who actually threw away the already shot ending of BLACK NARCISSUS on the spur of a moment, as he was more into a visual concept with Cardiff than into his own one.

Cardiff´s wild fifties The new decade starts off rather unspectacularly for Cardiff, he gets more job offers than he can handle. England and Morocco serve as location for THE BLACK ROSE, a knights-and crusaderstale directed by Henry Hathaway who has been appointed for this job by Fox. Cardiff gets along very well with Hathaway who is deemed to be a difficult director. In addition to that, he is fascinated by Orson Welles who has been taking on the job as actor in order to fund his own movies. THE BLACK ROSE is a simple genre-movie; however the first tectonic shifts in the film industry can already be felt

AFRICAN QUEEN (1951)

(are already on the doorstep). In 1948, the American major studios have been compelled by court order to split up with their movie theaters, a decision that undermines their established release patterns. Not only the gradual rise of television, but also changing living situations and leisure activities make up the reasons for the diminishing number of visitors and the consequent struggles of the industry. The big studios have been making profits in the market for years, and now they have to cope with the changes in their business model. Europe is currently on a downward trend regarding films for each country’s domestic market, as low-budget movies seem to pay off less and less due to increasing costs and declining box-office takings. Technical innovations, new attractions and production techniques are supposed to tackle the problem, thus color, wide screen, and stereo sound are applied for an improved movie experience, while co-productions and shooting overseass are intended to reduce costs. This overthrow will also have an impact on Jack Cardiff´s work as cinematographer, and in particular on his ambitions to direct a movie on his own. After finishing the work on THE BLACK ROSE, Cardiff goes on vacation in France, shoots two short documentary films in Paris and makes acquaintance with the painters Utrillo and Bracque at that. Suddenly he comes down with tuberculosis and he is supposed to take recovery measures in a sanatorium for two years. The Rank company backs him so that he can seek treatment in a Swiss specialist clinic. Six weeks later, he feels better and, under the provision of certain conditions, the physician lets him get back to work, or more precisely: to Spain. That´s the location of the shooting of PANDORA AND THE FLYING DUTCHMAN, directed by Albert Lewin, strongly reminding us of the Powell/Pressburger style when it comes to the story and vibe of the movie. Cardiff knows perfectly how to put the spotlight on the stars Ava Gardner


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe and James Mason, and last but not least, Spain. Owing to his dream-like images, the melancholy-romantic theme of this movie comes to full bloom and leaves a striking impression. Back to England: The biopic THE MAGIC BOX tells – according to the current day knowledge turning out to be historically incorrect – the story of British movie pioneer William Friese-Greene, with whose son Claude Cardiff has collaborated for several projects in the recent years. Cardiff´s travelogues in the forties prove to be a reasonable lesson for the greatest challenge of his career – together with John Huston, he is going to shoot AFRICAN QUEEN in the Congo. Far away from the luxury of a film studio, they pursue the goal of capturing spectacular Technicolor shots. Huston´s plan was to ride down the river Ruiki on a fleet of rafts for about 1100 miles, shooting the entire movie on that way. However, scenes which required the actors to move in the water were subsequently taken in the studio tank as the health hazards were considered to be too risky. Cardiff´s camera work does certainly capture all the beauties and moods of the light in Africa, including also the real stresses and strain the stars Humphrey Bogart and Katherine Bogart have to deal with. It occurs only rarely that the cameraman is not asked to let the main actors appear younger or more beautiful! In later years, Cardiff will regret having rejected the offer of a share in the profits as the international success of AFRICAN QUEEN would have made him a rich man.

From the camera straight into the director´s chair Errol Flynn and Wilhelm Tell After leaving the cataracts of Africa behind, Cardiff acts as director of two movies starring Errol Flynn.THE MASTER OF BALLANTRAE is Flynn´s last work for Warner Bros. Shooting locations include the Eilean Donan Castle in Scotland and Elstree

Studios. CROSSED SWORDS/IL MAESTRO DI DON GIOVANNI is shot in the legendary Cinecittà studio nearby Rome, and soon Flynn and Cardiff become friends. Despite his infamous alcohol excesses, Flynn stands out as a brilliant actor: Once the camera is ready, he is willing to perform acrobatic top performances. When Flynn comes up with the idea of producing a screen adap-

WAR

AND

and THE STORY OF WILLIAM TELL enters the production stage. Flynn himself invests around half a million dollars in the movie, the remaining amount is paid by the Italian producer. A solidly-built mountain village erected in close proximity to the Montblanc serves as backdrop for the movie. WILLIAM TELL is shot in the CinemaScope-format and would

PEACE (1956)

Cardiff meets Monroe: THE PRINCE tion of Wilhelm Tell – of course with himself starring as film hero – he asks Jack Cardiff to take over the position as director. “I became a successful cameraman, but had always wanted to direct. I had looked at the directors I had worked with: great ones, like René Clair, Jacques Feyder, Alfred Hitchcock, King Vidor, John Huston - and began to believe I could direct when I got the chance. [...] Photography is certainly a stimulating, creative art. [...] But the ultimate creative use of the medium is unquestionably in the hands of the director.” Cardiff accepts the engagement, a script is being written,

AND THE

SHOWGIRL (1957)

be one of the first movies to be released in that brand-new wide screen process, and by the way, the first independent production as well. However, this dream hits reality when the financial funding of the Italian co-producer fails after some weeks and only around 30 minutes of finished takes. Since the film crew cannot be paid any longer and the rented CinemaScope equipment is shipped back to New York, Flynn and Cardiff decide to abandon the work on the movie.

Everybody wants Jack Cardiff Joseph L. Mankiewicz drags Cardiff out of the financial misery

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Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe Henry Hathaway is currently shooting in Cinecittà, the main attractions in front of Cardiff´s camera in LEGEND OF THE LOST are Sophia Loren, John Wayne and Rosanno Brazzi. For the first time Cardiff gets to use Technirama format – a kind of strange re-encounter with the Technicolor camera, being his constant companion for many years. Thanks to the new Eastmancolour negative stock, color films can be taken with any motion picture camera, making three-strip photography obsolete. To meet the demand for larger, sharper pictures on large screens, Technicolor converts the old cameras to horizontal running 35-mm-film, and combined with an anamorphic lens, the result is a large-area high resolution image that can be printed to standard CinemaScope 35mm format.

THE VIKINGS (1958) that followed the Tell-project. He assigns him to shoot THE BAREFOOT CONTESSA in Cinecittà. With Humphrey Bogart and Ava Gardner, Cardiff is being expected by two familiar faces. Since the early 1950s, Italy has has become an attractive location for American epics like QUO VADIS, but moreover it acts as a melting pot of the European co-production scene. Dino DeLaurentiis

SCENT

OF

takes Cardiff on board in order to produce his movie adaption of WAR AND PEACE directed by King Vidor. For the very first time, he uses VistaVision, a largeformat widescreen system which promises “Motion Picture High Fidelity”. The film is praised by critics for Cardiff’s impressive compositions and bold lighting. As well his old acquaintance

MYSTERY (1960, re-released as HOLIDAY

IN

SPAIN)

LEGEND OF THE LOST is a enjoyable adventure movie starring an unusual cast, and apart from Sophia Loren, it is Cardiff´s outstanding wide-screen photography that make this movie definitely worth watching. Cinecittà is followed by London and represents Cardiff´s next station, since it´s Marilyn Monroe in person, who proposed him to present her in the best-possible light for Laurence Oliviers THE PRINCE AND THE SHOWGIRL. THE VIKINGS is going to be Kirk Douglas’ first independent production and becomes a kind of prototype of the tough and simpleminded adventure movie – often copied, rarely equaled. Besides Janet Leigh, Tony Curtis, Ernest Borgnine and Douglas himself, the fjords of Norway and especially the castle Fort La Latte in the Bretagne provide for a sheer feast for the eyes. The brilliantly-staged conquest of the castle and the breathtaking sword duel on the castle´s tower are visual highlights without back projection or matte shots as is common in other movies. Problems are posed by the Norway weather, as a few sunny days are followed by constant rain. Cardiff convinces Fleischer and Douglas to continue the shooting in the


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe rain, after all, the real Vikings are said to be tough guys. THE VIKINGS ends with a traditional Viking burial, shot in the „magical hour“ shortly before nightfall. When Einar´s dragon boat is supposed to be dramatically set on fire by a rain of burning arrows, one of the bowmen becomes so nervous that he fires the first shot way too early – and that arrow sets the sail on fire. Fortunately, Fleischer responds quickly and commands the other archers to shoot so that the jump start appears to be as if it was an intended rite in the movie. The movie makes the cash tills ring. By the way, Richard Fleischer allowed Cardiff to take seat on his director’s chair for one scene, and Cardiff has the strong belief that Fleischer´s influence is necessary to convince 20th Century Fox of getting him a second chance as director. A short time afterwards, Cardiff staged the movies INTENT TO KILL and BEYOND THIS PLACE , two quite presentable lowbudget thriller for the studio. His next direction work SCENT OF MYSTERY can definitely be considered as particular curiosity. Mike Todd jr, the son of the deceased film producer and creator of „Todd-AO“, offers him to take on the direction in the first featurelength scent-or smell movie “in Smell-O-Vision”. Cardiff relishes the idea of involving smells as dramaturgic element and likes the script. The sights of Spain in the 70-mm-format, Denholm Elliot and Peter Lorre acting in a comedy thriller, the then famous curvy star Diana Dors as eyecatcher and Smell-O-Vision as marketing gimmick – this project sounds pretty convincing. Later, Cardiff points out that no one minded about the timely solving of technical issues concerning the smell control in the movie theater: As many scenes have been designed for the effects of the smell installation, it is foreseeable that the movie fails with later screenings in conventional movie theaters. “The first screening for the press was going to be in this specially built cinema in Chicago. On the big night everything

smelled like cheap perfume. I never met that bastard [the inventor], but I wish I had. He was obviously a phoney.”

Back at Fox: Sons and Lovers Ironically, the depressing failure of SCENT OF MYSTERY is right away followed by Cardiff´s greatest achievement as director. 20th Century Fox produces medium-budget movies in England and asks Cardiff to perform the film adaptation of the D.H. Lawrence novel “Sons and Lovers”. He takes on the challenge, but vehemently opposes some quite off-key casting suggestions of the studio and wins Trevor Howard for a star role. The cinematography is taken on by his old Ealing-pal Freddie Francis. Despite the small budget and tight schedules, SONS AND LOVERS becomes a successful adaptation, which gets excellent reviews. The movie earns no less than seven nominations at the Academy Awards, even in the category “Best Direction”. Freddie Francis is awarded the prize for his camera work. Cardiff is awarded with the Golden Globe, as well as with the Award of the National Board of Review and the prize of the New York Film Critic Circle, and in Cannes, SONS AND LOVERS is nominated for the Palme d´Or. He is persuaded for a short intermezzo behind the camera by Joshua Logan (SOUTH PACIFIC, BUS STOP) who plans the adaptation of Marcel Pagnol´s work FANNY starring Leslie Caron, Horst Buchholz and Maurice Chevalier. Cardiff is pleased to take on the assignment, probably due to his affection for France. Once more, Cardiff´s camera work is being nominated for an Academy Award.

Miscellaneous from the 1960s The early sixties are a period of disaffection, where the film industry clings to old-familiar formulas and formats, which unfortunately don´t apply any longer. Stars such as Marlon

MY GEISHA (1962)

Brando and Burt Lancaster produce or direct their own movies, and the rise of the powerful agents comes along with the downturn of the studios, who are forced to lay off their contract actors and craft departments. For the movie-in-movie comedy MY GEISHA, Cardiff gets hired by Shirley MacLaine and her husband Steve Parker. Now, he can also add Japan to his list of exotic film locations, as it goes without saying that the shooting will take place there. Some of the Technirama shots taken of the traditional and modern Japan are really spectacular, and MY GEISHA is a pleasant and entertaining movie. However, it does suffer from a weak and implausible script, as furthermore in the lacking chemistry between Yves Montand and MacLaine. Paramount´s decision to shorten the finished work by half an hour doesn´t make things better. After the impressive animal movie THE LION, Cardiff is persuaded by Columbia to shoot a new Viking movie. Richard Widmark, Sidney Poitier, and Russ Tamblyn are the stars of THE LONG SHIPS, which is shot in Yugoslavia. Arising problems with the script and between the producer and lead actor

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Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe make the shooting an unpleasant experience for Cardiff, the more so as he feels that the whole thing is merely been a second rehash of THE VIKINGS. Some scenes and settings, like for instance the return of the Vikings to their home port, have been directly adapted. All efforts taken by Cardiff´s experienced former

Bond spoof THE LIQUIDATOR and on THE MERCENARIES with Cardiff directing. GIRL ON A MOTORCYCLE is definitely Cardiff´s most peculiar direction work. In the visual aspects, it represents a radical renunciation from classic camera style, as the movie draws on an experimental

GIRL assistant, DP Christopher Challis, could not overcome the inconsistent appearance of the film. Apart from epic, powerful images the movie is full of poorly choreographed fights, cheap-looking sets and strange slapstick episodes. THE LONG SHIPS possesses an undeniable trash-charme, but the director isn´t happy about that. With a self-critical voice, he admits:”It was a souldestroying film to work on. No doubt it required a tough director like [Henry] Hathaway to scream and rave. [...] Oddly enough, it went down with audiences as a fun adventure yarn, but it had certainly been no fun for me.” When John Ford falls ill during the shooting of YOUNG CASSIDY, the director´s seat is being occupied by Cardiff, who delivers a well-crafted movie. Unfortunately the critics credit Ford with all positive aspects; certainly a huge disappointment for Cardiff. Out of 130 minutes running time less than five minutes actually have been directed by John Ford. At least the collaboration with the lead actor Rod Taylor worked out so good that the both men collaborate on the James

ON A

MOTORCYCLE (1968)

A retired director “Most directors who have been around for a while, acquire a gaunt, soul-scarred look associated with fighter pilots who have survived a war.” His reputation of being an outstandingly talented cinematographer provides Jack Cardiff with a constant work flow. Only two more motion pictures are going to be directed by him. The comedy PENNY GOLD doesn´t arouse much interest and despite the acting of Donald Pleasence in the leading role of the horror movie THE MUTATIONS, Cardiff doesn´t like to be reminded on this one: “I always cringe when people say they like it.” His camera jobs represent a reflection of the production reality of that decade. In SCALAWAG, he is reunited with Kirk Douglas, who took a seat on the director´s chair at that time, Richard Fleischer assigns Cardiff for CROSSED SWORDS

Cardiff on location with Marianne Faithfull

film language by making use of zoom lenses, hand-held shots images, and effects like the electronic solarization of several scenes. Whether this is to be considered as modern whimwham resulting from the then prevailing spirit of time or as successful formal expression of the main character’s inner memory processes remains to be a matter of opinion. The movie makes the British cash tills ring and even becomes the second most successful movie of the year. The simultaneously produced French version goes down quite well with the critics in France.

and with John Guillermin, he shoots the stylish Agatha Christie tale DEATH ON THE NILE. Cardiff´s work in RAMBO: FIRST BLOOD PART II is a remarkable piece of work and his use of intense colors and a threedimensional textural lighting helps to elevate the film above the standard of this genre. Not only Sylvester Stallone, but also Arnold Schwarzenegger can consider themselves to be in expert hands when he is being sent out with Cardiff and Fleischer to Mexico in order to shoot CONAN THE DESTROYER. Furthermore, there is the underestimated adaptation of Stephen King´s novel CAT’S EYE which


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe

also benefits from Cardiff´s brilliant cinematography. At the age of 75, Cardiff breaks new technical ground once more. He shoots the special venue movies CALL FROM SPACE and MAGIC BALLOON using Douglas Trumbull´s Showscan process, which provides for a extremely realistic, high-resolution, fluid-motion movie experience thanks to 70mm cinematography at 60 frames per second. Cardiff’s autobiography “Magic Hour” was published in 1996. Time and again, his old movies are rediscovered, especially the Powell/Pressburger-classics, every now and then he receives fan letters and is being asked about his work. In 2000, he is honored with the “Order of the British Empire” which is followed by the Life Achievement Award one year later. A long interview with him recorded by the journalist Justin Bowyer in summer 2002 is published as a book under the title “Conversations with Jack Cardiff”.

Since Cardiff´s death in 2009, his movies have become more popular than ever before. Restored editions of movies like BLACK NARCISSUS or AFRICAN QUEEN were captured on DVD and BluRay disc and keep inspiring new audiences. In the end, the man behind the camera even became a subject of a movie: Craig McCall´s documentary film CAMERAMAN - THE LIFE AND WORK OF JACK CARDIFF erects a worthy cinematic monument in honor of his art and craft.

Recommended Reading Jack Cardiff, MAGIC HOUR, London 1996 Justin Bowyer, CONVERSATIONS WITH JACK CARDIFF: ART, LIGHT AND DIRECTION IN CINEMA, London 2003 Richard W. Haines, TECHNICOLOR MOVIES: THE HISTORY OF DYE TRANSFER PRINTING, Jefferson 1993 Herbert T. Kalmus with Eleanore King Kalmus, MR. TECHNICOLOR, Absecon, 1993 Katharine Hepburn, THE MAKING OF THE AFRICAN QUEEN, OR HOW I WENT TO AFRICA WITH BOGART, BACALL AND HUSTON AND ALMOST LOST MY MIND, New York 1987 Kirk Douglas, THE RAGMAN'S SON, New York 1987 Steve Chibnall, QUOTA QUICKIES: THE BIRTH OF THE BRITISH 'B' FILM, London, 2007 Ronald Haver, DAVID O. SELZNICK'S HOLLYWOOD, München, 1983 Michael Powell, A LIFE IN MOVIES : AN AUTOBIOGRAPHY, London 1986 Michael Powell, A LIFE IN MOVIES: MILLIONDOLLAR MOVIE, London 1992 Katharina Spielhaupter, HEIN HECKROTH FILMGESTALTER, Frankfurt/M. 1991 Joshua Logan, MOVIE STARS, REAL PEOPLE, AND ME, New York 1978 Bob Fisher, SHOWSCAN EXPANDS MOVIE REALISM, in: AMERICAN CINEMATOGRAPHER März 1990, S. 26-33 Russell Merritt, CRYING IN COLOR, NFSA Journal, Vol. 3, No. 2/3, 2008 (www.nfsa.gov.au/docs/NFSAJournal-Vol3-Nos2_3.pdf ) Martin Hart, AMERICAN WIDE SCREEN MUSEUM - (www.widescreenmuseum.com)

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Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe ihm geschickt, damit er mit dessen Hilfe Geld aufbringen kann für eine Expedition nach der seltenen purpurnen Riesenseeschnecke. Der Zirkusdirektor Blossom (Richard Attenborough) ist von dem Stoßmich-Ziehdich begeistert (Lied: „I´ve never seen anything like it“). Emma Fairfax, die die Zirkusshow besucht, wird derweil von Matthew Mugg über den im Grunde liebenswürdigen Charakter von Doktor Doolittle aufgeklärt (Lied: „Beautiful Things“). Liebenswürdig wie er ist verhilft der Doktor der Seehündin Sophie, die sich nach ihrem Ehemann am Nordpol sehnt, zur Flucht aus dem Zirkus, in dem er Sophie als ältere Dame verkleidet und mit ihr in einer Kutsche ans Meer nach Bristol fährt (Lied: „When I look in your

Doctor Dolittle Zur Entstehung

Dr. John Dolittle (Rex Harrison) hat mit Hilfe der Pagageiendame Polynesia die Sprache von 498 Tierarten gelernt. Er lebt in dem kleinen englischen Dorf Puddleby-on-the-Marsh zur Zeit von Königin Viktoria. Ursprünglich war er ein ganz normaler Arzt, doch vor die Wahl gestellt, sich entweder mit den Menschen oder mit den Tieren zu beschäftigen, hat er sich für die Tiere entschieden, woraufhin seine Schwester Sarah (Portia Nelson) entsetzt davongelaufen ist. Als der irische Fischhändler Matthew Mugg (Anthony Newley) eine verletzte Ente findet, bringt er sie mit seinem kleinen Gehilfen Tommy Stubbins (William Dix) zum Doktor, wobei er Tommy erklärt, was es mit ihm auf sich hat (Lied: „My Friend the Doctor“). Der Haushalt des Doktors wird von unzähligen Tieren bevölkert, darunter den Schimpansen Tschi-Tschi, die Ente Dab-Dab, den Hund Jip und die Papageiendame Polynesia, die als einziges Tier auch die Menschensprache beherrscht. Der Doktor kocht gerade eine Wurstkette, den Protesten des Schweines GöbGöb zum Trotz, wobei er seinen

Gästen erklärt, dass er selbst Vegetarier ist (Lied: „Vegetarian“). Tommy erklärt er in dem Lied „Talk to the Animals“, wie er dazu gekommen ist, nur noch Tiere zu behandeln und ihre Sprache zu erlernen. Matthew und Tommy, die die Nacht über bei dem Doktor geblieben sind, erleben am nächsten Morgen, wie General Bellowes (Peter Bull) in Begleitung seinen Nichte Emma Fairfox (Samantha Eggar) den Doktor beschuldigt, das Pferd Toggle gestohlen zu haben, dem der Doktor eine Brille gegen seine Kurzsichtigkeit verschrieben hat. Der General wird abgelenkt durch die ins Haus geflüchtete Füchsin Sheila. Sein Jagdtrieb erwacht und er rennt Sheila hinterher, während sich Emma ein Wortgefecht mit dem Doktor liefert, dem sie seinen seltsamen Lebenswandel vorwirft, worauf er Sheila ihre Jagdleidenschaft vorhält (Lied: „At the Crossroads“) . Kurz darauf wird beim Doktor eine Bambuskiste abgeliefert, in der ein seltsames Tier steckt, das Stoßmich-Ziehdich, eine Art Lama mit einem Kopf vorn und einem Kopf hinten. Ein indianischer Freund hat es

Eyes“), wo er sie ins Meer entlässt. Zwei Polizisten, die die Sache beobachten, schleifen ihn wegen Mordes an einer alten Dame vor Gericht, dem ausgerechnet General Bellowes vorsitzt. Der schickt den Doktor trotz erwiesener Unschuld ins Irrenhaus, weil jemand der mit Tieren redet, nur verrückt sein kann (Lied: „Like Animals“). Und das ist nur die eine Hälfte des Inhalts (Quelle: Wikipedia) des märchenhaften Filmmusicals „Doctor Dolittle“(1967), nach der Pause geht es im zweiten Teil bei der großen Suche nach der purpurnen Riesenseeschnecke noch kurioser und fantastischer zu. Eigentlich war der Publikumserfolg dieses Filmprojekts so sicher wie das Amen in der Kirche. Die „Doctor Dolittle“-Geschichten von Hugh Lofting (1886-1947) waren im angelsächsischen Sprachraum (und darüber hinaus) überaus populär. Tiere, zumal wenn sie so putzig vermenschlicht werden, kommen immer gut an. Die Songs waren eingängig und schmissig und dann spielte auch noch Rex Harrison die Hauptrolle, der Star von „My Fair Lady“(1964). Nebensächlich


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe schien, dass er schon äußerlich dem Bild des Doktor Dolittle - unscheinbar, dicklich, weißhaarig - so gar nicht entsprach. Rex Harrison hätte sich wohl nicht träumen lassen, dass er, der neben Charlton Heston der Star der Breitwandepen dieser Ära war, danach kleinere Brötchen backen mußte. Der Film wurde ein Flop, der bei geschätzten Produktionskosten von 18 Millionen Dollar in den USA nur 9 Millionen Dollar einspielte. Die Plattenaufnahmen des Soundtracks sollen wie Blei in den Schallplattenregalen überall auf der Welt gelegen haben, obwohl der Song „Talk to the Animals“ , komponiert von Leslie Bricusse, 1968 den Oscar gewann. Einen Oscar gab es auch noch - weniger überraschend - für die Spezialeffekte. Dass aber der Film, der beim Start mit Kritikerhäme überschüttet worden war, für insgesamt neun Oscars nominiert wurde, selbst in der Kategorie „Bester Film des Jahres“, nährte den Verdacht, 20th Century Fox habe im Vorfeld kostspielige Überzeugungsarbeit bei den Mitgliedern der Akademie geleistet. Gebracht hat es wenig: Der Flop von „Doktor Dolittle“ führte zusammen mit den Mißerfolgen der Breitwand-Filmmusicals „Star!“(1968) und „Hello Dolly!“(1969) fast zum Ruin des Filmriesen. Aus heutiger Sicht ist die niederschmetternde Kritikerreaktion und das ausbleibende Publikumsinteresse kaum verständlich. Das Filmmusical

in der soliden Inszenierung von Richard Fleischer ist ein knallbunter, verspielter, mit verblüffenden Einfällen gespickter (wenn auch etwas zu lang geratener) Filmspaß für Kinder und für Erwachsene, die sich eine kindliche Seite bewahrt haben. Von dieser Neubewertung zeugen auch die überwiegend positiven Reaktionen nach der DVD-Veröffentlichung vor zwei Jahren. Die beiden schrecklichen „Dr. Dolittle“-Filme (1998 und 2001) mit Eddie Murphy, die außer der Grundidee nichts mit dem Original gemein haben, lassen den Vorgänger in umso helleren Licht erscheinen.

Filminfo:

OT: Doktor Dolittle / USA 1967 / Aufgenommen in 65mm ToddAO® (1:2.21) / Präsentiert in 70mm (1:2.21) / 6-Kanal-StereoMagnetton / Dt. Fassung / 152 Min. / Erstaufführungskopie Roadshow-Präsentation mit Pause / Welturaufführung: 05.12.1967 / Dt. Erstaufführung: 05.12.1967

Oscar 1968

Beste Spezialeffekte: L.B. Abbott Bester Filmsong: „Talk To The Animals“: Leslie Bricusse

Stab:

Produktion: Arthur P. Jacobs Regie: Richard Fleischer Buch: Leslie Bricusse Buchvorlage: Hugh Lofting (Erzählungen)

Kamera: Robert Surtees Musik: Leslie Bricusse Schnitt: Samuel E. Beetley, Marjorie Fowler

Besetzung:

Rex Harrison (Dr. John Dolittle), Samantha Eggar (Emma Fairfax), Anthony Newley (Matthew Mugg), Richard Attenborough (Albert Blossom), William Dix (Tommy Stubbins), Peter Bull (General Bellowes), Portia Nelson (Sarah Dolittle)

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Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe dern auch um die Spur seiner Geliebten, der Trapezkünstlerin Lili Alfredo, aufzunehmen Lili hatte nach dem Tod ihres Mannes, an dem sie sich mitschuldig fühlte, vor 14 Jahren ihre kleine Tochter Toni bei Matt zurückgelassen. Es ist schon ein ganz erstaunlich schlichtes Rührstück, angesiedelt in einem Kulissen-Europa um 1900, an dessen Entstehen gleich mehrere Autoren beteiligt waren, Nicholas Ray und Philipp Yordan lieferten die Story-Idee, James Edward Grant, Julian Halevy und kein geringerer als Altmeister Ben Hecht machten ein Drehbuch daraus, das ausgesprochen schwach auf der Brust ist. Erst spät tritt Lili, die Masters auf seiner Europa-Tournee wie ein Phantom begleitet, real in Erscheinung in Gestalt von Rita Hayworth. In einer Verkleidung, die sie wie eine graue Maus aussehen läßt, sieht sich in eine Zirkusvorstellung an, um danach vor Matt Masters, der

Circus World – Held der Arena Zur Entstehung

Sam Bronston (1908 – 1994) war wohl der letzte der klassischen Hollywood-Filmmogule, allerdings lag sein Reich nicht an der Westküste der USA, sondern in Spanien, das sich nicht zuletzt durch sein Zutun zu der europäischen Außenstelle der Traumfabrik entwickelt hat. Zwischen 1959 und 1964 ließ er in seiner zweiten Heimat sechs monumentale Filme drehen. Hier fand er nicht nur die ideale Kulisse für Historienfilme wie „El Cid“(1961) und „The Fall of the Roman Empire“ (1964), sondern auch günstige Produktionsbedingungen und in Franco-Spanien einen willigen Produktionspartner. Andere folgten dem Beispiel von Bronston, der angeblich der Neffe von Leo Trotzki (bürgerlich: Bronstein) war und dessen Filmographie bis dahin nur zwei, fast vergessene Filme ausweist: „City Without Men“ (1943) und das Bio-Pic „Jack London“ (1943). Auch „John Paul Jones“(Beherrscher

der Meere, 1959), seine erste Produktion in Spanien unter der Regie von John Farrow, ist weitgehend in Vergessenheit geraten, ein Schicksal, dem auch seine letzte in Spanien gedrehte Großproduktion „Circus World“ (1964) nicht entgangen ist. Nachdem „Der Untergang des Römischen Reiches“ den Untergang seines eigenen Imperiums eingeleitet hatte, das zuvor auch noch zwei Filme unter der Regie von Nicholas Ray hervorgebracht hat, „King of Kings“ (1961) und „55 Days in Peking“ (1963), mußte Bronston zwar kleinere Brötchen backen, dennoch sind die Schauwerte des Zirkus-Filmes beachtlich. Das fängt schon mit der Besetzung an. John Wayne gibt Matt Masters, den ehemaligen Zirkuscowboy, der es zum Zirkusdirektor gebracht hat und nun bei einer Europa-Tournee alles aufs Spiel setzt, nicht nur, um seinem Traum von einem idealen Zirkus zu folgen, son-

sie trotz allem wiedererkennt, die Flucht durch die Auf- und Anbauten des Zirkuszelts zu ergreifen – ohne Erfolg, denn schließlich wird es jetzt Zeit für die überfällige Zusammenführung der Liebenden von einst und von Mutter und Tochter. Selbst wenn einige Minuten später, eine verjüngte und verschönte Lili, zur Überraschung aller und vor allem der Kinobetrachter, nach vierzehn Jahren Abwesenheit ihre Karriere als Trapezkünstlerin fortsetzt, so ist es schwer zu begreifen, wie diese im Grunde kleine Rolle der einst gefeierten Hollywooddiva, der Darstellerin von „Gilda“ (1946) und „The Lady from Shanghai“ (1947), zum großen Comeback verhelfen sollte. Zwischen ihr und John Wayne stimmt die Chemie nicht, die Liebesgeschichte zwischen Lili und Matt bleibt bloße Behauptung. Tatsächlich bekam Rita Hayworth, die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 45 Jahre alt war, danach nur noch wenige,


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe unspektakuläre Filmangebote, ehe sie mehr und mehr in das Dunkel der Alzheimer-Krankeit abdriftete. Noch so ziemlich am Beginn ihrer Weltkarriere stand Claudia Cardinale (Jahrgang 1938), die allerdings bereits ihren große Auftritte in Fellinis „Achteinhalb“(1962) und Viscontis „Der Leopard“ (1963) hinter sich hatte. Unter der Regie von Henry Hathaway, der dem Film eigentlich in keiner Szene seinen Stempel aufdrücken kann, gibt sie als jugendliche Artistin Toni eine muntere Vorstellung und darf dann noch ein bißchen südländisches Temperament zeigen, als ihr offenbart wird, dass ihre neue alte Kollegin am Trapez ihre Mutter ist. Tonis Liebesbeziehung zu dem Reitersmann Steve McCabe (der fade aussehende John Smith) kann sie aber auch nicht vor dem Versanden in Belanglosigkeit retten. Zwei große Katastrophenszenen bilden so etwas wie den Rahmen des dürftigen Geschehens. Gleich nach der Ankunft in Spanien kentert Matts Zirkusdampfer im Hafen von Barcelona spektakulär und zum großen Finale geht Matts Zirkus beim Gastspiel in Wien in Flammen auf, was Gelegenheit zu ein bißchen Dramatik und Action gibt. John Wayne, dessen Stuntdouble Chuck Robertson wegen der zeitgleich stattfindenden Dreharbeiten zu John Fords „Cheyenne Autumn“ nicht verfügbar war, zog sich beim Dreh im brennenden Set eine Rauchvergiftung zu, die ihm noch lange zu schaffen machte. Die Zirkusszenen mit Löwendressur, Wildwestshow, Clown-Nummer und Trapezartistik sind mäßig aufregend, strecken den Film aber auf die epische Länge von 132 Minuten. Dass „Circus World“ auch „als Metapher auf das Kino und Filmgeschäft“ gelesen werden kann, stellt der Filmjournalist Sascha Westphal in seinem sehr ausführlichen und instruktiven Booklet-Text zur DVD-Ausgabe des Films fest, dem auch die meisten Informationen dieses Artikels entnommen sind: „Der als Westernheld berühmt gewordene John Wayne spielt einen Wild-West-Showreiter, der es im Lauf der Zeit zum Zirkusbesitzer

gebracht hat. Die Parallelen sind so offensichtlich, dass weder Henry Hathaway noch Wayne selbst sie sonderlich betonen müssten. Sie sind es auch, die diesem Projekt eine bleibende Resonanz verleihen, die weit über seine doch konventionelle Geschichte hinausgeht.“ Ursprünglich sollte nach Nicholas Rays frühzeitigen Ausstieg aus dem Projekt der von Hollywood ausgemusterte Altmeister Frank Capra die Sache übernehmen, doch der Deal scheiterte, weil Capras Drehbuchentwurf auf den entschiedenen Widerstand des John Wayne-Vertrauten James Edward Grant stieß. Von Henry Hathaway, der schließlich im Regiestuhl Platz nahm, wird überliefert, er habe seinen eigenen Film als „piece of shit“ bezeichnet. Diese Feststellung ist allerdings stark übertrieben.

Filminfo:

GB-Titel: The magnificent showman / USA 1964 / Aufgenommen

in 35mm / Super Technirama 70® (1:2.21) / Präsentiert in 70mm (1:2.21) / 6-Kanal-StereoMagnetton / Engl. OV / 142 Min. / Erstaufführungskopie / Roadshow-Präsentation mit Pause / Welturaufführung: 25.06.1964 / Dt. Erstaufführung: 10.12.1964

Stab:

Produktion: Samuel Bronston Regie: Henry Hathaway Buch: Ben Hecht, Julian Halevy, James Edward Gran; Buchvorlage: Philip Yordan (Roman); Kamera: Jack Hildyard, Claude Renoir Musik: Dimitri Tiomkin Schnitt: Dorothy Spencer

Besetzung:

John Wayne (Matt Masters), Rita Hayworth (Lilli Alfredo), Claudia Cardinale (Toni Alfredo), Lloyd Nolan (Cap Carson), Richard Conte (Aldo Alfredo), John Smith (Steve McCabe)

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Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe

Indiana Jones und der Tempel des Todes Zur Entstehung

Steven Spielberg, das Wunderkind des neuen Hollywood, hatte nach seinen Erfolgen mit „Der weiße Hai“(1975) und „Die Unheimliche Begegnung der Dritten Art“(1977) sowie dem Rückschlag mit der Weltkriegssatire „1941“ (1979), deren Witz kaum einer verstand, die Lust einen Film zu drehen mit einem Helden, wie er ihn aus den Serienfilmen seiner Kindheit kannte, einen Abenteurer, der ständig in Todesgefahr schwebt und immer im letzten Moment gerettet wird. Die Idee dafür lieferte ihm sein Freund George Lucas, der schon Jahre zuvor die Figur des Indiana Smith skizziert hatte. Dieser sollte im normalen Leben ein anerkannter Archäologe sein, ein Universitätsprofessor und Salonlöwe, der sich bei Bedarf in einen verwegenen Draufgänger verwandelt. Sein Markenzeichen sind der Filzhut und die Peitsche. Spielberg übernahm diese Figur und benannte sie in Indiana Jones um. Auch den Hauptdarsteller Harrison Ford übernahm er gewissermassen von George Lucas. Harrison Ford war in seiner Rolle als Han Solo in den ersten beiden Filmen von Lucas´ “Krieg der Sterne“-Trilogie bereits zum Star geworden, als

er die Lederjacke überstreifte und sich den Hut aufsetzte, um sich für den „Jäger des verlorenen Schatzes“ (1981) in Indiana Jones zu verwandeln, was ihn endgültig zum Superstar der Dekade machte. In seinem ersten Filmabenteuer entreißt er den Nazis und seinem Erzfeind Belloq die Bundeslade, in der die Tafeln der Zehn Gebote liegen sollen, die den, der sie besitzt, mit ungeheuren Kräften ausstatten und unbesiegbar machen. Die haarsträubende Geschichte spielt im Jahre 1936, die Handlung der Fortsetzung „Indiana Jones und der Tempel des Todes“, die 1984 nach einer bisher nicht dagewesenen Pressekampagne in die Kinos kam, setzt seltsamerweise 1935 ein. Das macht das Sequel zu einem Prequel, ohne dass sich einem im Lauf des zweiten Indiana Jones-Abenteuers der Sinn der Vordatierung erschließt. Vielleicht haben sich beiden Drehbuchautoren Willard Huyck und Gloria Katz auch gar nicht so viel dabei gedacht. Ganz kurzfristig hatte George Lucas, der wieder als Produzent fungierte, für Ersatz gesorgt, als Lawrence Kasdan, der Drehbuchautor des ersten Teils wegen eigener Regiearbeiten

unabkömmlich war, und seine „American Graffiti“-Mitautoren verpflichtet. Die setzten noch einen drauf, was spektakuläre Einfälle und unwahrscheinliche Wendungen angeht. Es beginnt mit einer Szene in einem Nachtclub von Schanghai. Nach einem fehlgeschlagenen Deal um einen Diamanten werden Indiana Jones und sein Begleiter Wu Han vergiftet. Wu Han stirbt, Indiana Jones kann sich retten, weil es ihm mit Hilfe der Sängerin Willie (Kate Capshaw) gelingt, das Gegengift einzunehmen. Gemeimsam mit Willie und dem jungen Chinesen Short Round (Jonathan Ke Quan) entkommt er den Schergen des Obergangsters Lao Che, dessen Macht allerdings so weit reicht, dass er selbst das Flugzeug, dass das Trio besteigt, zum Absturz bringen kann. Doch die Flüchtenden schaffen es das im Sinkflug befindliche Flugzeug mit Hilfe eines aufblasbaren Schlauchboots zu verlassen. Wie durch ein Wunder landen sie unversehrt auf dem Himalaya-Gebirge, schlittern den Berg hinab, um schließlich von einem Fluss mitgerissen zu werden. Es verschlägt sie in ein abgelegenes Urwalddorf, das dringend Hilfe benötigt. Ein


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe Hohepriester der Kali-Sekte hat die Kinder verschleppt, die im Bergwerk des Tempels des Todes nach magischen Steinen suchen müssen, mit deren Hilfe der Schamane die Weltherrschaft erringen möchte. Das ist ein Fall für Indiana Jones, der zwischenzeitlich selbst in den Bann der blutrünstigen Gottheit Kali gerät. Höhepunkt des turbulenten Finales ist eine rasante Verfolgungsjagd in einem Minenwagen durch die labyrinthischen Bergwerksgänge. Viele Kritiker bemühten den Vergleich mit einer Achterbahnfahrt, die aber immerhin von dem SpecialEffects-Team, das dafür den Oscar erhielt, perfekt in Szene gesetzt, von Kameramann Douglas Slocombe brilliant eingefangen und von John Williams (Oscar-nominiert) in bewährter Manier musikalisch untermalt wurde. Allzu streng sollte man mit den Indiana-Jones-Filmen ohnehin nicht ins Gericht gehen, sie sind so etwas wie B-Pictures im Blockbuster-Gewand. Vorwürfe wie Chauvinismus und Rassismus zielen ins Leere eines Inhalts, der überhaupt nicht den Anspruch erhebt ernstge-

nommen zu werden. Allerdings war Teil II sichtlich düsterer und gewalttätiger geraten als „Jäger des verlorenen Schatzes“, so dass für den Film, in den in den USA ursprünglich unter 17jährige nur in Begleitung von Erwachsenen gehen durften, eine neue Altersfreigabe eingeführt wurde: PG – 13 – Parents Strongly Cautioned“. In Deutschland erteilte die FSK die Freigabe erst ab 16 Jahren. Das mag mit dazu beigetragen haben, dass der Film, der mit einem Budget 28 Millionen Dollar gedreht wurde, mit einem Einspielergebnis von 333 Millionen Dollar etwas hinter dem Vorgänger zurückblieb. Weitere Fortsetzungen blieben nicht aus, „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“(1989) und der Nachzügler „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“(2008). Für Spielberg hatten die Dreharbeiten auch noch andere Folgen. Er verliebte sich in die Schauspielerin Kate Capshaw, die er nach der Scheidung von seiner ersten Ehefrau Amy Irving heiratete. Diese Ehe hat noch immer Bestand.

Filminfo:

OT: Indiana Jones and the Temple of Doom / USA 1984 / Aufgenommen in 35mm Panavision® / Anamorphic (1:2.35) / Präsentiert in 70mm (1:2.21) / 6-Kanal-StereoMagnetton / Engl. OV / 118 Min. / Erstaufführungskopie / Welturaufführung: 23.05.1984 / Dt. Erstaufführung: 03.08.1984

Oscar 1985

Beste Spezialeffekte George Gibbs, Michael McAlister, Dennis Muren, Lorne Peterson

Stab:

Produktion: Robert Watts Regie: Steven Spielberg Buch: Willard Huyck, Gloria Katz Kamera: Douglas Slocombe Musik: John Williams Schnitt: Michael Kahn

Besetzung:

Harrison Ford (Indiana Jones), Kate Capshaw (Willie Scott), Ke Huy Quan (Short Round), Roshan Seth (Chattar Lal), Amrish Puri (Mola Ram), Dan Aykroyd (Weber)

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Grease

Zur Entstehung Es beginnt mit einem Abschied am Strand. Sandy Olsson (Olivia Newton-John), ein Mädchen aus Australien, hat sich in Danny Zuko, Mitglied der Schülergang T-Birds, verliebt. Nun aber muss sie nach Australien zurück. Ihre Liebe hat keine Zukunft. Das ist aber nicht nicht das Ende. Gleich danach werden in einem animierten Vorspann alle Beteiligten von „Grease“, der Mutter aller High School Musicals vorgestellt, und die Geschichte von Sandy und Danny, die schon zu Ende sein scheint, nimmt einen neuen Anlauf. Sandy zieht nämlich nicht, wie erwartet nach Australien, sie kommt an die Rydell High School, die, was sie nicht weiß, auch Danny besucht. Dort schließt sie Freundschaft mit einer Gruppe von Mädchen, angeführt von der kessen Betty Rizzo (Stockard Channing), den Pink Ladies, denen sie auch gleich von ihrer Sommerliebelei berichtet. Da zur gleichen Zeit auch Danny auf dem Sportplatz seinen Freunden von Sandy erzählt, kommt es zum Duett „Summer Nights“, in dem musikalisch und durch die Szenenfolge, mal sieht man die Jungs, mal die Mädels, zusammenkommt, was zusammen gehört, aber

noch getrennt ist. Am Rande eines Sportveranstaltung der High School stellt Betty Danny und Sandy einander vor, doch da Danny in Gegenwart seiner Kumpels den coolen Macker raushängt, wird es zu nächst einmal nichts mit dem Aufflammen der alten Liebe. Nachdem sie ihre neue Freundin Frenchie (Didi Conn) über den wahren Charakter der Männer aufgeklärt hat - „Männer sind Ratten, sie sind Flöhe auf Ratten, nein, sie sind sogar Amöben auf Flöhen auf Ratten“- verbringt sie eine lasterhafte Nacht mit den Pink Ladies, in der geraucht, getrunken und viel geschwätzt wird. Betty regt sich über die tugendhafte Sandy auf und singt zusammen mit ihrer Gang „Look At Me, I´m Sandra Dee“. Die blonde Sandra Dee galt zu der Zeit, in der die Filmhandlung spielt, nämlich im Jahre 1959, als Verkörperung unschuldiger Weiblichkeit. Wie der drei Jahre zuvor gedrehte „American Graffiti“ beschwört Grease, das 1978 in die Kinos kam, eine bereits nostalgisch verklärte Zeit, in der die Nation USA selbst noch ein Teenager zu sein schien, der eine große Lust am Leben und Ausprobieren seiner Möglichkeiten hatte. Damit war

es schon 1972, als das Musical von Warren Casey und Jim Jacobs, das Licht des Broadway erblickte, vorbei. Der ruhmlose Vietnamkrieg hatte sich wie ein dunkler Schatten auf den amerikanischen Traum gelegt. Die parodistischen und ironische Haltung des Musicals blieb im knallbunten Nostalgietrip, den Regisseur Randall Kleiser und die Drehbuchautoren Allan Carr und Bronte Woodard daraus gemacht hatten, weitgehend auf der Strecke, sieht man einmal von der komödiantischen Darstellung von Stockard Channing ab, die zumindest für die Dauer des Films vergessen läßt, dass sie mit 33 Jahren für die Rolle der Betty Rizzo viel zu alt ist. Aber auch ihren jüngeren Mitspielern sieht man an,, dass sie schon längst aus dem High School-Alter heraus sind. Die gebürtige Britin Olivia NewtonJohn, die in Australien aufgewachsen ist, war 29 Jahre alt, als sie „Grease“ drehte. In den USA hatte sie schon ein paar Hits landen können, aber der große internationale Durchbruch kam mit „Grease“. Sechs Jahre jünger war ihr Partner John Travolta, der schon ein Jahr zuvor mit „Saturday Night Fever“ Star-Status erlangt hatte. Seine


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe tänzerischen Fähigkeiten, die er bereits im Film von John Badham demonstriert hatte, kamen ihm auch bei seiner Rolle in „Grease“ entgegen. Über seine gesanglichen Fähigkeiten lässt sich streiten, unbestreitbar aber ist, dass er im Duett „You´re The One That I Want“ an Stimmhöhe seine Partnerin übertrumpft. Der Soundtrack ist mit Abstand das stärkste Argument für den Riesenerfolg des Films, der mit einem Budget von gerade mal sechs Millionen Dollar weltweit 390 Millionen Dollar eingespielt hat. Das Songrepertoire des Musicals wurde angereichert u.a. mit dem Titelsong aus der Feder von Barry Gibb von den Bee Gees, die bereits in „Saturday Night Fever“ den Ton angegeben haben, und den obengenannten Duetten, die beide zu Nr. 1-Hits wurden wie auch der Titelsong in der Interpretation von Frankie Valli. Die weitere Handlung läßt fast nichts aus, was zu einem typischen US-Teenagerleben gehört. Für einen Tanzwettbewerb kommen sich Danny und Sandy wieder näher, doch dann drängt sich Dannys Ex-Freundin Cha-Cha-Di Gregorio (Annette Charles) dazwischen und tanzt mit ihm dem Wettbewerb zu Ende. Sandy zieht wiedermal beleidigt ab. Im Autokino kommt es zur erneuten Versöhnung, die allerdings auch nicht lange dauert, da die brave Sandy, abgeschreckt durch das Beispiel von Betty, die glaubt schwanger zu sein, befürchtet, dass er nur das Eine von ihr will. Vor dem unvermeidlichen Happyend kommt es noch zu zu einem Autorennen zwischen den T-Birds und der verfeindeten Gang, der Scorpions, das Danny für sich entscheidet. Am Ende des Schuljahrs tritt Danny eine veränderte Sandy in schwarzen Leder und High Heels entgegen, die sich entschieden hat, lockerer zu werden,. Danny und Sandy fahren gemeinsam in einem Roadster in den siebten Himmel. „Grease suceeds in spite of itself, with singers, who can´t act, actors, who can´t sing, and a plot so corny it should have a husk.“resüumiert David Abolafia in seinem „All Movie´s Guide“ über „Grease“, dem sogar die zweifelhafte Ehre zuteil wurde, von den Brüder Harry und Michael Medved

unter die schlechtesten Filme der Welt gezählt zu werden. Dem Erfolg von „Grease“ konnte die Kritikerhäme keinen Abbruch tun. 1982 kam „Grease 2“ in die Kinos, das nicht annähernd so erfolgreich war wie sein Vorgänger.

Filminfo:

OT: Grease USA 1978 / Aufgenommen in 35mm Panavision® / Anamorphic (1:2.35) / Präsentiert in 70mm (1:2.21) / 6-Kanal Dolby Stereo Magnetton / Engl. OV / 115 Min. Erstaufführungskopie / Welturaufführung: 13.06.1978 Dt. Erstaufführung: 28.09.1978

Stab:

Produktion: Robert Stigwood, Allan Carr / Regie: Randal Kleiser / Buch: Bronte Woodard, Allan Carr / Buchvorlage: Jim Jacobs (Musical), Warren Casey (Musical), Kamera: Bill Butler Musik: Jim Jacobs, Warren Casey, Barry Gibb, John Farrar, Scott J. Simon, Louis St. Louis Schnitt: John F. Burnett

Besetzung:

John Travolta (Danny), Olivia Newton-John (Sandy), Stockard Channing (Rizzo), Jeff Conaway (Kenickie), Edward Byrnes (Vince Fontaine)

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Scent of Mystery – Holiday in Spain Zur Entstehung

„Einem Schmetterling folgen? Nicht einer Frau? Das Land bereisen, gegen Windmühlen kämpfen. Sich ins Leben stürzen, statt es auf Papier nachzuahmen. Das waren die Worte meines Verlegers. Wenn er recht hat, fress' ich einen Besen. Ich bin seit sechs Jahren und neun Krimis nicht mehr verreist. Aber als Schöpfer eines Schnüfflers muss man sich mal unters Volk mischen.“ Bevor man den Sprecher dieser Zeilen und damit auch den Helden des Films „Scent of Mystery“ zu Gesicht bekommt, sieht man einen Schmetterling, der im blühenden Garten der Alhambra in Granada herumflattert. Die Kamera streift mit ihm über die floralen Schönheiten, ehe der Krimischreiber Oliver Larker in Gestalt von Denholm Elliott in den Blick kommt, einen Engländer vom Scheitel bis zur Sohle mit entsprechenden Ansichten, die er dem Zuschauer auch gleich kundtut:

„Ich hasse reisen. Außer im Commonwealth. Da wird wenigstens Englisch gesprochen. Und diese grässlichen Touristen, meist Amerikaner, die sprechen auch kein Englisch.“ Mit diesen neckischen Worten im besten Oxford-Englisch ist der Ton angeschlagen in dieser merkwürdigen Mischung aus Krimi, Komödie und Roadmovie, in der einige der größten und schönsten kulturellen und landschaftlichen Schönheiten Spaniens in strahlenden Farben und hellsten Licht präsentiert werden. Dabei waren es gar nicht die zu einem Spanien-Urlaub animierenden Breitwandbilder, die den Film zu der Leinwandattraktion des Jahres 1960 machen sollten, sondern die Gerüche, die mittels des neuen Smell-O-VisionVerfahrens bei der Aufführung des Films unter das Kinovolk gebracht werden sollten. Sobald das durftende Objekt, auf der Leinwand erschien, wurde mittels einer am Kinositz befestigten

Vorrichtung der entsprechende Duftstoff in den Raum gesprüht, z.B. in den Eingangsszenen des Films der Duft einer gelben Rose und eines Pfirsichs. „First they moved (1895)! Then They Talked (1927)! Now they smell!“ lautete der vielversprechende Werbespruch. Die Umsetzung in die Tat bei den ersten Aufführungen des Films im Februar 1960 in den großen Kinos in New York, Los Angeles und Chicago geriet zum mittleren Desaster. Die Erfindung des Schweizers Professor Heinrich Laube war offenkundig noch nicht ausgereift. Der Mechanismus gab beim Versprühen Geräusche von sich, viele Zuschauer fingen an zu niessen, andere erschnupperten die Gerüche erst mehrere Sekunden nach dem das betreffende Objekt gezeigt worden war und wie sich leicht vorstellen läßt, vermischten sich die Düfte im Lauf der Zeit untereinander. Angeblich soll es den Technikern


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe gelungen sein in den folgenden Wochen die Kinderkrankheiten des Systems abzustellen, aber da war der Film bereits gefloppt und Smell-O-Vision wurde abgelegt unter die filmtechnischen Gimmicks der Ära, die nicht funktionierten oder sich als Eintagsfliegen erwiesen. Die geruchlose Wiederaufführung des Films unter dem neuen und zutreffenden Titel „Holiday in Spain“ änderte auch nichts daran, dass der junge Filmproduzent Michael Todd Jr. (1929-2002) beim Versuch in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, grandios gescheitert war. Michael Todd, der 1958 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war, hatte mit der Entwicklung des nach ihm benannten Todd-AO-Verfahren ein Stück Filmgeschichte mitgeschrieben, das Wirken seines Sohnes blieb eine Randnotiz. Nach dem Mißerfolg zog sich Todd Jr. vom Filmgeschäft völlig zurück, erst 1979 tauchte er noch einmal kurz auf als Mitproduzent des Films „The Bell Jar“. Aber weiter zur Filmhandlung, die – man ahnt es schon – darauf hinausläuft, dass der smarte Krimiautor selbst zum Hauptakteur eines Krimis wird. Vor der Alhambra wird Larker von einem des Englischen mächtigen Taxifahrer angesprochen, der ihn einlädt in sein altertümliches Taxi zu steigen. Sein Name Smiley steht in merkwürdigen Gegensatz zu dem eher verdrießlichen Gesichtsausdruck, den Peter Lorre in dieser Rolle macht, mit der er seinen Ruhm nicht vergrößerte. Tatsächlich litt der füllig gewordene, in die Jahre gekommene Charaktermime des deutschen und amerikanischen Films sehr unter der Hitze bei den zahlreichen Außendrehs. Ein Hitzschlag soll ihn drei Tage außer Gefecht gesetzt haben. Ansonsten versucht er nicht sehr erfolgreich gute Miene zum undurchsichtigen Spiel zu machen. Smiley nimmt seinen Passagier mit auf eine private Sightseeingtour durch Spanien. Die führt die beiden zunächst nach Malaga, wo eine Frau in Weiß mit Hut, die man nur in der Rückansicht sieht, durch die Altstadt bummelt, ein Parfüm mit dem Namen „Scent of Mystery“ erwirbt und kurz danach beinahe von einem durch die Gassen rasenden Laster überfahren

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Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe Sally, die reiche Erbin, auf deren Geld es die Bösewichter abgesehen haben, in letzter Sekunde zu verhindern. Dabei spielt ein bestimmter Tabakduft bei der Enttarnung des Mordbuben eine zentrale Rolle. Und ganz zum Schluß zeigt die Frau in Weiß ihr wahres Gesicht: Es ist Elizabeth Taylor, die Ex-Stiefmutter des Produzenten, in einem CameoAuftritt. So hohl die Story ist, so schön und beeindruckend sind die Bilder von Kameramann John von Kotze, der gewissermaßen als ausführendes Organ eines noch weitaus berühmteren Kameramanns fungierte. Jack Cardiff saß bei „Scent of Mystery“ im Regiestuhl. Bei der dritten Regiearbeit seiner Karriere konnte der berühmte Kameramann wenig eigenes Profil zeigen, ganz offenkundig war er angehalten, möglichst viele duftende Objekte in Großaufnahme vorzuführen. Das verleiht dem Film in der geruchlosen Version einen surrealistisch-psychedelischen Touch. Es kommt einem vieles spanisch vor in diesem Film, den nicht viele gesehen und noch weniger gerochen haben.

Filminfo: wird. Der einzige Zeuge des Mordanschlags ist ein versoffener Touristenführer mit dem sprechenden Namen Johny Gin (Liam Redmond), dem aber keiner Glauben schenkt außer der zufällig vorbeikommende Larker. Da die Dame selbst nichts von dem Anschlag gemerkt hat, ist sie nichtsahnend verschwunden. Oliver Larker nimmt ihre Spur auf, um sie zu warnen, das einzige Indiz neben dem Parfüm ist ein Scheck, mit dem sie kurz davor bezahlt hat. Bei der Gelegenheit spricht er eine kesse Blondine (ein Kurzauftritt der englischen Sexbombe Diana Dors) am Strand von Marbella an, ehe er in einem Nobelhotel fündig wird und die gesuchte Sally Kennedy (Beverly Bentley) aufstöbert, die ihm aber die Mordgeschichte nicht glaubt. Als sie später in ihrem roten Mercedes-Cabrio einen Ausflug unternimmt, folgen ihr Larker und Smiley unauffällig, zumal der plötzliche Tod des einzigen Zeugen, der

von Weinfässern erschlagen wird, die Ernsthaftigkeit seiner Aussage unterstreicht. Was dann folgt, kann man als Zuschauer allerdings unmöglich ernst nehmen, es ist eine verworrene Verfolgungsjagd kreuz und quer durch Spanien, mit Stationen in Sevilla, Cordoba, der Region La Mancha, Segovia, Pamplona, wo sich natürlich gerade die Stiere tummeln. Mit von der Partie ist ein sinister dreinschauendes Paar (Paul Lukas, Mary Laura Wood) und seine Handlanger, denen es aber nicht gelingt, das Trio zur Strecke zu bringen, Vollends absurd wird die Geschichte dadurch, dass sich die Blondine im Cabrio selbst als Schurkin entpuppt, die auf einmal die Pistole gegen ihre Beschützer zückt. Denen gelingt es zu entkommen und mit einem Propellerflugzeug – Larker hat den Pilotenschein – gerade noch rechtzeitig nach Malaga zurückzufliegen, um auf der alten maurischen Festung vor der Stadt den Anschlag auf die wahre

Alternativtitel: Holiday in Spain USA 1960 / Aufgenommen in 65mm Todd-70® (1:2.21) / Präs. in 70mm (1:2.21) / 6-Kanal Stereo Magnetton / Engl. OV / 108 Min. / Erstaufführungskopie Roadshow-Präsentation mit Pause / Welturaufführung: 06.01.1960 / Dt. Erstaufführung: 02.10.2010

Stab:

Produktion: Michael Todd Jr. Regie: Jack Cardiff Buch: Gerald Kersh, William Rose, Kelley Roos (Story), Kamera: John von Kotze Musik: Harold Adamson, Mario Nascimbene & Jordan Ramin

Besetzung:

Denholm Elliott (Oliver Larker), Peter Lorre (Smiley), Beverly Bentley (The Decoy Sally), Paul Lukas (Baron Saradin), Liam Redmond (Johnny Gin), Leo McKern (Tommy Kennedy), Peter Arne (Robert Fleming), Diana Dors (Winifred Jordan), Elizabeth Taylor (The Real Sally Kennedy)


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe Die Handlung des vorletzten Films von John Ford setzt ein im Jahre 1878. „Die CheyenneIndianer, die in einer Reservat in der Wüste leben und von einer Kavallerieeinheit bewacht werden, warten vergebens darauf, dass die Versprechungen, die ihnen die Regierungsvertreter gemacht haben, eingelöst werden. Nachdem viele Angehörige ihres Volkes an Hunger und Krankheiten gestorben sind, entschließen sie sich, in ihr Heimatland zurückzukehren. In der Nacht brechen sie ihre Zelte ab; die Quäkerin Deborah, die den Kindern der Indianer Unterricht erteilt, zieht mit ihnen. Die Cheyenne werden von der Kavallerie verfolgt, die nur widerwillig von Captain Thomas Archer angeführt wird. Die Indianer werden gezwungen, gegen die

Cheyenne Autumn Zur Entstehung

Kavallerie zu kämpfen; doch trotz Kälte, Hunger, der Kavallerie und der Siedler, deren Land sie durchqueren, ziehen sie weiter nach Süden. Schließlich trennt sich das Volk der Cheyenne in zwei Hälften; die eine Hälfte, angeführt von Dull Knife, sucht das Fort Robinson auf, um während des Winters Nahrung und Unterkunft zu haben.; die andere Hälfte angeführt von Little Wolf, setzt die Reise fort. In Fort Robinson werden die Indianer auf Befehl des preußischen Kommandanten Wessels eingesperrt und ausgehundert; sie sollen sich bereit erklären, wieder in die Reservation zurückzukehren Die Indianer weigern sich und unternehmen einen beinahe selbstmörderischen Ausbruchsversuch. Captain Archer reist nach Washington, um sich beim Innenminster für die Sache der Cheyenne einzusetzen. Der Innenminister erlaubt ihnen, in ihrem angestammten Land zu bleiben; aber nur ein Bruchteil des Volkes der Cheyenne hat es lebend erreicht.“ So fasst der amerikanische Filmexperte J.A. Place in seiner Monographie über die Western von John Ford den Inhalt von „Cheyenne Autumn“ (1964) zusammen. Place verteidigt Ford gegen den Vorwurf, die

Indianer seien in seinen Film zuvor durchweg negativ dargestellt worden, so dass der Schlußstein seines Western-Oeuvres als Abbitte an die Indianer zu verstehen sei. Es habe auch gute und edle Indianer in Western wie „Fort Apache“ (1947), „She Wore a Yellow Ribbon“ (1949) und „The Searchers“ (1956) gegegeben. Aber mal ehrlich: In der Regel hat John Ford wie andere Westernregisseure auch die Indianer als relativ gesichtlosen Widerpart der Soldaten und Siedler gezeigt, die daran gingen, das weite Land für den Weißen Mann zu okkupieren und nutzbar zu machen bzw. das schon in Besitz genommene Land gegen seine Ureinwohner zu verteidigen. Gar nicht zu zählen sind die Indianer, die in seinem Western ohne viel Federlesens aus dem Sattel geschossen wurden. „Ich wollte schon lange eine Geschichte über die Indianer machen, nicht einfach nur einen Film, in dem sie von der Kavallerei gejagt werden. Ich glaube, wir haben das mit diesem neuen Film geschafft. Ich hoffe, es wenigstens.“. So berichtet es Joe Hembus in seinem Western-Lexikon, das allerdings auch verrät, dass diese Hoffnung

getrogen hat. Mari Sandoz, die Autorin der Vorlage, zeigt sich enttäuscht, warf Ford vor, sich große Freiheiten genommen zu haben und bezeichnete den Film als „langweilig und erbärmlich“ Während sie in ihrem Buch die Geschichte der Cheyenne aus deren Perspektive schildert, haben John Ford und Drehbuchautor James R.Webb keine sichtbare Anstrengung unternommen diese Perspektive auch auf die Leinwand zu übertragen. In den wenigen Szenen, in denen die Indianer so etwas wie ein individuelles Gesicht bekommen, werden sie vornehmlich bekannten LatinoMimen gespielt wie Dolores del Rio (Spanish Woman), Sal Mineo (Red Shirt) und Ricardo Montalban (Little Wolf) . Aber das hat ganz bestimmt auch damit zu tun, dass es 1963, als der Film gedreht wurde, schlicht und einfach keine Profi-Darsteller mit indianischen Wurzeln gab. So beherrschten auch diesmal die weißen Hollywoodstars die Szenerie, ohne völlig zu überzeugen. Richard Widmark ist als Captain Thomas Archer, der die Indianer respektiert und für ihre Rechte eintritt, im Endeffekt eine recht machtlose Figur voller guter

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Damals hatte der Kinobetreiber noch die große Auswahl: neun verschiedene Anzeigen Motive für „Cheyenne“ standen zur Verfügung.


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe Absichten, noch naiver ist die Figur der Quäkerfrau Deborah, mäßig glaubwürdig verköpert von Carroll Baker, die auch im größten Schlamassel proper und adrett aus ihrer gestärkten Wäsche guckt. Für Matthias Peipp und Bernhard Springer, die in einem Buch unter dem Titel „Edle Wilde – Rote Teufel“das Indianerbild im Western unter die Lupe nahmen, ist die strenggläubige und unbeirrbare Schullehrerin eine problematischere Figur als der von Karl Malden dargestellte Captain Wessels. „Der erste Akt des Widerstands besteht darin, dass die Cheyenne ihre Kinder aus der Schule nehmen. Aber während sie der Kavallerie immer wieder entwischen können, läßt sich die Lehrerin nicht abschütteln“. Auf den ersten Blick befremdlich ist der komische Auftritt von Altstar James Stewart als etwas altersmüder Westernheld Wyatt Earp, der lieber mit seinem Freund Doc Holliday (Arthur Kennedy) weiter Poker spielt, als die Bevölkerung von Dodge City bei der Jagd auf die flüchtenden Cheyenne anzuführen. Als er sich der Forderung der aufgebrachten Bürger nicht mehr entziehen kann, führt er seinen Troß bewußt in die falsche Richtung. Klaus Hellwig kontatierte in der „Filmkritik“ (3/65): „Die Earp-Story kommt der Realität gewiß um vieles näher als sein Bild in `My Darling Clementine´, wo Ford (...) ahnungslos am Legendenteppich wob.“ An diesem Legendenteppich webt Ford mit seinem letzten Western nun nicht mehr, auch wenn das Ende, bei dem sich in Yellowstone die Cheyenne, die Kavallerie und der gütige Innenminister Carl Schurz (E.G. Robinson) friedlich versammeln, doch wieder eher dem Harmoniebedürfnis des Kinopublikums als der historischen Wahrheit nahekommt. „Cheyenne Autumn“ zeichnet ein durchaus kritisches Bild der neuen Herren des gar nicht mehr so wilden Westens, der Bodenspekulanten, der Eisenbahnunternehmer, der Politiker, der Militärs, aber die Indianer selbst erscheinen bei ihm weniger als Subjekt ihrer Geschichte, sondern als Objekt der Fürsorge verständnisvoller Weißer. John Ford selbst war nicht zufrieden mit seinem eigenen Film, im Gespräch mit Peter Bogdanovich bemerkte er unter anderem zum überladenen Score

von Alex North: „Ich denke, die Musik war schlecht und es gab zu viel davon.“ Zufriedener dürfte er mit der Kameraarbeit von William Clothier gewesen sein, der einem das Monument Valley dank Super Panavision in vorher nie gesehener Qualität und Plastizität vor Augen führt.

Filminfo:

OT: Cheyenne Autumn USA 1964 / Aufgenommen in 65mm Super Panavision® (1:2.21) / Präsentiert in 70mm (1:2.21) / 6-Kanal-StereoMagnetton / Engl. OV mit dt. und schwed. UT / 159 Min. / Erstaufführungskopie / Roadshow-Präsentation mit Pause / Welturaufführung: 03.10.1964 / Dt. Erstaufführung: 22.01.1965

Stab:

Produktion: Bernard Smith Regie: John Ford Buch: James R. Webb

Buchvorlage: Mari Sandoz (Roman) Kamera: William H. Clothier Musik: Alex North Schnitt: Otho Lovering

Besetzung:

Richard Widmark (Captain Archer), Carroll Baker (Deborah Wright), Karl Malden (Captain Wessels), James Stewart (Wyatt Earp), Edward G. Robinson (Innenminister Carl Schurz), Sal Mineo (Red Shirt), Dolores del Rio (spanische Frau), Ricardo Montalban (Little Wolf), Gilbert Roland (Dull Knife), Arthur Kennedy (Doc Holliday), John Carradine (Major Jeff Blair), Victor Jory (Tall Tree), Elizabeth Allen (Miss Guinevere Plantagenet), Patrick Wayne (Lt. Scott), George O‘Brien (Major Braden), Walter Baldwin (Deborahs Onkel), Ben Johnson (Trooper Plumtree), Harry Carey jr. (Trooper Smith), Denver Pyle (Senator Henry), John Qualen (Svenson), Dan Borzage, Mae Marsh

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Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe die Stimme aus dem Off seltener zu Wort, erklärt sich das Geschehen selbst. Jim, der sich im Gegensatz zur Crew, die das Schiff bereits aufgegeben hat, um die Pilger kümmern will, hat eine Panikattacke, die ihn unfähig macht, einen klaren Gedanken zu fassen. In letzter Sekunde springt er ins Rettungsboot und läßt die Muslime, denen er seinen Beistand versprochen hat, im Stich. Bei der scheinbaren Aussichtslosigkeit der Lage ist die verständlicher Akt des Selbsterhalts, doch für Jim ist es ein Moment der Schwäche und der Feigheit, den er sich nicht verzeiht. Er selbst zeigt sich beim Seegerichtshof an, obwohl die Passagiere später von einem anderen Schiff geborgen wurde. Er verliert seine nautischen Patente und ist gebrandmarkt als der Offizier, der sein Schiff in Seenot verlassen hat. Fortan ist sein einziges Lebensziel sich von

Lord Jim Zur Entstehung

Eine Erzählerstimme führt den Zuschauer in das tragische Geschehen ein, dessen Zeuge er werden wird. „Joseph Conrad schrieb“, hebt die Stimme von Captain Barlow (Jack Hawkins) an: „Willst du das Alter der Erde erfahren, betrachte das Meer in einem Sturm. Aber welcher Sturm kann das Herz eines Mannes gänzlich enthüllen,“ Wir sehen Bilder des bewegten Meeres, eine Landkarte, einen Handelsplatz der malaischen Schifffahrtsgesellschaft. Dann heißt es weiter: “Zwischen Suez und der Chinesischen See gibt es viele Namenlose, die es vorziehen, unerkannt zu leben und zu sterben. Dies ist die Geschichte eines solchen Mannes. In diesem Schmelztiegel von Halunken und Helden, die das Meer an die Strände und in die Häfen spülte, gab es nicht einen Mann, der mehr respektiert und verflucht wurde als... “und es erscheint der Titel: „Lord Jim“. Die Erzählerstimme begleitet uns noch lange. In ein paar Szenen wird gezeigt, wie der Titelheld (Peter O'Toole) von Jugend an zielstrebig daraufhin arbeitet, auf

hoher See Karriere zu machen. Er selbst bleibt wie die Szenen lange stumm, beredt ist einzig die Filmmusik von Bronislau Kaper, der hier eine seiner besten Arbeiten - mit vielen fernöstlichen Anklängen - abliefert. Schließlich sieht man, wie Jim seinen Dienst als Schiffsoffizier unter dem Kommando von Captain Barlow antritt. Und noch immer hört man keinen Dialog, sondern allein den Erzähler, selbst als sich Jim an Bord den Fuß bricht und zu einem Krankenhausaufenthalt an Land verdonnert wird. Danach kann er es kaum erwarten, wieder in See zu stechen und heuert auf dem Seelenverkäufer Patna an, der Hunderte von Pilgern, auf dem Weg nach Mekka an Bord hat. Der Kapitän, der übrigens auch im Original Deutsch spricht, kümmert sich wenig um Wohl und Wehe der Passagiere, die unter unwürdigen Umständen untergebracht sind. Jim hingegen fühlte sich alleinverantwortlich für jede Seele an Bord. Erst als das Schiff aufläuft und zu sinken droht, setzt so etwas die Spielhandlung ein, meldet sich

diesem Makel reinzuwaschen. Richard Brooks hatte sich viel vorgenommen, als er daran ging, den Roman „Lord Jim“ von Joseph Conrad zu verfilmen. Der 1900 erschienene Roman des britischen Schriftstellers polnischer Abstammung ist ein psychologisches Drama, in dem die innere Bewegung des Helden wichtiger ist als die äußere Handlung. Weil Brooks in seinem Film, für den er selbst das Drehbuch schrieb dem Geist des Romans treu zu bleiben versucht, war es eigentlich vorhersehbar, dass der Film, der 1965 in die Kinos kam, durch die Werbung geschürten Erwartungen auf actionreiche Abenteuer an exotischen Schauplätzen enttäuschen mußte. Auch wenn die Inszenierung im zweiten Teil tatsächlich einiges an Action und Exotik bietet, im Vordergrund stehen auch weiterhin die Fragen nach der Schuld, nach der Verantwortung, nach dem rechten Handeln. Das dürfte Brooks, den Regisseur von Filmen wie „Hexenkessel“ (1950), „Die Saat der Gewalt“ (1955) und „Elmer Gantry“ (1960), an


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe diesem schwierigen Stoff gereizt haben. Kaum eine Kritik bescheinigte ihm, dass er die Aufgabe überzeugend bewältigt hat, und das Publikum dürfte enttäuscht gewesen sein von dem Star Peter O´Toole, der nach seiner glorreichen Rolle als Lawrence von Arabien einen verschlossenen Melancholiker darstellt, eine Hamletfigur, die erst grübelt, ehe sie handelt. Dem üblichen Heldenbild kommt er im zweiten Teil des Films immerhin näher, als er den Anschlag auf ein Boot des Kaufmanns Mr. Stein (Paul Lukas) vereitelt, indem er das von einem Saboteur gelegte Feuer dadurch löscht, dass er die Bierfässer an Bord einschlägt. Der schwer beeindruckte Geschäftsmann gibt ihm daraufhin den Auftrag Waffen und Sprengstoff in die (fiktive) Region Patusan zu liefern. Nur mit zwei Begleitern, von denen einer ein Saboteur ist, bringt er den Lastensegler tatsächlich ans Ziel und es gelingt ihm auch noch mit Hilfe eines Jungen die Ladung zu verstecken, ehe er in die Hände des dort regierenden Tyrannen, genannt „der General“ (Eli Wallach), fällt. Während er mittels Folter die Wahrheit über den Verbleib der Waffen aus Jim herauszubekommen versucht, sagt der General Sätze wie „Je mehr Vorstellungskraft desto weniger Widerstand“

oder „Der Tod ist das Ende der Wirklichkeit“. Ja, der Ton ist philosophisch hoch gestimmt in den Dialogen des wunderbar fotografierten Films, auch noch als in den in Kambodscha gedrehten Szenen die Massen in Bewegung kommen und geschossen, gestochen und gesprengt wird. Nach seiner etwas umständlich eingefädelten Befreiung durch ein rassiges Mädchen (Daliah Lavi) wird Jim, der sich als geschickter Stratege erweist, zum eigentlichen Anführer der Rebellen. Es gelingt ihm tatsächlich, die Festung des Generals zu erobern, wobei der Oberschurke auf der Strecke bleibt, nicht aber sein schmieriger Vertrauter Cornelius (Curd Jürgens,der gerade eine Herzoperation hinter sich hatte). Cornelius kehrt zurück mit dem skrupellosen Bootsverleiher Schomberg ((Akim Tamiroff) und dem Killer „Gentleman“ Henry Duncan Brown (James Mason), um die Schatztruhe des Generals zu holen. Es kommt zum Schießwechsel. Brown schlägt Jim einen Pakt vor, um weiteres Blutvergießen zu verhindern. Jim geht darauf ein und verspricht dem Stammesführer: „Wenn auch nur einer eures Volkes stirbt, habe ich mein Leben verwirkt“. Als die Bösewichter entgegen der Verabredung zurückkehren

und dabei ausgerechnet Waris, der Sohn des Stammesführers und Jims Freund, ermordet wird, stellt sich Lord Jim seiner Verantwortung und läßt sich von Waris´Vater erschießen. Waris wird übrigens von dem Japaner Juzo Itami gespielt, der später als Regisseur in Japan Furore machte und 1997 durch Selbstmord aus dem Leben schied. Es ist eine von manchen Merkwürdigkeiten dieses Films wie auch die besonders schwierigen Umstände der Dreharbeiten in der Nähe der Tempelanlage von Angkor Wat. Es war der letzte Dreh eines ausländischen Filmteams in Kambodscha, bevor daraus im Zuge des Vietnam-Krieges und der Machtübernahme der Roten Khmer tatsächlich ein „Herz der Finsternis“ wurde, um den Titel einer Joseph Conrad-Novelle zu zitieren, die mit „Lord Jim“ in thematischer Beziehung steht. Erst 2001 nutzte wieder eine Hollywoodproduktionsfirma den Schauwert des Ortes - für die Videospielverfilmung „Lara Croft: Tomb Raider“ (2001). Die von Angelina Jolie dargestellte Superheldin ist das glatte Gegenteil eines Lord Jim, der von sich selbst sagt: „Ich bin ein sogenannter Feigling und ich bin ein sogenannter Held gewesen - und es passt kein Blatt Papier dazwischen.“

Filminfo:

OT: Lord Jim USA 1965 / Aufgenommen in 65mm Super Panavision® (1:2.21) / Präsentiert in 70mm (1:2.21) / 6-KanalStereo-Digitalton (DTS®) / Engl. OV / 154 Min. / Neue Kopie / RoadshowPräsentation mit Pause / Welturaufführung: 15.02.1965 / Dt. Erstaufführung: 03.09.1965

Stab:

Produktion: René Dupont, Timothy Burrill / Regie: Richard Brooks / Buch: Richard Brooks Buchvorlage: Joseph Conrad (Roman) / Kamera: Freddie Young / Musik: Bronislau Kaper Schnitt: Alan Osbiston

Besetzung:

Peter O‘Toole (Jim), James Mason (Brown), Curd Jürgens (Cornelius), Eli Wallach (General), Daliah Lavi (Mädchen), Jack Hawkins (Marlow), Serge Reggiani, Akim Tamiroff (Schomberg)

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König der Könige Zur Entstehung

In Friedrich Torbergs berühmten Anekdotenbuch “Die Tante Jolesch” wird auch von einem Kinobesuch berichtet. Gezeigt wird Cecil B. DeMilles Monumentalepos “Die zehn Gebote” (1923), das in den zwanziger Jahren als Krone des Hollywoodkinos galt und dessen Darstellung des Auszugs des Volkes Israel aus Ägypten als Nonplusultra der damaligen Tricktechnik bestaunt wurde. Nur einer zeigte sich davon unbeeindruckt und das war der Onkel des berühmten Theaterschauspielers Ernst Deutsch. Während alle ergriffen schwiegen, soll Onkel Hahn aufgestanden sein und gerufen haben: “Also, so war das nicht”. Man muß weder ein ausgesprochener Bibelkenner noch ein Historiker sein, um den meisten Bibelverfilmungen Onkel Hahns Ausruf entgegenzuhalten. Zu offensichtlich ist, dass sie in der Regel weniger dem Geist der Bibel als dem Geist ihrer Entstehungszeit verpflichtet sind. So reiht sich auch Cecil B. DeMilles Remake seines Stummfilmepoś “Die zehn Gebote” (1956) nahtlos in die Reihe bombastischer Monumentalepen, mit denen Hollywood in den 50 und 60er Jahren die Welt beglückte und die immer noch an Pfingsten, Ostern und Weihnachten zum festen Bestandteil des

Fernsehprogramms gehören. Es sind Filme wie “Quo Vadis” (1951), “Die Robe” (1953) und “Ben Hur” (1959), die mit Motiven der Bibel und der Kirchengeschichte spielen, oder eben auch “Die zehn Gebote” und “Salomon und die Königin von Saba” (1959), in denen alttestamentarische Geschichten nach den Gesetzen der Hollywooddramaturgie aufbereitet wurden. Charlton Heston, der die Rolle des Moses in dem DeMilleEpos und die Titelrolle in “Ben Hur” spielte, wurde zum Urbild des wehrhaften Gottesmannes. “Die größte Geschichte aller Zeiten” (1963) heißt ein Film von George Stevens und gemeint ist damit die Geschichte von Jesus und seinen Jüngern, die schon Beginn der Filmgeschichte an immer wieder filmisch aufbereitet wurde. Der erste Passion der Brüder Lumiere folgten ungezählte Jesusfilme, die meisten sind verschollen. In der Regel waren es künstlerisch unambitionierte Nachahmungen damals üblicher Passionsspiele, unter den deutschen Versuchen in dieser Richtung sind.allenfalls “Der Galiläer” (1921) des ExilRussen Dimitri Buchowetzki und “I.N.R.I” (1923) des “Caligari”-Regisseurs Robert Wiene von filmhistorischem Interesse.Die Passionsspiele von Oberammergau waren das Vorbild für zahlreiche

Jesus-Darstellungen. Die wakkeren Passionsspieler aus Oberammergau weigerten sich jedoch standhaft ihre Aufführung abfilmen zu lassen oder bei einer entsprechenden Filmproduktion mitzuwirken. Stilbildend und epochemachend wurde wiederum ein Film unter der Regie von Cecil B. DeMille, der sich allerdings bereits an der Jesus-Episode aus dem ebenfalls monumentalen Epos “Intolerance” (1916) des Filmpioniers D.W.Griffith orientieren konnte. “The King of the Kings” (1927) war die bis dahin mit Abstand aufwändigste Verfilmung des Lebens Christi. Der zweieinhalbstündige Ausstattungsfilm fesselte Millionen, vielleicht sogar Milliarden Kinobesucher in aller Welt. Zustande gekommen war die kostspielige Produktion nach einer Auswertung von Zuschauerpost. Das Volk schien nach einem neutestamentarischen Opus zu verlangen und die Traumfabrik gab es ihm, wobei eine leichtgeschürzte Maria Magdalena und eine Orgienszene gleich zu Beginn dafür sorgten, dass auch aus niederen Motiven hingeguckt wurde. “König der Könige” (1961) von Nicholas Ray verstand sich nicht als Remake des DeMille- und geriet auch weniger bombastisch als andere Bibelepen. mit den Konventionen des Genres brach er nur teilweise. In den kuttenartigen


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe Gewänder steckte erkennbar kein Wüstenvolk, sondern die übliche zusammengewürftelte Statisterie und die tragenden Rollen blieben den Stars vorbehalten, die allerdings aus Budgetgründen nicht zu Hollywoods erster Garde gehörten. Die JesusRolle übernahm Jeffrey Hunter (1926-1969), ein rotblonder athletischer Schauspieler, der sich vor allem in Western-Rollen bewährt hatte, bemerkenswert war sein Auftritt in John Fords „Schwarzer Falke“ an der Seite von John Wayne. Der bekannteste Mitwirkende ist gar nicht zu sehen, im Original fungiert Orson Welles als Erzähler aus dem Off. Nicholas Ray, der Regisseur von Hollywoodklassikern wie „Johny Guitar“ und „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ übernahm die Regie des Großprojekts von Produzent Samuel Bronston weniger aus Überzeugung denn aus finanzieller Not. Seine Spielleidenschaft und sein Alkoholproblem hatten ihn an den Rand des Ruins gebracht. Sein Ehrgeiz mehr als lammfromme Filmkost abzuliefern, ist trotz aller kommerzieller Vorgaben unübersehbar. So gibt es viele Szenen, in denen Jesus gar nicht vorkommt, in denen die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in Palästina unter römischer Besatzung ins Bild gerückt werden. Im Prolog des Films zeigt er gar aus ungewöhnlicher Perspektive

und fast wortlos, den Einzug von Pompejus in Jerusalem im Jahr 63 vor Christus (!). Für den Film, der wie die anderen Bronston-Produktionen in Spanien gedreht wurde, standen Ray bis zu 20 000 Komparsen zur Verfügung, was vor allem in der Darstellung der Bergpredigt zur Geltung kommt. So blass Jesus selbst daherkommt, der einfach nur die Standardsätze des Evangeliums spricht, so eigenwillig sind die Nebenfiguren gestaltet, Barrabas (Harry Guardino) erscheint als antirömischer Widerstandskämpfer, Judas (Rip Torn) als tragischer Idealist. Die wenigsten zeitgenössischen Kritiker registrierten die Umdeutungen, die Ray und sein Drehbuchautor Philipp Yordan vorgenommen hatten. Aus der zeitlichen Distanz entdeckt der Filmkritiker und Kinotheoretiker Georg Seeßlen an dem Dauerbrenner des TV-Feiertagsprogramms ungeahnte Qualitäten: „Immer wieder wechselt die Kameraperspektive in Rays Film und nimmt einmal die Haltung der Anbetung von unten, einmal die Draufsicht an. Nur in Augenhöhe, von gleich zu gleich sozusagen, begegnen wir diesem Jesus nicht (...). Nicholas Rays Film nähert sich dem Geschehen prismatisch. Viele Elemente der Distanzierung (...) zeigen uns die Vieldeutigkeit des Mythos, zu dem es letzten Endes nur subjektive Zugänge gibt (...).

Die Abbildung selbst also ist bei weitem weniger perfekt und eindeutig, als es in HollywoodFilmen der Fall zu sein pflegt. Wenn man die eigentliche Tiefe von Rays Christus-Film verstehen will, dann darf man nicht so sehr auf die Dramaturgie und nicht so sehr auf die Dialoge achten, sondern auf das, was mit den Bildern geschieht, Und zwischen ihnen.“ Um diese Feinheiten wahrzunehmen, sollte man „König der Könige“ so sehen wie er gedacht war, im 70mm-Format mit Pause sowie der Ouvertüre und der Ausgangsmusik von Miklós Rózsa, dessen Score ebenfalls dazu beiträgt, Rays Christus-Film zu einem erhebenden Kinoerlebnis (auch für Nichtchristen) zu machen.

Filminfo:

OT: King of Kings USA 1961 / Aufgenommen in 35mm Super Technirama 70® (1:2.21) / Präsentiert in 70mm (1:2.21) / 6-Kanal-StereoMagnetton / Dt. Fassung / 168 Min. / Erstaufführungskopie / Roadshow-Präsentation mit Pause / Welturaufführung: 11.10.1961 / Dt. Erstaufführung: 21.12.1961

Stab:

Produktion: Samuel Bronston Regie: Nicholas Ray / Buch: Philip Yordan / Kamera: Franz Planer, Milton Krasner, Manuel Berenguer / Musik: Miklos Rozsa / Schnitt: Harold F. Kress, Renée Lichtig

Besetzung:

Jeffrey Hunter (Jesus Christus), Siobhan McKenna (Maria), Royal Dano (Petrus), Robert Ryan (Johannes der Täufer), Frank Thring (Herodes Antipas), Hurd Hatfield (Pontius Pilatus), Ron Randell (Lucius, der Centurio), Viveca Lindfors (Claudia), Rita Gam (Herodias), Carmen Sevilla (Maria Magdalena), Brigid Bazlen (Salome), Harry Guardino (Barabbas), Rip Torn (Judas), Guy Rolfe (Kaiphas), Maurice Marsac (Nikodemus), Grégoire Aslan (Herodes), Edric Connor (Balthazar), George Coulouris, Conrado San Martín, Gérard Tichy, José Antonio, Luis Prendes, David Davies, José Nieto, Ruben Rojo, Fernando Sancho

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Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe

Das Zigeunerlager zieht in den Himmel Zur Entstehung

64,9 Millionen Zuschauer hatte der Film „Das Zigeunerlager zieht in den Himmel“ in der sowjetrussischen Kinos im Jahr 1976. Das sind in etwa soviel Besucher wie die damalige Bundesrepublik Deutschland an Einwohnern hatte und im Lauf der folgenden Jahre sind gewiß noch weitere Zuschauer hinzugekommen. Der Film mit dem aus heutiger Sicht politisch inkorrekten Titel genießt über die Grenzen der ehemaligen Sowjetunion hinaus Kultstatus, weckt nostalgische Erinnerungen und romantische Gefühle. Dabei wird der Film normalerweise nicht zum Kanon der (sowjet-) russischen Filmkunst gezählt, obwohl er u.a. mit der Goldenen Muschel des Filmfestivals von San Sebastian ausgezeichnet wurde und der Name des Regisseurs, Emil Lotjanu (1936-2003), taucht allenfalls am Rande der Filmgeschichte auf. Das liegt zum Teil wohl auch daran, dass er seine Filme fernab von Moskau drehte, im heimischen Moldawien, dem früheren Bessarabien, das erst 1991 unabhängig wurde. Wie der Name des Regisseurs verrät, ist Moldawien eher mit Rumänien landsmannschaftlich verbunden ist als mit Russland. Zum anderen ging es Lotjanu weniger darum hehre Filmkunst abzuliefern. Er wollte, indem er die Leidenschaftlichkeit, den Freiheitswillen und die

Musikalität der Zigeuner auf die Leinwand bannte, die Bedürfnisse eines möglichst breiten Publikums ansprechen. Das ist ihm zumindest in diesem Film über Erwarten gut gelungen. Die Inspiration lieferte die Erzählung „Makar Tschudra“, ein Frühwerk von Maxim Gorki. Die Handlung spielt um 1900. Unweit der österreich-ungarischen Grenze versuchen Zigeuner gestohlene Pferde über einen Karpatenpass zu schmuggeln. Beim Zusammenstoß mit Gendarmen wird Sobar (Grigore Grigoriu), einer der Pferdediebe, verwundet. Rada (Swetlana Toma) heilt ihn mit Kräutern und verschwindet dann. Doch Sobar kann seine bezaubernde Lebensretterin nicht vergessen. Als Sobar von einem Freund in dessen Lager eingeladen wird, begegnet er Rada wieder. Die beiden kommen sich näher und die junge Frau gesteht: „Keinen habe ich jemals geliebt, Sobar. Aber dich liebe ich. Aber ich liebe auch die Freiheit, und die Freiheit liebe ich mehr als dich.“ Wie ernst es ihr mit ihrem Freiheitsdrang ist, beweist Rada nicht zuletzt auch dadurch, dass sie dem Werben des reichen Antal Silady widersteht, der ihr eine goldene Zukunft verspricht. Auch mit Sobar wird es keine gemeinsame Zukunft geben. Der muß zunächst wieder fliehen, weil die Gendarmen auf seine

Spur gekommen sind. Mit List und Tücke entgeht er dem Tod durch den Strick, nach einigen Verwicklungen hat er wieder das umherziehende Zigeunerlager aufgespürt. Eigentlich steht jetzt dem Liebesglück nichts mehr im Wege. Doch die stolze Rada fordert ihn auf, sich in Gegenwart der anderen niederzuknieen und ihre Hände zu küssen, dann will sie mit ihm ziehen. Sobar, der auch seinen Stolz hat, kann diese Bedingung nicht erfüllen. Es kommt zum Streit, zur Rangelei und zu tödlichen Messerstichen... Die junge moldawische Schauspielerin Swetlana Toma wurde durch ihre Darstellung der unbeugsamen Rada zum gefeierten Star. Bereits 1968 hatte sie unter der Regie von Emil Lotjanu in dem Film „Der lebendige Leichnam“ gespielt. Der war von ihrem Talent so begeistert, dass er ihr die Rolle der Zigeunerin in Aussicht stellte. Dafür, dass sein Versprechen erfüllte, verlangte er ihr und dem ganzen Ensemble viel ab bei den Dreharbeiten in den Karpaten. Am Set gebärdete sich Lotjanu als gnadenloser Tyrann, der seine Schauspieler zum Äußersten trieb. Um den Tanz der Zigeuner besonders leidenschaftlich erscheinen zu lassen, soll er die Darsteller gezwungen haben barfuß auf einem heißen Blechstück zu tanzen. Swetlana Toma, die durch


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe das größte sowjetrussische Filmmagazin zur Schauspielerin des Jahres gekürt wurde, arbeitete danach noch weiter mit Emil Lotjanu zusammen, sie spielte eine der Hauptrollen in seinem nächsten Film „Drama auf der Jagd“ (1978) nach einer Erzählung von Anton Tschechow, der aber bei weitem nicht so erfolgreich war, und eine wichtige Nebenrolle in der von Lotjanu fürs Fernsehen gedrehten Miniserie „Anna Pawlowa“ (1982), von der auch eine Kinoversion hergestellt wurde. Neben der Hauptdarstellerin und den pittoresken Szenen, die in 70mm Sovscope gedreht wurden, ist es nicht zuletzt die folkloristisch angehauchte Musik von Eugen Doga, die den besonderen Reiz des Films ausmacht, in dem zu Gitarren- und Geigenklängen gesungen wird. So gesehen steht der Film in einer Tradition der sowjetrussischen Spielart des Musicals, deren erfolgreichster Vertreter Grigori Alexandrow war, der Lieblingsregisseur von Josef Stalin. Aber während die meisten russischen „Musicals“ den Geist des Regimes widerspiegeln, ist Lotjanus Film trotz des tragischen Ausgangs der Geschichte eine Hymne auf das freie, ungebundene Leben, Damit hat er die Sehnsüchte vieler Menschen im ehemaligen Ostblock berührt.

Filminfo:

Alternativtitel: Wenn die Zigeuner ziehen OT: Tabor Uchodit W Nebo SU 1976 / Aufgenommen in 70mm Sovscope 70® (1:2.21) Präsentiert in 70mm (1:2.21) 6-Kanal-Stereo-Magnetton Russ. OV mit dt. UT / 100 Min. Erstaufführungskopie / Welturaufführung: 04.1976 / Dt. Erstaufführung: 28.10.1977

Stab:

Regie: Emil Lotjanu Buch: Emil Lotjanu Buchvorlage: Maxim Gorki (Erzählung „Makar Tschudra“) Kamera: Sergej Wronski Musik: Jewgeni Doga

Besetzung:

Swetlana Toma (Rada), Grigori Grigoriu (Sobar), Boris Mulajew (Makar Tschudra), Sergej Finiti (Balbaja), Jelena Sadowskaja (Julischka)

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Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe Als „Jenseits von Afrika“ 1986 in die Kinos kam, zeigte sich das breite Publikum und große Teile der Filmkritik in seltener Einigkeit begeistert von Sidney Pollacks Filmepos, das auch bei der Oscarverleihung gründlich abräumte: Oscars gab es für die beste Regie, das beste Drehbuch, die beste Filmmusik, den besten Ton, die beste künstlerische Leitung und die beste Kamera. Das Urteil von Lothar Just in seinem „Filmjahrbuch 1996“ steht für viele wohlwollende Kritiken. „Sydney Pollacks seufzerschöne Sonnenuntergangs-Elegie über eine entscheidende Lebensphase der bedeutenden dänischen Schriftstelleri Tanja Blixen gehört zu jenen erlesendekorativen Genießerfilmen, die das Auge trunken machen mit ihrer Landschaftsromantik (Safari-Exotik zur Kolonialzeit, Plantagenträume, sanfte Abende unter weitem Himmel) – die aber trotz dieser Oberflächenreize die literarische Substanz nicht

nengegerbte Abenteuerer von Robert Redford dargestellt wird, war nur folgerichtig. Redford hatte schon die bemerkenswertesten Darstellungen seiner Karriere unter der Regie von Sidney Pollack gegeben: „Jeremiah Johnson“(1972), „Drei Tage des Condors“(1973) und „Der elektrische Reiter“(1979).. Meryl Streep hatte sich bereits mit Filmen wie „Kramer gegen Kramer“(1979), „Sophies Entscheidung“(1982) und „Silkwood“(1983) in den Hollywood Star-Olymp gespielt. Die Rolle ihres Lebens, mit der sie immer noch am ehesten idenfiziert wird, nämlich die der Karen Blixen, gab ihr Pollack, weil sie ihn im den weniger bekannten Politmelodram „Die Verführung des Joe Tynan“(1979) von Jerry Schatzberg mit ihrer Wärme und Wahrhaftigkeit überzeugt hatte. Im Gegensatz zu anderen Regisseuren arbeitete Pollack oft und gerne mit Stars: „Sie sind wie Vollblüter, es ist ein bisschen gefährlicher

ihre Stimme aus dem Off den Satz „ Ich hatte eine Farm in Afrika am Fuße der NgongBerge“, dann setzt die chronologisch erzählte Geschichte ihres Lebens in Afrika ein. Es beginnt allerdings in Dänemark. Karen macht dem verarmten Baron Bror von Blixen-Finecke (Oscar-nominiert: Klaus Maria Brandauer), dem Bruder ihres Geliebten, der sie hat sitzen lassen, so etwas wie einen Heiratsantrag. Die Ehe, die sie eingehen, soll ein Geschäft auf Gegenseitigkeit sein:Er verschafft ihr den Titel einer Baronesse und stellt damit ihre gesellschaftliche Reputation wieder her, sie bringt ein beträchtliches Vermögen in die Ehe ein. Mit dem Geld wollen sie eine Milchfarm in Kenia aufbauen. Doch als Karen Ende 1913 in Nairobl eintrifft und der nach Blitzhochzeit mit Bror auf ihre Farm fährt, muss sie feststellen, dass der Baron eine Kaffeeplantage gekauft hat, Es ist nicht die letzte Enttäuschung, die sie hinneh-

Out of Africa - Jenseits von Afrika Zur Entstehung

verraten: Die Umwandlung von Leben in Poesie.“ Dies gelang Erfolgsregisseur Sidney Pollack, indem er von der titelgebenden Vorlage, dem autobiografischen Roman, der im deutschen Sprachraum unter dem Titel „Afrika, dunkel lockende Welt“ erschienen ist (dort firmierte die Schriftstellerin auch unter ihrem Kosenamen Tanja), nur einige Episoden und Motive übernahm. Der gelernte Journalist Kurt Luedtke bastelte daraus sowie aus der BlixenNovelle „Schatten wandern übers Gras“, ihren „Briefen aus Afrika.1914-1931“ und zwei Blixen-Biografien von Judith Thurman und Errol Trzebinski ein stimmiges Drehbuch, das sich allerdings gewisse Freiheiten gegenüber der wahren Geschichte von Blixens Afrika-Erlebnissen nimmt. Im Mittelpunkt der Handlung rückt eindeutig die Liebesgeschichte zwischen der Schriftstellerin und dem Großwildjäger Denys Finch Hatton. Dass der son-

mit ihnen. Man muss vorsichtig sein, weil man leicht abgeworfen wird. Aber wenn sie machen, was sie am besten können – was immer es ist, was sie zum Star macht – dann ist das wirklich aufregend.“. Die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten im Jahre 1985 36 Jahre alte Mery Streep und der 49jährige Robert Redford enttäuschten ihn nicht und überzeugten als das wohl bekannteste reife Liebespaar der Filmgeschichte. Da konnte es das Traumpaar auch verschmerzen, dass es außer einer Nominierung für Meryl Streep bei der Oscarverleihung nichts zu holen gab. Fast noch größer als die Attraktivät der beiden Stars war die der abwechslungsreichen Landschaft des kenianischen Hochlands, die der britische Kameramann David Watkin in betörend schön , sanft ausgeleuchteten Bildern einfing. Im Prolog begegnet uns Karen Blixen als alte Frau, die ihr Leben Revue passieren läßt. Mantra-artig wiederholt

men muß. Der Ehemann, zu dem sie eine gewisse Zuneigung entwickelt, ist fast nie zu Hause und macht lieber Jagd auf wilde Tiere und schöne Frauen. Und eines Tages bei einer der wenigen Begegnungen steckt er sie mit der Syphilis an. Die lebensbedrohliche Krankheit zwingt Karen für eine gewisse Zeit nach Dänemark zurückzukehren, um ihr Leiden auszukurieren. In der Inszenierung von Pollack wird in dieser Phase nur gezeigt, wie das Leben auf ihrer Farm ohne sie weitergeht, bis zu ihrer Rückkunft. Nun endlich beginnt ihre Beziehung mit Denys Hatton Finch, der schon zuvor (entgegen ihrer wahren Lebensgeschichte) mehrmals in Begleitung seines Freundes Berkeley Cole (Michael Kitchen) ihren Weg gekreuzt hat. Denys bezaubert sie mit seiner Unabhängigkeit, seiner Männlichkeit,, die gepaart ist mit einer großen Kultiviertheit. Zum Picknick in der Wildnis nimmt er ein Grammophon mit


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe und spielt ihr Mozart vor. Später schenkt er ihr ein Grammophon, was noch einmal Gelegenheit gibt, Mozarts Musik ertönen zu lassen, die sich fast bruchlos in den schwelgerisch-elegischen Soundtrack fügt, den John Barry geschaffen hat. Die in jeder Hinsicht spannungsreiche Beziehung zwischen Karen und Denys, der ganz anders als die britischen Kolonialherren Afrika so liebt, wie es ist, bietet noch ein paar spektakuläre Szenen, die Begegnung mit Löwen (gezähmten Tieren, die aus Kalifornien eingeflogen wurden) und atemberaubende Flüge über die Landschaften Kenias. Fliegen ist die neue Leidenschaft von Denys, eine Leidenschaft, die ihn schließlich das Leben kostet. Seine Maschine stürzt ab. Dass die Beziehung zu Karen schon davor in die Brüche gegangen war, deutet der Film dezent an, in dem auch verschwiegen wird, wie sehr die Schriftstellerin unter ihrer nie ganz ausgeheilten Syphilis zu leiden hatte. Karen in Gestalt von Meryl Streep ist hingegen am Ende. als sie Afrika 1931 verläßt, fast so strahlend schön wie 18 Jahre zuvor bei ihrer Einreise. Es war auch nicht der Großbrand, der ihre Farm zugrunde richtete, der fand schon 1923 statt, sondern die Tatsache, dass Karen Blixen in geschäftlichen Dingen kein gutes Händchen hatte. Ein solches Ende wäre aber wohl

zu prosaisch gewesen für einen Film, der in Schönheit schwelgt und große Gefühle zelebriert.

Filminfo:

OT: Tabor Uchodit W Nebo USA 1985 / Aufgen. in 35mm Technovision® Spherical (1:1.85) Präs. in 70mm (1:1.85) / 6-Kanal-Dolby-StereoMagnetton / Engl. OV mit dän. UT / 161 Min. / Erstaufführungskopie / Welturaufführung: 10.12.1985 Dt. Erstaufführung: 13.03.1986

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Besetzung:

Meryl Streep (Karen Blixen), Robert Redford (Denys Finch Hatton), Klaus Maria Brandauer (Bror Blixen), Michael Kitchen (Berkeley Cole), Malick Bowens (Farah Aden), Mike Bugara (Juma), Joseph Thiaka (Kamanta), Michael Gough (Lord Delamere)

Oscar 1986

Beste Ausstattung: Stephen Grimes, Josie MacAvin, Beste Kamera: David Watkin, Beste Musik: John Barry, Beste Regie: Sydney Pollack, Bester Film: Sydney Pollack, Bester Ton: Gary Alexander, Peter Handford, Chris Jenkins, Larry Stensvold, Bestes Drehbuch nach einer literarischen Vorlage: Kurt Luedtke

Stab:

Produktion: Sydney Pollack Regie: Sydney Pollack Buch: Kurt Luedtke Buchvorlage: Tania Blixen (Buch) Kamera: David Watkin Musik: John Barry Schnitt: Fredric Steinkamp, William Steinkamp, Pembroke J. Herring, Sheldon Kahn

Historische Originalaufnahme


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Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe

The Golden Head Zur Entstehung

Auf einem Kahn mit dem hintersinnigen Namen „The White Rabbit“ tuckert eine englische Familie auf der Donau ins schöne Ungarn, wo sie, als sie in Grenznähe am Ufer angelegt haben, von einer blondierten Maid in Empfang genommen werden. Die kesse Ungarin, die glücklicherweise des Englischen mächtig ist, nimmt sich des kleinen Mädchens Milly, ihres etwas größeren Bruders und ganz besonders des Ältesten Michael (Jess Conrad) an: Der ist nämlich schon erwachsen, sieht gut aus und kann sogar singen, wie er später beweist, als er ihr unvermittelt ein Liebesständchen („Things I´d like to say“) darbringt. Während der Papa, ein Verbrechensspezialist von Scotland Yard, zu einem wichtigen Kongress nach Budapest abgeholt wird, erleben die

jungen Leute ein aufregendes Abenteuer, in dessen Mittelpunkt die kleine Milly steht. Es geht um das goldene Haupt des heiligen Lazlo. „The Golden Head“ heißt der 1964 in amerikanisch-ungarischer Coproduktion entstandene 70mm-Film, der den zweifelhaften Ruhm für sich beanspruchen kann, nur von sehr wenigen Kinobesuchern gesehen worden zu sein. So gesehen, ging auch das Vorhaben des ungarischen Produktionspartners während des Fortgangs der Handlung möglichst viel von den touristischen Reizen des Landes und den Freuden des Lebens im Gulasch-Sozialismus zu vermitteln, völlig ins Leere. Ein Wiedersehen mit dem Film macht klar, warum dem Film nach der Premiere in London nicht mehr als eine Woche Laufzeit vergönnt war, er in den

USA überhaupt nicht gezeigt wurde und er danach sangund klanglos von der Bildfläche verschwand. Allein schon das Drehbuch, das der Ungar Ivan Boldizar und der Brite Steven Goulder gemeinsam verzapft haben - nach der Vorlage eines Romans von Roger Windle Pilkington -, ist eine einzige Ansammlung von unwahrscheinlichen Zufällen, windigen Wendungen und absoluten unkomischen Albernheiten, die freilich in der Summe ein Meisterwerk unfreiwilliger Komik ergeben, einen Trashfilm im 70mm-Format. Allein schon die Handlung spottet jeder Beschreibung. Hier zumindest ein paar Andeutungen: Auf dem Markt von Györ wird die kleine Milly beim Brotkauf von einem freundlichen Priester angesprochen, der sie an der Hand


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe nimmt, um ihr etwas zu Schönes zu zeigen. Ehrlos sei, wer Arges dabei denkt! Der Gottesmann führt Millie zu einem knorrigen Restaurator, der gerade den Goldenen Kopf des Heiligen Lazlo, aus der naheliegenden Kirche in Arbeit hat. Als Millie später allein in der Kirche vor der Kopie des Kopfes steht, wird sie von einem britischen Gentleman angesprochen, dem sie ungefragt erzählt, dass sie gerade das Original gesehen hat und sie zeigt ihm auch wo. Dankbar nimmt der Herr diesen Hinweis entgegen. Er handelt es sich dabei nämlich um den international gesuchten Trickbetrüger Basil Palmer, der zusammen mit seinem amerikanischen Partner Lionel Pack in einem Auto mit Wohnwagen durch die Weltgeschichte gondelt. Buddy Hackett gibt diesen Kompagnon als triebhaften, begriffsstutzigen Volltrottel, dessen Akzent einen schwer zu eruierenden Migrationshintergrund offenbart. Dass Buddy Hackett kein Freund filigranen Schauspiels ist, dürfte bekannt sein, schlimmer noch ist es aber George Sanders dabei zuzusehen, wie er einen angeblich hochintelligenten GentlemanGauner spielt, der in Wirklichkeit eine Dummheit nach der anderen begeht. Haarsträubend ist der Einfall das gestohlene Haupt auf dem Kahn zu verstecken, nachdem man schon zuvor einen Hammer mit der Aufschrift „The White Rabbit“ am Tatort hinterlassen hat, um den Verdacht auf die Schiffsbesatzung zu lenken. Vielleicht ist das alles aber überhaupt nicht ernstgemeint und der Name des Kahns ein Wink mit dem Zaunpfahl. Es ist ein weißes Kaninchen, dass Alice dazu verleitet, sich im Wunderland zu verirren und dabei so allerhand seltsame Dinge zu erleben. . In diesem Fall heißt das Mädchen Milly und es ist das Wunderland Ungarn, das sich von seiner schönsten Seite präsentiert. Die Jagd nach dem Goldenen Kopf beziehungsweise nach dem Gangsterduo wird weidlich genutzt, um die landschaftlichen und kulturellen Attraktionen des Landes ins Bild zu rücken. Unvermittelt geraten die beiden Gauner auf eine Dorfhochzeit, in der kein Ungarn-Klischee ausgelassen wird und Basil sich hinreißen läßt, für ein paar Sekunden ein Tänzchen aufs

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Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe Schurken gab Lionel Jeffries, gedreht wurde im CineramaVerfahren mit drei Kameras und der Film sollte eigentlich „Milly Goes to Budapest“ heißen. Doch Hill, der danach noch eine ganz beachtliche Film- und Fernsehkarriere hinlegte, kam mit dem Cinerama-Verfahren nicht zurecht, und wurde durch den für seinen zügigen Arbeitsstil bekannten Regieveteran Richard Thorpe ersetzt. Gedreht wurde nun im weniger aufwändigen Technirama-Verfahren. Eine Göre namens Lorraine Power , von der man davor und danach nichts mehr gehört hat, ersetzte Hayley Mills und für Lionel Jeffries sprang George Sanders ein, der durch seine Ehe mit dem Temperamentsbündel Zsa Zsa Gabor (später sollte er noch deren Schwester Magda heiraten) ganz spezielle Ungarn-Erfahrungen vorweisen konnte. Das hat ihm und dem Film nichts genützt. Die geplante große Familienunterhaltung mutierte zu einem exklusiven Vergnügen für 70mm-Fans.

Filminfo:

Parkett zu legen. Die Hauptstadt Budapest, in der es zum großen Finale kommt, wird mit aus dem Hubschrauber aufgenommenen Luftaufnahmen eingeführt, Es ist allerdings auch fast die einzige Sequenz, die so etwas wie großes Kino im 70mm-Format verheißt. Im zweiten Teil nach der Pause spielt sich vieles in einem Hotelzimmer ab, in dem das Gaunerduo absteigt, was allerdings sowohl Milly als auch zwei namenlosen Verfolgern nicht verborgen bleibt. So kommt es zu haarsträubenden Versteckspielen unterm Bett und im Schrank, bei dem übrigens die beiden Schattenmännern einfach im Schrank vergessen werden, während Basil und Lionel bei der abschließenden Verfolgungsjagd mit der Feuerwehr noch eine

Sightseeingtour durch Budapest mitmachen. „Stop this cops and robbers nonsense“, sagt der genervte Papa einmal zu seinen umtriebigen Kindern. Aber da ist der Nonsens bereits im vollem Gange und er geht auch noch weiter bis hin zu einer aberwitzigen Schlusspointe. Nicht nur vor, sondern auch hinter der Kulissen gab es bei diesem Filmprojekt ziemlich viel (schlechtes) Theater. Als die Dreharbeiten im Herbst 1963 in den britischen Borehamwood Studios der MGM begannen, hieß der Regisseur noch James Hill, die Rolle der Milly spielte Hayley Mills, die nach ihrem Erfolg in „Parent Trap“(1961), einer US-Filmversion von Kästners „Doppelten Lottchen“ weiter als Kinderstar vermarktet werden sollte, den

OT: The Golden Head / Az Aranyfej USA/H 1963 / Aufgenommen in 35mm Super Technirama 70® (1:2.21), 65mm MCS-70 (1:2.21) und 35mm 3-Streifen Cinerama® (1:2.72) / Präsentiert in 70mm (1:2.21) / 6-Kanal Stereo Magnetton / Engl. OV / 105 Min. Erstaufführungskopie / Roadshow-Präsentation mit Pause / Welturaufführung: 10.12.1964 / Dt. Erstaufführung: 18.02.1966

Stab:

Produktion: Alexander Paal Regie: Richard Thorpe, James Hill / Buch: Stanley Goulder, Iván Boldizsár / Buchvorlage: Roger Pilkington (Roman „Nepomuk des Flusses“ Kamera: István Hildebrand Musik: Szabolcs Fényes Schnitt: Frank Clarke

Besetzung:

George Sanders (Basil Palmer), Buddy Hackett (Lionel Pack), Jess Conrad (Michael Stevenson), Lorraine Power (Milly Stevenson), Robert Coote (Braithwaite)


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Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe

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„The Golden Head“ wurde in der DDR unter dem Titel „Das Goldene Haupt“ vom ProgressFilmverleih in die Kinos gebracht. Hier das Programmheft dazu.


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Das groĂ&#x;e 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe


Das große 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe

Doktor Dolittle

Circus World

LAND / JAHR:

LAND / JAHR:

USA 1967

USA/E 1964

BESETZUNG:

BESETZUNG:

Rex Harrison (Dr. John Dolittle), Samantha Eggar (Emma Fairfax), Anthony Newley (Matthew Mugg), Richard Attenborough (Albert Blossom), William Dix (Tommy Stubbins), Peter Bull (General Bellowes), Portia Nelson (Sarah Dolittle)

John Wayne (Matt Masters), Rita Hayworth (Lilli Alfredo), Claudia Cardinale (Toni Alfredo), Lloyd Nolan (Cap Carson), Richard Conte (Aldo Alfredo), John Smith (Steve McCabe)

STAB:

STAB:

Produktion: Arthur P. Jacobs Regie: Richard Fleischer Buch: Leslie Bricusse Buchvorlage: Hugh Lofting (Erzählungen) Kamera: Robert Surtees Musik: Leslie Bricusse Schnitt: Samuel E. Beetley, Marjorie Fowler

Produktion: Samuel Bronston Regie: Henry Hathaway Buch: Ben Hecht, Julian Halevy, James Edward Gran Buchvorlage: Philip Yordan (Roman) Kamera: Jack Hildyard, Claude Renoir Musik: Dimitri Tiomkin Schnitt: Dorothy Spencer

INHALT

INHALT

Die fantastischen Abenteuer des Dr. Dolittle, der 498 Tiersprachen beherrscht und nach einer Riesen-Meeresschnecke sucht - dargeboten als aufwendiges Musical mit eingängigen Melodien, verblüffenden Einfällen und beachtlichen darstellerischen Leistungen.

Mit Showeffekten überladenes Spektakel aus dem Zirkusmilieu; als Handlungsfaden dient die Suche nach einer vor Jahren verschwundenen Artistin. Der aufwendig, aber konventionell inszenierte und hochkarätig besetzte Film sollte dem Comeback Rita Hayworths dienen und ist nicht frei von Sentimentalitäten.

OT: Doktor Dolittle Aufgenommen in 65mm Todd-AO® (1:2.21) Präsentiert in 70mm (1:2.21) 6-Kanal-Stereo-Magnetton / Dt. Fassung 152 Min. / Erstaufführungskopie Roadshow-Präsentation mit Pause Welturaufführung: 05.12.1967 Dt. Erstaufführung: 05.12.1967

Alternativtitel: Held der Arena Aufgenommen in 35mm Super Technirama 70® (1:2.21) Präsentiert in 70mm (1:2.21) 6-Kanal-Stereo-Magnetton Engl. OV / 142 Min. Erstaufführungskopie Roadshow-Präsentation mit Pause Welturaufführung: 25.06.1964 Dt. Erstaufführung: 10.12.1964

Oscar 1968

Beste Spezialeffekte L.B. Abbott Bester Filmsong „Talk To The Animals“: Leslie Bricusse

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Indiana Jones and the Temple of Doom

Grease

LAND / JAHR:

LAND / JAHR:

USA 1984

USA 1978

BESETZUNG:

BESETZUNG:

Harrison Ford (Indiana Jones), Kate Capshaw (Willie Scott), Ke Huy Quan (Short Round), Roshan Seth (Chattar Lal), Amrish Puri (Mola Ram), Dan Aykroyd (Weber)

John Travolta (Danny), Olivia Newton-John (Sandy), Stockard Channing (Rizzo), Jeff Conaway (Kenickie), Edward Byrnes (Vince Fontaine)

STAB:

STAB:

Produktion: Robert Watts Regie: Steven Spielberg Buch: Willard Huyck, Gloria Katz Kamera: Douglas Slocombe Musik: John Williams Schnitt: Michael Kahn /

Produktion: Robert Stigwood, Allan Carr Regie: Randal Kleiser Buch: Bronte Woodard, Allan Carr Buchvorlage: Jim Jacobs (Musical), Warren Casey (Musical), Kamera: Bill Butler Musik: Jim Jacobs, Warren Casey, Barry Gibb, John Farrar, Scott J. Simon, Louis St. Louis Schnitt: John F. Burnett /

INHALT

INHALT

Indiana Jones befreit ein indisches Bergdorf von der Herrschaft eines 12jährigen Maharadschas, der unter dem magischen Einfluß seines machthungrigen, menschenopfernden Hohepriesters steht. Technisch perfekt inszenierter Abenteuerfilm, der einen Action-Höhepunkt an den nächsten reiht. Parodierende Elemente verdecken etwas die übertriebene Härte und chauvinistische Grundhaltung.

Mißverständnisse und Eifersüchteleien zwischen den Schülern eines amerikanischen Colleges in den 70er Jahren: Danny, der Führer der LederjackenGang „T-Birds“, verliebt sich in die neue Schülerin Sandy, wobei seinen Gefühlen sein Image sowie die eigene Coolness im Wege stehen. Die Verfilmung eines erfolgreichen Broadway-Musicals verschiebt die parodistischen Ansätze der Vorlage zugunsten eines bunten Nostalgie-Spektakels, das mit heute zu „Klassikern“ gewordenen Songs in filmisch teils mitreißender Inszenierung gespickt ist.

OT: Indiana Jones and the Temple of Doom Aufgenommen in 35mm Panavision® Anamorphic (1:2.35) Präsentiert in 70mm (1:2.21) 6-Kanal-Stereo-Magnetton Engl. OV / 118 Min. / Erstaufführungskopie / Welturaufführung: 23.05.1984 Dt. Erstaufführung: 03.08.1984

OT: Grease Aufgenommen in 35mm Panavision® Anamorphic (1:2.35) Präsentiert in 70mm (1:2.21) 6-Kanal Dolby Stereo Magnetton Engl. OV / 115 Min. Erstaufführungskopie Welturaufführung: 13.06.1978 Dt. Erstaufführung: 28.09.1978

Oscar 1985

Beste Spezialeffekte George Gibbs, Michael McAlister, Dennis Muren, Lorne Peterson


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Scent of Mystery aka Holiday in Spain

Cheyenne Autumn

LAND / JAHR:

LAND / JAHR:

USA 1960

USA 1964

BESETZUNG:

BESETZUNG:

Denholm Elliott (Oliver Larker), Peter Lorre (Smiley), Beverly Bentley (The Decoy Sally), Paul Lukas (Baron Saradin), Liam Redmond (Johnny Gin), Leo McKern (Tommy Kennedy), Peter Arne (Robert Fleming), Diana Dors (Winifred Jordan), Elizabeth Taylor (The Real Sally Kennedy)

Richard Widmark (Captain Archer), Carroll Baker (Deborah Wright), Karl Malden (Captain Wessels), James Stewart (Wyatt Earp), Edward G. Robinson (Innenminister Carl Schurz), Sal Mineo (Red Shirt), Dolores del Rio (spanische Frau), Ricardo Montalban (Little Wolf), Gilbert Roland (Dull Knife), Arthur Kennedy (Doc Holliday), John Carradine (Major Jeff Blair), Victor Jory (Tall Tree), Elizabeth Allen (Miss Guinevere Plantagenet), Patrick Wayne (Lt. Scott), George O‘Brien (Major Braden), Walter Baldwin (Deborahs Onkel), Ben Johnson (Trooper Plumtree), Harry Carey jr. (Trooper Smith), Denver Pyle (Senator Henry), John Qualen (Svenson), Dan Borzage , Mae Marsh

STAB: Produktion: Michael Todd Jr. Regie: Jack Cardiff Buch: Gerald Kersh, William Rose, Kelley Roos (Story), Kamera: John von Kotze Musik: Harold Adamson, Mario Nascimbene & Jordan Ramin

INHALT

STAB:

Ein englischer Reisender (Denholm Elliott) deckt zufällig eine Verschwörung auf, deren Ziel die Ermordung einer jungen amerikanischen Touristin (Beverly Bently) ist.

Produktion: Bernard Smith Regie: John Ford Buch: James R. Webb Buchvorlage: Mari Sandoz (Roman) Kamera: William H. Clothier Musik: Alex North Schnitt: Otho Lovering /

INHALT

Alternativtitel: Holiday in Spain Aufgenommen in 65mm Todd-70® (1:2.21) Präs. in 70mm (1:2.21) 6-Kanal Stereo Magnetton Engl. OV / 108 Min. Erstaufführungskopie Roadshow-Präsentation mit Pause Welturaufführung: 06.01.1960 Dt. Erstaufführung: 02.10.2010

Der Leidensweg der Cheyenne-Indianer aus der aufgezwungenen Reservation in die angestammte Heimat im Jahr 1878. Ein vom Ethos mitmenschlicher Achtung und Verantwortung geprägter Western von John Ford; meisterlich in der Bildgestaltung, bemerkenswert vor allem durch seine epischen Qualitäten und die ungewöhnliche Erzählperspektive aus der Sicht der Indianer. OT: Cheyenne Autumn Aufgenommen in 65mm Super Panavision® (1:2.21) Präsentiert in 70mm (1:2.21) 6-Kanal-Stereo-Magnetton Engl. OV mit dt. und schwed. UT 159 Min. Erstaufführungskopie Roadshow-Präsentation mit Pause Welturaufführung: 03.10.1964 Dt. Erstaufführung: 22.01.1965

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Lord Jim

König der Könige

LAND / JAHR:

LAND / JAHR:

USA 1965

USA 1961

BESETZUNG:

BESETZUNG:

Peter O‘Toole (Jim), James Mason (Brown), Curd Jürgens (Cornelius), Eli Wallach (General), Daliah Lavi (Mädchen), Jack Hawkins (Marlow), Serge Reggiani, Akim Tamiroff (Schomberg)

Jeffrey Hunter (Jesus Christus), Siobhan McKenna (Maria), Royal Dano (Petrus), Robert Ryan (Johannes der Täufer), Frank Thring (Herodes Antipas), Hurd Hatfield (Pontius Pilatus), Ron Randell (Lucius, der Centurio), Viveca Lindfors (Claudia), Rita Gam (Herodias), Carmen Sevilla (Maria Magdalena), Brigid Bazlen (Salome), Harry Guardino (Barabbas), Rip Torn (Judas), Guy Rolfe (Kaiphas), Maurice Marsac (Nikodemus), Grégoire Aslan (Herodes), Edric Connor (Balthazar), George Coulouris, Conrado San Martín, Gérard Tichy, José Antonio, Luis Prendes, David Davies, José Nieto, Ruben Rojo, Fernando Sancho

STAB: Produktion: René Dupont, Timothy Burrill Regie: Richard Brooks Buch: Richard Brooks Buchvorlage: Joseph Conrad (Roman) Kamera: Freddie Young Musik: Bronislau Kaper Schnitt: Alan Osbiston /

INHALT

STAB:

Neuverfilmung des Abenteuerromans von Conrad um den wegen Feigheit bei Seenot aus der britischen Marine verwiesenen Offiziers, der durch seinen Einsatz für ein terrorisiertes Dorf seine verlorene Ehre zurückgewinnt, eine weitere Verfehlung aber mit dem Leben büßt. Eindrucksvoll im Aufwand der atmosphärischen Schilderung, doch oberflächlich in der Psychologisierung seiner Hauptperson.

Produktion: Samuel Bronston Regie: Nicholas Ray Buch: Philip Yordan Kamera: Franz Planer, Milton Krasner, Manuel Berenguer Musik: Miklos Rozsa Schnitt: Harold F. Kress, Renée Lichtig

OT: Lord Jim Aufgenommen in 65mm Super Panavision® (1:2.21) Präsentiert in 70mm (1:2.21) 6-Kanal-Stereo-Digitalton (DTS®) Engl. OV / 154 Min. Neue Kopie Roadshow-Präsentation mit Pause Welturaufführung: 15.02.1965 Dt. Erstaufführung: 03.09.1965

INHALT Nicholas Rays („Denn sie wissen nicht, was sie tun“, 1955) Versuch, das Leben Jesu zum Gegenstand eines fast dreistündigen Schau- und Erbauungsfilms zu machen, bleibt ohne spirituelle Tiefe. Im Spiel mit verschiedenartigen Stilelementen (von der idyllischen Legendenerzählung bis zu Elementen des russischen Revolutionsfilms und krasser Naturalistik) beweist die Regie allerdings einiges Geschick. Der Hauptdarsteller handhabt seine Aufgabe mit einer gelungenen Mischung aus Natürlichkeit und Zurückhaltung. OT: King of Kings Aufgenommen in 35mm Super Technirama 70® (1:2.21) Präsentiert in 70mm (1:2.21) 6-Kanal-Stereo-Magnetton Dt. Fassung / 168 Min. Erstaufführungskopie Roadshow-Präsentation mit Pause Welturaufführung: 11.10.1961 Dt. Erstaufführung: 21.12.1961


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Das Zigeunerlager zieht in den Himmel

Out of Africa

LAND / JAHR:

LAND / JAHR:

SU 1976

USA 1985

BESETZUNG:

BESETZUNG:

Swetlana Toma (Rada), Grigori Grigoriu (Sobar), Boris Mulajew (Makar Tschudra), Sergej Finiti (Balbaja), Jelena Sadowskaja (Julischka)

Meryl Streep (Karen Blixen), Robert Redford (Denys Finch Hatton), Klaus Maria Brandauer (Bror Blixen), Michael Kitchen (Berkeley Cole), Malick Bowens (Farah Aden), Mike Bugara (Juma), Joseph Thiaka (Kamanta), Michael Gough (Lord Delamere)

STAB:

STAB:

Regie: Emil Lotjanu Buch: Emil Lotjanu Buchvorlage: Maxim Gorki (Erzählung „Makar Tschudra“) Kamera: Sergej Wronski Musik: Jewgeni Doga

Produktion: Sydney Pollack Regie: Sydney Pollack Buch: Kurt Luedtke Buchvorlage: Tania Blixen (Buch) Kamera: David Watkin Musik: John Barry Schnitt: Fredric Steinkamp, William Steinkamp, Pembroke J. Herring, Sheldon Kahn

INHALT

INHALT

Eine dramatisch endende Liebesgeschichte unter wandernden Zigeunern, deren Lebensart und -anschauungen nostalgisch-folkloristisch geschildert werden. Die Qualitäten des Films - gute Typenzeichnung und malerische Landschaftsaufnahmen - werden gemindert von musikalisch verstärkten, überinszenierten Schaueffekten.

Die Lebensgeschichte der dänischen Schriftstellerin Karen Blixen, ihre abenteuerlichen Jahre als Farmerin in Afrika und ihre unglückliche Romanze mit einem Großwildjäger. Der sensibel inszenierte Film beschreibt eindrucksvoll den romantischen Idealismus einer eigenwilligen Frau am Ende der Kolonialepoche, wobei er gelegentlich selbst in sentimentale Wehmut verfällt. Der Traum vom freien Leben fernab der zivilisierten Gesellschaft mit ihren sozialen und emotionalen Tabus wird zwar beschworen, sein Scheitern aber kaum beleuchtet. Das mindert freilich nicht die Qualität des Films als außergewöhnlich unterhaltsames Melodram, das leise und anteilnehmend ein romantisches Lebensgefühl beschreibt.

Alternativtitel: Wenn die Zigeuner ziehen OT: Tabor Uchodit W Nebo Aufgenommen in 70mm Sovscope 70® (1:2.21) Präsentiert in 70mm (1:2.21) 6-Kanal-Stereo-Magnetton Russ. OV mit dt. UT 100 Min. Erstaufführungskopie Welturaufführung: 04.1976 Dt. Erstaufführung: 28.10.1977

OT: Out of Africa Aufgen. in 35mm Technovision® Spherical (1:1.85) Präs. in 70mm (1:1.85) / 6-Kanal-Dolby-StereoMagnetton / Engl. OV mit dän. UT / 161 Min. / Erstaufführungskopie / Welturaufführung: 10.12.1985 Dt. Erstaufführung: 13.03.1986 Oscar 1986 Beste Ausstattung: Stephen Grimes, Josie MacAvin, Beste Kamera: David Watkin, Beste Musik: John Barry, Beste Regie: Sydney Pollack, Bester Film: Sydney Pollack, Bester Ton: Gary Alexander, Peter Handford, Chris Jenkins, Larry Stensvold, Bestes Drehbuch nach einer lit. Vorlage: Kurt Luedtke

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The Golden Head LAND / JAHR: USA/H 1963

BESETZUNG: George Sanders (Basil Palmer), Buddy Hackett (Lionel Pack), Jess Conrad (Michael Stevenson), Lorraine Power (Milly Stevenson), Robert Coote (Braithwaite)

Generelles zu den Vorführungen: Alle Filme werden im 70mm-Format auf die gekrümmte Leinwand der Schauburg projiziert. Beim Projektor handelt es sich um eine Philips DP70 (für sphärisches 70mm) Maschine, ausgestattet mit einer nagelneuen Schneider-Optik sowie einem brandneuen Magnettonkopf und einem DTS-Reader für 70mm-Film.

STAB: Produktion: Alexander Paal Regie: Richard Thorpe, James Hill Buch: Stanley Goulder, Iván Boldizsár Buchvorlage: Roger Pilkington (Roman „Nepomuk des Flusses“ Kamera: István Hildebrand Musik: Szabolcs Fényes Schnitt: Frank Clarke /

INHALT Die Kinder eines englischen Kriminalisten versuchen auf ihrer Reise durch Ungarn, auf eigene Faust den Diebstahl eines wertvollen Kunstgegenstandes aufzuklären. Ausgezeichnete Komödie mit leicht überschaubarer Handlung und gut entwickelten Charakteren.

OT: The Golden Head / Az Aranyfej Aufgenommen in 35mm Super Technirama 70® (1:2.21) und 65mm MCS-70 (1:2.21) Präsentiert in 70mm (1:2.21) 6-Kanal Stereo Magnetton Engl. OV / 105 Min. Erstaufführungskopie Roadshow-Präsentation mit Pause Welturaufführung: 10.12.1964 Dt. Erstaufführung: 18.02.1966

Der Ton von 70mm-Kopien mit DTS-Track wird mittels eines DTS XD 10 Cinema Media Player decodiert und extern in einen Dolby CP650 XO Prozessor eingeschleust. Die sechs Tonkanäle von 70mmKopien mit Magnetton werden über einen Dolby CP200 Prozessor mit neuentwickelten SCS-7060 Magnettonvorverstärker und SCS1246 Filtereinheit korrekt aufbereitet. Als Endstufen sowie Bühnenlautsprecher dienen Geräte der Firma „alcons audio“. Die Schauburg verfügt sowohl über das klassische ToddAO-Layout mit fünf Frontkanälen sowie einem Surroundkanal sowie dem heute gebräuchlichen Digitalton-Layout mit drei Frontkanälen, zwei Surroundkanälen und einem Subbasskanal. Vorgeführt wird mit einer Geschwindigkeit von 24 Bildern/Sekunde. Präsentiert werden die Filme in echtem „Roadshow“-Ambiente, d.h. mit Ouvertüre, Pause, Intermezzo sowie Exit Music (sofern vom Regisseur so vorgesehen). Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen und Irrtümer vorbehalten, jedoch nicht beabsichtigt.


Das groĂ&#x;e 70mm Filmfestival - Schauburg Karlsruhe

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Marienstr. 16 76137 Karlsruhe Tel.: 0721-3 50 00 18 www.schauburg.de

Vielen Dank an unsere Sponsoren, ohne deren Unterstützung dieses Festival nicht möglich gewesen wäre: Mit freundlicher Unterstützung der

Georg Fricker Stiftung

Gestaltung: Christine Kummer / www.kummerdesign.de

Amsterdam


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6. 70mm Todd-AO Festival Schauburg-Cinerama by Schauburg Kino & Theater - Issuu